image
 
Gartenakademie
Söbrigener Str. 3a, 01326 Dresden
Internet:
http://www.smul.sachsen.de/lfulg
E-Mail: gartenakademie@smul.sachsen.de
Gartentelefon donnerstags 14-17 Uhr: 0351 2612-8080
Barbarazweige
Gartentipp Dezember 2012
„Knospen an St. Barbara, sind zum Christfest Blüten da“, besagt eine alte Bauernregel. Ein schöner
alter Brauch ist es, in der Vorweihnachtszeit Zweige zu schneiden und in der Wohnung ins Wasser zu
stellen. In diesem Zusammenhang wird von Barbarazweigen gesprochen. Der Überlieferung nach soll
die heilige Barbara am 4. Dezember 306 wegen ihres standfesten Glaubens dem Märtyrertod erlitten
haben. Am Weihnachtstag haben der Legende nach dann auf ihrem Grab Blumen geblüht.
In der Tat blühen am Barbaratag geschnittene Zweige in der Weihnachtszeit und ein zeitigeres
Schneiden im Garten bleibt zumeist erfolglos. Ursache hierfür ist die physiologische Ruhe der Blatt-
und Blütenknospen, die erst nach Kälteeinwirkung durch dann höhere Temperaturen gebrochen wer-
den kann. Geeignet sind frühjahrsblühende Blütenzweige, da deren Blütenanlagen bereits im Vorjahr
angelegt wurden. Nach Deckung des notwendigen Kältebedarfes in den Herbst- und Wintermonaten
treiben die Blüten- und Blattknospen unter entsprechenden Bedingungen aus. Je weiter der Winter
fortgeschritten ist, je mehr Kälte auf die Blüten- und Blattanlagen einwirken konnte, umso sicherer ist
das Treibergebnis im Zimmer.
Neben den bereits erwähnten Kirschzweigen (
Prunus
) sind z.B. auch Winterjasmin (
Jasminum nudiflo-
rum
), Kornelkirsche (
Cornus mas
), Rotdorn (
Crataegus
), Mandelbäumchen (
Prunus triloba
), Forsythie
(
Forsythia
), Pflaume (
Prunus domestica
), Zierquitte (
Chaenomeles
), Besenginster (
Cytisus
), Zierjo-
hannisbeere (
Ribes
), Hasel (
Corylus
), Schlehe (
Prunus spinosa
), Zierapfel (
Malus
) und Weide (
Salix)
geeignet. Die Zweige können wirkungsvoll mit Nadelgehölzen oder Stechpalme in der Bodenvase
weihnachtlich arrangiert werden.
Der Treiberfolg wird erhöht, wenn die Zweige einige Stunden, eventuell über Nacht, in handwarmes
Wasser gelegt werden. Auf diese Weise wird der Treibprozess beschleunigt und die Knospen treiben
regelmäßiger aus. Vor dem Einstellen in Wasser werden die Zweige mit einem langen schrägen An-
schnitt versehen. Ein Anhämmern der Stiele erübrigt sich und wäre zudem ein Zerstören intakter Zell-
verbände. Außerdem sehen derart „behandelte“ Stiele unschön aus. Um den Energiebedarf des Auf-
blühens zu decken, ist es wichtig, dem Vasenwasser Blumenfrischhaltemittel beizusetzen. Diese ent-
halten Nährstoffe und wirken zugleich antimikrobiell. Durch Zusatz von 2 % Zucker zum Vasenwasser
kann der Energiebedarf ebenfalls gedeckt werden, allerdings fördert dieser auch die Mikroorganis-
men.