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Luftreinhalteplan für die Stadt Leipzig
Stand: 15.09.2005
Landesamt für Umwelt und Geologie

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Impressum
Luftreinhalteplan für die Stadt Leipzig
Titelbild:
Leipzig, Tröndlinring/Am Hallischen Tor, Blick auf den Haupt-
bahnhof und Messstation Leipzig-Mitte
Foto: Staatliche Umweltbetriebsgesellschaft (UBG)
Herausgeber:
Sächsisches Landesamt für Umwelt und Geologie
Öffentlichkeitsarbeit
Zur Wetterwarte 11, 01109 Dresden
E-Mail:
Abteilung1@lfug.smul.sachsen.de
(kein Zugang für elektronisch signierte sowie für verschlüsselte elektronische Dokumente)
Redaktion:
Abteilung Integrativer Umweltschutz, Luft, Klima, Strahlen
Referat Luftqualität
Redaktionsschluss:
15.09.2005
Hinweis:
Diese Veröffentlichung wird im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit
des Sächsischen Landesamtes für Umwelt und Geologie (LfUG)
herausgegeben. Sie darf weder von Parteien noch von Wahlhel-
fern im Wahlkampf zum Zwecke der Wahlwerbung verwendet
werden. Auch ohne zeitlichen Bezug zu einer bevorstehenden
Wahl darf die Veröffentlichung nicht in einer Weise verwendet
werden, die als Parteinahme des Landesamtes zugunsten ein-
zelner Gruppen verstanden werden kann. Den Parteien ist es
gestattet, die Veröffentlichung zur Unterrichtung ihrer Mitglieder
zu verwenden.
Copyright:
Diese Veröffentlichung ist urheberrechtlich geschützt. Alle Rech-
te, auch die des Nachdrucks von Auszügen und der fotomecha-
nischen Wiedergabe, sind dem Herausgeber vorbehalten. Dar-
stellung der Karten (Abb. 1, Abb. 2, Abb. 6 sowie Anhang 15.5)
auf der Grundlage der Übersichtskarte Freistaat Sachsen 1 : 200
000 mit Erlaubnis des Landesvermessungsamtes Sachsen;
Erlaubnis-Nr. 66/04-B. Jede weitere Vervielfältigung bedarf der
Erlaubnis des Landesvermessungsamtes Sachsen.
September 2005
L IV-2/44
www.umwelt.sachsen.de/lfug

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Vorwort
Obwohl der Schadstoffausstoß bei Gesamtstaub in den
Jahren seit 1990 um 95 % gemindert werden konnte, ist
die Belastung durch Feinstaub (PM
10
, entspricht Parti-
keln kleiner als 10 μm) gerade in Städten mit hohem
Verkehrsaufkommen nach wie vor hoch. Dort addieren
sich die Belastungen durch lokale Verursacher und über-
regional wirkende Quellen. Die Hintergrundbelastung ist
in Sachsen – wie in großen Teilen Europas – zu hoch und
ist nur durch umfassende Maßnahmen im europäischen
Rahmen zu senken. Dazu werden in den EU-
Mitgliedsstaaten zahlreiche Luftreinhaltepläne erarbeitet.
Anlass für den vorliegenden Luftreinhalteplan waren
Überschreitungen der zulässigen Zahl von 35 Tagen mit
einem zum damaligen Zeitpunkt geltenden Tagesmittel-
wert größer als 60 μg/m
3
PM10 an zwei der drei Mess-
stationen in Leipzig im Jahr 2003. Dieser Luftreinhalte-
plan beruht auf § 47 Abs. 1 Bundes-Immissionsschutz-
gesetz und der 22. Verordnung zum Bundes-Immissions-
schutzgesetz, die das EU-Luftreinhalterecht für Deutsch-
land umsetzen. Ausgehend von einer ausführlichen Ana-
lyse der gegenwärtigen Situation und einer Prognose der
zukünftigen Entwicklung enthält der Luftreinhalteplan
mittel- und langfristig wirksame Maßnahmen, durch die
die Einhaltung des nunmehr gesetzlich vorgeschriebenen
Grenzwertes von 50 μg/m
3
PM
10
sichergestellt werden
soll. Dieser Luftreinhalteplan bindet alle Ebenen der
Verwaltung.
Das Sächsische Landesamt für Umwelt und Geologie
(LfUG) erarbeitete federführend mit der Stadt Leipzig
diesen Plan. Die Öffentlichkeit hatte vom 28. Juli bis
zum 25. August 2005 Gelegenheit, die Daten und die
daraus abgeleiteten Maßnahmen zu diskutieren und
durch Vorschläge und Hinweise den Luftreinhalteplan
weiter zu ergänzen und zu präzisieren. Der entsprechend
überarbeitete Luftreinhalteplan ist im Internet unter
http://www.umwelt.sachsen.de/lfug/luft-laerm-
klima_4580.html
und bei der Stadt Leipzig einzusehen.
Bis Ende Oktober 2005 wird der Luftreinhalteplan für
die Stadt Leipzig an die EU gemeldet.
Hartmut Biele
Präsident

 
Inhaltsverzeichnis
1
Ort des Überschreitens..................................................................................................................................7
1.1
Plangebiet..............................................................................................................................................................7
1.2
Lage der Messstationen.........................................................................................................................................7
1.3
Überschreitung......................................................................................................................................................9
2
Allgemeine Informationen ..........................................................................................................................10
2.1
Größe, Flächennutzung und Struktur des Plangebietes.......................................................................................10
2.2
Topographie........................................................................................................................................................12
2.3
Klima..................................................................................................................................................................13
2.4
Schutzziele..........................................................................................................................................................14
3
Zuständige Behörden...................................................................................................................................17
4
Art und Beurteilung der Verschmutzung: Messergebnisse der Luftgütemessstationen in den
vergangenen Jahren.....................................................................................................................................18
4.1
Vergleichsmessstationen außerhalb des Plangebietes.........................................................................................18
4.2
Stickstoffdioxidkonzentration (NO
2
)..................................................................................................................18
4.3
Partikel PM
10
-Konzentration...............................................................................................................................20
4.3.1 Jahresmittelwert ............................................................................................................................................20
4.3.2 Häufigkeit der PM
10
-Konzentrationsüberschreitung.....................................................................................22
4.4
Partikel PM
2,5
-Konzentration..............................................................................................................................24
5
Ursprung der Verschmutzung....................................................................................................................25
5.1
Analyse der Emissionssituation ..........................................................................................................................25
5.1.1 Liste der wichtigsten Emissionsquellen, die für die Verschmutzung verantwortlich sind ...........................25
5.1.1.1 Industrie und Gewerbe ....................................................................................................................25
5.1.1.2 Hausbrand und Kleinverbraucher....................................................................................................27
5.1.1.3 Verkehr............................................................................................................................................28
5.1.1.4 Landwirtschaft.................................................................................................................................29
5.1.2 Gesamtmenge der Emissionen ......................................................................................................................29
5.1.3 Informationen über Verschmutzungen aus anderen Gebieten......................................................................31
5.1.3.1 Emissionen in Sachsen....................................................................................................................31
5.1.3.2 Emissionen in Sachsen-Anhalt........................................................................................................32
5.2
Analyse der Immissionssituation ........................................................................................................................34
5.2.1 Grundsätzliche Hinweise...............................................................................................................................34
5.2.2 Schätzung des Ferntransportanteils ...............................................................................................................34
5.2.2.1 Partikel PM
10
...................................................................................................................................34
5.2.2.2 Stickstoffdioxid NO
2
.......................................................................................................................34
5.2.2.3 Windrichtungsabhängigkeit der Schadstoffe...................................................................................35

5
5.2.3 Quellgruppenanalyse..................................................................................................................................... 36
5.2.3.1 Beispiel Lützner Straße...................................................................................................................36
5.2.3.2 PM
10
-Immission und Niederschlag.................................................................................................38
5.3
Modellierung der Immissionssituation ...............................................................................................................40
6
Lageanalyse.................................................................................................................................................42
6.1
Meteorologische Bedingungen 2003 ..................................................................................................................42
6.2
Messorte im Plangebiet ...................................................................................................................................... 45
6.2.1 Leipzig-Mitte ................................................................................................................................................45
6.2.1.1 Entwicklung der Monatsmittelwerte............................................................................................... 45
6.2.1.2 Analyse für NO
2
..............................................................................................................................46
6.2.1.3 Analyse für PM
10
............................................................................................................................48
6.2.1.4 Analyse für PM
2,5
............................................................................................................................50
6.2.1.5 Analyse des mittleren Wochenganges ............................................................................................51
6.2.2 Leipzig-Lützner Straße .................................................................................................................................52
6.2.2.1 Analyse für NO
2
..............................................................................................................................54
6.2.2.2 Analyse für PM
10
............................................................................................................................54
6.2.2.3 Analyse des mittleren Wochenganges ............................................................................................55
6.2.3 Leipzig-West.................................................................................................................................................55
6.3
Mögliche Maßnahmen........................................................................................................................................57
7
Modellierte Immissionsprognosen.............................................................................................................58
7.1
Grobscreening.....................................................................................................................................................58
7.2
Feinscreening......................................................................................................................................................61
8
Bereits durchgeführte Maßnahmen und bestehende Verbesserungsvorschläge................................... 63
8.1
Maßnahmen bis 09/1999 .................................................................................................................................... 63
8.1.1 Direkt wirksame Maßnahmen an genehmigungsbedürftigen Anlagen ........................................................ 63
8.1.2 Direkt wirksame Maßnahmen im Verkehrsbereich.......................................................................................63
8.1.3 Direkt wirksame Maßnahmen an sonstigen Quellen.................................................................................... 64
8.1.4 Unterstützende Maßnahmen ......................................................................................................................... 64
8.2
Maßnahmen von 09/1999 bis 12/2004................................................................................................................65
8.2.1 Direkt wirksame Maßnahmen an genehmi- gungsbedürftigen Anlagen.......................................................65
8.2.2 Direkt wirksame Maßnahmen im Verkehrsbereich......................................................................................65
8.2.3 Direkt wirksame Maßnahmen an sonstigen Quellen.................................................................................... 67
8.2.4 Unterstützende Maßnahmen ......................................................................................................................... 67
9
Beschlossene Maßnahmen (unabhängig vom Luftreinhalteplan, Maßnahmen bis 2007).................... 68
9.1
Direkt wirksame Maßnahmen an genehmigungsbedürftigen Anlagen..............................................................68
9.2
Direkt wirksame Maßnahmen im Verkehrsbereich............................................................................................68
9.3
Direkt wirksame Maßnahmen an sonstigen Quellen .......................................................................................... 69
9.4
Unterstützende Maßnahmen ...............................................................................................................................69

6
10 Zusätzliche, mittel- und langfristig angestrebte Maßnahmen.................................................................70
11 Literaturverzeichnis....................................................................................................................................72
12 Tabellenverzeichnis.....................................................................................................................................74
13 Abbildungsverzeichnis.................................................................................................................................76
14 Abkürzungsverzeichnis...............................................................................................................................78
15 Anhang..........................................................................................................................................................79
15.1
Beteiligte Personen bei der Ausarbeitung des Luftreinhalteplanes Leipzig........................................................79
15.2
Details zu den Messstationen..............................................................................................................................80
15.2.1 Leipzig-Mitte.................................................................................................................................................80
15.2.2 Leipzig-Lützner Straße..................................................................................................................................82
15.2.3 Leipzig-West .................................................................................................................................................84
15.2.4 Schwartenberg...............................................................................................................................................86
15.2.5 Collmberg......................................................................................................................................................88
15.3
Emissionsdaten...................................................................................................................................................90
15.4
Kartenverzeichnis, Karten...................................................................................................................................95
15.4.1 Emissionskarten ............................................................................................................................................95
15.4.2 Immissionskarten für die Stadt Leipzig.........................................................................................................95
15.4.2.1 Gesamtbelastung .............................................................................................................................95
15.4.2.2 Zusatzbelastung...............................................................................................................................95
15.4.3 Karten............................................................................................................................................................96
15.5
Verzeichnis der hochbelasteten Straßenabschnitte............................................................................................138
15.6
Zusammenfassung der Maßnahmen..................................................................................................................146
15.6.1 Maßnahmen im Zeitraum bis 09/1999.........................................................................................................146
15.6.2 Maßnahmen im Zeitraum ab 09/1999 bis 12/2004......................................................................................146
15.6.3 Maßnahmen im Zeitraum ab 2005 bis 2007................................................................................................147
15.6.4 Zusätzliche, mittel- und langfristig wirksame Maßnahmen ........................................................................148

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7
1
Ort des Überschreitens
1.1
Plangebiet
Der Luftreinhalteplan für die Stadt Leipzig ist der erste
Luftreinhalteplan nach § 47 Abs. 1 BImSchG in Sachsen.
Als Plangebiet des Luftreinhalteplanes wurde das Gebiet
innerhalb der kommunalen Grenzen der Stadt Leipzig
(vgl. Abb. 1) festgelegt, da sich dort die wichtigsten
Emittenten und die betroffene Bevölkerung (Wohn- und
Arbeitsort) konzentrieren.
Abb. 1:
Lage der Stadt Leipzig im Freistaat Sachsen
1.2
Lage der Messstationen
Im Plangebiet befinden sich drei der 30 Messstationen
des Sächsischen Messnetzes zur Überwachung der Luft-
qualität (vgl. Tab. 1). Die Lage dieser Messstationen in
der Stadt Leipzig zeigt Abb. 2.
Die Kriterien zur Festlegung der Probenahmestellen von
Immissionsmessungen sind in Anlage 2 der
22. BImSchV (2002) fixiert. Entsprechend dieser Ver-
ordnung müssen die Standorte für Immissionsmessungen
für das Gebiet repräsentativ für die höchsten Belastun-
gen sein, denen die Bevölkerung ausgesetzt ist.
Leipzig-Mitte
ist eine innerstädtische Messstelle in Ver-
kehrsnähe. Der Messcontainer steht auf einer kleinen
Grünfläche am Willy-Brand-Platz an der Ecke zur Straße
„Am Hallischen Tor“. Direkt vor der Messstelle befindet
sich eine sehr große, Ampel geregelte Kreuzung mit
mehreren Fahrspuren in jeder Richtung sowie Straßen-
bahnverkehr. Der Verkehr staut sich tagsüber permanent.
Die Verkehrsdichte ist hoch (> 60.000 Kfz/d; vgl. Abb.
30). Die Bebauung im unmittelbaren Stationsbereich
beschränkt sich auf ein flaches Schnellrestaurant im Sü-
den. Die weitere Bebauung gestaltet sich großflächig und
wird durch mehrgeschossige Büro-, Geschäfts- und Ho-
telbauten geprägt.
Leipzig-Lützner Straße
ist eine Messstelle in einer
Straßenschlucht von 19 m Breite. Die Straße ist beidsei-
tig bis 21 m Höhe bebaut. Die zwei Fahrspuren sind ins-
gesamt 10 m breit. Beidseitig befinden sich Fußwege und
Parkmöglichkeiten.
Aufgrund der begrenzten Platzverhältnisse ist ein spe-
zieller Kleinmesscontainer eingesetzt. Dieser steht stadt-
auswärts auf dem rechten Bürgersteig der Lützner Stra-
ße. Es ist eine innerstädtische Hauptverkehrs- bzw.
Durchgangsstraße mit starkem Kraftfahrzeugverkehr.
Die Verkehrsdichte ist hoch (27.000 Kfz/Tag mit einem
Schwerverkehrsanteil von 4,6 % im Jahr 2000; S
TADT
LEIPZIG, 2004 b). Der Abstand der Messstelle zu den

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8
nächsten Ampelkreuzungen beträgt in beide Richtungen
ca. 250 m. Insbesondere im Berufsverkehr staut sich der
Verkehr. Die Bebauung im Bereich der Messstelle wird
beidseitig von durchgängig geschlossenen vierge-
schossigen Häuserzeilen geprägt.
Leipzig-West
ist eine Messstelle im Westen der Stadt.
Sie charakterisiert einen städtischen Hintergrund. Der
Container steht in einem parkähnlichen Gelände des
städtischen Klinikums auf der Nordseite. In einem Ab-
stand von ungefähr 50 m verläuft die innerstädtische
Hauptverkehrsstraße mit mittleren Verkehrsaufkommen
(z. B. 7.600 Kfz/Tag mit einem Schwerverkehrsanteil
von 1,4 % im Jahr 1994; 5.250 Kfz/Tag mit einem
Schwerverkehrsanteil von 1,2 % im Jahr 2004; S
TADT
LEIPZIG, 2004 b). Das unmittelbare sowie das weitere
Containerumfeld sind unbebaut. Ausnahme hiervon bil-
den ein kleines einstöckiges Ärztehaus ca. 30 m westlich,
sowie ein mehrgeschossiges Schulungsgebäude ca. 50 m
südöstlich vom Containerstandort. Darüber hinaus befin-
den sich im Umfeld mehrere große Laubbäume.
Weitere Details zu den Messstationen sind in der Anlage
15.2 zu finden.
Tab. 1:
Luftmessstationen im Plangebiet
EU-
Kennnr.
Stadt/Stadtteil Rechtswert Hochwert Gemessene Stoffe
DESN025
Leipzig-Mitte
45 26 350
56 89 990
PM
10
, NO
2
, SO
2
, CO, PM
2,5
, BTX, Ruß, Staub-
inhaltsstoffe, Staubniederschlag, meteo-
rologische Daten
DESN077 Leipzig-Lützner
Straße
45 23 250
56 89 070
PM
10
, NO
2
, Ruß, Staubinhaltsstoffe, meteoro-
logische Daten, Verkehrszahlen
DESN059
Leipzig-West
45 20 770
56 87 150
PM
10
, NO
2
, SO
2
, BTX, Staubinhaltsstoffe,
Staubniederschlag, meteorologische Daten
Abb. 2:
Lage der Messstationen im Stadtgebiet Leipzig

 
9
1.3
Überschreitung
Im Kalenderjahr 2003 traten erstmals Überschreitungen
der Summe von Grenzwert und Toleranzmarge nach § 3
(5) und § 4 (3) für NO
2
und Partikel PM
10
(vgl. Tab. 2)
der 22. BImSchV auf. Zwei der drei Messstationen im
Plangebiet waren betroffen (vgl. Tab. 3).
Diese Über-
schreitungen waren der Anlass für die Aufstellung
dieses Luftreinhalteplanes entsprechend § 47 (1)
BImSchG.
Die NO
2
-Konzentration für das Jahr 2003 betrug im Mit-
tel 56 μg/m³ sowohl an der Messstation Leipzig-Mitte als
auch an der Messstation Leipzig-Lützner Straße. Der für
2003 zulässige Jahresmittelwert von 54 μg/m³ wurde
damit um 2 μg/m³ bzw. 4 % geringfügig überschritten.
Die für das Jahr 2003 maßgebende PM
10
-Konzentration
von 60 μg/m³ wurde an der Messstelle Leipzig-Mitte an
40 Tagen und an der Messstelle Leipzig-Lützner Straße
an 53 Tagen überschritten. Die zulässige Anzahl von 35
Tagen wurde damit um 5 bzw. 18 Tagen für ein Kalen-
derjahr deutlich überschritten. Die Anzahl der Tage liegt
um 14 % bzw. um 51 % über der zulässigen Anzahl.
Tab. 2:
Immissionsgrenzwerte und Toleranzmargen nach 22. BImSchV
Schad-
stoff
Beurteilungswerte Gültigkeits-
zeitraum
Definition
60 μg/m³ als Tages-
mittelwert
2003
bei 35 zugelassenen Überschreitungen im Kalenderjahr
(Summe aus Grenzwert und Toleranzmarge für 2003)
PM
10
50 μg/m³ als Tages-
mittelwert
40 μg/m³ als Jahres-
mittelwert
ab 01.01.2005
bei 35 zugelassenen Überschreitungen im Kalenderjahr,
Grenzwert
Grenzwert
54 μg/m³ als Jahres-
mittelwert
52 bzw. 50 μg/m
3
2003
2004 bzw. 2005
Summe aus Grenzwert und Toleranzmarge für 2003
Summe aus Grenzwert und Toleranzmarge für 2004 bzw. 2005
40 μg/m³ als Jahres-
mittelwert
ab 01.01.2010
Grenzwert
NO
2
200 μg/m
3
als Stun-
denmittelwert
ab 01.01.2010
bei 18 zugelassenen Überschreitungen im Kalenderjahr,
Grenzwert
Tab. 3:
Kenngrößen der Luftqualität im Plangebiet im Jahr 2003
EU-
PM
10
NO
2
Kennnr.
Stadt/Stadtteil
Anzahl der Tage
> 60 μg/m³
Jahresmittelwert
in [μg/m³]
Jahresmittelwert
in [μg/m³]
DESN025 Leipzig-Mitte
40
37
56
DESN077 Leipzig-Lützner Straße
53
41
56
DESN059 Leipzig-West
27 27
24

 
10
2
Allgemeine Informationen
2.1
Größe, Flächennutzung und Struktur
des Plangebietes
Die kreisfreie Stadt Leipzig liegt im Westen des Regie-
rungsbezirkes Leipzig und bildet zusammen mit Halle
einen Länder übergreifenden Ballungsraum. Leipzig
wird von den drei Landkreisen Leipziger Land, Delitzsch
und Muldentalkreis umgeben. Die Stadt selber umfasst
10 Stadtbezirke mit insgesamt 63 Ortsteilen.
Am 30.06.2004 hatte die Stadt Leipzig 496.313 Einwoh-
ner und eine Fläche von 297,61 km
2
(02/2004). Dies ent-
spricht einer Bevölkerungsdichte von 1.668 Einwoh-
nern/km². Gemäß Bevölkerungsprognose vom Januar
2003 wird die Einwohnerzahl bis 2020 nahezu konstant
bleiben (S
TATISTISCHES LANDESAMT DES FREISTAATES
SACHSEN, 2003).
Das Stadtgebiet wird durch die Flussgebiete von Weiße
Elster, Pleiße im Süden, Elsterflutbecken in der Mitte
und Weiße Elster, Luppe und Teile der Parthe im Nord-
west in zwei Hauptteile zerschnitten. Leipzig zeichnet
sich durch einen relativ hohen Anteil an Freiflächen aus.
Landwirtschafts-, Wald- und Wasserfläche nehmen einen
Anteil von fast 50 % ein. Besonders im Süden und
Nordwesten sind die Flussläufe von Auewald umgeben,
landwirtschaftliche Nutzflächen sind vor allem im Nor-
den und Osten des Stadtgebietes zu finden.
Gewerbliche, Wohn- und Mischbebauung verteilen sich
über das gesamte Stadtgebiet, jedoch liegen Schwer-
punkte der Gewerbeflächen im Westen und Nordosten
der Stadt, ein großer Anteil der Mischbebauung konzen-
triert sich auf das Stadtzentrum (vgl. Tab. 4, Abb. 3). Die
Wirtschaftsstruktur ist durch zahlreiche Objekte ver-
schiedener Branchen von Industrie, Handel und Dienst-
leistungen sowie die Messe geprägt. Den industriellen
Schwerpunkt bilden Betriebe der Wärmeerzeugung,
Stahl- und Eisen- sowie der Recyclingindustrie (vgl.
Kap. 5.1.1).
Tab. 4: Flächennutzungsarten in der Stadt Leipzig
(Quelle: Städtisches Vermessungsamt,
http://www.leipzig.de
, 23.02.2004)
Nutzungsarten absolut
in [ha]
Anteil
in [%]
Insgesamt 29.761 100,0
davon
Landwirtschaftsfläche 12.303 41,3
Gebäude- und Freifläche
8.197
27,5
Verkehrsfläche 3.431 11,5
Waldfläche 1.688 5,7
Erholungsfläche 1.655 5,6
Betriebsfläche 538 1,8
Wasserfläche 740 2,5
Sonstige Fläche
1.210
4,1
Bereits seit DDR-Zeiten hatte die Stadt mit einem Ein-
wohnerverlust zu kämpfen, der zunächst die gründerzeit-
lichen, innenstadtnahen Quartiere und nach 1989 durch
die zunehmende Suburbanisierung die Gesamtstadt be-
traf. Mittlerweile weisen sanierte innerstädtische Gebiete
wieder stabilere Einwohnerzahlen auf. Der Woh-
nungsüberschuss sowie eine Vielzahl gewerblicher
Brachflächen führen notwendigerweise zu einem Stadt-
umbau mit der Umwidmung von Flächen (Entsiegelung,
Begrünung) und einer Ausdünnung städtischer Wohnbe-
reiche.
Die Fläche der Stadt Leipzig ist durchzogen von einem
Straßennetz mit einer Gesamtlänge von rund 1.640 km,
darunter rund 24 km Autobahnen, 89 km Bundesstraßen,
52 km Staatsstraßen, 66 km Kreisstraßen und 1.227 km
Gemeindestraßen (Stand 2003).
Die Größe des Plangebietes entspricht der Gesamtfläche
der Stadt Leipzig in ihren administrativen Grenzen seit
01. Januar 2001. In der Stadt leben etwa 496.000 Ein-
wohner, ca. 47.000 können von Grenzwertüberschreitun-
gen betroffen sein.

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11
Abb. 3:
Flächennutzungsplan der Stadt Leipzig (Gebietsstand 01.01.2000; Quelle: S
TADT LEIPZIG, 2001 b)
Erläuterungen der Farbgebung:
Landwirtschaftsfläche (inkl. Garten-, Obstbau, Moore, Heide): gelbgrün;
Gebäude- und Freifläche (inkl. Vorgärten, Stell-
plätze, Spielplätze, Betriebsgelände) als Wohnbebauung, Sonderflächen, Mischbebauung, Gewerbeflächen: rot, hellgrau
bzw. dunkelgrau (z. T.), orange, braun; Verkehrsfläche (inkl. Plätze): rote und gelbe Linienstrukturen bzw. lila; Waldflä-
che: dunkelgrün;
Erholungsfläche (z. B. Grünanlagen, Sportplätze, Campingplätze): hellgrün; Betriebsfläche (unbebaute
Fläche, z. B. Halden, Lagerplätze; Ver- und Entsorgung): hellgrau bzw. dunkelgrau (z. T.), leuchtendgelb;
Wasserfläche:
blau

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12
2.2
Topographie
Die Stadt Leipzig liegt in der Leipziger Tieflandsbucht,
die als Teil des Norddeutschen Tieflandes eine weitge-
hend ebene Landschaftsform aufweist (vgl. Abb. 4). Der
gesamte Naturraum ist gekennzeichnet durch eine ge-
ringmächtige und weitgehend geschlossene Sandlöß-
decke, eine beachtliche Heterogenität der Böden und eine
Zunahme der Niederschläge von Nordwest nach Südost.
Abb. 4:
Naturräumliche Gliederung im Raum Leipzig (Maßstab in Original 1:50.000, Stand 1985;
Quelle: S
TADT LEIPZIG, 2001 a)
Die geographischen Koordinaten des Stadtzentrums sind
51°20’ nördlicher Breite und 12° 23’ östlicher Länge.
Die Stadt besitzt eine Gesamtausdehnung in Nord-Süd-
Richtung von ca. 22 km und in Ost-West-Richtung von
rund 21 km.
Die mittlere Höhe über NN beträgt 118 m bei einer Hö-
henlage des Stadtmittelpunktes (Markt) von 113 m.
Niedrigster Punkt ist mit 98 m Gundorf (Luppe-Gebiet),
höchster Punkt mit 184 m die Kippe Liebertwolkwitz im
Südosten des Stadtgebietes. Trotz des Anstiegs von
Nordwesten nach Südosten kann Leipzig als Ebene be-
zeichnet werden, so dass Höheneinflüsse auf Klima und
Schadstoffverteilung auszuschließen sind.
Die Veränderung des Reliefs fand durch menschliche
Eingriffe statt. Sowohl Nivellierungen des Reliefs durch
Verfüllungen, die Entstehung der städtischen Bebauung,
der Aufschluss von Tagebauen sowie die ab dem
20. Jahrhundert entstanden Aufhaldungen (bis zu 40 m
Höhe) veränderten die städtische Landschaft entscheidend
und führten darüber hinaus zu lokalklimatischen Eigenhei-
ten.

 
13
2.3
Klima
Das Gebiet der Stadt Leipzig liegt innerhalb der Über-
gangszone zwischen dem maritimen und dem kontinenta-
len Klimabereich der gemäßigten Zone außertropischer
Winde (Klimatyp Cfb: warmgemäßigtes Regenklima, im-
merfeucht, sommerwarm). Dies erklärt sowohl rasch auf-
einander folgende Wechsel im Witterungsverlauf als
auch länger anhaltende Wetterlagen. Der ozeanische
Einfluss überwiegt.
Bebauung, Bodenversiegelung, Energie- und Schadstoff-
ausstöße führen in Leipzig zu einer Modifizierung des
Klimas und zur Ausbildung eines spezifischen Stadtklimas
mit teilweise höheren bioklimatischen Belastungen für den
menschlichen Organismus (vgl. S
TADT LEIPZIG, 1997).
Die durchschnittliche Jahresmitteltemperatur im Zeitraum
1960 bis 1990 beträgt an der Wetterstation Leipzig-
Schkeuditz (Flughafen) 8,8 °C. Im Jahr 2002 betrug das
Jahresmittel der Lufttemperatur dort 9,8 °C. Das Leipziger
Institut für Meteorologie gibt für den zentralen Standort in
Leipzig (Stephanstr. 3) eine Durchschnittstemperatur in
2 m Höhe von 10,0 °C an (
http://www.uni-leip-
zig.de/~meteo/KLIMASTATISTIK/t2a.htm
).
Im Stadtgebiet von Leipzig liegt die Lufttemperatur in
Bodennähe gegenüber dem Umland bis zu 3 Grad höher
(im Winter auch darüber), bei Extremwetterlagen im
Sommer bis zu 7 Grad. In hoch verdichteten Zonen mit
geringen Grünanteilen entstehen Wärmeinseln mit tags-
über starker Aufheizung und verminderter Abkühlung in
der Nacht. Am stärksten überwärmt sind in aller Regel
die Straßenzüge sowie große versiegelte Plätze (z. B. Au-
gustusplatz).
Diese Überwärmung wird von dem hohen Wärmespei-
chervermögen der Bausubstanz, den geringeren lang-
welligen Ausstrahlungsverlusten, der verminderten Ver-
dunstung und dem reduzierten Wärmetransport infolge ge-
ringer Windgeschwindigkeiten hervorgerufen. Andererseits
wirken Industrieabwärme, Hausbrand, Kraftwerke usw.
Temperatur erhöhend. Die Anzahl der Frosttage ist ver-
mindert und damit auch die Anzahl der Heiztage.
Die Durchlüftung und Abkühlung der thermisch be-
lasteten Innenstadtbereichen ist nur durch Ventila-
tionsbahnen (entlang von Gleisanlagen, größeren Stra-
ßenzügen, Wasserflächen und -strecken) mit lokalen
Windsystemen möglich, die eine Verbindung zu den
Kaltluft- und Frischluftentstehungsgebieten (Auen, Wälder
u. Ä.) herstellen. Die stärksten Kaltluftströme im Leipzi-
ger Raum befanden sich im Nordosten am jetzigen Stand-
ort der Neuen Messe bzw. des Versandhauses Quelle. Die
Bebauung wirkt sich jetzt als Barriere aus. Obwohl auch im
Umland der Stadt gute Kaltluftentstehungsgebiete vor-
handen sind, sind resultierende Kaltluftströme aufgrund
der geringen Reliefunterschiede nur schwach ausge-
prägt.
Bedeutend für das Stadtklima sind Wälder mit ihrem
ausgeprägten Bestandsklima und dem ausgeglichenen
Temperaturverlauf im Tagesgang. Die über dem Kro-
nendach des Waldes entstehende Kalt- und Frischluft
wird schon bei Schwachwindwetterlagen über das
Stadtgebiet geleitet und kann so lufthygienische und
thermische Belastungen ausgleichen. Die Reichweite der
transportierenden Luft ist etwa so groß wie die horizon-
tale Erstreckung des Waldes. Auch kleinere Grünflä-
chen, einzelne Bäume bzw. Baumgruppen, Dach- und
Fassadenbegrünungen im innerstädtischen Bereich be-
sitzen durch ein ausgeglichenes thermisches Verhalten,
Erhöhung der Luftfeuchte, Kalt- bzw. Frischluftproduk-
tion, Veränderung der Strahlungen und z. T. als Schad-
stoffabsorber klimatische Entlastungsfunktionen. Eben-
falls ein großes Entlastungspotential besitzt Leipzig mit
seinen Oberflächengewässern durch die Erhöhung der
Luftfeuchte, die Reduktion der Lufttemperatur durch
Verdunstungskälte sowie der thermischen Stabilisie-
rung in der kalten Jahreszeit.
Die Hauptwindrichtung an der Wetterstation Leipzig-
Schkeuditz (Flughafen) ist Südwest. Die hohe Häufigkeit
resultiert aus einem höheren Anteil an höheren Windge-
schwindigkeiten. Hingegen verteilen sich geringe Wind-
geschwindigkeiten auf alle Windrichtungen (vgl.
Abb. 5).
Im Stadtgebiet von Leipzig reduziert die vorhandene Be-
bauung die Windgeschwindigkeit um bis zu 40 %. Erhebli-
che örtliche Abweichungen entstehen durch Baulücken
und Straßenzüge. Diese erzeugen Düseneffekte, die bei
geringen Windgeschwindigkeiten positiv, bei hohen dage-
gen als erheblich beeinträchtigend zu bewerten sind. In
Hinblick auf verkehrsinduzierte Luftschadstoffe sind
Straßenabschnitte mit Schluchtcharakter und hohem Ver-
kehrsaufkommen kritisch, da bei austauscharmen wind-
schwachen Wetterlagen durch mangelnde Durchlüftung
und fehlenden Abtransport der mit Luftschadstoffen
angereicherten Stadtluft starke Belastungssituationen ent-
stehen.

image
image
image
image
image
image
 
14
Abb. 5: Windrose der Stadt Leipzig mit Häufigkeits-
verteilung in [%] (Mittelwerte 1979-1988,
Quelle: R
EGIERUNGSPRÄSIDIUM LEIPZIG,
1993)
Die Hauptwindrichtung in Leipzig ist bedeutend für
die Luftschadstoffbelastung im Stadtgebiet, da die an-
transportierten Luftmassen lange über weitgehend un-
belastete Räume geführt werden (Grünau und die südlich
anschließenden Freiflächen, Auwald) bevor sie das hoch
belastete Stadtgebiet erreichen. Negativ für die Thermik
im Stadtgebiet und die lufthygienische Situation sind
austauscharme Wetterlagen mit Schwachwinden aus
Nord, Süd und Ost.
Der hohe Versiegelungsgrad in der Stadt verringert die
relative Feuchte um ungefähr 10 %. Eine weitere Folge
menschlicher Nutzungen ist der erhöhte Aerosolgehalt
der Luft, und zwar um bis zu 1.000 %. Die Wirkungen be-
stehen in einer starken Beeinflussung der Strahlung und der
Niederschlagsverhältnisse. Im Lee der Stadt können um
bis zu 10 % höhere Niederschlagsmengen registriert wer-
den.
2.4
Schutzziele
Gemäß Beschluss des Leipziger Stadtrates vom
18.06.2003 (Beschluss Nr. III-1356/03) verfügt die Stadt
Leipzig über aktualisierte Umweltqualitätsziele und
-standards (S
TADT LEIPZIG, 2003 a). Diese ordnen sich
den fünf Bereichen
Gesundheitsvorsorge und Wohlbefinden
Naturschutz
Ressourcenschutz
Schadstoffemissionen und indirekte Umweltbe-
lastungen durch die Stadt
Öffentlichkeitsarbeit
zu. Für den Bereich der Luftreinhaltung und Lufthygiene
stellen folgende Ziele und Standards des o. g. Kataloges
eine freiwillige Selbstverpflichtung der Stadt Leipzig dar
(auszugsweise Zitate aus S
TADT LEIPZIG, 2003 a):
„1.1 Immissionsbelastung:
Die anthropogen bedingten
Umwelteinwirkungen sind so zu beeinflussen, dass Men-
schen, Pflanzen und Tiere sowie Kultur- und sonstige
Sachgüter nach heutigem oder dem jeweiligen Erkennt-
nisstand nicht beeinträchtigt werden.
1.1.1 Luft:
Standards: Zielwerte für die maximale Luft-
belastung bezogen auf die menschliche Gesundheit -
Zielwerte für Außenluft (Tab. 5)
Tab. 5:
Zielwerte für die Außenluft (Werte in μg/m
3
; CO mg/m
3
) (STADT LEIPZIG, 2003 a)
Kurzzeitbelastung
(0,5 bzw. 1 h - Mittel-
wert)
Tagesbelastung
(8 bzw. 24 h - Mittel-
wert)
Jahresbelastung
(Jahresmittelwert)
Komponente
2005 2015 2005 2015 2005 2015
Schwefeldioxid (SO
2
) 200 140 125 100
Stickstoffdioxid (NO
2
) 160 135 100 < 100 40 20
Ozon (O
3
)
100
< 100
50
< 50
50
< 50
Kohlenmonoxid (CO)
30
15
8
5
Benzol
5 2,5
Ruß
1,5 0,8
Staub (Partikel PM
10
)
50
< 50
20
< 20

 
15
1.1.2 Mobilität: Ziel: Die Stadt wirkt darauf hin, dass alle
notwendigen Wege in der Stadt vorzugsweise zu Fuß,
mit dem Fahrrad oder öffentlichen Verkehrsmitteln
(ÖPNV) zurückgelegt werden können.
1. Die Bauleitplanung, insbesondere bei der Auswei-
sung von Wohngebieten, ist so auszulegen, dass
möglichst viele Angebote der Einkaufs- und
Dienstleistungsstruktur bzw. Einrichtungen der
Bereiche Soziales, Freizeit und Kultur in der Stadt
auf möglichst kurzen Wegen erreichbar sind.
2. Die Einkaufsmöglichkeiten zur Deckung der
Grundversorgung sowie wohngebietstypische
Dienstleistungseinrichtungen (z. B. Apotheke, all-
gemeiner Arzt, Drogerie, Gaststätte) sollen
a) wirtschaftlich existenzfähig
b) von den Wohnungen zu Fuß erreichbar sein.
3. Die Stadt nimmt über die Regionalplanung auf die
Baugebietsausweisungen in der Region Einfluss,
um zusätzliche Pendlerströme in das oder aus dem
Umland möglichst zu vermeiden und bietet aus-
reichend Alternativangebote für den Eigenheim-
bau in städtebaulich integrierten Lagen (Stadthäu-
ser u. Ä.).
4. Die Stadtplanung ist darauf auszurichten, Objekte
aktiver Freizeitgestaltung zu Fuß, mit dem Fahr-
rad oder dem ÖPNV erreichbar zu machen.
5.
Umweltgerechtere Verkehrsarten (ÖPNV, Radfah-
ren, Zu-Fuß-Gehen) werden gegenüber dem indi-
viduellen motorisierten Verkehr vorrangig entwi-
ckelt.
6. Insbesondere für Haushalte ohne Auto werden att-
raktive Gesamtangebote für alle Mobilitätsan-
forderungen und -bedürfnisse geschaffen.
7. Das Zu-Fuß-Gehen wird so sicher und attraktiv
gemacht, dass der für Leipzig typische Fußwege-
anteil beim Modalsplit (vgl. Tab. 6) auf hohem
Niveau gehalten wird.
8. Es erfolgt der Ausbau eines quantitativ und quali-
tativ hochwertigen Radwegenetzes.
9. Der ÖPNV muss ohne erhebliche Behinderungen
in der Stadt fahren können. Die Reisezeit (von
Haus zu Haus) wird verkürzt.
Tab. 6:
Standard: Orientierungswerte für den
Modalsplit in [%] (S
TADT LEIPZIG, 2003 a)
Verkehrs-
mittelart
1991 1994 1998 2005 2015
Fußgänger 39,5 38,2 31,5 30,0 30,0
Radfahrer 5,8 5,8 13,2 17,0 17,0
PKW und
Krad
23,2 27,5 27,3 23,0 22,0
PKW-
Mitfahrer
8,7 8,4 8,7 9,0 9,0
ÖPNV 22,8 20,1 19,3 21,0 22,0
1.2 Lokalklima:
Ziel: Das Lokalklima in der Stadt ist so
zu beeinflussen, dass eine anthropogen-klimatisch be-
dingte Stressbelastung für den Menschen weitgehend
reduziert wird.
1.2.1 Abbau von Überhitzung und Wärmestau
Ziele:
1. Erhalt aller wichtigen Kaltluftentstehungsflächen
sowie Freihaltung dazugehöriger Kaltluftabfluss-
bahnen und sonstiger Frischluftschneisen
2. Abbau von Wärmeinseln, Förderung von natürli-
chen Temperaturschwankungen
3. Erhalt und Erhöhung des Anteils an offenen Fließ-
und Stillgewässern wie z. B. Pleißemühlgraben,
Elstermühlgraben, Cospudener See, Auensee
Standard: Maximale Differenz der Lufttemperatur zwi-
schen Freiland und dichter Bebauung: 5 K (unter den
Bedingungen: nachts, Sommer und Schönwetterpe-
riode)
1.2.2 Flächennutzung, Versiegelung
Ziele:
1.
Der Anteil versiegelter Flächen ist zu minimieren.
2. Der Bestand an Frei- und Grünflächen (incl. Stra-
ßenbegleitgrün) ist zu erhöhen und dauerhaft zu
erhalten.
Standards: Zielwerte für die maximale durchschnittli-
che Versiegelung von zusammenhängenden Stadtge-
bieten mit gleicher baulicher Nutzung (vgl. Tab. 7)
Tab. 7:
Zielwerte für die maximale durchschnittliche
Versiegelung von zusammenhängenden
Stadtgebieten mit gleicher baulicher Nutzung
(S
TADT LEIPZIG, 2003 a)
Flächennutzungstyp maximale durchschnitt-
liche Versiegelung
Kerngebiete 80 %
Gewerbe- und Indust-
riegebiete
70 %
Mischgebiete 60 %
Wohngebiete (über-
wiegend Blockrandbe-
bauung)
50 %
Wohngebiete (aufgelo-
ckerte Bebauung)
40 %
Grünflächen
→ 0 %
1.2.3 Kleinräumige, thermisch induzierte Luftkreisläufe
innerhalb der dichten Bebauung
Standards: Ausschöpfen der Möglichkeiten von
Blockentkernung und Wohnumfeldbegrünung,
Schutz und Vernetzung vorhandener Grünbereiche

 
16
1.2.4 Vermeidung von Windkanaleffekten
Standard: Bei größeren Bauvorhaben, die horizontal
oder vertikal eine Barrierewirkung des Luftaustau-
sches bewirken, werden Standort bezogene Klima-
gutachten erarbeitet.
1.2.5 Abbau der „Dunstglocke”
Standard: Die Globalstrahlung (Summe der direkten
Sonneneinstrahlung und der diffusen Himmels-
strahlung) liegt im Stadtgebiet im Winter maximal
10 % niedriger als im umliegenden ländlichen
Raum.
3. Ressourcenschutz
3.4 Freiflächenschutz
Ziele:
1. Die vorhandenen städtischen Grün- und Freiflä-
chen werden weitgehend erhalten. Darüber hin-
aus werden weitere, baulich nicht mehr genutzte
oder nutzbare Flächen im Stadtgebiet zu Grün-
flächen umgestaltet (Revitalisierung von Brach-
flächen).
2. Die Sicherung und Reaktivierung von brachlie-
genden, bereits bebauten bzw. versiegelten
Wohn- und Gewerbestandorten erhält absoluten
Vorrang vor Ausweisung und Inanspruchnahme
neuer Flächen.
3. Die Inanspruchnahme bzw. die Zerschneidung
großer, zusammenhängender Freiflächen wird
vermieden.
Standards:
- Die Ausweisung von Bauland außerhalb der im
Zusammenhang bebauten Flächen erfolgt nur un-
ter Berücksichtigung der genannten Zielstellung
und im Zusammenhang mit einem Konzept zur
Ausweisung von Ausgleichsflächen.
- Die Inanspruchnahme von im Flächennutzungsplan
ausgewiesenem Bauland im Außenbereich darf
nur erfolgen, wenn nachgewiesen wird, dass ein
entsprechender dringender Bedarf besteht, der
nicht im Innenbereich (bauliche Verdichtung,
Baulücken-Schließung) abgedeckt werden kann.
- Es erfolgt eine konsequente Umsetzung der Ein-
griffsregelung nach § 8 Sächsisches Naturschutz-
gesetz.
- Pro Jahr dürfen maximal folgende Anteile von
Grün- und Freiflächen bebaut werden:
bis 2004: 3 %
ab 2005: 2 %
bezogen auf die zum jeweiligen Zeitpunkt noch
vorhandenen Grün- und Freiflächen, die im Flä-
chennutzungsplan als Bauland ausgewiesen sind.
4. Schadstoffemissionen und indirekte Umweltbelastun-
gen durch die Stadt
4.1 Verlagerungen von Belastungen in das Umland
Ziel: Eine Verlagerung von Umweltbelastungen aus
der Stadt Leipzig in das Umland oder entferntere
Regionen wird weitgehend vermieden.
Standard: Bei der Versorgung der Stadt Leipzig mit
Wasser und Energie aus dem Umland werden an die
Bedingungen der Herstellung bzw. Ressourcensiche-
rung die gleichen Umweltschutz-Anforderungen ge-
stellt wie bei der Nutzung städtischer Versorgungs-
einrichtungen.
4.3 Klimarelevante Gase
Ziel: Die durch die Energieversorgung und den Kfz-
Verkehr in Leipzig verursachten Emissionen an Ga-
sen, die zum Treibhauseffekt oder zum Abbau der
Ozonschicht beitragen, werden reduziert. Dabei ist
die vorgelagerte Prozesskette (Förderung, Transport,
Umwandlung der jeweiligen Energieträger) einge-
schlossen. Darüber hinaus sind fluorierte Treibhaus-
gase wie HFCKW, FCKW und SF
6
aufgrund ihres
hohen Treibhauspotenzials zu reduzieren.
Standards: Zielwerte für die Reduzierung der Emis-
sionen pro Kopf der Bevölkerung (vgl. Tab. 8)
Tab. 8:
Zielwerte für die Reduzierung der Emissionen
pro Kopf der Bevölkerung
Komponente Reduzierung
bis 2010
(Basis
1990)
CO
2
- 50 %
FCKW - 100 %
NO
x
- 30 %
CH
4
- 70 %
(STADT LEIPZIG, 2003 a)“
Durch die Beschlussfassung im Stadtrat wurde der Ver-
waltung der Auftrag gegeben, die Ziele in den ange-
gebenen Zeiträumen zu erreichen. Dritte können daraus
keine rechtlichen oder finanziellen Ansprüche ableiten.
Für Gebiete und Handlungsbereiche, in denen die Ziele
und Standards zum damaligen Zeitpunkt bereits übertrof-
fen wurden, gilt als Ziel ein Verschlechterungsverbot
(S
TADT LEIPZIG, 2003 a).

 
17
3
Zuständige Behörden
Im Freistaat Sachsen ist das Sächsische Landesamt für
Umwelt und Geologie (LfUG) für die Überwachung und
Beurteilung der Luftqualität verantwortlich und stellte
den Luftreinhalteplan für die Stadt Leipzig auf.
Die Arbeiten am Luftreinhalteplan begannen, nachdem
die zulässige Anzahl von PM
10
-Überschreitungen für
Leipzig im April 2003 überschritten wurde. Am
13.08.2003 fand die konstituierende Sitzung der Arbeits-
gruppe statt, die aus Mitarbeitern des LfUG, SMUL und
der Stadt Leipzig besteht.
Der Luftreinhalteplan wurde unter Federführung des
LfUG erstellt. Das Amt für Umweltschutz der Stadt
Leipzig übernahm die Koordinierung der beteiligten Äm-
ter der Stadt. Weiterhin war das Regierungspräsidium
Leipzig beteiligt. Die Namen und Anschriften der haupt-
sächlich beteiligten Personen sind in Anlage 15.1 aufge-
listet.

image
 
18
4
Art und Beurteilung der Ver-
schmutzung: Messergebnisse
der Luftgütemessstationen in
den vergangenen Jahren
4.1
Vergleichsmessstationen außerhalb
des Plangebietes
Zur besseren Einordnung der Schadstoffkonzentrationen
der drei Messstationen im Plangebiet (vgl. Kap. 1.1)
wurden zwei Messstationen außerhalb des Plangebietes
ergänzend hinzugezogen (vgl. Tab. 9). Es sind ländliche
Hintergrundmessstationen im Norden (Collmberg) und
Süden (Schwartenberg) Sachsens (vgl. Abb. 6). Sie sind
von lokalen Quellen weitestgehend unbeeinflusst.
Die Daten der in der Nähe befindlichen UBA-Messsta-
tion Melpitz werden nicht mit herangezogen, da von die-
ser Station keine gravimetrisch ermittelten PM
10
-Daten
vorliegen.
Tab. 9:
Luftmessstationen außerhalb des Plangebietes
EU-
Kennr.
Bezeichnung Rechtswert Hochwert Gemessene Stoffe
DESN076
Collmberg
47 70 490
56 85 930
PM
10
, PM
2,5
, NO
2
, O
3
, SO
2
, meteorologische
Daten
DESN074
Schwartenberg
46 03 680
56 14 710
PM
10
, NO
2
, O
3
, SO
2
, BTX, Staubinhaltsstoffe,
Staubniederschlag, meteorologische Daten
Abb. 6:
Lage der Messstationen
4.2
Stickstoffdioxidkonzentration (NO
2
)
Die Beurteilung der NO
2
-Jahresmittelkonzentration er-
folgt nach § 3 Abs. 4 und 5 der 22. BImSchV. Zum
Schutz der menschlichen Gesundheit beträgt der ab
01.01.2010 über ein Kalenderjahr gemittelte Immissi-
onsgrenzwert 40 μg/m³ NO
2
. In den Jahren zuvor sind
Toleranzmargen zulässig, die beginnend im Jahr 2002
mit 56 μg/m³ Jahr für Jahr um 2 μg/m³ abnehmen. Die
jahresabhängigen Beurteilungswerte sind in Tab. 10 zu-
sammengestellt.
Die Jahresmittelwerte der NO
2
-Konzentration der ver-
gangenen Jahre an den ausgewählten Messstationen des

 
19
Sächsischen Luftmessnetzes sind in Tab. 11 und Abb. 7
dargestellt.
Tab. 10: Beurteilungswerte für NO
2
-Jahresmittelwerte
nach 22. BImSchV
Jahr für die
Auswertung
der Daten
Beurteilungswert bestehend aus
Summe von Grenzwert +
Toleranzmarge des Jahres
2002 56 μg/m³
2003 54 μg/m³
2004 52 μg/m³
2005 50 μg/m³
2006 48 μg/m³
2007 46 μg/m³
2008 44 μg/m³
2009 42 μg/m³
ab 2010
40 μg/m³
An der Messstation
Leipzig-Mitte
ist die NO
2
-Konzen-
tration auf hohem Niveau im letzten Jahrzehnt weiter
angestiegen. Gegenüber dem Jahresmittel von 49 μg/m³
im Jahr 2002 erhöhte sich die Konzentration auf
56 μg/m³ im meteorologisch ungünstigen Jahr 2003. Die
Summe aus Grenzwert und Toleranzmarge wurde um
2 μg/m³ (5 %) erstmalig im Jahr 2003 überschritten. Je-
der Jahresmittelwert der vergangenen Jahre lag über dem
ab 2010 gültigen Grenzwert. Nur in den Jahren 2003 und
2004 traten Stundenmittelwerte > 200 μg/m
3
auf (11 mal
bzw. 1 mal).
An der Straßenschlucht-Messstation
Leipzig-Lützner
Straße
wurden die höchsten NO
2
-Konzentrationen der
sächsischen Luftmessstationen gemessen. Für 1996 liegt
der höchste NO
2
-Jahresmittelwert mit 67 μg/m³ vor. Ein
deutlicher Abfall der Konzentrationen ist erkennbar. Die
Jahresmittelkonzentration von 56 μg/m³ hat die Summe
aus Grenzwert und Toleranzmarge um 2 μg/m³ (5 %)
erstmalig im meteorologisch ungünstigen Jahr 2003
überschritten. Jeder Jahresmittelwert der vergangenen
Jahre lag über dem ab 2010 gültigen Grenzwert. Nur im
Jahr 2003 traten Stundenmittelwerte > 200 μg/m
3
auf
(4 mal).
An der Messstation
Leipzig-West
ist eine deutliche Ab-
nahme der Stickstoffdioxidkonzentration auf mittlerem
Niveau zu erkennen. Kein Jahres- und kein Stundenmit-
telwert der vergangenen Jahre lag über dem ab 2010 gül-
tigen Grenzwert.
Für die sächsischen Hintergrundstationen auf dem
Collm- und Schwartenberg
wird eine Stagnation der
NO
2
-Konzentration auf niedrigem Niveau registriert. Die
NO
2
-Konzentrationen der Messstationen im Plangebiet
liegen im Bereich des 2- bis 4-fachen Niveaus der Hin-
tergrundmessstationen.
Tab. 11: Jahresmittelwerte für NO
2
im Plangebiet Leipzig
außerhalb
des Plangebietes (Hintergrund)
NO
2
in [μg/m³]
Mitte Lützner Straße West Collmberg Schwartenberg
1995 45 - 28 - -
1996 44 67 28 - -
1997 50 - 26 - -
1998 46 - 23 - 13
1999 46 56 22 - 12
2000 49 - 22 - 13
2001 45 - 22 14 12
2002 49 - 21 14 13
2003
56 56
24 13 14
2004 51 49 20 12 11
- keine Messung erfolgt

 
20
NO
2
-Jahresmittelwerte 1995 bis 2004
0
10
20
30
40
50
60
70
80
1995
1996
1997
1998
1999
2000
2001
2002
2003
2004
[μg/m³]
Mitte
Lützner Straße
West
Collmberg
Schwartenberg
Abb. 7:
Verlauf der NO
2
-Jahresmittelwerte von 1995 bis 2003
4.3
Partikel PM
10
-Konzentration
4.3.1
Jahresmittelwert
Die Beurteilung der PM
10
-Jahresmittelkonzentration er-
folgt nach § 4 Abs. 4 und 5 der 22. BImSchV. Zum
Schutz der menschlichen Gesundheit beträgt der ab
01.01.2005 über ein Kalenderjahr gemittelte Immissi-
onsgrenzwert 40 μg/m³ PM
10
. In den Jahren zuvor sind
Toleranzmargen zulässig, die beginnend im Jahr 2002
mit 4,8 μg/m³ Jahr für Jahr um 1,6 μg/m³ abnehmen. Die
jahresabhängigen Beurteilungswerte sind in Tab. 12 zu-
sammengestellt.
Tab. 12: Beurteilungswerte für PM
10
-Jahresmittelwerte
nach 22. BImSchV
Jahr für die
Auswertung
der Daten
Beurteilungswert bestehend aus
Summe von Grenzwert + Toleranz-
marge des Jahres
2002 44,8 μg/m³
2003 43,2 μg/m³
2004 41,6 μg/m³
2005 40 μg/m³
Die Staubfraktion PM
10
wird seit 1999 im Sächsischen
Luftmessnetz gemessen. An dieser Stelle werden nur
Daten verwendet, die mit dem gravimetrischen Messver-
fahren mit Laboranalyse gewonnen wurden. Die Jahres-
mittelwerte der Partikel PM
10
der vergangenen 6 Jahre
sind in Tab. 13 und Abb. 8 dargestellt.
An der Messstation
Leipzig-Mitte
stagnieren die PM
10
-
Konzentrationen auf hohem Niveau. Im meteorologisch
ungünstigen Jahr 2003 lag die PM
10
-Konzentration mit
37 μg/m³ 10 % unter dem ab 2005 gültigen Grenzwert.
Keiner der Jahresmittelwerte der vergangenen Jahre hat
diesen Grenzwert überschritten.
An der Straßenschlucht-Messstation
Leipzig-Lützner
Straße
werden die höchsten PM
10
-Konzentrationen im
Sächsischen Luftmessnetz gemessen. Im meteorologisch
ungünstigen Jahr 2003 wurde mit 41 μg/m³ der bisher
höchste Jahresmittelwert bestimmt. Diese Konzentration
überschreitet den ab 01.01.2005 verbindlichen PM
10
-
Grenzwert von 40 μg/m³.
An der Messstation
Leipzig-West
stagnieren die PM
10
-
Konzentrationen auf mittlerem Niveau. Kein Jahresmit-
telwert der vergangenen Jahre lag über dem ab 2005 gül-
tigen Grenzwert.
An den sächsischen Hintergrundmessstationen
Collm-
und Schwartenberg
werden niedrige PM
10
-Konzentra-
tionen registriert. Die PM
10
-Konzentrationen der Mess-
stationen im Plangebiet liegen im Bereich des 1,5- bis
2-fachen Niveaus der Hintergrundmessstationen.

 
21
Tab. 13: Jahresmittelwerte der PM
10
-Konzentration
im Plangebiet Leipzig
außerhalb des
Plangebietes (Hintergrund)
PM
10
in [μg/m³]
Mitte Lützner
Straße
West Collm-
berg
Schwarten-
berg
1999 32 - 22 17 14
2000 30 - 23 16*) 17
2001 34 38 22 - 13
2002 32 36 22*) - 14
2003 37 41 - - 17
2004 31 34 - - 13
Mittelwert 1999-2004
32,1
37,0
22,3
-
14,8
Änderung 2003 gegenüber
dem Mittelwert
+16 %
+11 %
-
-
+ 16 %
*) Die Ermittlung mit dem gravimetrischen Messverfahren wurde hier aus ökonomischen Gründen eingestellt. Die Messge-
räte wurden an verkehrsbelastete Orte umgesetzt.
PM
10
-Jahresmittelwerte 1999 bis 2004
0
5
10
15
20
25
30
35
40
45
1999
2000
2001
2002
2003
2004
[μg/m³]
Mitte
Lützner Straße
West
Collmberg
Schwartenberg
Abb. 8:
Verlauf der PM
10
-Jahresmittelwert von 1999 bis 2004

 
22
4.3.2 Häufigkeit der PM
10
-Konzentrationsüber-
schreitung
Die Beurteilung der Anzahl der Tage pro Kalenderjahr
mit einer limitierten PM
10
-Konzentration erfolgt nach
§ 4 Abs. 2 und 3 der 22. BImSchV. Zum Schutz der
menschlichen Gesundheit beträgt der ab 01.01.2005 ein-
zuhaltende über einen Tag gemittelte Immissionsgrenz-
wert 50 μg/m³, bei 35 zugelassenen Überschreitungen im
Jahr. In den Jahren zuvor waren Toleranzmargen hin-
sichtlich der PM
10
-Konzentration zulässig, die beginnend
im Jahr 2002 mit 15 μg/m³ Jahr für Jahr um 5 μg/m³ ab-
nahmen. Die jahresabhängigen Beurteilungswerte sind in
Tab. 14 zusammengestellt.
Die Häufigkeit der Überschreitungen der von Jahr zu
Jahr reduzierten Beurteilungswerte zeigt
Tab. 15. 2003
traten erstmals mehr als die zugelassenen 35 Überschrei-
tungen in Leipzig-Mitte und Leipzig-Lützner Straße auf.
Die Häufigkeit der Überschreitung PM
10
-Konzentration
von 50 μg/m³ der vergangenen Jahre wird in Tab. 16 und
Abb. 9 angegeben. Der ab 2005 geltende Grenzwert mit
35 zugelassenen Überschreitungen wurde in den vergan-
genen Jahren regelmäßig an der Messstation Leipzig-
Mitte (Ausnahmen im Jahr 2000 und 2004) und Leipzig-
Lützner Straße überschritten. Eine große Variabilität in
der Anzahl der Überschreitungstage für gleiche Messsta-
tionen wird ersichtlich. Wird eine mittlere Überschrei-
tungshäufigkeit aus den letzten 6 Jahren gebildet, so
wurde in Leipzig-Mitte an 39 Tagen und in der Straßen-
schlucht Leipzig-Lützner Straße an 65 Tagen pro Jahr
die Konzentration von 50 μg/m³ überschritten (Tab. 16),
das sind 9 bzw. 29 Tage zuviel.
Tab. 14: Beurteilungswerte für PM
10
-Konzentrations-
überschreitungen nach 22. BImSchV
Jahr für die Aus-
wertung der Daten
Beurteilungswert bestehend
aus Summe von Grenzwert
+ Toleranzmarge des Jahres
2002 65 μg/m³
2003 60 μg/m³
2004 55 μg/m³
2005 50 μg/m³
Tab. 15: Anzahl der Überschreitungstage für Partikel PM
10
nach 22. BImSchV
Anzahl der Tage
im Plangebiet Leipzig
außerhalb des Plangebietes (Hintergrund)
Mitte Lützner Straße West Collmberg Schwartenberg
2001: > 70 μg/m³
6
28
0
-
0
2002: > 65 μg/m³
11
26
5
-
0
2003: > 60 μg/m³
40 53
- -
4
2004: > 55 μg/m³ 21
36
-
-
2
Tab. 16: Anzahl der Tage mit Konzentrationen größer 50 μg/m³ für Partikel PM
10
Anzahl der Tage
im Plangebiet Leipzig
außerhalb des Plangebietes (Hintergrund)
> 50 μg/m³ PM
10
Mitte Lützner Straße West Collmberg Schwartenberg
1999 36 - 8 8 4
2000 26 - 8 4 4
2001
51 78
13 - 2
2002
45 63
14 - 0
2003
64 92
- - 10
2004 32
49
- - 2
Mittelwert 1999-
2004
39 65
11 - 4
Änderung 2003
gegenüber dem
Mittelwert
+65 %
+42 %
-
-
+173 %

 
23
Tage mit mehr als 50 μg/m
3
PM
10
0
35
70
105
1999
2000
2001
2002
2003
2004
[Anzahl]
Mitte
Lützner Straße
West
Collmberg
Schwartenberg
Abb. 9:
Anzahl der Tage pro Kalenderjahr mit Konzentrationen größer 50 μg/m³ PM
10

 
24
4.4
Partikel PM
2,5
-Konzentration
Die Fraktion der Partikel PM
2,5
ist eine Teilmenge der
PM
10
-Partikel. Es gibt dafür zwar keine Immissions-
grenzwerte, aber doch die Pflicht zur Messung (§ 10
Abs. 9 der 22. BImschV), gemäß § 11 Abs. 3 müssen
Maßnahmen zur Minderung der PM
10
-Konzentration
auch auf die Verringerung der PM
2,5
-Konzentration ab-
zielen.
Die Ergebnisse der Messstationen Leipzig-Mitte und die
der Hintergrundmessstation Schwartenberg sind als Jah-
resmittelwerte in Tab. 17 und Abb. 10 dargestellt. In der
Stadt Leipzig sind doppelt so hohe Konzentrationen wie
auf dem Schwartenberg zu verzeichnen. Auch hier ragt
das meteorologisch ungünstige Jahr 2003 mit erhöhten
Werten auffällig heraus. Eine Stagnation des PM
2,5
-
Konzentrationsniveaus ist sowohl in Leipzig als auch im
ländlichen Hintergrund zu verzeichnen.
Tab. 17: Jahresmittelwerte für Partikel PM
2
,
5
PM
2,5
im Plangebiet Leipzig
außerhalb des Plangebietes (Hintergrund)
in [μg/m³]
Mitte Lützner Straße West Collmberg Schwartenberg
1999 22 - - - 10
2000 20 - - - 10
2001 19 - - - 10
2002 20 - - - 11
2003 23 - - - 13
2004 20 - - - 9
Mittelwert 1999-2004
20,7
-
-
-
10,5
Änderung 2003 gegenüber
dem Mittelwert
+11 %
-
-
-
+24 %
- keine Messung
PM
2,5
-Jahresmittelwerte 1999 bis 2004
0
5
10
15
20
25
1999
2000
2001
2002
2003
2004
[μg/m³]
Mitte
Schwartenberg
Abb. 10: Verlauf der PM
2,5
- Jahresmittelwerte von 1999 bis 2004

 
25
5
Ursprung der Verschmutzung
5.1
Analyse der Emissionssituation
5.1.1 Liste der wichtigsten Emissionsquellen, die
für die Verschmutzung verantwortlich sind
Die wichtigsten Emittenten für die Emission von PM
10
und NO
x
1
im Stadtgebiet von Leipzig wurden dem Emis-
sionskataster des LfUG entnommen. Es sind:
Verkehr (Straßen-, Schienen- und Luftverkehr)
Feuerungen in Haushalten (Hausbrand) und bei
Kleinverbrauchern (Handel, Dienstleistungen,
Nichtverarbeitendes Gewerbe).
Industrie und Gewerbe
Großfeuerungsanlagen (GFA; Anlagen, die der
13. BImSchV unterliegen. Diese gehören ei-
gentlich zu „Industrie und Gewerbe“, werden
wegen ihrer großen Bedeutung aber gesondert
ausgewiesen.)
Für die PM
10
-Emission besitzt auch die Landwirtschaft
(Pflanzenbau, Tierhaltung) Bedeutung.
Durch Bautätigkeit kann die lokale PM
10
-Konzentration
erheblich beeinflusst werden. Eine Emissionsabschät-
zung für das Plangebiet ist jedoch nicht möglich (vgl.
Aussagen zu Sachsen in Kap. 5.1.3.1).
5.1.1.1 Industrie und Gewerbe
Zur Emittentengruppe Industrie und Gewerbe zählen die
sog. erklärungspflichtigen Anlagen (unterliegen der
11. BImSchV) und die Feuerungsanlagen im Verarbei-
tenden Gewerbe. Tab. 18 zeigt die Emissionen dieser
Emittentengruppe 2000 bis 2002.
Tab. 59 (in Anhang 15.3) enthält eine Übersicht zu den
erklärungspflichtigen Anlagen mit den:
von Betreibern im Jahr 2000 abgegebenen Da-
ten zur NO
x
- und Staubemission
2
aus den Betreiberangaben zur Staubemission in
Anlehnung an EEO
NLINE (2004), ANONYM
(2000) und SCHLACHTA ET AL. (2002) berech-
neten PM
10
-Emissionen.
1
Die Emissionsfaktoren zur Berechnung der Emissionen
und die Angaben in den Emissionserklärungen beziehen
sich zumeist auf „NO
x
, angegeben als NO
2
“. Eine Auf-
teilung der Emissionen in NO und NO
2
ist deshalb nicht
möglich.
2
Von den StUFÄ bei Abgabe der Emissionserklärung
geprüfte Werte; z. T. nachträglich noch korrigiert.
Tab. 19 zeigt als Zusammenfassung die Anzahl von er-
klärungspflichtigen Anlagen im Stadtgebiet Leipzig,
deren Zuordnung zu den Kategorien im Anhang zur
4. BImSchV sowie die Emissionen für das Jahr 2000
3
.
Die Abb. 11 und Abb. 12 zeigen die Anteile der Anla-
genkategorien nach dem Anhang zur 4. BImSchV an der
NO
x
- und PM
10
-Emission auf der Grundlage der Emissi-
onserklärung 2000. Dabei bestimmen die Anlagen nur
weniger Betreiber die Emission – von der Emittenten-
gruppe bis hin zur Gesamtemission:
Stadtwerke Leipzig (Anlagen der Nr. 1): 57 %
der NO
x
-Emission erklärungspflichtiger Anla-
gen (entspricht 42 % von Industrie und Ge-
werbe, 5 % der Gesamtemission)
4
remex Leipzig (Anlagen der Nrn. 2, 8): 18 %
der PM
10
-Emission erklärungspflichtiger Anla-
gen (entspricht 9 % von Industrie und Gewerbe,
3 % der Gesamtemission)
G. Fischer GmbH (Anlagen der Nr. 3): 14 % der
PM
10
-Emission erklärungspflichtiger Anlagen
(entspricht 7 % von Industrie und Gewerbe, 3 %
der Gesamtemission
Halberg Guss GmbH (Anlagen der Nr. 3): 27 %
der PM
10
-Emission erklärungspflichtiger Anla-
gen (entspricht 14 % von Industrie und Ge-
werbe, 5 % der Gesamtemission)
5
.
Dabei muss allerdings auf die große Unsicherheit bei der
Berechnung diffuser Emissionen aus Anlagen der Nrn. 2
und 8 (Lager, Umschlag und Aufbereitungsanlagen für
Bauschutt und Recyclingmaterial) hingewiesen werden,
die auf ungenügend abgesicherte Emissionsfaktoren zu-
rückzuführen ist.
Die Karten 1 bis 4 in Anhang 15.5 zeigen die Verteilung
der Emissionen im Stadtgebiet.
3
Jahr der letzten Emissionserklärung. Die Emissionen
werden auch für die Folgejahre übernommen, da die Da-
ten aus dem nächsten Erklärungsjahr 2004 noch nicht
vorliegen.
4
Die Ausbreitungsrechnung mit dem Programm LASAT
(Version 2.10) ergibt für 2003 allerdings eine geringfü-
gige Beeinflussung an der Messstelle Leipzig-Mitte in
Höhe von 0,9 μg/m
3
.
5
Die Ausbreitungsrechnung mit Hilfe des Programms
LASAT (Version 2.10) ergibt nur eine äußerst geringfü-
gige Beeinflussung der Messstelle Leipzig-West
(0,06 μg/m
3
PM
10
).

 
26
Tab. 18: Emissionen aus Industrie und Gewerbe in Leipzig 2000 bis 2002
Quelle Emission in [t/a]
NO
x
PM
10
2000 2001 2002 2000 2001 2002
GFA 212 241 272 6 9 7
sonstige erklärungs-
pflichtige Anlagen
162 162 162 105 105 105
Feuerungen im Verar-
beitenden Gewerbe
132 132 72 105 105 70
Summe 506 535 506 216 219 182
Tab. 19: Erklärungspflichtige Anlagen und deren Emissionen in Leipzig im Jahr 2000
Nr. nach Anhang
zur
4. BImSchV
Branche Anlagen-
anzahl
NO
x
-Emis-
sion in [kg/a]
PM
10
-Emis-
sion in [kg/a]
Nr. 1
Wärmeerzeugung, Bergbau , Energie
25
303.766
8.245
davon Nr. 1.01
GFA
2
211.920
6.409
Nr. 2
Steine und Erden, Glas, Keramik, Bau-
stoffe
12 61.984 39.639
Nr. 3
Stahl, Eisen und sonstige Metalle ein-
schließlich Verarbeitung
7 4.861 54.760
Nr. 4
Chemische Erzeugnisse
1
0
5
Nr. 5
Oberflächenbehandlung mit organischen
Stoffen, Herstellung von bahnenförmi-
gen Materialien aus Kunststoffen, sons-
tige Verarbeitung von Harzen und
Kunststoffen
1 573 0
Nr. 6
Holz, Zellstoff
0
-
-
Nr. 7
Nahrungs-, Genuss- und Futtermittel,
landwirtschaftliche Erzeugnisse
3 1.876 5.538
Nr. 8
Verwertung und Beseitigung von Ab-
fällen und sonstigen Stoffe
5 160 2.134
Nr. 9
Lagerung, Be- und Entladen von Stoffen
und Zubereitungen
1 0 1.189
Nr. 10
Sonstige
2
415
20

 
27
NO
x
-Emission erklärungspflichtiger Anlagen in Leipzig 2000 in [%]
374 t insgesamt
81%
17%
1%
Nr. 01
Nr. 02
Nr. 03
Nr. 04
Nr. 05
Nr. 07
Nr. 08
Nr. 09
Nr. 10
Abb. 11: NO
x
-Emission der erklärungspflichtigen Anlagen in Leipzig im Jahr 2000
PM
10
-Emission erklärungspflichtiger Anlagen in Leipzig 2000 in [%]
112 t insgesamt
7%
36%
49%
5%
2%
1%
Nr. 01
Nr. 02
Nr. 03
Nr. 04
Nr. 05
Nr. 07
Nr. 08
Nr. 09
Nr. 10
Abb. 12: PM
10
-Emission der erklärungspflichtigen Anlagen in Leipzig im Jahr 2000
5.1.1.2 Hausbrand und Kleinverbraucher
Zur Abschätzung der Beiträge durch Hausbrand und
Kleinverbraucher müssen ebenso wie bei Feuerungsanla-
gen im Verarbeitenden Gewerbe die sächsischen Ge-
samtemissionen dieser Emittentengruppen über den Be-
völkerungsanteil der Stadt Leipzig auf das Plangebiet
herunter gebrochen werden. Der Energieträgereinsatz ist
den Energieberichten des Sächsischen Staatsministeri-
ums für Wirtschaft und Arbeit entnommen. Lediglich bei
der räumlichen Verteilung der Emissionen liegen auch
ortsspezifische Daten (Ausschluss von Gebieten mit
Fernheizung) mit vor. Die Karten 5 und 6 in Anhang
15.5 zeigen die Verteilung der Emissionen im Stadtge-
biet.

 
28
Tab. 20: Verkehrsemissionen in Leipzig 2000 bis 2002
Quelle Emission in [t/a]
NO
x
PM
10
2000 2001 2002 2000 2001 2002
Motor Straße
2.818
3.047
3.082
108
98
99
Motor Luft
12 12 11 <1 <1 <1
Motor Schiene 142 130 133 3 3 3
Summe Motor 2.972 3.189 3.226 111 101 102
Aufwirblung/Abrieb Straße
222 222 220
Aufwirblung/Abrieb Luft
9 8 8
Summe Aufwirblung/Abrieb
231 230 227
Verkehr gesamt 2.972 3.189 3.226 342 331 329
5.1.1.3 Verkehr
Die Verkehrsemissionen (vgl. Tab. 20) setzen sich aus
den direkten Motoremissionen im Straßen-, Schienen-
und Luftverkehr und den Emissionen durch Aufwirblung
und Abrieb im Straßen- (Berechnung) und Flugverkehr
(große Abschätzung) zusammen. Abb. 13 zeigt, dass die
schweren Nutzfahrzeuge (SNfz) die Emissionen des
Straßenverkehrs deutlich bestimmen. Für die PM
10
-
Emission sind – bedingt durch die hohe Fahrleistung
(
Aufwirblung/Abrieb) – auch die PKW wichtig.
Leichte Nutzfahrzeuge (LNfz) und Busse üben einen
geringeren, Zweiräder praktisch keinen (darstellbaren)
Einfluss aus.
Die Motoremissionen des Verkehrs
werden mit einem
komplexen Modell
6
berechnet, in das beim Straßenver-
kehr u. a. der Fahrzeugbestand nach Gemeinden, die
durchschnittliche Fahrleistung pro Fahrzeugkategorie,
die Daten zu Verkehrszählstellen und Streckenprofil so-
wie die Emissionsfaktoren aus dem Handbuch der Emis-
sionsfaktoren des Straßenverkehrs (Version 2.1) einge-
gangen sind (U
MWELTBUNDESAMT BERLIN, 2004). Die
Validierung der Modelleingangsgrößen vor Ort in der
Stadt Leipzig war aus Kapazitätsgründen nicht möglich.
Für die Emissionen des Schienen- und Luftverkehrs
standen auch ortsspezifische Angaben zur Verfügung.
Die Emissionen durch Abrieb und Aufwirblung im Ver-
kehrsbereich beruhen für den Straßenverkehr auf den
Ergebnissen von D
ÜHRING ET AL. (2004). Die Emission
durch Flugverkehr beruht auf den in K
ROPF (2001) zitier-
ten Emissionsfaktoren, die als Einzelmessungen zu be-
werten sind.
Die Karten 7 bis 9 in Anhang 15.5 zeigen die Verteilung
6
DEK, Entwicklung: TU Dresden, Lehrstuhl für Ver-
kehrsökologie in mehreren Projekten
der Emissionen im Stadtgebiet.
Alle Eingangsdaten zur Berechnung der Verkehrsemissi-
onen beziehen sich auf den Zeitraum eines Jahres. Eine
Unterscheidung in Tages- oder Wochengänge ist nicht
möglich.
Die Emissionsberechnungen für den Straßenverkehr
beinhalten noch nicht die vom Deutschen Institut für
Wirtschaftsforschung Berlin (K
LOAS ET AL., 2004) ange-
kündigte Revision der Fahrleistungen im Straßenverkehr.

 
29
Anteil der Fahrzeugkategorien an der Emission des
Straßenverkehrs 2002
0%
20%
40%
60%
80%
100%
NOx
PM10 Motor
PM10 gesamt
SNfz
PKW
LNfz
Bus
Abb. 13: Anteile der Fahrzeugkategorien an der Emission des Straßenverkehrs 2002 (Durchschnitt für Sachsen)
Tab. 21: PM
10
-Emissionen durch die Landwirtschaft in Leipzig 2000 bis 2002
Quelle PM
10
-Emission in [t/a]
2000 2001 2002
Pflanzenbau 12 12 14
Tierhaltung 6 6 8
Summe 18 18 22
5.1.1.4 Landwirtschaft
Für die Emission aus der Landwirtschaft liegt zwar nur
eine erste grobe Abschätzung vor (vgl. Tab. 21, Karte 10
in Anhang 15.5), die jedoch auf eine Beeinflussung der
PM
10
-Gesamtemission hinweist. Als Grundlage für die
Ermittlung der PM
10
-Emission aus der Tierhaltung die-
nen die Tierbestände nach dem S
TATISTISCHEN
LANDESAMT und die (mittleren europäischen) Emissions-
faktoren nach T
AKAI ET AL. (1998). Die PM
10
-Emission
aus dem Pflanzenbau wird mit Hilfe der Ackerfläche
nach dem STATISTISCHEN LANDESAMT und den Emissi-
onsfaktoren für
Aufwirblung und Abrieb (Bodenbearbei-
tung, Ernte, Fahrten) nach D
ÜHRING ET AL. (2004) be-
rechnet.
5.1.2
Gesamtmenge der Emissionen
Tab. 22 gibt einen Überblick zu den Beiträgen der Emit-
tentengruppen zur Gesamtemission von Leipzig 2000 bis
2002. Die Abb. 14 und Abb. 15 veranschaulichen den
Einfluss der Emittenten im Jahr 2001.
Der Verkehr bestimmt ca. 74 % der NO
x
- und auch
ca. 55 % der PM
10
-Emission. Von ähnlicher Bedeutung
für die PM
10
-Emission sind mit 36 % Industrie und Ge-
werbe. Hier üben einzelne
Emittenten mit Anlagen der
Nrn. 2, 3 und 8 den dominierenden Einfluss aus.

 
30
Tab. 22: Emissionen 2000 bis 2002 im Stadtgebiet Leipzig
Emittentengruppe Emission in [t/a]
NO
x
PM
10
2000 2001 2002 2000 2001 2002
Industrie und Gewerbe
inkl. GFA
506 535 506 216 219 182
Hausbrand und Klein-
verbraucher
536 561 519 25 30 32
Verkehr 2.972 3.189 3.226 342 331 329
Landwirtschaft
18 18 22
Summe 4.014 4.284 4.251 601 598 565
NO
x
-Emission in Leipzig 2001 in [%]
4.284 t insgesamt
6%
7%
74%
8%
5%
GFA
Industrie und Gewerbe
Verkehr - Motor
Hausbrand
Kleinverbraucher
Abb. 14: NO
x
-Emission in Leipzig 2001

 
31
PM
10
-Emission in Leipzig 2001 in [%]
598 t insgesamt
1%
36%
16%
39%
3%
2%
3%
GFA
Industrie und Gewerbe
Verkehr - Motor
Verkehr - Aufwirblung/Abrieb
Hausbrand
Kleinverbraucher
Landwirtschaft
Abb. 15: PM
10
-Emission in Leipzig 2001
5.1.3 Informationen über Verschmutzungen aus
anderen Gebieten
5.1.3.1 Emissionen in Sachsen
Als Bilanzgebiet für Erhebung zu Verschmutzungen aus
anderen Gebieten wurde Sachsen gewählt, da:
durch den Transport der Luftschadstoffe die Si-
tuation in Leipzig beeinflusst werden kann
(vgl. Kap. 5.2)
die für die Abgrenzung eines kleineren Gebietes
erforderlichen zahlreichen Ausbreitungsrech-
nungen aus Kapazitätsgründen nicht leistbar
sind
die Übernahme von sächsischen Durchschnitts-
werten (z. B. bei Hausbrand, Kleinverbrau-
chern) für kleine Gebiete tendenziell zu größe-
ren Fehlern führen kann.
Die Emissionen in Sachsen sind im Überblick (Tab. 23
hier; Tab. 60 bis Tab. 63 sowie Abb. 43 und Abb. 44 im
Anhang 15.3) angegeben. Die Karten 11 bis 16 in An-
hang 15.5 zeigen die Verteilung der Emissionen in Sach-
sen. In Abb. 7 wird die Bedeutung der Emittentengrup-
pen für Sachsen und Leipzig verglichen.
Zur Berechnung der Emissionen gilt das für Leipzig
Ausgeführte (mit der Ausnahme, dass für Sachsen noch
keine Berücksichtigung der Gebiete mit Fernheizung
erfolgen konnte). Zusätzlich zu den Emittenten, die für
Leipzig betrachtet wurden, kommt der Schiffsverkehr auf
der Elbe hinzu.
Für Verwehungen aus Tagebau- und Rekultivierungs-
flächen in Westsachsen
7
können mit jährlich 280 t PM
10
und für Baustellenemissionen mit jährlich 140 t PM
10
(D
ÜHRING ET AL, 2004) ganz grobe Abschätzungen für
die Jahre ab 2000 angegeben werden. Wegen der gegen-
über den anderen Emittenten nochmals erheblich größe-
ren Unsicherheit des Emissionsfaktors für Emissionen
aus Tagebauen bzw. sowohl Emissionsfaktor als auch
Aktivität für die Bauwirtschaft (Gebäude- und Straßen-
bau)
werden diese Emissionen nicht mit in die Übersicht
zu Sachsen einbezogen.
Folgende PM
10
-Emissionen können, da keine Daten vor-
liegen, nicht berücksichtigt werden:
Winderosion von Ackerflächen
biogene Quellen.
Der Beitrag der einzelnen Emissionsquellen zu Sekun-
däraerosolen, die sich aus gasförmigen Emissionen (vor
allem SO
2
, NH
3
und NO
x
) bilden, zur Immissionsbelas-
tung ist zz. nicht quantifizierbar.
7
0,3 g/(m
2
*d) Staub nach LAUBAG (2002); Annahme
zum PM
10
-Anteil: 5 %. Beide Annahmen bedürfen der
Korrektur (LMBV, 2005).
Zur Aktivität (weder von Vegetation noch von Wasser
bedeckte Flächen) liegen sichere Daten von B
ERKNER
(2004) vor.

 
32
Tab. 23: Emissionen 2000 bis 2002 in Sachsen
Emittentengruppe Emission in [t/a]
NO
x
PM
10
2000 2001 2002 2000 2001 2002
Industrie und
Gewerbe inkl. GFA
25.866 27.773 27.708 4.604 4.929 4.603
Hausbrand und
Kleinverbraucher
4.814 4.984 4.561 228 267 284
Verkehr 46.291 43.769 40.731 4.062 3.519 3.348
Landwirtschaft 2.334 2.463 2.424
Summe 76.971 76.526 73.000 11.228 11.178 10.659
Bedeutung der Emittentengruppen für die NO
x
- und die
PM
10
-Emission in Sachsen und Leipzig 2001
6
7
7
19
4
8
5
21
2
22
27
2
9
37
35
12
57
74
16
39
2
3
3
0
10
20
30
40
50
60
70
80
NOx Sachsen
NOx Leipzig
PM10 Sachsen
PM10 Leipzig
[%]
GFA
Industrie und Gewerbe
Verkehr - Motor
Verkehr - Aufwirblung/Abrieb
Hausbrand
Kleinverbraucher
Landwirtschaft
Abb. 16: Vergleich der Bedeutung der Emittentengruppen in Sachsen und Leipzig für die NO
x
- und PM
10
-Emission
Beim Vergleich der Bedeutung der Emittentengruppen in
Leipzig mit der in Sachsen fällt auf:
bei NO
x
der deutlich größere Einfluss der GFA
in Sachsen sowie des Straßenverkehrs in Leip-
zig
bei PM
10
der deutlich größere Einfluss der GFA
und der Landwirtschaft in Sachsen sowie des
Straßenverkehrs in Leipzig.
Diese Unterschiede sind auf die unterschiedlichen Flä-
chennutzungen in Städten bzw. im Landesdurchschnitt
sowie auf die Standorte der größten GFA Sachsens, die
sich außerhalb des Stadtgebietes von Leipzig befinden,
zurückzuführen.
5.1.3.2 Emissionen in Sachsen-Anhalt
Da die Stadt Leipzig in einem engen räumlichen Zu-
sammenhang mit Sachsen-Anhalt, insbesondere mit der
Stadt Halle und den Industriestandorten Bitterfeld und
Merseburg steht, wurde das Landesamt für Umwelt-
schutz um die Übermittlung von Daten zur Emission
relevanter Emittenten gebeten. Für fünf angrenzende
Landkreise und die Stadt Halle liegen Angaben zur
Staub- und NO
x
-Emission durch Hausbrand und Verkehr
(nur Motoremission) vor. Die Daten zu erklä-
rungspflichtigen Anlagen enthalten die NO
x
-Emission
und die PM
10
-Emission der erklärungspflichtigen Anla-
gen im Jahr 2000.
Die Emissionen (PM
10
für Hausbrand nachberechnet)
sind in Tab. 24 und den Karten 17 bis 20 in Anhang 15.5
zusammengefasst.

 
33
Für Verwehungen aus Tagebau- und Rekultivierungs-
flächen in den angrenzenden Gebieten Sachsen-Anhalts
kann mit jährlich 180 t PM
10
eine ganz grobe Abschät-
zung angegeben werden. Zur Berechnung und zur Daten-
sicherheit sind die entsprechenden Aussagen in Kap.
5.1.3.1 zu beachten. Die betroffenen Flächen wurden
nach den Angaben in LMBV (2004) und für den Tage-
bau Profen nach E
GGERT (2004) geschätzt
Tab. 24: NO
x
- und PM
10
-Gesamtemission angrenzender Kreise in Sachsen-Anhalt im Jahr 2000
(modifiziert nach A
LBRECHT & TILLER, 2004)
Kreis
NO
x
-Emission in [t/a]
PM
10
-Emission in [t/a]
Hausbrand
(1998)
Verkehr
EE 2000
Hausbrand
(1998)
Verkehr
(Motor)
EE 2000
Burgenland 197 1.162 3.573 24 43 207
Weißenfels 103 1.278 235 13 45 43
Merseburg-
Querfurt
150 1.263 3.876 21 47 416
Stadt Halle
157
935
394
39
38
16
Bitterfeld 109 1.463 1.132 11 54 48
Saalkreis 114 1.232 11 13 46 40
Summe 830 7.332 9.221 120 273 770
EE 2000 = Erklärungspflichtige Anlagen gemäß Erklärung im Jahr 2000

 
34
5.2
Analyse der Immissionssituation
5.2.1
Grundsätzliche Hinweise
Die Immissionssituation im Plangebiet wird u. a. durch
lokale, regionale und überregionale Emissionen be-
stimmt. Die Schätzung des Anteils durch Ferntransport
aus anderen Gebieten ist schwierig. Die Zuordnung der
lokalen Emissionen zur lokalen Immissionssituation ist
ein erster grober Schritt, jedoch nicht in jedem Fall rich-
tig. Emissionen, insbesondere die feinen und feinsten
Partikel (0,1 bis 2,5 μm) können über weite Strecken
verfrachtet werden und müssen nicht zwangsläufig die
lokale Immissionssituation beeinflussen. Schadstoffe aus
anderen Gebieten addieren sich wiederum so zu den lo-
kalen Emissionen. Der Schadstofftransport ist u. a. von
meteorologischen Randbedingungen und Umwandlungs-
prozessen in der Atmosphäre abhängig. Nachfolgend
werden Ergebnisse sächsischer Untersuchungen zusam-
mengestellt.
Der Anteil des Ferneintrages an der Immission lässt sich
nicht durch lokale Minderungsmaßnahmen im Plangebiet
beeinflussen und soll deshalb nachfolgend abgeschätzt
werden.
5.2.2
Schätzung des Ferntransportanteils
5.2.2.1 Partikel PM
10
Aufwändige korngrößendifferenzierte chemi-
sche/physikalische Analysenmethoden oder Modellie-
rungen können zur Quellgruppenbestimmung und auch
zur Abschätzung des Beitrages des Ferntransportes ein-
gesetzt werden. Der Beitrag des Ferntransportes lässt
sich aber auch mit Hilfe des Konzentrationsniveaus an
Orten abschätzen, die nicht oder möglichst wenig durch
lokale Emissionen beeinflusst werden. In Sachsen wer-
den dazu die Ergebnisse der ländlichen Hintergrund-
Messstationen Collmberg und Schwartenberg verwendet.
Die Jahresmittelwerte der vergangenen Jahre werden mit
denen der drei Leipziger Messstationen ins Verhältnis
gesetzt.
Der Anteil des Ferntransportes für Leipzig-Mitte beträgt
etwa 46 % und für Leipzig-Lützner Straße etwa 39 %
(vgl. Tab. 25). Der Eintrag durch Ferntransport variierte
in den vergangenen Jahren (vgl. Abb. 17). Als mittlerer
Beitrag wird 16 μg/m³ PM
10
bestimmt.
Tab. 25: Beitrag des Ferntransportes an der PM
10
-Im-
mission an den 2 kritischen Messorten in Leip-
zig (Orientierung)
Leipzig-
Mitte
Leipzig-
Lützner Str.
Mittel 1999 - 2004
46 %
39 %
0
5
10
15
20
25
30
35
40
1999 2000 2001 2002 2003 2004
[μg/m
3
]
Abb. 17: Beitrag des Ferntransportes an der PM
10
-Im-
mission in Leipzig in den vergangenen Jahren
(Orientierung)
5.2.2.2 Stickstoffdioxid NO
2
Für NO
2
wird analog zu Kap. 5.2.2.1 verfahren. Anstelle
von NO
2
muss wegen der komplexen Luftchemie NO
x
verwendet werden. Der Eintrag durch Ferntransport vari-
ierte wenig in den vergangenen Jahren (vgl. Abb. 18).
Eine mittlere NO
x
-Konzentration von 7 ppb kann als
Beitrag des Ferntransportes angesetzt werden. Der im
Plangebiet ankommende NO
2
-Anteil von 10 μg/m³ wird
über die Konversionsformel (R
OMBERG ET AL., 1996)
ermittelt.
Den Anteil des Ferntransportes für die Mess-
stationen in Leipzig zeigt Tab. 26.

 
35
Tab. 26: Beitrag des Ferntransportes an der NO
2
-
Immission an den 2 kritischen Messorten in
Leipzig (Orientierung)
Leipzig-
Mitte
Leipzig-
Lützner Str.
Mittel 1999 - 2004
21 %
24 %
0
10
20
30
40
50
1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004
NO
x
[ ppb]
Abb. 18: Beitrag des Ferntransportes an der NO
x
-
Immission in Leipzig in den vergangenen Jah-
ren (Orientierung)
5.2.2.3 Windrichtungsabhängigkeit der Schad-
stoffe
Der etwa 45 km nordöstlich von Leipzig liegende
Collmberg, auf dessen Gipfelplateau die Messstation in
313 m Höhe steht, ist für die Beurteilung der Windrich-
tungsabhängigkeit der Schadstofftransporte gut geeignet.
Die Daten wurden für das Jahr 2003 ausgewertet und
sind in Abb. 19 bis Abb. 23 dargestellt. Sie zeigen jedoch
keine Auffälligkeiten hinsichtlich besonderer Schad-
stoffquellen.
Die vorherrschende Windrichtung ist Süd-West bis Süd-
Süd-Ost. Weiterhin ist eine Spitze für Winde aus Nord-
West ausgeprägt (vgl. Abb. 19).
Die mittlere NO
2
-Konzentration ist bei Winden aus Süd-
Ost höher als aus Nord-West. Stabile Hochdruckwetter-
lagen führen trockene Luftmassen, die mit Schadstoffen
angereichert sein können, heran und prägen diese Schad-
stoffrose (Abb. 20). Im Unterschied dazu zeigt die NO
2
-
Dosis, die durch Verknüpfung der NO
2
- Konzentration
mit der Windhäufigkeit ein Maß für den NO
2
-
Transportfluss ist, dass aus Süd-Süd-West wesentlich
mehr NO
2
als aus Nord-Nord-Ost eingetragen wird (Abb.
21).
Windrichtungshäufigkeitsverteilung
0%
4%
8%
12%
16%
N
NNO
NO
ONO
O
OSO
SO
SSO
S
SSW
SW
WSW
W
WNW
NW
NNW
Abb. 19: Windrichtungshäufigkeitsverteilung
an
der
Hintergrundmessstation Collmberg
NO
2
- Konzentration in [μg/m³]
0
10
20
30
40
50
N
NNO
NO
ONO
O
OSO
SO
SSO
S
SSW
SW
WSW
W
WNW
NW
NNW
Abb. 20: Häufigkeitsverteilung der NO
2
-Konzentratio-
nen an der Hintergrundmessstation Collmberg
Die höchsten mittleren PM
10
-Konzentrationen werden
bei Winden aus Ost-Süd-Ost registriert (vgl. Abb. 22.).
Das Maximum der PM
10
-Dosis liegt bei Süd- und Süd-
ost-winden und wird hauptsächlich durch stabile Wetter-
lagen geprägt. Eine zweite PM
10
-Dosis-Spitze konzent-
riert sich ähnlich wie bei der Windrichtungsverteilung

 
36
auf Nord-West (vgl. Abb. 23). Kein Maximum tritt da-
gegen bei der häufigsten Windrichtung Süd-Süd-West
auf, da bei dieser Windrichtung labile und feuchte Luft-
massen vorherrschen, bei denen wenig PM
10
angereichert
wird.
NO
2
- Dosis
0%
5%
10%
15%
20%
N
NNO
NO
ONO
O
OSO
SO
SSO
S
SSW
SW
WSW
W
WNW
NW
NNW
Abb. 21: NO
2
-Dosis an der Hintergrundmessstation
Collmberg
PM
10
- Konzentration in [μg/m³]
0
10
20
30
40
50
N
NNO
NO
ONO
O
OSO
SO
SSO
S
SSW
SW
WSW
W
WNW
NW
NNW
Abb. 22: Häufigkeitsverteilung der PM
10
-Konzentratio-
nen an der Hintergrundmessstation Collmberg
PM
10
- Dosis
0%
5%
10%
15%
20%
N
NNO
NO
ONO
O
OSO
SO
SSO
S
SSW
SW
WSW
W
WNW
NW
NNW
Abb. 23: PM
10
-Dosis an der Hintergrundmessstation
Collmberg
5.2.3
Quellgruppenanalyse
5.2.3.1 Beispiel Lützner Straße
Um die Sicherheit der Aussagen zur Quellgruppenanaly-
se zu erhöhen, wurden zwei unabhängige methodische
Ansätze (Hauptkomponentenanalyse, Rückrechnung
über Tracerverfahren) gewählt. Die Lützner Straße in
Leipzig ist der Ort, an dem die höchsten PM
10
-
Konzentrationen in Sachsen gemessen werden. Dafür
wurde im Jahr 2001 eine neuartige Methode zur Quell-
gruppenanalyse der Immissionsbelastung erprobt (A
NKE
ET AL
., 2002; LÖSCHAU ET AL., 2003). Sie ist unabhängig
von den gegenwärtigen Modellvorstellungen und Emis-
sionsfaktoren und ermittelt den Anteil der durch den
Verkehr verursachten PM
10
-Belastung. Der gemessene
Datensatz für PM
10
, Kfz-Zahlen u. a. Parameter in der
Lützner Straße wurde mittels Hauptkomponentenanalyse
untersucht und statistisch relevante Wirkzusammenhänge
zwischen Emissionsquellen und gemessenen Immissio-
nen in der Straßenschlucht extrahiert (vgl. Abb. 24). Die
mathematischen Methoden sind in A
NKE ET AL. (2002)
zu finden.
Für die Lützner Straße wurde für das Jahr 2001 den E-
missionen aus dem Kfz-Verkehr ein Beitrag von 34 % an
der gemessenen PM
10
-Immission zugeordnet. Dabei ent-
fallen 30 % auf den LKW-Verkehr und 4 % auf den
PKW-Verkehr.
Die Untersuchungen für die Jahre 2003 und 2004
(D
ÜHRING ET AL., 2004) auf der Basis von Immissions-
daten, Emissionsfaktoren und Ausbreitungsrechnungen
ergaben für die Lützner Straße einen LKW-Anteil von
23 % und einen PKW-Anteil von 16 %. Der Beitrag der
Kfz zur gemessenen PM
10
-Immission ist 38-40 % insge-

image
 
37
samt. Diese in Bezug auf die Bedeutung von LKW und
PKW doch etwas unterschiedlichen Ergebnisse sind -
wie oben erwähnt - methodisch bedingt. Zusammenfas-
send lässt sich aber feststellen, dass bei der Ausarbeitung
von Maßnahmen zur Reduzierung der PM
10
-Emission
beide Kfz-Arten, mit dem Schwerpunkt auf dem LKW-
Verkehr, betrachtet werden müssen.
Abb. 24: Einflussfaktoren auf die PM
10
-Konzentration; Quelle: ANKE ET AL. (2002)
In Kombination mit weiteren Erkenntnissen aus der Ü-
berwachung von Immissionen im Sächsischen Luftmess-
netz (S
ÄCHSISCHES LANDESAMT FÜR UMWELT UND
GEOLOGIE, 2003) und Emissionserhebungen im Freistaat
Sachsen (S
ÄCHSISCHES LANDESAMT FÜR UMWELT UND
GEOLOGIE, 2002) lassen sich für den Restanteil weitere
Aussagen treffen. Die Immissionsüberwachung liefert
einen ländlichen Hintergrundbelastungsanteil von 39 %
(Kap. 5.2.2). Damit lassen sich die Quellenanteile ergän-
zen (vgl. Tab. 27).
Die Ergebnisse der Emissionserhebung für die Stadt
Leipzig (vgl. Kap. 5.1) wurden auf den Immissionsanteil
von 27 % im Plangebiet als Orientierung aufgeteilt. Da-
mit liefert Tab. 28 eine Quantifizierung des Beitrages der
Quellen in Leipzig auf die Immissionsbelastung an der
Lützner Straße. Es handelt sich ausdrücklich um eine
grobe Schätzung, da Ausbreitungsrechnungen (im für
eine präzisere Angabe notwendigen Umfang) nicht
durchgeführt wurden.
Diese Angaben sind in Abb. 25 grafisch aufbereitet. Sie
sollen eine Orientierungshilfe für die Diskussion von
Maßnahmevorschlägen für den Luftreinhalteplan sein.
Tab. 27: Immissionsbeiträge an der Station Leipzig-
Lützner Straße 2001, gegliedert nach Her-
kunftsgebiet (Orientierung)
Herkunftsgebiet der Quelle
Anteil an der PM
10
-
Immission in [%]
lokaler Verkehr auf der
Lützner Straße
34
Eintrag aus dem ländlichen
Hintergrund(von außerhalb
des Plangebietes)
39
weitere Quellen im Plangebiet
27
Tab. 28: Beiträge der Quellen im Plangebiet
(Orientierung)
Quelle im Plangebiet
Anteil für PM
10
-
Immission in [%]
Großfeuerungsanlagen 0,3
sonstige erklärungs-
pflichtige Anlagen
5
Feuerungen im
Verarbeitenden Gewerbe
3
Hausbrand 1,7
Kleinverbraucher 0,3
Verkehr 16
Landwirtschaft 1

 
38
34%
16%
39%
0,3%
2%
3%
5%
1%
LKW- und PKW-Verkehr Lützner Straße
Verkehr im Plangebiet
Großfeuerungsanlagen
sonstige erklärungspflichtige Anlagen
Feuerungen im Verarbeitenden Gewerbe
Hausbrand, Kleinverbraucher
Landwirtschaft
Quellen im Plangebiet: 27 %
Ferntransport
Abb. 25: PM
10
-Anteile nach Herkunftsgebieten (Lützner Str. 2001/2002; Orientierungswerte)
5.2.3.2 PM
10
-Immission und Niederschlag
Für die Höhe der PM
10
-Immissionen spielen nicht nur
die Emissionen eine wichtige Rolle. Die gemessenen
Immissionen werden sehr stark durch den Einfluss der
meteorologischen Verhältnisse geprägt. Niederschläge
waschen die Atmosphäre aus. An trockenen Wettertagen
können Partikel in der Luft angereichert und weit trans-
portiert werden. Eine PM
10
-Quellgruppenanalyse (ANKE
ET AL
., 2004) lieferte konkrete PM
10
-Zuwachraten an
niederschlagslosen Tagen. Die täglichen Zuwachsraten
in unmittelbarer Verkehrsnähe sind mit 4,3 μg/m³ PM
10
pro Tag auf der Lützner Straße fast doppelt so hoch wie
im ländlichen Hintergrund mit 2,4 μg/m³. Das PM
10
-
Ausgangsniveau (Ordinatenabschnitte in Tab. 29) ist im
ländlichen Hintergrund wesentlich niedriger als ver-
kehrsnah im Ballungsraum. Verkehrsnah werden im
Durchschnitt bereits 61 % der zulässigen PM
10
-
Konzentration von 50 μg/m³ erreicht. Im Mittel ist nach
5 niederschlagslosen Tagen auf der Lützner Straße der
Tagesmittelwert von 50 μg/m³ überschritten. Minde-
rungsmaßnahmen zu diesem Zeitpunkt sind nicht wir-
kungsvoll, da auch im ländlichen Hintergrund die PM
10
-
Konzentration weiter steigt und nur noch durch ein Re-
genereignis reduziert werden kann (vgl. Abb. 26).
Zeichnen sich Trockenperioden ab, müssten schon zu
einem frühen Zeitpunkt und deutlich vor dem Erreichen
der PM
10
-Konzentration von 50 μg/m³ wirksame Minde-
rungsmaßnahmen eingeleitet werden. Minde-
rungsmaßnahmen sollten deshalb vor allem auf die Sen-
kung des mittleren PM
10
-Konzentrationsniveaus zielen.

 
39
Tab. 29: PM
10
-Zuwachsraten an niederschlagslosen Tagen (Quelle: ANKE ET AL., 2004)
Messstation
Prognosemodell PM
10
mittlerer Zuwachs in
5 Tagen ohne
Niederschlag
Anteil des Ausgangsniveaus an
der PM
10
-Konzentration
von 50 μg/m³
Leipzig-Lützner Straße
(Ballungsraum)
y = 4,34 x + 30,75
21,7 μg/m³
61 %
Leipzig-West
(städtischer Hintergrund)
y = 3,14 x + 16,84
17,5 μg/m³
34 %
Schwartenberg
(ländlicher Hintergrund)
y = 2,43 x + 8,36
12,2 μg/m³
17 %
PM
10
-Konzentration nach Niederschlägen
0
10
20
30
40
50
60
70
01 2 3 4 5> 5
aufeinanderfolgende Tage ohne Niederschlag
[μg/m
3
]
ländlicher Hintergrund
städtischer Hintergrund
Lützner Straße
0 = Tag mit Niederschlag
Abb. 26: PM
10
-Konzentration in Abhängigkeit von der Anzahl niederschlagloser Tage (nach ANKE ET AL., 2004)

 
40
5.3
Modellierung der Immissions-
situation
Zusätzlich zu den Messungen wurden Modellrechnun-
gen durchgeführt, um eine flächenhafte Immissionsbe-
lastung sowie eine linienförmige Belastung an den
Hauptstraßen im Plangebiet abzuschätzen und ggf. Orte
mit höheren Konzentrationen als die, an denen Mes-
sungen durchgeführt werden, zu finden. Da die Unsi-
cherheit dabei größer als bei den Messungen ist, kann
dies nur als Orientierung für die Belastungssituation
dienen.
Beschreibung des Modells:
Zur Modellierung wurde ein im Auftrag des LfUG von
der TU Dresden und dem Ingenieurbüro Lohmeyer
entwickeltes Programmsystem IMMIKART verwen-
det. Dieses Programm kombiniert die räumliche Inter-
polation der Immissionskonzentrationen mit verschie-
denen Ausbreitungsmodellen. Konkret wird die Immis-
sionskonzentration im untersuchten Gebiet wie folgt
ermittelt:
1) Bestimmung der regionalen Hintergrundbelastung
durch eine Interpolation der gemessenen Immissi-
onswerte. Berücksichtigt werden dabei nur die
Messstellen, die nicht stark durch lokale Quellen
geprägt werden. Die Rastergröße beträgt dabei
sachsenweit 2,5 km x 2,5 km, für den Großteil des
Plangebietes 1 km x 1 km.
2) Mittels der detailliert im sächsischen Emissions-
kataster vorliegenden Verkehrsemissionen wird
mit dem Langrangeschen Ausbreitungsmodell
LASAT die verkehrsinduzierte Zusatzbelastung in
der Fläche berechnet. Die Rastergrößen ent-
sprechen den oben genannten. Der nicht ver-
kehrsinduzierte Anteil der Zusatzbelastung wird
durch einen Faktor simuliert, der sich aus dem
Verhältnis zwischen den an Messstellen des städti-
schen Hintergrundes gemessenen Werten und den
bisher berechneten ergibt.
3) Für Autobahnen und Bundesstraßen außerorts wird
aus den Emissionswerten des Verkehrs mit dem
Programm MLUS die Zusatzbelastung berechnet
und zu der unter 1) und 2) ermittelten Belastung
addiert. Im Ergebnis wird die für die betrachteten
Straßen ermittelte Gesamtbelastung in 10 m Ent-
fernung vom Straßenrand dargestellt.
4) Im Stadtgebiet Leipzig wird für das Hauptstra-
ßennetz (DTV-Wert >5000 Kfz/d) unter Be-
rücksichtigung der Straßenrandbebauung für
ca. 1.700 Straßenabschnitte mit dem Grobscree-
ningprogramm PROKAS die verkehrsinduzierte
Zusatzbelastung ermittelt. Da unter 2) die Ver-
kehrsemissionen bereits in den Immissionswert für
das Raster einfließen, muss zur Ermittlung der Ge-
samtbelastung im Stadtgebiet zuerst der unter 2)
ermittelte Wert um den Betrag des Straßennetzes
reduziert werden, bevor mittels Addition die Ge-
samtbelastung ermittelt werden kann. Unter 3)
musste dieser Schritt nicht durchgeführt werden,
da der Beitrag des Straßennetzes für die Gesamt-
belastung im Raster aufgrund der viel geringeren
Straßendichte vernachlässigt werden kann.
Für drei hoch belastete Straßenabschnitte wurde
außerdem zur Überprüfung des Grobscreenings ein
Feinscreening mit MISKAM durchgeführt (vgl.
Kap. 7.2).
Für das Jahr
2001 als meteorologisches Referenzjahr
(vgl. Kap. 6.1) wurde eine vollständige Modellierung
durchgeführt. Dabei konnten alle Eingangsdaten auf
dem Bearbeitungsstand 2001 benutzt werden. Die Er-
gebnisse der Modellierung für PM
10
und für NO
2
wer-
den in den Karten 21, 22, 35 und 36 in Anhang 15.5
dargestellt.
Im Folgenden werden die Ergebnisse der Modellierung
zusammengestellt und verglichen.
-
Hintergrundbelastung des Plangebietes
Entsprechend Kap. 5.2.3 wurde der Anteil des
Ferntransportes aufgrund von Messungen für ein
durchschnittliches Jahr auf ca. 16 μg/m³ geschätzt.
Der durch die Modellierung ermittelte Wert von
16,1 μg/m³ bestätigt diese Schätzung.
-
Vergleich von Messung und Modellierung
Tab. 30:
Vergleich der Jahresmittelwerte aus Mes-
sung und Modellierung für 2001
Station PM
10
in [μg/m
3
]
NO
2
in [μg/m
3
]
Leipzig-
Messung Modell Messung Modell
West 22 22,4 22 21,6
Mitte 34 35,5 45 47,2
Lützner Str.
38
34,3
-
50,0
-
Vergleich Modellierung der verkehrsinduzier-
ten Zusatzbelastung
durch IMMIKART und PCA
(A
NKE ET AL.; 2002, 2004).
Die Modellierung ergab eine verkehrsinduzierte
Zusatzbelastung von 10,3 μg/m³ an der Messstelle
Lützner Straße. Mit Hilfe der statistischen Metho-
de (vgl. Kap. 5.2.4.1) nach A
NKE ET AL. (2002,
2004) wurden 16 μg/m³ ermittelt.
Für das
Jahr 2003
steht aufgrund der unterschiedlichen
Aktualisierungszeiträume kein geschlossener Ein-
gangsdatensatz zur Verfügung. In die modellierten
Karten (Nrn. 23, 24 in Anhang 15.5) gehen neben den

 
41
gemessenen Immissionen 2003 die Emissionsdaten
2002 und die Straßendatenbank (VISUM) des AfV
Leipzig 2001 ein. Daher ist ein Vergleich zwischen
Messung und Modell nur eingeschränkt aussagekräftig.
-
Hintergrundbelastung des Plangebietes
Entsprechend Kap. 5.2.3 wurde der Anteil des
Ferntransportes aufgrund von Messungen für ein
durchschnittliches Jahr auf ca. 16 μg/m³ ge-
schätzt. Durch die Modellierung wurde ein Wert
von 20,0 μg/m³ ermittelt. Berücksichtigt man die
meteorologischen Besonderheiten des Jahres 2003
und den Fakt, dass die gemessenen Konzentratio-
nen an allen im Kap. 5.2.3 aufgeführten Stationen
um 3-4 μg/m³ höher lagen als 2001, scheint der
berechnete Wert die konkrete Situation gut wider-
zuspiegeln.
-
Vergleich Messung und Modellierung
Tab. 31: Vergleich der Jahresmittelwerte aus Mes-
sung und Modellierung für 2003
Station PM
10
in [μg/m
3
]
NO
2
in [μg/m
3
]
Leipzig-
Messung Modell Messung Modell
West - 27,0 24 23,3
Mitte 37 40,2 56 47,6
Lützner Str.
41
38,2
56
48,9
- = keine Messung
Fazit:
Sowohl 2001 als auch 2003 liegen die Diffe-
renzen zwischen Messung und Modellierung
unter 20 %. Damit kann das eingesetzte Ver-
fahren als sehr gut geeignet angesehen wer-
den. Die Datenqualitätsziele nach Anhang
VIII der RL 1999/30/EG sind erfüllt.
Die Abweichungen 2003 sind etwas höher als
2001, Ursache dafür sind der nicht konsistente
Datensatz und vor allem die vom langjährigen
Durchschnitt abweichenden meteorologischen
Verhältnisse.

 
42
6
Lageanalyse
6.1
Meteorologische Bedingungen 2003
Das Jahr 2003 war in Sachsen im Vergleich zu den
langjährigen Mittelwerten der Klimareferenzperiode
1961 bis 1990 bei überdurchschnittlicher Sonnen-
scheindauer zu warm und zu trocken (vgl. Tab. 32).
Bei der Temperaturverteilung ragten besonders die
Monate Juni und August mit positiven Abweichungen
von +3 bis +4 K und der Monat Oktober mit negativen
Abweichungen bis -3,6 K gegenüber den langjährigen
Mittelwerten heraus. Insbesondere die Monate Juni und
August waren insgesamt die wärmsten seit über 100
Jahren in Deutschland. Für den Zeitraum der meteoro-
logischen Messungen (seit 1761) muss der Sommer
2003 (Monate Juni, Juli, August) als extremes Ereignis
gewertet werden (bisheriger Spitzenwert der Tempera-
turanomalie 1947 mit 2,3 K).
Das Jahr 2003 war in Sachsen das siebente in Folge,
das im Jahresmittel überdurchschnittliche positive
Temperaturabweichungen aufwies. In diesem Jahr fiel
die Niederschlagsverteilung in den beiden Halbjahren
nicht so unterschiedlich aus wie in den Vorjahren, ins-
gesamt war das Jahr in ganz Sachsen erheblich zu tro-
cken.
Extrem trocken fielen im Jahr 2003 die Monate Febru-
ar und August mit Abweichungen vom Mittelwert bis
zu -96 % und zu nass nur die Monate Januar und Juli
aus. Auch vom Sonnenschein wurde Sachsen 2003 sehr
verwöhnt. Sehr viel Sonne gab es im Februar, Novem-
ber und Dezember mit mehr als doppelt so viel Son-
nenscheinstunden als sonst in diesen Monaten.
Gegenüber den vorhergehenden Jahren (Vergleich
1998 bis 2003, Tab. 33) ragte das Jahr 2003 besonders
heraus. 2003 war wesentlich trockener und sonnen-
scheinreicher als die vorangegangenen Jahre. In Sach-
sen ist die Dürreperiode 2003, wie auch schon das
Starkregenereignis im August 2002, als Jahrhundert-
Ereignis einzuordnen.
Besonders wichtig für die Entstehung von hohen PM
10
-
Immissionskonzentrationen ist die zeitliche Verteilung
der Niederschläge (vgl. Kap. 5.2.3.2). Längere trockene
Perioden sind meist mit erhöhten PM
10
-Werten verbun-
den. Auch hier zeigt sich die besondere Situation 2003
im Vergleich zu den übrigen Jahren. Das Modelljahr
2001 ordnet sich dagegen in den sonst üblichen Verlauf
ein (vgl. Abb. 27).

 
43
Tab. 32: Witterungscharakteristiken der Monate 2003*)
Monat Lufttemperatur
Abweichung vom Mittelwert
in [K]
Niederschlag
Abweichung vom Mittelwert
in [%]
Sonnenscheindauer
Abweichung vom Mittelwert
in [%]
Januar zu kalt
(-0,3 bis +0,1)
zu nass
(+15 bis +50)
uneinheitlich
(-21 bis +19)
Februar zu kalt
(-2,7 bis -2,4)
extrem zu trocken
(-81 bis -86)
überdurchschnittlich
(+70 bis +114)
März zu warm
(+0,8 bis +1,8)
zu trocken
(-32 bis -56)
überdurchschnittlich
(+44 bis +72)
April zu warm
(+0,4 bis +0,7)
zu trocken
(-22 bis -75)
überdurchschnittlich
(+35 bis +54)
Mai zu warm
(+2,3 bis +2,6)
zu trocken
(-13 bis -53)
überdurchschnittlich
(+9 bis +14)
Juni zu warm
(+3,6 bis +4,1)
zu trocken
(+6 bis -71)
überdurchschnittlich
(+37 bis +58)
Juli zu warm
(+1,6 bis +2,2)
zu nass
(+31 bis +58)
uneinheitlich
(-4 bis +14)
August zu warm
(+3,3 bis +4,2)
extrem zu trocken
(-61 bis -96)
überdurchschnittlich
(+36 bis +46)
September zu warm
(+0,6 bis +1,2)
uneinheitlich
(-41 bis +57)
überdurchschnittlich
(+25 bis +31)
Oktober zu kalt
(-3,6 bis -3,3)
uneinheitlich
(-22 bis +34)
unterdurchschnittlich
(-25 bis +3)
November zu warm
(+1,8 bis +2,7)
zu trocken
(-19 bis -53)
überdurchschnittlich
(+66 bis +105)
Dezember zu warm
(+0,7 bis +1,6)
zu trocken
(-10 bis -42)
überdurchschnittlich
(+70 bis +149)
Jahr zu warm
(0,8 bis 1,2)
zu trocken
(-15 bis -38)
überdurchschnittlich
(+25 bis +39)
*)
DWD-Messstationen Leipzig-Schkeuditz, Chemnitz, Dresden-Klotzsche, Görlitz
Tab. 33: Die meteorologischen Bedingungen von 1998 bis 2004
*
Jahr Lufttemperatur
Abweichung vom Mittel-
wert in [K]
Niederschlag
Abweichung vom Mittelwert
in [%]
Sonnenscheindauer
Abweichung vom Mittelwert
in [%]
2004
zu warm
(+0,4 bis +0,6)
uneinheitlich
(-7 bis + 24)
überdurchschnittlich
(+1 bis +12)
2003
zu warm
(0,8 bis 1,2)
zu trocken
(-15 bis -38)
überdurchschnittlich
(+25 bis +39)
2002
zu warm
(+0,9 bis +1,3)
zu feucht
(+12 bis +31)
überdurchschnittlich
(+2 bis +5)
2001
zu warm
(+0,2 bis +0,6)
zu feucht
(+3 bis +19)
meistens unterdurchschnittlich
(-12 bis +5)
2000
zu warm
(+1,7 bis +1,9)
uneinheitlich
(-13 bis + 7)
überdurchschnittlich
(+3 bis +18)
1999
zu warm
(+1,0 bis +1,4)
meistens zu trocken
(-23 bis + 5)
überdurchschnittlich
(+4 bis +13)
1998
zu warm
(+0,6 bis +1,1)
meistens zu nass
(-2 bis + 15)
normal
(-4 bis +4)
*DWD-Messstationen Leipzig-Schkeuditz, Chemnitz, Dresden-Klotzsche, Görlitz

 
44
1999
0
10
20
30
40
50
1.1
1.2
1.3
1.4
1.5
1.6
1.7
1.8
1.9
1.10
1.11
1.12
2000
0
10
20
30
40
50
1.1
1.2
1.3
1.4
1.5
1.6
1.7
1.8
1.9
1.10
1.11
1.12
2001
0
10
20
30
40
50
1.1
1.2
1.3
1.4
1.5
1.6
1.7
1.8
1.9
1.10
1.11
1.12
2002
0
10
20
30
40
50
1.1
1.2
1.3
1.4
1.5
1.6
1.7
1.8
1.9
1.10
1.11
1.12
2003
0
10
20
30
40
50
1.1
1.2
1.3
1.4
1.5
1.6
1.7
1.8
1.9
1.10
1.11
1.12
2004
0
10
20
30
40
50
1.1
1.2
1.3
1.4
1.5
1.6
1.7
1.8
1.9
1.10
1.11
1.12
Abb. 27: Tageswerte der Niederschläge in [mm] an der Station Leipzig-Schkeuditz 1999 bis 2004 (Quelle: DWD)

 
45
6.2
Messorte im Plangebiet
6.2.1
Leipzig-Mitte
6.2.1.1 Entwicklung der Monatsmittelwerte
An der Messstation Leipzig-Mitte liegen kontinuierli-
chen Messungen der NO
2
- und PM
10
- Immission für ei-
nen Zeitraum von 11 bzw. 5 Jahren vor. Insbesondere der
lange Überwachungszeitraum für NO
2
ermöglicht eine
gute Trendschätzung der Entwicklung der Konzen-
trationen, die vorrangig durch die Emissionen aber auch
durch meteorologische Rahmenbedingungen variiert
werden (Abb. 28).
Da das Jahr 2003 als ein meteorologisches Ausnahme-
jahr angesehen wird, sind in der Abb. 29 die zugehörigen
Messwerte ausgeblendet und die Trends unter diesen
Bedingungen ein zweites Mal berechnet worden. Des
weiteren ist zu beachten, dass im Jahr 2004 eine intensi-
ve Bautätigkeit im Umfeld der Messstelle Leipzig Mitte
mit 10 Großbaustellen (S
TADT LEIPZIG, 2004 a) herrsch-
te. Diese Daten wurden allerdings zugunsten der Tren-
danlyse trotzdem in die Berechnungen miteinbezogen.
Tab. 34 und Tab. 35 fassen die Ergebnisse der Trendana-
lysen zusammen, die nachfolgend schadstoffspezifisch
behandelt werden.
Trend der NO
2
- und PM
10
-Monatsmittelwerte 1994 bis 2004
0
10
20
30
40
50
60
70
Sep. 94 Sep. 95 Sep. 96 Sep. 97 Sep. 98 Sep. 99 Sep. 00 Sep. 01 Sep. 02 Sep. 03 Sep. 04
[μg/m³]
NO2
PM10
Abb. 28: Trend der Monatsmittelwerte für NO
2
und PM
10
1994 bis 2004 (Leipzig-Mitte)

 
46
Trend der NO
2
- und PM
10
-Monatsmittelwerte
ohne Daten aus 2003
0
10
20
30
40
50
60
70
Sep. 94
Sep. 95
Sep. 96
Sep. 97
Sep. 98
Sep. 99
Sep. 00
Sep. 01
Sep. 02
Sep. 03
Sep. 04
[μg/m³]
NO2
PM10
Abb. 29: Trend der Monatsmittelwerte für NO
2
und PM
10
ohne Daten aus 2003 (Leipzig-Mitte)
Tab. 34: Trend der NO
2
- und PM
10
- Immissionen (Leipzig-Mitte)
Schadstoff Zeitraum
Tendenz der vergangenen Jahre mittlere Änderung pro Jahr
NO
2
09/1994 bis 12/2004
steigend
+0,8 μg/m³
09/1994 bis 12/2004 ohne 2003
steigend
+0,6 μg/m³
PM
10
02/1998 bis 12/2004
stagnierend
0,0 μg/m³
09/1998 bis 12/2004 ohne 2003
fallend
-0,4 μg/m³
Tab. 35: Schätzung der unter durchschnittlichen meteorologischen Bedingungen ermittelten Konzentrationen (Jahresmit-
telwerte für Leipzig-Mitte; Annahme: Trend der vergangenen Jahre bleibt erhalten)
Schadstoff 1995 2000 2003 2005 2010
NO
2
in [μg/m³]
44 bis 45
48
49 bis 51
50 bis 52
53 bis 56
PM
10
in [μg/m³]
-
32
31 bis 33
30 bis 33
28 bis 33
6.2.1.2 Analyse für NO
2
Für die NO
2
-Immissionen liefert die Trendanalyse in
beiden Fällen (Abb. 28 und Abb. 29) einen mittleren
Zuwachs für die NO
2
-Immissionen. Er liegt zwischen
0,6 bis 0,8 μg/m³ pro Jahr (vgl. Tab. 34). Der im Jahr
2003 unter sehr ungünstigen meteorologischen Bedin-
gungen gemessene Wert von 56 μg/m³ wird durch die
Trendanalyse für 2005 (50 bis 52 μg/m³) unter durch-
schnittlichen meteorologischen Bedingungen relativiert.
Die Zunahme der NO
2
-Konzentration der vergangenen
Jahre konnte weder durch die Emissionen der Fahrzeuge
noch durch bekannte Emissionen von Anlagen in der
Stadt oder veränderte Hintergrundbelastung ausreichend
erklärt werden.
Es wurden diskutiert:
1) durchschnittliche tägliche Verkehrsstärke (DTV)
2) Hintergrundbelastung
3) Emissionen nahe gelegener Anlagen.

 
47
Zu 1)
Die Abnahme der DTV-Werte (vgl. Abb. 30), die bei
Annahme einer unveränderten Verkehrssituation (Fahr-
modi) zur Verminderung der Emissionen aus dem Ver-
kehr führen würde, steht dazu im Widerspruch. Aller-
dings gibt es zur Entwicklung der Verkehrssituation kei-
ne Angaben.
Kfz/24h
0
20.000
40.000
60.000
80.000
1991
1995
2002
LKW/24h
0
2.000
4.000
6.000
8.000
1991
1995
2002
Tröndlinring(Ost)
Tröndlinring(West)
Gerberstr.
Am Hallischen Tor
Abb. 30: Verkehrsbelastung in Leipzig-Mitte
(S
TADT LEIPZIG, 2004 b)
Zu 2)
Die Hintergrundbelastung hat nicht zugenommen (Kap.
5.2.2).
Zu 3)
Die Emissionen des größten Emittenten für NO
x
, des
nahe gelegenen Heizkraftwerkes Nord haben von 1998
bis 2003 von 196 t NO
x
auf 301 t zugenommen (höhere
Kapazitätsauslastung; vgl. Abb. 31). Die Ausbreitungs-
rechnung mit dem Programm LASAT (Version 2.10)
ergibt für 2003 allerdings eine nur geringfügige Beein-
flussung in Höhe von 0,9 μg/m
3
.
Tab. 36 zeigt den (modellierten) Einfluss der Verursa-
cher auf die NO
2
-Immission an der Messstelle Leipzig-
Mitte.
NO
x
-Emission des Heizkraftwerkes
Nord
0
50
100
150
200
250
300
350
1998 1999 2000 2001 2002 2003
[ t/a]
Abb. 31: NO
x
-Emissionen der Heizkraftwerkes Nord
nahe der Messstation Leipzig-Mitte
Tab. 36: NO
2
-Beiträge gegliedert nach Herkunftsgebiet
für Leipzig-Mitte 2001 (modelliert)
Herkunftsgebiet der Quelle
Anteil an NO
2
-
Immission in [%]
örtlicher Verkehr
78
weitere Quellen im Plangebiet
1
Ferneintrag 21
Aussagen über den Trend der NO
2
-Konzentrationen in
den nächsten Jahren sind schwierig und unsicher. Zwei
Entwicklungen sind – ohne die Durchführung von Maß-
nahmen – denkbar:
a)
Zunahme der NO
2
-Konzentration wie in den
vergangenen Jahren
Die zu erwartende Konzentrationen sind in Tab.
35 berechnet. Die Extrapolation wird mit wach-
sendem Prognosejahr immer unsicherer. Nach
dieser Annahme wird im Jahr 2010 mit Jahres-
mittelwerten von 53 bis 56 μg/m³ der NO
2
-
Grenzwert von 40 μg/m³ deutlich überschritten.
b) Stagnation der NO
2
-Konzentrationen
Auf dem gegenwärtigen Niveau von 50 bis
52 μg/m³ für meteorologisch durchschnittliche
Jahre ist ebenfalls eine Grenzwertüberschrei-
tung im Jahr 2010 zu erwarten.
Jedoch kann nur bei einer mittleren Abnahme von etwa
2 μg/m³ NO
2
pro Jahr der Grenzwert ab 2010 eingehalten
werden.

 
48
Ziel der Maßnahmenplanung zur Verbesserung der Luft-
qualität für Leipzig-Mitte muss es sein, im Jahr 2010 die
Immission um mindestens 12 μg/m³ NO
2
gegenüber der
gegenwärtigen Situation zu reduzieren.
6.2.1.3 Analyse für PM
10
An der Messstation Leipzig-Mitte sind die PM
10
-Kon-
zentrationen auf hohem Niveau im Zeitraum 1998 bis
2004. Werden die Immissionswerte für das meteorolo-
gisch ungünstige Jahr 2003 und die Bautätigkeit in 2004
einbezogen, so ist hier eine Stagnation des Konzentrati-
onsniveaus zu verzeichnen (vgl. Abb. 28). Eine mittlere
Reduzierung von 0,4 μg/m³ PM
10
pro Jahr wird für die 6
Jahre anhand der Monatsmittelwerte ermittelt (vgl. Abb.
29), wenn das meteorologisch ungünstige Jahr 2003 un-
berücksichtigt bleibt.
In der näheren Umgebung der Messstelle befinden sich
keine besonders bedeutsamen Einzelemittenten für PM
10
.
Tab. 37 zeigt den (modellierten) Einfluss der Verursa-
cher auf die PM
10
-Immission an der Messstelle Leipzig-
Mitte.
Tab. 37: PM
10
-Beiträge gegliedert nach Herkunftsge-
biet für Leipzig-Mitte 2001 (modelliert)
Herkunftsgebiet der Quelle
Anteil an PM
10
-
Immission in [%]
örtlicher Verkehr
33
weitere Quellen im Plangebiet
27
Ferneintrag 40
Aussagen über den Trend der PM
10
-Konzentrationen
sind unsicherer als bei NO
2
.
Der PM
10
-Jahresmittelgrenzwert von 40 μg/m³ wurde in
der Vergangenheit nicht überschritten. Auch für die
nächsten Jahre besteht keine Gefahr der Grenzwertüber-
schreitung, wenn nicht zusätzliche PM
10
-Belastungen
durch außergewöhnlich intensive Bautätigkeit auftreten.
Der für den Ort kritische Wert ist die Anzahl der Tage
mit Tagesmittelkonzentration größer 50 μg/m³. Der
Grenzwert von 35 zugelassenen Tagen mit über
50 μg/m³ PM
10
pro Kalenderjahr wurde in den letzten 3
Jahren stets überschritten.
Abb. 32 zeigt den Verlauf der Tagesmittelkonzentratio-
nen im Jahr 2003 für Leipzig-Mitte und ergänzend für
die Hintergrundmessstation Schwartenberg. In Leipzig-
Mitte konzentrieren sich die PM
10
-Konzentrationen über
50 μg/m³ auf die Wintermonate Februar und März. Aber
auch zu anderen Jahreszeiten in Verbindung mit längeren
Trockenperioden Ende April, im Mai und Mitte Septem-
ber lieferten zeitweise hohe PM
10
-Werte. In den Som-
mermonaten Juli und August, in denen ein erweitertes
Fahrverbot an Wochenenden für LKW gilt, traten nur
wenige Überschreitungen auf. Vergleichend dazu sind
auf dem Schwartenberg (Hintergrundmessstation) nur
wenige Überschreitungen vorrangig im Februar und
März aufgetreten.

 
49
PM
10
-Tagesmittelwerte 2003
0
50
100
150
200
1.1
1.2
1.3
1.4
1.5
1.6
1.7
1.8
1.9
1.10
1.11
1.12
[μg/m³]
Leipzig-Mitte
0
50
100
150
200
1.1
1.2
1.3
1.4
1.5
1.6
1.7
1.8
1.9
1.10
1.11
1.12
[μg/m³]
Schwartenberg
Abb. 32: PM
10
-Tagesmittelwerte im Jahr 2003 (rote Linie: Grenzwert 50 μg/m³)
Anzahl der Überschreitungen
0
10
20
30
40
50
60
70
80
90
100
0
5
10
15
20
25
30
35
40
45
Jahresmittelwert in [μg/m³]
Abb. 33: Vergleich der PM
10
-Jahresmittelwerte und Anzahl der Tage über 50 μg/m³ PM
10
für relevante Messstationen in
Sachsen in den vergangenen Jahren

 
50
Die Überschreitungshäufigkeit (z. B. als 90-Perzentil) ist
von der Statistik her eine unsicherere Größe als ein Jah-
resmittelwert, und die Wirkung von PM
10
-Minderungs-
maßnahmen wird vorrangig auf eine Änderung des Jah-
resmittelwertes bezogen. Deshalb wurde ein Zusammen-
hang von Überschreitungshäufigkeit und Jahresmittel-
wert in Abb. 33 hergestellt. Daten der drei Leipziger
Messstationen und von zwei Hintergrund-Messstationen
der letzten Jahre wurden ausgewertet. Für die Leipziger
Messstationen lässt sich abschätzen, dass ein Jahresmit-
telwert von etwa 30 μg/m³ ausreicht, um die zulässige
Anzahl von 35 Überschreitungen zuverlässig einzuhalten
(Äquivalenzwert für Sachsen).
Die PM
10
-Jahresmittelwertkonzentration von 30 μg/m³
sollte als Zielwert für PM
10
-Minderungsmaßnahmen für
Orte genutzt werden, an denen gegenwärtig höhere Jah-
resmittelwertkonzentration vorliegen.
Für das Jahr 2005 wurden PM
10
-Jahresmittelwerte im
Bereich von 30 bis 33 μg/m³ prognostiziert (vgl. Tab.
35).
Ziel der Maßnahmenplanung zur Verbesserung der Luft-
qualität für Leipzig-Mitte muss es sein, den Jah-
resmittelwert um etwa 3 μg/m³ PM
10
gegenüber der ge-
genwärtigen Situation zu reduzieren.
6.2.1.4 Analyse für PM
2,5
Die Ergebnisse der Messstationen Leipzig-Mitte und die
der Hintergrundmessstation Schwartenberg sind als Mo-
natsmittelwerte der vergangenen Jahre in Abb. 34 darge-
stellt. In der Stadt Leipzig sind doppelt so hohe Konzen-
trationen wie auf dem Schwartenberg zu verzeichnen.
Der Verlauf der Monatsmittelwerte beider Messstationen
ist ähnlich und zeigt große Variabilität in Abhängigkeit
von der Jahreszeit und der Witterung. Auch hier ragt das
meteorologische ungünstige Jahr 2003 mit erhöhten
Werten auffällig heraus. Eine Stagnation des PM
2,5
-Kon-
zentrationsniveaus ist sowohl in Leipzig als auch im
ländlichen Hintergrund zu verzeichnen. Das Verhältnis
von PM
2,5
- zu PM
10
-Werten zeigt keine Auffälligkeiten
(vgl. Abb. 35).
Entwicklung der PM
2,5
-Monatsmittelwerte 1998 bis 2004
0
5
10
15
20
25
30
35
40
Aug.
98
Dez.
98
Apr.
99
Aug.
99
Dez.
99
Apr.
00
Aug.
00
Dez.
00
Apr.
01
Aug.
01
Dez.
01
Apr.
02
Aug.
02
Dez.
02
Apr.
03
Aug.
03
Dez.
03
Apr.
04
Aug.
04
Dez.
04
[μg/m
3
]
Leipzig-Mitte
Schwartenberg
Abb. 34: Verlauf der PM
2,5
-Monatsmittelwerte von Leipzig-Mitte und dem Hintergrund (Schwartenberg)

 
51
Quotient PM
2,5
/PM
10
0,0
0,1
0,2
0,3
0,4
0,5
0,6
0,7
0,8
0,9
1,0
Dez.
98
Apr.
99
Aug.
99
Dez.
99
Apr.
00
Aug.
00
Dez.
00
Apr.
01
Aug.
01
Dez.
01
Apr.
02
Aug.
02
Dez.
02
Apr.
03
Aug.
03
Dez.
03
Apr.
04
Aug.
04
Dez.
04
Abb. 35: Verlauf des Verhältnisses von PM
2,5
- zu PM
10
-Monatsmittelwerten (Leipzig-Mitte)
6.2.1.5 Analyse des mittleren Wochenganges
An den einzelnen Tagen der Woche variieren die Immis-
sionsbelastungen. Am Wochenende liegen deutliche
niedrigere Konzentrationen als in den Wochentagen in
Leipzig-Mitte vor (vgl. Abb. 36). Am Sonntag reduziert
sich die Belastung für NO
2
um 29 %, für PM
10
um 23 %
und für PM
2,5
um 27 %. Eine wesentliche Ursache dafür
ist die Verminderung des PKW- und LKW-Verkehrs am
Wochenende.
Wochengang von PM
10
, PM
2,5
und NO
2
0
10
20
30
40
50
60
70
Mo Di
Mi Do Fr Sa So
[μg/m³]
PM10
PM2.5
NO2
Abb. 36: Mittlerer Wochengang für PM
10,
PM
2,5
und
NO
2
(Leipzig-Mitte)

 
52
Tab. 38: Analyse des mittleren Wochengangs für
Leipzig-Mitte (2003)
Einheit NO
2
PM
10
PM
2,5
mittlere Konzent-
ration dienstags
bis freitags
μg/m³ 60 40 25
Konzentration
sonntags
μg/m³ 43 31 18
Abnahme von
dienstags bis frei-
tags zu sonntags
μg/m³ -17 -9 -7
Änderung % -29 -23 -27
6.2.2
Leipzig-Lützner Straße
An der Messstation Leipzig- Lützner Straße wurden
Messkampagnen im Jahr 1995 und 1999 zu je 12 Mona-
ten u. a. für NO
2
durchgeführt. Kontinuierliche Messun-
gen der PM
10
- und NO
2
- Immission liegen erst ab 2001
bzw. 2002 vor. Die Trendschätzung der Entwicklung der
Konzentration für NO
2
, besonders für PM
10
ist noch sehr
unsicher (Abb. 37). Die Trendschätzung ohne Daten des
meteorologisch ungünstigen Jahr 2003 zeigt Abb. 38.
Tab. 39 und Tab. 40 fassen die Ergebnisse der Trendana-
lysen zusammen, die nachfolgend schadstoffspezifisch
behandelt werden.
Trend der NO
2
- und PM
10
-Monatmittelwerte 1998 bis 2004
0
10
20
30
40
50
60
70
80
90
100
Dez.
98
Jun.
99
Dez.
99
Jun.
00
Dez.
00
Jun.
01
Dez.
01
Jun.
02
Dez.
02
Jun.
03
Dez.
03
Jun.
04
Dez.
04
[μg/m³]
NO2
PM10
Abb. 37: Trend der Monatsmittelwerte für NO
2
und PM
10
1998 bis 2004 (Leipzig-Lützner Straße)

 
53
Trend der NO
2
-und PM
10
-Monatsmittelwerte 1998 bis 2004
ohne Daten aus 2003
0
10
20
30
40
50
60
70
80
90
100
Dez.
98
Jun.
99
Dez.
99
Jun.
00
Dez.
00
Jun.
01
Dez.
01
Jun.
02
Dez.
02
Jun.
03
Dez.
03
Jun.
04
Dez.
04
[μg/m³]
NO2
PM10
Abb. 38: Trend der Monatsmittelwerte für NO
2
und PM
10
1998 bis 2004 ohne Daten vom Jahr 2003
(Leipzig-Lützner Straße)
Tab. 39: Trend der NO
2
- und PM
10
- Immissionen
Schadstoff Zeitraum
Tendenz der vergangenen Jahre
mittlere Änderung
pro Jahr
NO
2
1996, 1999 und 01-2003 bis 12-2004
fallend
-1,5 μg/m³
wie oben ohne 2003
fallend
-1,8 μg/m³
PM
10
01-2002 bis 12-2004
fallend
-0,9 μg/m³
wie oben ohne 2003
fallend
-1,2 μg/m³
Tab. 40: Vergleich von Schätzwert, der unter durchschnittlichen meteorologischen Bedingungen ermittelten Konzentra-
tionen und Messwerte für 2003 und 2004 (Jahresmittelwerte; Leipzig-Lützner Straße)
Schadstoff 2003 2004
Schätzwert für
normales Jahr
Messung
Schätzwert für
normales Jahr
Messung
NO
2
in [μg/m³]
50 bis 52
56
48 bis 51
49
PM
10
in [μg/m³]
35 bis 37
41
31 bis 33
34

 
54
6.2.2.1 Analyse für NO
2
Für die NO
2
-Immissionen liefert die Trendanalyse
(Abb. 37, Abb. 38) eine mittlere Abnahme der Konzent-
rationen. Sie liegt zwischen 1,5 bis 1,8 μg/m³ pro Jahr
(Tab. 39). Der im Jahr 2003 unter sehr ungünstigen me-
teorologischen Bedingungen gemessene Wert von 56
μg/m³ wird durch die Trendanalyse auf etwa 51 μg/m³
unter durchschnittlichen meteorologischen Bedingungen
relativiert (Tab. 40).
Die Abnahme der NO
2
-Konzentration der vergangenen
Jahre geht einher mit der Verringerung der Fahrzeug-
zahlen. Insbesondere reduzierte sich der LKW-Verkehr
auf mehr als die Hälfte von 1996 bis 2000 (Tab. 41).
Tab. 41: Fahrzeug-Belastungen auf der Lützner Straße
(Stichprobenzählungen, Angaben für DTV
Montag bis Freitag, LKW > 2,8 t; S
TADT LEIP-
ZIG
, 2004 b)
1996 2000 Änderung
Kfz/24 h
31.200
26.855
-14 %
LKW/24 h
3.583
1.228
-66 %
Anteil Schwer-
verkehr
11,5 %
4,6 %
Die modellierte Zuordnung von NO
2
-Immissionsanteilen
zu bestimmten Quellen zeigt Tab. 42.
Ziel der Maßnahmenplanung zur Verbesserung der Luft-
qualität auf der Lützner Straße muss es sein, im Jahr
2010 die Immission um mindestens 10 μg/m³ NO
2
ge-
genüber der gegenwärtigen Situation zu reduzieren.
Tab. 42: NO
2
-Beiträge gegliedert nach Herkunftsgebiet
für Leipzig-Lützner Straße 2001 (modelliert)
Herkunftsgebiet der Quelle
Anteil an der NO
2
-
Immission in [%]
örtlicher Verkehr
78
weitere Quellen im Plangebiet
1
Ferneintrag 21
6.2.2.2 Analyse für PM
10
Die PM
10
-Konzentrationen in den vergangenen 3 Jahren
an der Messstation Leipzig-Lützner Straße sind mit etwa
1 μg/m³ pro Jahr rückläufig. Der mittels Messungen er-
mittelte Jahresmittelwert für 2003 beträgt 41 μg/m³ und
ist damit über dem ab 2005 gültigen Grenzwert. Für ein
meteorologisch durchschnittliches Jahr werden gegen-
wärtig 36 μg/m³ PM
10
geschätzt.
Die Ergebnisse der Quellgruppenanalyse der PM
10
-Im-
missionen sind in Tab. 28 (Kap. 5.2.3) bereits aufgeführt.
Der für den Ort kritische Wert ist die Anzahl der Tage
mit Tagesmittelkonzentration größer 50 μg/m³ PM
10
. Der
Grenzwert von 35 zugelassenen Tagen mit über
50 μg/m³ PM
10
pro Kalenderjahr wurde in den letzten
3 Jahren stets überschritten.
Abb. 39 zeigt den Verlauf der Tagesmittelkonzentratio-
nen im Jahr 2003. Die PM
10
-Konzentrationen über
50 μg/m³ konzentrieren sich auf die Wintermonate Feb-
ruar und März, jedoch traten Überschreitungen auch zu
anderen Jahreszeiten wie im April, Mai, September und
Dezember auf.
PM
10
-Tagesmittelwerte 2003
0
50
100
150
200
1.1
1.2
1.3
1.4
1.5
1.6
1.7
1.8
1.9
1.10
1.11
1.12
[μg/m³]
Abb. 39: PM
10
-Tagesmittelwerte an der Station Leipzig-Lützner Straße im Jahr 2003 (rote Linie: Grenzwert 50 μg/m³)

 
55
Auf den Zusammenhang von Überschreitungshäufigkeit
und Jahresmittelwert wurde bereits in Kap. 6.2.1.3,
Abb. 33 eingegangen. Die modellierte Zuordnung von
PM
10
-Immissionsanteilen zu bestimmten Quellen zeigt
Tab. 43. Die Ergebnisse stimmen mit der statistischen
Auswertung (vgl. Tab. 27) relativ gut überein.
Tab. 43: PM
10
-Beiträge gegliedert nach Herkunftsge-
biet für Leipzig-Lützner Straße 2001
(modelliert)
Herkunftsgebiet der Quelle
Anteil an der PM
10
-
Immission in [%]
örtlicher Verkehr
43
weitere Quellen im Plangebiet
19
Eintrag aus dem ländlichen
Hintergrund (von außerhalb
des Plangebietes)
38
Ziel der Maßnahmenplanung zur Verbesserung der Luft-
qualität für Leipzig-Lützner Straße muss es sein, im Jahr
2005 die PM
10
-Immissionskonzentration um etwa
3 μg/m³ gegenüber der gegenwärtigen Situation zu redu-
zieren, um den Äquivalenzwert von 30 μg/m
3
zu unter-
schreiten.
6.2.2.3 Analyse des mittleren Wochenganges
Am Wochenende liegen deutliche niedrigere Konzentra-
tionen als in den Wochentagen in Leipzig-Lützner Straße
vor (Abb. 40). Am Sonntag reduziert sich die Belastung
für NO
2
um 31 % und für PM
10
um 29 % (Tab. 44). Eine
wesentliche Ursache dafür ist die Verminderung des
PKW- und LKW-Verkehrs am Wochenende.
Wochengang für NO
2
und PM
10
0
20
40
60
80
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
[μg/m³]
PM10
NO2
Abb. 40: Mittlerer Wochengang für NO
2
und PM
10
(Leipzig-Lützner Straße)
Tab. 44: Analyse des mittleren Wochengangs für
Leipzig-Lützner Straße (2003)
Einheit NO
2
PM
10
mittlere Konzentration
dienstags bis freitags
μg/m³ 61 45
Konzentration sonntags
μg/m³
42
32
Konzentrationsänderung von
dienstags bis freitags zu
sonntags
μg/m³ -19 -13
Änderung % -31 -29
6.2.3
Leipzig-West
An der Messstation Leipzig-West liegen kontinuierliche
Messungen der NO
2
- und PM
10
- Immission für einen
Zeitraum von 11 bzw. 5 Jahren vor. Der zeitliche Verlauf
der Monatsmittelwerte wird in Abb. 41 dargestellt. In
Abb. 42 wurden die Daten des meteorologischen Aus-
nahmejahres 2003 ausgeblendet. Tab. 45 und Tab. 46
fassen die Ergebnisse der Trendanalysen zusammen. Die
NO
2
- und PM
10
-Werte liegen deutlich unter den Grenz-
werten. Minderungsmaßnahmen sind nicht erforderlich.

 
56
Trend der NO
2
- und PM
10
-Monatsmittelwerte 1994 bis 2004 (Leipzig-West)
0
10
20
30
40
50
60
70
Sep.
94
Sep.
95
Sep.
96
Sep.
97
Sep.
98
Sep.
99
Sep.
00
Sep.
01
Sep.
02
Sep.
03
Sep.
04
[μg/m³]
NO2
PM10
Abb. 41: Trend der Monatsmittelwerte für NO
2
und PM
10
1994 bis 2004 (Leipzig-West)
Trend der NO
2-
und PM
10
-Monatsmittelwerte 1994 bis 2004
(ohne Daten aus 2003; Leipzig-West)
0
10
20
30
40
50
60
70
Sep.
94
Sep.
95
Sep.
96
Sep.
97
Sep.
98
Sep.
99
Sep.
00
Sep.
01
Sep.
02
Sep.
03
Sep.
04
[μg/m³]
NO2
PM10
Abb. 42: Trend der Monatsmittelwerte für NO
2
und PM
10
ohne Daten des Jahres 2003 (Leipzig-West)

 
57
Tab. 45: Trend der NO
2
- und PM
10
- Immissionen
Schadstoff Zeitraum Tendenz der
vergangenen
Jahre
mittlere
Änderung
pro Jahr
09-1994 bis
12-2004
NO
2
fallend -0,8 μg/m³
09-1994 bis
12-2004
ohne 2003
fallend -1,0 μg/m³
PM
10
02-1998 bis
12-2002
leicht fallend
-0,3 μg/m³
Tab. 46: Schätzung der unter durchschnittlichen meteo-
rologischen Bedingungen ermittelten Konzen-
trationen (Annahme: Trend der vergangenen
Jahre bleibt erhalten)
Schadstoff 1995 2000 2003 2005 2010
NO
2
in [μg/m³]
28 23 20 bis
21
18 bis
19
13 bis
15
PM
10
in [μg/m³]
- 22 21 20 18
6.3
Mögliche Maßnahmen
Ausgangspunkt für die Auswahl von Maßnahmen ist die
Identifizierung der Verursacher mit ihren Anteilen an der
Luftschadstoffbelastung.
Aus den bisher vorliegenden Daten kann abgeleitet werden,
dass hauptsächlich der Straßenverkehr die lokale Zusatzbe-
lastung bestimmt. Industrielle Anlagen können lokal be-
grenzt bedeutsam sein.
Bei der Erarbeitung von Maßnahmen und deren Bewertung
ist der Katalog möglicher Maßnahmen, erarbeitet vom
Ad hoc-Arbeitskreis „Maßnahmenplanung“ des Länderaus-
schusses für Immissionsschutz (LAI) zu berücksichtigen
8
(LAI; 2003, 2004). Bei allen Maßnahmen sind die Grund-
sätze der Verhältnismäßigkeit und der Verursachergerech-
tigkeit zu beachten.
8
Durch den Unterausschuss Lärmbekämpfung ist dieser
Katalog mit Maßnahmen zur Luftreinhaltung um eine Be-
wertung hinsichtlich der Lärmminderung ergänzt worden.

 
58
7
Modellierte Immissionsprognosen
7.1
Grobscreening
Die Entwicklung der Immissionssituation ist von zahlrei-
chen Einflussgrößen abhängig.
In diesem Kapitel werden die Immissionssituationen 2007
(vgl. Karten 25 und 26 in Anhang 15.5) und 2010 (vgl. Kar-
ten 31 und 32 in Anhang 15.5) unter Berücksichtigung aller
bekannten Änderungen der Eingangsdaten modelliert. Dazu
zählen die Änderung der Verkehrsströme durch neu gebaute
bzw. sanierte Straßen, die Änderung der Flottenzusammen-
setzung u. a.
Zur Veränderung der Emission aus Anlagen (abhängig von
technischem Standard und Kapazität bzw. Auslastung) so-
wie zu meteorologischen Besonderheiten liegen keine aus-
reichenden Erkenntnisse vor. Ziel ist es zu prüfen, ob die
ohnehin geplanten Maßnahmen unter der Annahme durch-
schnittlicher meteorologischer Bedingungen und bei gleich
bleibender Emission aus Anlagen ausreichen, um die vor-
geschriebenen Grenzwerte einzuhalten.
Im Detail wurde für PM
10
von folgenden Annahmen ausge-
gangen:
Die Verkehrsemission in Sachsen 2001 betrug rund ein
Drittel der Gesamtemission. Durch die technische
Entwicklung, die Änderung der Flottenzusammenset-
zung usw. ändern sich die Emissionsfaktoren für 2007
und 2010. Unter Annahme gleicher Verkehrszahlen in
Sachsen werden die Verkehrsemissionen für 2007 bzw.
2010 berechnet. Bezogen auf die Gesamtbelastung
2007 ergibt sich, dass die PM
10
-Immissionsbelastung in
Sachsen um ca. 4 % niedriger zu erwarten ist als 2001
(2010: -6 %). Alle PM
10
-Immissionswerte wurden des-
halb um 4 % bzw. 6 % gesenkt. Für die Station Leipzig
West (repräsentativ für den städtischen Hintergrund)
ergeben sich daraus die in Tab. 47 dargestellten Werte.
Tab. 47:
Modellierte PM
10
-Immissionen für
Leipzig-West
PM
10
[μg/m³]
2001 2007
2010
Gesamtbelastung
22,0
21,1
20,7
Hintergrundbelastung 15,6 15,0
14,7
Zusatzbelastung (gesamt)
6,4
6,1
6,0
Für das Untersuchungsgebiet lag der Anteil der Ver-
kehrsemission bei 54 % der Gesamtemission im Jahr
2001. Die vom Amt für Verkehrsplanung Leipzig prog-
nostizierten Verkehrszahlen für 2007 unter Einbezie-
hung der bis dahin neu gebauten bzw. sanierten Ver-
kehrswege (z. B. A38), führen zusammen mit der
Verminderung der Emissionsfaktoren (vgl. 1. Anstrich)
zu einer Abnahme der Gesamtverkehrsemissionen im
Leipziger Stadtgebiet um ca. 7 %.
Die beiden letzten Annahmen würden zu einer Verrin-
gerung der Zusatzbelastung im Stadtgebiet und damit
auch an der Messstelle Leipzig West (Reduktion auf
5,8 μg/m³) führen. Für die Gesamtimmission an der für
die Modellierung maßgeblichen Messstelle kann man
daher einen Wert von 20,8 μg/m³ für 2007 prognosti-
zieren.
Für die Prognose 2010 erscheint die Annahme einer
weiteren Reduzierung des Kfz-Aufkommens aufgrund
gezielter Maßnahmen zur Verkehrsoptimierung für die
innerstädtischen Bereiche um 10 % sowie für die üb-
rigen Stadtgebiete um 5 % möglich. Dies kann vor al-
lem durch die verstärkte Nutzung eines verbesserten
ÖPNV-Angebotes aufgrund der Wirksamkeit des S-
Bahn City-Tunnels und des Stadtbahnausbaus sowie
der gezielten Nutzung des straßenseitigen Tangenten-
Ring-Systems, beginnend ab dem geschlossenen Au-
tobahnring um Leipzig, erreicht werden. Insbesondere
ist der Durchgangsverkehr konsequent aus dem Stadt-
gebiet fernzuhalten. Für den Lkw-Verkehr wird dabei
von der doppelten Reduzierungsmenge ausgegangen.
Damit wird 2010 durch die weitere Verringerung der
Zusatzbelastung im Stadtgebiet eine Gesamtbelastung
von 20,3 μg/m³ an der Messstelle Leipzig-West zu
erwarten sein. Die Ergebnisse der Modellierung sind
in den Karten 31 und 32 im Anhang 15.5 dargestellt.
Anschließend wurden für 2007 zwei Szenarien modelliert,
die die Wirkung von Maßnahmen im Verkehrsbereich (vgl.
Kap. 1) bewerten sollen:
- Variante 1: Verflüssigung des Verkehrs (Fahrmuster
LSA1 statt LSA2 bzw. HVS1 statt HVS2)
- Variante 2: generelle Senkung der Straßenverkehrs-
emissionen um 20 % als Folge der in Kap. 1 bzw.
15.7.4. aufgeführten Maßnahmen.
Die Immissionen für Leipzig West wurden analog der oben
gemachten Ausführungen abgeschätzt (Variante 1:
20,6 μg/m³; Variante 2: 20,2 μg/m³) und die Ergebnisse in
den Karten 26 bis 30 im Anhang 15.5 dargestellt. Eine Dis-
kussion der Ergebnisse erfolgt in der Zusammenfassung.
Analog wurden die Szenarien auch für NO
2
berechnet. Al-
lerdings ist eine Abschätzung der prognostizierten Immissi-
onskonzentrationen nicht wie für PM
10
möglich, da NO
2
kein inertes Gas ist. Hier müssen alle Abschätzungen für
NO
x
durchgeführt werden und anschließend entsprechend
der Konversionsformel nach ROMBERG auf NO
2
ge-
schlossen werden. Das Reduktionspotential ist bei gleichen
sonstigen Annahmen für NO
2
deutlich höher, da der Ver-
kehrsanteil an der Gesamtemission sowohl in Leipzig als
auch in Sachsen wesentlich höher ist als für PM
10
(Leipzig
71 %; Sachsen 54 %). Bei der Abschätzung der NO
2
- Im-

 
59
mission 2010 wurde zusätzlich der Beitrag der Klimaanla-
gen in Fahrzeugen berücksichtigt. Der erhebliche Beitrag
bewirkt, dass kein weiterer Rückgang der NO
x
- Konzentra-
tion gegenüber 2007 zu verzeichnen ist. Für Leipzig-West
ergeben sich die in Tab. 48 dargestellten Werte:
Tab. 48: Modellierte NO
x
-Immissionen für Leipzig-West
NO
x
[μg/m³]
2001 2007
2010
Gesamtbelastung
33,2
28,6
28,6
Hintergrundbelastung 18,9 16,3
16,3
Zusatzbelastung (gesamt)
14,3
12,3
12,3
Unter Berücksichtigung aller für die Stadt Leipzig getroffe-
nen Annahmen analog zu PM
10
liegen die prognostizierten
NO
2
-Immissionswerte für Leipzig West dann bei:
2007: 18,4 μg/m³
2007 Variante 1:
17,9 μg/m³
2007 Variante 2:
17,0 μg/m³
2010: 17,4 μg/m³
Die entsprechenden Karten sind im Anhang 15.5 zu finden.
Zusammenfassung:
Im Überblick der modellierten Jahre 2001, 2003, 2007 und
2010 ergibt sich folgendes Bild bezüglich der Straßenab-
schnitte, die die Grenzwerte überschreiten bzw. im kriti-
schen Bereich liegen (vgl. Tab. 49).
Tab. 49: Modellierte Grenzwertüberschreitungen 2001
bis 2010
Jahr
Anzahl der Straßenabschnitte mit
Grenzwertüberschreitungen bei
PM
10
>30μg/m³ *)
NO
2
>40μg/m³
NO
2
>50μg/m³
2001 405 400 55
2003
1.277 447 42
2007
191 114 4 (19)
2007
Var. 1
140 44 0 (4)
2007
Var. 2
83 11 0 (0)
2010 68 4 0 (0)
( ) NO
2
>46 μg/m³ (Grenzwert + Toleranzmarge für NO
2
2007)
*) 30 μg/m
3
sind kein PM
10
-Grenzwert, sondern ein Äquivalenz-
wert (vgl. Abb. 33), bei dessen Unterschreitung keine Überschrei-
tungen der zulässigen Zahl von Tagesmittelwerten >50 μg/m
3
zu
erwarten sind.
Die in Tab. 49 angegebene Anzahl von kritischen Straßen-
abschnitten bezieht sich auf unterschiedlich lange Straßen-
abschnitte, bei denen der Bebauungstyp und das Kfz-
Aufkommen konstant sind. Insgesamt wurden
2.078 Abschnitte (2.119 Abschnitte ab dem Jahr 2007) un-
tersucht. Sehr deutlich zeigen sich die Belastungsschwer-
punkte im Innenstadtbereich und an den Bundesstraßen im
Stadtgebiet. Zu nennen sind dabei vor allem die Jahnallee,
Merseburger/Lützner Str., B2, Antonienstraße, Georg-
Schumann-Str., Maximilianallee/Berliner Str., Torgau-
er/Wurzener Str. und deren Verlängerungen in den Innen-
stadtbereich.
Das Leipziger Zentrum ist besonders belastet. Durch die
hohe Bevölkerungsdichte, den starken Verkehr und die
schlechten Austauschbedingungen aufgrund der dichten
Bebauung liegt das städtische Hindergrundniveau für die
jeweiligen Rasterflächen bereits im kritischen Bereich. Da-
her reicht schon eine sehr geringe lokale Zusatzbelastung,
um die Grenzwerte zu überschreiten. In einem Rasterquad-
rat ist nicht einmal dies nötig.

 
60
Um zu zeigen, welche Straßen besonders durch den lokalen
Verkehr beeinflusst werden, sind in den Karten 35 bis 38 in
Anhang 15.5 die Zusatzbelastungen für die Schadstoffe
PM
10
und NO
2
dargestellt.
Geht man von der in Leipzig-West gemessenen städtischen
Hintergrundbelastung von 22 μg/m³ für PM
10
aus, liegt der
kritische Wert für die Zusatzbelastung durch sämtliche lo-
kale Quellen bei 8 μg/m³, um eine PM
10
-Gesamtbelastung
von 30 μg/m³ („Äquivalenzwert“, vgl. Abb. 33) zu errei-
chen.
In Tab. 50 werden die mit dem Grobscreeningprogramm
PROKAS B ermittelten verkehrsbedingten lokalen
PM
10
-Zusatzbelastungen klassifiziert.
Tab. 50: Klassifikation der modellierten PM
10
-Zusatz-
belastung
Zusatzbelas-
Anzahl der Abschnitte
tung in
[μg/m
3
]
2001 2007 2007,
Var. 1
2007,
Var. 2
2010
> 8
146
71
55
14
10
> 10
64
24
16
0
0
> 12
26
1
1
0
0
Eine Zusammenstellung der einzelnen Abschnitte
> 12 μg/m³ PM
10
-Zusatzbelastung für das Jahr 2001 sind in
Tab. 64, die zusammengefassten Abschnitte mit einer ge-
mittelten PM
10
-Zusatzbelastung > 8 μg/m³ für das Jahr
2001 in Tab. 65 im Anhang 15.4.2.2 aufgelistet. Für das
Jahr 2007 sind die PM
10
-Gesamtbelastungen > 30 μg/m
3
in
Tab. 66, die PM
10
-Zusatzbelastungen > 8 μg/m
3
in Tab. 67
(Anhang) dargestellt.
Die entscheidende Frage bei diesen Betrachtungen ist je-
doch, wie viele Anwohner von den erhöhten Belastungen
betroffen sind. Die Zahl der betroffenen Anwohner wurde
mit dem Programm ArcView im Rahmen der Verträglich-
keitsuntersuchung Hauptverkehrsstraßennetz Leipzig (Stadt
Leipzig, 2001 c) ermittelt, da keine straßenabschnittsbezo-
genen Einwohnerdaten vorliegen. Als Datengrundlage dien-
ten die Einwohnerdaten des Amtes für Statistik und Wahlen
aus dem Jahr 2000, die in statistischen Blöcken erhoben
wurden.
Zur Abschätzung der an den Straßen lebenden Bevölkerung
wurde folgende Vorgehensweise gewählt:
Im Geoinformationssystem ArcView wurden die
Flächen der einzelnen statistischen Blöcke ermit-
telt und damit die Einwohnerdichte in den betrof-
fenen Blöcken berechnet.
Zur Eingrenzung der Auswirkungen auf die der
Straßenabschnitte zugewandten Blockseiten wurde
entlang der untersuchten Straßenabschnitte auf der
linken und rechten Seite je eine 20 m breite Korri-
dorfläche gebildet. Die Länge eines Straßenab-
schnitts ist durch die Straßendatenbank des Tief-
bauamtes bekannt.
Die durchschnittliche Einwohnerdichte im statisti-
schen Block ergibt, multipliziert mit der auf den
20 m-Korridor berechneten Fläche die Anzahl der
Einwohner im jeweils rechten und linken „Ein-
flusskorridor“ der relevanten Straßenabschnitte.
Die so ermittelte Einwohnerzahl stellt eine grobe Annähe-
rung an die tatsächlichen Einwohnerverteilung innerhalb
der Blöcke dar. Fehler ergeben sich insbesondere, wenn die
Blöcke nicht gleichmäßig bebaut sind, d. h. wenn entlang
der untersuchten Straßenabschnitte im Extremfall keine
Wohnbebauung ist oder nur die dem Straßenabschnitt zu-
gewandte Seite bebaut ist. Diese möglichen Fehlerquellen
sind bei einer Interpretation der Ergebnisse zu berücksichti-
gen.
Die nachfolgenden Tabellen geben eine ungefähre Ab-
schätzung zur Anzahl der unmittelbar betroffenen Bürger.
Tab. 51: Durch erhöhte PM
10
-Belastungen betroffene
Bürger (modelliert; *): Schätzung durch LfUG)
PM
10
> 30μg/m³
Abschnitte Gesamt-
länge
(km)
Betroffene
Bürger
2001 405 65 25.000
2003 1.277 180*) 70.000*)
2007 191 25 8.000
2007 Var.1
140
18
5.600
2007 Var.2
83
12
4.500
2010 68 8 3.100
Tab. 52: Durch erhöhte NO
2
-Belastungen betroffene Bür-
ger (modelliert; *): Schätzung durch LfUG)
NO
2
> 40μg/m³
Abschnitte Gesamt-
länge
(km)
Betroffene
Bürger
2001 400
64
24.000
2003 447
70*)
26.000*)
2007 114
15
5.000
2007 Var.1
45
9
2.000
2007 Var.2
11
1,2
1.000
2010 4
0,5
300
Die Auswertungen zeigen klar, dass aufgrund der geplanten
Maßnahmen ein deutlicher Rückgang der Immissionsbelas-
tungen und der davon betroffenen Bürger zu erwarten ist.

 
61
Entgegen der oben angesprochenen grundsätzlichen Ent-
spannung im Leipziger Straßennetz wird für die Jahnallee
im Bereich Friedrich-Ebert-Str. bis Gördeler Ring eine ge-
genläufige Tendenz prognostiziert. Der Umbau der Straße
2004/05, verbunden mit Verkehrsverlagerungen von der
Gustav-Adolf-Str. zur Jahnallee, führt zu einer Erhöhung
der Immissionsbelastung. Sollten künftig Überschreitungen
auftreten, ist diesen mit temporären Maßnahmen entgegen-
zuwirken. Die Gustav-Adolf-Str. wird dabei vollständig
entlastet. Eine ausführliche Diskussion dieses Immissions-
schwerpunktes erfolgt im nachfolgenden Kapitel.
Da in die Modellierung der Immissionsprognose Unsicher-
heiten durch notwendige Annahmen einfließen (z. B. Ver-
kehrsstärken, Gesamtemissionen, zukünftiger Hintergrund
bzw. Ferntransport und die Genauigkeit der verwendeten
Modelle) kann zum heutigen Zeitpunkt keine verlässliche
Aussage zur Zahl der tatsächlichen Überschreitungen im
Jahr 2010 getroffen werden. Die geringe Zahl der in den
Tabellen genannten zu erwartenden Überschreitungen deu-
tet aber darauf hin, dass ihre Zahl im Rahmen der Schwan-
kungsbreite der Unsicherheiten liegen wird.
Zur Klärung dieser Unsicherheiten wird in dem Bereich
Jahnallee, Käthe-Kollwitz-Straße, Friedrich-Ebert-Straße
eine zusätzliche Messtelle für PM
10
und NO
2
noch im Jahr
2005 eingerichtet.
Die für PM
10
getroffenen Aussagen treffen im Wesentli-
chen auch für NO
2
zu. Hier ist der Einfluss des Verkehrs
auf die Gesamtbelastung entsprechend der in den Karten 37
und 38 (Anhang 15.5) angegebenen Zusatzbelastung und
der in Kap. 6.2.1.2 getroffenen Aussagen noch stärker.
Das Reduktionspotenzial durch Maßnahmen, die den loka-
len Verkehr betreffen (vgl. Kap. 1), ist dementsprechend an
diesen Straßenabschnitten besonders hoch.
Für die Zukunft lässt sich abschätzen, dass eine Lösung der
Probleme für PM
10
auch ausreichend ist für die mit Bezug
auf NO
2
kritischen Straßenabschnitte. Im Rahmen der oben
genannten Unsicherheiten könnten im Jahr 2010 im Stadt-
zentrum (Umgebung des Hauptbahnhofes, Jahnallee, Fried-
rich-Ebert-Straße, Käthe-Kollwitz-Straße) noch Überschrei-
tungen auftreten. Die Jahnallee würde der Immissions-
schwerpunkt bleiben. Außer dieser Straße sind noch Willi-
Brandt-Platz, Dittrichring, Friedrich-Ebert-Straße, Käthe
Kollwitz-Straße, Wurzener Straße und Am Gothischem Bad
zu beobachten. Für diese Straßen wäre ggf. eine langfristi-
ge Lösung (z. B. dauerhafte verkehrslenkende Maßnahmen
für LKW) erforderlich. Für die übrigen Abschnitte mit ih-
ren prognostizierten geringfügigen Überschreitungen lassen
sich die Grenzwerte voraussichtlich dadurch einhalten, dass
sie als Zubringer der oben genannten Straßen von den
Maßnahmen dort profitieren.
7.2
Feinscreening
Die bisher vorgestellten stadtweiten Aussagen zur Zusatz-
belastung wurden mit dem Grobscreeningmodell
PROKAS B ermittelt. Aufgrund der Größe des untersuch-
ten Gebietes können Eingangsparameter nur gemittelt für
den betrachteten Abschnitt in die Berechnung eingehen
(z. B. mittlere Bebauungsstruktur). Daher kann das Ergeb-
nis auch nur eine gemittelte Aussage für den Straßenab-
schnitt liefern. Es sind vor allem solche hoch belasteten
Straßenabschnitte genauer zu untersuchen, bei denen die
möglichen Bebauungstypen von PROKAS B nur unzutref-
fend anwendbar sind (vor allem relativ offene Bebauung).
Um die Güte der Berechnungen besser abschätzen zu kön-
nen, wurde deshalb für ausgewählte Abschnitte ein Feinsc-
reening mittels MISKAM durchgeführt. MISKAM ist ein
mikroskaliges prognostisches Modell für Ausbreitungs-
rechnungen mit Gebäudeumströmungen. Die Berechnung
erfolgt in 3 Schritten:
-
Berechnung des Strömungsfeldes in 10°-Intervallen
-
Berechnung der jeweiligen Immissionskonzentrationen
- statistische Auswertung entsprechend der Leipziger
Ausbreitungsstatistik.
Diese Art der Berechnung ist extrem aufwändig, daher
konnte nicht für das gesamte Stadtgebiet ein solches
Feinscreening durchgeführt werden. Die Ergebnisse sind
aber für die betrachteten Abschnitte wesentlich detaillierter
und zuverlässiger. Betrachtet wurden folgende Abschnitte:
- Jahnallee zwischen Friedrich-Ebert-Straße und Leib-
nizstraße
- Tröndlinring zwischen Pfaffendorfer Straße und Ger-
berstraße
- Willy-Brandt-Platz zwischen Gerberstraße und Bran-
denburger Straße.
Die entsprechenden Karten 39 bis 41 sind im Anhang 15.5
zu finden. Für die Beurteilung der Ergebnisse dürfen - be-
dingt durch das Programm MISKAM - nur die Rasterflä-
chen ausgewertet werden, die jeweils ein Raster vom Fahr-
bahnrand und mindestens zwei Raster von der Hauswand
entfernt sind. Die Modellierung bezieht sich auf eine Höhe
von 1,2-2 m. Deutlich zu erkennen ist, dass die Konzentra-
tionen nicht homogen über die Abschnitte verteilt sind. Ent-
sprechend der Durchlüftungsbedingungen variieren die
Konzentrationen stark. MISKAM bildet die tatsächlichen
Verhältnisse in der Umgebung der Fahrspuren wesentlich
realistischer ab. In der nachfolgenden Tab. 53 wird darge-
stellt, wie groß die Schwankungsbreite der Immissionsbe-
lastung innerhalb einer Straßenschlucht sein kann..

 
62
Tab. 53: Vergleich von Grob- und Feinscreening für PM
10
Straße PROKAS B
[μg/m³]
MISKAM
[μg/m³]
Jahnallee 10,6-11,1 6-14
Tröndlinring 5,1-6,2 3-10
Willy-
Brandt-Platz
8,6-11,3 in Straßennähe
2-8
Um einen Vergleich mit den Ergebnissen der PROKAS B –
Berechnungen durchführen zu können, kann man alle Im-
missionskonzentrationen der zulässigen MISKAM-
Rasterflächen mitteln. Anhand dieser Auswertung ergibt
sich folgendes Bild:
-
Für die Jahnallee sind die von PROKAS B berechneten
mittleren Konzentrationen mit den von MISKAM be-
rechneten sehr gut vergleichbar.
- Die Immissionsbelastung am Tröndlinring wird mit
PROKAS B noch gut modelliert, eine überschlagsmä-
ßige Konzentrationsabschätzung deutet auf eine leichte
Überschätzung der Konzentration durch PROKAS B
hin.
- Die Immissionsbelastung am Willy-Brandt-Platz wird
durch PROKAS B deutlich überschätzt. Ursachen da-
für können die nicht PROKAS B entsprechende Be-
bauung und die für die PROKAS B-Rechnung erfor-
derliche Zusammenlegung der beiden Fahrbahnen vor
dem Hauptbahnhof sein.

 
63
8
Bereits durchgeführte Maßnah-
men und bestehende Verbesse-
rungsvorschläge
8.1
Maßnahmen bis 09/1999
9
8.1.1
Direkt wirksame Maßnahmen an
genehmigungsbedürftigen Anlagen
Durch die Ablösung der Braunkohle in den Energieerzeu-
geranlagen der Stadtwerke sowie in Haushalten und Indust-
rie reduzierten sich die absoluten Schadstoff-Emissionen
1999 gegenüber 1990 signifikant.
Als spürbare Maßnahmen sind hierbei vorrangig zu nennen:
- Anlagenstilllegungen durch veränderte Verbrauchs-
strukturen
- Modernisierung von Heizwerken/Heizkraftwerken
durch Energieträgerumstellung
-
Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung
- Moderne Heizungstechnologien bei der dezentralen
Wärmeerzeugung
- Verbesserung des Wirkungsgrades der Energieerzeu-
gungsanlagen
In Tab. 54 sind wichtige Etappen der Sanierung/ Moderni-
sierung an den Anlagen der Stadtwerke Leipzig enthalten.
Durch diese Maßnahmen an Anlagen der
Energieversorgung wurden die Emissionen im Vergleich zu
1990 bei NO
x
um 5.277 t und bei Staub um 16.979 t (ca.
16.000 t PM
10
) gemindert.
9
Alle Inhalte dieses Kapitels beruhen auf Zuarbeiten aus
der Stadt Leipzig, den Ämtern für Umweltschutz, Ver-
kehrsplanung und dem Tiefbauamt vom 15.09.,
11./13./26.10., 11./29.11.2004, 25.01.2005; Zusammenfas-
sung von Maßnahmen und deren Auswirkungen: vgl. Kap.
15.7.1
Tab. 54: Sanierung/Modernisierung der Stadtwerke
Leipzig (Beispiele)
Zeit(raum) Maßnahme
1991
Beginn der Umstellung von Braunkohle
auf Erdgas in den Heizkraftwerken
(HKW) und Heizwerken (HW) mit der
Inbetriebnahme von zwei Heißwasserer-
zeugern im HW Kulkwitz, Vorbereitung
zur Umstellung in den HKW Süd und
Nord
1993
Ausrüstung des HKW Nord mit zwei und
des HKW Süd mit einem Gaskessel
1993-1995
Bau und Inbetriebnahme der GuD-Anlage
im HKW Nord
1994
Erweiterung des HW Nordost um drei
Heißwassererzeuger auf Basis Erdgas
1996/97
Stilllegung HW Südost
Seit Mitte 1996 Verzicht auf den Einsatz
von Braunkohle in allen Anlagen der
Stadtwerke
1998
Stilllegung HKW Süd
(elektrische Leistung)
1999
Stilllegung HW Mitte
8.1.2 Direkt wirksame Maßnahmen im Verkehrs-
bereich
Wirksame Maßnahmen waren:
- Verbesserung und Änderung des Straßenbelags durch
das
Belagsprogramm der Stadt Leipzig im Rahmen der
EFRE- Förderung und die Belagsverbesserung bzw.
der Straßenausbau von Hauptnetzstraßen
-
Ausweisung bzw. Planung und Bau von Umgehungs-,
Anbindungs-, Zufahrtsstraßen usw. durch die Umges-
taltung des Radialen Straßensystems in ein Tangenten-
Ring-System entsprechend den Verkehrspolitischen
Leitlinien - nach 1999: Stadtentwicklungsplan Verkehr
und öffentlicher Raum - der Stadt Leipzig (s. Tab. 55)
-
Verstetigung des Verkehrsflusses und Vermeidung von
Rückstaus in bewohnten Gebieten
o
koordinierter Betrieb der Lichtsignalanlagen (LSA)
entlang wichtiger Straßen (Hauptnetzstraßen)
o
verkehrsabhängige Steuerung der LSA an Einzel-
knoten
o
an die Geschwindigkeit angepasste Steuerung der
LSA im Zuge von „Schnellstraßen“ (Straßen mit ei-
ner zulässigen Höchstgeschwindigkeit >50 km/h)
o
Ausbau der Zentralsteuerung und Umrüstung auf
moderne Leitrechner
o
Einsatz verkehrsabhängiger Signalplanauswahl
(TASS-Steuerung) auf wichtigen Hauptverkehrs-
straßen.

 
64
Tab. 55: Straßenbaumaßnahmen bis 09/1999 (Auswahl)
Straßenbaumaßnahme Wirksamkeit Beispiele für Entlastungseffekte
B2neu
A14 - Essener Straße
1995
Delitzscher Straße
Essener Straße – Theresienstraße
1996
Delitzscher Straße
B6neu – Permoserstraße
Paunsdorfer Allee - Heiterblickallee
1996
Riesaer Straße
#S1 - Umfahrung Lindenthal
Louise-Otto-Peters-Allee 1998 An der Hufschmiede
#B6 - Umfahrung Engelsdorf/Sommerfeld
(neue Anschlussstelle A14)
1997
Riesaer Straße
Neubaumaßnahmen
Straßen Umfeld Neue Messe
1996
-
Ausbaumaßnahmen
## A14, Abschnitt Schkeuditzer Kreuz/ Messe
1996
-
Semmelweisstraße 1998 -
Rückbaumaßnahme
Roßplatz (Nordfahrbahn)
1996
#
= Baumaßnahmen des Straßenbauamtes Leipzig
## = Baumaßnahmen der Autobahnämter
Wichtige Maßnahmen im Bereich der Leipziger Ver-
kehrsbetriebe (LVB) zeigt Tab. 56.
Tab. 56: Maßnahmen im Bereich der LVB bis 09/1999
Zeit(raum) Maßnahme
1992 bis
1998
Modernisierung von 254 Tatra-
Fahrzeugen
ab 1995
Ersatz von Tatra-Zügen durch Niederflur-
Fahrzeuge
1996 bis
1999
Umrüstung von 167 Tatra-Fahrzeugen
auf Chopper-Steuerung (Einsparung
18 GWh/a)
bis 1999
Einsatz der CRT-Filtertechnik (Unter-
schreitung der EURO 4-Norm) in den
zwei Midi-Bussen
Diese Maßnahmen sind als wirksam im Hinblick auf eine
Emissionsminderung anerkannt, die Entlastungseffekte
lassen sich aber jetzt nicht mehr zuverlässig quantifizie-
ren.
8.1.3 Direkt wirksame Maßnahmen an sonstigen
Quellen
Durch den Beschluss von Satzungen zur Fernwärmever-
sorgung (Anschluss- und Benutzungszwang) für die Ge-
biete Prager Straße (1993) und „Neue Ortsmitte Baals-
dorf“ (1997), werden jährlich ca. 900 t NO
x
und 80 kg
PM
10
eingespart.
8.1.4
Unterstützende Maßnahmen
Unterstützenden Maßnahmen im Verkehrsbereich waren:
-
Ausdünnen des Straßenverkehrs durch Anreize zum
Umstieg auf den ÖPNV durch Verbesserung des
ÖPNV-Angebots
Umgestaltung der wichtigsten Relationen des
Straßenbahnverkehrs zu Stadtbahntrassen: Linie
16 zwischen Leipzig Hauptbahnhof und neuem
Messegelände sowie zwischen Bayrischem Bahn-
hof und Endstelle Lößnig
Einführung nutzerfreundlicher ÖPNV-Fahrzeuge
(Niederflur)
behindertengerechter Ausbau der Straßenbahn-
und Bushaltestellen
Einführung des Firmen-Abos und der Schüler-
Mobil-Card
Bildung des Mitteldeutschen Verkehrsverbundes
als Dachorganisation der Verkehrsbetriebe, der
kreisfreien Städte Leipzig und Halle sowie der be-
troffenen Landkreise
Eröffnung des Mobilitätszentrums
-
Förderung des Rad- und Fußverkehrs
Stadt der kurzen Wege als planerisches Konzept
Bildung einer ämterübergreifenden AG Rad, um
bei Planungen und wesentlichen Verkehrsbau-
maßnahmen die Belange des Radverkehrs zu be-
rücksichtigen
Fußgängerkonzeption mit Bau von Querungsin-
seln und Fußgängersignalanlagen zur Überbrü-
ckung der Trennwirkung an Hauptverkehrsstraßen

 
65
Neubau und Wiederbelebung von Passagen in
städtebaulichen Quartieren
Einrichtung von Radverkehrsanlagen und daraus
resultierende Steigerung des Radverkehrsanteils
am Modal Split von 6 % (1994) auf 13 % (1998)
-
Einführung bzw. Erweiterung von Stadtbussystemen
in den belasteten Gebieten: Linie 89 vom Haupt-
bahnhof durch das Stadtzentrum und ein bis dahin
nicht erschlossenes Stadtviertel (innere Westvor-
stadt) mit Hybridfahrzeugen
-
Parkraummanagement
Konzept der autoarmen Innenstadt mit Zufahrt-
reglementierung über Ausnahmegenehmigung
und versenkbare Poller; Verkehrsverbote/-
beschränkungen (z. B. zeitbezogene Begrenzung
von Durchfahrtsmöglichkeiten), generelle Be-
schränkung des Ziel- und Quellverkehrs in Orts-
kernen
Stellplatzbewirtschaftung aller Stellplätze im
Stadtzentrum, Parken für Bewohner in zentrums-
nahen Gebieten
Parkgebührensatzung mit progressiver Preisstaffe-
lung nach Parkdauer und Unterteilung in 3 Ge-
bührenzonen
statisches Parkleitsystem
-
Bevorrechtigung des ÖPNV auf eigenen Trassen
stadtweite Umsetzung der Straßenbahnbevorrech-
tigung mit Anforderungssteuerung
Sicherung der Anmeldung von Straßenbahnen an
LSA mittels Kontakten
schrittweise Einführung der Straßenbahnerken-
nung mittels Rechnergestütztem Betriebsleitsys-
tem (RBL); Einführung der Buserkennung mittels
RBL
-
Beschränkung der Geschwindigkeit
Beginn der Umsetzung der stadtweiten Einfüh-
rung von Tempo-30-Zonen in Wohngebieten
Ausweisung des Stadtzentrums als verkehrsberu-
higter Geschäftsbereich (Tempo-20-Zone)
- Teilnahme an den UBA-Modellprojekten “Umwelt
und Einkaufsverkehr”, “Umwelt und Freizeitver-
kehr”
-
Bau des Güterverkehrszentrums.
Daneben entwickelte die Stadt Leipzig zahlreiche Aktivi-
täten zur Energieeinsparung, die über die Minderung der
durch die Energieerzeugung verursachten Emissionen die
Luftqualität beeinflussen. Die Stadt Leipzig arbeitet seit
1992 auf der Grundlage eines
"Energiekonzeptes Leip-
zig", welches die Potenziale der Energieeinsparung auf-
zeigt sowie insbesondere die ökologisch verträglichste
Erneuerung veralteter Energiesysteme beschreibt. Die
Umsetzung erfolgte und erfolgt in einer Vielzahl von
Maßnahmen zur Energieeinsparung, Umstellung auf E-
nergieträger mit geringerer Umweltbelastung und dem
Einsatz erneuerbarer Energien, z. B.:
-
Konzepte zur Energieeinsparung in städtischen Lie-
genschaften
- Heizungsanlagencontracting für 70 Gebäude und
Anlagen (1994 bis 1998)
-
Aufbau des Betreibungsmanagements für Schulen
-
Einflussnahme durch Bauleitplanung
(energieökologische Siedlungserweiterung der
"Thomas-Müntzer-Siedlung"; Festsetzung eines E-
nergieträgerausschlusses bzw. Schadstoffbegrenzung
in verschiedenen Bebauungsplänen)
-
Energie sparende Sanierung des Wohngebiets Goya-
straße mit 252 Wohnungen (1992)
- 1993 bis 1995 flächendeckende Umstellung von
Stadtgas auf Erdgas
- Deponiegasnutzung im Objekt Leinestraße (rund
1.000.000 kWh/a / 1995 bis 1998)
-
11 städtische thermische Solaranlagen (Stand 1999)
-
Förderprogramm zur Reduzierung der Luftbelastung
1991 bis 1998 (insgesamt 9.368.605 DM für 2.253
Antragsteller); ab 1998 Förderung thermische Solar-
anlagen durch die Stadtwerke Leipzig
-
Öffentlichkeitsarbeit
-
Stadtbegrünung und Flächenentsiegelung.
8.2
Maßnahmen von 09/1999 bis 12/2004
10
8.2.1 Direkt wirksame Maßnahmen an genehmi-
gungsbedürftigen Anlagen
Durch die Stilllegung von Anlagen ist die Emission um
ca. 44 t/a NO
x
und 2 t/a PM
10
vermindert worden. Die
Kapazitätserweiterung einer Gießerei verursachte eine
Steigerung der PM
10
-Emission um ca. 0,5 t.
Diese Angaben stellen nur eine grobe Schätzung dar.
Genauere Angaben hierzu sowie zu den Emissionen der
bis 2004 in Betrieb gegangenen Anlagen (z. B. BMW
AG Werk Leipzig) werden erst auf Basis der Emissions-
erklärung 2004 möglich. Gravierende Änderungen, die
eine grundsätzlich neue Bewertung der Einflüsse der
verschiedenen Verursacher verlangten, sind aber nicht zu
erwarten.
8.2.2
Direkt wirksame Maßnahmen im
Verkehrsbereich
Folgende Maßnahmen wurden realisiert:
-
Stadtreinigungsamt: seit 1999/2000 10 erdgasbetrie-
bene Müll-Fahrzeuge eingesetzt
-
LVB: Tatra-Fahrzeuge mit Energie sparender Steue-
rung modernisiert.
10
Zusammenfassung von Maßnahmen und deren Aus-
wirkungen: vgl. Kap. 15.7.2

 
66
Dadurch wurden ca. 82 t NO
x
und 3 t PM
10
pro Jahr ein-
gespart.
Die Übersicht über relevante Straßenbaumaßnahmen
zeigt Tab. 57.
Tab. 57: Straßenbaumaßnahmen von 09/1999 bis 2004
Straßenbaumaßnahme Wirksamkeit Beispiele für Entlastungseffekte
B2neu
Theresienstraße - Prager Straße
2002 Eutritzscher Straße, Promenadenring
B6neu - Permoserstraße
Heiterblickallee - Th.-Heuss-Straße
2001
B6neu/B87neu - Nordtangente Schönefeld
(Adenauerallee von Torgauer Straße bis Rackwitzer/
Brandenburger Straße)
2003
Riesaer, Wurzner Straße, Eisenbahnstraße
B87 - Änderung Ortsdurchfahrt
(Umwidmung, keine
Baumaßnahme)
Kiewer, Lyoner, Schomburgk-, Merseburger Straße
2000
Lützner Straße
Torgauer Brücke
Zufahrt Gewerbegebiet Nordost - Leupoldstraße
2001
Torgauer, Bautzner Straße
Brücke Zwickauer Straße
R.-Lehmann-Straße - A.-Nitzsche-Straße
2000
An der Tabaksmühle
Portitzer Allee
Verlängerung bis Heiterblickallee
2002
Torgauer Straße, Hohentichelnstraße
Am Sportforum
Jahnallee - Leutzscher Allee
(2004) 2006
F.-Ebert-Straße, Waldstraße
Straße des 18. Oktober
Bayrischer Platz - Johannisallee 2003 Ph.-Rosenthal-Straße
Autobahnzubringer A38
Rippachtalstraße (Weidenweg - G.-Ellrodt-Straße) 2002 Weidenweg
#
S46neu/Rippachtalstraße (G.-Ellrodt-Straße - B186)
2002 Dieskaustraße, Rehbacher, Knautnaundorfer
Straße
#S75 - Umfahrung Knautnaundorf
Werkstraße 2001 Schkorlopper Straße
#B6neu
A9 - Pittlerstraße
2001
Hallesche Straße
Neubaumaßnahmen
alle "GVZ-Straßen" Nordwestraum
2001
-
#S46-Ost (Durchbruch am Gartenzentrum Dehner )
2004
Markkleeberg
## A38, Abschnitt A9 bis B186
2001
Ausbaumaßnahmen
Johannisallee (Ph.-Rosenthal-Str./ Str. 18. Oktober)
2003
Ph.-Rosenthal-Straße
Th.-Heuss-Straße 2004 -
F.-Ebert-Straße, Abschnitt Westplatz/ Reichelstraße 2004 Teile Marschnerstraße
#B186, A38 bis S46
2001
## A9, Abschnitt B181/ Schkeuditzer Kreuz
2004
Rückbaumaßnahmen
Effekt Mehrbelastung anderer Trassen
Ph.-Rosenthal-Str. 2003
Eisenbahnstraße 2004 Adenauerallee
Gustav-Adolf-Straße 2004 Jahnallee
Ph.-Rosenthal-Straße
2003
Straße des 18. Oktober
#
= Baumaßnahmen des Straßenbauamtes Leipzig
## = Baumaßnahmen der Autobahnämter

 
67
8.2.3 Direkt wirksame Maßnahmen an sonstigen
Quellen
Durch die Gestaltung und Flutung des Tagebaurestsees
Cospuden (Flutungsende im Jahr 2000) wird die Emissi-
on von ca. 20 t/a PM
10
verhindert.
Mit dem Ablauf der Übergangsregelung für nicht ge-
nehmigungsbedürftige Öl- und Gasfeuerungsanlagen
(Altanlagen) in den neuen Bundesländern am 1. Novem-
ber 2004 gelten nunmehr strengere einheitliche Anforde-
rungen an die Abgasverlustgrenzwerte. Mit den damit
verbundenen Heizungsmodernisierungen in privaten
Haushalten und Gewerbebetrieben werden weitere posi-
tive, jedoch wegen fehlender Daten kaum quantifizierba-
re Effekte zur Verminderung der Luftverschmutzung
erzielt.
Die Stadt Leipzig stellt im Rahmen von Bauanträgen,
insbesondere für Großbaustellen, durch Auflagen in der
Baugenehmigung sowie bei Abbruchmaßnahmen durch
Hinweise an den Bauherren sicher, dass staubförmige
Immissionen durch geeignete Maßnahmen auf ein Min-
destmaß reduziert werden. Als solche Maßnahmen wer-
den u. a. gefordert:
-
ausreichende Befeuchtung der Abbruchmassen
-
minimale Abwurfhöhen von Bauschutt
- Verwendung von Fallrohren und Schuttrutschen
zum Transport von Bauschutt in abgedeckte Behäl-
ter
-
Abdeckung staubender Materialien im Baustellenbe-
reich zur Verhinderung von Abwehungen
- Vermeidung der Verschmutzung anliegender Stra-
ßen, Wege und Plätze durch Baufahrzeuge nach
Verlassen der Baustelle, bzw. umgehende Beseiti-
gung solcher Verschmutzungen.
Der Verstoß gegen die Auflagen der Baugenehmigung
wird als Ordnungswidrigkeit geahndet.
8.2.4
Unterstützende Maßnahmen
Unterstützende Maßnahmen im Verkehrsbereich waren:
-
kontinuierlicher Ausbau des Radnetzes
-
Erweiterung und Verbesserung Fußwegesystem
-
Konzept autoarme Innenstadt wird schrittweise
umgesetzt
-
Einrichtung weiterer Tempo 30-Zonen in Wohn-
gebieten
-
Verkehrsberuhigung
-
Zentrale LSA-Steuerung
-
Parkleitsystem
-
Anwohnerparken
-
Aktionen zur europaweiten “Woche der Mobilität”
-
LVB als Partner in Mitteldeutschen Verkehrsver-
bund integriert
-
„Leoliner“ als moderne Leipziger Straßenbahn
entwickelt
-
ÖPNV-Beschleunigung durch den Ausbau von
Stadtbahntrassen mit eigenem Gleiskörper
-
LSA-Vorrangschaltung für ÖPNV
-
Wegweisungssystem für den Radverkehr
-
Grüner Ring Leipzig (Radverkehr)
-
Förderung von Erdgasfahrzeugen (vorerst noch bis
31.12.2005) und Bau von Erdgastankstellen durch
die Stadtwerke Leipzig.
-
Die S-Bahn Halle – Leipzig wurde mit zahlreichen
Stationen auf dem Stadtgebiet Leipzig und neuen
Fahrzeugen 2005 in Betrieb genommen.
-
Die Strecke Leipzig – Flughafen Leipzig/Halle –
Halle/Saale für den schienengebundenen Perso-
nennahverkehr wurde in Betrieb genommen.
Daneben entwickelte die Stadt Leipzig auch nach 1999
weiter zahlreiche Aktivitäten zur Energieeinsparung,
z. B.:
-
Konzepte zur Energieeinsparung in städtischen Lie-
genschaften
- Energiesparcontracting 1999/2000 für 10 städtische
Gebäude
-
Betriebsmanagement für 160 Schulen
- 21 städtische thermische Solaranlagen mit über
1.000 m² Kollektorfläche (Stand 2003)
-
derzeit in Leipzig 900 thermische Solaranlagen mit
über 9000 m² Kollektorfläche (geschätzter Energie-
gewinn 3,6 GWh/a), 80 Solarstromanlagen mit
ca. 288 kW Leistung, 6 Windkraftanlagen mit insge-
samt ca. 11 Mio. kWh Strom im Jahr
- Förderung thermischer Solaranlagen durch die
Stadtwerke Leipzig
-
Öffentlichkeitsarbeit
-
Stadtbegrünung und Flächenentsiegelung, Neupflan-
zung von ca. 25.000 Straßenbäumen 1990 bis 2003.

 
68
9
Beschlossene Maßnahmen
(unabhängig vom Luftreinhal-
teplan, Maßnahmen bis 2007
11
)
9.1
Direkt wirksame Maßnahmen an
genehmigungsbedürftigen Anlagen
Entsprechend TA Luft 2002 haben bestehende immissi-
onsschutzrechtlich genehmigungsbedürftige Anlagen bis
spätestens 30. Oktober 2007 die erhöhten Anforderungen
zur Emissionsbegrenzung entsprechend dem Stand der
Technik zu erfüllen.
Gegenwärtig werden die Sanierungserfordernisse gem.
TA Luft 2002 für bestehende genehmigungsbedürftige
Anlagen geprüft und Sanierungsanordnungen erlassen.
Gegenstand der bisher erteilten Sanierungsanordnungen
ist eine Verschärfung der Grenzwerte für Stickstoffoxide,
Kohlenmonoxid, Schwefeldioxid und Staub sowie die
Aufnahme zusätzlicher Grenzwerte für weitere Luft-
schadstoffe (z. B. Formaldehyd) insbesondere bei den
Energieerzeugungsanlagen.
Durch die Anlagensanierung sind sowohl bei PM
10
als
auch bei NO
x
nur geringfügige Emissionsminderungen
11
Zusammenfassung von Maßnahmen und deren Aus-
wirkungen: vgl. Kap. 15.7.3
zu erwarten. Die Anlagen entsprechen bereits weitge-
hend dem Stand der Technik.
Einige Anlagenbetreiber haben bereits Anträge zur Ka-
pazitätserweiterung bestehender Anlagen gestellt oder
Absichten geäußert. Zur Abschätzung der Auswirkungen
müssen die Ergebnisse der Genehmigungsverfahren ab-
gewartet werden (vgl. auch Kap. 1).
9.2
Direkt wirksame Maßnahmen im
Verkehrsbereich
Eine Übersicht über relevante Straßenbauvorhaben zeigt
Tab. 58. Ihre Realisierung führt zu einer Emissionsmin-
derung um ca. 200 t/a NO
x
und 20 t/a PM
10
gegenüber
der Situation im Jahr 2001.
Durch die Erneuerung/Ausbesserung des Straßenbelags
in der:
-
Dresdner Straße (Salomonstraße bis Lange Straße)
-
Engelsdorfer Straße (Kreisverkehr bis Ortsausgang)
-
Hirschfelder Straße ( A 14 bis Hersfelder Straße)
sollen unnötige Emissionen infolge von Aufwirblung
und Abrieb vermieden werden.
Tab. 58: Straßenbaumaßnahmen 2005 bis 2007
Straßenbaumaßnahme Wirksamkeit Beispiele für Entlastungseffekte
Neubaumaßnahmen
Verlängerung E.-Köhn-Straße (von Jahnallee bis
Angerstraße) - Netzanschluss
offen
Lützner und Angerstraße
#S38a, Ortsumgehung Liebertwolkwitz
voraussichtlich.
2006
Muldentalstraße
#S1, Neubau innerer Abschnitt
voraussichtlich
2006
Landsberger Straße/ Lindenthaler Hauptstraße
## A38, Abschnitt B186 bis A14
2006
alle „BMW-Straßen“ Nordraum
2005
#S46-Ost (Weinteichsenke) – nach Baubeschluss
Leinestraße, Wachauer Straße
Ausbaumaßnahmen
Rückmarsdorfer Straße (mit Brückenneubau)
2006
Teile von H.-Driesch- und F.-Flemming-Straße
#S1, äußerer Abschnitt
2006
Jahnallee (von Leibnizstraße bis Goerdeler Ring)
im Bau
Entlastung der Gustav-Adolf-Straße,
Mehrbelastung der Jahnallee
Rückbaumaßnahmen
Grimmaischer Steinweg
2006
-
#
= Baumaßnahmen des Straßenbauamtes Leipzig
## = Baumaßnahmen der Autobahnämter

 
69
9.3
Direkt wirksame Maßnahmen an
sonstigen Quellen
Die Stadt Leipzig stellt im Rahmen von Bauanträgen,
insbesondere für Großbaustellen, durch Auflagen in der
Baugenehmigung sowie bei Abbruchmaßnahmen durch
Hinweise an den Bauherren weiterhin sicher, dass staub-
förmige Immissionen durch geeignete Maßnahmen auf
ein Mindestmaß reduziert werden. Als solche Maßnah-
men werden u. a. gefordert:
-
ausreichende Befeuchtung der Abbruchmassen
-
minimale Abwurfhöhen von Bauschutt
- Verwendung von Fallrohren und Schuttrutschen
zum Transport von Bauschutt in abgedeckte Behäl-
ter
-
Abdeckung staubender Materialien im Baustellenbe-
reich zur Verhinderung von Abwehungen
- Vermeidung der Verschmutzung anliegender Stra-
ßen, Wege und Plätze durch Baufahrzeuge nach
Verlassen der Baustelle, bzw. umgehende Beseiti-
gung solcher Verschmutzungen.
Der Verstoß gegen die Auflagen der Baugenehmigung
wird als Ordnungswidrigkeit geahndet.
9.4
Unterstützende Maßnahmen
Die Stadt Leipzig beschloss am 23.02.2005 ein Klima-
schutzprogramm mit dem Ziel einer 50%igen Minderung
der pro Kopf bezogenen CO
2
-Emissionen bis 2010 ge-
genüber 1990, das z. B. folgende Maßnahmen enthält:
-
Klimaschutzbelange bei Stadtentwicklung und Bau-
leitplanung (“Stadt der kurzen Wege”) berücksichti-
gen
-
verstärkte Nutzung der Kraft-Wärme-Kopplung und
die Nutzung erneuerbarer Energien
- konzeptionelle Berücksichtigung des Verkehrssek-
tors
- Energieeinsparung an Wohngebäuden, in Industrie
und Gewerbe und an kommunalen Gebäuden
-
Erhöhung des Grünanteils.
Die Erhaltung existierender Luftleitbahnen wird bei der
Bauleitplanung berücksichtigt (Grundlage: Umweltquali-
tätsziele der Stadt Leipzig).
Der Zweckverband für den Nahverkehrsraum Leipzig
(ZVNL) als Aufgabenträger für den schienengebundenen
Personennahverkehr (SPNV) hat in den zurückliegenden
Jahren im Sinne einer Attraktivitätssteigerung des ÖPNV
zahlreiche Vorhaben geplant und gefördert, die zur Ver-
kehrsverlagerung in Richtung des ÖPNV geeignet sind
und somit zur Reduzierung der durch den MIV induzier-
ten Belastungen beitragen. Dies sind:
- Zugangsstellenkonzeption mit Förderung von
P+R/B+R an Bahnhöfen an den auf Leipzig zulau-
fenden Eisenbahnstrecken
- Umsetzung von Taktverdichtungen auf den Zulauf-
strecken nach Leipzig (z. B. Delitzsch-Leipzig, Ei-
lenburg-Leipzig, Grimma-Leipzig)
- Ausbau der Nachtverkehrsangebote im SPNV an
Wochenenden (beginnend ab 2004)

 
70
10
Zusätzliche, mittel- und lang-
fristig angestrebte Maßnahmen
Die folgenden Maßnahmen in den Bereichen
Straßenbau und -nutzung
ÖPNV
Stadtplanung
sowie auf
Einzelgebieten
werden unter dem Vorbehalt, dass die notwendigen
finanziellen Mittel bereitgestellt werden, umgesetzt
12
.
Straßenbau und -nutzung
- Im Rahmen der städtischen Einflussmöglichkeiten
werden innerstädtische Stellplätze weiter verteuert
und gleichzeitig ein attraktives und kostengünstiges
P+R-System ausgebaut.
- Das Anwohnerparken wird weiter umgesetzt (Ziel:
(Minderung des Parksuchverkehrs).
-
Die ÖPNV-Bevorrechtigung wird situationsbezogen
weiter ausgebaut.
- Ein situationsbezogenes LSA-Programm Tempo 30
wird entwickelt.
- Eventuelle Verkehrsverlagerungen im Zusammen-
hang mit der Autobahnmaut werden weiter beobach-
tet (erste Zählungen erbrachten bisher keine Hinwei-
se für eine Verkehrsverlagerung; W
IEDNER (2005)).
In Abhängigkeit vom Ergebnis werden bei Bedarf
Maßnahmen für den Schutz der Innenstadt ergriffen.
- Es wird darauf hingewirkt, den Radverkehrsanteil
am Modal Split weiter zu erhöhen. Das Radver-
kehrskonzept wird umgesetzt, die Radverkehrsinfra-
struktur weiter ausgebaut.
- Straßenbelagsarbeiten werden unter Berücksichti-
gung möglicher Entlastungseffekte für die Immissi-
onssituation priorisiert.
-
Straßenraum und Straßenrand werden verstärkt be-
grünt (Ziel: Vermeidung unbefestigter, vegetations-
loser Flächen).
- Es wird angestrebt, die Verschlechterung des Stra-
ßenzustandes zu vermeiden.
-
In Abhängigkeit vom Eintreffen der prognostizierten
Immissionsbelastung 2010 ist für die dann noch
verbleibenden Straßen mit Grenzwertüberschreitun-
gen eine Lösung durch verkehrslenkende Maßnah-
men zu entwickeln (dauerhafte Verlagerung des
LKW-Verkehrs (außer Anlieger) in bestehende, aus
12
Zusammenfassung von Maßnahmen und deren Aus-
wirkungen: vgl. Kap. 15.7.4
lufthygienischer Sicht unproblematischere Straßen.
- Sobald eine Rechtsverordnung nach § 40 Abs. 3
BImSchG vorliegt, prüft die Stadt Leipzig gebiets-
bezogene Verkehrsbeschränkungen (in hoch belaste-
ten Straßenabschnitten) für nicht emissionsarme
Fahrzeuge.
Umweltverbund/ÖPNV
-
Auf die Umrüstung kommunaler und gewerblicher
Fuhrparks und aller ÖPNV-Busse auf schadstoff-
arme Antriebe (mindestens EURO 4) wird hinge-
wirkt, entsprechende Auflagen bei der Bestellung
von Nahverkehrsleistungen werden geprüft. In ei-
nem ersten Schritt werden 37 LVB-Busse mit Par-
tikelfiltern ausgestattet (Effekt: -0,4 t PM
10
/a) und
vorrangig in Gebieten mit hoher Luftbelastung ein-
gesetzt.
Minderungspotenzial 2015 im Vergleich zu 2003
für die ÖPNV-Busse (Schätzung)
Maßnahme PM
10
in [t]
NO
x
in [t]
Ausrüstung mit Partikelfiltern
-3,7
-60
Umstellung auf Erdgas
-4
-100
- Die Umstellung der Taxis auf schadstoffarme An-
triebe wird unterstützt.
Minderungspotenzial 2015 im Vergleich zu 2003
(Schätzung)
Maßnahme PM
10
in [t]
NO
x
in [t]
Ausrüstung mit Partikelfilter
-1,3
-10
Umstellung auf Erdgas
-2
-20
- Auf die weitere Einführung von barrierefreien
ÖPNV-Fahrzeugen, den weiteren barrierefreien Aus-
bau der Straßenbahn- und Bushaltestellen und die
Umsetzung des Straßenbahnausbauprogramms wird
hingewirkt.
-
Die verstärkte Einführung von ÖPNV-Kombitickets
mit Eintrittskarten im Vorverkauf (Internet, Tou-
ristinfo ...) zu attraktiven Tourismuszielen wie Zoo,
Völkerschlachtdenkmal etc. wird unterstützt. Groß-
veranstalter (ab ca. 5.000 Besucher) sollen zum Ab-
schluss eines ÖPNV-Ticket-Vertrages im MDV-
Verbundgebiet veranlasst werden. Die Entwicklung
von Kombi-Tickets (RegioCard) gemeinsam mit
Tourismusorganisationen kann dazu beitragen, dass
zur Erreichung touristischer Ziele vermehrt ÖPNV-
Verkehrsmittel in Anspruch genommen werden.
-
Die Verbesserung von Mitnahmeangeboten bei Nut-
zung einer ABO-Karte, das verstärkte Marketing
und die Attraktivitätssteigerung hinsichtlich der Nut-

71
zung des Firmenabos sowie die Einführung eines
Familienwochenendtickets in Kombination mit
günstigen Eintrittskarten werden unterstützt. Ebenso
werden die Verbesserung des Zielgruppenmar-
ketings und der Ausbau der Mobilitätsberatung in
der Region (ländlicher Raum) unterstützt.
- Nach Fertigstellung des City-Tunnels (2009) wird
das städtische S-Bahn-Netz optimiert. Es ist damit
zu rechnen, dass die neuen zeitgünstigen Verbin-
dungen insbesondere aus der Region in die Stadt ei-
nen Zuwachs von täglich über 30.000 Beförderungs-
fällen aus lösen werden, wobei sich der Modal Split
im gesamten Untersuchungsgebiet um 3 % zu Guns-
ten des ÖPNV verschiebt (S
TADT LEIPZIG, 1998).
-
Die Stadt Leipzig nimmt im Rahmen ihrer Möglich-
keiten Einfluss auf notwendige Maßnahmen im
Leipziger Umland zur Förderung des Umweltver-
bundes, um diesem Vorrang vor dem motorisierten
Individualverkehr einzuräumen.
-
Für die Förderung des Rad- und Fußgängerverkehrs
werden mindestens 10 % der Haushaltsmittel für
Straßenbau eingesetzt.
- Mobilitätsmanagementinitiativen in Betrieben zur
stärkeren Nutzung des Umweltverbundes und von
Fahrgemeinschaften werden unterstützt.
-
Maßnahmen zum weiteren Ausbau von Car-Sharing-
Angeboten und deren Nutzung werden unterstützt.
Stadtplanung
- Die Möglichkeiten der Einflussnahme über den
Landschaftsplan und den Flächennutzungsplan (z. B.
Immissionsschutzpflanzung, Anlegen von Grünflä-
chen), Revitalisierung von Innenstadtflächen, Ver-
kehrsvermeidung als stadtplanerisches Leitziel
(Stadt der kurzen Wege) sind zu nutzen.
- Im räumlichen Geltungsbereich des Bebauungspla-
nes dürfen nur schadstoffarme Brennstoffe zur Be-
heizung von Gebäuden eingesetzt werden. Der Ein-
satz fester Brennstoffe ist nur zulässig, wenn bei der
Verbrennung folgender maximaler Schadstoffwert
eingehalten wird:
Staub:
50 mg/m³ Abgasvolumenstrom
(bezogen auf 13 Volumenprozent Sauerstoffgehalt
im Abgas; Herstellerangabe) (FRL I
MMISSIONS- UND
KLIMASCHUTZ, 2005)
Einzelgebiete
- Im Bereich der genehmigungsbedürftigen Anlagen
wird geprüft, ob in Genehmigungsverfahren (z. B.
bei relevanten Kapazitätserweiterungen an sensiblen
Standorten) durch die Anlagenbetreiber freiwillige
13
Maßnahmen ergriffen werden können, die über den
Stand der Technik i. S. des BImSchG hinausgehen.
Insbesondere betrifft das Maßnahmen in den in den
Karten im Kap. 15.4.2.2 (Ausbreitungsrechnung für
die größten PM
10
- und NO
x
-Emittenten) dargestell-
ten Gebieten.
- Nass-Straßenreinigung im Baustellenbereich wird
nach Beurteilung durch die zuständige Behörde der
Stadt (Feststellung im Rahmen der Überwachungstä-
tigkeit) veranlasst.
- Bei großen Baustellen wird geprüft, ob Reifen-
waschanlagen und vorübergehende Zuwegungen mit
Asphaltdecke festzulegen sind.
-
Desweiteren wird bei öffentlichen Bauaufträgen der
Stadt Leipzig darauf hingewirkt, dass emissionsarme
Baumaschinen und -fahrzeuge zum Einsatz kom-
men.
-
Die gasbetriebenen Müllfahrzeuge werden vorrangig
in Gebieten mit hoher Luftbelastung eingesetzt.
13
Eine Rechtsgrundlage zur Verpflichtung der Betreiber
ist nicht vorhanden.

 
72
11
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gungen, Geräusche, Erschütterungen und
ähnliche Vorgänge (Bundes-Immissions-
schutzgesetz - BImSchG), i. d. F. der
Bekanntmachung vom 26.09.2002
(BGBl. I S. 3830), zuletzt geändert
durch Gesetz vom 22.12.2004 (BGBl. I
S. 3704).
4
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BImSchV
Vierte Verordnung zur Durchführung des
Bundes-Immissionsschutzgesetzes (Ver-
ordnung über genehmigungsbedürftige
Anlagen) i. d. F. der Bekanntmachung
vom 14.03.1997 (BGBl. I S. 504), zuletzt
geändert durch Verordnung vom
23.12.2004 (BGBl. I S. 3758).
11. BImSchV Elfte Verordnung zur Durchführung des
Bundes-Immissionsschutzgesetzes (Ver-
ordnung über Emissionserklärungen und
Emissionsberichte) vom 29.04.2004
(BGBl. I S. 694).
22. BImSchV Zweiundzwanzigste Verordnung zur
Durchführung des Bundes-Immissions-
schutzgesetzes (Verordnung über Immis-
sionswerte für Schadstoffe in der Luft)
vom 11.09.002 (BGBl. I S. 3626), zuletzt
geändert durch Verordnung vom
13.07.2004 (BGBl. I S. 1612).
TA Luft
Erste Allgemeine Verwaltungsvorschrift
zum Bundes-Immissionsschutzgesetz
(Technische Anleitung zur Reinhaltung
der Luft) vom 24.07.2002 (GMBl.
S. 511).

 
74
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nisteriums für Umwelt und Lan-
desentwicklung über Zuständigkeiten zur
Ausführung des Bundes-Immissions-
schutzgesetzes, des Benzinbleigesetzes
und der aufgrund dieser Gesetze ergan-
genen Verordnungen (Zuständigkeits-
verordnung Immissionsschutz -
ImSchZuV) i. d. F. der Bekanntmachung
vom 05.04.2005 (Sächs. GVBl. Nr. 3,
S. 82).
FRL I
MMISSIONS- UND KLIMASCHUTZ, 2005:
Richtlinie des Sächsischen Staatsministe-
riums für Umwelt und Landwirtschaft
über die Gewährung von Fördermitteln
für Vorhaben des Immissions- und Kli-
maschutzes einschließlich der Nutzung
erneuerbarer Energien im Freistaat Sach-
sen vom 28. November 2001 (SächsABl.
2002 S. 16; 3. Januar) geändert durch RL
vom 16. März 2005 (SächsABl. S. 322)
mit Wirkung vom 22. April 2005
12
Tabellenverzeichnis
Seite
Tab. 1:
Luftmessstationen im Plangebiet.......................8
Tab. 2: Immissionsgrenzwerte und
Toleranzmargen nach 22. BImSchV..................9
Tab. 3: Kenngrößen der Luftqualität im
Plangebiet im Jahr 2003.....................................9
Tab. 4: Flächennutzungsarten in der Stadt
Leipzig (Quelle: Städtisches
Vermessungsamt,
http://www.leipzig.de,
23.02.2004) ...................................................... 10
Tab. 5: Zielwerte für die Außenluft (Werte in
μg/m
3
; CO mg/m
3
) (STADT LEIPZIG,
2003 a).............................................................14
Tab. 6: Standard: Orientierungswerte für den
Modalsplit in [%] (S
TADT LEIPZIG, 2003
a) ...................................................................... 15
Tab. 7: Zielwerte für die maximale
durchschnittliche Versiegelung von
zusammenhängenden Stadtgebieten mit
gleicher baulicher Nutzung (S
TADT
LEIPZIG, 2003 a)...............................................15
Tab. 8: Zielwerte für die Reduzierung der
Emissionen pro Kopf der Bevölkerung ............16
Tab. 9: Luftmessstationen außerhalb des
Plangebietes......................................................18
Tab. 10: Beurteilungswerte für NO
2
-
Jahresmittelwerte nach 22. BImSchV ..............19
Tab. 11: Jahresmittelwerte für NO
2
................................19
Tab. 12: Beurteilungswerte für PM
10
-
Jahresmittelwerte nach 22. BImSchV ..............20
Tab. 13: Jahresmittelwerte der PM
10
-
Konzentration ...................................................21
Tab. 14: Beurteilungswerte für PM
10
-
Konzentrationsüberschreitungen nach
22. BImSchV....................................................22
Tab. 15: Anzahl der Überschreitungstage für
Partikel PM
10
nach 22. BImSchV.....................22
Tab. 16: Anzahl der Tage mit Konzentrationen
größer 50 μg/m³ für Partikel PM
10
...................22
Tab. 17: Jahresmittelwerte für Partikel PM
2
,
5
................24
Tab. 18: Emissionen aus Industrie und Gewerbe in
Leipzig 2000 bis 2002......................................26
Tab. 19: Erklärungspflichtige Anlagen und deren
Emissionen in Leipzig im Jahr 2000 ................26
Tab. 20: Verkehrsemissionen in Leipzig 2000 bis
2002..................................................................28
Tab. 21: PM
10
-Emissionen durch die
Landwirtschaft in Leipzig 2000 bis 2002.........29
Tab. 22: Emissionen 2000 bis 2002 im Stadtgebiet
Leipzig..............................................................30
Tab. 23: Emissionen 2000 bis 2002 in Sachsen..............32
Tab. 24: NO
x
- und PM
10
-Gesamtemission
angrenzender Kreise in Sachsen-Anhalt
im Jahr 2000 (modifiziert nach
A
LBRECHT & TILLER, 2004).............................33
Tab. 25: Beitrag des Ferntransportes an der PM
10
-
Immission an den 2 kritischen Messorten
in Leipzig (Orientierung)..................................34
Tab. 26: Beitrag des Ferntransportes an der NO
2
-

75
Immission an den 2 kritischen Messorten
in Leipzig (Orientierung)................................. 35
Tab. 27: Immissionsbeiträge an der Station
Leipzig-Lützner Straße 2001, gegliedert
nach Herkunftsgebiet (Orientierung)............... 37
Tab. 28: Beiträge der Quellen im Plangebiet
(Orientierung).................................................. 37
Tab. 29: PM
10
-Zuwachsraten an
niederschlagslosen Tagen (Quelle: A
NKE
ET AL
., 2004).................................................... 39
Tab. 30: Vergleich der Jahresmittelwerte aus
Messung und Modellierung für 2001 .............. 40
Tab. 31: Vergleich der Jahresmittelwerte aus
Messung und Modellierung für 2003 .............. 41
Tab. 32: Witterungscharakteristiken der Monate
2003*).............................................................. 43
Tab. 33: Die meteorologischen Bedingungen von
1998 bis 2004*................................................. 43
Tab. 34: Trend der NO
2
- und PM
10
- Immissionen
(Leipzig-Mitte)................................................ 46
Tab. 35: Schätzung der unter durchschnittlichen
meteorologischen Bedingungen
ermittelten Konzentrationen
(Jahresmittelwerte für Leipzig-Mitte;
Annahme: Trend der vergangenen Jahre
bleibt erhalten)................................................. 46
Tab. 36: NO
2
-Beiträge gegliedert nach
Herkunftsgebiet für Leipzig-Mitte 2001
(modelliert)...................................................... 47
Tab. 37: PM
10
-Beiträge gegliedert nach
Herkunftsgebiet für Leipzig-Mitte 2001
(modelliert)...................................................... 48
Tab. 38: Analyse des mittleren Wochengangs für
Leipzig-Mitte (2003) ....................................... 52
Tab. 39: Trend der NO
2
- und PM
10
- Immissionen......... 53
Tab. 40: Vergleich von Schätzwert, der unter
durchschnittlichen meteorologischen
Bedingungen ermittelten
Konzentrationen und Messwerte für 2003
und 2004 (Jahresmittelwerte; Leipzig-
Lützner Straße)................................................ 53
Tab. 41: Fahrzeug-Belastungen auf der Lützner
Straße (Stichprobenzählungen, Angaben
für DTV Montag bis Freitag, LKW > 2,8
t; S
TADT LEIPZIG, 2004 b)................................54
Tab. 42: NO
2
-Beiträge gegliedert nach
Herkunftsgebiet für Leipzig-Lützner