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Sächsische Gartenakademie
Text und Foto: Hubertus Franke
Gartentelefon donnerstags 14-17 Uhr: 0351 2612-8080
LfULG, Abteilung Gartenbau, Garten- und Landschaftsbau
E-Mail: gartenakademie@smul.sachsen.de
hubertus.franke@smul.sachsen.de
http://www.landwirtschaft.sachsen.de/gartenakademie
Gartentipp
Wildblumenwiesen liegen im Trend
Gartentipp Mai 2014
Mancher Naturfreund wird sich noch der schönen
Blumenwiesen erinnern, die er bei Wanderungen im
Urlaub in den Bergen gesehen hat. Mit ein bisschen
Glück und dem gewissen „grünen Daumen“ lassen
sich Blumenwiesen auch zu Hause im Garten anle-
gen, wenn die dafür vorgesehenen Flächen nicht zu
klein sind. Die Monate April und Mai sowie Septem-
ber und Oktober sind dafür der richtige Zeitpunkt.
Der Handel bietet seit Langem entsprechende Saat-
gutmischungen für die speziellen Standorte an. Die
Entscheidung für die Mischung richtet sich nach den
Standortverhältnissen in Ihrem Garten. Es sollte also
vorher geprüft werden, ob der Boden recht nahrhaft,
sandig oder eher lehmig, feucht oder trocken ist und
wie die Lichtverhältnisse sind. Es gibt auch Univer-
salmischungen, in denen eine Vielzahl von Gräsern
und Kräutern enthalten sind, von denen auf jeden
Fall auch welche für den entsprechenden Standort
dabei sind. Diese werden sich entsprechend der
Bedingungen in den Folgejahren durchsetzen. Uni-
versalmischung bedeutet aber nicht gleichzeitig „Bil-
ligangebot aus dem großen Sack“. Qualität ist am
Preis erkennbar.
Vor der Aussaat muss eine Bodenbearbeitung
durchgeführt werden. Der Untergrund ist zu lockern
und sämtlicher Bewuchs, ganz besonders aber Wur-
zelunkräuter wie Giersch, Quecke, Disteln usw. zu
beseitigen. Anschließend wird der Boden eingeebnet.
Zur Abmagerung des Bodens kann Sand, Kies oder
anderes geeignetes Material verwendet werden.
Diese Maßnahme wirkt sich meist günstig auf die
Pflanzenvielfalt aus. Bei Aussaatmengen von 1,2-5,0
g/m² ist zur Hilfe ein Füllstoff angebracht. Dazu eig-
net sich z. B. leicht feuchter Sand, der mit dem Saat-
gut vermischt wird.
Das Saatgut sollte nicht tiefer als 1 cm eingeharkt
und eventuell mit einer Walze angedrückt werden.
Bewässern sollte man sehr vorsichtig, um ein Ver-
schwemmen der Samen zu vermeiden.
Sollte es zu einem schnellen Auflaufen von im Boden
liegenden Unkrautsamen kommen (Melde, Hirse
usw.), wird ein Pflegeschnitt notwendig. Dieser ist mit
der Sense oder einem Balkenmäher in ca. 10 cm
Höhe durchzuführen. Er schwächt die Unkräuter und
begünstigt die Blumenwiese.
Im Folgejahr werden erste Erfolge sichtbar werden.
Meist sind den Mischungen einige einjährige Acker-
wildkräuter wie Klatschmohn, Kornblume und Korn-
rade (das sind keine typischen Wiesenpflanzen und
vergehen nach kurzer Zeit) beigefügt. Diese sorgen
lediglich für einen ersten Blühaspekt. Die gewünsch-
ten „wichtigen“ Wiesenblumen wie Margeriten, Leim-
kraut, Glockenblumen, Nelken usw. sind ausdauern-
de Pflanzen, die mindestens ein bis zwei Jahre zur
Entwicklung brauchen. Deshalb darf auf keinen Fall
Grassamen in eventuell vorhandene Lücken nachge-
sät werden. Nach einem gegebenenfalls weiteren
notwendigen Pflegeschnitt werden Blumenwiesen in
der Regel zwei Mal, Ende Juni und Ende September,
auf sehr trockenen Standorten nur einmal gemäht.
Dazu nimmt man die Sense oder eine Maschine mit
Mähbalken.
Es dauert einige Jahre, bis sich die bunte Blumen-
wiese richtig entwickelt hat und dann ausdauernd am
Standort bleibt. Also nicht ungeduldig werden, das
Warten wird belohnt.