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Sächsische Gartenakademie
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Gartentipp
Herbstzeit ist Pflanzzeit für Gehölze
Gartentipp Oktober 2013
Im Moment herrscht in den Baumschulen großer
Andrang. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt gekommen,
Gehölz- oder Heckenpflanzungen anzulegen. Natür-
lich kann man mittlerweile das ganze Jahr hindurch
pflanzen. Gehölze werden in reicher Auswahl ganz-
jährig als Containerware in allen gewünschten Qua-
litäten angeboten. Doch der Herbst bietet einige Vor-
teile.
Das sind zum einen die nun häufigeren Nieder-
schläge, die den Boden auf natürliche Weise be-
feuchten, welche die zusätzlichen Wassergaben
zumindestens einschränken. Zudem hat der Boden
noch eine gewisse Wärme gespeichert, was die
Pflanzen bei einer zügigen Bewurzelung unterstützt.
So können im nächsten Frühjahr schneller Wasser
und Nährstoffe von den Gehölzen aufgenommen
werden.
Bei der Planung einer Hecke muss klar sein, was
erreicht werden soll. Ist eine Sichtschutzhecke ange-
dacht, dann kommen stärker wachsende Pflanzen
infrage. Für immergrüne Sichtschutzhecken bieten
sich z. B. Lebensbaum, Scheinzypresse und Eibe an.
Reicht der Sichtschutz im Sommer aus, kann die
Wahl z. B. auf Feldahorn oder Hainbuche fallen.
Schwächer wachsende Heckenpflanzen wie Alpen-
Johannisbeere, Berberitze und Brautspiere verwen-
det man, wenn Flächen oder Grundstücke vor dem
Betreten geschützt werden sollen, den Blick in die
Gärten aber noch freigeben. Schwach wachsende
Gehölzarten wie Fingerstrauch und Spierstrauch,
können für Beet- oder Grabeinfassungen und wegbe-
gleitend gepflanzt werden.
Wichtig bei der Entscheidung für eine Art und Sorte
ist immer eine gute Fachberatung, die man in einer
Markenbaumschule bekommen kann. Nicht der Mo-
menteindruck in der Baumschule ist maßgeblich,
sondern wie die Pflanze nach mehreren Jahren fach-
gerechter Pflege mal aussehen und vor allem wie
groß sie einmal wird.
Angeboten werden die Gehölze in unterschiedlicher
Form als Containerware, Ballenware oder wurzel-
nackt. In jedem Fall sollte der Ballen vor der Pflan-
zung, z. B. durch längeres Tauchen in Wasser, aus-
reichend befeuchtet sein.
Ein Tipp bei Containern: Wenn man die Pflanze aus
dem Topf nimmt, erkennt man oft einen Drehwuchs
der Wurzeln. Der muss dringend durch vorsichtiges
Lockern des Ballens unterbrochen werden, ohne die
Erde aus den Wurzeln zu klopfen. Bei Ballenware
muss der Knoten des Ballentuches gelöst werden!
Bei der Pflanzlochvorbereitung muss die Sohle der
Grube gelockert und ohne Steine und vor allem groß
genug sein. Hornspäne oder gut verrotteter Kompost
können zusätzlich in die Pflanzgrube getan werden.
Keinesfalls aber sollte Mineraldünger verwendet wer-
den, um Wurzelschäden zu vermeiden.
Eventuelle Wurzelverletzungen bei wurzelnackten
Pflanzen sollten mit einer scharfen Schere abge-
schnitten werden. Der Pflanzabstand ist entspre-
chend der in der Baumschule empfohlenen Weite zu
wählen. Die Gehölze dürfen nie tiefer gepflanzt wer-
den, als sie zuvor im Topf standen. Nach dem Einfül-
len der Erde in das Pflanzloch ist der Boden vorsich-
tig festzutreten, um Hohlräume zu vermeiden. Nach
einem vorsichtigen oberirdischen Rückschnitt muss
unbedingt noch kräftig gewässert werden.
Im Sächsischen Nachbarrecht bzw. in den Kleingar-
tenordnungen kann man verbindliche Grenzabstände
zum Nachbargrundstück bei Gehölz- oder Hecken-
pflanzungen finden. Wachsen erst einmal Wurzeln
und Äste zum Nachbarn, dann ist der Streit meist
vorprogrammiert.
Weitere Informationen zu Sorten, Pflanzung und
Pflege finden Sie unter:
https://publikationen.sachsen.de/bdb/artikel/11479