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Leitfaden zur Gestaltung der Pilotphase
an ausgewählten Grundschulen
zum grundsätzlichen Verzicht auf die Feststellung
möglichen sonderpädagogischen Förderbedarfs für
die Förderschwerpunkte Lernen sowie emotionale und
soziale Entwicklung bereits vor Einschulung oder in
Klassenstufe 1

Leitfaden zur Gestaltung der Pilotphase an ausgewählten Grundschulen
3
Inhalt
1 Einleitung
5
2 Begleitung der Schulen
6
Steuerung und Koordination
6
Dokumentation
6
3 Rechtlicher und organisatorischer Rahmen
7
Einsatz der Lehrkräfte und des zusätzlichen Personals
8
Zeitliche Einordnung
8
4 Inhaltliche Ausgestaltung
9
Verzicht auf sonderpädagogische Diagnostik
9
Aufnahme von Kindern an Pilotschulen
10
Förderung von Schülern ohne sonderpädagogische
Diagnostik in der Schuleingangsphase
12
Materialpaket zum Umgang mit Heterogenität und zur
Förderung für die Pilotschulen
14
Bewertung von Leistungen, Betragen, Fleiß, Mitarbeit
und Ordnung
15
5 Anlagen
16

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Leitfaden zur Gestaltung der Pilotphase an ausgewählten Grundschulen
5
1 Einleitung
In Umsetzung des Gesetzes zur Weiterentwicklung des Schulwesens im Frei-
staat Sachsen beschreibt der Leitfaden die Rahmenbedingungen für die Durch-
führung der Pilotphase zum Verzicht auf sonderpädagogische Diagnostik in
den Förderschwerpunkten Lernen sowie emotionale und soziale Entwicklung
vor der Einschulung oder in der Klassenstufe 1 an ausgewählten Grundschulen
(Pilotschulen). Er bietet damit eine Orientierung für die Pilotschulen und deren
Begleitung.
Ziel der Pilotphase ist es, Inklusion als ein Ziel der Schulentwicklung zu stär-
ken und dabei am Schulanfang grundsätzlich auf die Feststellung des son-
derpädagogischen Förderbedarfs in den Förderschwerpunkten Lernen sowie
emotionale und soziale Entwicklung zu verzichten.
Die Pilotphase dient der Erprobung und Vorbereitung. Einer flächendecken-
den Einführung ab dem Schuljahr 2023/24 gehen ein Bericht an den Landtag
zum 30. September 2021 und eine Entscheidung des Landtages bis zum 30.
Juni 2022 voraus.

6
Leitfaden zur Gestaltung der Pilotphase an ausgewählten Grundschulen
2 Begleitung der Schulen
Steuerung und Koordination
Die Pilotphase wird durch eine Arbeitsgruppe unter Leitung des Referats 43
im Sächsischen Staatsministerium für Kultus unter Einbeziehung des Lan-
desamtes für Schule und Bildung (AG-Pilotphase) gesteuert und koordiniert.
Wichtige, die Gestaltung der Pilotphase maßgeblich betreffende Sachver-
halte, werden in dieser Arbeitsgruppe abgestimmt.
In jedem Schuljahr werden zwei zentrale Fachtagungen für die Pilotschulen
angeboten.
Termine für das Schuljahr 2018/19, 2019/20 und 2020/21:
7. November 2018
1. zentrale Fachtagung der Schulen der Pilotphase
3. April 2019
2. zentrale Fachtagung der Schulen der Pilotphase
7. November 2019
1. zentrale Fachtagung der Schulen der Pilotphase
22. April 2020
2. zentrale Fachtagung der Schulen der Pilotphase
10. November 2021
1. zentrale Fachtagung der Schulen der Pilotphase
15. Juni 2022
2. zentrale Fachtagung der Schulen der Pilotphase
Die Pilotschulen werden vor Ort durch einen regionalen Koordinator des Lan-
desamtes für Schule und Bildung begleitet, der Mitglied der Arbeitsgruppe ist.
Die Begleitung schließt die Bereitstellung einer sonderpädagogischen
Expertise zur Beratung der Pilotschulen sowie ggf. auch schulspezifische
Beratungs- und Fortbildungsangebote ein.
Dokumentation
Die Dokumentation der Arbeit in der Pilotphase erfolgt in Abstimmung
mit der AG Pilotphase durch einen externen Partner, der prozessbegleitend
Daten, Fakten, gute Beispiele und eine kurze Einschätzung der Schulen sam-
melt und auswertet. Die Dokumentation ist eine der Grundlagen für den
Bericht gegenüber dem Sächsischen Landtag gemäß § 64 Absatz 10 Satz 1
und 2 Nummer 1 SächsSchulG.

Leitfaden zur Gestaltung der Pilotphase an ausgewählten Grundschulen
7
3
Rechtlicher
und
organisatorischer Rahmen
Den rechtlichen Rahmen der Pilotphase legt das Schulgesetz für den Frei-
staat Sachsen (Sächsisches Schulgesetz-SächsSchulG) fest.
§ 4c Absatz 3 Satz 4 und 5 SächsSchulG
An Grundschulen soll ein Feststellungsverfahren für die Förderschwerpunkte
Lernen sowie emotionale und soziale Entwicklung grundsätzlich frühestens
im Verlauf der zweiten Klasse eingeleitet werden.
Zur personellen Unterstützung in der Schuleingangsphase sollen öffentliche
und freie Träger von Grundschulen pauschalisierte zweckgebundene Zuwei-
sungen erhalten.
§ 4c Absatz 10 SächsSchulG
Die oberste Schulaufsichtsbehörde wird ermächtigt, im Einvernehmen mit
dem Staatsministerium der Finanzen, durch Rechtsverordnung nähere
Bestimmungen zu den Zuweisungen nach § 4 c Absatz 3 Satz 5 SächsSchulG
zu erlassen.
§ 64 Absatz 8 SächsSchulG
§ 4c Absatz 3 Satz 4 und 5 SächsSchulG gilt bis 31. Juli 2023 nur für aus-
gewählte Grundschulen, die sich im Rahmen einer Pilotphase aufgrund
eines von der Schulkonferenz beschlossenen Konzepts mit Zustimmung der
Schulaufsichtsbehörde bereit erklärt haben, auf die Diagnostik in den För-
derschwerpunkten Lernen sowie emotionale und soziale Entwicklung vor
der Einschulung oder in Klassenstufe 1 grundsätzlich zu verzichten und die
Entwicklung des Schülers in der Klassenstufe 1 in das eventuell notwendig
werdende Feststellungsverfahren für die Förderschwerpunkte einzubeziehen.
Klassen- und Gruppenbildung
§ 4 Absatz 2 Sächsische Klassenbildungsverordnung (SächsKlassBVO):
Eine Klassenobergrenze von 25 Schülern für die Klassenstufe 1 und 2 an
Grundschulen findet bis zum 31. Juli 2023 nur auf Grundschulen Anwen-
dung, die an einer Pilotphase nach § 64 Absatz 8 SächsSchulG teilnehmen.

8
Leitfaden zur Gestaltung der Pilotphase an ausgewählten Grundschulen
Einsatz der Lehrkräfte und des zusätzlichen Personals
Dem Schulleiter obliegt die Verteilung der Lehraufträge und die Aufstellung
der Stundenpläne. Ebenfalls entscheidet er entsprechend dem pädago-
gischen Konzept, das der Beteiligung an der Pilotphase zugrunde liegt, über
den Einsatz und die Aufgaben der zusätzlichen personellen Unterstützung.
Die Verordnung des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus über Zuwei-
sungen an Grundschulen zur personellen Unterstützung in der Schulein-
gangsphase (VO-Zuweisung Schuleingangsphase) regelt die Zuweisung der
finanziellen Mittel an die Schulträger zur personellen Unterstützung von
Grundschulen in der Schuleingangsphase.
Die Zuweisungen sind nach Antrag durch den Schulträger für die Pilotschu-
len vom 1. August 2019 bzw. 1. August 2020 bis zum 31. Juli 2023 möglich.
Zeitliche Einordnung
Die Pilotphase umfasst das Schuljahr 2018/19 zur Vorbereitung sowie eine
sich anschließende vierjährige Laufzeit bis zum Schuljahr 2022/23. Die Pilot-
phase für die Schulen der 2. Ausschreibung umfasst das Schuljahr 2019/20
zur Vorbereitung sowie die sich anschließende dreijährige Laufzeit bis zum
Schuljahr 2022/23.
Zeitschiene
Abschnitt
Pilotschulen
alle Grundschulen
2017/18
Konzeption der Pilotphase
Auswahl
Information
2018/19
Vorbereitung der Pilot-
phase und der Evaluation/
Dokumentation
Einführung
Fortbildung
Anmeldung der
Schulanfänger in der
Pilotphase
Langfristige
Vorbereitungsphase
SchulG/neue SOGS
Übergang Kita – GS
Förderkonzeption
Prävention im
Anfangsunterricht
Fortbildung
Beratung
Zusammenarbeit
2019/20
Start der Pilotphase
Umsetzung
2020/21
Abschluss der Evaluation/
Dokumentation
Umsetzung
2021/22
Entscheidungsphase
Umsetzung
2022/23
Umsetzung der Entschei-
dung des Landtages
Umsetzung und
Aufarbeitung der
Evaluationsergebnisse
Intensive
Vorbereitungsphase
2023/24
Start für alle
Start für alle
Start für alle
Mit den Pilotschulen werden für die Laufzeit der Pilotphase Vereinbarungen
getroffen.

Leitfaden zur Gestaltung der Pilotphase an ausgewählten Grundschulen
9
4 Inhaltliche Ausgestaltung
Verzicht auf sonderpädagogische Diagnostik
Ausgewählte Grundschulen in der Pilotphase verzichten im Rahmen der
Schulanmeldung ab dem Schuljahr 2018/2019 bzw. 2019/2020 grundsätzlich
auf ein Verfahren zur Feststellung des sonderpädagogischen Förderbedarfs
in den Förderschwerpunkten Lernen sowie emotionale und soziale Entwick-
lung. Eine sonderpädagogische Diagnostik in diesen Förderschwerpunkten soll
grundsätzlich frühestens in Klassenstufe 2 erfolgen. Die sonderpädagogische
Diagnostik in anderen Förderschwerpunkten bleibt davon unberührt.
Über Ausnahmen im Einzelfall entscheidet die Schulaufsichtsbehörde im
Benehmen mit der die Pilotphase begleitenden Arbeitsgruppe. Dabei ist fol-
gender Sachverhalt zu beachten:
1. Für Kinder, die bereits medizinisch oder psychologisch umfassend dia-
gnostiziert sind und ggf. in der Kindertageseinrichtung bereits Einglie-
derungshilfe erhalten haben, ist die Gewährung der Eingliederungshilfe
unabhängig von der Diagnostik in den Förderschwerpunkten Lernen
sowie emotionale und soziale Entwicklung auf Grundlage des § 35a
Absatz 1 SGB VIII durch den Kinder- und Jugendhilfeträger zu prüfen.
Schulrechtlich ist an den Pilotschulen grundsätzlich kein Feststel-
lungsverfahren zu den o. g. Schwerpunkten vorgesehen. Die Feststel-
lung eines sonderpädagogischen Förderbedarfs ist somit nicht Voraus-
setzung für einen Anspruch auf Gewährung von Eingliederungshilfe.
2. Kinder, die in der Schuleingangsphase besonders auffällig werden und
deren sonderpädagogische Diagnostik dringend geboten scheint (mas-
sive Störung der Funktionsfähigkeit des Unterrichts, akute Selbst- und
Fremdgefährdung, vgl. § 4c Absatz 5 Satz 1 SächsSchulG) stellen eine
Ausnahme im Einzelfall dar.
Im Einzelfall informiert die Pilotschule nach beigefügtem Muster (Anlage
1a) die zuständige Schulaufsichtsbehörde über die Beantragung einer
Beratung durch den Mobilen Sonderpädagogischen Dienst (MSD) der För-
derschule gemäß § 13 Absatz 2 SOFS, in der ab 1. August 2018 geltenden
Fassung. Die Erkenntnisse aus der Beratung werden der zuständigen Schul-
aufsichtsbehörde (Anlage 1b) zur Verfügung gestellt.

10
Leitfaden zur Gestaltung der Pilotphase an ausgewählten Grundschulen
Die Entscheidung zur Durchführung eines Verfahrens zur Feststellung des
sonderpädagogischen Förderbedarfes in den Schwerpunkten Lernen und
emotionale Entwicklung trifft in Abstimmung mit den Koordinatoren der
Pilotphase der zuständige Standort des Landesamtes für Schule und Bildung.
Die Koordinatoren informieren zu den Beratungen der AG Pilotphase über
den Stand der Einzelfälle in den Regionen und berichten am Ende eines
jeden Schuljahres über die Anzahl der abgeschlossenen Diagnostiken, deren
Ergebnis und über den weiteren Beschulungsort.
Den Bescheid zur Feststellung des sonderpädagogischen Förderbedarfs
erstellt die Schulaufsichtsbehörde.
Wenn sonderpädagogischer Förderbedarf festgestellt ist, besteht der
Anspruch auf entsprechende Förderung. Im Rahmen der Pilotphase werden
die an den Pilotschulen auftretenden Einzelfälle, in denen ein Verfahren zur
Feststellung des sonderpädagogischen Förderbedarfs in einem der beiden För-
derschwerpunkte durchgeführt wird, durch die AG Pilotphase dokumentiert.
Aufnahme von Kindern an Pilotschulen
Die Aufnahme von Kindern an Pilotschulen erfolgt grundsätzlich gemäß § 4
Absatz 1 und 2 der Schulordnung Grundschulen (SOGS).
Eine Zurückstellung vom Schulbesuch bei Verzicht auf die Diagnostik in den
Förderschwerpunkten Lernen sowie emotionale und soziale Entwicklung ist
an den Pilotschulen nicht möglich. Über Ausnahmen im Einzelfall entschei-
det der Schulleiter aufgrund einer Beratung durch den MSD einer Förder-
schule und im Benehmen mit der Schulaufsichtsbehörde.
Ein möglicher sonderpädagogischer Förderbedarf in den Förderschwerpunk-
ten Lernen oder emotionale und soziale Entwicklung oder der Antrag der
Eltern auf Feststellung des sonderpädagogischen Förderbedarfs gemäß § 4
Absatz 3 Satz 1 SächsSchulG stellen grundsätzlich keine Gründe gemäß § 3
Absatz 5 SOGS (Wechsel des Schulbezirkes), in der ab 1. August 2018 gelten-
den Fassung, dar. Die Entscheidung wird im Einzelfall getroffen.

Leitfaden zur Gestaltung der Pilotphase an ausgewählten Grundschulen
11
Hinweise zur Aufnahme von Schülern an Pilotschulen
a) im gemeinsamen Schulbezirk
Pilotschule hat mehr Anmeldungen als Aufnahmekapazitäten:
Position:
Das Losverfahren entscheidet. Ein möglicher sonderpädagogischer Förderbedarf
Lernen oder emotionale-soziale Entwicklung ist kein Grund, das Kind nicht in das Losver-
fahren einzubeziehen.
Andere Grundschulen haben mehr Anmeldungen als Aufnahmekapazitäten:
Position:
Kinder aus anderen Grundschulen, bei denen ein Feststellungsverfahren Lernen
oder emotionale-soziale Entwicklung eingeleitet wurde, werden nicht der Pilotschule
zugewiesen. Die Plätze werden zunächst nach sachgerechten Kriterien (wie z. B. Härtefall,
Geschwisterkinder usw.) vergeben. Die noch vorhandenen Plätze werden im Losverfahren
vergeben.
b) im Einzelschulbezirk:
Eltern wollen den Schulbezirk wechseln, weil sie keine Unterrichtung mit Kindern, die einen
möglichen sonderpädagogischen Förderbedarf Lernen oder emotionale und soziale Ent-
wicklung haben, wünschen.
Position:
Es liegt kein pädagogischer Grund gemäß § 25 Absatz 5 Satz 3 Nummer 1 Sächs-
SchulG vor, die Schule zu wechseln. Der Einzelfall kann geprüft werden.
Eltern wollen, dass bei ihrem Kind ein Feststellungsverfahren durchgeführt wird und wollen
deshalb den Schulbezirk wechseln:
Position:
Grundsätzlich liegt kein pädagogischer Grund gemäß § 25 Absatz 5 Satz 3 Num-
mer 1 SächsSchulG vor. Wenn Eltern auf einem Feststellungsverfahren bestehen und es
Anhaltspunkte für einen sonderpädagogischen Förderbedarf gibt, ist dies in der Pilotphase
(also vor einer flächendeckenden Einführung) im Einzelfall eine Option. Es ist seitens der
Schule eine Beratung zu dokumentieren.
Das Verfahren der Aufnahme von Schülern an einer Pilotschule muss im
gemeinsamen Schulbezirk transparent mit allen Schulleitungen abgestimmt
werden.
Die Eltern sind über die Möglichkeiten der Aufnahme von Kindern in der
Pilotphase zu informieren (Verweis auf Elternflyer).

12
Leitfaden zur Gestaltung der Pilotphase an ausgewählten Grundschulen
Förderung von Schülern ohne sonderpädagogische
Diagnostik in der Schuleingangsphase
Schüler mit möglichem sonderpädagogischen Förderbedarf in den Förder-
schwerpunkten Lernen sowie emotionale und soziale Entwicklung ohne son-
derpädagogische Diagnostik werden gemäß § 13 SOGS, in der ab 1. August
2018 geltenden Fassung, individuell gefördert. Die Ermittlung des aktuel-
len Entwicklungsstandes und die daraus abgeleiteten Maßnahmen sind in
einem pädagogischen Entwicklungsplan zu dokumentieren. Die Eltern sind
regelmäßig zu informieren.
Material zur pädagogischen Diagnostik für die Pilotschulen
Ziel:
Pädagogische Diagnostik in den Bereichen der kognitiven, emotionalen
und sozialen, sprachlichen sowie der körperlichen und motorischen Ent-
wicklung (schulische Basisfertigkeiten, Entwicklungsstand)
Altersgruppe:
1./2. Klassenstufe (5 bis 8 Jahre)
Durchführung:
Pädagogisch ausgebildete Lehrkräfte ohne sonderpädagogische Quali-
fizierung
Die Auswahl erfolgte unter Berücksichtigung folgender Kriterien:
Beobachtung/Screening (präventive Ebene)
Ableitung von Fördermaßnahmen (präventive Ebene)
Eignung für die Gruppe
lernprozessbegleitender Einsatz
Zeitfaktor (Durchführung/Auswertung)
Bandbreite von Beobachtungsschwerpunkten
Empfehlungen von Fachleuten aus Universität/Schule bzw. Erfahrungen
anderer Bundesländer

Leitfaden zur Gestaltung der Pilotphase an ausgewählten Grundschulen
13
Bezeichnung
Inhaltliche Schwerpunkte
Art des Materials
„Schwierige Schüler -
was kann ich tun?
49 Handlungsmöglich-
keiten bei Verhaltensauf-
fälligkeiten“,
Persen Verlag, 2017
Verhalten und Entwicklung im Schul-
bereich
Fragebogen: Schulische Einschätzung
des Verhaltens und der Entwicklung
(SEVE)
Dokumentation von Verhaltensände-
rungen während der Förderphase
Handreichung
„Lubo aus dem All (1. und
2. Klasse)“, Ernst Rein-
hardt Verlag, 2015
Programm zur Förderung sozial-emo-
tionaler Kompetenzen
Präventive Förderung bei Verhaltens-
auffälligkeiten
Förderprogramm
„Die diagnostischen
Einschätzungsskalen zur
Beurteilung des Entwick-
lungsstandes und
der Schulfähigkeit
(DES)“, Ernst Reinhardt
Verlag, 2017
28 Leistungen u. a. in den Bereichen
Wahrnehmung, Motorik, Sprache,
Gedächtnis, Gefühle und Sozialver-
halten
Einschätzungs-
bogen/Screening
„Mit Mirola durch den
Zauberwald“, Finken
Verlag
Beobachtung und Ableitung von
Fördermaßnahmen in folgenden
Bereichen:
Grobmotorik, Feinmotorik
Wahrnehmung, Merkfähigkeit
Lateralität, Sprachkompetenz
Artikulation
Phonologische Kompetenz
Pränumerische Kompetenz
Arbeitsverhalten und soziales-
emotionales Verhalten
Spiel
Beobachtungs-
möglichkeit
Zur Förderung im Sinn einer indizierten Prävention können individuelle
Lernpläne (siehe Vorschlag Anlage 2) und parallele Förderangebote genutzt
werden, um ein differenziertes, lückenschließendes Lernen im Anfangsun-
terricht zu ermöglichen.
Zur individuellen Förderung kann über die Verweildauer im Anfangsunter-
richt nach individuellem Entwicklungsstand gemäß § 5 Absatz 5 Satz 3 und
§ 25 Absatz 2 SOGS, in der ab 1. August 2018 geltenden Fassung, entschie-
den werden.

14
Leitfaden zur Gestaltung der Pilotphase an ausgewählten Grundschulen
Materialpaket zum Umgang mit Heterogenität und zur
Förderung für die Pilotschulen
Die Arbeitsgruppe Pilotphase hat für die Pilotschulen ein Materialpaket
zusammengestellt.
Schwerpunkt
Bezeichnung
Inklusion
„Inklusion – was tun? Grundschule:
Checklisten für inklusiven Unterricht an der Grundschule“,
Persen Verlag, 2014
„Inklusion in der Praxis:
100 Tipps und Tricks für den differenzierten Unterricht“,
Verlag an der Ruhr, 2016
„Classroom-Management im inklusiven Klassenzimmer. Verhaltens-
auffälligkeiten vorbeugen und angemessen reagieren“,
Verlag an der Ruhr, 2013
Verhalten
„Konflikte lösen im inklusiven Unterricht:
Ein Maßnahmenkatalog zum Umgang mit schwierigen Schülern“,
Persen Verlag, 2016
„Praxishelfer Inklusion:
Förderschwerpunkt emotional-soziale Entwicklung“,
Cornelsen, 2017
Deutsch
„Handbuch Sprachförderung“,
Beltz Verlag, 2007
„Praxishelfer Inklusion: Förderschwerpunkt Lernen mit CD-Rom,
Deutsch/Mathematik Klasse 1/2“,
Oldenbourg, 2013
Mathematik
„Rechenschwäche verstehen – Kinder gezielt Fördern:
Ein Leitfaden für die Unterrichtspraxis (1. bis 4. Klasse)“,
Persen Verlag, 2016

Leitfaden zur Gestaltung der Pilotphase an ausgewählten Grundschulen
15
Bewertung von Leistungen, Betragen, Fleiß, Mitarbeit
und Ordnung
Die Ermittlung und Bewertung von Leistungen sowie von Betragen, Fleiß,
Mitarbeit und Ordnung richten sich nach den allgemeinen Vorschriften der
SOGS, in der jeweils geltenden Fassung. Für Pilotschulen gelten keine Aus-
nahmeregelungen. Folgende Aspekte gilt es zu beachten:
Besonders bei Schülern mit möglichem sonderpädagogischem Förderbe-
darf in den Förderschwerpunkten Lernen sowie emotionale und soziale
Entwicklung ist bei der Bewertung der Leistungen sowie von Betragen,
Fleiß, Mitarbeit und Ordnung die individuelle Bezugsnorm maßgeblich.
Diese bezieht sich auf den Lernfortschritt des einzelnen Schülers.
Bei einem Verbleib des Kindes im Anfangsunterricht erfolgt die Bewer-
tung im zweiten Schulbesuchsjahr in pädagogischer Verantwortung. Im
Einzelfall können Bildungsvereinbarungen (siehe Anlage 3) zwischen
Schule und Eltern genutzt werden.
Für das Aussetzen von Noten gibt es keine Rechtsgrundlage.
In Klassenstufe 1 werden keine Noten erteilt. Ab Klassenstufe 2 kann das
Verfahren zur Feststellung des sonderpädagogischen Förderbedarfs einge-
leitet werden. Die SOGS sieht für Schüler ohne festgestellten sonderpädago-
gischen Förderbedarf eine Notenaussetzung nicht vor.

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Leitfaden zur Gestaltung der Pilotphase an ausgewählten Grundschulen
5 Anlagen

Anlage 1a
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Pilotphase an Grundschulen
zum grundsätzlichen Verzicht auf die Feststellung möglichen sonderpädagogischen Förderbedarfs für die
Förderschwerpunkte Lernen sowie emotionale und soziale Entwicklung bereits vor der Einschulung oder in
Klassenstufe 1
Beantragung einer Beratung
gemäß § 13 Absatz 2 SOFS im Rahmen der Pilotphase gemäß § 64 Absatz 8 SächsSchulG in Verbindung mit § 4
Absatz 3 Satz 4 SächsSchulG
Meldende Schule (Stempel)
Schulleiter(in):
Kontaktdaten:
An Förderschule
Hiermit beantragen wir eine Beratung zum Entwicklungsstand des Schülers/der Schülerin
Name, Vorname
Geburtsdatum
Ziel der Beratung:
Begründung:
Die Eltern wurden über die Beantragung der Beratung informiert.
Sie möchten in die Beratung einbezogen werden.
Datum, Unterschrift der Eltern
Datum, Unterschrift der Eltern
Mit freundlichen Grüßen
Datum, Unterschrift Schulleiter(in)
Datum, Unterschrift Klassenlehrer(in)
Eine Kopie erhält der zuständige Standort des Landesamts für Schule und Bildung.

18
Anlage 1b
Pilotphase an Grundschulen
zum grundsätzlichen Verzicht auf die Feststellung möglichen sonderpädagogischen Förderbedarfs für die
Förderschwerpunkte Lernen sowie emotionale und soziale Entwicklung bereits vor der Einschulung oder in
Klassenstufe 1
Protokoll zur Beratung
gemäß § 13 Absatz 2 SOFS im Rahmen der Pilotphase gemäß § 64 Absatz 8 SächsSchulG in Verbindung mit § 4
Absatz 3 Satz 4 SächsSchulG
Tag der Beratung
Name der beratenden Förderschule
Berater(in) der Förderschule
Schüler(in)
Teilnehmer
Ergebnisse
Empfehlungen/Vereinbarungen
Die Beratung in der Pilotphase soll vorrangig Fördermöglichkeiten aufzeigen und nur in Ausnahmefällen zur Ein-
leitung des Verfahrens zur Feststellung des sonderpädagogischen Förderbedarfs durch die Schulaufsicht führen.
So es im Ausnahmefall zur Einleitung des Verfahrens kommt, wird dieses Protokoll Bestandteil des Verfahrens.
Datum
Unterschrift Berater(in) Förderschule
Unterschrift Schulleiter(in) Grundschule
Datum
Unterschrift Eltern
Unterschrift Eltern
Eine Kopie erhält der zuständige Standort des Landesamts für Schule und Bildung.

Anlage 2
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Pilotphase an Grundschulen
zum grundsätzlichen Verzicht auf die Feststellung möglichen sonderpädagogischen Förderbedarfs für die Förderschwerpunkte Lernen sowie emotionale und soziale
Entwicklung bereits vor der Einschulung oder in Klassenstufe 1
Individueller Lernplan
Name:
Vorname:
Schuljahr:
Klasse:
Zeitraum:
Lehrkraft:
Unterrichtsfach:
Umfang der Unterstützung
differenzierte und punktuelle Unterstützung im Unterricht
zeitweise Förderung durch zusätzliche Ressourcen in der Grundschule
Lernbereich
Inhalte
Ziele
Differenzierte Maßnahmen
Verantwortlichkeit
Hinweise zur Förderung:
Weitere Festlegungen:
Ort; Datum
Unterschrift Eltern
Unterschrift Lehrkraft

20
Anlage 3
Pilotphase an Grundschulen
zum grundsätzlichen Verzicht auf die Feststellung möglichen sonderpädagogischen Förderbedarfs für die
Förderschwerpunkte Lernen sowie emotionale und soziale Entwicklung bereits vor der Einschulung oder in
Klassenstufe 1
Bildungsvereinbarung zwischen
Grundschule
Lehrkraft
Eltern
Schüler
Anlass der Vereinbarung
Zeitraum der Vereinbarung
Welches Ziel soll erreicht
werden?
Schule/Lehrkraft
Um das Ziel zu erreichen, werden wir/ werde ich Folgendes tun:
Eltern / Schüler
Um das Ziel zu erreichen, werden wir/werde ich Folgendes tun:
Das nächste Treffen findet am
, um
, in
statt.
Ort; Datum
Unterschrift der Lehrkraft
Unterschrift der Eltern

Notizen
21

22
Notizen

FREIRÄUME
GESTALTEN.
Impressum
Herausgeber:
Sächsisches Staatsministerium für Kultus
Carolaplatz 1, 01097 Dresden
Bürgertelefon: +49 351 5642526
E-Mail: buerger@bildung.sachsen.de
www.bildung.sachsen.de
www.bildung.sachsen.de/blog
Twitter: @Bildung_Sachsen
Fotos:
Sächsisches Staatsministerium für Kultus
Gestaltung:
pioneer communications GmbH, Leipzig
Redaktionsschluss:
30.09.2021
3. Auflage
Verteilerhinweis:
Diese Broschüre wird von der Sächsischen
Staatsregierung im Rahmen ihrer verfassungs-
mäßigen Verpflichtung zur Information der
Öffentlichkeit herausgegeben. Sie darf weder von
politischen Parteien noch von deren Kandidaten
oder Helfern zum Zwecke der Wahlwerbung ver-
wendet werden. Dies gilt für alle Wahlen. Miss-
bräuchlich ist insbesondere die Verteilung auf
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der Parteien sowie das Einlegen, Aufdrucken oder
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