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Abteilung Bildung, Hoheitsvollzug
Referat Berufliche Bildung, Zuständige Stelle
Dresden, den 08.03.2022
Merkblatt
zum Ausfüllen des Berufsausbildungsvertrags (1) zum Fachpraktiker Hauswirtschaft/
zur Fachpraktikerin Hauswirtschaft und des Antrags auf Eintragung in das Verzeichnis der
Ausbildungsverhältnisse (2) für das Ausbildungsjahr 2022/23
Die Ausbildung erfolgt auf der Grundlage der Ausbildungsregelung des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie
(LfULG) über die Berufsausbildung Fachpraktiker Hauswirtschaft/Fachpraktikerin Hauswirtschaft vom 7. November 2018
(Sächsisches Amtsblatt Nr. 2 vom 10. Januar 2019, S. 144). Sie wurde gem. § 66 Berufsbildungsgesetz (BBiG) für Menschen
erlassen, für die auf Grund der Art und Schwere ihrer Behinderung eine Ausbildung in einem anerkannten Ausbildungsberuf
nicht in Betracht kommt. Der vom zuständigen Rehabilitationsträger ausgestellte Nachweis über die Behinderung ist deshalb
dem Berufsausbildungsvertrag beizufügen. Wer eine/einen Auszubildende/n zur Berufsausbildung einstellt, hat einen
Berufsausbildungsvertrag abzuschließen (Vordruck im Internet abrufbar, Link siehe Ende des Merkblattes). Unverzüglich nach
Abschluss des Berufsausbildungsvertrages, spätestens jedoch vor Beginn der Berufsausbildung hat die/der Ausbildende eine 3-
bzw. 4-fache Vertragsniederschrift anzufertigen und über das jeweilige Landratsamt (LRA) dem LfULG zur Eintragung in das
Verzeichnis der Ausbildungsverhältnisse vorzulegen. Der individuelle Ausbildungsplan (sachliche und zeitliche Gliederung der
Ausbildung), bei minderjährigen Auszubildenden die Bescheinigung über die ärztliche Erstuntersuchung gemäß § 32
Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG) sowie die Erfüllungsvermerke/-nachweise für ggf. erteilte Auflagen im Bescheid zur
Anerkennung des Betriebes als Ausbildungsstätte sind beizufügen.
(1) Berufsausbildungsvertrag:
Ausbildender
(m/w/d)
:
Ist der Betriebsinhaber. Seine persönliche Eignung muss gem. § 28 und 29 Berufsbildungsgesetz (BBiG)
festgestellt und der Betrieb durch das LfULG als Ausbildungsstätte für eine Ausbildung zum/zur Fachpraktiker/in Hauswirtschaft
gem. §§ 27 und 32 BBiG anerkannt sein. Informationen erhalten Sie dazu vom Bildungsberater nach § 76 BBiG im Landratsamt.
Auszubildender/Lehrling
(m/w/d)
:
Ist derjenige, der zur Berufsausbildung in den Betrieb eingestellt wird. Ist der Auszubildende
nicht volljährig, sind zusätzlich die gesetzlichen Vertreter des Auszubildenden im Vertrag zu benennen. Gibt es mehrere
gesetzliche Vertreter, müssen alle benannt werden und den Vertrag unterzeichnen.
Ausbilder
(m/w/d)
:
Ist derjenige, der die Ausbildung (ggf. im Auftrag des Ausbildenden) durchführt. Dieser wird dem
Auszubildenden hier schriftlich bekannt gegeben. Der Ausbilder muss mit dem im Antrag auf Eintragung in das Verzeichnis der
Berufsausbildungsverhältnisse benannten Ausbilder übereinstimmen. Weitere Ausführungen siehe (2) Antrag auf Eintragung in
das Verzeichnis der Berufsausbildungsverhältnisse.
Ausbildungsberuf:
Exakte Bezeichnung des Abschlusses laut Ausbildungsregelung des LfULG vom 7. November 2018:
Fachpraktiker Hauswirtschaft
oder
Fachpraktikerin Hauswirtschaft
.
(A): Dauer der Ausbildungszeit
: Die Ausbildungsdauer beträgt nach der Ausbildungsregelung 36 Monate (= 3 Jahre).
Verkürzungsmöglichkeiten ergeben sich bei einer bereits erfolgreich durchlaufenen Berufsausbildung. Ausbildungsbeginn und
Ausbildungsende sind Tag genau in den Ausbildungsvertrag einzutragen (z. B. 01.09.2022 - 31.08.2025). Bei vereinbarter
Teilzeitberufsausbildung verlängert sich die Ausbildungszeit entsprechend, höchstens jedoch bis zum Eineinhalbfachen der
Dauer, die in der Ausbildungsordnung für die betreffende Berufsausbildung in Vollzeit festgelegt ist, also maximal bis auf 4,5
Jahre.
Jedes Berufsausbildungsverhältnis muss mit einer mindestens ein- bis höchstens viermonatigen Probezeit beginnen.
(B): Angemessene Brutto-Vergütung:
Die dem Auszubildenden zu gewährende Ausbildungsvergütung ist für jedes
Ausbildungsjahr in Brutto einzutragen. Der Ausbildende hat dem Auszubildenden gemäß § 17 Abs. 1 BBiG eine angemessene
Brutto-Vergütung zu gewähren. Als angemessene Vergütung gelten die im jeweils gültigen Lohntarifvertrag (gültig vom 01.01.
2018) vereinbarten Ausbildungsvergütungen (siehe Tabelle, Angaben in Brutto).
Ausbildungsjahr
Tarifvertragliche Ausbildungsvergütung für
tarifgebundene Betriebe
Mindestausbildungsvergütung bei
Ausbildungsbeginn vom
01.01.2022 – 31.12.2022
1.
Ausbildungsjahr
660,00 EUR/Monat
585,00 EUR/Monat
2.
Ausbildungsjahr
715,00 EUR/Monat
690,00 EUR/Monat
3.
Ausbildungsjahr
740,00 EUR/Monat
790,00 EUR/Monat
Beachte:
Ausbildende haben Auszubildenden eine angemessene Vergütung zu gewähren. Diese muss eine gewichtige und
fühlbare finanzielle Unterstützung zum Lebensunterhalt des Lehrlings bilden. Die Vergütung steigt mit fortschreitender
Berufsausbildung, mindestens jährlich, an. Tarifgebundene Unternehmen müssen mindestens die tarifvertraglich vereinbarte
Ausbildungsvergütung bezahlen. Tarifgebundenheit besteht immer mindestens dann, wenn der Ausbildende der

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Tarifgemeinschaft angehört.
Nicht tarifgebundene Unternehmen müssen mindestens die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung gewähren.
Betriebe/Unternehmen, die eigene Tarifverträge anwenden, legen bitte der Zuständigen Stelle die aktuellen Tarifverträge in
Kopie vor.
Vergütungen aus einem Tarifvertrag werden jeweils so lange gewährt, bis ein neuer Tarifvertrag vorliegt.
(C): Urlaub
: Der Urlaub ist für jedes Kalenderjahr in das Vertragsformular einzutragen. Bei jugendlichen Lehrlingen ist der
Urlaubsanspruch nach § 19 Abs. 2 JArbSchG oder dem Tarifvertrag zu gewähren. Lehrlinge, die am 1. Januar des Kalen-
derjahres bereits 18 Jahre alt sind, erhalten Urlaub nach dem Bundesurlaubsgesetz (BUrlG) oder nach dem Tarifvertrag.
Voller Urlaubsanspruch besteht bei einer Beschäftigungsdauer von mehr als 6 Monaten in dem betreffenden Kalenderjahr. Dies
ist insbesondere bei Beendigung der Berufsausbildung nach dem 30. Juni zu beachten.
Teilurlaubsanspruch besteht bei einer Beschäftigungsdauer von 6 Monaten oder weniger (für jeden vollen Beschäftigungsmonat
ist 1/12 des Jahresurlaubs zu gewähren; Bruchteile, die mindestens einen halben Tag ergeben, sind auf volle Tage aufzurunden).
Beachte:
Entscheidend für die Berechnung des Urlaubsanspruches ist das Alter des Lehrlings zu Beginn des Kalenderjahres!
Alter des Auszubildenden
JArbSchG
(Werktage)
BUrlG
(Werktage)
zu Beginn des Kalenderjahrs noch nicht 16 Jahre alt
30
-
zu Beginn des Kalenderjahrs noch nicht 17 Jahre alt
27
-
zu Beginn des Kalenderjahrs noch nicht 18 Jahre alt
25
-
nach dem 18. Lebensjahr (BUrlG)
-
24
Als Werktage gelten alle Kalendertage, die nicht Sonntage oder gesetzliche Feiertage sind.
Schwerbehinderten steht gemäß § 208 SGB IX Zusatzurlaub von mindestens 5 Tagen im Jahr zu, wenn die betroffenen
Arbeitnehmer 5 Tage in der Woche arbeiten. Beträgt die Arbeitszeit weniger oder mehr als 5 Tage, verringert oder erhöht
sich auch der Zusatzurlaub bei Schwerbehinderung entsprechend. Tarifverträge können auch mehr zusätzliche Arbeitstage
für Schwerbehinderte vorsehen – allerdings nicht weniger.
(D): Tägliche/wöchentliche Ausbildungszeit
: Die regelmäßige tägliche und wöchentliche Ausbildungszeit sind ausdrücklich in
der Vertragsniederschrift festzuhalten. Jugendliche dürfen nicht mehr als
8 Stunden
täglich und
40 Stunden
wöchentlich
beschäftigt werden. Bei Teilzeitberufsausbildung ist für die gesamte Ausbildungszeit oder die vereinbarten Zeiträume die jeweilige
tägliche oder wöchentliche Ausbildungszeit zu vermerken.
(E): Ausbildungsmaßnahmen außerhalb der Ausbildungsstätte (Verbundausbildung):
Bei einer Verbundausbildung sind
die Verbundpartner/ Kooperationsbetriebe im Ausbildungsvertrag anzugeben. Die dort absolvierten Ausbildungsinhalte
müssen im individuellen Ausbildungsplan der/des Auszubildenden ersichtlich sein.
(F): Sonstige Vereinbarungen:
In diesem Punkt kann z. B. die über den gesetzlich geforderten Ausbildungsnachweis
hinausgehende Berichtsheftführung vereinbart werden.
Ausbildungsnachweis:
Der Auszubildende hat während der Ausbildungszeit einen Ausbildungsnachweis zu führen. Diesen
darf er schriftlich oder elektronisch führen. Die gewählte Form muss im Ausbildungsvertrag aufgenommen sein.
(G): Anerkennung der Vereinbarungen im Berufsausbildungsvertrag
: Der Berufsausbildungsvertrag ist durch den
Ausbildenden, den Auszubildenden und bei Minderjährigen durch den gesetzliche/n Vertreter oder Betreuer zu unterschreiben.
Änderungen zum Berufsausbildungsvertrag:
Bei allen Änderungen der im Berufsausbildungsvertrag getroffenen
Vereinbarungen ist eine Änderungsvereinbarung abzuschließen und dem LfULG über die Landratsämter vorzulegen. (Vordruck
im Internet abrufbar, siehe Link).
(2) Antrag auf Eintragung in das Verzeichnis der Berufsausbildungsverhältnisse:
Der Berufsausbildungsvertrag ist in das Verzeichnis der Berufsausbildungsverhältnisse beim LfULG einzutragen. Deshalb muss
ein entsprechender Antrag an die zuständige Stelle gerichtet werden (Vordruck im Internet abrufbar, Link siehe Ende des
Merkblattes). Dieser Antrag enthält die in § 34 Abs. 2, § 35 und § 88 BBiG geforderten Daten, die nicht in der Vertragsniederschrift
gem. § 11 Abs. 1 BBiG enthalten sind, sowie die Angaben, die zur Prüfung der Eignung der Ausbildungsstätte und des
Ausbildungspersonals für jedes Ausbildungsverhältnis aktuell erfasst werden müssen.
Arbeitgeber-Betriebsnummer bei der Agentur für Arbeit:
Hier ist die achtstellige Arbeitgebernummer zur Meldung von
Sozialversicherungsdaten an die Sozialversicherungsträger einzutragen.
Ausbilder
(m/w/d)
:
Ist derjenige, der die Ausbildung (ggf. im Auftrag des Ausbildenden) durchführt. Die persönliche und fachliche
Eignung für die Ausbildung von Auszubildenden zum/zur Fachpraktiker/in Hauswirtschaft müssen durch das LfULG gem. §§ 28,
29, 30 und 32 BBiG und der genannten Fachpraktikerregelung festgestellt sein. Im Antrag müssen Vorname, Name,
Qualifikation, Geburtsdatum und Geschlecht des Ausbilders angegeben werden. Mit dem Antrag wird versichert, dass in der

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Person des Ausbildenden und des von ihm ggf. bestellten Ausbilders keine Gründe vorliegen, die der Ausbildung im Sinne
des BBiG und der Beschäftigung von Jugendlichen entgegenstehen.
Betrieb
: Die Anzahl der Auszubildenden muss in einem angemessenen Verhältnis zur Zahl der Ausbildungsplätze oder zur
Zahl der beschäftigten Fachkräfte stehen (§ 27 Abs. 1 Nr. 2 BBiG). Daher sind die Gesamtzahl der Beschäftigten, die Zahl
der Fachkräfte im Ausbildungsberuf und die Zahl der bestehenden Ausbildungsverhältnisse in diesem Beruf stets aktuell zu
erfassen. Fachkräfte verfügen mindestens über eine im Ausbildungsberuf abgeschlossene Berufsausbildung bzw.
verrichten entsprechend qualifizierte Tätigkeiten und werden als Facharbeiter bezahlt.
Ärztliche Erstuntersuchung:
Für Auszubildende unter 18 Jahren ist der zuständigen Stelle die ärztliche Bescheinigung über
die Erstuntersuchung nach § 32 Abs. 1 JArbSchG zur Einsicht vorzulegen (siehe § 35 Abs. 1 Nr. 3 BBiG).
Besuch der Berufsschule:
Name und Ort der Berufsschule eintragen, die voraussichtlich besucht wird.
Staatsangehörigkeit des Auszubildenden:
Auswahlfeld ankreuzen oder andere Staatsbürgerschaft benennen.
Höchster allgemeinbildender Schulabschluss; Berufsvorbereitung, berufliche Grundbildung; vorausgegangene
Berufsausbildung; vorheriges Studium
: Bitte in jedem Fall bei allen drei Kriterien die Kreuze jeweils an die entsprechende
Stelle setzen. Sollte zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses der Besuch der allgemeinbildenden Schule noch nicht
abgeschlossen sein, dann bitte den voraussichtlich zu erwartenden Schulabschluss eintragen. Gleiches gilt bei einer Teilnahme
an einer berufsvorbereitenden Maßnahme.
Öffentliche Förderung des Ausbildungsverhältnisses:
Das Ausbildungsverhältnis gilt als gefördert, wenn die dadurch
entstehenden Kosten mit über 50 % überwiegend öffentlich finanziert werden. Falls bei betrieblicher Ausbildung nur ein
Zuschuss zur Ausbildungsvergütung gezahlt wird und z. B. die Ausbildungskosten nicht öffentlich finanziert werden, dann zählt
dieses Ausbildungsverhältnis als nicht gefördert. Es ist das entsprechende Auswahlfeld anzukreuzen. Grundlage einer
Förderung der Berufsausbildung für Menschen mit Behinderungen – Reha sind § 73 Abs. 1 und 2 des Dritten
Sozialgesetzbuches (SGB III), § 115 Nr. 2 SGB III, § 116 Abs. 2 und 4 SGB III und § 117 SGB III; einer Förderung der
Berufsausbildung
Benachteiligter
(sozial
Benachteiligte,
Lernbeeinträchtigte,
Auszubildende,
deren
Berufsausbildungsverhältnis im ersten Jahr der Ausbildung gelöst wurde und die ihre Ausbildung in einer außerbetrieblichen
Einrichtung fortsetzen) § 74 Abs. 1 Nr. 2 SGB III, § 76 SGB III und § 78 SGB III. Sonderprogramme des Bundes und der Länder
treffen in der Regel auf „marktbenachteiligte“ Jugendliche zu. Ein Nachweis der Förderung ist beizufügen.
Unterzeichnung des Antrags:
Der Antrag ist nur vom Ausbildenden unter Angabe von Ort und Datum zu unterzeichnen.
Beachte:
Die Unterlagen können nur bearbeitet werden, wenn alle Pflichtfelder (unterstrichen) ordnungsgemäß ausgefüllt sind!
Links zu den Vordrucken
Antrag auf Eintragung in das Verzeichnis der Berufsausbildungsverhältnisse und Berufsausbildungsvertrag
http://www.gruene-berufe.sachsen.de/antrag-auf-eintragung-in-das-verzeichnis-der-berufsausbildungsverhaeltnisse-4274.html
Beachte: Bitte den zuständigen Landkreis aus der Liste auswählen.
Änderungsvereinbarung des Ausbildungsvertrags
https://fs.egov.sachsen.de/formserv/findform?shortname=smul_lfulg_362&formtecid=2&areashortname=SMUL_LfULG_34