Rahmenhygieneplan
gemäß § 36 Infektionsschutzgesetz
für Kindereinrichtungen
(Kinderkrippen, -gärten, -tagesstätten, auch integrativ, und Kinderhorte)
erarbeitet vom:
Länder-Arbeitskreis
zur Erstellung von Hygieneplänen nach § 36 IfSG
Landesgesundheitsamt Brandenburg
Landesuntersuchungsanstalt für das Gesundheits- und Veterinärwesen Sachsen
Landesamt für Gesundheit und Soziales Mecklenburg-Vorpommern
Thüringer Landesamt für Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz
Landesamt für Verbraucherschutz Sachsen-Anhalt
Autorenkollektiv:
aktuell:
Dr. Axel Hofmann, Sachsen; Dr. Paul Kober, Mecklenburg-Vorpommern; Dr. Claudia Kohlstock,
Sachsen-Anhalt; Dr. Bernhard Schicht, Sachsen-Anhalt; Herr Alexander Spengler, Thüringen; Dipl.-
Med. Gudrun Stange, Brandenburg
Mitwirkung am ersten Entwurf:
Dr. Anke Bühling, Sachsen-Anhalt; Dr. Gerlinde Fellmann, Sachsen; Dr. Ines Hiller, Brandenburg; Dr.
Marika Kubisch, Thüringen
Stand: April 2007 (- im Juni 2007 geringfügig überarbeitet)

Rahmenhygieneplan für Kindereinrichtungen
Stand April 2007
2
Inhaltsverzeichnis
1
Einleitung ...................................................................................................... 4
2
Risikobewertung, Hygienemanagement und Verantwortlichkeit.................... 4
2.1
Risikobewertung............................................................................................ 4
2.2
Hygienemanagement und Verantwortlichkeit................................................ 5
3
Basishygiene................................................................................................. 5
3.1
Hygieneanforderungen an Standort, Gebäude, Räume, Ausstattung ........... 5
3.2
Reinigung und Desinfektion .......................................................................... 6
3.2.1
Händehygiene............................................................................................... 6
3.2.2
Fußböden und andere Flächen sowie Gegenstände .................................... 8
3.2.3
Bekleidung, Wäschehygiene....................................................................... 10
3.3
Umgang mit Lebensmitteln.......................................................................... 10
3.4
Sonstige hygienische Anforderungen.......................................................... 11
3.4.1
Abfallbeseitigung......................................................................................... 11
3.4.2
Tierhaltung.................................................................................................. 11
3.4.3
Schädlingsprophylaxe und -bekämpfung .................................................... 12
3.4.4
Vermeidung einer Gefährdung durch Giftpflanzen...................................... 12
3.4.5
Trinkwasser/Badewasser............................................................................ 13
3.4.6
Wasserspiel- und Erlebnisbereiche............................................................. 13
3.4.7
Spielsand .................................................................................................... 14
3.4.8
Bällchenbäder............................................................................................. 14
3.4.9
Besondere gesundheitsfördernde Maßnahmen als Zusatzangebot (z. B.
Kneippsche Wirkprinzipien, Kindersauna)................................................... 14
3.5
Erste Hilfe.................................................................................................... 15
3.6
Umgang mit Arzneimitteln ........................................................................... 16
4
Anforderungen des Infektionsschutzgesetzes............................................. 16
4.1
Gesundheitliche Anforderungen.................................................................. 16
4.1.1
Personal im Küchen-/Lebensmittelbereich (§ 42 IfSG) ............................... 17
4.1.2
Betreuungs-, Erziehungs-, Aufsichtspersonal ............................................. 17
4.1.3
Kinder, Jugendliche..................................................................................... 17
4.2
Mitwirkungs- bzw. Mitteilungspflicht ............................................................ 17
4.3
Belehrung.................................................................................................... 17
4.3.1
Personal im Küchen- und Lebensmittelbereich (§ 43 IfSG) ........................ 17
4.3.2
Betreuungs-, Erziehungs-, Aufsichtspersonal ............................................. 18
4.3.3
Kinder, Jugendliche, Eltern ......................................................................... 18
4.4
Vorgehen bei meldepflichtigen Erkrankungen............................................. 18
4.4.1
Wer muss melden?..................................................................................... 18
4.4.2
Information der Betreuten/Sorgeberechtigten über das Auftreten von
Infektionskrankheiten in der Einrichtung, Maßnahmeneinleitung ................ 19
4.4.3
Besuchsverbot und Wiederzulassung......................................................... 20
4.5
Schutzimpfungen ........................................................................................ 20
5
Anforderungen nach der Biostoffverordnung............................................... 20
5.1
Gefährdungsbeurteilung.............................................................................. 20
5.2
Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen ........................................... 21
5.3
Impfungen des Personals ........................................................................... 22
6
Sondermaßnahmen beim Auftreten von Magen-Darm-Erkrankungen
(Durchfall und/oder Erbrechen)................................................................... 22
7
Sondermaßnahmen beim Auftreten von Kopfläusen................................... 23
8
Sondermaßnahmen beim Auftreten von Krätze .......................................... 23

Rahmenhygieneplan für Kindereinrichtungen
Stand April 2007
3
Anlagen
Anlage 1 Beispiel-Reinigungs- und Desinfektionsplan
Anlage 2 Literatur - Wichtige rechtliche Grundlagen und fachliche Standards
ggf. eigenständig zu ergänzen sind
(verfügbar z. B. unter:
www.rki.de,
Kontakt zum Gesundheitsamt; länderspe-
zifische Regelungen beachten!):
Anlage 3 Belehrung gemäß § 34 Abs. 5 IfSG: Merkblatt für Eltern und sonstige Sorge-
berechtigte, schriftliche Erklärung
Anlage 4 Belehrung gemäß § 35 IfSG: Merkblatt für die Beschäftigten in Schulen
und sonstigen Gemeinschaftseinrichtungen, schriftliche Erklärung
Anlage 5 Merkblatt „Empfehlungen für die Wiederzulassung in Schulen und sonsti-
gen Gemeinschaftseinrichtungen“
Anlage 6 Belehrung gemäß § 43 Abs.1 IfSG: Gesundheitsinformationen für den Um-
gang mit Lebensmitteln, schriftliche Erklärung
Anlage 7 jeweils gültige Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO)/ ggf.
vorhandene Impfempfehlungen des Bundeslandes

Rahmenhygieneplan für Kindereinrichtungen
Stand April 2007
4
1 Einleitung
Gemeinschaftseinrichtungen für Kinder sind durch das Zusammenleben und die Zu-
sammenarbeit einer Vielzahl von Personen von besonderer hygienischer Bedeutung.
Sie bedürfen deshalb großer Aufmerksamkeit, um das Wohlbefinden, die Gesundheit
und die Erziehung zu hygienischem Verhalten - besonders auch im Hinblick auf In-
fektionskrankheiten - zu sichern.
Übertragbaren Krankheiten beim Menschen vorzubeugen, Infektionen frühzeitig zu
erkennen und ihre Weiterverbreitung zu verhindern, ist Zweck des Infektionsschutz-
gesetzes. Das Gesetz setzt dabei in hohem Maße neben behördlichen Aufgaben und
Zuständigkeiten auch auf die
Eigenverantwortung
der Träger und Leiter von Ge-
meinschaftseinrichtungen sowie jedes Einzelnen.
Darüber hinaus ergeben sich aus dem Gesetz konkrete Verpflichtungen für Gemein-
schaftseinrichtungen bzw. deren Leitungen, insbesondere aus den §§ 33 bis 36 (zu-
sätzliche Vorschriften für Schulen und sonstige Gemeinschaftseinrichtungen).
Nach § 36 Abs. 1 müssen Gemeinschaftseinrichtungen die innerbetrieblichen Verfah-
rensweisen zur Infektionshygiene in
Hygieneplänen
festlegen. Für die Erstellung der
Pläne enthält das Gesetz keine Vorgaben, sondern überlässt dies weitgehend dem
Ermessen der jeweiligen Einrichtung.
Empfohlen wird, auf eine weitgehende Standardisierung der Pläne hinzuwirken.
Die vorliegenden Hygieneempfehlungen sollen hierbei Unterstützung geben.
Die
aufgeführten Hygienemaßnahmen sind Beispielinhalte für die Erstellung eines
innerbetrieblichen Hygieneplans, die an die Situation in der jeweiligen Einrich-
tung angepasst und durch einrichtungsspezifische Details und Festlegungen
ergänzt werden müssen.
Im Hygieneplan sollten auch Maßnahmen der Gesund-
heitsförderung und –erhaltung angesprochen werden, die über die Infektionshygiene
hinaus zur Prävention der nichtübertragbaren Erkrankungen für Bewohner und Per-
sonal beitragen.
Zu berücksichtigen sind neben den Rechtsregelungen auf EU-, Bundes- und Lan-
desebene und den fachlichen Empfehlungen von Fachgesellschaften auch Vorschrif-
ten des Arbeitsschutzes und technische Regelwerke (z. B. DIN, EN, ISO).
Zutreffende Punkte des Rahmenhygieneplanes können analog auch für die Kinder-
betreuung bei Tagesmüttern angewendet werden.
2 Risikobewertung, Hygienemanagement und Verantwortlichkeit
2.1 Risikobewertung
Das Infektionsrisiko wird allgemein von der Anwesenheit primär wie fakultativ patho-
gener Keime, den Übertragungswegen dieser Erreger (direkte und indirekte natürli-
che wie künstliche Übertragungswege) und der Abwehr- und Immunsituation (Impf-
status) der Kinder und des Personals bestimmt. Hierbei ist zwischen Kindergarten-
und Hortgruppen und der Betreuung von Kleinstkindern im Krippenbereich zu unter-
scheiden.
Für den Ausschluss von Personen aus der Kindereinrichtung, die an bestimmten In-
fektionserkrankungen leiden oder in Wohngemeinschaft engen Kontakt zu Infizierten
hatten bilden das Infektionsschutzgesetz (§34) sowie die Wiederzulassungsregelun-
gen des RKI und ggf. des jeweiligen Bundeslandes die rechtliche Grundlage.
Neben den klassischen Kinderkrankheiten (Masern, Mumps, Röteln, Pertussis, Vari-
zellen, Scharlach usw.) sind in Kindereinrichtungen vor allem fäkal-oral übertragbare

Rahmenhygieneplan für Kindereinrichtungen
Stand April 2007
5
Erkrankungen wie Durchfallerkrankungen oder Hepatitis A von Bedeutung. Hier sind
neben Reinigungsmaßnahmen zumeist auch gezielte Desinfektionsmaßnahmen
sinnvoll einzusetzen.
In jedem Fall ist beim Auftreten von Infektionskrankheiten sowie dem Befall mit Kopf-
läusen oder Krätze das Gesundheitsamt einzubeziehen.
Besondere Aufmerksamkeit und sofortiges Einbeziehen des Gesundheitsamtes er-
fordert das Auftreten von Meningitiden, insbesondere wenn diese durch Meningo-
kokken oder Hämophilus influenzae Typ B verursacht werden.
2.2 Hygienemanagement und Verantwortlichkeit
Der
Leiter der Kindereinrichtung
trägt die Verantwortung für die Sicherung der hy-
gienischen Erfordernisse und nimmt seine Verantwortung durch Anleitung und Kon-
trolle wahr. Er kann zu seiner Unterstützung einen Hygienebeauftragten oder ein Hy-
gieneteam benennen.
Zu den Aufgaben des Hygienemanagements gehören unter anderem:
Erstellung und Aktualisierung des Hygieneplanes
Überwachung der Einhaltung der im Hygieneplan festgelegten Maßnahmen
Durchführung von Hygienebelehrungen
Aufrechterhaltung des Kontaktes zum Gesundheitsamt und den Eltern
Der
Hygieneplan
ist jährlich hinsichtlich seiner Aktualität zu überprüfen und ggf. zu
ändern.
Die Überwachung der Einhaltung der Hygienemaßnahmen erfolgt u. a. durch Bege-
hungen der Einrichtung routinemäßig mindestens jährlich sowie bei aktuellem Be-
darf. Die Ergebnisse werden schriftlich dokumentiert.
Der Hygieneplan muss für alle Beschäftigten jederzeit zugänglich und einsehbar
sein.
Die Beschäftigten werden mindestens einmal pro Jahr hinsichtlich der erforderlichen
Hygienemaßnahmen belehrt. Die
Belehrung
ist schriftlich zu dokumentieren.
3 Basishygiene
3.1 Hygieneanforderungen an Standort, Gebäude, Räume, Ausstattung
Die Kindereinrichtung muss den
baurechtlichen Anforderungen
im jeweiligen
Bundesland, den Unfallverhütungsvorschriften, den Bestimmungen der Arbeits-
stättenverordnung sowie den brandschutztechnischen Vorschriften genügen.
Insbesondere sind zu beachten:
-
Standort
(Lärm, lufthygienische und bioklimatische Belastungen, Altlas-
ten)
-
Freiflächen/Sportanlagen
(Größe, Gestaltung, Bepflanzung, Giftpflan-
zen, Spielgerätesicherheit und –wartung, hygienische Anforderungen
an Wasser- und Sandspielplätze)
-
Hygienische Anforderungen an
Bauweise, Oberflächengestaltung
und Ausstattung einzelner Räume
(Gruppenraum, Schlafraum, Sani-
tärräume, Garderobe, Übergaberaum, Hortraum, Küche und Wirt-
schaftsräume, Personalräume, Raum für Reinigungsutensilien usw.)

Rahmenhygieneplan für Kindereinrichtungen
Stand April 2007
6
-
Ausreichende natürliche
Belüftbarkeit
von Aufenthalts- und Schlaf-
räumen
-
Ausreichende
Tageslichtbeleuchtung
für alle Aufenthaltsräume der
Kinder (Tageslichtquotient nach DIN 5034)
-
Qualitativ und quantitativ ausreichende
künstliche Beleuchtung
der
Räume (DIN 5035, DIN EN 12464-1)
-
Schallschutz , Wärme- und Sonnenschutz
-
Trittsichere, rutschhemmende und leicht zu reinigende
Fußbodenges-
taltung
(Fußböden müssen feucht zu reinigen und zu desinfizieren sein
– gilt für glatte Fußböden als auch für textile Bodenbeläge)
-
Spezifische Voraussetzungen für
Integrativeinrichtungen
Eine kontinuierliche planmäßige bauliche
Instandhaltung
und
Renovierung
ist not-
wendige Voraussetzung für jede effektive Reinigung und Desinfektion.
Schimmelpilzbefall
muss umgehend ursächlich abgeklärt und saniert werden.
3.2 Reinigung und Desinfektion
Eine gründliche und regelmäßige Reinigung insbesondere der Hände und häufig
benutzter Flächen und Gegenstände ist eine wesentliche Voraussetzung für ei-
nen guten Hygienestatus.
Eine routinemäßige Desinfektion ist in der Kindereinrichtung i. d. R. nicht notwen-
dig
Die gezielte Desinfektion ist dort erforderlich, wo Krankheitserreger auftreten und
Kontaktmöglichkeiten zur Weiterverbreitung bestehen (z. B. Verunreinigungen mit
Erbrochenem, Blut, Stuhl, Urin).
Eine effektive Desinfektion wird nur erreicht, wenn für die beabsichtigte Desinfek-
tionsaufgabe das geeignete Desinfektionsmittel in der vorgeschriebenen Konzent-
ration und Einwirkzeit verwendet wird.
Die Desinfektionsmittel sind nach dem Anwendungsgebiet aus der aktuellen Des-
infektionsmittelliste der des Verbundes für Angewandte Hygiene (VAH), ehemals
Liste der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie (DGHM), mit der
entsprechenden Konzentration und Einwirkzeit auszuwählen (ggf. nach Rück-
sprache mit dem Gesundheitsamt).
Reinigungs- und Desinfektionsmittel sind vor Kindern geschützt aufzubewahren.
In jeder Einrichtung müssen
Reinigungs- und Desinfektionspläne
erarbeitet
und gut sichtbar ausgehängt werden (siehe Anlage 1).
Die Pläne sollen konkrete Festlegungen zur Reinigung und ggf. zur Desinfektion
(was, wann, womit, wie, wer) sowie Aussagen zur Überwachung/Eigenkontrolle –
besonders auch bei Vergabe der Reinigungsarbeiten an Fremdfirmen (vertragli-
che Regelung mit Fremdfirmen) enthalten.
Beim Auftreten
meldepflichtiger übertragbarer Krankheiten
oder bei begründe-
tem Verdacht sind spezielle Maßnahmen erforderlich, die vom Gesundheitsamt
veranlasst oder mit diesem abgestimmt werden und nicht Gegenstand dieser
Ausführungen sind.
3.2.1 Händehygiene

Rahmenhygieneplan für Kindereinrichtungen
Stand April 2007
7
Hände sind durch ihre vielfältigen Kontakte mit der Umgebung und anderen
Menschen die Hauptüberträger von Infektionserregern.
Händewaschen und ggf. Händedesinfektion gehören zu den wichtigsten Maßnahmen
der Infektionsverhütung und der Bekämpfung von Infektionen.
Händewaschen reduziert die Keimzahl auf den Händen.
Zur
Ausstattung der Handwaschplätze für das Personal
sind die Anforderun-
gen der Arbeitsstättenverordnung, Biostoffverordnung (incl. TRBA) und ggf. vor-
handene Hygienevorschriften der Länder zu berücksichtigen.
Es sind
flüssige Waschpräparate
aus Spendern und Hautpflegemittel zu ver-
wenden.
Einmalhandtücher
bzw.
personengebundene textile Handtücher
sind bevor-
zugt zu verwenden. Die Benutzung von Gemeinschaftshandtüchern ist abzuleh-
nen.
Die hygienische Händedesinfektion dient der Abtötung von Infektionserregern.
Nach Kontamination der Hände mit Krankheitserregern gilt folgende Reihenfolge:
1. Desinfektion
2. Reinigung (Waschen bei Bedarf)
Sichtbare
grobe Verschmutzungen
(z. B. durch Ausscheidungen) sind vor der
Desinfektion mit Zellstoff oder einem desinfektionsmittelgetränkten Einmaltuch zu
entfernen.
3-5 ml des Präparates in die
trockenen
Hände einreiben, dabei Fingerkuppen,
Fingerzwischenräume, Daumen und Nagelfalze besonders berücksichtigen.
Während der vom Hersteller geforderten
Einwirkzeit
(in der Regel ½ Minute)
müssen die Hände vom Desinfektionsmittel feucht gehalten werden.
Die Verwendung von
Einmalhandschuhen
ist bei vorhersehbarem Kontakt mit
Ausscheidungen und Blut zu empfehlen.
Personal:
Die gründliche Händereinigung ist durchzuführen
-
zum Dienstbeginn,
-
nach jeder Verschmutzung,
-
nach Toilettenbenutzung,
-
vor dem Umgang mit Lebensmitteln,
-
vor der Einnahme von Speisen und Getränken,
-
nach intensivem Kontakt mit Kindern, die an Durchfallerkrankungen und
Atemwegsinfekten (Husten, Schnupfen) leiden
-
und nach Tierkontakt.
Die hygienische Händedesinfektion ist erforderlich
-
nach Kontakt mit Stuhl, Urin, Erbrochenem, Blut und anderen Körper-
ausscheidungen (z. B. nach dem Windeln oder Maßnahmen in Zu-
sammenhang mit der Toiletten-/ Töpfchenbenutzung durch Kinder).
-
Wenn dabei Handschuhe getragen werden, müssen die Hände auch
nach Ablegen der Handschuhe desinfiziert werden.
Die prophylaktische Händedesinfektion ist erforderlich
-
vor dem Anlegen von Pflastern, Verbänden o. ä.
In den Sanitärräumen der Kinder und Betreuer sind Möglichkeiten zur Händedes-
infektion zu schaffen (kein unbeaufsichtigter Zugriff durch die Kinder).

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Stand April 2007
8
Kinder:
Das Erlernen und Festigen des Händewaschens ist ein wichtiges Hygieneziel in
der Einrichtung.
Jedes Kind soll eine ordnungsgemäße Handwaschtechnik erlernen.
Die gründliche Händereinigung ist durchzuführen
-
nach dem Spielen im Freien
-
nach jeder Verschmutzung,
-
nach der Töpfchen- oder Toilettenbenutzung,
-
nach Kontakt mit Tieren
-
und vor der Esseneinnahme.
Nach Verunreinigung mit infektiösem Material ist eine Händedesinfektion (z. B.
mit desinfektionsmittelgetränktem Einmaltuch) durchzuführen.
Die tägliche Zahnpflege sollte nach dem Frühstück oder dem Mittagessen ausge-
übt werden.
3.2.2 Fußböden und andere Flächen sowie Gegenstände
Voraussetzung für eine vorschriftsmäßige Reinigung aller relevanten Flächen und
Gegenstände ist die Sorge für Ordnung in der Kindereinrichtung.
Folgende Grundsätze sind bei Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen zu be-
rücksichtigen:
-
Es ist feucht zu reinigen (Ausnahme: textile Beläge).
-
Für die Pflege textiler Beläge sind Geräte mit Mikro- oder Absolutfiltern
zu verwenden, Teppichböden täglich absaugen, 2 x jährlich ist eine
Feuchtreinigung (Sprüh-Extraktionsmethode) vorzunehmen.
-
Bei den angewendeten Reinigungsmethoden ist eine Schmutzver-
schleppung zu verhindern (beispielsweise Zwei-Eimer-Methode bzw.
Nutzung industrieller Reinigungsgeräte).
-
Die Reinigungsmaßnahmen sind in der Regel in Abwesenheit der Kin-
der durchzuführen.
-
Bei Reinigungs- und Desinfektionsarbeiten ist geeignete Schutzklei-
dung (Handschuhe, Schürze/Kittel) zu tragen.
-
Alle wiederverwendbaren Reinigungsutensilien (Wischmopp, Wischlap-
pen ...) sind nach Gebrauch aufzubereiten (vorzugsweise Waschen bei
mindestens 60°C, alternativ Einlegen in Desinfektionslösung) und bis
zur erneuten Verwendung trocken zu lagern.
-
Geräte und Mittel zur Reinigung und Desinfektion sind an geeigneter
Stelle und vor dem Zugriff Unbefugter gesichert aufzubewahren.
-
Innerhalb der
Einwirkzeit
der Desinfektionsmittel-Lösungen dürfen die
Flächen nicht trocken- oder nachgewischt werden.
-
Nach erfolgter Desinfektion ist zu lüften.
Der Reinigungsrhythmus muss sich an der speziellen Nutzungsart und –intensität
orientieren.
Bei sichtbarer Verschmutzung ist sofort zu reinigen.
Für die routinemäßige Reinigung bzw. Desinfektion gelten folgende Orientie-
rungswerte:

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Stand April 2007
9
-
Die
Fußböden
der Gruppen-, Schlaf-, Übergabe-, Garderoben- und Sani-
tärräume sind täglich feucht zu wischen.
-
Oberflächen von Einrichtungen
(Schränke, Heizkörper, Stühle, Regale
usw.) sind wöchentlich gründlich zu reinigen, bei Verschmutzung sofort.
-
Wandflächen im Sanitärbereich
sind einmal wöchentlich zu reinigen.
-
Türklinken
im Sanitärbereich sind täglich zu reinigen.
-
Gebrauchsgegenstände
(z. B. Spielzeug, Laufgitter, Beschäftigungsma-
terial) sind wöchentlich gründlich zu reinigen, bei Verschmutzung sofort.
Spielzeuge für Säuglinge und Krabbler sind in die tägliche Reinigung ein-
zubeziehen.
-
Zahnputzbecher und -bürsten, Kämme und Haarbürsten
sind per-
sonengebunden zu verwenden, regelmäßig zu reinigen und bei Bedarf zu
wechseln.
-
Waschbecken, Toilettenbecken und -sitze, Ziehgriffe oder Spültasten
und Fäkalienausgüsse
sind täglich zu reinigen.
-
Toilettenbürsten
sind außerhalb des Zugriffsbereichs der Kinder aufzu-
bewahren und regelmäßig zu reinigen bzw. zu wechseln.
-
für Gruppen bereitgestellte Töpfchen
und Kindersitze für das WC sind
nach jeder Benutzung desinfizierend zu reinigen und trocken aufzubewah-
ren.
-
Wickeltische und Säuglingswaagen
sind nach jeder Benutzung desinfi-
zierend zu reinigen (Desinfektion kann entfallen, wenn Einmalunterlagen
verwendet und nach jeder Benutzung gewechselt werden).
-
Säuglingsbadewannen
sind nach jeder Benutzung desinfizierend zu rei-
nigen.
-
Babyflaschen und Sauger
sind in einem Geschirrspüler bei mindestens
60°C zu waschen und zu trocknen oder in einem Vaporisator aufzubereiten
und bis zur nächsten Verwendung trocken und geschützt aufzubewahren
-
Windelbehälter für
schmutzige Windeln
sind täglich zu leeren und
nach
erfolgter Desinfektion zu reinigen. Mülltüten mit Einwegwindeln sind mit
dem Hausmüll zu entsorgen.
-
Fieberthermometer
sind nach der Benutzung zu reinigen bzw. nach rekta-
ler Messung zu desinfizieren.
-
Planschbecken
sind nach jeder Benutzung oder bei Verschmutzung zu
reinigen (genauere Hinweise s. auch unter 3.4.6).
-
.
Zweimal pro Jahr ist eine
Grundreinigung
unter Einbeziehung von Lampen,
Fenstern, Heizkörpern, Türen, Teppichböden, Vorhängen, Jalousien, Turngerä-
ten, Rohrleitungen, Verkleidungen, Regalen...) durchzuführen.
Eine
sofortige gezielte Desinfektion
von Flächen und Gegenständen ist not-
wendig bei sichtbarer Verunreinigung durch Körpersekrete (z. B. Erbrochenes,
Stuhl, Urin, Blut). Dabei kann nach Entfernung der groben Verunreinigungen mit
Zellstoff o. ä. eine Wischdesinfektion durchgeführt werden.
Beim
Auftreten übertragbarer Krankheiten
in der Einrichtung sind Desinfekti-
onsmaßnahmen als gezielte Schutzmaßnahmen gegen eine Weiterverbreitung
der Infektion nach Absprache mit dem Gesundheitsamt durchzuführen. Beim
Auf-
treten von Durchfallerkrankungen im Territorium
können prophylaktische Des-
infektionsmaßnahmen in der Einrichtungen ebenfalls sinnvoll sein.

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Stand April 2007
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3.2.3 Bekleidung, Wäschehygiene
Vom Personal ist darauf zu achten, dass eine den Witterungsverhältnissen ange-
passte Kleidung sowohl in der Einrichtung als auch im Freien getragen wird.
Die
Häufigkeit des Wäschewechsels
ist vom Verschmutzungsgrad abhängig.
Grundsätzlich ist verunreinigte Wäsche sofort zu wechseln. Darüber hinaus kön-
nen folgende Richtwerte herangezogen werden:
-
Seiflappen (personengebunden)
täglich
-
Handtücher (personengebunden)
wöchentlich
-
Badetücher (personengebunden)
wöchentlich
-
Schlafbekleidung wöchentlich
-
Bezüge der Spielmatten
wöchentlich
-
Bettwäsche
alle zwei Wochen
-
Schlafdecken
1 x jährlich
-
Matratzen, Kissen u. ä.
1 x jährlich
-
Geschirrhandtücher täglich
Das
Einsammeln und der Transport
gebrauchter Wäsche soll in reißfesten,
ausreichend keimdichten, ggf. feuchtigkeitsdichten Textil- oder Foliensäcken bzw.
Wäschebehältern erfolgen.
Falls
Wäsche in der Einrichtung
selbst gewaschen wird, ist auf eine Trennung
von Schmutzwäsche und sauberer Wäsche zu achten. Saubere Wäsche darf
nicht im Schmutzwäschebereich getrocknet werden.
Als
Standort für die Waschmaschine
ist ein geeigneter Raum auszuwählen. Die
Gruppenräume der Kinder, die Küchenräume u. ä. Räume sind dafür nicht geeig-
net.
Handtücher, Waschlappen, Bettwäsche u. ä. - Behandlung mit
60°C–
Waschgang
Mit
infektiösen Ausscheidungen
verunreinigte Wäsche soll vor dem Waschen
in Desinfektionsmittel eingelegt bzw. mit einem desinfizierenden Waschverfahren
gewaschen werden.
3.3 Umgang mit Lebensmitteln
Um lebensmittelbedingte Erkrankungen und Erkrankungshäufungen in Gemein-
schaftseinrichtungen zu verhindern, müssen an den Umgang mit Lebensmitteln
besonders hohe Anforderungen gestellt werden.
Verantwortlich für die Lebensmittelhygiene ist der Leiter der Einrichtung.
Es dürfen
nur sichere Lebensmittel
in den Verkehr gebracht werden, von denen
keine Gefahr für die menschliche Gesundheit ausgeht.
Mitgebrachte Lebensmittel
für den gemeinschaftlichen Verzehr unterliegen den
gleichen Anforderungen (keine Risikolebensmittel!)
Beschäftigte, die mit Lebensmitteln in der Gemeinschaftsverpflegung in Berüh-
rung kommen, müssen die Inhalte der §§ 42 und 43 des IfSG kennen und nach
Entscheidung des zuständigen Gesundheitsamtes eine Bescheinigung nach § 43
vorweisen können (s. 4.1.1 und 4.3.1).
Die Vorgaben der
EU-Verordnungen zur Lebensmittelhygiene
und anderer
rechtlicher Grundlagen sowie Normen und Leitlinien sind einzuhalten.
Ein eigener
Hygieneplan
für den Küchenbereich ist in Abstimmung mit der Le-
bensmittelüberwachungsbehörde zu erstellen.

Rahmenhygieneplan für Kindereinrichtungen
Stand April 2007
11
Leichtverderbliche Lebensmittel bzw. solche, bei denen der Hersteller dies vor-
schreibt, sind
kühl zu lagern
.
Die Anlieferung von Speisen darf nur in ordnungsgemäß gereinigten und ge-
schlossenen Behältern erfolgen.
Vor der Zubereitung und Ausgabe von Essen sind die
Hände antiseptisch zu
waschen
.
Personal mit
eitrigen Wunden
an den Händen darf keinen Umgang mit unver-
packten Lebensmitteln haben.
Bei Verletzungen an den Händen sind beim Umgang mit Lebensmitteln
Hand-
schuhe
zu tragen.
Für die
Essenausgabe
sind saubere Gerätschaften zu benutzen.
Warme Speisen müssen bis zur Ausgabe eine
Temperatur von
65°C
aufwei-
sen.
Auf Lebensmittel darf nicht gehustet oder geniest werden.
Übrig gebliebene zubereitete Speisen sind zu entsorgen. Einfrieren von Resten
ist verboten.
Die Ausgabe von
Rohmilch
ist nicht zulässig.
Lebensmittel die unter Verwendung von
rohen Bestandteilen von Hühnereiern
hergestellt werden, müssen vor Abgabe ausreichend durcherhitzt werden.
Alle
benutzten Geschirr- und Besteckteile
sind heiß zu reinigen z. B. 65 °C-
Programm in einer Haushaltsgeschirrspülmaschine.
Geschirrtücher und Lappen
sind nach Benutzung aufzubereiten oder zu ver-
werfen.
Tische, Essentransportwagen und Tabletts
sind nach der Esseneinnahme zu
reinigen.
3.4 Sonstige hygienische Anforderungen
3.4.1 Abfallbeseitigung
Die Abfallverordnungen der Länder sind einzuhalten.
Maßnahmen der
Abfallvermeidung
sind festzulegen.
Die Abfälle sollten in gut schließenden Behältnissen gesammelt und mindestens
einmal täglich in
zentrale Abfallsammelbehälter
entsorgt werden.
Abfallbehälter müssen vor dem Zugriff der Kinder geschützt sein.
Einwegwindeln
sind mit dem Hausmüll in der Kindertagesstätte zu entsorgen.
Die
Abfallentsorgung
einschließlich der Küchenabfälle ist so zu betreiben, dass
Belästigungen, insbesondere durch Gerüche, Insekten und Nagetiere vermieden
werden.
3.4.2 Tierhaltung
Bei der Planung und Umsetzung der Tierhaltung ist ein enger Kontakt mit den zu-
ständigen Gesundheits- und Veterinärämtern dringend zu empfehlen.
Neben positiven psychologischen Aspekten ist das Risiko von Allergien, von Infektio-
nen, Parasitenbefall sowie Biss- und Kratzverletzungen zu berücksichtigen.
In Kindertagesstätten ist Tierhaltung unter folgenden Bedingungen möglich:
Sauberkeit der Räume, Käfige, Volieren, der Trink- und Futterbehälter

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Stand April 2007
12
artgerechte Haltung, regelmäßige Fütterung und Pflege
Tiere sind
je nach Tierart tierärztlichen Kontrollen
zu unterziehen (zumindest
bei Anschaffung, bei Anzeichen von Erkrankungen, Impfung, Parasitenbehand-
lung).
konkrete Verantwortlichkeit für die Pflege (speziell benannte Erzieherin)
Tierkäfige
sollten nicht in Gruppen- und Schlafräumen untergebracht werden.
Räume
mit Tieren müssen regelmäßig intensiv gelüftet und täglich feucht ge-
wischt werden (Verzicht auf Teppichböden).
separate Lagerung von Futter und Pflegeutensilien (Streu, Stroh, Reinigungsge-
räte)
gründliche Händehygiene nach dem Umgang mit Tieren
3.4.3 Schädlingsprophylaxe und -bekämpfung
Durch das Unterbinden von Zugangs- bzw. Zuflugsmöglichkeiten für Schädlinge,
das Vermeiden von Verbergeorten, das Beseitigen baulicher Mängel und die Ein-
haltung von Ordnung und Sauberkeit im Gebäude, im Küchenbereich und auf
dem Außengelände ist einem Schädlingsbefall vorzubeugen.
Es sind regelmäßig Befallskontrollen durchzuführen und zu dokumentieren.
Im Küchenbereich sind nach Erarbeitung einer Gefahrenanalyse Kontrollpunkte
festzulegen, die regelmäßig zu überwachen sind (Dokumentation). Dabei sollte
täglich eine Sichtkontrolle vorgenommen werden.
Bei Feststellung von Schädlingsbefall ist unverzüglich das Gesundheitsamt zu
informieren und ein sachkundiger Schädlingsbekämpfer mit der Bekämpfung zu
beauftragen.
3.4.4 Vermeidung einer Gefährdung durch Giftpflanzen
Giftpflanzen sind Bäume, Sträucher und krautige Pflanzen, deren Inhaltsstoffe
beim Menschen Gesundheitsstörungen hervorrufen können.
Kindereinrichtungen sind von den giftigsten Vertretern und solchen Giftpflanzen,
deren Früchte auf Kinder besonders anziehend wirken, freizuhalten. Auskünfte
sind bei örtlichen Gärtnereien und Pflanzenhandlungen einzuholen.
Häufigste Symptome bei Aufnahme giftiger Pflanzenteile: Übelkeit, Erbrechen,
vermehrter Speichelfluss, seltener Durchfall.
Weitere Symptome (je nach Pflanzenart): trockene Mundschleimhaut, Pupillener-
weiterung, Unruhe, Kaltschweißigkeit, Lähmungserscheinungen, Haut- und
Schleimhautreaktionen.
Nach Verzehr vermeintlich giftiger Pflanzenteile
auch ohne Symptome unver-
züglich Arzt oder eine Giftinformationszentrale anrufen (Symptome schildern, ggf.
Pflanzenart nennen, Menge und Zeitpunkt der Aufnahme nennen).
umgehend Artbestimmung einleiten (Apotheker, Gärtner)
z. B. Giftinformationszentrum Erfurt
, Tel. (0361) 730730 oder
Giftinformati-
onszentrum Berlin
(030) 19240 (landesspezifische Festlegungen).
Erste-Hilfe-Maßnahmen:
-
Entfernung der Pflanzenteile aus dem Mund (Ausspucken oder Ausspülen
mit Flüssigkeit).
-
Kein Erbrechen auslösen!
-
Anschließend Flüssigkeit trinken (keine Milch!).

Rahmenhygieneplan für Kindereinrichtungen
Stand April 2007
13
-
Ärztliche Behandlung organisieren.
-
Informationsmaterial: GUV – SI 8018: "Giftpflanzen – beschauen, nicht
kauen"
3.4.5 Trinkwasser/Badewasser
Die hygienischen Anforderungen an das Trinkwasser werden durch die "
Verordnung
über die Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch (Trinkwasser-
verordnung – TrinkwV)"
und die §§ 37-39 des
Infektionsschutzgesetzes
geregelt.
Das in Kindereinrichtungen verwendete Warm- und Kaltwasser für den menschli-
chen Gebrauch (Kochen, Waschen) muss generell der
Trinkwasserverordnung
entsprechen.
Veränderungen an der Trinkwasseranlage durch Neubau, Rekonstruktion oder
Wiederinbetriebnahme nach langer Nichtnutzung sind dem Gesundheitsamt spä-
testens 4 Wochen vorher anzuzeigen. Das Gesundheitsamt entscheidet nach
Vorliegen einer
Wasseranalyse
über die Freigabe der Wasserversorgungsanla-
ge.
Installationen sind nach den anerkannten Regeln der Technik und nur von bei
dem Wasserversorger registrierten Firmen durchführen zu lassen. Dabei sind be-
sonders die Regelungen der "
DIN 1988 - Technische Regeln für Trinkwasser-
installationen" sowie das DVGW-Arbeitsblatt W 551
zu beachten.
Warmwasseranlagen müssen so installiert und betrieben werden, dass eine ge-
sundheitsgefährdende Vermehrung von
Legionellen
vermieden wird (VDI 6023,
DVGW W 551).
Perlatoren
sind regelmäßig zu reinigen und ggf. thermisch zu desinfizieren (Aus-
kochen).
Regenwasser
darf in Kindereinrichtungen (für den menschlichen Gebrauch) nicht
verwendet werden.
3.4.6 Wasserspiel- und Erlebnisbereiche
Aus hygienischer Sicht sind Wasserspiel- und Erlebnisbereiche, bei denen
Trinkwasser
über befestigte Flächen (z. T. Fliesen, Terazzo) mit Bodeneinlauf
versprüht, verregnet
oder
verrieselt
wird, unproblematisch.
Bei Einrichtung von
Modderspielplätzen
muss ausschließlich Trinkwasser ver-
wendet werden.
Das genutzte Bodenmaterial muss frei von Kontaminationen sein (s. Spielsand).
Eine zwischenzeitliche Austrocknung des Sandes schützt vor Keimvermehrun-
gen.
Bei groben Verunreinigungen ist der Sand auszuwechseln.
Starker Schmutzeintrag aus der Umgebung ist zu vermeiden.
Planschbecken
, die nicht täglich geleert und gereinigt werden, müssen über
ei-
ne kontinuierliche Wasseraufbereitung
und
Desinfektion
verfügen. Sie unter-
liegen der
DIN 19643
„Aufbereitung von Schwimm- und Badebeckenwasser“.
Planschbecken ohne Aufbereitung
und
Desinfektion
stellen ein erhöhtes hy-
gienisches Risiko dar.

Rahmenhygieneplan für Kindereinrichtungen
Stand April 2007
14
Das Becken muss
täglich
mit
frischem Wasser
gefüllt und abends wieder ent-
leert werden, um Verkeimung des Wassers zu vermeiden.
Nach Leerung ist täglich eine gründliche
Reinigung
des Beckens vorzunehmen.
Zur Füllung des Planschbeckens ist Wasser mit Trinkwasserqualität zu verwen-
den.
Verspritzte bzw. verdunstete Wassermengen sind mit Trinkwasser nachzufüllen.
Bei
Verunreinigung
des Wassers (z. B. durch Fäkalien) ist sofortiger Wasser-
wechsel und gründliche Reinigung und Desinfektion des Beckens erforderlich!
Das Errichten und Betreiben von Badebecken ist mit dem
Gesundheitsamt
abzu-
stimmen.
3.4.7 Spielsand
Für das Einrichten eines Sandspielplatzes ist auf Herkunft und
Qualität
des Sandes
zu achten. Sand darf nicht durch Schadstoffe belastet sein. Bei Neubefüllung muss
vom Lieferanten die Qualität des Spielsandes durch Zertifikat ausgewiesen werden.
Zur
Pflege des Sandes
sollten folgende Punkte beachtet werden:
Zulauf von Hunden und Katzen unterbinden (Einzäunung)
Sandkästen über Nacht bzw. Wochenende abdecken
häufiges Harken zur Reinigung und Belüftung des Sandes
Tägliche visuelle Kontrollen auf organische (Tierexkremente, Lebensmittel, Müll
etc.) und anorganische Verunreinigungen (z. B. Glas), Verunreinigungen aller Art
sind sofort zu eliminieren.
Sandwechsel bei starker Verschmutzung sofort, ansonsten jährlich bis zu 3 Jah-
ren
3.4.8 Bällchenbäder
Feuchtreinigung der Bällchen in geeigneten Behältnissen bzw. einer Waschma-
schine einmal jährlich (je nach Nutzung auch häufiger), bei Verschmutzung sofort
gründliche Trocknung vor Wiederbefüllung
Nichtbenutzung beim Auftreten von Durchfallerkrankungen oder anderen Infekti-
onskrankheiten
3.4.9 Besondere gesundheitsfördernde Maßnahmen als Zusatzangebot (z. B.
Kneippsche Wirkprinzipien, Kindersauna)
In Abhängigkeit von den spezifischen Gegebenheiten in der jeweiligen Kindereinrich-
tung können zusätzliche Maßnahmen zur Gesundheitsförderung für die Kinder ange-
boten werden.
Bei fachlich fundierter Anwendung können z. B. Kneipp- oder auch Saunaanwen-
dungen bereits bei Kindern positive Effekte für das Wohlbefinden bewirken und zur
gesundheitlichen Vorbeugung für den Gesamtorganismus beitragen. Dabei sind auch
hygienische Gesichtspunkte von Bedeutung.
Zu beachten sind insbesondere die folgenden Punkte:
ausführliche Information der Eltern über die geplanten Maßnahmen

Rahmenhygieneplan für Kindereinrichtungen
Stand April 2007
15
schriftliche Einverständniserklärung der Eltern für die Teilnahme des Kindes (ggf.
nach Konsultation eines Kinderarztes zum Ausschluss von grundsätzlichen medi-
zinischen Kontraindikationen)
unverzügliche Mitteilung veränderter Umstände (durch die Eltern), die eine Teil-
nahme des Kindes nachträglich ausschließen (z. B. akute Erkrankungen)
Durchführung der Maßnahmen in kleinen Gruppen – Gewährleistung ausreichen-
der Aufsicht über alle teilnehmenden Kinder
Benennung mdst. eines Mitarbeiters, der über spezifisches Fachwissen verfügt
(z. B. Qualifizierungslehrgänge über den Kneipp-Bund e. V.)
Kindersauna
geeignete räumlich–funktionelle Gegebenheiten (ausreichende Raumgrundfläche
und Lüftungsmöglichkeiten)
günstige Einordnung des Saunaraumes innerhalb der Kindereinrichtung (in Kom-
bination mit Umkleide- und Duschbereich)
Ruhemöglichkeit für jedes teilnehmende Kind nach der Saunaanwendung
Verzicht auf die Verabreichung ätherischer Öle (u. a. Schleimhautreizungen bei
Kindern möglich)
Duschgang nach dem Saunieren bei Kindern nicht mit ganz kaltem Wasser
personengebundene Handtücher als Sitzauflagen
Getränkeangebot (Tee, Mineral/ Trinkwasser)
Routinemäßig über den Tag ist eine Reinigung der Sitzroste ausreichend. Eine
spezielle Flächendesinfektion kleiner Flächen mit geeigneten Mitteln ist bei Kon-
tamination mit Körperausscheidungen erforderlich. Grobe Verunreinigungen sind
vor der Desinfektion mit saugfähigem Einmalmaterial aufzunehmen und zu besei-
tigen.
Kneippsche Anwendungen (speziell Wasseranwendungen)
Einsatz von speziell dafür vorgesehenen Festeinbauten (z. B. gemauerte Becken
mit Wasserzu- und -ablauf) oder geeigneten mobilen Gefäßen (ausreichende
Standfestigkeit!)
Wasserbecken müssen eine gut zu reinigende und zu desinfizierende Oberfläche
aufweisen, Tretbecken trittsicher und rutschhemmend
Wasserbecken mindestens täglich vor der ersten Nutzung und bei Verschmut-
zung frisch befüllen und nach Abschluss der Anwendungen gründlich reinigen
(Trinkwasserqualität, für Tretbecken mdst. Badewasserqualität)
3.5 Erste Hilfe
Durch den Leiter der Einrichtung ist zu veranlassen, dass das Personal entspre-
chend der staatlichen Arbeitsschutzvorschriften i. V. m. der Unfallverhütungsvor-
schrift
BGV/GUV-V A1
„Grundsätze der Prävention“ vor Beginn der Tätigkeit und
danach mindestens jährlich zu Gefahren und Maßnahmen zum Schutz einschließlich
der Ersten Hilfe unterwiesen wird. Er hat dafür zu sorgen, dass zur Ersten Hilfe und
zur Rettung der Versicherten die erforderlichen Einrichtungen, Sachmittel und geeig-
nete Personen verfügbar sind.
Geeignetes Erste-Hilfe-Material enthält gemäß BGR A1
„Grundsätze der Präven-
tion“/
GUV-I 512
„Erste-Hilfe.Material“
:

Rahmenhygieneplan für Kindereinrichtungen
Stand April 2007
16
Großer Verbandkasten nach DIN 13169 “Verbandkasten E”.
Kleiner Verbandkasten nach DIN 13157 “Verbandkasten C”.
Zusätzlich ist der Verbandkasten mit einem alkoholischen
Desinfektionsmittel
zur
Hände- und Flächendesinfektion auszustatten. Art und Anzahl der Verbandskästen
sind abhängig von der Zahl der Versicherten und Betriebsart.
Verbrauchte Materialien (z. B. Einmalhandschuhe oder Pflaster) sind umgehend zu
ersetzen, regelmäßige
Bestandskontrollen
der Erste-Hilfe-Kästen sind durchzufüh-
ren. Insbesondere sind die Ablaufdaten zu überprüfen und verfallene Materialien zu
ersetzen.
Der Ersthelfer hat bei Kontakt mit Körperflüssigkeiten und Ausscheidungen Einmal-
handschuhe zu tragen und sich vor sowie nach der Hilfeleistung die Hände zu desin-
fizieren.
Parallel zur Erstversorgung ist vom Ersthelfer zu entscheiden, ob sofortige
ärztliche
Hilfe
zur weiteren Versorgung des Verletzten hinzuzuziehen ist.
(Weitere Informationen zur Ersten Hilfe enthalten die BGI/GUV-I 503 „Anleitung zur
Ersten Hilfe“, BGI 509 „Erste Hilfe im Betrieb“, BGI 510 „Aushang Erste Hilfe“,
BGI/GUV-I 511 “Dokumentation der Ersten Hilfe Leistung“/“Verbandbuch“)
3.6 Umgang mit Arzneimitteln
Die Gabe von Arzneimitteln in Kindereinrichtungen soll nur erfolgen, wenn dies me-
dizinisch unvermeidlich und organisatorisch nicht anderweitig lösbar ist. Grundsätz-
lich sind nur Arzneimittel in Originalverpackung (beschriftet mit dem Namen des Kin-
des) inkl. Packungsbeilage von den Eltern anzunehmen und durch eine unterwiese-
ne Fachkraft zu verabreichen.
Verabreichung nur mit schriftlicher Anweisung der Eltern, diese soll enthalten:
-
schriftliche Angaben zur Verabreichung (insbesondere Zeitpunkt, Menge, An-
wendungsbesonderheiten) entsprechend der Verordnung des Arztes,
-
Anschrift, Telefonnummer der Eltern und des betreuenden Arztes,
-
ggf. wichtige Hinweise zu Notfallmaßnahmen.
Verfallsdatum beachten(verfallene Arzneimittel sind den Eltern zurückzugeben).
Dokumentation in einem Nachweisheft mit folgenden Pflichtangaben:
-
Vor- und Zuname des Kindes, Geburtsdatum, Gruppenzugehörigkeit,
-
Name des Präparates,
-
Verabreichungsform, verabreichte Menge,
-
Datum und Uhrzeit der Verabreichung,
-
Name/ Unterschrift der Erzieherin.
Lagerung trocken, zugriffssicher, staub- und lichtgeschützt; weiterhin Hersteller-
angaben beachten (z. B. Kühllagerung).
Nicht mehr benötigte Arzneimittel den Eltern zurückgeben.
4 Anforderungen des Infektionsschutzgesetzes
4.1 Gesundheitliche Anforderungen

Rahmenhygieneplan für Kindereinrichtungen
Stand April 2007
17
4.1.1 Personal im Küchen-/Lebensmittelbereich (§ 42 IfSG)
Personen, die im Küchen- bzw. Lebensmittelbereich von Gemeinschaftseinrichtungen
beschäftigt sind, dürfen, wenn sie
an Typhus, Paratyphus, Cholera, Shigellenruhr, Salmonellose, einer anderen in-
fektiösen Darmerkrankung oder Virushepatitis A oder E (infektiöse Gelbsucht) er-
krankt oder dessen verdächtig sind,
an infizierten Wunden oder Hauterkrankungen erkrankt sind, bei denen die Mög-
lichkeit besteht, dass deren Krankheitserreger über Lebensmittel übertragen wer-
den können,
die Krankheitserreger Shigellen, Salmonellen, enterohämorrhagische Escherichia
coli oder Choleravibrionen ausscheiden,
nicht tätig sein oder beschäftigt werden.
4.1.2 Betreuungs-, Erziehungs-, Aufsichtspersonal
Personen, die an einer im § 34 (1) des Infektionsschutzgesetzes genannten anstecken-
den Krankheit erkrankt sind, bei denen der Verdacht darauf besteht oder die an Krätz-
milben oder Läusebefall leiden, Personen, die die in § 34 (2) genannten Erreger aus-
scheiden bzw. zu in § 34 (3) genannten Kontaktpersonen gehören, dürfen solange in
den Gemeinschaftseinrichtungen keine Lehr-, Erziehungs-, Aufsichts- oder sonstige
Tätigkeiten ausüben, bei denen sie Kontakt zu dort Betreuten haben, bis nach ärztli-
chem Urteil eine Weiterverbreitung der Krankheit oder Verlausung durch sie nicht mehr
zu befürchten ist.
4.1.3 Kinder, Jugendliche
Für die in der Einrichtung Betreuten (Kinder und Jugendliche) gilt Punkt 4.1.2 mit der
Maßgabe, dass sie die dem Betrieb der Gemeinschaftseinrichtung dienenden Räume
nicht betreten, Einrichtungen der Gemeinschaftseinrichtung nicht benutzen und an Ver-
anstaltungen der Gemeinschaftseinrichtung nicht teilnehmen dürfen.
4.2 Mitwirkungs- bzw. Mitteilungspflicht
Bei den im § 34 aufgelisteten Krankheiten und Krankheitserregern handelt es sich um
solche, die in Gemeinschaftseinrichtungen leicht übertragen werden können. Eine
rechtzeitige Information darüber ermöglicht, dass durch geeignete Schutzmaßnahmen
und durch Information potenziell angesteckter Personen weitere Infektionen verhindert
werden können. Daher verpflichtet das IfSG die in einer Gemeinschaftseinrichtung be-
treuten (bzw. deren Sorgeberechtigten) und die dort tätigen Personen
,
der Gemein-
schaftseinrichtung
unverzüglich mitzuteilen,
wenn sie von einem der in den Absätzen
1 bis 3 (§ 34) geregelten Krankheitsfällen betroffen sind. Damit der Informationspflicht
nachgekommen werden kann, sind Belehrungen durchzuführen.
4.3 Belehrung
4.3.1 Personal im Küchen- und Lebensmittelbereich (§ 43 IfSG)
Die Erstausübung der Tätigkeiten im Küchen- bzw. Lebensmittelbereich ist nur mög-
lich, wenn sie eine nicht mehr als 3 Monate alte
Bescheinigung
des Gesundheits-

Rahmenhygieneplan für Kindereinrichtungen
Stand April 2007
18
amtes oder eines vom Gesundheitsamt beauftragten Arztes nachweisen können.
Diese muss eine in mündlicher und schriftlicher Form durchgeführte Belehrung über
genannte Tätigkeitsverbote und Verpflichtungen enthalten. Außerdem muss der Be-
schäftigte darin schriftlich erklären, dass bei ihm keine Tatsachen für ein Tätigkeits-
verbot vorliegen.
Treten nach Tätigkeitsaufnahme Hinderungsgründe auf, so hat der Beschäftigte die-
ses unverzüglich dem
Arbeitgeber mitzuteilen.
Der Arbeitgeber hat die Belehrung für die Beschäftigten im Küchen- bzw. Lebensmit-
telbereich nach Aufnahme der Tätigkeit und im Weiteren jährlich zu wiederholen,
den Nachweis über die Belehrung zu dokumentieren und der zuständigen Behörde
auf Verlangen vorzulegen.
4.3.2 Betreuungs-, Erziehungs-, Aufsichtspersonal
Beschäftigte in Gemeinschaftseinrichtungen für die Betreuung von Kindern und Jugend-
lichen sind nach § 35 vor erstmaliger Aufnahme ihrer Tätigkeit und im Weiteren mindes-
tens im Abstand von 2 Jahren von ihrem Arbeitgeber über die gesundheitlichen Anfor-
derungen und Mitwirkungspflichten zu belehren (Anlage 4).
Über die Belehrung ist ein Protokoll zu erstellen, das beim Arbeitgeber für die Dauer
von 3 Jahren aufzubewahren ist.
4.3.3 Kinder, Jugendliche, Eltern
Ebenfalls zu belehren über gesundheitliche Anforderungen und Mitwirkungspflichten ist
nach §34 (5) IfSG
jede Person, die in der Gemeinschaftseinrichtung neu betreut
wird
oder deren Sorgeberechtigte durch die Leitung der Gemeinschaftseinrichtung.
Diese Belehrung kann schriftlich oder mündlich erfolgen. Zusätzlich sollte ein entspre-
chendes Merkblatt ausgehändigt werden (Anlage 3). Bei Wechsel der Einrichtung müs-
sen auch Kinder (bzw. deren Erziehungsberechtigte), die an der alten Einrichtung schon
belehrt wurden, eine neue Belehrung erhalten.
4.4 Vorgehen bei meldepflichtigen Erkrankungen
4.4.1 Wer muss melden?
Eine Vielzahl von Infektionskrankheiten sind nach dem Infektionsschutzgesetz melde-
pflichtig. Grundsätzlich ist nach § 8 IfSG der feststellende Arzt verpflichtet, die im Ge-
setz (§ 6) genannten Krankheiten zu melden.
Ist das jedoch primär nicht erfolgt bzw. treten die im § 34 Abs. 1 bis 3 IfSG zusätzlich
genannten Erkrankungen (Anlage 5) in Gemeinschaftseinrichtungen auf, so muss der
Leiter der Einrichtung
das Auftreten bzw. den Verdacht der genannten Erkrankungen
unverzüglich (innerhalb von 24 Stunden) dem zuständigen
Gesundheitsamt
melden.
Dies gilt auch beim Auftreten von 2 oder mehr gleichartigen, schwerwiegenden Erkran-
kungen, wenn als deren Ursache Krankheitserreger anzunehmen sind.

Rahmenhygieneplan für Kindereinrichtungen
Stand April 2007
19
Meldewege nach § 8 bzw. 34 (6) IfSG (vereinfacht)
Beschäftigte
Betreute bzw. Sorgeberechtigte
Leiter der Kindertagesstätte
Gesundheitsamt
Meldeinhalte
:
Art der Erkrankung bzw. des Verdachtes
Name, Vorname, Geburtsdatum, Geschlecht
Anzahl der Erkrankten (bei Häufungen)
Anschrift
Erkrankungstag
Kontaktpersonen (Einrichtung, Elternhaus, Geschwister)
ggf. Art des Untersuchungsmaterials, Nachweismethode, Untersuchungsbefund
Name, Anschrift, Telefonnummer des Arztes bzw. der Einrichtung
Maßnahmen
in der Einrichtung einleiten:
Isolierung Betroffener
Verständigung von Erziehungsberechtigten
Sicherstellung möglicher Infektionsquellen
4.4.2 Information der Betreuten/Sorgeberechtigten über das Auftreten von Infekti-
onskrankheiten in der Einrichtung, Maßnahmeneinleitung
Tritt eine meldepflichtige Infektionskrankheit oder ein entsprechender Verdacht in der
Einrichtung auf, so müssen ggf. durch die Leitung der Einrichtung die Betreu-
ten/Sorgeberechtigten darüber
anonym
informiert werden, um für die Betreuten oder
gefährdete Familienangehörige notwendige Schutzmaßnahmen treffen zu können.
Die Information kann in Form von
gut sichtbar angebrachten Aushängen im Eingangsbereich oder sonstigen Räum-
lichkeiten der Einrichtung,
Merkblättern mit Informationen über die Erkrankung und notwendigen Schutz-
maßnahmen,
Informationsveranstaltungen oder persönlichen Gesprächen
erfolgen. Alle Maßnahmen sind in Abstimmung mit dem zuständigen Gesundheitsamt
zu koordinieren.
Informationen
zu ausgewählten Infektionskrankheiten und zu einzuleitenden
Maß-
nahmen
bei Auftreten der Erkrankungen sind in Anlage 4 und 5 enthalten.

Rahmenhygieneplan für Kindereinrichtungen
Stand April 2007
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4.4.3 Besuchsverbot und Wiederzulassung
Im Infektionsschutzgesetz § 34 ist verankert, bei welchen Infektionen für die Kinder und
Jugendliche ein Besuchsverbot für Einrichtungen besteht.
Der erneute Besuch der Einrichtung ist nach den Bestimmungen des Infektionsschutz-
gesetzes dann wieder zulässig, wenn die ansteckende Erkrankung abgeklungen bzw.
nach
ärztlichem Urteil
eine Weiterverbreitung der Krankheit nicht mehr zu befürchten
ist. In der Praxis hat sich ein entsprechendes schriftliches Attest des behandelnden Arz-
tes oder des zuständigen Gesundheitsamtes bewährt.
Das Robert Koch-Institut und das Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucher-
schutz haben
Empfehlungen
für die Wiederzulassung in Schulen und sonstigen Ge-
meinschaftseinrichtungen nach überstandenen Infektionskrankheiten herausgegeben
(Anlage 5).
Außerdem sind hier wiederum ggf. vorhandene
Länderregelungen
zu beachten.
4.5 Schutzimpfungen
Der beste Schutz vor vielen Infektionskrankheiten sind Schutzimpfungen. Sie können
zum einen den Impfling selbst vor Infektion, Erkrankung und Tod schützen, führen an-
dererseits beim Erreichen hoher Durchimpfungsraten in der Bevölkerung (> 90 %)
durch Ausrottung der Krankheiten auch zum Schutz der Allgemeinheit.
Die wichtigsten Impfungen für die Bevölkerung werden von der Ständigen Impfkommis-
sion Deutschlands (STIKO) veröffentlicht und von den Länderbehörden öffentlich emp-
fohlen. Es existiert in Deutschland derzeit keine Impfpflicht. Die entsprechenden Imp-
fungen und das dazu empfohlene Impfalter für alle Säuglinge, Kinder und Jugendliche
bis zum 18. Lebensjahr sind, wie die Impfempfehlungen für Beschäftigte in Gemein-
schaftseinrichtungen, in den STIKO-Empfehlungen sowie den Impfempfehlungen der
Länder verankert (siehe Anlage 7).
Nach § 34 Abs. 10 IfSG sollen die Gesundheitsämter
gemeinsam
mit den Gemein-
schaftseinrichtungen die betreuten Personen oder deren Sorgeberechtige über die Be-
deutung eines vollständigen, altersgemäßen, nach den Empfehlungen der Ständigen
Impfkommission ausreichenden Impfschutz und über die Prävention übertragbarer
Krankheiten aufklären.
Dies kann in verschiedener Form - z. B. durch Vorträge, Gespräche und/oder Verteilen
von Informationsmaterial - erfolgen.
5 Anforderungen nach der Biostoffverordnung
5.1 Gefährdungsbeurteilung
In Kindereinrichtungen (im Sinne dieses Rahmenhygieneplanes Kinderkrippen, -
garten, -tagesstätten, auch integrativ und Kinderhorte) werden durch die berufliche
Tätigkeit beim Umgang mit Kindern biologische Arbeitsstoffe (Mikroorganismen wie
Viren, Bakterien) freigesetzt und die Beschäftigten können mit diesen direkt oder im
Gefahrenbereich in Kontakt kommen. Gemäß § 5 ArbSchG ist der Arbeitgeber ver-
pflichtet, durch eine Beurteilung der arbeitsplatzbedingten Gefährdungen die not-
wendigen Schutzmaßnahmen zu ermitteln. Diese allgemein gültige Vorschrift wird für
Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen in der Biostoffverordnung (BioSoffV) und
in der Technischen Regel Biologische Arbeitsstoffe (TRBA) 400 „Handlungsanleitung

Rahmenhygieneplan für Kindereinrichtungen
Stand April 2007
21
zur Gefährdungsbeurteilung bei Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen“ konkreti-
siert.
Insbesondere bei Tätigkeiten in der vorschulischen Kinderbetreuung werden durch
den regelmäßigen, engen Kontakt zu Kindern und den damit verbundenen Kontakt
zu Körperflüssigkeiten und –ausscheidungen, zu kontaminierten Materialien, Ge-
genständen und Flächen nicht gezielte Tätigkeiten mit Mikroorganismen der Risiko-
gruppe 2 und/oder 3 (geringes und/oder mäßiges Infektionsrisiko, z. B. Mumpsvirus,
Masernvirus) durchgeführt. Das Infektionsrisiko ist höher als in der Allgemeinbevöl-
kerung. Eine Schutzstufenzuordnung einzelner Tätigkeiten oder Tätigkeitsbereiche
erfolgt in Abhängigkeit der zu erwartenden Mikroorganismen und dem damit verbun-
denen Infektionsrisiko. In der Regel sind bei Tätigkeiten mit erhöhter Infektionsgefahr
(Kontakt zu Körperflüssigkeiten, Aerosol-, Tröpfchenbildung) Maßnahmen der
Schutzstufe 2 auszuwählen, mindestens die Maßnahmen der allgemeinen Hygiene.
Liegen keine entsprechenden Tätigkeiten vor ist beim beruflichen Umgang mit Kin-
dern die Schutzstufe 1 (allgemeine Hygienemaßnahmen) ausreichend. Eine Einzel-
fallprüfung ist notwendig.
Zu den erforderlichen Schutzmaßnahmen siehe auch TRBA/BGR 250 „Biologische
Arbeitsstoffe im Gesundheitsdienst und in der Wohlfahrtspflege“.
5.2 Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen
Bei Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen hat der Arbeitgeber für eine ange-
messene arbeitsmedizinische Vorsorge zu sorgen. Hierzu gehört u. a., dass bei Tä-
tigkeiten mit impfpräventablen oder chronisch schädigenden Mikroorganismen eine
spezielle arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung veranlasst und durchgeführt
wird (Pflichtuntersuchung, § 15a Abs. 1 i.V.m. Anhang IV BioStoffV).
In Kindereinrichtungen der vorschulischen Betreuung sind
arbeitsmedizinische
Pflichtuntersuchungen
nur für die Beschäftigte
zu veranlassen
, die einen regel-
mäßigen und direkten Kontakt zu Kindern sowie zu Körperausscheidungen haben.
Für diese Beschäftigten besteht eine mögliche Exposition gegenüber Bordetella per-
tussis (Keuchhustenbakterien), Masern-, Mumps-, Rubivirus (Rubellavirus, Rötelnvi-
rus) und Varizella-Zoster-Virus (Windpockenvirus). Bei der Betreuung von behinder-
ten Kindern, bei der es regelmäßig und in größerem Umfang zu Kontakt mit Körper-
flüssigkeiten kommt und eine Verletzungsgefahr besteht, ist auch eine Exposition
gegenüber Hepatitis B-Virus zu berücksichtigen.
Wenn darüber hinaus im Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung eine Infektionsge-
fährdung durch nicht gezielte Tätigkeiten festgestellt wird, hat der Arbeitgeber ar-
beitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen gemäß § 15a (5) BioStoffV
anzubieten
(Angebotsuntersuchung). In Kleinkinder betreuenden Einrichtungen sollte bei direk-
tem, regelmäßigem und intensivem Stuhlkontakt (Windeln, Hilfestellung bei der Toi-
lettenbenutzung) eine Exposition gegenüber Hepatitis A-Virus berücksichtigt werden.
Mit der Durchführung der speziellen arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchung ist
ein Facharzt für Arbeitsmedizin oder ein Arzt mit der Zusatzbezeichnung „Betriebs-
medizin“ zu beauftragen, vorrangig der Betriebsarzt (§ 15 Abs. 3 BioStoffV).

Rahmenhygieneplan für Kindereinrichtungen
Stand April 2007
22
5.3 Impfungen des Personals
Werden Tätigkeiten mit impfpräventablen Mikroorganismen entsprechend Anhang IV
BioStoffV durchgeführt und liegt nach § 15a Abs. 2 BioStoffV kein ausreichender
Immunschutz gegenüber diesen Mikroorganismen vor, ist den Beschäftigten im
Rahmen der Pflichtuntersuchung eine
Impfung anzubieten
. Die Kosten sind vom
Arbeitgeber zu tragen.
Unter den zuvor genannten Bedingungen soll für Beschäftigte in Einrichtungen der
vorschulischen Betreuung, die regelmäßig einen direkten Kontakt zu Kindern haben,
ein Immunschutz gegen
Bordetella pertussis
,
Masern-
,
Mumps-
,
Rubivirus
und
Varizella-Zoster-Virus
vorliegen. Bei der Betreuung von behinderten Kindern sollte
auch ein Immunschutz gegen
Hepatitis B-Virus
bestehen.
Eine darüber hinausgehende Verpflichtung, Impfungen anzubieten, besteht nicht. Im
Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung kann es im Einzelfall angezeigt sein, auch im
Rahmen einer Angebotsuntersuchung ein Impfangebot zu unterbreiten.
Zusätzlich zu den vom Arbeitgeber anzubietenden Impfungen sollte im Interesse des
öffentlichen Gesundheitsschutzes entsprechend der Impfempfehlungen der ständi-
gen Impfkommission (STIKO) auch ein Schutz gegen Hepatitis A, Tetanus, Diphthe-
rie, Poliomyelitis und Influenza (jährliche Auffrischung) gegeben sein.
6 Sondermaßnahmen beim Auftreten von Magen-Darm-
Erkrankungen (Durchfall und/oder Erbrechen)
Das erkrankte Kind ist bis zur Abholung durch die Eltern möglichst getrennt von
den übrigen Kindern zu betreuen.
Oberflächen und Gegenstände, mit denen das Kind in Berührung kam (intensiver
Kontakt), sind zu desinfizieren (viruswirksames Desinfektionsmittel mit Wirksam-
keit gegen die häufigsten in Kindereinrichtungen vorkommenden Viren nach Her-
stellerangaben, z. B. Rotaviren).
Nach Umgang mit dem erkrankten Kind ist eine hygienische Händedesinfektion
durchzuführen.
Die das erkrankte Kind betreuende Person soll nicht in die Essenszubereitung
und –verteilung eingebunden werden.
Nach jeder Toiletten- oder Töpfchenbenutzung durch ein Kind mit Durchfall sind
das Toilettenbecken und die WC-Brille oder das Töpfchen zu desinfizieren. Töpf-
chen sind personengebunden zu verwenden.
Auf die Verwendung von Einmalhandtüchern ist unbedingt zu achten. Alternativ
kann ein täglicher Handtuchwechsel (personengebundenes textiles Handtuch)
vorgenommen werden.
Die Eltern des Kindes sind zu informieren und nochmals über die Inhalte des § 34
IfSG aufzuklären.
Die Eltern aller Kinder sollten anonym über die aufgetretene Durchfallerkrankung
informiert werden. Ein Arztbesuch bei Auftreten der gleichen Symptome ist erfor-
derlich.

Rahmenhygieneplan für Kindereinrichtungen
Stand April 2007
23
Kinder, die das 6. Lebensjahr noch nicht vollendet haben und an infektiöser
Gastroenteritis erkrankt oder dessen verdächtig sind, dürfen eine Kindereinrich-
tung nicht besuchen.
7 Sondermaßnahmen beim Auftreten von Kopfläusen
Bei Auftreten von Kopflausbefall hat die Leitung der Kindereinrichtung gem. § 34
(6) IfSG unverzüglich das zuständige Gesundheitsamt zu benachrichtigen.
Das befallene Kind ist bis zur Abholung durch die Eltern getrennt von den übrigen
Kindern zu betreuen.
Mitgabe persönlicher Gegenstände (z. B. Kämme) an die Eltern mit Hinweisen
zur Behandlung.
Die Behandlung ist i. d. R. durch die Erziehungsberechtigten vorzunehmen und
deren sachgerechte Ausführung in schriftlicher Form zu bestätigen. Danach darf
die Kindereinrichtung wieder besucht werden.
Sollte bei dem betroffenen Kind innerhalb von 4 Wochen wiederholt Kopflausbe-
fall auftreten, ist zur Bestätigung des Behandlungserfolges ein schriftliches ärztli-
ches Attest abzufordern.
Die Eltern sind darauf hinzuweisen, dass 9 – 10 Tage nach der Behandlung eine
Nachkontrolle und Wiederholungsbehandlung durchgeführt werden muss.
Die Eltern der Kinder mit engerem Kontakt zu einem befallenen Kind müssen
umgehend über das Auftreten von Kopfläusen unterrichtet werden. Diese Kinder
sowie deren Familienangehörige, sollen sich einer Untersuchung und gegebenen-
falls auch einer Behandlung unterziehen.
Bei starkem Befall sind die Aufenthalts- und Schlafräume der Betroffenen von
ausgestreuten Läusen zu befreien (ggf. Absprache mit dem Gesundheitsamt):
gründliches Absaugen der Böden und Polstermöbel sowie von Kopfstützen und
textilem Spielzeug; weitere Maßnahmen nach Angaben des Gesundheitsamtes.
Handtücher, Bettwäsche u. ä. bei mind. 60°C (>15 min) waschen
Wenn thermische Behandlung nicht möglich ist: Aufbewahrung der Textilien in
einem gut verschließbaren, dichten Plastiksack für mindestens 3 Wochen bei
Zimmertemperatur.
Tieffrieren unter –10°C über mind. 24 Stunden ist eine weitere Variante (z. B. tex-
tiles Spielzeug u. a.).
Sind in einer Kindereinrichtung Läuse aufgetreten, sollten für den Zeitraum von 6
Wochen einmal wöchentlich gründliche Kontrollen auf Kopflausbefall vorgenom-
men werden (ggf. durch die Erzieherinnen, Regelung im Aufnahmevertrag bzw.
der Benutzungsordnung).
8 Sondermaßnahmen beim Auftreten von Krätze
Bei Auftreten einer Krätzeerkrankung bzw. deren Verdacht hat die Leitung der
Kindereinrichtung gem. § 34 (6) IfSG unverzüglich das zuständige Gesundheits-
amt zu benachrichtigen.
Ist ein Kind an Krätze erkrankt oder besteht der Verdacht, muss es sofort von den
übrigen Kindern bis zur Abholung durch die Eltern getrennt werden.
Mitgabe persönlicher Gegenstände mit Hinweisen zur Behandlung.

Rahmenhygieneplan für Kindereinrichtungen
Stand April 2007
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Alle an Krätze Erkrankten, Krankheitsverdächtigen und Kontaktpersonen sind
möglichst schnell einem erfahrenen Hautarzt vorzustellen.
Die Auflagen des Gesundheitsamtes sind strikt einzuhalten.
Die Wiederzulassung in die Kindereinrichtung kann erst nach sachgerechter Be-
handlung und Erfolgskontrolle durch den behandelnden Hautarzt erfolgen, der
den Behandlungserfolg zu bescheinigen hat.
Bei einem Krätzeausbruch ist dafür zu sorgen, dass alle Erkrankten und unge-
schützten Kontaktpersonen (u. a. auch das betreuende Personal) gleichzeitig be-
handelt werden (Koordinierung durch das Gesundheitsamt).
Bettwäsche so heiß wie möglich waschen, Buntwäsche bei 60°C mind. 20min.,
Bettstaub vorher absaugen.
Schlecht zu waschende Textilien usw. können in verschweißten Plastiksäcken bei
Zimmertemperatur 14 Tage aufbewahrt werden (bei 25°C genügt 1 Woche). Da-
nach sind die Milben abgestorben.
Zur Entwesung von Matratzen, Polstermöbeln und Fußbodenbelägen gründliches
und wiederholtes Absaugen mit einem starken Staubsauger; ggf. Einschweißen
kontaminierter Gegenstände (Matratzen, Polsterstühle usw.) in dicke Ein- oder
Zweischichtfolie und Abstellen in einem gesonderten Raum (14 Tage bei Zimmer-
temperatur).
Matratzen können auch einer Matratzendesinfektionsanlage zugeführt werden
(90°C, 5min).
Kontaminierte Plüschtiere usw. können auch bei <-10°C eingefroren werden.
Nach Auftreten von Krätzeerkrankungen sind alle behandelten sowie potentiellen
Kontaktpersonen für 6 Wochen einer ständigen Überwachung zu unterziehen
(Koordinierung durch das Gesundheitsamt).

Rahmenhygieneplan für Kindereinrichtungen
Stand April 2007
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Anlage 1
Beispiel-Reinigungs- und Desinfektionsplan
Reinigungs- oder Des-
infektionsbereich
R
einigung/
D
esinfektion
Häufigkeit Personenkreis Präparat Einwirkzeit Konzentration Zubereitung Anwendung
Hände waschen
R
Zum Dienstbeginn,
Vor Umgang mit Le-
bensmitteln,
Nach dem Essen,
Bei Verschmutzung,
Nach Toilettenbenut-
zung,
Nach Tierkontakt
Nach Ankunft,
Nach dem Spielen,
Vor dem Essen,
Bei Verschmutzung,
Nach Toilettengang,
Nach Tierkontakt
Personal
Kinder
Waschlotion in Spendern
Gebrauchsfertig Gebrauchsfertig
Auf die feuchte
Haut geben und
mit Wasser
aufschäumen
Hände desinfizieren
D
Nach Kontakt mit
Stuhl, mit Urin u. a.
Körperausscheidungen
(z. B. nach dem Win-
deln), Nach Ablegen
der Schutzhandschu-
he,
Nach Verunreinigung
mit infektiösem Materi-
al
Personal
Kinder
Viruswirksames Hände-
desinfektionsmittel
Empfehlung des
VAH
Gebrauchsfertig Gebrauchsfertig
Ausreichende
Menge, mind.
3-5 ml auf der
trockenen Haut
gut verreiben
Prophylaktische Hände-
desinfektion
D
Vor dem Anlegen von
Pflastern und Verbän-
den
Personal Händedesinfektionsmittel
Empfehlung des
VAH
Gebrauchsfertig Gebrauchsfertig
Erst waschen,
abtrocknen,
dann desinfizie-
ren
Hände pflegen
Nach dem Waschen
Alle
Hautcreme aus Tuben
oder Spendern
Gebrauchsfertig Gebrauchsfertig
Auf trockenen
Händen gut
verreiben
Einrichtungsgegenstände
(Spielzeug, Laufgitter,
Beschäftigungsmaterial),
Schrankoberflächen,
Heizkörper
R
1 x wöchentlich,
Spielzeug von Säug-
lingen täglich
Personal
Reinigungslösung, Was-
ser
Herstellerangaben Herstellerangaben Feucht reinigen

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Stand April 2007
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Reinigungs- oder Des-
infektionsbereich
R
einigung/
D
esinfektion
Häufigkeit Personenkreis Präparat Einwirkzeit Konzentration Zubereitung Anwendung
Essenausgabe
R
Nach Arbeitsschluss,
nach Verschmutzung
Personal
Reinigungslösung, Was-
ser
Herstellerangaben Herstellerangaben Nass reinigen
Planschbecken
R
Nach jeder Benutzung,
bei Verschmutzung
Personal
Reinigungslösung,
Wasser
Herstellerangaben Herstellerangaben Feucht reinigen
Wickeltische, Säuglings-
waagen, Säuglingsbade-
wannen
R
D
Nach jeder Benutzung
Nach Verunreinigung
mit Körperflüssigkeiten,
Stuhl
Personal
Reinigungslösung
Desinfektionsmittel
Empfehlung des
VAH
Herstellerangaben
Empfehlung des
VAH
Herstellerangaben
Feucht reinigen,
trocknen,
bei Verschmut-
zung desinfizie-
ren
Fieberthermometer
R
D
Nach jeder Benutzung
Nach rektaler Benut-
zung
Personal
Reinigungslösung
Desinfektionsmittel
(gebrauchsfertig) oder -
tuch
Empfehlung des
VAH
Empfehlung des
VAH
Herstellerangaben
Feucht abwi-
schen
Töpfchen
D
Nach jeder Benutzung
Personal
desinfiz. Reiniger
Herstellerangaben
Nass reinigen,
vor nächster
Benutzung voll-
ständig trocknen
lassen
Waschbecken,
Toilettenbecken, Toilet-
tensitze, Ziehgriffe, Spül-
tasten, Fäkalienausgüsse
R
1 x täglich,
bei Verschmutzung
sofort
Personal Reinigungslösung
Herstellerangaben Herstellerangaben
Feucht abwi-
schen
Schmutzwindelbehälter
D
R
Mindestens 1 x täglich
leeren, desinfizieren,
reinigen
Personal
Desinfektionslösung,
Reinigungslösung
Empfehlung des
VAH
Empfehlung des
VAH
Herstellerangaben
Herstellerangaben
Oberflächen
feucht wischen
Türen und Türklinken im
Sanitärbereich
R
Täglich,
bei Verschmutzung
Personal
Reinigungslösung,
Wasser
Herstellerangaben Herstellerangaben Feucht reinigen
Fußböden
R
Täglich
Fußbodenreiniger
Herstellerangaben Herstellerangaben Nassreinigung
Oberflächen von Ge-
genständen oder
Schränken, Regalen und
Fußböden, Spielzeug,
Waschbecken u. ä.
D
Nach Verunreinigung
mit Stuhl, Urin, Körper-
flüssigkeiten etc.
Personal
Desinfektionsmittel-
Lösung
Empfehlung des
VAH
Empfehlung des
VAH
Herstellerangaben
Oberflächen
feucht, Fußböden
nass wischen
Reinigungsgeräte, Reini-
gungstücher und Wisch-
bezüge
R
1 x wöchentlich
arbeitstäglich
Reinigungspersonal
Reinigungslösung
Waschmittel
Herstellerangaben
Möglichst in der
Waschmaschine
(60°C), anschlie-
ßend trocknen

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Stand April 2007
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Anlage 2
Literatur
(Angabe der bei Redaktionsschluss aktuellen Fassungen!)
Wichtige rechtliche Grundlagen
(s. auch unter
http://www.gesetze-im-internet.de,
http://bundesrecht.juris.de,
http://frei.bundesgesetzblatt.de)
Gesetz zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten beim Menschen
(Infektionsschutzgesetz – IfSG) vom 20.07.2000 (BGBl. I Nr. 33, S. 1045 – 1077),
zuletzt geändert durch Art. 2 § 3 vom 01.09.2005 (BGBl. I, S. 2618)
Sozialgesetzbuch Fünftes Buch (SGB V) – Gesetzliche Krankenversicherung vom
20.12.1988 (BGBl. I S. 3853) §§ 21 und 26; zuletzt geändert durch Art. 3a G vom
29.08.2005 BGBl. I S. 2570
Sozialgesetzbuch Siebtes Buch (SGB VII) – Gesetzliche Unfallversicherung vom 07.
08.1996 (BGBl. I S. 1254), zuletzt geändert durch Art. 1 vom 14.08.2005 (BGBl. I
S. 2410
Sozialgesetzbuch Achtes Buch (SGB VIII) – Kinder- und Jugendhilfe vom 26. Juni
1990 (BGBl. I S. 1163) i. d. F. vom 08. 12.1998 (BGBl. I S. 3546) § 1 Abs. 3, Nr. 3
Lebensmittel-, Bedarfsgegenstände- und Futtermittelgesetzbuch LFGB – Lebensmit-
tel- und Futtermittelgesetzbuch vom 01.09.2005 (BGBl. I Nr.55 S. 2618)
EU-Hygienepaket zur Lebensmittelhygiene (EU-Verordnungen Nr. 852/2004,
853/2004, 854/2004) sowie ergänzend 882/2004, Aufhebungs-Richtlinie RL 2004/41
einschl. Durchführungsverordnungen (VO (EG) Nr. 2073/2005, 2074/2005,
2075/2005, 2076/2005)
Verordnung zur Novellierung der Trinkwasserverordnung vom 21.05.01 (BGBl. I, Nr.
24, 2001, S. 959-980)
Landesgesetze und Vorschriften: z. B. Bauliche Richtlinien für Kindertageseinrich-
tungen
Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) vom 07.08.96 (BGBl. I, S. 1246) geändert durch Ar-
tikel 9 des Gesetzes vom 27.09.96 (BGBl. I S. 1461)
Verordnung über Arbeitsstätten (Arbeitsstättenverordnung - ArbStättV) vom 12. Au-
gust 2004 (BGBl. I S. 2179 - 2189)
Verordnung über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei Tätigkeiten mit biologischen
Arbeitsstoffen (Biostoffverordnung – BioStoffV) vom 27. Januar 1999 (BGBl. I, S.
50), zuletzt geändert durch Artikel 2 der Verordnung vom 6. März 2007 (BGBl. I S.
261)
Technische Regel für Biologische Arbeitsstoffe (TRBA) 250: Biologische Arbeitsstof-
fe im Gesundheitswesen und in der Wohlfahrtspflege
Technische Regel für Biologische Arbeitsstoffe (TRBA) 400: Handlungsanleitung zur
Gefährdungsbeurteilung bei Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen
GUV-SR 2002 Richtlinien für Kindergärten. Bau und Ausrüstung
GUV-SI 8017 Außenspielflächen und Spielplatzgeräte
GUV-SI 8018 Giftpflanzen – beschauen, nicht kauen
BGR/GUV-R 500 Betreiben von Arbeitsmitteln (Kapitel 2.6: Betreiben von Wäsche-
reien)
BGV/GUV-V A 1 „Grundsätze der Prävention“
BGV/GUV-V A 4 „Arbeitsmedizinische Vorsorge“
BGR A 1 „Grundsätze der Prävention“
GUV-I 512 „Erste–Hilfe-Material“

Rahmenhygieneplan für Kindereinrichtungen
Stand April 2007
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Wichtige fachliche Standards
Empfehlungen über die Wiederzulassung in Schulen und sonstigen Gemeinschafts-
einrichtungen (Merkblatt)
(www.rki.de).
Aktuelle Liste der vom Robert-Koch-Institut geprüften und anerkannten Desinfekti-
onsmittel und –verfahren
www.rki.de
Aktuelle Desinfektionsmittelliste des Verbundes für Angewandte Hygiene (VAH) =
ehemals Liste der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie (DGHM)
Liste der nach den Richtlinien der Deutschen Veterinärmedizinischen Gesellschaft
(DVG) geprüften und als wirksam befundenen Desinfektionsmittel für den Lebens-
mittelbereich (Handelspräparate), Stand 01.02.1999
Nationale Leitlinien für eine gute Hygienepraxis (Lebensmittelhygiene)
Impfempfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO;
www.rki.de)
Impfempfehlungen des jeweiligen Bundeslandes
Leitfaden für die Innenraumlufthygiene in Schulgebäuden, erarbeitet von der Innen-
raumlufthygiene-Kommission des Umweltbundesamtes, Juni 2000
(www.umweltbundesamt.de
- Rubrik Veröffentlichungen).
VDI 6022 Hygienische Anforderungen an Raumlufttechnische Anlagen
VDI 6023 Hygienebewusste Planung, Ausführung, Betrieb und Instandhaltung von
Trinkwasseranlagen
DVGW W551 Trinkwassererwärmungs- und Leitungsanlagen. Technische Maß-
nahmen zur Verminderung des Legionellenwachstums
DIN 10508 Lebensmittelhygiene – Temperaturen für Lebensmittel
DIN 10514 Lebensmittelhygiene – Hygieneschulung
DIN 10516 Lebensmittelhygiene – Reinigung und Desinfektion
DIN 10523 Lebensmittelhygiene – Schädlingsbekämpfung im Lebensmittelbereich
DIN 18024 Barrierefreies Bauen
DIN ISO 5970 Stühle und Tische für Bildungseinrichtungen; Funktionsmaße
DIN 5034 Tageslicht in Innenräumen
DIN 5035 Innenraumbeleuchtung mit künstlichem Licht
DIN EN 12464-1 Licht und Beleuchtung - Beleuchtung von Arbeitsstätten - Arbeits-
stätten in Innenräumen
DIN 18032 Sporthallen - Hallen und Räume für Sport und Mehrzwecknutzung
DIN 19643 Aufbereitung von Schwimm- und Badebeckenwasser
Landesempfehlungen zu Anforderungen an Kindertageseinrichtungen (z. B. Hygie-
negrundsätze in Kindertagesstätten – Öffentlicher Gesundheitsdienst Mecklenburg-
Vorpommern)