image
Bildung in Sachsen - Ausgabe 2019
Statistisch betrachtet
STATISTISCHES
LANDESAMT
Statistisch betrachtet

Nichts vorhanden (genau Null)
weniger als die Hälfte von 1 in der letzten
besetzten Stelle, jedoch mehr als nichts
Angabe fällt später an
Zahlenwert nicht sicher genug
Zahlenwert unbekannt oder geheim zu halten
Tabellenfach gesperrt, weil Aussage nicht sinnvoll
Aussagewert ist eingeschränkt
vorläufige Zahl
berichtigte Zahl
geschätzte Zahl
-
0
...
/
.
x
()
p
r
s
Zeichenerklärung
Allen Rechnungen liegen die ungerundeten Werte zugrunde. In einzelnen Fällen können bei der Summenbildung geringe
Abweichungen entstehen, die in Abbildungen und Tabellen auf ab- bzw. aufgerundete Einzelangaben zurückzuführen sind.

Inhalt
Seite
6
7
10
12
16
18
19
23
25
28
29
31
33
Abbildungen und Tabellen
Einleitung
Bildungsbeteiligung und Bildungsstand der Bevölkerung
Kindertagesbetreuung
Allgemeinbildende Schulen
Berufsbildende Schulen
Berufsbildung
Hochschulen
Weiterbildung
Personal
Lehrerinnen- und Lehrernachwuchs
Bildungsfinanzen
Bundesvergleich
Glossar

Abbildungen und Tabellen
Seite
Bevölkerung und Bildungsbeteiligung 2018
Das Bildungssystem im Freistaat Sachsen (vereinfachte Darstellung ohne Zweiten Bildungsweg)
Betreuungsquote 2010, 2015, 2018 und 2019
Kinder in Kindertageseinrichtungen am 1. März 2019 nach Art der Einrichtung
Schülerinnen und Schüler an allgemeinbildenden Schulen nach Schularten
Absolventinnen und Absolventen/Abgängerinnen und Abgänger sowie Schulanfängerinnen und Schulanfänger an
allgemeinbildenden Schulen
Anteil der Schülerinnen und Schüler an Schulen in freier Trägerschaft nach ausgewählten Schularten
Übergänge der Schülerinnen und Schüler sowie Wechslerinnen und Wechsler im Schuljahr 2018/19 nach ausgewählten
Schularten
Veränderung der Zahl der Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf in den Schuljahren 2010/11
bis 2018/19 zum Basisjahr 2009/2010
Absolventinnen und Absolventen/Abgängerinnen und Abgänger an allgemeinbildenden Schulen nach Abschlussarten
und Geschlecht
Schülerinnen und Schüler an berufsbildenden Schulen nach Schularten
Neuanfängerinnen und Neuanfänger an berufsbildenden Schulen nach allgemeinbildender Vorbildung
Absolventinnen und Absolventen/Abgängerinnen und Abgänger an berufsbildenden Schulen nach Abschlussarten
und Geschlecht
Auszubildende mit neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen 2018 nach Ausbildungsbereichen und schulischer
Vorbildung
Studienberechtigtenquote und Studienanfängerinnen- und -anfängerquote für Studienanfängerinnen und
Studienanfänger mit Erwerb der Hochschulzugangsberechtigung in Sachsen 2009 bis 2017
Entwicklung der Studienanfängerinnen und Studienanfänger, Studierenden sowie Absolventinnen und Absolventen
2009 bis 2018
Studierende an den Hochschulen 2018 nach Fächergruppen
Studierende an der Berufsakademie in Sachsen 2018 nach Geschlecht und Studienbereichen
Schulen des zweiten Bildungsweges nach Schularten
Gasthörende im Wintersemester 2018/19 nach Fächergruppen der ersten Fachrichtung
Personal in ausgewählten Bildungseinrichtungen 2018 nach Altersgruppen
Wissenschaftliches und künstlerisches Personal an den Hochschulen 2018 nach Fächergruppen
7
9
10
11
12
13
13
14
14
15
16
17
17
18
19
20
21
21
23
24
25
27
Abbildungen
Abb. 1
Abb. 2
Abb. 3
Abb. 4
Abb. 5
Abb. 6
Abb. 7
Abb. 8
Abb. 9
Abb. 10
Abb. 11
Abb. 12
Abb. 13
Abb. 14
Abb. 15
Abb. 16
Abb. 17
Abb. 18
Abb. 19
Abb. 20
Abb. 21
Abb. 22

Seite
28
30
30
8
11
12
16
18
20
23
26
29
29
30
32
Absolventinnen und Absolventen mit bestandener Zweiter Staatsprüfung 2009, 2013, 2017 und 2018 nach Art
des Lehramtes
Nach dem Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz Geförderte
Durchschnittlicher BAföG Förderungsbetrag pro Kopf und Monat
Bevölkerung im Alter von 15 und mehr Jahren 2010, 2015 und 2018 nach Art des höchsten allgemeinbildenden
Schul- sowie berufsbildenden oder Hochschulabschlusses
Kinder in Tageseinrichtungen und öffentlich geförderter Tagespflege 2019
Schulen, Schülerinnen und Schüler im Schuljahr 2018/19
Schülerinnen und Schüler im Schuljahr 2018/19 nach Schularten und Zeitform des Unterrichts
Auszubildende, neu abgeschlossene Ausbildungsverträge, vorzeitig gelöste Ausbildungsverträge und Abschlussprüfungen
2018 nach Ausbildungsbereichen
Studienanfängerinnen und Studienanfänger, Absolventinnen und Absolventen 2018 sowie Studierende im Wintersemester
2018/19 nach der Art der Bildungseinrichtung
Teilnehmerinnen und Teilnehmer in ausgewählten Einrichtungen zur Weiterbildung 2018
Pädagogisches, Leitungs- und Verwaltungspersonal sowie Lehrpersonal in ausgewählten Bildungseinrichtungen 2018
nach Geschlecht und Beschäftigungsumfang
Ausgaben für öffentliche Schulen je Schülerin und Schüler im Haushaltsjahr 2016 nach Schularten
Ausgaben und Einnahmen der Hochschulen 2017
Geförderte und finanzieller Aufwand nach dem BAföG und AFBG 2018
Sachsen und Deutschland im Vergleich 2018
Abbildungen
Abb. 23
Abb. 24
Abb. 25
Tabellen
Tab. 1
Tab. 2
Tab. 3
Tab. 4
Tab. 5
Tab. 6
Tab. 7
Tab. 8
Tab. 9
Tab. 10
Tab. 11
Tab. 12

Das sächsische Bildungssystem bietet für jeden Einzelnen die Möglichkeit entsprechend seiner Neigungen
und Begabungen seine individuellen Bildungsziele zu verfolgen. Vielfalt, Durchlässigkeit und Anschlussfä-
higkeit sind zentrale Merkmale des sächsischen Schulsystems.
Sachsen belegte beim Bildungsmonitor 2019 zum 14. Mal in Folge die Spitzenposition. Auch die 2018 veröf-
fentlichten Ergebnisse des Bundesländer-Leistungsvergleichs des Instituts zur Qualitätsentwicklung im Bil-
dungswesen im Rahmen der Gesamtstrategie zum Bildungsmonitoring der Kultusministerkonferenz zeigen
das hervorragende Abschneiden der sächsischen Schüler. Für die Qualitätssicherung und Weiterentwicklung
der Bildungseinrichtungen ist die regelmäßige Bereitstellung von Informationen über die Ergebnisse und
Prozesse schulischer Bildung Voraussetzung.
Diese Veröffentlichung liefert anhand ausgewählter statistischer Ergebnisse einen Überblick zum Bereich
Bildung. Angefangen von der Betreuung unserer Jüngsten in Kindertageseinrichtungen bis hin zur
berufli-
chen Ausbildung und des Studiums an den sächsischen Hochschulen sowie der Qualifikation der
erwachse-
nen Bevölkerung und deren Weiterbildung. Informiert wird über die Entwicklung der Zahl der Schülerinnen
und Schüler sowie der Absolventinnen und Absolventen in allgemein- und berufsbildenden Schulen, das
Berufs- bzw. Ausbildungswahlverhalten der Jugendlichen sowie das Vorhandensein personeller Kapazitäten
in den unterschiedlichen Bildungseinrichtungen. Ergänzt werden diese Angaben mit Aussagen zu Bil-
dungsfinanzen und Ergebnissen zur finanziellen Förderung ausgewählter Bildungsmaßnahmen. Außerdem
liefert eine Übersicht mit einer Auswahl von Indikatoren für Sachsen und Deutschland die Möglichkeit eines
Bundesvergleiches.
Die in der vorliegenden Veröffentlichung dargestellten Ergebnisse basieren auf verschiedenen amtlichen Sta-
tistiken, insbesondere der Schul- und Hochschulstatistik, der Berufsbildungsstatistik und der Kinder- und
Jugendhilfestatistik.
Einleitung
Von der Kita bis zur Hochschule – Bildung im Fokus
der Statistik
© Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen | Bildung in Sachsen - Ausgabe 2019 |
6

Bildungsbeteiligung und Bildungsstand
der Bevölkerung
Deutlicher Bevölkerungsrückgang der 6- bis
unter 25-Jährigen
Ende 2018 lebten in Sachsen ca. 4,08 Millionen
Menschen. Dies waren rund 350 000 Men-
schen bzw. fast 8 Prozent weniger als im
Jahr 2000. Die Entwicklung der Bevölke-
rungszahl ist durch einen rückläufigen Trend
gekennzeichnet, seit 2011 fällt dieser jedoch
moderater aus. 2014 und 2015 konnte Sach-
sen sogar einen leichten Bevölkerungsanstieg
verzeichnen.
Durch den leichten Geburtenanstieg, der seit
Ende der 1990er Jahre anhält sowie durch po-
sitive Wanderungssalden in den letzten
Jah-
ren für den Freistaat Sachsen, stieg die Zahl
der unter 6-Jährigen in den Jahren von 2000
bis 2018 um 28 Prozent an. Die Altersgruppe
der 6- bis unter 16-Jährigen verringerte sich
in diesem Zeitraum um etwas über 19 Prozent.
Die Zahl der 16- bis unter 25-Jährigen sank
um 42 Prozent (siehe auch Abb. 1).
Bildungsbeteiligung beginnt mit frühkindlicher
Bildung
Zum
Stichtag
1. März 2019
waren
fast
192 000 noch nicht eingeschulte Kinder in ei-
ner Kindertagesbetreuung gemeldet. Mehr als
die Hälfte der unter 3-Jährigen und 92 Pro-
zent der 3- bis unter 6-Jährigen besuchten
eine Kindertageseinrichtung oder wurden
von einer Tagesmutter oder einem Tagesva-
ter versorgt. Im allgemeinbildenden Schul-
bereich beginnt für alle sechsjährigen Kinder
die Vollzeitschulpflicht von 9 Schuljahren.
Für alle Kinder und Jugendlichen mit Wohn-
sitz in Sachsen im Alter von 7 bis 15 Jahren
wird damit eine nahezu hundertprozentige
Bildungsbeteiligung erreicht. Bis zum Alter
von 10 Jahren wird der größte Teil der Kin-
der an den Grund- und Förderschulen auf
den weiterführenden Bildungsweg vorberei-
tet. Im Anschluss daran besuchten 2018 über
die Hälfte (knapp 55 Prozent) der Kinder und
Abb. 1 Bevölkerung und Bildungsbeteiligung 2018
1) An Hochschulen und an den Studienakademien der Berufsakademie.
2) Einschließlich Schulen des zweiten Bildungsweges.
30
20
10
0
0
10
20
30
Studierende
1)
mit Erwerb der
HZB in Sachsen
Schülerinnen und Schüler an
berufsbildenden Schulen
Schülerinnen und Schüler an
allgemeinbildenden Schulen
2)
Kinder in der
Kindertagesbetreuung
Studierende
1)
mit Erwerb der
HZB außerhalb von Sachsen
Bevölkerung
männlich
Tausend Personen
weiblich
Alter in Jahren
1
3
5
7
9
11
13
15
17
19
21
23
25
27
29
31
33
35
© Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen | Bildung in Sachsen - Ausgabe 2019 |
7

Jugendlichen im Alter von 11 bis 15 Jahren
eine Oberschule, knapp 39 Prozent ein
Gym-
nasium und etwas über 6 Prozent eine
Förder-
schule. Im Vergleich zum Jahr 2009 nahm der
Anteil der 11- bis 15-Jährigen, die ein Gym-
nasium besuchten, um gut 3 Prozentpunkte
ab. Diese Entwicklung war unter anderem auf
die Veränderung der Zugangsbedingungen für
das Gymnasium in den Schuljahren 2010/11
und 2017/18 zurückzuführen. 2017/18
wur-
den die Zugangskriterien für das Gymnasium
dahingehend geändert, dass keine Bildungs-
empfehlung mehr notwendig ist.
Knapp die Hälfte der 18- bis 19-Jährigen
sind in Ausbildung
Ein Drittel der 16- bis 17-Jährigen lernte
2018 an einem allgemeinbildenden Gymna-
sium. Fast 40 Prozent befanden sich in der
beruflichen Ausbildung oder am beruflichen
Gymnasium. Viel höher lag dieser Anteil mit
49 Prozent in der Altersgruppe der 18- bis
19-Jährigen. Im Wintersemester 2018/19 wa-
ren rund 83 000 Studierende im Alter von 19
bis 27 Jahren an einer sächsischen Hochschu-
le bzw. Studienakademie oder Berufsakademie
eingeschrieben.
Anteil der Bevölkerung mit Fachhochschul-
und Hochschulreife nimmt zu
Gegenüber 2010 ist 2018 der Anteil der Bevöl-
kerung ab 15 Jahre, die die Schulausbildung
mit einem Realschulabschluss oder einem
vergleichbaren Abschluss beendet hatten, um
mehr als 4 Prozentpunkte auf gut 45 Prozent
gestiegen. Erhöht hat sich auch der Anteil de-
rer mit Fachhochschul- und Hochschulreife.
2018 traf das auf 27,5 Prozent der
Bevölke-
rung zu. Das waren 4,6 Prozentpunkte mehr
als 8 Jahre zuvor.
Anteil der Bevölkerung ohne beruflichen
Ausbildungsabschluss sinkt
Leicht rückläufig ist der Anteil der
Bevölke-
rung mit einem beruflichen Abschluss. 2018
wurden gut 69 Prozent, 1,5
Prozentpunk-
te weniger als 2010, erreicht. Im gleichen
Zeitraum ging der Anteil der Personen ohne
beruflichen Ausbildungsabschluss, die sich
auch nicht in einer Ausbildung befanden, um
fast 2 Prozentpunkte auf etwas weniger als
7 Prozent zurück. 2018 waren 235 900
Perso-
nen ohne beruflichen Abschluss und nicht in
Ausbildung. Darunter waren mehr als die
Hälfte Frauen (57 Prozent).
54 Prozent mit Lehr- oder Berufsfach-
schulabschluss
Wie in den vergangenen Jahren hat auch 2018
der Abschluss einer Lehrausbildung bzw.
Be-
rufsfachschule die größte Bedeutung bei der
beruflichen Qualifikation. Das betraf 54 Prozent
aller Personen im Alter von 15 und mehr Jahren.
Im Vergleich zu 2010 waren das mehr als 2
Pro-
zentpunkte weniger (siehe auch Tab. 1).
1 000
%
1 000
%
1 000
%
I
n
s
g
e
s
ma
t
3
507
,
5
100
3
552,4
100
3
480,9
100
Volks-/Hauptschule/8. und 9. Klasse der POS
4)
1 226,5
33,1
940,7
26,5
774,4
22,2
Realschule/10. Klasse der POS
4)
1 523,2
41,1
1 547,3
43,6
1 585,2
45,5
Fachhochschul-/Hochschulreife
846,8
22,9
920,5
25,9
958,0
27,5
O
h
n
e
S
hc
u
l
ba
s
hc
l
u
s
s
4
5,9
1,3
53,9
1,5
68,9
2,0
darunter beruflicher Ausbildungsabschluss
5)
Beruflicher Ausbildungsabschluss
6)7)
2 628,9
70,9
2 499,1
70,3
2 414,1
69,4
Lehrausbildung, Berufsfachschule
2 091,1
56,4
1 974,5
55,6
1 878,6
54,0
Meister-/Technikerausbildung, Fachschule
537,8
14,5
524,6
14,8
535,6
15,4
Hochschulabschluss
8)
507,4
13,7
578,5
16,3
597,6
17,2
Ohne beruflichen Ausbildungsabschluss
9)
319,5
8,6
242,7
6,8
235,9
6,8
1) Ergebnisse des Mikrozensus.
2) Ohne Personen in Gemeinschaftsunterkünften.
3) Ohne Schüler an allgemeinbildenden Schulen sowie ohne Personen, die keine Angaben zu Vorhandensein oder Art des allgemeinbildenden
Schulabschlusses gemacht haben.
4) Polytechnische Oberschule.
5) Ohne Personen, die keine Angaben zu Vorhandensein oder Art des beruflichen Ausbildungsabschlusses gemacht haben.
6) Lehrausbildung, Berufsfachschule: einschl. Anlernausbildung, berufliches Praktikum der Geburtsjahrgänge bis 1953; einschließlich Kolleg-
schule, 1-jährige Schule für Gesundheits- und Sozialberufe, Vorbereitungsdienst für den mittleren Dienst in der öffentlichen Verwaltung.
7) Fachschule: einschl. 2- oder 3-jährige Schule für Gesundheits- u. Sozialberufe, Ausbildungsstätten für Erzieher, Fachakademie.
8) Einschließlich Fachhochschulabschluss, Ingenieurschulabschluss, Abschluss Berufsakademie, Verwaltungsfachhochschule und Promotion.
9) Einschließlich Anlernausbildung, berufliches Praktikum der Geburtsjahrgänge ab 1954, Berufsvorbereitungsjahr; ohne Personen in
allgemeinbildender oder beruflicher Ausbildung.
Tab. 1 Bevölkerung im Alter von 15 und mehr Jahren 2010, 2015 und 2018 nach Art des
höchsten allgemeinbildenden Schul-, berufsbildenden oder Hochschulabschlusses
1)
Abschluss
2010
2015
2018
2)
darunter allgemeinbildender Schulabschluss
3)
© Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen | Bildung in Sachsen - Ausgabe 2019 |
8

Abb. 2 Das Bildungssystem im Freistaat Sachsen (vereinfachte Darstellung ohne Zweiten Bildungsweg)
14
13
12
11
10
9
8
7
6
5
4
3
2
1
Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Kultus, eigene Bearbeitung
Förderschule
Grundschule
Klassenstufen 1 bis 4
Frühkindliche Bildung, Erziehung und Betreuung
Abitur
Gymnasium
Klassen- bzw.
Jahrgangs-
stufen
10 bis 12
Berufsfach-
schule
Realschulabschluss
Förderschule
Hauptschulabschluss
Gymnasium
Klassenstufen
7 bis 9
Oberschule
Klassenstufen 7 bis 9 bzw. 10
Abitur
Berufliches
Gymnasium
Berufsbildende
Förderschule
Fachober-
schule
Berufsschule
(duale Ausbildung,
BVJ, BGJ)
Berufsfach-
schule
Fachober-
schule
Berufstätigkeit
Schulbesuchsjahre
Fachober-
schule
Fachober-
schule
Fachober-
schule
Klassen mit orientierender Funktion
Klassenstufen 5 bis 6
Fachhochschule, Berufsakademie
Universität
Kunsthochschule
Fachhochschule
Verwaltungsfachhochschule
Berufsakademie
Fachschule
Fachschule
Fachschule
Fachschule
Berufstätigkeit
Berufstätigkeit
Berufstätigkeit
© Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen | Bildung in Sachsen - Ausgabe 2019 |
9

Kindertagesbetreuung
Knapp 70 Prozent der Kindertageseinrich-
tungen für Kinder aller Altersgruppen
Im März 2019 standen in Sachsen 3 007
Ta-
geseinrichtungen für die Betreuung von Kin-
dern unter 14 Jahren zur Verfügung. Darunter
waren 38 Kinderkrippen, 218 Kindergärten,
666 Horte, 1 316 Tageseinrichtungen mit
alterseinheitlichen Gruppen und 172 Tages-
einrichtungen mit altersgemischten Gruppen
vertreten. Außerdem gab es 597 Einrichtun-
gen mit alterseinheitlichen und altersge-
mischten Gruppen (siehe auch Abb. 4).
In freier Trägerschaft befanden sich 2019
über die Hälfte der Kindertageseinrichtungen
(1 725 bzw. gut 57 Prozent). Der Deutsche
Paritätische Wohlfahrtsverband überwog bei
den freien Trägern. Er betrieb 30 Prozent der
Einrichtungen. 1 282 Einrichtungen (knapp
43 Prozent) befanden sich in öffentlicher
Trä-
gerschaft. Seit 2009 hat sich die Anzahl der
Kindertageseinrichtungen um fast 11 Prozent
erhöht. Dabei ist der Anteil der öffentlichen
Träger um über 4 Prozentpunkte gesunken
und der der freien Träger um gut 4
Prozent-
punkte gestiegen.
Knapp 64 Prozent der sächsischen Kinder in
Kindertagesbetreuung
Im März 2019 wurden in Sachsen insgesamt
322 458 Kinder unter 14 Jahren in einer Kin-
dertageseinrichtung oder in
Kindertagespfle-
ge betreut. Das waren 4 356 bzw. reichlich
ein Prozent mehr Kinder als noch im Vorjahr
und 72 907 bzw. gut 29 Prozent mehr als
2009. Damit wurde in Sachsen 2019 eine Be-
treuungsquote von knapp 64 Prozent für
Kin-
der unter 14 Jahren erreicht.
Fast 98 Prozent der Kinder besuchten eine
der 3 007 Tageseinrichtungen. 2 Prozent bzw.
7 593 Kinder wurden von Tagesmüttern oder
-vätern betreut. Die Eltern von 10 Kindern nah-
men sowohl die Tageseinrichtung, die
Ganz-
tagsschule als auch die Tagespflege in Anspruch.
Betreuungsquoten der unter 6-Jährigen im
Vergleich zu 2010 gestiegen
58 186 Kinder unter 3 Jahren besuchten eine
Kindertageseinrichtung oder waren in öf-
fentlich geförderter Tagespflege. Das waren
gut 52 Prozent aller Kinder in dieser
Alters-
gruppe. Damit stieg die Betreuungsquote
der unter 3-Jährigen gegenüber 2010 um
mehr als 12 Prozentpunkte und im Vergleich
zum Vorjahr um gut einen Prozentpunkt. Von
den Kindern im Alter von 3 bis unter 6 Jah-
ren waren 106 809 Mädchen und Jungen in
Kindertagesbetreuung. Die Betreuungsquote
aller Kinder dieser Altersgruppe betrug somit
knapp 95 Prozent. Das waren 0,3
Prozent-
punkte weniger als 2018 und genauso viele
wie 2010 (siehe auch Abb. 3).
Mehr Kinder in Kindertageseinrichtungen
In Kindertageseinrichtungen wurden 2019
314 875 Kinder betreut. Das waren 4 338 Kinder
bzw. über ein Prozent mehr als im Vorjahr und
70 022 bzw. fast 29 Prozent mehr als im Jahr
2009. Betreut wurden mehr Jungen (161 733
bzw. über 51 Prozent) als Mädchen (153 142
bzw. 49 Prozent) (siehe auch Tab. 2).
Von den in Tageseinrichtungen betreuten Kin-
dern waren über 16 Prozent jünger als drei Jahre,
gut 42 Prozent waren drei Jahre und älter,
je-
doch noch keine Schulkinder. Knapp 42 Prozent
der betreuten Kinder gingen neben der Schule
noch in den Hort. 30 838 bzw. fast 10 Prozent
der Kinder in den Kindertageseinrichtungen
hatten einen Migrationshintergrund.
0
20
40
60
80
100
unter 3
3 - 6
6 - 11
2010
2015
2018
2019
Abb. 3 Betreuungsquote 2010, 2015, 2018 und 2019
Alter von … bis unter … Jahren
Prozent
© Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen | Bildung in Sachsen - Ausgabe 2019 |
10

Über 83 Prozent der Nichtschulkinder (152 817)
wurden 40 Stunden und mehr pro Woche be-
treut. Bei Schulkindern waren die Betreuungs-
zeiten kürzer. Knapp 56 Prozent Schulkinder
waren bis zu 25 Stunden pro Woche und über
44 Prozent mehr als 25 Stunden pro Woche in
der Einrichtung.
An der Mittagsversorgung nahmen gut 90 Pro-
zent aller Kinder in den Einrichtungen teil,
knapp 99 Prozent der Nichtschulkinder und
mehr als 78 Prozent der Schulkinder. Bei den
Schulkindern war es im Vergleich zum Vorjahr
gut ein Prozentpunkt weniger.
Für insgesamt 5 436 behinderte Kinder mit
erhöhtem Förderbedarf standen Plätze in
1 181 integrativen Tageseinrichtungen bzw.
14 Tageseinrichtungen für behinderte Kinder
zur Verfügung.
Tagesmütter und –väter hauptsächlich für
Kinder unter 3 Jahren gefragt
Im Jahr 2019 wurden in Sachsen 7 583 Kinder
in öffentlich geförderter Tagespflege betreut.
Das waren 13 mehr als 2018 und 2 757 Kinder
bzw. 57 Prozent mehr als 2009.
7 281 bzw. fast 96 Prozent der Kinder
wa-
ren im Alter bis unter 3 Jahren, 300 bzw.
knapp 4 Prozent im Kindergartenalter und 6
im schulpflichtigen Alter bis unter 14 Jahre.
Fast alle der Mädchen und Jungen erhielten
an fünf Tagen in der Woche eine Betreuung.
Für 12 Kinder waren die
Tagespflegeperso-
nen auch am Wochenende tätig. Die meisten
Kinder (7 102 bzw. fast 94 Prozent)
verbrach-
ten mehr als 35 Stunden pro Woche bei den
Tagesmüttern oder -vätern. 99 Prozent der
Kinder in öffentlich geförderter Kinderta-
gespflege erhielten eine Mittagsverpflegung
(siehe auch Tab. 2).
Abb. 4 Kinder in Kindertageseinrichtungen am 1. März 2019 nach Art der Einrichtung
Abb. 4
in Prozent
64,5
31,2
3,7
0,5
mit Kindern im Alter von … bis
unter … Jahren
unter 3
2 bis 8 (ohne Schulkinder)
5 bis 14 (nur Schulkinder)
Kinder aller Altersgruppen
mit altersgemischten Gruppen
mit alterseinheitlichen und
altersgemischten Gruppen
mit alterseinheitlichen Gruppen
7,4
30,6
62,1
Kinder aller
Altersgruppen
Im Alter von … bis
unter … Jahren
Insgesamt
1)
Tages-
einrichtungen
Öffentlich geförderte
Tagespflege
1)
unter 3
58 186
50 905
7 281
3 - 6
106 809
106 509
300
6 - 11
154 099
154 097
2
11 - 14
3 364
3 364
-
Insgesamt
322 458
314 875
7 583
Betreuungsquote
2)
unter 3
52,3
45,7
6,6
3 - 6
94,9
94,6
0,3
6 - 11
84,8
84,8
0,0
11 - 14
3,3
3,3
-
Insgesamt
63,6
62,1
1,5
Tab. 2 Kinder in Tageseinrichtungen und öffentlich geförderter Tagespflege 2019
Kinder
Besuchsquote
2)
1) Ohne Doppelzählung.
2) Anzahl der betreuten Kinder je 100 Kinder der gleichen Altersgruppe.
© Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen | Bildung in Sachsen - Ausgabe 2019 |
11

Allgemeinbildende Schulen
Zahl der Schülerinnen und Schüler an all-
gemeinbildenden Schulen steigt weiter an
Im Schuljahr 2018/19 lernten an den
1 516 allgemeinbildenden Schulen in Sachsen
373 241 Schülerinnen und Schüler. Das waren
6 451 bzw. knapp 2 Prozent mehr als noch
im Vorjahr und 7 989 bzw. knapp 24 Prozent
mehr gegenüber dem Schuljahr 2009/10.
Nach dem demografisch bedingten
Rück-
gang seit den 1990er Jahren stieg die Zahl
der Schülerinnen und Schüler erstmals im
Schuljahr 2010/11 wieder an. Sie erhöhte sich
von 2009 bis 2018 an fast allen Schularten im
zweistelligen Bereich. Lediglich an den
Förder-
schulen blieb sie mit einer Veränderung um
gut ein Prozent nahezu konstant.
Über 70 Prozent mehr Schülerinnen und
Schüler an Schulen in freier Trägerschaft
seit 2009/10
333 722 Schülerinnen und Schüler bzw. gut
89 Prozent der Schülerschaft befanden sich
im Schuljahr 2018/19 an den 1 288 Schulen
in öffentlicher Trägerschaft und 39 519 Schü-
lerinnen und Schüler bzw. knapp 11 Prozent
an den 228 Schulen in freier Trägerschaft. Im
Schuljahr 2009/10 wurden noch über 92 Pro-
zent bzw. 278 356 Schülerinnen und Schüler
an öffentlichen Schulen unterrichtet und
lediglich knapp 8 Prozent bzw. 22 896
Schü-
lerinnen und Schüler an den freien Schulen
(siehe auch Abb. 7).
Zahl der Schülerinnen und Schüler an frei-
en Waldorfschulen seit 2009/10 um über
63 Prozent angestiegen
Die Zahl der Schülerinnen und Schüler ent-
wickelte sich bis 2018/19 in den
einzel-
nen Schularten sehr unterschiedlich. Die
831 Grundschulen, deren Anzahl gegenüber
dem Vorjahr fast konstant geblieben ist, be-
suchten 142 270 Schülerinnen und Schüler.
Das bedeutet einen Anstieg um 2 062 bzw.
fast 2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im
Ver-
gleich zu 2009/10 wurde eine Zunahme der
Zahl der Grundschülerinnen und Grundschüler
um 21 507 bzw. knapp 18 Prozent registriert.
0
25
50
75
100
125
150
2009/10
2012/13
2015/16
2018/19
1) Ohne Freie Waldorfschulen.
Tausend
allgemeinbildende
Förderschulen
Gymnasien
Mittel-/
Oberschulen
Grundschulen
Abb. 5 Schülerinnen und Schüler
1)
an allgemeinbildenden Schulen nach Schularten
insgesamt
männlich
weiblich
Grundschule
831
142 270
72 446
69 824
Oberschule
357
110 553
58 224
52 329
Gymnasium
166
99 215
46 832
52 383
Förderschule
155
19 057
11 941
7 116
Freie Waldorfschule
7
2 146
1 022
1 124
Insgesamt
1 516
373 241
190 465
182 776
Tab. 3 Schulen, Schülerinnen und Schüler im Schuljahr 2018/19
Schulart
Schulen
Schüler
© Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen | Bildung in Sachsen - Ausgabe 2019 |
12

An den 357 Oberschulen wurden 110 553 Schü-
lerinnen und Schüler unterrichtet. Dies waren
2 143 bzw. 2 Prozent mehr als im Vorjahr. Mit
ei-
ner Erhöhung um 36 Prozent bzw. 29 277
Schü-
lerinnen und Schülern war das die Schulart mit
dem zweithöchsten Anstieg seit dem Schuljahr
2009/10. In den Bildungsgängen der Oberschu-
len hat sich kaum etwas geändert. 2018/19 be-
trug der Anteil der Schülerinnen und Schüler im
Realschulbildungsgang fast 87 Prozent und im
Hauptschulbildungsgang gut 13 Prozent.
Ge-
genüber 2009/10 waren es 0,2 Prozentpunkte
weniger im Realschulbildungsgang.
Auch an den Gymnasien setzte sich der Anstieg
der Zahl der Schülerinnen und Schüler aus den
Vorjahren weiter fort. So lernten 99 215 Gym-
nasiastinnen und Gymnasiasten im Schuljahr
2018/19 an 166 Gymnasien im Freistaat Sach-
sen. Das waren 2 001 bzw. 2 Prozent mehr als
im Vorjahr. Im Vergleich zu 2009/10 stieg die
Zahl der Schülerinnen und Schüler um ein Vier-
tel bzw. 20 137 an.
Geschlechterspezifisch betrachtet gab es
Un-
terschiede bei der Verteilung der Schülerinnen
und Schüler in den weiterführenden Schulen.
Im Schuljahr 2018/19 waren gut 47 Prozent
der Oberschülerinnen und Oberschüler Mäd-
chen und knapp 53 Prozent Jungen. An den
Gymnasien stellte sich das Geschlechter-
verhältnis umgekehrt dar. An den 155 För-
derschulen lernten im Schuljahr 2018/19
19 057 Förderschülerinnen und Förderschüler.
Im Vergleich zum Vorjahr stieg deren Zahl um
138 bzw. knapp ein Prozent und gegenüber
2009/10 um 236 Schülerinnen und Schüler
bzw. reichlich ein Prozent an. Ein steigender
Trend zeigte sich in den 7 Freien
Waldorfschu-
len. Diese wurden im Schuljahr 2018/19 von
2 146 Schülerinnen und Schülern besucht,
107 bzw. gut 5 Prozent mehr als im
vorherge-
henden Schuljahr und 832 Schülerinnen und
Schüler bzw. 63 Prozent mehr als 2009/10
(siehe auch Abb. 5 und Tab. 3).
Seit dem Schuljahr 2009/10 übersteigt die
Zahl der Schulanfängerinnen und Schulan-
fänger die der Schulentlassenen
Während 2018 insgesamt 29 894 Jugendliche
die allgemeinbildenden Schulen verließen,
wurden 36 606 Kinder eingeschult. Das wa-
ren 9 Schulanfängerinnen und Schulanfänger
weniger als ein Jahr zuvor. Von allen
Schul-
anfängerinnen und Schulanfängern wurden
33 405 bzw. gut 91 Prozent fristgemäß, 3 123
bzw. fast 9 Prozent nach einer Zurückstellung
und 78 bzw. 0,2 Prozent vorzeitig eingeschult.
96 Prozent der ABC-Schützen wurden an einer
Grundschule, über 3 Prozent an einer
Förder-
schule und knapp ein Prozent an einer Freien
Waldorfschule eingeschult (siehe auch Abb. 6).
Über die Hälfte wechselt an die Oberschule
Am Ende der Grundschulzeit steht für jede
Schülerin und jeden Schüler der Übergang
in eine weiterführende Schule an. Nach dem
Abschluss der Klassenstufe 4 wird diese
0
10
20
30
40
50
60
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
2018
Abb. 6 Absolventinnen und Absolventen/Abgängerinnen und Abgänger sowie
Schulanfängerinnen und Schulanfänger an allgemeinbildenden Schulen
Tausend
Schulanfängerinnen/
Schulanfänger
Absolventinnen, Absolventen/
Abgängerinnen, Abgänger
0
2
4
6
8
10
12
14
Grundschule
Mittel-/Oberschule
Gymnasium
Förderschule
Abb. 7 Anteil der Schülerinnen und Schüler an Schulen in freier Trägerschaft nach
ausgewählten Schularten
Prozent
2009/10
2018/19
© Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen | Bildung in Sachsen - Ausgabe 2019 |
13

Entscheidung für den weiteren Bildungsweg
getroffen. Nachdem 2010 strengere Zugangs-
voraussetzungen für das Gymnasium in Kraft
getreten sind, nahm infolge dessen die Zahl
der Übergänge zum Gymnasium ab. Seit dem
Schuljahr 2017/18 wurden die Zugangsvoraus-
setzungen wieder gelockert, was sich in einer
höheren Übergangsquote widerspiegelt. Zu
Beginn des Schuljahres 2018/19 wechselten
32 507 Viertklässlerinnen und Viertklässler von
Grundschulen an eine weiterführende Schule
in Sachsen. Reichlich 56 Prozent wechselten in
die 5. Klasse einer Mittel-/Oberschule und fast
44 Prozent in die 5. Klasse eines Gymnasiums
(siehe auch Abb. 8). 2009/10 betrug das Verhält-
nis zwischen den Schularten 53 zu 47 Prozent
und im Schuljahr 2010/11 54 zu 46 Prozent.
Die Durchlässigkeit des sächsischen Bildungs-
systems ermöglicht den Schülerinnen und
Schülern einen Wechsel ihrer Bildungslaufbahn
auch zu einem späteren Zeitpunkt.
Zweieinhalb mal mehr inklusiv unterrich-
tete Schülerinnen und Schüler mit sonder-
pädagogischem Förderbedarf im Vergleich
zu 2009/10
Das sächsische Schulsystem sieht für Schü-
lerinnen und Schüler mit sonderpädago-
gischem Förderbedarf unter bestimmten
Voraussetzungen inklusiven Unterricht an
einer Regelschule vor. Im Schuljahr 2018/19
wurden 10 083 Schülerinnen und Schüler mit
sonderpädagogischem Förderbedarf inklu-
siv unterrichtet. Das waren zweieinhalbmal
so viele wie im Schuljahr 2009/10. An den
Grundschulen wurden im Schuljahr 2018/19
insgesamt 4 778 Schülerinnen und Schüler
mit sonderpädagogischem Förderbedarf un-
terrichtet, an den Oberschulen 4 236 und 957
an den Gymnasien. Bei insgesamt 4 373 bzw.
gut 43 Prozent der Schülerinnen und Schüler
lag der Förderschwerpunkt „emotionale und
soziale Entwicklung“ vor. Bei fast 28 Prozent
(2 811) war es die „Sprache“. Während der
An-
teil des stark besetzten Förderschwerpunktes
„emotionale und soziale Entwicklung“ seit
dem Schuljahr 2009/10 um reichlich 8 Pro-
zentpunkte anstieg, hat sich der Anteil für
den Förderschwerpunkt „Sprache“ in diesem
Zeitraum um gut 7 Prozentpunkt verringert.
70 Prozent der Schülerinnen und Schüler im
Förderschwerpunkt „Sprache“ wurden an den
Grundschulen mit in den Regelklassen un-
terrichtet. Sowohl an den Oberschulen (fast
57 Prozent) als auch an den Gymnasien (über
40 Prozent) wurden die meisten
Integrations-
schüler im Schwerpunkt „emotionale und
sozi-
ale Entwicklung“ gefördert (siehe auch Abb. 9).
Abb. 8 Übergänge der Schülerinnen und Schüler sowie Wechslerinnen und
Wechsler im Schuljahr 2018/19 nach ausgewählten Schularten
1 147
(2009:
1 153)
18 259
(2009: 14 643)
599
(2009:
371)
Gymnasium
Oberschule
14 248
(2009: 12 807)
Grundschule
0
100
200
300
2009/10
2012/13
2015/16
2018/19
Abb. 9 Veränderung der Zahl der Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem
Förderbedarf in den Schuljahren 2010/11 bis 2018/19 zum Basisjahr 2009/2010
Prozent
2009/10 = 100
inklusiv unterrichtete
Schülerinnen und
Schüler mit sonder-
pädagogischem
Förderbedarf
Förderschule
© Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen | Bildung in Sachsen - Ausgabe 2019 |
14

Nach wie vor mehr männliche Wiederholer
Im Schuljahr 2018/19 wiederholten
4 951 Schülerinnen und Schüler an Grund-
schulen (3. und 4. Klassenstufe), Oberschulen
sowie an Gymnasien eine Klassen- bzw.
Jahr-
gangsstufe wegen Nichtversetzung oder auf
Antrag der Erziehungsberechtigten.
Gemes-
sen an der Gesamtzahl der Schülerinnen und
Schüler der o. g. Schularten ist der Anteil der
Wiederholerinnen und Wiederholer seit dem
Schuljahr 2009/10 mit fast 2 Prozent gleich
geblieben. Insgesamt wiederholten im Schul-
jahr 2018/19 mehr Jungen (gut 2 Prozent) als
Mädchen (etwas mehr als ein Prozent) eine
Klassen- bzw. Jahrgangsstufe. An den
Ober-
schulen war der Anteil der Wiederholerinnen
und Wiederholer insgesamt nach wie vor mit
fast 3 Prozent am höchsten. Die höchste
Wie-
derholerquote hatten im Schuljahr 2018/19
die Jungen an der Oberschule mit gut 3 Pro-
zent und die niedrigste die Mädchen am
Gym-
nasium mit etwas weniger als ein Prozent. Die
Klassenstufe 9 an der Oberschule beispiels-
weise besuchten 4 Prozent der Jungen und
3 Prozent der Mädchen zweimal. An den
Gym-
nasien mit einer Wiederholerquote von insge-
samt gut einem Prozent war es hauptsächlich
die Jahrgangsstufe 11, in der die jungen Män-
ner (etwas mehr als 3 Prozent) und die jungen
Frauen (knapp 2 Prozent) eine zweite Chance
zur Leistungsverbesserung nutzten.
10 Prozent Schülerinnen und Schüler,
deren Herkunftssprache nicht oder nicht
ausschließlich Deutsch ist
Im Schuljahr 2018/19 wurden an den allge-
meinbildenden Schulen 37 688 Schülerinnen
und Schüler, deren Herkunftssprache nicht oder
nicht ausschließlich Deutsch ist, unterrichtet.
Das entspricht einem Anteil von 10 Prozent an
der Gesamtschülerschaft. Seit dem Schuljahr
2009/10 hat sich die absolute Zahl der Schü-
lerinnen und Schüler, deren Herkunftssprache
nicht oder nicht ausschließlich Deutsch ist,
mehr als verdreifacht. An den Grundschulen
wurden 16 205 Kinder unterrichtet, 11 975 an
den Oberschulen und 7 715 an den Gymnasien.
Gegenüber dem Vorjahr stieg die Zahl dieser
Schülerinnen und Schüler um 2 761. Am stärks-
ten vertreten sind dabei die Schülerinnen und
Schüler aus den Mitgliedsländern der Europäi-
schen Union. 58 Prozent haben eine
Staatsan-
gehörigkeit aus diesen Mitgliedsstaaten, gefolgt
von Schülerinnen und Schülern aus Asien mit
über 27 Prozent.
Fast die Hälfte der Schulentlassenen mit
Realschulabschluss
2018 verließen 29 894 Schulentlassene die
allgemeinbildenden Schulen. Das waren
365 weniger als 2009. Fast 50 Prozent der
Schulentlassenen beendeten ihre Schulzeit mit
einem Realschulabschluss, gut 33 Prozent mit
der allgemeinen Hochschulreife und jeweils
knapp 9 Prozent mit und ohne
Hauptschulab-
schluss. In den letzten 10 Jahren veränderte sich
die Struktur der Absolventinnen und Absolven-
ten bzw. Abgängerinnen und Abgängern
be-
züglich der erreichten Abschlüsse. Im Vergleich
zu 2009 blieben die Anteile der Absolventinnen
und Absolventen mit Hauptschulabschluss so-
wie der Abgängerinnen und Abgänger ohne
Hauptschulabschluss fast gleich. Der Anteil
der Absolventinnen und Absolventen mit ei-
nem Realschulabschluss erhöhte sich seit 2009
um fast 6 Prozentpunkte und der der
Absol-
ventinnen und Absolventen mit allgemeiner
Hochschulreife verringerte sich um knapp
6 Prozentpunkte. 14 793 Absolventinnen und
Absolventen beendeten ihre Schulzeit 2018 mit
dem Realschulabschluss. Das waren 11 Prozent
mehr als im Jahr 2009. Die absolute Zahl der
Absolventinnen und Absolventen mit allgemei-
ner Hochschulreife ging seit 2009 um 1 819 auf
9 929 in 2018 zurück.
2018 betrug der Anteil der männlichen Schul-
entlassenen mit Realschulabschluss knapp
50 Prozent und mit allgemeiner
Hochschulrei-
fe 29 Prozent. Bei den weiblichen
Schulent-
lassenen erreichten fast 38 Prozent das Abitur
und knapp 50 Prozent den Realschulabschluss
(siehe auch Abb. 10).
Tausend
0
5
10
15
20
mw mw mw mw
Abb. 10 Absolventinnen und Absolventen/Abgängerinnen und Abgänger an
allgemeinbildenden Schulen nach Abschlussarten und Geschlecht
Allgemeine
Hochschulreife
Realschulabschluss
Hauptschulabschluss
ohne
Hauptschulabschluss
Tausend
2009
2014
2017
2018
© Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen | Bildung in Sachsen - Ausgabe 2019 |
15

image
image
Berufsbildende Schulen
Wieder mehr Schülerinnen und Schüler an
berufsbildenden Schulen
Im Schuljahr 2018/19 wurden in Sachsen an
den 250 berufsbildenden Schulen insgesamt
102 965 Schülerinnen und Schüler unterrich-
tet. Im Vergleich zum vorhergehenden
Schul-
jahr (102 242) waren das 723 Schülerinnen
und Schüler mehr. Zum Schuljahr 2009/10
(137 205) betrug der Schülerrückgang insge-
samt 34 240 bzw. 25 Prozent. 9 394 Männer
und Frauen (9 Prozent) bildeten sich im
Schul-
jahr 2018/19 an den Fachschulen meist nach
einem bereits erworbenen Berufsabschluss
weiter. Das waren gut ein Prozent weniger als
2017/18 und knapp 8 Prozent weniger als im
Schuljahr 2009/10. Die Hälfte aller Schülerin-
nen und Schüler an berufsbildenden Schulen
(52 107), erhielten im Schuljahr 2018/19 den
theoretischen Teil ihrer dualen Ausbildung an
den Berufsschulen. Das waren reichlich 2 Pro-
zent bzw. 1 160 Schülerinnen und Schüler
mehr als im Vorjahr, jedoch fast ein Drittel we-
niger als im Schuljahr 2009/10. An den Berufs-
fachschulen wurden 21 517 Schülerinnen und
Schüler unterrichtet, 4 Prozent mehr als im
Vorjahr und fast 30 Prozent weniger im
Ver-
gleich zu 2009/10. Das siebente Jahr in Folge
ist die Zahl der Schülerinnen und Schüler an
den Beruflichen Gymnasien gestiegen. 8 564
und somit fast 3 Prozent mehr junge Frauen
und Männer als im Schuljahr 2017/18 strebten
im 2018/19 die allgemeine Hochschulreife an.
An den Fachoberschulen lernten 5 709 Schü-
lerinnen und Schüler. Das waren 237 bzw.
0
30
60
90
120
2009/10
2014/15
2017/18
2018/19
Fachschule
Fachoberschule
Berufliches Gymnasium
Berufsfachschule
Übergangssystem
Berufsschule
Tausend
Abb. 11 Schülerinnen und Schüler an berufsbildenden Schulen nach Schularten
Vollzeit-
unterricht
Teilzeit-
unterricht
Berufsschulen
52 107
x
52 107
Berufsgrundbildungsjahr
1)
722
722
x
Berufsvorbereitungsjahr
1)
3 601
3 601
x
Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen
1)
1 351
x
1 351
Berufliche Gymnasien
8 564
8 564
x
Berufsfachschulen
21 517
20 503
1 014
Fachoberschulen
5 709
5 709
x
Fachschulen
9 394
7 295
2 099
Insgesamt
102 965
46 394
56 571
1) Teil des Übergangssystems.
Tab. 4 Schülerinnen und Schüler im Schuljahr 2018/19 nach Schularten und Zeitform
des Unterrichts
Schulart
Schüler
Davon im
© Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen | Bildung in Sachsen - Ausgabe 2019 |
16

4 Prozent weniger als im Vorjahr. Gegenüber
2009/10 verringerte sich die Zahl der Schüle-
rinnen und Schüler um knapp 23 Prozent. Im
Übergangssystem befanden sich im Schuljahr
2018/19 insgesamt 5 674 Jugendliche und
somit 16 Prozent weniger als im Vorjahr und
gut 8 Prozent weniger als 2009/10 (siehe auch
Abb. 11 sowie Tab. 4).
16 Prozent weniger Neuanfängerinnen und
Neuanfänger als vor 10 Jahren
Im Schuljahr 2018/19 begannen 43 422 Neu-
anfängerinnen und Neuanfänger eine Ausbil-
dung an den berufsbildenden Schulen. Das
waren 500 bzw. ein Prozent weniger als im
letzten Schuljahr und 8 024 bzw. 16 Prozent
weniger als 2009/10. Von den Neuanfänge-
rinnen und Neuanfängern hatten 26 588 bzw.
etwas über 61 Prozent (annähernd konstant
gegenüber dem Vorjahr) die allgemeinbildende
Schule mit dem Realschulabschluss verlassen.
Mit einem Hauptschulabschluss begannen
5 980 bzw. 14 Prozent (Vorjahr: 14 Prozent)
und mit allgemeiner Hochschulreife 4 916
bzw. gut 11 Prozent (Vorjahr: knapp 11
Pro-
zent) eine berufliche Ausbildung. 5 005 bzw.
reichlich 11 Prozent (Vorjahr: knapp 11
Pro-
zent) der Neuanfängerinnen und Neuanfänger
kamen ohne Hauptschulabschluss an eine be-
rufsbildende Schule (siehe auch Abb. 12).
Fast 39 Prozent weniger Schulentlassene
im Vergleich zu 2009/10
33 945 Absolventinnen und Absolventen bzw.
Abgängerinnen und Abgänger verließen 2018
die berufsbildenden Schulen. Das waren 997
bzw. 3 Prozent weniger als im Vorjahr und
21 499 bzw. fast 39 Prozent weniger als 2009.
Mehr als die Hälfte (20 583) aller Schulentlasse-
nen beendete 2018 eine berufsqualifizierende
Ausbildung an der Berufsschule (42 Prozent)
und Berufsfachschule (knapp 19 Prozent).
13 Prozent erwarben einen
studienqualifizie-
renden Abschluss. So erhielten 2 059 Fach-
oberschülerinnen und Fachoberschüler sowie
307 Fachschülerinnen und Fachschüler das
Zeugnis der Fachhochschulreife. Das Zeug-
nis der allgemeinen Hochschulreife erhielten
2 214 Schülerinnen und Schüler an einem Be-
ruflichen Gymnasium und 40 an einer
Berufs-
schule. Eine Doppelqualifikation (studien- und
berufsqualifizierenden Abschluss) erwarben
347 Schülerinnen und Schüler an der Fach-
schule bzw. Berufsschule.
9 Prozent der Absolventinnen und
Absolven-
ten (3 029) schlossen ihre berufliche
Weiter-
bildung an einer Fachschule erfolgreich ab.
Ebenfalls erfolgreich mit einem Abschluss-
zeugnis verließen 4 478 (13 Prozent)
Schüle-
rinnen und Schüler das Übergangssystem der
berufsbildenden Schulen (siehe auch Abb. 13).
71 563
62,6
16,0
9,4
12,0
51 446
2009
Abb. 12 Neuanfängerinnen und Neuanfänger
1)
an berufsbildenden Schulen nach
allgemeinbildender Vorbildung
(in Prozent)
61,2
13,8
11,5
11,3
43 422
Hauptschulabschluss
Allgemeine Hochschulreife
ohne Hauptschulabschluss
Realschulabschluss
2018
1) Ohne Sonstiger allgemeinbildender Abschluss eines anderen Bundeslandes bzw. Staates.
0
10
20
30
Abb. 13 Absolventinnen und Absolventen/Abgängerinnen und Abgänger an
berufsbildenden Schulen nach Abschlussarten und Geschlecht
Tausend
m
w
2009
2014
2017
2018
m
w
m
w
Allgemeine
Hochschulreife
Fachhoch-
schulreife
Abschluss-
zeugnis
Abgangs-
zeugnis
m
w
© Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen | Bildung in Sachsen - Ausgabe 2019 |
17

Berufsbildung
Knapp 3 Prozent mehr Auszubildende als
im Vorjahr
Am 31. Dezember 2018 befanden sich 50 199
Ju-
gendliche in der betrieblichen Ausbildung. Das
waren 1 275 bzw. knapp 3 Prozent mehr
Auszu-
bildende als vor einem Jahr und 30 Prozent
we-
niger als 2009 (70 749). Damit stieg die Zahl der
Auszubildenden das vierte Jahr in Folge.
Der Ausbildungsbereich Industrie und Handel
hat mit 29 542 Auszubildenden und einem
Anteil von 59 Prozent die größte Bedeutung.
28 Prozent aller Auszubildenden erlernten im
Bereich Handwerk einen Beruf. 5 Prozent
re-
gistrierte der Ausbildungsbereich der Freien
Berufe. In der Landwirtschaft lernten knapp
4 Prozent der Auszubildenden und im
Öffent-
lichen Dienst reichlich 4 Prozent. Weniger als
ein Prozent der Auszubildenden befanden sich
im Bereich Hauswirtschaft (siehe auch Tab. 5).
Mehr als 18 Prozent weniger neu abge-
schlossene Ausbildungsverträge als 2009
19 409 Jugendliche
unterzeichneten
2018
einen Ausbildungsvertrag. Im Vergleich zum
Vorjahr stieg die Zahl um 351 bzw. 2 Prozent.
Gegenüber 2009 waren es 4 373 bzw. gut
18 Prozent weniger. Im Bereich Industrie und
Handel war der größte Anstieg zum Vorjahr
mit 399 bzw. knapp 4 Prozent neu
abgeschlos-
senen Verträgen zu verzeichnen. Im Bereich
Landwirtschaft wurden 46 Ausbildungsver-
träge (6 Prozent) mehr als 2017
unterzeich-
net. Bei den Freien Berufen waren es 25 bzw.
3 Prozent und in der Hauswirtschaft 2 bzw.
2 Prozent mehr neue Verträge als im Vorjahr.
Weniger neu abgeschlossene Ausbildungs-
verträge gab es im Bereich Handwerk mit 45
bzw. ein Prozent und im Öffentlichen Dienst
mit 76 bzw. knapp 10 Prozent (siehe auch
Tab. 5 sowie Abb. 14).
Ausbildungsbereich
Auszubildende
Neu abge-
schlossene
Ausbildungs-
verträge
Vorzeitig gelöste
Ausbildungs-
verträge
Abschluss-
prüfungen
Industrie und Handel
29 542
11 765
3 430
9 617
Handwerk
14 019
5 130
2 011
3 434
Landwirtschaft
1 881
786
183
602
Öffentlicher Dienst
2 039
708
27
564
Freie Berufe
2 423
911
243
792
Hauswirtschaft
295
109
37
68
Insgesamt
50 199
19 409
5 931
15 077
Tab. 5 Auszubildende, neu abgeschlossene Ausbildungsverträge, vorzeitig gelöste
Tab. 5
Ausbildungsverträge und Abschlussprüfungen 2018 nach Ausbildungsbereichen
0
20
40
60
80
100
Industrie und
Handel
Handwerk
Landwirtschaft
Öffentlicher
Dienst
Freie Berufe
Hauswirtschaft
Insgesamt
Hochschul-bzw.
Fachhochschulreife
Realschulabschluss oder
vergleichbarer Abschluss
Hauptschulabschluss
ohne
Hauptschulabschluss
Abb. 14 Auszubildende mit neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen 2018 nach Ausbildungsbereichen und schulischer Vorbildung
Prozent
© Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen | Bildung in Sachsen - Ausgabe 2019 |
18

Hochschulen
Zahl der Studienberechtigten wieder leicht
gestiegen
Die Zahl der studienberechtigten Schulab-
gängerinnen und Schulabgänger in Sach-
sen ist seit den 1990er Jahren bis 2013 auf
Grund der demografischen Entwicklung stark
zurückgegangen. Seitdem ist wieder ein
leich-
ter Anstieg zu verzeichnen. 2017 verließen
14 867 Schulabgängerinnen und Schulabgän-
ger die Schule mit allgemeiner Hochschulreife
(12 614) bzw. mit Fachhochschulreife (2 253).
Das waren 681 Schülerinnen und Schüler bzw.
knapp 5 Prozent mehr als im Vorjahr und
3 656 bzw. knapp ein Fünftel weniger als im
Jahr 2009.
Die Studienberechtigtenquote ist seit 2009
angestiegen. Sie erreichte 2015 einen Höchst-
stand von 48 Prozent und betrug 2017 knapp
47 Prozent (siehe auch Abb. 15). Die
Studien-
berechtigtenquote der weiblichen Schulab-
gänger lag 2017 um fast 12 Prozentpunkte
über der der Männer. Damit ist die Differenz
zwischen den Geschlechtern in den letzten
Jahren wieder angestiegen. Die bisher nied-
rigste Differenz beider Quoten wurde 2013 mit
7 Prozentpunkten verzeichnet. Die
Studienbe-
rechtigtenquote der Männer lag 2017 bei gut
41 Prozent und die der Frauen bei 53 Prozent.
Die Studienberechtigtenquote der Schulab-
gängerinnen und Schulabgänger mit allge-
meiner Hochschulreife stieg 2017 im Vergleich
zum Vorjahr um gut einen Prozentpunkt auf
knapp 40 Prozent, während die Quote für
Ab-
solventinnen und Absolventen mit Fachhoch-
schulreife um fast einen Prozentpunkt auf
7 Prozent sank.
Studienanfängerinnen- und -anfängerquote
in Sachsen (Studienort) fast 62 Prozent
2017 begannen 20 273 Studierende an einer
sächsischen Hochschule ihr Studium. Die Stu-
dienanfängerinnen- und -anfängerquote an
Sachsens Hochschulen für Studierende mit
Erwerb der Hochschulzugangsberechtigung
in Deutschland betrug fast 62 Prozent. Damit
ging diese Quote seit ihrem Höchststand von
gut 71 Prozent im Jahr 2014 um über 9
Pro-
zentpunkte zurück. Bemerkenswert ist die
Veränderung
der
geschlechterspezifischen
Verteilung der Quoten. Die
Studienanfänge-
rinnen- und -anfängerquote der Männer an
Sachsens Hochschulen lag in den Jahren 2010
bis 2013 mit 47 bis 67 Prozent über der der
Frauen. Seit 2014 liegt die Studienanfängerin-
nen- und -anfängerquote der Frauen wieder
über der der Männer.
12 718 Studienanfängerinnen und Studien-
anfänger mit erworbener
Hochschulzugangs-
berechtigung in Sachsen nahmen 2017 ein
Studium an deutschen Hochschulen auf. Die
Studienanfängerinnen- und -anfängerquote
nach dem Land des Erwerbs der Hochschul-
zugangsberechtigung lag 2017 für Sachsen
lediglich bei knapp 39 Prozent (siehe auch
Abb. 15). Die Differenz zwischen den Quoten
nach dem Land des Studienorts und nach dem
Land des Erwerbs der
Hochschulzugangs-
berechtigung von 23 Prozentpunkten ist ein
Indiz für die überregionale Attraktivität der
sächsischen Hochschulen.
0
10
20
30
40
50
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
Studienberechtigtenquote
Studienanfängerinnen-
und -anfängerquote
Abb. 15 Studienberechtigtenquote und Studienanfängerinnen- und -anfängerquote
für Studienanfängerinnen und Studienanfänger mit Erwerb der
Hochschulzugangsberechtigung in Sachsen 2009 bis 2017
Prozent
© Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen | Bildung in Sachsen - Ausgabe 2019 |
19

image
Bildquelle: PantherMedia / Robert Kneschke
Zahl der Studienanfängerinnen und Studi-
enanfänger rückläufig
Im Jahr 2018 haben sich an den sächsischen
Hochschulen
20 275 Studienanfängerinnen
und Studienanfänger eingeschrieben. Das
waren 2 Erstimmatrikulierte mehr als im ver-
gangenen Jahr. Gegenüber 2009 sank die Zahl
der Studienanfängerinnen und Studienanfän-
ger um 6 Prozent. 2018 waren 10 077 (fast
50 Prozent) Studienanfänger Frauen.
Im Wintersemester 2018/19 waren 108 858 Stu-
dentinnen und Studenten immatrikuliert. Das
waren 478 bzw. 0,4 Prozent weniger als im
Vor-
jahr. Im Vergleich zum Wintersemester 2009/10
(109 363 Studierende) hat sich die Zahl der Stu-
dierenden in Sachsen um 0,5 Prozent verringert
(siehe auch Abb. 16).
71 Prozent der Studierenden besuchten eine
Universität, 25 Prozent eine
Fachhochschu-
le, 3 Prozent eine Kunsthochschule und
ein Prozent eine Verwaltungsfachhochschule.
Der Anteil der weiblichen Studierenden be-
trug 47 Prozent und ist seit 2009 um etwas
weniger als ein Prozentpunkt angestiegen.
17 985 Studierende (knapp 17 Prozent) waren
Ausländer.
80
100
120
140
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
2018
Abb. 16 Entwicklung der Studienanfängerinnen und Studienanfänger, Studierenden
sowie Absolventinnen und Absolventen 2009 bis 2018
Prozent
2009 = 100
Absolventinnen,
Absolventen
Studierende
Studienanfängerinnen,
Studienanfänger
Bildungseinrichtungen
Anzahl
Studienanfängerinnen,
Studienanfänger
Studierende
Absolventinnen,
Absolventen
Universitäten
6
13 157
76 968
14 018
Kunsthochschulen
6
476
3 012
639
Fachhochschulen
12
6 248
27 604
6 692
Verwaltungs-
fachhochschulen
2
394
1 274
288
Insgesamt
26
'
20 275
'
108 858
'
21 637
Berufsakademien
7
1 707
4 337
1 040
Tab. 6 Studienanfängerinnen und Studienanfänger, Absolventinnen und
Absolventen 2018 sowie Studierende im Wintersemester 2018/19
nach der Art der Bildungseinrichtung
© Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen | Bildung in Sachsen - Ausgabe 2019 |
20

Weiterhin hohe Beliebtheit der MINT-Fä-
cher bei den Studierenden
Hinsichtlich der Wahl der Fächergruppe wie-
sen die Studienfächer der „Ingenieurwissen-
schaften“ den größten Anteil Studierender
auf. 38 621 Studierende (34 Prozent)
wähl-
ten 2018 ein Studienfach dieser Fächergrup-
pe. 31 Prozent der Studentenschaft (33 633)
besuchten im Wintersemester 2018/19 ein
Studienfach der Fächergruppe „Rechts-,
Wirtschafts- und Sozialwissenschaften“. Mit
11 112 Studierenden (10 Prozent) nahm die
Fächergruppe
„Geisteswissenschaften“
die
dritte Position ein. 2018 waren fast 44 Prozent
der Studenten in einem Fach der „Mathematik,
Natur- oder Ingenieurwissenschaften“ (MINT-
Fächer) eingeschrieben. 2016 wurde hier der
höchste Anteil mit reichlich 44 Prozent
er-
reicht. Hinsichtlich der Geschlechterverteilung
bei der Studienfachwahl gab es in den
letz-
ten Jahren kaum Veränderungen. 2018 waren
77 Prozent der Studierenden in der
Fächer-
gruppe „Ingenieurwissenschaften“ Männer,
während in den „Geisteswissenschaften“ mit
einem Anteil von knapp 67 Prozent die Frauen
deutlich dominierten (siehe auch Abb. 17).
Weniger Absolventinnen und Absolventen
Im Prüfungsjahr 2018 wurden 21 637 bestan-
dene Abschlussprüfungen gemeldet. Das waren
681 bzw. 3 Prozent weniger als im Prüfungsjahr
2017. Gegenüber dem Jahr 2009 hat sich die
Zahl der bestandenen Prüfungen um 20 Pro-
zent erhöht (siehe auch Abb. 16). 12 980
Stu-
dierende erwarben mit der Abschlussprüfung
einen ersten berufsqualifizierenden
Hoch-
schulabschluss. Mit dem Diplom (U) endeten
reichlich 7 Prozent (1 592) aller bestandenen
Abschlussprüfungen. 1 212 Studentinnen und
Studenten schlossen ihr Studium mit dem
Diplom (FH) ab. 2018 ist ein weiterer Rück-
gang der Bachelorabschlüsse zu
verzeich-
nen. 3 915 Studierende (-260 bzw. 6 Prozent
weniger gegenüber 2017) beendeten an einer
sächsischen Universität ihr Studium mit ei-
nem Bachelor (einschließlich Lehramt Bache-
lor). Mit einem „Bachelor an Fachhochschulen“
schlossen
4 277 Prüfungsteilnehmerinnen
und Prüfungsteilnehmer erfolgreich ihr Stu-
dium ab. 4 962 erfolgreiche Masterabschlüsse
meldeten die Universitäten und Kunsthoch-
schulen sowie 1 433 die Fachhochschulen und
Verwaltungs-fachhochschulen. Damit ging die
Zahl der Absolventinnen und Absolventen mit
diesem Abschluss im Vergleich zum vorherigen
Prüfungsjahr um 382 (knapp 6 Prozent) zurück.
2018 beendeten 547 Absolventinnen und Ab-
solventen ihr Studium mit einem künstlerischen
Abschluss. Des Weiteren wurden 1 489 Doktor-
titel vergeben.
männlich
weiblich
Abb. 17 Studierende an den Hochschulen 2018 nach Fächergruppen
Abb. 17
in Prozent
49,0
22,5
10,9
6,4
4,6
3,1
3,5
57 797
16,2
9,2
40,4
14,5
9,7
5,7
4,4
51 061
Kunst, Kunstwissenschaft
Rechts-, Wirtschafts- und
Sozialwissenschaften
Humanmedizin/Gesundheits-
wissenschaften
Ingenieurwissenschaften
Mathematik, Naturwissenschaften
Geisteswissenschaften
Sonstige
1)
1) Sport, Agrar-, Forst- und Ernährungswissenschaften, Veterinärmedizin, Außerhalb der Studienbereichsgliederung.
52,2
42,1
5,8
16,5
61,7
21,9
männlich
weiblich
Abb. 18 Studierende an der Berufsakademie in Sachsen 2018 nach Geschlecht und
Abb. 18
Studienbereichen
Abb. 18
in Prozent
2 480
1 857
Technik
Sozialwesen
Wirtschaft
© Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen | Bildung in Sachsen - Ausgabe 2019 |
21

Mehr als 4 000 Studierende an den Staat-
lichen Studienakademien
Neben dem Studium an einer Hochschule be-
steht für Studienberechtigte die Möglichkeit,
ein dreijähriges wissenschaftsbezogenes und
zugleich praxisorientiertes Studium an der
Berufsakademie (BA) Sachsen aufzunehmen.
Hier kann der Abschluss Diplom (BA) oder „Ba-
chelor“ in den Studienbereichen Sozialwesen,
Technik oder Wirtschaft erworben werden.
2018 waren 4 337 Studierende an den sieben
Staatlichen Studienakademien der Berufsaka-
demie Sachsen eingeschrieben. Das waren
564 Studierende bzw. 15 Prozent mehr als ein
Jahr zuvor. Im Vergleich zu 2009 sank die Zahl
der Studierenden um 916 bzw. gut 17 Prozent.
1 857 bzw. fast 43 Prozent der Studierenden
waren Frauen (siehe auch Abb. 18). Knapp
62 Prozent aller eingeschriebenen
Studentin-
nen zog es in den Studienbereich Wirtschaft.
Der Frauenanteil betrug dort etwas über
52 Prozent. Der Studienbereich Sozialwesen
hatte mit 74 Prozent den höchsten
Frauenan-
teil. Von den jungen Männern war mehr als
die Hälfte (gut 52 Prozent) im Studienbereich
Technik eingeschrieben. Hier lag der Frauen-
anteil bei nur 19 Prozent.
2018 betrug die Zahl der Studienanfängerin-
nen und Studienanfänger 1 707. Das waren
317 Erstimmatrikulierte bzw. 23 Prozent mehr
als im Vorjahr. Damit erreichte die Zahl der
Studienanfängerinnen und Studienanfänger
wieder das Niveau von 2012. Die meisten
Studienanfängerinnen und Studienanfänger
wurden 2008 mit 1 957 registriert.
2018 haben 1 040 Absolventinnen und Ab-
solventen, darunter 464 Frauen (knapp
45 Prozent), die Berufsakademie Sachsen
nach erfolgreich abgeschlossener Prüfung
verlassen. Im Bereich Wirtschaft wurden
521 Prüfungen abgelegt, im Bereich Technik
386 und im Bereich Sozialwesen 133
Prü-
fungen. Neben 202 Diplomen (BA) wurden in
diesem Jahr 838 Bachelor vergeben. Im Stu-
dienbereich Sozialwesen schlossen alle
Absol-
ventinnen und Absolventen mit dem Bachelor
ab. Im Bereich Wirtschaft waren es 94 Prozent
und im Bereich Technik lediglich 56 Prozent.
Das Hochschulstatistikgesetz sieht erstmals
zum Berichtsjahr 2017 eine amtliche Erhebung
zu Studierenden, Prüfungen, Personal und
Fi-
nanzen der staatlich anerkannten
Berufsaka-
demien in Deutschland vor. 2018 waren an
der Berufsakademie Sachsen 1 320 Personen
beschäftigt, darunter 1 158 Lehrpersonen.
© Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen | Bildung in Sachsen - Ausgabe 2019 |
22

Weiterbildung
Der nachfolgende Abschnitt stellt ausgewähl-
te Ergebnisse zur Weiterbildung vor, die in der
amtlichen Statistik erfasst werden.
Mehrzahl der Schülerinnen und Schüler an
Schulen des zweiten Bildungsweges holt
das Abitur nach
2 119 erwachsene Schülerinnen und Schü-
ler bildeten sich im Schuljahr 2018/19 an
insgesamt 3 Abendoberschulen, 3 Abend-
gymnasien und 4 Kollegs weiter. Das waren
98 Erwachsene bzw. reichlich 4 Prozent
weni-
ger als im vergangenen Schuljahr. Der Rück-
gang betraf alle Schularten. An den Kollegs
lernten 24 Schülerinnen und Schüler weniger,
an den Abendgymnasien waren es 32 und an
den Abendoberschulen 42. Im Vergleich zum
Schuljahr 2009/10 ging die Schülerzahl um
knapp 24 Prozent (656) zurück. Den größten
Rückgang verzeichneten die Abendgymnasien
(404). Hier hat sich die Schülerzahl mehr als
halbiert. Die männlichen Schüler waren im
Schuljahr 2018/19 an den Schulen des zweiten
Bildungsweges mit 60 Prozent am stärksten
vertreten. Zehn Jahre zuvor betrug der Anteil
dieser nur knapp 53 Prozent. 2018 verließen
insgesamt 378 Absolventinnen und Absolven-
ten eine Schule des zweiten Bildungsweges,
knapp die Hälfte (46 Prozent) davon mit dem
Abitur (siehe auch Abb. 19 sowie Tab. 7).
0
4
8
12
0
1 000
2 000
3 000
2009/10
2011/12
2013/14
2015/16
2017/18
2010/11
2012/13
2014/15
2016/17
2018/19
Abb. 19 Schulen des zweiten Bildungsweges nach Schularten
Schülerinnen und Schüler
Anzahl Schulen
Schulen
Kollegs
Abendgymnasien
Abendmittel-/
-oberschulen
Schülerinnen und
Schüler an
Anzahl
Anteil in %
Schulen des zweiten Bildungsweges
2 119
842
39,7
378
160
Abendmittel-/-oberschule
918
312
34,0
204
79
Abendgymnasium
329
143
43,5
69
35
Kolleg
872
387
44,4
105
46
Fachschulen
9 394
6 370
67,8
3 029
1 912
darunter
Staatlich anerkannte/r Erzieher/in
7 103
5 696
80,2
2 064
1 706
Staatlich geprüfte/r Technikerin
1 360
90
6,6
659
29
Gasthörende an Hochschulen
1 281
668
52,1
x
x
Tab. 7 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in ausgewählten Einrichtungen
zur Weiterbildung 2018
Merkmal
Insgesamt
Darunter weiblich
Absolventinnen/
Absolventen
darunter
weiblich
davon
© Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen | Bildung in Sachsen - Ausgabe 2019 |
23

image
Bildquelle: PantherMedia / pressmaster
Drei Viertel der Schülerinnen und Schüler
an Fachschulen mit Berufsziel Erzieherin
bzw. Erzieher
9 394 Frauen und Männer erhielten im Schul-
jahr 2018/19 an den 96 Fachschulen eine
vertiefte berufliche Weiterbildung. Reichlich
drei Viertel (7 295) der Fachschülerinnen
und Fachschüler absolvierten ihre berufliche
Weiterbildung im Vollzeitunterricht, knapp
ein Viertel (2 009) im Teilzeitunterricht. Fast
76 Prozent der Schülerinnen und
Schü-
ler strebten die berufliche Qualifikation als
Staatlich anerkannte/r Erzieher/in und knapp
15 Prozent als Staatlich geprüfte/r
Techni-
ker/in an (siehe auch Tab. 7). 2018 verließen
3 029 Absolventinnen und Absolventen die
Fachschule mit einem erfolgreichen Abschluss.
Die meisten Gasthörerinnen und Gasthörer
an Hochschulen in Geisteswissenschaften
Im Wintersemester 2018/19 wurden von den
Hochschulen Sachsens 1 281 Gasthörerinnen
und Gasthörer gemeldet. Das waren 5 Prozent
weniger als im Wintersemester 2017/18 und
41 Prozent mehr als 2009/10. Gut 40 Prozent
(517) aller Gasthörenden wählten 2018/19 die
Fächergruppe Geisteswissenschaften. An
zwei-
ter Position folgte die Fächergruppe Rechts-,
Wirtschafts- und Sozialwissenschaften mit
282 Gasthörerinnen und Gasthörern (siehe
auch Abb. 20). 668 bzw. 52 Prozent der
Gast-
hörenden waren Frauen. Das Durchschnitts-
alter der Gasthörerschaft betrug 45,7 Jahre.
Gut 39 Prozent der Gasthörenden (502) waren
60 Jahre oder älter, ein Fünftel gehörte zu der
Altersgruppe der 30- bis unter 60-Jährigen
und 41 Prozent waren jünger als 30 Jahre.
Un-
ter den Gasthörerinnen und Gasthörern wa-
ren 225 Ausländerinnen und Ausländer (fast
18 Prozent). Damit stieg der Ausländeranteil
im Vergleich zum Wintersemester 2009/10 um
11 Prozentpunkte. Die meisten ausländischen
Gasthörerinnen und Gasthörer (149) kamen
aus Asien.
40,4
22,0
21,2
6,6
5,9
3,0
1,0
Abb. 20 Gasthörende im Wintersemester 2018/19 nach Fächergruppender ersten
Abb. 21
Fachrichtung
Abb. 21
in Prozent
1) Sport; Agrar-, Forst- und Ernährungswissenschaften, Veterinärmedizin; sonstige Fachrichtungen.
Geisteswissenschaften
Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften
Mathematik, Naturwissenschaften
Kunst, Kunstwissenschaft
Ingenieurwissenschaften
Humanmedizin/Gesundheitswissenschaften
Sonstige
1)
1 281
© Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen | Bildung in Sachsen - Ausgabe 2019 |
24

Personal
Mehr Personal in Kindertageseinrichtungen
Im März 2019 waren in den sächsischen
Kinder-
tageseinrichtungen insgesamt 40 932 Personen
beschäftigt, 4 481 Personen im hauswirtschaft-
lichen und technischen Bereich und 36 451 Per-
sonen als pädagogisches, Leitungs- und
Verwaltungspersonal. Im Vergleich zu 2018
waren das 1 536 Personen bzw. 4 Prozent mehr.
Im Vergleich zu 2009 stieg das pädagogische,
Leitungs- und Verwaltungspersonal um 12 120
bzw. 50 Prozent an. 78 Prozent des
pädagogi-
schen, Leitungs- und Verwaltungspersonals
verfügte über einen Berufsausbildungsabschluss
als Staatlich anerkannte/r Erzieher/in. 2009 lag
dieser Anteil noch bei 83 Prozent. 9 Prozent des
pädagogischen, Leitungs- und Verwaltungsper-
sonals bzw. 3 174 Personen haben eine
sozial-
pädagogische Ausbildung mit Diplom absolviert.
2009 betrug dieser Anteil lediglich 5 Prozent
(1 270 Personen).
21 Prozent des pädagogischen, Leitungs- und
Verwaltungspersonals arbeiteten 38,5 und
mehr Stunden in der Woche. Das Durch-
schnittsalter des pädagogischen, Leitungs-
und Verwaltungspersonals betrug 42,8 Jahre.
Weiterhin waren 2019 in Sachsen 1 592 Ta-
gesmütter und 117 Tagesväter für die Betreu-
ung von Kindern zuständig (siehe auch Tab. 8).
Weiterer Anstieg der Lehrkräfte an allge-
meinbildenden Schulen
Im Schuljahr 2018/19 wurden die Schülerin-
nen und Schüler an den allgemeinbildenden
Schulen von 30 791 voll- bzw.
teilzeitbeschäf-
tigten Lehrpersonen unterrichtet. Das waren
im Vergleich zum Vorjahr 689 bzw. reichlich
2 Prozent mehr. Gegenüber dem Schuljahr
2009/10 konnte ein Anstieg um 1 001 bzw.
gut 3 Prozent voll- bzw. teilzeitbeschäftigter
Lehrpersonen registriert werden. Der An-
teil der Vollzeitbeschäftigung betrug bei den
Lehrkräften an allgemeinbildenden Schulen
im Schuljahr 2018/19 knapp 60 Prozent und
2009/10 63 Prozent.
Die Geschlechterstruktur der voll- bzw.
teil-
zeitbeschäftigten Lehrpersonen war in den
einzelnen
Schularten
unterschiedlich.
Im
Schuljahr 2018/19 betrug der Frauenanteil
an allgemeinbildenden Schulen 78 Prozent.
Mit 91 Prozent hatten die Grundschulen den
höchsten Anteil an weiblichen Lehrpersonen.
0
20
40
60
80
100
Im Alter von …
bis … unter Jahren
unter 30
30 - 40
40 - 50
50 - 60
60 und mehr
Abb. 21 Personal in ausgewählten Bildungseinrichtungen 2018 nach Altersgruppen
Prozent
Berufsbildende
Schulen
2)
Allgemeinbildende
Schulen
2)
Hochschulen
3)
Kindertagesein-
richtungen
1)
1) Pädagogisches, Leitungs- und Verwaltungspersonal.
2) Voll- bzw. teilzeitbeschäftigte Lehrpersonen.
3) Hauptberuflich beschäftigtes wissenschaftliches und künstlerisches Personal.
© Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen | Bildung in Sachsen - Ausgabe 2019 |
25

Anstieg des Lehrpersonals an berufsbilden-
den Schulen gegenüber dem Vorjahr
Im Schuljahr 2018/19 unterrichteten 6 158 voll-
und teilzeitbeschäftigte Lehrpersonen an den
berufsbildenden Schulen. Im Vergleich zum
Schuljahr 2009/10 ist die Zahl der Lehrper-
sonen um über 8 Prozent gesunken und zum
Vorjahr um knapp 3 Prozent gestiegen. Der
Frauenanteil an berufsbildenden Schulen lag
bei knapp 64 Prozent (siehe auch Tab. 8).
Mehr als jede dritte Lehrkraft an den Schu-
len ist 55 Jahre und älter
Die Altersstruktur der voll- bzw.
teilzeitbe-
schäftigten Lehrkräfte an den sächsischen
Schulen ist unausgewogen. Im Schuljahr
2018/19 waren an allgemeinbildenden Schu-
len 16 Prozent der Lehrerinnen und Lehrer
unter 35 Jahre alt. Der Anteil der 55-Jährigen
und älteren Lehrkräfte betrug gut 37 Prozent.
Unter ihnen waren 42 Prozent 60 Jahre und
älter. An den berufsbildenden Schulen betrug
der Anteil der unter 35-Jährigen 13 Prozent
und der Anteil der Lehrkräfte, die 55 Jahre
und älter waren, knapp 35 Prozent. Fast die
Hälfte der Lehrpersonen dieser Gruppe war
60 Jahre und älter. Das Durchschnittsalter der
Lehrkräfte betrug an den allgemeinbildenden
Schulen 48,6 Jahre (2009/10: 49,1 Jahre) und
an den berufsbildenden Schulen 48,5 Jahre
(2009/10: 48,3 Jahre) (siehe auch Abb. 21).
17 Prozent des wissenschaftlichen und
künstlerischen Personals an Hochschulen
mit „klassischem“ Arbeitsvertrag
2018 zählten Sachsens Hochschulen
insge-
samt 39 765 Beschäftigte (ohne studentische
Hilfskräfte). Das waren gut 3 Prozent mehr als
im Jahr zuvor. Zum wissenschaftlichen und
künstlerischen Personal gehörten 21 401 Per-
sonen. Im Verwaltungs-, technischen und
sonstigen Bereich arbeiteten 18 364 Personen.
Der Anteil des wissenschaftlichen und künst-
lerischen Personals am Personal insgesamt
liegt seit 2015 konstant bei 54 Prozent (2009:
reichlich 50 Prozent). Hauptberuflich waren
im wissenschaftlichen und künstlerischen
Bereich 13 058 als wissenschaftliche und
künstlerische Mitarbeiter, 2 264 als Professo-
ren, 732 als Lehrkräfte für besondere Aufga-
ben sowie 109 als Dozentinnen und Dozenten
sowie Assistentinnen und Assistenten tätig.
Fast ein Viertel (5 238 Personen) des wissen-
schaftlichen und künstlerischen Personals
war nebenberuflich angestellt. Lediglich 3 715
bzw. etwas über 17 Prozent des
wissenschaft-
lichen und künstlerischen Personals an den
sächsischen Hochschulen hatten 2018 einen
„klassischen“ Arbeitsvertrag (hauptberuflich,
in Vollzeit und unbefristet). Knapp 40
Pro-
zent der Lehrkräfte (8 500) waren Frauen. In
den einzelnen Fächergruppen variierte der
Frauenanteil. In den Ingenieurwissenschaften
waren die Frauen (1 174) mit einem Anteil
von 20 Prozent deutlich unterrepräsentiert.
In der Humanmedizin (2 005) erreichte der
Frauenanteil 54 Prozent, in den
Geisteswis-
senschaften (759) fast 52 Prozent und in der
Agrar-, Forst- und Ernährungswissenschaften,
Veterinärmedizin (292) 57 Prozent (siehe auch
Abb. 22).
Merkmal
Insgesamt
Vollzeitbeschäftigt
Teilzeitbeschäftigt
Pädagogisches, Leitungs- und
Verwaltungspersonal
in
Kindertageseinrichtungen
36 451
7 651
28 800
darunter weiblich
33 309
6 874
26 435
Voll- und teilzeitbeschäftigte Lehrpersonen
an
allgemeinbildenden
Schulen
30 791
18 362
12 429
darunter weiblich
23 975
13 479
10 496
Voll- und teilzeitbeschäftigte Lehrpersonen
an
berufsbildenden Schulen
6 158
4 268
1 890
darunter weiblich
3 929
2 482
1 447
Hauptberufliches wissenschaftliches und
künstlerisches Personal an
Hochschulen
16 163
8 988
7 175
darunter weiblich
6 190
2 619
3 571
Tab. 8 Pädagogisches, Leitungs- und Verwaltungspersonal sowie Lehrpersonal in
Tab. 8
ausgewählten Bildungseinrichtungen 2018/2019 nach Geschlecht und
Tab. 8
Beschäftigungsumfang
© Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen | Bildung in Sachsen - Ausgabe 2019 |
26

68 Juniorprofessorinnen und
–professoren an Sachsens Hochschulen
2002 wurde innerhalb des wissenschaftlichen
und künstlerischen Personals die „Juniorpro-
fessur“ als neuer Weg zur Professur
einge-
führt. Demnach können Juniorprofessorinnen
und –professoren unter ausschließlicher Be-
urteilung ihrer wissenschaftlichen Leistungen
ohne Habilitation berufen werden. Dadurch
soll sich die Qualifikationszeit verkürzen und
die selbständige Lehre und Forschung für
die jungen Wissenschaftlerinnen und Wis-
senschaftler früher möglich sein. Der Bund
stellt für diese Laufbahn Fördermittel bereit.
Die sächsischen Hochschulen nutzen seit
2003 diese neue Möglichkeit der Personal-
entwicklung. 2018 gab es an sächsischen
Hochschulen 68 Juniorprofessorinnen und
-professoren. Das waren 3 Prozent mehr als
im Vorjahr und mehr als das Dreifache gegen-
über 2009. Die meisten Juniorprofessorinnen
und -professoren gab es 2018 in den Fächer-
gruppen Rechts-, Wirtschafts- und
Sozialwis-
senschaften (25), Geisteswissenschaften (11)
sowie Mathematik, Naturwissenschaften (10).
Abb. 22 Wissenschaftliches und künstlerisches Personal an den Hochschulen 2018 nach Fächergruppen
(ohne zentrale Einrichtungen)
in Prozent
38,4
14,0
15,0
16,7
6,7
5,8
3,4
12 180
männlich
15,4
26,3
22,1
11,8
8,9
9,9
5,6
7 634
weiblich
Ingenieurwissen-
schaften
Humanmedizin/Gesundheits-
wissenschaften
Rechts-, Wirtschafts-
und Sozialwissenschaften
Mathematik, Naturwissenschaften
Geisteswissenschaften
Kunst, Kunstwissenschaft
Sonstige
1)
1) Sport, Agrar-, Forst- und Ernährungswissenschaften, Veterinärmedizin, Außerhalb der Studienbereichsgliederung.
© Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen | Bildung in Sachsen - Ausgabe 2019 |
27

Lehrerinnen- und Lehrernachwuchs
Mehr Lehramtsstudentinnen und –studen-
ten an Hochschulen
Zum Wintersemester 2006/07 wurde das Lehr-
amtsstudium in Sachsen auf ein konsekutives
Studienmodell mit Bachelor- und Masterab-
schlüssen umgestellt. Seit 2012 ist man wieder
zur Ersten Staatsprüfung zurückgekehrt, wobei
hier die für Bologna-Studiengänge die typische
Modularisierung beibehalten wurde. Im Win-
tersemester 2018/19 befanden sich in beiden
Formen des Lehramtsstudiums 10 336 Stu-
dierende. Das waren 472 Studierende (knapp
5 Prozent) mehr als im Vorjahr. Damit steigt die
Zahl der Studierenden seit 2012/13 wieder an.
Im Wintersemester 2009/10 waren 3 265 Lehr-
amtsstudentinnen und -studenten weniger im-
matrikuliert (7 071).
Zahl der Lehramtsanwärterinnen und –an-
wärter steigt im Vergleich zum Vorjahr
Im Freistaat Sachsen bereiteten sich im Jahr
2018 im Rahmen der Lehrerinnen- und Leh-
rerausbildung im Landesamt für Schule und
Bildung 1 476 Teilnehmerinnen und Teilneh-
mer mit Erster Staatsprüfung auf die Zweite
Staatsprüfung vor. Das waren 549 Teilneh-
merinnen und Teilnehmer bzw. 59 Prozent
mehr als 2017. Im Vergleich zu 2009 hat
sich die Zahl um 451 erhöht. 2018 streb-
ten 435 Frauen und Männer das Lehramt an
Grundschulen (176 bzw. 68 Prozent mehr als
2017), 223 das Lehramt an Mittelschulen (107
bzw. gut 92 Prozent mehr), 75 das Lehramt
Sonderpädagogik (48 bzw. 178 Prozent mehr),
645 das Höhere Lehramt an Gymnasien (188
bzw. 41 Prozent mehr) und 98 das Höhere
Lehramt an berufsbildenden Schulen (30 bzw.
44 Prozent mehr) an. 72 Prozent der
Teilneh-
merinnen und Teilnehmer waren Frauen.
Weniger Absoventinnen und Absolventen
mit bestandener Zweiter Staatsprüfung
Im Jahr 2018 haben 575 Teilnehmerinnen
und Teilnehmer ihren zweijährigen
Vorberei-
tungsdienst im Rahmen der Lehrerinnen- und
Lehrerausbildung beendet und die Zweite
Staatsprüfung bestanden. Das waren 516 Teil-
nehmerinnen und Teilnehmer bzw. gut 47
Pro-
zent weniger als 2017. Die Befähigung für ein
Lehramt wurde für 217 Absolventinnen und
Absolventen als künftige Lehrkraft an Grund-
schulen (2 bzw. ein Prozent weniger als 2017),
40 an Mittelschulen (57 bzw. fast 59 Prozent
weniger), 239 an Gymnasien (352 bzw. knapp
60 Prozent weniger als 2017), 15 an
Förder-
schulen (39 bzw. 72 Prozent weniger) und 64 an
berufsbildenden Schulen (70 bzw. 52 Prozent
weniger) bestätigt. Von den Absolventinnen
und Absolventen mit Zweiter Staatsprüfung
waren 74 Prozent Frauen (siehe auch Abb. 23).
Abb. 23 Absolventinnen und Absolventen mit bestandener Zweiter
Staatsprüfung 2009, 2013, 2017 und 2018 nach Art des Lehramtes
0
100
200
300
400
500
600
2009
2013
2017
2018
2009
2013
2017
2018
2009
2013
2017
2018
2009
2013
2017
2018
2009
2013
2017
2018
Lehramt an
Grundschulen
Lehramt an
Mittelschulen
Höheres Lehramt
an Gymnasien
Lehramt
Sonderpädagogik
Höheres Lehramt
an berufsbildenden
Schulen
männlich
weiblich
© Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen | Bildung in Sachsen - Ausgabe 2019 |
28

Bildungsfinanzen
Ausgaben für öffentliche Schulen je Schü-
lerin und Schüler gestiegen
2016 gaben die öffentlichen Haushalte für die
Ausbildung eines Schülers oder einer Schü-
lerin an öffentlichen Schulen durchschnitt-
lich 7 100 Euro aus. Das waren 100 Euro
mehr als ein Jahr zuvor und 1 000 Euro
(26 Prozent) mehr als im Jahr 2009. Je nach
Schulart waren die Ausgaben pro Kopf un-
terschiedlich hoch. Die höchsten Ausgaben
wurden mit 8 000 Euro für die Schüler und
Schülerinnen an den Gymnasien getätigt. Die
vergleichsweise niedrigen Aufwendungen von
3 700 Euro für die Schülerinnen und Schüler
an den Berufsschulen im dualen System sind
vor allem durch den Teilzeitunterricht bedingt
(siehe auch Tab. 9).
Einnahmen und Ausgaben der Hochschulen
auf neuem Höchststand
Im Haushaltsjahr 2017 wurden im Frei-
staat Sachsen von den 26 Hochschulen und
2 Hochschulkliniken 2 818,3 Millionen Euro
für Lehre und Forschung (einschließlich Kran-
kenbehandlung in den Hochschulkliniken)
ausgegeben. Das waren 214,5 Millionen Euro
mehr als im Vorjahr. Gegenüber dem Jahr 2009
erhöhten sich die Ausgaben um 740,6 Millio-
nen Euro (36 Prozent). Die Gesamteinnahmen
der Hochschulen haben sich seit 2009 um
55 Prozent erhöht und erreichten 2017 mit
1 559,2 Millionen Euro einen neuen Höchst-
stand (siehe auch Tab. 10).
Hoher Deckungsgrad durch Drittmittel
Für die Hochschulfinanzierung und als
Indi-
kator für die Qualität der Forschung an den
Hochschulen gewinnen die Drittmitteleinnah-
men immer mehr an Bedeutung. In Sachsen
wurden im Jahr 2017 mit einem Betrag von
536,5 Millionen Euro insgesamt 19 Prozent
der Gesamtausgaben der Hochschulen mit
Drittmitteln abgedeckt. 2009 waren es knapp
3 Prozentpunkte weniger.
Den mit Abstand höchsten Betrag erzielten
2017 die Universitäten in der Fächergruppe
„Ingenieurwissenschaften“ mit 902 570 Euro
je Professorin bzw. Professor. Das war fast das
Vierfache der Drittmittel je Professorin bzw.
Professor für die Hochschulen insgesamt.
Weniger „Meister-BAföG“-Empfängerin-
nen und -Empfänger
Insgesamt 6 505 Personen in Sachsen erhiel-
ten 2018 Leistungen nach dem Aufstiegsfort-
bildungsförderungsgesetz (AFBG). Die Zahl
der Empfängerinnen und Empfänger vom
sogenannten „Meister-BAföG“ ging damit im
Vergleich zum Vorjahr um 252 Personen (fast
4 Prozent) zurück. Damit hält der
Abwärts-
trend seit 2014 weiter an. Die Förderzusagen
für 2018 umfassten insgesamt 33,1 Millio-
nen Euro und lagen damit 2 Prozent unter
dem Vorjahreswert. Im Jahr 2009 wurden
nur 30,5 Millionen Euro für diese Förderung
Schulart
Ausgaben
Allgemeinbildende Schulen
7 500
darunter
Grundschulen
5 800
Mittel-/Oberschulen
7 800
Gymnasien
8 000
Berufsbildende Schulen
5 300
darunter
Berufsschulen im dualen System
2)
3 700
Insgesamt
7 100
Tab. 9 Ausgaben
1)
für öffentliche Schulen
Tab. 9
je Schülerin und Schüler im
Haushaltsjahr 2016
Tab. 9
nach Schularten
(in €)
1) Personalausgaben für Schulen und Schulverwaltung
einschließlich unterstellte Sozialbeiträge für
verbeamtete Lehrkräfte sowie Beihilfeaufwendungen,
laufender Sachaufwand, Investitionsausgaben.
2) Teilzeitunterricht.
Quelle: Statistisches Bundesamt (2016): Bildungsausgaben.
Ausgaben je Schülerin und Schüler 2016
Merkmal
2017
Ausgaben der Hochschulen
2 818 294
dar. Personalausgaben
1)
1 711 739
Investitionsausgaben
332 756
Grundmittel je Studierender
2)
8,6
Einnahmen der Hochschulen
1 559 167
dar. Drittmittel
536 462
Drittmittel je Professor/in
252,4
Tab.10 Ausgaben und Einnahmen der
Tab.10
Hochschulen 2017
(in 1 000 €)
1) Einschl. Beihilfen und Unterstützungen für Beamtinnen,
Beamte und Angestellte.
© Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen | Bildung in Sachsen - Ausgabe 2019 |
29

aufgewendet. 18,2 Millionen Euro wurden
2018 in Form von Darlehen und 14,9 Millio-
nen Euro als Zuschüsse bewilligt. Die Geförder-
ten erhielten Zuschüsse zur Finanzierung der
Lehrgangs- und Prüfungsgebühren (3,9 Milli-
onen Euro), Zuschüsse für den Lebensunterhalt
(8,8 Millionen Euro) und Zuschüsse für die
Kinderbetreuung (249 000 Euro). Als Darlehen
standen 5,8 Millionen Euro für Lehrgangs-
und Prüfungsgebühren, 10,8 Millionen Euro
für den Unterhaltsbedarf und 28 000 Euro für
die Anfertigung des „Meisterstücks“ oder einer
vergleichbaren Prüfungsarbeit zur Verfügung
(siehe auch Abb. 24 sowie Tab. 11).
Zahl der BAföG-Empfängerinnen und -Emp-
fänger sinkt weiter
44 897 Schülerinnen und Schüler sowie Stu-
dierende erhielten 2018 in Sachsen Leistungen
nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz
(BAföG). Das waren insgesamt 3 395 Emp-
fängerinnen und Empfänger bzw. 7 Prozent
weniger als 2017. Die Zahl der geförderten
Studierenden sank um fast 8 Prozent auf
29 820 und die Zahl der geförderten Schüle-
rinnen und Schüler um knapp 6 Prozent auf
15 077. Die höchste Anzahl war 2005 mit
79 814 Geförderten zu verzeichnen. Seit dem
ist ein kontinuierlicher Rückgang erkennbar.
2018 wurden für die Ausbildungsförderung
174,4 Millionen Euro aufgewendet. Das waren
18,6 Millionen Euro bzw. fast 10 Prozent
we-
niger als ein Jahr zuvor. Etwas über 67 Prozent
der finanziellen Mittel wurden als Zuschuss
gezahlt und knapp 33 Prozent in Form von
zinslosen Darlehen bereitgestellt. Der
durch-
schnittliche Förderbetrag pro Kopf betrug
487 Euro und damit 23 Prozent mehr als im
Jahr 2009. Durchschnittlich erhielt 2018 eine
Schülerin bzw. ein Schüler in Sachsen
monat-
lich 453 Euro, ein Studierender 505 Euro (sie-
he auch Abb. 25 sowie Tab. 11).
Zahl der Deutschlandstipendien weiter
gestiegen
Die Vergabe des Deutschlandstipendiums ist
zum Sommersemester 2011 an den staatlichen
und staatlich anerkannten Hochschulen in
Sachsen gestartet. Es fördert einkommensunab-
hängig begabte und leistungsstarke Studierende
mit monatlich 300 Euro. Das Geld dafür stammt
zur Hälfte von privaten Mittelgebern und zur
Hälfte vom Bund (Stipendienprogramm-Ge-
setz-StipG vom 21. Juni 2010). 2018 beteiligten
sich in Sachsen 18 der 26 Hochschulen an der
Vergabe von insgesamt 1 288 Deutschlandsti-
pendien. Das waren mehr als viermal so viele
Stipendiatinnen bzw. Stipendiaten wie 2011
und ein Prozent mehr als im Vorjahr. Die Hälfte
des Geldes zur Finanzierung des
Deutschland-
stipendiums stammte in Sachsen 2018 von
546 Mittelgebern. Es wurden insgesamt knapp
1,4 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.
Da-
mit hat sich der finanzielle Aufwand gegenüber
dem Start 2011 verachtfacht.
Abb. 24 Nach dem Aufstiegsfortbil-
dungsförderungsgesetz
Geförderte
0
1
2
3
4
5
6
7
8
9
2009 2016 2017 2018
Tausend
Vollzeit-
fälle
Teilzeit-
fälle
0
100
200
300
400
500
600
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
2018
Abb. 25 Durchschnittlicher BAföG Förderungsbetrag pro Kopf und Monat
Euro
Schülerinnen,
Schüler
Insgesamt
Studierende
Merkmal
2018
Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG)
Geförderte insgesamt
44 897
Finanzieller Aufwand in 1 000 €
174 434
Zuschuss in 1 000 €
117 543
Darlehen in 1 000 €
56 891
Durchschnittlicher Förderungs-
betrag in €/Monat
487
Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG)
Geförderte insgesamt
6 505
Finanzieller Aufwand in 1 000 €
33 146
Zuschuss in 1 000 €
14 901
Darlehen in 1 000 €
18 245
Tab. 11 Geförderte und finanzieller
Aufwand nach dem BAföG und
AFBG 2018
© Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen | Bildung in Sachsen - Ausgabe 2019 |
30

Bundesvergleich
Kinderbetreuungsquote in Sachsen weit
über Bundesdurchschnitt
2018 betrug die Betreuungsquote in Sachsen
für die Kinder unter 3 Jahren 50,9 Prozent.
Damit lag sie um mehr als 17 Prozentpunkte
über dem Bundesdurchschnitt. Beim Vergleich
aller Bundesländer stand Sachsen an 5. Stelle.
Höhere Betreuungsquoten hatten die anderen
neuen Bundesländer (außer Berlin). In den
alten Bundesländern lagen die Betreuungs-
quoten unter dem Bundesdurchschnitt. Die
niedrigste Quote hatte Nordrhein-Westfalen
mit 27,2 Prozent.
Anteil fristgemäßer Einschulungen in
Sachsen über Bundesdurchschnitt
Während in Deutschland 2018 die Zahl der
Einschulungen insgesamt im Vergleich zu
2009 um weniger als ein Prozent zurückging,
stiegen in Sachsen in diesem Zeitraum die
Schulanfängerzahlen um fast 19 Prozent. Die
Einschulung erfolgte bei 90 Prozent der
Erst-
klässler in Deutschland fristgemäß. Sachsen
lag mit einem Anteil von gut 91 Prozent im
Mittelfeld aller Bundesländer. Anteilig wer-
den mehr Mädchen vorzeitig und weniger
verspätet eingeschult. Das trifft sowohl auf
Deutschland als auch auf Sachsen zu.
Fast die Hälfte der Schulentlassenen mit
Realschulabschluss
2018 erreichten in Sachsen fast 50 Pro-
zent der Absolventinnen und
Absolven-
ten an allgemeinbildenden Schulen den
Realschulabschluss, 2009 waren es 44 Pro-
zent. Für Deutschland lag 2018 der Anteil der
Absolventinnen und Absolventen mit Real-
schulabschluss bei 42 Prozent. Damit liegt
Sachsen gut 7 Prozentpunkte über dem Anteil
in Deutschland insgesamt.
Studienanfängerinnen- und -anfängerquo-
te in Sachsen knapp 62 Prozent
2017 betrug die Studienanfängerinnen- und
-anfängerquote an den sächsischen Hoch-
schulen (Land des Studienorts) etwas unter
62 Prozent (2016 gut 62 Prozent). Damit lag
die Studienanfängerinnen- und -anfängerquo-
te an den sächsischen Hochschulen (Land des
Studienorts) fast 5 Prozentpunkte über dem
Bundesdurchschnitt von 57 Prozent und auf
dem 5. Platz im Ranking aller Bundesländer.
Absolventinnen- und Absolventenquote
an den sächsischen Hochschulen über dem
Bundesdurchschnitt
2017 wurden in Sachsen 13 365 bestande-
ne Prüfungen eines Erststudiums gemeldet.
Gemessen an der altersspezifischen
Bevöl-
kerung ergab sich eine Absolventinnen- und
absolventenquote von etwas über 35 Prozent.
Damit wies Sachsen im Vergleich zu den
an-
deren neuen Bundesländern (ohne Berlin) die
höchste Absolventinnen- und Absolventen-
quote auf. In der Rangliste aller Bundesländer
stand Sachsen damit an 4. Stelle und lag um
3,5 Prozentpunkte über dem
Bundesdurch-
schnitt von knapp 32 Prozent.
Betreuungsrelation an den sächsischen
Hochschulen liegt unter dem Bundesdurch-
schnitt
2017 wurden an den sächsischen Hoch-
schulen von einer Lehrkraft durchschnittlich
13 Studierende betreut. Damit lag Sachsen im
Mittelfeld aller Bundesländer und fast 4 Pro-
zentpunkte unter dem Bundesdurchschnitt.
Die Betreuungsquote unterlag einer starken
Varianz zwischen den einzelnen
Bundeslän-
dern. Die höchste Betreuungsrelation hatte
Bremen mit 24 und die niedrigste Mecklen-
burg-Vorpommern mit knapp 12 Studieren-
den je Lehrkraft.
Drittmitteleinnahmen je Professorin bzw.
Professor an Sachsens Hochschulen Spitze
2017 belegte Sachsen bei den Drittmittel-
einnahmen je Professorin bzw. Professor im
bundesweiten Vergleich den ersten Platz und
lag mit einem Betrag von 252 420 Euro je Pro-
fessorin bzw. Professor um etwa 73 500 Euro
über dem Bundesdurchschnitt. In Rheinland-
Pfalz erzielte eine Professorin bzw. Professor
mit 124 930 Euro weniger als die Hälfte der
Einnahmen als eine Professorin bzw. ein
Pro-
fessor in Sachsen.
Bei den laufenden Grundmitteln, die den
Hochschulen vom Träger je Studierenden zur
Verfügung gestellt werden, rangierte Sachsen
mit 8 620 Euro je Studierender bundesweit
auf dem 6. Platz und erhielt damit 13 Prozent
weniger als der Spitzenreiter Niedersachsen
mit 9 900 Euro je Studierender.
© Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen | Bildung in Sachsen - Ausgabe 2019 |
31

Tab. 12 Sachsen und Deutschland im Vergleich 2018
Merkmal
Einheit
Sachsen
Deutschland
Betreuungsquote der Kinder im Alter von 0 bis unter 3 Jahren
Prozent
50,9
33,6
Betreuungsquote der Kinder im Alter von 3 bis unter 6 Jahren
Prozent
95,2
93,0
Anteil der fristgemäßen Einschulungen
Prozent
91,3
90,1
Veränderung der Schülerzahl an allgemeinbildenden Schulen zum Schuljahr 2009/10
Prozent
23,9
-6,4
Anteil der Wechsler/Wechslerinnen von der Grundschule an das Gymnasium
Prozent
43,8
40,5
Absolventinnen und Absolventen/Abgängerinnen und Abgänger an allgemeinbildenden Schulen
Prozent
100
100
ohne Hauptschulabschluss
Prozent
8,8
6,8
Hauptschulabschluss
Prozent
8,5
16,0
Realschulabschluss
Prozent
49,5
42,2
Allgemeine Hochschulreife/ Fachhochschulreife
Prozent
33,2
35,1
Veränderung der Schülerzahl an berufsbildenden Schulen zum Schuljahr 2009/10
Prozent
-25,0
-11,5
Neuanfänger/Neuanfängerinnen an berufsbildenden Schulen mit allgemeiner Hochschulreife
Prozent
11,3
9,7
Schüler/Schülerinnen in der dualen Ausbildung an Berufsschulen
Prozent
50,6
57,7
Studienberechtigtenquote (2017)
Prozent
46,8
51,0
Studienanfängerquote nach dem Land des Studienorts (2017)
Prozent
61,8
57,0
Absolventenquote (2017)
Prozent
35,3
31,8
Betreuungsrelation
1)
(2017)
Studierende je
wissenschaftliches Personal
13,2
16,8
Erstabsolventenquote
1)
(2017)
Erstabsolvent/Erstabsolventin je
wissenschaftliches Personal
1,6
1,8
Veränderung der Studentenzahl zu 2009 (Sachsen WS 2018/19; Deutschland WS 2017/18)
Prozent
-0,5
34,1
Ausgaben für öffentliche Schulen je Schülerin und Schüler
allgemeinbildende Schulen 2016
1 000 €
7,5
7,7
berufsbildende Schulen 2016
1 000 €
5,3
4,9
BAföG - Durchschnittlicher Förderungsbetrag je Monat
487
482
Grundmittel je Studierender
1 000 €
8,6
7,3
Drittmittel je Professor/Professorin
2)
1 000 €
252,4
178,9
1) Personal in Vollzeitäquivalenten (ohne drittmittelfinanziertes Personal) nach der organisatorischen Zugehörigkeit.
2) In Vollzeitäquivalenten (VzÄ); ohne drittmittelfinanzierte und nebenberufliche Professoren/Professorinnen.
© Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen | Bildung in Sachsen - Ausgabe 2019 |
32

Glossar
Bildungsbeteiligung und Bildungsstand der
Bevölkerung
Mikrozensus
Der Mikrozensus ist eine laufende
Reprä-
sentativstatistik über die Bevölkerung und
den Arbeitsmarkt, die in der Bundesrepublik
Deutschland bereits seit 1957 durchgeführt
wird. Zwischen den Volkszählungen ist der
Mikrozensus die einzige amtliche Statistik, die
im Zusammenhang und in tiefer fachlicher
Gliederung Angaben über die Bevölkerung,
ihre Struktur, ihre wirtschaftliche und soziale
Lage sowie ihre Erwerbsbeteiligung bereit-
stellt. Beim Mikrozensus handelt es sich um
eine Flächenstichprobe, die ein Prozent aller
Haushalte erfasst. Die Auswahl der Haus-
halte erfolgt mittels eines mathematisch-
statistischen Zufallsverfahrens (geschichtete
Klumpenauswahl). Jährlich wird ein Viertel
der zu befragenden Haushalte ausgetauscht,
um deren Belastungen auf maximal vier
Jah-
re zu beschränken und dennoch Aussagen
im Zeitvergleich zu ermöglichen. In Sachsen
gelangen so jährlich rund 20 000 Haushalte
in die Auswahl. Ab 2005 erfolgte der bereits
langfristig von der EU geforderte Umstieg auf
eine unterjährige Erhebung mit gleitender
Berichtswoche. Das heißt, die Befragung der
Haushalte ist gleichmäßig über das gesamte
Kalenderjahr verteilt.
Kindertagesbetreuung
Kindertagesbetreuung
Als Kindertagesbetreuung wird die öffentlich
organisierte und finanzierte Form der
Kinder-
betreuung bezeichnet. Sie gehört zur Kinder-
und Jugendhilfe. Ihre rechtliche Grundlage
findet sie im SGB VIII - Kinder- und
Jugend-
hilfe. Kindertagesbetreuung umfasst die Er-
ziehung, Bildung und Betreuung von Kindern
in Tageseinrichtungen (Kindertagesstätten)
und in der Kindertagespflege.
Kindertageseinrichtungen
Das sind Einrichtungen, in denen Kinder
ganz-
tägig oder für einen Teil des Tages aufgenom-
men, in Gruppen gefördert sowie pflegerisch
und erzieherisch regelmäßig betreut werden,
die über haupt- oder nebenberufliches
Perso-
nal verfügen und für die eine Betriebserlaub-
nis nach § 45 SGB VIII oder eine vergleichbare
Genehmigung vorliegt.
Kindertagespflege
Sie bezeichnet die zeitweise Betreuung von
Kindern bei einer von den Jugendämtern ge-
förderten
Tagespflegeperson
(Tagesmutter
oder Tagesvater) in ihrem Haushalt, im Haus-
halt des Personensorgeberechtigten oder in
anderen Räumen. Die Kindertagespflege ist
neben der Tagesbetreuung in Kindertagesein-
richtungen eine gleichwertige Form der Kin-
dertagesbetreuung.
Betreuungsquote
Die Betreuungsquote ist die Anzahl der
be-
treuten Kinder in Kindertageseinrichtungen
und in der mit öffentlichen Mitteln geförder-
ten Kindertagespflege bezogen auf die
Bevöl-
kerung entsprechenden Alters in Prozent.
Allgemeinbildende Schulen
Grundschulen
Die Grundschulen umfassen die Klassenstufen
1 bis 4. Sie haben die Aufgabe, alle Schüle-
rinnen und Schüler in einem gemeinsamen
Bildungsgang ausgehend von den individuel-
len Lern- und Entwicklungsvoraussetzungen
unter Einbeziehung von Elementen des
spiele-
rischen und kreativen Lernens zu den
weiter-
führenden Bildungsgängen zu führen.
Mittel-/Oberschulen
Die Mittel-/Oberschulen (seit dem 1. August
2013 führen die öffentlichen Schulen der
Schulart Mittelschule die Bezeichnung
„Ober-
schule“) umfassen die Klassenstufen 5 bis 10
und vermitteln eine allgemeine und berufsvor-
bereitende Bildung. Die Klassenstufen 5 und 6
haben Orientierungsfunktion, ab Klassenstu-
fe 7 beginnt eine auf Leistungsentwicklung
und Abschlüsse bezogene Differenzierung.
Die Ausbildung an den Mittel-/Oberschulen
schließt mit dem Hauptschulabschluss, dem
qualifizierenden Hauptschulabschluss oder
dem Realschulabschluss ab.
© Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen | Bildung in Sachsen - Ausgabe 2019 |
33

Gymnasien
Die Gymnasien vermitteln den Schülerinnen
und Schülern mit entsprechenden Begabun-
gen und Bildungsabsichten eine vertiefte
allgemeine Bildung. Sie umfassen die Klas-
sen- bzw. Jahrgangsstufen 5 bis 12, wobei die
Klassenstufen 5 und 6 Orientierungsfunktion
haben. An den Gymnasien werden besondere
Profile mit informatischer Bildung
eingerich-
tet. Die Schülerinnen und Schüler der Gym-
nasien schließen ihre schulische Ausbildung
mit der Abiturprüfung ab und erwerben die
allgemeine Hochschulreife.
Förderschulen
Die Förderschulen werden von Schülerinnen
und Schülern besucht, die wegen der Beein-
trächtigung einer oder mehrerer physischer
oder psychischer Funktionen auch durch be-
sondere Hilfen in den anderen allgemeinbil-
denden Schulen nicht oder nicht hinreichend
integriert werden können und deshalb über
einen längeren Zeitraum einer sonderpädago-
gischen Förderung bedürfen. An den Förder-
schulen können die Abschlüsse der übrigen
Schularten erworben werden.
Freie Waldorfschulen
Die Freien Waldorfschulen sind Ersatzschulen
und zeichnen sich durch eine besondere
pä-
dagogische Prägung (Rudolf Steiner) aus. Sie
umfassen die Klassen- und Jahrgangsstufen
1 bis 13. Die Ausbildung an einer Freien Wal-
dorfschule ist der Ausbildung einer entspre-
chenden öffentlichen Schule gleichwertig.
Einschulungen
Mit dem Beginn des Schuljahres werden alle
Kinder, die bis zum 30. Juni des laufenden
Ka-
lenderjahres das sechste Lebensjahr vollendet
haben, schulpflichtig. Kinder, die in der Zeit
vom 1. Juli bis 30. September des laufenden
Kalenderjahres das sechste Lebensjahr vollen-
den, gelten mit Anmeldung als schulpflichtig
(fristgemäße Einschulung). Auf Antrag der Er-
ziehungsberechtigten können jüngere Kinder
in die Schule aufgenommen werden, wenn
sie den für den Schulbesuch erforderlichen
geistigen und körperlichen Entwicklungsstand
besitzen (vorzeitige Einschulung).
Kinder, die bei Beginn der Schulpflicht
geis-
tig und körperlich nicht genügend entwickelt
sind, um mit Erfolg am Unterricht
teilzuneh-
men, können um ein Jahr vom Schulbesuch
zurückgestellt werden (Einschulung nach
Zu-
rückstellung).
Schulpflicht
Schulpflicht besteht für alle Kinder und
Ju-
gendlichen, die im Freistaat Sachsen ihren
Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt oder
ihre Ausbildungs- oder Arbeitsstätte haben.
Schülerinnen und Schüler, deren Her-
kunftssprache nicht oder nicht ausschließ-
lich Deutsch ist (ehemals Schülerinnen und
Schüler mit Migrationshintergrund)
Schülerinnen und Schüler, deren Herkunfts-
sprache nicht oder nicht ausschließlich
Deutsch ist, sind jene, die zwei- oder
mehr-
sprachig aufwachsen und die selbst oder de-
ren Eltern (bzw. ein Elternteil) oder Großeltern
nach Deutschland zugewandert sind,
unge-
achtet ihrer gegenwärtigen Staatsangehö-
rigkeit und ungeachtet des Aufenthaltsstatus
(eine zeitliche Begrenzung gibt es nicht).
Absolventinnen und Absolventen/Abgän-
gerinnen und Abgänger allgemeinbildender
Schulen
Absolventinnen und Absolventen/Abgänge-
rinnen und Abgänger sind Schülerinnen und
Schüler, die nach Erfüllung der
Vollzeitschul-
pflicht (neun Schuljahre) die
allgemeinbil-
dende Schule mit einem Abschlusszeugnis
(Absolventinnen und Absolventen) oder Ab-
gangszeugnis (Abgängerinnen und
Abgän-
ger) verlassen. Schülerinnen und Schüler von
Mittel-/Oberschulen, Gymnasien und För-
derschulen ohne Abschluss erhalten ein Ab-
gangszeugnis.
Hauptschulabschluss
Nach erfolgreichem Besuch der Klassenstufe
9 und Teilnahme an einer besonderen Leis-
tungsfeststellung erwerben die Schülerinnen
und Schüler im Hauptschulbildungsgang den
Hauptschulabschluss. Schülerinnen und Schü-
ler im Realschulbildungsgang, die die Mittel-/
Oberschule oder die Förderschule nach Verset-
zung in die Klassenstufe 10 verlassen,
erwer-
ben den Hauptschulabschluss. Schülerinnen
und Schüler an Gymnasien, die das Gymna-
sium nach Versetzung in die Klassenstufe 10
verlassen, erwerben einen dem Hauptschulab-
schluss gleichgestellten Schulabschluss.
Realschulabschluss
Mit dem erfolgreichen Besuch der Klassen-
stufe 10 und bestandener Abschlussprüfung
erwerben die Schülerinnen und Schüler im Re-
alschulbildungsgang den Realschulabschluss.
An den Gymnasien wird mit der Versetzung
von Klassenstufe 10 nach Jahrgangsstufe 11
ein dem Realschulabschluss gleichgestellter
mittlerer Schulabschluss erworben. In die Ver-
setzungsentscheidung geht ab dem Schuljahr
© Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen | Bildung in Sachsen - Ausgabe 2019 |
34

2005/06 das Ergebnis einer besonderen Leis-
tungsfeststellung ein.
Allgemeine Hochschulreife
Ziel der Abiturprüfung ist die Feststellung der
allgemeinen Hochschulreife. Diese wird durch
eine Gesamtqualifikation erworben und setzt
sich zusammen aus den Leistungen:
in der Abiturprüfung
in den Leistungskursen
in bestimmten anrechenbaren Grundkursen.
Studienberechtigte Schulabgängerinnen
und -abgänger
Studienberechtigte Schulabgängerinnen und
-abgänger sind Absolventinnen und Absolven-
ten des allgemeinbildenden und beruflichen
Schulwesens mit allgemeiner Hochschulreife
oder mit Fachhochschulreife.
Studienberechtigtenquote
Für die Studienberechtigtenquote wird der An-
teil der Studienberechtigten an der sächsischen
Wohnbevölkerung des entsprechenden Ge-
burtsjahres am 31. Dezember des
vorhergehen-
den Berichtsjahres für jeden einzelnen Jahrgang
errechnet und zu einer Quote über alle
Jahrgän-
ge addiert (Quotensummenverfahren).
Voll- bzw. teilzeitbeschäftigte Lehrpersonen
Die Zuordnung voll- bzw.
teilzeitbeschäftig-
ter Lehrpersonen nach der Voll- (100 Pro-
zent) und Teilzeitbeschäftigung (unter 100
Prozent) erfolgt nach dem
Beschäftigungs-
umfang (Pflichtstundenzahl laut geltendem
Arbeitsvertrag), unabhängig von den wegen
der Gewährung von Anrechnungs- und Ermä-
ßigungsstunden tatsächlich erteilten Unter-
richtsstunden.
Berufsbildende Schulen
Berufsschulen
Berufsschulen vermitteln in der dualen Be-
rufsausbildung berufsübergreifende und be-
rufsbezogene Lerninhalte. Berufsschulen sind
eigenständige Lernorte und gleichberechtigte
Partner der betrieblichen Ausbildung. Sie füh-
ren gemeinsam mit dem Ausbildungsbetrieb
zu einem Berufsabschluss in einem
anerkann-
ten Ausbildungsberuf. An den Berufsschulen
können auch allgemeine Schulabschlüsse
erworben werden, u. a. auch die allgemeine
Hochschulreife in Verbindung mit dem Be-
rufsabschluss („Duale Berufsausbildung mit
Abitur“ - DuBAS). Berufsschulen sind von den
Berufsschulpflichtigen, die einen
Berufsaus-
bildungsvertrag abgeschlossen haben, ver-
pflichtend zu besuchen.
An Berufsschulen gibt es Klassen, in denen
ausschließlich Schülerinnen und Schüler mit
sonderpädagogischem Förderbedarf unter-
richtet werden, die in einem Beruf gemäß § 66
Berufsbildungsgesetz (BBiG) oder § 42m der
Handwerksordnung (HwO) ausgebildet wer-
den.
Berufliche Gymnasien
Berufliche Gymnasien vermitteln in
verschie-
denen Fachrichtungen allgemeine und be-
rufsbezogene Lerninhalte. Sie umfassen die
Einführungsphase (Klassenstufe 11) sowie die
Jahrgangsstufen 12 und 13. Aufnahmevor-
aussetzung für Berufliche Gymnasien ist der
mittlere Schulabschluss, ggf. in Verbindung
mit einer Berufsausbildung. Das Berufliche
Gymnasium verleiht die allgemeine Hoch-
schulreife (Abitur), dieser Abschluss berechtigt
zu einem Studium an allen Universitäten und
Hochschulen in allen Studiengängen.
Berufsfachschulen
Berufsfachschulen bilden Schülerinnen und
Schüler in einem Beruf aus oder bereiten sie
auf eine Berufsausbildung vor. Die Berufsfach-
schule trägt die Gesamtverantwortung für die
Ausbildung und vermittelt berufsübergreifen-
de und berufsbezogene Lerninhalte. Die
schu-
lische Ausbildung beinhaltet Betriebspraktika
und/oder eine berufspraktische Ausbildung.
Fachoberschulen
Fachoberschulen werden in verschiedenen
Fachrichtungen geführt. Sie vermitteln all-
gemeine und auf die jeweilige Fachrichtung
zugeschnittene fachtheoretische Lerninhalte.
Die zweijährige Ausbildung beinhaltet zudem
fachpraktischen Unterricht in Einrichtungen
außerhalb der Schule. Fachoberschulen um-
fassen die Klassenstufen 11 und 12 und werden
ein- oder zweijährig geführt. Bewerberinnen
und Bewerber mit einem Realschulabschluss
und einer abgeschlossenen Berufsausbildung
können unmittelbar in die Klassenstufe 12
eintreten. Die einjährige Fachoberschule kann
auch in Teilzeitform durchgeführt werden.
Die Fachoberschule führt zu einer
Fachhoch-
schulreife, die unabhängig von der besuch-
ten Fachrichtung zu einem Studium an allen
Fachhochschulen berechtigt.
Fachschulen
Fachschulen dienen der beruflichen
Weiter-
bildung und haben die Aufgabe, Fachkräfte
mit beruflichen Erfahrungen zu befähigen,
Tätigkeiten im mittleren Funktionsbereich
zu übernehmen. Fachschulen werden i. d. R.
nach einem bereits erworbenen Berufsab-
schluss und entsprechender praktischer Be-
rufserfahrung besucht. Unter bestimmten
Voraussetzungen kann die Fachhochschulreife
© Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen | Bildung in Sachsen - Ausgabe 2019 |
35

erworben werden. Die Ausbildung an den
Fachschulen vermittelt berufsübergreifende
und berufsbezogene Lerninhalte und wird in
Voll- oder Teilzeitform durchgeführt.
Übergangssystem
Jugendliche münden in das Übergangssystem,
wenn sie nach dem Verlassen der allgemein-
bildenden Schule keinen Berufsausbildungs-
platz bzw. keine Beschäftigung gefunden
haben oder noch nicht die erforderlichen Vor-
aussetzungen/Anforderungen für die
Aufnah-
me der entsprechenden Ausbildung erfüllen.
Im Übergangssystem bekommen sie die Mög-
lichkeiten allgemeinbildende Schulabschlüsse
zu erwerben und sich beruflich zu orientieren.
Zum Übergangssystem gehören:
das Berufsgrundbildungsjahr
das Berufsvorbereitungsjahr und
die berufsvorbereitenden Bildungsmaß-
nahmen.
Neuanfängerinnen und Neuanfänger an
berufsbildenden Schulen
Neuanfängerinnen und Neuanfänger sind
Schülerinnen und Schüler, die erstmals im
belegten Bildungsgang unterrichtet werden.
Es handelt sich hierbei um Schülerinnen und
Schüler im 1. Ausbildungsjahr bzw. die Schüler
im 2. Ausbildungsjahr, denen aufgrund ihrer
Vorbildung das 1. Ausbildungsjahr erlassen
wird. Nicht zu den Neuanfängerinnen und
Neuanfängern gehören Wiederholer.
Absolventinnen und Absolventen/
Abgängerinnen und Abgänger berufsbil-
dender Schulen
Absolventinnen und Absolventen/ Abgänge-
rinnen und Abgänger berufsbildender Schulen
sind Schülerinnen und Schüler, die eine Aus-
bildung an einer Schulart der berufsbildenden
Schulen mit Abgangszeugnis (ohne Erfolg)
oder Abschlusszeugnis (mit Erfolg) beendet
haben. Die jährliche amtliche Statistik der
berufsbildenden Schulen erfasst die Schüle-
rinnen und Schüler in der schulischen Aus-
bildung, unabhängig vom Bestehen dieser
Ausbildung im praktischen Teil.
Hochschulen
Hochschulen
Als Hochschulen werden alle nach Landes-
recht anerkannten Hochschulen, unabhängig
von der Trägerschaft ausgewiesen. Sie dienen
der Pflege und Entwicklung der
Wissenschaf-
ten und der Künste durch Forschung, Lehre
und Studium. Die Hochschulen bereiten auf
berufliche Tätigkeiten vor, die die Anwendung
wissenschaftlicher Erkenntnisse und Metho-
den oder die Fähigkeit zur künstlerischen
Ge-
staltung erfordern.
Hochschulzugangsberechtigung (HZB)
Die Zulassung zum Studium setzt eine
Stu-
dien- oder Hochschulzugangsberechtigung
voraus. Die Voraussetzungen sind je nach
Hochschulart unterschiedlich.
Studienanfängerinnen und Studienanfänger
Studienanfängerinnen und Studienanfänger
sind Studierende im ersten Hochschulsemes-
ter (Erstimmatrikulierte). Als Hochschulsemes-
ter zählen nur die an deutschen Hochschulen
verbrachten Semester. In die Jahreszahl gehen
alle Studienanfängerinnen und Studienanfän-
ger ein, die sich im Sommer- und nachfolgen-
den Wintersemester an einer Hochschule in
Sachsen eingeschrieben haben.
Studienanfängerinnen- und -anfängerquote
Für die Studienanfängerinnen- und -an-
fängerquote wird der Anteil der Studienan-
fängerinnen und Studienanfänger an der
sächsischen Wohnbevölkerung des entspre-
chenden Geburtsjahres am 31. Dezember des
vorhergehenden Berichtsjahres für jeden ein-
zelnen Jahrgang errechnet und zu einer Quote
über alle Jahrgänge addiert. Diese Quote wird
sowohl für Studierende an den sächischen
Hochschulen und an der Berufsakademie
Sachsen als auch für Studierende in Deusch-
land, die ihre HZB in Sachsen erworben haben,
berechnet.
Studienfach, Studienbereich, Fächergruppe
Ein Studienfach ist die in Prüfungsordnun-
gen festgelegte Bezeichnung für eine
wis-
senschaftliche oder künstlerische Disziplin, in
der ein Studienabschluss möglich ist. Für die
Studentenstatistik werden die je Hochschule
gültigen Bezeichnungen z. T. sinngemäß
ver-
einheitlicht, das heißt einem bundeseinheit-
lichen Fächerschlüssel zugeordnet. Mehrere
verwandte Fächer werden in dieser Systema-
tik zu Studienbereichen und diese zu neun
Fä-
chergruppen zusammengefasst.
Studienjahr
In die Zahl der Studienanfängerinnen und
Studienanfänger eines Studienjahres gehen
alle Studienanfängerinnen und Studienan-
fänger des Sommersemesters und des nach-
folgenden Wintersemesters ein. Die Zahl der
Studierenden eines Studienjahres entspricht
der Zahl der Studierenden des Wintersemes-
ters.
© Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen | Bildung in Sachsen - Ausgabe 2019 |
36

Bachelor und Master
Im Zuge der Strukturreform europäischer
Hochschulen
im
„Bologna-Prozess“
seit
Anfang der 1990er Jahre sind zwecks
in-
ternationaler Kompatibilität zwei neue
Stu-
dienabschlüsse entstanden: Bachelor und
Master. Der Bachelor stellt dabei die Studi-
enstufe „Undergraduate“ (erster
berufsqua-
lifizierender Abschluss) und der Master, als
Weiterführung des Bachelor, die Studienstu-
fe „Graduate“ dar. Eingeführt wurden diese
neuen Studienabschlüsse im Wintersemester
1999/2000.
Betreuungsrelation
Die Kennzahl Studierende je
wissenschaft-
liches und künstlerisches Personal wird als
Quotient der Anzahl der Studierenden und
der Anzahl der Lehrpersonen in
Vollzeitäqui-
valenten ermittelt. Die Studierenden werden
entsprechend ihres 1. Studienfaches den ein-
zelnen Fächergruppen zugeordnet.
Prüfungsjahr
In die Zahl der Abschlussprüfungen eines Prü-
fungsjahres gehen alle in einem Wintersemes-
ter und im nachfolgenden Sommersemester
abgelegten Abschlussprüfungen ein.
Abschlussprüfungen/Absolventinnen und
Absolventen der Hochschulen
Die Prüfungen werden erfasst, soweit sie eine
Hochschulausbildung abschließen. Es erfolgt
keine Erhebung der Vor- und Zwischenprü-
fungen. In den Ergebnissen sind Abschlüs-
se von Aufbau-, Ergänzungs-, Zusatz- und
Zweitstudiengängen sowie die Promotionen
enthalten, im Bericht auch als weiterer Ab-
schluss bezeichnet. Da Kandidatinnen und
Kandidaten, die mehr als eine Prüfung im
Erhebungszeitraum abgelegt haben, doppelt
gezählt werden, handelt es sich bei der
Erhe-
bung der Abschlussprüfungen um eine Fall-
zählung. Kandidatinnen und Kandidaten mit
bestandener Abschlussprüfung werden als
Absoloventinnen und Absolventen bezeichnet.
Die Zahl der Absolventinnen und Absolventen
ist nicht identisch mit der Zahl der Hochschul-
abgängerinnen und -abgänger, die die Hoch-
schule nach bestandener Abschlussprüfung
tatsächlich verlassen. Ein Teil der Studieren-
den, welche eine Abschlussprüfung abgelegt
haben, verbleibt zum Beispiel wegen
Aufnah-
me eines Zweit-, Aufbau- oder
Ergänzungs-
studiums weiterhin an der Hochschule.
Absolventinnen- und Absolventenquote an
Hochschulen
Für die Absolventinnen- und Absolventenquo-
te wird der Anteil der Erstabsolventinnen und
Erstabsolventen an der Wohnbevölkerung des
entsprechenden Alters am 31. Dezember des
vorhergehenden Berichtsjahres für jeden ein-
zelnen Jahrgang errechnet und zu einer Quote
über alle Jahrgänge addiert.
Berufsakademie
Die Berufsakademie Sachsen ist eine Einrich-
tung des tertiären Bildungsbereichs. Sie be-
reitet die Studierenden in einem dreijährigen
praxisintegrierten Studium durch die
Vermitt-
lung und Anwendung wissenschaftlicher Er-
kenntnisse und Methoden auf eine berufliche
Tätigkeit vor. Sie erfüllt ihre Aufgaben durch
das Zusammenwirken der Staatlichen Studi-
enakademien mit den Praxispartnern.
Weiterbildung
Schulen des zweiten Bildungsweges
Die Schulen des zweiten Bildungsweges sind
Abendmittel-/-oberschulen, Abendgymnasi-
en und Kollegs. Die Abendmittelschulen sind
differenzierte Schulen und führen nicht mehr
schulpflichtige Jugendliche und Erwachsene
überwiegend in Form von Abendunterricht
zum Hauptschulabschluss, qualifizierenden
Hauptschulabschluss und Realschulabschluss.
Die Abendgymnasien sind Schulen, die nicht
mehr schulpflichtige Jugendliche und
Erwach-
sene überwiegend in Form von Abendunter-
richt zur allgemeinen Hochschulreife führen.
Die Kollegs sind Gymnasien besonderer Art,
die Erwachsene in dreijährigem
Vollzeitunter-
richt zur allgemeinen Hochschulreife führen.
Gasthörerinnen und Gasthörer
Gasthörende oder Gaststudierende sind nicht
(voll) immatrikulierte Teilnehmerinnen und
Teilnehmer einzelner Kurse oder
Lehrveran-
staltungen. Eine
Hochschulzugangsberech-
tigung ist nicht erforderlich, folglich ist ein
Fachstudium mit Abschlussprüfung für Gast-
hörende nicht möglich.
Personal
Personal an Hochschulen
Die Angaben umfassen die Beschäftigungs-
fälle des gesamten am Erhebungsstichtag
(1. Dezember) an Hochschulen haupt- und
nebenberuflich tätigen Personals, auch soweit
kein Anstellungsverhältnis zum Land oder zur
Hochschule besteht. Dabei wird
grundsätz-
lich zwischen dem wissenschaftlichen und
künstlerischen Personal sowie dem nichtwis-
senschaftlichen (Verwaltungs-, technischen
und sonstigen Personal) unterschieden. In
der vorliegenden Publikation wird das Hoch-
schulpersonal ohne studentische Hilfskräfte
betrachtet.
© Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen | Bildung in Sachsen - Ausgabe 2019 |
37

Bildungsfinanzen
Laufende Ausgaben (laufende Grundmittel)
für Lehre und Forschung
Bei den laufenden Ausgaben (Grundmittel)
handelt es sich um den Teil der Hochschulaus-
gaben, den der Hochschulträger aus eigenen
Mitteln den Hochschulen für laufende Zwe-
cke zur Verfügung stellt. Laufende Ausgaben
(Grundmittel) werden ermittelt, indem zu
den Ausgaben der Hochschulen für laufen-
de Zwecke (Personalausgaben und laufende
Sachausgaben)
unterstellte
Sozialbeiträge
(Zusetzungen für die Altersversorgung und
Krankenbehandlung) des verbeamteten Hoch-
schulpersonals addiert und die Einnahmen
subtrahiert werden. Darüber hinaus werden
noch die Mieten und Pachten abgezogen. Die
laufenden Ausgaben (Grundmittel) enthalten
keine Investitionsausgaben.
Drittmittel
Drittmittel sind Mittel, die zur Förderung von
Forschung und Entwicklung sowie des wis-
senschaftlichen Nachwuchses und der Lehre
zusätzlich zum regulären Hochschulhaushalt
von öffentlichen oder privaten Stellen einge-
worben werden.
Geförderte nach dem Aufstiegsfortbil-
dungsförderungsgesetz (AFBG)
Handwerkerinnen und Handwerker und
andere Fachkräfte, die sich auf den Fort-
bildungsabschluss
zu
Handwerks-
oder
Industriemeisterinnen und -meistern, Techni-
kerinnen und Technikern, Fachkaufleuten oder
Betriebswirtinnen und -wirten vorbereiten,
können die Aufstiegsförderung beantragen,
wenn sie die entsprechenden
Voraussetzun-
gen vorweisen.
Geförderte nach dem Bundesausbildungs-
förderungsgesetz (BAföG)
Jugendlichen wird eine Ausbildungsförderung
gewährt, wenn es sich um eine Erstausbildung
im Sinne des BAföG handelt. Für Schülerinnen
und Schüler wird die Förderung vollständig
als Zuschuss gewährt, für Studierende werden
die Leistungen zur Hälfte als Zuschuss und zur
Hälfte als unverzinsliches Darlehen gewährt.
Deutschlandstipendium
Stipendiatinnen und Stipendiaten sind die
nach dem nationalen Stipendienprogramm
(Deutschlandstipendium) in einem Berichts-
jahr geförderten Studierenden. Mittelgeber
sind die privaten Mittelgeber, von denen die
Hochschulen im Rahmen des nationalen Sti-
pendienprogramms Mittel eingeworben ha-
ben. Die Gesamtsumme der bereitgestellten
Mittel sind die von privaten Mittelgebern
eingeworbenen und im Berichtsjahr an die
Stipendiatinnen und Stipendiaten weiterge-
gebenen Mittel. Die Bundesmittel, mit denen
die von privaten Mittelgebern eingeworbenen
Mittel aufgestockt werden, werden in der Sta-
tistik über die Förderung nach dem Stipendi-
enprogramm-Gesetz nicht ausgewiesen.
© Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen | Bildung in Sachsen - Ausgabe 2019 |
38

image
image
Für Smartphones: Bildcode scannen und Sie finden weitere
interessante statistische Ergebnisse und Informationen zum
Thema.
Weitere Publikationen zum Thema
Alle Statistischen Berichte und weitere Veröffentlichungen zum Thema können Sie
kostenfrei herunterladen unter
https://www.statistik.sachsen.de/.
Herausgeber, Redaktion, Gestaltung, Satz
Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen
Druck
Staatsbetrieb Sächsische Informatik Dienste
Redaktionsschluss
Dezember 2019
Preis/Bezug
Diese Druckschrift kann kostenfrei bezogen werden bei
Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen
Macherstraße 63, 01917 Kamenz
Telefon +49 3578 33-1245
Telefax +49 3578 33-55 1499
E-Mail vertrieb@statistik.sachsen.de
Download im Internet kostenfrei unter
www.statistik.sachsen.de
Erscheinungsfolge
dreijährlich
Verteilerhinweis
Diese Informationsschrift wird von der Sächsischen Staatsregierung im Rahmen
ihrer verfassungsmäßigen Verpflichtung zur Information der Öffentlichkeit
heraus-
gegeben. Sie darf weder von Parteien noch von deren Kandidaten oder Helfern im
Zeitraum von sechs Monaten vor einer Wahl zum Zwecke der Wahlwerbung
verwen-
det werden. Dies gilt für alle Wahlen.
Missbräuchlich ist insbesondere die Verteilung auf Wahlveranstaltungen, an
Informationsständen der Parteien sowie das Einlegen, Aufdrucken oder Aufkleben
parteipolitischer Informationen oder Werbemittel. Untersagt ist auch die Weitergabe
an Dritte zur Verwendung bei der Wahlwerbung.
Auch ohne zeitlichen Bezug zu einer bevorstehenden Wahl darf die vorliegende
Druckschrift nicht so verwendet werden, dass dies als Parteinahme des Herausge-
bers zu Gunsten einzelner politischer Gruppen verstanden werden könnte.
Diese Beschränkungen gelten unabhängig vom Vertriebsweg, also unabhängig da-
von, auf welchem Wege und in welcher Anzahl diese Informationsschrift dem
Emp-
fänger zugegangen ist. Erlaubt ist jedoch den Parteien, diese Informationsschrift zur
Unterrichtung ihrer Mitglieder zu verwenden.
Copyright
Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen, Kamenz 2020
Vervielfältigung und Verbreitung auszugsweise mit Quellenangabe gestattet.
Foto Einband
© PantherMedia/Dmitriy Shironosov