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Büro Karlsruhe: An der Roßweid 3, 76229 Karlsruhe, Tel.: +49 (0) 721 / 6 25 10 – 0, E-Mail: info.ka@lohmeyer.de
Ingenieurbüro Lohmeyer
GmbH & Co. KG
Immissionsschutz, Klima,
Aerodynamik, Umweltsoftware
Mohrenstraße 14, D - 01445 Radebeul
Telefon: +49 (0)
351 / 8 39 14 - 0
E-Mail:
info.dd@lohmeyer.de
URL:
www.lohmeyer.de
Auftraggeber: Sächsisches Landesamt
für Umwelt und Geologie
Zur Wetterwarte 11
01109 Dresden
Dr.-Ing. Thomas Flassak
April 2006
Projekt 70210-05-02
Berichtsumfang 31 Seiten
Dipl.-Met. A. Moldenhauer
METEOKART GIS ERWEITERUNG
WESTERZGEBIRGE
MACHBARKEITSSTUDIE
BÖHMISCHE WINDE

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I
METEOKART GIS Erweiterung Westerzgebirge
Machbarkeitsstudie Böhmische Winde
70210-Bömische Winde.doc
I N H A L T S V E R Z E I C H N I S
1 AUFGABENSTELLUNG.......................................................................................1
2 VORGEHENSWEISE............................................................................................2
3 ERSTER SIMULATIONSVERSUCH DER BÖHMISCHEN WINDE ......................4
4 ZWEITER SIMULATIONSVERSUCH DER BÖHMISCHEN WINDE.....................8
5 AUSWERTUNG DER METEOROLOGISCHEN ZEITREIHEN............................11
6 AUSWERTUNG DER WINDFELDSIMULATIONEN FÜR STATION
ZINNWALD-GEORGENFELD.............................................................................22
7 SCHLUSSFOLGERUNGEN................................................................................24
8 LITERATUR........................................................................................................25
ANHANG A1: BODENNAHE WINDFELDER FÜR BERECHNUNGSGEBIET 2,
VERSCHIEDENE ANSTRÖMRICHTUNGEN......................................................26
Hinweise:
Die Tabellen und Abbildungen sind kapitelweise durchnummeriert.
Literaturstellen sind im Text durch Name und Jahreszahl zitiert. Im Kapitel Literatur findet
sich dann die genaue Angabe der Literaturstelle.
Es werden Dezimalpunkte (= wissenschaftliche Darstellung) verwendet, keine Dezimalkom-
mas. Eine Abtrennung von Tausendern erfolgt durch Leerzeichen.

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METEOKART GIS Erweiterung Westerzgebirge
Machbarkeitsstudie Böhmische Winde
70210-Bömische Winde.doc
1 AUFGABENSTELLUNG
Während der Arbeiten für das Fachinformationssystem METEOKART GIS, Teilgebiet „Ost-
erzgebirge“ wurde festgestellt, dass das Phänomen „Böhmischer Wind“ in den höhergelege-
nen Lagen durch die METRAS-Simulationen nicht dargestellt wurden. In diesem Anschluss-
projekt soll u.a. eine Machbarkeitsstudie durchgeführt werden, ob der Böhmische Wind in die
METRAS-Modellierung integriert werden kann.

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METEOKART GIS Erweiterung Westerzgebirge
Machbarkeitsstudie Böhmische Winde
70210-Bömische Winde.doc
2 VORGEHENSWEISE
In der Literatur werden die sog. „Böhmischen Winde“ in Verbindung gebracht mit eine Situa-
tion, die vor allem im Winterhalbjahr bei hohem Luftdruck über dem Böhmischen Becken
auftritt (Flemming, 2001). Dann entstehen kräftige böige Strömungen aus südlichen bis süd-
östlichen Richtungen nach Sachsen. Diese südlichen bis südöstlichen Strömungsrichtungen
zeigt auch deutlich die Windrichtungsverteilung der Station Zinnwald (vgl.
Abb. 2.1
). (Im
Folgenden wird der Begriff „Böhmische Winde“ als Synonym verwendet für diese südlichen
bis südöstlichen Winde.)
Abb. 2.1: Bodennahe Windstatistik an der DWD-Station Zinnwald-Georgenfeld
(Quelle: DWD, 2004 über LfUG Sachsen)

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3
METEOKART GIS Erweiterung Westerzgebirge
Machbarkeitsstudie Böhmische Winde
70210-Bömische Winde.doc
In einem ersten Schritt wurden für die Simulation des „Böhmischen Windes“ ein Berech-
nungsgebiet gewählt, dass das gesamte böhmische Becken umfasst. Als Anströmung wurde
ein Ostwind gewählt.
Aufgrund von numerischen Problemen am Nordrand des Berechnungsgebietes wurde in
einem zweiten Schritt das Berechnungsgebiet nach Norden und West erweitert. Auf der an-
deren Seite wurde die östliche Hälfte des Böhmischen Beckens weggelassen. Mit diesem
zweiten Berechnungsgebiet wurden verschiedene Simulationen mit Erfolg durchgeführt.
Es wurde die meteorologische Zeitreihe der DWD-Station Zinnwald-Georgenfeld zusammen
mit der Höhenwindzeitreihe (ECMWF, 2004) analysiert. Aus der Analyse konnte abgeleitet
werden, dass südliche bis südöstliche Winde an der Station Zinnwald-Georgenfeld nicht nur
im Winter sondern ganzjährig auftreten und dass diese südlichen bis südöstlichen Winde zu
beobachten sind bei einer Höhenwindströmung von 90 Grad (=Ost) bis nahezu 270 Grad
(=West). Dies bedeutet, dass es im Gegensatz zur Vorstellung zum Zeitpunkt der Angebots-
erstellung nicht ausreichend ist, als Anströmung nur Ostwinde zu simulieren, sondern
alle
Windrichtungsbereiche.
Zum aktuellen Zeitpunkt liegen Ergebnisse von Simulationen für 6 Richtungen vor.

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4
METEOKART GIS Erweiterung Westerzgebirge
Machbarkeitsstudie Böhmische Winde
70210-Bömische Winde.doc
3 ERSTER SIMULATIONSVERSUCH DER BÖHMISCHEN WINDE
In einem ersten Schritt wurde für die Simulation des „Böhmischen Windes“ ein Berech-
nungsgebiet gewählt, dass das gesamte böhmische Becken umfasst (vgl.
Abb. 3.1
). Es hat
eine Gebietsgröße von 351 km x 147 km. Die Berechnung des Windes erfolgt mit dem Mo-
dell METRAS-PC. METRAS-PC
1
ist ein nicht-hydrostatisches mesoskaliges Modell. Es ist
geeignet, lokal vorherrschende Strömungsverhältnisse hinreichend genau zu modellieren.
Die vollständige Dokumentation zu dem Modell METRAS PC (physikalische Grundlagen,
Approximationen, numerische Verfahren, Rand- und Anfangsbedingungen, Parametrisierun-
gen) ist zu finden bei Schlünzen et al. (2001).
Die Maschenweite in horizontaler Richtung beträgt 1.5 km. Somit ergeben sich in horizonta-
ler Richtung 234 x 98 Gitterpunkte. In vertikaler Richtung ist die Verteilung der Maschenweite
nicht konstant mit einer minimalen Maschenweite von 10 m in der bodennächsten Schicht.
Es wird mit 31 vertikalen Schichten gerechnet. Der Modelloberrand liegt bei ca. 8 500 m
Höhe über NN.
Als Anströmung wurde ein schwacher Ostwind mit 3 m/s gewählt. Die atmosphärische
Schichtung wurden festgelegt mit einem potentiellen Temperaturgradienten von 3.5 K/km
(stabile Schichtung).
Abb. 3.2
zeigt das bodennahe Windfeld nach Erreichen des stationären Zustandes. Zusätz-
lich zeigt
Abb. 3.3
die potentielle Temperatur ebenso nach Erreichen des stationären Zu-
standes. Aus
Abb. 3.3
ist zu erkennen, dass am Nordrand östlich des Elbtales die potentielle
Temperatur unphysikalisch niedrig ist. Dies führt zu einer unplausiblen Verteilung der Wind-
geschwindigkeit. Aufgrund dieser numerischen Schwierigkeiten wurden keine weiteren
Rechnungen mit diesem Berechnungsgebiet durchgeführt und in einem zweiten Schritt das
Berechnungsgebiet nach Norden und West erweitert. Auf der anderen Seite wurde die östli-
che Hälfte des Böhmischen Beckens weggelassen, da zum einen die Rechnerkapazität be-
grenzt ist und zum anderen der östliche Teil des Böhmischen Beckens die Strömungsver-
hältnisse im Bereich des Erzgebirges nicht zu beeinflussen scheint.
1
METRAS PC wurde gemeinsam von dem Meteorologischen Institut der Universität Hamburg und
METCON im Auftrag des Umweltbundesamtes im FE Projekt 104 04 354 aufbauend auf dem
Modell METRAS entwickelt.

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METEOKART GIS Erweiterung Westerzgebirge
Machbarkeitsstudie Böhmische Winde
70210-Bömische Winde.doc
4 ZWEITER SIMULATIONSVERSUCH DER BÖHMISCHEN WINDE
Aufgrund der numerischen Probleme am Nordrand des ersten Berechnungsgebietes wurde
in einem zweiten Schritt das Berechnungsgebiet nach Norden und West erweitert. Auf der
anderen Seite wurde die östliche Hälfte des Böhmischen Beckens weggelassen, da zum
einen die Rechnerkapazität begrenzt ist und zum anderen der östliche Teil des Böhmischen
Beckens die Strömungsverhältnisse im Bereich des Erzgebirges nicht zu beeinflussen
scheint. Das Berechnungsgebiet wird in
Abb. 4.1
dargestellt. Es hat eine Gebietsgröße von
241.5 km x 193.5 km. Die Berechnung des Windes erfolgt ebenso mit dem Modell METRAS-
PC. Die Maschenweite in horizontaler Richtung beträgt 1.5 km. Somit ergeben sich in hori-
zontaler Richtung 161 x 129 Gitterpunkte. In vertikaler Richtung ist die Verteilung der Ma-
schenweite nicht konstant mit einer minimalen Maschenweite von 10 m in der bodennächs-
ten Schicht. Es wird mit 31 vertikalen Schichten gerechnet. Der Modelloberrand liegt bei ca.
8500 m Höhe über NN.
Es wurden verschiedene Anströmrichtungen simuliert. Die atmosphärischen Schichtung
wurde festgelegt mit einem potentiellen Temperaturgradienten von 3.5 K/km (stabile
Schichtung).
Abb. 4.2
zeigt das bodennahe Windfeld für einen geostrophen Wind von 5 m/s aus Richtung
210 Grad nach Erreichen des stationären Zustandes. Es zeigen sich im gesamten Berech-
nungsgebiet plausible Ergebnisse. Im Bereich des Erzgebirges herrscht eine Windrichtung
aus Süd bis Südost vor. Zu beobachten ist, dass im Böhmischen Becken die Windge-
schwindigkeiten deutlich geringer sind als über dem Erzgebirge. Der Bereich der hohen
Windgeschwindigkeiten über dem Erzgebirge nimmt nach Norden ab, ist jedoch noch weit in
Sachsen zu beobachten.
Im Anhang A werden weitere Simulationsergebnisse gezeigt. Bisher wurden Simulationen für
einen geostrophen Wind von 5 m/s aus den Richtungen 60 Grad, 90 Grad, 120 Grad,
210 Grad, 270 Grad und 300 Grad durchgeführt.

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Machbarkeitsstudie Böhmische Winde
70210-Bömische Winde.doc
5 AUSWERTUNG DER METEOROLOGISCHEN ZEITREIHEN
Um die „Böhmischen Winde“ besser zu verstehen, wurde die meteorologische Zeitreihe der
DWD-Station Zinnwald-Georgenfeld zusammen mit der Höhenwindzeitreihe (ECMWF, 2004)
analysiert.
Abb. 5.1
zeigt die Windrichtung des Bodenwindes am Messstandort Zinnwald-
Georgenfeld in Abhängigkeit des Höhenwindes im Zeitraum 1997 bis 1999. Aus
Abb. 5.1
ist
zu erkennen, dass die südlichen bis südöstlichen Winde auftreten bei einer Höhenwindströ-
mung von 90 Grad (=Ost) bis nahezu 270 Grad (=West). Zusätzlich zu
Abb. 5.1
zeigen die
Abb. 5.2
bis
Abb. 5.5
entsprechende Abhängigkeiten folgender Teilmengen:
Abb. 5.2
: Nur Werte im Sommerhalbjahr mit Höhenwind unter 10m/s
Abb. 5.3
: Nur Werte im Sommerhalbjahr mit Höhenwind über 10m/s
Abb. 5.4
: Nur Werte im Winterhalbjahr mit Höhenwind unter 10m/s
Abb. 5.5
: Nur Werte im Winterhalbjahr mit Höhenwind über 10m/s
Aus der
Abb. 5.2
bis
Abb. 5.5
kann abgeleitet werden,
dass südliche bis südöstliche Winde an der Station Zinnwald-Georgenfeld nicht nur
im Winter sondern ganzjährig auftreten,
dass der Effekt im Winter etwas stärker ausgeprägt ist im Vergleich zum Sommer und
dass bei den niedrigen Werten des Höhenwindes (
Abb. 5.2
und
Abb. 5.4
) die Streu-
breite größer ist als bei den hohen Werten des Höhenwindes (
Abb. 5.3
und
Abb.
5.5
).
Dies bedeutet, dass es im Gegensatz zur Vorstellung zum Zeitpunkt der Angebotserstellung
nicht ausreichend ist, als Anströmung nur Ostwinde zu simulieren, sondern
alle
Windrich-
tungsbereiche und gegebenenfalls auch alle Stabilitäten der Atmosphäre. Nach unserer An-
sicht ist die Machbarkeit gezeigt, wenn die Simulationen mit METRAS-PC eine ähnliche Ab-
hängigkeit zwischen Bodenwind und Höhenwind zeigt wie die gemessene, d. h. in
Abb. 5.1
dargestellte.

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180
210
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270
300
330
360
Windrichtung Höhenwind [Grad]
Windrichtung Bodenwind [Grad]
Abb. 5.1:
Windrichtung des Bodenwindes am Messstandort Zinnwald-Georgenfeld in
Abhängigkeit des Höhenwindes im Zeitraum 1997 bis 1999

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Machbarkeitsstudie Böhmische Winde
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Sommer, Höhenwind < 10m/s
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150
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210
240
270
300
330
360
Windrichtung Höhenwind [Grad]
Windrichtung Bodenwind [Grad]
Abb. 5.2:
Windrichtung des Bodenwindes am Messstandort Zinnwald-Georgenfeld in
Abhängigkeit des Höhenwindes im Zeitraum 1997 bis 1999.
Nur Werte im
Sommerhalbjahr mit Höhenwind unter 10m/s
. (Art und Farbe der Symbole
stehen für ein entsprechendes Messjahr: blau: 1997, gelb: 1998, rot 1999)

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Machbarkeitsstudie Böhmische Winde
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Sommer, Höhenwind > 10m/s
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30
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150
180
210
240
270
300
330
360
Windrichtung Höhenwind [Grad]
Windrichtung Bodenwind [Grad]
Abb. 5.3:
Windrichtung des Bodenwindes am Messstandort Zinnwald-Georgenfeld in
Abhängigkeit des Höhenwindes im Zeitraum 1997 bis 1999.
Nur Werte im
Sommerhalbjahr mit Höhenwind über 10m/s
. (Art und Farbe der Symbole
stehen für ein entsprechendes Messjahr: blau: 1997, gelb: 1998, rot 1999)

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Machbarkeitsstudie Böhmische Winde
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Winter, Höhenwind < 10m/s
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210
240
270
300
330
360
Windrichtung Höhenwind [Grad]
Windrichtung Bodenwind [Grad]
Abb. 5.4:
Windrichtung des Bodenwindes am Messstandort Zinnwald-Georgenfeld in
Abhängigkeit des Höhenwindes im Zeitraum 1997 bis 1999.
Nur Werte im Win-
terhalbjahr mit Höhenwind unter 10m/s
. (Art und Farbe der Symbole stehen
für ein entsprechendes Messjahr: blaue Punkte: Jan.-Mrz. 1997, gelb: Winterhj.
97/98, rot: Winterhj. 98/99, blaue Kreuze: Okt.-Dez. 1999)

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Machbarkeitsstudie Böhmische Winde
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Winter, Höhenwind > 10m/s
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210
240
270
300
330
360
Windrichtung Höhenwind [Grad]
Windrichtung Bodenwind [Grad]
Abb. 5.5:
Windrichtung des Bodenwindes am Messstandort Zinnwald-Georgenfeld in
Abhängigkeit des Höhenwindes im Zeitraum 1997 bis 1999.
Nur Werte im Win-
terhalbjahr mit Höhenwind über 10m/s
. (Art und Farbe der Symbole stehen für
ein entsprechendes Messjahr: blaue Punkte: Jan.-Mrz. 1997, gelb: Winterhj.
97/98, rot: Winterhj. 98/99, blaue Kreuze: Okt.-Dez. 1999)

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Machbarkeitsstudie Böhmische Winde
70210-Bömische Winde.doc
In Ergänzung zu den oben gezeigten Abbildungen zeigen die folgenden 4 Abbildungen eine
Sortierung der Windrichtung am Messstandort Zinnwald-Georgenfeld nach Tag- und Nacht-
werten. Sinn dieser Auswertung ist es, aufzuzeigen, inwieweit Berg- bzw. Talwinde, d.h.
Kaltluftabflüsse die lokale Windrichtungsverteilung beeinflussen. Tagwerte sind Werte von 7
Uhr bis 18 Uhr, Nachtwerte von 19 Uhr bis 6 Uhr.
Abb. 5.6
bis
Abb. 5.9
zeigen entsprechende Abhängigkeiten folgender Teilmengen
Abb. 5.6
: Nur Tagwerte im Sommerhalbjahr
Abb. 5.7
: Nur Nachtwerte im Sommerhalbjahr
Abb. 5.6
: Nur Tagwerte im Winterhalbjahr
Abb. 5.7
: Nur Nachtwerte im Winterhalbjahr
Es zeigen sich keine signifikanten Unterschiede zwischen den Tag- und Nachtwerten. D. h.
Berg- bzw. Talwinde, d. h. Kaltluftabflüsse beeinflussen nicht die lokale Windrichtungsver-
teilung am Messstandort Zinnwald-Georgenfeld. Dies bedeutet, dass es
nicht
erforderlich
ist, mit METRAS-PC instationäre Simulationen durchzuführen, um das Phänomen „Böhmi-
sche Winde“ beschreiben zu können.

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Sommer, Tagwerte
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300
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360
Windrichtung Höhenwind [Grad]
Windrichtung Bodenwind [Grad]
Abb. 5.6:
Windrichtung des Bodenwindes am Messstandort Zinnwald-Georgenfeld in
Abhängigkeit des Höhenwindes im Zeitraum 1997 bis 1999.
Nur Werte im
Sommerhalbjahr in den Tagstunden
. (Art und Farbe der Symbole stehen für
ein entsprechendes Messjahr: blau: 1997, gelb: 1998, rot 1999)

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METEOKART GIS Erweiterung Westerzgebirge
Machbarkeitsstudie Böhmische Winde
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Sommer, Nachtwerte
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300
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360
Windrichtung Höhenwind [Grad]
Windrichtung Bodenwind [Grad]
Abb. 5.7:
Windrichtung des Bodenwindes am Messstandort Zinnwald-Georgenfeld in
Abhängigkeit des Höhenwindes im Zeitraum 1997 bis 1999.
Nur Werte im
Sommerhalbjahr in den Nachtstunden
. (Art und Farbe der Symbole stehen für
ein entsprechendes Messjahr: blau: 1997, gelb: 1998, rot 1999)

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METEOKART GIS Erweiterung Westerzgebirge
Machbarkeitsstudie Böhmische Winde
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Winter, Tagwerte
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300
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360
Windrichtung Höhenwind [Grad]
Windrichtung Bodenwind [Grad]
Abb. 5.8:
Windrichtung des Bodenwindes am Messstandort Zinnwald-Georgenfeld in
Abhängigkeit des Höhenwindes im Zeitraum 1997 bis 1999.
Nur Werte im Win-
terhalbjahr in den Tagstunden
. (Art und Farbe der Symbole stehen für ein ent-
sprechendes Messjahr: blaue Punkte: Jan.-Mrz. 1997, gelb: Winterhj. 97/98, rot:
Winterhj. 98/99, blaue Kreuze: Okt.-Dez. 1999)

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Winter, Nachtwerte
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Windrichtung Höhenwind [Grad]
Windrichtung Bodenwind [Grad]
Abb. 5.9:
Windrichtung des Bodenwindes am Messstandort Zinnwald-Georgenfeld in
Abhängigkeit des Höhenwindes im Zeitraum 1997 bis 1999.
Nur Werte im Win-
terhalbjahr in den Nachtstunden
. (Art und Farbe der Symbole stehen für ein
entsprechendes Messjahr: blaue Punkte: Jan.-Mrz. 1997, gelb: Winterhj. 97/98,
rot: Winterhj. 98/99, blaue Kreuze: Okt.-Dez. 1999)

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Machbarkeitsstudie Böhmische Winde
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6 AUSWERTUNG DER WINDFELDSIMULATIONEN FÜR STATION ZINNWALD-
GEORGENFELD
Die durchgeführten Windfeldsimulationen für das zweite Berechnungsgebiet (vgl.
Kap. 4
) für
einen geostrophen Wind von 5 m/s aus den Richtungen 60 Grad, 90 Grad, 120 Grad, 210
Grad, 270 Grad und 300 Grad wurden am Messstandort Zinnwald-Georgenfeld ausgewertet.
Abb. 6.1
zeigt die Windrichtung des Bodenwindes am Messstandort Zinnwald-Georgenfeld
in Abhängigkeit des Höhenwindes im Zeitraum 1997 bis 1999. Zusätzlich ist in die Abbildung
die mit METRAS-PC berechnete Windrichtung am Messstandort Zinnwald-Georgenfeld für
die 6 durchgeführten Simulationen eingetragen. Es zeigt sich, dass die wesentlichen Struk-
turen der lokalen Windrichtungsverteilung, die durch die Böhmischen Winde geprägt werden,
zufriedenstellend wiedergegeben werden.

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Windrichtung Höhenwind [Grad]
Windrichtung Bodenwind [Grad]
Abb. 6.1:
Blaue Punkte: Windrichtung des Bodenwindes am Messstandort Zinnwald-
Georgenfeld in Abhängigkeit des Höhenwindes im Zeitraum 1997 bis 1999. Rote
Punkte: Mit METRAS-PC berechnete Windrichtung am Messstandort Zinnwald-
Georgenfeld für 6 Anströmrichtungen

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7 SCHLUSSFOLGERUNGEN
Es zeigt sich, dass an der Station Zinnfeld-Georgenfeld die wesentlichen Strukturen der lo-
kalen Windrichtungsverteilung, die durch die Böhmischen Winde geprägt werden, durch die
Simulationen mit dem Modell METRAS-PC zufriedenstellend wiedergegeben werden.
Somit ist hinreichend die Machbarkeit gezeigt, dass der Böhmische Wind mit der METRAS-
PC-Modellierung beschrieben werden kann.
Es sei erwähnt, dass die südlichen bis südöstlichen Strömungsrichtungen an der Station
Zinnfeld-Georgenfeld nicht nur im Winterhalbjahr sondern
ganzjährig
auftreten. Diese südli-
chen bis südöstlichen Winde sind zu beobachten bei einer Höhenwindströmung von 90 Grad
(=Ost) bis nahezu 270 Grad (=West). Dies bedeutet, dass es im Gegensatz zur Vorstellung
zum Zeitpunkt der Angebotserstellung nicht ausreichen ist, als Anströmung nur Ostwinde zu
simulieren, sondern
alle
Windrichtungsbereiche und gegebenenfalls auch alle Stabilitäten
der Atmosphäre.
Zum Zeitpunkt der Angebotserstellung bestand die Meinung, dass die Böhmischen Winde in
die Windstatistiken einzuarbeiten sind wie die Ergebnisse der Simulationen für autochthone
Wetterlagen. Dieses geplante Vorgehen ist jedoch durch die jetzt bekannten Ergebnisse
überholt. Das Konzept zur Integration der Böhmischen Winde muss in Zusammenarbeit mit
dem Auftraggeber auf Basis des jetzt vorhandenen Wissens überarbeitet werden.
Eine Möglichkeit besteht darin, alle (stationären) Windfeldberechnungen für das Osterzge-
birge zu wiederholen. Hierbei müsste die Gebietsgröße ebenso groß gewählt werden wie
das hier verwendete zweite Berechnungsgebiet (vgl.
Abb. 4.1
). Hierbei ist zu beachten, dass
die Windstatistiken für das Osterzgebirge jedoch auf einem numerischen Gitter mit einer
Auflösung von 500 m erzeugt worden sind und nicht auf einem numerischen Gitter mit
1500 m, wie die hier durchgeführten Simulationen für die Böhmischen Winde.
Das hier behandelte Gesamtgebiet (vgl.
Abb. 4.1
) mit einer Auflösung von 500m zu berech-
nen, ist aufgrund der begrenzten Rechnerkapazität nicht möglich.
Eine Möglichkeit das gesamte hier betrachtete Berechnungsgebiet zu behandeln mit einer
Auflösung von 500m im Bereich des Osterzgebirges bestünde darin, ein nicht-äquidistantes
Rechennetz zu verwenden.

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METEOKART GIS Erweiterung Westerzgebirge
Machbarkeitsstudie Böhmische Winde
70210-Bömische Winde.doc
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A N H A N G A1:
BODENNAHE WINDFELDER FÜR BERECHNUNGSGEBIET 2,
VERSCHIEDENE ANSTRÖMRICHTUNGEN