Rahmenhygieneplan
für Einrichtungen der Medizinischen Fußpflege
(Podologie)
erarbeitet vom:
Länder-Arbeitskreis
zur Erstellung von Hygieneplänen nach § 36 IfSG
Landesgesundheitsamt Brandenburg
Landesuntersuchungsanstalt für das Gesundheits- und Veterinärwesen Sachsen
Landesamt für Gesundheit und Soziales Mecklenburg-Vorpommern
Thüringer Landesamt für Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz
Landesamt für Verbraucherschutz Sachsen-Anhalt
Landesgesundheitsamt Niedersachsen
Gesundheitsamt Berlin-Spandau
Autorenkollektiv:
aktuell:
Peter Bergen, Niedersachsen; Dr. Axel Hofmann, Sachsen; Dr. Paul Kober †, Mecklenburg-
Vorpommern; Dr. Claudia Kohlstock, Sachsen-Anhalt; Dr. Bernhard Schicht, Sachsen-Anhalt; Antje
Schmidt, Brandenburg; Dr. Margret Seewald, Brandenburg; Alexander Spengler, Thüringen; Dipl.-
Med. Gudrun Stange, Berlin-Spandau
Dieser Rahmenhygieneplan basiert auf:
Rahmenhygieneplan Podologie des Landes Brandenburg 2003
,
erstellt von Gesundheitsämtern des Landes Brandenburg,
dem Landesgesundheitsamt Brandenburg und
dem Verband Deutscher Podologen - Landesverband Berlin-Brandenburg e.V.
„Hygienegrundsätze in Praxen der Podologen und Fußpfleger“ des Landes Mecklenburg-
Vorpommern 2006
erstellt von Dr. P. Kober †, Dr. R. Zenke, M. Rohland
Stand:
Juni 2009

Rahmenhygieneplan für Einrichtungen der medizinischen Fußpflege (Podologie)
Stand Juni 2009
2
Inhaltsverzeichnis:
1 Einleitung.............................................................................................................. 3
2 Risikobewertung, Hygienemanagement und Verantwortlichkeit........................... 4
2.1 Risikobewertung............................................................................................. 4
2.2 Hygienemanagement und Verantwortlichkeit ................................................. 5
3 Basishygiene ........................................................................................................ 5
3.1 Hygieneanforderungen an Räume und Ausstattung....................................... 5
3.2 Hygieneanforderungen an Tätigkeiten............................................................ 6
3.3 Reinigung und Desinfektion.......................................................................... 10
3.4 Aufbereitung von Medizinprodukten ............................................................. 11
3.4.1 Risikoeinstufung der Medizinprodukte (MP)........................................ 12
3.4.2 Aufbereitungsschritte .......................................................................... 13
3.4.2.1 Instrumentenreinigung......................................................................... 13
3.4.2.2 Instrumentendesinfektion.................................................................... 13
3.4.2.3 Sterilisation.......................................................................................... 15
3.4.2.4 Lagerung der Instrumente................................................................... 18
3.5 Wäsche......................................................................................................... 19
3.6 Abfall............................................................................................................. 19
3.7 Tätigkeiten außerhalb der Einrichtung.......................................................... 20
4 Anforderungen nach der Biostoffverordnung...................................................... 20
4.1 Gefährdungsbeurteilung ............................................................................... 20
4.2 Arbeitsmedizinische Vorsorge......................................................................21
4.2.1 Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung.......................................21
4.2.2
Impfungen für die Beschäftigten.......................................................... 21
5 Erste Hilfe...........................................................................................................22
Anlage 1
Literatur - Wichtige rechtliche Grundlagen und fachliche Standards
Anlage 2
Reinigungs- und Desinfektionsplan (Beispiel)

Rahmenhygieneplan für Einrichtungen der medizinischen Fußpflege (Podologie)
Stand Juni 2009
3
1 Einleitung
Übertragbaren Krankheiten beim Menschen vorzubeugen, Infektionen frühzeitig zu
erkennen und ihre Weiterverbreitung zu verhindern, ist Zweck des Infektionsschutz-
gesetzes. Wesentliche Anforderung an alle gesundheitlich relevanten Berufe ist die
Verhütung der Erregerübertragung durch hygienebewusstes Verhalten.
Jeder Eingriff, bei dem Haut verletzt wird, kann über den Austritt von Blut oder Blut-
serum zu einer Infektion, wie z. B. mit Hepatitis B, C oder HIV, führen. Das ist schon
durch kleinste, kaum oder nicht mit dem Auge erkennbare Blut- oder Serumtröpfchen
möglich, wenn sie in die Blutbahn gelangen.
Eine Infektionsübertragung kann über die Hände des Personals erfolgen, aber auch
durch Instrumente oder Flächen, die mit Blut bzw. Serum verunreinigt sind.
In der Fußpflege werden Fußpilze, Warzenviren und bakterielle Erreger am häufigs-
ten übertragen. Das Risiko einer Infektion mit diesen Erregern ist durch geeignete
hygienische Maßnahmen zu minimieren, die fachgerecht umgesetzt und kontrolliert
werden.
Seit dem In-Kraft-Treten des Podologengesetzes (PodG) am 02.01.2002 ist der Be-
ruf des „Podologen/Medizinischen Fußpflegers“ bundeseinheitlich geregelt. Die Be-
rufsbezeichnung „Podologin / Podologe“ oder „Medizinische Fußpflegerin / Medizini-
scher Fußpfleger“ ist durch das Gesetz geschützt. Die Erlaubnis zum Führen der Be-
rufsbezeichnung erhält, wer die 2-jährige Ausbildung an einer anerkannten Schule
abgeleistet und die staatliche Prüfung bestanden hat sowie persönlich und gesund-
heitlich zur Ausübung des Berufs geeignet ist.
Übergangsregelungen
sind am
01.01.2007 ausgelaufen.
Nach § 36 Absatz 2 des Infektionsschutzgesetzes können Fußpflegeeinrichtungen
durch das Gesundheitsamt infektionshygienisch überwacht werden. Diese Überwa-
chung gilt insbesondere der Einhaltung von Hygienemaßnahmen zum Schutz von
Patienten und Personal vor Infektionskrankheiten. Den Betreibern von Fußpflegeein-
richtungen wird empfohlen, die innerbetrieblichen Verfahrensweisen zur Infektions-
hygiene in einem einrichtungsbezogenen Hygieneplan festzulegen und damit auch
die Einhaltung der Maßnahmen zu erleichtern. Für die Erstellung eines solchen Pla-
nes enthält das Gesetz keine Vorgaben, sondern überlässt dies weitgehend dem
Ermessen der jeweiligen Einrichtung.
Der vorliegende Rahmenhygieneplan soll hierbei Unterstützung geben. Er geht von
einer Risikobewertung der üblichen Tätigkeiten in der Podologie / Fußpflege aus, gibt
Hinweise zur Einhaltung der Basishygiene und zum Arbeitsschutz, nimmt darüber
hinaus eine Risikoeinstufung der eingesetzten Medizinprodukte vor und leitet die
notwendigen Aufbereitungs- und Hygienemaßnahmen ab.
Einrichtungen der kosmetischen Fußpflege können diesen Rahmenhygieneplan ori-
entierend nutzen. Hinzuweisen ist auch auf den Rahmenhygieneplan für Piercing-
und Tätowierungs- (Tattoo-), Kosmetik- und Fußpflegeeinrichtungen des Länderar-
beitskreises vom April 2007.
Der Hygieneplan ist im Hinblick auf einrichtungsspezifische Details und Fest-
legungen zu verändern oder zu ergänzen.
Der vorliegende Rahmenhygieneplan ist
eine Empfehlung für die Erstellung einrichtungsspezifischer Hygienepläne.

Rahmenhygieneplan für Einrichtungen der medizinischen Fußpflege (Podologie)
Stand Juni 2009
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Der Hygieneplan ist analog auch auf Tätigkeiten außerhalb der Behandlungseinrich-
tung (z. B. in der Wohnung der Kunden, in Pflegeeinrichtungen oder auf Messen)
anzuwenden. In Pflegeeinrichtungen sind darüber hinaus die einrichtungsspezifi-
schen Hygienepläne zu berücksichtigen.
2
Risikobewertung, Hygienemanagement und Verantwortlichkeit
2.1 Risikobewertung
Das Risiko, dass Patienten auf der Haut der Beine bzw. Füße Erreger von Infekti-
onskrankheiten in die Praxis tragen, wird im Normalfall als gering bis mittelgradig
eingestuft. Bei Tätigkeiten der Fußpflege sind jedoch Übertragungen spezieller Erre-
ger, wie z. B. von Fußpilzen, Pilzen im mykotischen Nagel, Warzenviren oder Krätz-
milben möglich. Infektionsrisiken stellen auch Eitererreger in infizierten Prozessen
sowie grampositive oder gramnegative Erreger in benachbarten chronischen Wun-
den, z. B. beim Ulcus cruris venosum oder einem Ulcus des diabetischen Fußes, dar.
Wesentlich ist hierbei der Kontakt zu krankhaft veränderter Haut oder zu einer Wun-
de.
Zu den typischen Tätigkeiten der Fußpflege gehören unter anderem:
Fachgerechtes Schneiden der Nägel
Abtragen von Nagelverdickungen
Sondieren von Nagelfalzen
Abtragung von Hautverdickungen (Hornhaut)
Unblutiges Entfernen von Hühneraugen.
Bei den üblichen Tätigkeiten von Podologen und Fußpflegern zur Entfernung von
Haut, Nägeln oder Hornhaut wird die Haut nicht durchdrungen, es wird kein Kontakt
zu Blut oder inneren Geweben hergestellt. Das kann jedoch ungewollt passieren und
muss bei den Hygienemaßnahmen berücksichtigt werden.
Skalpelle, die beim Schneiden der Hornhaut eingesetzt werden, sind üblicherweise
als Einwegmaterialien steril. Sie werden jedoch nicht mit dem Ziel verwendet, die
Haut zu durchtrennen. Zudem sind Schmerzreaktionen als natürlicher Schutz nicht
bei allen Patienten (z. B. mit diabetischem Fuß) zuverlässig gegeben. Patienten mit
stoffwechselbedingten Veränderungen der peripheren Nerven empfinden oft weder
leichten Druck noch eine Schnittverletzung.
Sondierungen, Manipulationen und Behandlungen an infektiösen Prozessen (Nagel-/
Nagelfalzinfektionen) oder Schleifen / Fräsen an z. B. mykotischen Nägeln haben ein
höheres Risiko, mit Blut in Kontakt zu kommen, ebenso die Anwendung von schnell
drehenden Schleifkörpern oder Fräsern (z. B. 20.000 U/min) an Nägeln, Haut und
Hornhaut. Dies ist bei der Einstufung des Instrumentariums und dessen Aufbereitung
zu berücksichtigen.
Die Abwehr- und Immunsituation von Patienten in podologischen oder Fußpflegeein-
richtungen ist abhängig von Alter und Gesundheitszustand. Gesunde Patienten ver-
fügen z. B. über eine normale Abwehr- und Immunsituation. Ältere Patienten oder
Patienten mit chronischen Krankheiten, z. B. mit einem diabetischen Fuß, haben mit
größerer Wahrscheinlichkeit eine eingeschränkte Abwehr- und Immunsituation ge-
genüber Krankheitserregern.

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2.2 Hygienemanagement und Verantwortlichkeit
Der
Inhaber
der Einrichtung trägt die Verantwortung für die Sicherung der hygieni-
schen Anforderungen. Er trägt Sorge für:
die Erstellung und Aktualisierung eines einrichtungsspezifischen Hygieneplanes
die Umsetzung der Maßnahmen des Hygieneplanes
die routinemäßige bzw. anlassbezogene Eigenkontrolle der Einhaltung der im
Hygieneplan festgelegten Maßnahmen.
Dabei ist die Einbeziehung des Gesundheitsamtes und/oder die Beratung durch eine
Fachkraft für Hygiene sinnvoll.
Der Hygieneplan soll jederzeit zugänglich und einsehbar sein. Mindestens einmal pro
Jahr sollen die Mitarbeiter zu den erforderlichen Hygienemaßnahmen belehrt wer-
den. Die
Belehrung
ist schriftlich zu dokumentieren.
3 Basishygiene
3.1
Hygieneanforderungen an Räume und Ausstattung
Bei der Praxisausstattung sind die allgemeinen Anforderungen, die räumlichen Min-
destvoraussetzungen und die Grundausstattung des Arbeitsplatzes der „Gemeinsa-
men Empfehlungen der Spitzenverbände der Krankenkassen zur einheitlichen An-
wendung der Zulassungsbedingungen für Leistungserbringer von Heilmitteln, die als
Dienstleistungen an Versicherte abgegeben werden,“ zu berücksichtigen.
Hierzu gehören:
in sich
abgeschlossene Praxis
(wenigstens 25 m² Nutzfläche), räumlich getrennt
von anderen Praxen sowie privaten Wohn- und gewerblichen Bereichen
behindertengerechter Zugang
Warteraum
mit ausreichenden Sitzgelegenheiten
Anzahl und Ausstattung der
Sanitärräume
entsprechend der Größe der Einrich-
tung und der Mitarbeiterzahl gemäß Arbeitsstättenverordnung; Toilette, Hand-
waschbecken und Möglichkeit zur Fußwaschung (z. B. Becken oder Schüssel)
getrennte Aufbewahrung der Arbeits- und Schutzbekleidung des Personals von
der Straßenkleidung, ausreichend große
Garderobe
für die Aufbewahrung der
Privatkleidung des Personals und der Kunden
mindestens ein
Behandlungsraum
(Kabine) mit festen Wänden und einer Fläche
von wenigstens 7 m², weiterer Behandlungsraum (ebenfalls wenigstens 7 m²) für
jede gleichzeitig tätige Fachkraft; Mindestraumhöhe von 2,40 m, ausreichend be-
und entlüftbar (z. B. Fenster) sowie angemessen beheizbar und beleuchtbar
wisch- und desinfizierbarer
Fußboden in Behandlungsräumen
für eine Nassrei-
nigung und -desinfektion geeignete
Einrichtungsgegenstände
und Arbeitsflä-
chen
im Arbeitsbereich nur die notwendigen Arbeitsmittel und Materialien griffbereit
vorhalten

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Handwaschbecken
im Behandlungsraum (komplett nach TRBA 250: fließend
kaltes und warmes Wasser, Armatur, die eine Handgelenkbedienung ermöglicht,
Spender für Händedesinfektionsmittel, Flüssigseife und Papierhandtücher, Ab-
wurf für benutzte Papierhandtücher); keine Verwendung von Handtüchern oder
Stückseife, die von mehreren Personen benutzt werden
Patientenstuhl
mit teilbaren und ausziehbaren Fußstützen und Sitz für den Be-
handler, Kleiderablage für den Patienten
Schrank
zur geschützten Aufbewahrung der Sets und sonstiger Materialien, Ar-
beitsfläche zur Bereitstellung der Materialien und Sets
Leuchte
mit Lupe, Fräsgerät mit Staubabsaugung oder Nasstechnik
räumlich oder organisatorisch von anderen Praxisbereichen abgetrennter
Aufbereitungsbereich für Instrumente:
Arbeitsfläche mit Instrumentendesinfektionsschüssel, Ablagen für Instrumente
und Tabletts, Entsorgungsbehälter entsprechend TRBA 250, z. B. für Skalpell-
klingen und Kanülen, Verpackungsmaterialien für die Sterilisation, ggf. Ein-
schweißgerät für Verbundfolie, Behälter für desinfizierte Instrumente für Hausbe-
suche, Sterilisator, Händedesinfektionsmittelspender
Mindestraumstruktur:
Warteraum, WC, Behandlungsraum (Kabine), Aufbereitungsraum (oder Aufberei-
tungsbereich mit strikter Trennung von „rein“ und „unrein“).
Ausstattung für die Behandlung in der Praxis
Arbeitskleidung und persönliche Schutzausrüstung
Spray mit Hautdesinfektionsmittel
Spray oder Tücher mit Flächendesinfektionsmittel
Flasche mit keratolytischem Mittel
Papier- (z. B. Küchenrolle) oder Textiltücher (patientenbezogen oder Einmaltü-
cher, z. B. zum Abtrocknen der Füße)
Tupfer (z. B. Abstreifen der Materialien von den Instrumenten) und Tamponaden
abgedeckter Behälter für Tücher, Tupfer, Tamponaden, Pflegemittel, Pflaster und
Verbandmittel
ggf. Wundantiseptikum
Verbandkasten für Erste Hilfe
in der Praxis sollte mit Instrumentensätzen auf einem Tablett o. ä. Ablage gear-
beitet werden
Behandlungsausstattung für Hausbesuche
Für Hausbesuche ist eine ausreichende Zahl verpackter und sterilisierter Sets
häufig benötigter Instrumente bereit zu halten, z. B. für: einen diabetischen Fuß,
infektiöse Prozesse, Nagelmykosen, chronische Wunden.
Einmalhandschuhe
Händedesinfektionsmittel
3.2
Hygieneanforderungen an Tätigkeiten

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Von den RKI-Empfehlungen gelten insbesondere die für Hände- und Flächendesin-
fektion sowie zur Aufbereitung von Medizinprodukten.
Am Arbeitsplatz darf nicht gegessen, geraucht oder getrunken und dürfen keine
Nahrungsmittel deponiert werden.
Begleitpersonen
sollten sich nicht im unmittelbaren Arbeitsbereich aufhalten.
Im Behandlungsraum dürfen sich
zu keinem Zeitpunkt Tiere
befinden.
Vorbereitung des Arbeitsplatzes vor dem Eingriff bzw. der Behandlung
Die
Arbeitsfläche
, auf der die zur Behandlung benötigten Instrumente und Mate-
rialien vorbereitet werden, muss ausreichenden Platz bieten, aufgeräumt, sauber
und desinfiziert sein.
Instrumentarien und Material zur Behandlung sind auf einer keimarmen Unterlage
abzulegen (z. B. Tuch, Tablett oder Verpackung).
Fußauftritte, -auflagen
und alle Kontaktflächen, mit denen der unbekleidete Fuß
in der Fußpflege in Berührung kommt, können mit einer nach jedem Patienten zu
wechselnden Papier- oder Textilauflage abgedeckt werden bzw. sind nach jeder
Benutzung zu wischdesinfizieren.
Vorbereitung des Personals
Das Tragen von
Arbeitskleidung
wird empfohlen.
Persönliche Schutzausrüstung
(z. B. Schutzkleidung, Schutzhandschuhe,
Atemschutz) sind bereitzustellen und regelmäßig sowie bei Bedarf zu wechseln.
Das Personal soll bei der Arbeit kurzärmlige Kleidung tragen, um den Kontakt der
Ärmel mit den Instrumenten und mit der verletzten Haut zu vermeiden.
Lange Haare sind zusammen zu binden.
Während der Arbeit ist
Schmuck
wie Ringe, Armreifen, Armbanduhren aus
Gründen der Verletzungsgefahr für Personal und Patienten und des Entstehens
von Lücken bei Reinigung und Desinfektion abzulegen. Auf Nagellack und künst-
liche Fingernägel ist zu verzichten.
Die
Hände
sind zu Beginn des Arbeitstages sowie bei Verschmutzungen gründ-
lich mit Flüssigseife aus Spendern (keine Stückseife) zu waschen.
Händedesinfektion:
unmittelbar vor der Behandlung sowie nach dem Ablegen der Schutzhand-
schuhe
Wandspender mit Originalflasche im Arbeitsbereich
Hebel mit Handgelenk bedienen
ca
.
3-5 ml des VAH-gelisteten Händedesinfektionsmittels bzw. 2 Pumpen-
hübe auf die trockene Haut geben
Waschbewegungen für 30 sec, dabei Daumen, Zwischenräume, Finger-
kuppen und Nagelfalze einbeziehen
Hände müssen bis zum Ende der 30 sec feucht sein (sonst wirkt der Alko-
hol nicht)
Kleben am Ende deutet Wirkung der Rückfetter an

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Händewaschen:
keine Stückseife
Seifenlotion immer auf die feuchte Haut aufbringen, (Seifenlotion ist als
Konzentrat aggressiver zur Haut als der Alkohol für die Desinfektion!)
gut mit Wasser aufschäumen und Schmutz entfernen
Seife gut abspülen, Hände gut abtrocknen
Hände zwischendurch, vor Pausen und am Dienstende gut pflegen (cre-
men)
Schutzhandschuhe:
Bei allen Eingriffen, bei denen Kontakt mit Blut, Serum, ansteckenden oder ver-
dächtigen Hauterscheinungen (z. B. mit mykotischem Gewebe in der Fußpflege),
vorhersehbar ist, müssen
Einwegschutzhandschuhe
getragen werden.
Diese sollen puderfrei sowie latexproteinarm oder -frei sein, müssen nicht ste-
ril sein, jedoch frisch aus einer Originalverpackung vor Beginn des Eingriffs
entnommen werden.
Die Handschuhe müssen nach jeder Behandlung gewechselt und entsorgt
werden.
Auch bei einer Perforation sind die Handschuhe zu wechseln.
Nach Ablegen der Handschuhe ist immer eine Händedesinfektion durchzufüh-
ren.
Bei Verletzungen oder Hauterkrankungen des Personals an den Händen sind
bei jedem Patientenkontakt Einweghandschuhe zu tragen. Gegebenenfalls
(z. B. bei eitrigen Hautveränderungen) muss ein Patientenkontakt bis zur Aus-
heilung unterbleiben.
Zum Schutz vor Chemikalien (z. B. Flächen- und Instrumentendesinfektions-
mittel sowie Reinigungsmittel) müssen geeignete Schutzhandschuhe getragen
werden.
Hautschutz:
In der Einrichtung sind Voraussetzungen für die
Pflege der Hände
zu schaf-
fen (Hautschutzplan). Dabei ist es sinnvoll, eine schnell einwirkende Hautcre-
me in Tuben oder Spendern bereitzuhalten. Die Entnahme von Hautschutz-
salbe aus Dosen ist nur mit Einwegspateln, die nach jedem Gebrauch verwor-
fen werden, gestattet.
Schutzbrille:
Bei Eingriffen mit Staubbildung oder möglichem Verspritzen von Flüssigkeit
soll aus Gründen des Arbeitsschutzes eine
Schutzbrille
getragen werden.
Atemschutz, Mund-Nasen-Schutz:
Ist erforderlich bei Tätigkeiten, bei denen Stäube oder Aerosole frei gesetzt
werden (z. B. Schleifen oder Fräsen).
- partikelfiltrierende Halbmaske FFP 1 oder Mund-Nasenschutz (MNS),
der die wesentlichen Anforderungen an eine filtrierende Halbmaske der
Geräteklasse FFP1 erfüllt
- dichtsitzend , damit Stäube und Aerosole nicht eingeatmet werden
- Absaugvorrichtungen an den Arbeitsgeräten werden empfohlen.

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Ist erforderlich bei offenen Wunden zum Schutz des Behandlungsbereiches
vor der Übertragung von Erregern durch das Ausatmen (z. B. diabetischer
Fuß, chronische Wunde).
- medizinischer Mund-Nasenschutz
Ist nur von einer Person zu tragen und ein durchfeuchteter oder schmutziger
Atemschutz ist zu wechseln.
Vorbereitung des Patienten
Vor der Behandlung hat eine
Aufklärung und Beratung
des Patienten über mögli-
che Gesundheitsgefahren und Nachbehandlungen zu erfolgen.
Dies ist zu dokumentieren und mit den Patientenunterlagen aufzubewahren.
Vor Beginn der Behandlung ist das Hautareal, an dem die Behandlung durchge-
führt werden soll, einer
gründlichen Inspektion
zu unterziehen. Liegen augen-
scheinlich krankhafte Hautveränderungen vor, die nicht zur mitgeteilten Diagnose
passen, ist dem Patienten dringend ein Arztbesuch anzuraten und die Behand-
lung zu unterlassen.
Voraussetzungen für die Hautreinigung am Behandlungsort:
Bei der Hautreinigung sind feuchte Reinigungstücher zu empfehlen.
Ggf. Fußbad in einer Schüssel, einem Sprudelbad oder einem fest installierten
Fußbadebecken.
Beim
Einsatz von keratolytischen Mitteln oder Reinigern
ist die Entnahme-
flasche an der Öffnung nicht zu kontaminieren, z. B. freies Ausgießen.
Voraussetzungen für die Hautdesinfektion am Behandlungsort:
Hautdesinfektionsmittel zur satten Befeuchtung aufsprühen oder aufsprayen
Behandlungsstelle unmittelbar mit einem Papiertuch, Zellstoff oder Mull einmal
unter leichtem Druck abwischen (nicht hin und her wischen)
Einwirkzeit des Mittels abwarten (i. d. R. 15 sec)
Bei Verschmutzung ist der Vorgang zu wiederholen (sprühen, wischen, war-
ten).
Die Behandlungsstelle soll trocken sein.
Nur Originalflaschen verwenden (nicht umfüllen, Arzneimittel!, Sporenfreiheit
ist zu wahren)!
Bei Eingriffen, bei denen die Haut verletzt wird, z. B. bei der Entfernung von War-
zen oder Hühneraugen, bei der Behandlung eingewachsener Nägel, aber auch
bei Haut- oder Nagelmykosen, sind vor Behandlungsbeginn Hautdesinfektions-
mittel aus der VAH-Liste auf die Haut aufzutragen. Dabei ist auf eine ausreichen-
de Einwirkungszeit zu achten.
Nach der Behandlung

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Durch die Behandlungsmaßnahme entstandene Wunden sind bei Bedarf abschlie-
ßend mit einem Wundverband (z. B. Mull oder Pflaster) abzudecken. Dieser soll aus
einer Originalverpackung direkt entnommen werden.
Wenn antiseptische Salben als abschließende Abdeckung der Haut benutzt werden
und diese aus einem Topf entnommen werden sollen, ist dabei ein Einwegspatel zu
verwenden, der nach Benutzung verworfen werden muss.
Alle Behandlungsmaßnahmen müssen dokumentiert werden.
Die
Flächendesinfektion
ist im unmittelbaren Arbeitsbereich durchzuführen.
Es ist erforderlich, eine der Anzahl von Kunden entsprechende Menge an sterilen
Instrumenten bereitzuhalten, wenn die Eingriffe oder Maßnahmen
sterile Instrumen-
te
verlangen.
Benutzte Instrumente
müssen in stich- und bruchsicheren Behältern
zurück transportiert und der Aufbereitung zugeführt werden. Falls der Transportbe-
hälter wiederverwendet werden soll, ist dieser zu desinfizieren.
3.3
Reinigung und Desinfektion
Reinigung von Flächen und Einrichtungsgegenständen
Bei
Fußböden und Oberflächen
, die nicht mit potenziell infektiösem Material
kontaminiert wurden (keine Verunreinigung insbesondere durch Blut oder andere
Körperflüssigkeiten) ist die tägliche Feuchtreinigung ausreichend. Wischbezüge
sind nach Verwendung aufzubereiten (siehe Anhang Reinigungs- und Desinfekti-
onsplan).
Der Fußboden am Arbeitsplatz ist wegen des Verunreinigungsrisikos durch Blut
täglich am Arbeitsende einer Wischdesinfektion zu unterziehen.
Nach der Behandlung von
Patienten mit Hautinfektionen
sind auch Sitz- oder
Liegeflächen zu desinfizieren. Sonst reicht eine Reinigung und ein Wechsel der
Unterlage pro Patient aus.
Wenn die Fläche z. B. mit Blut (auch in kleinen Mengen, beispielsweise Bluttrop-
fen) verunreinigt ist, wird dieses vor der Desinfektion der Fläche gezielt mit einem
desinfektionsmittelgetränkten saugfähigen Tuch (z. B. Zellstoff) beseitigt.
Gröbere Verunreinigungen, Hautschuppen, Nagel- und Hornhautspäne werden
mit dem Abdeckmaterial entfernt bzw. feucht aufgenommen. Die Späne sollten
nach jeder Behandlung entsorgt bzw. aufgesaugt werden.
Flächendesinfektion:
Routinemäßig sind Flächendesinfektionsmittel der VAH-Liste mit entspre-
chender Konzentrations- und Einwirkzeit einzusetzen. Dabei ist die Wirksam-
keit gegen Warzenviren zu beachten.
Bei Einsatz in Eimern / Schüsseln sind eine Dosierhilfe, Wischtuch oder -
papier zu verwenden und Schutzhandschuhe zu tragen.
Beim Ansetzen einer Desinfektionslösung sollte auch eine Schutzbrille getra-
gen werden.

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Alkohol-Sprühflaschen (für die Flächendesinfektion gelistet) sollten als
Schaumsprays für begrenzte Flächen bis maximal 1 m² (Explosionsgefahr)
eingesetzt werden.
Alle patientennahen Flächen sind nach der Behandlung zu wischdesinfizieren
(Flächendesinfektion ist eine Wisch- und keine Sprühdesinfektion), z. B.:
Arbeitstisch
Fußstützen (trotz Unterlage aus Papier oder Textilien)
Fräsgerät und Schläuche
u. a. kontaminierte Bereiche
Desinfizierte Flächen dürfen nicht trocken gewischt, aber nach dem Abtrock-
nen bereits wieder genutzt werden.
Sprühflaschen mit sog. Weichmachern
für die Haut (keratolytische Mittel) sind
nach dem Verbrauch und vor dem Neubefüllen unter Einbeziehung des Sprüh-
kopfes gründlich zu reinigen, in der Wanne mit den Instrumenten und den Tab-
letts zu desinfizieren, mit Trinkwasser zu spülen und zu trocknen.
Sprühflaschen für Wasser
(z. B. zum Säubern der Haut) sind mindestens täg-
lich zu reinigen und zu desinfizieren (blasenfreies Einlegen, Beachtung der Ein-
wirkzeit), gründlich zu spülen, vollständig auszutrocknen und erst unmittelbar vor
dem erneuten Einsatz mit frischem Trinkwasser aufzufüllen. Kommt es zu einer
Verunreinigung des Wassers, ist die Flasche sofort innen zu reinigen, zu desinfi-
zieren und erst nach vollständiger Trocknung für den nächsten Einsatz neu zu be-
füllen. Auf das Vorhandensein einer ausreichenden Anzahl von Sprühflaschen ist
zu achten. Sprühflaschen sind nach Kontamination von außen mit Desinfektions-
mittel abzuwischen.
Schüsseln, Fußbadewannen und ggf. fest installierte Becken
sind nach je-
dem Gebrauch zu reinigen und zu desinfizieren (Wischdesinfektion).
Desinfektion:
Routinemäßig mit dem Flächendesinfektionsmittel auswischen.
Die Einwirkzeit ist immer abzuwarten.
Handwaschbecken
sind entsprechend der Benutzungsfrequenz täglich, mindes-
tens aber 1x wöchentlich, zu reinigen. Nach Kontamination mit potentiell infektiö-
sen Körpersekreten sind sie desinfizierend zu reinigen.
Die Aufbereitung von Wischutensilien zur Flächendesinfektion soll bevorzugt
thermisch bei 90° erfolgen. Einmaltücher sind zu empfehlen.
3.4
Aufbereitung von Medizinprodukten
Alle Instrumente und Materialien, die entsprechend der Medizinprodukte-
Betreiberverordnung bestimmungsgemäß keimarm oder steril angewendet werden
müssen, sind vor einer Wiederverwendung aufzubereiten.
Aufbereitungsschritte sind Reinigung, Desinfektion, Trocknung, Funktionsprüfung,
Wartung, Pflege, Verpackung, Sterilisation und Lagerung des Medizinproduktes. Die
Notwendigkeit der jeweiligen Aufbereitungsschritte ist abhängig von ihrer Risikoein-
stufung.

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Die Aufbereitung erfolgt gemäß § 4 Medizinproduktebetreiberverordnung
(MPBetreibV) mit einem geeigneten validierten Verfahren entsprechend der RKI-
Empfehlung „Anforderungen an die Aufbereitung von Medizinprodukten“ durch dies-
bezüglich geschultes Personal.
3.4.1 Risikoeinstufung der Medizinprodukte (MP)
Die Einstufung der Medizinprodukten erfolgt nach den RKI - Empfehlungen zu Anfor-
derungen an die Hygiene bei der Aufbereitung von Medizinprodukten.
1. Unkritische Medizinprodukte: lediglich Kontakt mit intakter Haut
2. Semikritische Medizinprodukte: Kontakt mit Schleimhaut oder krankhaft ver-
änderter Haut
3. Kritische Medizinprodukte: Kontakt mit Blut, inneren Geweben oder Organen
einschließlich Wunden (bei diabetischem Fuß, eingewachsenem Nagel, tiefem
Hühnerauge, tiefer Warze, lokaler Infektion, chronischer Wunde, etc.)
Die Art der Anwendung und die Konstruktion des Instrumentes sind entscheidend für
die Risikoeinstufung (siehe Tabelle).
Medizinprodukt Grundsätzliche
Risikoeinstufung
(keine Wunden,
kein Blut)
Erhöhtes
Anwendungsrisiko
(z. B. bei diabetischem
Fuß, eingewachsenem
Nagel, tiefem Hühnerauge
oder Warze, lokaler Infek-
tion, chronischer Wunde)
Hautzange, -schere
Nagelzange, -schere
Skalpellhalter
Kanülenhalter
Sondierinstrument
doppeltes Nagelinstrument
Ziehfeile
Pinzette
Verbandschere
Schleifer/Fräser
Semikritisch A
Semikritisch A
Kritisch A
Kritisch A
Semikritisch A
Semikritisch A
Semikritisch A
Semikritisch A
Unkritisch
Semikritisch A
Kritisch A
Kritisch A
Kritisch A
Kritisch A
Kritisch A
Kritisch A
Kritisch A
Kritisch A
Kritisch A
Kritisch A
Alle
Instrumente
, mit denen beim bestimmungsgemäßen Gebrauch die
Haut
durchtrennt wird
(z. B. Skalpelle und Schneid- und Stichinstrumente für die
Fußpflege) sind kritische Instrumente und müssen nach jeder Anwendung
steril
aufbereitet
und entsprechend gelagert werden. Alternativ kann, wenn möglich,
Einwegmaterial genutzt werden.
Einmalinstrumente sind nach der Anwendung zu entsorgen und nicht auf-
zubereiten.
Für Hausbesuche ist eine ausreichende Zahl verpackter und sterilisierter Sets
häufig benötigter Instrumente bereit zu halten, z. B. für: einen diabetischen Fuß,
infektiöse Prozesse, Nagelmykosen, chronische Wunden.

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Alle Instrumente, die bei der bestimmungsgemäßen Anwendung nicht die Haut
verletzen, sind semikritische Instrumente und desinfizierend aufzubereiten. Bei-
spiele für diese Instrumente sind Pinzetten und andere Instrumente für die Fuß-
pflege.
Wiederverwendete Instrumente und Geräte (z. B. Kabel und Motoren), die bei der
Behandlung durch Patientenkontakt kontaminiert, aber nicht in eine Desinfekti-
onslösung eingelegt werden können, müssen entweder wirksam vor Kontaminati-
on (Schutzhülle) geschützt oder nach jeder Anwendung an einem Patienten ent-
sprechend den Herstellerangaben wisch- oder sprühdesinfiziert werden.
Nach Kontamination mit Körpersekreten ist immer eine Desinfektion notwendig.
Semikritische unverpackte Instrumente müssen für Hausbesuche ebenfalls ver-
packt werden (z. B. tauch- oder wischdesinfizierter Kunststoffbehälter). In der
Praxis können sie offen auf einem Tablett oder in einem Behältnis im Schrank /
im Schubfach gelagert und mit dem Tablett zur unmittelbaren Behandlung auf die
Arbeitsfläche gestellt werden.
3.4.2 Aufbereitungsschritte
Bei allen Aufbereitungsmaßnahmen sind stabile
Schutzhandschuhe
zu tragen.
3.4.2.1 Instrumentenreinigung
Die
Instrumentenreinigung
kann durch den Einsatz eines Ultraschallbades, insbe-
sondere für schlecht zu reinigende Instrumente (z. B. Fräser), wesentlich verbessert
werden. Es müssen aber für Ultraschallbäder zugelassene Reinigungsmittel / Desin-
fektionsmittel verwendet werden. Die Temperatur im Ultraschallbad darf nicht über
die vom Hersteller angegebene Beschallungstemperatur steigen, da ansonsten die
Gefahr der Koagulation von Eiweißen besteht.
Ultraschall-Bad:
Immer mit Einsatzkorb und Deckel betreiben!
Instrumente geöffnet und nie auf den Boden legen (Einsatzkorb)
Das Mittel (Reiniger, kombiniertes Reinigungs- / Desinfektionsmittel) muss
Ultraschallbad-tauglich sein.
Das Ultraschallbad ist luftblasenfrei zu befüllen. Luft ist aus Hohlkörpern
und der Flüssigkeit zu entfernen (Entgasung).
Wird ein kombiniertes Reinigungs- und Desinfektionsmittel eingesetzt, sind
Konzentration und Einwirkzeiten entsprechend den Herstellerangaben zu
beachten.
Die Lösung ist bei Verunreinigung und mindestens täglich zu wechseln.
Die vom Hersteller angegebene Standzeit ist zu beachten.
Haushaltsreiniger sind nicht einzusetzen (Korrosion durch Chloride,
Schaumbildung).
3.4.2.2 Instrumentendesinfektion

Rahmenhygieneplan für Einrichtungen der medizinischen Fußpflege (Podologie)
Stand Juni 2009
14
Bei der
Desinfektion
sind thermische, chemothermische und chemische (ma-
nuelle) Verfahren möglich. Eine maschinelle thermische Reinigung / Desinfek-
tion im Reinigungs- / Desinfektionsgerät (RDG) ist wegen der Wirksamkeit und
verfahrenstechnischen Reproduzierbarkeit mit dem Hinweis „ist bevorzugt ein-
zusetzen“ empfohlen.
Wiederverwendete Instrumente und Geräte (z. B. Kabel und Motoren), die bei
der Behandlung durch Patientenkontakt kontaminiert wurden, aber nicht in ei-
ne Desinfektionslösung eingelegt werden können, müssen entweder wirksam
vor Kontamination bei Patientenkontakt geschützt werden (Schutzhülle) oder
nach jeder Benutzung an einem Patienten wisch- oder sprühdesinfiziert wer-
den.
Maschinelle Aufbereitung:
Zu bevorzugen ist für hitzebeständige Materialien
die maschinelle Aufbereitung durch thermische Reinigung und Desinfektion in
einem
Reinigungs- und Desinfektionsgerät
.
Die Vorteile dieses Verfahrens bestehen im größeren Schutz des Perso-
nals vor Verletzungen, Hautschäden, vor Sensibilisierung gegenüber Des-
infektionsmitteln und einer Sicherheit des Verfahrens in bezug auf den
Reinigungs- und
Desinfektionserfolg
.
Das Reinigungs- und Desinfektionsgerät ist regelmäßig einer Wartung zu
unterziehen (Wartungsplan).
Temperatur und Einwirkzeit sind nach Herstellerangaben auszuwählen und
streng zu beachten.
Der Desinfektionserfolg ist mit geeigneten Verfahren zu überprüfen.
Der Reinigungserfolg ist bei semikritisch B oder kritisch B Medizinproduk-
ten mit Hilfe von Indikatoren (Prüfanschmutzung) zu überprüfen.
Bei abschließender Desinfektion von semikritischen Medizinprodukten ist auf
die viruzide Desinfektion zu achten - thermische Desinfektion oder viruzide
chemothermische Desinfektion.
Manuelle Aufbereitung semikritischer Medizinprodukte
Die Reinigung sollte wegen möglicher Fixierung von Verunreinigungen vor
der Desinfektion erfolgen. Das ist mit einem Ultraschallbad möglich. Zu
achten ist dabei auf die Verwendung eines Reinigungsmittels, das für Ult-
raschallbäder zugelassen ist. Bei manueller Reinigung besteht eine erhöh-
te Verletzungsgefahr. Gegebenenfalls ist aus Gründen des Arbeitsschut-
zes die Desinfektion vor der Reinigung zu erwägen (z. B. bei bekanntem
Infektionsstatus).
Die aufzubereitenden Instrumente werden nach Gebrauch von groben
Verschmutzungen befreit und anschließend gründlich gereinigt. Danach
werden sie im Tauchverfahren desinfiziert (Einlegen in eine mit Desinfekti-
onsmittel befüllte Wanne). Die Verwendung einer kombinierten Reini-
gungs- und Desinfektionsmittellösung ist möglich. In diesem Fall ist zu be-
achten, dass Rückstände (Blut, Körpersekrete, Hautpartikel) vor Beginn
der Einwirkzeit zu entfernen sind.
Semikritische Medizinprodukte sind viruzid zu desinfizieren, da es sich um
eine abschließende Desinfektion (wenn keine Sterilisation folgt) handelt.
Dazu sind VAH-gelistete Desinfektionsmittel mit viruzider Wirksamkeit und

Rahmenhygieneplan für Einrichtungen der medizinischen Fußpflege (Podologie)
Stand Juni 2009
15
der für die viruzide Anwendung nötigen Anwendungskonzentration und
Einwirkzeit im Tauchverfahren einzusetzen (eine Orientierung zur viruziden
Wirksamkeit bietet die IHO-Liste.) Ebenfalls kann eine offene Sterilisation
auf dem Einsatzsieb (unverpackte Güter) als viruzide Desinfektion durch-
geführt werden.
Die Behälter mit der Desinfektionsmittellösung und den eingelegten In-
strumenten und Materialien müssen über einen dichtsitzenden Deckel und
ein herausnehmbares Sieb verfügen.
Anwendungskonzentrationen und Einwirkzeiten des Desinfektionsmittels
sind nach Herstellerangaben zu beachten.
Die Konzentration ist genau mit einer Dosierhilfe (Beutel, Messbecher,
Pumpenhübe) einzustellen. Keine Schussmethode! („viel hilft bei der Des-
infektion nicht viel“ und vergeudet nur Geld!)
Das zur Herstellung der Lösung verwendete Wasser sollte maximal Kör-
pertemperatur aufweisen (Desinfektionsmitteldämpfe).
Festere Handschuhe sind zu tragen, kein Hautkontakt mit dem Desinfekti-
onsmittel.
Es ist darauf zu achten, dass
das Instrumentarium vollständig von der
Lösung bedeckt
ist.
Erst nach Ablauf der vom Hersteller empfohlenen
Einwirkzeit
können die
Instrumente und Geräte wieder entnommen werden. Die Einwirkzeit wird
vom Einlegen des letzten Instruments an gerechnet.
Die Desinfektionslösung ist entsprechend den Herstellerangaben zu wech-
seln. Bei optischer Verschmutzung ist sofort ein Wechsel vorzunehmen.
Das Instrumentarium ist der Desinfektionsmittelwanne mit dem Einsatzsieb
zu entnehmen und in dem Sieb gründlich unter fließendem Wasser abzu-
spülen. Dabei ist eine Rekontamination zu vermeiden.
Nach der Desinfektion sind die Instrumente zu trocknen, ggf zu pflegen (ö-
len), zu prüfen und staubgeschützt zu lagern (z. B. auf einem Tablett im
Schrank/Schubfach). Das Pflegemittel muss im Fall der folgenden Sterilisa-
tion für den Sterilisationsprozess geeignet sein.
Unsaubere Instrumente sollen dem Ultraschallbad zugeführt werden.
Manuelle Aufbereitung kritischer Medizinprodukte
Die aufzubereitenden Instrumente werden bis einschließlich Desinfektion,
Pflege und Prüfung der Medizinprodukte wie die semikritischen Medizin-
produkte behandelt.
Der Desinfektionsschritt kann allerdings ohne viruzide Wirksamkeit durch-
geführt werden, da nach der Desinfektion eine Sterilisation (mit geeigneter
Verpackung!) erfolgen muss.
3.4.2.3 Sterilisation
Für den Prozess der Sterilisation ist ein Verfahren in geeigneter Form zu validieren,
so dass der Erfolg dieses Verfahrens jederzeit nachvollziehbar gewährleistet ist. Die
Einschätzung der jeweiligen Ausgangssituation und die Festlegung der erforderlichen
Maßnahmen sind dabei abhängig von den aufzubereitenden Medizinprodukten, der

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Art der folgenden Anwendung und dem daraus abzuleitenden Risiko sowie der vor-
handenen Aufbereitungstechnik.
Da es sich in der Podologie um Medizinprodukte handelt, sind zur unverpackten, vi-
ruziden Desinfektion und verpackten Sterilisation Dampfsterilisationsprozesse (z. B.
121°C, 15 min oder 134°C, 3 min Sterilisierzeit) geeignet. Meistens werden in der
podologischen Praxis Kleinsterilisatoren genutzt. Heißluftsterilisationsprozesse ent-
sprechen nicht mehr dem Stand der Technik und sind für die Aufbereitung von Medi-
zinprodukten nicht mehr anzuwenden.
Es sind geeignete Verpackungen zu verwenden.
Dampfsterilisation (mit Autoklaven)
Sterilisierendes Agens:
das nach der Kondensation des Sattdampfes auf der Ober-
fläche vorhandene heiße Wasser.
Probleme:
z. B. kein Sattdampf, nicht kondensierbare Gase im Dampf und chemi-
sche Ablagerungen auf den Instrumenten bei Einsatz von Trinkwasser (daher ent-
salztes Wasser einsetzen).
Geeignet für Podologie/Fußpflege?
Ja, die Dampfsterilisation lässt bei Auswahl
eines entsprechenden Gerätetyps eine größere Variabilität hinsichtlich der Anwen-
dung zu. Grundsätzlich ist die Dampfsterilisation gegenüber allen anderen Sterilisati-
onsmethoden als sicherstes Verfahren zu bevorzugen. Z. B. geeignete Typ S-
Sterilisatoren mit Kühlung und Trocknung für die „unverpackte Desinfektion“ und
„verpackte Sterilisation“ der massiven Güter. Effektivere Wirkung bei den Schleif- und
Fräsköpfen in den „Tälern“.
Verpackungsmittel für Sterilgüter: Asepturfolientüten:
1 Seite Folie/1 Seite Pa-
pier, Schweißgerät erforderlich,
Kassetten oder Container
mit wechselbaren Pa-
pier- oder Textilfiltern.
Anwendung:
viruswirksame Desinfektion unverpackter MP:
für „semikritische A-MP“
Sterilisation verpackter Sterilisiergüter:
für „kritische A- und B-MP“
Sterilisation unverpackter Sterilisiergüter:
für gezielte Entnahmen aus
dem Sterilisator und Behandlungen in der Praxis (Sterilisator steht in die-
sem Fall in der Nähe des Behandlungsplatzes), Sterilisator dient als „Ver-
packung“.
Autoklaven-Typen nach DIN EN 13060 (vereinfachte Darstellung)
Typ B:
z. B. 3 - 4 Vorvakua, Vakuum bis 150 - 100 mbar, Luft- oder Wasser-
kühlung, Vakuum- oder Lufttrocknung
= in Podologie-/Fußpflege-Praxen
geeignet, aber nicht erforderlich,
da nur
massive Güter vorhanden
Typ S:
1 - 2 Vorvakua bzw. thermodynamische Vakua, auch Überdruckverfah-
ren, Kühlung und Trocknung
= in Podologie-/Fußpflege-Praxen
geeignet,
wenn die verpackten Sterilisier-
güter vom Sterilisatorhersteller spezifiziert sind
Typ N:
Dampfströmungsverfahren, evtl. im Überdruck, keine Kühlung und
Trocknung

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Stand Juni 2009
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= in Podologie-/Fußpflege-Praxen
nicht geeignet,
da für verpackte Güter un-
geeignet und Güter nicht getrocknet werden (nicht lagerfähig)
Routinekontrollen der Kleinsterilisatoren
(soweit je nach Sterilisator-Art zutreffend)
regelmäßig:
o
tägliche Sichtprüfung zur Betriebsbereitschaft (Strom, Kammer, Dichtung,
etc.)
o
Kontrolle des Speisewassers und Wasserbehälters (Menge und Eignung)
o
Bowie & Dick Test (Luftentfernung, Dampfdurchdringung) und Vakuumtest
nach Angaben des Herstellers
je Charge:
o
Dokumentation, die es gestattet, unsterilisiertes bzw. nicht freigegebenes
und freigegebenes Sterilisiergut zu unterscheiden (z. B. Behandlungsindi-
katoren Klasse 1 nach DIN ISO 11140-1)
o
Beurteilung des vollständigen Prozessverlaufes, sachgerechte Pro-
grammwahl
o
Dokumentation der kritischen Prozessparameter (messtechnische Über-
wachung): Temperatur, Zeit und Druck
o
Einsatz geeigneter Chemoindikatoren (Klasse 5 oder 6 in der Verpackung
bei kritisch A Produkten) oder eines Prüfkörpersystems (Klasse 2 bei kri-
tisch B Produkten) als Chargenkontrolle
o
Kontrolle der Unversehrtheit der Verpackung
o
Überprüfung der Kennzeichnung
o
dokumentierte Freigabeentscheidung
Heißluftsterilisation
Sterilisierendes Agens:
heiße Luft, trockene Hitze.
Probleme:
Luft ist ein schlechter Wärmeleiter, daher schlechter Wärmeübergang und
lange Ausgleichs- und Einwirkzeiten erforderlich (z. B. 180 °C, 30 min)
Heißluftstromschatten. Wärmeübergang nicht möglich (gestapelt/zu eng)
Nicht validierbar sind Prozesse mit Heißluft-Sterilisatoren, die über keine in-
terne Überwachung der Temperatur und Zeit verfügen.
Es besteht aber die Schwierigkeit der Lagerung der Instrumente in geeigneter
Verpackung. Ein Sterilbarrieresystem muss die Sterilität über die Lagerdauer
hinweg sicherstellen. Dies kann in einfachen Edelstahlkästen ohne Dichtung
nicht realisiert werden. (unmittelbarer Verbrauch)
Die Normen zur Heißluftsterilisation wurden zurückgezogen. Damit steht für die
Sterilisation von Medizinprodukten nur die Dampfsterilisation zur Verfügung.
Freigabe der sterilisierten Chargen
(soweit nach Sterilisatoren-Art zutreffend)
Die Freigabe ist eine wesentliche rechtswirksame Entscheidung und ist solange wie
die Patientenakten aufzubewahren.
Sie umfasst:

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Stand Juni 2009
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Datum
Chargennummer
Chargeninhalt (Art der Güter)
Sterilisationsparameter (Zeit, Temperaturen, Drücke als Ablesedokumenta-
tion oder Ausdruck) im Rahmen der Herstellerspezifikation bzw. Validie-
rung
Beurteilung als einwandfrei:
ggf. Vakuumtest
ggf. B & D-Test
Chargenkontrolle
Unversehrtheit
Trockenheit
Unterschrift.
3.4.2.4 Lagerung der Instrumente
Lagerfristen
für Sterilgut
nach DIN 58953, Teil 8
Lagerung
Lagerung
Art der Verpackung
im Sterilbarrieresystem
(alt: Primärverpackung)
im Verpackungssystem
(alt: Lagerverpackung)
Lagerart ungeschützt geschützt
Lagerungszeit alsbaldiger
Verbrauch
(48 h)
6 Monate
5 Jahre
Sterilbarrieresystem (alt: Primärverpackung):
Mindestverpackung, die das Eintre-
ten der Mikroorganismen verhindert und die aseptische Bereitstellung des Instrumen-
tes ermöglicht, z. B. Papier- Klarsicht-, Tyvekbeutel und Schläuche, Sterilisiercontai-
ner.
Schutzverpackung (alt: Sekundärverpackung):
Verhinderung von Schäden am
Sterilbarrieresystem und seinem Inhalt vom Zeitpunkt der Zusammenstellung bis zur
Verwendung
Verpackungssystem (alt: Lagerverpackung):
Kombination aus Sterilbarrieresys-
tem und Schutzverpackung
Ungeschützte Lagerung:
in offenen Regalen
Geschützte Lagerung:
in Schränken oder Schubladen
Lagerfristen für abschlussdesinfizierte Medizinprodukte
(Vorschläge – keine Regelung in einer Norm)
Offene Lagerung unverpackter desinfizierter Instrumente: keine rechtsverbindli-
che Vorgabe, bis
4 h
Geschützte Lagerung unverpackter, desinfizierter Instrumente: keine rechtsver-
bindliche Vorgabe, (in der Regel 24h) bis
48 h

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Stand Juni 2009
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Rasierklingen, Nadeln, Tupfer, Abdeckmaterialien und Schutzhandschuhe sind als
Einwegprodukte nur bei jeweils einem Kunden zu verwenden und nicht wieder auf-
zubereiten.
3.5 Wäsche
Verschmutzte Wäsche, wie Abdecktücher, Schutzkleidung oder textile Handtücher,
sind in Wäschesäcken für unreine Textilien zu sammeln und in einem Waschautoma-
ten als Kochwäsche aufzubereiten.
Die Wäsche soll nicht im privaten Bereich gewaschen werden.
3.6 Abfall
Zur Aufnahme der anfallenden Abfälle ist ein gut zu reinigender und zu desinfizieren-
der
Abfalleimer mit Müllbeutel und Deckel
direkt am Arbeitsplatz erforderlich.
Der Deckel soll geschlossen und nur mit dem Fuß zu öffnen sein. Der Abfall kann im
Hausmüllcontainer entsorgt werden.
Einmalrasierer ohne Klingen können mit dem Abfall entsorgt werden. Rasierklingen,
Nadeln und andere spitze und scharfe Abfälle müssen in einen
stich- und bruchsi-
cheren Behälter
abgeworfen werden.
Mit Blut und anderen Körpersekreten/-ausscheidungen behafteter Abfall
ist ge-
trennt vom übrigen Müll in feuchtigkeitsdichten Behältern zu sammeln, um innerhalb
der Einrichtung eine Weiterverbreitung von eventuell vorhandenen Krankheitserre-
gern zu verhindern. Anschließend kann dieser getrennt gesammelte Müll gemeinsam
mit dem Hausmüll täglich entsorgt werden.
Verletzungen an benutzten Materialien sind zu vermeiden, es darf nicht umgefüllt
werden.
Abfallarten sind zum Beispiel:
AS 1501xx, 200301
Abfall, der kein Blut, Sekret, Exkret o. ä. Verunreinigung enthält.
Siedlungsabfälle, Verpackungen, Hausmüll und hausmüllähnlicher Abfall; Sammlung
und Transport in Mehrweg- oder Einwegbehältnissen.
AS 180101
Spitze und scharfe Gegenstände, sogenannte "sharps” (z. B. Skalpelle, Kanülen von
Spritzen und Infusionssystemen), sind in stich- und bruchfesten Einwegbehältnissen
ohne Sortieren, Umfüllen oder Vorbehandeln mit zugriffsicherer Zwischenlagerung
unter Beachtung der TRBA 250 zu sammeln. Eine gemeinsame Entsorgung mit AS
180104 ist unter seuchenhygienischen Gesichtspunkten möglich.
AS 180104
Mit Blut, Sekreten, Körperausscheidungen verunreinigter Abfall (z. B. benutzte Medi-
zinprodukte) ist getrennt in Einwegbehältnissen zu sammeln, darf nicht sortiert, nicht
umgeschüttet werden. Eine Zwischenlagerung muss zugriffsicher erfolgen.

Rahmenhygieneplan für Einrichtungen der medizinischen Fußpflege (Podologie)
Stand Juni 2009
20
Landesrechtliche Regelungen und regionale Besonderheiten der Abfallentsor-
gungssatzungen sind zu den Anforderungen an die Abfallentsorgung zu be-
achten.
3.7
Tätigkeiten außerhalb der Einrichtung
Der Rahmenhygieneplan ist sinngemäß auf Tätigkeiten außerhalb der Behandlungs-
einrichtung (z. B. in der Wohnung der Patienten, in Pflegeeinrichtungen oder auf
Messen) anzuwenden.
Eine Flächendesinfektion ist im unmittelbaren Arbeitsbereich durchzuführen.
Benutzte Instrumente müssen in stich- und bruchsicheren Behältern zurück transpor-
tiert und der Aufbereitung zugeführt werden. Falls der Transportbehälter wiederver-
wendet werden soll, ist er zu desinfizieren.
Es ist erforderlich, die der Anzahl der erwarteten Patienten entsprechende Menge an
sterilen Instrumenten bereitzuhalten.
4
Anforderungen nach der Biostoffverordnung
4.1 Gefährdungsbeurteilung
In Einrichtungen der medizinischen Fußpflege können Beschäftigte durch ihre beruf-
liche Tätigkeit biologische Arbeitsstoffe (Mikroorganismen wie Viren, Bakterien, Pilze)
freisetzen und mit diesen direkt oder im Gefahrenbereich in Kontakt kommen. Ge-
mäß § 5 Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) ist der Arbeitgeber verpflichtet, bei biologi-
schen Einwirkungen durch eine Beurteilung der arbeitsplatzbedingten Gefährdungen
die notwendigen Schutzmaßnahmen zu ermitteln. Diese allgemein gültige Vorschrift
wird für Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen in der Biostoffverordnung (Bi-
oStoffV) und in der Technischen Regel für Biologische Arbeitsstoffe (TRBA) 400
"Handlungsanleitung zur Gefährdungsbeurteilung bei Tätigkeiten mit biologischen
Arbeitsstoffen" konkretisiert.
Bei der medizinischen Fußpflege werden durch direkten Kontakt zu kontaminierten
Hautoberflächen oder zu Blut und Serum durch Verletzungen der Haut nicht gezielte
Tätigkeiten mit Mikroorganismen der Risikogruppe 2 und/oder 3 (geringes, mäßiges
Infektionsrisiko) durchgeführt (z. B. Hepatitis B-Virus). Eine Schutzstufenzuordnung
einzelner Tätigkeiten oder Tätigkeitsbereiche erfolgt in Abhängigkeit von der Infekti-
onsgefährdung. Bei Tätigkeiten mit erhöhter Infektionsgefahr (Kontakt mit Körper-
flüssigkeiten, invasive Eingriffe, Behandlungen, Verletzungsmöglichkeit durch spitze
und scharfe Arbeitsmittel) sind Maßnahmen der Schutzstufe 2 festzulegen, mindes-
tens Maßnahmen der allgemeinen Hygiene. Liegen keine entsprechenden Tätigkei-
ten bzw. Gefährdungen vor, ist beim beruflichen Umgang mit Menschen die Schutz-
stufe 1 (Allgemeine Hygienemaßnahmen) ausreichend. Eine Einzelfallprüfung ist
notwendig.
Zu den erforderlichen Arbeitsschutzmaßnahmen siehe TRBA/BGR 250 “Biologische
Arbeitsstoffe im Gesundheitsdienst und der Wohlfahrtspflege”

Rahmenhygieneplan für Einrichtungen der medizinischen Fußpflege (Podologie)
Stand Juni 2009
21
4.2 Arbeitsmedizinische Vorsorge
Bei Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen hat der Arbeitgeber für eine ange-
messene arbeitsmedizinische Vorsorge zu sorgen (§ 15 BioStoffV i.V.m. ArbMedVV).
Hierzu gehört neben der arbeitsmedizinischen Beurteilung der Gefährdungen, der
Beratung und der Unterrichtung der Beschäftigten, dass bei Tätigkeiten mit impfprä-
ventablen oder chronisch schädigenden Mikroorganismen eine spezielle arbeitsme-
dizinische Vorsorgeuntersuchung veranlasst (Pflichtuntersuchung) und für sonstige
Tätigkeiten der Schutzstufe 2 und 3 angeboten (Angebotsuntersuchung) werden
muss (Anhang Teil 2 ArbMedVV).
4.2.1 Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung
Für die Beschäftigten besteht bei Tätigkeiten der medizinischen Fußpflege eine Ex-
positionsmöglichkeit gegenüber Hepatitis B- und C-Viren. Die Gefahr einer Infektion
ist höher als bei der Allgemeinbevölkerung. Vom Arbeitgeber sind
arbeitsmedizini-
sche Vorsorgeuntersuchungen zu veranlassen.
Wenn im Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung darüber hinaus eine Infektionsge-
fährdung durch nicht gezielte Tätigkeiten der Schutzstufe 2 (z. B. hautpathogene
Mikroorganismen) festgestellt wird und die Schutzmaßnahmen nicht ausreichend
sind, hat der Arbeitgeber entsprechende
arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersu-
chungen anzubieten
.
Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen sind grundsätzlich anzubieten, wenn
sich Beschäftigte eine Infektion oder Erkrankung zugezogen haben, die auf eine Tä-
tigkeit mit biologischen Arbeitsstoffen zurückzuführen ist.
Mit der Durchführung der speziellen arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen
ist ein Facharzt für Arbeitsmedizin oder ein Arzt mit der Zusatzbezeichnung „Be-
triebsmedizin“ zu beauftragen, vorrangig der Betriebsarzt (§ 7 Abs. 1 ArbMedVV).
4.2.2 Impfungen für die Beschäftigten
Werden Tätigkeiten mit impfpräventablen Mikroorganismen entsprechend Anhang
Teil 2 ArbMedVV durchgeführt, ist den Beschäftigten im Rahmen der Pflichtuntersu-
chung nach ärztlicher Beratung eine
Impfung anzubieten
. Die Kosten sind vom Ar-
beitgeber zu tragen.
Bei Beschäftigten in der medizinischen Fußpflege, bei denen durch die regelmäßige
Anwendung spezieller Verfahren mit einer Infektionsgefährdung durch Blut zu rech-
nen ist, soll ein aktueller Impfschutz gegen Hepatitis B-Virus vorliegen.
Unabhängig von einer ggf. durch den Arbeitgeber anzubietenden Impfung sollte im
Interesse des öffentlichen Gesundheitsschutzes entsprechend den Impfempfehlun-
gen der Ständigen Impfkommission am Robert Koch-Institut (STIKO) ein vollständi-
ger, altersgemäßer und ausreichender Impfschutz gegeben sein. Eine Beratung
durch das Gesundheitsamt wird empfohlen.

Rahmenhygieneplan für Einrichtungen der medizinischen Fußpflege (Podologie)
Stand Juni 2009
22
5 Erste Hilfe
Durch den Arbeitgeber/Unternehmer ist zu veranlassen, dass das Personal entspre-
chend den staatlichen Arbeitsschutzvorschriften i. V. m. der Unfallverhütungsvor-
schrift
BGV/GUV-V A1
„Grundsätze der Prävention“ vor Beginn der Tätigkeit und
danach mindestens jährlich zu Gefahren und Maßnahmen zum Schutz einschließlich
der Ersten Hilfe unterwiesen wird. Er hat dafür zu sorgen, dass zur Ersten Hilfe die
erforderlichen Einrichtungen sowie Sachmittel verfügbar sind.
Geeignetes Erste-Hilfe-Material
enthält gemäß
BGR A1
„Grundsätze der Präventi-
on“/
GUV-I 512
"Erste-Hilfe-Material“
:
Großer Verbandkasten nach DIN 13169 “Verbandkasten E”
Kleiner Verbandkasten nach DIN 13157 “Verbandkasten C”
Zusätzlich ist der Verbandkasten mit einem alkoholischen
Desinfektionsmittel
zur
Händedesinfektion auszustatten. Art und Anzahl der Verbandskästen sind abhängig
von der Zahl der Versicherten und Betriebsart.
Verbrauchte Materialien (z. B. Einmalhandschuhe oder Pflaster) sind umgehend zu
ersetzen, regelmäßige
Bestandskontrollen
und
Kontrollen der Verwendbarkeit
des Inhaltes der Erste-Hilfe-Kästen sind durchzuführen. Insbesondere sind die Ab-
laufdaten zu überprüfen und verfallene Materialien zu ersetzen.
Der Ersthelfer hat bei Kontakt mit Körperflüssigkeiten Einmalschutzhandschuhe zu
tragen und sich nach der Hilfeleistung die Hände zu desinfizieren.
Parallel zur Erstversorgung ist durch den Ersthelfer zu entscheiden, ob sofortige
ärztliche Hilfe
zur weiteren Versorgung des Verletzten hinzuzuziehen ist.
Zufällige Verletzung des Kunden
Eine
Blutstillung
im Zusammenhang mit der Behandlung wird durch leichten
Druck mit einem sterilisierten Tupfer oder gegebenenfalls mit mehreren Lagen
Mull (z. B. Verbandpäckchen) erreicht.
Die Nutzung von Gemeinschaftsalaunstiften ist unzulässig.
Anschließend kann die Wunde mit einem
Pflaster
versorgt werden, falls erforder-
lich.
Bei größeren Wunden oder besonderen Risikofaktoren des Patienten ist die wei-
tere Vorgehensweise von einem
Arzt
zu entscheiden.
Verletzung des Personals
Nach Verletzung des Personals und einem Kontakt der Wunde/Verletzung mit
potentiell infektiösem Material, insbesondere mit Blut des Kunden, ist dieser zu
befragen, ob er an einer
Virushepatitis
erkrankt war oder ist,
HIV
-positiv ist oder
an anderen ansteckenden Krankheiten leidet.
Die Dokumentation der möglichen Infektionsquelle ist notwendig.
Bei Stich- oder Schnittverletzung mit vorher am Patienten eingesetztem und noch
nicht wiederaufbereiteten Instrumentarium ist generell der Blutfluss durch Druck
auf das umliegende Gewebe zu fördern, danach die Wunde mit dem in der Ein-

Rahmenhygieneplan für Einrichtungen der medizinischen Fußpflege (Podologie)
Stand Juni 2009
23
richtung üblichen Hautantiseptikum zu desinfizieren (mindestens 1 min) und dann
mit einem Verband oder Pflaster abzudecken.
Bei mutmaßlicher oder gesicherter HIV- oder Hepatitisvirus-Infektion des Kunden
ist zunächst eine intensive antiseptische Spülung der Stich- oder Schnittstelle mit
einem gelisteten alkoholischen oder einem iodophorhaltigen Hautdesinfektions-
mittel vorzunehmen.
Eventuell ist eine mit einem Antiseptikum getränkte Kompresse auf die Wunde
aufzulegen.
Danach ist eine
Vorstellung beim Durchgangsarzt
zu veranlassen und der
Un-
fall zu dokumentieren
. Vom Durchgangsarzt werden weitere Maßnahmen veran-
lasst bzw. durchgeführt (ggf. eine postexpositionelle Therapie).
(Weitere Informationen zur Ersten Hilfe enthalten die BGI/GUV-I 503 "Anleitung zur
Ersten Hilfe", BGI 509 "Erste Hilfe im Betrieb", BGI 510 "Aushang Erste Hilfe",
BGI/GUV-I 511 "Dokumentation der Ersten-Hilfe-Leistung"/"Verbandbuch")

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Stand Juni 2009
24
Anlage 1:
Literatur
(Angabe der bei Redaktionsschluss aktuellen Fassungen!)
Wichtige rechtliche Grundlagen
(s. auch unter
http://www.gesetze-im-internet.de,
http://bundesrecht.juris.de,
http://frei.bundesgesetzblatt.de)
Gesetz zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten beim Menschen
(Infektionsschutzgesetz – IfSG) vom 20.07.2000 (BGBl. I Nr. 33, S. 1045 – 1077),
zuletzt geändert durch Art. 16 vom 17.12.2008 (BGBl. I, S. 2586)
Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) vom 07.08.1996 (BGBl. I, S. 1246) zuletzt geändert
durch Art. 15, Abs. 89 vom 05.02.2009 (BGBl. I S. 160)
Medizinproduktegesetz (MPG), neugefasst durch Bek. v. 7.08.2002 I 3146; zuletzt
geändert durch Art. 1 G v. 14.6.2007 (BGBl. I 1066)
Medizinproduktebetreiberverordnung (MPBetreibV), in der Fassung vom 21.08.2002
(BGBl. I S. 3396); zuletzt geändert durch Art. 386 der Verordnung vom 31.10.2006
(BGBl. I S. 2407)
Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Podologinnen und Podologen (PodAPrV)
vom 18.12.2001 (BGBl. 2002 I S. 12) ); zuletzt geändert durch Art. 33 der Verord-
nung vom 02.12.2007 (BGBl. I S. 2686)
Gesetz über den Beruf der Podologin und des Podologen vom 4. 12. 2001 (BGBl. I),
zuletzt geändert durch Art. 32 vom 02.12.2007 (BGBl. I 2686)
Lebensmittel-, Bedarfsgegenstände- und Futtermittelgesetzbuch LFGB – Lebensmit-
tel- und Futtermittelgesetzbuch vom 01.09.2005 (BGBl. I Nr.55 S. 2618), zuletzt ge-
ändert durch Artikel 12 vom 26.02.2008 (BGBl. I S. 215)
Bedarfsgegenständeverordnung in der Fassung der Bekanntmachung vom
23.12.1997 (BGBl. 1998 I S. 5), ), zuletzt geändert durch Artikel 1 vom 16.06.2008
(BGBl. I S. 1107)
Verordnung über Arbeitsstätten (Arbeitsstättenverordnung - ArbStättV) vom
12.08.2004 (BGBl. I S. 2179), zuletzt geändert durch Artikel 9 vom 18.12.2008
(BGBl. I S. 2768)
Verordnung über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei Tätigkeiten mit biologischen
Arbeitsstoffen (Biostoffverordnung – BioStoffV) vom 27.1.1999, zuletzt geändert
durch Art. 3 der Verordnung zur Rechtsvereinfachung und Stärkung der arbeitsme-
dizinischen Vorsorge vom 18. Dezember 2008 (BGBl. I Nr. 62, S. 2768)
Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV) vom 18.12.2008 (BGBl.
I Nr. 62, S. 2768)
Technische Regel für Biologische Arbeitsstoffe (TRBA) 400: Handlungsanleitung zur
Gefährdungsbeurteilung bei Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen
(www.baua.de)
Technische Regel für Biologische Arbeitsstoffe (TRBA) 250: Biologische Arbeitsstof-
fe im Gesundheitswesen und in der Wohlfahrtspflege
(www.baua.de)
BGV/GUV-V A 1 „Grundsätze der Prävention“
BGV/GUV-V A 4 „Arbeitsmedizinische Vorsorge“
BGR A 1 „Grundsätze der Prävention“
GUV-I 512 "Erste-Hilfe-Material"

Rahmenhygieneplan für Einrichtungen der medizinischen Fußpflege (Podologie)
Stand Juni 2009
25
Wichtige fachliche Standards
DIN 5034 Tageslicht in Innenräumen
DIN 5035 Innenraumbeleuchtung mit künstlichem Licht
DIN EN 12464-1 Licht und Beleuchtung – Beleuchtung von Arbeitsstätten - Ar-
beitsstätten in Innenräumen
DIN 18024 Barrierefreies Bauen
DIN 1946 Raumlufttechnik – Gesundheitstechnische Anforderungen
VDI 6022 Hygienische Anforderungen an Raumlufttechnische Anlagen
DIN 13060 Dampfsterilisationsprozesse in Kleinsterilisatoren
DIN 17665 Validierung der Dampfsterilisationsprozesse
DIN 58953-7, DIN 58953-8 und DIN 11607 Sterilgutverpackung und -lagerung
Richtlinie für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention mit Anlagen und
Empfehlungen, in der aktuellen Fassung;
www.rki.de
Wichtig z. B.
-
Empfehlung zur Händehygiene, Bundesgesundheitsbl. 43; 2000: 230-233
- Empfehlung zu Anforderungen an die Hygiene bei der Aufbereitung von Medi-
zinprodukten, Bundesgesundheitsbl. 44; 2001: 1115-1126
- Empfehlung zu Anforderungen an die Hygiene bei der Reinigung und Desinfek-
tion von Flächen, Bundesgesundheitsbl. (47) 2004 Nr. 1: 51-61
- Empfehlung zu Prüfung und Deklaration der Wirksamkeit von Desinfektionsmit-
teln gegen Viren, Bundesgesundheitsbl. (47) 2004, Nr. 1: 62-66
Gemeinsame Empfehlungen der Spitzenverbände der Krankenkassen für Leis-
tungserbringer von Heilmitteln, die als Dienstleistung an Versicherte abgegeben
werden, i. d. F. vom 1. Juli 2008
Aktuelle Desinfektionsmittelliste des Verbundes für angewandte Hygiene (VAH)
Aktuelle Impfempfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO);
www.rki.de
Merkblatt über die Vermeidung und die Entsorgung von Abfällen aus öffentlichen
und privaten Einrichtungen des Gesundheitsdienstes der Länder-
Arbeitsgemeinschaft Abfall (LAGA-AG)
Gemeinsamen Empfehlungen der Spitzenverbände der Krankenkassen zur ein-
heitlichen Anwendung der Zulassungsbedingungen für Leistungserbringer von
Heilmitteln, die als Dienstleistungen an Versicherte abgegeben werden
Empfehlungen zur Hygiene in der medizinischen Fußpflege, herausgegeben vom
Zentralverband der Medizinischen Fußpfleger Deutschlands e. V. München
Kramer et al. Empfehlungen zur Hygiene in der medizinischen Fußpflege“ Hyg.
Med (23) 1998 Heft 6, S. 240

Rahmenhygieneplan für Einrichtungen der medizinischen Fußpflege (Podologie)
Stand Juni 2009
26
Anlage 2
Beispiel- Reinigungs- und Desinfektionsplan für Einrichtungen der Fußpflege
Reinigungs- oder
Desinfektionsbe-
reich
R
einigung/
D
esinfekti-
on
Häufigkeit Personen-
kreis
Präparat Einwirkzeit Konzentration Zubereitung Anwendung
Hände
waschen
R
zu Dienstbeginn,
nach dem Essen,
bei Verschmutzung,
nach Toilettenbenutzung
Personal
Flüssigseife aus
Spendern
gebrauchsfertig gebrauchsfertig
Hände waschen,
mit Einwegtuch
abtrocknen
Hände
desinfizieren
D
unmittelbar vor Behand-
lungen,
nach Ablegen der
Schutzhandschuhe,
nach Verunreinigung
mit infektiösem Material
(Blut),
nach Stich- oder
Schnitt-Verletzungen,
hier Besonderheiten
beachten
Personal
begrenzt viruzi-
des Händedesin-
fektionsmittel
entsprechend
VAH-Liste
oder
Herstellerangaben
gebrauchsfertig gebrauchsfertig
ausreichende
Menge, mind.
3-5 ml auf der
trockenen Haut
gut verreiben
Handpflege
nach dem Händewa-
schen
Personal
Hautcreme aus
Tuben oder
Spendern
gebrauchsfertig gebrauchsfertig
auf trockenen
Händen gut
verreiben

Rahmenhygieneplan für Einrichtungen der medizinischen Fußpflege (Podologie)
Stand Juni 2009
27
Reinigungs- oder
Desinfektionsbe-
reich
R
einigung/
D
esinfekti-
on
Häufigkeit Personen-
kreis
Präparat Einwirkzeit Konzentration Zubereitung Anwendung
Haut
D
Bei hautdurchtrennen-
den Eingriffen
durch Perso-
nal beim
Kunden
begrenzt viruzi-
des Hautdesin-
fektionsmittel
(Alkohol oder
PVP-Alkohol-
Lösung)
entsprechend
VAH-Liste
oder
Herstellerangaben
gebrauchsfertig gebrauchsfertig
großflächig auf
Eingriffsfläche:
sprühen, wi-
schen oder mit
sterilen Tupfern
mehrmals auf-
tragen, verrei-
ben;
Dauer > 1 min
Instrumente
maschinelle Aufberei-
tung
R, D
nach Bedarf
Personal
Reinigungs- und
Desinfektions-
automat
(geschlossenes
System)
nach
Herstellerangaben
sonst: thermische
Desinfektion bei
75° mind. 10 min,
chemothermische
Desinfektion bei
60° mind. 15 min
gebrauchsfertig gebrauchsfertig
nach
Herstelleran-
gaben
Instrumente
manuelle Aufberei-
tung
D
nach Bedarf
Personal
viruzides
Instrumenten-
desinfektionsmit-
tel
entsprechend
VAH-Liste
oder
Herstellerangaben
gebrauchsfertig gebrauchsfertig
nach Reinigung
desinfizieren,
abspülen, trock-
nen, verpacken
und ggf. sterili-
sieren.
Fußböden
bei Verunreinigung
durch Blut,
im Behandlungsraum
D
R
D
sofort
täglich
täglich
Personal
gelistetes Flä-
chen-
desinfektionsmittel
Fußbodenreini-
entsprechend
VAH-Liste oder
Herstellerangaben
Herstellerangaben
VAH-Liste,
Herstelleran-
gaben
Hersteller-
angaben
Herstelleranga-
ben
feucht wi-
schen,
sichtbaren
Schmutz mit
Zellstoff ent-
fernen, dann

Rahmenhygieneplan für Einrichtungen der medizinischen Fußpflege (Podologie)
Stand Juni 2009
28
Reinigungs- oder
Desinfektionsbe-
reich
R
einigung/
D
esinfekti-
on
Häufigkeit Personen-
kreis
Präparat Einwirkzeit Konzentration Zubereitung Anwendung
Fußboden am Ar-
beitsplatz
ger
gelistetes Flä-
chen-
desinfektionsmittel
entsprechend
VAH-Liste oder
Herstellerangaben
VAH-Liste,
Herstelleran-
gaben
wischdesinfi-
zieren
Ablagefläche
für
Instrumente und Ma-
terialien
D
vor jedem neuen Patien-
ten
bei Verunreinigung mit
potentiell infektiösem
Material
Personal
gelistetes Flä-
chen-
desinfektionsmit-
tel (auch als al-
koholisches
Pumpspray oder
Desinfektionstü-
cher)
entsprechend
VAH-Liste oder
Herstellerangaben
Hersteller
angaben
gebrauchsfer-
tige Lösung
mit Lappen
satt auf der
Fläche vertei-
len oder satt
versprühen -
wischen –
sprühen
Waschbecken,
Toiletten
nach
Blutkontamination
oder Verunreinigung
mit Fäkalien und an-
deren Körperflüssig-
keiten
R
R, D
täglich
sofort
Personal
Personal
Reinigungslö-
sung
gelistetes Flä-
chen- desinfekti-
onsmittel
gebrauchsfertig,
Herstellerangaben
nach Her-
stelleranga-
ben
Herstelleranga-
ben
gründlich rei-
nigen,
Verunreini-
gung mit
Zellstoff ent-
fernen, dann
nachwischen
Waschschüsseln
in der Fußpflege,
Fußbadewannen
oder -becken
R, D
nach
Patientenbenutzung
Personal
gelistetes
Flächen-
desinfektionsmit-
tel
VAH-Empfehlung
VAH-
Empfehlung
Herstelleranga-
ben

Rahmenhygieneplan für Einrichtungen der medizinischen Fußpflege (Podologie)
Stand Juni 2009
29
Reinigungs- oder
Desinfektionsbe-
reich
R
einigung/
D
esinfekti-
on
Häufigkeit Personen-
kreis
Präparat Einwirkzeit Konzentration Zubereitung Anwendung
Oberflächen
von Gegenständen
oder Schränken,
Regalen o. ä.
R
R, D
Routine
nach Verunreinigung
mit Stuhl, Urin, Körper-
flüssigkeiten etc.
Personal
Desinfektionsmit-
tel-Lösung
VAH-Empfehlung
VAH-
Empfehlung
Herstelleranga-
ben
Oberflächen
feucht, Fußböden
nass wischen
Reinigungsgeräte
,
Reinigungstücher
und Wischbezüge
R
R
1 x wöchentlich
nach Verwendung
Reinigungs-
personal
Reinigungslö-
sung
Waschmittel
Hersteller
angaben
möglichst in der
Waschmaschine
(60°C),
anschließend
trocknen