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Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden - Realisierungswettbewerb Erweiterungsbau mit städtebaulichem Ideenteil nach RPW 2013
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Schwarzplan
Modell
Code Unique Architekten GmbH, Dresden
Zweiter Wertungsrundgang

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Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden
ERLÄUTERUNGSBERICHT
STÄDTEBAU
Auf dem Grundstück für den Erweiterungsbau steht momentan noch der vom Einsturz bedrohte
Ziegelbau der alten Hutfabrik. Geprägt wird das Quartier durch eine gemischte Bebauung aus
historischen Gründerzeitbauten und Neubauten verschiedenen Alters. Südlich grenzt das Planungsgebiet
an die Grüne Straße; im Norden an die Schützengasse.
Die städtebauliche Setzung des vorgeschlagenen Baukörpers verortet sich direkt an dem Bestand mit
Konzertsaal und der westlich gelegenen Brandmauer der nachbarschaftlichen Wohnbebauung. Durch
diese Positionierung entsteht die Möglichkeit einer Durchquerung des Quartiers. Es entstehen
Wegeverbindungen und einladende Freiflächen im Quartiersinneren. Der Neubau verdeckt die
bestehenden fensterlosen Rückseiten der vorhandenen Nachbarbebauung und wird bewußt als klare
Skulptur angelegt. Mit dem Fassadenmaterial aus eloxierten und perforierten Metallkassetten sowie dem
Betonsockel wird die Materialität des bestehenden Erweiterungsbaus aufgegriffen und der bauplastische
Charakter unterstützt. Mit den großformatigen Öffnungen im Erdgeschossbereich werden neue Qualitäten
für den Freiraum, als auch den Innenraum geschaffen. Durch die Durchwegbarkeit des Grundstücks und
die erlebbaren Erdgeschosszonen entsteht so ein lebendiges Quartier. Östlich schließt der Baukörper
selbstverständlich auf der vorhandenen Höhe des bestehenden Konzerthauses an und staffelt sich durch
das Quartier in Richtung Grüne Straße weiter nach oben. Der Hochpunkt des Erweiterungsbaus markiert
selbstbewusst einen neuen Baustein an der Grünen Straße und leitet in das Quartier hinein. Zusätzlich
werden zwei Erweiterungsmöglichkeiten bei weiterem Flächenbedarf an der Grünen Strasse
vorgeschlagen.
Die Erschließung der Gebäude für PKW und Radfahrer, sowie die Anlieferung bleibt bestehen und wird
durch die zusätzlich benötigten Stellflächen ergänzt. Es entstehen einfache und kreuzungsfreie
Wegeverbindungen.
INNERE STRUKTUR
Die Haupterschließung erfolgt weiterhin über den vorhandenen Vorplatz an der Schützengasse. Über die
große Freitreppe gelangt der Besucher in das vorhandene Foyer des Konzerthauses. Dieses wird durch
eine großzügige Erweiterung und Neustrukturierung deutlich aufgewertet. Über ein Oberlicht entlang des
zweigeschossigen Luftraums dringt ausreichend Tageslicht in alle Bereiche des Foyers. Direkt im
Eingangsbereich verortet sich der Informationstresen mit Garderobe und Aufenthaltsmöglichkeiten.
Die vorhandene einläufige Erschließung zur Bibliothek in das Sockelgeschoss, sowie in das 1.
Obergeschoss werden erhalten. Zusätzlich wird eine großzügige zweite Erschließung aus der
Foyererweiterung ins Sockelgeschoss zu den neuen Probebühnen vorgeschlagen. Mit dieser Konzeption
wird das Foyer zur neuen „Mitte“ der Hochschule und verknüpft alle Bereiche auf kurzem Wege.
Die Bibliothekserweiterung wird im Sockelgeschoss in dem jetzigen Bewegungsraum vorgeschlagen.
Dieser grenzt direkt an die bestehende Bibliothek an und verfügt über ausreichend Tageslicht für neue
Leseplätze. Mit der vorhandenen Raumgröße kann die Erweiterung problemlos realisiert werden.
Bestehende Infrastrukturen wie Buchsperre und Tresen können erhalten werden und müssen nicht

umgebaut werden. Der entfallene Bewegungsraum wird als Raumverbund im Erweiterungsbau mit den
neuen, im Raumprogramm geforderten, Bewegungsräumen nachgewiesen.
Die Probebühnen mit ihren dazugehörigen Lagern befinden sich ebenfalls im Sockelgeschoss. Eine
aufgeweitete Erschließungsfläche mit Loungemöbeln lädt hier zum Verweilen ein. Über die öffenbare
Glasfassade werden auch hier alle Bereiche mit ausreichend Tageslicht versorgt. Sitzstufen im Freiraum
vor den Bühnen runden das Angebot ab und formulieren ein Freiflächenangebot, welches als offenes
Musikforum im Sommer genutzt werden kann. Die musikalischen Übungsräume werden analog zu den
bestehenden Räumen im Erdgeschoss und im ersten Obergeschoss vorgeschlagen. Auch hier werden
über kurze Wege sinnvolle Synergieeffekte angestrebt.
Die Räume der Verwaltung und die der Professoren werden in den Obergeschossen realisiert.
Überschneidungen mit dem täglichen studentischen Betrieb der Übungsräume werden auf diese Weise
vermieden. Den oberen Abschluss bildet das Technikgeschoss mit der Lüftungstechnik. Über einen
vertikalen Verteilerschacht können die Probebühnen direkt angebunden werden.
KONSTRUKTION
Als Fassadenmaterial wird eine perforierte Metallkassette, teils als Faltladen, teils als feststehendes
Fassadenpaneel, vorgeschlagen. Die Faltläden können händisch und raumbezogen gesteuert werden.
Auf komplizierte mechanische Steuerungen wird bewusst verzichtet. In den Erdgeschosszonen wird
analog zu den bestehenden Bauten der Musikhochschule ein robuster und langlebiger Betonsockel
geplant. Mit den vorhandenen Niveausprüngen des Grundstücks kann dadurch unkompliziert
umgegangen werden. Eine Betonmatrize mit dem Logo der Hochschule entlang der Grünen Straße
macht die Funktion des Erweiterungsbaus zur Stadt ablesbar.
BRANDSCHUTZ
Der Neubau selbst verfügt unter Einhaltung der vorgeschriebenen Fluchtwegelängen über drei
Fluchttreppenhäuser, welche ebenerdig ins Freie führen. Die klare Einsehbarkeit unterstützt die
unkomplizierten Rettungswege. Auf Grund der gewählten Grundrissstruktur ist eine problemlose Bildung
von Brand- und Rauchabschnitten möglich. Des weiteren wird eine automatische Brandmeldeanlage
vorgeschlagen, um einen Brand schon in seiner Entstehungsphase zu erkennen.
ENERGIE UND TECHNIK
Der
Neubau ist kompakt mit einem günstigen A/V-Verhältnis angelegt. Zugunsten optimierter
Betriebskosten wird sowohl im Winter als auch im Sommer eine hohe Energieeffizienz angestrebt welche
außerdem eine hohe Behaglichkeit im Gebäude sicherstellt. Insbesondere Architektur und
Baukonstruktion
sollen
zu
einer
energetisch
günstigen
Gesamtbilanzierung
beitragen.
Die
Grundrisstypologie und Fassadengestaltung ermöglicht eine natürliche Belichtung aller Bereiche,
wodurch eine optimale Tageslichtausnutzung gewährleistet wird. Zur Reduzierung des sommerlichen
Wärmeeintrages wird an den Fenstern der Ost-, West- und Südseiten des Gebäudes ein manuell
steuerbarer Sonnenschutz angebracht. Zusätzlich verfügen alle Räume über einen innenliegenden
Blendschutz. Alle Unterrichts- und Büroräume können natürlich be- und entlüftet werden.

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Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden - Realisierungswettbewerb Erweiterungsbau mit städtebaulichem Ideenteil nach RPW 2013
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Schwarzplan
Modell
JSP Architekten Gesellschaft für Gesamtplanung mbH, Dresden
Zweiter Wertungsrundgang

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STÄDTEBAU
Das Wettbewerbsgebiet liegt in westlicher Richtung unweit des Wettiner Platzes, schließt nördlich an die
Schützengasse und südlich an die Grüne Straße an. Der Neubau bindet südlich über die gesamte Länge an
den Bestandsneubau an. Nach einem Einschnitt in die Gebäudekubatur, mit Anlehnung an die des ersten
Erweiterungsbaus, folgt entlang der westlichen Grundstücksgrenze ein Riegel, welcher an einen
straßenbegleitenden Baukörper anschließt. Dieser wird durch einen gezielten Einschnitt, der die
Durchwegung in Richtung Grüne Straße vollendet, sowie die klare Abtrennung zwischen fachlicher Nutzung
und Verwaltungsbau schafft, geteilt. Trotz des Einschnitts schließt der Neubau somit gekonnt die Lücke
der Blockrandbebauung – eine Hofsituation entsteht.
Entlang der Grünen Straße entstehen zwei Baukörper, welche sich in Form und Gestaltung der Fassade
gleichen und in den Bestand eingliedern. Hier wurde das Format der Fensteröffnungen dem der
Nachbarbebauung angepasst und eine All-over-Fassade aus geschlämmtem Klinker im dänischen Format
gewählt. Der Sockel setzt sich in seiner Materialität ab und kontrastiert in glattem Beton den Klinker. Eine
Freitreppe in der Spaltung der Randbebauung führt in den höher gelegenen Innenhof. Der innere Bereich
wird mit einer graugoldenen Lamellenfassade in vertikalem Format überzogen. Auch hier setzt sich das
Material „all-over“ auf der gefalteten Dachlandschaft fort. In dieser Fassade gibt es immer wieder Stellen,
an denen das Material hervortritt. Betrachtet man die vier Hoffassaden entsteht aus diesen Erhebungen
ein zweizeiliger Rhythmus im Notenverlauf des Walzers aus „Der Freischütz“, komponiert von Carl Maria
von Weber. Aus nordöstlicher Richtung gelangt man ebenfalls über eine Freitreppe, flankiert von einer
Rampe, auf den Hofplatz. Im Westflügel sind Laubengänge hinter der Metallfassade angelegt. Zwischen
dem Westflügel und dem Nordtrakt befindet sich im Einschnitt der Gebäudekubatur die Haupterschließung
des Hochschulneubaus. Besagter Nordtrakt, der in gesamter Länge an den Bestandsneubau anschließt,
beinhaltet die größeren Raumeinheiten. Durch den Einschnitt betritt man das Foyer, welches ein im
Zusammenhang mit dem Bestandsfoyer eine Einheit bildet. Hier ist eine Durchwegung bis zum Vorplatz
des Bestandsneubaus möglich.
FREIFLÄCHEN
Der
konzipierte zentrale Innenhof, der durch den besonderen gestalterischen Charakter der Fassaden
gefasst ist, wird zu einem übergreifenden Freiraumsystem entwickelt. Öffentliche und halböffentliche
Zonen verschränken sich, wodurch funktionelle und atmosphärische Synergien entstehen. Der zentrale
Platz wird durch ein Baumdach gegliedert, welches im Sommer zum Verweilen im Schatten einlädt. Auch
Fahrradstellplätze sind dort in direkter Eingangsnähe angeordnet. Der Innenhof ist als ruhige, mit Gräsern,
Wildstauden und einigen Bäumen bepflanzte Freifläche konzipiert. Durch die Vielzahl an unterschiedlichen
Pflanzen wird dem Natur- und Artenschutz nachhaltig Rechnung getragen. Eine natürliche Versickerung ist
durch die Vegetationsschichten hindurch möglich.
INNERE STRUKTUR
Der Entwurf verfolgt das Konzept einer kompakten, gestalterisch und funktional innovativen
Hochschulbaus. Die Gebäudeform wird vorallem durch die funktionsorientierte innere Struktur und die
speziellen Anforderungen bestimmt.
Somit ergeben sich einzelne Baukörper, die in ihrer Form klar ablesbar sind und dennoch eine Einheit
bilden. Im Inneren wird dies durch eine interne Vernetzung unterstützt. Das Haus teilt sich klar in die drei
Themengebiete. Zur Grünen Straße hin befinden sich die neuen Verwaltungsräume der Hochschule. Dieser
Bürotrakt ist lediglich im Untergeschoss mit den restlichen Gebäudeteilen verbunden. Hier sind die
Besprechungsräume, die Poststelle, die Werkstatt und die Büroräume angesiedelt. Dieses Haus
funktioniert überwiegend autark und kann im Erdgeschoss durchwegt werden, um so ein Leiten zum

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Musikcampus zu ermöglichen unter welchem sich um die Pflanzvertiefung herum die Technik befindet. In
Richtung Wettiner Platz folgt, abgesetzt durch eine bauliche Lücke, der Musik- und Übungstraktes. Hier
befinden sich im straßenseitigen Bereich die kleineren Einheiten. Sie erstrecken sich bis zum dritten
Obergeschoss, von wo aus man auch eine Dachterrasse erreichen kann. Im dahinterliegenden Bereich
verorten sich die größeren Übungsräume. Sie werden über Flure erschlossen, die mittels eines Oberlichtes
gefolgt von einer Lichtfuge in allen Geschossen belichtet werden können. Des Weiteren verfügen sie über
einen Laubengang in Richtung Hof.
In direkter Verbindung zum Foyer des Bestandsneubau schließt das Foyer des Neubaus an, sodass eine
Einheit entsteht. Hier befindet sich im Untergeschoss die Bibliothek mit Bücher- und Lesebereichen.
Erschlossen durch das Foyer folgt der Gebäudetrakt, der die Probebühnen, Bewegungsräume und
Ensembleräume mit ihren zugehörigen Lagern und die Tonstudios beinhaltet. Hierbei stecken sich die
Probebühnen jeweils über zwei Geschosse durch. Flankiert werden sie von Lagerräumen sowie den
Studios an der Jazz-Probebühne.
KONSTRUKTION
Die
Gebäudekonstruktion wurde im Hinblick auf die Herstellungs-, Betriebs- und Unterhaltungskosten
wirtschaftlich sinnvoll gewählt. Die Auswahl der Materialien erfolgte unter dem Aspekt der ökologischen
Nachhaltigkeit. Im Wesentlichen wird die Verwendung von Betonfertigteilen und Glas vorgeschlagen, da
beide Materialien vollständig recycelbar sind. Zudem weist die Betonbauweise
eine hohe Energieeffizienz und eine lange Lebensdauer auf, so dass nur geringe zusätzliche
Lebenszykluskosten zu erwarten sind.
Die Fassaden werden in Klinker und metallischen Stoffen ausgeführt. Hierbei wird die Metallfassade in
gefalteter Form und graugoldener Farbe gewählt. Die „all-over“ Fassade zur Grüne Straße wurde mit
Verblendklinker in Vollstein geplant. Die Fenster werden in Holz-Alukonstruktion gewählt und im Bereich
der Musizierräume in Kastenfensterform mit Dreifachverglasung hergestellt.
Bei den konstruktiven Bauteilanschlüssen werden wärmebrückenfreie Detaillösungen gewählt,
Dreifachverglasung sorgt für eine optimale Energiebilanz in der Heizperiode. Massive Wandbereiche
reduzieren den Glasflächenanteil.

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Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden - Realisierungswettbewerb Erweiterungsbau mit städtebaulichem Ideenteil nach RPW 2013
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Schwarzplan
Modell
gernot schulz : architektur GmbH, Köln
Zweiter Wertungsrundgang

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Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden
Realisierungswettbewerb Erweiterungsbau mit städtebaulichem Ideenteil
- 1 -
Hinweis:
Die Bemerkung im Rückfragenprotokoll vom 10.12.2020, Punkt 3.6, dass „fotorealistische Renderings
dem Verfasser freigestellt sind“ ermöglicht in seiner Formulierung als Plural die Interpretation mehrerer
erlaubter Renderings. Wir bitten daher, die Bilder in dem Erläuterungstext nicht abzudecken. Diese
haben erläuternde Funktion.
Ein Haus als Campus
Der vorgeschlagene Erweiterungsbau ist als innenräumlicher Campus entworfen. Der hochschuleigenen
Idee, diese Institution
als einen Ort zur Pflege der Musikkultur, an dem Kunst, Wissenschaft und Lehre in
Theorie und Praxis ineinander greifen zu verstehen, wird durch das visuelle Verbinden verschiedener
Bereiche, Ebenen und Funktionen des Gebäudes bildhafter Ausdruck gegeben. Der Herausforderung der
evtl. Störung der Wohn-Nachbarschaft durch die Aktivitäten der Hochschule wird mit der Idee begegnet,
das Innere des Gebäudes campusartig zu gestalten. Hier finden sich Orte für spontane Begegnungen und
Wissensaustausch sowie Orte der Entspannung und Erholung, im Inneren und auf verschiedenen
Innenhofebenen des Entwurfs. Den heutigen Außen-Campus-Flächen vor dem Altbau am Wettiner Platz
und auf dem Vorplatz vor dem Konzertsaal wird mit der Raumidee des Erweiterungsbaus ein
innenräumlicher Campus zur Seite gestellt. Somit stehen nicht nur ideell sondern auch architektonisch
Tradition und (räumliche) Erneuerung, Kontinuität und (räumliches) Experiment in lebendigem Austausch.
Freiräume für Experimente, neue Arbeitsweisen und künstlerische Forschung sind sowohl Bestandteil
des heutigen Hochschulalltags als auch des neuen Erweiterungsbaus.
Städtebauliche Einbindung und Freiraum
Städtebaulich wird die Schließung des Blockrands und das Entwickeln einer „grünen Mitte“ des
Blockinnenhofs angestrebt, um lesbare Straßenräume und ruhige grüne Innenhöfe entstehen zu lassen.
Der erste Bauabschnitt mit dem Realisierungsteil dieses Wettbewerbs schließt den Blockrand im Süden
zur „Grüne Straße“ und vermittelt in der Straßenansicht zwischen den unterschiedlichen Trauf-
Anschlusshöhen. Wir wünschen uns die öffentliche Durchwegbarkeit des Gebäudes, zumindest zu
Öffnungszeiten der Hochschule. Ein Schaufenster zu den Aktivitäten in der Studiobühne lädt dazu ein.
An der Schützengasse wird der Haltung des Konzertsaal-/Bibliotheksgebäudes als „Solitär im
Block“ Rechnung getragen und baulich daher nicht an die Betonskulptur des Technik-
/Probebühnenbaukörpers angeschlossen. Dennoch soll durch einen schmalen Baukörper die Brandwand
des Gebäudes Schützengasse 13 in einem 2. Bauabschnitt verdeckt und ein Entrée zu dem dann im
Innenhof entstehenden Erweiterungsbau gebildet werden. Das Gebäude des zweiten Bauabschnitts
nimmt die Typologieidee des frei stehenden Hofgebäudes „Am Schießhaus 5a“ auf.
Brückenanbindungen zum Kopfbau an der Brandwand Schützengasse und zum jetzigen Realisierungsteil
sind angelegt. Eine weitere Erweiterungsmöglichkeit besteht im Lückenschluss des Grundstücks „Grüne
Straße 10-12“.

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Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden
Realisierungswettbewerb Erweiterungsbau mit städtebaulichem Ideenteil
- 2 -
Es wird aus städtebaulicher Sicht keine Qualität im Erhalt der Grenzbebaubarkeit entlang der
Südfassaden der alten Hut- und Lederfabrik mit dann zwingend fensterlosen Brandwänden gesehen.
Hier ist das bestehende Hofgebäude im Osten mit seinen Vis-à-Vis Fassaden Vorbild für einen
nachbarschaftlich-städtebaulichen Dialog.
Die provisorischen Stellplätze auf dem Grundstück Grüne Straße 10-12 bleiben im 1. Bauabschnitt
bestehen. Im Zuge des Abrisses der alten Hut- und Lederfabrik im Innenhof wird vorgeschlagen, die
Sohlplatte und die Außenwände des UG des Industriebaus zunächst zu erhalten, als Parkebene für
zusätzliche Stellplätze zu nutzen und temporär zu überdachen. Ein solches Dach – als Holzkonstuktion
mit wieder verwendbaren Elementen gedacht – soll unterseitig schallabsorbierend bekleidet werden,
um die umgebenden Wohnnutzungen bestmöglich von den Geräuschemissionen der Autos zu schützen.
Auf dem provisorischen Dach entsteht ein geometrisch angelegter Garten mit Hochbeeten und Bänken
für Ruhepausen der Nutzerinnen und Nutzer. Der temporäre Erhalt der Bodenplatte und der UG-
Begrenzungswände des abgängigen Industriebaus ist nachhaltig (Nutzung vorhandener grauer Energie)
und kann helfen, Baurecht an dieser Stelle zu sichern. Der „Footprint“ des Altbaus bleibt im 1. BA als
bauzeitliche Spur sichtbar. Schmale Belichtungs- und Belüftungsfugen trennen das temporäre Dach von
der Outline des Footprints.
Der Erweiterungsbau wird teilunterkellert. Es wird angeregt in Betracht zu ziehen, die
Untergeschossfläche auszunutzen und hier Stellplätze zu verorten. Dies könnte Aufwände in weiteren
Bauabschnitten unter dann beengteren Platzverhältnissen als im 1. BA ersparen.
Die Hofflächen außerhalb des „grünen Dachs“ über den provisorischen Stellplätzen werden wo
notwendig plattiert, ansonsten mit Rasengittersteinen belegt und sichern im Besonderen die
Befahrbarkeit durch die Feuerwehr. Für die beiden verbleibenden Brandwände rückseitig des
Konzertbaukörpers und des Hofgebäudes „Grüne Straße 16a“ wird eine begrünte Pergolastruktur
vorgeschlagen unter der Schatten-Sitzplätze für die Nutzerinnen und Nutzer entstehen.
Programmerfüllung und Funktionalität
Über die Erfüllung des Raumprogramms hinaus gehend wird eine bauliche Struktur vorgeschlagen, die
Verschiebungen von Nutzungen und Umprogrammierungen von Räumen ermöglicht. Insbesondere sind –
im Hinblick auf einen evtl. bauliche Erweiterung im Hof des Baublocks – jetzige Verwaltungsräume zu
Überäume umnutzbar.
Die funktionale Struktur der Grundrisse ist äußerst einfach und erleichtert die Orientierung. An eine
ringförmige Erschließung reihen sich die kleineren Räume. Diese Figur umfasst die großen Bühnen- und
Bewegungsräume sowie den Aufenthaltsraum der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Dabei erfolgt vom
1. zum 2. Obergeschoss im östlichen Raumbund ein Wechsel der Erschließungsseite, so dass die
Überäume im 3. und 4. OG zum eigenen Innenhof ausgerichtet sind und die Wohn-Nachbarbebauung
nicht gestört wird.

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Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden
Realisierungswettbewerb Erweiterungsbau mit städtebaulichem Ideenteil
- 3 -
Der neue „Indoor-Campus“, Wegeverbindung zwischen Schützengasse und Grüne Straße, Begegnungsort und
Foyererweiterung des Konzertsaals.
Der von uns gerne als „Boulevard“ bezeichnete Wegraum zwischen Grüne Straße und dem
Bestandsfoyer vor dem Konzertsaal ist multifunktionaler Campus, Foyererweiterung des Konzertsaals,
Experimentier- und Begegnungsraum. Großartige Sichtachsen diagonal durch die Geschosse
ermöglichen den programmatischen lebendigen Austausch der Aktivitäten der Hochschule. Wenn
Einblicke mal nicht gewünscht sind helfen Vorhänge dies individuell zu regulieren.

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Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden
Realisierungswettbewerb Erweiterungsbau mit städtebaulichem Ideenteil
- 4 -
Blick aus dem Bestandsbereich der Bibliothek in Richtung des Erweiterungsbaus.
Die neue Schnittstelle zwischen Bestand und Erweiterung bietet ein „Feuerwerk“ der Ein- und
Durchblicke und wird ein ganz neues großzügiges Raumgefühl vermitteln. Auch die untergeschossige
Erweiterung der Bibliothek rückt – als hoher Saal angelegt – diese Nutzung ganz neu und nunmehr
sichtbar in den Fokus. Schluss mit dem Keller-Dasein! Die „Splitt-Level“ Anbindung des
Erweiterungsbaus überwindet gemeinsam mit den ermöglichten Durchblicken in die neuen
Nutzungsbereiche die Geschossgrenzen und Nutzungsabgrenzungen. Überall ist Begegnung, überall ist –
als visuelles Bild wahrnehmbar – Musik. Akustische Abgrenzungen sind durch Verglasungen gegeben.
Guter musikalischer Klang wird mittels Bekleidungen der Innenraumflächen für die Funktionen
bestmöglich reguliert.
Nachhaltige Bauweise
Nicht nur funktional auch baulich soll ein zukunftsweisender Bau entstehen. Dies umfasst zum einen die
angestrebte Kompaktheit des Baukörpers und sein einfaches Konstruktionsprinzip, zum anderen viele
Aspekte der CO2-Vermeidung der Bauweise.
Zunächst soll die Verwendung von Beton erheblich reduziert werden. Der „Rohbau“ entsteht aus Holz
als Stütze-Balken-System. Die Decken sind Holz-Beton-Hybridkonstruktionen. Auf Holzbalken liegt eine
Betondecke auf, die Verbindung erfolgt mittels in die Balken eingedrehten Schrauben. Die
Konstruktionselemente sind somit wieder vollständig getrennt recyclingfähig. Für diese
Konstruktionsweise regelt die derzeit noch als 2. Vorabzug vorliegende DIN EN 1995-1-2 vom

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Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden
Realisierungswettbewerb Erweiterungsbau mit städtebaulichem Ideenteil
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03.05.2020 eine Feuerwiderstandsdauer von bis zu 120min. Ein derzeit im Bau befindliches Projekt der
Verfasser mit öffentlichem Bauherr ist auf dieser Grundlage genehmigt.
Aufgrund der Stütze-Balken-Konstruktion des Holzbaus sind die Außenwände nicht tragend. Sie
entstehen aus zwei Mauerwerksschalen unterschiedlicher Dichte, getrennt von einer Mörtelfuge. Im
Inneren sorgt ein Dämm-Mauerwerk mit höherer Dichte für die akustische Kapselung der Räume. Die
äußere Mauerwerkschale wird aus hoch-wärmedämmendem Mauerwerk erstellt, welches verputzt wird.
Das Einbinden der Geschossdecken, welches ein kopfseitiges Dämmen erfordert, wird an dieser Stelle
durch ein Band aus Naturstein ablesbar gemacht.
Die Innen-Ausfachungen des Stütze-Balken-Systems besteht aus Glas, Mauerwerk oder Holz – je nach
gewünschter Funktionalität. Angedacht ist, hier auch das Abbruchmauerwerk der alten Hut- und
Lederfabrik zu nutzen. Die Innenwandflächen der Überäume und Verwaltungsräume erhalten auf den
Mauerwerksflächen einen Akustikputz. Die Studios, Bewegungs- und großen Überäume erhalten
Ausfachungen aus akustisch wirksamen Holzverkleidungen. Böden sind aus Gussasphalt und Parkett,
Glas-Fassaden aus Holz oder Holz-Alukonstruktionen.
Beton kommt da zum Einsatz, wo dessen statischen Eigenschaften unverzichtbar sind, so z.B. beim WC-
Kern an der Westfassade, welcher die aussteifende Wirkung der heutigen Behelfskonstruktion für das
Nachbarbauwerk übernimmt.
Begrünte Dachterrassen im Innenhof und begrünte oberste Dachflächen verbessern das Mikroklima
durch Wasser- und CO2-Bindung sowie Verdunstungskühle.
Nicht zuletzt ermöglichen die eingesetzten Materialien und Bauweisen ein ästhetisches Altern des
Gebäudes und somit geringe Folgekosten.

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Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden - Realisierungswettbewerb Erweiterungsbau mit städtebaulichem Ideenteil nach RPW 2013
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Schwarzplan
Modell
Gonzalo Moure, Madrid
Zweiter Wertungsrundgang

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Realisierungswettbewerb Erweiterungsbau mit städtebaulichem Ideenteil nach RPW 2013
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K E N N Z A H L
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.... Architektur und Kontext
Das Konzept sieht eine schlichte städtebauliche Intervention vor, die eine
urbanen Zone für die Stadt öffnet. Die Erweiterung des Konservatoriums erfolgt
über einen U-förmigen Baukörper, der am Nordflügel der Neubau-Erweiterung
anschließt. Das Bauwerk verläuft parallel zum neoklassizistischen Gebäude
und vervollständigt die Flucht der Grüne Straße mit ihrem südlichen Flügel.
Die Lücke wird durch die Errichtung eines von
Bäumen gesäumten
Gartencampus
gefüllt. Der Nordarm, parallel zur Erweiterung des Neubaus,
wird durch einen
überdachten Gartenhof
, der sich gen Brandwand erstreckt,
zugleich getrennt und verbunden. Dieser überdachte Garten in Form eines
L
ist der Beziehungsraum zwischen dem Erweiterungsneubau und dem
Erweiterungsentwurf.
Grüne Straße und Schützengasse sind durch einen offenen Innengarten und
einen mit Kolonnaden versehenen Durchgang verbunden, der eine reizvolle
Passage schafft. Der Zugang erfolgt über den Bereich, in dem die Erweiterung
des 2. Bauabschnitts liegen soll. Dieser Zugang von der Grüne Straße figuriert
als Schwelle zum Innenhof, der den Zugang zum Verwaltungsbereich birgt.
Hier liegen auch die Stellplätze für Menschen mit eingeschränkter Mobilität.
Der begrünte Innenbereich integriert alle Bauabschnitte, d.h. das
neoklassizistische Gebäude, den Erweiterungsneubau und den hier
vorgestellten Entwurf. Das neue Raumprogramm ist im vorgeschlagenen
U
untergebracht: Die zentralen Verwaltungsbereiche, die großen Räume des
Programms (spezifische Verwendungszwecke) im mittleren Bereich des U, in
der Verlängerung des Erweiterungsneubau die Räume mit geringer
Raumhöhe. Alle Arbeits- und Aufenthaltsbereiche sind natürlich belichtet und
belüftet. Das Wegesystem ist zum Gartenhof orientiert.
Zur Schützengasse liegt die Lieferzone, zur Grünen Straße der Zugang für
Haustechnik mit Zugang zum Keller, bzw. eine zusätzliche Option zur
Anlieferung von Material und Instrumenten.
Die Volumetrie des Entwurfs ist zur Schützengasse gestaffelt und auf die
Bestandsbauten abgestimmt. Die einheitliche Gesimsführung des gesamten
Projekts fügt sich mittels der beiden sekundären Treppenkerne in die Flucht
der Grünen Straße.
Am Scheitelpunkt des
U
, das dem Erweiterungsneubau am nächsten liegt, ist
das Treppengelenk angeordnet, das Licht und Ausblick auch über diesen
gewährt. Das Loggia-Geschoss dient den Studien- und Lehrbereichen. Das
Dach wird mit einem Oberlicht abgeschlossen.

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Realisierungswettbewerb Erweiterungsbau mit städtebaulichem Ideenteil nach RPW 2013
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K E N N Z A H L
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Es wird ein Sichtziegelbau vorgeschlagen, der mit dem neoklassizistischen
Gebäude und dem Erweiterungsneubau in Zwiesprache treten kann.
Natürliche und einfache Materialien, die in Würde zu altern verstehen.
Die Schallschutz-Verglasungen des Gebäudes werden thermisch durch
Veranden oder Beschattungssysteme geschützt. Im Innenbereich sollten
unverputzte Ziegel-Oberflächen und natürliche und nachhaltige textile
Materialien wie Sisal die Raumakustik dämpfen.
Der
2. Bauabschnitt
entstünde in der Flucht zur Grünen Straße. Der Anschluss
an den Erweiterungsneubau bietet sich durch einfache Erweiterung des
Treppenhauses und des Lastenaufzugs.
Das U-förmige Gebäude ragt zwei Stockwerke über den Erweiterungsneubau.
Das
U
öffnet sich mit Blick auf das Zentrum von Dresden.
Der Vorschlag schafft
einen Gartenhof und einen Ausblick auf die Stadt
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Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden - Realisierungswettbewerb Erweiterungsbau mit städtebaulichem Ideenteil nach RPW 2013
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Schwarzplan
Modell
Knoche Architekten, Leipzig
Zweiter Wertungsrundgang

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Realisierungswettbewerb mit städtebaulichem Ideenteil
Erweiterungsbau für die Hochschule Carl Maria von Weber
Erläuterungsbericht
Das gründerzeitliche Hauptgebäude am Wettiner Platz wurde 2004 durch einen
Neubau mit Proben– und Konzertsaal erweitert. Diese Erweiterung steht durch ihre
expressive Architektursprache in spannungsvollem Kontrast zum Altbau und erzeugt
– auch durch den schön proportionierten, baumbestandenen Vorplatz an der
Schützengasse – eine weitere repräsentative Adresse der Musikhochschule.
Gleichwohl wird das innenräumliche Wegesystem des Altbaus schlüssig fortgeführt,
so dass im inneren Erleben eine durch wechselnde Außenbezüge
abwechslungsreiche Ganzheitlichkeit entsteht.
Ziel der Entwurfsplanung ist es, an die Architektur und das räumliche Gefüge
anzuknüpfen und die Struktur in ihrer Linienführung weiter zu entwickeln. Der
bestehende Verbindungsbau wird linear weitergeführt, der Erweiterungsbau schmiegt
sich an den Bestand und entwickelt sich in zwei Richtungen weiter. Nicht orthogonale
Konturen und gestaffelte Dächer erzeugen eine architektonisch sehr stimmige
Gliederung, die im Zusammenspiel mit dem Bestand eine Einheit bildet.
So entsteht ein zwar eigenständiges und zeitgemäßes Gebäudeensemble, das sich
aber einfügt und die Situation nicht dominieren will.
Um in Innern kurze Wege zu erzeugen und um das Grundstuck im bisher durch die
Hut– und Lederfabrik bebauten Areal effektiv auszunutzen, konzentriert sich der
Neubau auf den inneren Bereich des Wettbewerbsareals. Nur der westliche
Gebäudeflügel ragt nach Süden bis an die Grüne Straße heran, formuliert hier einen
zusätzlichen Ein– und Ausgang und erzeugt eine angemessene Präsenz im
Straßenraum. Das ruinöse Gebäude Grüne Straße 24 wird abgebrochen. Die in der
verbleibenden Baulücke vorhandenen, alten Bäume können zunächst stehen bleiben,
so dass der Blockrand durch eine dichte Begrünung aufgelockert bleibt.
Weitere Bauten für die zukünftige Entwicklung der Hochschule werden in den
Baulücken der Grünen Straße vorgeschlagen. Die Erweiterung in der westlichen
Baulücke soll über eine Fuge an den Neubau angebunden werden. Hier ist bereits ein
4– geschossiges Treppenhaus integriert, das die Anbindung über einen
mehrgeschossigen Übergangssteg ermöglicht. Die östliche Baulücke zwischen den
Gebäuden Grüne Straße 12 und 8 soll durch direkten Anbau an die bestehenden
Brandwände geschlossen werden. Vorteil dieser Konzeption ist auch, dass zukünftige
Erweiterungsbauten direkt an der Grünen Straße entstehen können und dadurch der
Hochschulbetrieb durch weitere Baumaßnahmen nicht übermäßig beeinträchtigt
wird.
Die innenliegende Freifläche wird geringfügig tiefergelegt und bindet somit
niveaugleich an die erweiterte Bibliotheksebene an. Der Gartenbereich wird über eine
Rampe und eine großzügige Sitzstufenanlage an das Niveau der Grünen Straße

angebunden und durch zusätzliche Gehölzpflanzungen aufgelockert, diese schirmen
auch die Brandwand des Hofgebäudes Grüne Straße 16 ab. Eine städtebauliche
Integration dieses rückliegenden Gebäudes durch einen direkten Anbau wird
aufgrund der minderwertigen Bausubstanz als nicht zielführend bewertet.
Die Fassaden des Erweiterungsneubaus fügen sich unaufdringlich in den Duktus der
Situation ein. Sie sind geschossweise gegliedert, und durch die unregelmäßig
angeordneten Vertikallisenen entsteht eine sympathische, aufgelockerte Erscheinung.
Alle erforderlichen Fensterabmessungen und auch geschlossene Fassadenelemente
können in dieses Fassadenbild nutzungsgerecht integriert werden.
Die Verteilung der Funktionen ist schlüssig aus dem Bestand entwickelt und auf die
jeweiligen Nachbarschaften ausgerichtet. So bindet die Bibliothekserweiterung im UG
ohne Querungen direkt an die bestehenden Flächen an und bildet mit diesen eine
funktionale und räumliche Symbiose. Regale bilden die räumliche Fassung, die
Leseplätze werden über ein Oberlicht mit Tageslicht versorgt.
Das bestehende Konzertfoyer wird aufgeweitet und in den Neubau entwickelt, dazu
wird die Garderobe in den rückwärtigen Bereich verlegt. Hier bindet eine skulpturale
Treppe alle Ebenen auch räumlich zusammen. Eine zusätzliche Aufwertung erfährt die
Situation durch das Tageslicht, das über einen begrünten Innenhof in das Zentrum
gelangt.
Überräume werden im Baukörper, der direkt an das Foyer anschließt angeordnet, sie
orientieren sich in den Innenbereich und in den Garten, so dass akustische Störungen
der Nachbarschaft schon aufgrund der Lage vermieden werden.
Im Anschluss an diesen Bereich schließt der Verwaltungsriegel an, dessen Räume
sich ebenfalls in den Garten orientieren. Sie liegen außerhalb des studentischen
Umfeldes und befördern deshalb ungestörte Verwaltungsarbeit.
Die Bewegungsräume, Studiobühne und die Ensembleräume liegen im südlichen
Baukörper, wo die erforderlichen Raumdimensionen mit einhüftiger Erschließung
problemlos realisiert werden können.
Die enge Anbindung an den Bestand, die leistungsfähige Erschließung und die
effektive Grundstücksausnutzung erzeugen eine in der Gesamtheit sehr
wirtschaftliche Konzeption, in der die Potentiale des Planungsareals in weiteren
Bauabschnitten sehr effektiv weiterentwickelt werden können.
Die direkte Lastableitung in sinnvollen Konstruktionsrastern ermöglicht in Verbindung
mit unprätentiösen Materialien eine wirtschaftliche Bauwerkserstellung, die
hochwärmegedämmte Hülle bei moderatem Hüllflächenanteil, die Dauerhaftigkeit der
Konstruktions– und Ausbaumaterialien sowie eine effektive Gebäudetechnik sorgen
im Unterhalt für günstige Betriebskosten.
Die Gesamtheit der Entwurfsentscheidungen führt zu einem Gebäudekonzept, das
eine virtuose Balance zwischen Eigenständigkeit und Einfügung sowie zwischen
Attraktivität und Wirtschaftlichkeit findet.

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Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden - Realisierungswettbewerb Erweiterungsbau mit städtebaulichem Ideenteil nach RPW 2013
1 0 1 3
Schwarzplan
Modell
Kauffmann Theilig & Partner, Freie Architekten PartGmbB, Ostfildern
Zweiter Wertungsrundgang

31 03 02
Erläuterungstext
Dreidimensionale
Skizze
Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden
Erweiterung Grundstück Konzept
Eine zweigeschossig organisierte
Platte
belegt den westlichen Teil des
Grundstücks zwischen dem Bestand im Norden und der Grünen Straße im
Süden.
Die
Platte
ist perforiert und belichtet, belüftet und orientiert die Funktionen der
Musikhochschule.
Die
Platte
nimmt die Unterrichts- und Übungsräume, die Probebühnen und di e
Bewegungsräume selbstverständlich, spielerisch und poetisch auf .
Sie setzt die Ebenen des Bestandes: (0.0 m = 112.5 üNN) und (4.0 m)
barrierefrei fort.
Das bestehende Foyer wird so nach Süden erweitert und bildet einen
fließenden Übergang.
Die Perforation schafft die notwendige Tagesbelichtung für die Übungsräume
und auch für das Innere. Es entstehen sinnvolle Blickbeziehungen und eine
gute Orientierung.
Die Bibliothek schiebt sich auf der Ebene (-4.0 m) darunter, setzt ebenengleich,
die Bibliothek im Bestand fort und findet im Südwesten Anschluss ans
Tageslicht mit Anbindung an das drüber liegende Foyer.
Die Verwaltung setzt an der Südseite entlang der Grünen Straße auf die
‚musikalische
Platte‘
auf, mit zwei weiteren Ebenen. Die Traufhöhe von (15.0 m)
Metern schließt den städtebaulichen Blockrand entlang der Grüne n Straße
selbstverständlich.
Eine natürlich belüftete Unterflurgarage mit 28 Plätzen entlang der Grünen
Straße, komplettiert das funktionale kompakte Angebot.
Erschließung
Die äußere Erschließung und die Adresse verbleiben wie bisher an der
Schützengasse mit dem schönen Vorplatz und der einladenden Trep pe auf die
Ebene (± 0.0 m).
Die Anlieferung der Probebühnen nutzt ebenfalls die Situation des Bestandes.
Der vorhandene Lastenaufzug bedient auch die beiden neuen Probebühnen.
Ein rückwärtiger Eingang an der Grünen Straße ergänzt das
Erschließungsangebot: für die Übungs-, Lehr-, Probe- und Bewegungsräume,
vor allem aber für die Mitarbeiter der darüber liegenden Verwal tungsräume. Es
entstehen so kurze Wege mit einer gemeinsamen Vertikalerschließung.
Funktionen
Die funktionalen Verteilungen ergeben sich sinnfällig aus dem Konzeptansatz:
Die Erweiterung des Foyers auf der Ebene (0.0 m)
Die Übungs-, Probe- und Bewegungsräume sind auf der Ebene (0.0 m) und
(4.0 m) angeordnet, zum Teil auch über zwei Ebenen reichend.
Die Bibliothek liegt auf der Ebene (-4.0 m) in Fortsetzung des Bestandes.

31 03 02
Die Verwaltung befindet sich in den Ebenen (+8.0 m) und (+11.5 m)
Material Konstruktion Gestalt
Die tragenden und erdberührenden Bauteile bestehen aus Stahlbeton. Sie
setzen die vorhandene Konstruktion sinnfällig fort.
Das Tragwerk nutzt die funktional vorhandenen Wandkonstruktionen. Die
Spannweiten sind moderat, die Wände stehen übereinander und erm öglichen
einen direkten Lastabtrag. Größere Spannweiten über den beiden Probebühnen
werden durch Unterzüge ertüchtigt, die dazu notwendige Raumhöhe ist
vorhanden.
Die Fassaden, dies gilt insbesondere für die Fassaden des
Verwaltungsgebäudes entlang der Grünen Straße, bestehen aus Hol z/Alu-
Elementfenstern mit horizontaler Gliederung. Die opaken Flächen werden als
zweischalige Sichtbetonoberfläche (hellfarbig) ausgebildet. Die homogene
Dachfläche über der Ebene (8.0 m) erhält eine extensive (und in tensive)
Begrünung und erfüllt damit eine atmosphärisch und klimatisch g ute Qualität.
Sie ist in Teilen begehbar. PV-Flächen (liegend) befinden sich auf dem Dach
der Verwaltung (+15.0 m).
Der wertige Innenausbau folgt den funktionalen Anforderungen:
Ein hölzerner Fußboden in den beiden Ebenen der ‚Platte‘ schafft Atmosphäre
und durchgängige Großzügigkeit. Die hölzernen Wandflächen mit akustischen
Qualitäten wechseln sich mit transparenten und hellfarbig beschichteten
Elementen ab. In der Höhenlage differenzierte abgehende Decken (weiß GK)
ermöglichen Leitungsführung und akustische Dämpfung.
Der 2. Bauabschnitt
Das östliche Grundstück ist dem 2. Bauabschnitt vorbehalten. Hi er wird die
Lücke entlang der Schützengasse Norden ergänzt, ebenso die östl iche
Baulücke an der Grünen Straße. Die verbleibenden bebaubaren Flä chen, unter
Berücksichtigung der nachbarschaftlichen Interessen, werden – s o ist der
Vorschlag – zweigeschossig analog der ‚Platte‘ im westlichen Bereich ergänzt.
Eine funktionale und bauliche Anbindung an den 1. BA ist vorgesehen. Eine
Perforation der zweigeschossigen Anlage schafft Belichtung und Orientierung
analog den Qualitäten des 1. BA. Auch hier werden die Dachfläch en als fünfte
Ansicht begrünt.
Brandschutz
Eine Anfahrbarkeit über die Schützengasse im Norden, die Grüne Straße im
Süden, sowie die Flächen des 2. Bauabschnitts im Osten, ist gegeben.
Zweibauliche Rettungswege sind für alle Bereiche vorgesehen.
Resümee
Eine leistungsfähige Figur ergänzt auf zwei Ebenen das Bestands gebäude –
die
Platte.
Die vorgeschlagene Lösung ist maximal (planungs)flexibel.
Sie ist atmosphärisch und organisatorisch wertig.
Die kompakte Anordnung ist außerordentlich wirtschaftlich.

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Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden - Realisierungswettbewerb Erweiterungsbau mit städtebaulichem Ideenteil nach RPW 2013
1 0 1 5
Schwarzplan
Modell
Henchion Reuter Architekten, Berlin
Zweiter Wertungsrundgang

Kennzahl 896789
Erläuterung
Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden
Leitidee / Entwurfskonzept
Ein
zentraler, introvertierter und gut proportionierter Hof, um den die fachlichen Nutzungen mit einem
überwiegenden Teil der Übe- und Ensembleräume, das zentrale Foyer, sowie die Bibliothekserweiterung
angeordnet werden, bildet das Herzstück des Erweiterungsbaus.
Städtebauliche Einordnung
Der Blockinnenraum,
um den neuen Innenhof angeordneten, erhält durch den behutsam eigefügten Neubau
eine klare Struktur bzw. eindeutigen Halt. Bestehende Brandwände werden aufgenommen und integriert.
Durch die Ausrichtung des überwiegenden Teils der Überäume in den neuen Innenhof wird eine Störung der
Nachbarschaft durch Geräuschemissionen grundsätzlich ausgeschlossen. Darüber hinaus entsteht eine
intensive und einmalige Lern- und Arbeitsatmosphäre sowie ein unverwechselbarer und Identifikation
stiftender Ort. Der leicht abgesenkte Innenhof ermöglicht, von der Grüne Straße ausgesehen, ein weiteres
Vollgeschoss mit optimal nutzbaren Räumen und der Möglichkeit eines Außenbereichs mit Leseterrasse für
die Bibliothek. Der Neubau versteht sich in seiner formalen Ausrichtung und Gestaltung als Fortsetzung der
Erweiterung von 2008.
Neben dem Hauptzugang der Hochschule am Wettiner Platz erfährt der Zugang von der Schützengasse in das
bestehende aber erweiterte Foyer eine neue Bedeutung. Das erweiterte und zentrale Foyer erreicht man über
den vorhandenen Verbindungsflur aus dem Altbau oder eben über den Zugang von der Schützengasse aus. An
ihm liegen, auf verschiedenen Ebenen und über Lufträume mit Treppen verbunden, der bestehende
Konzertsaal, der neue zentrale Hof, die bestehenden und neuen Probebühnen, der erweiterte
Bibliothekszugang sowie die um den Hof angeordneten Überäume.
Zur Grüne Straße wird der Blockrand durch eine viergeschossige Bebauung geschlossen. Ein Nebeneingang
mit dem Schwerpunkt für die zentralen Nutzungen bzw. die Verwaltung gewährt Zutritt zum Gebäude. Die
horizontale Fassadengliederung mit abgesetztem Sockelgeschoss nimmt Bezug auf die Nachbarbebauung der
Gründerzeit. Im Grundrissverlauf folgt sie der Grundstücksgrenze und erfährt auf diese Weise einen eleganten
Knick. In Materialität und Farbigkeit hingegen, mit weiß lackierten Blechpaneelen in den Obergeschossen und
schwarzen Glas- und Blechfassaden im Erdgeschoss, nimmt sie klare Bezüge zur Erscheinung des
Erweiterungsneubaus aus dem Jahr 2008 in der Schützengasse und präsentiert sich auf diese Weise
zeitgemäß, aber auch einheitlich in seiner Außenerscheinung.
Für den ruhenden Verkehr werden die geforderten Fahrrad- und Pkw-Stellplätze unter Bäumen ebenerdig im
Hof vorgesehen und über eine Zufahrt von der Schützengasse aus erreicht. Ein direkter Gebäudezugang auf
der Ebene 0 ermöglicht einen Zutritt auf kurzem Wege. Über diesen Zugang aber auch über die bestehende
Anlieferungsrampe an der Schützengasse erfolgt eine Ver-Entsorgung. Ein Müllraum liegt auf Hofniveau an
der Einfahrt zur Schützengasse.
Für eine zukünftige Erweiterung schlagen wir neben der Blockrandschließung an der Grüne Straße zwischen
den Hausnummern 8 und 12 mit fünf Geschossen eine differenziert gegliederte dreigeschossige Bebauung im
östlichen Hof auf dem Flurstück 3248 über einem offenen Parkdeck im Souterrain bzw. einer Tiefgarage vor.

Übe- Unterrichts und Ensembleräume
Die neuen Übe-/Unterrichts und Ensembleräume liegen um den zentralen Hof und werden über das
großzügig erweiterte Foyer bzw. einen umlaufenden Flur erschlossen. Sie verfügen grundsätzlich über
ausreichende natürliche Belichtung und Belüftung (Ensembleräume mit automatischer Be-Entlüftung) und
können darüber hinaus über eine Nachluftauskühlung im Sommer gekühlt werden.
Bezüglich der akustischen Anforderungen wurde eine parallele Wandausführung vermieden und es sind
mehrschalige Wand und Deckenkonstruktionen vorgesehen (siehe unten Akustik und Konstruktion). Die
Räume sind überwiegend auf den zentralen, „golden“ Innenhof ausgerichtet und erhalten so
, neben der
angenehmen Materialität im inneren mit Holzwand- und Holzdeckenoberflächen sowie weißen
Trennwandflächen, einen stark prägenden bzw. verbindenden Charakter. Die Flure und Aufenthaltsbereiche
vor den Übe- und Ensembleräumen sind großzügig ausgelegt, da so zum einen der unbeschwerte Transport
von auch größeren Instrumenten möglich ist, jedoch auch dem Aufenthalt und Warten bzw. für die
Kommunikation ein entsprechendes Angebot geboten wird.
Probebühne
Die
beiden Probebühnen liegen auf Ebene 0 / Studiobühne und auf Ebene 2 / Jazz-Rock-Popp übereinander
und werden direkt über das erweiterte Foyer mit seinen Lufträumen und Treppen erreicht.
Schallentkoppelung, ggf. mögliche Schallschleusen an den Zugängen, entsprechend große Einbringöffnungen,
Bühnen und flexible Bestuhlung können entsprechend den Vorgaben umgesetzt werden. Der Probebühne auf
Ebene 2 ist noch das Tonstudio mit Regie- und Aufnahmeraum sowie einer Schallschleuse zugeordnet.
Bibliothek
Die bestehende Bibliothek soll umgebaut und erweitert werden. Der derzeit vorhandene Bewegungsraum
wird, nach unserem Verständnis, durch die neuen Bewegungsräume ersetzt. In Folge sind auch die
entsprechenden Umkleideräume bzw. Garderoben zu verlegen. Wir haben den neuen Bewegungsräumen
entsprechende Garderobenräume zugeordnet. Wir schlagen eine Erweiterung der Bibliothek bis an die neue
Hoffassade mit Zugang zu einer geschützten Leseterrasse im zentralen Hof auf Ebene 0 vor. Vor dem
Bibliothekszugang werden Aufstellflächen für Schließfächer etc. angeboten.
Verwaltungsräume
Die
Räume für die Verwaltung sind im 2. und 3. Obergeschoss an der Grüne Straße untergebracht. Erschlossen
werden sie entweder über einen separaten Zugang direkt von der Grüne Straße aus oder aber über die Flure
der Hofbebauung in Verbindung zu dem erweiterten Foyer bzw. dem Altbau. Auch die Verwaltungsräume sind
ausschließlich natürlich belichtet und belüftet und verfügen über einen außenliegenden Sonnenschutz.
Darüber hinaus können sie über eine Nachluftkühlung im Sommer gekühlt werden.
Akustik / Schall
Für die Hochschule für Musik bestehen an alle Räumlichkeiten hohe Anforderungen an die Akustik. Der Raum
als Klangkörper soll die Lehrenden und Lernenden in Ihrer Kunst nicht einschränken, sondern vielmehr
unterstützen. Die Musik steht im Mittelpunkt. Jedes Instrument und jeder Musikstil besitzt eigene
Anforderungen an die akustische Wirkung des Raumes. Mit dem Akustikkonzept legt der Entwurf durch
passende Raumgrößen und ihre Geometrie mit einer akustisch günstigen Schrägstellung der Wände den
Grundstein für optimale Räume für die musikalische Probenarbeit. Die Kombination aus fest eingebauten
absorbierenden Materialien an der Decke und den Wänden verbunden mit variablen Absorbern reagiert auf
die unterschiedlichen Ansprüche der Musizierenden. Dabei wird passend zur jeweiligen Instrumentengruppe
auf eine entsprechende Platzierung der Räume und Abschirmung durch entsprechende Schalldämmung der

Wände geachtet, um ungestörtes Musizieren zu garantieren. Die Gestaltung der Probebühnen und Studios
verbindet funktionale Interessen wie Durchgänge, Sichtverbindungen und akustische Abschirmung mit den
klanglichen Ansprüchen der Musiker, Tonmeister und des Publikums. Dies geschieht durch die Geometrie mit
der Vermeidung paralleler Wände und geschickter Ausnutzung von Symmetrien und der
Oberflächenmaterialität der Räume. Die Anordnung der Überäume um den Innenhof herum wirkt der
möglichen Störung der Nachbarschaft bewusst entgegen und sorgt für eine optimale Ausgangslage für den
Schallschutz nach außen. Auch die nicht musikalisch genutzten Räume haben im akustischen Konzept einen
hohen Stellenwert. Im erweiterten Foyer wird bei großem Besucherandrang der Lärm durch absorbierende
Materialien bedämpft, um einen angemessenen Raumkomfort zu schaffen. In Besprechungsräumen wird die
Raumakustik für eine gute Sprachverständlichkeit sorgen, während die Büros und die Bibliothek durch eine
entsprechende Ausstattung ungestörtes und konzentriertes Arbeiten und Studieren erlauben.
Konstruktion / Materialität
Für
das Tragwerk des Neubaus schlagen wir, neben einer Stahlbetonkonstruktion für das Untergeschoss mit
den erdberührenden Bauteilen und im Anschluss zum Bestandsgebäude, eine Holzbauweise für das Erd- und
die Obergeschosse vor.
So wird der fünfgeschossige Bauteil an der Grüne Straße in der Gebäudeklasse 5 als Holzskelettbau mit
tragenden Stützen bzw. Fassadenteilen sowie Riegeln konstruiert, wobei bis zum 2. OG mit
Brettsperrholzkonstruktionen bzw. Brettschichtholz und darüber mit Holztafelbauweise gearbeitet wird.
Deckenelemente werden ebenfalls aus Brettsperrholz vorgeschlagen.
Der dreigeschossige Bauteil um den Hof wird mit tragenden Scheiben, in der Fassadeneben sowie den
Flurwänden, in Holztafelbauweise konstruiert. Holzbausystemdecken von z.B. Lignotrend ermöglichen die
erforderlichen Spannweiten und liefern gleichzeitig gewünschte akustische Wirkungen. Raumtrennwände
werden als mehrschalige Trockenbaukonstruktionen vorgeschlagen, welche den unterschiedlichen
Anforderungen angepasst konstruiert werden.
Fassaden sind als Holzelementfassaden mit hinterlüfteter Blechpanelverkleidung und Fenster als Holz-
Alukonstruktionen vorgesehen.
Die Brandwandkonstruktion zur Hofbebauung Grüne Straße 26 kann entweder über eine Bohrpfahlgründung
gerettet und in die Neubaumaßnahme integriert werden oder aber sie wird durch eine entsprechende neue
Konstruktion ersetzt. Der vorliegende Entwurf hat sich hier klar zu einer Bebauung der vorhandenen
Brandwände bekannt und für eine notwendige Stützkonstruktion entsprechenden Raum vorgesehen.
Energiekonzept / Nachhaltigkeit
Ziel
des Klima- und Energiekonzeptes ist es, Gebäude mit einer hohen Nutzungsqualität zu schaffen, für
dessen Erstellung und Betrieb ein Minimum an Ressourceneinsatz erforderlich ist. Dabei liegt ein besonderes
Augenmerk auf den Schwerpunktthemen wie einer hohen Frischluftqualität, einer guten Tageslichtversorgung
und hohem thermischen und akustischen Komfort.
Das Klima- und Energiekonzept zeichnet sich durch folgende Konzeptelemente aus:
-
Hohe Eigenfunktionalität durch Optimierung des passiven Gebäudeverhaltens
a.) Kompakte Baukörper
b.) Leistungsfähige wärmebrückenoptimierte Dämmebene
c.) 3-fach Wärmeschutzverglasung
-
Außenliegender beweglicher Sonnenschutz für den sommerlichen Wärmeschutz
-
Estrich-Fußboden als thermische Speichermasse,
-
Passive Entwärmung durch Nachtluftspülung per Querlüftung über öffenbare Elemente in den Fassaden
und Flurtrennwänden
-
Beheizung über Fernwärmeanschluss. Fußbodenheizung in den Nutzräumen
-
Ggf. Nutzung des Wärmerücklaufs für die Niedertemperaturverbraucher (Bauteilaktivierung,
Fußbodenheizung)
-
Gründächer, optional in Kombination mit Photovoltaik-Anlage zur solaren Stromerzeugung
-
Wassersparende / wasserlose Sanitärausstattung

Freianlagen
Der zentrale Hof wird mit wenigen markanten Großbäumen bepflanzt und sonst mit Staudenbeeten,
Sitzmöglichkeiten und einem überwiegend wasserdurchlässigen Belag zur natürlichen
Regenwasserversickerung gestaltet. Dächer werden mit extensiver Dachbegrünung vorgeschlagen und ggf. in
Bereichen mit Photovoltaikplatten versehen.

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Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden - Realisierungswettbewerb Erweiterungsbau mit städtebaulichem Ideenteil nach RPW 2013
1 0 1 6
Schwarzplan
Modell
Studio Andreas Heller GmbH Architects & Designers, Hamburg
Zweiter Wertungsrundgang

Erweiterungsbau der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden
543872
Erläuterungsbericht
Städtebauliche Einbindung / Architekturkonzept
Der Erweiterungsbau der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden stellt sich
kompakt und selbstbewusst im Westen des Planungsgebietes auf. Somit ergibt sich auf dem
östlichen Gelände der ehemaligen Hut- und Lederfabrik ein großzügiges Erweiterungspotenzial
und mit dem Anschluss an die Grüne Straße im Süden wird die typische innerstädtische
Blockrandbebauung wiederhergestellt. Der markante Baukörper, der an den Bestand im
Norden anschließt, erstreckt sich durch die neue Randbebauung im Süden in den Straßenraum
und bildet somit ein Schaufenster nach Süden, in Richtung der Dresdener Altstadt. Die
Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden bekommt einen weiteren, südlichen
Auftakt.
Die Formensprache des Erweiterungsbaus, in harmonischer Referenz zum Bestandsbau mit
seinen charakteristischen Dachfaltungen, spiegelt die symbolträchtige Funktion dieser
bedeutenden Bildungs- und Kultureinrichtung wider.
Funktionalität / räumliche Organisation
Die funktionale Anordnung der modernen Architektur folgt einer klaren Definition. Im Norden
schließt der Erweiterungsbau mit einer großzügigen Foyererweiterung an den Eingangsbereich
des Bestandes an und bietet eine kommunikative Verbindung zur Bibliothekserweiterung im
Erdgeschoss. Ein intimer Innenhof erweitert die Veranstaltungsfläche des Foyers, lädt zur
Kontemplation oder kleinen Freiluft-Konzerten ein.
An der Grünen Straße befinden sich die Verwaltungsbereiche des Erweiterungsbaus und
schließen die Blockrandbebauung entlang der Grünen Straße. Zwischen diesen zentralen
Nutzungen sind in dynamischer räumlicher Anordnung die fachlichen Nutzungen wie die
Probebühnen und zahlreiche Überäume als verbindendes Element entlang einer
lichtdurchfluteten, kommunikativen Achse angeordnet. Alle Bereiche sind einfach und
barrierefrei zu erreichen.

Die gemeinsame Anlieferung des Bestands und der Erweiterung erfolgt unverändert von der
Schützengasse aus und die Anordnung der Logistikflächen legt größten Wert auf die
unveränderte Verwendung des vorhandenen Lastenaufzugs.
Vom Parkplatz aus befindet sich ein zusätzlicher Mitarbeiterzugang zu dem
Verwaltungskomplex entlang der Grünen Straße.
Materialität und Fassade
Im Inneren erinnern helle Holz-Oberflächen und Details an die Materialität klassischer
Streichinstrumente, während die goldmessing-farbene Gebäudehülle eine Referenz zu
Blasinstrumenten herstellt.
Der Gebäudehülle ist ein Edelstahlgewebe vorgehängt, das mit seinen Formen mit spielerischer
Leichtigkeit und Transparenzen auf die verschiedenen Funktionen des Erweiterungsbaus
aufmerksam macht und die Neugierde auf das Geschehen im Inneren weckt. Das Haus
wechselt mit den Lichtverhältnissen sein vielfältiges Erscheinungsbild.
Der Gebäudeteil entlang des Grünen Straße ist mit Naturstein mit rythmischer, vertikaler
Profilierung verkleidet und integriert sich so harmonisch in den Straßenraum.

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Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden - Realisierungswettbewerb Erweiterungsbau mit städtebaulichem Ideenteil nach RPW 2013
1 0 1 9
Schwarzplan
Modell
Burckardt+Partner GmbH, Berlin
Zweiter Wertungsrundgang

Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden
021120
Realisierungswettbewerb Erweiterungsbau
Städtebau
Ein Passstück zur Komplettierung des Ensembles der Musikhochschule. Ausgehend von der städtebaulichen
Situation vermittelt der Entwurf zwischen dem Genius loci des Blockrands und den räumlich inhaltlichen
Anforderungen der Aufgabenstellung. Der Neubau bildet eine neue Adresse zur Grünen Straße aus, gleichzeitig
vermittelt er über ein erweitertes großzügiges Foyer zwischen den bestehenden und neuen Sälen. Der Baukörper
fügt sich präzise in die bestehende städtebauliche Situation ein und komplettiert die Bestandsgebäude zu einem
städtebaulichen Amalgam.
Großzügige Zugänge zum grünen Blockinnenraum ermöglichen die Querung. Ein Campus der Musik, erreichbar
aus allen Richtungen. Der Neubau verfügt über mehrere Gesichter. Zur Grünen Straße schließt er „traufständig“
den Straßenraum zum Garten öffnet er sich über Zugänge zum Foyer, zum bestehenden Saal und Bibliothek
wendet er sich mit einem großzügigen, über Luftraume sich vertikal öffnenden Foyer. Die nach Innen geknickte
Erdgeschossfassade zur Grünen Straße lässt einen überdachten Außenraum entstehen und weist das Gebäude
klar öffentlichen Bau in der Stadt aus.
Architektur
Die
Architektur ist klar entsprechend dem vorgegebenen Programm gegliedert. Der straßenständige Baukörper
nimmt die Verwaltungs- und Aufenthaltsbereiche auf. Über ein vertikales Foyer werden die jeweiligen Geschosse
erschlossen, eine klare Orientierbarkeit gewährleistet. Im Blockinnenraum werden die Unterrichts- und Überäume
verortet. Mit ausreichendem Abstand zu den Nachbarn und den erforderlichen Schallschutzmaßnahmen wird so
die Emission lokal gebunden.
Über einen Hof mit der Verwaltung gebunden werden die besonderen Räume situtiert. Probesäle, sowie
Bewegungsräume werden in einem klar ablesbaren Saalbaukörper angeordnet. Die Setzung der Säle kommuniziert
mit den bestehenden Sälen im Bestandsgebäude über ein gemeinsam genutztes, vertikal mit großzügigen
Lufträumen versehenes Foyer. Dies ist das Herz des Gebäudes. Der ruhige begrünte Innenhof zwischen
Verwaltung und Bühnen wird gestuft ausgebildet und kann als Außenbühne für Veranstaltungen genutzt werden,
ohne die Nachbarn zu stören.
Zwischen den verschiedenen Nutzungen werden jeweils die erforderlichen Nebenflächen, wie z.B. Sanitärräume,
Teeküchen, Kopierräume und Technikflächen angesiedelt. So werden die Wege zu den Nebenflächen kurzgehalten
und die notwendige technische Versorgung des Gebäudes optimiert. Die Bühnen, Ensemble-, Bewegungsräume
und Tonstudios werden mit einer Doppelwandkonstruktion zur Einstellbarkeit der Nachhallzeit, bzw. Optimierung
der Akustik vorgesehen. Die Akustikbekleidung verleiht den Räumen eine angemessen feierliche Atmosphäre.
Das Gebäude ist vollumfänglich barrierefrei geplant. Erdgeschossige Zugänge erschließen das Gebäude von
straßen- und hofseitig. Die barrierefreie Verbindung zwischen Bestandsgebäude und Neubau wird über die
Integration eines Durchladers im bestehenden Altbau gewährleistet. Dieser dient dem Personen-, sowie dem
Instrumententransport.
Die erforderlichen Stellplätze werden im Blockinnenbereich oberirdisch vorgesehen. Die Erschließung der
Stellplätze dient ebenfalls der Erschließung durch die Feuerwehr. Die erforderlichen Angriffswege und
Aufstellflächen sind im Rahmen der Planung berücksichtigt worden.

Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden
021120
Realisierungswettbewerb Erweiterungsbau
Fassade, Baukonstruktion, Materialien
Der Entwurf reiht sich straßenseitig in die Blockstruktur des 19. Jahrhunderts ein und vermittelt zwischen den
angrenzenden Alt- und Neubauten im Sinne einer Stadtreparatur. Die Fassadengestaltung aus feinen
Keramikelementen weckt Assoziationen an Notenschrift. Ähnlich dem Notensystem gliedern feine horizontale
Linien das Gebäude. Durch die vertikale Gliederung wird eine Taktung erzeugt. Die Fassadenelemente werden
jeweils mittig nach innen gefaltet und rhythmisieren die Fassade. Ähnlich der Musik wird so eine leichte beschwingte
Struktur erzeugt, die dem Gebäude einen besonderen Charakter verleiht und als Gebäude der Musik im Stadtraum
deutlich wird. Die Fenster innerhalb der Fassadenstruktur werden als Verbundfenster mit integrierten
Sonnenschutzelementen ausgeführt. Dies gewährleistet den erforderlichen Schallschutz zwischen Übe- und
Unterrichtsräumen und Nachbarbebauung. Gleichzeitig wird der außenliegende Sonnenschutz wettergeschützt
geführt was zu einem wartungsarmen Betrieb und Unterhalt führt. Das Gebäude basiert auf einem Raster, das in
seinen Vielfachen optimale Flächenausnutzungen bietet. Die Primärstruktur ist aus einer konventionellen tragenden
Stahlbetonstruktur konzipiert, welche aus Stahlbetonstützen und Deckenplatten besteht. Diese Primärstruktur,
ergänzt um die massiven tragenden und aussteifenden Kerne, übernimmt den Lastabtrag, so dass eine möglichst
große Transparenz, Flexibilität und ein zusammenhängendes Raumgefüge entstehen kann. Ein größtmöglicher
Einsatz von
Recycling- und/oder RC-Beton wird vorgesehen, der in den Anwendungsbereichen und
Expositionsklassen konventionellem Beton entspricht.
(Nach DIN EN 206 Beton und DIN 1045-2 Tragwerke aus
Beton, Stahlbeton und Spannbeton).
Raumtrennwände können so unabhängig von der Tragstruktur geplant und
errichtet werden. Die Übungs-, Unterrichtsräume, sowie die Räume im zentral gelegenen Saalbaukörper werden
schwimmend ausgeführt um keine Beeinträchtigung untereinander zu erzeugen.
Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit
Eine wirtschaftliche Errichtung und Betrieb mit optimierten Lebenszykluskosten wird durch optimierte Flächenwerte,
einer kompakten Gebäudehülle aus natürlichen und nachhaltigen Materialien ohne schwer trennbare
Verbundwerkstoffe, einer optimierten Flächenökonomie durch Vernetzung der Funktionen und Flexibilität im
Ausbau erreicht. Die Gebäudekubatur und das einfache und eindeutige Tragwerkkonzept und Bauweise
ermöglichen einen wirtschaftlichen und nachhaltigen Rohbau. Zudem wird im Innenausbau die Verwendung
robuster, ökologischer, leicht zu reinigender Ausbaumaterialien mit langem Nutzungszyklus angedacht.
Energieeffizienz und Energetisches Konzept
Der Baukörper besitzt eine kompakte Hüllfläche und eine optimierte Gebäudetiefe unter Berücksichtigung
funktionaler Anforderungen und natürlicher Belichtung und Belüftung. Der Primärenergiebedarf wird über
Fernwärme abgedeckt. Zusätzlich werden die Dachflächen mit Photovoltaikelementen zur Deckung des
Eigenbedarfs versehen. Die Massivität des Gebäudes wird über thermische Aktivierung der Decken zur Schaffung
eines trägen Klimas herangezogen. Durch die geringe Gebäudetiefe haben alle notwendigen Räume eine
entsprechende optimale Tageslichtausnutzung. Der Lichthof dient zusätzlich einer natürlichen Belichtung. Die
Fassade ist mit einem integrierten Sonnenschutz ausgestattet, sowie einer 3-fach Verglasung entsprechend
Schallschutz- und Sonnenschutzerfordernissen.
Freiflächen
Der Blockinnenbereich wir als grüner Aufenthaltsbereich im Sinne eines Campus für die Mitarbeiter und
Studierenden gestaltet. Der Hof wird als Aufenthalts- und Pausenraum mit hoher Aufenthaltsqualität gestaltet.
Die Versiegelung wird auf das für die Erschließung notwendige Maß begrenzt. So werden z.B. Stellplätze als
Rasengittersteine ausgeführt um eine natürliche Versickerung des anfallenden Niederschlagswassers zu
ermöglichen.

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Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden - Realisierungswettbewerb Erweiterungsbau mit städtebaulichem Ideenteil nach RPW 2013
1 0 2 1
Schwarzplan
Modell
Bayer Architekten, Fürth
Zweiter Wertungsrundgang

Wettbewerb Hochschule für Musik Dresden
Städtebau
Das Wettbewerbsumfeld ist städtebaulich als sehr heterogen zu betrachten.
In Verbindung mit der Grundstücksausformung, den vorhandenen Gebäuden der
Hochschule für Musik (HfM) und den Grenzbauten der Nachbargebäude ist es eine große
Herausforderung, zusätzlich eine zukünftige Entwicklung der Hochschule, wirtschaftlich
darzustellen.
Aus diesen Gründen wurde, auf der Grundlage der Ausschreibungsunterlagen,
ein zurückhaltender Baukörper entwickelt, der sich in Höhe, Größe und Ausformung
einordnet. Er steht damit nicht in Konkurrenz zum Hauptgebäude der HfM.
Gleichzeitig entsteht, durch die klare Gliederung der insgesamten Baukörper, ein
eigenständiger Hochschulcampus, der die Möglichkeit von Erweiterungsbauten einräumt.
Der Innenhof mit der großzügig angelegten Treppenanlage verstärkt diesen Eindruck. Alle
Nutzungsbereiche sind ablesbar und sinnvoll zugeordnet.
Entwurf/Funktion
Entwurfsidee
ist, die neue vertikale Erschließungsachse über alle drei Ebenen, direkt an die
bestehenden Geschosse anzubinden. Dadurch entsteht, insbesondere auf Ebene E0, die
gewünschte, großzügige Foyer-Situation, die teils über zwei Geschosse ausgebildet ist.
Die große Transparenz wird exportiert mit der 1-läufigen Treppenanlage in die
darüberliegenden Geschosse, als auch über die großzügige Verglasung zum Lesehof, bzw.
zum Innenhof.
Die Räume der fachlichen Nutzung sind von der Foyer-Ebene aus auf kurzem Wege
angebunden. Gleichzeitig werden die Unterrichts- und Überäume vor dort aus zentral
erschlossen.
Eine direkte Anbindung an die bestehenden Einspielräume auf Ebene 01 ist zusätzlich
gegeben.
Die Räume der Kernverwaltung, sowie die Räume Verwaltung und Lehre, werden über das
4-geschossige Gebäude an der
„Grüne
Straße“ erschlossen. Hier ist gleichzeitig der
behindertengerechte Personaleingang geplant.
Auf Ebene Foyer E0 ist hier eine Anbindung gegeben. Über die Grüne Straße gelangt man
gleichzeitig über eine offene Durchfahrt zum Innenhof, der auch als Feuerwehrzufahrt
genutzt wird. Eine fußläufige Verbindung zur Schützenstraße ist dadurch auch gegeben.

Schallschutz
Fassadenausrichtung: Der Baukörper wurde gezielt so ausgerichtet, dass möglichst hoher
Schallschutz für die umliegende Nachbarschaft gewährleistet ist.
Die Schallemission aus dem Jazzraum, den Tonstudios, sowie der Studiobühne wird durch
den vorgelagerten Flurbereich unterbunden. Die angrenzende Wohnbebauung wird somit
nicht beeinträchtigt.
Die Ensembleräume und die beiden Bewegungsräume auf Ebene E0, werden zum Lesehof
hin, mit Schallschutzfenstern ausgestattet. Die Schallemission aus den Unterrichts- und
Überäumen in den beiden oberen Geschossen, betreffen nur die Räume an der Südseite.
Diese Geschosse erhalten insgesamt eine vorgehängte transluzente Polycarbonatfassade,
um hier die Vorgaben der Emission einzuhalten. Die Zu- und Abluftschleusen werden mit
einer integrierten Steuerung für die Belüftung und die Nachtauskühlung ausgestattet.
Tragkonstruktion
Das
gesamte Untergeschoss auf Ebene U1 wird in massiver, monolithischer Bauweise
errichtet.
Soweit möglich, werden Stahlbetonfertigteile, sowie vorgespannte Ortbetondecken
eingesetzt. Mit dieser Bauweise lassen sich auch größere Spannweiten mit vergleichsweiser
schlanker Deckendicke wirtschaftlich überbrücken.
Ab Ebene E0 Foyer ist das Gebäude mit einem nachhaltigen Holztragwerk geplant.
Zum Einsatz kommen auf Ebene E0 V-Holzstützen, die die horizontale Aussteifung
gewährleisten. Die darüberliegenden Decken sind in sog. Hybridbauweise geplant, d.h.
20-24 cm dicke Brettstapeldecken mit ca. 14 cm dicker Ortbetondecke; Außen- und
Innenwände in Holzständerwandkonstruktion. Die oberste Decke ist für eine extensive
Begrünung und eine Photovoltaikanlage ausgelegt.

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