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Geschäftsbericht 2016

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Abbildung Deckblatt und Innenseiten: Ausschnitt TK10 4754-NW, Quitzdorf am See, Aktualitätsstand 2016

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Inhalt:
Organigramm
.........................................................................................................
02
Vorwort Geschäftsführer GeoSN
.........................................................................................................
03
Abteilung 1 - Zentrale Aufgaben
........................................................................................................
04
Organisation
...................................................................................................................
04
Rechnungswesen
...................................................................................................................
04
Personal
...................................................................................................................
05
Aus- und Fortbildung
...................................................................................................................
06
Berufsausbildung
...................................................................................................................
06
Laufbahnausbildung
...................................................................................................................
07
Fortbildung
...................................................................................................................
08
Arbeits- und Gesundheitsschutz
...................................................................................................................
08
Systemverwaltung
...................................................................................................................
09
Abteilung 2 - Landesvermessung
...................................................................................................................
10
Landschaftsmodell/Grundmaßstab
.........................................................................................................
10
Geodätischer Raumbezug
Unterirdische Sicherung des Höhenbezuges durch Rammstäbe .............................................................................
11
Umbau des Raumbezugsfestpunktfeldes
...................................................................................................................
12
Tätigkeitsschwerpunkte im Bereich Satellitenpositionierungsdienst SAPOS® .......................................................
13
Abteilung 3 - Liegenschaftskataster
.........................................................................................................
14
Amtliches Liegenschaftskatasterinformationssystem (ALKIS) im Freistaat Sachsen ..........................................
14
Sicherstellung des Verfahren ALKIS
...................................................................................................................
14
Dokumentenmanagementsystem für die Liegenschaftskatasterakten ....................................................................
15
Geoinformationssystem Landes- und Staatsgrenze (GIS.L) ......................................................................................
16
Öffentlich bestellte Vermessungsingenieure ..................................................................................................................
17
Berufsnachwuchs und Bodenschätzung
...................................................................................................................
18
Grenze zu den Nachbarbundesländern
...................................................................................................................
19
Staatsgrenze zur Tschechischen Republik
...................................................................................................................
20
Staatsgrenze zur Republik Polen
..................................................................................................................
20
Widerspruchsbearbeitung
...................................................................................................................
21
Aufsicht über die Öffentlich bestellten Vermessungsingenieure
und unteren Vermessungsbehörden
...................................................................................................................
22
Fachaufsicht über die unteren Vermessungsbehörden - Resümee eines Personalaustausches .......................
23
Abteilung 4 - Geodateninfrastruktur
...................................................................................................................
25
Geschäftsstelle Oberer Gutachterausschuss ................................................................................................................... 25
Geodateninfrastruktur und E-Government ...................................................................................................................
26
E-Government-Basiskomponente Geodaten ................................................................................................................... 26
Webbasierte Bereitstellung von Geodaten und INSPIRE-Umsetzung ......................................................................
28
Geodatenvertrieb
...................................................................................................................
30
Öffentlichkeitsarbeit
...................................................................................................................
32
Presse & Medien
...................................................................................................................
34
Auszug aus dem Lagebericht und Jahresabschluss 2016
...............................................................................
36

02 |
www.landesvermessung.sachsen.de
GeoSN
Geschäftsführer
Dr. Werner Haupt
Büro
Yvonne Böhm
Öffentlichkeitsarbeit
Barbara Wolters
Rechnungswesen,
Organisation
Harald Wendt
Landschaftsmodell-
Grundmaßstab
Kerstin Langhans
Systemverwaltung
Peter Schmädicke
Grundsätze
Liegenschaftskataster
Jens Riedel
Geschäftsstelle Oberer
Gutachterausschuss
Reinhard Walter Mundt
Koordinierung
Geodateninfrastruktur
komm. Jörg Taggeselle
Administration
Geodateninfrastruktur
Jörg Taggeselle
Geodatenservice
Dietmar Schenk
Landschaftsmodell-
Folgemaßstab
komm. Annelie Prendel
Informationssysteme
Liegenschaftskataster
N.N.
Geodätischer
Raumbezug
N.N.
Technologie
Landesvermessung
Annelie Prendel
Personal/Recht
Heike Gläßer-Stiegler
Luftbildservice
Andreas Klenner
Katasteraufsicht
komm. Hans-Jürgen
Roßburg
Grenzen des Freistaates
Sachsen
N.N.
Liegenschaftskataster
Jens Näser
Geodateninfrastruktur
Dr. Gunnar Katerbaum
Landesvermessung
Ottmar Berndt-Wiele
Zentrale Aufgaben
Dr. Olaf Vahrenhold
Stand 01.11.2016

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|
03
Unser GeoSN
Auch für das Geschäftsjahr 2016 kann der Staatsbetrieb Geobasisinformation
und Vermessung Sachsen auf eine solide Arbeit zurückblicken. Dabei gab es
keine spektakulären Neuigkeiten, mit denen wir aufwarten konnten. Dennoch
sind einige Ergebnisse unserer Arbeit erwähnenswert. So wurden beispielsweise
die zentralen Verfahren „Dokumentenmanagementsystem für die Liegen-
schaftskatasterakten“ sowie das „Geoinformationssystem Landes- und Staats-
grenze“ (GIS.L) eingeführt, der Aktualisierungszyklus für das Basis-DLM konnte
deutlich verkürzt werden, die E-Government-Basiskomponente Geodaten
(GeoBAK) wurde um neue Funktionalitäten erweitert und nicht zuletzt präsen-
tierte sich der GeoSN zum „Tag der offenen Albertstadt“ einer breiten Öffent-
lichkeit. Legt man allerdings das Medienecho zugrunde, führte ein einfacher
Mäanderdurchbruch der Kirnitzsch, der zudem keinerlei Auswirkungen auf den
Verlauf der deutsch-tschechischen Grenze hatte, dazu, dass wir unfreiwillig das
mediale Sommerloch füllen „durften“.
Ich hoffe, Sie neugierig gemacht zu haben, und verweise für detaillierte Infor-
mationen auf die Innenseiten.
Dr. Werner Haupt
Geschäftsführer GeoSN

Abteilung 1 - Zentrale Aufgaben
Organisation
Wie in den Vorjahren lag auch 2016 ein wesentlicher Aufgabenschwerpunkt des Bereiches Or-
ganisation bei der zentralen Vergabestelle. Sie führte im Jahr 2016 rund 300 Vergabeverfahren
mit einem finanziellen Volumen in Höhe von insgesamt 3,69 Mio. € (brutto) durch. Darunter
befanden sich zwölf nationale und zwei EU-weite Ausschreibungen sowie ein EU-weites Ver-
handlungsverfahren. Dabei wurde die am 18. April 2016 für Vergaben im Oberschwellenbereich
in Kraft getretene „Verordnung über die Vergabe öffentlicher Aufträge“ (Vergabeverordnung –
VgV) durch die zentrale Vergabestelle erfolgreich angewandt.
Bei diesen Ausschreibungen sowie dem genannten Verhandlungsverfahren wurden Aufträge im
Gesamtwert von ca. 2,07 Mio. € (brutto) vergeben, davon im Wert von ca. 766.000 € (brutto)
an sächsische Unternehmen. Von den im Rahmen freihändiger Vergaben vergebenen Aufträgen
im Umfang von 1,63 Mio. € (brutto) entfiel ein Volumen von knapp 789.000 € (brutto) auf
sächsische Unternehmen.
Die vergebenen Aufträge dienten hauptsächlich der Sicherstellung des regulären Geschäfts-
betriebes sowie der laufenden Aktualisierung der IT-Infrastruktur des GeoSN.
Im Bereich der Dienst-Kfz konnte in 2016 eine Auslastungsoptimierung durch Reduzierung des
Fahrzeug-Pools um zwei Fahrzeuge erreicht werden. Grundlage hierfür bildete eine vom Bereich
Organisation durchgeführte Auslastungsanalyse.
Rechnungswesen
Eine wesentliche Basis für das Funktionieren des GeoSN ist - wie bei jeder anderen Einrichtung
auch - die oft eher im Hintergrund bleibende Haushaltsbewirtschaftung. Die Tätigkeit in dem
hier zuständigen Bereich Rechnungswesen war im Jahr 2016 im Wesentlichen durch die Wahr-
nehmung der für die Aufrechterhaltung des laufenden Betriebes relevanten Aufgaben geprägt.
Dazu gehörte unter anderem die Erstellung des Jahresabschlusses 2015, der wie in den Vorjah-
ren schon im ersten Quartal fertiggestellt und im April durch eine Wirtschaftsprüfungsgesell-
schaft geprüft und uneingeschränkt bestätigt wurde. Des Weiteren wurde im IV. Quartal des
Jahres erfolgreich eine Inventur des gesamten Anlagevermögens durchgeführt. Im Ergebnis aller
laufenden Arbeiten konnte auch in 2016 wiederum ein ausgeglichener Haushalt ausgewiesen
werden.
Neben den Aufgaben des laufenden Betriebes wurden die Aktivitäten im Rahmen des sog. Neu-
en Steuerungsmodells (NSM) fortgesetzt. So wurden die spezifischen NSM-Fachkonzepte des
GeoSN an das aktualisierte NSM-Rahmenhandbuch angepasst. Des Weiteren wurde durch ein
externes Beratungsunternehmen eine nach Sächsischer Haushaltsordnung vorgeschriebene
Wirtschaftlichkeitsuntersuchung zur Frage der Ablösung der ERP-Software „SAP“ durch die
NSM-Standard-ERP-Software „UNIT4 Business World“ durchgeführt. Diese ergab, dass eine Ab-
lösung der vorhandenen „SAP“-Landschaft durch „UNIT4 Business World“ im GeoSN nicht wirt-
schaftlich und damit nicht empfehlenswert ist.
04 |

Personal
Der GeoSN beschäftigte zum Stichtag 31.12.2016 insgesamt 262 Bedienstete, davon 150 Tarif-
beschäftigte und 112 Beamte. Hinzu kommen 3 Bedienstete, die zum GeoSN von anderen Be-
hörden vorübergehend abgeordnet wurden, 2 Auszubildende sowie 6 Vermessungsreferendare
und 5 Vermessungsoberinspektoranwärter im Vorbereitungsdienst für die zweite bzw. erste
Einstiegsebene der Laufbahngruppe 2 der Fachrichtung Naturwissenschaft und Technik.
Im Geschäftsjahr wurden neben vier Vermessungsreferendaren und drei Vermessungsoberins-
pektoranwärtern drei Beschäftigte befristet eingestellt. Darüber hinaus war es möglich, einen
Vermessungsoberinspektoranwärter, der 2016 seine Laufbahnausbildung erfolgreich beendet
hat, in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis zu übernehmen. Auf die vom GeoSN im Jahr 2016
ausgeschriebenen drei befristeten Stellen und die unbefristete Stelle hatten sich insgesamt 82
(davon 19 weibliche) Personen beworben.
Diesen Personalzugängen standen im Geschäftsjahr 2016 wiederum deutlich mehr Personalab-
gänge gegenüber. Fünf befristete Arbeitsverhältnisse endeten. Zehn Bedienstete wurden in den
Ruhestand entlassen. Neun dieser Stellen sind endgültig weggefallen, so dass hier kein adäqua-
ter Ersatz für die Altersabgänge eingestellt werden konnte. Damit setzt sich der Trend eines
negativen Personalsaldos der letzten Jahre fort.
Aufgrund der immer noch geltenden Vorgabe, grundsätzlich jede altersbedingt frei werdende
Stelle im Rahmen des Stellenabbaus bis zum Jahr 2020 wegfallen zu lassen, wird sich - trotz der
für die Haushaltsjahre 2017/2018 festgelegten zeitlichen Streckung eines geringen Teils der
ursprünglich vorgesehenen Stellenstreichungen - die Personalsituation damit auch in den fol-
genden Jahren weiter verschärfen. Alle 9 im Haushaltsplan für 2016 vorgesehenen kw-Vermer-
ke wurden erbracht.
Das Durchschnittsalter der beim GeoSN unbefristet tätigen Bediensteten liegt im Geschäftsjahr
2016 inzwischen bei 51,2 Jahren und damit wiederum über dem Vorjahresniveau (2015: 50,8
Jahre, 2014: 49,8 Jahre, 2013: 49,1 Jahre, 2012: 48,4 Jahre, 2011: 47,9 Jahre). Auch hier hält die
Entwicklung hin zu einer immer prekäreren Altersstruktur weiter an.
| 05
Einstellungen
2014
2015
2016
befristet
5 53
unbefristet
0
21
Auszubildende/
Anwärter
4 67
Vollzeit
Teilzeit
Freizeitphase
der Altersteilzeit
Azubi/Anwärter
Elternzeit/Mutterschutz
abgeordnet zum GeoSN
abgeordnet zu
anderer Behörde
Beschäftigte zum Stichtag 31.12.2016
Altersstruktur im GeoSN zum Stichtag 31.12.2016
40
30
20
10
0
10
20
30
40
über 60
55-59
50-54
45-49
40-44
35-39
30-34
25-29
Frauen
Männer
13
185
64
9
433

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Im Zeitraum 01.01.2016 bis 31.12.2016 waren 68 Bedienstete (26 % der aktiven Bediensteten,
also mehr als ein Viertel) an 30 oder mehr Arbeitstagen arbeits- bzw. dienstunfähig. Diesen
Bediensteten wurde entsprechend dem § 84 Abs. 2 des Neunten Sozialgesetzbuches (SGB IX)
und der Dienstvereinbarung zum Betrieblichen Eingliederungsmanagement aufgrund ihrer
Langzeiterkrankung ein Betriebliches Eingliederungsmanagement angeboten. Zwölf Bedienstete
haben im Berichtszeitraum der Durchführung eines Verfahrens nach der Dienstvereinbarung
zugestimmt. Ein Teil der Verfahren läuft in 2017 weiter. Neun mit den Bediensteten individuell
vereinbarte Maßnahmenpläne wurden im Berichtsjahr umgesetzt (z. T. Maßnahmenpläne aus
Vorjahren). Die Zahl der Langzeiterkrankten ist auch in diesem Jahr wieder sehr hoch und weist
im Berichtsjahr erneut einen deutlichen Anstieg aus.
Insgesamt stellt sich die Personalsituation im GeoSN als ausgesprochen problematisch dar. Die
Kombination aus fehlenden Möglichkeiten der dauerhaften Einstellung von Berufsnachwuchs,
weitergeführtem Stellenabbau und Überalterung mit einem Altersschnitt von über 51 Jahren
sowie dem damit verbundenen erhöhten Krankenstand erschweren es dem GeoSN nachhaltig,
seine Aufgaben sachgerecht zu erfüllen. Auch ist ein Teil der älteren Mitarbeiter naturgemäß
nicht mehr in der Lage, die rasante technische Entwicklung, die auch vor dem GeoSN nicht Halt
macht, mit zu vollziehen, geschweige denn voranzutreiben. Fachliche und technische Neuerun-
gen werden regelmäßig vor allem von jüngeren Mitarbeitern eingebracht. Diese sind im GeoSN
immer weniger vorhanden. Gerade im Hinblick auf die kontinuierlich steigenden Anforderungen
an die Arbeit des GeoSN ist es aber besonders wichtig, Innovationen für die Effektivierung der
Arbeit nutzen zu können. Dieser Weg ist für die Zukunft zunehmend abgeschnitten.
Aus- und Fortbildung: Berufsausbildung
Als zuständige Stelle im Sinne des Berufsbildungsgesetzes für die Ausbildungsberufe in der Geo-
informationstechnologie im Freistaat Sachsen hat der GeoSN insbesondere die Aufgabe der Eig-
nungsfeststellung von Ausbildungsstätten, der Beratung in allen Fragen der Berufsbildung, der
Begleitung der Ausbildung in Betrieb und Berufsschule sowie der Organisation und Durchfüh-
rung der Prüfungen.
Im Jahre 2016 wurden in Sachsen 33 neue Ausbildungsverträge zum Vermessungstechniker ab-
geschlossen. Die zuständige Stelle betreute darüber hinaus 35 Ausbildungsverhältnisse im zwei-
ten Ausbildungsjahr – darunter drei Ausbildungsverhältnisse im Ausbildungsberuf Geomatiker
– und weitere 27 Ausbildungsverhältnisse im dritten Ausbildungsjahr. Insgesamt in 54 verschie-
denen Ausbildungsstätten, in Kommunen, bei Öffentlich bestellten Vermessungsingenieuren so-
wie bei Vermessungs- und Ingenieurbüros, wurden im Berichtsjahr Vermessungstechniker und
Geomatiker ausgebildet.
An den Abschlussprüfungen in den Ausbildungsberufen Vermessungstechniker und Geomatiker
nahmen insgesamt 25 Prüflinge teil und stellten ihr erlerntes Fachwissen in mehrtägigen
Ab-
schlussprüfungen vor dem zuständigen Prüfungsausschuss des GeoSN unter Beweis. Besonders
hervorzuheben ist, dass alle Prüflinge erfolgreich ihre Ausbildung abschließen konnten. In
Rah-
men einer feierlichen Veranstaltung wurden dann am 14. Juli 2016 die Prüfungszeugnisse an die
Berufsanfänger übergeben.
06 |
Laufbahn
m
w
Gesamt
LG1.1
57,70
0
57,70
LG1.2
49,78
53,75
52,15
LG2.1
50,01
49,88
49,96
LG2.2
52,28
49,63
51,24
Gesamtergebnis
50,92
51,60
51,23
Altersdurchschnitt im GeoSN zum Stichtag 31.12.2016
Veranstaltung zur feierlichen Übergabe der
Prüfungszeugnisse

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Auf der Grundlage der Prüfungsordnung für die Zwischen- und Abschlussprüfung sowie die Um-
schulungsprüfung in den Ausbildungsberufen der Geoinformationstechnologie wurden mit Wir-
kung vom 1. September 2016 neue Prüfungsausschüsse eingerichtet. Berufen wurden die von
den Gewerkschaften, Verbänden, Gremien der verschiedenen Ausbildungsbereiche und vom
Staatsministerium für Kultus vorgeschlagenen Personen.
Im Rahmen des Ausbildungsmodells „Kooperative Berufsausbildung“ führte der GeoSN erneut
einen zentralen einwöchigen Lehrgang für alle Auszubildenden in den Ausbildungsberufen Ver-
messungstechniker und Geomatiker des zweiten Ausbildungsjahres durch. Die fast vollzählige
Teilnahme der Auszubildenden verdeutlicht die überaus positive Resonanz der Ausbildungsstät-
ten auf dieses Bildungsangebot.
Der GeoSN wird mit Wirkung vom 1. August 2017 die Funktion als zuständige Stelle im Sinne des
Berufsbildungsgesetzes für die Ausbildungsberufe in der Geoinformationstechnologie aufgrund
einer Änderung in der entsprechenden Rechtsverordnung an die Landesdirektion Sachsen
abgeben.
Laufbahnausbildung
Im Rahmen der Laufbahnausbildung konnten am Ende des Jahres 2016 zwei Vermessungsrefe-
rendare und ein Vermessungsoberinspektoranwärter erfolgreich ihre Laufbahnausbildung been-
den. Um diese Laufbahnausbildung mit einem hohen fachlichen Standard gewährleisten zu kön-
nen, wirken neben dem GeoSN weitere Stellen mit. Das sind insbesondere die Vermessungs- und
Flurbereinigungsbehörden der Landkreise und Kreisfreien Städte, die Öffentlich bestellten Ver-
messungsingenieure und die Hochschule für öffentliche Verwaltung und Rechtspflege (FH)
Mei-
ßen. Gemeinsames Ziel ist es dabei, einen gut ausgebildeten und motivierten Berufsnachwuchs
zu erhalten. Ohne diese wertvolle Unterstützung und das hohe Engagement der Ausbilder vor Ort
wäre diese Aufgabe nicht zu bewältigen. An alle Mitstreiter, die diese Laufbahnausbildung mit
ihrem Fachwissen unterstützen und die Referendare und Anwärter während der Ausbildungszeit
begleiten, richtet sich daher unser Dank.
Am 1. Oktober 2016 trat die für alle ab diesem Zeitpunkt eingestellten Referendare und An-
wärter geltende neue Sächsische Ausbildungs- und Prüfungsordnung Vermessungswesen und
Geoinformation (SächsVermGeoAPO) in Kraft. Die neue SächsVermGeoAPO zeichnet in erster
Linie die geänderten Vorgaben des Oberprüfungsamtes bei der Ausbildung für das technische
Referendariat nach. Der Schwerpunkt des Referendariats verändert sich in der Weise, dass nicht
mehr allein die Vermittlung von Fachwissen im Vordergrund steht, sondern die Referendare ver-
stärkt zu Nachwuchsführungskräften ausgebildet werden sollen, die über Fachwissen, Führungs-
und strategische Kompetenzen verfügen. Ausgehend vom Dienstrechtsneuordnungsgesetz wur-
den in der neuen SächsVermGeoAPO auch die beamtenrechtlichen Begrifflichkeiten der
Rechtslage angepasst: Aus der Laufbahnausbildung für den höheren vermessungstechnischen
Verwaltungsdienst wurde der Vorbereitungsdienst für die Laufbahn der zweiten Einstiegsebene
der Laufbahngruppe 2 der Fachrichtung Naturwissenschaft und Technik mit dem fachlichen
Schwerpunkt technischer Verwaltungsdienst für Aufgaben im Vermessungswesen und in der
Geoinformation. Aus der Laufbahnausbildung für den gehobenen vermessungstechnischen Ver-
waltungsdienst wurde der Vorbereitungsdienst für die Laufbahn der ersten Einstiegsebene der
Laufbahngruppe 2 der o.g. Fachrichtung.
Einen Monat nach Inkrafttreten der neuen SächsVermGeoAPO, am 1. November 2016, begannen
vier Vermessungsreferendare und drei Vermessungsoberinspektoranwärter ihre Laufbahnausbil-
dung. Erstmals machte auch mit dem Landkreis Bautzen ein Landkreis von der Möglichkeit Ge-
brauch, einen eigenen Anwärter einzustellen. Mit dem Beginn der diesjährigen Ausbildung kehr-
te der GeoSN zum zweijährigen Einstellungsrhythmus zurück. Gründe hierfür liegen einerseits in
der Optimierung der Ausbildungsorganisation und andererseits im Schaffen von größeren Spiel-
räumen für ergänzende Ausbildungsangebote. Bei jeweils vier Teilnehmern je Einstiegsebene
sind Gruppenarbeiten, strategische Planspiele u. ä. besser zu gestalten und bringen für die Aus-
bildung nachvollziehbar sinnvollere Ergebnisse.
| 07

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08 |
Zum nunmehr vierten Mal nahmen die sächsischen Vermessungsreferendare und Vermessungs-
oberinspektoranwärter am 28. und 29. Juni 2016 an der „Länderübergreifenden Unterweisungs-
gemeinschaft“ in Magdeburg teil. Die beiden sächsischen Referendare übernahmen am ersten
Tag die Moderation und führten sicher durch das vielseitige Programm. Ein breites Spektrum an
aktuellen Themen in den Vermessungsverwaltungen wurde diskutiert und regte zum intensiven
fachlichen Austausch an.
Die 2016 eingestellten Vermessungsreferendare werden die Große Staatsprüfung im Jahr 2018
beim Oberprüfungsamt für das technische Referendariat in Bonn ablegen. Die Staatsprüfung
der Vermessungsoberinspektoranwärter wird im gleichen Jahr von einem Prüfungsausschuss im
GeoSN abgenommen werden.
Fortbildung
Um den Anforderungen an eine effiziente leistungsstarke Verwaltung weiterhin gerecht werden
zu können, wurde dem Thema Fortbildung im GeoSN erneut ein großer Stellenwert eingeräumt.
So nahmen die Bediensteten des GeoSN im Geschäftsjahr 2016 an insgesamt 139 Seminaren
aus den unterschiedlichsten Themenfeldern teil. Davon wurden 102 Seminare am Fortbildungs-
zentrum des Freistaates Sachsen (FoBiZ) in Meißen und 37 Seminare bei externen Fortbildungs-
trägern durchgeführt. Die Angebote des FoBiZ umfassten schwerpunktmäßig die Themen Füh-
rungskräfteentwicklung und Mitarbeiterführung, Kommunikation, EU- und Internationales
Recht sowie IT und Wirtschaft. Für die fachspezifische Fortbildung der Bediensteten wurde u.a.
die Möglichkeit genutzt, individuelle Lehrgänge externer Anbieter in Anspruch zu nehmen. Da-
rüber hinaus organisierte der GeoSN selbst sechs Fachseminare und führte diese in eigener
Zuständigkeit durch. Schwerpunkte waren hierbei Lehrgänge zu Fachanwendungen (z. B. Arc-
GIS, VermCAD, Software zur Kartenherstellung), zum Projektmanagement aber auch zu fach-
übergreifenden Themen (z. B. Vergaberecht, Konfliktmanagement und Konfliktanalyse).
Arbeits- und Gesundheitsschutz
Wesentliche Schwerpunkte bei der Koordination des technischen Arbeitsschutzes im GeoSN
bildeten in 2016 die Fertigstellung der referatsbezogenen Gefährdungsbeurteilungen, die Bege-
hung der 18 über das Gebiet des Freistaates Sachsen verteilten SAPOS-Stationen zur Feststel-
lung des jeweiligen arbeitsschutzseitigen Optimierungsbedarfs sowie die Neugestaltung der
Arbeitsschutzunterweisungen im GeoSN, insbesondere durch die Entwicklung eines Online-
gestützten E-Learning-Tools.
Im Hinblick auf den zunehmenden Altersdurchschnitt im GeoSN (über 51 Jahre) werden im
Rahmen des Gesundheitsmanagements zunehmend Angebote für die Mitarbeiter gemacht. So
ist eine Teilnahme an Kursen zur Rückenschulung möglich, die im Hause durchgeführt werden.
Ebenso kann man sich im Hause Muskelverspannungen durch medizinische Massagen lösen
lassen. Die stärker Sportbegeisterten können an den internen Tischtennisturnieren teilnehmen
oder Arbeitspausen für das Training an der Tischtennisplatte nutzen. Schließlich stehen Gym-
nastikmatten und Therabänder für sog. „bewegte Pausen“ zur Verfügung.
Tischtennisturnier im GeoSN
Siegerehrung beim Tischtennisturnier im GeoSN

Systemverwaltung
Aufgabe der Systemverwaltung ist es, IT-Ressourcen und IT-Fachwissen für den GeoSN in nut-
zerfreundlicher Form und in hoher Qualität den Fachbereichen zur Verfügung zu stellen. Die
Prozesse und Aktivitäten sind dabei aus Effektivitätsgesichtspunkten darauf ausgerichtet, die
Fachbereiche möglichst mit in einer Plattformbeschreibung zusammengefassten, standardisier-
ten Verfahren anforderungsgerecht zu unterstützen.
Regelmäßige Erneuerungen in der IT-Infrastruktur helfen, den zukünftigen Kapazitätsbedarf der
im GeoSN betriebenen Anwendungen abzusichern, ermöglichen aber auch die Konsolidierung
der eingesetzten Technologien. So konnte im Jahr 2016 mit der Erweiterung der Unix-Server-
technik die Flexibilität des Einsatzes der leistungsfähigen Server weiter verbessert werden. Da-
bei ermöglicht die Virtualisierung der Server, dass eine feste Zuordnung von Datenbanken zu
Hardware vermieden wird und die Flexibilität gesteigert wird. Durch Einsatz dieser zukunftsori-
entierten Technik stehen nunmehr ausreichende Ressourcen für den zukünftigen Datenbank-
Betrieb zur Verfügung.
Im Oktober 2016 wurde das auch für die unteren Vermessungsbehörden bedeutsame geore-
ferenzierte Dokumenten-Management-System für das Liegenschaftskataster auf eine Internet-
gestützte Lösung mit zentraler Datenhaltung umgestellt. Unter anderem wurden dafür 6,4 Te-
rabyte an katasterrelevanten Dokumenten ordnungsgemäß und anwendbar in einem relationalen
Datenbanksystem abgelegt.
Für eine bessere Verteilung der Rechenlast wird nach dem Wartungsende des bisherigen Pro-
dukts seit neuestem eine spezielle und bewährte Technologie, so genannte Load-Balancer, ein-
gesetzt. Diese ersetzt in zukünftigen Projekten auch proprietäre und fehleranfällige Software-
Lösungen und stabilisiert die Anwendungsbereitstellung wichtiger Verfahren.
Im Rahmen von Ersatzbeschaffungen für die IT-Infrastruktur wurden wichtige Teile der IT-Tech-
nik ausgetauscht bzw. implementiert:
• Backup: Upgrade der Komponenten Elektronik und Robotik, dabei Inbetriebnahme neuer
leistungsstarker Komponenten
Windows-Server: Austausch der Blade-Systeme
Netzwerk: Austausch der Firewall
PC-Arbeitsplatztechnik: Erneuerung von PCs und Monitoren als Voraussetzung für die
geplante Einführung des elektronischen Vorgangsbearbeitungssystems eVA.SAX.
Die Nutzerbetreuung hat im Jahr 2016 insgesamt 480 Störungen bzw. Serviceaufträge in das
Ticketsystem aufgenommen und abgearbeitet. Daneben wurde eine große Anzahl von Störun-
gen ohne Aufnahme in das Ticketsystem direkt per Telefon, E-Mail bzw. Fernwartung/Desktop-
Management gelöst.
Zusätzliche Anforderungen zur Datenbereitstellung im Rahmen der Nutzung automatisierter
Abrufverfahren stellten die Landestalsperrenverwaltung und der Staatsbetrieb Sächsisches Im-
mobilien- und Baumanagement. In beiden Fällen wurde ein mit dem Sächsischen Datenschutz-
beauftragten abgestimmtes Verfahren eingerichtet.
Von besonderer Bedeutung für den GeoSN war die Erstellung eines IT-Sicherheitskonzeptes.
Durch dieses Sicherheitskonzept wird auf der Basis von BSI-Standards eine alle Bereiche des
GeoSN verpflichtende Grundlage für Planung, Implementierung, Betrieb und Weiterentwicklung
der Fachverfahren geschaffen.
| 09

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10 |
Landschaftsmodell/Grundmaßstab
Referat Landschaftsmodell/Grundmaßstab stand im Jahr 2016 vor der Aufgabe, die Anzahl der
bearbeiteten Flächeneinheiten des Basis-DLM und die Qualität der Bearbeitung zu steigern. Die
Bearbeitung umfasst hierbei die Turnusaktualisierung und die Ableitungen der DTK10/25. In
enger Zusammenarbeit mit den Referaten Technologie Landesvermessung und Luftbildservice
konnten die Arbeitsabläufe optimiert werden.
Im Bereich der Turnusaktualisierung des Basis-DLM ist im Vergleich zum Vorjahr eine Leis-
tungssteigerung um 37% zu verzeichnen. Die Produktion der Digitalen Topographischen Karten
DTK10/25 stieg im Vergleich zum Vorjahr um 28 % an.
Darüber hinaus konnte mit dem Druck der Topographischen Karten 1:10 000 (TK10) begonnen
werden. Im Juni 2016 wurde die erste TK10 für den Druck freigegeben. Bis zum Jahresende lagen
46 TK10 im ostsächsischen Raum vor. Mit der Produktion der TK25 soll 2017 begonnen werden.
Die erforderlichen Vorarbeiten laufen seit 2016.
Abteilung 2 - Landesvermessung
Prognoseentwicklung (Trend) für die flächendeckende Bearbeitung basierend auf den
Leistungsmessungen der jeweils vergangenen 12 Monate
3,50
3,70
3,90
4,10
4,30
4,50
4,70
4,90
Prognose für die flächendeckende Turnusaktualisierung
Basis-DLM, DTK10 und DTK25 in Jahren
Jahre
3,5
26.10.2015
26.11.2015
26.12.2015
26.01.2016
26.02.2016
26.03.2016
26.04.2016
26.05.2016
26.26.2016
26.07.2016
26.08.2016
26.09.2016
26.10.2016
3,7
3,9
4,1
4,3
4,5
4,7
4,9
Cover TK10 5051 NW
Ausschnitt aus der topographischen Karte 5051 NW, 1 : 10 000

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| 11
Geodätischer Raumbezug - Unterirdische Sicherung des Höhenbezuges durch Rammstäbe
Zur Sicherung des amtlichen Höhenbezuges für den Freistaates Sachsen ist in der ersten Ord-
nung des Höhenfestpunktfeldes ein geringer Teil der Punkte besonders stabil als sogenannte
unterirdische Festlegungen (UF) zu vermarken. UF dienen dazu, langfristig Bewegungen der
anderen Höhenfestpunkte festzustellen und somit das Höhenfestpunktfeld zu sichern. Dazu
werden UF an geologisch, hydrologisch und geomorphologisch besonders geeigneten Standor-
ten etwa aller 10 km entlang der Nivellementlinien festgelegt. UF haben zudem besonders hö-
henstabile Vermarkungsarten und sind zum Schutz vor Beschädigungen und somit im Interesse
ihrer langfristig gesicherten Funktion unterirdisch angelegt.
Im Zuge der letzten bundesweiten Messkampagne zur Erneuerung des übergeordneten Deut-
schen Haupthöhennetzes (DHHN2016) im Zeitraum von 2006-2012 wurden einige der bisher
der zweiten oder dritten Ordnung angehörenden Nivellementlinien ebenfalls mit höchster
Messgenauigkeit bestimmt und in das DHHN2016 einbezogen. Diese neuen Linien erster Ord-
nung wurden im Laufe des Jahres 2016 mit UF ausgestattet.
Zudem werden seit 2016 auch die 48 sächsischen Geodätischen Grundnetzpunkte (GGP) mit
UF höhenmäßig gesichert. GGP sind speziell vermarkte, geschützte und hochgenau nach Lage,
Höhe und Schwere bestimmte Festpunkte, die in den Dimensionen Lage, Höhe und Schwere als
regionale Geosensoren fungieren.
Zur Vermarkung von UF kommt neben dem unterirdischen Bolzen in gewachsenem Fels haupt-
sächlich die Rammstabvermarkung zum Einsatz. Dabei werden rostfreie Stahlrundstäbe von
2,5 cm Durchmesser und jeweils 1 m Länge mit einer Ramme lotrecht im Boden versenkt
und während dieses Prozesses mit Schraubverbindungen zu einem System verbunden. An der
höchsten Stelle endet der Rammstab mit einem kugelförmigen Abschlussstück, welches sich am
Ende des Vermarkungsvorgangs etwa 1 m unter der Erdoberfläche innerhalb eines Schutzbaus
befindet. Je nach Untergrundbeschaffenheit wird dadurch bereits nach einigen Metern
Ramm-
tiefe eine extrem höhenstabile Vermarkung erreicht, die keinen relevanten individuellen und
gebietsweisen Höhenänderungen z.B. wegen Veränderungen der Bodenfeuchte oder Bodenfrost
unterworfen ist.
Die Rammstabtechnologie wurde bereits in den 1970er Jahren bei der Anlage des Höhenfest-
punktnetzes 1. Ordnung und bei der Einrichtung von geologischen Spezialnivellementlinien ein-
gesetzt. Die Vermessungsverwaltung in Sachsen-Anhalt hat diese Technologie in den letzten
Jahren wieder reaktiviert. Zudem wurde dort eine spezielle neue Methode entwickelt, mit der
die Rammstabvermarkung auch in Sandböden wirtschaftlich ist. Dabei wird durch den Einsatz
konischer Zwischenstücke der Durchmesser des Stabsystems auf 5 cm aufgeweitet. Die da-
bei entstehenden Hohlräume werden während des Rammvorgangs mit Fließbeton gefüllt. Es
entsteht dadurch eine größere Oberfläche zwischen dem Stabsystem und dem umgebenden
Untergrundmaterial, woraus eine größere Höhenstabilität trotz geringerer Rammtiefe resultiert.
Im Jahr 2016 wurden in Sachsen 30 UF mit Rammstäben vermarkt, von denen 6 als kombinierte
Rammstab-Fließbetonvariante ausgeführt wurden. Die durchschnittliche Länge der Stabsyste-
me betrug 15 m.
Da die Rammstäbe – anders als herkömmliche Nivellementpfeiler – keine Zeit für Setzungen
benötigen, konnten alle Punkte unmittelbar nach der Vermarkung durch lokale Präzisionsnivel-
lements in die Nivellementlinien eingebunden werden. Dabei wurden 233 km Nivellementlinien
präzisionsnivellitisch bestimmt.
Rammstabvermarkung

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Umbau des Raumbezugsfestpunktfeldes
Satellitengeodätische Messverfahren sind im Vermessungswesen mittlerweile gängige Praxis.
Der Satellitenpositionierungsdienst SAPOS hat als Verfahren zum Anschluss solcher Messungen
an das amtliche Lagebezugssystem daher stetig an Bedeutung gewonnen. Noch vor wenigen
Jahren erfüllten ausschließlich die ca. 14 000 Punkte des Raumbezugsfestpunktfeldes (ehe-
mals trigonometrisches Festpunktfeld) vor Ort diese Funktion. Das Raumbezugsfestpunktfeld
wurde für herkömmliche Messverfahren angelegt und ist für satellitengeodätische Verfahren
weniger geeignet. Die Erhaltung der Raumbezugsfestpunkte erfordert regelmäßige Pflege- und
Erhaltungsarbeiten vor Ort. Diese verursachen Kosten, die wegen der abnehmenden Bedeutung
dieser Punkte in immer ungünstigerem Verhältnis zum Nutzen stehen. Deshalb wurde entschie-
den, das Raumbezugsfestpunktfeld bis 2020 einem Umbau zu unterziehen. Wichtigstes Ziel ist
dabei, die Anzahl der Punkte zu reduzieren, bei denen Pflege und Erhaltung weiterhin fachlich
erforderlich sind. Die restlichen Punkte werden entweder entfernt oder ohne weitere Erhal-
tungsmaßnahmen an ihrem Standort belassen.
2016 begann der GeoSN unter den folgenden Aspekten zunächst im Gebiet Ostsachsen mit
einer flächendeckenden Vor-Ort-Inspektion aller Raumbezugsfestpunkte:
Erforderlichkeit der Erhaltung der Punkte unter fachlichen Gesichtspunkten
(Erforderlich sind dabei z.B. Raumbezugspunkte, die gleichzeitig Schwerefestpunkte sind),
Grad der Beeinträchtigung der Interessen betroffener Eigentümer und Nutzungsberech-
tigter durch Raumbezugsfestpunkte in den Grundstücken,
Gefährdungspotential der oberirdischen Vermarkungsteile und Betonschutzsäulen.
Im Anschluss daran werden je nach Ergebnis der Inspektion folgende Maßnahmen möglich:
Eintrag eines Vermerks „künftig wegfallend“ in den Punktnachweis der Punkte, de-
ren Erhaltung und Pflege nicht mehr erforderlich ist,
Rückbau von Betonschutzsäulen zur Vermeidung von Gefährdungen,
Rückbau von oberirdischen Vermarkungsteilen (örtliche Aufgabe des Punktes),
Benachrichtigung der Eigentümer, deren Grundstücke durch Rückbaumaßnahmen
entlastet werden,
Schaffen einer bodengleichen Vermarkung durch den Einsatz kürzerer Pfeiler,
• Pflege und Erhaltungsmaßnahmen an Punkten, die weiterhin erforderlich sind.
Nach dem Umbau werden etwa 1600 Punktgruppen des Raumbezugsfestpunktfeldes in einem
5-Jahres-Rhythmus gepflegt. Die restlichen in der Örtlichkeit noch vorhandenen Punkte des
Raumbezugsfestpunktfeldes werden künftig nicht mehr gepflegt und auf Dauer sich selbst
überlassen. Sie werden dann erfahrungsgemäß für die Vermesser noch längere Zeit nutzbar
bleiben.
12 |
Übersicht über die Multifunktionspunkte, Auszug aus der Übersicht Raumbezugspunk-
te in Sachsen
Aufgabe eines Punktes

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Tätigkeitsschwerpunkte im Bereich Satellitenpositionierungsdienst SAPOS®
Vermessungen, in denen Signale von Satellitennavigationssystemen zur Positionsbestimmung
empfangen werden, können durch Nutzung des Satellitenpositionierungsdienstes SAPOS an den
amtlichen Lagebezug angeschlossen werden. Hierzu stellt der Dienst dem Nutzer Korrekturda-
ten für die Satellitensignale bereit. Mit den Korrekturdaten kann die Genauigkeit der Positions-
bestimmung bis auf wenige Zentimeter gesteigert werden. Die moderne Technik ermöglicht so
einen schnellen, einfachen und präzisen Raumbezug in vielen Anwendungsbereichen.
Um dies zu ermöglichen, betreibt der GeoSN ein Netz aus 18 permanent messenden SAPOS-
Referenzstationen. Diese sind mit ähnlichen Stationen anderer Bundesländer, der Republik Polen
und der Tschechischen Republik vernetzt. Bisher werden dabei die Signale der Satellitennaviga-
tionssysteme GPS (USA) und GLONASS (Russland) verarbeitet.
Sowohl der technische Fortschritt bei den Satellitenvermessungsgeräten und den Satelliten als
auch die Bereitstellung gänzlich neuer Satellitennavigationssysteme durch weitere Staaten füh-
ren zu einer stetigen Verbesserung der Effizienz und Verfügbarkeit bei der Vermessung mit
Sa-
tellitenmethoden. Die Messverfahren können mittlerweile auch dort eingesetzt werden, wo
ungünstige Umgebungsbedingungen dies bisher verhinderten. Den Satellitenpositionierungs-
dienst SAPOS sinnvoll um neue Möglichkeiten für die Nutzer zu erweitern, ist eine Aufgabe des
GeoSN. Im Jahr 2016 begann mit der Beschaffung 4G-fähiger Empfänger und Software für die
18 sächsischen SAPOS-Referenzstationen die Umsetzung der Erweiterung des Dienstes. 4G
steht für Empfangs- und Verarbeitungstechnik, die in der Lage ist, simultan Signale der derzeit
vier weltweit empfangbaren Satellitennavigationssysteme GPS, GLONASS, Galileo (EU) und Bei-
dou (China) zu prozessieren.
Sachsen hat gemeinsam mit den anderen Bundesländern zwischen 2006 und 2015 umfangrei-
che Messkampagnen in den Grundlagennetzen durchgeführt. Gemäß einem gemeinsamen Be-
schluss der Bundesländer wurden die verbesserten Koordinaten und ellipsoidischen Höhen des
neuen Raumbezuges zum 01.12.2016 in SAPOS eingeführt. Weitere Anpassungsarbeiten an den
SAPOS-Datenströmen zur Einführung der neuen Höhen erfolgten zum Jahreswechsel 2016/2017.
Neben den technisch geprägten Arbeiten wurden 2016 verstärkt Aktivitäten zur Verbesserung
des Arbeitsschutzes bei der regelmäßigen Qualitätsüberprüfung und Wartung der SAPOS-Refe-
renzstationen vor Ort unternommen. Gemeinsam mit der Fachkraft für Arbeitssicherheit wur-
den alle Stationsstandorte inspiziert. Die dabei getroffenen Festlegungen und die einzuleiten-
den Maßnahmen bilden die Grundlage für eine Verbesserung des Arbeitsschutzes. Dies gilt
insbesondere für die Arbeiten an den Antennen, die sich auf den Dächern befinden.
| 13
SAPOS-Stationsübersicht von Sachsen
Vernetzung von Sachsen

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14|
Abteilung 3 - Liegenschaftskataster
Amtliches Liegenschaftskatasterinformationssystem (ALKIS) im Freistaat Sachsen
Die anforderungsgerechte Führung der Bestandsdaten des Liegenschaftskatasters mit dem Ver-
fahren ALKIS erfordert eine Modellierung der Fachinformationen, die in dieses Informationssys-
tem einfließen. Die technische Vorschrift hierzu wurde unter Beachtung bundesweit
einheitli-
cher Rahmenbedingungen im Verlaufe des Jahres 2016 erarbeitet und mit den unteren
Vermessungsbehörden und den Öffentlich bestellten Vermessungsingenieuren abgestimmt. Nach
der Prüfung und Bewertung von insgesamt 150 Hinweisen konnten am 20. Dezember 2016 die
Arbeiten am „Erlass zur Führung der Bestandsdaten des Liegenschaftskatasters mit dem Verfah-
ren ALKIS“ (ALKIS-Erlass) abgeschlossen werden.
Der Erlass trifft auf über 640 Seiten Regelungen, die eine zeitnahe und anforderungsgerechte
Bereitstellung von Informationen aus dem ALKIS für Wirtschaft, Verwaltung und Bürger gewähr-
leisten. Besonders detaillierte Regelungen gelten für die Dokumentation der Katastervermessun-
gen und Abmarkungen durch Öffentlich bestellte Vermessungsingenieure. Das Ergebnis sind
rechtssichere und jederzeit in der Örtlichkeit reproduzierbare Grenzen – Voraussetzung für den
Kauf, die Beleihung und die Bebauung von Grundstücken.
Die technischen Festlegungen sind ohne die aufwändige Herstellung von Drucken im Internet
auf der Homepage des GeoSN ständig verfügbar und insbesondere bei Veränderungen, z.B. bei
der Aktualisierung von Datenformaten und Schnittstellenbeschreibungen, immer auf dem neu-
esten Stand online abrufbar.
In diesem Zusammenhang wurde auch die gesamte Liegenschaftskataster-Internetseite ak-
tualisiert. So werden alle Katasterprodukte – also die bundesweit einheitlich festgelegten
Auszüge und Datensätze – einzeln beschrieben und mit jeweils allen wichtigen Informatio-
nen zum Dateninhalt, zum Bestellen (Onlineformular), zu den Gebühren und den Nutzungs-
hinweisen versehen. Zu jedem Auszug gibt es ein Beispiel, bei den Ausgaben in digitaler
Form Testdaten.
Sicherstellung des Verfahrens ALKIS
Das erste Jahr nach der vollständigen Einführung des Verfahrens ALKIS in allen unteren
Vermessungsbehörden des Freistaates Sachsen war geprägt von erheblichen Anstrengun-
gen zur Sicherstellung der Verfügbarkeit. Wegen des häufig kompletten Ausfalls der IT-In-
frastruktur wurde mit der Firma AED-SICAD ein neues IT-Architekturkonzept erarbeitet mit
dem Ziel einer deutlich erhöhten Ausfallsicherheit. Hierzu mussten in fünf Updates 370
Fehler behoben werden.
ALKIS-Erlass mit 12 Anlagen und 30 Anhängen
Ausschnitt Anlage 05 Teil B1 Signaturen-
bibliothek Farbe
Ausschnitt Anlage 02 Anhang 02 Kardinalität
Beispiel „Liegenschaftskarte mit Katasternachweis nach
§ 12 Abs. 2 SächsVermKatGDVO“ unter:
www.landesvermessung.sachsen.de

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| 15
Für die Sicherstellung des Verfahrens ALKIS gingen bei der Anwenderbetreuung mehr als 3000
Hinweise und Fehlermeldungen ein, die zunächst über ein Anforderungsmanagement nach Not-
wendigkeit und Priorität und – soweit es Fehler betraf – über das ALKIS-Releasemanagement
nach fachlicher Einordnung in die vorgegebenen sechs Prioritätskategorien einer Lösung zuge-
führt wurden.
Im Ergebnis waren 150 Softwareanpassungen erforderlich, um sowohl neue Geschäftsprozesse
wie die Erfassung der Bodenschätzung und die Übernahme der Daten der Landesgrenze ohne
Beeinträchtigung der Performance oder Störung der übrigen Prozesse implementieren zu kön-
nen als auch berechtigten Wünsche nach Verbesserungen in der Handhabung der Verfahren
entsprechen zu können.
Dokumentenmanagementsystem für die Liegenschaftskatasterakten
Die unteren Vermessungsbehörden übermitteln den Öffentlich bestellten Vermessungsingeni-
euren auf deren Anforderung Informationen aus den Bestandsdaten des Liegenschaftskatasters
und aus den Liegenschaftskatasterakten. Liegenschaftskatasterakten sind die vermessungs-
technischen Unterlagen und die sonstigen Unterlagen, die für die Flurstücksentwicklung von
dauernder Bedeutung sind und von den Öffentlich bestellten Vermessungsingenieuren für die
Durchführung von Katastervermessungen und Abmarkungen benötigt werden.
Das Verfahren zur Führung der Liegenschaftskatasterakten in digitaler Form ist das Verfahren
DMS-Web. Dieses Verfahren wurde zu Jahresbeginn erfolgreich als zentral beim GeoSN geführ-
tes Verfahren implementiert. Innerhalb von acht Monaten konnten die in allen 13 unteren Ver-
messungsbehörden bereits erfassten Datenbestände, insgesamt 4.789.058 digitale Dokumente,
in das neue System migriert werden. Damit liegt ein georeferenziertes Dokumentenmanage-
mentsystem für das Liegenschaftskataster als webgestützte Lösung mit zentraler Datenhaltung
(DMS-Web) vor. Die elektronischen Dokumente können seit dem 22. Oktober 2016 aus einem
zentralen Datenbestand heraus übermittelt werden. Der besondere Vorteil der Anwendung: Für
die Messungsvorbereitung werden alle erforderlichen Dokumente an Hand ihrer Georeferenz
automatisiert ermittelt und lückenlos zusammengestellt.
Mit dem DMS-Web steht den unteren Vermessungsbehörden nun eine webgestützte Verfah-
renslösung auch zur Erfassung von Liegenschaftskatasterakten zur Verfügung. So sind nicht nur
die bislang noch nicht erfassten analogen Fortführungsrisse, Fortführungsnachweise, Aufnah-
mepunkte und frühere Buch- und Kartenwerke weiter zu erfassen, sondern tagtäglich auch die
Dokumentationen aller neu eingereichten Katastervermessungen und Abmarkungen.
Mit seinen 6,3 Terabyte katasterrelevanten Unterlagen bildet DMS-Web die Grundlage für jede
Katastervermessung und repräsentiert damit einen zentralen Bestandteil des Eigentumssiche-
rungssystems im Freistaat Sachsen.
DMS-Webclient mit Trefferliste und Dokumen-
tenvorschau, Teil 1 (2)

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16 |
Geoinformationssystem Landes- und Staatsgrenze (GIS.L)
Die Grenzen des Freistaates Sachsen zu den Nachbarstaaten und Nachbarbundeslän-
dern sind keine Grenzen des Liegenschaftskatasters. Sie sind wegen der vom Liegen-
schaftskataster abweichenden besonderen Anforderungen in einem eigenen, unabhän-
gigen Geoinformationssystem zu führen. Nach nur einjähriger Entwicklungszeit konnte
am 1. Oktober 2016 als Verfahrenslösung zur Erhebung, Qualifizierung, Speicherung und
Präsentation der Daten der Landesgrenzen das Geoinformationssystem Landes- und
Staatsgrenze (GIS.L) eingeführt werden.
Die besonderen Herausforderungen an die Projektleiterin und die beiden Entwickler la-
gen darin, dass die Anforderungen in einem iterativen, agilen Projektentwicklungsmo-
dell dynamisch formuliert werden mussten, weil Zielvorgaben und Entwicklungsleistung
im ständigen Kommunikationsprozess und damit unter dem Vorbehalt ständiger Verän-
derung standen. Zu Projektbeginn war es nicht möglich, alle Anforderungen eindeutig
zu benennen (beispielsweise Anforderungen bezüglich der Staatsgrenze des Freistaates
Sachsen zur Republik Polen). Auf Anforderungsänderungen musste selbst in einer spä-
ten Projektphase noch reagiert werden können.
Die Open-Source-Produkte PostgreSQL, QGIS und PostGIS erwiesen sich für ein mitt-
leres IT-Projekt mit flexiblen Anforderungen, einem Datenumfang von ca. 99.000
Punk-
ten und 20 internen Nutzern als geeignete und flexible Systemkomponenten. Die
Kom-
munikation beispielsweise zwischen der Datenbank PostgreSQL, dem GIS QGIS und den
Geofunktionalitäten PostGIS sind perfekt aufeinander abgestimmt. Aus diesem Grund
waren PostgreSQL als Datenhaltungskomponente und QGIS als
Qualifizierungskompo-
nente ausgewählt worden.
Das GIS.L muss eine Reihe von Anforderungen erfüllen. So müssen z.B. eigene Vermes-
sungsdaten über eine Kommunikationsschnittstelle verlustfrei ein- und ausgelesen wer-
den können; das Gleiche gilt für Vermessungsdaten der Nachbarbundesländer. Die Fort-
führung kann nur antragsbezogen in Anlehnung an die ALKIS-EQK-Projektsteuerung in
den Vorgängen Qualifizierung, Simulation und Fortführungsentscheidung erfolgen. Und
nach dem Absenken in die Datenbank GIS.L ist für die fortgeführten Objekte eine Versi-
onsbearbeitung erforderlich.
Das Datenmodell wurde deshalb eng an ALKIS angelehnt. Die Fachattribute sind im
SN_Fachobjekt gespeichert. Die Verbindung zwischen den Punkten der Landesgrenze
und den Punkten des Liegenschaftskatasters sind identische Punktkennungen. GIS.L
wurde als QGIS-(Python) Plugin in die QGIS-Oberfläche integriert. Die
Fortführungslo-
gik und das Historisierungsmodell wurden durch Trigger realisiert. Das Nutzerkonzept
konnte durch die Benutzerrollen von PostgreSQL abgedeckt werden, ebenso das Siche-
rungskonzept.
Eine Aufgabe gänzlich anderer Art wurde mit dem neuen GIS.L ebenfalls gelöst: Für
die Ableitung eines INSPIRE-konformen Datensatzes zum Thema Verwaltungseinheiten
wurden aus dem GIS.L die Außengrenzen des Freistaates Sachsen übergeben. Der Da-
tensatz kann über Darstellungs- und Downloaddienste genutzt werden.
DMS-Webclient mit Trefferliste und Dokumentenvorschau, Teil 2 (2)

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| 17
Öffentlich bestellte Vermessungsingenieure
Der GeoSN gewährleistet eine angemessene Versorgung mit Leistungen der Katastervermes-
sung und Abmarkung, indem regelmäßig für jeden Amtsbezirk einer unteren Vermessungsbe-
hörde die Anzahl der Öffentlich bestellten Vermessungsingenieure, der Fachkräfte, der Flurstü-
cke, der gestellten Anträge auf Katastervermessung und Abmarkung sowie deren
durchschnittliche Bearbeitungsdauer im zurückliegenden Kalenderjahr analysiert werden. Zu
berücksichtigen war im Jahre 2016, dass ein Öffentlich bestellter Vermessungsingenieur die
Entlassung aus dem Amt beantragte.
Im Ergebnis der Prüfung konnte ein Bewerber als Öffentlich bestellter Vermessungsingenieur
bestellt werden. Dennoch gab es eine Besonderheit:
Zur Sicherung des beruflichen Nachwuchses können seit der Änderung des Berufsrechts lebens-
ältere Öffentlich bestellte Vermessungsingenieure mit einem Bewerber auch eine Arbeitsge-
meinschaft anstreben. Diese Möglichkeit haben Herr Engelmann, Öffentlich bestellter Vermes-
sungsingenieur, und Herr Prochaska als Bewerber genutzt. Da Herr Prochaska bereits zu einem
früheren Zeitpunkt den Leistungsfähigkeitsnachweis erbracht hatte, konnte er im August 2016
zum Öffentlich bestellten Vermessungsingenieur bestellt werden.
Ein weiterer Vermessungsingenieur hat ebenfalls den vorgezogenen Nachweis der Leistungsfä-
higkeit erbracht und steht somit ebenfalls für eine Bestellung zum Öffentlich bestellten Ver-
messungsingenieur bereit.
Herr Engelmann (l.) gratuliert seinem Nachfolger Herrn
Prochaska zur Bestellung zum „Öffentlich bestellten
Vermessungsingenieur“

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18 |
Berufsnachwuchs und Bodenschätzung
Im Rahmen der Laufbahnausbildung wurden den Referendaren und Anwärtern u.a. Kenntnisse zur Übernahme der Bodenschätzungsergeb-
nisse sowie der Lage und Bezeichnung der Bodenprofile in das Liegenschaftskataster übermittelt. Erstmalig konnte in Zusammenarbeit mit
der Finanzverwaltung ein Ausbildungstag im Gelände durchgeführt werden. Auf einer in landwirtschaftlicher Nutzung stehenden Fläche der
Stadt Roßwein lernten die Anwärter für den höheren und gehobenen Dienst die Aufgaben eines Amtlichen Landwirtschaftlichen Sachver-
ständigen kennen und bestimmten unter dessen fachkundiger Anleitung übungsweise einige selbst entnommene Bodenproben.
Hierzu war es zunächst erforderlich, an vorgegebenen Punkten den 1 m langen Bohrstock in den Boden einzuschlagen, zu ziehen und den
Bohrkern – die Probe – freizulegen. Die Analyse bestand darin, die Konsistenz (mehlig, körnig, klebrig, plastisch) zu fühlen, zu riechen und
zu schmecken. Auf diese Art und Weise bestimmten die Anwärter verschiedene Böden des Ackerschätzungsrahmens von L 2 Lö bis L 6 Lö
(Lehmboden, Zustandsstufe 2 bzw. 6, Entstehung: pleistozäne Ablagerung/Löß) und von sL 4 Al bis sL 5 Vg (sandiger Lehm, Zustandsstufe
4 bzw. 5, Entstehung: Alluvium/Schwemmlandboden bzw. gesteinshaltiger Verwitterungsboden).
Die Übung machte den Laufbahnanwärtern deutlich, welchen besonderen Anforderungen die Schätzung des landwirtschaftlichen Kultur-
bodens als Voraussetzung für die Berechnung flurstücksbezogener Ertragsmesszahlen der landwirtschaftlich nutzbaren Flächen unterliegt.
Einschlagen des Bohrstocks
Ziehen des Bohrstocks
Schmecken der Bodenprobe
Begutachten des Bohrkerns

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Grenze zu den Nachbarbundesländern
Im Jahre 2016 wurde durch die Einführung der neuen GIS.L-Datenbank und den Abgleich mit der
ALKIS-Datenbank die Länge der Grenze des Freistaates Sachsen mit den anderen Bundesländern
von 800 km
ermittelt. Davon sind 444 km (56 %) mit den Nachbarländern überprüft und abge-
stimmt, im Jahr 2016 waren es 103 km.
Eine besondere Aufgabe war die Abstimmung über den Dreiländerpunkt zwischen Sachsen,
Thüringen und Sachsen-Anhalt, gelegen an der Straße zwischen Maltitz (Sachsen), Landkreis
Leipzig, und Langendorf (Sachsen-Anhalt). Vorausetzung dafür war der Staatsvertrag vom
14.06.2013 über die Änderung der gemeinsamen Landesgrenze im Gebiet der ehemaligen Berg-
bauhalde Phönix-Nord, wonach die Landesgrenze von 1815 korrigiert wurde.
| 19
In unmittelbarer Nähe, auf dem Gelände des ehemaligen Flachglaswerkes Maltitz, wurde eine Stele, ein neuer
Dreiherrenstein, von den Bürgermeistern der angrenzenden drei Kommunen aus Sachsen, Thüringen und Sach-
sen-Anhalt eingeweiht. Auf dem neuen Stein sind die Inschriften KS für Königreich Sachsen, KP für Königreich
Preußen und HA für Herzogtum Altenburg sowie die zeitgemäßen Bezeichnungen für Sachsen, Sachsen-Anhalt
und Thüringen eingraviert.

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20 |
Staatsgrenze zur Republik Polen
Die 4. Sitzung der Ständigen Deutsch-Polnischen Grenzkommission fand vom 24. bis 26. Febru-
ar 2016 in Dresden statt. Die polnische Delegation stand unter Leitung der Hauptkommandantur
des polnischen Grenzschutzes. Die deutsche Delegation wurde vom Auswärtigen Amt geleitet.
Ihr gehörten außerdem Vertreter des Bundesinnenministeriums, Ministeriumsvertreter aus
Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen sowie der jeweiligen Vermessungsver-
waltungen an.
Es wurden vorbereitende Arbeiten für den Austausch der Grenzmarkierungssäulen, die sich auf
dem Gebiet des Freistaates Sachsen befinden, durchgeführt. Diesbezüglich wurde die
Aus-
schreibung zur Beschaffung der Grenzmarkierungssäulen veranlasst.
Für die Arbeiten zur Erstellung des Grenzurkundenwerks wurden Digitalisierungsunterlagen zur
Festlegung der Uferlinien ausgewertet, Nachmessungen in der Örtlichkeit durchgeführt und
berechnet. Außerdem fanden Begehungen und Besichtigungen mit Vertretern der Wasserwirt-
schaft statt.
Staatsgrenze zur Tschechischen Republik
Die Deutsch-Tschechische Grenzkommission traf sich zur 20. Tagung vom 27. Juni bis 1. Juli
2016 in Prag. Die tschechische Delegation stand unter Leitung des dortigen Innenministeriums,
die deutsche Delegation wurde vom Auswärtigen Amt geleitet. Ihr gehörten außerdem Vertreter
des Bundesinnenministeriums, Ministeriumsvertreter aus Bayern und Sachsen sowie der jewei-
ligen Vermessungsverwaltungen an.
Im Zusammenhang mit der gemeinsamen Besichtigung der Staatsgrenze im August 2016 durch
die Koordinatoren der Bundesrepublik Deutschland und der Tschechischen Republik für die Ar-
beiten an der gemeinsamen Staatsgrenze erfolgten die Begleitung von Baumaßnahmen wie
auch die Begutachtung von Veränderungen an Grenzwasserläufen.
Des Weiteren wurden nach entsprechender Abstimmung die Arbeiten zur Erstellung des Grenz-
urkundenwerks weitergeführt.
Jan Zverina – Koordinator, Tschechisches
Innenministerium, Dr. Werner Haupt- Ko-
ordinator GeoSN
Grenzbegehung der Koordinatoren
Magdalena Surmacz – Hauptkommandantur des
Polnischen Grenzschutzes mit Stefano Weinber-
ger vom Auswärtigen Amt

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Widerspruchsbearbeitung
Der GeoSN ist zuständige Widerspruchsbehörde für die Bearbeitung von Widersprüchen gegen
Verwaltungsakte der Öffentlich bestellten Vermessungsingenieure und der unteren Vermes-
sungsbehörden. Im Berichtsjahr richteten sich die Widersprüche mehrheitlich gegen die Ergeb-
nisse der Durchführung von Katastervermessungen und Abmarkungen, deren Übernahme in das
Liegenschaftskataster und gegen die Erhebung von Kosten.
Die Zahl der eingegangenen Widersprüche gegen Katastervermessungen und Abmarkungen war
gegenüber den vergangenen Jahren von jährlich durchschnittlich 70 auf 62 im Jahr 2016 leicht
zurückgegangen. Ein noch deutlicherer Trend zeichnet sich bei den Kostenwidersprüchen ab,
deren Zahl weiter rückläufig ist. Gingen 2008 noch 83 Kostenwidersprüche ein, sank die Zahl im
Jahr 2016 auf nur noch elf.
Im Jahr 2016 wurden 66 Widersprüche gegen Entscheidungen der unteren Vermessungsbehör-
den oder der Öffentlich bestellten Vermessungsingenieure sowie ein Widerspruch gegen einen
Verwaltungsakt des GeoSN entschieden. Davon betrafen 49 Widersprüche Verwaltungsakte im
Rahmen von Katastervermessungen und Abmarkungen. Lediglich drei Widersprüchen in Kos-
tenfragen wurde stattgegeben. Dies zeigt, dass die Sicherheit der kostenfestsetzenden Behör-
den im Umgang mit der Zweiten Sächsischen Vermessungskostenverordnung - auch durch
Schulungs- und Beratungsmaßnahmen des GeoSN - weiter zugenommen hat.
Bescheidung katastertechnischer Widersprüche 2016
10
5
20
25
15
30
35
40
45
50
55
%
Einstellung
Stattgabe
Zurückweisung
Abhilfe Ausgangsbehörde
Bescheidung Kostenwidersprüche 2016
10
15
5
20
25
30
35
40
45
50
55
60
Zurückweisung
Einstellung
%
Abhilfe Ausgangsbehörde
Stattgabe

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22 |
Aufsicht über die Öffentlich bestellten Vermessungsingenieure und
unteren Vermessungsbehörden
Der GeoSN ist sowohl für die Aufsicht über die Öffentlich bestellten Vermessungsingenieure als
auch für die Fachaufsicht über die unteren Vermessungsbehörden zuständig.
Aufsicht über die Öffentlich bestellten Vermessungsingenieure
Im Rahmen der Aufsicht wurden vierzehn regelmäßige und eine anlassbezogene Amtsprüfung
sowie neunzehn regelmäßige und zwei anlassbezogene Revisionsvermessungen durchgeführt.
Es lagen 14 Beschwerden vor, die Anlass gaben, die Amtsausübung der Öffentlich bestellten
Vermessungsingenieure auf deren Rechtmäßigkeit hin zu untersuchen. Im Berichtsjahr mussten
zwei Disziplinarverfahren auf Grund schuldhaft begangener Amtspflichtverletzungen
eingelei-
tet werden. Erstmalig wurde eine Ersatzvornahme angeordnet, um eine fehlerhafte Kataster-
vermessung zu berichtigen.
Im Zuge von Revisionsvermessungen aufgefundene Grenzzeichen:
Untervermarkung historische Grenzmarke -
Flasche
historische Grenzmarke - Material Basalt
Dränrohr in 25 cm Tiefe
Grenzmarke in 50 cm Tiefe
Revisionsvermessung
(regelmäßig)
Revisionsvermessung
(anlassbezogen)
Prüfung der ÖbVI am Amtssitz
(regelmäßig)
Prüfung der ÖbVI am Amtssitz
(anlassbezogen)
Beschwerden gegen ÖbVI
2
0
ÖbVI Aufsicht 2016
4
6
8
10
12
14
16
18
20
Bewertung der Revisionsvermessungen
ohne bzw. formale Beanstandungen
Beanstandungen ohne Einfluss auf
Grenze
nicht vertretbare Beanstandungen
mit Einfluss auf Grenze
8
4
2
6
10
12

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| 23
Fachaufsicht über die unteren Vermessungsbehörden - Resümee eines Personalaustausches
Im vergangenen Geschäftsbericht wurde der Mitarbeiteraustausch von einem Mitarbeiter des
GeoSN mit zwei Mitarbeiterinnen der Stadt Dresden vorgestellt. Heute ist das damals Ange-
strebte Geschichte und soll deshalb Gegenstand einer persönlichen Rückschau sein.
Am 1. Oktober 2015 war es endlich soweit, dass der Gedanke des Mitarbeitertausches in die Praxis umgesetzt werden konnte. Ich trat meinen
ersten Arbeitstag im GeoSN an. Obwohl ich mich frühzeitig für die neue Aufgabe bereit erklärt und begeistert hatte, war es schon spannend, was
mich erwarten würde. Doch eventuelle Bedenken wurden schon bei der Begrüßung durch meine zeitweiligen Vorgesetzen, den Referatsleiter
Herrn Roßburg und den Referenten Herrn Schmidt, ausgeräumt. Der PC-Arbeitsplatz war mit allen notwendigen Programmen komplett vorberei-
tet und sogar ein kleiner Blumengruß, welcher auf dem später aufgenommenen Begrüßungsfoto für das Intranet des GeoSN sehr gut zur Geltung
kam, schmückte meinen Schreibtisch.
Der Schwerpunkt meiner neuen Arbeitsaufgabe war die Bearbeitung von Widersprüchen gegen Verwaltungsakte, welche bei Katastervermessun-
gen und Abmarkungen gesetzt wurden. Bisher hatte ich bei den selbst durchgeführten Katastervermessungen Verwaltungsakte erlassen, Wider-
sprüche dagegen als Ausgangsbehörde im Vorverfahren bearbeitet und, wenn keine Abhilfe möglich war, diese Vorgänge an den GeoSN zur Ent-
scheidung abgegeben. Nun sollte ich genau solche Vorgänge als Widerspruchsbehörde bearbeiten, allerdings von meinen Berufskollegen, den
ÖbVI.
Dank Herrn Jackstien fand ich schnell den Einstieg in eine strukturierte Abarbeitung der Widersprüche gegen Katastervermessungen und Abmar-
kungen.
Meine mehrjährigen Erfahrungen der praktischen Durchführung verschiedenster Katastervermessungen trugen zu einer kurzen Einarbei-
tungsphase
bei.
Meine anfängliche Befürchtung, dass die Schreibarbeit monoton sein würde, konnte bereits nach einigen Tagen entkräftet werden. Jeder Wider-
spruch war auf seine Art interessant und manchmal richtig spannend. Die Prüfung der Vermessungsdokumentationen auf ihre Richtigkeit hin-
sichtlich der Interpretation und Auswertung des jeweilig vorhandenen Katasternachweises endete oft in einer regen Diskussion mit Herrn Jacks-
tien und Herrn Schmidt. Die beiden unterstützten mich vor allem in der verbalen Formulierung der Widerspruchsbescheide, was für mich in den
ersten Wochen eine richtige Herausforderung war. Am Ende des halben Jahres standen 15 von mir erstellte Widerspruchsbescheide zu Buche.
Der Personalaustausch ermöglichte mir auch einen Einblick in die Arbeit des Referates Recht durch intensive Gespräche mit Frau Massner und die
Teilnahme an mündlichen Verhandlungen zu Klageverfahren an den Verwaltungsgerichten Chemnitz und Dresden. Zum anderen erhielt ich Ein-
blick in weitere Aufgaben der Katasteraufsicht. Ich begleitete die Kollegen der Katasteraufsicht zum Amtssitz zweier Öffentlich bestellter Vermes-
sungsingenieure und konnte somit Kenntnisse über deren Arbeitsweise sammeln.
Als ich mich am 31. März 2016 von den Kollegen des Referates Katasteraufsicht verabschiedete, bedauerte ich einerseits, dass die Abordnung nun
zu Ende war, da mir nicht nur die Arbeitsaufgabe sondern auch das Arbeitsklima gefallen hat. Andererseits freute ich mich wieder auf meine ge-
wohnte Tätigkeit und die Mitarbeiter im Amt für Geodaten und Kataster Dresden.“
Frau Zosel (Sachgebietsleiterin für Erhebungsdaten im Amt für Geodaten und Kataster der Landeshauptstadt Dresden)
„Anschließend an die Abordnung von Frau Zosel begann für mich am 4. April 2016 die Tätigkeit beim GeoSN. Natürlich hatte ich mich im Vorfeld
mit meiner Kollegin ausgetauscht, um mich etwas auf das zu Erwartende einstellen zu können. Besonders interessierte mich die Bearbeitung von
Widersprüchen gegen Kostenbescheide, die ich von Grund auf kennenlernen wollte. Außerdem wollte ich einen tieferen Einblick in die Bearbeitung
von Widersprüchen gegen die Fortführung des Liegenschaftskatasters erhalten, denn im Amt für Geodaten und Kataster Dresden liegen mehrere
Entscheidungen in Widerspruchsverfahren vor, die meinen Bereich, die Fortführung des Liegenschaftskatasters, betreffen. Nachdem die organi-
satorischen Dinge wie Laufzettel und Belehrungen abgearbeitet waren, begann ich mit der Sachverhaltsermittlung in meinem ersten Fall. Dabei
konnte ich auf Kenntnisse aus meiner mehrjährigen Tätigkeit im Liegenschaftskataster zurückgreifen.
Wichtig war für mich, dass ich mich jederzeit mit Herrn Jackstien und Herrn Schmidt und bei besonders schwierigen Fällen auch mit dem Referat-
sleiter Herrn Roßburg beraten konnte. Gab es auch danach noch Unklarheiten, musste Rücksprache mit dem ÖbVI genommen werden, was häufig
durch ein persönliches Gespräch im GeoSN erfolgte. Insgesamt schloss ich 13 Widerspruchsverfahren unterschiedlicher Schwierigkeit ab.
Des Weiteren bot sich im Zuge einer Revisionsmessung für mich die Gelegenheit, mit Frau Würdig und Herrn Stiller einen Außendiensttag zu ab-
solvieren.
Auch ich beendete meine Abordnung wie Frau Zosel „mit einem lachenden und einem weinenden Auge“, denn sowohl die Arbeitsaufgabe war sehr
interessant und vielseitig, als auch das Arbeitsklima sehr angenehm. Zudem traf ich im GeoSN auch ehemalige Studienkollegen wieder, mit denen
v.l.n.r. Frau Krahnert, Stadt Dresden; Herr Jost,
GeoSN; Frau Zosel, Stadt Dresden

24 |
ich mich auf meinen Spaziergängen in den Mittagspausen austauschen konnte. Dennoch freute ich mich andererseits auch auf mein gewohntes
Umfeld und die Tätigkeiten im Amt für Geodaten und Kataster Dresden.“
Frau Krahnert (Sachgebietsleiterin für Fortführung im Amt für Geodaten und Kataster der Landeshauptstadt Dresden)
„Vom 1. Oktober 2015 bis zum 30. September 2016 wurde ich im Austausch mit Frau Zosel und Frau Krahnert zur Landeshauptstadt Dresden in das
Amt für Geodaten und Kataster (früher Städtisches Vermessungsamt) abgeordnet. Ich sollte dadurch praktische Erfahrungen bei der Fortführung
des Liegenschaftskatasters mit dem Verfahren ALKIS® gewinnen. Ziel war es, dass ich aus praktischer Sicht prüfe, wie die Verpflichtungen des
Sächsischen Vermessungs- und Katastergesetzes zur (fachgerechten) Aufsicht über die unteren Vermessungsbehörden und die Öffentlich bestell-
ten Vermessungsingenieure auch künftig erfüllt werden können.
Im Amt für Geodaten und Kataster wurde ich in der Abteilung Liegenschaftskataster - hauptsächlich im Sachgebiet „Fortführung“- eingesetzt.
Jeweils ein wöchentlicher Einsatz erfolgte in den Sachgebieten „Vorbereitung“ und „Erhebungsdaten“. Damit durchlief ich die gesamte Abteilung.
Am 15. März 2015 stellte das Amt für Geodaten und Kataster die Fortführung des Liegenschaftskatasters auf das Verfahren ALKIS® um. Somit
konnte ich gleich das neue Verfahren „hautnah und taufrisch“ kennenlernen und anwenden.
Die organisatorische Ausführung der Übernahme der Ergebnisse von Katastervermessungen und Abmarkungen in das Liegenschaftskataster
unter ALKIS® unterscheidet sich von der bis zur Einführung von ALKIS® praktizierten im Wesentlichen darin, dass die Feststellung der Eignung der
Vermessungsdokumentation zur Übernahme (Prüfung) sowie die Fortführung der Bestandsdaten in einem „Guss“ durch einen Sachbearbeiter
erfolgen. Vor der Einführung von ALKIS® führten unterschiedliche Bearbeiter getrennt in verschiedenen Verfahren fort: ALK-Punktdatei, ALK-
Grundrissdatei und ALKIS/1.
Im Zuge der fachtechnischen Qualifizierung erzeugt die untere Vermessungsbehörde aufgrund der Erhebungsdaten Daten, mit denen die
Be-
standsdaten fortgeführt werden (Fortführungsdaten). Diese Qualifizierung erfolgt nun mit der ALKIS®-Komponente „EQK“.
Am Ende meiner Abordnung konnte ich feststellen, dass die einzelnen Verfahrensschritte im Verfahren ALKIS® durch das Amt für Geodaten und
Kataster an Hand der aktuell geltenden Verwaltungsvorschriften und Verfahrensdokumentationen durchgeführt und problemlos bewältigt wer-
den. Die dabei zeitweise auftretenden technischen Probleme behindern die Arbeit und sollten künftig abgestellt werden. Eine Änderung in der
Herangehensweise bei der Fachaufsicht ist nicht notwendig.
Zusammenfassend kann aus Sicht des Referates Katasteraufsicht festgestellt werden, dass die Einführung des Verfahrens ALKIS® keine grund-
sätzlich geänderte Fachaufsicht erforderlich macht. Vielmehr stellt die Eignungsprüfung (neben der technischen Herausforderung der Homoge-
nisierung) das Hauptproblem bei der Fortführung dar. Hier ergeben sich häufig Rückfragen, Nachforderungen oder Änderungsaufforderungen an
die vermessende Stelle (i. d. R. Öffentlich bestellte Vermessungsingenieure).
Das Instrument des Personalaustausches hat sich aus unserer Sicht bewährt.
Jede teilnehmende Seite hat für sich Erkenntnisse gewonnen, die auf die eine oder andere Art die tägliche Arbeit im Ganzen positiv beeinflussen.
Die Fortsetzung unter Einbeziehung weiterer Abteilungen und Referate sollte in Erwägung gezogen werden. Neben den Aufsichtsbereichen und
der Widerspruchsbearbeitung im Referat 32 stehen dafür die Grundsatz- und Entwicklungsreferate sowie der GDI-Bereich auf der Wunschliste
verschiedener unterer Vermessungsbehörden. Die Detailkenntnis der inneren Verfahrens- und Arbeitsabläufe auf beiden Seiten kann letztendlich
dazu führen, dass Entwicklungen und Trends frühzeitig erkannt werden und darauf anforderungsgerecht reagiert wird.
Grundsätzlich ist auch ein Mitarbeiteraustausch mit den Öffentlich bestellten Vermessungsingenieuren in Betracht zu ziehen, auch wenn die
Klärung der rechtlichen Rahmenbedingungen sicherlich nicht einfach wird.“
Herr Jost (Sachbearbeiter Referat 32 - Katasteraufsicht)

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Geschäftsstelle Oberer Gutachterausschuss
Das dritte Tätigkeitsjahr der im GeoSN eingerichteten Geschäftsstelle des Oberen Gutachter-
ausschusses war gekennzeichnet von der Fortführung der Tätigkeiten der Vorjahre sowie der
Aufnahme neuer richtungsweisender Aufgaben.
Zu dem für Außenstehende am meisten wahrnehmbaren Teil der Arbeit der Geschäftsstelle ge-
hört das Bodenrichtwertinformationssystem Sachsen (BORIS SN), welches durchschnittliche
Lagewerte für den Grund und Boden unter Berücksichtigung verschiedener Nutzungen für den
gesamten Freistaat bereit- und der Öffentlichkeit kostenfrei zur Verfügung stellt. Damit trägt
der GeoSN zur Schaffung eines transparenten Bildes des Grundstücksmarktes bei; zeigt sich
doch sehr genau, wie sich Märkte entwickeln und welches Entwicklungspotenzial besteht.
BORIS SN ist gekennzeichnet durch eine enge Zusammenarbeit verschiedener Stellen. So wer-
den die Daten von den 13 örtlichen Gutachterausschüssen in den Landkreisen und Kreisfreien
Städten erhoben und in einem im GeoSN entwickelten Themenportal bereitgestellt. Der Ge-
schäftsstelle kommt hierbei eine koordinierende und vermittelnde Rolle zu – insbesondere vor
dem Hintergrund der für BORIS SN erforderlichen einheitlichen Festlegungen und Standards.
Die Nutzungsstatistik weist für BORIS SN im Jahr 2016 eine Zunahme der Anzahl der registrier-
ten Anfragen um 14 % gegenüber dem Vorjahr aus. Zum Nutzerkreis zählen insbesondere Im-
mobilieneigentümer, Kaufinteressenten, Immobilienmakler, Sachverständige sowie die
Recht-
sprechung und Verwaltung.
Die vom Oberen Gutachterausschuss herausgegebene Information zur Entwicklung des Grund-
stücksmarktes im Freistaat Sachsen (Marktinformation 2016) wurde zum maßgeblichen Teil von
der Geschäftsstelle erarbeitet. Auf rund 80 Seiten wird ein umfassender Überblick über das
Marktgeschehen mit besonderem Fokus auf die zeitliche Entwicklung des Immobilienmarktes
gegeben. Denn nur bei Kenntnis der vergangenen Entwicklung können angemessene Entschei-
dungen für nachhaltiges und zukunftssicheres Markthandeln getroffen werden.
Mit dem Markt landwirtschaftlicher Flächen im Freistaat Sachsen widmete sich die Geschäfts-
stelle einem besonderen Thema, das aufgrund einer unsicheren Datenlage und seiner Komplexi-
tät nur von wenigen Gutachterausschüssen in Deutschland untersucht wird. Auf Initiative des
Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL) konnte der Geschäfts-
stelle ein außergewöhnlich umfangreicher und sorgfältig geführter Datenbestand für Untersu-
chungszwecke zur Verfügung gestellt werden. Eine Veröffentlichung der Ergebnisse der darauf
aufbauenden Analysen ist in Zusammenarbeit mit dem SMUL für 2017 geplant.
Auswertungen in der Geschäftsstelle des Oberen Gutachterausschusses basieren i.d.R. auf Da-
ten, welche die örtlichen Gutachterausschüsse auf Anfrage bereitstellen. Dieser Weg ist jedoch
für beide Seiten sehr ineffizient. Der Obere Gutachterausschuss hat daher im Jahr 2016
be-
schlossen, für Auswertungen in der Geschäftsstelle eine zentrale Datenhaltung für die erforder-
lichen Daten einzurichten, in die regelmäßig standardisierte Datenlieferungen der örtlichen
Gutachterausschüsse übernommen werden. Die hierfür erforderlichen Vorarbeiten wurden von
der Geschäftsstelle geleistet, und eine Realisierung ist für das Jahr 2017 geplant.
Ein weiteres Tätigkeitsfeld der Geschäftsstelle bildet die Zusammenarbeit mit den örtlichen
Gutachterausschüssen. Herauszuheben sind hierbei drei Fortbildungsveranstaltungen, die von
der Geschäftsstelle organisiert und durchgeführt wurden, sowie die Erarbeitung von Empfeh-
lungen für die fachliche Tätigkeit der örtlichen Gutachterausschüsse.
Abteilung 4 - Geodateninfrastruktur
| 25
Durchschnittliche Pacht für Ackerflächen in
Sachsen
Durchschnittliche Bodenrichtwerte für
Wohnbauflächen in Sachsen
Geldumsatz auf dem Immobilienmarkt in
Sachsen

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Geodateninfrastruktur und E-Government
Aufbau, Weiterentwicklung und Betrieb einer Geodateninfrastruktur im Freistaat Sachsen zäh-
len seit mittlerweile zehn Jahren zu den Aufgabenbereichen im GeoSN. Eine zunehmende Be-
deutung in der sächsischen Staats- und Kommunalverwaltung gewinnt die Verbindung von
Geodateninfrastruktur und E-Government, so dass sich hierfür die Schwerpunkte im GeoSN auf
folgende Aufgaben richten:
a)
Betrieb und Weiterentwicklung der E-Government Basiskomponente Geodaten,
b)
Bereitstellung von Geodaten des GeoSN und anderer Behörden über webbasierte
Technologien,
c)
Bereitstellung sächsischer Geodaten für die INSPIRE-Initiative der europäischen
Kommission.
Der GeoSN verfügt für die Umsetzung dieser Aufgaben über Kernkompetenzen, die auf einer
mehr als 200jährigen Geschichte bei der Erfassung und Verarbeitung von raumbezogenen Daten
beruhen. Davon zeugt auch die vom GeoSN in den zurückliegenden Jahren mit großem Nach-
druck vollzogene Umstellung aller Fachverfahren auf die digitalen Führung und Bearbeitung. Da
im Zuge der zunehmenden Digitalisierung unserer Gesellschaft unkompliziert nutzbare Geoda-
ten auch in der Verwaltung immer stärkeres Gewicht erhalten, können bei den anstehenden
Veränderungen der Verwaltungsprozesse die im GeoSN gesammelten Erfahrungen wertvolle
Unterstützung leisten.
E-Government-Basiskomponente Geodaten
Die E-Government-Basiskomponente Geodaten (GeoBAK) wird vom GeoSN in Zusammenarbeit
mit dem Sächsischen Staatsministerium des Innern (SMI) und dem Staatsbetrieb Sächsische
Informatik Dienste (SID) bereitgestellt. Nach einem umfangreichen System-Update im Jahr
2016 bietet die GeoBAK erweiterte Funktionen und Schnittstellen zur Integration und Nachnut-
zung digitaler geografischer Informationen und Karten in IT- und E-Government-Verfahren des
Freistaates Sachsen. Mit zunehmender Verfügbarkeit an sächsischen Geodaten und dem Update
bieten sich somit für die Nutzer weitere Möglichkeiten zur eigenen aufgabengerechten Gestal-
tung von Kartendarstellungen sowie zu deren Integration in Webauftritte.
Das achte IT- und Organisationsforum (ITOF) am 26./27. September 2016 im Erlwein-Forum
Dresden bot den rund 600 Teilnehmern eine Plattform, sich zu Themen der Verwaltungsmoder-
nisierung und des E-Government im Freistaat Sachsen auszutauschen. Über die aktuellen Ent-
wicklungen und die sich mit der GeoBAK bietenden Möglichkeiten sowie Schnittstellen zur
Nutzung von Geoinformationen in Verwaltungsverfahren informierte der GeoSN in einem Vor-
trag im Forum „Geodaten im Verwaltungsalltag“ sowie am Ausstellungsstand.
26|
ITOF 2016 - Ausstellungsstand des GeoSN

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| 27
Mit dem gemeinsam vom Sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie und
dem Sächsischen Oberbergamt entwickelten behördenübergreifenden Verwaltungsverfahren
„Elektronische Bohranzeige Sachsen (ELBA.Sax)“ ist im Dezember 2016 das erste vollständig
digitale Antragsverfahren in Betrieb genommen worden, welches GeoBAK-Komponenten so-
wohl für die Erfassung und Visualisierung von Geoinformationen als auch für die räumliche
Analyse nutzt. Hierfür wurden vom GeoSN spezielle GeoBAK-Schnittstellen entwickelt, die
künftig auch von anderen Landesbehörden und Kommunen auf der Grundlage des Sächsischen
E-Government Gesetzes (SächsEGovG) und des Sächsischen Geodateninfrastrukturgesetzes
(SächsGDIG) genutzt werden können.
Das Portal ELBA.Sax ist ein gelungenes Beispiel für die Unterstützung des GeoSN zur Schaffung
effizienter, medienbruchfreier elektronischer Verwaltungsabläufe und ein wichtiger Beitrag zur
Umsetzung einer modernen und zukunftsfähigen digitalen Verwaltung.
ELBA.Sax wird im Internet unter
www.bohranzeige.sachsen.de
aufgerufen.
ITOF 2016 - Vortrag im Forum „Geodaten im Verwaltungsalltag“
Integration der GeoBAK in ELBA.Sax

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Das Geoportal Sachsenatlas als Teil der E-Government-Basiskomponente Geodaten verzeichne-
te auch im Jahr 2016 eine Nutzung auf hohem Niveau.
Im Rahmen des 13. Sächsischen GIS-Forums präsentierte der GeoSN am 27. Januar 2016 den
neuen mobilen Sachsenatlas. Darin sind vorkonfigurierte Kartendarstellungen zu folgenden
Themenbereichen für jedermann abrufbar: Bodenrichtwerte, Haltestellen ÖPNV, Historische
Karten, Hohlraumgebiete, Höheninformationen, NATURA 2000, Verwaltungsgrenzen, Waldbio-
topkartierung sowie Wetterdaten. Mit dem Angebot stehen für zahlreiche mobile Endgeräte
optimierte Anwendungen und Kartendienste der Geodateninfrastruktur im Freistaat Sachsen
zur Verfügung. Die Anwendungen werden direkt über einen Browser aus dem Internet geladen
(
m.geoportal.sachsen.de
) und können ohne Installation einer App auf dem mobilen Endgerät
genutzt werden.
Auch 2016 haben Mitarbeiter sächsischer Behörden in verschiedenen Schulungen sowohl im
GeoSN als auch im Fortbildungszentrum des Freistaates Sachsen in Meißen die Möglichkeiten
zur Nutzung der GeoBAK sowie des Geoportals kennengelernt.
Webbasierte Bereitstellung von Geodaten und INSPIRE-Umsetzung
Nahezu alle Geodaten des GeoSN werden bereits im Internet angeboten. Neben Darstellungs-
diensten (WMS und WMTS) stellt der GeoSN Geodaten zunehmend auch über Downloaddienste
bereit. Dies erfolgt im Wesentlichen über die standardisierte Webschnittstelle WFS (Web Fea-
ture Service). Der Nutzer kann sich mit dem WFS Geodaten herunterladen und z.B. in einem
GIS-Programm weiterverarbeiten.
Im Zuge der Umsetzung von INSPIRE arbeiten GeoSN und geodatenhaltende Stellen im Projekt
Sax4INSPIRE zusammen an der Überführung sächsischer Geodaten in INSPIRE-konforme Da-
tensätze. INSPIRE-Geodaten besitzen einheitliche Datenstrukturen und erleichtern künftig die
grenzübergreifende Nutzung von Geodaten in Europa.
Die ersten landesweiten Datensätze für die Themen Flurstücke, Geografische Bezeichnungen,
Adressen und Verwaltungseinheiten wurden unter Verwendung der Datenlizenz Deutschland 2.0
mit Namensnennung (
https://www.govdata.de/dl-de/by-2-0
) freigegeben. Die Daten werden –
für jedes Thema einzeln – über einen Darstellungsdienst und einen Downloaddienst zum Herun-
terladen vorkonfigurierter Datensätze (AtomFeed) bereitgestellt. Darstellungsdienste
visualisie-
ren Geodatensätze und ermöglichen es, darin zu navigieren. Mit den Downloaddiensten greift
der Nutzer direkt auf die Daten zu. Ein besonderes Interesse vieler Nutzer besteht am webba-
sierten Zugriff auf Geodaten des INSPIRE-Themas „Flurstücke“.
28 |
160.000
140.000
120.000
100.000
80.000
60.000
40.000
20.000
Jan
Feb
März
April
Mai
Juni
Juli
Aug
Sept
Okt
Nov
Dez
0
Präsentation Sachsenatlas mobil zum
GIS-Forum
Nutzung eines WFS
Zugriffe auf das Geoportal Sachsenatlas
Aufrufe
Besucher

| 29
Nr.
INSPIRE-Thema
Stand der Umsetzung
Verfügbar
1
Flurstücke
Freigeschaltet
2016
2
Geografische Bezeichnungen
Freigeschaltet
2016
3
Adressen
Freigeschaltet
2016
4
Verwaltungseinheiten
Freigeschaltet
2016
5
Schutzgebiete
Freischaltung vorbereitet
2017
6
Orthofotografie
Freischaltung vorbereitet
2017
7
Höhe
Freischaltung vorbereitet
2017
8
Gebäude
Freischaltung vorbereitet
2017
9
Statistische Einheiten
Dem INSPIRE-Datenschema zugeordnet
2017 (geplant)
10
Verteilung der Bevölkerung
Dem INSPIRE-Datenschema zugeordnet
2017 (geplant)
11
Verkehrsnetze
In Planung
2017 (geplant)
12
Gewässernetz
In Planung
2017 (geplant)
13
Geologie
In Planung
2018 (geplant)
14
Rohstoffe
In Planung
2018 (geplant)
15
Naturbedingte Risiken
In Planung
2018 (geplant)
Im Rahmen des INSPIRE-Monitoring 2015 hat der GeoSN die INSPIRE-identifizierten
Geodaten-
sätze und -dienste des Freistaates Sachsen ermittelt. Die Übersicht zeigt die zusammengefass-
ten Ergebnisse für die geodatenhaltenden Stellen im Freistaat Sachsen.
Die Ergebnisse des INSPIRE-Monitoring für Deutschland wurden durch die Koordinierungsstelle
der GDI-DE an die EU-Kommission übermittelt.
Meldung
Anzahl
Geodatensätze
954
Geodatendienste
davon Darstellungsdienste
davon Downloaddienste
davon WCS-Dienste
192
133
58
1
geodatenhaltende Stellen
51
Meldung für INSPIRE-Monitoring 2015
Stand des Projektes SaxINSPIRE für ausgewählte Themen

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30 |
Geodatenvertrieb
Die Bereitstellung der Daten des amtlichen Vermessungswesens und die damit verbundene Er-
teilung von Nutzungserlaubnissen prägen noch immer den klassischen Geodatenvertrieb des
GeoSN. Für die antragsbezogene Abgabe von Daten des Liegenschaftskatasters, analogen und
digitalen Topographischen Karten, digitalen Landschafts- und Höhenmodellen, Luftbildern so-
wie weiterer Daten stehen unsere Mitarbeiter den Kunden mit Rat und Tat zur Seite. Hierzu zählt
auch die Beratung zu Verfügbarkeit, Aktualität, Genauigkeit, Abgabe- und Bereitstellungsform
der Daten sowie zu den Nutzungsrechten und Gebühren. Mittlerweile lässt sich aufgrund der
zunehmenden Einrichtung und Verfügbarkeit von Geodatendiensten eine Änderung des Nutzer-
verhaltens erkennen.
Eine wesentliche Erleichterung für den Geodatenvertrieb brachte die Änderung der 2. Sächsi-
schen Vermessungskostenverordnung im Juni 2016 mit sich. Die Neuregelung bietet die Mög-
lichkeit, Daten des Liegenschaftskatasters getrennt nach Objektarten abzurechnen. Dadurch
wurden die Modalitäten der Datenabgabe und die zu zahlenden Kosten für digitale Daten des
Liegenschaftskatasters attraktiver.
Für Geodatendienste des GeoSN sind nunmehr der Zugang und die Erteilung der Erlaubnis zur
Nutzung kostenfrei. Die öffentlich-rechtliche Erlaubnis ist auf der Internetseite des Geoportals
eingestellt. Ausgenommen von der Regelung sind lediglich der Darstellungsdienst für die Lie-
genschaftskarte (ALKIS-WMS) und die externe Nutzung der Darstellungsdienste mit Boden-
richtwertinformationen.
Kostenfrei erfolgt darüber hinaus die Abgabe von Raumbezugs- und Höhenfestpunkten bei der
Bereitstellung über das Downloadverfahren festpunkte.online.
Topographische Karte 1 : 10 000 (TK10)
4551-SW (Hoyerswerda)
Digitales Landschaftsmodell - Moritzburg
Liegenschaftskarte
Webanwendung festpunkte.online
Orthophoto Zwinger

| 31
Diese Änderungen trugen zu einer spürbaren Entlastung des Geodatenvertriebes bei, da die
zuvor erforderliche Prüfung der Voraussetzungen für kostenlose Datenbereitstellung sowie die
Erstellung von Kostenbescheiden entfallen. Sie führten gleichzeitig zu einem deutlichen Anstieg
der Zugriffe auf digital über Geodatendienste verfügbare Geodaten.
Im September 2016 schloss der GeoSN eine Vereinbarung mit dem Staatsbetrieb Sächsische
Informatik Dienste (SID) zur Einführung des zentral eingerichteten Verfahrens Sicherer Daten-
austausch Sachsen (SiDaS). Damit konnte der Geodatenvertrieb, nach einer dreimonatigen Test-
phase, ein modernes, sicheres und datenschutzkonformes Verfahren zur Bereitstellung auch
großer Datenmengen einsetzen. Kunden des GeoSN erhalten seitdem ihre beantragten Geoda-
ten zeitnah, verschlüsselt und wahlweise mit Passwort gesichert über einen Downloadlink. Die
bisherige Datenbereitstellung auf CD bzw. DVD sowie der Versand der Datenträger konnten
deutlich reduziert werden. Das Verfahren führte zudem zu einer höheren Kundenzufriedenheit.
Der bereits in den vorangegangenen Jahren zu verzeichnende Anstieg von Anträgen zur Bereit-
stellung von Präsentationsausgaben aus dem Liegenschaftskataster hat sich 2016 fortgesetzt.
Ende des Jahres kam es darüber hinaus zu einer unvorhersehbaren Zunahme von Anträgen zur
Bereitstellung von Präsentationsausgaben aus dem Liegenschaftskataster mit amtlicher Be-
glaubigung. 6 Anträgen aus dem Jahr 2015 standen nun 94 derartige Anträge gegenüber. Diese
Zunahme fiel mit einer Reihe von Falschmeldungen im Internet zusammen, wonach man
angeb-
lich ohne diese Papiere seine Häuser und Grundstücke an die EU verliere. Dies stellt einen An-
haltspunkt dafür dar, dass sich ein Teil der Antragsteller von den teilweise offenbar der soge-
nannten „Reichsbürgerbewegung“ zuzurechnenden Äußerungen beeinflussen ließ.
Insgesamt sind im Geodatenvertrieb Einnahmen in Höhe von ca. 1,14 Mio Euro zu verzeichnen.
Dem gegenüber stehen die kostenfreien Datenabgaben an Behörden, Landkreise und Gemeinden
sowie sonstige Rabattierungen bei einem Volumen von ca. 10,13 Mio Euro.
Die Einnahmen im Geodatenvertrieb bewegen sich damit in einer ähnlichen Größenordnung wie
im Jahr 2015. Die Verteilung auf einzelne Produktbereiche veranschaulicht die untenstehende
Abbildung.
1000
1500
500
2000
2014
2015
2016
2500
3000
3500
0
Präsentationsausgabe der Liegenschaftskarte
1987
2829
3134
Präsentationsausgaben
Eigentümerinformationen
1000
1500
500
2000
2014
2015
2016
2500
0
1729
1276
2199
Einnahmenverteilung im Geodatenvertrieb 2016
Landesvermessung Präsentationsausgaben
Landesvermessung Datensätze
Landesvermessung Festpunkte
Lika Präsentationsausgaben
Lika Datensätze
SAPOS
Erlöse aus Nutzungsrechten
Lika Geodatendienste

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32 |
Öffentlichkeitsarbeit
Neben seinem umfassenden und stark nachgefragten Informationsangebot im Internet präsen-
tierte sich der GeoSN der Öffentlichkeit mit Publikationen und Vorträgen sowie der Teilnahme
an Veranstaltungen. Im Jahr 2016 wirkten wir unter anderem auf dem 13. Sächsischen GIS-
Forum in Dresden, der Leipziger Buchmesse, dem Schulgeografentag an der TU Chemnitz und
dem IT- und Organisationsforum Sachsen mit. In unserem Gebäude am Olbrichtplatz fand ein
Regionalfinale der sächsischen Geografie-Olympiade für Schüler statt.
Zum „Tag der offenen Albertstadt“ am 22.10.2016 bekundeten über 600 große und kleine Besu-
cher ihr reges Interesse an den Angeboten des GeoSN. Sie nutzten die Gelegenheit, unser Haus
sowie unsere früheren und heutigen Aufgaben näher kennenzulernen und kamen mit den Mit-
arbeitern an zahlreichen Stationen ins Gespräch.
Bei der Vorführung einer historischen Vermessung wurde das Geheimnis gelüftet, weshalb man
dafür früher tatsächlich rohe Eier verwendete: Mit dem Eischnee klebten die Vermesser die
Kartenblätter auf Messtische, um in der Natur auch bei sich ändernden Witterungseinflüssen
genau kartieren zu können. Anschließend ließen sich die so fixierten Kartierungen nämlich
wie-
der problemlos ablösen. Zu den heutigen Aufgaben informierten sich die Besucher vor allem
über die Palette unserer digitalen Geodaten und deren Nutzungsmöglichkeiten im Internet.
Auch die Gelegenheit zum Kauf von Karten ließen sich viele Besucher nicht entgehen.
Der Tag der offenen Alberstadt ist zweifellos ein Höhepunkt in unserer Öffentlichkeitsarbeit.
Aber auch darüber hinaus betreuen wir jedes Jahr eine Vielzahl unterschiedlicher Besucher in
unserem Haus. So schulen wir z. B. regelmäßig Geografie-Lehramts-Referendare für das höhere
Lehramt an Gymnasien in Sachsen, insbesondere zum Geoportal Sachsenatlas. Damit unter-
stützen und befördern wir eine zunehmende Verbreitung und Nutzung von sächsischen Geoin-
formationen bereits in der schulischen Ausbildung.
Tag der offenen Albertstadt 2016 im GeoSN
Tag der offenen Albertstadt 2016 im GeoSN
Geographie-Referendare im GeoSN

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| 33
Der Geo-Informationsdienst der Bundeswehr war im Rahmen einer Arbeitstagung an der
Offi-
zierschule des Heeres in Dresden bei uns zu Gast und informierte sich über die Produktion to-
pographischer Kartenwerke. Im Rahmen der zivilmilitärischen Zusammenarbeit sind die Produk-
te der Vermessungsverwaltungen der Länder für die Bundeswehr nach wie vor von großem
Interesse.
Fachveranstaltungen, die innerhalb und außerhalb unseres Hauses stattfinden, werden sowohl
organisatorisch als auch gestalterisch unterstützt. Ein besonderes Augenmerk erfährt von un-
seren Printprodukten der Jahres-Wandkalender, der mittlerweile an den Arbeitsplätzen vieler
unserer Kunden zu finden ist. Neu hinzugekommen sind Themenfächer aus Papier und Folie.
Damit lässt sich auf einfache Weise das Prinzip des Geoportals veranschaulichen, Geodaten
verschiedener Themen und Kartenebenen wie z. B. Grundstücke, Verkehr oder Wasser zu kombi-
nieren und in Beziehung zu bringen. Auch unsere klassischen Werbemittel haben wir zielgrup-
penspezifisch eingesetzt und verteilt.
Dem Ziel, in jedem Landkreis und jeder Kreisfreien Stadt einen öffentlich zugänglichen Geodä-
tischen Referenzpunkt einzurichten, konnten wir uns in Abstimmung mit den jeweils betreffen-
den Stellen weiter nähern. Mit regionalem Medieninteresse wurden Referenzpunkte in Chem-
nitz, Leipzig und Meißen eingeweiht. Nun fehlen nur noch vier Punkte, bis dieses Vorhaben in
Sachsen komplett umgesetzt ist.
Alle sächsischen Behörden führen aufgrund des einheitlichen Corporate Designs der Staatsre-
gierung ähnlich aussehende Absenderfahnen (Wappen des Freistaates Sachsen mit dem Behör-
dennamen). Um den GeoSN auf Broschüren, Plakaten und Internetseiten prägnant ins Blickfeld
zu rücken, besitzt unser GeoSN-Logo eine besondere Bedeutung. Daher haben wir den Marken-
schutz für dieses Logo beim deutschen Patent- und Markenamt um 10 weitere Jahre verlängert.
Domain
Besucher
Seitenaufrufe
Geoportal Sachsenatlas
geoportal.sachsen.de
357.763
1.431.585
Geobasisinformation und
Vermessung
www.landesvermessung.sachsen.de
146.193
779.018
Staatsbetrieb Geobasisinformation
und Vermessung Sachsen (GeoSN)
www.geosn.sachsen.de
9.084
56.514
Grundstückswertermittlung
www.boris.sachsen.de
86.559
363.506
Tag der offenen Albertstadt
www.albertstadt
de
13.407
47.397
Geo-Informationsdienstler der Bundeswehr in
der TE
Leipziger Buchmesse, Gemeinschaftsstand mit
Thüringen und Sachsen-Anhalt
Leipziger Buchmesse, Gemeinschaftsstand mit
Thüringen und Sachsen-Anhalt
3%
12%
6%
3%
15%
26%
35%
Kunden
wiss. Institute/Studenten
Schüler
Geolehrer
Azubis
Geschäftspartner/Kunden
Verwaltung FS Sachsen
Bundeswehr
Einsatz von Werbemitteln im Jahr 2016
nach Zielgruppen
Web-Analyse für das gesamte Jahr 2016
Themenfächer Landschaftsinformation
Themenfächer Basisdaten

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34 |
Als Sensation gestartet...
„Deutsche Ostgrenze verschoben – Wanderer findet 500 qm neues Deutschland – Landgewinn geht auch ohne Panzer“: So titelte die Bild-
Zeitung Dresden im Juli. Zahlreiche andere Medien auch in den benachbarten Bundesländern griffen die „Neuigkeit“ mitten im Sommerloch
gerne auf und auch aus Tschechien gab es entsprechende Anfragen. Was war passiert? Ein freiberuflicher Kartograph hatte die Medien
informiert, dass sich der kleine Fluss Kirnitzsch an der tschechischen Grenze eine Abkürzung gesucht hatte. Da die Grenze in der Mitte des
Flussbettes verlaufe, so meinte er, sei Deutschland nun um ein 18m mal 28m großes Stückchen Wildnis gewachsen.
Beim GeoSN gingen daraufhin zahllose Medienanfragen bis hin zum Fernsehen ein. Der Geschäftsführer Dr. Werner Haupt hatte alle Hände
voll zu tun, diese Falschinformation richtigzustellen. Der Grenzfluss hat dort nämlich häufig Mäanderdurchbrüche. Deshalb hatte die
stän-
dige deutsch-tschechische Grenzkommission bereits 2009 für diesen Bereich entschieden, dass die Grenze in diesem Bereich wie vertraglich
vereinbart unverändert bleibt – unabhängig davon, welchen Verlauf die Kirnitzsch nimmt. Daher hatte auch dieser unbedeutende Durch-
bruch keinerlei Auswirkung auf den Grenzverlauf zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Tschechischen Republik.
Die Reaktion der Bild-Zeitung: „Sachsen will neues Deutschland nicht!“
... als Ente erlegt.
Der GeoSN in der Presse

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| 35
Der GeoSN in der Presse
WEIHNACHTSBRAUCH
Friedenslicht in der
St.-Georgen-Kirche
SCHWARZENBERG
— Besucher können
am Freitag vor dem Heiligabend in
einer Veranstaltung ab 18 Uhr in der
Schwarzenberger St.-Georgen-Kir-
che ein Licht an der Friedenslicht-
kerze im Altarraum anzünden und
an Nachbarn, Freunde und Bekann-
te weitergeben. Vor 30 Jahren rief
der österreichische Rundfunk eine
Aktion ins Leben, die sich inzwi-
schen in 30 Ländern verbreitet hat
und zum Weihnachtsbrauch wurde.
1986 entzündete erstmals ein öster-
reichisches Kind in der Geburtsgrot-
te in Bethlehem ein Licht, das dann
Pfadfinder von Wien aus verteilten.
2016 steht die Aktion unter dem
Motto „Frieden: Gefällt mir – ein
Netz verbindet alle Menschen guten
Willens.“ So soll die Weitergabe des
Lichts nicht nur ein Zeichen für Frie-
den und Völkerverständigung sein,
sondern die Aktion wird mit dem
Aufruf verbunden, das weltweite
Netz zu nutzen, um Barrieren zwi-
schen Menschen abzubauen und
Freundschaften zu schließen. (wge)
WANDERKARTE
Von Schwarzenberg
bis Oberwiesenthal
SCHWARZENBERG
— Der Staatsbetrieb
Geobasisinformation und Vermes-
sung Sachsen (GeoSN) veröffent-
licht in aktualisierter Neuauflage
die Wanderkarte „Westerzgebirge/
Kurort Oberwiesenthal“ im Maß-
stab 1:25.000. Die Karte zeigt Wan-
derwege, Skihänge, Skilifte, Loipen
und Skiwege im Gebiet zwischen
Schwarzenberg,
Oberwiesenthal
und Bärenstein. Ausflugsziele für
Wanderer sind hier der Scheiben-
berg, der Pfahlberg, die Talsperre
Cranzahl oder das Pumpspeicher-
werk Markersbach. Am Fichtelberg,
kommen auch Wintersportfans auf
ihre Kosten. Neben den markierten
Wanderwegen sowie Höhenlinien
und dem UTM-Gitter enthält die
Karte nützliche Details wie Freizeit-
und Touristikeinrichtungen sowie
Informationen zur Region. (lu)
DIE WANDERKARTE
ist für 5,50 Euro
im
Buchhandel
und direkt beim GeoSN, Telefon
0351 82838400 oder per E-Mail an ver-
kauf@geosn.sachsen.de erhältlich.
FOTOWETTBEWERB
Motive aus Bad
Schlema gesucht
BAD SCHLEMA
— Hobbyfotografen ha-
ben noch bis zum 31. Dezember
dieses Jahres die Gelegenheit, mit
NACHRICHTEN
Verursacher melden sich – Lösemittel verursachte stechenden
Aufklärung von Unglücksfall
RASCHAU
— In einer Physiotherapie
wird für Entspannung gesorgt. Hier
soll der Kunde relaxen. Das ist dann
bestens möglich, wenn auch die
Mitarbeiter sich durch nichts aus
der Ruhe bringen lassen. Im Fall der
kleinen Mannschaft von Jana Viola
ist das so. Die 35-Jährige leitet die
Physiotherapie und ist „nebenbei“
noch Hausfrau und Mutter von vier
Kindern.
Doch der Reihe nach: Dass eine
junge Belegschaft auch die Famili-
enplanung im Auge hat, das wusste
die junge Chefin von Anfang an.
Aber etwas mulmig war der 30-jähri-
gen Sabine Schmidt schon, als sie im
August 2015 ihrer Chefin „beichten“
musste, dass sie nicht wie geplant
nach der Babypause mit Söhnchen
Alfred im November wieder ein-
steigt. Denn zu diesem Zeitpunkt
wusste sie schon, dass Nachwuchs
Nummer 2 unterwegs ist. „Da war
ich bereits in der 13. Woche und es
sollten Zwillinge werden“, erzählt
die Physiotherapeutin, die seit 2013
im Team ist. Die Reaktion ihrer Che-
fin? „Gut, dann ist das eben so“,
nahm es Jana Viola gelassen. Nur
wenige Wochen später – im Septem-
ber – hielt sie dann selbst ein Ultra-
schallbild in der Hand. Und sieht da:
Zwillinge!
Bei Sabine Schmidt wurden es
zwei Mädchen: Johanna und Luise,
beide heute elf Monate. Und Jana
Viola komplettierte vor acht Mona-
ten mit Erwin und Gustav ihr Klee-
blatt aus vier kleinen Jungs. Dazu ge-
hören auch Oscar (7) und Edgar (3).
Heißt: Die Chefin bringt schon
vier Sprösslinge ein, Sabine Schmidt
mit dem zweijährigen Alfred und
den Mädchen insgesamt drei. Zum
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Sie sehen es entspannt:
Nachwuchs im Doppelpack
Sie sind ein gutes Beispiel
für ein familienfreundli-
ches Unternehmen. In der
Physiotherapie von Jana
Viola in Raschau bringen
es die sieben Mitarbeiter
auf nunmehr 13 Kinder!
Zur Weihnachtsfeier sind natürlich alle „mit
töchtern Johanna und Luise und Chefin Jana
VON BEATE KINDT-MATUSCHEK
„Es funktioniert,
weil alle mitziehen
und das wollen.“
Jana Viola
Physiotherapeutin
AUER ZEI
Dienstag, 20. Dezember 2016

36 |
Auszug aus dem Lagebericht und Jahresabschluss 2016
2. Ertrags- und Finanzlage
Der GeoSN erzielte im Geschäftsjahr 2016 Leistungserlöse in Höhe von 1.685 TEUR. Damit wurde der Planwert von 1.300 TEUR übererfüllt.
Im Vergleich zu den vorangegangenen zwei Geschäftsjahren ist somit ein Anstieg der Leistungserlöse zu verzeichnen (2014 1.277 TEUR,
2015 1.301 TEUR nach BilRUG).
Die Leistungserlöse trugen mit weniger als 8 % nur unwesentlich zur Deckung der Gesamtaufwendungen in Höhe von 21.837 TEUR bei. Aus
diesem Grund war der GeoSN im Geschäftsjahr 2016 vollumfänglich auf Zuschüsse des Freistaates Sachsen angewiesen. Die dem GeoSN
für das Haushaltsjahr 2016 zugewiesenen Zuschüsse in Höhe von 19.438 TEUR wurden in voller Höhe abgerufen.
Die Gesamtaufwendungen sind gegenüber dem Vorjahr um 357 TEUR gesunken. Dieses Ergebnis resultiert im Wesentlichen aus dem Rück-
gang der Personalaufwendungen. Ursächlich hierfür ist die Inanspruchnahme (385 TEUR) der zum Stichtag 31.12.2015 gebildeten Rückstel-
lung für die Sonderzahlung der Beamten. Diese musste aufgrund eines Erlasses des SMF vom 27. Mai 2016 (Az. 29-H1280/23/10-2016/26855)
gebildet werden. Eine hierzu korrespondierende Forderung gegenüber dem Freistaat Sachsen durfte nach Maßgabe des genannten Erlasses
jedoch nicht eingestellt werden. Die Erstattung des Freistaates hierfür erfolgte im Rahmen der Transfererlöse 2016. Somit wirkte sich so-
wohl die Bildung im Vorjahr als auch die Inanspruchnahme der Rückstellung in vollem Umfang auf das Ergebnis aus. Diese Entwicklung trug
somit maßgeblich zum Gewinn des Geschäftsjahres 2016 in Höhe von 646 TEUR bei. Des Weiteren wirkte sich die Erhöhung der Forderun-
gen aus Lieferungen und Leistungen (148 TEUR) sowie des Aktiven Rechnungsabgrenzungspostens (55 TEUR) positiv auf das Jahresergebnis
aus.
Die Finanzlage des GeoSN ist vor allem aufgrund der Zuschüsse des Freistaates Sachsen solide. Die Liquidität war im Berichtsjahr jederzeit
gesichert. Verbindlichkeiten wurden innerhalb der Zahlungsfristen beglichen. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wurden
größtenteils zeitnah vereinnahmt.
4. Chancen und Risikobericht
Die Nachfrage nach den angebotenen Produkten und Leistungen wird sich auch künftig erhöhen. Verstärkt wird dieser Trend durch Ange-
bote der GeoBAK 2.0.
Der GeoSN ist nach SächsVermKatG und SächsGDIG zuständig für die Abgabe der bei ihm erfassten und ermittelten Geobasisdaten. Der
überwiegende Teil der Leistungen ist jedoch gebührenfrei zu erbringen. Somit ist der GeoSN auf eine Bezuschussung von ca. 92 % ange-
wiesen.
Seitens des GeoSN ist einschätzbar, dass aufgrund der derzeitigen gesetzlichen sowie politischen Rahmenbedingungen keine Indizien vor-
liegen, die existenzgefährdende Einflüsse auf die Vermögens- sowie Ertragslage des GeoSN beinhalten. Es kann jedoch nicht
ausge-schlos-
sen werden, dass weitere finanzielle Kürzungen der Bezuschussung im Rahmen des Staatshaushaltes oder in Form von Haushaltssperren
eintreten. Dies würde zu Unwägbarkeiten bei der Aufgabenwahrnehmung führen.
Der GeoSN unterliegt keinen Währungs- und Zahlungsstromrisiken. Ein allgemein markt-übliches Preisänderungsrisiko besteht bei Beschaf-
fungsvorgängen.
5. Prognosebericht
Die realen Einnahmen des GeoSN werden sich trotz aktueller Spitzen mittelfristig nicht erhöhen. Bedingt durch den andauernden Stellenab-
bau, durch Fortschreiten von Konzepten wie „Open Data“ sowie mit der Einstellung der Produktion und dem Vertrieb von Topographischen
Karten mit Sonderthematik (z. B. Wanderkarten) im Ergebnis der Begutachtung durch eine Unternehmensberatungsgesellschaft im Jahr
2014 ist zukünftig mit einer gleichbleibenden bzw. leicht rückläufigen Entwicklung der realen Einnahmen zu rechnen.
Die Einnahmeseite des GeoSN bleibt demnach perspektivisch durch die bestehenden realen Einnahmen sowie hauptsächlichen Einnahmen
aus laufenden Zuschüssen für vom GeoSN vorzuhaltende Leistungen konstant. Da ausgabenseitig der hohe Anteil an Personalaufwendun-
gen bestehen bleibt, kann der maßgebliche Teil notwendiger Investitionen nur durch die Bereitstellung entsprechender Zuschüsse abgesi-
chert werden.
Für 2017 rechnet der GeoSN bei Transfererträgen in Höhe von 19.298 TEUR und Personalaufwendungen von 14.754 TEUR mit einem Jah-
resergebnis von 0 TEUR.

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38 |
Ertragslage zum 31.12.2016
2014
2015
2016
[Angaben in TEUR]
Personalaufwand
12.963,00
13.371,00
13.517,00
Abschreibungen
2.632,00
2.401,00
2.373,00
sonstiger Betriebsaufwand
5.418,00
5.536,00
5.924,00
Betriebsaufwand
21.013,00
21.308,00
21.814,00
Transfererträge
17.050,00
17.642,00
17.898,00
Leistungserlöse
1.178,00
1.235,00
1.512,00
sonstige Betriebsleistung
2.735,00
2.425,00
2.426,00
Betriebsleistung
20.963,00
21.302,00
21.836,00
Neutrales Ergebnis
138
-383
624
Gesamt
88
-389
646
Deckung der Gesamtaufwendungen
6%
6%
7,7%

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GeoSN
Herausgeber:
Staatsbetrieb Geobasisinformation und Vermessung Sachsen
Redaktion:
Staatsbetrieb Geobasisinformation und Vermessung Sachsen
Gestaltung und Satz:
Staatsbetrieb Geobasisinformation und Vermessung Sachsen
Druck:
Staatsbetrieb Geobasisinformation und Vermessung Sachsen
Redaktionsschluss:
Mai 2017
Bezug:
Staatsbetrieb Geobasisinformation und Vermessung Sachsen
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Olbrichtplatz 3, 01099 Dresden
Telefon: +49 351 8283-8400
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