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Begründung zum Bebauungsplan
„Lindenhof Kleinsteinberg“
Entwurf
Gemeinde Brandis
Markt 1-3
04821 Brandis

Begründung zum Bebauungsplan „Lindenhof Kleinsteinberg“ I Entwurf
Impressum
Seite 2
seecon Ingenieure I 09.09.2020
Impressum
Herausgeber:
Gemeinde Brandis, Markt 1-3, 04821 Brandis
Redaktion, Satz und Gestaltung:
seecon Ingenieure GmbH, Spinnereistraße 7, Halle 14, 04179 Leipzig
Stand bzw. Redaktionsschluss:
09.09.2020
Bildnachweis Titelseite:
RAPIS 11/2018 (https://rapis.sachsen.de/)
Anmerkung:
Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung männlicher und
weiblicher Sprachformen verzichtet. Alle geschlechtsspezifischen Bezeichnungen, die in
männlicher oder weiblicher Form benutzt wurden, gelten für beide Geschlechter gleicherma-
ßen ohne jegliche Wertung oder Diskriminierungsabsicht.

Begründung zum Bebauungsplan „Lindenhof Kleinsteinberg“ I Entwurf
Inhaltsverzeichnis
seecon Ingenieure I 09.09.2020
Seite 3
Inhaltsverzeichnis
Impressum .............................................................................................................................2
Inhaltsverzeichnis ...................................................................................................................3
1
Lage und Größe des Plangebietes............................................................................6
2
Planungsanlass und -erfordernis ..............................................................................7
3
Ziele und Zwecke der Planung ..................................................................................9
4
Verfahrensdurchführung .........................................................................................10
5
Beschreibung des Plangebietes und seines Umfeldes ............................................12
5.1
Topografie und Baugrundverhältnisse ....................................................................12
5.2
Vorhandene Bebauung, Freiflächen und ihre Nutzungen ........................................13
5.3
Vorhandene Wohnbevölkerung ...............................................................................14
5.4
Soziale Infrastruktur ................................................................................................17
5.5
Technische Infrastruktur: Verkehr ...........................................................................17
5.6
Technische Infrastruktur: Ver- und Entsorgungsanlagen .........................................18
5.7
Abfallentsorgung .....................................................................................................18
5.8
Eigentumsverhältnisse ............................................................................................19
5.9
Altlasten ..................................................................................................................19
5.10
Kampfmittelbelastung .............................................................................................19
5.11
Archäologie .............................................................................................................20
5.12
Natürliche Radioaktivität .........................................................................................20
6
Planungsrechtliche und sonstige planerische Grundlagen ......................................21
6.1
Planungsrechtliche Grundlagen ..............................................................................21
6.1.1
Ziele der Raumordnung ..........................................................................................21
6.1.2
Flächennutzungsplan der Stadt Brandis..................................................................25
6.2
Sonstige Planungen ................................................................................................28
6.2.1
Integriertes Stadtentwicklungskonzept (InSEK) Brandis 2030 .................................28
6.2.2
Denkmalpflegerische Belange ................................................................................28
6.2.3
Hochwasserrisikomanagementplan (HWRMP) .......................................................29
7
Umweltbelange .......................................................................................................31
7.1
Zusammenfassung .................................................................................................31
7.2
Einleitung ................................................................................................................32
7.2.1
Für die Umweltbelange relevante Inhalte des Planes..............................................34
7.2.2
Ziele und Inhalte des Planes (Kurzdarstellung) .......................................................34
7.2.3
Fachliche Grundlagen und Ziele des Umweltschutzes ............................................35
7.2.4
Festlegung des Umfanges und Detaillierungsgrades der Ermittlung der
Umweltbelange .......................................................................................................37

Begründung zum Bebauungsplan „Lindenhof Kleinsteinberg“ I Entwurf
Inhaltsverzeichnis
Seite 4
seecon Ingenieure I 09.09.2020
7.3
Beschreibung und Bewertung der erheblichen Umweltauswirkungen in der
Planung ..................................................................................................................45
7.3.1
Boden/Altlasten.......................................................................................................46
7.3.2
Pflanzen..................................................................................................................49
7.3.3
Schutzgut Tiere.......................................................................................................53
8
Städtebauliches Konzept ........................................................................................69
8.1
Bebauungs-/Nutzungskonzept ................................................................................69
8.2
Erschließungskonzept.............................................................................................70
8.2.1
Verkehrstechnische Erschließung ...........................................................................70
8.2.2
Medientechnische Erschließung .............................................................................71
8.2.3
Sonstige Medien .....................................................................................................75
9
Baugebiete .............................................................................................................76
10
Geltungsbereich des Plangebietes..........................................................................76
11
Art der baulichen Nutzung - Allgemeines Wohngebiet ............................................77
11.1
Allgemein zulässige Nutzungen ..............................................................................78
11.2
Unzulässige Nutzungen ..........................................................................................79
11.3
Maß der baulichen Nutzung ....................................................................................80
11.3.1 Grundflächenzahl ....................................................................................................80
11.3.2 Höhe baulicher Anlagen ..........................................................................................82
11.3.3 Bauweise ................................................................................................................83
11.3.4 Überbaubare Grundstücksfläche ............................................................................83
11.3.5 Vom Bauordnungsrecht abweichende Tiefe der Abstandsflächen gem. § 9 Abs. 1
Nr. 2a BauGB
.........................................................................................................85
12
Öffentliche Straßenverkehrsflächen ........................................................................87
13
Geh- und Leitungsrechte ........................................................................................87
14
Wasserflächen ........................................................................................................88
15
Maßnahme zum Schutz, zur Pflege und zur Entwicklung von Boden, Natur und
Landschaft ..............................................................................................................89
16
Grünordnerische Festsetzung .................................................................................89
16.1
Begrünung der privaten Grundstücksflächen in den Baugebieten ...........................90
16.2
Grünfläche pGF 1 am Bahndamm ..........................................................................91
16.3
Grünfläche pGF 2 Kinderspielplatz .........................................................................92
16.4
Begrünung von Stellplatzanlagen ...........................................................................93
17
Örtliche Bauvorschriften ..........................................................................................93
17.1
Dachformen ............................................................................................................93
17.2
Dachdeckung ..........................................................................................................94
17.3
Einfriedungen .........................................................................................................94
17.4
Herzustellende Stellplätze ......................................................................................95

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Inhaltsverzeichnis
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Seite 5
18
Städtebauliche Kalkulation ......................................................................................96
19
Hinweise .................................................................................................................96
20
Pflanzempfehlungen ............................................................................................. 103
21
Planungen, Gutachten und Schriftverkehr zum Bebauungsplan ........................... 106
Rechtsgrundlagen .............................................................................................................. 107
Quellenverzeichnis ............................................................................................................. 108
Abbildungsverzeichnis ........................................................................................................ 108
Tabellenverzeichnis ............................................................................................................ 109
Abkürzungsverzeichnis ....................................................................................................... 110

Begründung zum Bebauungsplan „Lindenhof Kleinsteinberg“ I Entwurf
Lage und Größe des Plangebietes
Seite 6
seecon Ingenieure I 09.09.2020
1
Lage und Größe des Plangebietes
Das Plangebiet des Bebauungsplanes befindet sich in Brandis im Landkreis Leipzig und ist
ca. 15 km vom Ortszentrum Leipzig entfernt. Das B-Plangebiet ist südwestlich des Stadtzent-
rums von Brandis im Ortsteil Beucha, genauer Kleinsteinberg, verortet und umfasst die Flur-
stücke 120/1, 118/1 und 33/17 Gemarkung Kleinsteinberg. In Abweichung zum Aufstellungs-
beschluss vom 17.12.2019 besteht kein Bedarf die nördlich der Bahn befindlichen Teilflächen
der Flurstücke 124 und 144 in den Geltungsbereich aufzunehmen, da hier keine planerischen
Festlegungen beabsichtigt sind. Die damals dort vorgesehenen Maßnahmen zur Regenwas-
serbewirtschaftung werden nicht weiterverfolgt. Der Geltungsbereich reduziert sich gegenüber
dem Aufstellungsbeschluss von 2,92 ha auf 2,38 ha.
Das Verschmelzen der beiden Flurstücke 120/1 und 118/1 zu einem Flurstück mit der Nr. 120/2
wurde vom Eigentümer bereits beantragt.
Das Plangebiet wird umgrenzt von der Nebenbahnstrecke 6823 im Norden, Wohnbauflächen
und der Wurzener Straße im Osten, der Kleinsteinberger Straße im Süden sowie Wohnbau-
flächen und Grünflächen im Westen. Die räumliche Lage des Plangebietes ist aus der Abbil-
dung auf dem Deckblatt zu ersehen. Der genaue Verlauf der Grenze des räumlichen Geltungs-
bereiches und die betroffenen Flurstücke bzw. Flurstücksteile können aus der Planzeichnung
bzw. aus dem Kap. 10 „Grenzen des räumlichen Geltungsbereichs“ entnommen werden.

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Begründung zum Bebauungsplan „Lindenhof Kleinsteinberg“ I Entwurf
Planungsanlass und -erfordernis
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Seite 7
Abb. 1
Übersichtskarte, Plangebiet ist gelb markiert
1
2
Planungsanlass und -erfordernis
Die Stadtverwaltung Brandis verzeichnet eine ungebrochene Nachfrage nach Wohnbauland.
Diese Nachfrage konnte bisher mit den zur Verfügung stehenden Wohngebäuden, die saniert
wurden, und durch neue bzw. erweiterte Baugebiete befriedigt werden. Die entsprechenden
Bestandsgebäude in Brandis sind mittlerweile weitgehend saniert. Daraus ergibt sich Hand-
lungsbedarf einerseits, andererseits sind die Bestandsgebäude des Plangebietes, von denen
einige als Kulturdenkmale festgestellt sind, stark verfallen bzw. teilweise bereits zusammen-
gebrochen. Der Bebauungsplan soll also zum einen die Versorgung mit Wohnraum ermögli-
chen, zum anderen auf ungenutzten und für die bauliche Nutzung vorgeprägten Freiflächen
Baurecht schaffen. Auf dem Areal soll ein Wohngebiet mit ca. 90 Wohneinheiten entstehen.
Dabei werden ca. 30 % der Bruttogeschossfläche im Bestand entwickelt.
Im bestehenden Flächennutzungsplan ist das Plangebiet im Süden als gemischte Baufläche,
als Grünfläche im Norden und als Wohnbaufläche für einen kleinen Teilbereich im Osten dar-
gestellt. Derzeit wird eine Änderung des Flächennutzungsplanes der Stadt Brandis durchge-
führt. Das Plangebiet ist darin nunmehr als gemischte Baufläche und Wohnbaufläche
1
https://geoportal.sachsen.de, 16.05.2019

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Planungsanlass und -erfordernis
Seite 8
seecon Ingenieure I 09.09.2020
dargestellt. Die zukünftig vorgesehene Nutzung als allgemeines Wohngebiet mit einem Anteil
an nichtstörendem Gewerbe entspricht dem Entwurfsstand des geänderten Flächennutzungs-
plans.
Für das Plangebiet besteht Planungsrecht nach § 34 BauGB für die im südlichen Bereich be-
findlichen Teilflächen und deren Bestandsbebauung. Das Planungserfordernis ergibt sich so-
mit zunächst durch die geplante Nutzungs- und Strukturänderung sowie Flächenerweiterung,
die auf Grundlage des bestehenden Planungsrechtes in ihrer Gesamtheit nicht genehmigt wer-
den können.
Gemäß § 1 Abs. 3 BauGB haben die Gemeinden Bauleitpläne aufzustellen, sobald und soweit
es für die städtebauliche Entwicklung und Ordnung erforderlich ist. Das Planerfordernis ergibt
sich insbesondere aus den folgenden Gründen:
notwendige städtebauliche Entwicklung des Plangebietes zur Sicherung des
Wohnbedarfs
Revitalisierung einer Brachfläche zu Wohnzwecken (allgemeinem Wohnen), die
aufgrund ihrer prädestinierten Lage städtebaulich eine wichtige Raumkannte
innerhalb des Siedlungsgebietes darstellt
Große Teile des Plangebietes sollen entsprechend dem zugrundeliegenden Konzept
einer neuen Nutzung zugeführt werden, deren Zulässigkeit – insbesondere nach Art
und Maß der baulichen Nutzung – aufgrund der Größe des Plangebietes und der
fehlenden inneren Erschließung nicht aus der Eigenart der näheren Umgebung
ableiten lässt. Die Aufstellung eines B-Planes ist entsprechend erforderlich, um
umfassendes Baurecht zu schaffen.
In Anbetracht sowohl der Größe des Plangebietes als auch der geplanten Nutzungen
mit spezifischen Schutzansprüchen und unterschiedlichen Anforderungen an die
Erschließung ergibt sich das Planerfordernis bereits aus der Notwendigkeit der
Konfliktvermeidung, um eine geordnete städtebauliche Entwicklung mit gesunden
Wohnverhältnissen zu gewährleisten.
Planziel ist, einen großen Teil des Plangebietes gemäß dem zugrundeliegenden Konzept einer
neuen Nutzung zuzuführen. Unter Berücksichtigung der bestehenden Rechte ist für die vorge-
sehenen Nutzungen umfassendes Baurecht zu schaffen.

Begründung zum Bebauungsplan „Lindenhof Kleinsteinberg“ I Entwurf
Ziele und Zwecke der Planung
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Seite 9
3
Ziele und Zwecke der Planung
Die Aufstellung des B-Planes verfolgt das allgemeine Ziel, eine nachhaltige städtebauliche
Entwicklung auch unter Berücksichtigung der Belange des Umweltschutzes zu gewährleisten.
Anhand der Abstimmung und räumlichen Zuordnung der einzelnen Nutzungen soll die städte-
bauliche Entwicklung dem Wohl der Allgemeinheit dienen. Es wird vor allem die wesentliche
Grunddaseinsfunktion Wohnen betrachtet. Der B-Plan hat die Schaffung gesunder Lebensbe-
dingungen bei Wahrung der Grundbedürfnisse zum Ziel. Unter Beachtung der im Umfeld des
Plangebietes vorhandenen Rahmenbedingungen sollen insbesondere folgende Planungsziele
erreicht werden:
Nutzbarmachung einer innerörtlichen Fläche,
Definition zulässiger Nutzungsarten und -formen sowie der überbaubaren
Grundstücksflächen,
Berücksichtigung der Belange der Wohnbevölkerung,
Gewährleistung einer dauerhaft gesicherten Erschließung, sowohl in verkehrlicher
Sicht als auch im Hinblick auf die Ver- und Entsorgung,
Berücksichtigung der Belange des Denkmalschutzes und
Berücksichtigung der Belange des Natur- und Umweltschutzes.
Im Ergebnis ist es das Ziel, eine umfassende planungsrechtliche Genehmigungsfähigkeit für
die geplante Wohnnutzung – unter Gewährleistung eines verträglichen Nebeneinanders der
Nutzungen untereinander sowie mit angrenzenden Nutzungen – zu erreichen.

Begründung zum Bebauungsplan „Lindenhof Kleinsteinberg“ I Entwurf
Verfahrensdurchführung
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seecon Ingenieure I 09.09.2020
4
Verfahrensdurchführung
Der Bebauungsplan wird nach § 13 b BauGB aufgestellt.
Folgende Verfahrensschritte wurden zur Vorbereitung des Satzungsbeschlusses durchge-
führt:
Tab. 1
Übersicht Verfahrensschritte
Aufstellungsbeschluss
vom 18.12.2018
Beschluss Nr. 1139-12/12/2018,
bekannt gemacht im Brandiser Stadtjournal Nr. 1/2019 vom 21.01.2019
18.12.2018
Freiwillige frühzeitige Beteiligung der Träger öffentlicher Belange
zum Vorent-
wurf (§ 4 Abs. 1 BauGB), mit Schreiben vom 21.1
0
.2019
21.10.2019 -
25.11.2019
Geänderter Aufstellungsbeschluss
vom 17.12.2019
Beschluss Nr. 1097-11/12/2019,
bekannt gemacht im Brandiser Stadtjournal Nr. 1/2020 vom 20.01.2020
17.12.2019
Folgende
Besonderheiten der Durchführung des Verfahrens
sind zu nennen:
Anwendung des beschleunigten Verfahren nach § 13 b Baugesetzbuch
(BauGB)
Für die Aufstellung des Bebauungsplanes kommt das beschleunigte Verfahren nach § 13 b
BauGB zur Anwendung.
Die im § 13 b und § 13 a Abs. 1 und Abs. 2 Nr. 3 BauGB genannten Voraussetzungen sind
wie folgt erfüllt:
o
Der Bebauungsplan sieht für das Plangebiet Wohnnutzung vor.
o
Der Geltungsbereich wird an drei Seiten von bestehender Bebauung
eingerahmt und schließt damit an den im Zusammenhang bebauten Ortsteil
an.
o
Das Plangebiet befindet sich zwar innerhalb des Siedlungskörpers der Stadt
Brandis, OT Beucha, der nördliche Bereich ist als Außenbereich im
Innenbereich einzuordnen.
o
Der zulässige Größenwert von 10.000 m² zulässiger Grundfläche wird nicht
erreicht. Die gemäß Bebauungsplan zulässige GRZ beträgt rund 7.330 m².
o
Von der Umweltprüfung nach § 2 Absatz 4, von dem Umweltbericht nach
§ 2 a, von der Angabe nach § 3 Absatz 2 Satz 2, welche Arten
umweltbezogener Informationen verfügbar sind, sowie von der

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Verfahrensdurchführung
seecon Ingenieure I 09.09.2020
Seite 11
zusammenfassenden Erklärung nach § 6 a Absatz 1 und § 10a Absatz 1 wird
abgesehen. Bei der Beteiligung ist darauf hinzuweisen, dass von einer
Umweltprüfung abgesehen wird. Auch ohne förmliche Umweltprüfung werden
die wesentlichen Auswirkungen des Bebauungsplanes auf die Umwelt
ermittelt und in der Begründung dargelegt (siehe Kapitel 7).
o
Im Ergebnis einer Vorprüfung des Einzelfalles wurde die Einschätzung
erlangt, dass der Bebauungsplan voraussichtlich keine erheblichen
Umweltauswirkungen hat, die in der Abwägung zu berücksichtigen wären.
o
Anhaltspunkte für eine Beeinträchtigung der in § 1 Abs. 6 Nr. 7 Buchstabe b
BauGB genannten Schutzgüter (siehe Kap. 7, Artenschutzrechtlicher
Fachbeitrag) oder dafür, dass bei der Planung Pflichten zur Vermeidung oder
Begrenzung der Auswirkungen von schweren Unfällen nach §50 Satz 1 des
Bundes-Immissionsschutzgesetzes zu beachten sind, bestehen nicht.
frühzeitige Beteiligungen der Öffentlichkeit und der TöB
Von den frühzeitigen Beteiligungen der Öffentlichkeit gemäß § 3 Abs. 1 BauGB sowie der
Träger öffentlicher Belange (TÖB) gemäß § 4 Abs. 1 BauGB kann unter Anwendung des
§ 13 a Abs. 2 Nr. 1 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 Nr. 1 BauGB abgesehen werden. Es wurde
eine freiwillige frühzeitige TÖB-Beteiligung gemäß § 4 Abs. 1 BauGB durchgeführt, um frü-
hestmöglich etwaige wichtige Hinweise zu erhalten und diese berücksichtigen zu können. Es
wurden insgesamt 35 Träger öffentlicher Belange und Behörden abgefragt. Insgesamt gingen
23 Stellungnahmen ein, die im Entwurf berücksichtigt wurden.

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Beschreibung des Plangebietes und seines Umfeldes
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5
Beschreibung des Plangebietes und seines
Umfeldes
Brandis ist eine Stadt im Landkreis Leipzig, etwa 20 km östlich von Leipzig und ca. 15 km
westlich der Stadt Wurzen. Im Zuge der Gemeindegebietsreform 1999 wurde aus der Stadt
Brandis und der Gemeinde Beucha die neue Stadt Brandis mit den Ortsteilen Beucha, Brandis
und Polenz gebildet. Der Ortsteil Beucha, in dem sich das Plangebiet befindet, hat gut 3.000
Einwohner und liegt in der Leipziger Tieflandsbucht nur 16 km östlich von Leipzig am Oberlauf
der Parthe.
5.1
Topografie und Baugrundverhältnisse
Das Gelände um das Plangebiet ist weitestgehend eben. Der Hochpunkt befindet sich im Süd-
osten an der Straßenkreuzung Wurzener-/Kleinsteinberger Straße mit einer Höhe von
132,1 m NHN. Das Plangebiet fällt höhenmäßig von Südost nach Nordwest mit ca. 1 % leicht
ab. Der Tiefpunkt befindet sich am nordwestlichen Punkt des Grundstückes mit einer Höhe
von 128,9 m NHN.
Die Fläche ist in Teilen durch den Bestand versiegelt. Im westlichen Bereich des Plangebietes
befindet sich ein wasserführender Graben, welcher im Rahmen einer Begehung durch die un-
tere Wasserbehörde des Landkreis Leipzig als Standgewässer 2. Ordnung eingestuft wurde.
Gespeist wird das Gewässer aktuell anscheinend aus der Drainage des Sandreitplatzes sowie
der Dachentwässerung des Pferdstalls.
Im April 2019 wurde ein Baugrundgutachten angefertigt, welches auch Untersuchungen zu
den anzutreffenden geologischen, hydrologischen und den Baugrundverhältnissen trifft sowie
Angaben zu Versickerungsfähigkeit, Schadstoffbelastung, Gründungen und zur Standsicher-
heit macht.
2
Daraus ergeben sich folgende Erkenntnisse:
Unter einer Oberbodenschicht bzw. Versiegelungsflächen folgen quartäre Sedimente. Es lie-
gen v. a. im nördlich, bisher unbebauten Bereich unkomplizierte Baugrundverhältnisse vor. Im
südlichen Teil des Plangebietes können aufgrund der Vorbebauung ggf. kompliziertere Bau-
grundverhältnisse in Form von unterschiedlich mächtigen und tragfähigen Auffüllungen zumin-
dest nicht ausgeschlossen werden. Der Baugrund ist laut Baugrundgutachten für das Bauvor-
haben geeignet.
2
FCB GmbH, Geotechnischer Bericht nach DIN EN 1997-2/DIN 4020 – Baugrundvoruntersuchung und Grün-
dungsberatung. 24.05.2019, Rötha

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Beschreibung des Plangebietes und seines Umfeldes
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Bzgl. der Teilfläche Bestandsbebauung wird im geotechnischen Bericht angemerkt, dass über
den Einfluss der Bebauung (Tiefe der Gründungen, Keller…) sowie Einflüsse der jahrzehnte-
langen landwirtschaftlichen Nutzung (bspw. Versickerungen von Gülle, Kraft- u. Schmierstof-
fen, Düngemittel u. ä.) auf den Baugrund in diesem Bereich keine Aussage getroffen werden
konnte. Hier wird eine Nachuntersuchung nach Abriss empfohlen.
Aufgrund der geringen Durchlässigkeitsbeiwerte des Bodens und der teils vorhandenen
Schichtwasserführung ist eine Versickerung auf dem Grundstück nicht möglich. Auf eine Ver-
sickerung von Niederschlagswasser am Standort sollte verzichtet werden.
Die stichprobenartige Prüfung der Schadstoffbelastung ergab größtenteils unauffälligen ober-
flächennahen Boden. Lediglich an einer Einzelstelle im Bereich der Pferdekoppel wurde offen-
sichtlich Abfall entsorgt, der nach Aushub auf einer Deponie > DK III zu verbringen ist.
Es wird darauf hingewiesen, dass der vorliegende geotechnische Bericht den Charakter einer
Voruntersuchung aufweist und deshalb vor der Bebauung weitere orts- und vorhabenskon-
krete Baugrunduntersuchungen nach DIN EN 1997 und DIN 4020 durchgeführt werden sollten.
5.2
Vorhandene Bebauung, Freiflächen und ihre Nut-
zungen
Das Areal hat eine Gesamtgröße von ca. 2,38 ha, war in der Vergangenheit bereits einer bau-
lichen Nutzung unterzogen (Dreiseithof, Ställe, Nebenanlagen, Reitplatz) und ist medien- und
verkehrstechnisch erschlossen. Neben den bestehenden Gebäuden und Wegen im südlichen
Teil wird der nördliche Teil des Gebiets derzeit als Weidefläche für Pferde genutzt. Die vor-
handenen Bestandsgebäude sind unbewohnt und überwiegend in einem baufälligen Zustand.
Außer dem Auszugshaus und der Scheune sind alle Gebäude stark verfallen bzw. teilweise
bereits zusammengebrochen.
Seitens des Landesamts für Denkmalpflege Sachsen wurden Wohnhaus, Auszugshaus, Sei-
tengebäude, Scheune, Hofpflasterung sowie die straßenseitige Einfriedungsmauer mit Tor-
durchfahrt und Pforte des bestehenden Dreiseithofs Kleinsteinberger Straße 69 als stadtbild-
prägender und regionaltypischer Bauernhof mit bau- und heimatgeschichtlicher Bedeutung
eingeordnet und damit als Kulturdenkmal festgestellt. Nach § 9 Abs. 6 BauGB sind diese nach-
richtlich in den Bebauungsplan zu übernehmen, soweit sie zu seinem Verständnis oder für die
städtebauliche Beurteilung von Baugesuchen notwendig oder zweckmäßig sind.
Für das Kulturdenkmal besteht nach SächsDSchG die Erhaltungsplicht im Rahmen des Zu-
mutbaren. Über mögliche Abbrüche muss im Rahmen eines denkmalrechtlichen Genehmi-
gungsverfahrens entschieden werden.

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5.3
Vorhandene Wohnbevölkerung
Das Plangebiet ist derzeit nicht mehr bewohnt.
Die
7. Regionalisierte Bevölkerungsvorausberechnung (7. RBV)
, veröffentlicht am 19. Mai
2020 für den Freistaat Sachsen, stellt die voraussichtliche Bevölkerungsentwicklung bis 2035
dar. Ausgehend von den aktuellen demografischen Trends und Strukturen werden die Verän-
derungen in der Größe und im Altersaufbau der sächsischen Bevölkerung aufgezeigt. Neben
den Auswertungen für das Land, die Landkreise und Gemeinden, stehen Ergebnisse auch für
ausgewählte Regionstypen, wie zum Beispiel Planungsregionen zur Verfügung.
Die voraussichtliche Bevölkerungsentwicklung 2019 bis 2035 wird in zwei Varianten darge-
stellt. Damit ist – wie in den vorherigen Vorausberechnungen – ein Korridor geschaffen, in dem
sich die Bevölkerungszahl auf Basis der getroffenen Annahmen aller Voraussicht nach entwi-
ckeln wird. In der oberen Variante 1 berücksichtigt die 7. RBV die Annahmen der regional
übergeordneten 14. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung der Statistischen Ämter
des Bundes und der Länder. In der unteren Variante 2 wurde nur die Annahme zum Wande-
rungssaldo und zur Lebenserwartung aus der 14. koordinierten Bevölkerungsvorausberech-
nung übernommen. Ausgangspunkt der Vorausberechnung ist der auf Basis des Zensusstich-
tages 9. Mai 2011 fortgeschriebene Einwohnerbestand zum 31. Dezember 2018. Die Progno-
separameter wurden weitgehend auf Basis der Bevölkerungszahlen für 2012 bis 2018 berech-
net und analysiert. Die in der vorliegenden Veröffentlichung publizierten Vorausberechnungs-
ergebnisse zur Bevölkerung wurden auf volle zehn Personen gerundet. Die folgende Tabelle
liefert einen Überblick zur voraussichtlichen Bevölkerungsentwicklung in Brandis.
3
Tab. 2
Voraussichtlichen Bevölkerungsentwicklung in Brandis bis 2035 aus der 7. RBV von 05/2020
Jahr
voraussichtliche Bevölkerung
Variante 1
Variante 2
2018 = 100
2018 = 100
2018
9.613
100,0
9.613
100,0
2019
9.630
100,2
9.630
100,2
2020
9.650
100,4
9.650
100,3
2021
9.670
100,6
9.660
100,5
2022
9.690
100,8
9.680
100,7
2023
9.720
101,1
9.690
100,8
2024
9.740
101,3
9.710
101,1
2025
9.760
101,5
9.720
101,2
3
Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen – 2020, 7. RBV.

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Jahr
voraussichtliche Bevölkerung
Variante 1
Variante 2
2018 = 100
2018 = 100
2026
9.780
101,7
9.730
101,2
2027
9.800
101,9
9.730
101,3
2028
9.820
102,1
9.740
101,3
2029
9.840
102,4
9.740
101,3
2030
9.860
102,6
9.740
101,3
2031
9.880
102,8
9.740
101,3
2032
9.900
103,0
9.740
101,3
2033
9.920
103,2
9.740
101,3
2034
9.940
103,4
9.730
101,2
2035
9.950
103,5
9.720
101,1
Wie in der Tabelle ersichtlich, ist für Brandis über den gesamten Prognosezeitraum in beiden
Varianten mit einem Bevölkerungsanstieg zu rechnen. In der Variante 1 wird bis 2025 ein An-
stieg auf ca. 9.760 Einwohner prognostiziert. Dies bedeutet einen Zuwachs um ca. 1,5 % ver-
glichen mit dem Stichtag zum 31.12.2018. Bis 2030 erfolgt dann voraussichtlich ein weiterer
Anstieg um ca. 100 Personen auf etwa 9.860 Einwohner (ca. 2,6 % Zuwachs im Vergleich zum
Stichtag). Für den zuletzt betrachteten 5-Jahres-Zeitraum wird bis 2035 ebenso ein leichter
Bevölkerungsanstieg um ca. 90 Einwohner auf insgesamt ca. 9.950 Einwohner angenommen.
Die untere Variante (Variante 2) nimmt bis 2035 einen kontinuierlichen Bevölkerungsanstieg
um ca. 107 Personen auf etwa 9.720 Einwohner an (ca. 1,1 % Zuwachs im Vergleich zum
Stichtag). Die Bevölkerungsdichte in Brandis wird von 276 Einwohnern/km² im Jahr 2018 auf
voraussichtlich 286 (Variante 1) bzw. 279 Einwohner/km² (Variante 2) ansteigen.
Entsprechend der prognostizierten Bevölkerungsentwicklung der 7. Regionalisierte[n] Bevöl-
kerungsvorausberechnung kann für die Stadt Brandis also ein weiterer Wohnraumbedarf vo-
rausgesagt werden.
Auf Grundlage des
Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes 2030 der Stadt Brandis (In-
SEK Brandis 2030)
mit Stand Januar 2018 stellt sich die Bevölkerungsentwicklung wie folgt
dar: Genutzt wurden die Daten des örtlichen Einwohnermeldeamtes. Es lagen ortsteilgenaue
Angaben zur Bevölkerung der Jahre 2012, 2013, 2014, 2015 und 2016 vor. Brandis ist auf-
grund seiner Verknüpfungsfunktion zwischen städtischem und ländlichem Raum von mehre-
ren demographischen Trends geprägt. Zum einen zeigen sich die Auswirkungen einer älter
werdenden Bevölkerung, zum anderen werden diese durch die Nähe zur Metropole Leipzig
und den damit verbundenen suburbanen Wanderungsbewegungen gemildert.

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Begründung zum Bebauungsplan „Lindenhof Kleinsteinberg“ I Entwurf
Beschreibung des Plangebietes und seines Umfeldes
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seecon Ingenieure I 09.09.2020
Seit 1990 unterlag die Einwohnerzahl der Stadt Brandis verschiedenen kurzfristigen Tenden-
zen. Nach einem Rückgang in den unmittelbaren Nach-Wende-Jahren folgte bis zum Jahr
2000 ein starker Zuwachs durch die Suburbanisierungsbewegungen aus Leipzig. Seitdem ver-
blieb die Einwohnerzahl auf nahezu gleichbleibendem Niveau, mit leichten Schrumpfungsten-
denzen. Seit 2012 steigt die Einwohnerzahl in Brandis wieder an – es kann von einer zweiten
Suburbanisierungswelle gesprochen werden. Der Grund für den deutlich positiven Wande-
rungssaldo ist sicherlich in der attraktiven Entwicklung Leipzigs zu sehen, wenngleich Brandis
durch die Ausweisung von Bauflächen sowie mit attraktiven Infrastrukturangeboten die Grund-
lagen für eine derartige Entwicklung geschaffen hat.
Die Stadt Brandis weist in den kommenden Jahren, Stand Februar 2017, ca. 360 neue Bau-
plätze aus. Es wird angenommen, dass sich daraus ein Zuzug von ca. 1.000 Personen gene-
rieren lässt und alle 360 Bauplätze, darunter auch das Plangebiet, bis 2026/2027 belegt wer-
den können. Außerdem wird davon ausgegangen, dass auch der leerfallende Wohnungsbe-
stand (durch Wegzug oder Tod) wie bisher zum Teil durch Zuzügler aufgefüllt werden kann.
Abb. 2
Einwohnerentwicklung 2012-2036
4
In der vorstehenden Grafik sind drei mögliche Szenarien dargestellt. Das pinke Szenario geht
von einer Fortsetzung der Wanderungsdynamik von 2012-2016 aus, dem mittleren Szenario
liegt die Entwicklung der letzten beiden Jahre zu Grunde. Das Zielszenario prognostiziert die
Bevölkerungszahl bei einem gleichmäßigen Ausweisen und Belegen der Bauplätze gemäß
vorliegendem Entwurf der Fortschreibung des Flächennutzungsplans und gleichzeitiger Auf-
füllung von leerstehenden/leergezogenen Wohnungen in gleicher Größenordnung bis
2026/2027. Allen Szenarien ist gemein, dass Brandis vor allem in den kommenden zehn Jah-
ren sehr stark am Wachstum Leipzigs partizipiert. Anschließend geht der Wanderungsgewinn
sukzessive zurück (Annahme einer Degression um -5 % pro Jahr).
Die gegebenen Rahmenbedingungen sowie der aufgezeigte Bedarf an zusätzlichem Wohn-
raum werden in diesem Bebauungsplan aufgegriffen und durch die Ausweisung eines neuen
4
Quelle: InSEK Brandis 2030

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Seite 17
Wohngebietes planungsrechtlich umgesetzt; die Wohnbedürfnisse der Bevölkerung finden als
ein wesentliches Planungsziel Berücksichtigung. Mit der Ausweisung des Wohngebiets wird
der Ortsteil als attraktiver Wohnstandort im ländlichen Raum gesichert. Auch hinsichtlich des
demografischen Wandels erforderliche altersspezifische Wohnraumanforderungen werden in-
nerhalb des Wohngebiets ermöglicht.
5.4
Soziale Infrastruktur
Innerhalb des Plangebietes sind keine Einrichtungen der sozialen Infrastruktur vorhanden.
Insgesamt verfügt die Stadt Brandis über ein breites Basisangebot der Daseinsvorsorge (zwei
Grundschulen, Oberschule, Gymnasium, Hort, 3-Felder-Mehrzweckhalle, Kita, Ärzte, Apo-
theke, öffentliche Verwaltung, Freizeit- und Kultureinrichtungen, Reha-Fachklinikum, Alten-
pflegeheim) sowie diverse Versorgungsangebote des vorwiegend kurz- und mittelfristigen, teil-
weise auch langfristigen Bedarfs.
5.5
Technische Infrastruktur: Verkehr
Das Plangebiet ist verkehrlich gut erschlossen, es befindet sich südlich der B 6 (Leipzig-Wur-
zen) und nördlich der A 14 (Leipzig-Dresden), nahe des Autobahndreiecks Parthenaue und
der dort abzweigenden A 38 (Richtung Göttingen). Die Autobahnabfahrt Naunhof (A 14) ist in
2,5 km Entfernung erreichbar.
Im Osten des B-Plangebietes verläuft mit der Wurzener Straße die Kreisstraße K 8361, im
Süden die Kleinsteinberger Straße.
Der nächstgelegene Bahnhaltepunkt Beucha ist rund einen Kilometer entfernt. Auf der Strecke
6386 Leipzig-Grimma-Nossen verkehrt die Mitteldeutsche Regiobahn mit dem RB 110 wo-
chentags zu den Hauptverkehrszeiten im Halbstundentakt, zu den übrigen Zeiten wird ein
Stundentakt angeboten. Die Ankunfts- und Abfahrtszeiten sind mit dem PlusBus des Mittel-
deutschen Verkehrsverbundes vertaktet.
Die nördliche Grenze des Gebiets bildet die Nebenbahnstrecke Beucha-Brandis-Trebsen
(6823) im Bahn-km Bereich 0,77-0,78. Der Bahnabschnitt ist an die Deutsche Regionaleisen-
bahn GmbH (DRE GmbH) verpachtet. 2006 wurde der Schienenpersonennahverkehr abbe-
stellt. Aktuell verkehrt pro Woche ein Güterzugpaar, welches die Anschlussstelle Getreide AG
in Trebsen bedient.
Im Zusammenhang mit der Umsetzung des ÖPNV-Projektes „Muldental in Fahrt“ wurde in der
Kleinsteinberger Straße eine temporäre Haltestelle errichtet, welche durch die Plus-Bus-Linie
640 in regelmäßigem Takt angefahren wird. Darüber hinaus bestehen ergänzende

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Seite 18
seecon Ingenieure I 09.09.2020
Fahrtangebote mit der Linie 684. Die Mitteldeutsche Verkehrsverbund GmbH empfiehlt bei
Entwicklung des Plangebietes die Haltestelle dauerhaft zu erhalten und auszubauen.
Zur attraktiven ÖPNV-Anbindung des geplanten Wohngebietes, sollte die o. g. Haltestelle
„Kleinsteinberger Straße“ dauerhaft erhalten und unter Berücksichtigung der Erfordernisse der
Barrierefreiheit ausgebaut werden. Die erwartete Bewohnerzahl des Plangebietes lässt, laut
Stellungnahme des MDV zum Vorentwurf, eine entsprechend hohe Verkehrsnachfrage erwar-
ten.
5.6
Technische Infrastruktur: Ver- und Entsorgungs-
anlagen
Leitungstechnisch ist das Plangebiet an alle relevanten Medien angebunden. In den angren-
zenden Straßen Wurzener Straße und Kleinsteinberger Straße liegen die Medien der jeweili-
gen Versorger für Lösch- und Trinkwasser, Schmutzwasser, Energie, Gas und Telekommuni-
kation an, die die benachbarten Gebäude versorgen.
Die bestehende Trinkwasserleitung DN 200 St, welche das Plangebiet quert, wurde mit dem
Neubau der Versorgungsleitung in der Wurzener Straße außer Betrieb genommen und ist nicht
mehr an das Netz angeschlossen. Folglich kann diese bei den künftigen Grundstücksplanun-
gen unberücksichtigt bleiben. Die Aufhebung der Dienstbarkeit wurde bereits beantragt.
Das Plangebiet wird im nördlichen und südöstlichen Bereich im Bestand durch eine Mittelspan-
nungsleitung der envia Mitteldeutsche Energie AG (enviaM), für welche die Mitteldeutsche
Netzgesellschaft Strom mbH (MITNETZ STROM) den Betriebsservice übernommen hat, ge-
quert. Im Rahmen der künftigen Erschließungsplanung für das Gebiet ist die notwendige Um-
verlegung der Leitung zu planen und mit der MITNETZ STROM abzustimmen.
5.7
Abfallentsorgung
Die Abfallentsorgung erfolgt durch die KELL Kommunalentsorgung Landkreis Leipzig GmbH
als öffentlich-rechtlicher Entsorgungsträger. Entsprechend § 15 Abs. 3 der Abfallwirtschafts-
satzung des Landkreises Leipzig erfolgt die Abfallentsorgung mit dreiachsigen Entsorgungs-
fahrzeugen.

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5.8
Eigentumsverhältnisse
Der Geltungsbereich des Bebauungsplanes umfasst die Flurstücke 120/1, 118/1 und 33/17
Gemarkung Kleinsteinberg. Das Verschmelzen der beiden Flurstücke 120/1 und 118/1 zu ei-
nem Flurstück mit der Nr. 120/2 wurde vom Eigentümer bereits beantragt.
Die beiden Flurstücke 120/1 und 118/1 befinden sich vollständig im Eigentum des Projektent-
wicklers. Eigentümerin des Flurstückes 33/17 ist die Stadt Brandis.
5.9
Altlasten
Das Flurstück 120/1 der Gemarkung Kleinsteinberg ist als Altlastenverdachtsfläche mit der
AKZ 83052009 und der Bezeichnung Stallanlage Kleinsteinberg im Sächsischen Altlastenka-
taster registriert. Konkrete Altlastenuntersuchungen liegen für das Flurstück nicht vor.
Im Rahmen der geplanten Entwicklung des Plangebietes wurde ein Baugrundgutachten
5
er-
stellt. Auf dem Flurstück 120/1 wurden 9 Rammkernsondierungen bis 6 m uGOK abgeteuft.
An einer Sondierung im Bereich der Pferdekoppel wurden anthropogene Auffälligkeiten
erbohrt (0-40 cm) und analytisch eine erhöhte Schwermetallbelastung (Zink, Cadmium, Blei)
festgestellt. Gem. Baugrundgutachten wird davon ausgegangen, dass mit der Bebauung die
erkundeten oberen Schichten vollständig abgetragen und ordnungsgemäß entsorgt werden.
Für die anstehenden Schichten und die bisher nicht erkundeten Bereiche werden Nacherkun-
dungen empfohlen.
Mit dem Bebauungsplan werden entsprechende Hinweise (Kap. 19) gegeben.
5.10
Kampfmittelbelastung
Es bestehen keine Kenntnisse über vorhandene Kampfmittel innerhalb des Vorhabengebietes.
Während der weiteren Planungs- und Erschließungsarbeiten gegebenenfalls zur Kenntnis
kommende Sachverhalte, die auf munitionsbelastete Flächen hinweisen, sind zu dokumentie-
ren. Die zuständige Behörde ist davon in Kenntnis zu setzen. Ein entsprechender Hinweis
wurde in den Bebauungsplan aufgenommen.
5
FCB Fachbüro für Consulting und Bodenmechanik GmbH vom 24.05.2019

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Beschreibung des Plangebietes und seines Umfeldes
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5.11
Archäologie
Nach Aussagen des Flächennutzungsplanes befinden der Geltungsbereich des Bebauungs-
planes teilweise im archäologischen Relevanzbereich (mittelalterlicher Ortskern). Im Zuge der
Erdarbeiten können sich archäologische Untersuchungen ergeben. Bauverzögerungen sind
dadurch nicht auszuschließen.
Das Landesamt für Archäologie ist daher vom exakten Baubeginn (Erschließungs-, Abbruch-,
Ausschachtungs- oder Planierarbeiten) mindestens drei Wochen vorher zu informieren. Die
Baubeginnsanzeige soll die ausführenden Firmen, Telefonnummer und den verantwortlichen
Bauleiter nennen.
Ein entsprechender Hinweis wurde in den Bebauungsplan aufgenommen.
5.12
Natürliche Radioaktivität
Laut Stellungnahme des LfULG vom 22.11.2019, die im Rahmen der freiwilligen frühzeitigen
TöB-Beteiligung abgegeben wurde, liegen zum gegenwärtigen Kenntnisstand keine Anhalts-
punkte über radiologisch relevante Hinterlassenschaften für das Plangebiet vor. Das Plange-
biet liegt allerdings nach dem LfULG vorliegenden Kenntnissen in einem Gebiet, in dem wahr-
scheinlich erhöhte Radonkonzentrationen in der Bodenluft vorhanden sind. Seitens des LfULG
ergeben sich daraus derzeit keine Bedenken zum Vorhaben.
Gesetzliche Anforderungen und Hinweise zum Radonschutz wurden in den Planunterlagen
berücksichtigt.

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Planungsrechtliche und sonstige planerische Grundlagen
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Seite 21
6
Planungsrechtliche und sonstige planerische
Grundlagen
6.1
Planungsrechtliche Grundlagen
6.1.1
Ziele der Raumordnung
6.1.1.1 Landesentwicklungsplan
Für den vorliegenden Bebauungsplan sind folgende Zielstellungen des Landesentwicklungs-
planes 2013 (LEP) relevant:
Im Landesentwicklungsplan 2013 wird die Stadt Brandis in den Verdichtungsraum um Leipzig
eingeordnet (LEP 2013, Karte 1 „Raumstruktur“). Nach dem Grundsatz G 1.2.1 sollen die Ver-
dichtungsräume „in ihren Potenzialen zur Mobilisierung von Innovation und Wachstum als lan-
desweit und überregional bedeutsame Leistungsträger weiter gestärkt werden. Dazu sollen
Siedlungs- und Verkehrsentwicklung sowie der Städtebau so erfolgen, dass verdichtungs- und
verkehrsbedingte Umweltbelastungen und Standortbeeinträchtigungen vermieden bezie-
hungsweise abgebaut, […] werden .“ Durch die Revitalisierung eines brachliegenden Areals
wird auf einer Fehlstelle im Verdichtungsraum Leipzigs eine nachhaltige Entwicklung und effi-
ziente Flächennutzung ermöglicht.
Z 2.2.1.3: Die Festsetzung neuer Wohnbaugebiete soll in zumutbarer Entfernung zu den Ver-
sorgungs- und Siedlungskernen erfolgen.
Z 2.2.1.7: Brachliegende und brachfallende Bauflächen (...) sind zu beplanen und die Flächen
wieder einer baulichen Nutzung zuzuführen.
Z 2.2.1.10: Die Siedlungsentwicklung ist auf die Verknüpfungspunkte des ÖPNV zu konzent-
rieren.
G 2.2.2.2: Die Entwicklung der Städte und Dörfer soll so erfolgen, dass
das historische Siedlungsgefüge angemessen berücksichtigt,
die Innenstädte beziehungsweise Ortskerne der Dörfer als Zentren für Wohnen,
Gewerbe und Handel, Infrastruktur und Daseinsvorsorge gestärkt und
weiterentwickelt,

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Planungsrechtliche und sonstige planerische Grundlagen
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Brachflächen einer neuen Nutzung zugeführt, eine energiesparende und
energieeffiziente, integrierte Siedlungs- und Verkehrsflächenentwicklung
gewährleistet,
die gesundheitlichen Belange der Bevölkerung berücksichtigt sowie
beim Stadt- beziehungsweise Dorfumbau bedarfsgerecht sowohl Maßnahmen zur
Erhaltung, Aufwertung, Umnutzung, zum Umbau und Neubau als auch zum Rückbau
umgesetzt werden.
G 4.1.3.2: Die unvermeidbare Neuinanspruchnahme von Flächen für Siedlung, Industrie, Ge-
werbe, Verkehr, Versorgungs- und Entsorgungseinrichtungen soll auf Flächen mit Böden, die
bereits anthropogen vorbelastet sind oder die eine geringe Bedeutung für Land- und Forstwirt-
schaft, Waldmehrung, Regeneration der Ressource Wasser, Biotop- und Artenschutz oder als
natur- und kulturgeschichtliche Urkunde haben, gelenkt werden.
Der Bebauungsplan entspricht gem. § 1 Abs. 4 BauGB den Zielen der Raumordnung.
6.1.1.2 Regionalplan 2008
In dem mit der Bekanntmachung nach § 7 Abs. 4 SächsLPIG am 25.07.2008 in Kraft getrete-
nen Regionalplan Westsachsen (RPWS) wird Brandis in die Raumkategorie ländlicher Raum
eingeordnet. Im Verbund mit Naunhof erfüllt Brandis die Funktion eines Grundzentrums.
Das Gebiet „Beucha/Naunhof-Brandiser Forst“ wird in der Karte 17 des Regionalplanes als
Gebiet mit Eignung/Ansätzen für eine touristische Entwicklung dargestellt.
Nach Karte A1 „Landschaftstypen“ befindet sich das Plangebiet im Übergangsbereich zwi-
schen der Sandlöss-Ackerebenen-Landschaft und der Porphyrhügellandschaft.
Z 2.3.1 „Zentrale Orte sind für ihren jeweiligen räumlichen Verflechtungsbereich als Versor-
gungs- und Arbeitsplatzzentren, als Wohnstandorte sowie als Standorte für Bildung und Kultur
zu sichern und zu stärken.“
Z 2.3.2 „Zentralörtliche Funktionen und dafür erforderliche Einrichtungen sollen in den Versor-
gungs- und Siedlungskernen der Zentralen Orte gebündelt werden.“
Z 2.3.3 „In den zentralen Orten sollen die Standortvoraussetzungen für einen bedarfsgerech-
ten überörtlichen Wohnungsbau in den Versorgungs- und Siedlungskernen geschaffen wer-
den.“
G 2.3.6 „Die Mittel- und Grundzentren im Ländlichen Raum sind so zu entwickeln, dass sie die
vom Oberzentrum Leipzig ausgehenden Entwicklungsimpulse in schwächer strukturierte
Räume vermitteln können.“
Z 5.1.2 „Bei Neubebauung ist eine den natürlichen und siedlungsstrukturellen Gegebenheiten
angepasste bauliche Dichte anzustreben. Auf eine angemessene Durchgrünung und nachhal-
tig wirksame Einbindung in die Landschaft ist hinzuwirken.“

Begründung zum Bebauungsplan „Lindenhof Kleinsteinberg“ I Entwurf
Planungsrechtliche und sonstige planerische Grundlagen
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G 5.1.3 „Im Rahmen der Siedlungsentwicklung sollen verstärkt Belange von Familien, älteren
oderbeeinträchtigten Menschen sowie von Migranten berücksichtigt werden.“
5.1.4 „Das Angebot an Wohnraum soll vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung
und unter Berücksichtigung der differenzierten Ansprüche hinsichtlich Wohnformen, Woh-
nungsgrößen und -ausstattung an die künftigen Anforderungen angepasst werden.“
G 5.3.4 „Siedlungen mit gut erhaltenen historischen Siedlungsformen sollen in ihrer Struktur
bewahrt und in ihrer Bausubstanz aufgewertet werden.“
Strecke Beucha-Trebsen
Auf der Strecke Brandis-Beucha ist der SPNV abbestellt. Seitens des RPV bestehen dabei
erhebliche Bedenken. In der Karte 14 „Raumnutzung“ sind beide Trassen als „Ausbau (FEV Z
1.5, Z 1.6) Strecke regionaler Verkehr“ gekennzeichnet.
Die vorgesehene Entwicklung im Plangebiet entspricht den Zielen und Grundsätzen des Re-
gionalplanes. Das Areal befindet sich in einer Ortslage und ist verkehrs- und medientechnisch
erschlossen. Mit den Festsetzungen des Bebauungsplanes werden die vorgenannten Ziele
und Grundsätze der Regionalplanung berücksichtigt und umgesetzt.
6.1.1.3 Regionalplan 2020
Als in Aufstellung befindliche Ziele der Raumordnung und Landesplanung ist die Gesamtfort-
schreibung des Regionalplans Westsachsen 2008 gemäß § 4 Abs. 1 ROG als sonstiges Er-
fordernis der Raumordnung und Landesplanung in der Abwägungs- oder Ermessensentschei-
dungen zu berücksichtigen. Im Regionalplan Leipzig-Westsachsen 2020 (Entwurf für das Ver-
fahren nach § 9 Abs. 3 ROG i. V. m. § 6 SächsLPlG in der Fassung vom 13.03.2020) wird die
Stadt Brandis in Ihrer Funktion als Grundzentrum bestätigt, allerdings im Verbund mit Borsdorf,
anstatt wie bisher mit Naunhof. Zum grundzentralen Verflechtungsbereich wird nun auch die
Gemeinde Machern gezählt. Außerdem erfolgte in Anpassung an den LEP 2013 die Änderung
der Raumkategorie zum Verdichtungsraum.
Karte 14 „Raumnutzung“ weist nördlich der im Norden an das Plangebiet angrenzenden Bahn-
linie und östlich der Wurzener Straße ein Vorranggebiet „Vorbeugender Hochwasserschutz
(Überschwemmungsbereich)“ aus. Das Plangebiet selbst wird davon nicht berührt. Die nörd-
lich und westlich des Plangebietes verlaufenden Bahntrassen sind als regionales Bestands-
netz Eisenbahninfrastruktur gekennzeichnet.
In Karte 17 „Erholung und Tourismus“ ist der Bereich Beucha/Naunhof-Brandiser Forst als
Gebiete mit Eignung/Ansätzen für eine touristische Nutzung eingestuft. Ebenso wurde das
thematische Tourismusangebot Geopark Porphyrland sowie die Zugehörigkeit zur Touristi-
schen Destination „Leipzig Region“ festgeschrieben.

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Planungsrechtliche und sonstige planerische Grundlagen
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seecon Ingenieure I 09.09.2020
Weiterhin sind für den vorliegenden Bebauungsplan folgende Zielstellungen und Grundsätze
relevant:
Z 1.3.1 „Zentrale Orte sind für ihren jeweiligen räumlichen Verflechtungsbereich als Wirt-
schafts- und Versorgungszentren, als Wohnstandorte sowie als Standorte für Bildung und Kul-
tur zu sichern und zu stärken.“
Z 1.3.3 „In den zentralen Orten sollen die Standortvoraussetzungen für einen bedarfsgerech-
ten überörtlichen Wohnungsbau in den zentralörtlichen Versorgungs- und Siedlungskernen
geschaffen werden.“
G 1.3.6 „Die Mittel- und Grundzentren im ländlichen Raum sollen so entwickelt werden, dass
sie die vom Oberzentrum Leipzig ausgehenden Entwicklungsimpulse in schwächer struktu-
rierte Räume vermitteln.“
Z 1.3.8 „Grundzentren sind als Versorgungs-, Wirtschafts- und Dienstleistungszentren, insbe-
sondere zur Stabilisierung des ländlichen Raumes, zu sichern und zu stärken.“
Z 1.3.11 „Die Grundzentren Markranstädt, Taucha und die Verbünde Böhlen/Zwenkau, Bors-
dorf/Brandis, Großpösna/Naunhof sind unter Berücksichtigung ihrer räumlichen Verflechtun-
gen so zu entwickeln, dass zentralörtliche Funktionen des Oberzentrums Leipzig nicht beein-
trächtigt werden.“
Z 1.4.4 „Gemeinden mit besonderer Gemeindefunktion ‚Gesundheit‘ sind Bad Düben, Benne-
witz, Brandis, Colditz und Wermsdorf.“
Z 2.2.1.2 „Bei Neubebauung ist eine den landschaftlichen und siedlungsstrukturellen Gege-
benheiten angepasste bauliche Dichte anzustreben. Auf eine angemessene Durchgrünung
und nachhaltig wirksame Einbindung in die Landschaft ist hinzuwirken.“
G 2.2.1.3 „Im Rahmen der Siedlungsentwicklung sollen verstärkt Belange von Familien, älte-
ren oder beeinträchtigten Menschen sowie von Migranten berücksichtigt werden.“
Z 2.2.1.4 „Das Angebot an Wohnraum soll vor dem Hintergrund der demografischen Entwick-
lung an die differenzierten Ansprüche hinsichtlich Wohnformen, Wohnungsgrößen und -aus-
stattung angepasst werden.“
G 2.2.2.4 „Siedlungen mit gut erhaltenen historischen Siedlungsformen sollen in ihrer Struktur
bewahrt und in ihrer Bausubstanz aufgewertet werden.“
Z 2.2.2.5 „In den Städten und Dörfern soll leerstehende oder leer fallende Bausubstanz bei
Bedarf und Eignung wieder einer Nutzung zugeführt werden. Dabei sollen Wohnraum für junge
Menschen und Familien, barrierefreier Wohnraum, Angebote für gewerbliche und soziokultu-
relle Nutzungen sowie für betreutes Wohnen und zur Pflege älterer Menschen geschaffen wer-
den.“

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6.1.2
Flächennutzungsplan der Stadt Brandis
Für die Gemeinde Brandis liegt ein wirksamer Flächennutzungsplan (FNP) mit Stand vom
14.10.2010 vor, die erste Änderung erfolgte am 24.09.2013. Diese hoheitliche Maßnahme ei-
gener Art mit behördeninterner Bindungswirkung stellt als vorbereitende Bauleitplanung die
sich aus der beabsichtigten städtebaulichen Entwicklung ergebende Art der Bodennutzung für
das gesamte Gemeindegebiet in den Grundzügen dar. Gemäß § 8 Abs. 2 BauGB sind B-Pläne
aus dem FNP zu entwickeln.
Im bestehenden FNP ist das Plangebiet als gemischte Baufläche, Grünfläche und Wohnbau-
fläche dargestellt. Da der B-Plan allgemeine Wohngebiete (WA) gemäß § 4 BauNVO festsetzt,
ist eine Entwicklung des Bebauungsplanes aus dem bestehenden FNP nicht möglich. Es be-
steht somit ein Planerfordernis gemäß 1 Abs. 3 BauGB zur Änderung des FNP.
Derzeit erfolgt die 2. Änderung des FNP. Das Verfahren befindet sich im Entwurf. Der Entwurf
des geänderten Flächennutzungsplans der Stadt Brandis wurde mit Beschluss des Stadtrates
vom 30.04.2019 gebilligt und gemäß § 4 a Absatz 3 BauGB die Offenlage der Planunterlagen
beschlossen.
Das Plangebiet ist darin als gemischte Baufläche und Wohnbaufläche entsprechend § 5 Abs.
2, Nr. 1, § 9 Abs. 1 Nr. 1 BauGB, §§ 1-11 BauNVO) dargestellt. Die Planung entspricht somit
den Zielen des FNP. Die zukünftig vorgesehene Nutzung als Wohngebiet mit einem zulässigen
Anteil an nichtstörendem Gewerbe entspricht dem geänderten Flächennutzungsplan.

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Abb. 3
Auszug Flächennutzungsplan der Stadt Brandis, 2. Änderung
Im Rahmen der 2. Änderung sind ursprünglich elf Flächen für eine bauliche Entwicklung vor-
gesehen gewesen, die in Summe ca. 105.000 m² unbebaute Flächen in Anspruch genommen
hätten. In Abwägung der Belange zum Schutzgut Boden sind nun mehr als die Hälfe (fünf
Flächen mit insgesamt ca. 55.000 m²) aus der Entwicklung zurückgenommen worden (-53 %).

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Tab. 3
aus der Entwicklung zurückgenommene Änderungen der Nutzungsart in 2. Änderung des FNP
Nr. Lage
Änderung
Flächengröße in m²
2
östlich Kleinsteinberger Straße
Landwirtschaft in Wohnbaufläche
9.530
6
westlich Straße Viehweide
Landwirtschaft in Wohnbaufläche
10.937
11
zwischen Bahntrasse und Ahornweg
Landwirtschaftsfläche in Wohnbau-
fläche
10.000
17
zwischen ehem. Silikatwerk und
Schützenstraße
Grünflächen in Wohnbauflächen
8.490
23
im Süden von Waldsteinberg, westlich
der Naunhofer
Straße
Landwirtschaft in Wohnbaufläche
16.030
54.987
Die in der FNP Änderung gebliebenen sechs Entwicklungsflächen konzentrieren die Entwick-
lungen, um dem Wohnraumbedarf gerecht zu werden.
Tab. 4
Änderungen der Nutzungsart in der 2. Änderung des FNP
Nr. Lage
Änderung
Flächengröße in m²
1b südlich Wohngebiet Sonnenhöhe
Landwirtschaftsfläche in Wohnbau-
fläche
5.300
3
südlich Straße „Am Bahnhof“
Landwirtschaftsfläche in Mischbau-
fläche
8.980
7
Zwischen Kleinsteinberger Straße und
An der Viehweide
Landwirtschaftsfläche in Wohnbau-
fläche
16.096
13
zwischen August-Bebel- und Dorf-
straße am Supermarkt
öffentliche Grünfläche in Wohnbau-
fläche
3.850
18
Kleinsteinberg, nordwestlich Wurzener
Straße/Kleinsteinberger Straße
Grünfläche in Wohnbaufläche
12.417
21
zwischen Waldwinkel, Forstweg und
Lönsweg
Grünfläche in Wohnbaufläche
3.400
50.043
Die in Anspruch genommene Fläche innerhalb des Plangebietes eignet sich aufgrund Ihrer
Flächengröße nur bedingt zur landwirtschaftlichen Produktion. Eine effiziente Bewirtschaftung
solch kleiner Flächen für die Nahrungsmittelproduktion ist nicht gegeben.

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6.2
Sonstige Planungen
Sonstige Planungen sind für diesen Bebauungsplan wie in den nachfolgenden Unterkapiteln
beschrieben relevant:
6.2.1
Integriertes Stadtentwicklungskonzept (InSEK) Brandis
2030
Das Integrierte Stadtentwicklungskonzept Brandis 2030 wurde im Januar 2018 als ressort-
übergreifendes, langfristiges Handlungskonzept veröffentlicht. Ausgehend vom demografi-
schen Zielszenario, dass in den nächsten Jahren mindestens 155 Personen pro Jahr mehr
nach Brandis kommen als die Stadt verlassen, sind in den Handlungsstrategien des Fachkon-
zepts Städtebau drei wesentliche Hauptstränge festgeschrieben:
Bereitstellung von ausreichend und bedarfsorientierten Bauplätzen für
Einfamilienhausneubau
Reaktivierung von nicht genutzten Gebäuden oder Flächen durch Sanierung oder
Lückenbebauung
stärkere Angebotsdiversifizierung, also auch verstärkte Bereitstellung von
Wohnraumangeboten im Mietwohnungssektor“
6
Grundsätzlich sollte sich die Siedlungsentwicklung laut dem InSEK auf die Siedlungskerne von
Brandis und Beucha fokussieren. Daneben können jedoch auch in den Ortsteilen, so wie für
das Plangebiet vorgesehen, alte und ungenutzte Gebäude reaktiviert werden.
Die Planung steht den übergeordneten, strategischen Zielen des InSEK somit nicht entgegen.
6.2.2
Denkmalpflegerische Belange
Im Plangebiet befindet sich mit dem bestehenden Dreiseithof ein festgesetztes Kulturdenkmal,
welches nach § 9 Abs. 6 BauGB nachrichtlich in den Bebauungsplan übernommen wird (wei-
tere Ausführungen dazu siehe Kap. 5.2 „Vorhandene Bebauung, Freiflächen und Ihre Nutzun-
gen“).
6
S. 73, InSEK Brandis 2030

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Begründung zum Bebauungsplan „Lindenhof Kleinsteinberg“ I Entwurf
Planungsrechtliche und sonstige planerische Grundlagen
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Nach Vorabstimmung mit dem Bauaufsichtsamt des Landkreises Leipzig, Sachgebiet Denk-
malschutz, werden im Bebauungsplan folgende denkmalpflegerische Belange geregelt:
Dachform, Dachneigung, Dachdeckung
Vermeidung von Dachaufbauten im einsehbaren Bereich (z. B. Solar)
Pflasterbeläge im öffentlichen Raum (Regelung erfolgt im städtebaulichen Vertrag)
Einfriedungen
6.2.3
Hochwasserrisikomanagementplan (HWRMP)
Die Stadt Brandis hat im Jahr 2014 für den Todgraben einen Hochwasserrisikomanagement-
plan (HWRMP) erstellen lassen. In diesem wurden unter anderen die Überflutungsbereiche für
ein Extremhochwasser (HQ200) ausgewiesen. Diese Gebiete gelten nach § 78b Abs. 1 Was-
serhaushaltsgesetz (WHG) als Risikogebiete außerhalb von Überschwemmungsgebieten. Der
nördliche Bereich des hier zu bewertenden Plangebietes liegt im HQ200 Überflutungsgebiet
des Todgrabens und damit im Risikogebiet.
Abb. 4
Auszug aus Hochwasserrisikomanagementplan Todgraben: Ausbreitung Extremhochwasser HQ200
im Bereich Kleinsteinberg

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Planungsrechtliche und sonstige planerische Grundlagen
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Bei der Ausweisung neuer Baugebiete im Außenbereich sowie bei der Aufstellung, Änderung
oder Ergänzung von Bauleitplänen für nach § 30 Abs. 1 und 2 oder nach § 34 Baugesetzbu-
ches (BauGB) zu beurteilende Gebiete sind insbesondere der Schutz von Leben und Gesund-
heit und die Vermeidung erheblicher Sachschäden in der Abwägung nach § 1 Absatz 7 BauGB
zu berücksichtigen; dies gilt entsprechend für Satzungen nach § 34 Absatz 4 und § 35 Absatz
6 BauGB.
Die Lage der nördlichen Teilflächen innerhalb des Risikogebietes wurde bei der Planung ent-
sprechend berücksichtigt.
Mögliche Überschwemmungen betragen gemäß HWRMP wenn überhaupt nur wenige Zenti-
meter. Ein Wasserstand von bis zu 0,2 m über Gelände wird nur im äußersten im nördlichsten
Teil des Plangebietes erreicht. Hier sind laut Planzeichnung keine baulichen Nutzungen, son-
dern der Wendehammer der Erschließungsstraße sowie die Grünfläche am Bahndamm vor-
gesehen. Das Retentionsvolumen im Plangebiet im Plan-Zustand verringert sich gegenüber
dem Ist-Zustand damit maximal nur sehr bedingt. Folglich wird die Hochwasserrückhaltung
gemäß § 78 Absatz 5 Satz 1 WHG nicht beeinträchtigt. Der Wasserstand und der Abfluss wird
bei Hochwasser nicht nachteilig verändert und der bestehende Hochwasserschutz nicht be-
einträchtigt. Die Bauvorhaben im betreffenden Bereich sind hochwasserangepasst auszufüh-
ren. Des Weiteren wird darauf hingewiesen, dass die Errichtung neuer Heizölanlagen in fest-
gesetzten und vorläufig gesicherten Überschwemmungsgebieten nach § 78c WHG verboten
ist.
Mit dem Bebauungsplan werden entsprechende Hinweise (Kap. 19) gegeben.

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Umweltbelange
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7
Umweltbelange
7.1
Zusammenfassung
Wichtigstes Ziel dieses Bebauungsplanes ist die Schaffung der bauplanungsrechtlichen Vo-
raussetzungen für die Wiederbelebung und Entwicklung des ca. 2,38 ha großen innerörtlichen
Areals der Gemarkung Kleinsteinberg. Dabei sollen u. a. die Belange des Umweltschutzes und
des Denkmalschutzes weitreichende Berücksichtigung finden.
Das Plangebiet ist im Wesentlichen gegliedert in:
ein Wohngebiet,
öffentliche Verkehrs- und Wegeflächen,
eine Wasserfläche sowie
Grünflächen.
Näheres zu den Zielen und Inhalten dieses Plans siehe Kap. 3 und Kap. 8 der Begründung.
Die relevanten fachlichen Grundlagen und Ziele des Umweltschutzes werden berücksichtigt.
Erheblich nachteilige Umweltauswirkungen, die für die Abwägung relevant sind, sind auf fol-
gende Umweltbelange bzw. Teilaspekte von Umweltbelangen zu erwarten oder nicht auszu-
schließen. Die Kompensation der Auswirkungen kann jedoch komplett innerhalb des Plange-
bietes erfolgen.

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Umweltbelange
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seecon Ingenieure I 09.09.2020
Zur Überwachung erheblich nachteiliger Umweltauswirkungen ist festgelegt:
Tab. 5
erhebliche/nicht erhebliche zu erwartende Umweltauswirkungen
Umweltbelang
Erhebliche Auswirkungen
(sind zu erwarten oder
nicht auszuschließen)
Überwachungsmaß-
nahmen
(sind festgelegt)
Fläche
nein
nein
Boden, Altlasten
ja
ja
Wasser (Oberflächen-, Boden-, Grundwasser)
nein
nein
Luft (Lufthygiene und Klima)
nein
nein
Pflanzen
ja
ja
Tiere
ja
ja
biologische Vielfalt
nein
nein
Landschaft
nein
nein
Menschen – Erholungspotential
nein
nein
Menschen – Verkehrslärm
nein
nein
Menschen – Gewerbelärm
nein
nein
Menschen – Luftqualität
nein
nein
Kulturgüter und sonstige Sachgüter
nein
nein
Wechselwirkungen zwischen vorgenannten
Belangen
nein
nein
Näheres zur Festlegung des Umfanges und Detaillierungsgrades der Ermittlungen siehe Kap.
7.2.4, zu den vertiefenden Ermittlungen und Darlegungen siehe Kapitel 7.3.
7.2
Einleitung
Der Bebauungsplan wird im beschleunigten Verfahren (§ 13b BauGB) aufgestellt. Demnach
sind die Durchführung einer Umweltprüfung und die Erstellung eines Umweltberichtes
(§ 2 Abs. 4 und § 2a Nr. 2 BauGB) nicht erforderlich.
Das Vorliegen der umweltrelevanten Voraussetzungen für das beschleunigte Verfahren wurde
mit folgenden Ergebnissen geprüft:
Die Zulässigkeit von Vorhaben, die einer Pflicht zur Durchführung einer
Umweltverträglichkeitsprüfung nach Anlage 1 zum Gesetz über die

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Umweltbelange
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Umweltverträglichkeitsprüfung oder nach Landesrecht unterliegen, wird nicht
vorbereitet oder begründet.
Der nach § 13b BauGB genannte Größenwert von 10.000 m² zulässiger Grundfläche
wird nicht überschritten.
Es bestehen Anhaltspunkte für eine Beeinträchtigung der in § 1 Abs. Nr. 7
Buchstabe a BauGB genannten Auswirkungen auf Tiere, Pflanzen, Fläche, Boden,
Wasser, Luft, Klima und das Wirkgefüge zwischen Ihnen sowie die Landschaft und
die biologische Vielfalt (siehe Artenschutzfachbeitrag seecon 25.05.2020).
Es bestehen keine Anhaltspunkte für eine Beeinträchtigung der in § 1 Abs. Nr. 7
Buchstabe b BauGB genannten Erhaltungsziele und Schutzzweck der Natura 2000
Gebiete (Erhaltungsziele und Schutzzweck der Gebiete von gemeinschaftlicher
Bedeutung und der Europäischen Vogelschutzgebiete im Sinne des
Bundesnaturschutzgesetzes).
Da sich keine derartigen Gebiete in der näheren Umgebung oder im möglichen
Einwirkbereich von nach dem Bebauungsplan zulässigen Nutzungen befinden, sind
Beeinträchtigungen der oben genannten Schutzgüter nicht zu erwarten.
Auch ohne förmliche Umweltprüfung sind die wesentlichen Auswirkungen des Bebauungspla-
nes auf die Umwelt zu ermitteln und die ermittelten wesentlichen Umweltauswirkungen in der
Begründung zum Bebauungsplan darzulegen (§ 2a Nr. 1 BauGB). Dazu wird wie folgt vorge-
gangen:
Einschätzung aufgrund einer überschlägigen Prüfung, auf welche Umweltbelange
der Bebauungsplan voraussichtlich erhebliche Auswirkungen haben kann, die in der
Abwägung zu berücksichtigen wären und mit denen man sich deshalb im Rahmen
des Planverfahrens vertiefend beschäftigen muss
Abstimmung mit Umweltamt LK Leipzig , in welchem Umfang und Detaillierungsgrad
die Ermittlung der Umweltbelange für diesen Bauleitplan für die Abwägung
erforderlich ist, auf der Grundlage der Einschätzung (siehe dazu Kapitel 7.1.)
Ermittlung der Umweltbelange in dem festgelegten Umfang und Detaillierungsgrad
Beschreibung und Bewertung der ermittelten erheblichen Umweltauswirkungen
Ergänzung der Ermittlungen und der Darlegungen zu den Umweltbelangen, soweit
im Ergebnis der Beteiligungen erforderlich

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Umweltbelange
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seecon Ingenieure I 09.09.2020
7.2.1
Für die Umweltbelange relevante Inhalte des Planes
Im Plangebiet befindet sich ein ungenutzter und unbewohnter Dreiseithof, angeschlossen ist
ein Pferdestall mit angrenzender Weidenutzung. Die Bestandsgebäude sind seit unbekannter
Zeit unbewohnt; Pferdestall und Weide sind derzeit verpachtet und werden noch genutzt.
Aufgrund der stetig steigenden Nachfrage nach Wohnbauland in der Stadt Brandis ergibt sich
zum einen das Ziel der Schaffung der bauplanungsrechtlichen Voraussetzungen für die Wie-
derbelebung und Entwicklung der ca. 2,38 ha großen innerörtlichen Fläche. Zum anderen soll
dem Verfall der Bestandsgebäude, von denen einige als Kulturdenkmale festgestellt wurden,
Einhalt geboten werden und diese wieder einer Reaktivierung der Wohnnutzung zur Verfügung
stehen. Neben der dauerhaften Sicherung der Erschließung des Grundstückes sowohl in ver-
kehrlicher als auch in Hinblick auf die Ver- und Entsorgung finden insbesondere die Belange
der Wohnbevölkerung Berücksichtigung.
Der Bebauungsplan soll zum einen die Versorgung mit Wohnraum ermöglichen, zum anderen
auf ungenutzten und für die bauliche Nutzung vorgeprägten Freiflächen Baurecht schaffen.
Das Planungserfordernis für den B-Plan ergibt sich durch die geplante Nutzungs- und Struk-
turänderung sowie Flächenerweiterung, die auf Grundlage des bestehenden Planungsrechts
in ihrer Gesamtheit nicht genehmigt werden können.
Die zukünftig vorgesehene Nutzung als allgemeines Wohngebiet mit einem Anteil an nichtstö-
rendem Gewerbe entspricht dem Entwurfsstand des geänderten Flächennutzungsplans. Im
Zuge der Planung sollen u. a. die Belange des Umweltschutzes und des Denkmalschutzes
durch den weitgehenden Erhalt des Baumbestandes, Schutz des wasserführenden Grabens
und der Entwicklung von zwei privaten Grünflächen weitreichende Berücksichtigung finden.
Des Weiteren sind Maßnahmen zum Artenschutz im Geltungsbereich des B-Planes vorgese-
hen.
Die Höhe der baulichen Anlagen soll die bestehende Höhe des denkmalgeschützten Bestan-
des nicht überschreiten. Durch das Vorhaben wird ein weitgehender Schutz der Wohnruhe
angestrebt. Störende Nutzungen (z. B. Tankstellen) sind nicht vorgesehen. Auf diese Weise
können Beeinträchtigungen des Menschen voraussichtlich ausgeschlossen werden.
7.2.2
Ziele und Inhalte des Planes (Kurzdarstellung)
Mit dem Bebauungsplan sollen vor allem folgende wichtige Ziele verfolgt werden:
Nutzbarmachung einer innerörtlichen Fläche,
Definition zulässiger Nutzungsarten und -formen sowie der überbaubaren
Grundstücksflächen,

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Umweltbelange
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Berücksichtigung der Belange der Wohnbevölkerung,
Gewährleistung einer dauerhaft gesicherten Erschließung, sowohl in verkehrlicher
als auch im Hinblick auf die Ver- und Entsorgung,
Berücksichtigung der Belange des Denkmalschutzes und
Berücksichtigung der Belange des Natur- und Umweltschutzes.
Inhalte des Planes sind vor allem Regelungen
zur Anpflanzung von Bäumen,
zur Anlage von Spielplätzen,
zur Anbringung von Nisthilfen als Ersatz für verloren gehende Brutstätten von
besonders geschützten Arten (Fledermäuse, Vögel),
zum Immissionsschutz, Sicherung der Wohnverträglichkeit sowie
zum Lärmschutz.
7.2.3
Fachliche Grundlagen und Ziele des Umweltschutzes
Nachfolgend werden die für diesen Bebauungsplan bedeutsamen fachlichen Grundlagen und
Ziele des Umweltschutzes genannt.
7.2.3.1 Schutzgebiete und Schutzobjekte gemäß BNatSchG
Das Plangebiet ist in keinem Europäischen Vogelschutzgebiet (SPA) oder Flora-Fauna-Habi-
tat [FFH]-Gebiet gelegen. Auch nationale Schutzgebiete (NSG, LSG, FND etc.) befinden sich
nicht im Plangebiet.
Der Abstand zum im Süden befindlichen Landschaftsschutzgebiet „Parthenaue“ beträgt rund
100 m. Der Abstand zum östlich gelegenen NSG „Polenzwald“ beträgt ca. 3,3 km.
7.2.3.2 Gesetzlich
geschützte
Biotope
30
BNatSchG
und
§ 21 SächsNatSchG)
Insgesamt konnten zwei Bäume festgestellt werden, welche als höhlenreiche Einzelbäume
einzustufen sind: in Walnussbaum an der südlichen Grundstücksgrenze und ein östlich da-von
befindlicher Obstbaum. Weitere höhlenreiche niedrigstämmige Bäume befinden sich in der
sogenannten „Waldweide“, welche östlich an den Geltungsbereich des B-Planes angrenzt.

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Umweltbelange
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7.2.3.3 Grünordnungsplan
Von der Aufstellung eines Grünordnungsplanes (§ 11 BNatSchG i. V. m. § 7 SächsNatSchG)
kann für diesen Bebauungsplan abgesehen werden, da die umweltrelevanten Voraussetzun-
gen für das beschleunigte Verfahren erfüllt sind.
7.2.3.4 Eingriffsregelung
Von der Anwendung der Eingriffsregelung konnte im vorliegenden Falle aufgrund der Anwen-
dung des beschleunigten Verfahrens abgesehen werden. Gemäß § 13a Abs. 2 Nr. 4 BauGB
gelten Eingriffe, die aufgrund der Aufstellung dieses Bebauungsplanes zu erwarten sind, als
im Sinne des § 1a Abs. 3 Satz 5 BauGB vor der planerischen Entscheidung erfolgt oder zu-
lässig.
7.2.3.5 Sonstige fachliche Grundlagen und Ziele des Umweltschutzes
a) Bundes- und landesrechtliche Regelungen
Baugesetzbuch in der Fassung der Bekanntmachung vom 3. November 2017 (BGBl.
I S. 3634), das durch Artikel 6 des Gesetzes vom 27. März 2020 (BGBl. I S. 587)
geändert worden ist
Bundesnaturschutzgesetz vom 29. Juli 2009 (BGBl. I S. 2542), das zuletzt durch
Artikel 1 des Gesetzes vom 4. März 2020 (BGBl. I S. 440) geändert worden ist
Sächsisches Naturschutzgesetz vom 06.06.2013 (SächsGVBl. S. 451), das zuletzt
durch Artikel 8 des Gesetzes vom 14.12.2018 (SächsGVBl. S. 782) geändert worden
ist
Fachgesetze wie z. B. das Wasserhaushaltsgesetz vom 31. Juli 2009 (BGBl. I S.
2585), das zuletzt durch Artikel 2 des Gesetzes vom 4.Dezember 2018 (BGBl. I S.
2254) geändert worden ist
Die für die Schutzgüter geltenden rechtlichen Regelungen werden in den entsprechenden Ka-
piteln gesondert genannt.
b) Gutachten zum Vorhaben
FCB Fachbüro für Consulting und Bodenmechanik GmbH: Geotechnischer Bericht
nach DIN EN 1997-2/DIN4020. Baugrundvoruntersuchung und Gründungsberatung.
24.05.2019, Espenhain.
Ökologicon Büro für Ökologie und Geoinformation: Ökologische Gebäudekontrolle,
Übersichtsbegehung Vögel und Fledermäuse. Juli 2019, Leipzig.

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Ökologicon Büro für Ökologie und Geoinformation: Umweltfachliche Leistungen
Kartierung & Potentialabschätzung. August 2019, Leipzig.
Ökologicon Büro für Ökologie und Geoinformation: Ökologische Gebäude- und
Baumkontrolle, Winterbegehung Vögel und Fledermäuse. März 2020, Leipzig.
seecon Ingenieure: Artenschutzrechtlicher Fachbeitrag zum Bebauungsplan
„Lindenhof Kleinsteinberg“. 25.05.2020, Leipzig.
Schallschutzbüro Ulrich Diete: Schallimmisionsprognose „B-Plan Wurzener Straße –
Kleinsteinberger Straße“. Bitterfeld-Wolfen, 13.08.2019.
seecon Ingenieure: Biotoptypen und Einzelbaumerfassung bei Begehungen des
Planungsgebietes. Leipzig, 2019/20.
7.2.4
Festlegung des Umfanges und Detaillierungsgrades der
Ermittlung der Umweltbelange
Im Rahmen des Verfahrens wird geprüft, auf welche Umweltbelange oder Teilaspekte von
Umweltbelangen der Bebauungsplan möglicherweise erhebliche Umweltauswirkungen haben
kann, die in der Abwägung zu berücksichtigen sind.
Umfang und Detaillierungsgrad der Ermittlung der Umweltbelange werden im Ergebnis dessen
wie folgt festgelegt:
7.2.4.1 Fläche
Es sind
keine
weiteren Ermittlungen erforderlich.
Begründung:
Es sind keine für die Abwägung erheblichen Auswirkungen zu erwarten.
Hier werden die Auswirkungen des Projektes auf die betroffenen Flächen, insbesondere auf
den Flächenverbrauch, geprüft. Bezogen auf das Schutzgut Fläche ist zu berücksichtigen,
dass es sich bei der aktuellen Bebauungsplanung größtenteils um eine Planung zur Wie-
dernutzbarmachung bereits bebauter Flächen (Innenentwicklung) sowie teilweise auch eine
Nutzung von Flächen, die sich an den im Zusammenhang bebauten Ortsteil anschließen (Au-
ßenbereich), handelt. Die Ausweitung von Siedlungs- und Verkehrsflächen dient somit dazu,
Flächen wieder nutzbar zu machen und den bereits erschlossenen Siedlungsraum nachzuver-
dichten. Es sind folglich keine Umweltauswirkungen auf den Belang zu erwarten.

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7.2.4.2 Boden/Altlasten
Es sind vertiefende Ermittlungen wie folgt erforderlich.
Begründung:
Es sind für die Abwägung erheblichen Auswirkungen zu erwarten.
Bezüglich der Altlastenverhältnisse besteht im B-Plangebiet keine erhebliche Auswirkung. Vor-
belastungen des Bodens wurden im Zuge der Baugrunduntersuchung ermittelt. Die stichpro-
benartige Prüfung der Schadstoffbelastung ergab größtenteils unauffälligen oberflächennahen
Boden. Lediglich an einer Einzelstelle im Bereich der Pferdekoppel wurde offensichtlich Abfall
entsorgt, der nach Aushub auf einer Deponie > DK III zu verbringen ist. Nach Aussage des
Flächennutzungsplanes der Stadt Brandis existiert im Plangebiet keine Altlastenverdachtsflä-
che, auch im Sächsischen Altlastenkataster (SALKA) werden keine Altlastflächen im Bearbei-
tungsgebiet gelistet.
Eine erhebliche Auswirkung der Planung auf die Bodenverhältnisse, den Boden und seine
Funktionen besteht in Form einer Neuversiegelung im Zuge der Planung. Zu Beeinträchtigun-
gen kann es ebenfalls durch Umlagerung und Abgrabungen kommen.
Bezüglich der erheblichen Umweltauswirkungen auf das Schutzgut Boden bedarf es weiterer
Ermittlungen und Darlegungen.
7.2.4.3 Wasser/Oberflächenwasser/Grundwasser
Es sind
keine
weiteren Ermittlungen erforderlich.
Begründung:
Es sind keine für die Abwägung erheblichen Auswirkungen zu erwarten.
Im Rahmen des B-Planentwurfes wurde eine Erschließungsplanung erstellt und mit dem Ab-
wasserzweckverband Parthe abgestimmt. Ebenso wurden technisch funktionierende Lösun-
gen zur Niederschlagswasserbeseitigung im Rahmen der Erschließungsplanung erarbeitet.
Laut Baugrundgutachten ist anhand geringer Durchlässigkeitsbeiwerte des Bodens und der
teils vorhandenen Schichtwasserführung festzustellen, dass es nur zu bedingter Versickerung
des Regenwassers auf dem Grundstück kommen kann. Der mögliche Verlust bzw. die Beein-
trächtigung der Retentionsfunktion von Landschaftsteilen und Bodenoberfläche durch Versie-
gelung sowie der Verlust bzw. Beeinträchtigung der Grundwasserschutzfunktion durch Versie-
gelung wird durch die genannten Konzepte sowie durch Minimierungsmaßnahmen zum Ver-
siegelungsgrad und dem standortbezogenen, sachgerechten Umgang mit dem anfallenden
Regenwasser entgegengewirkt.
Im Rahmen des B-Planes wird der vorhandene aufgestaute Graben im westlichen Grund-
stücksbereich zwischen dem nördlichen und südlichen Sandplatz bzw. nordwestlich des

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Umweltbelange
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bestehenden Pferdestalles in die Planung als Bestand übernommen. Es wird umlaufend ein
fünf Meter breiter Schutzstreifen festgestellt, der von Bebauung freizuhalten ist. Das Gewässer
bleibt damit vollumfänglich in seiner Form und Ausprägung erhalten.
Im Ergebnis bedarf es hinsichtlich der erheblichen Umweltauswirkungen keiner Abwägung und
auch keiner weiteren Ermittlungen und Darlegungen.
7.2.4.4 Klima/Luft
Es sind
keine
weiteren Ermittlungen erforderlich.
Begründung:
Es sind keine für die Abwägung erheblichen Auswirkungen zu erwarten.
Die nachteiligen Auswirkungen durch den Verlust von klimawirksamer Vegetationsfläche durch
Neuversiegelung, werden durch Entsiegelungen versiegelter Flächen und Anlegen von Grün-
flächen bedingt ausgeglichen. Durch eine Begrünung der Außenbereiche der neu entstehen-
den Dreiseithöfe sowie der Gestaltung der privaten Grünflächen und Umgestaltung des denk-
malgeschützten Dreiseithofes auf der Ecke Wurzener und Kleinsteinberger Straße und letzt-
lich die Festsetzungen zu Baumpflanzungen im Bereich der Grundstücke werden die nachtei-
ligen Auswirkungen deutlich gemindert. Anhaltspunkte dafür, dass sich aus der geplanten Ver-
kehrserschließung und insbesondere aus dem Zu- und Abgangsverkehr des Wohngebietes
abwägungserhebliche Auswirkungen mit Bedeutung für die Lufthygiene ergeben können, lie-
gen derzeit nicht vor.
Es kommt zu einer geringfügigen Erhöhung der Luftbelastung durch die Zunahme des Kfz-
Verkehrs (Bewohner).
Es sind keine erheblichen nachteiligen Umweltauswirkung bei Umsetzung der Planung auf den
Umweltbelang Klima zu erwarten.
7.2.4.5 Pflanzen
Es sind vertiefende Ermittlungen wie folgt erforderlich.
Begründung:
Von der Anwendung der Eingriffsregelung wurde im vorliegenden Fall aufgrund der Anwen-
dung des beschleunigten Verfahrens abgesehen. Gemäß § 13a Abs. 2 Nr. 4 BauGB gelten
Eingriffe, die aufgrund der Aufstellung dieses Bebauungsplanes zu erwarten sind, als im Sinne
des § 1a Abs. 3 Satz 5 BauGB vor der planerischen Entscheidung erfolgt oder zulässig.
Die Beeinträchtigungen von Fortpflanzungs- und Lebensstätten werden im Rahmen des Ar-
tenschutzfachbeitrages anhand des Vorkommens streng geschützter Tierarten betrachtet.
Grundlage für die Einschätzung bildet die Kartierung von Bestandsbiotoptypen. Die

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vorhandenen Biotoptypen einschließlich geschützter Biotope nach § 21 SächsNatSchG wer-
den im Bestands- und Konfliktplan sowie im Maßnahmenplan in der Anlage zum Artenschutz-
fachbeitrag dargestellt.
Im B-Plangebiet verteilt, finden sich zwei einzelne höhlenreiche Bäume – eine Walnuss süd-
westlich angrenzend an den Pferdestall sowie ein Apfelbaum nördlich der Kleinsteinberger
Straße. Weitere geschützte Bäume v. a. Weißdorn befinden sich in der sog. „Waldweide“ und
damit außerhalb des Plangebietes. Die höhlenreichen Einzelbäume gelten als besonders ge-
schützte Biotope nach § 21 SächsNatSchG.
Die vorhandenen höhlenreichen Einzelbäume wurden im Entwurf des B-Planes übernommen
bzw. festgesetzt. Bei Verlust von Gehölzbeständen und Einzelbäumen sind im Rahmen des
Genehmigungsverfahrens Ausnahmegenehmigungen sowie Einschlagsgenehmigungen zu
beantragen.
7.2.4.6 Tiere
Es sind vertiefende Ermittlungen wie folgt erforderlich.
Begründung:
Bezogen auf das Schutzgut Tiere sind Bestandserfassungen bezüglich der Artengruppen Brut-
vögel, Fledermäuse, xylobionte Käfer durchzuführen, Nebenbeobachtungen sind aufzuneh-
men. Anhand der aktuellen Datengrundlagen wurden potenzielle Vorkommen geschützter Ar-
ten Amphibien, Reptilien und Insekten (hier Ameisen der Gattung Formica) ausgewertet und
im artenschutzrechtlichen Fachbeitrag zusammengestellt und bewertet. Es werden Maßnah-
men zur Vermeidung erarbeitet.
Diese Ermittlungen sind bereits erfolgt.
Hinsichtlich darüber hinausgehender Ermittlungen wurde festgelegt, dass es ihrer nicht bedarf,
da keine Anhaltspunkte für weitere für die Abwägung erhebliche Umweltauswirkungen vorlie-
gen.
Bei Durchführung des Bebauungsplanes sind aufgrund seiner Festsetzungen die Beeinträch-
tigung bzw. der Verlust von Lebensräumen besonders bzw. streng geschützter Tierarten zu
erwarten oder zumindest nicht auszuschließen.
Aufgrund dessen sind die oben genannten Ermittlungen für die Abwägung erforderlich.
7.2.4.7 Biologische Vielfalt
Es sind
keine
weiteren Ermittlungen erforderlich.

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Begründung:
Es sind keine für die Abwägung erhebliche Auswirkungen zu erwarten.
Die Auswirkungen auf die biologische Vielfalt im Plangebiet bestehen darin, dass die fort-
schreitende natürliche Sukzession des alten Dreiseithofes unterbunden wird und die Nutzung
des Gebietes intensiviert wird. Das Artenspektrum wird sich aufgrund dessen jedoch nicht
grundlegend verändern. Gehölzbewohnende Arten (Brutvögel), Arten der Siedlungen und Am-
phibien werden erhalten bleiben. Beeinträchtigungen von Brutstätten von Rauchschwalben
und anderen Gebäudebrütern werden innerhalb des Plangebietes durch die geplante Umge-
staltung des ehemaligen Pferdestalles innerhalb der zukünftigen privaten Grünfläche Nr. 2
kompensiert, d. h. sie verbleiben innerhalb des Betrachtungsraumes. Für potenziell vorkom-
mende, aber im Rahmen der Kartierungen nicht nachgewiesene Arten der Tiergruppe Amphi-
bien/Reptilien werden Vermeidungsmaßnahmen konzipiert. Für die nachgewiesenen Formica-
Arten werden Festsetzungen zu Schutzmaßnahmen getroffen (siehe Kap.11.3.4, Textliche
Festsetzung 2.5).
Die Möglichkeiten für Naturerleben, Naturbeobachtungen und die Erlebbarkeit der Jahreszei-
ten werden in Zukunft aufgrund des vielfältigen Baumbestandes sehr hoch. Weiterhin kann
das Rauchschwalbenrevier (umgebauter Pferdestall) neben der Kompensationsmaßnahme
für verlorengegangene Ruhe- und Fortpflanzungsstätten ebenfalls für andere Gebäudebrüter
sowie für hausbewohnende und nahrungssuchende Fledermausarten eine Funktion überneh-
men.
Neben den speziell angepassten Maßnahmen zur Kompensation von Eingriffen auf Fortpflan-
zungs- und Ruhestätten streng geschützter Arten dienen die Festsetzungen zu extensiv ge-
pflegten privaten Grünflächen (siehe Kap. 16) zur Unterstützung des Erhalts der biologischen
Vielfalt im Geltungsbereich.
Die biologische Vielfalt der Arten wird sich bei Durchführung des Bebauungsplanes zwar mög-
lichweise in ein anderes Artenspektrum verändern, da die bisherigen Strukturen durch bebaute
Grundstücke mit Hausgärten abgelöst werden, eine Vielfalt an Arten wird jedoch auch weiter-
hin gewährleistet werden.
7.2.4.8 Landschaft
Es sind keine weiteren Ermittlungen erforderlich.
Begründung:
Es sind keine für die Abwägung erheblichen Auswirkungen zu erwarten.
Die Umsetzung der Planung führt zum Verlust einer innerörtlichen intensiv genutzten Grün-
landfläche, Stallungen, (z. T. Teilabriss), Sandplätzen, unbefestigten und teilversiegelten We-
gen und eines Wohncontainers mit Außenanlagen. Der zunehmende Verfall der Bestandsge-
bäude, die Sukzession innerhalb der ehemaligen Hofflächen sowie die Zunahme von Lager-

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bzw. Ablagerungsflächen erwecken einen ungepflegten verwahrlosten Eindruck im Ortsbild
von Kleinsteinberg. Einige der Bestandsgebäude des Dreiseithofes sind einsturzgefährdet
bzw. teilweise bereits zusammengebrochen. Das Landschaftsbild unterliegt somit einer star-
ken Beeinträchtigung.
Bei Umsetzung der Planung sind infolge der Beseitigung von Verbrachungs- und Verwahrlo-
sungserscheinungen, der Neupflanzungen sowie der Schaffung neuer Freiraumqualitäten er-
hebliche positive Auswirkungen auf das Landschaftsbild zu erwarten. Mit der Festlegung des,
aufgrund seiner ortsbildprägenden Bedeutung, als Kulturdenkmal festgestellten Dreiseithofes
bleibt der bestehende und in Teilen als Kulturdenkmal festgestellte Dreiseithof in seiner Struk-
tur erhalten. Maßgeblich sind dabei Form und Abmessung des Dreiseithofes, das Auszugs-
haus und die straßenbegleitende Einfriedungsmauer als Bindeglied zwischen Wohn- und Aus-
zugshaus mit Tordurchfahrt und Pforte, die Pflasterung des Innenhofes sowie der Baumbe-
stand (Linde).
Aufgrund der zu erwartenden erheblichen positiven Auswirkungen sind weitere Ermittlungen
und Darlegungen zu dem Belang nicht erforderlich.
7.2.4.9 Menschen – Erholungspotenzial
Es sind keine weiteren Ermittlungen erforderlich.
Begründung:
Es sind keine für die Abwägung erheblichen Auswirkungen zu erwarten.
Mit der Umsetzung der Planung wird die derzeit als Pferdekoppel genutzten Grünfläche über-
baut; darüber hinaus kommt es teilweise zum Verlust von Gehölzflächen bzw. Einzelbäumen.
Dem gegenüber steht die künftige Nutzung des Plangebietes als durchgrüntes Wohngebiet
mit privaten Grünflächen inkl. Kinderspielplatz. Die Darlegungen zum Schutzgut Landschaft
sind hier ebenfalls zu betrachten, da der Zustand des Landschaftsbildes von erheblicher Be-
deutung für das Erholungspotenzial ist. Die geplante Nutzung und Neugestaltung des Areals
als Wohngebiet mit Doppelhäusern und Hausgruppen in Form von Hofhäusern hat ein gestei-
gertes Erholungspotenzial grundsätzlich zum Ziel. Neupflanzungen sowie die Umgestaltung
des ehemaligen Pferdestalles sorgen für zusätzliche Möglichkeiten des Naturerlebens und der
Naturbeobachtung in Zusammenhang mit der Anlage von privaten Grünflächen und der Nut-
zung als Kinderspielplatz. Eine umweltbildende Wirkung wird angestrebt.
Bei Umsetzung der Planung sind, auch infolge der Herstellung der Zugänglichkeit und Durch-
gängigkeit, erhebliche positive Auswirkungen zu erwarten. Damit sind keine erheblichen nach-
teiligen Auswirkungen auf den Belang Erholungspotenzial zu erwarten.

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7.2.4.10 Menschen – Verkehrslärm
Es sind keine Ermittlungen erforderlich.
Die Erstellung einer schalltechnischen Untersuchung bezogen auf den Verkehrslärm für das
gesamte Plangebiet ist erforderlich. Diese Ermittlung ist bereits erfolgt. Mit dem Gutachten
wurden der Schienenverkehr auf den Strecken 6386 Borsdorf-Naunhof der DB AG und 6823
Beucha-Trebsen der Deutschen Regionalbahn GmbH untersucht weiterhin wurde der Stra-
ßenverkehr auf der Kleinsteinberger Straße und der Wurzener Straße untersucht.
Im Ergebnis des Gutachtens konnte keine Überschreitung von Grenzwerten ermittelt werden.
Begründung:
Es sind keine für die Abwägung erheblichen Auswirkungen zu erwarten.
Bei Durchführung des Bebauungsplanes werden keine Beeinträchtigungen der Wohnnutzung
durch Verkehrslärm von der Kleinsteinberger und Wurzener Straße erwartet. Da sich die Bahn-
strecke 6386 Borsdorf-Naunhof in ausreichender Entfernung befindet, für die Strecke 6823
Beucha-Trebsen der Schienenpersonennahverkehr 2006 abbestellt wurde und somit aktuell
lediglich ein Güterzugpaar pro Woche zur Anschlussstelle Getreide AG in Trebsen verkehrt,
sind auch vom Schienenverkehr keine Beeinträchtigungen durch Verkehrslärm zu erwarten.
Laut Schallgutachten
7
werden im Plangebiet mit der Einstufung allgemeines Wohngebiet (WA)
die Grenzwerte der 16. BImSchV/7(von LG (tags/nachts) =59/49 dBA nicht überschritten.
7.2.4.11 Menschen – Gewerbelärm
Es sind keine weiteren Ermittlungen erforderlich.
Begründung:
Es sind keine für die Abwägung erheblichen Auswirkungen zu erwarten.
Als Nutzungsart sind im B-Plan Allgemeine Wohngebiete mit einem Anteil an nichtstörendem
Gewerbe festgesetzt. Störende Nutzungen (z. B. Anlagen für sportliche Zwecke oder Tank-
stellen) sind nicht vorgesehen.
7.2.4.12 Menschen – Luftqualität
Es sind keine weiteren Ermittlungen erforderlich.
Begründung:
7
Schallschutzbüro Ulrich Diete: Schallimmisionsprognose „B-Plan Wurzener Straße – Kleinsteinberger
Straße“. Bitterfeld-Wolfen, 13.08.2019

Begründung zum Bebauungsplan „Lindenhof Kleinsteinberg“ I Entwurf
Umweltbelange
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seecon Ingenieure I 09.09.2020
Es sind keine für die Abwägung erheblichen Auswirkungen zu erwarten.
Nutzungen, die abwägungserhebliche Auswirkungen hinsichtlich der Luftqualität nach sich zie-
hen könnten, sind aufgrund der Festsetzung der Art der Nutzung als allgemeines Wohngebiet
(WA) nicht zu erwarten.
Anhaltspunkte dafür, dass sich aus der geplanten Verkehrserschließung und insbesondere
auch aus dem Zu- und Abgangsverkehr der Wohngebiete abwägungserhebliche Auswirkun-
gen mit Bedeutung für die Lufthygiene ergeben können, liegen derzeit nicht vor.
Lokalklimatisch bedeutsam für das Plangebiet sind vor allem die Umgebungsstrukturen das
parkähnliche Grundstück im Westen des Geltungsbereiches, der mit Gehölzen bestandene
Grabenabschnitt, die Waldweide sowie die offene Struktur der Weidefläche.
Der aktuelle Baumbestand wirkt sich nicht erheblich auf das Lokalklima aus (unwesentliche
Verschattung der Flächen bzw. unwesentliche Frischluftbildung)
Der Verlust von Bäumen wird durch eine weitaus höhere Anzahl an Neupflanzungen über das
Maß hinaus kompensiert.
Es sind folglich keine erheblichen Auswirkungen zu erwarten. Auf die Luftqualität im des Plan-
gebietes sind deshalb keine erheblichen Umweltauswirkungen zu erwarten.
7.2.4.13 Kulturgüter und sonstige Sachgüter
Es sind keine weiteren Ermittlungen erforderlich.
Begründung:
Es sind keine für die Abwägung erheblichen Auswirkungen zu erwarten.
Anhaltspunkte dafür, dass aus der Durchführung der Planung abwägungserhebliche umwelt-
bezogene Auswirkungen auf im Plangebiet und seinem relevanten Umfeld vorhandene Kultur-
güter und sonstige Sachgüter zu erwarten sind, liegen nicht vor.
Wohnhaus, Auszugshaus, Seitengebäude, Scheune, Hofpflasterung sowie straßenseitige Ein-
friedungsmauer mit Tordurchfahrt und Pforte des Dreiseithofes sind als Kulturdenkmal festge-
setzt. Aufgrund der geplanten denkmalgerechten Sanierung bzw. dem Erhalt der Kubaturen
und Grundrisse, sind keine erheblichen nachteiligen Auswirkungen zu erwarten.
7.2.4.14 Wechselwirkungen
Über die allerorts bestehenden Wechselwirkungen zwischen Boden – Versiegelung – Wasser
– Vegetation/Tierwelt – Klima – Menschen sind im Plangebiet keine weiteren Wechselwirkun-
gen bekannt.
Es sind keine weiteren Ermittlungen erforderlich.

Begründung zum Bebauungsplan „Lindenhof Kleinsteinberg“ I Entwurf
Umweltbelange
seecon Ingenieure I 09.09.2020
Seite 45
Begründung:
Es sind keine für die Abwägung erheblichen Auswirkungen zu erwarten.
Anhaltspunkte dafür, dass aus der Durchführung der Planung abwägungserhebliche Auswir-
kungen auf oder durch Wechselwirkungen zu erwarten sind, liegen nicht vor. Ausgehend von
den Belangen, auf die erhebliche Auswirkungen zu erwarten sind, ist vor allem maßgeblich:
Pflanzen: Veränderungen der Pflanzenwelt (hier: Verlust von Bäumen,
Anpflanzungen von Bäumen) haben Folgewirkungen und stehen deshalb in
Wechselwirkung mit anderen Umweltbelangen. Da im vorliegenden Fall die
negativen Auswirkungen auf den Baumbestand durch die positiven Auswirkungen
sowohl quantitativ als auch qualitativ ausgeglichen werden, sind
abwägungserhebliche Auswirkungen auf die Pflanzenwelt nicht zu erwarten.
Aufgrund dessen ist davon auszugehen, dass dies auch entsprechend für die von
Folgewirkungen betroffenen Belange gilt. Auch auf diese Belange haben der Verlust
von Bäumen negative Folgewirkungen, denen an anderer Stelle die positiven
Folgewirkungen durch im Bebauungsplan festgesetzte Anpflanzungen von Bäumen
und die Neuanlage extensiv gepflegter privater Grünflächen gegenüber stehen.
Tiere: Veränderungen der Tierwelt (hier: Verlust von Fortpflanzungs- und
Ruhestätten gebäudebewohnender Brutvögel haben kaum Folgewirkungen auf
andere Umweltbelange. Zudem werden im vorliegenden Fall die negativen
Auswirkungen durch den Verlust von Fortpflanzungs- und Ruhestätten durch die
positiven Auswirkungen der festgesetzten Maßnahmen zur Schaffung bzw. zum
Erhalt von Fortpflanzungs- und Ruhestätten der betroffenen Arten sowohl quantitativ
als auch qualitativ ausgeglichen. Abwägungserhebliche Auswirkungen auf die
Tierwelt sind nicht zu erwarten. Aufgrund dessen ist davon auszugehen, dass dies
auch entsprechend für die von Folgewirkungen betroffenen Belange gilt.
7.3
Beschreibung und Bewertung der erheblichen
Umweltauswirkungen in der Planung
Nachfolgend werden die aufgrund der Festlegung des Umfanges und Detaillierungsgrades der
Ermittlung der Umweltbelange (siehe Kap. 7.2.3) in der Umweltprüfung ermittelten erheblichen
Umweltauswirkungen beschrieben und bewertet.

Begründung zum Bebauungsplan „Lindenhof Kleinsteinberg“ I Entwurf
Umweltbelange
Seite 46
seecon Ingenieure I 09.09.2020
7.3.1
Boden/Altlasten
7.3.1.1 Bestandsaufnahme und Bewertung
Beschreibung der verwendeten Methodik und etwaiger Schwierigkeiten
Im April 2019 wurde ein Baugrundgutachten angefertigt, welches auch Untersuchungen zu
den anzutreffenden geologischen, hydrologischen und den Baugrundverhältnissen trifft sowie
Angaben zu Versickerungsfähigkeit, Schadstoffbelastung, Gründungen und zur Standsicher-
heit macht.
8
Beschreibung und Bewertung des Bestandes
Anhand des Baugrundgutachtens liegen folgende Erkenntnisse vor:
Unter einer Oberbodenschicht bzw. Versiegelungsflächen folgen quartäre Sedimente. Es lie-
gen über die gesamte Bebauungsfläche unkomplizierte Baugrundverhältnisse vor, der Bau-
grund ist demnach für das Bauvorhaben geeignet.
Aufgrund der geringen Durchlässigkeitsbeiwerte des Bodens und der teils vorhandenen
Schichtwasserführung ist eine Versickerung auf dem Grundstück nicht möglich.
Laut Stellungnahme des Landratsamtes Landkreis Leipzig (29.11.2019) in Verbindung mit den
Auswertekarten Bodenschutz weisen die Böden im B-Plangebiet neben einer hohen natürli-
chen Bodenfruchtbarkeit ein hohes Wasserspeichervermögen auf. Sie sind damit für eine land-
wirtschaftliche Produktion als wertvoll einzustufen. Insbesondere ist hier der Bereich der vor-
handenen Grünlandnutzung (Pferdekoppel) zu nennen. Die südlich gelegenen Bereiche un-
terliegen bereits einer intensiven, anthropogen stark überprägten Nutzung in Form von Flä-
chenversiegelung und Verdichtung. Die natürlichen Bodenfunktionen sind in diesem Bereich
weitestgehend überprägt.
Vorbelastungen des Bodens wurden im Zuge der Baugrunduntersuchung ermittelt. Die stich-
probenartige Prüfung der Schadstoffbelastung ergab größtenteils unauffälligen oberflächen-
nahen Boden. Lediglich an einer Einzelstelle im Bereich der Pferdekoppel wurde offensichtlich
Abfall entsorgt, der nach Aushub auf einer Deponie > DK III zu verbringen ist. Nach Aussage
des Flächennutzungsplanes der Stadt Brandis existiert im Plangebiet keine Altlastenver-
dachtsfläche, auch im Sächsischen Altlastenkataster (SALKA) werden keine Altlastflächen im
Bearbeitungsgebiet gelistet.
8
FCB GmbH, Geotechnischer Bericht nach DIN EN 1997-2/DIN 4020 – Baugrundvoruntersuchung und Grün-
dungsberatung. 24.05.2019, Rötha

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Umweltbelange
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Seite 47
Beschreibung und Bewertung der relevanten Ziele des Umweltschutzes
Im Folgenden werden die für diese Planung relevanten Ziele des Umweltschutzes für den Teil-
aspekt Boden und Altlasten beschrieben.
Bundesbodenschutzgesetz (BBodSchG)
Schutz des Bodens vor schädlichen Umwelteinflüssen (z. B. Erosion, Versiegelung,
Schadstoffeintrag)
Verbesserung und Wiederherstellung des Bodenzustandes
Baugesetzbuch (§ 1 Abs. 5) und BNatSchG (§ 1 Abs. 3 Nr. 2)
Sicherung gesunder Wohnverhältnisse
Sächsisches Abfallwirtschafts- und Bodenschutzgesetz (SächsABG)
Abwehr schädlicher Bodenveränderungen, Vorsorge gegen nachteilige Einwirkungen
auf den Boden
Sanierung von Boden und Altlasten
7.3.1.2 Entwicklungsprognose/erhebliche Auswirkung der Planung
Prognose der Entwicklung des Bestandes bei Nichtdurchführung der Planung
Bei Nichtdurchführung der Planung würde sich der derzeitige Zustand hinsichtlich bestehender
Vorbelastungen des Bodens, der Erfüllung der Bodenteilfunktionen und der potenziellen Emp-
findlichkeit des Bodens nicht wesentlich ändern.
Prognose der Entwicklung des Bestandes bei Durchführung der Planung
Eine erhebliche Auswirkung der Planung auf die Boden- und Altlastenverhältnisse besteht in
Form einer Neuversiegelung im Zuge der Planung. Gleichzeitig werden jedoch an anderer
Stelle innerhalb des Geltungsbereiches Beton- und Asphaltflächen zurückgebaut. Hier sollen
zum Teil Grünflächen entstehen. Der gesamte denkmalgeschützte Bereich des Dreiseithofes
wird auf Bestandsgelände revitalisiert und bedarf damit keiner zusätzlichen Versiegelung. Die
zwischen Pferdestall und Dreiseithof über Jahre entstandenen Strukturen werden komplett
abgerissen. Es entsteht im Zuge der Planung eine zentrale private Grünfläche (pGF2), welche
sowohl den Belangen des Gewässerschutzes, Bodenschutzes und Naturschutzes Rechnung
trägt.

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Umweltbelange
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Prognose der Einhaltung der relevanten Ziele des Umweltschutzes bei Durch-
führung der Planung
Die relevanten Ziele des Umweltschutzes können innerhalb des Plangebiets weitgehend ein-
gehalten werden. Die Ausweitung der Siedlungsflächen nach Norden im Anschluss an die be-
stehenden bereits anthropogen überprägten Bereiche des Bearbeitungsgebietes stellt zwar
einen zusätzlichen Flächenverbrauch im Sinne einer Ausweitung von Siedlungsflächen dar,
diese wurde jedoch bereits im Vorfeld der Planung im Rahmen der Änderung des Flächennut-
zungsplanes der Stadt Brandis abgewogen (siehe Kap. 6.1.2). Das Bebauungsgebiet Wurze-
ner Straße/Kleinsteinberger Straße ist Bestandteil der bereits reduzierten Entwicklungsflächen
für Siedlungsflächen. In Abwägung insbesondere des Schutzgutes Boden wurden die geplan-
ten Entwicklungsflächen in der Stadt Brandis bereits um die Hälfte reduziert. Das Bearbei-
tungsgebiet als Entwicklungsfläche blieb erhalten, um dem steigenden Wohnraumbedarf in
Brandis gerecht zu werden.
Zudem eignet sich das Bearbeitungsgebiet aufgrund seiner geringen Größe (Bereich Grün-
landnutzung) nur bedingt zur landwirtschaftlichen bzw. zur Nahrungsmittelproduktion.
Beschreibung und Bewertung der erheblichen Auswirkungen der Planung
Tab. 6
erhebliche Umweltauswirkungen Boden/Altlasten
Belang/Teilaspekt
mögliche erhebliche
Umweltauswirkungen
Bewertung
Boden/Altlasten
Verlust von Boden und seinen Funktio-
nen durch Versiegelung
nicht erheblich,
im ähnlichen Maße Entsiegelung
Wiedernutzbarmachung/
Entsiegelung versiegelter Flächen
nicht erheblich,
im ähnlichen Maße Versiegelung
Beeinträchtigung durch Umlagerung
(Abgrabung)
nicht erheblich,
Boden durch anthropogene Vornut-
zung bereits überformt
vorhandene Altlastenflächen im Plan-
gebiet
nicht erheblich,
siehe Ergebnisse Gutachten
7.3.1.3 Maßnahmen zur Vermeidung, Verringerung und zum Ausgleich
der nachteiligen Auswirkungen
Im Folgenden sind die Maßnahmen zur Vermeidung, Verringerung und zum Ausgleich der
nachteiligen Auswirkungen aufgeführt.
Minimierung der dauerhaft oder temporär versiegelten Grundfläche
Minimierung von Entnahmemengen, bei Notwendigkeit Austausch belasteter Böden

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Umweltbelange
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Beachtung einschlägiger DIN-Normen zum Schutz des Bodens (u. a. DIN 18 915)
Sicherung vernässter und/oder verdichtungsempfindlicher Böden vor Befahren;
Befahrungen ausschließlich auf trockenen Böden ausführen; Minimierung der
Befahrungshäufigkeit
Begrenzung des Gesamtgewichtes von Maschinen; möglichst geringer Flächendruck
(Verwendung spezieller Reifen, Einsatz von Kettenfahrzeugen)
sachgerechte (Zwischen-)Lagerung von Mutterboden (Bodenmieten < 2 m hoch;
Begrünung, Entwässerung; ggf. Befeuchtung; Schutz vor Befahren)
Verzicht auf bodengefährdende Betriebsstoffe
7.3.2
Pflanzen
7.3.2.1 Bestandsaufnahme und Bewertung
Beschreibung der verwendeten Methodik und etwaiger Schwierigkeiten
Zur Darstellung von Bestand, Planung und Auswirkungen der Planungen auf den Teilaspekt
Pflanzen wurden folgende Datengrundlagen ausgewertet:
Ökologicon Büro für Ökologie und Geoinformation: Ökologische Gebäudekontrolle,
Übersichtsbegehung Vögel und Fledermäuse. Juli 2019, Leipzig.
Ökologicon Büro für Ökologie und Geoinformation: Umweltfachliche Leistungen
Kartierung & Potentialabschätzung. August 2019, Leipzig.
Ökologicon Büro für Ökologie und Geoinformation: Ökologische Gebäude- und
Baumkontrolle, Winterbegehung Vögel und Fledermäuse. März 2020, Leipzig.
seecon Ingenieure: Artenschutzrechtlicher Fachbeitrag zum Bebauungsplan
„Lindenhof Kleinsteinberg“. 25.05.2020, Leipzig.
seecon Ingenieure: Biotoptypen und Einzelbaumerfassung bei Begehungen des
Planungsgebietes. Leipzig, 2019/20.
Beschreibung und Bewertung des Bestandes
Das Plangebiet wurde zunächst im Rahmen einer Übersichtsbegehung am 17.04.2019 auf
geschützte Biotope und geschützte Pflanzen hin untersucht.
Folgende Biotoptypen wurden kartiert:

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Tab. 7
Biotop- und Nutzungstypen nach sächsischer Biotoptypenliste
Biotopcode Bezeichnung
Mögliche Tierartengruppe
02.02.100
Gebüsch frischer Standorte
Brutvögel (Freibrüter), Amphibien in ihren Landle-
bensräumen Baumhöhlenbewohnende Fleder-
mäuse und Brutvögel, xylobionte Käfer, Reptilien
02.02.400
Einzelbaum, Baumreihe, Baum-
gruppe
baumhöhlenbewohnende Fledermäuse, Brutvö-
gel, xylobionte Käfer
02.02.450
Höhlenreicher Einzelbaum (§)
baumhöhlenbewohnende Fledermäuse und Brut-
vögel, xylobionte Käfer
03.04.100
Graben
Brutvögel (Freibrüter), Amphibien in ihren Wasser-
lebensräumen
06.03.220
intensiv genutzte Weide frischer
Standorte
Brutvögel (Bodenbrüter) und Reptilien
11.01.410
dörfliche Mischgebiete sowie Einzel-
und Reihenhaussiedlungen
Brutvögel (Freibrüter), Baumhöhlenbewohnende
Fledermäuse und Brutvögel
11.01.500
dörfliche Siedlung
Brutvögel (Bodenbrüter) Baumhöhlenbewohnende
Fledermäuse und Brutvögel
§: geschützt nach §§ 30 BNatSchG i. V. m. § 21 SächsNatSchG
Neben der intensiv genutzten Weide frischer Standorte (06.03.220) umgeben von Gehölz-
strukturen (Gebüsche frischer Standorte (02.01.200) und die „Waldweide“ (= Laub-Mischbe-
stand (02.01.200) schließen sich im Süden und Osten Einzel- und Reihenhaussiedlungen
(11.01.410) bzw. dörfliche Mischgebiete an.
Westlich an das B-Plangebiet schließt sich ein reich strukturiertes, in Entwicklung befindliches
und mit Laubmischwald bestocktes Areal an, welches zurzeit noch als Grünland genutzt wird
(06.03.220). Aktuell überwiegt der Parkcharakter dieser Fläche; eine Tendenz zur Waldent-
wicklung ist zu erkennen.
Südlich der Pferdeweide befindet sich ein aufgestauter Grabenabschnitt (03.04.100). Der der-
zeit als Tümpel (mit unterschiedlichen Wasserständen) zu bezeichnende Gewässerabschnitt
weist ufernahende Gehölzstrukturen auf (02.01.200 – Gebüsche, mit teilweise wertgebenden
Weidenarten auf frischem Standort).
Im B-Plangebiet verteilt finden sich einzelne höhlenreiche Bäume wie z. B. eine Walnuss süd-
westlich angrenzend an den Pferdestall sowie ein Apfelbaum nördlich der Kleinsteinberger
Straße und mehrere Bäume v. a. Weißdorn in der sog. „Waldweide“. Die
höhlenreichen Ein-
zelbäume (02.02.450)
gelten als besonders geschützte Biotope nach § 21 SächsNatSchG.
Aufgrund seiner Gefährdung ist dieser Biotoptyp entsprechend der Roten Liste Sachsen als
Stufe 3 = gefährdet eingestuft.
Die höhlenreichen Einzelbäume wurden sowohl im April 2019 im belaubten Zustand als auch
im Zuge der Winterbegehung Vögel und Fledermäuse im Februar 2020 im unbelaubten

Begründung zum Bebauungsplan „Lindenhof Kleinsteinberg“ I Entwurf
Umweltbelange
seecon Ingenieure I 09.09.2020
Seite 51
Zustand untersucht. Beim Walnussbaum wurde die Einstufung als höhlenreicher Einzelbaum
vollumfänglich bestätigt. Endoskopisch wurden die Öffnungen und Höhlungen untersucht, um
potenzielle Lebensräume zu erkunden. Die Höhlen in den Ästen waren teilweise bis zu 1,5 m
lang.
Beschreibung und Bewertung der relevanten Ziele des Umweltschutzes
Das Bundesnaturschutzgesetz bildet den rechtlichen Rahmen für die Berücksichtigung spezi-
fischer Belange des Schutzes von Tier- und Pflanzenarten. In den §§ 7, 44 und 45 BNatSchG
sind auch die einschlägigen Bestimmungen europäischer Richtlinien (FFH-Richtlinie und Vo-
gelschutzrichtlinie) in nationales Recht umgesetzt worden.
Für diejenigen Arten bzw. Artengruppen, für die eine vorhabenbedingte Beeinträchtigung im
Sinne des § 44 BNatSchG nicht ausgeschlossen werden konnte, wird dementsprechend eine
detaillierte Artenschutzprüfung durchgeführt.
Ziel des Bundesnaturschutzgesetzes und des Sächsischen Naturschutzgesetzes ist u. a., le-
bensfähige Populationen wildlebender Tiere und Pflanzen einschließlich ihrer Lebensstätten
zu erhalten und den Austausch zwischen den Populationen sowie Wanderungen und Wieder-
besiedlungen zu ermöglichen (vgl. § 1 Abs. 2 BNatSchG). Zur Umsetzung dieser Ziele enthält
das SächsNatSchG in Kapitel 3 Vorschriften zum allgemeinen Schutz von Natur und Land-
schaft (§§ 13-19), in Kapitel 4 Vorschriften zum Schutz bestimmter Teile von Natur und Land-
schaft (§§ 20-23) und in Kapitel 5 Vorschriften zum Schutz der wildlebenden Tier- und Pflan-
zenarten, ihrer Lebensstätten und Biotope gemäß BNatSchG.
7.3.2.2 Entwicklungsprognose/erhebliche Auswirkung der Planung
Prognose der Entwicklung des Bestandes bei Nichtdurchführung der Planung
Bei Nichtdurchführung der Planung würde die bereits deutlich sichtbare Sukzession der Flä-
chen, insbesondere der Gehölzaufwuchs, innerhalb und außerhalb des Dreiseithofes weiter
fortschreiten und damit auch auf den vorhandenen bereits stark verfallenen Gebäudezustand
einwirken, wie z. B. durch Bewuchs von Dachrinnen und Gebäuderissen etc. Auch die selb-
ständige Vermehrung und Ausbreitung der Gehölze wird weiter voranschreiten, sodass insge-
samt der Anteil gehölzbestandener Flächen zunehmen wird. Damit würden die notwendigen
offenen Bereiche für Ruderalflächen verloren gehen. Dies könnte zu einer Verschiebung des
Artenspektrums führen.

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Prognose der Entwicklung des Bestandes bei Durchführung der Planung
Der überwiegend brach gefallene Bereich des Plangebietes (denkmalgeschützter Dreiseithof)
sowie die umgebenden Strukturen, Stallgebäude und Pferdekoppel erfahren bei der geplanten
Revitalisierung eine städtebauliche, funktionale und freiräumliche Neuordnung. Das bisher pri-
vat genutzte Grundstück mit Pferdewirtschaft soll in ein Wohngebiet mit entsprechenden Flä-
chenzuweisungen, wie z. B. Fuß- und Radwegen sowie Grünflächen entwickelt werden. Dabei
werden die Belange von Natur und Landschaft im besonderen Maße berücksichtigt. Der vor-
handene Gehölzbestand wird weitestgehend in den Vorhabenbereich, einschließlich der
ge-
setzlich geschützten § 30 Biotope „Höhlenreiche Einzelbäume“
(Walnuss und Apfel) nörd-
lich der Kleinsteinberger Straße, integriert. Die baulichen Anlagen wurden an den geschützten
Bestand angepasst, um diesen dauerhaft zu sichern. Die höhlenreichen Einzelbäume inner-
halb der „Waldweide“ werden vom Vorhaben nicht berührt, sie liegen außerhalb des Geltungs-
bereiches des B-Planes. Weiterhin findet eine Entwicklung und Vernetzung klimatisch wirksa-
mer Grün- und Freiflächen mit hoher Aufenthaltsqualität sowie eine intensive Durchgrünung
statt. Dabei fungieren die Gehölzstrukturen (Baumreihen) als Leitlinien.
Bei Durchführung der Planung müssen aufgrund konkurrierender Festsetzungen (Festsetzun-
gen von Baufenstern, Park- und Verkehrsflächen) etwa 20 Bäume beseitigt werden. Diese
erhebliche nachteilige Auswirkung kann durch den Erhalt der verbleibenden Bäume (Standorte
in Flächen zum Erhalt von Gehölzen, private Grünflächen sowie nicht überbaubaren Grund-
stücksflächen) und die Anpflanzung von neuen Bäumen im Plangebiet (siehe Kap. 16) kom-
pensiert werden. Es sind Baumpflanzungen im Bereich der privaten Grünflächen sowie stra-
ßenbegleitend geplant, zudem werden im B-Plan Festsetzungen zur Bepflanzung der privaten
Grundstücksflächen getroffen (auf je 500 m² ein Baum etc., siehe auch Artenschutzfachbei-
trag, Angaben zum Erhalt bzw. Übernahme von Bestandbäumen in die Planung).
Prognose der Einhaltung der relevanten Ziele des Umweltschutzes bei Durch-
führung der Planung
Die Ziele des Umweltschutzes werden bei Durchführung der geplanten konfliktmindernden
Maßnahmen (Maßnahmen zur Vermeidung, Verringerung und zum Ausgleich der nachteiligen
Auswirkungen) eingehalten. Mittel- und langfristig soll die Entwicklung eines prägenden Baum-
bestands durch Festsetzung von Baumanpflanzungen zur Begrünung und Eingrünung des
Geltungsbereiches mit einheimischen standortgerechten Gehölzen, die Festsetzungen zur
Pflanzung und zum Erhalt von Einzelgehölzen und Gehölzflächen, die Übernahme und Dar-
stellung aller gesetzlich geschützten Biotope (Höhlenbäume) in den Rechtsplan des Bebau-
ungsplans, die Eingrünung von Parkflächen, Beachtung der Hinweise zu Vermeidungs- und
Minderungsmaßnahmen während der Bauzeit, der Begrenzung der Vegetationsbeseitigung
auf das Notwendigste sowie der Minderung von Schadstoffemissionen während der Bauzeit,
erfolgen.

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Seite 53
Beschreibung und Bewertung der erheblichen Auswirkungen der Planung
Es sind bei Einhaltung der konfliktmindernden Maßnahmen (Maßnahmen zur Vermeidung,
Verringerung und zum Ausgleich der nachteiligen Auswirkungen) keine erheblichen Auswir-
kungen der Planung auf das Schutzgut Pflanzen absehbar.
7.3.2.3 Maßnahmen zur Vermeidung, Verringerung und zum Ausgleich
der nachteiligen Auswirkungen
Im Folgenden sind die Maßnahmen zur Vermeidung, Verringerung und zum Ausgleich der
nachteiligen Auswirkungen aufgeführt.
mittel- und langfristige Entwicklung eines prägenden Baumbestandes durch
Festsetzung von Baumanpflanzungen
Festsetzungen zum Erhalt von Gehölzen
nachrichtliche Übernahme und Darstellung der gesetzlich geschützten Biotope
(Höhlenbäume: Walnuss und Apfel) in den Rechtsplan des Bebauungsplans
Entsiegelung von Flächen
Begrünung von Parkplätzen
Hinweise für Vermeidungs- und Minderungsmaßnahmen für baubedingte
Beeinträchtigungen
Begrenzung der Vegetationsbeseitigung auf das Notwendigste
Minderung von Schadstoffemissionen durch Einsatz neuester Technik
Neupflanzungen: Begrünung und Eingrünung des Geltungsbereiches mit heimischen
standortgerechten Gehölzen
7.3.3
Schutzgut Tiere
7.3.3.1 Bestandsaufnahme
Beschreibung der verwendeten Methodik und etwaiger Schwierigkeiten
Zur Darstellung von Bestand, Planung und Auswirkungen der Planungen auf den Teilaspekt
Tiere wurden folgende Datengrundlagen ausgewertet:

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Ökologicon Büro für Ökologie und Geoinformation: Ökologische Gebäudekontrolle,
Übersichtsbegehung Vögel und Fledermäuse. Juli 2019, Leipzig.
Ökologicon Büro für Ökologie und Geoinformation: Umweltfachliche Leistungen
Kartierung & Potentialabschätzung. August 2019, Leipzig.
Ökologicon Büro für Ökologie und Geoinformation: Ökologische Gebäude- und
Baumkontrolle, Winterbegehung Vögel und Fledermäuse. März 2020, Leipzig.
seecon Ingenieure: Artenschutzrechtlicher Fachbeitrag zum Bebauungsplan
„Lindenhof Kleinsteinberg“. 25.05.2020, Leipzig.
Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, Datenportal iDA.
[Online] verfügbar unter:
https://www.umwelt.sachsen.de/umwelt/infosysteme/ida/.
Zugriff am: 26.09.2019
Landratsamt Landkreis Leipzig, Umweltamt, SG 243 Natur- und Landschaftsschutz,
Multibaseabfrage, E-Mail-Eingang 26.09.2019
Landratsamt Landkreis Leipzig (2019), Stellungnahme vom 29.11.2019
Vor-Ort-Begehungen, Stellungnahmen von Fachbehörden, Auswertung von
Fachliteratur
Die Artenschutzthematik wird detailliert in einem artenschutzrechtlichen Fachbeitrag für das
gesamte B-Plan-Gebiet betrachtet, welcher als wesentliche Grundlage für die Bearbeitung des
Schutzgutes Tiere dient. Folgende Tiergruppen wurden betrachtet und bewertet: Vögel, Fle-
dermäuse, Amphibien, xylobionte Käfer und Reptilien. Zudem wurden Nebenbeobachtungen
gefährdeter Arten aufgenommen (hier Formica-Arten).
Beschreibung und Bewertung des Bestandes
Vögel
Im Rahmen der Kartierungen mit insgesamt sechs Durchgängen im Jahr 2019 konnten im UR
33 Vogelarten nachgewiesen werden. Neben 21 Brutvogelarten wurden auch 13 Arten als
Nahrungsgäste beobachtet. Neben der Brutvogelkartierung von April bis Juli 2019 wurden
auch die Potenziale für die gebäudebrütenden Vogelarten zusätzlich zu den baumbrütenden
Arten im Rahmen der Gebäude- und Baumkontrollen der Übersichtsbegehung im Juli 2019
und der Winterbegehung im Februar 2020 im gesamten Untersuchungsraum und in den Rand-
bereichen ermittelt.
Anhand der Kartierung sind drei Brutvogelarten von hervorgehobener artenschutzrechtlicher
Bedeutung: Grünspecht (
Picus viridis
), Rauchschwalbe (
Hirundo rustica
), Wendehals (
Jynx
torquilla
)

Begründung zum Bebauungsplan „Lindenhof Kleinsteinberg“ I Entwurf
Umweltbelange
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Seite 55
Von den festgestellten Brutvogelarten sind keine Arten im Anhang I der europäischen Vogel-
schutzrichtlinie aufgeführt. Folgende der kartierten Brutvogelarten werden in den Roten Listen
von Sachsens und Deutschlands geführt:
Tab. 8
kartierte Brutvogelarten, die in den Roten Listens von Sachsen und Deutschland geführt werden
Artname deutsch
Rote Liste Sachsen
2013/2015
Rote Liste Deutschland besonders (bg)
bzw. streng geschützt (sg)
Grünspecht
-
sg
Haussperling
V
bg
Pirol
V
bg
Rauchschwalbe
3
bg
Wendehals
3
sg
*V = Vorwarnliste, *3 = gefährdet
Anhand der Kartierung sind drei registrierte Nahrungsgäste von hervorgehobener artenschutz-
rechtlicher Bedeutung:
Kuckuck (
Cuculus canorus
), Neuntöter (
Lanius collurio
), Rotmilan (
Milvus milvus
)
Von den festgestellten Nahrungsgästen sind folgende Arten im Anhang I der europäischen
Vogelschutzrichtlinie aufgeführt:
Neuntöter (
Lanius collurio
), Rotmilan (
Milvus milvus
)
In Absprache mit dem Landratsamt Landkreis Leipzig (Telefonat am 15.04.2020) dient die
Brutvogelkartierung durch das Büro Ökologicon in den Jahren 2019 und 2020 als Maßgabe
für planungsrelevante Arten.

image
Begründung zum Bebauungsplan „Lindenhof Kleinsteinberg“ I Entwurf
Umweltbelange
Seite 56
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Abb. 5
Auszug Anlage zum Bericht Umweltfachliche Leistungen Kartierung & Potentialabschätzung
9
Fledermäuse
Alle in Deutschland vorkommenden Fledermausarten sind im Anhang IV der FFH-Richtlinie
aufgeführt, 8 Arten sind außerdem im Anhang II zu finden. Aus diesem Grund sind alle in
Deutschland vorkommenden Fledermäuse nach § 7 Abs. 2 Nr. 13 b) aa) BNatSchG „beson-
ders geschützte“ und gleichzeitig „streng geschützte Arten“ nach § 7 Abs. 2 Nr. 14 b)
BNatSchG.
Für die Artengruppe Fledermäuse erfolgte auf Grundlage der Abstimmungen mit der Unteren
Naturschutzbehörde Landkreis Leipzig, LRA Landkreis Leipzig, telefonische Absprache
09/2019, die Festlegung, zunächst eine Übersichtsbegehung für Fledermäuse durchzuführen
und eine Potenzialabschätzung auf Grundlage der Habitatausstattung zu treffen.
In der Stellungnahme vom 29.11.2019 vom Landratsamt Landkreis Leipzig wurde unter
Punkt 3 darauf hingewiesen, dass die Ergebnisse der Kartierungen bzw. Übersichtsbegehun-
gen zu keiner eindeutigen Aussage zur realen Nutzung der Gebäude als Brut- und
9
Ökologicon, Büro für Ökologie und Geoinformation, August 2019

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Winterquartier führten und damit auch der tatsächliche Kompensationsbedarf nicht eindeutig
ermittelt werden konnte. Durch das Büro seecon wurde daraufhin eine weitere Kontrolle der
Gebäude angeregt. Die Begehung der Gebäude und Kellergewölbe dient als Ergänzung der
Kontrolle vom Sommer 2019 und fand Ende Februar 2020 statt.
Im Ergebnis der Untersuchungen stellen die kartierten Höhlenbäume (Walnuss, Apfelbaum
und mehrere Bäume in der „Waldweide“), potenzielle Quartiere für Fledermäuse dar. Ebenso
sind die Gewölbekeller in Gebäude 3 und 4 (siehe Abbildung) als potenzielle Fledermausquar-
tiere zu betrachten. Aktuell gab es jedoch keine Anzeichen einer Nutzung durch Fledermäuse.
In den Dachböden und Dachstühlen wurden Spuren einer intensiven Nutzung durch Marder
einschließlich erheblicher Mengen Marderkot (frisch) nachgewiesen. Die Anwesenheit von
Mardern schließt eine Nutzung durch Fledermäuse weitestgehend aus.
Anhand der öffentlich einsehbaren Erfassungsdaten im Datenportal Sachsens aus den Jahren
2014 bis 2020 sind folgende Fledermausarten potenziell im Gebiet vorkommend:
Tab. 9
Schutzstatus potenziell vorkommender Arten – Fledermäuse
Artname deutsch
Rote Liste
Sachsen 2017
Anhang FFH-RL
Rote Liste Deutschland besonders
(bg) bzw. streng geschützt (sg)
Abendsegler
V
IV
sg
Braunes Langohr
V
IV
sg
Zweifarbfledermaus
3
IV
sg
*V = Vorwarnliste, *3 = gefährdet

image
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Umweltbelange
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seecon Ingenieure I 09.09.2020
Abb. 6
Lage der verschiedenen Gebäudeteile
10
Amphibien
In den MTBQ sind folgende Amphibienarten bekannt und finden geeignete Habitate vor: Rot-
bauchunke, Kreuzkröte, Wechselkröte, Laubfrosch, Springfrosch, Nördlicher Kammmolch.
Im Hinblick auf den aufgestauten Graben und die angrenzenden Landhabitate die Pferde-
weide, die umgebenden Gehölz- und Gebüschstrukturen, mit zum Teil Waldrandcharakter bie-
tet der Untersuchungsraum sowohl als Wasser- als auch als Landlebensraum ein geeignetes
und potenzielles Habitat für die genannten Arten.
Weitläufig finden die aufgeführten Arten in den Erfassungsdaten zu den Messtischblattquad-
ranten vorrangig im Bereich der Steinbruchseen Hausbruch, Spittelbruch, Kirchbruch, Tollert-
bruch und Autobahnsee Beucha hervorzuhebende Habitate. Bei den Begehungen zur Vogel-
kartierung (April bis Juni 2019) im Untersuchungsraum zum B-Plangebiet konnten keine Fort-
pflanzungsaktivitäten und Wanderbewegungen von Amphibien ausgemacht werden. Dabei ist
zu erwähnen, dass sich die Habitatqualität des aufgestauten Grabens in den letzten Jahren
10
Ökologicon Büro für Ökologie und Geoinformation: Ökologische Gebäudekontrolle, Übersichtsbegehung Vö-
gel und Fledermäuse. Juli 2019

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Seite 59
aufgrund der sehr trockenen Frühjahre und Sommer und infolgedessen Wassermangel sehr
verschlechtert hat. Laut Aussage der Angestellten des Pferdehofes waren bis vor 2 Jahren
noch Amphibienaktivitäten nachzuweisen.
Die potenziell vorkommenden Arten haben folgenden Schutzstatus:
Tab. 10
Schutzstatus potenziell vorkommender Arten – Amphibien
Artname deutsch
Rote Liste
Sachsen 2017
Anhang FFH-RL
Rote Liste Deutschland besonders
(bg) bzw. streng geschützt (sg)
Rotbauchunke
3
II, IV
sg
Kreuzkröte
2
IV
sg
Wechselkröte
2
IV
sg
Laubfrosch
3
IV
sg
Springfrosch
V
IV
sg
Nördlicher
Kamm-
molch
3
II, IV
sg
*V = Vorwarnliste, *3 = gefährdet, *2 = stark gefährdet
Xylobionte Käfer
Anhand des Kartierberichtes aus dem Jahre 2019 erbrachte die Suche nach Spuren im Baum-
bestand des Projektgebietes keine direkten Nachweise für geschützte Käfer wie Heldbock
oder Eremit. Die im Jahr 2020 nachgewiesenen Höhlenbäume bilden jedoch geeignete Habi-
tate mit vorhandenen Bohrkanälen, Bohrmehl und Totholz in größeren Mengen. Bei den Höh-
lenbäumen handelt es sich um einen Obstbaum, Walnussbaum und mehrere Bäume in der
sogenannten „Waldweide“.
Insekten - Formica-Arten
An der westlichen Grenze des B-Plangebietes konnten mehrere große hügelbauende Amei-
senvölker der Gattung Formica nachgewiesen werden. Die genaue Art konnte vom Kartierer
nicht bestimmt werden. Jedoch sind alle Formica Arten (bis auf die Blutrote Raubameise, wel-
che ausgeschlossen werden konnte) durch die Bundesartenschutzverordnung und das Bun-
desnaturschutzgesetz besonders geschützt.
Reptilien
Potenziell vorkommende Arten sind nach aktueller Datengrundlage (iDA Datenportal des Frei-
staates Sachsen und MultibaseCS Datenbankabfrage des LfULG) : Ringelnatter, Glattnatter
und Zauneidechse.

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Umweltbelange
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seecon Ingenieure I 09.09.2020
Die potenziell vorkommenden Arten haben folgenden Schutzstatus:
Tab. 11
Schutzstatus potenziell vorkommender Arten – Reptilien
Artname deutsch
Rote Liste Sach-
sen 2017
Anhang FFH-RL
Rote Liste Deutschland be-
sonders (bg) bzw. streng ge-
schützt (sg)
Zauneidechse
3
IV
sg
Glattnatter
2
IV
sg
Ringelnatter
V
-
bg
*V = Vorwarnliste, *3 = gefährdet, *2 = stark gefährdet
Im Kartierzeitraum der Vogelkartierung von April bis Juli 2019 wurden keine Nebenbeobach-
tungen von Zauneidechsen und Glattnattern gemacht. Bei der Tierartengruppe wurde nur eine
Potenzialabschätzung anhand der vorgefundenen Lebensräume und Artdaten durchgeführt.
Aufgrund der eingeschränkten Habitateignung erweist sich der Untersuchungsraum als nicht
für Zauneidechsen und Glattnattern geeignet. Zauneidechsen mögen die Übergangsbereiche
mit Licht und Schatten. Als einziges geeignetes Habitat dient der nördliche Bereich des B-
Plangebietes direkt angrenzend südlich an die Bahntrasse. Die Ringelnatter nutzt sowohl die
Land- als auch die Wasserlebensräume, wurde aber ebenso nicht angetroffen.
Beschreibung und Bewertung der relevanten Ziele des Umweltschutzes
Im Folgenden werden die für diese Planung relevanten Ziele des Umweltschutzes für das
Schutzgut Tiere beschrieben.
Bundesnaturschutzgesetz:
Berücksichtigung spezifischer Belange des Schutzes von Tier- und Pflanzenarten
Umsetzung der europäischen Richtlinien (FFH-Richtlinie und Vogelschutzrichtlinie) in
nationales Recht
Schutz der besonders und streng geschützten Arten
Sächsisches Naturschutzgesetz:
nachhaltige Sicherung des Bestands bedrohter Pflanzen- und Tiergemeinschaften
und ihrer Standorte, ihrer natürlichen Zug- und Wanderwege, ihrer Rastplätze und
ihrer sonstigen Lebensbedingungen
Lebensräume sind zu Biotopverbundsystemen so zu entwickeln, dass sie den
artspezifischen Bedürfnissen, insbesondere der bedrohten Arten gerecht werden

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7.3.3.2 Entwicklungsprognose/erhebliche Auswirkung der Planung
Prognose der Entwicklung des Bestandes bei Nichtdurchführung der Planung
Bei Nichtdurchführung der Planung schreitet der Verfall des denkmalgeschützten Dreiseitho-
fes sowie der umgebenden Gebäude und Stallungen voran und damit auch die bereits sicht-
bare Sukzession und der Gehölzaufwuchs. Mit Aufgabe der Pferdewirtschaft entwickeln sich
die Weideflächen langfristig zu Gehölzstrukturen; vor allem Strauch- und Heckenbereiche deh-
nen sich weiter aus und werden auch bislang offene versiegelte und unversiegelte Bereiche
einnehmen. Der zum Teil recht alte Baumbestand wird immer mehr Totholz bilden. Die bereits
vorhandenen Höhlen werden sich weiter ausdehnen. Beim weiteren Ausbrechen von abge-
storbenen Ästen wird es zur Erweiterung der Höhlen kommen, die dann zunehmend unattrak-
tiver für die Besiedlung werden, gerade für Fledermäuse wegen der starken Durchlüftung.
Grundsätzlich würde die fortschreitende Sukzession und der zunehmende Verfall der Gebäu-
destrukturen für alle betreffenden Tierarten eine Erweiterung des Lebensraumes bedeuten
und die ungestörten Flächen würden im vergrößernden Umfang als Nahrungs- und Fortpflan-
zungshabitat dienen. Im Gegenzug verkleinern sich die freien besonnten Grünland - und Ru-
deralflächen in Bahndammnähe, was wiederum die Nahrungs- und Jagdhabitate bestimmter
Arten einschränkt und den potenziellen Lebensraum von Reptilien (z. B. Zauneidechse) ver-
kleinern wird. Die versiegelten Bereiche um die Gebäude werden auf längere Sicht unverän-
dert bleiben. Die denkmalgeschützte Hofpflasterung des Dreiseithofes ist bereits jetzt überwu-
chert und nicht mehr als solches erkennbar. Trotz geeigneter Quartiersstrukturen für Fleder-
mäuse in den Gebäuden (Gebäude 3 und 4) kann man weiterhin von einer nur geringen Nut-
zung (bisher kein Nachweis) für gebäudebewohnende Arten ausgehen. Für einige Brutvögel,
darunter die streng geschützte Rauchschwalbe als Kulturfolger sind einzelne Gebäude (Brut-
nachweise im Pferdestall) besonders bedeutsam. Eine Prognose hinsichtlich der Entwicklung
der Population ist abhängig von der zukünftigen Bewirtschaftung. Bei Aufgabe der Pferdewirt-
schaft würde es auch hier zur Einschränkung der Habitatqualität kommen. Für die weiteren
Gebäudebrüter Haussperling und Hausrotschwanz käme es zu keiner signifikanten Verände-
rung der Bestandssituation.
Prognose der Entwicklung des Bestandes bei Durchführung der Planung
Es wird zwischen baubedingten, anlagebedingten und betriebsbedingten Auswirkungen bei
Umsetzung der Planung unterschieden. Baubedingte Auswirkungen gehen von der Baumaß-
nahme selbst aus und wirken i. d. R. nicht nachhaltig.

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Vögel
Bezüglich der Vögel sind grundsätzlich vorhabensbedingte Auswirkungen hinsichtlich Habitat-
verlusten, der Zunahme von visuellen Störungen sowie mögliche Beeinträchtigungen durch
Lärm zu berücksichtigen. Bau- und anlagebedingt werden einerseits Lebensräume von Ge-
hölz- und Gebäudebrütern sowie verbrachte Lebensräume teilweise entwertet. Weiterhin
könnten dauerhaft genutzte Brutstätten (z. B. Baumhöhlen, Gebäude) zerstört werden. Es sind
erhebliche Störwirkungen durch die vorgesehenen Baumaßnahmen auf die vorkommenden
Vogelarten zu erwarten. Ein Ausweichen während der Bauzeit in benachbarte geeignete Le-
bensräume ist vor allem hinsichtlich vorhandener Gehölzstrukturen möglich.
Die geplante Ausprägung des Geländes mit seinem höfischen Charakter (Doppelhäuser und
Hausgruppen in Form von Hofhäusern) soll der ursprünglichen Struktur des ortsbildprägenden
Dreiseithofes weitestgehend nahekommen und damit auch der Habitatqualität der Gebäude
und Umgebungsstrukturen. Alle Höhlenbäume, die kartiert wurden, können zum derzeitigen
Planungsstand erhalten werden, ebenso weitere Bäume im Umfeld des Dreiseithofes und süd-
lich der „Waldweide“ und die Ufergehölzstrukturen entlang des aufgestauten dauerhaft zu er-
haltenden Grabenabschnittes. Vorhabenbedingt gehen im Untersuchungsraum dennoch
durch den Abriss, die Sanierung und Umnutzung von Gebäuden und mit dem Entfernen von
Gehölzbeständen die zuvor genutzten Niststellen der festgestellten Brutvogelarten verloren.
Demzufolge stehen bei der Avifauna v.a. die gebäudebrütenden Arten (Rauchschwalbe, Haus-
rotschwanz, Haussperling) sowie die Nutzer der Gehölzstrukturen (z. B. Grünspecht und Wen-
dehals) im Fokus. Hier ist der gesetzliche Schutz von (dauerhaft bzw. wiederholt genutzten)
Fortpflanzungsstätten zu beachten. Als Fortpflanzungs- und Ruhestätte dient derzeit der Pfer-
destall mit seinen umgebenden Strukturen. Das Stallgebäude selbst einschließlich Heuboden
und umliegenden Nutzungen wie Weide und Misthaufen sowie angrenzender Gehölzstruktu-
ren mit Altbaumbestand dient gleichzeitig als Fortpflanzungs- und Ruhestätte und Nahrungs-
habitat. Die Gehölzstrukturen als Brutstätte von Grünspecht und Wendehals bleiben bei der
Umsetzung des B-Planes erhalten.
Der Abriss des Pferdestalles würde die Zerstörung der Fortpflanzungs- und Ruhestätte für die
nachgewiesene streng geschützte Rauchschwalbenpopulation bedeuten ebenso für weitere
Gebäudebrüter wie Haussperling und Hausrotschwanz. Insbesondere die ausgeprägte Ort-
streue der Rauchschwalbe die bestimmte Gebäudestruktur und das Vorhandensein von Flä-
chen zum Nahrungserwerb in den dörflichen Strukturen von Kleinsteinberg haben bei der Ziel-
stellung zur Umsetzung der Planung eine entscheidende Rolle gespielt. Für den geplanten
Teilabriss des Gebäudes (Pferdestall) wird zunächst jedoch der Verbotstatbestand des § 44
Abs. 1 Nr. 2, 3 des Bundesnaturschutzgesetzes berührt. Für diesen Verlust von Lebensraum
wird eine Befreiung gemäß § 67 BNatSchG beantragt. Teil der Beantragung ist neben der
Darlegung der Gründe auch die Darstellung angemessener naturschutzrechtlicher Ersatzmaß-
nahmen hier FCS-Maßnahme. Diese Maßnahme wird festgesetzt bzw. im städtebaulichen
Vertrag vereinbart und gesichert.

Begründung zum Bebauungsplan „Lindenhof Kleinsteinberg“ I Entwurf
Umweltbelange
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Seite 63
Im Artenschutzrechtlichen Fachbeitrag werden Maßnahmen entwickelt, die die nachteiligen
Auswirkungen vermeiden und kompensieren. Dazu zählen:
Fällzeitenbeschränkung: Alle Gehölzfällungen und -rodungen erfolgen ausschließlich
außerhalb der Brutzeit, zwischen dem 1. Oktober und dem 28. Februar.
Gebäudeabrisszeitenbeschränkung: Abriss und Sanierung von Gebäuden nicht
zwischen 1. März und 30. September, bei Teilabriss und Umbau Pferdestall mit
Erhalt bzw. Wiedereinrichtung von Gebäudestrukturen zur Einrichtung geeigneter
Brutstätten für die Rauchschwalbe und anderer Gebäudebrüter (Haussperling und
Hausrotschwanz) = FCS- Maßnahme Baugerüste vor Beginn der Brutzeit vogelsicher
abhängen
ökologische Baubegleitung: Kontrolle der Baubereiche vor Baubeginn und
permanent während der Bauzeit auf aktuellen Besatz durch Fachperson (eventuell
mehrfach pro Brutperiode), Einleiten von erforderlichen Schutzmaßnahmen zum
Vermeiden der Verbotstatbestände des § 44 BNatSchG
Erhalt von Höhlenbäumen (Walnuss, Apfel, Bäume der „Waldweide“ als Festsetzung
im B-Plan (nach § 21 SächsNatSchG geschützt)
Fledermäuse
Mit Beginn der Baumaßnahmen werden Gehölzaufwuchs und Grünlandflächen beräumt, um
Baufreiheit zu schaffen. Weiterhin werden Gebäude wieder genutzt bzw. abgerissen. Dies be-
deutet für die vorkommenden Fledermausarten eine Reduzierung von geeigneten Jagdberei-
chen (Gehölzflächen im Wechsel mit Offenbereichen) und den unmittelbaren Eingriff in poten-
zielle Quartierstandorte. Zudem sind bauzeitlich Störungen durch Lärm, Erschütterung und
Beleuchtung des Lebensraumes zu erwarten.
Die Kartierungsergebnisse beschreiben ein nur potenzielles Quartierpotenzial aller begutach-
teten Bäume. Höhlenreiche Einzelbäume werden in die Planung übernommen. Die untersuch-
ten Gebäude verfügen vereinzelt über Quartierpotentiale für Fledermäuse. Die genaueren Un-
tersuchungen ergaben allerdings an bzw. in keinem der Gewölbekeller einen Verdacht auf
eine Nutzung der Strukturen durch Fledermäuse. Demzufolge ist mit der Durchführung der
Planung keine signifikante Änderung der Bestandsentwicklung für Fledermausarten zu erwar-
ten.
Im Artenschutzrechtlichen Fachbeitrag werden Maßnahmen entwickelt, die die eventuell auf-
tretenden nachteiligen Auswirkungen vermeiden und kompensieren. Dazu zählen:
Erhalt von Höhlenbäumen (Walnuss, Apfel, Bäume der „Waldweide“ als Festsetzung
im B-Plan (nach § 21 SächsNatSchG geschützt)
ökologische Baubegleitung: hier ökologische Fällbegleitung:- Baumkontrollen,
Gehölzfällungen und -rodungen sowie Freistellungen des Baufeldes zwischen dem 1.

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Oktober und dem 28. Februar (baumhöhlenbewohnende Tiere), ökologische
Fällbegleitung (Kontrolle auf Besatz der Baumhöhlen, Höhlen bei Nichtbesatz
verschließen, bei Besatz Folgemaßnahmen mit der Landratsamt Landkreis Leipzig
abstimmen, besetzte Quartiere mit Hilfe von künstlichen Quartierhilfen in einem
Verhältnis von 1:3 ersetzen, Gebäudeuntersuchung: vor Abriss und Sanierungen
intensive Untersuchung der Quartierpotenziale (v.a. Gewölbekeller des
Dreiseithofes), zwischen Mai und Oktober, bei Baubeginn in der Winterruhe
(Dezember bis Februar) (Keller, Schächte), bei Funden Folgemaßnahmen mit
Landratsamt Landkreis Leipzig abstimmen, für ggf. beseitigte genutzte Quartiere
dauerhaften Ausgleich (Kastenquartiere) im Verhältnis 1:3
Einrichtung von Tabuzonen, bei Nutzung von Quartierstrukturen an Bäumen
Nächtliche Bauruhe, Störungen der nächtlichen Jagdaktivitäten durch Ausschluss
von Bauarbeiten in der Dämmerung und des Nachts, Verzicht auf nächtliche
Ausleuchtung der Baustelle
Amphibien
Im Zuge der Umsetzung des Bebauungsplanes können baubedingte Barriere- oder Fallenwir-
kungen bzw. Individuenverluste durch Baustellen- und Baustraßenverkehr, mit Fallenwirkung
für die bodengebundenen Arten, ebenso durch Baustellenbeleuchtung oder ggf. durch Hilfs-
bauwerke oder andere baulichen Bestandteilen Glaswände, Gullys, Schächte, Gruben auftre-
ten. Im Zuge der Baufeldfreimachung und umfangreichen Erdmassenbewegungen kann es
zur Tötung von wandernden Individuen in die Landlebensräume kommen. Es liegen jedoch
derzeit keine Hinweise vor, dass der Grabenabschnitt als Fortpflanzungsstätte dient.
Anlagebedingt kann es zu dauerhaften Zerschneidungen oder Barrieren wandernder Amphi-
bien kommen. Ebenso können Fortpflanzungsstätten mit Staub / Schwebstoff- und Sediment-
einträgen belastet werden.
Der potenzielle Lebensraum der Amphibienarten geht nicht verloren, der aufgestaute Graben-
abschnitt wird in Gänze in die Planung übernommen und in eine private Grünfläche integriert
sowie mit einem umlaufenden 5 m breiten Schutzstreifen gesichert.
Im Artenschutzrechtlichen Fachbeitrag werden Maßnahmen entwickelt, die die eventuell auf-
tretenden nachteiligen Auswirkungen vermeiden und kompensieren. Dazu zählen:
ökologische Baubegleitung: regelmäßige Kontrolle der Baustelle während
Hauptwanderzeit März/April auf Fallen (Gruben), spontane Tier- und
Laichansammlungen, Gewährleistung der uneingeschränkten Passierbarkeit für
wandernde Tiere, Einleiten von erforderlichen Schutzmaßnahmen zum Vermeiden
der Verbotstatbestände des § 44 BNatSchG

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Seite 65
Aufstellen eines Amphibienschutzzaunes: Während der Bauzeit den im B-Plan
festgesetzten Bereich private Grünfläche bzw. 5 m Schutzstreifen um aufgestauten
Graben mit Amphibienschutzzaun sichern
Grundsätzlich sind durch den B-Plan die Wanderkorridore durch den Geltungsbereich zu be-
achten, d. h. die Wanderung zwischen den Wasser- und Landlebensräumen und ein Indivi-
duenaustausch. Um eine anlagebedingte Barrierewirkung durch die B-Planung zu verhindern,
werden bodenabschließende Abzäunungen vermieden. Alle Zaunanlagen sind generell ca.
10 cm über die Oberkante des anstehenden Geländes zu setzen. Diese Maßnahmen werden
im städtebaulichen Vertrag vereinbart und gesichert.
Xylobionte Käfer
Die Habitate der xylobionten Käfer höhlenreiche Einzelbäume Walnuss und Apfelbaum wer-
den in die Planung übernommen. Es sind keine signifikanten Änderungen der Bestandsent-
wicklung dieser Tiergruppe zu erwarten.
Im Artenschutzrechtlichen Fachbeitrag werden Maßnahmen entwickelt, die die eventuell auf-
tretenden nachteiligen Auswirkungen vermeiden und kompensieren. Dazu zählen:
Fällzeitenbeschränkung: Gehölzfällungen und -rodungen sowie Freistellungen des
Baufeldes erfolgen ausschließlich außerhalb der Brutzeit, zwischen dem 1. Oktober
und dem
28. Februar, vor Fällungen Baumhöhlen und Bohrkanäle endoskopisch auf Besatz
von geschützten Käfern kontrollieren.
ökologische Baubegleitung – Kontrolle Baufeld: Kontrolle der Baubereiche vor
Baubeginn und permanent während der Bauzeit auf aktuellen Besatz durch eine
Fachperson (ökologische Baubegleitung, Einleiten von erforderlichen
Schutzmaßnahmen zum Vermeiden der Verbotstatbestände des § 44 BNatSchG.
Insekten - Formica-Arten
An der westlichen Grenze des B-Plangebietes konnten mehrere große hügelbauende Amei-
senvölker der Gattung Formica nachgewiesen werden. Diese nach Bundesartenschutzverord-
nung und Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützten Arten werden bei der Planung
berücksichtigt und müssen nicht umgesiedelt werden.
Im Artenschutzrechtlichen Fachbeitrag werden Maßnahmen entwickelt, die die nachteiligen
Auswirkungen vermeiden und kompensieren. Dazu zählen:
Aufstellen eines dauerhaften ortsfesten Schutzzaunes: Vermeidung von Zugriff auf
Ameisenhügel während der Bauzeit sowie anlage- und betriebsbedingt, pro
Ameisenhügel vor Baubeginn ein ortfester Zaun zur dauerhaften Sicherung

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aufstellen, deutlich markieren und ausweisen, Planung und Ausführung
einschließlich Lageplan in enger Abstimmung mit Landratsamt Landkreis Leipzig.
Reptilien
Es wurden während der Begehungen zur Brutvogelkartierung keine potenziell vorkommenden
Reptilienarten ( Ringelnatter, Glattnatter und Zauneidechse) nachgewiesen. Die geeigneten
Habitatflächen südlich der Eisenbahnstrecke werden vom Vorhaben nur randlich im Bereich
des Wendehammers tangiert. Zudem obliegt die Fläche der zukünftigen Nutzung als private
Grünfläche. Auch bei einer Beeinträchtigung der potenziell vorkommenden Population in der
Bauzeit ist mit einer Einwanderung aus den vorhandenen Strukturen (Bahntrasse) zu rechnen.
Grundsätzlich erweist sich der größte Teil des Untersuchungsgebietes als Fortpflanzungs- und
Ruhestätte für Zauneidechsen und Glattnattern nicht geeignet. Der potenzielle Lebensraum
der Ringelnatter aufgestauter Grabenabschnitt wird in die zukünftige Planung übernommen
und bleibt erhalten.
Im Artenschutzrechtlichen Fachbeitrag werden Maßnahmen entwickelt, die die eventuell auf-
tretenden nachteiligen Auswirkungen vermeiden und kompensieren. Dazu zählen:
Einrichtung von Tabuzonen: Bau- Tabuflächen im Bereich südlich der Bahnlinie, B-
Plan = private Grünfläche pGF 1, Ausweisung als Bautabuzone und Absperrung mit
Bauzaun entsprechend der Ansprüche der Art
ökologische Bauüberwachung: Bei Funden im unmittelbaren Baufeld Bauarbeiten
einstellen und die zuständige Behörde UNB LK Leipzig einschalten, Maßnahmen
einleiten (Abfang, Umsetzung in zuvor strukturell verbesserte und eingezäunte
Bereiche).
Vergrämungsmahd am Böschungsfuß der Bahnlinie: nördlicher B-Planabschnitt bis
zur Bahntrasse (ca. 15 m breiter Streifen) 2 Monate vor Baubeginn aller 2 Wochen
mit Bodenabstand von 10 cm mähen, ersten Langschnitt, Totholz und Steine auf der
pGF1 linear ablegen, Arbeiten im Bauzeitenmanagement einplanen
Prognose der Einhaltung der relevanten Ziele des Umweltschutzes bei Durch-
führung der Planung
Trotz der voraussichtlichen Beeinträchtigungen von Tierbeständen können die relevanten
Ziele des Umweltschutzes bei Durchführung der Planung eingehalten werden. Es werden
Maßnahmen festgesetzt, sodass Beeinträchtigungen vermieden werden und somit die rele-
vanten Ziele des Umweltschutzes eingehalten werden.
Beschreibung und Bewertung der erheblichen Auswirkungen der Planung

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Auf das Schutzgut „Tiere“ sind erhebliche Umweltauswirkungen aufgrund des Verlustes von
Fortpflanzungs- und Ruhestätten zu erwarten. Durch Schaffung von Lebensräumen infolge
der Umsetzung von Ersatzmaßnahmen vor Durchführung der geplanten Baumaßnahmen kön-
nen die nachteiligen Auswirkungen ausgeglichen werden.
Vögel
Eine Vermeidung des Auslösens des Verbotstatbestandes nach § 44 Abs. 1 Nr. 2, 3 BNatSchG
ist nicht möglich, da vor Beginn der Baumaßnahme kein adäquater Ersatzlebensraum für die
Art geschaffen und dauerhaft erhalten werden kann. In Abstimmung mit den Behörden ist je-
doch in diesem Fall mit einer Umsetzung der Maßnahme am Standort (FCS-Maßnahme) auf-
grund der Ortstreue der Art und der vorhandenen Nahrungshabitate in der Umgebung anzu-
raten. Mit dem Teilabriss des Gebäudes Pferdestall und des sich anschließenden Umbaues
als Habitat für Rauchschwalben und andere Gebäudebrüter integriert in eine dauerhaft gesi-
cherte private Grünfläche ist damit zu rechnen, dass langfristig die Ziele des Umweltschutzes
erfüllt werden, d. h. die Populationen der betroffenen Art in einem günstigen Erhaltungszu-
stand zu bewahren. Die Durchsetzung der FCS-Maßnahme ist Bestandteil der Ausnahmenvo-
raussetzungen, durch sie kann der Verbotstatbestand überwunden werden. Weitere Maßnah-
men zur Vermeidung, Minderung und zum Ausgleich der nachteiligen Auswirkungen werden
geplant, die darauf abzielen, die Habitatbedingungen der betroffenen Arten zu erhalten und zu
entwickeln und ihren Bruterfolg und ihre Bestandserhaltung zu gewährleisten. Die Maßnah-
men werden stets durch eine ökologische Baubegleitung unterstützt in enger Abstimmung mit
der zuständigen Unteren Naturschutzbehörde sowohl vor als auch während der Baumaß-
nahme und im Anschluss durch ein gezieltes Monitoring.
7.3.3.3 Maßnahmen zur Vermeidung, Verringerung und zum Ausgleich
der nachteiligen Auswirkungen
Zur Vermeidung und Verringerung nachteiliger Wirkungen des Vorhabens auf das Schutzgut
Tiere werden folgende Maßnahmen im Bebauungsplan festgesetzt:
Flächen zum Erhalt von Gehölzen (höhlenreiche Einzelbäume und weitere Bestands-
bäume)
Flächen zum Erhalt der nachgewiesenen Ameisenpopulation
Begrünung des Wohngebietes mit einheimischen standortgerechten Gehölzen
Anlage von extensiv gepflegten Grünflächen (Blühaspekt)
Begrünung dauerhafter Parkierungsanlagen mit standortgerechten einheimischen
Bäumen

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Umweltbelange
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Ersatzmaßnahme für die Rauchschwalbe und weitere Gebäudebrüter im
Geltungsbereich
Bauzeitenregelung, d.h. Gebäudeabriss (vom 1. September bis 30. März) – und
Gehölzfällzeiten (zwischen 1.Oktober und Ende Februar), außerhalb Brutzeit und
Aktivitätszeit Fledermäuse, Regelung zur Bauruhe
ökologische Baubegleitung für alle untersuchten Tiergruppen

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Städtebauliches Konzept
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Seite 69
8
Städtebauliches Konzept
8.1
Bebauungs-/Nutzungskonzept
Das Plangebiet ist im Wesentlichen gegliedert in:
fünf Wohngebiete,
eine öffentliche Verkehrsfläche,
eine Wasserfläche sowie
Grünflächen.
Die übergeordnete Intention des städtebaulichen Konzeptes ist die geordnete städtebauliche
Entwicklung und konzentrierte Nutzung innerörtlicher Flächen sowie die Erweiterung des An-
gebotsspektrum des Ortsteils in puncto Wohnnutzung.
Kleinsteinberg ist ein Reihendorf und erhält dadurch seine primäre Prägung. Durch eine Über-
setzung der vorgefundenen Strukturen/Kubaturen in die zu planende Bebauung des neuen
Gebietes soll das gewachsene Ortsbild bestmöglich ergänzt und gestärkt werden. In der Um-
gebung vorhandene Bebauungsformen sollen in abgewandelter Form und angepasst an die
neuen Wohnanforderungen der heutigen Zeit aufgenommen werden.
Das städtebauliche Konzept sieht die straßenverkehrstechnische sowie fußläufige Erschlie-
ßung des Plangebietes und dessen wegeseitige Vernetzung mit der Umgebung sowie die Si-
cherung von Freiflächen vor.
Das Konzept sieht Doppelhäuser und Hausgruppen in Form von Hofhäusern vor. Insgesamt
sind zum derzeitigen Zeitpunkt etwa 90 Wohneinheiten im Bestand und als Neubau geplant.
Im Schwerpunkt sollen Wohnungen entstehen, aber auch die Möglichkeit bestehen, nichtstö-
rende gewerblich bzw. freiberuflich genutzte Flächen bereitzustellen.
Aufgrund seiner ortsbildprägenden Bedeutung bleibt der bestehende und in Teilen als Kultur-
denkmal festgestellte Dreiseithof in seiner Struktur erhalten. Dies betrifft insbesondere fol-
gende Gebäude/Strukturen:
Form und Abmessung des Dreiseithofes
Auszugshaus
straßenbegleitende Einfriedungsmauer als Bindeglied zwischen Wohn- und
Auszugshaus mit Tordurchfahrt und Pforte
Ausbildung des Innenhofs und Hofpflasterung
Baumbestand im Innenhof sowie die Linde links der Einfahrt

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Städtebauliches Konzept
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Darüber hinaus wäre eine Bewahrung des Wohnhauses zwar wünschenswert, die Zumutbar-
keit der Erhaltung ist jedoch, auch in Absprache mit der unteren Denkmalschutzbehörde, nicht
mehr gegeben.
Im gesamten Wohngebiet werden unterschiedlich hohe Satteldächer in variabler Ausbildung
vorgesehen. Ziel ist es, den Anschein einer über Jahre gewachsene Dachlandschaft zu erhal-
ten. Darüber hinaus wird ein Bautyp aus der vorgefundenen Hausstruktur der Umgebung (der
klassische Dreiseithof als Reihung entlang der Dorfstraße) generiert und ein zweiter in verklei-
nerter Form (Doppelhäuser) hinzugefügt. Ziel ist eine Fortsetzung der vorhandenen ortstypi-
schen Baustrukturen und eine Verschmelzung mit den bisherig vereinzelten Einfamilienhäu-
sern. Nebenanlagen sollen sich unterordnen und in ihrer Erscheinung in den Hintergrund tre-
ten.
Der bestehende Dreiseithof bleibt als ortsbildprägendes Element zusammen mit nur wenigen
unmittelbar benachbarten Gebäudeneubauten der höchste Punkt im Gebiet. Die Höhen der
Neubauten fallen nach Norden hin leicht ab. Damit werden die ortstypischen Gebäudehöhen
berücksichtigt und ordnen sich dem prägenden denkmalgeschützten Objekt unter.
Ferner sieht das Konzept innerhalb des Plangebietes diverse Freiflächen vor. Die konzipierten
Freiräume (z. B. private Grünfläche Kinderspielplatz) sollen dem Gebiet einen durchgrünten
Charakter verleihen und Aufenthalts- und Verweilmöglichkeiten bieten. Sowohl die Wohn- als
auch die Aufenthaltsqualität im Plangebiet soll somit erhöht werden.
8.2
Erschließungskonzept
8.2.1
Verkehrstechnische Erschließung
Das Plangebiet wird derzeit mittels einer Grundstückszufahrt an der Wurzener Straße er-
schlossen. Im Inneren des Gebietes ist die Verkehrsfläche wenig definiert, teilweise unbefes-
tigt und endet in einem Innenhof, der als privater Parkplatz und Wendestelle genutzt wurde.
Die neue verkehrstechnische Erschließung des Plangebietes soll über die bereits bestehende
Gebietszufahrt von der Wurzener Straße aus erfolgen.
Die künftige Straße wird gemäß RaSt 06 in die Straßenkategorie ES V - Wohnstraße - einge-
ordnet. Sie wird als Mischverkehrsfläche im Zweirichtungsverkehr ausgeprägt, der Anschluss
an das übergeordnete Straßennetz wird als Zufahrt ausgebildet. Das Ende der Straße wird als
Wendehammer gemäß RaSt 06 dimensioniert, womit sichergestellt wird, dass ein dreiachsiges
Müllfahrzeug die Verkehrsanlage problemlos in beiden Richtungen befahren kann. Von der
geplanten Stichstraße aus werden seitlich diverse Grundstückszugänge und -zufahrten aus-
gehen.

Begründung zum Bebauungsplan „Lindenhof Kleinsteinberg“ I Entwurf
Städtebauliches Konzept
seecon Ingenieure I 09.09.2020
Seite 71
Die Straße wird entsprechend des gültigen Ausbaustandards hergestellt. Mit einer durchge-
henden Fahrbahnbreite von 5,50 m gewährleistet sie den Begegnungsfall Lkw-Pkw bzw. Müll-
fahrzeug-Pkw und bietet auch ausreichende Platzverhältnisse für die sichere Nutzung der
Mischverkehrsfläche zu Fuß oder mit dem Rad. Beidseitig erfolgt eine Einfassung mit Borden.
Die gesamte Ausbaubreite der Straße beträgt durchgehend 6,50 m, inkl. je 0,50 m an die
Fahrbahn anschließendes Bankett bzw. seitliches Lichtraumprofil.
Es ist geplant, die Erschließungsstraße nach Fertigstellung als öffentliche Verkehrsfläche zu
widmen.
Die Ausbildung der Straße als Mischverkehrsfläche erhöht die Aufenthaltsqualität und
schwächt den trennenden Charakter der Straße. Um eine sichere Nutzung für alle Verkehrs-
teilnehmer sicherzustellen, soll die gesamte Straße als verkehrsberuhigter Bereich deklariert
werden. Der ruhende Verkehr wird auf den Grundstücken selbst untergebracht. Ziel ist es,
einen Stellplatzschlüssel von 1,5 Stellplätzen/Wohneinheit zu erreichen.
Die südlichen Grundstücke werden, wie im Bestand, über die Kleinsteinberger Straße er-
schlossen.
8.2.2
Medientechnische Erschließung
Im Plangebiet soll die Leitungsführung innerhalb der öffentlichen Erschließungsstraße erfol-
gen. Für entsprechende technisch notwendige Anlagen können auch Flächen außerhalb des
Straßenraumes in Anspruch genommen werden.
Die künftige Ver- und Entsorgung des Gebietes wurde bis zum Entwurf des Bebauungsplanes
mit den jeweiligen Versorgungsträgern und Genehmigungsbehörden vorabgestimmt. Im Rah-
men des Bebauungsplanes wird auf die verschiedenen Medien in der Tiefe eingegangen, die
zur Erlangung von Baurecht notwendig sind. Detaillierte technische Angaben und Herleitungen
sind aus der Erschließungsplanung
11
zu entnehmen. Details zur Umsetzung sind im Zuge der
unabhängig vom Bebauungsplan durchzuführenden Erschließungsplanung zu klären.
Kosten für Umverlegungen vorhandener Medien gehen zu Lasten des Veranlassers, soweit
keine anderen Regelungen zutreffend sind.
Regenwasser
Aufgrund der geringen Durchlässigkeitsbeiwerte des Bodens und der teils vorhandenen
Schichtwasserführung ist eine Versickerung des Regenwassers auf dem Grundstück nicht
möglich. Gleichzeitig wird aufgrund der hydraulischen Auslastung und dem schlechten
11
seecon Ingenieure: Medien- und verkehrstechnische Erschließungsplanung, Entwurfsplanung (LP 3).
08.07.2020, Leipzig.

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Städtebauliches Konzept
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seecon Ingenieure I 09.09.2020
baulichen Zustand der Regenwasserkanäle hat der Abwasserzweckverband (AZV) Parthe ein
Neuanschluss an deren Regenwasserkanal ausgeschlossen. Die bereits angeschlossene, re-
duzierte Fläche von 135 m² der Bestandsgebäude (Dreiseithof ohne Ställe, Nebengebäude
etc.) kann weiterhin genutzt werden. Im Rahmen der Erschließungsplanung wurden unter-
schiedliche Alternativvarianten der Regenwasserentsorgung untersucht und mit dem AZV
Parthe abgestimmt.
Im Zuge der Verhandlungen mit dem AZV Parthe konnte die mögliche Drosseleinleitmenge in
den Kanal in der Wurzener Straße auf QDr = 10 l/s gegenüber der Auskunft gemäß Stellung-
nahme in der freiwilligen frühzeitlichen Beteiligung angepasst werden (Q = 1,51 l/s). Demnach
summiert sich das erf. Speichervolumen zu Verf = 402 m³.
Im Rahmen der Planung wurden mehrere Entsorgungsvarianten betrachtet.
Es wurde untersucht, inwieweit ein Stauraumkanal in den Straßenraum der Erschließungs-
straße untergebracht werden kann. Unter Berücksichtigung der Länge der geplanten Erschlie-
ßungsstraße ergäbe sich damit ein Stauraumkanal mit einer erforderlichen Dimension von DN
1700. In Bezug auf die Einordnung der anderen Medien (u. A. querende Hausanschlüsse
Trinkwasser) als auch dem Abstand zum Grundwasserleiter (gespanntes Grundwasser –
Grundbruchsicherheit) ist die mögliche Dimensionierung des Stauraumkanals begrenzt. Der
Grundwasserleiter (Tiefe 4…5 m) sollte nicht angeschnitten werden, um hohe Aufwendungen
für die Grundwasserhaltung sowie zur Aufrechterhaltung der Grundbruchsicherheit zu mini-
mieren. Aufgrund der zu erwartenden Aufwendungen für die Herstellung eines Stauraumka-
nals in o. g. Dimension (flächenhafte Grundwasserabsenkung) wäre auch die Genehmigungs-
fähigkeit und somit die Erschließung nicht gesichert. Nach detaillierter Betrachtung lässt sich
somit feststellen, dass der Bau eines Stauraumkanals in dieser Dimension im öffentlichem
Straßenraum für die Rückhaltung des gesamten Regenwassers nicht umzusetzen ist.
Alternativ wurde auch ein zentrales Regenrückhaltebecken an unterschiedlichen Standorten
betrachtet. Zum einen im Plangebiet selbst und auch nördlich der Bahnanlagen. Aufgrund der
dargelegten örtlichen Rahmenbedingungen wäre auch dieses in der möglichen auszubauen-
den Dimension (Gründungstiefe und damit max. Einstautiefe) begrenzt. Des Weiteren können
offene Erdbecken ebenfalls nicht hergestellt werden, da eine Auftriebssicherheit nicht sicher-
gestellt werden kann. Eine bauliche Umsetzung als massives geschlossenes Regenrückhal-
tebecken mit hohem Flächenbedarf ist nicht wirtschaftlich darstellbar und im zukünftigen öf-
fentlichen Raum baulich nicht umsetzbar. Eine Inanspruchnahme von Flächen nördlich der
Bahn ist somit nicht erforderlich.
Unter Berücksichtigung der o. g. Rahmenbedingungen wird im Ergebnis nun ein Regenwas-
serkanal in Dimension DN 700 als Zwangspunkt vorgesehen. Damit ist ein Abstand von Bet-
tungssohle zu Oberkante GW-Leiter von mindestens 80 cm eingehalten und die Leitungen
anderer Medienträger können oberhalb des Regenwasserkanals queren. Die Aufwendungen
zur Herstellung des Rohrgrabens sind vertretbar. Demzufolge ergibt sich ein im öffentlichen
Bereich liegendes Stauvolumen von ca. 90 m³. Als Resultat sind entsprechend der statischen

Begründung zum Bebauungsplan „Lindenhof Kleinsteinberg“ I Entwurf
Städtebauliches Konzept
seecon Ingenieure I 09.09.2020
Seite 73
Nachweisführung nach DWA-A 117 weiterhin in Summe ca. 310 m³ Rückhaltevolumen auf
dem B-Plangebiet vorzuhalten.
Das Erschließungskonzept sieht demnach folgende Lösung vor:
Der Regenwasserabfluss soll gedrosselt in den Regenwasserkanal DN 300 Beton des AZV
Parthe in der Wurzener Straße eingeleitet werden (Schacht KR 600974). Der Kanal des AZV
Parthe entwässert von Süd nach Nord in der Wurzener Straße und leitet nach der Querung
der Gleisanlagen in den Todgraben.
Im Resultat dessen wurde die Herstellung eines Regenwasserkanales DN 700 in der öffentli-
chen Planstraße in Kombination mit privaten dezentralen Regenrückhaltebecken auf den
Grundstücken innerhalb des Plangebietes als Vorzug ermittelt.
Im Norden des B-Plangebietes wird ein Drosselpumpwerk am Ende des Regewasserkanals
im Bereich des vorgesehenen Wendehammers angeordnet. Darauffolgend wird das Regen-
wasser über eine Druckleitung und in grabenloser Bauweise über das Nachbargrundstück
119/c in der Wurzener Straße an den Bestand des AZV Parthe angebunden.
Zur Rückhaltung des anfallenden Regenwassers sowie zur Bereitstellung des weiterhin erfor-
derlichen Regenrückhaltevolumens ist eine gedrosselte Ableitung des Regenwassers der ein-
zelnen Wohngebiete über dezentrale Regenrückhalteanlagen notwendig. Dezentrale Rückhal-
teanlagen auf den Grundstücken werden im Bebauungsplan nicht gesondert festgesetzt, son-
dern über die Zulässigkeit von Nebenanlagen geregelt. Dies begründet sich daraus, dass die
exakte Lage der Rückhalteanlagen auf dem Grundstück offengehalten werden soll. Diese kön-
nen künftig in den nichtüberbaubaren Freiflächen aber auch unter Stellplätzen, Wegen und
Zufahren liegen. Weiterhin unterscheidet sich auch der jeweilige Flächenbedarf je Grundstück.
Es sind private Rückhalteanlagen, die auf den jeweiligen Grundstücken liegen. Im künftigen
Erschließungsvertrag mit dem Abwasserzweckverband Parthe wird die individuelle Einleit-
menge in den Regenwasserkanal in der Planstraße geregelt. Wie die privaten Grundstücke
am Ende dafür Sorge tragen die Differenz zurückhalten, bleibt den privaten Eigentümern über-
lassen. Mit einer ggf. künftigen Teilung der Grundstücke leiten mehrere Einzelgrundstücke in
die möglichen Rückhaltebecken ein. Dies muss in den Kaufverträgen geregelt werden. Der
Eigentümer hat dafür die Herstellungs- und Betriebskosten zu tragen.
Das Gesamtsystem wurde im Rahmen der Erschließungsplanung LP3
12
mittels hydrodynami-
scher Berechnungen nachgewiesen. Dabei wurden die erforderlichen Volumina der dezentra-
len Regenrückhalteanlagen auf Grundlage der Gesamtfläche und einer angenommenen
Grundflächenzahl von 0,4 ermittelt (erforderliche Volumina zwischen ca. 20 bis 70 m³ je Wohn-
gebiet, bzw. ca. 24 bis 55 m² Flächenbedarf je Anlage). Des Weiteren wurden die möglichen
Drosselabflussmengen je Wohngebiet definiert (1-3 l/s), sodass die Herstellung möglich (Be-
rücksichtigung der örtlichen Gegebenheiten – Grundwasser sowie Tiefenlage des
12
seecon Ingenieure: Medien- und verkehrstechnische Erschließungsplanung, Entwurfsplanung (LP 3).
08.07.2020, Leipzig.

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Städtebauliches Konzept
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Hauptkanals) und das Gesamtsystem nicht überlastet ist. Für die dezentralen Rückhalteanla-
gen werden Füllkörperrigolen empfohlen (ein Beispiel des Herstellers Fränkische Rohrsys-
teme inkl. Musterberechnung ist in den Unterlagen der Erschließungsplanung enthalten). Für
die Drosselschächte der geplanten dezentralen Regenrückhalteanlage werden z. B. integrierte
Schlauchdrosseln vorgesehen, die objektspezifisch hergestellt werden. Dabei können die ge-
planten Drosselabflüsse von 1-3 l/s aufgrund der steilen Drosselkennlinie selbst bei Wasser-
ständen über Geländeoberkante nahezu konstant realisiert werden. Das Gesamtsystem (de-
zentrale Rückhalteanlagen sowie Hauptkanal) ist entsprechend der Entwurfsplanung derart
konzipiert, dass in Summe der maximal zulässige Zulauf von 10 l/s in den Kanal des AZV
Parthe eingehalten wird. Bei einem 10-jährlichen Regen ist auf Grundlage der hydrodynami-
schen Berechnungen am Pumpwerk ein Abstand zwischen max. Wasserspiegel und Gelän-
deoberkante von ca. 1 m zu erwarten.
Schmutzwasser
Das anfallende Schmutzwasser soll in Abstimmung mit dem AZV Parthe vorzugsweise eben-
falls in den vorhandenen Schmutzwasserkanal in der Wurzener Straße im Nordosten des B-
Plan Gebietes im Freigefälle einleiten (Schacht KS 600301). Im Erschließungskonzept wird
ein Querschnitt von DN 200 vorgesehen.
Der Anschluss an den Schmutzwasserkanal des AZV erfolgt im Norden des Gebietes graben-
los über das Nachbargrundstück Nr. 119/c. Eine entsprechende Dienstbarkeit ist mit dem AZV
abzustimmen.
Trinkwasser
Die trinkwasserseitige Erschließung soll ausgehend vom Bestand des Versorgungsverband
Eilenburg-Wurzen als Stichleitung ebenfalls von der Wurzener Straße (Beginn Erschließungs-
straße) aus beginnen. Die Dimension der Trinkwasserleitung wird entsprechend Vorgabe des
VEW auf PE100 RC 110 x 10,0 festgelegt.
Die alte, außer Betrieb genommene Trinkwasserleitung DN 200 St des VEW, welche das Plan-
gebiet quert ist zurückzubauen und fachgerecht zu entsorgen. Die Aufhebung der Dienstbar-
keit wurde seitens des Grundstückseigentümers bereits beantragt.
Löschwasserversorgung
Unter Beachtung des DVGW W 405 und der Informationen des Fachausschusses Vorbeugen-
der Brand- und Gefahrenschutz der deutschen Feuerwehren (FA VB/G) wurde ein Löschwas-
serbedarf von 96 m³/h ermittelt. Dieses kann über einen vorhandenen Hydranten in der

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Städtebauliches Konzept
seecon Ingenieure I 09.09.2020
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Wurzener Straße (Höhe Hausnummer 12, verfügbare Löschwassermenge 136 m³/h) gewähr-
leistet werden.
8.2.3
Sonstige Medien
Für die Medien Straßenbeleuchtung, Strom, Telekomunikation wurde im Erschließungskon-
zept eine Freihaltetrasse im Bankett vorgesehen.
Für die Erschließung mit Gas ist eine Freihaltetrasse im Straßenraum der neu herzustellenden
Erschließungsstraße vorgesehen. Gemäß Stellungnahme der MitNetz Gas vom 07.11.2019
bestehen hierzu die grundsätzlichen Möglichkeiten.
Telekommunikation
Zur Versorgung des Gebietes mit Telekommunikationsinfrastruktur durch die Telekom ist die
Verlegung neuer Telekommunikationslinien im Plangebiet und außerhalb des Plangebiets er-
forderlich. Die Einrichtung des gewünschten Telekommunikationsanschlusses ist als geson-
derter Auftrag an die Telekom zu melden.
Für den rechtzeitigen Ausbau des Telekommunikationsnetzes sowie die Koordinierung mit
dem Straßenbau und den Baumaßnahmen der anderen Leitungsträger ist es notwendig, dass
Beginn und Ablauf der Erschließungsmaßnahmen im Bebauungsplangebiet der Deutschen
Telekom Technik GmbH unter fmb-stellungnahmen-pti13-leipzig@telekom.de so früh wie
möglich, mindestens 6 Monate vor Baubeginn, schriftlich angezeigt werden.
Strom
Im Plangebiet befinden sich Anlagen der Mittel- und Niederspannung der enviaM, für die MIT-
NETZ STROM den Betriebsservice übernommen hat.
Bei der Umsetzung der Planungen werden Umverlegungen an einer durch das Gebiet queren-
den Mittelspannungsleitung notwendig, welche im Rahmen der Erschließungsplanung recht-
zeitig zum frühestmöglichen Zeitpunkt mit der MITNETZ STROM abzustimmen sind. Die Kos-
ten der Umverlegung gehen zu Lasten des Veranlassers, soweit keine anderen Regelungen
zutreffend sind. Im Bebauungsplan werden entsprechende Leitungsrechte vorgesehen. Der
Großteil der neuen Stromtrasse soll dabei im öffentlichen Straßenraum der Erschließungs-
straße untergebracht werden. Die außer Betrieb zu nehmende Leitung auf den Flächen des
B-Plan Gebietes ist fachgerecht zurückzubauen.

Begründung zum Bebauungsplan „Lindenhof Kleinsteinberg“ I Entwurf
Baugebiete
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seecon Ingenieure I 09.09.2020
Gas
Sowohl in der Kleinsteinberger als auch in der Wurzener Straße befinden sich vorhandene
Gasniederdruckleitungen der MITNETZ GAS. Die gastechnische Erschließung ist damit grund-
sätzlich möglich und muss im Rahmen der Erschließungsplanung abgestimmt werden.
Die "Allgemeinen Verhaltensregeln und Vorschriften zum Schutz von Gasanlagen" der MIT-
NETZ GAS sind verpflichtend zu Beachten. Die vorhandenen Versorgungsanlagen genießen
Bestandsschutz. Sind aufgrund der geplanten Baumaßnahmen Veränderungen am Leitungs-
system notwendig oder entstehen andere Aufwendungen, trägt der Verursacher sämtliche
dafür anfallende Kosten, sofern in den vertraglichen Vereinbarungen nichts Anderes geregelt
ist.
9
Baugebiete
Im Folgenden werden die in der Planzeichnung festgesetzten Baugebiete und alle dazu im
Bebauungsplan getroffenen Festsetzungen in der sich aus § 9 BauGB ergebende Reihenfolge
dargelegt, er-läutert und begründet. Zum besseren Verständnis werden die getroffenen zeich-
nerischen und textlichen Festsetzungen inhaltlich und mit dem Verweis auf den entsprechen-
den Fundort im Rechtsplan in kursiver Formatierung wiedergegeben.
10
Geltungsbereich des Plangebietes
Grenze des räumlichen Geltungsbereiches
Der Geltungsbereich des Bebauungsplanes umfasst die Flurstücke 120/1, 118/1 und 33/17
Gemarkung Kleinsteinberg und hat eine Fläche von ca. 2,38 ha. Das Verschmelzen der beiden
Flurstücke 120/1 und 118/1 zu einem Flurstück mit der Nr. 120/2 wurde vom Eigentümer be-
reits beantragt.
Der Geltungsbereich wird wie folgt begrenzt:
im Norden: durch die Südgrenze des Flurstücks 144 (Nebenbahnstrecke)
im Osten: durch die Westgrenzen der Flurstücke 119/c, 119/2, 119/3, 119/4, 118/2,
137/12 (Wohnbauflächen und die Wurzener Straße)
im Süden: durch die Nordgrenzen der Flurstücke 5/1, 33/17, 33/22 (Kleinsteinberger
Straße)
im Westen: durch die Ostgrenzen der Flurstücke 33/8, 2/2, 2/1, 2/b, 1/7, 1/16, 1/9
(gemischte Bauflächen und Grünflächen)

Begründung zum Bebauungsplan „Lindenhof Kleinsteinberg“ I Entwurf
Art der baulichen Nutzung - Allgemeines Wohngebiet
seecon Ingenieure I 09.09.2020
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Der genaue Verlauf der Grenze des räumlichen Geltungsbereichs und die jeweilige Lage der
betroffenen Flurstücke sind aus der Planzeichnung zu entnehmen.
Die zu beplanenden Grundstücke wurden durch einen Öffentlich bestellten Vermessungsinge-
nieur vermessen. Die Vermessungsunterlagen wurden beim Vermessungsamt zur Fortführung
des Liegenschaftskatasters eingereicht. Als Grundlage der Planzeichnung diente daher für
den Geltungsbereich des Bebauungsplanes die Vermessung mit Stand 05/2020. Flurstücke
und Flurstücksnummern sind in der Planzeichnung lila dargestellt. Außerhalb des Geltungs-
bereiches liegt dem Plan die ALK vom 28.05.2020 zugrunde. Diese ist in der Planzeichnung
grau dargestellt.
Der Geltungsbereich wird in der Planzeichnung entsprechend Planzeichenverordnung zeich-
nerisch festgesetzt. In den räumlichen Geltungsbereich wurden alle Flurstücke aufgenommen,
für die aufgrund der vorgenannten Sachverhalte sowie der Ziele und Zwecke der Planung ein
Planerfordernis anzunehmen war.
In Abweichung zum Aufstellungsbeschluss hat sich der Geltungsbereich reduziert. Die Flä-
chen nördlich der Bahn sind aktuell nicht für die Planung erforderlich und konnten daher aus
dem Geltungsbereich herausgenommen werden.
11
Art der baulichen Nutzung - Allgemeines
Wohngebiet
Planzeichnung
Es wird ein allgemeines Wohngebiet gem. § 4 BauNVO festgesetzt, welches in 5 Teilbauge-
biete (WA 1 bis WA 5) unterteilt ist. [§ 9 Abs. 1 Nr. 1 BauGB]
Begründung:
Die Teilbaugebiete werden als allgemeines Wohngebiet (WA) festgesetzt, da sie vorrangig
dem Wohnen dienen sollen. Diese unterteilen sich in fünf Teilbaugebiete, da diese durch die
öffentliche Verkehrsfläche bzw. unterschiedliche Bautypologie getrennt sind.
Mit den Festsetzungen zur Art der baulichen Nutzung wird der für das Plangebiet beabsichtigte
Nutzungscharakter bestimmt und auf die künftige Nutzung im Plangebiet ausgerichtet. Dar-
über hinaus soll gewährleistet werden, dass die angestrebte künftige Nutzung des Gebietes in
umweltverträglicher Art und Weise umgesetzt und an die umgebende Nutzungsstruktur ange-
passt werden kann.
Im WA 1 bis WA 4 wird entsprechend dem im Kap. 2 aufgezeigten Bedarf ein Wohngebiet für
Neubauten ausgewiesen.

Begründung zum Bebauungsplan „Lindenhof Kleinsteinberg“ I Entwurf
Art der baulichen Nutzung - Allgemeines Wohngebiet
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seecon Ingenieure I 09.09.2020
Die Ausweisung des Wohngebietes als Wohnerweiterungsfläche an dieser Stelle entspricht
den Entwicklungsempfehlungen des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes Brandis 2030
sowie der 7. Regionalisierten Bevölkerungsvorausrechnung (7. RBV). Das Wohngebiet soll
vorwiegend dem Wohnen dienen. In begrenztem Umfang sollen auch weitere, das Wohnen
ergänzende und gleichzeitig nicht beeinträchtigende Nutzungen zugelassen werden. Dies ent-
spricht weitgehend dem vorherrschenden Charakter des Umfeldes.
Entsprechend dem städtebaulichen Konzept sind für das Wohngebiet Doppelhäuser und
Hausgruppen in Form von Hofhäusern vorgesehen.
Im WA 5 wird das Ziel verfolgt, sowohl die überlieferte ortsbildprägende und denkmalge-
schützte Struktur als auch deren Nutzungscharakter im Siedlungskern von Kleinsteinberg zu
sichern. Das Wohngebiet ist vorwiegend dem Wohnen vorbehalten. In begrenztem Umfang
sollen auch weitere, das Wohnen ergänzende und gleichzeitig nicht beeinträchtigende Nut-
zungen zugelassen werden.
11.1
Allgemein zulässige Nutzungen
TF 1.1
Allgemein zulässig sind (soweit sich aus den nachfolgenden Festsetzungen nichts anderes
ergibt):
a) Wohngebäude,
b) die der Versorgung des Gebietes dienenden Schank- und Speisewirtschaften sowie nicht
störenden Handwerksbetriebe,
c) Anlagen für kirchliche, kulturelle, soziale, gesundheitliche Zwecke,
d) die der Versorgung des Gebietes dienenden Läden.
[§ 1 Abs. 5 BauNVO]
Begründung:
Ziel dieser Festsetzung ist es, im Rahmen der Zweckbestimmung des Baugebietes als allge-
meines Wohngebiet gemäß § 4 BauNVO eine Feinsteuerung der neben den Wohngebäuden
allgemein zulässigen Nutzungen vorzunehmen, insbesondere um Entwicklungen im Bauge-
biet, die zu Konflikten mit der Wohnnutzung sowohl im Baugebiet selbst als auch in dessen
Umfeld führen könnten, zu vermeiden.
Die Teilbaugebiete sollen überwiegend der Wohnnutzung vorbehalten sein und ein ungestör-
tes Wohnen gewährleisten. Anlagen für kirchliche, kulturelle, soziale und gesundheitliche Zwe-
cke sind zulässig. Es werden bzgl. der zulässigen Nutzungen fast keine Einschränkungen vor-
genommen, da hierfür kein Planungserfordernis erkennbar ist. Auf die Zulässigkeit von Räu-
men und Gebäuden für die Berufsausübung freiberuflicher Tätigkeiten wird in der Festsetzung

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Art der baulichen Nutzung - Allgemeines Wohngebiet
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nicht explizit hingewiesen, da diese gemäß §13 BauNVO in allgemeinen Wohngebieten ge-
stattet sind.
Die zulässigen Nutzungen entsprechen weiterhin der städtebaulichen Zielstellung, ein Wohn-
quartier zu entwickeln, welches aufgrund seiner eigenen Größe und der Entwicklung angren-
zender Nutzungen auch den Bedarf an ergänzenden wohnaffinen Nutzungen, wie bspw.
Handwerksbetriebe und der Versorgung des Gebietes dienenden Läden oder Schank- und
Speisewirtschaften, hat.
Die zur Deckung des Bedarfs erforderlichen Kundenstellplätze sind auf dem jeweiligen Grund-
stück unterzubringen.
11.2
Unzulässige Nutzungen
TF 1.2
Unzulässig sind (soweit sich aus der nachfolgenden Festsetzung nichts anderes ergibt):
a) Anlagen für sportliche Zwecke,
b) sonstige nicht störende Gewerbebetriebe,
c) Betriebe des Beherbergungsgewerbes,
d) Anlagen für Verwaltungen,
e) Gartenbaubetriebe,
f) Tankstellen.
[§ 1 Abs. 5 BauNVO]
TF 1.3
Abweichend zur Textfestsetzung Nr. 1.2 b) sind Solaranlagen ausschließlich auf Dachflä-
chen zulässig, wenn diese auf Flachdächern angebracht werden.
[§ 1 Abs. 9 BauNVO]
Begründung:
Auswirkung der Festsetzung ist, dass Anlagen für sportliche Zwecke, soweit sie von § 4 Abs.
2 BauNVO erfasst werden, im Baugebiet nicht zulässig sind. Aufgrund der möglichen Größe
und Flächeninanspruchnahme von sportlichen Anlagen sowie dem damit verbundenen Sport-
lärm (bei Freianlagen) und des Zu- und Abgangsverkehrs ist von wesentlichen Beeinträchti-
gungen der geplanten Wohnnutzung auszugehen.
Darüber hinaus besteht im Plangebiet für die weiteren ausgeschlossenen Nutzungen (wie
bspw. Anlagen für sportliche Zwecke oder Betriebe des Beherbergungsgewerbes) kein Bedarf.
Es sind im Baugebiet wohngebietstypische kleinteilige Strukturen geplant, die auf das

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Art der baulichen Nutzung - Allgemeines Wohngebiet
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Plangebiet in Nutzung und Wirkung reflektieren. Gartenbaubetriebe und Tankstellen stellen in
der Regel größere Strukturen dar und dienen nicht nur der „Versorgung“ des Plangebietes.
Störwirkungen, z. B. durch eine intensive Flächeninanspruchnahme oder ein höheres Ver-
kehrs- und Parkaufkommen, sind nicht gewünscht und lassen sich nicht mit den Anforderun-
gen an die denkmalgeschützte Situation vereinbaren.
Mit der Festsetzung TF 1.3 wird dem Ziel Rechnung getragen, auf den Nebenanlagen im Ge-
biet ggf. Solaranlagen (Photovoltaik und Solarthermie) installieren zu können.
11.3
Maß der baulichen Nutzung
11.3.1 Grundflächenzahl
Planzeichnung
Gemäß Planeinschrieb wird für die allgemeinen Wohngebiete die Grundflächenzahl (GRZ) mit
0,4 festgesetzt.
Begründung:
Das Maß der baulichen Nutzung wird durch die Festsetzung einer Grundflächenzahl (GRZ)
oder die Festsetzung einer Größe der Grundfläche (GR), die gleich der Flächeninhalte der
festgesetzten überbaubaren Grundstücksflächen geregelt sind, bestimmt.
Die Systematik der Baunutzungsverordnung fordert zur Festsetzung des Maßes der baulichen
Nutzung gemäß § 16 Abs. 3 BauNVO neben einer entsprechenden Geschosszahl- oder Hö-
henfestsetzung stets die Festsetzung der Grundflächenzahl (GRZ) oder die Größe der Grund-
flächen (GR).
Insgesamt gewährleistet die gewählte Festsetzung, dass in den Baugebieten eine den über-
geordneten städtebaulichen und denkmalpflegerischen Zielen entsprechende Bebauung mit
einem ökologisch verträglichen Dichtewert realisiert werden kann. Ferner ermöglichen die
Festsetzungen die wirtschaftlich tragfähige Vermarktung der Grundstücke und eine im hohen
Maß bodenschonende Entwicklung der Gebiete.
Diese Art der Festsetzung wird gewählt, um innerhalb der klar begrenzten Baugebiete für die
dort angestrebte Bebauung eine größtmögliche Flexibilität in der Ausnutzung der zur Verfü-
gung stehenden Grundstücksfläche zu gewährleisten.
TF 2.1
Die zulässige Grundfläche darf für die teilbaugebiete WA 1 bis WA 5 durch Stellplätze mit ih-
ren jeweiligen Zufahrten, Nebenanlagen i. S. d. § 14 BauNVO wie folgt überschritten werden.

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WA 1: 0,5
WA 2: 0,45
WA 3: 0,6
WA 4: 0,5
WA 5: 0,5
[§ 19 Abs. 4 BauNVO]
Begründung:
Ziel ist eine städtebaulich optimale Nutzung dieser Flächen für die vorgenannte Art der bauli-
chen Nutzung. Dem wird mit der Festsetzung der Grundflächenzahl (GRZ) Rechnung getra-
gen. Dies ist erforderlich, um die notwendigen baulichen und sonstigen Anlagen (Parkflächen)
komprimiert zu verorten.
Auf die Festsetzung einer Geschossflächenzahl (GFZ) kann verzichtet werden, da im B-Plan
die GRZ und die Höhe baulicher Anlagen festgesetzt wurde. Im Rahmen des Planverfahrens
wurde dennoch geprüft, ob die Obergrenze der GFZ gem. § 17 BauNVO eingehalten wird. In
allen Teilen ist dies gegeben.
Durch die im städtebaulichen Konzept vorgeschlagenen Hauptbaukörper bleibt die zulässige
GRZ von 0,4 eingehalten und könnte sogar teilweise unterschritten werden.
Sowohl aus dem Flächenbedarf des ruhenden Verkehrs als auch aufgrund der Zielstellung der
denkmalgerechten Sanierung des Bestandes ergibt sich die Notwendigkeit, die zulässige
Grundfläche gemäß § 19 Abs. 4 BauNVO zu überschreiten.
Für die einzelnen Teilbaugebiete wird die Überschreitung für Nebenanlagen aufgrund der Flä-
chengrößen und notwendigen Spielräumen gesondert geregelt. Zum schonenden Umgang mit
dem Schutzgut Boden soll der Bebauungsplan, hinter den nach BauNVO maximal zulässigen
Überschreitungen zurückbleiben. Für die Realisierung der Nebenanlagen bleibt dennoch ge-
nügend Spielraum.
Die Überschreitung der Grundfläche für allgemeine Wohngebiete nach § 19 Abs. 4 BauNVO
begründet sich daraus, dass
der Erhalt der denkmalgeschützten Bausubstanz gesichert werden soll,
eine siedlungsstrukturell passende bauliche Dichte durch die behutsame
städtebauliche Ergänzung durch Neubauten angestrebt wird und
eine Reduzierung der GRZ zur Folge hätte, dass die zweckentsprechende
Grundstücksnutzung als Wohngebiet wesentlich erschwert werden würde.
Weiterhin wird durch diese Konzentration dafür Sorge getragen, dass an anderer Stelle für
diese Zwecke keine Flächen in Anspruch genommen werden müssen und somit nachteilige
Auswirkungen auf die Umwelt vermieden werden.
Die allgemeinen Anforderungen an gesunde Wohn- und Arbeitsverhältnisse (Belichtung, Be-
sonnung, Belüftung) werden nicht beeinträchtigt.

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11.3.2 Höhe baulicher Anlagen
Planzeichnung
Gemäß Planeinschrieb wird die zulässige Geschossigkeit festgesetzt.
[§ 16 Abs. 2 Nr. 3 BauNVO i. V. m. § 20 BauNVO]
Planzeichnung
Gemäß Planeinschrieb ist eine maximale Höhe der Oberkante baulicher Anlagen in m über
Bezugshöhe für die überbaubaren Grundstücksflächen festgesetzt. Bezugshöhe ist die mitt-
lere Höhe der natürlichen Geländeoberfläche, gemessen zwischen den äußeren Eckpunkten
der Außenwände des jeweiligen Hauptbaukörpers.
[§ 9 Abs. 1 Nr. 1 BauGB, § 18 BauNVO]
Begründung:
Mit den Höhenvorgaben soll im WA 5 der denkmalgeschützten Bausubstanz entsprochen und
im WA 1 bis WA 4 die Ergänzung durch Neubauten in ihrer Höhe geregelt werden. Damit soll
zusätzlich zur hier gleichfalls festgesetzten maximalen Geschossigkeit eine höhenmäßige Har-
monie der denkmalgeschützten Anlage bewirkt werden. So werden die ortstypischen Gebäu-
dehöhen berücksichtigt und dem prägenden denkmalgeschützten Objekt untergeordnet.
Die Höhenfestsetzungen der Bestandsgebäude spiegeln die derzeitige Situation plus einen
Spielraum für notwendige bauliche Sanierungsarbeiten wider.
Die Neubauten im WA 1 bis WA 3 sind wie folgt zeichnerisch festgesetzt:
im WA 1 und WA 2 mit maximal zwei Vollgeschossen und einer Oberkante baulicher
Anlagen von 12,0 m
im WA 3, WA 4 und WA 5 mit maximal drei Vollgeschossen und einer Oberkante
baulicher Anlagen von 15,0 m
TF 2.2
Für die festgesetzten Höhen der einzelnen Bauflächen sind Abweichungen bis zu 30 cm zu-
lässig.
Begründung:
Die festgesetzten Gebäudehöhen nehmen Bezug auf die Umgebung. Aufgrund der hier vor-
handenen Gebäudehöhen sind die festgesetzten Abweichungen von 30 cm städtebaulich nicht
relevant und erleichtern damit geringfügige Anpassungen der Gebäudehöhen, die sich im Rah-
men der Detailplanung unter Umständen ergeben können.

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11.3.3 Bauweise
Planzeichnung
Gemäß Eintrag in den Nutzungsschablonen der Baugebiete sind den allgemeinen Wohnge-
bieten folgende Bauweisen zugeordnet:
offene Bauweise, Hausgruppen, Doppelhäuser
[§ 9 Abs.1 Nr. 2 BauGB i.V.m. § 22 Abs. 2 BauNVO]
Begründung:
Die offene Bauweise transportiert die Bebauungsabsicht, welche durch das städtebauliche
Konzept definiert wird. Die 2- bzw. 3 geschossige, freistehende Doppelhaus- und Hausgrup-
penbebauung mit ihrer offenen Bauweise orientiert sich typologisch am benachbarten Gebäu-
debestand und setzt die Planungsabsicht einer Fortsetzung der vorhandenen ortstypischen
Baustrukturen und des historisch gewachsenen Ortsbildes bestmöglich um.
11.3.4 Überbaubare Grundstücksfläche
Planzeichnung
Die überbaubaren Grundstücksflächen werden zeichnerisch durch Baulinien und Baugrenzen
festgesetzt.
[§ 23 Abs. 2 und 3 BauNVO]
TF 2.3
Sofern die Abstandsflächen gewahrt bleiben, ist ein Vortreten von Terrassen und Balkonen
über die festgesetzten Baugrenzen um maximal 3,00 m zulässig.
[§ 9 Abs. 1 Nr. 2a BauGB]
Begründung:
Das Gebiet des B-Planes zeichnet sich durch seine städtebaulich ansprechende Lage aus.
Städtebaulich maßgebende Raumkanten und Baufluchten innerhalb des Plangebietes sind
damit gegeben.
Die straßenbegleitenden Bereiche sollen städtebaulich gefasst werden. Aus diesem Grund
werden die umgebenden Baufenster auf der dem Straßenraum zugewandten Seite entspre-
chend durch Baulinien markiert.
Für die Fassung der anderen überbaubaren Grundstücksflächen genügt die Festsetzung von
Baugrenzen, weil sich dort die festgesetzten Baufensterabmessungen eng an die jeweils in
ihnen vorgesehenen Baukörper anlehnen und somit die städtebauliche Gesamtkonzeption un-
terstützen.

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Seite 84
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Die Bautiefen ergeben sich überwiegend aus dem vorhandenen Gebäudebestand und den
Anforderungen an Bautiefen, die eine ausreichende Belichtung gewährleisten.
Die Baufenster definieren im Allgemeinen die jeweiligen Hauptbaukörper, welche den städte-
baulichen Raum prägen. Für die Neubauten werden überbaubare Grundstücksflächen so di-
mensioniert, dass die geplanten Baukörper realisierbar sind.
Im WA 1 und WA 4 sollen gem. städtebaulichem Konzept Hofhäuser realisiert werden. Um bei
der Anordnung und Ausbildung der Hofhäuser eine notwendige Flexibilität gewährleisten zu
können wird das Baufenster, welches die überbaubare Grundstücksfläche definiert, entspre-
chend groß dimensioniert.
Für Terrassen und Balkone besteht die Möglichkeit, die festgesetzten Baugrenzen im be-
schränkten Maß zu überschreiten. Die Terrassen und Balkone sind zurückhaltend und offen
zu gestalten. Dies ergibt sich aus der Berücksichtigung der Belange des Denkmalschutzes,
aber auch aus dem Ziel, dass der städtische Raum zukünftig über die Hauptbaukörper und
nicht über die Terrassen und Balkone geprägt werden soll.
TF 2.4
In den Baugebieten sind außerhalb der überbaubaren Grundstücksfläche Nebenanlagen ge-
mäß § 14 BauNVO zulässig.
Begründung:
Um die notwendigen Stellplätze sowie Entsorgungsanlagen realisieren zu können und die gärt-
nerische Nutzung zur Selbstversorgung nicht einzuschränken, werden in den nicht überbau-
baren Grundstücksflächen Nebenanlagen zugelassen, sofern keine anderen Festsetzungen
dem Entgegenstehen.
Die dezentralen Rückhalteanlagen auf den Grundstücken werden im Bebauungsplan nicht ge-
sondert festgesetzt. Dies begründet sich daraus, dass die Lage der Rückhalteanlagen auf dem
Grundstück offengehalten werden soll. Diese können in den nichtüberbaubaren Freiflächen
aber auch unter Stellplätzen, Wegen und Zufahren liegen. Weiterhin unterscheidet sich auch
der jeweilige Flächenbedarf je Grundstück.
Im Erschließungsvertrag mit dem Abwasserzweckverband Parthe wird die individuelle Einleit-
menge in den zentralen Regenwasserkanal in der Planstraße geregelt. Wie am Ende die tat-
sächliche Rückhaltung erfolgt, bleibt somit dem zukünftigen Nutzer überlassen.
TF 2.5
Im WA 1 sind im Bereich der hügelbauende Ameisenvölker der Gattung Formica Nebenanla-
gen gemäß § 14 BauNVO ausgeschlossen.
Begründung:

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Seite 85
An der westlichen Grenze des B-Plangebietes konnten mehrere große hügelbauende Amei-
senvölker der Gattung Formica nachgewiesen werden. Die vorhandene Population ist vor Ort
zu belassen und durch geeignete Schutzmaßnahmen dauerhaft und insbesondere während
der Bauzeit zu sichern. Dem kommt diese Festsetzung nach. Da Ameisenhaufen in Bezug auf
die Dauer der Rechtskraft des Bebauungsplanes ihren „Standort wechseln“ trifft der Bebau-
ungsplan keine konkrete lokale Festsetzung. Die Festsetzung reagiert auf die jeweilige Situa-
tion. Bei dem Vorkommen im Geltungsbereich ist nicht ausgeschlossen, dass das diese sich
zukünftig nach Westen verlagern und somit keine Einschränkungen in Bezug auf die Neben-
anlagen notwendig sind. Mit der Entwicklung des Gebietes mit einer intensiven Nutzung ist
eine Verlagerung der Ameisenhaufen nach Osten nicht zu erwarten.
11.3.5 Vom Bauordnungsrecht abweichende Tiefe der Ab-
standsflächen gem. § 9 Abs. 1 Nr. 2a BauGB
TF 2.6
Für das im WA 5 festgesetzte Baufeld wird gem. § 9 Abs. 1 Nr. 2a BauGB auf der nördlichen
Seite der überbaubaren Grundstücksfläche/Baulinie zur öffentlichen Verkehrsfläche als Maß
der Tiefe der Abstandsfläche mind. 3,55 m festgesetzt.
[§ 9 Abs. 1 Nr. 2a BauGB]
Begründung:
Laut § 6 Abs. 5 SächsBO beträgt die Tiefe der Abstandsflächen in der Regel 0,4 H (Höhe),
mindestens jedoch 3 m vor der Außenwand eines Gebäudes. Höhe in diesem Sinne ist das
Maß von der Geländeoberfläche bis zum oberen Abschluss der Wand.
Im allgemeinen Wohngebiet WA 5 befindet sich ein bestehendes, denkmalschutzrechtlich ge-
schütztes Gebäude, dessen bestehende kennzeichnende Höhe in die Festsetzungen des vor-
liegenden Bebauungsplanes mit Firsthöhe (FH) = 15 m und Traufhöhe (TH) = 10 m übernom-
men wurden.
Der städtebauliche Entwurf des vorliegenden Bebauungsplanes sieht nunmehr vor, das Gebiet
durch eine neue Planstraße/öffentliche Verkehrsfläche zu erschließen. Diese Erschließung ist
nur mit Anbindung an die Wurzener Straße nördlich des bestehenden denkmalschutzrechtlich
geschützten Gebäudes möglich. Für ein weiteres ausreichend bemessenes Baufeld nördlich
des Gebäudes und die flächensparende, dichte Bauweise, ist die Planstraße soweit wie mög-
lich an das bestehende Gebäude heranzurücken, ohne dass an die Straße herangebaut wird.
Damit ergibt sich aber eine Unterschreitung der gem. § 6 Abs. 2 SächsBO festgelegten Ab-
standsflächen in Bezug auf die nunmehr neue Straßenmitte, ohne dass die mit den Abstands-
flächen beabsichtigten Schutzfunktionen (Belichtung, Belüftung, Brandschutz, Sozialabstand)
beeinträchtigt werden.

Begründung zum Bebauungsplan „Lindenhof Kleinsteinberg“ I Entwurf
Art der baulichen Nutzung - Allgemeines Wohngebiet
Seite 86
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Die Abweichung betrifft die nördlich einzuhaltende Abstandsfläche der denkmalgeschützten
baulichen Anlage zur nördlich angrenzenden Planstraße. Bei einer Gebäudehöhe von 10 m
bzw. 15 m je nach Dachgestaltung würde die reguläre Tiefe der Abstandsfläche (0,4 H) 4,0 m
bzw. 4,6 m betragen. Die erforderliche Abstandsfläche der Bebauung im WA 3 auf der gegen-
überliegenden Straßenseite beträgt ebenfalls 4,0 m bzw. 4,6 m. Der Gebäudeabstand beträgt
11 Meter. Die Gebäude untereinander halten somit den erforderlichen Abstand ein.
Allein nach § 6 Abs 2 SächsBO dürfen die Abstandsflächen der nördlichen Baulinie/Gebäude-
kante des denkmalschutzrechtlich geschützten Gebäudes nur bis zur Mitte der 6,50 m breiten
Verkehrsfläche liegen. Bemessen an der nordöstlichen Kante des Baufeldes/östliche Grenze
der Baulinie beträgt der geringste Abstand zur Straßenmitte 3,55 m, womit die erforderliche
Abstandsflächentiefe von 4.0 m bzw. 4,6 m überschritten wird.
Da durch diese Überschreitung die Schutzfunktionen der Abstandsflächen der Gebäude un-
tereinander nicht beeinträchtigt werden, wird für das WA 5 von der Möglichkeit Gebrauch ge-
macht, vom Bauordnungsrecht abweichende Maße der Tiefe der Abstandsflächen gem. § 9
Abs. 1 Nr. 2a BauGB i.V.m. § 6 Nr. 5 Abs. 5 SächsBO als maßgebliche Maße festzusetzen.
Weitere Alternativen ergeben sich ebenfalls nicht, da es sich bei der betreffenden baulichen
Anlage um einen unter Denkmalschutz stehenden Gebäudebestand handelt, der planungs-
rechtlich gesichert werden soll. Eine Reduzierung der vorhandenen Gebäudesubstanz würde
jedoch zu Eingriffen in die Bausubstanz führen, die aus denkmalpflegerischen Aspekten nicht
befürwortet werden kann. Zur Konversion des Gebäudebestands ist daher die Festsetzung
einer vom Bauordnungsrecht abweichende Abstandsflächentiefe notwendig.
Gemäß § 89 Abs. 1 Nr. 6 SächsBO sind derartige abweichende Maße der Abstandsflächen-
tiefen zulässig, soweit dies u. a. zur Verwirklichung der Festsetzungen einer städtebaulichen
Satzung erforderlich ist und eine ausreichende Belichtung zur Erreichung gesunder Wohn-
und Arbeitsverhältnisse sowie der Brandschutz gewährleistet sind. Mit den festgesetzten Ab-
standsflächen ist dies gegeben. Die Gebäude sind für die Feuerwehr gut erreichbar.
In Bezug auf die Mitte der Straßenfläche ergibt sich somit eine Abstandsfläche von mind. 3,55
m.
Es ist weiterhin durch die getroffenen Festsetzungen sichergestellt, dass in dem betroffenen
Bereich keine weiteren Gebäude errichtet werden können. Eine gute und ausreichende Be-
lichtung des Gebäudes bleibt gewährleistet.
In Abwägung der privaten Eigentümerinteressen mit dem Abstandsflächenrecht der SächsBO
ist ein Teilrückbau des Gebäudes, um die regulären Abstandsflächen einzuhalten, nicht ge-
rechtfertigt.

Begründung zum Bebauungsplan „Lindenhof Kleinsteinberg“ I Entwurf
Öffentliche Straßenverkehrsflächen
seecon Ingenieure I 09.09.2020
Seite 87
12
Öffentliche Straßenverkehrsflächen
Planzeichnung
In der Planzeichnung wird die Planstraße als öffentliche Straßenverkehrsfläche festgesetzt.
[§ 9 Abs. 1 Nr. 11 BauGB]
Begründung:
Über diese Straßenverkehrsfläche ist die verkehrs- und medienseitige Haupterschließung des
Plangebietes geplant.
Entsprechend dem städtebaulichen Konzept werden zur Sicherung der Erschließung des Ge-
bietes eine Stichstraße festgesetzt. Diese Festsetzung ist zugleich die Grundlage für die künf-
tige öffentliche Widmung der Straßen. Die verkehrstechnische Erschließung des Plangebietes
soll von der Wurzener Straße im Osten über eine bestehende Gebietszufahrt erfolgen. Am
nördlichen Ende ist ein Wendehammer vorgesehen, um die Befahrung durch Entsorgungs-
und Rettungsfahrzeuge zu gewährleisten. Die südlichen Grundstücke werden, wie im Bestand,
über die Kleinsteinberger Straße erschlossen.
Die als Straßenverkehrsfläche festgesetzte Planstraße stellt die Haupterschließung dar und
ermöglichen als Teil des öffentlichen Straßennetzes eine effiziente und uneingeschränkte öf-
fentliche Nutzung des Plangebietes.
Die Ausbaubreite von 6,50 m (Fahrbahn 5,50 m, plus je 0,5 m Lichtraumprofil an beiden Sei-
ten) der künftigen Wohnstraße ergibt sich aus den standortspezifischen Anforderungen.
Stellplätze sollen auf den privaten Grundstücken untergebracht werden. Besucherparkplätze
im öffentlichen Straßenraum sollen möglich sein.
13
Geh- und Leitungsrechte
TF 3
Die in der Planzeichnung festgesetzten, mit Geh- bzw. Leitungsrechten zu belastenden Flä-
chen sind wie folgt zu belasten:
G
mit Gehrechten zugunsten der Allgemeinheit
L
mit Leitungsrechten zugunsten der Leitungsträger
[§ 9 Abs. 1 Nr. 21 BauGB]
Begründung:
Gehrechte (G)

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Wasserflächen
Seite 88
seecon Ingenieure I 09.09.2020
Die Festsetzung von Gehrechten zugunsten der Allgemeinheit gewährleistet eine uneinge-
schränkte öffentliche Nutzung. Die Grünfläche pGF2 wird mit Gehrechten zugunsten der All-
gemeinheit belegt, um die Zugänglichkeit des geplanten Spielplatzes nicht nur für die künftigen
Bewohner des Gebietes, sondern auch für die Nachbarschaft sicherzustellen. Ziel ist es, das
Gebiet damit von Beginn an als lebendige und offene Nachbarschaft in das bestehende Orts-
gefüge zu integrieren.
Leitungsrechte (L)
Die Festsetzung von Leitungsrechten zugunsten der Leitungsträger gewährleistet die gesi-
cherte Ver- und Entsorgung des Plangebietes und der umliegenden Gebiete. Gemäß Kap. 5.6
der Begründung verläuft eine Mittelspannungsleitung durch das Gebiet. Diese soll im Rahmen
der Erschließung in Teilen in die vorgesehene Verkehrsfläche umverlegt werden. Im Westen
des WA 1 sowie im Osten des WA 5 besteht die Notwendigkeit ein Leitungsrecht vorzusehen,
um eine Umverlegung zu gewährleisten. Damit bleiben eine zukünftige Erschließung sowie die
Befahrbarkeit der Medientrasse gewährleistet.
Im Nordosten des WA 2 wird im Bereich zwischen Wendehammer und dem Nachbargrund-
stück 119/c ebenso ein Leitungsrecht zugunsten der Leitungsträger vorgesehen. Damit wird
die Ableitung des Regen- und Schmutzwassers über das Nachbargrundstück in die Bestands-
leitungen des AZV in der Wurzener Straße gesichert. Das Regenwasser soll über eine Druck-
leitung und das Schmutzwasser im Freigefälle über das Nachbargrundstücke abgeleitet wer-
den. Die Ausführung erfolgt in grabenloser Bauweise. Zur Sicherstellung der Ableitung wird
auch auf dem Nachbargrundstücke 119/c eine Dienstbarkeit zugunsten des AZV Parthe im
Grundbuch eingetragen. Die Freihaltetrasse dafür verläuft an der nördlichen Grundstücks-
grenze von 119/c und hat ebenso wie im B-Plangebiet eine Breite von 3,90 m.
14
Wasserflächen
Planzeichnung
In der Planzeichnung ist eine Wasserfläche festgesetzt.
[§ 9 Abs. 1 Nr. 16 a BauGB]
Begründung:
Im westlichen Bereich des Plangebietes zwischen WA 1und WA 4 befindet sich ein wasser-
führender Graben. Gespeist wird dieser aktuell vermutlich aus der Drainage des Sandreitplat-
zes sowie der Dachentwässerung des Pferdstalls. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist die Was-
serfläche als Standgewässers mit variierenden Wasserständen zu charakterisieren.
Nach einer Vor-Ort-Begehung durch das Umweltamt, SG Wasser/Abwasser des Landkreises
Leipzig ist die Wasserfläche als Standgewässer 2. Ordnung einzustufen und unterliegt damit

Begründung zum Bebauungsplan „Lindenhof Kleinsteinberg“ I Entwurf
Maßnahme zum Schutz, zur Pflege und zur Entwicklung von Boden, Natur und Landschaft
seecon Ingenieure I 09.09.2020
Seite 89
dem Geltungsbereich des Sächsischen Wassergesetzes (SächsWG). Zum Gewässer muss
daher ab der Böschungsoberkante landeinwärts ein Abstand baulicher Anlagen von 5 m ein-
gehalten werden.
15
Maßnahme zum Schutz, zur Pflege und zur
Entwicklung von Boden, Natur und
Landschaft
TF 4
Die in der Planzeichnung festgesetzte Fläche für Maßnahmen zum Schutz, zur Pflege und zur
Entwicklung von Boden, Natur und Landschaft ist zu erhalten und extensiv zu pflegen. Bäume
mit einem Stammdurchmesser von > 10 cm, gemessen in einer Stammhöhe von 1 m, sind
dauerhaft zu erhalten oder nach Abgang oder Beseitigung durch heimische, standortgerechte
Bäume der Pflanzklasse B zu ersetzen.
[§ 9 Abs. 1 Nr. 20 BauGB]
Begründung:
Die Fläche ist als Baum-Strauch-Gruppen zu entwickeln und dauerhaft zu erhalten. Die Baum-
gruppen entlang der Uferkante stellen bereits jetzt eine deutliche Zäsur im Gebiet dar, die
erhalten und gesichert wird.
Die festgesetzte Mindestanzahl der Bäume je Fläche ist am Bestand orientiert, wobei vitale
Bäume mit einem Stammdurchmesser > 10 cm in einem Meter Höhe als Referenz dienen.
16
Grünordnerische Festsetzung
TF 5.1
Für die nachstehenden Festsetzungen werden die Pflanzqualitäten wie folgt definiert:
Pflanzklasse A
Stellplatzbäume
StU* mindestens 20-25 cm, Hochstamm
Kronenansatz in mindestens 2,5 m Höhe (Lichtraumprofil)
Pflanzklasse B
Bäume auf privaten Grundstücken
StU* mindestens 16-18 cm, Hochstamm
Pflanzklasse C
Sträucher
Pflanzgröße 60-80 cm,
mindestens zwei Sträucher pro m²

Begründung zum Bebauungsplan „Lindenhof Kleinsteinberg“ I Entwurf
Grünordnerische Festsetzung
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seecon Ingenieure I 09.09.2020
*StU = Stammumfang, gemessen in 1 m Höhe
Alle festgesetzten Pflanzungen sind dauerhaft zu erhalten und bei Abgang in der entspre-
chenden Pflanzklasse zu ersetzen.
[§ 9 Abs. 1 Nr. 25a BauGB]
Begründung:
Die Festsetzung der Pflanzqualitäten dient neben dem städtebaulichen Erscheinungsbild der
Sicherung der Mindestqualitäten der festgesetzten Anpflanzungen und darüber der Sicherung
der Mindestwertigkeiten im Rahmen der Ausgleichsbilanzierung. Weiterhin tragen sie zu ei-
nem homogenen Erscheinungsbild der Neupflanzungen bei und erzielen relativ schnell einen
hohen ökologischen Wert für das Gebiet.
16.1
Begrünung der privaten Grundstücksflächen in
den Baugebieten
TF 5.2
Für die Baugrundstücke der Baugebiete WA 1 bis WA 5 wird festgesetzt:
Je angefangene 500 m² Fläche und Baugrundstück ist mindestens ein heimischer, standort-
gerechter Laubbaum (Pflanzklasse B) zu pflanzen, dauerhaft zu erhalten und bei Abgang
durch einen heimischen, standortgerechten Laubbaum der Pflanzklasse B zu ersetzen.
Begründung:
Die Festsetzungen zur Begrünung der privaten Grundstücksflächen in den Wohngebieten be-
schränken sich auf die Anpflanzung eines einheimischen, standortgerechten Laub- oder Obst-
baums mit einem Stammumfang von mindestens 16,0 bis 18,0 cm je angefangene 500 m²
Fläche und Baugrundstück. Es wird eine ortstypische Durchgrünung angestrebt. Die Anpflan-
zung von Laubbäumen und Obstbäumen auf den privaten Flächen erfolgt mit dem Ziel, die
Wohngebiete durch vertikale Freiraumstrukturen aufzulockern und optisch zu beleben. Geeig-
nete Baumarten sind in den Pflanzempfehlungen im Anhang genannt. Durch die Festsetzung
ist gesichert, dass auch im Fall von kleineren Grundstücken als 500 m² eine Anpflanzung je
Baugrundstück zu erfolgen hat.
Laubbäume tragen zum angestrebten stark durchgrünten Charakter der neuen Wohngebiete
bei. Zudem sind einheimische Gehölze eine wichtige Lebens- und Nahrungsgrundlage für
zahlreiche heimische Tierarten. Weiterhin übernehmen Großgehölze auch lokalklimatische
Funktionen, da sie die direkte Sonneneinstrahlung mindern, Schatten spenden und somit das
Aufheizen versiegelter Flächen verringern, durch Verdunstung kühlen und Schadstoffe,
Stäube und CO2 binden. Eine Begrünung sorgt weiterhin für einen Teilausgleich der beein-
trächtigten Bodenfunktionen und schafft Ersatz für den versiegelten Boden. Die Grünflächen

Begründung zum Bebauungsplan „Lindenhof Kleinsteinberg“ I Entwurf
Grünordnerische Festsetzung
seecon Ingenieure I 09.09.2020
Seite 91
fördern die Speicherung und Verdunstung des anfallenden Niederschlagswassers und trägt
damit zur Reduzierung des Oberflächenabflusses bei.
Die verbleibenden Flächen sind gem. Sächsischer Bauordnung § 8 zu begrünen. Damit ist
gewährleistet, dass diese restlichen Flächen auf Dauer vegetationsbedeckt sind. Hinsichtlich
der Ausgestaltung werden keine Vorgaben getroffen, um verschiedenste Begrünungen (z. B.
Rasen, Zierbeete) zu ermöglichen.
Die Flächen zum Erhalt von Bäumen, Sträuchern und sonstigen Bepflanzungen sind als
Baum-Strauch-Gruppen zu entwickeln und dauerhaft zu erhalten. Durch die Unterpflanzung
werden artenschutzrechtliche Ziele verfolgt. Innerhalb der Flächen sind zum Teil strauchartige
Bestände (Jungwuchs) entstanden, die als Bruthabitat für gebüschbewohnende Vogelarten
dienen. Die Baumgruppen entlang der Geltungsbereichsgrenze im Norden stellt bereits jetzt
eine Zäsur im Gebiet dar, die erhalten und gesichert wird. Die Maßnahme dient zur Gestaltung,
Durchgrünung des Plangebietes sowie zu Sicherung und Aufwertung des Landschaftsbildes.
Lebensräume für Flora und Fauna werden somit gesichert.
Planzeichnung
In einzelnen Baugebieten ist der Erhalt von einzeln stehenden Bäumen festgesetzt.
[§ 9 Abs. 1 Nr. 25b BauGB]
Begründung:
Die Festsetzung sichert den dauerhaften Erhalt der markanten Bäume an den aus städtebau-
lichen Gründen punktuell festgesetzten Standorten. Weiterhin werden mit der Festsetzung die
höhlenreiche Einzelbäume, welche nach § 30 BNatSchG und § 21 SächsNatSchG als gesetz-
lich geschützte Biotope einzuordnen sind, geschützt.
Der Erhalt bereits vorhandener Bäume sichert zum einen die Nutzung vorhandener Durchgrü-
nung als auch den Erhalt von bestehendem Lebensraum. Etablierte Bestandsbäume bieten
eine höhere ökologische Wertigkeit (u. a. Blattmasse, Schattenwurf usw.) und vielfältigere Le-
bensräume als Neupflanzungen. Weiterhin fällt der Pflegebedarf geringer aus.
16.2
Grünfläche pGF 1 am Bahndamm
TF 5.3
In der Fläche pGF 1 sind Bäume mit einem Stammdurchmesser von > 10 cm, gemessen in
einer Stammhöhe von 1 m, dauerhaft zu erhalten oder nach Abgang oder Beseitigung durch
heimische, standortgerechte Bäume der Pflanzklasse B zu ersetzen.
[§ 9 Abs. 1 Nr. 25b BauGB]
Begründung:

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Grünordnerische Festsetzung
Seite 92
seecon Ingenieure I 09.09.2020
Die direkt an die Bahntrasse angrenzende Fläche wird als private Grünfläche ausgewiesen
und ist somit von Bebauung freizuhalten. Die Flächen dient mit ihren Gehölzen der Abschir-
mung zum Bahndamm und bildet einen grünen Rand. Durch die Festsetzung eines dauer-
haften Erhalts und der Sicherung von Bestandsgehölzen werden artenschutzrechtliche Ziele
verfolgt. Die Fläche dient damit als potenzielle Fortpflanzungs- und Ruhestätte für Reptilien
(z. B. Zauneidechsen und Glattnattern) sowie als möglicher Lebensraum für Brutvögel.
16.3
Grünfläche pGF 2 Kinderspielplatz
TF 5.4
Für die private Grünflächen pGF 2 „Spielplatz“ gilt:
In der Fläche sind an der Westseite drei Bäume der Pflanzklasse B zu pflanzen, dauerhaft zu
erhalten und nach Abgang durch heimische, standortgerechte Bäume der Pflanzklasse B zu
ersetzen. Die Bäume sind mit heimischen, standortgerechten Laubsträuchern (Pflanzklasse
C) zu unterpflanzen.
Die Fläche ist dauerhaft als intensive Strauch und Rasenfläche zu entwickeln.
[§ 9 Abs. 1 Nr. 25a BauGB]
Begründung:
Mit der privaten Grünfläche wird über die Festsetzung der Zweckbestimmung „Spielplatz“ eine
Fläche vorgehalten, die im gesamten Plangebiet zentral in direkter Nachbarschaft der neuen
Bauvorhaben vorgesehen ist. Somit ist eine gute Erreichbarkeit der Spielflächen für die Be-
wohner des zukünftigen Wohnquartiers sowie der Allgemeinheit gewährleistet. Der Spielplatz
ist Teil des Baugebietes und damit nicht einzelnen Häusern zugewiesen. Durch die eigenstän-
dige Festsetzung einer Grünfläche, steht der Spielplatz allen offen. Die Lage des Spielplatzes
an der öffentlichen Planstraße, unterstützt die öffentliche Zugänglichkeit und Erreichbarkeit.
Die Festsetzung der Anzahl Laub- bzw. Obstbäume je Fläche erfolgt mit dem Ziel, für ein
ausgewogenes Verhältnis von Beschattung und Besonnung zu sorgen. Bei der Bepflanzung
mit Sträuchern, die Strukturierung und Abschirmung schaffen, können zusätzlich zu den in der
Pflanzliste genannten Arten auch solche mit besonderem Duft- und Blühaspekt verwendet
werden, um den Kindern vielfältige Sinneseindrücke zu ermöglichen. Geeignete Arten werden
im Anhang vorgeschlagen.
Durch die Bepflanzung mit Sträuchern werden artenschutzrechtliche Ziele verfolgt. Innerhalb
der Flächen dienen diese als Bruthabitat für gebüschbewohnende Vogelarten.

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Örtliche Bauvorschriften
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Seite 93
16.4
Begrünung von Stellplatzanlagen
TF 5.5
Je angefangene vier Stellplätze ist ein einheimischer, standortgerechter Laubbaum (Pflanz-
klasse A) zwischen den Stellplätzen, beziehungsweise in einem Abstand von max. 2 m zu
diesen zu pflanzen. Die offene, unversiegelte Bodenfläche je Baum (Baumscheibe) muss min-
destens 6 m² betragen, einen Mindestquerschnitt von 2 m aufweisen und ist vor Überfahren
zu schützen.
[§ 9 Abs.1 Nr. 25a BauGB]
Begründung:
Mit der Pflanzung von Bäumen im Bereich der Stellplatzanlagen zwischen den Stellplätzen
bzw. an den Rändern der jeweiligen Stellplätze wird die optisch störende Wirkung der versie-
gelten Flächen gemindert. Die Festsetzung zur Stellplatzbegrünung dient dem Ziel, die Auf-
heizung der versiegelten Stellflächen durch Beschattung mit Großbäumen zu vermindern. Die
zu pflanzenden Bäume sind daher so anzuordnen, dass eine möglichst umfassende Verschat-
tung der Stellplatzflächen erfolgt. Daher sind die Bäume auch in direkter Lage an den Stell-
plätzen zu pflanzen. Mit der Regelung, dass der Baum in einem Abstand von max. 2 m Ent-
fernung gepflanzt werden soll, wird eine Verschattung der Stellplätze durch die Krone des
Baumes gewährleistet. Dies erhöht die Nutzbarkeit der Stellplätze und verringert die negativen
lokalklimatischen Auswirkungen der Versiegelung.
17
Örtliche Bauvorschriften
17.1
Dachformen
Planzeichnung
In den allgemeinen Wohngebieten sind folgende Dachformen und Dachneigung zulässig:
Satteldach (SD) : 30 - 45 Grad
TF 6.1
Für oberirdisch angeordnete Garagen (einschließlich Carports) und Nebenanlagen sind aus-
schließlich Flachdächer sowie flach geneigte Dächer bis zu einer Neigung von 10 Grad zuläs-
sig.
Begründung:

Begründung zum Bebauungsplan „Lindenhof Kleinsteinberg“ I Entwurf
Örtliche Bauvorschriften
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Für die Neubaugebiete werden Satteldächer festgesetzt. Ziel ist hier die Anlage eines in der
Dachgestaltung einheitlich angelegten Bereichs, der in der Dachgestaltung die Hausstrukturen
der Umgebung aufnimmt und ergänzt. Nebenanlagen sollen sich unterordnen und in ihrer Er-
scheinung in den Hintergrund treten.
17.2
Dachdeckung
TF 6.2
Es sind für die Dacheindeckungen der allgemeinen Wohngebiete nur rote bis rotbraune, nicht
glänzende Materialien zulässig. Dacheindeckungen von Nebenanlagen sind von der Regelung
ausgenommen.
Begründung:
Rote bis rotbraune, nicht glänzende Dachdeckungen prägen die Satteldächer der Wohnbe-
bauung in der maßgeblichen Umgebung, insbesondere im Umfeld der denkmalgeschützten
Substanz. Dieses Farbspektrum wird im Sinne der Kontinuität der Gebietscharakteristik fest-
gesetzt.
17.3 Einfriedungen
TF 6.3
Entlang der Verkehrsflächen sind Einfriedungen nur bis zu einer Höhe von 1,20 m über Ge-
ländeoberfläche zulässig. Entlang der gartenseitigen Grundstücksgrenzen sind Einfriedun-
gen bis zu einer Höhe von 1,80 m über Geländeoberfläche zulässig. Weiterhin sind alle Ein-
friedungen mindestens 10 cm über die Oberkante des anstehenden Geländes zu setzen.
Einfriedungen als massive Mauern‚ gleich welcher Art, sind unzulässig.
[§ 9 Abs. 4 BauGB i.V.m. § 89 SächsBO]
Begründung:
Auch diese Regelungen unterstützen die stadträumliche Kontinuität in den Wohngebieten, die
Entwicklung eines einheitlichen Siedlungsgefüges sowie eines gemeinsamen straßenräumli-
chen Erscheinungsbildes und folgt dem gewünschten Konzept einer offenen Stadtrandsied-
lung. Dabei wird zwischen einer niedrigeren Einfriedungshöhe entlang der Straßenräume und
einer in der Höhe und Ausprägung flexibleren Anordnung entlang der gartenseitigen Grund-
stücksgrenzen unterschieden. Diese Differenzierung dient nicht zuletzt der Ausbildung einer
konfliktminimierten Nachbarschaft sowie eines größeren gärtnerischen Prägevermögens in
den Gartenbereichen. Bezüglich der natürlichen Geländeoberfläche wird auf die Definition

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Örtliche Bauvorschriften
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gemäß der Sächsischen Verwaltungsvorschrift zur SächsBO verwiesen. Demnach ist von dem
vorhandenen Geländeniveau ohne künstliche Aufschüttungen/Abgrabungen auszugehen.
Zur Materialität werden keine Regelungen vorgenommen, um die Flexibilität und Individualität
der einzelnen Grundstücke nicht einzuschränken.
Aufgrund bestehender Wanderkorridore für Amphibien im Plangebiet d.h. die Wanderung zwi-
schen den Wasser- und Landlebensräumen ist eine Zerschneidung zu vermeiden. Im Gebiet
vorhandene Amphibien wandern zwischen dem aufgestauten Graben im Westen und den an-
grenzenden Freiflächen Grünland, Acker) in Richtung Norden. Um eine Barrierewirkung der
geplanten Grenzverläufe zu vermeiden, sind bodenabschließende Abzäunungen zu vermei-
den. Zaunanlagen sind generell mindestens 10 cm über die Oberkante des anstehenden Ge-
ländes zu setzen. Demnach sind z.B. Zaunsockel unzulässig. Damit bleibt der Fortbestand der
Wanderkorridore gewährleistet.
Der Ausschluss massiver Mauern verhindert das Entstehen ortsbildbeeinträchtigender Barrie-
rewirkungen.
17.4 Herzustellende Stellplätze
TF 6.4
Die Anzahl der auf dem Grundstück nachzuweisenden notwendigen Stellplätze sind mit 1,5
Stellplätzen je Wohneinheit festgesetzt.
Begründung:
Die Auswertung der Parkierungssituation der bisher in Brandis realisierten Wohnbauprojekte
sowie die Abstimmung mit dem Fachbereich Bau und Ordnung der Stadtverwaltung Brandis
hat gezeigt, dass der Nachweis von min. 1,5 Stellplätzen je Wohneinheit erforderlich ist. Dies
ist vor allem auf die Lage des Plangebietes zurückzuführen.

Begründung zum Bebauungsplan „Lindenhof Kleinsteinberg“ I Entwurf
Städtebauliche Kalkulation
Seite 96
seecon Ingenieure I 09.09.2020
18
Städtebauliche Kalkulation
Tab. 12
Städtebauliche Kalkulation
Flächenart
Fläche in m²
Fläche in %
Allgemeines Wohngebiet WA 1
6.862
29
Allgemeines Wohngebiet WA 2
2.874
12
Allgemeines Wohngebiet WA 3
1.805
8
Allgemeines Wohngebiet WA 4
2.639
11
Allgemeines Wohngebiet WA 5
5.495
23
Straßenverkehrsflächen
1.874
8
private Grünflächen
1.540
6
Wasserfläche inkl. 5 m Schutzzone
735
3
Geltungsbereich
23.823
100
19
Hinweise
Denkmalschutz
Im Geltungsbereich des Bebauungsplanes ist mit dem bestehenden Dreiseithof (Wohnhaus,
Auszugshaus, Seitengebäude, Scheune, Hofpflasterung sowie die straßenseitige Einfrie-
dungsmauer mit Tordurchfahrt und Pforte) ein Kulturdenkmal festgestellt. Nach § 9 Abs. 6
BauGB wird dieses nachrichtlich in den Bebauungsplan übernommen.
Bei jeder Veränderung an einem Denkmal oder im Umgebungsbereich eines Denkmales ist
daher nach § 12 SächsDSchG eine denkmalschutzrechtliche Genehmigung erforderlich.
Archäologie
Das Landesamt für Archäologie ist vom exakten Baubeginn (Erschließungs-, Abbruch-, Aus-
schachtungs- oder Planierarbeiten) mindestens drei Wochen vorher zu informieren. Die Bau-
beginnsanzeige soll die ausführenden Firmen, Telefonnummer und den verantwortlichen Bau-
leiter nennen.

Begründung zum Bebauungsplan „Lindenhof Kleinsteinberg“ I Entwurf
Hinweise
seecon Ingenieure I 09.09.2020
Seite 97
Das Landesamt für Archäologie weist darauf hin, dass das Vorhaben in einem archäologi-
schen Relevanzbereich liegt (mittelalterlicher Ortskern). Im Zuge der Erdarbeiten können sich
archäologische Untersuchungen ergeben. Bauverzögerungen sind dadurch nicht auszuschlie-
ßen. Den mit den Untersuchungen beauftragten Mitarbeitern ist uneingeschränkter Zugang zu
den Baustellen und jede mögliche Unterstützung zu gewähren. Die bauausführenden Firmen
sind bereits in der Ausschreibung davon zu informieren.
Gründe:
1. Die Genehmigungspflicht für das o.g. Vorhaben ergibt sich aus § 14 SächsDSchG. Danach
bedarf der Genehmigung der Denkmalschutzbehörde, wer Erdarbeiten etc. an einer Stelle
ausführen will, von der bekannt oder den Umständen nach zu vermuten ist, dass sich dort
Kulturdenkmale befinden.
2. Die archäologische Relevanz des Vorhabenareals belegen zahlreiche archäologische Kul-
turdenkmale aus dem direkten Umfeld, die nach § 2 SächsDschG Gegenstand des Denkmal-
schutzes sind.
Altlasten
Das Flurstück 120/1 der Gemarkung Kleinsteinberg ist als Altlastenverdachtsfläche mit der
AKZ 83052009 und der Bezeichnung Stallanlage Kleinsteinberg im Sächsischen Altlastenka-
taster registriert. Konkrete Altlastenuntersuchungen liegen für das Flurstück nicht vor.
Für eine gefahrfreie sensible Umnutzung darf der Boden die Prüf- und Maßnahme gem.
BBodSchV Anhang 2 entsprechend der geplanten Nutzung (Wohngebiet, Spielplatz) nicht
überschreiten. Zum Nachweis sind ggf. weitere Untersuchungen des Bodens nach BBodSchV,
notwendig. Eine entsprechende Rücksprache mit dem Sachgebiet Altlasten/Bodenschutz/Ab-
fallrecht des Landkreis Leipzig wird erwünscht. Werden Überschreitungen der Prüfwerte fest-
gestellt sind entsprechende Maßnahmen erforderlich.
Des Weiteren ist zu berücksichtigen:
Anfallende Abbruch- und Aushubmaterialen sind entsprechend organoleptischer
Ansprache zu separieren und als HW bereitzustellen. Eine Vermischung von
organoleptisch auffälligem und unauffälligem Material ist unzulässig. Die nach
Abfallart in Haufwerken separierten Abbruch- und Aushubmaterialien sind in
Anlehnung an die LAGA PN 98 (Richtlinien für das Vorgehen bei physikalischen,
chemischen und biologischen Untersuchungen im Zusammenhang mit der
Verwertung/Beseitigung von Abfällen, LAGA PN 98 2001) zu deklarieren und der
ordnungsgemäßen Verwertung zuzuführen. Eine repräsentative Untersuchung des
Abbruch- und Aushubmaterials im eingebauten / ursprünglichen Zustand ist ebenfalls
möglich.

Begründung zum Bebauungsplan „Lindenhof Kleinsteinberg“ I Entwurf
Hinweise
Seite 98
seecon Ingenieure I 09.09.2020
Die Verwertung von überschüssigem Boden- und Abbruchmaterial außerhalb des
Bauvorhabens bzw. der Einbau von Bodenmaterialien von einem anderen
Herkunftsort ist nur zulässig, wenn diese Materialien auf mögliche
Schadstoffbelastungen untersucht und als verwertungs- bzw. einbaufähig bewertet
wurden.
Eine Verfüllung von Baugruben darf ausschließlich mit Boden gem. den
Zuordnungswerten Z0 der Richtlinie der Länderarbeitsgemeinschaft Abfall (LAGA)
„Anforderungen an die stoffliche Verwertung von mineralischen Abfällen -
Technische Regeln Boden“ vom 05.11.2004 erfolgen.
Die Verfüllung der Baugruben mit Abbruchmaterial ist nur zulässig, wenn die
herzustellende Fläche eine technische Funktion erfüllen soll. Hierbei muss der
Nachweis erbracht werden, dass die "Vorläufigen Hinweise zum Einsatz von
Recyclingbaustoffen" vom 11.01.2008 des Sächsischen Staatsministeriums für
Umwelt und Landwirtschaft (SMUL) eingehalten werden.
Bei der Aufbringung von Bodenmaterial zur Herstellung der natürlichen
Bodenfunktionen sind die Vorsorgewerte nach Ziffer 4 Anhang 2 BBodSchV i.V.m.
den Zuordnungswerten Z0 der LAGA TR Boden 2004 einzuhalten.
Die Entsorgung/Verwertung und Lieferung ist nachweislich und lückenlos zu
dokumentieren.
Gem. §1 BBodSchG müssen Bodenbeeinträchtigungen und schädliche
Bodenveränderungen (z. B. baubedingte Bodenverdichtung, Veränderungen des
Bodengefüges, Belastung des Bodens und der natürlichen Bodenfunktion während
der Bauphase) vermieden/eingeschränkt werden. Für die weitestgehende Erhaltung
der Bodenfunktionen und zum Schutz des Bodens vor Kontaminationen und
sonstiger Devastierung sind die baulichen nicht in Anspruch zu nehmenden Flächen
innerhalb des Geltungsbereiches vom Baubetrieb freizuhalten. Anwendung der DIN
18300 und DIN 18915 zum Schutz des Oberbodens. Nach Beendigung der
Baumaßnahme sind bauzeitlich beanspruchte Flächen wieder zurückzubauen und
der ursprüngliche Zustand ist wiederherzustellen.
Während der Maßnahmen auftretende bisher nicht bekannte altlastenrelevante
Sachverhalte (z. B. Auffinden von Abfall, organoleptische Auffälligkeiten im Boden)
sind zu dokumentieren. Das Umweltamt des Landratsamtes Landkreis Leipzig ist
darüber umgehend zu informieren.
Kampfmittel

Begründung zum Bebauungsplan „Lindenhof Kleinsteinberg“ I Entwurf
Hinweise
seecon Ingenieure I 09.09.2020
Seite 99
Es bestehen keine Kenntnisse über vorhandene Kampfmittel innerhalb des Vorhabengebietes.
Während der weiteren Planungs- und Erschließungsarbeiten gegebenenfalls zur Kenntnis
kommende Sachverhalte, die auf munitionsbelastete Flächen hinweisen, sind zu dokumentie-
ren. Die zuständige Behörde ist davon in Kenntnis zu setzen.
Immissionsschutz
Durch Feuerungsanlagen (insbesondere für feste Brennstoffe) kann es in der Umgebung zu
Belästigungen durch Rauchgas kommen. Aufgrund dessen wird auf die Erste Verordnung zur
Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (Verordnung über kleine und mittlere
Feuerungsanlagen - 1. BlmSchV, in der geltenden Fassung vom 26.01.2010 (80131. I S. 38),
zuletzt geändert durch Art. 2 der Verordnung vom 13.06.2019 (BGBI. i S. 804)) - insbesondere
auf die Ableitbedingungen des § 19 der 1. BImSchV - hingewiesen.
Bei Verwendung von Luft-Wasser-Wärmepumpen zur Beheizung der Wohnhäuser soll der
,,LAI-Leitfaden für die Verbesserung des Schutzes gegen Lärm bei stationären Geräten",
Stand: 28.08.2013, aus Gründen des Nachbarschaftsschutzes angewandt werden.
Hinweis auf vorbeugenden Radonschutz
Auf Grundlage der EU-Richtlinie 2013/59/EURATOM des Rates vom 05.12.2013 wurde am
27.06.2017 das neue Strahlenschutzgesetz (StrlSchG – Bundesgesetzblatt Jahrgang 2017
Teil I Nr. 42, ausgegeben zu Bonn am 03.07.2017) verabschiedet. In diesem wurde zum
Schutz vor Radon für Aufenthaltsräume und Arbeitsplätze in Innenräumen erstmalig ein Refe-
renzwert für die über das Jahr gemittelte Radon-222-Aktivitätskonzentration in der Luft von
300 Bq/m³ festgeschrieben. Dieser Referenzwert ist zum 31.12.2018 in Kraft getreten.
Wer ein Gebäude mit Aufenthaltsräumen oder Arbeitsplätzen errichtet, hat geeignete Maß-
nahmen zu treffen, um den Zutritt von Radon aus dem Baugrund zu verhindern oder erheblich
zu erschweren. Diese Pflicht gilt als erfüllt, wenn die nach den allgemein anerkannten Regeln
der Technik erforderlichen Maßnahmen zum Feuchteschutz eingehalten werden.
Wer im Rahmen baulicher Veränderungen eines Gebäudes mit Aufenthaltsräumen oder Ar-
beitsplätzen Maßnahmen durchführt, die zu einer erheblichen Verminderung der Luftwechsel-
rate führen, soll die Durchführung der Maßnahmen zum Schutz vor Radon in Betracht ziehen,
soweit diese Maßnahmen erforderlich und zumutbar sind.
Voraussichtlich Ende 2020 werden spezielle Radonvorsorgegebiete ausgewiesen, für die er-
wartet wird, dass die über das Jahr gemittelte Radon-222-Aktivitätskonzentration in der Luft in
einer beträchtlichen Zahl von Gebäuden mit Aufenthaltsräumen oder Arbeitsplätzen den Re-
ferenzwert von 300 Bq/m³ überschreitet. In diesen ausgewiesenen Radonvorsorgegebieten
werden dann weitergehende Regelungen in Bezug auf den Neubau von Gebäuden, der

Begründung zum Bebauungsplan „Lindenhof Kleinsteinberg“ I Entwurf
Hinweise
Seite 100
seecon Ingenieure I 09.09.2020
Ermittlung der Radonsituation an Arbeitsplätzen in Kellern oder Erdgeschossräumen und zum
Schutz vor Radon an Arbeitsplätzen zu beachten sein (§§ 153-154 StrlSchV).
Überschwemmungsgebiete
Die Errichtung neuer Heizölanlagen in festgesetzten und vorläufig gesicherten Überschwem-
mungsgebieten ist nach § 78c WHG verboten. Bei Neubauten sind die Bodenversiegelung und
die Beeinträchtigung des Hochwasserabflusses auf das erforderliche Mindestmaß zu be-
schränken. Dadurch sollen die Gefahren für Ober- und Unterlieger nicht noch weiter verstärkt
bzw. langfristig gemindert werden. Darüber hinaus sollen die Schadenspotenziale in den über-
schwemmungsgefährdeten Bereichen nicht noch weiter ansteigen, wozu insbesondere tech-
nische Maßnahmen zur Verhinderung des Eintrags wassergefährdender Stoffe in Oberflä-
chengewässer und das Grundwasser gehören (vgl. dazu auch „Hochwasserschutzfibel“ des
BMVBS zu baulichen Schutz- und Vorsorgemaßnahmen in hochwassergefährdeten Gebie-
ten). Die Bauvorhaben im betreffenden Bereich sind hochwasserangepasst auszuführen.
Vermessungs- und Grenzmarken
Im Bereich des geplanten Vorhabens können sich Vermessungs- und Grenzmarken befinden,
die entsprechend § 6 Abs. 2 SächsVermKatG besonders zu schützen sind bzw. erhalten wer-
den müssen. Handlungen, die die Erkennbarkeit oder Verwendbarkeit von Grenzmarken be-
einträchtigen, sind zu unterlassen. Wer Arbeiten vornehmen will, durch die Gefahr einer Ver-
änderung, Beschädigung oder Entfernung von Grenzmarken besteht, hat auf seine Kosten
deren Sicherung bei einem Öffentlich bestellten Vermessungsingenieur zu veranlassen.

Begründung zum Bebauungsplan „Lindenhof Kleinsteinberg“ I Entwurf
Hinweise
seecon Ingenieure I 09.09.2020
Seite 101
Einhaltung notwendiger Sichtfelder
Im Bereich von Knotenpunkten ist ein ausreichendes Sichtfeld nach RASt 06 zu gewährleisten.
Innerhalb dieses Sichtfeldes und in einer Höhe zwischen 0,80 m und 2,50 m sind Einbauten
und Bewuchs nicht zulässig. Entsprechend sind Hecken durch den Bauherrn zu pflegen und
zurückzuschneiden.
Angrenzende Bahnanlagen
Da die Wendemöglichkeit in unmittelbarer Nähe zu den Gleisen geplant ist, könnte nach der
Inbetriebnahme eine gewisse Gefahr durch von der Fahrbahn abkommende Straßenfahr-
zeuge und ihrer Ladung für die Bahnanlagen ausgehen.
Zwischen Schienenweg und anderen Verkehrswegen (Straßen, Zufahrten, Parkplätze sowie
Geh- und Radwege etc.) sind Mindestabstände und Schutzmaßnahmen erforderlich. Ein Ab-
rollen zum Bahngelände hin ist durch geeignete Schutzmaßnahmen sicher zu verhindern. Die
Schutzmaßnahmen sind in Abhängigkeit der Örtlichkeit im Rahmen der Erschließungsplanung
festzulegen und ggf. mit Blendschutz zu planen.
Zur Vermeidung des Anpralls von Fahrzeugen gegen Eisenbahnbrücken, das Abirren von
Straßenfahrzeugen auf die Schienenstrecke von Straßenbrücken herab oder von Straßen, die
parallel zur Schiene verlaufen, sind die gesetzlichen Vorgaben und die Richtlinien für passive
Schutzeinrichtungen an Straßen (RPS) und das UIC Merkblatt 777-1 bei der Planung der
Schutzmaßnahmen zu beachten, z. B. die Einrichtung von Stahlschutzplanken, Betonschutz-
wänden, Anpralldämpfern, Ladungs-Abwurf-Rückhalte-Schutzsystemen (LARS) etc. Die
Schutzvorrichtung ist vom Bauherrn oder dessen Rechtsnachfolger kostenpflichtig zu errichten
und auf dessen Kosten Iaufend instand zu setzen und ggf. zu erneuern.
Es ist jederzeit die Zugänglichkeit zu allen betriebsnotwendigen Bahnanlagen zu gewährleis-
ten.
Durch den Eisenbahnbetrieb und die Erhaltung der Bahnanlagen entstehen Emissionen (ins-
besondere Luft- und Körperschall, Abgase, Funkenflug, Abriebe z. B. durch Bremsstäube,
elektrische Beeinflussungen durch magnetische Felder etc.), die zu Immissionen an benach-
barter Bebauung führen können.
Grundsätzlich ist bei den Planungen zu sichern, dass es zu keinen Beeinträchtigungen oder
Beanspruchungen von Bahnanlagen und -ge|ände, insbesondere zu Übernahmen von Bau-
lasten (Abstandsflächen, Grenzbebauung usw.) kommt.
Alle Neuanpflanzungen im Nachbarbereich von Bahnanlagen, insbesondere Gleisen, müssen
den Belangen der Sicherheit des Eisenbahnbetriebes entsprechen. Zu den Mindestpflanzab-
ständen ist die DB Richtlinie (Ril) 882,“Handbuch Landschaftsplanung und Vegetationskon-
trolle“ zu beachten.

Begründung zum Bebauungsplan „Lindenhof Kleinsteinberg“ I Entwurf
Hinweise
Seite 102
seecon Ingenieure I 09.09.2020
Ein widerrechtliches Betreten und Befahren des Bahnbetriebsgeländes sowie sonstiges Hin-
eingelangen in den Gefahrenbereich der Bahnanlagen ist gemäß § 62 E80 unzulässig und
durch geeignete und wirksame Maßnahmen grundsätzlich und dauerhaft auszuschließen.
Dies gilt auch während der Bauzeit.
Übergabe von Ergebnisberichten
Sofern Erkundungen mit geowissenschaftlichem Belang (Erkundungsbohrungen, Baugrund-
gutachten, hydrologische Untersuchungen o. ä.) durchgeführt wurden oder noch werden, sind
die Ergebnisse von Behörden des Freistaates Sachsen, der Landkreise, Kreisfreien Städte
und Gemeinden sowie sonstigen juristischen Personen des öffentlichen Rechts unter Verweis
auf § 15 des Sächsischen Kreislaufwirtschafts- und Bodenschutzgesetzes (Sächs-
KrWBodSchG) an das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie zu
Übergeben.
Bohranzeige-/Bohrergebnismitteilungspflicht
Im Falle der Durchführung von Erkundungsbohrungen wird auf die Boranzeige- und Bohrer-
gebnismitteilungspflicht gemäß dem Gesetz über die Durchforstung des Reichsgebietes nach
nutzbaren Lagerstätten (LagerstG) sowie der Verordnung zur Ausführung des Gesetzes über
die Durchforstung des Reisgebietes nach nutzbaren Lagerstätten (LagerstGDV) gegenüber
dem Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie hingewiesen. Informa-
tionen zur Anzeige sowie zur Erfassung und Auswertung von Daten geologischer Bohrungen
sind unter der URL
www.geologie.sachsen.de
unter dem Link „Daten und Sammlung“
„Boh-
rungsdaten“ verfügbar. Eine Bohranzeige kann über das Portal „ELBA.Sax“ elektronisch erfol-
gen (hattps://antragsmanagement.sachsen.de/ams/elna).
Strom
Das Plangebiet wird im nördlichen und südöstlichen Bereich im Bestand durch eine Mittelspan-
nungsleitung der envia Mitteldeutsche Energie AG (enviaM), für welche die Mitteldeutsche
Netzgesellschaft Strom mbH (MITNETZ STROM) den Betriebsservice übernommen hat, ge-
quert. Im Rahmen der künftigen Erschließungsplanung für das Gebiet ist die notwendige Um-
verlegung der Leitung zu planen und mit der MITNETZ STROM abzustimmen. Die Kosten der
Umverlegung gehen zu Lasten des Veranlassers, soweit keine anderen Regelungen zutref-
fend sind.

Begründung zum Bebauungsplan „Lindenhof Kleinsteinberg“ I Entwurf
Pflanzempfehlungen
seecon Ingenieure I 09.09.2020
Seite 103
20
Pflanzempfehlungen
Pflanzklasse A (Stellplatzbäume):
Qualität: Hochstamm, StU* mindestens 20-25 cm, Kronenansatz in mindestens 2,5 m Höhe
(Lichtraumprofil)
Tab. 13
Pflanzliste Pflanzklasse A (Straßenbäume)
Botanischer Name
Deutscher Name
Acer platanoides 'Columnare'
Säulenförmiger Spitzahorn
Crataegus laevigata 'Paul's Scarlet'
Rotdorn 'Paul's Scarlet'
Crataegus lavallei' Carrierei' syn. C. carrierei Apfeldorn
Fraxinus excelsior `Geessink´
Esche
Gleditsia triacanthos 'Skyline'
Dornenlose Gleditschie
Liquidambar styraciflua
Amberbaum
Populus nigra `Italica´
Schwarz-Pappel, Säulenpappel
Quercus cerris,
Zerreiche
Quercus petraea
Trauben-Eiche
Quercus robur
Stiel-Eiche
Quercus robur `Fastigiata´
Säulen-/ Pyramideneiche
Quercus robur `Fastigiata Koster´
Schmale Pyramideneiche
Tilia cordata
Winter-Linde
Tilia cordata `Greenspire´
Amerikanische Stadt-Linde
Tilia x europaea 'Pallida'
Kaiserlinde
Ulmus Hybriden
Ulme
Pflanzklasse B (Bäume auf privaten Grundstücken):
Qualität: Hochstamm, StU* mindestens 16-18 cm
Tab. 14
Pflanzliste Pflanzklasse B (Bäume auf privaten Grundstücken)
Botanischer Name
Deutscher Name
Acer campestre 'Elsrijk'
Feldahorn
Acer platanoides 'Columnare'
Säulenförmiger Spitzahorn
Amelanchier arborea 'Robin Hill'
Felsenbirne

Begründung zum Bebauungsplan „Lindenhof Kleinsteinberg“ I Entwurf
Pflanzempfehlungen
Seite 104
seecon Ingenieure I 09.09.2020
Botanischer Name
Deutscher Name
Cornus mas
Kornelkirsche, Gelber Hartriegel,
Carpinus betulus `Fastigiata´
Pyramiden-Hainbuche
Crataegus lavallei' Carrierei' syn. C. carrierei Apfeldorn
Crataegus laevigata 'Paul's Scarlet'
Rotdorn 'Paul's Scarlet'
Fraxinus excelsior
Gemeine Esche
Fraxinus ornus 'Rotterdam'
Blumenesche, Manna- Esche
Malus sylvestris
Holzapfel/Wildapfel
Prunus padus 'Schloss Tiefurt'
Traubenkirsche
Quercus petraea
Trauben-Eiche
Quercus robur
Stiel-Eiche
Salix alba
Silber-Weide
Sorbus aria 'Magnifica'
Mehlbeere
Sorbus aria 'Majestica´
Mehlbeere
Sorbus x thuringiaca 'Fastigiata'
Thüringische Säulen -Mehlbeere
Tilia cordata
Winter-Linde
Ulmus Hybriden
Ulme
Als Obstbäume sind regionaltypische Sorten zu pflanzen.
Pflanzklasse C (Sträucher):
Pflanzgröße 60-80 cm, mindestens zwei Sträucher pro m²
Tab. 15
Pflanzliste Pflanzklasse C (Sträucher)
Wissenschaftlicher Name
Deutscher Name
Amelanchier ovalis
Gewöhnliche Felsenbirne
Berberis spec.
Berberitze in Sorten
Calluna vulgaris
Besenheide
Cornus mas
Kornelkirsche
Cornus sanguinea
Hartriegel
Cotoneaster spec.
Zwergmispel in Sorten
Crataegus
Weißdorn
Crataegus laevigata 'Paul's Scarlet'
Rotdorn 'Paul's Scarlet'

Begründung zum Bebauungsplan „Lindenhof Kleinsteinberg“ I Entwurf
Pflanzempfehlungen
seecon Ingenieure I 09.09.2020
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Wissenschaftlicher Name
Deutscher Name
Cytisus scoparius
Besenginster
Cytisus nigricans
Schwarzginster
Deutzia gracilis
Zierliche Deutzie
Genista tinctoria
Färber-Ginster
Hypericum spec.
Johanniskraut in Sorten
Mahonia aquifolium
Gewöhnliche Mahonie
Malus sylvestris
Holzapfel/Wildapfel
Potentilla spec.
Fingerkraut in Sorten
Pyrus pyraster
Holzbirne/Wildbirne
Rosa canina
Hunds-Rose
Rosa gallica
Essigrose
Rosa spec.
bodendeckende Rosen ungefüllt
Rosa villosa
Apfelrose
Salix caprea
Sal-Weide
Salix purpurea
Purpur-Weide
Syringa spec.
Flieder in Sorten

Begründung zum Bebauungsplan „Lindenhof Kleinsteinberg“ I Entwurf
Planungen, Gutachten und Schriftverkehr zum Bebauungsplan
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seecon Ingenieure I 09.09.2020
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Planungen, Gutachten und Schriftverkehr
zum Bebauungsplan
Im Entwurf zum Bebauungsplan wurden folgende Planungen, Gutachten und Schriftverkehr
berücksichtigt:
FCB Fachbüro für Consulting und Bodenmechanik GmbH: Geotechnischer Bericht
nach DIN EN 1997-2/DIN4020. Baugrundvoruntersuchung und Gründungsberatung.
24.05.2019, Espenhain.
Ökologicon Büro für Ökologie und Geoinformation: Ökologische Gebäudekontrolle,
Übersichtsbegehung Vögel und Fledermäuse. Juli 2019, Leipzig.
Ökologicon Büro für Ökologie und Geoinformation: Umweltfachliche Leistungen
Kartierung & Potentialabschätzung. August 2019, Leipzig.
Ökologicon Büro für Ökologie und Geoinformation: Ökologische Gebäude- und
Baumkontrolle, Winterbegehung Vögel und Fledermäuse. März 2020, Leipzig.
seecon Ingenieure: Artenschutzrechtlicher Fachbeitrag zum Bebauungsplan
„Lindenhof Kleinsteinberg“. 25.05.2020, Leipzig.
Schallschutzbüro Ulrich Diete: Schallimmisionsprognose „B-Plan Wurzener Straße -
Kleinsteinberger Straße“. Bitterfeld-Wolfen, 13.08.2019.
seecon Ingenieure: Biotoptypen und Einzelbaumerfassung bei Begehungen des
Planungsgebietes. Leipzig, 2019/20.
Grundlagenermittlung und Bebauungskonzept Lindenhof Kleinsteinberg, S&P
Sahlmann Planungsgesellschaft für Bauwesen mbH, Leipzig, letzter Stand
01.08.2019
seecon Ingenieure: Medien- und verkehrstechnische Erschließungsplanung,
Entwurfsplanung (LP 3). 08.07.2020, Leipzig.

Begründung zum Bebauungsplan „Lindenhof Kleinsteinberg“ I Entwurf
Rechtsgrundlagen
seecon Ingenieure I 09.09.2020
Seite 107
Rechtsgrundlagen
Baugesetzbuch in der Fassung der Bekanntmachung vom 3. November 2017 (BGBl.
I S. 3634), das zuletzt durch Artikel 2 des Gesetzes vom 8. August 2020 (BGBl. I S.
1728) geändert worden ist
Baunutzungsverordnung in der Fassung der Bekanntmachung vom 21.11.2017
(BGBl. I S. 3786)
Planzeichenverordnung (PlanZV), vom 18. Dezember 1990 (BGBl. 1991 I S. 58),
zuletzt geändert durch Artikel 3 des Gesetzes vom 4. Mai 2017 (BGBl. I S. 1057)
Bundesnaturschutzgesetz vom 29. Juli 2009 (BGBl. I S. 2542), das zuletzt durch
Artikel 1 des Gesetzes vom 4. März 2020 (BGBl. I S. 440) geändert worden ist
Flächennutzungsplan der Stadt Brandis vom 14.10.2010 mit der ersten Änderung
vom 24.09.2013.
Landesentwicklungsplan Sachsen (LEP 2013). Freistaat Sachsen Staatsministerium
des Inneren (2013)
Raumordnungsgesetz vom 22.12.2008 (BGBl. I S. 2986), das zuletzt durch Artikel 2
Absatz 15 des Gesetzes vom 20.07.2017 (BGBl. I S. 2808) geändert worden ist
Regionalplan Westsachsen vom 23.05.2008 i. d. F. der Bekanntmachung vom
25.07.2008 (RPIWS 2008), zuletzt geändert durch Teilfortschreibung zum
Straßenbauvorhaben B 87n Leipzig (A 14) – Landesgrenze Sachsen/Brandenburg
vom 02.07.2009
Regionalplan Leipzig-Westsachsen 2020, Entwurf für das Verfahren nach § 9 Abs. 3
ROG i. V. m. § 6 SächsLPlG in der Fassung vom 13. März 2020
Sächsische Bauordnung in der Fassung der Bekanntmachung vom 11.05.2016
(SächsGVBl. S. 186), die zuletzt durch Artikel 2 des Gesetzes vom 11.12.2018
(SächsGVBl. S. 706) geändert worden ist
SächsDschG (2019): Sächsisches Denkmalschutzgesetz vom 3. März 1993
(SächsGVBl. S. 229), das zuletzt durch Artikel 2 des Gesetzes vom 2. August 2019
(SächsGVBl. S. 644) geändert worden ist.
Sächsisches Naturschutzgesetz vom 06.06.2013 (SächsGVBl. S. 451), das zuletzt
durch Artikel 8 des Gesetzes vom 14.12.2018 (SächsGVBl. S. 782) geändert worden
ist
Verwaltungsvorschrift des Sächsischen Staatsministeriums des Innern zur
Sächsischen Bauordnung vom 18.03.2005 (SächsABl. SDr. S. S 59; SächsABl.
S. 363), die zuletzt durch die Verwaltungsvorschrift vom 09.05.2019 (SächsABl.

Begründung zum Bebauungsplan „Lindenhof Kleinsteinberg“ I Entwurf
Quellenverzeichnis
Seite 108
seecon Ingenieure I 09.09.2020
S. 782) geändert worden ist, zuletzt enthalten in der Verwaltungsvorschrift vom
04.12.2017 (SächsABl. SDr. S. S 352)
Quellenverzeichnis
Stadt Brandis: Flächennutzungsplan der Stadt Brandis. Stand vom 14.10.2010, erste Ände-
rung vom 24.09.2013.
Stadt Brandis: Entwurf des geänderten Flächennutzungsplans mit Stand 30.04.2019 beschlos-
sen.
Stadt Brandis: Integriertes Stadtentwicklungskonzept (InSEK) Brandis 2030. Januar 2018,
Brandis.
Abbildungsverzeichnis
Abb. 1
Übersichtskarte, Plangebiet ist gelb markiert ........................................................ 7
Abb. 2
Einwohnerentwicklung 2012-2036 ..................................................................... 16
Abb. 3
Auszug Flächennutzungsplan der Stadt Brandis, 2. Änderung ........................... 26
Abb. 4
Auszug aus Hochwasserrisikomanagementplan Todgraben: Ausbreitung
Extremhochwasser HQ200 im Bereich Kleinsteinberg ........................................ 29
Abb. 5
Auszug Anlage zum Bericht Umweltfachliche Leistungen Kartierung &
Potentialabschätzung ......................................................................................... 56
Abb. 6
Lage der verschiedenen Gebäudeteile ............................................................... 58

Begründung zum Bebauungsplan „Lindenhof Kleinsteinberg“ I Entwurf
Tabellenverzeichnis
seecon Ingenieure I 09.09.2020
Seite 109
Tabellenverzeichnis
Tab. 1
Übersicht Verfahrensschritte .............................................................................. 10
Tab. 2
Voraussichtlichen Bevölkerungsentwicklung in Brandis bis 2035 aus der 7. RBV
von 05/2020 ....................................................................................................... 14
Tab. 3
aus der Entwicklung zurückgenommene Änderungen der Nutzungsart in 2.
Änderung des FNP ............................................................................................. 27
Tab. 4
Änderungen der Nutzungsart in der 2. Änderung des FNP ................................. 27
Tab. 5
erhebliche/nicht erhebliche zu erwartende Umweltauswirkungen ....................... 32
Tab. 6
erhebliche Umweltauswirkungen Boden/Altlasten .............................................. 48
Tab. 7
Biotop- und Nutzungstypen nach sächsischer Biotoptypenliste .......................... 50
Tab. 8
kartierte Brutvogelarten, die in den Roten Listens von Sachsen und Deutschland
geführt werden ................................................................................................... 55
Tab. 9
Schutzstatus potenziell vorkommender Arten – Fledermäuse ............................ 57
Tab. 10
Schutzstatus potenziell vorkommender Arten – Amphibien ................................ 59
Tab. 11
Schutzstatus potenziell vorkommender Arten – Reptilien ................................... 60
Tab. 12
Städtebauliche Kalkulation ................................................................................. 96
Tab. 13
Pflanzliste Pflanzklasse A (Straßenbäume) ...................................................... 103
Tab. 14
Pflanzliste Pflanzklasse B (Bäume auf privaten Grundstücken) ........................ 103
Tab. 15
Pflanzliste Pflanzklasse C (Sträucher) .............................................................. 104

Begründung zum Bebauungsplan „Lindenhof Kleinsteinberg“ I Entwurf
Abkürzungsverzeichnis
Seite 110
seecon Ingenieure I 09.09.2020
Abkürzungsverzeichnis
BauGB
Baugesetzbuch
BauNVO
Baunutzungsverordnung
BGF
Brutto-Grundfläche
FFH
Flora-Fauna-Habitat-Gebiete
FND
Flächennaturdenkmäler
FNP
Flächennutzungsplan
InSEK
Integriertes Stadtentwicklungskonzept
LEP
Landesentwicklungsplan
LSG
Landschaftsschutzgebiete
MDV
Mitteldeutscher Verkehrsverbund
NSG
Naturschutzgebiete
ÖBB
ökologische Baubegleitung
ÖPNV
Öffentlicher Personennahverkehr
PlanzV
Planzeichenverordnung
RASt 06
Richtlinie für die Anlage von Stadtstraßen
SächsBO
Sächsische Bauordnung
SächsDSchG
Sächsisches Denkmalschutzgesetz
SPA
Europäischen Vogelschutzgebiet
TöB
Träger öffentlicher Belange