Verwaltungsvorschrift
des Sächsischen Staatsministeriums des Innern
zur Änderung der Verwaltungsvorschrift
zur Sächsischen Bauordnung
Vom
I.
Die Verwaltungsvorschrift des Sächsischen Staatsministeriums des Innern zur Sächsischen
Bauordnung (VwVSächsBO) vom 18. März 2005 (SächsABl. SDr. S. S 59, 363), zuletzt als
geltend bekannt gemacht durch VwV vom 7. Dezember 2009 (SächsABl. SDr. S. S 2400),
wird wie folgt geändert:
1. Im Einleitungssatz wird nach der Angabe „(SächsGVBl. S. 200)“ die Angabe „, die zuletzt
durch Artikel 2 Absatz 8 des Gesetzes vom 19. Mai 2010 (SächsGVBl. S. 142, 143) ge-
ändert worden ist,“ eingefügt.
2. In Nummer 2.4.2 werden im letzten Satz das Komma vor dem sowie das Wort „Tankstel-
len“ gestrichen.
3. In Nummer 69.4 wird im ersten Satz des zweiten Absatzes das Wort „Monatsfrist“ ersetzt
durch die Wörter „Frist von zwei Monaten“.
4. Anlage 2 wird wie folgt gefasst:
Anlage 2
Im Baugenehmigungsverfahren zu prüfendes Fachrecht (aufgedrängtes Fachrecht)
1
Bergrecht
Zustimmung der Bergbehörde in Baubeschränkungsgebieten nach § 108 des Bun-
desberggesetzes (BBergG) vom 13. August 1980 (BGBl. I S. 1310), das zuletzt
durch Artikel 15a des Gesetzes vom 31. Juli 2009 (BGBl. I S. 2585, 2619) geändert
worden ist, in der jeweils geltenden Fassung
2
Denkmalschutzrecht
Zustimmung der Denkmalschutzbehörde nach § 12 Absatz 3 des Gesetzes zum
Schutz und zur Pflege der Kulturdenkmale im Freistaat Sachsen (Sächsisches
Denkmalschutzgesetz – SächsDSchG) vom 3. März 1993 (SächsGVBl. S. 229), das
zuletzt durch Artikel 6 des Gesetzes vom 29. Januar 2008 (SächsGVBl. S. 138, 146)
geändert worden ist, in der jeweils geltenden Fassung
3
Luftverkehrsrecht
3.1
Zustimmung der Luftfahrtbehörde zur Errichtung von Bauwerken und anderen Anla-
gen im Bauschutzbereich von Verkehrsflughäfen nach § 12 Absatz 2 und 3 sowie
§ 15 Absatz 1 des Luftverkehrsgesetzes (LuftVG) in der Fassung der Bekanntma-
chung vom 10. Mai 2007 (BGBl. I S. 698), das zuletzt durch Artikel 1 des Gesetzes
vom 5. August 2010 (BGBl. I S. 1126) geändert worden ist, in der jeweils geltenden
Fassung
3.2
Zustimmung der Luftfahrtbehörde im beschränkten Bauschutzbereich bei Landeplät-
zen und Segelflugplätzen nach § 17 LuftVG

3.3
Zustimmung der Luftfahrtbehörde außerhalb des Bauschutzbereichs nach § 14
LuftVG
4
Naturschutzrecht
Entscheidungen nach § 17 Absatz 1 des Gesetzes über Naturschutz und Land-
schaftspflege (Bundesnaturschutzgesetz – BNatSchG) vom 29. Juli 2009 (BGBl. I
S. 2542) in Verbindung mit § 10 Absatz 1 des Sächsischen Gesetzes über Natur-
schutz und Landschaftspflege (Sächsisches Naturschutzgesetz – SächsNatSchG) in
der Fassung der Bekanntmachung vom 3. Juli 2007 (SächsGVBl. S. 321), das zu-
letzt durch Artikel 17 des Gesetzes vom 15. Dezember 2010 (SächsGVBl. S. 387,
398) geändert worden ist, in der jeweils geltenden Fassung, § 34 BNatSchG in Ver-
bindung mit § 22b Absatz 7 SächsNatSchG, § 30 Absatz 3 BNatSchG in Verbindung
mit § 26 Absatz 4 und 5 SächsNatSchG sowie § 67 BNatSchG in Verbindung mit
§ 53 Absatz 3 SächsNatSchG
5
Planungsrecht
Genehmigung in Stadtumbaugebieten (§ 171d Absatz 1) und Erhaltungsgebieten
(§ 172) nach § 173 Absatz 1 des Baugesetzbuches (BauGB) in der Fassung der Be-
kanntmachung vom 23. September 2004 (BGBl. I S. 2414), das zuletzt durch Arti-
kel 4 des Gesetzes vom 31. Juli 2009 (BGBl. I S. 2585, 2617) geändert worden ist,
in der jeweils geltenden Fassung
6
Straßen- und Eisenbahnrecht
6.1
Zustimmung des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr nach § 9 Absatz 2 des
Bundesfernstraßengesetzes (Fernstraßengesetz – FStrG) in der Fassung der Be-
kanntmachung vom 28. Juni 2007 (BGBl. I S. 1206), das zuletzt durch Artikel 6 des
Gesetzes vom 31. Juli 2009 (BGBl. I S. 2585, 2617) geändert worden ist, in der je-
weils geltenden Fassung
6.2
Zustimmung der Straßenbaubehörde nach § 24 Absatz 2 des Straßengesetzes für
den Freistaat Sachsen (Sächsisches Straßengesetzes – SächsStrG) vom 21. Januar
1993 (SächsGVBl. S. 93), das zuletzt durch Artikel 30 des Gesetzes vom 15. De-
zember 2010 (SächsGVBl. S. 387, 403) geändert worden ist, in der jeweils gelten-
den Fassung, soweit es sich nicht um Werbeanlagen handelt
6.3
Ausnahmegenehmigung für bauliche Anlagen, außer Werbeanlagen, nach § 3 Ab-
satz 5 des Eisenbahngesetzes für den Freistaat Sachsen (Landeseisenbahngesetz –
LEisenbG) vom 12. März 1998 (SächsGVBl. S. 97), das zuletzt durch Artikel 2 Ab-
satz 22 des Gesetzes vom 19. Mai 2010 (SächsGVBl. S. 142, 145) geändert worden
ist, in der jeweils geltenden Fassung
7
Wasserrecht
7.1
Genehmigung der Errichtung oder Erweiterung baulicher Anlagen in festgesetzten
oder ihnen gleichgestellten Überschwemmungsgebieten nach § 78 Absatz 3 des
Gesetzes zur Ordnung des Wasserhaushalts (Wasserhaushaltsgesetz – WHG) vom
31. Juli 2009 (BGBl. I S. 2585), das durch Artikel 12 des Gesetzes vom 11. August
2010 (BGBl. S. 1163, 1168) geändert worden ist, in der jeweils geltenden Fassung,
im Benehmen mit der Wasserbehörde der gleichen Verwaltungsebene, vgl. § 100a
Absatz 1 des Sächsischen Wassergesetzes (SächsWG) in der Fassung der Be-
kanntmachung vom 18. Oktober 2004 (SächsGVBl. S. 482), das zuletzt durch Arti-
kel 1 des Gesetzes vom 23. September 2010 (SächsGVBl. S. 270) geändert worden
ist, in der jeweils geltenden Fassung

7.2
Zulassung bestimmter Maßnahmen in festgesetzten oder ihnen gleichgestellten
Überschwemmungsgebieten nach § 78 Absatz 4 WHG im Benehmen mit der Was-
serbehörde der gleichen Verwaltungsebene, vgl. § 100 Absatz 7 SächsWG
7.3
Genehmigung der Errichtung oder wesentlichen Änderung baulicher Anlagen in
Hochwasserentstehungsgebieten nach § 100b Absatz 3 Satz 2 SächsWG im Be-
nehmen mit der Wasserbehörde der gleichen Verwaltungsebene
5. Anlage 3 wird wie folgt gefasst:
Anlage 3
Neben der Baugenehmigung erforderliche Genehmigungen oder Erlaubnisse bei der
Errichtung oder Änderung baulicher Anlagen
1
Apotheken- und Arzneimittelrecht
1.1
Apothekenbetriebserlaubnis der Landesdirektion Leipzig nach § 1 Absatz 2 des Ge-
setzes über das Apothekenwesen (Apothekengesetz – ApoG) in der Fassung der
Bekanntmachung vom 15. Oktober 1980 (BGBl. I S. 1993), das zuletzt durch Arti-
kel 16a des Gesetzes vom 28. Mai 2008 (BGBl. I S. 874, 906) geändert worden ist,
in der jeweils geltenden Fassung
1.2 Herstellungserlaubnis der Landesdirektion Leipzig (soweit Arzneimittel menschli-
chen Ursprungs betroffen sind) oder der Landesdirektion Dresden (in allen anderen
Fällen) nach § 13 Absatz 1 des Gesetzes über den Verkehr mit Arzneimitteln (Arz-
neimittelgesetz – AMG) in der Fassung der Bekanntmachung vom 12. Dezember
2005 (BGBl. I S. 3394), das zuletzt durch Artikel 7 des Gesetzes vom 22. Dezember
2010 (BGBl. I S. 2262, 2273) geändert worden ist, in der jeweils geltenden Fassung
1.3 Großhandelserlaubnis der Landesdirektion Leipzig (soweit Arzneimittel menschli-
chen Ursprungs betroffen sind) oder der Landesdirektion Dresden (in allen anderen
Fällen) nach § 52a Absatz 1 AMG
1.4
Einfuhrerlaubnis der Landesdirektion Leipzig (soweit Arzneimittel menschlichen Ur-
sprungs betroffen sind) oder der Landesdirektion Dresden (in allen anderen Fällen)
nach § 72 Absatz 1 AMG
2
Bestattungsrecht
2.1
Genehmigung des Landkreises beziehungsweise der Kreisfreien Stadt zur Neuan-
lage oder Erweiterung eines Bestattungsplatzes sowie zur Wiederbelegung eines
vorher geschlossenen Bestattungsplatzes nach § 1 Absatz 3 des Sächsischen Ge-
setzes über das Friedhofs-, Leichen- und Bestattungswesen (Sächsisches Bestat-
tungsgesetz – SächsBestG) vom 8. Juli 1994 (SächsGVBl. S. 1321), das zuletzt
durch Artikel 1 des Gesetzes vom 19. Juni 2009 (SächsGVBl. S. 382) geändert
worden ist, in der jeweils geltenden Fassung
2.2
Befreiung durch die untere Bauaufsichtsbehörde (bei der Errichtung oder Änderung
eines zu einem Friedhof benachbarten Bauvorhabens) oder den Landkreis bezie-
hungsweise die Kreisfreie Stadt (bei der Neuanlage oder Erweiterung eines Bestat-
tungsplatzes sowie der Wiederbelegung eines vorher geschlossenen Bestattungs-
platzes) von der Einhaltung von Grenzabständen nach § 5 Absatz 5 SächsBestG
3
Enteignungsrecht

Genehmigung der Enteignungsbehörde nach § 109 Absatz 1 des Baugesetzbuches
(BauGB) in der Fassung der Bekanntmachung vom 23. September 2004 (BGBl. I
S. 2414), das zuletzt durch Artikel 4 des Gesetzes vom 31. Juli 2009 (BGBl. I 2585,
2617) geändert worden ist, in der jeweils geltenden Fassung
4
Flurbereinigungsrecht
Zustimmung der Flurbereinigungsbehörde nach § 34 Absatz 1 des Flurbereini-
gungsgesetzes (FlurbG) in der Fassung der Bekanntmachung vom 16. März 1976
(BGBl. I S. 546), das zuletzt durch Artikel 17 des Gesetzes vom 19. Dezember 2008
(BGBl. I S. 2794, 2835) geändert worden ist, in der jeweils geltenden Fassung
5
Forstrecht
5.1
Genehmigung der unteren Forstbehörde zur Umwandlung von Wald nach § 8 Ab-
satz 1 Satz 1 des Waldgesetzes für den Freistaat Sachsen (SächsWaldG) vom
10. April 1992 (SächsGVBl. S. 137), das zuletzt durch Artikel 14 des Gesetzes vom
13. August 2009 (SächsGVBl. S. 438, 443) geändert worden ist, in der jeweils gel-
tenden Fassung, und der oberen Forstbehörde nach § 8 Absatz 1 Satz 1 in Verbin-
dung mit § 37 Absatz 4 Satz 2 SächsWaldG
5.2 Ausnahme der unteren Bauaufsichtsbehörde vom einzuhaltenden Waldabstand
nach § 25 Absatz 3 SächsWaldG
6
Gewerberecht
6.1
Gaststättenerlaubnis der Ordnungsbehörde nach § 2 Absatz 1 des Gaststättenge-
setzes (GaststättenG) in der Fassung der Bekanntmachung vom 20. November
1998 (BGBl. I S. 3418), das zuletzt durch Artikel 10 des Gesetzes vom
7. September 2007 (BGBl. I S. 2246, 2257) geändert worden ist, in der jeweils gel-
tenden Fassung
6.2
Besondere gewerberechtliche Genehmigungen der Ordnungsbehörde nach Titel II
der Gewerbeordnung (GewO) in der Fassung der Bekanntmachung vom
22. Februar 1999 (BGBl. I S. 202), die zuletzt durch Artikel 4 Absatz 14 des Geset-
zes vom 29. Juli 2009 (BGBl. I S. 2258, 2269) geändert worden ist, in der jeweils
geltenden Fassung
7
Sozialrecht
7.1 Betriebserlaubnis des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales und Verbrau-
cherschutz – Landesjugendamt – für Betreuungseinrichtungen für Kinder oder Ju-
gendliche nach § 45 Absatz 1, § 48a Absatz 1 des Achten Buches Sozialgesetz-
buch – Kinder- und Jugendhilfe – (SGB VIII) in der Fassung der Bekanntmachung
vom 14. Dezember 2006 (BGBl. I S. 3134), das zuletzt durch Artikel 12 des Geset-
zes vom 6. Juli 2009 (BGBl. I S. 1696, 1701) geändert worden ist, in der jeweils gel-
tenden Fassung
7.2 Anerkennung der Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit von
Werkstätten für behinderte Menschen nach § 142 des Neunten Buches Sozialge-
setzbuch – Rehabilitation und Teilhabe behinderter Menschen (SGB IX) vom
19. Juni 2001 (BGBl. I S. 1046, 1047), das zuletzt durch Artikel 4 des Gesetzes vom
5. August 2010 (BGBl. I S. 1127, 1130) geändert worden ist, in der jeweils gelten-
den Fassung
8
Jagdrecht
Genehmigung der Jagdbehörde für die Errichtung, Erweiterung und den Betrieb von
Wildgehegen nach § 24 Absatz 2 des Sächsischen Landesjagdgesetzes (SächsL-

JagdG) vom 8. Mai 1991 (SächsGVBl. S. 67), das zuletzt durch Artikel 71 des Ge-
setzes vom 29. Januar 2008 (SächsGVBl. S. 138, 187) geändert worden ist, in der
jeweils geltenden Fassung
9
Lebensmittelrecht
Zulassung der Landesdirektion von Betrieben nach Artikel 4 der Verordnung (EG)
Nummer 853/2004 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 29. April 2004
(ABl. L 139, S. 55, 205)
10
Luftverkehrsrecht
10.1 Zulassung von Ausnahmen vom Bauverbot in Lärmschutzbereichen von Flughäfen
nach § 5 des Gesetzes zum Schutz gegen Fluglärm (FluLärmG) in der Fassung der
Bekanntmachung vom 31. Oktober 2007 (BGBl. I S. 2550), in der jeweils geltenden
Fassung
10.2 Entscheidung des Bundesaufsichtsamtes für Flugsicherung (BAF) nach § 18a des
Luftverkehrsgesetzes (LuftVG) in der Fassung der Bekanntmachung vom 10. Mai
2007 (BGBl. I S. 698), das zuletzt durch Artikel 1 des Gesetzes vom 5. August 2010
(BGBl. I S. 1126) geändert worden ist, in der jeweils geltenden Fassung zur Errich-
tung von Bauwerken und anderen Anlagen, welche in Schutzbereichen von Flugsi-
cherungseinrichtungen gelegen sind
11
Naturschutzrecht
11.1 Genehmigung der unteren Naturschutzbehörde zur Errichtung, Erweiterung, we-
sentlichen Änderung und zum Betrieb von Zoos nach § 42 Absatz 4 des Gesetzes
über Naturschutz und Landschaftspflege (Bundesnaturschutzgesetz – BNatSchG)
vom 29. Juli 2009 (BGBl. I S. 2542), in der jeweils geltenden Fassung
11.2 Ausnahme der unteren Naturschutzbehörde nach § 45 Absatz 7 BNatSchG von ei-
nem Verbot nach § 44 Absatz 1 BNatSchG
12
Planungsrecht
12.1 Genehmigung des Umlegungsausschusses für die Errichtung oder Änderung bauli-
cher Anlagen im Umlegungsgebiet nach § 51 des Baugesetzbuches (BauGB) in der
Fassung der Bekanntmachung vom 23. September 2004 (BGBl. I S. 2414), das zu-
letzt durch Artikel 4 des Gesetzes vom 31. Juli 2009 (BGBl. I S. 2585, 2617) geän-
dert worden ist, in der jeweils geltenden Fassung
12.2 Genehmigung der unteren Bauaufsichtsbehörde im förmlich festgesetzten Sanie-
rungsgebiet und im städtebaulichen Entwicklungsbereich nach §§ 144, 145, 169
BauGB
13
Schutzbereichsrecht
Genehmigung der Errichtung, Änderung oder Beseitigung von Anlagen innerhalb
von Schutzbereichen militärischer Anlagen nach § 3 des Gesetzes über die Be-
schränkung von Grundeigentum für die militärische Verteidigung (Schutzbereichs-
gesetz – SchBerG) vom 7. Dezember 1956 (BGBl. I S. 899), das zuletzt durch Arti-
kel 2 Absatz 11 des Gesetzes vom 12. August 2005 (BGBl. I S. 2354) geändert
worden ist, in der jeweils geltenden Fassung
14
Strahlenschutzrecht
14.1 Strahlenschutzrechtliche Genehmigung des Landesamtes für Umwelt, Landwirt-
schaft und Geologie zum Verkehr mit radioaktiven Stoffen gemäß § 4 Absatz 3 der

Verordnung über die Gewährleistung von Atomsicherheit und Strahlenschutz (VO-
AS) vom 11. Oktober 1984 (GBl. I der DDR Nummer 30 S. 341) und § 4 Absatz 1
der Anordnung zur Gewährleistung des Strahlenschutzes bei Halden und industriel-
len Absetzanlagen und bei der Verwendung darin abgelagerter Materialien (Hal-
dAO) vom 17. November 1980 (GBl. I der DDR Nummer 34 S. 347) in Verbindung
mit Artikel 9 Absatz 2 und Anlage II Kapitel XII Abschnitt III Nummer 2 und 3 des
Einigungsvertrages vom 31. August 1990 (BGBl. II S. 1226) und § 118 Absatz 1 und
4 der Verordnung über den Schutz vor Schäden durch ionisierende Strahlen (Strah-
lenschutzverordnung – StrlSchV) vom 20. Juli 2001 (BGBl. I S. 1714; 2002
S. 1459), die zuletzt durch Artikel 2 des Gesetzes vom 29. August 2008 (BGBl. I
S. 1793, 1796) geändert worden ist, in der jeweils geltenden Fassung
14.2 Genehmigung des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie für die
Errichtung und den Betrieb von Anlagen zur Erzeugung ionisierender Strahlen nach
§ 11 StrlSchV
15
Straßenrecht
15.1 Erlaubnis des Straßenbauamtes/des Autobahnamtes Sachsen nach § 8 Absatz 1
des Bundesfernstraßengesetzes (Fernstraßengesetz – FStrG) in der Fassung der
Bekanntmachung vom 28. Juni 2007 (BGBl. I S. 1206), das zuletzt durch Artikel 6
des Gesetzes vom 31. Juli 2009 (BGBl. I S. 2585, 2617) geändert worden ist, in der
jeweils geltenden Fassung, und § 18 des Straßengesetzes für den Freistaat Sach-
sen (Sächsisches Straßengesetz – SächsStrG) vom 21. Januar 1993 (SächsGVBl.
S. 93), das zuletzt durch Artikel 30 des Gesetzes vom 15. Dezember 2010
(SächsGVBl. S. 387, 403) geändert worden ist, in der jeweils geltenden Fassung,
(Sondernutzungen) soweit es sich nicht um Werbeanlagen handelt (Hinweis: Ab
dem 1. Januar 2012 ist das Landesamt für Straßenbau und Verkehr zuständig.)
15.2 Ausnahme der Landesdirektion von der Veränderungssperre nach § 9a Absatz 5
FStrG und der Landesdirektion als Planfeststellungsbehörde von der Verände-
rungssperre nach § 37 Absatz 4 SächsStrG
16
Tierische Nebenprodukte - Beseitigungsrecht
Zulassung des Lebensmittelüberwachungs- und Veterinäramtes von Zwischenbe-
handlungsbetrieben, Lagerbetrieben, Verbrennungs- und Mitverbrennungsanlagen,
Verarbeitungsbetrieben, Fettverarbeitungsbetrieben, Biogasanlagen und Kompos-
tieranlagen nach Kapitel III Artikel 10 bis 15 sowie Verarbeitungsbetrieben, Heim-
tierfutterbetrieben und technischen Anlagen nach Kapitel IV Artikel 17 und 18 der
Verordnung (EG) Nummer 1774/2002 vom 3. Oktober 2002 (ABl. EG Num-
mer L 273 S. 1), in der jeweils geltenden Fassung
17
Tierschutzrecht
17.1 Erlaubnis des Lebensmittelüberwachungs- und Veterinäramtes zum Betreiben eines
Tierheims nach § 11 Absatz 1 Nummer 2 des Tierschutzgesetzes (TierSchG) in der
Fassung der Bekanntmachung vom 18. Mai 2006 (BGBl. I S. 1206, 1313), das zu-
letzt durch Artikel 20 des Gesetzes vom 9. Dezember 2010 (BGBl. I S. 1934, 1940)
geändert worden ist, in der jeweils geltenden Fassung
17.2 Zulassung der unteren Veterinärbehörde zum Betreiben einer Kontrollstelle (Ver-
sorgungsstelle) für Tiere während des Transports nach Artikel 3 Absatz 1 der Ver-
ordnung (EG) Nummer 1255/97 des Rates vom 25. Juni 1997 zur Festhaltung ge-
meinschaftsrechtlicher Kriterien für Kontrollstellen und zur Anpassung des im An-
hang der Richtlinie 91/628/EWG vorgesehenen Transportplans (ABl. EG Num-
mer L 174 vom 2. Juli 1997, S. 1), die zuletzt durch Artikel 36 der Verordnung (EG)
Nummer 1/2005 (ABl. EG Nummer L 3 vom 5. Januar 2005, S. 1) geändert worden

ist , in der jeweils geltenden Fassung
18
Tierseuchenrecht
18.1 Zulassung des Lebensmittelüberwachungs- und Veterinäramtes von Viehhandels-
unternehmen nach § 12 der Verordnung zum Schutz gegen die Verschleppung von
Tierseuchen im Viehverkehr (Viehverkehrsverordnung – ViehVerkV) in der Fassung
der Bekanntmachung vom 3. März 2010 (BGBl. I S. 203), in der jeweils geltenden
Fassung
18.2 Zulassung des Lebensmittelüberwachungs- und Veterinäramtes von Transportun-
ternehmen nach § 13 ViehVerkV
18.3 Zulassung des Lebensmittelüberwachungs- und Veterinäramtes von Sammelstellen
nach § 14 ViehVerkV
19
Waffenrecht
Erlaubnis der Kreispolizeibehörde für das Betreiben oder die Änderung der Be-
schaffenheit oder der Art der Benutzung einer Schießstätte nach § 27 des Waffen-
gesetzes (WaffG) vom 11. Oktober 2002 (BGBl. I S. 3970, 4592; 2003 S. 1957), das
zuletzt durch Artikel 3 Absatz 5 des Gesetzes vom 17. Juli 2009 (BGBl. I S. 2062,
2088) geändert worden ist, in der jeweils geltenden Fassung
20
Wasserrecht
20.1 Genehmigung der unteren Wasserbehörde von Indirekteinleitungen nach §§ 58 und
59 des Gesetzes zur Ordnung des Wasserhaushalts (Wasserhaushaltsgesetz –
WHG) vom 31. Juli 2009 (BGBl. I S. 2585), das durch Artikel 12 des Gesetzes vom
11. August 2010 (BGBl. I S. 1163, 1168) geändert worden ist, in der jeweils gelten-
den Fassung
20.2 Befreiungen der unteren Wasserbehörde von Verboten in Heilquellenschutzgebie-
ten (§ 53 Absatz 5 in Verbindung mit § 52 Absatz 1 Satz 2 und 3 WHG und § 46
Absatz 3 Satz 2 in Verbindung mit § 48 Absatz 10 des Sächsischen Wassergeset-
zes (SächsWG) in der Fassung der Bekanntmachung vom 18. Oktober 2004
(SächsGVBl. S. 482), das zuletzt durch Artikel 1 des Gesetzes vom 23. September
2010 (SächsGVBl. S. 270) geändert worden ist, in der jeweils geltenden Fassung),
Wasserschutzgebieten (§ 52 Absatz 1 Satz 2 und 3 WHG sowie § 48 Absatz 10
SächsWG) und Gewässerrandstreifen (§ 38 Absatz 5 WHG in Verbindung mit § 50
Absatz 3 Satz 1 Nummer 1b SächsWG)
20.3 Zulassung der unteren Wasserbehörde von Ausnahmen nach § 7 der Verordnung
über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen (Sächsische Anlagen-
verordnung – SächsVAwS) vom 18. April 2000 (SächsGVBl. S. 223), die zuletzt
durch Artikel 4 der Verordnung vom 24. November 2009 (SächsGVBl. S. 670, 671)
geändert worden ist, in der jeweils geltenden Fassung, und nach § 7 Absatz 5 der
Verordnung über Anforderungen an Anlagen zum Lagern und Abfüllen von Dung-
und Silagesickersäften (Sächsische Dung- und Silagesickersaftanlagenverordnung
– SächsDuSVO) vom 26. Februar 1999 (SächsGVBl. S. 31), die zuletzt durch Ver-
ordnung vom 26. Juni 2008 (SächsGVBl. S. 449) geändert worden ist, in der jeweils
geltenden Fassung
20.4 Wasserrechtliche Erlaubnis der unteren Wasserbehörde oder Bewilligung der obe-
ren Wasserbehörde (sofern gleichzeitig Gewässerbenutzung, zum Beispiel Abwas-
sereinleitung, vorliegt) nach §§ 8, 9 WHG
20.5 Ausnahme der unteren Wasserbehörde oder, wenn es sich um die Bundeswasser-

straße Elbe, ein Gewässer erster Ordnung oder ein Grenzgewässer handelt, der
oberen Wasserbehörde von den Verboten zum Schutz der Deiche nach § 100d Ab-
satz 2 Satz 1 in Verbindung mit Absatz 1 SächsWG
20.6 Feststellung der unteren Wasserbehörde der Eignung von Anlagen zum Lagern,
Abfüllen oder Umschlagen wassergefährdender Stoffe nach § 63 Absatz 1 Satz 1
WHG
21
Zollrecht
Zustimmung des Hauptzollamts nach §§ 14, 15 des Zollverwaltungsgesetzes
(ZollVG) vom 21. Dezember 1992 (BGBl. I S. 2125; 1993 S. 2493), das zuletzt
durch Artikel 4 Absatz 7 des Gesetzes vom 30. Juli 2009 (BGBl. I S. 2437, 2439)
geändert worden ist, in der jeweils geltenden Fassung
6. Anlage 4 wird wie folgt gefasst:
„Anlage 4
Richtlinie
des Sächsischen Staatsministeriums des Innern
über den Bau von Betriebsräumen für elektrische Anlagen
(SächsEltBauR)
*
Inhaltsverzeichnis
1
Geltungsbereich
2
Begriffsbestimmung
3
Allgemeine Anforderungen
4
Anforderungen an elektrische Betriebsräume
5 Zusätzliche Anforderungen an elektrische Betriebsräume für Transformatoren und
Schaltanlagen mit Nennspannungen über 1 kV
6 Zusätzliche Anforderungen an elektrische Betriebsräume für ortsfeste Stromerzeu-
gungsaggregate
7
Zusätzliche Anforderungen an Batterieräume
8
Zusätzliche Bauvorlagen
1
Geltungsbereich
Diese Richtlinie gilt für die Aufstellung von
a)
Transformatoren und Schaltanlagen für Nennspannungen über 1 kV,
b)
ortsfesten Stromerzeugungsaggregaten für bauordnungsrechtlich vorgeschriebene
sicherheitstechnische Anlagen und Einrichtungen und
c) zentralen Batterieanlagen für bauordnungsrechtlich vorgeschriebene sicherheits-
technische Anlagen und Einrichtungen in Gebäuden.
*
Die Verpflichtungen aus der Richtlinie 98/34/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 22. Juni
1998 über ein Informationsverfahren auf dem Gebiet der Normen und technischen Vorschriften und der Vorschrif-
ten für die Dienste der Informationsgesellschaft (ABl. L 204 vom 21.7.1998, S. 37), die zuletzt durch die Richtlinie
2006/96/EG vom 20. November 2006 (ABl. L 363 vom 20.12.2006, S. 81) geändert worden ist, sind beachtet
worden.

2
Begriffsbestimmung
Betriebsräume für elektrische Anlagen (elektrische Betriebsräume) sind Räume, die aus-
schließlich zur Unterbringung von Einrichtungen im Sinne der Nummer 1 dienen.
3
Allgemeine Anforderungen
Innerhalb von Gebäuden müssen elektrische Anlagen nach Nummer 1 in jeweils eigenen
elektrischen Betriebsräumen untergebracht sein. Ein elektrischer Betriebsraum ist nicht er-
forderlich für die in Nummer 1 Buchstabe a genannten elektrischen Anlagen in
a)
freistehenden Gebäuden und
b)
in durch Brandwände abgetrennten Gebäudeteilen,
wenn diese nur die in Nummer 1 Buchstabe a aufgezählten elektrischen Anlagen enthalten.
4
Anforderungen an elektrische Betriebsräume
4.1 Elektrische Betriebsräume müssen so angeordnet sein, dass sie im Gefahrenfall von
allgemein zugänglichen Räumen oder vom Freien leicht und sicher erreichbar sind und durch
nach außen aufschlagende Türen jederzeit ungehindert verlassen werden können; sie dürfen
von notwendigen Treppenräumen nicht unmittelbar zugänglich sein. Der Rettungsweg inner-
halb elektrischer Betriebsräume bis zu einem Ausgang darf nicht länger als 35 m sein.
4.2 Elektrische Betriebsräume müssen so groß sein, dass die elektrischen Anlagen ord-
nungsgemäß errichtet und betrieben werden können; sie müssen eine lichte Höhe von min-
destens 2 m haben. Über Bedienungs- und Wartungsgängen muss eine Durchgangshöhe
von mindestens 1,80 m vorhanden sein.
4.3 Elektrische Betriebsräume müssen den betrieblichen Anforderungen entsprechend
wirksam be- und entlüftet werden.
4.4 In elektrischen Betriebsräumen dürfen Leitungen und Einrichtungen, die nicht zum Be-
trieb der jeweiligen elektrischen Anlagen erforderlich sind, nicht vorhanden sein. Satz 1 gilt
nicht für die zur Sicherheitsstromversorgung aus der Batterieanlage erforderlichen Installati-
onen in elektrischen Betriebsräumen nach Nummer 1 Buchstabe c.
5 Zusätzliche Anforderungen an elektrische Betriebsräume für Transformatoren
und Schaltanlagen mit Nennspannungen über 1 kV
5.1 Raumabschließende Bauteile elektrischer Betriebsräume für Transformatoren und
Schaltanlagen mit Nennspannungen über 1 kV, ausgenommen Außenwände, sind feuerbe-
ständig auszuführen. Der erforderliche Raumabschluss zu anderen Räumen darf durch ei-
nen Druckstoß aufgrund eines Kurzschlusslichtbogens nicht gefährdet werden.
5.2 Türen müssen mindestens feuerhemmend, selbstschließend und rauchdicht sein sowie
im Wesentlichen aus nichtbrennbaren Baustoffen bestehen; soweit sie ins Freie führen, ge-
nügen selbstschließende Türen aus nichtbrennbaren Baustoffen. An den Türen muss außen
ein Hochspannungswarnschild angebracht sein.
5.3 Bei elektrischen Betriebsräumen für Transformatoren mit Mineralöl oder einer syntheti-
schen Flüssigkeit mit einem Brennpunkt < 300 °C als Kühlmittel muss mindestens ein Aus-

gang unmittelbar ins Freie oder über einen Vorraum ins Freie führen. Der Vorraum darf auch
mit dem Schaltraum, jedoch nicht mit anderen Räumen in Verbindung stehen.
5.4 Elektrische Betriebsräume nach Nummer 5.3 Satz 1 dürfen sich nicht in Geschossen
befinden, deren Fußboden mehr als 4 m unter der festgelegten Geländeoberfläche liegt. Sie
dürfen auch nicht in Geschossen über dem Erdgeschoss liegen.
5.5 Elektrische Betriebsräume müssen unmittelbar oder über eigene Lüftungsleitungen
wirksam aus dem Freien be- und in das Freie entlüftet werden. Lüftungsleitungen, die durch
andere Räume führen, sind feuerbeständig herzustellen. Öffnungen von Lüftungsleitungen
zum Freien müssen Schutzgitter haben.
5.6 Fußböden müssen aus nichtbrennbaren Baustoffen bestehen; dies gilt nicht für Fußbo-
denbeläge.
5.7 Unter Transformatoren muss auslaufende Isolier- und Kühlflüssigkeit sicher aufgefan-
gen werden können. Für höchstens drei Transformatoren mit jeweils bis zu 1 000 I Isolier-
flüssigkeit in einem elektrischen Betriebsraum genügt es, wenn die Wände in der erforderli-
chen Höhe sowie der Fußboden undurchlässig ausgebildet sind; an den Türen müssen ent-
sprechend hohe und undurchlässige Schwellen vorhanden sein.
6
Zusätzliche Anforderungen an elektrische Betriebsräume für ortsfeste
Stromerzeugungsaggregate
6.1 Raumabschließende Bauteile von elektrischen Betriebsräumen für ortsfeste Stromer-
zeugungsaggregate zur Versorgung bauordnungsrechtlich vorgeschriebener sicherheits-
technischer Anlagen und Einrichtungen, ausgenommen Außenwände, müssen in einer dem
erforderlichen Funktionserhalt der zu versorgenden Anlagen entsprechenden Feuerwider-
standsfähigkeit ausgeführt sein. Nummer 5.5 Satz 1 und 3 und Nummer 5.6 gelten sinnge-
mäß; für Lüftungsleitungen, die durch andere Räume führen, gilt Satz 1 entsprechend. Die
Feuerwiderstandsfähigkeit der Türen muss derjenigen der raumabschließenden Bauteile
entsprechen; die Türen müssen selbstschließend sein.
6.2 Elektrische Betriebsräume nach Nummer 6.1 Satz 1 müssen frostfrei sein oder beheizt
werden können.
7
Zusätzliche Anforderungen an Batterieräume
7.1 Raumabschließende Bauteile von elektrischen Betriebsräumen für zentrale Batteriean-
lagen zur Versorgung bauordnungsrechtlich vorgeschriebener sicherheitstechnischer Anla-
gen und Einrichtungen, ausgenommen Außenwände, müssen in einer dem erforderlichen
Funktionserhalt der zu versorgenden Anlagen entsprechenden Feuerwiderstandsfähigkeit
ausgeführt sein. Nummer 5.5 Satz 1 und 3 und Nummer 6.2 gelten sinngemäß; für Lüftungs-
leitungen, die durch andere Räume führen, gilt Satz 1 entsprechend. Die Feuerwiderstands-
fähigkeit der Türen muss derjenigen der raumabschließenden Bauteile entsprechen; die Tü-
ren müssen selbstschließend sein. An den Türen muss ein Schild "Batterieraum" angebracht
sein.
7.2 Fußböden von elektrischen Betriebsräumen nach Nummer 7.1 Satz 1, in denen ge-
schlossene Zellen aufgestellt werden, müssen an allen Stellen für elektrostatische Ladungen
einheitlich und ausreichend ableitfähig sein.
8
Zusätzliche Bauvorlagen

Die Bauvorlagen müssen Angaben über die Lage der elektrischen Betriebsräume und die Art
der elektrischen Anlagen enthalten.“

7. Anlage 7 wird wie folgt gefasst:
„Anlage 7
Richtlinie des Sächsischen Staatsministeriums des Innern
über den Bau und Betrieb von Schulen
(Sächsische Schulbaurichtlinie – SächsSchulBauR)*
Inhaltsverzeichnis
1
Anwendungsbereich
2
Anforderungen an Bauteile
2.1
Tragende und aussteifende Bauteile
2.2
Brandwände
2.3 Wände notwendiger Treppenräume
2.4 Wände und Türen von Hallen
3
Rettungswege
3.1
Allgemeine Anforderungen
3.2 Rettungswege durch Hallen
3.3
Notwendige Flure
3.4
Breite der Rettungswege, Sicherheitszeichen
4
Treppen, Geländer und Umwehrungen
5
Türen
6
Rauchableitung
7
Blitzschutzanlagen
8
Sicherheitsbeleuchtung
9
Alarmierungsanlagen
10
Sicherheitsstromversorgung
11
Feuerwehrplan, Brandschutzordnung
1
Anwendungsbereich
Diese Richtlinie gilt für Anforderungen nach § 51 SächsBO an allgemeinbildende und be-
rufsbildende Schulen, soweit sie nicht ausschließlich der Unterrichtung Erwachsener dienen.
2
Anforderungen an Bauteile
2.1
Tragende und aussteifende Bauteile
Auf tragende und aussteifende Bauteile sind
a)
in Gebäuden mit einer Höhe von bis zu 7 m die Anforderungen der SächsBO an diese
Bauteile in Gebäuden der Gebäudeklasse 3,
b) in Gebäuden mit einer Höhe von mehr als 7 m die Anforderungen der SächsBO an
diese Bauteile in Gebäuden der Gebäudeklasse 5
anzuwenden. Abweichend von Satz 1 sind tragende und aussteifende Bauteile in hochfeuer-
hemmender Bauart gemäß § 26 Absatz 2 Satz 3 Nummer 2 SächsBO zulässig in Gebäuden,
* Die Verpflichtungen aus der Richtlinie 98/34/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 22. Juni
1998 über ein Informationsverfahren auf dem Gebiet der Normen und technischen Vorschriften und der Vorschrif-
ten für die Dienste der Informationsgesellschaft (ABl. L 204 vom 21.7.1998, S. 37), die zuletzt durch die Richtlinie
2006/96/EG vom 20. November 2006 (ABl. L 363 vom 20.12.2006, S. 81) geändert worden ist, sind beachtet
worden.

a)
die eine Höhe bis zu 13 m haben und
b)
deren Geschosse entweder eine Fläche von jeweils nicht mehr als 400 m
2
haben oder
durch Wände, die den Anforderungen des § 29 Absatz 3 bis 5 SächsBO entsprechen,
in Abschnitte von jeweils nicht mehr als 400 m
2
unterteilt sind.
2.2 Brandwände
Innere Brandwände gemäß § 30 Absatz 2 Nummer 2 SächsBO sind in Abständen von nicht
mehr als 60 m anzuordnen. In Gebäuden, deren tragende Bauteile hochfeuerhemmend oder
feuerhemmend sein dürfen, sind abweichend von § 30 Absatz 3 Nummer 2 SächsBO anstel-
le von Brandwänden nach Satz 1 Wände, die auch unter zusätzlicher mechanischer Bean-
spruchung hochfeuerhemmend sind, zulässig. In Wänden nach Satz 1 und 2 sind im Zuge
notwendiger Flure jeweils feuerhemmende, rauchdichte und selbstschließende Türen zuläs-
sig, wenn die angrenzenden Flurwände in einem Bereich von 2,5 m beiderseits der Tür keine
Öffnungen haben.
2.3
Wände notwendiger Treppenräume
In Gebäuden der Gebäudeklassen 1 und 2 müssen die Wände notwendiger Treppenräume
als raumabschließende Bauteile feuerhemmend sein.
2.4
Wände und Türen von Hallen
Über mehrere Geschosse reichende Hallen sind zulässig. Die Wände dieser Hallen, ausge-
nommen Außenwände, müssen die Anforderungen an die Geschossdecken des Gebäudes
erfüllen. Türen zwischen Hallen und notwendigen Treppenräumen, notwendigen Fluren und
Aufenthaltsräumen müssen feuerhemmend, rauchdicht und selbstschließend sein.
3
Rettungswege
3.1
Allgemeine Anforderungen
Für jeden Unterrichtsraum müssen in demselben Geschoss mindestens zwei voneinander
unabhängige Rettungswege zu Ausgängen ins Freie oder zu notwendigen Treppenräumen
vorhanden sein. Anstelle eines dieser Rettungswege darf ein Rettungsweg über Außentrep-
pen ohne Treppenräume, Rettungsbalkone, Terrassen und begehbare Dächer auf das
Grundstück führen, wenn dieser Rettungsweg im Brandfall nicht gefährdet ist; dieser Ret-
tungsweg gilt als Ausgang ins Freie.
3.2
Rettungswege durch Hallen
Einer der beiden Rettungswege nach Nummer 3.1 darf durch eine Halle führen; diese Halle
darf nicht als Raum zwischen einem notwendigen Treppenraum und dem Ausgang ins Freie
dienen.
3.3
Notwendige Flure
Notwendige Flure mit nur einer Fluchtrichtung (Stichflure) dürfen nicht länger als 10 m sein.
3.4
Breite der Rettungswege, Sicherheitszeichen
Die nutzbare Breite der Ausgänge von Unterrichtsräumen und sonstigen Aufenthaltsräumen
sowie der notwendigen Flure und notwendigen Treppen muss mindestens 1,20 m je 200
darauf angewiesener Benutzer betragen. Staffelungen sind nur in Schritten von 0,60 m zu-
lässig. Es muss jedoch mindestens folgende nutzbare Breite vorhanden sein bei
a)
Ausgängen von Unterrichtsräumen und sonstigen Aufenthaltsräumen 0,90 m

b)
notwendigen Fluren 1,50 m
c)
notwendigen Treppen 1,20 m.
Die erforderliche nutzbare Breite der notwendigen Flure und notwendigen Treppen darf durch
offenstehende Türen, Einbauten oder Einrichtungen nicht eingeengt werden. Ausgänge zu
notwendigen Fluren dürfen nicht breiter sein als der notwendige Flur. Ausgänge zu notwen-
digen Treppenräumen dürfen nicht breiter sein als die notwendige Treppe. Ausgänge aus
notwendigen Treppenräumen müssen mindestens so breit sein wie die notwendige Treppe.
An den Ausgängen zu notwendigen Treppenräumen oder ins Freie müssen Sicherheitszei-
chen angebracht sein.
4
Treppen, Geländer und Umwehrungen
Die nutzbare Breite notwendiger Treppen darf 2,40 m nicht überschreiten. Treppen müssen
Tritt- und Setzstufen haben. Notwendige Treppen dürfen keine gewendelten Läufe haben.
Geländer und Umwehrungen müssen mindestens 1,1 m hoch sein.
5
Türen
Türen, die selbstschließend sein müssen, dürfen nur offengehalten werden, wenn sie Fest-
stellanlagen haben, die bei Raucheinwirkung ein selbsttätiges Schließen der Türen bewirken;
sie müssen auch von Hand geschlossen werden können. Türen im Zuge von Rettungswe-
gen, ausgenommen Türen von Unterrichtsräumen, müssen in Fluchtrichtung des ersten Ret-
tungsweges aufschlagen. Sie müssen von innen leicht in voller Breite zu öffnen sein.
6
Rauchableitung
Hallen müssen zur Unterstützung der Brandbekämpfung entraucht werden können. Dies gilt
als erfüllt, wenn sie entweder an der höchsten Stelle Rauchableitungsöffnungen mit einer
freien Öffnungsfläche von insgesamt 1 Prozent der Grundfläche oder im oberen Drittel der
Außenwände Fenster oder Türen mit einer freien Öffnungsfläche von insgesamt 2 Prozent
der Grundfläche haben.
7
Blitzschutzanlagen
Schulen müssen Blitzschutzanlagen haben.
8
Sicherheitsbeleuchtung
Eine Sicherheitsbeleuchtung muss in Hallen, durch die Rettungswege führen, in notwendi-
gen Fluren und notwendigen Treppenräumen sowie in fensterlosen Aufenthaltsräumen vor-
handen sein.
9
Alarmierungsanlagen
Schulen müssen Alarmierungsanlagen haben, durch die im Gefahrenfall die Räumung der
Schule oder einzelner Schulgebäude eingeleitet werden kann (Hausalarmierung). Das
Alarmsignal muss sich vom Pausensignal unterscheiden und in jedem Raum der Schule ge-
hört werden können. Das Alarmsignal muss mindestens an einer während der Betriebszeit
der Schule ständig besetzten oder an einer jederzeit zugänglichen Stelle innerhalb der Schu-
le (Alarmierungsstelle) ausgelöst werden können. An den Alarmierungsstellen müssen sich

Telefone befinden, mit denen jederzeit Feuerwehr und Rettungsdienst unmittelbar alarmiert
werden können.
10
Sicherheitsstromversorgung
Sicherheitsbeleuchtung, Alarmierungsanlagen und elektrisch betriebene Einrichtungen zur
Rauchableitung müssen an eine Sicherheitsstromversorgungsanlage angeschlossen sein.
11
Feuerwehrplan, Brandschutzordnung
Der Betreiber der Schule muss im Einvernehmen mit der für den Brandschutz zuständigen
örtlichen Brandschutzbehörde Feuerwehrpläne und eine Brandschutzordnung anfertigen und
der örtlichen Feuerwehr zur Verfügung stellen.“
8. Anlage 8 wird wie folgt gefasst:
„Anlage 8
Richtlinie
des Sächsischen Staatsministeriums des Innern
über Fliegende Bauten
(SächsFlBauR)
Inhaltsübersicht
Teil A Bau und Betrieb Fliegender Bauten
1
Allgemeines
1.1
Geltungsbereich
1.2
Begriffe
2
Allgemeine Bauvorschriften
2.1
Standsicherheit und Brandschutz
2.2
Rettungswege in Räumen, Tribünen und Bühnen
2.3
Balkone, Emporen, Galerien, Podien
2.4
Rampen, Treppen und Stufengänge
2.5
Beleuchtung
2.6
Feuerlöscher
2.7
Anforderungen an Aufenthaltsräume
2.8
Hinweisschilder und -zeichen
3
Bauvorschriften für Tribünen
4
Bauvorschriften für Fahrgeschäfte
5
Bauvorschriften für Zelte und vergleichbare Räume für mehr als
200 Besucher
5.1
Rettungswege
5.2
Lüftung
5.3
Rauchabzüge
Die Verpflichtungen aus der Richtlinie 98/34/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom
22. Juni 1998 über ein Informationsverfahren auf dem Gebiet der Normen und technischen Vorschriften (ABl. EG
Nummer L 204 S. 37), die zuletzt durch die Richtlinie 98/48/EG des Europäischen Parlamentes und des Rates
vom 20. Juli 1998 (ABl. EG Nummer L 217 S. 18) geändert worden ist, sind beachtet.

5.4
Beheizung
5.5
Beleuchtung
5.6
Bestuhlung
5.7
Manegen
5.8
Sanitätsraum
6
Allgemeine Betriebsvorschriften
6.1
Verantwortliche Personen
6.2
Überprüfungen
6.3
Rettungswege, Beleuchtung
6.4
Brandverhütung
6.5
Brandsicherheitswache
6.6
Benutzungseinschränkungen für Benutzer und Fahrgäste
6.7
Hinweisschilder
7
Besondere Betriebsvorschriften
7.1
Fahrgeschäfte allgemein
7.2
Achterbahnen, Geisterbahnen
7.3
Autofahrgeschäfte, Motorrollerbahnen
7.4
Schaukeln
7.5
Karusselle
7.6
Riesenräder
7.7
Belustigungsgeschäfte
7.8
Schießgeschäfte
Teil B Ausführungsgenehmigungen für Fliegende Bauten und deren Gebrauchsab-
nahmen
8
Allgemeines
9
Ausführungsgenehmigung, Prüfbuch
10
Verlängerung der Ausführungsgenehmigung
11
Anzeige, Gebrauchsabnahme
12
Sachverständige
13
Fristen für Ausführungsgenehmigungen
14
Berichte über Unfälle
Anhang 1
Schilder zur Kennzeichnung der Rettungswege
Anhang 2
Verbotsschilder auf Rettungswegen im Freien
Anhang 3
Verbotsschilder zur Brandverhütung
Anhang 4
Fristen von Ausführungsgenehmigungen für Fliegende Bauten

Teil A Bau und Betrieb Fliegender Bauten
1
Allgemeines
1.1
Geltungsbereich
Die Richtlinie gilt für Fliegende Bauten nach § 76 Absatz 1 der Sächsischen Bauord-
nung (SächsBO). Wesentliches Merkmal eines Fliegenden Baus ist hiernach das
Fehlen einer festen Beziehung der Anlage zu einem Grundstück. Die Richtlinie gilt
weder für Zelte, die als Camping- und Sanitätszelte verwendet werden noch für Zelte
mit einer überbauten Fläche bis zu 75 m². Die Regelungen dieser Richtlinie für Räu-
me in Zelten gelten auch für Räume vergleichbarer Nutzung und Größenordnung in
anderen Fliegenden Bauten.
1.2
Begriffe
1.2.1 Fahrgeschäfte sind Anlagen, in denen Fahrgäste durch eigene oder fremde Kraft in
vorgeschriebenen Bahnen oder Grenzen bewegt werden.
1.2.2 Schaugeschäfte sind Anlagen, in denen Zuschauer durch Vorführungen unterhalten
werden.
1.2.3 Belustigungsgeschäfte sind Anlagen, in denen sich Fahrgäste, Benutzer zu ihrer und
zur Belustigung anderer Zuschauer betätigen können.
1.2.4 Tribünen sind Anlagen mit ansteigenden Steh- oder Sitzplatzreihen für Besucher, die
von der Geländeoberfläche oder vom Fußboden des Raumes über Stufengänge oder
Treppen zugänglich sind.
1.2.5 Zelte sind Anlagen, deren Hülle aus Planen (textile Flächengebilde, Folien) oder teil-
weise auch aus festen Bauteilen besteht.
1.2.6 Tragluftbauten sind Anlagen mit einer flexiblen Hülle, welche ausschließlich oder mit
Stützung durch Seile, Netze oder Masten von der unter Überdruck gesetzten Luft des
Innenraums getragen werden.
1.2.7 Umwehrungen sind Vorrichtungen am Rand einer Verkehrsfläche mit dem Ziel, den
Absturz von Personen oder Sachen zu verhindern.
1.2.8 Abschrankungen sind Vorrichtungen mit dem Ziel, das unbeabsichtigte Betreten eines
gefährlichen Bereichs (zum Beispiel der Fahrbahn) zu verhindern.
1.2.9 Zäune dienen der Einfriedung eines Bereichs mit dem Ziel, diesen Bereich gegen
unbefugtes Betreten zu sichern.
2
Allgemeine Bauvorschriften
2.1
Standsicherheit und Brandschutz
2.1.1 Die Tragfähigkeit und Oberflächenbeschaffenheit des Standplatzes müssen dem
Verwendungszweck entsprechend geeignet sein. Unterpallungen (Unterfütterungen
zwischen dem Erdboden und der Sohlenkonstruktion) sind niedrig zu halten sowie
unverschieblich und standsicher herzustellen.
2.1.2 Baustoffe, ausgenommen gehobeltes Holz, müssen mindestens schwerentflammbar
sein; für Bedachungen, die höher als 2,30 m über begehbaren Flächen liegen, genü-
gen normalentflammbare Baustoffe.

2.1.3 Abspannvorrichtungen der Mastkonstruktionen müssen aus nichtbrennbaren Baustof-
fen bestehen.
2.1.4 Glasfaserverstärkte Kunststoffe (GFK) dürfen für tragende Konstruktionen nur ver-
wendet werden, wenn ihre Verwendbarkeit nach § 18 SächsBO (Allgemeine bauauf-
sichtliche Zulassung) oder § 20 SächsBO (Nachweis der Verwendbarkeit von Bau-
produkten im Einzelfall) nachgewiesen ist.
2.1.5 Bestuhlungen von Fliegenden Bauten für mehr als 5000 Besucher müssen aus min-
destens schwerentflammbarem Material oder gehobeltem Holz bestehen.
2.1.6 Vorhänge müssen mindestens schwerentflammbar sein und dürfen den Fußboden
nicht berühren. Sie müssen leicht verschiebbar sein.
2.1.7 Dekorationen müssen mindestens schwerentflammbar sein und dürfen nicht bren-
nend abtropfen.
2.1.8 Ausschmückungen aus natürlichem Laub- oder Nadelholz müssen frisch sein oder
gegen Entflammen imprägniert sein.
2.1.9 Abfallbehälter in Räumen müssen aus nichtbrennbaren Baustoffen bestehen und
dicht schließende Deckel haben.
2.2
Rettungswege in Räumen, Tribünen und Bühnen
2.2.1 Die Entfernung von jedem Besucherplatz bis zum nächsten Ausgang ins Freie darf
nicht länger als 30 m sein. Die Entfernung wird in Lauflinie gemessen.
2.2.2 Die Breite der Rettungswege ist nach der größtmöglichen Personenzahl zu bemes-
sen. Die lichte Breite eines jeden Teiles von Rettungswegen muss mindestens 1,20 m
betragen. Die lichte Breite eines jeden Teiles von Rettungswegen muss für die darauf
angewiesenen Personen mindestens betragen:
a) in Räumen
1,20 m je 200 Personen
b) im Freien
1,20 m je 600 Personen.
Staffelungen sind nur in Schritten von 0,60 m zulässig. Ohne Nachweis der Bestuh-
lung sind auf je 1 m² Platzfläche (Tisch-, Sitz- und Stehplätze) zwei Personen zu
rechnen.
2.2.3 Räume mit mehr als 100 m² Grundfläche müssen jeweils mindestens zwei möglichst
entgegengesetzt gelegene Ausgänge haben. Die lichte Breite der Ausgänge muss
der Rettungswegbreite entsprechen; bei Ausgängen aus Räumen mit weniger als
100 m² Grundfläche genügt eine lichte Breite von 0,90 m. Die Durchgangshöhe der
Ausgänge muss mindestens 2 m betragen. Die notwendigen Ausgänge müssen mit
Schildern nach
Anhang 1
dauerhaft und gut sichtbar gekennzeichnet werden.
2.3
Balkone, Emporen, Galerien, Podien
2.3.1 Balkone, Emporen, Galerien, Podien und andere Anlagen, die höher als 0,20 m sind
und von Besuchern oder Zuschauern benutzt werden, müssen feste Umwehrungen
haben. Bei einer Absturzhöhe bis 12 m müssen die Umwehrungen von der Fußbo-
denoberfläche gemessen mindestens 1 m hoch sein. Bei mehr als 12 m Absturzhöhe
müssen die Umwehrungen mindestens 1,10 m hoch sein. Die Umwehrungen müssen
so ausgebildet sein, dass nichts darauf abgestellt werden kann. Diese Umwehrungen
müssen mindestens aus einem Holm und zwei Zwischenholmen bestehen. Podien,
die höher als 1 m sind, müssen mit Stoßborden versehen sein. Umwehrungen von
Flächen mit einer Absturzhöhe von mehr als 1,50 m Höhe sind so auszuführen, dass
Kleinkindern das Durch- und Überklettern nicht erleichtert wird, wenn mit der Anwe-
senheit von Kleinkindern auf der zu sichernden Fläche üblicherweise zu rechnen ist.

Hier darf der Abstand der Umwehrungs- und Geländerteile in einer Richtung nicht
mehr als 0,12 m betragen.
2.3.2 Bei Rundpodien von Karussellen darf die Neigung 1:2,75 betragen, wenn die Boden-
beläge rutschsicher ausgeführt und Trittleisten vorhanden sind. Bei Schrägpodien
darf die Neigung bis 1:8 betragen.
2.3.3 Emporen, Galerien, Balkone und ähnliche Anlagen für Besucher müssen über min-
destens zwei voneinander unabhängige Treppen zugänglich sein.
2.4
Rampen, Treppen und Stufengänge
2.4.1 Rampen in Zu- und Abgängen für Besucher dürfen nicht mehr als 1:6 geneigt sein.
Sind sie durch Trittleisten in einem Abstand von höchstens 0,40 m gegen Ausrut-
schen gesichert, so dürfen sie bis 1:4 geneigt sein.
2.4.2 Treppen, die dem allgemeinen Besucherverkehr dienen, dürfen, soweit sie nicht rund-
um führen, zum Beispiel bei Fliegerkarussellen, nicht mehr als 2,40 m breit sein. Sie
müssen beiderseits feste und griffsichere Handläufe ohne freie Enden haben. Die
Handläufe sind über alle Stufen und Treppenabsätze fortzuführen. Die Auftrittsbreite
der Stufen muss mindestens 0,23 m betragen. Die Stufen sollen nicht niedriger als
0,14 m und dürfen nicht höher als 0,20 m sein. Bei Treppen mit gebogenen oder ge-
wendelten Läufen darf die Auftrittsbreite der Stufen im Abstand von 1,20 m von der
inneren Treppenwange 0,40 m nicht überschreiten. Das Steigungsverhältnis einer
Treppe muss immer gleich sein.
2.4.3 Treppen müssen an den Unterseiten geschlossen sein, wenn darunter Gänge, Sitz-
plätze oder Verkaufsstände angeordnet sind.
2.4.4 Wendeltreppen sind für Räume mit mehr als 50 Personen unzulässig.
2.4.5 Stufengänge müssen eine Steigung von mindestens 0,10 m und höchstens 0,20 m
und einen Auftritt von mindestens 0,26 m haben. Sie sind wie Treppen zu bemessen.
2.5
Beleuchtung
2.5.1 Die Beleuchtung muss elektrisch sein; batteriegespeiste Leuchten sind zulässig,
wenn sie fest angebracht sind.
2.5.2 Bei Ausfall der allgemeinen Stromversorgung müssen mindestens batteriegespeiste
Leuchten zur Verfügung stehen.
2.5.3 Ortsveränderliche Einrichtungen wie Scheinwerfer, Lautsprecher oder Projektoren
sind mit einer nichtbrennbaren Sekundärsicherung (zum Beispiel Sicherungsseil) ge-
gen Herabfallen zu sichern. Ein möglicher Fallweg ist so gering wie möglich zu halten.
2.6
Feuerlöscher
2.6.1 Feuerlöscher sind an gut sichtbaren und zugänglichen Stellen, die nach DIN 4066,
Ausgabe Juli 1997 (Hinweisschilder für die Feuerwehr) zu kennzeichnen sind, griffbe-
reit anzubringen und ständig gebrauchsfähig zu halten.
2.6.2 Zahl, Art und Löschvermögen der Feuerlöscher (DIN EN 3 Teil 7, Ausgabe Oktober
2007 – Tragbare Feuerlöscher; Eigenschaften, Leistungsanforderungen und Prüfun-
gen) und ihre Bereitstellungsplätze sind nach der Ausführungsart und Nutzung des
Fliegenden Baues festzulegen. Für die Mindestzahl der bereitzuhaltenden Feuerlö-
scher gilt nachstehende Übersicht:

Zeile
Überbaute
Fläche
(in m² )
erforderliche
Löschmittel-
einheiten
empfohlene
Mindestzahl der
Feuerlöscher
Art der
Feuerlöscher
1
bis 50
6
2
bis 100
9
keine Anforde-
rungen
3
bis 300
1
4
bis 600
2
5
bis 900
3
6
bis 1000
3 weitere
je 100 m²
4
7
Je weitere 500
12 weitere
1 weiterer
Pulverlöscher
mit ABC-
Löschpulver
2.7
Anforderungen an Aufenthaltsräume
2.7.1 Die lichte Höhe muss mindestens 2,30 m betragen. Bei Räumen in Wagen oder Con-
tainern muss die lichte Höhe im Scheitel gemessen mindestens 2,30 m betragen; sie
darf jedoch an keiner Stelle die lichte Höhe von 2,10 m unterschreiten.
2.7.2 Zelte müssen im Mittel 3 m und dürfen an keiner Stelle weniger als 2,30 m im Lichten
hoch sein. Bei Zelten bis zu 10 m Breite darf der Mittelwert von 3 m unterschritten
werden.
2.7.3 In Zelten mit Tribünen muss eine lichte Höhe über dem Fußboden der obersten Reihe
von mindestens 2,30 m, in Zelten mit Rauchverbot von mindestens 2 m vorhanden
sein.
2.7.4 Unter Emporen oder Galerien darf die lichte Höhe in Abweichung von Nummer 2.7.1
auf 2 m verringert werden.
2.8
Hinweisschilder und -zeichen
Anschläge und Aufschriften, die auf Rettungswege, Rauchverbot oder Benutzungs-
verbote und -bedingungen hinweisen, sind an gut sichtbarer Stelle anzubringen. Sie
müssen den
Anhängen 1 bis 3
entsprechen.
3
Bauvorschriften für Tribünen
3.1
Die Unterkonstruktion von Tribünen mit mehr als zehn Platzreihen, deren Höhenun-
terschied mehr als 0,32 m je Platzreihe beträgt (steil ansteigende Platzreihen), muss
aus nichtbrennbaren Baustoffen bestehen.
3.2 Bei Tribünen im Freien dürfen an jeder Seite eines Stufen- oder Rampenganges
höchstens 20, zwischen zwei Seitengängen höchstens 40 Sitzplätze angeordnet sein.
3.3 Bei Tribünen in Zelten dürfen an jeder Seite eines Stufen- oder Rampenganges
höchstens zehn, zwischen zwei Seitengängen höchstens 20 Sitzplätze angeordnet
sein.
3.4 Der Fußboden jeder Platzreihe muss mit dem anschließenden Auftritt des Stufen-
oder Rampenganges in gleicher Höhe liegen.
3.5
Laufbohlen zwischen den Sitzplatzreihen müssen so breit sein, dass sie jeweils
0,05 m unter die Sitzflächen der beiden Sitzplatzreihen reichen. Ersatzweise kann ein
Stoßbord angeordnet werden. Die freien Zwischenräume dürfen höchstens 0,12 m
betragen.

3.6 Stehplätze auf Stehplatzreihen (Stehstufen) müssen mindestens 0,50 m breit sein
und dürfen höchstens 0,45 m tief sein. Die Stehstufen sollen mindestens 0,10 m hoch
sein.
3.7
Sitzplätze müssen mindestens 0,50 m breit sein. Sie müssen unverrückbar befestigt
sein. Zwischen den Sitzplatzreihen muss eine lichte Durchgangsbreite von mindes-
tens 0,40 m vorhanden sein.
3.8
Der Abstand der Umwehrungs- und Geländerteile von Tribünen darf in einer Richtung
nicht mehr als 0,12 m betragen. Auch hinter der obersten Platzreihe ist bei einer Ab-
sturzhöhe bis 12 m eine Umwehrung mit einer Höhe von mindestens 1 m, gemessen
ab Oberkante Fußboden, erforderlich. Bei mehr als 12 m Absturzhöhe muss die Um-
wehrung mindestens 1,10 m hoch sein. Falls die Rückenlehne der obersten Sitzreihe
als Umwehrung dienen soll, ist diese wie ein Geländer zu bemessen.
3.9
Bei Tribünen mit einer Höhe von mehr als 5 m, gemessen von der Aufstellfläche bis
Oberkante Fußboden der obersten Reihe, sind nach hinten, seitlich oder durch Mund-
löcher zusätzlich zu den Stufengängen Treppen anzuordnen. Befinden sich oberhalb
der Treppen weitere Platzreihen, so sind bei einer Höhendifferenz der Platzreihen von
jeweils 5 m weitere Treppen erforderlich.
3.10 Werden mehr als fünf Stehstufen von Stehplatzreihen hintereinander angeordnet, so
sind vor der vordersten Stufe und nach jeweils zehn weiteren Stufen Umwehrungen
von mindestens 1,10 m Höhe, gemessen ab Oberkante Fußboden, anzubringen
(Wellenbrecher). Sie müssen einzeln mindestens 3 m lang und dürfen seitlich höchs-
tens 2 m voneinander entfernt sein. Die seitlichen Abstände können bis auf 5 m ver-
größert werden, wenn die Lücken nach höchstens fünf Stehplatzreihen durch versetzt
angeordnete Wellenbrecher überdeckt sind.
3.11 Tribünen müssen bei Veranstaltungen während der Dunkelheit ausreichend beleuch-
tet werden können.
4
Bauvorschriften für Fahrgeschäfte
4.1
Bewegte, für Fahrgäste bestimmte Teile, insbesondere ausschwingende Fahrgastsit-
ze, müssen von anderen festen oder bewegten Teilen des Fahrgeschäftes so weit
entfernt sein, dass die Fahrgäste nicht gefährdet sind.
4.2
Die Fahrbahngrenzen ausschwingender Fahrgastsitze oder -gondeln sind so festzu-
legen, dass Zuschauer nicht gefährdet werden können.
4.3
Die Fahrzeuge und Gondeln müssen fest angebrachte Sitze und Vorrichtungen zum
Festhalten sowie nötigenfalls zum Anstemmen der Füße haben. Können die Fahrgäs-
te vom Sitz abgehoben werden oder abrutschen oder sind sie zeitweise mit dem Kopf
nach unten gerichtet, so sind in den Fahrzeugen oder Gondeln ausreichende Fahr-
gastsicherungen erforderlich.
4.4
Fahrgastsicherungen müssen so ausgebildet sein, dass die Fahrgäste nicht zwischen
Sitz und Fahrgastsicherung durchrutschen können.
4.5
Die Einstiegsöffnungen und Türen in Fahrzeuge oder Gondeln müssen Schließvor-
richtungen haben. Bei allen langsam laufenden Fahrgeschäften (v = 3 m/s) genügen
einfache Schließvorrichtungen, zum Beispiel Ketten oder Riemen, die mit offenen Ha-
ken eingehängt werden. Bei allen schnell laufenden Fahrgeschäften (v = 3 m/s) müs-
sen die Einstiegsöffnungen der Fahrzeuge oder Gondeln Sicherheitsverschlüsse ha-
ben, die sich während der Fahrt nicht öffnen können, zum Beispiel geschlossene Ha-
ken oder Schließstangen mit federbelasteter Verriegelung.

4.6
Fahrgeschäfte müssen während des Betriebes, auch bei Betriebsstörungen, wie zum
Beispiel Stromausfall, in eine sichere Lage gebracht und stillgelegt werden können.
4.7
Elektrische Sicherheitseinrichtungen müssen so ausgelegt sein, dass bei Auftreten
eines Fehlers (innerer oder äußerer Fehler) ihre Wirksamkeit erhalten bleibt oder die
Anlage in den sicheren Zustand überführt wird. Der Begriff Fehler umfasst sowohl den
ursprünglichen als auch die daraus eventuell entstehenden weiteren Fehler in oder an
den Sicherheitseinrichtungen. Mit dem gleichzeitigen Entstehen zweier unabhängiger
Fehler braucht nicht gerechnet zu werden. Ein Hinzukommen eines zweiten Fehlers
zu einem unerkannten ersten Fehler ist jedoch zu berücksichtigen.
4.8
Bei Fahrgeschäften, bei denen die Fahrgäste besonderen Belastungen (zum Beispiel
hohen Flieh- und Druckkräften) ausgesetzt sind, sind technische Einrichtungen zur
Begrenzung der Höchstfahrzeit vorzusehen.
4.9
Der Führerstand mit den zentralen Steuer- und Schalteinrichtungen ist baulich so
anzuordnen oder auszustatten, dass ein bestmöglicher Überblick für den Betrieb der
Anlage gewährleistet ist.
4.10 Können Höhenbewegung der Ausleger von Karussellen durch den Fahrgast selbst
gesteuert werden, so muss die Steuereinrichtung so beschaffen sein, dass die Bedie-
nungspersonen die vom Fahrgast eingeleiteten Bewegungsabläufe unterbrechen und
die Fahrgasteinheit in die Ausgangsstellung zurückbringen können.
4.11
Handräder zum Drehen der Gondeln dürfen nicht durchbrochen sein.
5
Bauvorschriften für Zelte und vergleichbare Räume für mehr als 200 Besucher
5.1
Rettungswege
5.1.1 Mindestens ein Zu- und Ausgang muss so beschaffen sein, dass er für Rollstuhlbe-
nutzer ohne fremde Hilfe geeignet ist.
5.1.2 Zwischen Ausgangstüren und Stufen müssen Absätze von einer der Türflügelbreite
entsprechenden Tiefe liegen.
5.1.3 Türen im Zuge von Rettungswegen müssen in Fluchtrichtung aufschlagen. Sie müs-
sen während der Betriebszeit von innen mit einem einzigen Griff leicht in voller Breite
zu öffnen sein. Schiebe- und Drehtüren sind in Rettungswegen unzulässig. Pendeltü-
ren in Rettungswegen müssen Vorrichtungen haben, die ein Durchpendeln der Türen
verhindern.
5.2
Lüftung
5.2.1 Es muss eine Lüftung vorhanden sein, die unmittelbar ins Freie führt.
5.2.2 Küchen müssen Abzüge haben, die Dünste unmittelbar ableiten. Lüftungsleitungen,
durch die stark fetthaltige Luft abgeführt wird, wie von Koch- und Grilleinrichtungen,
sind durch auswechselbare Filter gegen Fettablagerungen zu schützen.
5.3
Rauchabzüge
Sind mehr als 1500 Besucher zugelassen, müssen Rauchabzugsöffnungen mit einem
lichten Gesamtquerschnitt von mindestens 0,5 Prozent der Grundfläche oder gleich-
wertige mechanische Einrichtungen, zum Beispiel Zwangslüfter, vorhanden sein. Die
Bedienungselemente müssen an gut zugänglichen Stellen liegen und an der Bedie-
nungsstelle die Aufschrift „Rauchabzug“ haben.

5.4
Beheizung
5.4.1 Feuerstätten und Geräte, die mit festen, flüssigen oder gasförmigen Brennstoffen
beheizt werden, sind unzulässig. Hiervon ausgenommen sind Feuerstätten und Gerä-
te für die Zubereitung von Speisen und Getränken, die in Küchen aufgestellt werden,
die von Versammlungsräumen zumindest abgeschrankt sind.
5.4.2 Elektrische Heizanlagen müssen unverrückbar befestigt sein und durch Befestigun-
gen gesicherte Leitungen haben. Glühende Teile der Heizkörper dürfen nicht offen
liegen. Rückseiten und Seitenteile von Heizstrahlern und Heizgebläsen müssen von
Wänden und brennbaren Gegenständen mindestens 1 m entfernt sein. Heizstrahler
müssen in Abstrahlungsrichtung von Gegenständen aus brennbaren Stoffen mindes-
tens 3 m entfernt sein. Von Austrittsöffnungen, die zu Heizgebläsen gehören, müssen
Gegenstände aus brennbaren Stoffen in Richtung des Luftstromes mindestens 2 m
entfernt sein, sofern die Temperatur der Warmluft über 40° C liegt.
5.5
Beleuchtung
Zelte und vergleichbare Räume mit mehr als 200 m² Grundfläche, die auch nach Ein-
bruch der Dunkelheit betrieben werden, müssen eine Sicherheitsbeleuchtung nach
Maßgabe der einschlägigen technischen Bestimmungen (VDE 100 Teil 718, Ausgabe
Oktober 2005 – Errichtung von Niederspannungsanlagen, Anforderungen für Be-
triebsstätten, Räume und Anlagen besonderer Art; Bauliche Anlagen für Menschen-
ansammlungen und VDE 108 Teil 100, Ausgabe Januar 2005 – Sicherheitsbeleuch-
tungsanlagen) haben.
5.6
Bestuhlung
5.6.1 In Reihen angeordnete Sitzplätze müssen mindestens 0,50 m breit und unverrückbar
befestigt sein; werden nur gelegentlich Stühle aufgestellt, sind sie mindestens in den
einzelnen Reihen fest miteinander zu verbinden. Die Sitzreihen müssen eine freie
Durchgangsbreite von mindestens 0,40 m haben.
5.6.2 An jeder Seite eines Ganges dürfen höchstens zehn, zwischen zwei Seitengängen
höchstens 20 Sitzplätze angeordnet sein.
5.6.3 In Logen mit mehr als zehn Stühlen müssen diese unverrückbar befestigt sein.
5.6.4 Der Abstand von Tisch zu Tisch soll 1,50 m nicht unterschreiten.
5.6.5 Von jedem Tischplatz darf der Weg zu einem Gang nicht länger als 10 m sein.
5.6.6 Bei Biertischgarnituren gelten folgende Regelungen: Nummer 5.6.1 und Nummer
5.6.4 sind nicht anzuwenden. Die Sitzplatzbreite beträgt mindestens 0,44 m. Abwei-
chend von Nummer 2.2.2 genügen zwischen den Stirnseiten der Biertischgarnituren
Gänge mit einer Mindestbreite von 0,80 m, sofern nicht mehr als 120 Personen auf
sie angewiesen sind. Diese Gänge müssen zu Rettungswegen nach Nummer 2.2.2
oder zu Ausgängen führen.
5.7
Manegen
Manegen müssen gegen die Platzfläche durch geschlossene und stoßfeste Einfas-
sungen getrennt sein. Die Einfassung muss mindestens 0,40 m hoch sein. Die Sum-
me ihrer Höhe und Breite soll mindestens 0,90 m betragen.
5.8
Sanitätsraum
Sind mehr als 3000 Besucher zugelassen, muss ein Sanitätsraum vorhanden sein.
Dies gilt auch bei Zirkuszelten für mehr als 1500 Besucher.

6
Allgemeine Betriebsvorschriften
6.1
Verantwortliche Personen
6.1.1 Der Betreiber oder ein von ihm beauftragter hinreichend sachkundiger Vertreter muss
während des Betriebs die Aufsicht führen und für die Einhaltung der Bedienungs- und
Betriebsvorschriften sorgen.
6.1.2 Der Betreiber hat die Bedienungspersonen an jedem Aufstellungsort insbesondere
über die Bedienungs- und Betriebsvorschriften und das Verhalten bei Stromausfall, in
Brand- und Panikfällen oder sonstigen Störungen zu belehren. Die Bedienungs- und
Betriebsvorschriften müssen von den Bedienungspersonen jederzeit eingesehen
werden können.
6.1.3 Der Betreiber hat Unfälle, die durch den Betrieb entstanden sind, unverzüglich der
zuständigen Bauaufsichtsbehörde mitzuteilen.
6.2
Überprüfungen
6.2.1 Die tragenden und maschinellen Teile sind vor der Aufstellung auf ihren einwandfrei-
en Zustand hin zu prüfen. Schadhafte Teile sind unverzüglich durch einwandfreie zu
ersetzen. Es ist darauf zu achten, dass die Anlage auch während des Auf- und Ab-
baues standsicher ist. Die Unterpallungen sind hinsichtlich der Standsicherheit regel-
mäßig zu überprüfen.
6.2.2 Fahr-, Schau- und Belustigungsgeschäfte sind mindestens täglich vor Betriebsbeginn
auf ordnungsgemäße Beschaffenheit und betriebssicheren Zustand zu prüfen. Die
wesentlichen Anschlüsse, die bewegten und maschinellen Teile sowie die Fahrschie-
nen von Achterbahnen einschließlich der Befestigungen sind auch während des Be-
triebs regelmäßig zu beobachten; nötigenfalls ist der Betrieb einzustellen. Schäden
sind sofort zu beseitigen. Die Oberflächen von Drehscheiben und Rutschbahnen sind
auch während des Betriebs auf ordnungsgemäßen Zustand zu überprüfen; schadhaf-
te Stellen sind unverzüglich auszubessern.
6.3
Rettungswege, Beleuchtung
6.3.1 Die Rettungswege sind freizuhalten und bei Dunkelheit während der Betriebszeit zu
beleuchten.
6.3.2 Die Sicherheitsbeleuchtung ist bei Dunkelheit während der Betriebszeit zugleich mit
der Hauptbeleuchtung einzuschalten.
6.4
Brandverhütung
6.4.1 In Fahrgeschäften, Belustigungsgeschäften und Schaugeschäften ist das Rauchen
verboten. In Schaubuden, Zelten mit Szenenflächen während der Aufführung, in Zel-
ten, die Reihenbestuhlung haben oder während der Vorführung verdunkelt werden,
sowie in Zirkuszelten ist das Rauchen und die Verwendung von offenem Feuer verbo-
ten; Letzteres gilt nicht für Festzelte.
6.4.2 Scheinwerfer müssen von brennbaren Bauprodukten so weit entfernt sein, dass diese
nicht entzündet werden können; insbesondere zu Vorhängen und Dekorationen aus
brennbaren Stoffen ist ein Sicherheitsabstand von mindestens 1,50 m einzuhalten.
6.5
Brandsicherheitswache
6.5.1 Eine Brandsicherheitswache muss anwesend sein bei Veranstaltungen in

a) Fest- und Versammlungszelten mit mehr als 5000 Besucherplätzen, sofern nicht
für das Aufstellungsgelände eine Brandsicherheitswache zur Verfügung steht und
b) Zirkuszelten mit mehr als 1500 Besucherplätzen.
6.5.2 Zuständigkeit und Verfahren für die Stellung der Brandsicherheitswache richtet sich
nach § 23 Absatz 2 des Sächsischen Gesetzes über Brandschutz, Rettungsdienst
und Katastrophenschutz (SächsBRKG) vom 24. Juni 2004 (SächsGVBl. S. 245), das
zuletzt durch Artikel 19 des Gesetzes vom 15. Dezember 2010 (SächsGVBl. S. 387,
399) geändert worden ist (rechtzeitige Anzeige an Gemeinde, primär Gemeinde,
hilfsweise Veranstalter). Die erforderlichen Fachkenntnisse der Brandsicherheitswa-
che müssen die Anforderungen des § 23 Absatz 3 SächsBRKG erfüllen.
6.6
Benutzungseinschränkungen für Benutzer und Fahrgäste
6.6.1 Für die Benutzung durch Kinder gilt, vorbehaltlich einer anders lautenden Festlegung
in der Ausführungsgenehmigung, Folgendes:
a) Fahrgeschäfte, ausgenommen Kinderfahrgeschäfte, dürfen von Kindern unter
acht Jahren nur in Begleitung Erwachsener benutzt werden. Fahrgeschäfte, bei
denen es aufgrund der Bauart erforderlich ist, dass die Fahrgäste zu ihrer Sicher-
heit mitwirken, zum Beispiel durch Festhalten, dürfen von Kindern unter sechs
Jahren auch in Begleitung Erwachsener nicht benutzt werden. Schnelllaufende
Fahrgeschäfte dürfen von Kindern unter vier Jahren auch in Begleitung Erwach-
sener nicht benutzt werden.
b) Überschlagschaukeln und Fahrgeschäfte mit Gondeln, bei denen die Fahrgäste
zeitweilig mit dem Kopf nach unten gerichtet sind, dürfen von Kindern unter 14
Jahren nicht benutzt werden.
c) Fliegerkarusselle dürfen von Kindern unter sechs Jahren nicht, von Kindern von
sechs bis zehn Jahren nur dann benutzt werden, wenn die Sitze so eingerichtet
sind, dass ein Durchrutschen mittels besonderer Vorkehrungen, zum Beispiel Zu-
rückhängen der Schließkette, verhindert wird.
d) Belustigungsgeschäfte mit bewegten Gehbahnen, Treppen und ähnlichen Bautei-
len dürfen von Kindern unter zehn Jahren nicht benutzt werden.
e) Autofahrgeschäfte und Motorrollerbahnen mit einsitzigen Fahrzeugen dürfen von
Kindern unter 14 Jahren nicht, sonstige Autofahrgeschäfte von Kindern unter
zehn Jahren nur in Begleitung von Erwachsenen benutzt werden. Kinder müssen
vor der Fahrt von den Bedienungspersonen mit Gurten nach Nummer 4.1.4.2 ge-
sichert werden.
f) Kinder unter vier Jahren dürfen bei Kinderfahrzeugkarussellen nur Fahrzeuge mit
umschlossenen Sitzen benutzen.
6.6.2 Sitzplätze in Fahrgeschäften dürfen jeweils nur von einer Person besetzt werden; das
gilt auch für Kinder. Sitzplätze für zwei Erwachsene dürfen von höchstens drei Kin-
dern besetzt werden, wenn es nach Art der Aufteilung und Ausbildung der Sitze sowie
der Betriebsweise vertretbar ist.
6.6.3 Kinderfahrgeschäfte dürfen nur von Kindern benutzt werden.
6.6.4 Tiere sowie Schirme, Stöcke und andere sperrige oder spitze Gegenstände dürfen in
Fahrgeschäfte und Belustigungsgeschäfte, ausgenommen deren Zuschauerräume,
nicht mitgenommen werden.
6.6.5 Fahrgäste, die Schuhe mit Beschlägen, zum Beispiel Nagelschuhe, oder mit spitzen
Absätzen tragen, sind von der Benutzung von Drehscheiben und Rutschbahnen aus-
zuschließen.
6.6.6 Schunkeln und rhythmisches Trampeln auf Podien sind zu untersagen.

6.6.7 Offensichtlich betrunkene Personen sind von der Benutzung von Fahr- und Belusti-
gungsgeschäften auszuschließen.
6.7
Hinweisschilder
Auf Rettungswege, Benutzungsverbote oder Benutzungseinschränkungen ist durch
augenfällige Schilder (vergleiche
Anhänge 1 bis 3
) hinzuweisen.
7
Besondere Betriebsvorschriften
7.1
Fahrgeschäfte allgemein
7.1.1 Fahrgeschäfte mit bewegten und ausschwingenden sowie bewegten oder aus-
schwingenden Teilen müssen einen Sicherheitsabstand von mindestens 1 m von an-
deren baulichen Anlagen und festen Gegenständen haben. In der Nähe von Bäumen
ist deren Bewegung, zum Beispiel im Wind, zusätzlich zu berücksichtigen. Zu Stark-
stromfreileitungen ist ein Mindestabstand von 5 m einzuhalten.
7.1.2 Das Betreten der Zusteigpodien darf nur so vielen Personen gestattet werden, wie es
der sichere Betrieb zulässt. Die Fahrzeuge oder Gondeln sind für das Ein- und Aus-
steigen genügend lange anzuhalten. Frei schwingende oder frei drehbare Gondeln
sind während des Ein- und Aussteigens von den Bedienungspersonen festzuhalten.
7.1.3 Die Fahrgastsicherungen, zum Beispiel Bügel, Gurte, Anschnallvorrichtungen und so
weiter, und die Abschlussvorrichtungen am Einstieg von Fahrzeugen, Gondeln oder
Sitzen (Türen, Bügel, Ketten und so weiter) sind durch die Bedienungspersonen vor
jeder Fahrt zu schließen und auf ihre Wirksamkeit zu prüfen; sie sind bis zum Fahrt-
ende geschlossen zu halten. Fahrgeschäfte mit automatischer Verriegelung der
Fahrgastsicherungen dürfen erst gestartet werden, wenn das Bedienungspersonal
sich davon überzeugt hat, dass die Bügel fest am Körper anliegen und verriegelt sind.
7.1.4 Triebwerke, Fahrzeuge oder Gondeln dürfen nicht in Bewegung gesetzt werden, be-
vor
a) alle Fahrgäste Platz genommen haben,
b) die vorgeschriebenen Fahrgastsicherungen durchgeführt und
c) der Gefahrenbereich, nötigenfalls die Podien, geräumt wurden.
7.1.5 Das Auf- und Abspringen während der Fahrt, das Hinausstrecken der Arme und Bei-
ne, das Hinauslehnen aus Fahrzeugen oder Gondeln, das Sitzen auf Bordwänden,
das Stehen auf Sitzen oder das Stehen in Fahrzeugen oder Gondeln, die mit Sitzen
ausgestattet sind, ist zu untersagen.
7.1.6 In schnell laufenden Fahrgeschäften darf während der Fahrt nicht kassiert werden. In
anderen Fahrgeschäften darf während der Fahrt nur kassiert werden, wenn die Fahr-
gäste das Fahrzeug nicht selbst lenken oder nicht Kinder oder sich selbst festhalten
müssen.
7.1.7 Das Anfahren und Abbremsen muss mit mäßiger Beschleunigung oder Verzögerung
erfolgen. Sind Fahrgäste besonderen Flieh- oder Druckkräften ausgesetzt, ist eine
Höchstfahrzeit einzuhalten, die bei zu erwartenden besonderen gesundheitlichen Be-
lastungen nicht mehr als 200 Sekunden betragen darf.
7.2
Achterbahnen, Geisterbahnen
7.2.1 Der Abstand der Fahrzeuge ist so einzurichten, dass bei Störungen auf der Ab-
laufstrecke alle Fahrzeuge einzeln rechtzeitig angehalten werden können. Bei Stock-
werksgeisterbahnen ohne automatische Streckensicherungen (vergleiche Nummer

4.1.3.1) und mit mehr als einem Wagen auf der Strecke muss eine Aufsichtsperson
dafür sorgen, dass die Anlage bei Störungen unverzüglich stillgesetzt wird.
7.2.2 Bei Sturm, behinderter Sicht oder besonderen Witterungsverhältnissen, die ein siche-
res Anhalten der Fahrzeuge mit den Bremsen und ein einwandfreies Durchfahren der
Strecke gefährden, ist der Betrieb von Achterbahnen einzustellen; das gilt auch für
Geisterbahnen, deren Strecken teilweise der Witterung ausgesetzt sind.
7.3
Autofahrgeschäfte, Motorrollerbahnen
7.3.1 Eine Aufsichtsperson muss von einer Stelle, die einen Überblick über die ganze Bahn
gewährleistet, den gesamten Fahrbetrieb überwachen, die Signale geben und den
Lautsprecher bedienen. Ist ein größerer Teil der Fahrbahn nicht zu überblicken, muss
eine weitere Aufsichtsperson diesen Teil der Fahrbahn überwachen und mit der ers-
ten Person Verbindung halten.
7.3.2 Beginn und Ende jeder Fahrt sind durch akustisches Signal, zum Beispiel Hupe, und
gegebenenfalls durch Lautsprecher bekanntzugeben. Auf den Fahrbahnen befindli-
che Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor dürfen erst bestiegen werden, wenn alle
Fahrzeuge halten. Das Rückwärtsfahren ist zu untersagen.
7.3.3 Autofahrgeschäfte dürfen nur mit Fahrzeugen gleicher Antriebsart betrieben werden.
Sie dürfen nur benutzt werden, solange die Fahrbahnen in genügend griffigem Zu-
stand gehalten werden.
7.3.4 Autoskooter sind so zu betreiben, dass Augenverletzungen vermieden werden. Die
Fahrzeuge sind täglich derart zu reinigen, dass Abreibpartikel des Netzes und der
Stromabnehmer von Karossen und Sitzen entfernt werden, zum Beispiel durch Abwi-
schen mit feuchtem Lappen. Die Fahrbahnplatte ist mindestens täglich vor Betriebs-
beginn, nötigenfalls auch in Pausen, von Verschmutzungen zu reinigen. Vom Strom-
abnehmernetz ist Flugrost, der nach Abnutzung der Zinkschicht entsteht, unverzüg-
lich zu entfernen. Beschädigungen, zum Beispiel Löcher, Unregelmäßigkeiten an den
Verbindungsnähten, sind sofort zu beseitigen. Stromabnehmerbügel sind mindestens
täglich auf ihren einwandfreien Zustand zu prüfen. Die Kontaktbürsten sind täglich zu
reinigen.
7.4
Schaukeln
7.4.1 Für höchstens drei nebeneinander liegende Gondeln muss eine Bedienungsperson
anwesend sein.
7.4.2 Nichtmotorisch betriebene Überschlagschaukeln, bei denen die Fahrgäste zeitweilig
mit dem Kopf nach unten gerichtet sind, dürfen je Gondel nur von einer Person be-
nutzt werden.
7.5
Karusselle
7.5.1 Bei Auslegerflugkarussellen, bei denen die Höhenbewegung der Ausleger durch die
Fahrgäste selbst gesteuert wird, dürfen die Schaltvorrichtungen für die Höhenfahrt
der Gondeln und des Mittelbaus erst nach dem Anfahren des Drehwerkes auf „He-
ben“ gestellt werden. Zur Beendigung der Fahrt sind diese Schaltvorrichtungen so
rechtzeitig auf „Senken“ zu stellen, dass alle Gondeln und der Mittelbau bereits in der
tiefsten Lage sind, bevor das Drehwerk anhält.
7.5.2 Bei Karussellen, bei denen die Sitz- oder Stehplätze gehoben oder gekippt und die
Fahrgäste durch die Fliehkraft auf ihren Plätzen festgehalten werden, darf mit dem
Heben oder Kippen erst begonnen werden, wenn die volle Drehzahl erreicht ist. Das
Senken muss beendet sein, bevor die Drehzahl vermindert wird.

7.5.3 Bei Fliegerkarussellen ist darauf zu achten, dass die Fahrgäste nicht schaukeln, sich
abstoßen, den Sitz in drehende Bewegung setzen und sich weit hinausbeugen. Jeder
Sitzplatz darf nur von einer Person besetzt werden; das gilt auch für Kinder.
7.6
Riesenräder
Die Gondeln müssen auch während der Teilfahrten so besetzt sein, dass das Rad
gleichmäßig belastet wird.
7.7
Belustigungsgeschäfte
7.7.1 Die Stoßbanden von Drehscheiben sind während der Fahrt von Zuschauern freizuhal-
ten. Fahrgäste, die von der Drehfläche abgerutscht sind, sind aufzufordern, die
Rutschfläche zwischen Drehscheibe und Stoßbande unverzüglich zu verlassen. Kin-
der dürfen nicht gemeinsam mit Erwachsenen an Fahrten auf Drehscheiben teilneh-
men.
7.7.2 Fahrgäste dürfen Rutschbahnen nur mit dicken Filz- oder Tuchunterlagen benutzen.
7.7.3 Bei Tobogganen sind Kinder unter acht Jahren stets, Erwachsene auf Wunsch, durch
einen Helfer den Laufteppich hinauf zu begleiten; hierauf ist durch augenfällige Schil-
der am Anfang des Laufteppichs hinzuweisen. Am Ende des Laufteppichs müssen
zwei Helfer ankommenden Personen Hilfe leisten. Am Anfang des Laufteppichs und
am Anfang der Rutschbahn müssen Bedienungspersonen für Ordnung, insbesondere
für genügenden Abstand sorgen.
7.7.4 Der Boden von Rotoren darf erst abgesenkt werden, wenn die festgesetzte Höchst-
drehzahl erreicht ist; der Boden darf erst angehoben werden, wenn der Rotor zum
Stillstand gekommen ist und die Fahrgäste sich von der Wand entfernt haben.
7.8
Schießgeschäfte
Die Bedienungspersonen haben
a) je Person in der Regel nicht mehr als zwei, bei Kindern in jedem Fall nur einen
Schützen zu bedienen,
b) die Gewehre erst dann zu laden, wenn der Schütze jeweils an den Schießtisch
herangetreten ist; die Mündung ist hierbei vom Schützen abgekehrt und bei der
Übergabe nach oben zu halten,
c) dafür zu sorgen, dass die Gewehre und Geschosse nach Betriebsschluss sicher
verwahrt werden.
Teil B Ausführungsgenehmigungen für Fliegende Bauten und deren Gebrauchsab-
nahmen
8
Allgemeines
Werden Fliegende Bauten länger als drei Monate an einem Ort aufgestellt, ist im Ein-
zelfall zu prüfen, ob es sich um die Errichtung einer genehmigungspflichtigen Anlage
handelt.
9
Ausführungsgenehmigung, Prüfbuch
9. 1
Dem Antrag auf Erteilung einer Ausführungsgenehmigung gemäß § 76 Absatz 2
SächsBO sind die erforderlichen Bauvorlagen in zweifacher Ausfertigung beizufügen.
Als Bauvorlagen kommen in Betracht:
a) Bau- und Betriebsbeschreibungen,

b) Bauzeichnungen auf Papier, auf Gewebe oder aus gleichwertigem Material (über-
sichtliche Darstellung der gesamten Anlage, zum Beispiel im Maßstab 1:100 oder
1:50),
c) Einzelzeichnungen der tragenden Bauteile und deren Verbindungen zum Beispiel
im Maßstab 1:10 oder 1:5,
d) baustatische Nachweise sowie die Sicherheitsnachweise über die maschinen-
technischen Teile und elektrischen Anlagen,
e) Prinzipschaltpläne für elektrische, hydraulische oder pneumatische Anlagenteile
oder Einrichtungen,
f) Zeichnungen über die Anordnung der Rettungswege und deren Abmessungen mit
rechnerischem Nachweis für Zelte mit mehr als 400 Besucherplätzen.
9.2
Vor Erteilung der Ausführungsgenehmigung ist der Fliegende Bau zur Probe aufzu-
stellen. Auf die probeweise Aufstellung kann verzichtet werden, wenn sie zur Beurtei-
lung der Stand- oder Betriebssicherheit des Fliegenden Baus nicht erforderlich ist.
In der Regel sind Zelte mit mehr als 1500 Besucherplätzen oder mit mehr als 750 m²
Grundfläche sowie Fahr-, Schau- und Belustigungsgeschäfte, Tribünen mit mehr als
500 Besucherplätzen und Bühnen vor der Inbetriebnahme probeweise aufzustellen.
Bei allen Anlagen vorwiegend maschineller Art ist ein Probebetrieb mit den, der Be-
rechnung zugrunde gelegten, ungünstigsten Belastungen, vorzunehmen.
9.3
Das Prüfbuch im Sinne von § 76 Absatz 4 Satz 4 SächsBO ist dauerhaft zu binden
und mit fortlaufenden Seitenzahlen zu versehen.
9.4
Bei Fliegenden Bauten, die mehrfach hergestellt werden und in ihren wesentlichen
tragenden Bauteilen übereinstimmen, ausgenommen Zelte, kann eine dauerhafte
Kennzeichnung verlangt werden. Das Kennzeichen ist so an dem Fliegenden Bau
anzubringen, dass zweifelsfrei festgestellt werden kann, ob Prüfbuch und Fliegender
Bau zusammengehören. Das Kennzeichen ist im Prüfbuch einzutragen.
9.5
Für Fliegende Bauten, die auch in selbständigen räumlichen Abschnitten, zum Bei-
spiel Binderfelder von Zelten und Tribünen, errichtet oder abschnittsweise in anderer
Anordnung, zum Beispiel Zelte aus Seitenschiffen, zusammengesetzt werden kön-
nen, braucht nur eine Ausführungsgenehmigung erteilt werden, wenn alle vorgesehe-
nen Möglichkeiten der Errichtung oder Zusammensetzung darin berücksichtigt sind.
Sollen selbständige räumliche Abschnitte zur gleichen Zeit an verschiedenen Orten
aufgestellt werden, können auch mehrere Ausfertigungen einer Ausführungsgeneh-
migung erteilt werden. In der Ausführungsgenehmigung muss auch die größte Zahl
der räumlichen Abschnitte festgelegt werden. Die Geltungsdauer der Ausführungsge-
nehmigung muss in allen Prüfbüchern einheitlich angegeben sein. Verlängerungsge-
nehmigungen dürfen nur für den ganzen Fliegenden Bau erteilt werden.
9.6
Verzögert sich nach Abschluss der Prüfung die Ausstellung des Prüfbuchs, genügt
eine Ausführungsgenehmigung in Form eines vorläufigen Prüfbuchs, dessen Seiten
zu heften und fortlaufend zu nummerieren sind. In der Regel genügt es, dem vorläufi-
gen Prüfbuch die mit Genehmigungsvermerk versehenen Bauvorlagen nach den
Nummern 9.1a, 9.1b und 9.1f beizufügen. Die Ausführungsgenehmigung in dem vor-
läufigen Prüfbuch ist bis zur Ausstellung des Prüfbuchs, längstens jedoch auf neun
Monate, zu befristen.
10
Verlängerung der Ausführungsgenehmigung
Die Geltungsdauer einer Ausführungsgenehmigung darf nur verlängert werden, wenn
der Fliegende Bau noch mit den geprüften und mit Genehmigungsvermerk versehe-
nen Bauvorlagen übereinstimmt sowie die notwendigen Prüfungen durchgeführt wor-
den sind.

Bei älteren Fahrgeschäften mit hohen dynamischen Beanspruchungen, insbesondere
Fahrgeschäften nach Nummer 6, 6.1, 6.5.3 und 6.5.4 des
Anhangs 4
ist eine Son-
derprüfung durch Sachverständige gemäß Nummer 12.2 Voraussetzung für die Ver-
längerung der Ausführungsgenehmigung. Diese Prüfung ist erstmals zwölf Jahre
nach Inbetriebnahme und danach, bei schienengebundenen Hochgeschäften im Ab-
stand von höchstens vier Jahren, bei anderen betroffenen Fahrgeschäften im Ab-
stand von höchstens sechs Jahren durchzuführen und erstreckt sich auf Sonderun-
tersuchungen mit Materialprüfungen der dynamisch hochbeanspruchten Teile.
Entstehen durch geänderte bauaufsichtliche Anforderungen unbillige Härten, kann
von der Einhaltung dieser Anforderungen abgesehen werden, soweit dies nicht zu er-
heblichen Gefahren für Leben oder Gesundheit führt.
11
Gebrauchsabnahme
.
Bei der Gebrauchsabnahme nach § 76 Absatz 6 Satz 2 SächsBO ist insbesondere zu
prüfen:
a) die Übereinstimmung des Fliegenden Baus mit den Bauvorlagen,
b) die Einhaltung der Nebenbestimmungen in der Ausführungsgenehmigung und
c) die Standsicherheit des Fliegenden Baus im Hinblick auf die örtlichen Bodenver-
hältnisse.
Die Gebrauchsabnahme kann sich auf Stichproben beschränken.
12
Sachverständige
12.1 Der Nachweis der Standsicherheit Fliegender Bauten, die einer Ausführungsgeneh-
migung bedürfen, darf nur von hierfür anerkannten Prüfämtern geprüft werden.
12.2
Die für die Ausführungsgenehmigung oder die Verlängerung der Geltungsdauer einer
Ausführungsgenehmigung zuständige Stelle hat auf Grund der Vorlagen festzustel-
len, ob zur Prüfung der Anlage Sachverständige hinzugezogen werden müssen.
Sind für die Benutzer Gesundheitsschäden infolge besonderer Flieh- und Druckkräfte
zu befürchten, müssen auch medizinische Sachverständige hinzugezogen werden.
12.3 Sachverständige, denen die Prüfung Fliegender Bauten vorwiegend maschineller Art
übertragen wird, sollen auch mit der Prüfung der nichtmaschinellen Teile und mit der
Überwachung und Beurteilung des Probebetriebs beauftragt werden.
12.4 Medizinische Sachverständige sind Sachverständige von Instituten oder Stellen, die
Erfahrungen über Auswirkungen von Flieh- und Druckkräften auf Personen, zum Bei-
spiel durch Versuche in der Verkehrs- oder Luftfahrtechnik haben.
13
Fristen für Ausführungsgenehmigungen
In der Tabelle des
Anhangs 4
sind die für die Ausführungsgenehmigungen und de-
ren Verlängerungen angemessenen Fristen unter Berücksichtigung der Besonderhei-
ten der Fliegenden Bauten enthalten.
14
Berichte über Unfälle
Die unteren Bauaufsichtsbehörden haben die obere Bauaufsichtsbehörde und die für
die Ausführungsgenehmigung zuständige Stelle unverzüglich über Unfälle, die durch
den Betrieb Fliegender Bauten entstanden sind, zu unterrichten.

image
image
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Anhang 1
(zu Nummern 2.2.3, 2.8, 6.7)
Schilder zur Kennzeichnung der Rettungswege
Rettungszeichen nach DIN 4844-2:2001-02
Beispiele für mögliche Kombinationen nach Anhang A
(die mittleren Lichtkanten dürfen auch entfallen)
Farben der Schilder grün DIN 4844-1:2005-05
Kontrastfarbe für Symbole weiß
Randmaße nach DIN 825:2004-12
Schildgröße
(a x b in mm)
(DIN 825:2004-12)
Ausführung
für Sichtweiten bis
(DIN 4844-1:2005-05)
(in m)
74 x 148
148 x 297
innenbeleuchtet
beleuchtet
15
148 x 297
297 x 594
innenbeleuchtet
beleuchtet
30
b
a
Rettungsweg rechts
Rettungsweg durch Ausgang
Rettungsweg links

image
image
Anhang 2
(zu Nummern 2.8, 6.7)
Verbotsschilder auf Rettungswegen im Freien
Bild 1
Bild 2
g
d
g
d
Lagern von Gegenständen auf
Rettungswegen im Freien verboten
Farbe des Schildes und Rand weiß
Kontrastfarbe für Symbol schwarz
Verbotszeichen rot DIN 4844-1:2005-05
Abstellen von Kraftfahrzeugen auf
Rettungswegen im Freien verboten
(nach StVO)
Farbe des Schildes blau DIN 4844-1:2005-05
Rand weiß
Verbotszeichen rot DIN 4844-1:2005-05
Schildgröße
(d in mm)
(DIN 825:2004-12)
Rand
( g in mm)
für Sichtweiten bis
(DIN 4844-1:2005-05)
(in m)
420
10
15
841
21
30
Verbotszeichen nach DIN 4844-2:2001-02

image
image
Anhang 3
(zu Nummern 2.8, 6.7)
Verbotsschilder zur Brandverhütung
Teil B Ausführungsgenehmigungen für Fliegende Bauten und deren Gebrauchsab-
nahme
8
Allgemeines
8.1
Werden Fliegende Bauten länger als drei Monate an einem Ort aufgestellt, so ist im
Einzelfall zu prüfen, ob es sich um die Errichtung einer genehmigungspflichtigen Anlage
handelt.
Bild 1
g
d
Bild 2
g
d
Rauchen verboten
Farbe des Schildes und Rand weiß
Kontrastfarbe für Symbol schwarz
Verbotszeichen rot DIN 4844-1:2005-05
Feuer, offenes Licht
und Rauchen verboten
Farbe des Schildes und Rand weiß
Kontrastfarbe für Symbol schwarz
Verbotszeichen rot DIN 4844-1:2005-05
Schildgröße
(d in mm)
(DIN 825:2004-12)
Rand
(g in mm)
für Sichtweiten bis
(DIN 4844-1:2005-05)
(in m)
420
10
15
841
21
30
Verbotszeichen nach DIN 4844-2:2001-02

Anhang 4
(zu Nummern 10 und 13)
Fristen von Ausführungsgenehmigungen für Fliegende Bauten
Die in der nachfolgenden Tabelle enthaltenen Zeitspannen ermöglichen es, die Frist der Aus-
führungsgenehmigung und der Verlängerungen der Geltungsdauer der Ausführungsgeneh-
migung auf den Zustand des Fliegenden Baues abzustellen. Die Höchstfrist kommt bei Bau-
ten in Betracht, die selten aufgestellt werden oder sich bewährt haben und sich in einem gu-
ten Zustand befinden.
Lfd.
Num
mer
Fliegende Bauten
Ausführungsart
Höchst-
frist/
Jahre
1
2
3
4
5
in Metallkonstruktion
5
1
Tribünen
Steh- und Sitzplatz-
tribünen, Tribünen
mit Überdachung
in Holzkonstruktion
3
2
Bühnen
Bühnen mit Über-
dachung,
Bühnenpodeste
3
3
Reklametürme
Container
5
Zelthallen
Breite =10,0 m
Höhe = 5,0 m
5
sonstige Zelthallen
Zirkuszelte
3
4
Überdachungs-
konstruktion
(seitlich ge-
schlossen oder
offen)
Membranbauten
zum Beispiel
Segel-
abspannungen
und Ähnliches
2
5
Tragluftbauten
1–3
6
Fahrgeschäfte
Hochgeschäfte
schienengebun-
den
Achterbahnen
2
Loopingbahnen
1
6.1
Wildwasserbahnen
1
6.2
Geisterbahnen
eingeschossige Bauweise
2
schienengebun-
den
zweigeschossige Bauwei-
se
1–2
6.3
Autofahrgeschäfte
nicht schienen-
gebunden
Autoskooter mit elektri-
schen Antrieb
2
2–3
Autopisten mit Verbren-
nungsmotoren
– eingeschossig
– zweigeschossig
2
Motorbootbahnen
Motorrollerbahn
2
6.4
ohne Überdachung
5
Kindereisenbahnen
mit Überdachung und
Zubehör
3–5
Bodenkarusselle
4
Fliegerkarusselle
Hängebodenkarusselle
3
Karusselle mit hängenden
Sitzen und Figuren
6.5
6.5.1
Karusselle
Kinderkarusselle
Karusselle (V = 1 m/s)
5

Karusselle mit hydraulisch
angehobenen Auslegern
und Gondeln
– Pressluftflieger –
2
6.5.2 Fahrgeschäfte
Karusselle einfa-
Bodenkarusselle
3–4
cher Bauart
langsam-
laufend
= 3 m/s
3
Karusselle
mit ausflie-
genden Sit-
zen oder
Gondeln
Karusselle
mit geneig-
tem Drehbo-
den oder
geneigter
Ausleger-
ebene
schnell-
laufend
= 3 m/s
2
Auslegerflugkarusselle
ohne Schrägneigung
Berg- und Talbahnen
schräggeneigte Drehwer-
ke mit Gondeln
schräggeneigte Drehwer-
ke (absenkbar) mit Gon-
deln
2
absenkbare Drehwerke
mit veränderbarer Schräg-
neigung
1
Drehwerke mit hydraulisch
gehobenen Auslegern,
Drehkreuze je Ausleger-
arm mit Gondeln
2
6.5.3
Karusselle kom-
plizierter Bauart,
schnelllaufend
zum Teil mehrfa-
che Drehbewe-
gung
absenkbare exzentrisch
gelagerte Drehkränze mit
veränderbarer Schrägnei-
gung gegenläufiger Kreis-
laufbewegung
1
6.5.4
Karusselle neuar-
tiger und kompli-
zierter Bauart,
Anlagen mit be-
sonderen Dreh-
und großen Hub-
bewegungen;
meist schnelllau-
fend, insbesonde-
re mit chaoti-
schen Bewe-
gungsabläufen
1
Kinderschiffsschaukeln
5
Schiffsschaukeln und
Überschlagschaukeln
3
Gegengewichtsschaukeln
zum Beispiel Käfig- oder
Loopingschaukeln
2
6.6
Schaukeln
Riesenschaukeln
Riesen-
Überschlagschaukeln
1–2
6.7
Riesenräder
Riesenräder bis 14 Gon-
deln
3

Riesenräder ab 15 Gon-
deln
2
Steilwandbahnen
Globusse
3
7
Schau-
geschäfte
Anlagen in Ge-
bäuden und im
Freien
Anlagen für artistische
Vorführungen
3
8
Belustigungs-
geschäfte
Drehscheiben
Wackeltreppen und
andere
2
Rutschbahnen
Toboggans
Irrgärten
3
Schlaghämmer
5
9
Ausspielungs-
und Verkaufs-
geschäfte
zum Beispiel Verlosungen,
Tombolas,
Imbissläden, Kioske
5
10
Schieß-
geschäfte
5
11
Gaststätten
ausklappbare
Gaststättenwagen
5
Wagenkonstruk-
tion mit Blenden,
Gebäude
übrige Anlagen
3
“.
II.
Inkrafttreten
Diese Verwaltungsvorschrift tritt am Tage nach ihrer Veröffentlichung in Kraft.
Dresden, den
Der Staatsminister des Innern
Markus Ulbig