Rahmenhygieneplan
gemäß § 36 Infektionsschutzgesetz
für Schulen und sonstige Ausbildungseinrichtungen,
in denen Kinder und Jugendliche betreut werden
erarbeitet vom:
Länder-Arbeitskreis
zur Erstellung von Hygieneplänen nach § 36 IfSG
Landesgesundheitsamt Brandenburg
Landesuntersuchungsanstalt für das Gesundheits- und Veterinärwesen Sachsen
Landesamt für Gesundheit und Soziales Mecklenburg-Vorpommern
Thüringer Landesamt für Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz
Landesamt für Verbraucherschutz Sachsen-Anhalt
Autorenkollektiv:
aktuell:
Dr. Axel Hofmann, Sachsen; Dr. Paul Kober
, Mecklenburg-Vorpommern; Dr. Claudia Kohlstock, Sachsen-Anhalt;
Dr. Bernhard Schicht, Sachsen-Anhalt; Herr Alexander Spengler, Thüringen; Dipl.-Med. Gudrun Stange, Branden-
burg
Mitwirkung am ersten Entwurf:
Dr. Anke Bühling, Sachsen-Anhalt; Dr. Gerlinde Fellmann, Sachsen; Dr. Ines Hiller, Brandenburg; Dr. Marika Ku-
bisch, Thüringen
Stand: April 2008

Inhaltsverzeichnis
1
Einleitung.....................................................................................................................................................4
2
Risikobewertung, Hygienemanagement und Verantwortlichkeit
.................................................. 4
2.1
Risikobewertung
.................................................................................................................................4
2.2
Hygienemanagement und Verantwortlichkeit
............................................................................. 5
3
Basishygiene...............................................................................................................................................
5
3.1
Hygieneanforderungen an Standort, Gebäude, Räume und Ausstattung
........................... 5
3.2
Reinigung und Desinfektion
............................................................................................................ 6
3.2.1
Allgemeines...................................................................................................................................
6
3.2.2
Händehygiene...............................................................................................................................
7
3.2.3
Behandlung von Flächen und Gegenständen..........................................................................
7
3.2.4
Frequenz von Reinigungsmaßnahmen.....................................................................................
8
3.3
Umgang mit Lebensmitteln
.............................................................................................................. 9
3.3.1
Mitgebrachte Lebensmittel........................................................................................................
10
3.3.2
Reinigungsmaßnahmen
............................................................................................................ 10
3.4
Sonstige Hygieneanforderungen
................................................................................................. 10
3.4.1
Abfallbeseitigung
........................................................................................................................ 10
3.4.2
Schädlingsbekämpfung.............................................................................................................
11
3.4.3
Tierhaltung...................................................................................................................................
11
3.4.4
Trinkwasser/ Badewasser.........................................................................................................
11
3.4.5
Spielsand/ Sand in Sprunggruben
........................................................................................... 13
4
Anforderungen nach dem Infektionsschutzgesetz
......................................................................... 13
4.1
Gesundheitliche Anforderungen
.................................................................................................. 13
4.1.1
Personal im Küchen-/ Lebensmittelbereich (§ 42 IfSG)........................................................
13
4.1.2
Lehr-, Erziehungs-, Aufsichtspersonal
.................................................................................... 13
4.1.3
Kinder, Jugendliche....................................................................................................................
14
4.2
Mitwirkungs- bzw. Mitteilungspflicht
.......................................................................................... 14
4.3
Belehrung
........................................................................................................................................... 14
4.3.1
Personal im Küchen- und Lebensmittelbereich (§ 43 IfSG).................................................
14
4.3.2
Lehr-, Erziehungs-, Aufsichtspersonal
.................................................................................... 14
4.3.3
Kinder, Jugendliche, Eltern
....................................................................................................... 15
4.4
Vorgehen bei meldepflichtigen Erkrankungen
......................................................................... 15
4.4.1
Wer muss melden?
.................................................................................................................... 15
4.4.2
Information der Betreuten/ Sorgeberechtigten, Maßnahmeneinleitung
............................. 16
4.4.3
Besuchsverbot und Wiederzulassung.....................................................................................
16
4.5
Schutzimpfungen für Schüler und Auszubildende
................................................................. 16
5
Anforderungen nach der Biostoffverordnung..................................................................................
17
5.1
Gefährdungsbeurteilung
................................................................................................................ 17
5.2
Arbeitsmedizinische Vorsorge
..................................................................................................... 17
5.2.1
Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung..........................................................................
17
5.2.2
Impfungen der Beschäftigten....................................................................................................
18
6
Erste Hilfe; Schutz des Ersthelfers......................................................................................................
18

Rahmenhygieneplan für Schulen
Stand April 2008
3
Anlagen
Anlage 1 Literatur - Wichtige rechtliche Grundlagen und fachliche Standards
Anlage 2 Beispiel-Reinigungs- und Desinfektionsplan für Schulen
ggf. eigenständig zu ergänzen sind (verfügbar z. B. unter:
www.rki.de,
Kontakt
zum Gesundheitsamt; länderspezifische Regelungen beachten!):
Belehrung gemäß § 34 Abs. 5 IfSG: Merkblatt für Eltern und sonstige Sorgebe-
rechtigte, schriftliche Erklärung
Belehrung gemäß § 35 IfSG: Merkblatt für die Beschäftigten in Schulen und
sonstigen Gemeinschaftseinrichtungen, schriftliche Erklärung
Merkblatt „Empfehlungen für die Wiederzulassung in Schulen und sonstigen
Gemeinschaftseinrichtungen“
Belehrung gemäß § 43 Abs.1 IfSG: Gesundheitsinformationen für den Um-
gang mit Lebensmitteln, schriftliche Erklärung
jeweils gültige Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO)/ ggf. vor-
handene Impfempfehlungen des Bundeslandes

Rahmenhygieneplan für Schulen
Stand April 2008
4
1 Einleitung
Gemeinschaftseinrichtungen, so auch Schulen, sind durch das Zusammenleben und
die Zusammenarbeit einer Vielzahl von Personen von besonderer hygienischer Be-
deutung. Sie bedürfen deshalb großer Aufmerksamkeit, um das Wohlbefinden, die
Gesundheit und die Erziehung zu hygienischem Verhalten und zur Verhütung von
Infektionskrankheiten zu sichern.
Übertragbaren Krankheiten beim Menschen vorzubeugen, Infektionen frühzeitig zu
erkennen und ihre Weiterverbreitung zu verhindern, ist Zweck des Infektionsschutz-
gesetzes. Das Gesetz setzt dabei in hohem Maße neben behördlichen Aufgaben und
Zuständigkeiten auch auf die
Eigenverantwortung
der Träger und Leiter von Ge-
meinschaftseinrichtungen sowie jedes Einzelnen.
Darüber hinaus ergeben sich aus dem Gesetz
konkrete Verpflichtungen
für Ge-
meinschaftseinrichtungen bzw. deren Leitungen, insbesondere aus den §§ 33 bis 36
(zusätzliche Vorschriften für Schulen und sonstige Gemeinschaftseinrichtungen).
Nach § 36 Abs. 1 müssen Gemeinschaftseinrichtungen, so auch Schulen, die inner-
betrieblichen Verfahrensweisen zur
Infektionshygiene in Hygieneplänen
festlegen.
Für die Erstellung der Pläne enthält das Gesetz keine Vorgaben, sondern überlässt
dies weitgehend dem Ermessen der jeweiligen Einrichtung.
Empfohlen wird, auf eine weitgehende Standardisierung der Pläne hinzuwirken.
Die vorliegenden Hygieneempfehlungen sollen hierbei Unterstützung geben.
Die
aufgeführten Hygienemaßnahmen sind Beispielinhalte für die Erstellung eines
hauseigenen Hygieneplans, die an die Situation in der jeweiligen Einrichtung
angepasst und durch einrichtungsspezifische Details und Festlegungen er-
gänzt werden müssen.
Im Hygieneplan sollten auch weitere Maßnahmen der Gesundheitsförderung und –
erhaltung angesprochen werden, die
über die Infektionshygiene hinaus
zur Prä-
vention nichtübertragbarer Erkrankungen für Schüler und Personal beitragen bzw.
optimale Bedingungen schaffen, die das Lernen begünstigen und das Wohlbefinden
auch während eines ganztägigen Aufenthaltes in der Einrichtung ermöglichen (z. B.
Fragen der Innenraumlufthygiene, der natürlichen und künstlichen Beleuchtung oder
der barrierefreien Gestaltung).
Zu berücksichtigen sind neben den Rechtsregelungen auf EU-, Bundes- und Lan-
desebene und den fachlichen Empfehlungen von Fachgesellschaften auch Vorschrif-
ten des Arbeitsschutzes und technische Regelwerke (z. B. DIN, VDI, EN, ISO).
2 Risikobewertung, Hygienemanagement und Verantwortlichkeit
2.1 Risikobewertung
Das Infektionsrisiko wird allgemein von der Anwesenheit primär wie fakultativ patho-
gener Keime, den Übertragungswegen dieser Erreger (direkte und indirekte Übertra-
gungswege) sowie der Abwehr- und Immunsituation (Impfstatus) der Schüler und des
Personals bestimmt.
Für den Ausschluss von Personen aus der Schule, die an bestimmten Infektions-
krankheiten leiden oder in Wohngemeinschaft engen Kontakt zu Infizierten hatten,
bilden das Infektionsschutzgesetz (§34), die Wiederzulassungsregelungen des RKI
und ggf. des jeweiligen Bundeslandes die rechtliche Grundlage.

Rahmenhygieneplan für Schulen
Stand April 2008
5
Neben den klassischen Kinderkrankheiten (abhängig vom Impfstatus z. B. Masern,
Mumps, Röteln, Pertussis, Varizellen bzw. Scharlach) sind in Schulen vor allem fä-
kal-oral übertragbare Infektionskrankheiten, wie Durchfallerkrankungen oder Hepati-
tis A als Einzelfälle und Häufungen von Bedeutung. Hier sind neben Reinigungs-
maßnahmen zumeist auch gezielte Desinfektionsmaßnahmen sinnvoll einzusetzen.
In jedem Fall ist beim Auftreten von Infektionskrankheiten sowie Kopfläusen oder
Krätze das Gesundheitsamt einzubeziehen.
Besondere Aufmerksamkeit und sofortiges Einbeziehen des Gesundheitsamtes er-
fordert das Auftreten von Hirnhautenzündungen (Meningitiden), insbesondere wenn
diese durch Meningokokken oder Hämophilus influenzae Typ B verursacht werden.
2.2 Hygienemanagement und Verantwortlichkeit
Der
Schulleiter/ Träger
trägt die Verantwortung für die Sicherung der hygienischen
Erfordernisse und nimmt seine Verantwortung durch Anleitung und Kontrolle wahr. Er
kann zu seiner Unterstützung einen Hygienebeauftragten oder ein Hygieneteam be-
nennen.
Zu den Aufgaben des Hygienemanagements gehören unter anderem:
Erstellung und Aktualisierung des Hygieneplanes
Überwachung der Einhaltung der im Hygieneplan festgelegten Maßnahmen
Durchführung von Hygienebelehrungen
Aufrechterhaltung des Kontaktes zum Gesundheitsamt und den Eltern
Der
Hygieneplan
ist jährlich hinsichtlich seiner Aktualität zu überprüfen und ggf. zu
ändern.
Die Überwachung der Einhaltung der Hygienemaßnahmen sollte u. a. durch Bege-
hungen der Einrichtung erfolgen (routinemäßig mindestens jährlich sowie bei aktuel-
lem Bedarf). Die Ergebnisse werden schriftlich dokumentiert.
Der Hygieneplan muss jederzeit zugänglich und einsehbar sein.
Die Beschäftigten werden mindestens einmal pro Jahr hinsichtlich der erforderlichen
Hygienemaßnahmen belehrt. Die
Belehrung
ist schriftlich zu dokumentieren.
Auch die Schüler sollen regelmäßig über hygienebewusstes Verhalten informiert
werden.
3 Basishygiene
3.1 Hygieneanforderungen an Standort, Gebäude, Räume und Ausstattung
Für die Anforderungen an Standort, Gebäude, Räume und Ausstattung sind vor al-
lem die in dem
jeweiligen Bundesland
geltenden baurechtlichen und brandschutz-
technischen Vorschriften sowie Schulbau- und Raumprogramm-Empfehlungen
zugrunde zu legen. Da diese von Land zu Land Unterschiede zeigen, wird auf eine
detaillierte Darstellung der Anforderungen im Rahmen-Hygieneplan verzichtet. Die
Einzelheiten sind den
örtlichen Vorschriften
zu entnehmen. Außerdem sind die
einschlägigen
Unfallverhütungsvorschriften
und
DIN
-Normen (Anlage 1) zu be-
rücksichtigen. Hinsichtlich der Problematik Innenraumlufthygiene in Schulgebäuden
wird auf den Leitfaden der Innenraumlufthygiene-Kommission des Umweltbundesam-
tes hingewiesen (Anlage 1).

Rahmenhygieneplan für Schulen
Stand April 2008
6
In den regionalen bzw. einrichtungsspezifischen
Hygieneplänen
sollten unter ande-
rem nachfolgende
Problemkreise
berücksichtigt werden:
Standort (z. B. Lärm, lufthygienische und bioklimatische Belastungen, Altlasten)
Freiflächen/Sportanlagen (Größe, Gestaltung, Bepflanzung, Giftpflanzen, Spielge-
rätesicherheit und -wartung, Wasser- und Sandspielplätze)
Schulgebäude/Sporthalle (behindertengerechte Gestaltung, Bau- und Ausstat-
tungsmaterialien/Innenraumluft, Oberflächengestaltung der Fußböden, Wände
und Ausstattungen)
Klassenräume/Schülerarbeitsplätze (Größe, Mobiliar, Tageslicht- und künstliche
Beleuchtung, Schallschutz, Raumakustik, Raumklima, Heizung, Sonnenschutz)
Sanitärbereiche: Schule/Sporthalle (Toilettenbemessung und -ausstattung,
Handwaschmöglichkeiten und -ausstattung, Dusch- und Umkleidebereiche)
Schulgarderobe
Schularztraum
ggf. Küche/Essenausgabe
Personalräume
Raum für Reinigungsutensilien
Eine kontinuierliche planmäßige bauliche
Instandhaltung
und
Renovierung
ist not-
wendige Voraussetzung für jede effektive Reinigung und Desinfektion.
Gerade in Schulen hat die
Innenraumlufthygiene
einen besonderen Stellenwert. Es
ist insbesondere darauf zu achten, dass in den Pausen regelmäßig eine
intensive
Lüftung
der Klassenräume erfolgt.
Schimmelpilzbefall
muss umgehend ursächlich abgeklärt und saniert werden.
3.2 Reinigung und Desinfektion
3.2.1 Allgemeines
Eine gründliche und regelmäßige Reinigung, insbesondere der Hände sowie häufig
benutzter Flächen und Gegenstände, ist eine wichtige Grundlage für einen guten
Hygienestatus.
Eine
Desinfektion
ist dort notwendig, wo Krankheitserreger auftreten können und
Kontaktmöglichkeiten zur Weiterverbreitung bestehen. Dies trifft unter anderem zu
bei Verunreinigungen mit Blut, Erbrochenem, Stuhl oder Urin und beim gehäuften
Auftreten infektiöser Magen-/ Darmerkrankungen.
Die Desinfektionsmittel sind je nach Anwendungsgebiet aus der Liste des Verbundes
für Angewandte Hygiene e.V. (VAH), ehemals Liste der Deutschen Gesellschaft für
Hygiene und Mikrobiologie (DGHM), mit der entsprechenden Konzentration und Ein-
wirkzeit auszuwählen (ggf. nach Rücksprache mit dem Gesundheitsamt).
Beim Auftreten meldepflichtiger übertragbarer Krankheiten oder bei begründetem
Verdacht einer solchen sind spezielle antiepidemische Maßnahmen notwendig, die
vom zuständigen Gesundheitsamt veranlasst bzw. mit diesem abgestimmt werden
und nicht Gegenstand dieser Ausführungen sind.
Desinfektionsmittel sind vor dem Zugriff von Schülern bzw. unberechtigten Personen
sicher aufzubewahren.

Rahmenhygieneplan für Schulen
Stand April 2008
7
3.2.2 Händehygiene
Hände sind durch ihre vielfältigen Kontakte mit der Umgebung und anderen Men-
schen Hauptüberträger von Krankheitserregern. Händewaschen und Händedesinfek-
tion gehören zu den wichtigsten Maßnahmen zur Verhütung und Bekämpfung von
Infektionskrankheiten.
Voraussetzung sind ausreichend
Handwaschplätze
, ausgestattet mit fließendem
kalten, möglichst auch warmen Wasser (im Hortbereich notwendig!) sowie Spendern
für Flüssigseife und für Einmalhandtücher sowie Abwurfbehälter für Handtücher.
Die Verwendung von Stückseife und Gemeinschaftshandtüchern ist abzulehnen.
Händewaschen
ist von Personal und von den Schülern durchzuführen:
nach jeder Verschmutzung, nach Reinigungsarbeiten
nach Toilettenbenutzung
vor dem Umgang mit Lebensmitteln
vor der Einnahme von Speisen
nach Tierkontakt.
Händedesinfektion
ist erforderlich für Personal und Schüler:
nach Kontakt mit Blut, Erbrochenem, Stuhl, Urin und anderen Körperausschei-
dungen; auch wenn Handschuhe getragen werden, nach Ablegen der Handschu-
he
nach Kontakt mit sonstigem potentiell infektiösen Material
nach intensivem (körperlichen) Kontakt mit Erkrankten.
Ca. 3 – 5 ml des
Händedesinfektionsmittels
sind in die trockenen Hände einzurei-
ben, dabei müssen Fingerkuppen und –zwischenräume, Daumen und Nagelfalze
berücksichtigt werden. Während der vom Hersteller des Präparates vorgeschriebe-
nen Einwirkzeit (meist ½ Minute) müssen die Hände vom Desinfektionsmittel feucht
gehalten werden.
Grobe
Verschmutzungen
(z. B. Ausscheidungen) sind vor der Desinfektion mit Zell-
stoff bzw. einem desinfektionsmittelgetränktem Einmaltuch zu entfernen.
Die Verwendung von
Einmalhandschuhen
ist bei vorhersehbarem Kontakt mit Aus-
scheidungen, Blut usw. zu empfehlen.
Ein geeignetes Händedesinfektionsmittel sollte jederzeit nutzbar bereitstehen (z. B.
im Erste-Hilfe-Schrank).
3.2.3 Behandlung von Flächen und Gegenständen
Für die unterschiedlichen Bereiche der Schule ist ein
Reinigungs- und Desinfekti-
onsplan
(Anlage 2) zu erstellen, der Folgendes zu beinhalten hat:
Konkrete Festlegungen zur Reinigung und ggf. zur Desinfektion (beim gehäuften
Auftreten infektiöser Magen-/ Darmerkrankungen) der Räume und des Inventars
sowie von Gegenständen (Vorgehensweise, Rhythmus, Mittel, Aufbereitung der
Reinigungsutensilien, Benennung der Verantwortlichen).
Der Plan soll Aussagen zur Überwachung/Eigenkontrolle, besonders auch bei
Vergabe der Reinigungsarbeiten an Fremdfirmen, enthalten.
Vertragliche Regelung mit Firmen!
Durch Auslegen von
Schmutzmatten
in der Eingangszone kann der Schmutzeintrag
in das Schulgebäude erheblich vermindert werden.
Die
Reinigungsmaßnahmen
sind nach folgenden Grundsätzen durchzuführen:

Rahmenhygieneplan für Schulen
Stand April 2008
8
Es ist feucht zu reinigen (Ausnahme: textile Beläge).
Bei den angewendeten Reinigungsmethoden ist eine Schmutzverschleppung zu
verhindern (mindestens Zwei-Eimer-Methode bzw. Nutzung industrieller Reini-
gungsgeräte).
Die Reinigungsmaßnahmen sind in der Regel in Abwesenheit der Schüler durch-
zuführen.
Schüler dürfen für Reinigungsarbeiten in Sanitärräumen nicht herangezogen wer-
den.
Bei Reinigungs- und Desinfektionsarbeiten ist geeignete Schutzkleidung zu tra-
gen.
Alle wiederverwendbaren
Reinigungsutensilien
(Wischmopp, Wischlappen ...)
sind nach Gebrauch aufzubereiten und bis zur erneuten Verwendung trocken zu
lagern. Routinemäßig soll mit mindestens 60°C gewaschen werden. Bei Häufun-
gen von Magen-/ Darmerkranungen ist ein desinfizierendes Waschverfahren an-
zuwenden (bevorzugt thermisch bei mind. 85°C oder alternativ chemisch durch
Einlegen in Desinfektionslösung).
Geräte und Mittel zur Reinigung und Desinfektion sind vor dem Zugriff Unbefugter
gesichert in einem gesonderten Raum aufzubewahren.
Für die Pflege von
textilen Fußbodenbelägen
sind nur Geräte mit Mikro- bzw.
Absolutfiltern zu verwenden. Teppichböden sollten täglich gesaugt werden. 2 x
jährlich ist eine Feuchtreinigung (Sprüh-Extraktionsmethode = Reinigung unter
Druck mit gleichzeitigem Absaugen der Flüssigkeit mittels eines speziellen Gerä-
tes) vorzunehmen. Flecke sind nach Anfall zu entfernen.
Eine
Wischdesinfektion
ist bei Verschmutzung mit Erbrochenem, Stuhl, Urin, Blut u.
ä. nach Entfernung der groben Verunreinigungen mit Zellstoff u. ä. durchzuführen
(dabei Schutzhandschuhe und ggf. Schutzkleidung tragen – Händedesinfektion an-
schließend).
3.2.4 Frequenz von Reinigungsmaßnahmen
Die Reinigungsfrequenz muss sich an der speziellen Nutzungsart und –intensität ori-
entieren.
Vorschlag :
Toilettenanlagen
Fußboden täglich
Handwaschbecken, WC
täglich
Urinale täglich
Türen täglich
abwaschbare Flächen (Wandfliesen,
Zwischenwände) 1 x/Woche
Umkleide-, Wasch- und Duschanlagen
täglich, in Abhängigkeit von
Nutzung – für
Fußböden
aus Gründen der Fußpilz- u.
Warzenprophylaxe
desinfizierende Reinigung
Fußböden stark frequentierter Räume (z. B. Flure, täglich

Rahmenhygieneplan für Schulen
Stand April 2008
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Treppen, Klassenzimmer, Garderoben)
Fußböden weniger frequentierter Räume (z. B.
mindestens 2 x/Woche bzw.
Funktionsräume, Vorbereitungszimmer)
nach Erfordernis
Tische
nach Erfordernis, mind.
jeden 2. Tag
Handläufe
1 x/Woche
Fensterbänke, Türen
1 x/Monat
Turnhalle
mindestens 2 x/Woche
bzw. nach Erfordernis
Erste-Hilfe-Raum
1 x/Woche
Bezüge von Sportmatten 1 x/Monat
Stühle, Schränke, Regale
1 x/Monat
Grundreinigung
2 x/Jahr
(Lampen, Fenster, Heizkörper, Türen, Teppichböden, Vorhänge, Jalousien, Turnge-
räte, Stühle, Schränke, Regale, Rohrleitungen, Verkleidungen)
3.3 Umgang mit Lebensmitteln
Um lebensmittelbedingte Erkrankungen und Erkrankungshäufungen in Gemein-
schaftseinrichtungen zu verhindern, müssen an den Umgang mit Lebensmitteln
besonders hohe Anforderungen gestellt werden.
Verantwortlich für die Lebensmittelhygiene ist der Leiter der Einrichtung.
Es dürfen
nur sichere Lebensmittel
in den Verkehr gebracht werden, von denen
keine Gefahr für die menschliche Gesundheit ausgeht.
Mitgebrachte Lebensmittel
für den gemeinschaftlichen Verzehr unterliegen den
gleichen Anforderungen (keine Risikolebensmittel!)
Alle Beschäftigten, die mit Lebensmitteln in der Gemeinschaftsverpflegung in Be-
rührung kommen, müssen die Inhalte der §§ 42 und 43 des IfSG kennen und eine
Bescheinigung des Gesundheitsamtes nach § 43 vorweisen können (s. 4.1.1 und
4.3.1).
Die Vorgaben der
EU-Verordnungen zur Lebensmittelhygiene
und anderer
rechtlicher Grundlagen sowie Normen und Leitlinien sind einzuhalten.
Ein eigener
Hygieneplan
für den Küchenbereich ist in Abstimmung mit der Le-
bensmittelüberwachungsbehörde zu erstellen.
Leichtverderbliche Lebensmittel bzw. solche, bei denen der Hersteller dies vor-
schreibt, sind
kühl zu lagern
.
Die Anlieferung von Speisen darf nur in ordnungsgemäß gereinigten und ge-
schlossenen Behältern erfolgen.
Vor der Zubereitung und Ausgabe von Essen sind die
Hände antiseptisch zu
waschen
.
Personal mit
eitrigen Wunden
an den Händen darf keinen Umgang mit unver-
packten Lebensmitteln haben.
Bei Verletzungen an den Händen sind beim Umgang mit Lebensmitteln
Hand-
schuhe
zu tragen.
Für die
Essenausgabe
sind saubere Gerätschaften zu benutzen.
Warme Speisen müssen bis zur Ausgabe eine
Temperatur von
65°C
aufwei-
sen.

Rahmenhygieneplan für Schulen
Stand April 2008
10
Auf Lebensmittel darf nicht gehustet oder geniest werden.
Übrig gebliebene zubereitete Speisen sind zu entsorgen. Einfrieren von Resten ist
verboten.
Die Ausgabe von
Rohmilch
ist nicht zulässig.
Lebensmittel, die unter Verwendung von
rohen Bestandteilen von Hühnereiern
hergestellt werden, müssen vor Abgabe ausreichend durcherhitzt werden.
Alle
benutzten Geschirr- und Besteckteile
sind heiß zu reinigen z. B. 65 °C-
Programm in einer Haushaltsgeschirrspülmaschine.
Geschirrtücher und Lappen
sind nach Benutzung aufzubereiten oder zu verwer-
fen.
Tische, Essentransportwagen und Tabletts
sind nach der Esseneinnahme zu
reinigen.
3.3.1 Mitgebrachte Lebensmittel
Gegen das Mitbringen von Lebensmitteln durch Schüler, Eltern usw. nicht nur für
den Eigenbedarf (z. B. Kuchenbasare u. ä Anlässe) bestehen dann keine Bedenken,
wenn grundsätzlich und ausschließlich
vollständig durchgebackene Kuchen
ohne
Füllungen, Glasuren usw. angeboten werden sollen.
Vor Esseneinnahme ist durch das Personal festzustellen, ob die mitgebrachten Le-
bensmittel sich in einem
einwandfreien Zustand
befinden.
Übrig gebliebene Lebensmittel sind am gleichen Tag zu entsorgen.
3.3.2 Reinigungsmaßnahmen
Alle benutzten Geschirrteile (Teller, Trinkbecher, Besteck) sind nach jeder Benut-
zung im
Geschirrspüler
bzw. in einer mindestens aus 2 Spülbecken bestehenden
Spüle abzuwaschen und zu spülen.
Bei manueller Reinigung ist das Geschirr unmittelbar nach der Reinigung abzutrock-
nen. Die
Geschirrtücher
sind täglich zu wechseln.
Die
Lagerung
des sauberen Geschirrs sollte vorzugsweise in geschlossenen
Schränken erfolgen.
Tische und sonstige mit Lebensmitteln in Berührung gekommene
Flächen
ein-
schließlich der Essentransportwagen bzw. –tabletts sind nach der Esseneinnahme
mit warmem Wasser unter Zusatz von Reinigern zu säubern.
Die verwendeten
Lappen
sind danach zu wechseln bzw. gründlich auszuwaschen,
sofort zu trocknen und trocken aufzubewahren.
3.4 Sonstige Hygieneanforderungen
3.4.1 Abfallbeseitigung
Die Abfallverordnungen des jeweiligen Bundeslandes und der Kommune sind einzu-
halten.
Es sind Maßnahmen der
Abfallvermeidung
festzulegen.
Die Abfälle sind innerhalb der Einrichtung in gut schließenden und gut zu reinigen-
den Behältnissen zu sammeln und mindestens einmal täglich in die
Abfallsammel-
behälter
außerhalb des Gebäudes zu entleeren.
Die Sammelbehälter sind auf einem befestigten und verschatteten Platz und nicht im
Aufenthaltsbereich der Schüler mindestens 5 m von Fenstern und Türen entfernt
aufzustellen.
Der
Stellplatz
ist sauber zu halten.

Rahmenhygieneplan für Schulen
Stand April 2008
11
Für
Chemikalien
gelten besondere Entsorgungsvorschriften.
3.4.2 Schädlingsbekämpfung
Gesundheitsschädlinge sind Tiere, durch die Krankheitserreger auf den Menschen ü-
bertragen werden können.
Als potenzielle
Gesundheitsschädlinge
in einer Schule kommen insbesondere Scha-
ben, Pharaoameisen, Flöhe, Fliegen, Ratten und Mäuse in Betracht.
Durch das Unterbinden von Zutritts- bzw. Zuflugsmöglichkeiten für Schädlinge, das
Vermeiden von Verbergeorten, das Beseitigen baulicher Mängel und die Einhaltung
von
Ordnung
und
Sauberkeit
im Schulgebäude, im Küchenbereich und auf dem
Außengelände ist einem Schädlingsbefall vorzubeugen.
Es sind regelmäßig
Befallskontrollen
durchzuführen, die zu dokumentieren sind.
Im Küchenbereich nach Erarbeitung einer Gefahrenanalyse Festlegung von Kon-
trollpunkten, die regelmäßig zu überwachen sind (Dokumentation). Dabei sollte eine
Sichtkontrolle täglich vorgenommen werden.
Bei Feststellung von Schädlingen ist unverzüglich die Schädlingsart zu ermitteln,
wobei Belegexemplare zur Bestimmung über das zuständige Gesundheitsamt an ein
entomologisches Labor eingesandt werden können. Von dort aus erfolgt eine sach-
kundige Beratung zur Schädlingsart und zur Bekämpfung.
Bei Befall ist ein kompetenter
Schädlingsbekämpfer
für die Bekämpfung zu beauf-
tragen (Anschrift, Telefon-Nr.).
Das Gesundheitsamt ist über einen Befall zu informieren.
3.4.3 Tierhaltung
Bei der Planung und Umsetzung der Tierhaltung ist ein enger Kontakt mit dem zu-
ständigen Gesundheits- und Veterinäramt dringend zu empfehlen.
Neben positiven psychologischen Aspekten ist das Risiko von Allergien, von Infektio-
nen, Parasitenbefall sowie Biss- und Kratzverletzungen zu berücksichtigen.
In Schulen ist Tierhaltung unter folgenden Bedingungen möglich:
Sauberkeit der Räume, Käfige, Volieren, der Trink- und Futterbehälter.
Artgerechte Haltung, regelmäßige Fütterung und Pflege.
Tiere sind
je nach Tierart tierärztlichen Kontrollen
zu unterziehen (zumindest
bei Anschaffung, bei Anzeichen von Erkrankungen, Impfung, Parasitenbehand-
lung).
Konkrete Verantwortlichkeit für die Pflege (speziell benannte Lehrer bzw. ältere
Schüler).
Tierkäfige
sollen nicht in Unterrichts- und Pausenräumen und Fluren unterge-
bracht werden (gesonderter Raum oder Außenbereich).
Räume
mit Tieren müssen regelmäßig intensiv gelüftet und täglich feucht ge-
wischt werden (Verzicht auf Teppichböden).
Separate Lagerung von Futter und Pflegeutensilien (Streu, Stroh, Reinigungsge-
räte).
Gründliche Händehygiene nach dem Umgang mit Tieren.
In die Entscheidung über Tierhaltung sind
Elterngremien
einzubeziehen, Eltern
müssen informiert werden (Kinder mit Allergien!)
3.4.4 Trinkwasser/ Badewasser

Rahmenhygieneplan für Schulen
Stand April 2008
12
Die hygienischen Anforderungen an das Trinkwasser werden durch die "
Verordnung
über die Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch (Trinkwasser-
verordnung – TrinkwV)"
und die §§ 37-39 des
Infektionsschutzgesetzes
geregelt.
Das in Schulen verwendete Warm- und Kaltwasser für den menschlichen
Gebrauch (Kochen, Waschen) muss generell der
Trinkwasserverordnung
ent-
sprechen.
Veränderungen an der Trinkwasseranlage durch Neubau, Rekonstruktion oder
Wiederinbetriebnahme nach langer Nichtnutzung sind dem Gesundheitsamt spä-
testens 4 Wochen vorher anzuzeigen. Das Gesundheitsamt entscheidet nach
Vorliegen einer
Wasseranalyse
über die Freigabe der Wasserversorgungsanla-
ge.
Installationen sind nach den anerkannten Regeln der Technik und nur von bei
dem Wasserversorger registrierten Firmen durchführen zu lassen. Dabei sind be-
sonders die Regelungen der "
DIN 1988 - Technische Regeln für Trinkwasser-
installationen" sowie das DVGW-Arbeitsblatt W 551
zu beachten.
Warmwasseranlagen müssen so installiert und betrieben werden, dass eine ge-
sundheitsgefährdende Vermehrung von
Legionellen
vermieden wird (VDI 6023,
DVGW W 551).
Perlatoren
sind regelmäßig zu reinigen und ggf. thermisch zu desinfizieren (Aus-
kochen).
Wasserspiel- und Erlebnisbereiche
Aus hygienischer Sicht sind Wasserspiel- und Erlebnisbereiche, bei denen
Trinkwasser
über befestigte Flächen (z. T. Fliesen, Terazzo) mit Bodeneinlauf
versprüht, verregnet
oder
verrieselt
wird, unproblematisch.
Bei Einrichtung von
Modderspielplätzen
muss ausschließlich Trinkwasser ver-
wendet werden.
Das genutzte Bodenmaterial muss frei von Kontaminationen sein (s. Spielsand).
Eine zwischenzeitliche Austrocknung des Sandes schützt vor Keimvermehrun-
gen.
Bei groben Verunreinigungen ist der Sand auszuwechseln.
Starker Schmutzeintrag aus der Umgebung ist zu vermeiden.
Planschbecken
, die nicht täglich geleert und gereinigt werden, müssen über
eine
kontinuierliche Wasseraufbereitung
und
Desinfektion
verfügen. Sie unterlie-
gen der
DIN 19643
„Aufbereitung von Schwimm- und Badebeckenwasser“.
Planschbecken ohne Aufbereitung
und
Desinfektion
stellen ein erhöhtes hy-
gienisches Risiko dar.
Das Becken muss
täglich
mit
frischem Wasser
gefüllt und abends wieder
entleert werden, um Verkeimung des Wassers zu vermeiden.
Nach Leerung ist täglich eine gründliche
Reinigung
des Beckens vorzuneh-
men.
Zur Füllung des Planschbeckens ist Wasser mit Trinkwasserqualität zu ver-
wenden.
Verspritzte bzw. verdunstete Wassermengen sind mit Trinkwasser nachzufül-
len.

Rahmenhygieneplan für Schulen
Stand April 2008
13
Bei
Verunreinigung
des Wassers (z. B. durch Fäkalien) ist sofortiger Was-
serwechsel und gründliche Reinigung und Desinfektion des Beckens erforder-
lich!
Das Errichten und Betreiben von Badebecken ist mit dem
Gesundheitsamt
abzu-
stimmen.
3.4.5 Spielsand/ Sand in Sprunggruben
Für das Einrichten eines Sandkastens auf dem Spielplatz sowie zur Befüllung von
Sprunggruben für den Schulsport ist auf Herkunft und
Qualität
des Sandes zu ach-
ten. Sand darf nicht durch Schadstoffe belastet sein. Bei Neubefüllung muss vom
Lieferanten die Qualität des Sandes durch Zertifikat ausgewiesen werden.
Auf ein gutes Ablaufen von Wasser ist zu achten (Drainage z.B. untere Kiesschicht).
Zur
Pflege des Sandes
sollten folgende Punkte beachtet werden:
Zulauf von Hunden und Katzen unterbinden (Einzäunung)
Sandkästen über Nacht bzw. am Wochenende möglichst abdecken
häufiges Auflockern zur Reinigung und Belüftung des Sandes (möglichst tiefgrün-
dig)
Aufstellen von Abfallkörben
tägliche
visuelle Kontrollen
auf organische (Tierexkremente, Lebensmittel, Müll
etc.) und anorganische Verunreinigungen (z. B. Glas),
Verunreinigungen
aller
Art sind sofort zu eliminieren
Sandwechsel
bei starker Verschmutzung sofort ansonsten jährlich bis zu 3 Jah-
ren
4 Anforderungen nach dem Infektionsschutzgesetz
4.1 Gesundheitliche Anforderungen
4.1.1 Personal im Küchen-/ Lebensmittelbereich (§ 42 IfSG)
Personen, die im Küchen- bzw. Lebensmittelbereich von Gemeinschaftseinrichtungen
beschäftigt sind, dürfen, wenn sie
an Typhus, Paratyphus, Cholera, Shigellenruhr, Salmonellose, einer anderen infek-
tiösen Darmerkrankung oder Virushepatitis A oder E (infektiöse Gelbsucht)
erkrankt
oder dessen
verdächtig
sind,
an infizierten
Wunden
oder
Hauterkrankungen
erkrankt sind, bei denen die Mög-
lichkeit besteht, dass deren Krankheitserreger über Lebensmittel übertragen werden
können,
die Krankheitserreger Shigellen, Salmonellen, enterohämorrhagische Escherichia
coli oder Choleravibrionen
ausscheiden,
nicht tätig sein
oder
beschäftigt werden.
.
4.1.2 Lehr-, Erziehungs-, Aufsichtspersonal
Personen, die an einer im § 34 (1) des Infektionsschutzgesetzes (Anlage 2) genannten
ansteckenden Krankheit erkrankt sind, bei denen der Verdacht darauf besteht oder die
an Krätzemilben oder Läusebefall leiden, Personen, die die in § 34 (2) genannten Erre-
ger ausscheiden bzw. zu in § 34 (3) genannten Kontaktpersonen, dürfen solange in den

Rahmenhygieneplan für Schulen
Stand April 2008
14
Gemeinschaftseinrichtungen
keine Lehr-, Erziehungs-, Aufsichts- oder sonstige Tä-
tigkeiten ausüben
, bei denen sie Kontakt zu dort Betreuten haben, bis nach ärztlichem
Urteil eine Weiterverbreitung der Krankheit oder Verlausung durch sie nicht mehr zu
befürchten ist.
4.1.3 Kinder, Jugendliche
Für die in der Einrichtung Betreuten (Kinder und Jugendliche) gilt Punkt 4.1.2 mit der
Maßgabe, dass sie die dem Betrieb der
Gemeinschaftseinrichtung
dienenden Räume
nicht betreten
, Einrichtungen der Gemeinschaftseinrichtung
nicht benutzen
und an
Veranstaltungen der Gemeinschaftseinrichtung
nicht teilnehmen
dürfen.
4.2 Mitwirkungs- bzw. Mitteilungspflicht
Bei den im § 34 aufgelisteten Krankheiten und Krankheitserregern handelt es sich um
solche, die in Gemeinschaftseinrichtungen leicht übertragen werden können. Eine
rechtzeitige Information darüber ermöglicht, dass durch geeignete
Schutzmaßnahmen
und durch
Information
potenziell angesteckter Personen weitere Infektionen verhindert
werden können.
Daher verpflichtet das IfSG die in einer Gemeinschaftseinrichtung betreuten (bzw. de-
ren Sorgeberechtigten) und die dort tätigen Personen
,
der Gemeinschaftseinrichtung
unverzüglich mitzuteilen,
wenn sie von einem der in den Absätzen 1 bis 3 (§ 34) ge-
regelten Krankheitsfällen betroffen sind.
Damit der
Informationspflicht
nachgekommen werden kann, sind Belehrungen durch-
zuführen.
4.3 Belehrung
4.3.1 Personal im Küchen- und Lebensmittelbereich (§ 43 IfSG)
Die Erstausübung der Tätigkeiten im Küchen- bzw. Lebensmittelbereich ist nur möglich,
wenn sie eine nicht mehr als 3 Monate alte
Bescheinigung
des
Gesundheitsamtes
oder eines vom Gesundheitsamt beauftragten Arztes nachweisen können.
Diese muss eine in mündlicher und schriftlicher Form durchgeführte
Belehrung
über
genannte Tätigkeitsverbote und Verpflichtungen enthalten. Außerdem muss der Be-
schäftigte darin
schriftlich erklären
, dass bei ihm keine Tatsachen für ein Tätigkeits-
verbot vorliegen.
Treten nach Tätigkeitsaufnahme Hinderungsgründe auf, so hat der Beschäftigte dieses
unverzüglich dem
Arbeitgeber mitzuteilen.
Der Arbeitgeber hat die Belehrung für die Beschäftigten im Küchen- bzw. Lebensmittel-
bereich nach Aufnahme der Tätigkeit und im Weiteren
jährlich zu wiederholen
, den
Nachweis über die Belehrung zu
dokumentieren
und der zuständigen Behörde auf
Verlangen vorzulegen.
4.3.2 Lehr-, Erziehungs-, Aufsichtspersonal
Beschäftigte in Gemeinschaftseinrichtungen für die Betreuung von Kindern und Jugend-
lichen sind nach § 35 vor erstmaliger Aufnahme ihrer Tätigkeit und im Weiteren mindes-
tens im Abstand von 2 Jahren von ihrem Arbeitgeber über die gesundheitlichen Anfor-
derungen und Mitwirkungspflichten zu belehren.
Über die Belehrung ist ein
Protokoll
zu erstellen, das beim Arbeitgeber für die Dauer
von 3 Jahren aufzubewahren ist.

Rahmenhygieneplan für Schulen
Stand April 2008
15
4.3.3 Kinder, Jugendliche, Eltern
Ebenfalls zu belehren über gesundheitliche Anforderungen und Mitwirkungspflichten ist
nach §34 (5) IfSG
jede Person, die in der Gemeinschaftseinrichtung neu betreut
wird oder deren Sorgeberechtigte durch die Leitung der Gemeinschaftseinrichtung.
Diese Belehrung kann schriftlich oder mündlich erfolgen und sollte durch Unterschrift
bestätigt werden. Zusätzlich ist ein entsprechendes Merkblatt auszuhändigen (Anlage
).
Bei Schulwechsel müssen auch Schüler (bzw. deren Erziehungsberechtigte), die an der
alten Schule schon belehrt wurden, eine neue Belehrung erhalten.
4.4 Vorgehen bei meldepflichtigen Erkrankungen
4.4.1 Wer muss melden?
Grundsätzlich ist nach § 8 IfSG der feststellende Arzt verpflichtet, die im Gesetz (§ 6)
genannten Krankheiten zu melden.
Ist das jedoch primär nicht erfolgt bzw. treten die im § 34 Abs. 1 bis 3 IfSG zusätzlich
genannten Erkrankungen in Gemeinschaftseinrichtungen auf, so muss der
Leiter der
Einrichtung
das Auftreten bzw. den Verdacht der genannten Erkrankungen unverzüg-
lich (innerhalb von 24 Stunden) dem zuständigen
Gesundheitsamt
melden.
Dies gilt auch beim Auftreten von 2 oder mehr gleichartigen, schwerwiegenden Erkran-
kungen, wenn als deren Ursache Krankheitserreger anzunehmen sind.
Meldeweg
Beschäftigte
Betreute bzw. Sorgeberechtigte
Schule
Schulleitung
Gesundheitsamt
Meldeinhalte
:
Art der Erkrankung bzw. des Verdachtes
Name, Vorname, Geburtsdatum, Geschlecht
Anzahl der Erkrankten (bei Häufungen)
Anschrift
Erkrankungstag
Kontaktpersonen (Schule, Elternhaus, Geschwister)
ggf. Art des Untersuchungsmaterials, Nachweismethode, Untersuchungsbefund
Name, Anschrift, Telefonnummer des Arztes bzw. der Einrichtung
Maßnahmen
in der Einrichtung einleiten:
Isolierung Betroffener
Verständigung von Angehörigen
Sicherstellung möglicher Infektionsquellen

Rahmenhygieneplan für Schulen
Stand April 2008
16
4.4.2 Information der Betreuten/ Sorgeberechtigten, Maßnahmeneinleitung
Tritt eine meldepflichtige Infektionskrankheit oder ein entsprechender Verdacht in der
Einrichtung auf, so müssen ggf. durch die Leitung der Einrichtung die Betreu-
ten/Sorgeberechtigten darüber
anonym
informiert werden, um für die Betreuten oder
gefährdete Familienangehörige notwendige Schutzmaßnahmen treffen zu können.
Die
Information
kann in Form von:
gut sichtbar angebrachten Aushängen im Eingangsbereich oder sonstigen Räum-
lichkeiten der Einrichtung,
Merkblättern mit Informationen über die Erkrankung und notwendigen Schutzmaß-
nahmen,
Informationsveranstaltungen oder persönlichen Gesprächen
erfolgen.
Alle Maßnahmen sind in Abstimmung mit dem zuständigen
Gesundheitsamt
zu koor-
dinieren.
4.4.3 Besuchsverbot und Wiederzulassung
Im Infektionsschutzgesetz § 34 ist verankert, bei welchen Infektionen für die Kinder und
Jugendliche ein Besuchsverbot für Einrichtungen besteht.
Der erneute Besuch der Schule ist nach den Bestimmungen des Infektionsschutzgeset-
zes dann wieder zulässig, wenn die ansteckende Erkrankung abgeklungen bzw. nach
ärztlichem Urteil
eine Weiterverbreitung der Krankheit nicht mehr zu befürchten ist. In
der Praxis hat sich ein entsprechendes schriftliches Attest des behandelnden Arztes
oder des zuständigen Gesundheitsamtes bewährt.
Das Robert Koch-Institut und das Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucher-
schutz haben
Empfehlungen
für die Wiederzulassung in Schulen und sonstigen Ge-
meinschaftseinrichtungen nach überstandenen Infektionskrankheiten herausgegeben.
4.5 Schutzimpfungen für Schüler und Auszubildende
Der beste
Schutz
vor vielen
Infektionskrankheiten
sind Schutzimpfungen.
Sie können zum einen den Impfling selbst vor Infektion, Erkrankung und Tod schützen,
tragen andererseits beim Erreichen hoher Durchimpfungsraten in der Bevölkerung (> 90
%), aber auch zum Schutz der Allgemeinheit bei.
In Deutschland gibt es keine Impfpflicht. Die
wichtigsten Impfungen
für die Bevölke-
rung werden von der
Ständigen Impfkommission am Robert Koch-Institut (STIKO)
empfohlen. Einige
Bundesländer
haben daneben auch erweiterte eigene Impfempfeh-
lungen herausgegeben.
Besonders wichtig ist, dass bei allen Kindern, die eingeschult wurden, die
Grundim-
munisierungen
für die empfohlenen Impfungen abgeschlossen und schon die ersten
Auffrischimpfungen
erfolgt sind. (Bei den kleinen Kindern sollte auch an die Impfun-
gen gegen Pneumokokken und Meningokokken C gedacht werden.) Analysen der
Impfdaten einiger Bundesländer zeigen, dass besonders häufig Jugendliche nicht an
Auffrischimpfungen denken, die im Alter von 9 bis 17 Jahren erfolgen sollten (Wund-
starrkrampf, Diphtherie, Keuchhusten und Kinderlähmung). Außerdem sollte ein voll-
ständiger Impfschutz gegen Hepatitis B, Masern, Mumps, Röteln und Windpocken be-
stehen. Für Mädchen im Alter zwischen 12 und 17 Jahren steht jetzt auch eine Impfung
gegen Humane Papillomaviren (HPV) zur Verfügung, die für den Gebärmutterhalskrebs
hauptsächlich verantwortlich gemacht werden.

Rahmenhygieneplan für Schulen
Stand April 2008
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Nach § 34 Abs. 10 IfSG sollen die Gesundheitsämter gemeinsam mit den Gemein-
schaftseinrichtungen die betreuten Personen oder deren Sorgeberechtige über die Be-
deutung eines vollständigen und altersgemäßen Impfschutzes sowie über die Möglich-
keiten der Prävention übertragbarer Krankheiten
aufklären
.
Dies kann in verschiedener Form, z. B. durch Vorträge, Gespräche und/oder Verteilen
von Informationsmaterial, erfolgen. Im Internet sind wichtige Informationen zum Impfen
veröffentlicht, z. B. unter:
www.rki.de
(> Infektionsschutz > Impfen),
www.forum-
impfen.de,
www.schuetzdich.de,
www.dgk.de (>Gesundheit >Impfen und Infektions-
krankheiten).
5 Anforderungen nach der Biostoffverordnung
5.1 Gefährdungsbeurteilung
Neben den gesundheitlichen Gefährdungen, die in einer Gemeinschaftseinrichtung durch
Personenkontakt bedingt sein können und dem Infektionsschutzgesetz unterliegen, besteht
in Schulen und sonstigen Ausbildungseinrichtungen die Möglichkeit, dass Beschäftigte tätig-
keitsbezogen biologischen Arbeitsstoffen (Mikroorganismen wie Viren, Bakterien, Pilze) aus-
gesetzt sind. Gemäß § 5 Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) ist der Arbeitgeber – vor Ort vertre-
ten durch den Schulleiter - verpflichtet, durch eine Beurteilung der arbeitsplatzbedingten Ge-
fährdungen die notwendigen Schutzmaßnahmen zu ermitteln. Diese allgemein gültige Vor-
schrift wird für Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen durch die Biostoffverordnung (Bi-
oStoffV) und die Technische Regel Biologische Arbeitsstoffe (TRBA) 400 „Handlungsanlei-
tung zur Gefährdungsbeurteilung bei Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen“ konkreti-
siert.
Nach BioStoffV stehen den Beschäftigten auch Schüler und sonstige Personen, die Tätigkei-
ten mit biologischen Arbeitsstoffen durchführen, gleich, so dass auch für sie die erforderli-
chen Schutzmaßnahmen getroffen werden müssen.
Insbesondere bei Tätigkeiten im Garten, im Biotop oder bei der Tierhaltung werden durch
den Umgang z. B. mit Boden, Tieren, Pflanzen sowie pflanzlichen und tierischen Materialien,
denen Mikroorganismen anhaften oder diese enthalten nicht gezielte Tätigkeiten mit biologi-
schen Arbeitsstoffen durchgeführt. Nicht gezielte Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen
liegen auch bei Kontakt zu Körperflüssigkeiten (z. B. Ersthelfer) und Abwasser vor (z. B. Ar-
beiten zur Beseitigung einer Abflussverstopfung durch den Hausmeister). Bei der Durchfüh-
rung von praktischen Übungen und Experimenten im Biologieunterricht können nicht gezielte
und gezielte Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen auftreten.
Eine Schutzstufenzuordnung der Tätigkeiten erfolgt in Abhängigkeit von den zu erwartenden
Mikroorganismen und dem damit verbundenen Infektionsrisiko. In der Regel ist das Infekti-
onsrisiko nicht höher als in der Allgemeinbevölkerung, so dass Maßnahmen der allgemeinen
Hygiene (Schutzstufe 1, TRBA 500) ausreichend sind. Eine Einzelfallprüfung ist notwendig.
Zu den erforderlichen Schutzmaßnahmen für den naturwissenschaftlichen Unterricht siehe
auch GUV-SR 2006 „Regeln für Sicherheit und Gesundheitsschutz bei Tätigkeiten mit biolo-
gischen Arbeitsstoffen im Unterricht“(in Bearbeitung).
5.2 Arbeitsmedizinische Vorsorge
5.2.1 Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung
Bei Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen hat der Arbeitgeber für eine angemessene
arbeitsmedizinische Vorsorge zu sorgen. Hierzu gehört neben der arbeitsmedizinischen Be-
urteilung der Gefährdungen, der Beratung und der Unterrichtung der Beschäftigten, dass bei

Rahmenhygieneplan für Schulen
Stand April 2008
18
Tätigkeiten mit impfpräventablen oder chronisch schädigenden Mikroorganismen eine spe-
zielle arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung veranlasst (Pflichtuntersuchung, § 15a
Abs. 1 i.V.m. Anhang IV BioStoffV) und für sonstige Tätigkeiten der Schutzstufe 2 und 3 an-
geboten (Angebotsuntersuchung, § 15a Abs. 5 BioStoffV) werden muss.
In Schulen ist in der Regel
keine
arbeitsmedizinische
Pflichtuntersuchung
für Beschäftigte
zu veranlassen
, da entsprechende Tätigkeiten nicht durchgeführt werden. Das schließt nicht
aus, dass im Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung im Einzelfall Pflichtuntersuchungen für
die Beschäftigten erforderlich werden. Bei der schulischen Betreuung von behinderten Kin-
dern, ist eine mögliche Exposition gegenüber Hepatitis A- und B-Virus zu berücksichtigen
Besteht in größerem Umfang ein regelmäßiger Kontakt mit Körperflüssigkeiten sowie eine
Verletzungsgefahr ist durch den Arbeitgeber eine arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung
zu veranlassen.
Darüber hinaus sind arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen
anzubieten
, wenn sich
Beschäftigte eine Infektion oder Erkrankung zugezogen haben, die auf eine Tätigkeit mit bio-
logischen Arbeitsstoffen zurückzuführen ist.
Mit der Durchführung der speziellen arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchung ist ein
Facharzt für Arbeitsmedizin oder ein Arzt mit der Zusatzbezeichnung „Betriebsmedizin“ zu
beauftragen, vorrangig der Betriebsarzt (§ 15 Abs. 3 BioStoffV).
5.2.2 Impfungen der Beschäftigten
Werden Tätigkeiten mit impfpräventablen Mikroorganismen entsprechend Anhang IV Bi-
oStoffV durchgeführt und liegt nach § 15a Abs. 2 BioStoffV kein ausreichender Immunschutz
gegenüber diesen Mikroorganismen vor, ist den Beschäftigten im Rahmen der Pflichtunter-
suchung eine
Impfung anzubieten
. Die Kosten sind vom Arbeitgeber zu tragen.
In der Regel ist ein tätigkeitsbezogenes
Impfangebot
für die Beschäftigten
nicht erforder-
lich
. Bei der Betreuung von behinderten Kindern sollte in Abhängigkeit der Tätigkeit und der
Expositionsmöglichkeit ein Immunschutz gegen
Hepatitis A- und B-Virus
bestehen (Ange-
bot einer Kombi-Impfung).
Unabhängig von einer ggf. durch den Arbeitgeber anzubietenden Impfung sollte im Interesse
des öffentlichen Gesundheitsschutzes entsprechend der Impfempfehlungen der ständigen
Impfkommission (STIKO) ein vollständiger, altersgemäßer und ausreichender Impfschutz
gegeben sein, z. B. gegen Tetanus, Diphtherie, Poliomyelitis und Influenza (jährliche Auffri-
schung).
6 Erste Hilfe; Schutz des Ersthelfers
Durch den Leiter der Einrichtung ist zu veranlassen, dass das Personal entsprechend
der staatlichen Arbeitsschutzvorschriften i. V. m. der Unfallverhütungsvorschrift
BGV/GUV-V A1
„Grundsätze der Prävention“ vor Beginn der Tätigkeit und danach
mindestens jährlich zu Gefahren und Maßnahmen zum Schutz einschließlich der Ers-
ten Hilfe unterwiesen wird. Er hat dafür zu sorgen, dass zur Ersten Hilfe und zur Ret-
tung der Versicherten die erforderlichen Einrichtungen, Sachmittel und geeignete
Personen verfügbar sind.
Geeignetes Erste-Hilfe-Material enthält gemäß BGR A1
„Grundsätze der Präven-
tion“/
GUV-I 512
„Erste-Hilfe.Material“
:
Großer Verbandkasten nach DIN 13169 “Verbandkasten E”.
Kleiner Verbandkasten nach DIN 13157 “Verbandkasten C”.

Rahmenhygieneplan für Schulen
Stand April 2008
19
Zusätzlich ist der Verbandkasten mit einem alkoholischen
Desinfektionsmittel
zur
Hände- und Flächendesinfektion auszustatten. Art und Anzahl der Verbandskästen
sind abhängig von der Zahl der Versicherten und Betriebsart.
Verbrauchte Materialien (z. B. Einmalhandschuhe oder Pflaster) sind umgehend zu
ersetzen, regelmäßige
Bestandskontrollen
der Erste-Hilfe-Kästen sind durchzufüh-
ren. Insbesondere sind die Ablaufdaten zu überprüfen und verfallene Materialien zu
ersetzen.
Der Ersthelfer hat bei Kontakt mit Körperflüssigkeiten und Ausscheidungen Einmal-
handschuhe zu tragen und sich vor sowie nach der Hilfeleistung die Hände zu desin-
fizieren.
Parallel zur Erstversorgung ist vom Ersthelfer zu entscheiden, ob sofortige
ärztliche
Hilfe
zur weiteren Versorgung des Verletzten hinzuzuziehen ist.
(Weitere Informationen zur Ersten Hilfe enthalten die BGI/GUV-I 503 „Anleitung zur
Ersten Hilfe“, BGI 509 „Erste Hilfe im Betrieb“, BGI 510 „Aushang Erste Hilfe“,
BGI/GUV-I 511 “Dokumentation der Ersten Hilfe Leistung“/“Verbandbuch“)

Rahmenhygieneplan für Schulen
Stand April 2008
20
Anlage 1 Literatur
(Angabe der bei Redaktionsschluss aktuellen Fassungen!)
Wichtige rechtliche Grundlagen
(s. auch unter
http://www.gesetze-im-internet.de,
http://bundesrecht.juris.de,
http://frei.bundesgesetzblatt.de)
Gesetz zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten beim Menschen
(Infektionsschutzgesetz – IfSG) vom 20.07.2000 (BGBl. I Nr. 33, S. 1045 – 1077),
zuletzt geändert durch Art. 2 § 3 vom 01.09.2005 (BGBl. I, S. 2618)
Sozialgesetzbuch Fünftes Buch (SGB V) – Gesetzliche Krankenversicherung vom
20.12.1988 (BGBl. I S. 3853) §§ 21 und 26; zuletzt geändert durch Art. 3a G vom
29.08.2005 BGBl. I S. 2570
Sozialgesetzbuch Siebtes Buch (SGB VII) – Gesetzliche Unfallversicherung vom 07.
08.1996 (BGBl. I S. 1254), zuletzt geändert durch Art. 1 vom 14.08.2005 (BGBl. I
S. 2410
Sozialgesetzbuch Achtes Buch (SGB VIII) – Kinder- und Jugendhilfe vom 26. Juni
1990 (BGBl. I S. 1163) i. d. F. vom 08. 12.1998 (BGBl. I S. 3546) § 1 Abs. 3, Nr. 3
Lebensmittel-, Bedarfsgegenstände- und Futtermittelgesetzbuch LFGB – Lebensmit-
tel- und Futtermittelgesetzbuch vom 01.09.2005 (BGBl. I Nr.55 S. 2618)
EU-Hygienepaket zur Lebensmittelhygiene (EU-Verordnungen Nr. 852/2004,
853/2004, 854/2004) sowie ergänzend 882/2004, Aufhebungs-Richtlinie RL 2004/41
einschl. Durchführungsverordnungen (VO (EG) Nr. 2073/2005, 2074/2005,
2075/2005, 2076/2005)
Verordnung zur Novellierung der Trinkwasserverordnung vom 21.05.01 (BGBl. I, Nr.
24, 2001, S. 959-980)
Landesgesetze und Vorschriften: z. B. Bauliche Richtlinien für Schulen
Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) vom 07.08.96 (BGBl. I, S. 1246) geändert durch Ar-
tikel 9 des Gesetzes vom 27.09.96 (BGBl. I S. 1461)
Verordnung über Arbeitsstätten (Arbeitsstättenverordnung - ArbStättV) vom 12.
August 2004 (BGBl. I S. 2179 - 2189)
Verordnung über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei Tätigkeiten mit biologischen
Arbeitsstoffen (Biostoffverordnung – BioStoffV) vom 27. Januar 1999, BGBl. I, Nr. 4,
S. 50 - 60, zuletzt geändert durch Art. 2 der Verordnung zur Umsetzung der EG-
Richtlinie 2002/44/EG und 2003/10/EG (BGBl. I Nr. 8 S. 261, 269-270)
Technische Regel für Biologische Arbeitsstoffe (TRBA) 400: Handlungsanleitung zur
Gefährdungsbeurteilung bei Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen
Technische Regel für Biologische Arbeitsstoffe (TRBA) 500: Allgemeine Hygiene-
maßnahmen: Mindestanforderungen
GUV-SI 8017: Außenspielflächen und Spielplatzgeräte
GUV-SI 8018: Giftpflanzen – beschauen, nicht kauen
BGR/GUV-R 500: Betreiben von Arbeitsmitteln (Kapitel 2.6: Betreiben von Wäsche-
reien)
BGV/GUV-V A 1: Grundsätze der Prävention
BGV/GUV-V A 4: Arbeitsmedizinische Vorsorge
BGR A 1: Grundsätze der Prävention
GUV-I 512: Erste–Hilfe-Material
GUV-SR 2006: Regeln für Sicherheit und Gesundheitsschutz bei Tätigkeiten mit bio-
logischen Arbeitsstoffen im Unterricht (in Bearbeitung)

Rahmenhygieneplan für Schulen
Stand April 2008
21
Wichtige fachliche Standards
Hinweise für Ärzte, Leitungen von Gemeinschaftseinrichtungen und Gesundheitsäm-
ter zur Wiederzulassung in Schulen und sonstigen Gemeinschaftseinrichtungen (ak-
tualisierte Fassung vom Juli 2006,
www.rki.de).
Aktuelle Liste der vom Robert Koch-Institut geprüften und anerkannten Desinfekti-
onsmittel und –verfahren
(www.rki.de)
Aktuelle Desinfektionsmittelliste des Verbundes für Angewandte Hygiene (VAH) =
ehemals Liste der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie (DGHM)
Liste der nach den Richtlinien der Deutschen Veterinärmedizinischen Gesellschaft
(DVG) geprüften und als wirksam befundenen Desinfektionsmittel für den Lebens-
mittelbereich (Handelspräparate), Stand 01.02.1999
Nationale Leitlinien für eine gute Hygienepraxis (Lebensmittelhygiene)
Impfempfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO;
www.rki.de)
Impfempfehlungen des jeweiligen Bundeslandes
Leitfaden für die Innenraumlufthygiene in Schulgebäuden, erarbeitet von der Innen-
raumlufthygiene-Kommission des Umweltbundesamtes, Juni 2000
(www.umweltbundesamt.de
- Rubrik Veröffentlichungen).
VDI 6022 Hygienische Anforderungen an Raumlufttechnische Anlagen
VDI 6023 Hygienebewusste Planung, Ausführung, Betrieb und Instandhaltung von
Trinkwasseranlagen
DVGW W551 Trinkwassererwärmungs- und Leitungsanlagen. Technische Maß-
nahmen zur Verminderung des Legionellenwachstums
DIN 10508 Lebensmittelhygiene – Temperaturen für Lebensmittel
DIN 10514 Lebensmittelhygiene – Hygieneschulung
DIN 10516 Lebensmittelhygiene – Reinigung und Desinfektion
DIN 10523 Lebensmittelhygiene – Schädlingsbekämpfung im Lebensmittelbereich
DIN 18024 Barrierefreies Bauen
DIN ISO 5970 Stühle und Tische für Bildungseinrichtungen; Funktionsmaße
DIN 5034 Tageslicht in Innenräumen
DIN 5035 Innenraumbeleuchtung mit künstlichem Licht
DIN EN 12464-1 Licht und Beleuchtung - Beleuchtung von Arbeitsstätten - Arbeits-
stätten in Innenräumen
DIN EN 1176 Spielplatzgeräte und Spielplatzböden
DIN 18032 Sporthallen - Hallen und Räume für Sport und Mehrzwecknutzung
DIN 18034 Spielplätze und Freiräume zum Spielen - Anforderungen und Hinweise
für die Planung und den Betrieb
DIN 19643 Aufbereitung von Schwimm- und Badebeckenwasser

Anlage 2
Beispiel-Reinigungs- und Desinfektionsplan in Schulen
Was
Wann Wie Womit Wer
Händewaschen
nach Toilettenbenutzung und
Schmutzarbeiten,
vor Umgang mit Lebensmitteln,
bei Bedarf
auf die feuchte Hand geben
und mit Wasser aufschäumen
Waschlotion
Personal und Schüler
Hände desinfizieren
nach Kontamination mit Blut,
Stuhl, Urin u. ä.,
bei Häufungen von Magen-/
Darminfektionen
mind. 3-5ml auf der trockenen
Haut gut verreiben
Händedesinfektionsmittel Personal und Schüler
Fußböden
- stark frequentierte Räume und Flure
mind. 2 x/ Woche
täglich
Feuchtwischen mit Fahreimer,
Boden reinigen, lüften
Reinigungslösung Reinigungspersonal
Fußboden, Wasch- und Duschräume täglich,
bei Verunreinigung sofort
Feuchtwischen mit Fahreimer,
Boden reinigen und lüften
desinfiz. Reiniger
Reinigungspersonal
Tische, Kontaktflächen (z. B. Stühle) täglich,
bei Verunreinigung sofort
feucht abwischen mit Reini-
gungstüchern, ggf. nach-
trocknen
warmes Wasser, ggf. mit
Tensidlösung (ohne Duft-
und Farbstoff)
Reinigungspersonal
WC
täglich – erst nach Reinigung der
Klassenräume
Wischen u. Nachspülen Mit
gesonderten Reinigungstü-
chern für Kontaktflächen und
Aufnehmer für Fußboden
Reinigungslösung Reinigungspersonal
Fenster
nach Anweisung
Einsprühen, mit sauberem
Tuch trocken reiben
Reinigungslösung Reinigungspersonal
Handlauf, Türklinken, Kontaktflächen,
Schränke, Regale
nach Anweisung und bei sichtba-
rer Verschmutzung
Abwischen Reinigungslösung Reinigungspersonal
Reinigungsgeräte,
Reinigungstücher und Wischbezüge
1 x wöchentlich
arbeitstäglich
Reinigen, Reinigungstücher
u. Wischbezüge nach
Gebrauch waschen und trock-
nen
möglichst Waschmaschine
bei mind. 60°C mit Voll-
waschmittel und anschlie-
ßender Trocknung
Reinigungspersonal
Abfallbehälter leeren
1 x täglich bzw. nach Bedarf
Entleerung in zentrale Abfall-
sammelbehälter
Reinigungspersonal oder
beauftragte Person

Rahmenhygieneplan für Schulen
Stand April 2008
23
Flächen aller Art
bei Verunreinigung mit Blut,
Stuhl, Erbrochenem
Einmalhandschuhe tragen,
Wischen mit Desinfektionsmit-
tel getränktem Einmalwisch-
tuch, Nachreinigen,
gesonderte Entsorgung von
Reinigungstüchern und
Handschuhen in verschlosse-
nem Plastiksack
Desinfektionsmittel nach
Desinfektionsmittelliste
des VAH
geschultes Reinigungs-
personal oder Hausmeis-
ter
Folgende Utensilien müssen vorhanden sein:
-
Ausreichende Ausstattung mit Reinigungstüchern und Aufnehmern
-
Fahreimer oder Eimersysteme
- Waschmaschine und Wäschetrockner
-
Handschuhe und Einmalwischtücher (desinfektionsmittelgetränkt)
-
Desinfektionsmittel nach VAH-Liste