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Rahmen-Hygieneplan
für Entbindungseinrichtungen
(Geburtshäuser/Entbindungsheime)
erarbeitet vom:
Länder-Arbeitskreis
zur Erstellung von Hygieneplänen nach § 36 IfSG
Dr. Axel Hofmann
Landesuntersuchungsanstalt für das Gesundheits- und
Veterinärwesen Sachsen
Dr. Paul Kober
Landesgesundheitsamt Mecklenburg-Vorpommern
Dr. Claudia Kohlstock
Landesamt für Verbraucherschutz Sachsen-Anhalt
Dr. Marika Kubisch
Thüringer Landesamt für Lebensmittelsicherheit und
Verbraucherschutz
Dr. Bernhard Schicht
Landesamt für Verbraucherschutz Sachsen-Anhalt
DM Gudrun Stange
Landesgesundheitsamt Brandenburg
Stand: Juni 2005

 
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1 Einleitung ........................................................................................................................... 3
2 Hygienemanagement.......................................................................................................... 4
3 Basishygiene....................................................................................................................... 4
3.1
Bewertung des Infektionsrisikos................................................................................4
3.2 Hygieneanforderungen an Standort, Gebäude, Räume, Ausstattung.........................6
3.2.1 Standort / Gebäude.............................................................................................6
3.2.2 Raumstruktur...................................................................................................... 6
3.2.3
Ausstattung an Möbeln und technischen Geräten (Beispiele) ........................... 7
3.2.4
Medizinische und technische Ausstattung für die Geburtshilfe (Beispiele) ...... 7
3.2.5 Geburtsraumgestaltung....................................................................................... 7
3.2.6
Entbindungswannen, Badewanne für Neugeborene........................................... 8
3.2.7 Einrichtungsspezifische Anforderungen der Hygiene........................................ 8
3.3 Händehygiene............................................................................................................. 9
3.4
Hautdesinfektion / Schleimhautantiseptik.................................................................. 9
3.5
Hygieneanforderungen an spezielle Behandlungsmaßnahmen................................ 10
3.6
Reinigung und Desinfektion von Flächen und Gegenständen ................................. 11
3.6.1
Einteilung der Risikobereiche .......................................................................... 11
3.6.2
Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen..................................................... 11
3.7
Aufbereitung von Medizinprodukten.......................................................................13
3.8
Wäschehygiene, Schutz- und Dienstkleidung..........................................................14
3.9 Abfallentsorgung...................................................................................................... 15
4
Anforderungen nach der Biostoffverordnung .................................................................. 16
4.1 Gefährdungsbeurteilung........................................................................................... 16
4.2 Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen........................................................ 16
4.3
Impfungen für das Personal...................................................................................... 17
5 Erste Hilfe........................................................................................................................17
6 Anlagen............................................................................................................................18

 
3
1
Einleitung
Geburtshäuser/Entbindungsheime
sind selbstständige außerklinische Einrichtungen der
Primärversorgung von Schwangeren, Gebärenden, Wöchnerinnen und deren Familien. In Ih-
nen wird Geburtshilfe durch ausgebildete Hebammen geleistet. Soll die Aufnahme nur für
eine ambulante Entbindung erfolgen, so spricht man gemeinhin von einem Geburtshaus. Soll
die Aufnahme möglicherweise oder notfalls für mehrere Tage erfolgen, dann spricht man i. d.
R. von einem Entbindungsheim. Im letzteren Fall ist zur Führung des Entbindungsheimes eine
Konzession nach § 30 Gewerbeordnung erforderlich. Die medizinische Leitung obliegt in
beiden Fällen den Hebammen. Sie sind als Betreiber und gleichzeitig als Hebammen tätig.
Im Weiteren wird auf eine Differenzierung zwischen Geburtshaus und Entbindungs-
heim verzichtet und nur der allgemeine Begriff der Entbindungseinrichtung verwendet.
Entbindungseinrichtungen sind rechtlich eigenständig gegenüber andere Einrichtungen im
Gesundheitswesen. Sie sind bei komplikationslosen Geburten als wirtschaftliche Alternative
zum Krankenhaus anzusehen. Es sind jedoch nicht alle Standards vorhanden, die in einer Kli-
nik anzutreffen sind.
Eine umfassende Betreuung der Schwangeren bzw. der werdenden Eltern wird durch eine
bereits in der Schwangerschaft beginnende Vorbereitung, die Geburts- und Wochenbettbe-
gleitung in persönlicher und vertrauensvoller Atmosphäre sowie durch eine ständige Einbe-
ziehung der Eltern in alle Entscheidungsfindungsprozesse ermöglicht. Die Geburt wird dabei
als ein natürlicher Vorgang, im Regelfall ohne Interventionen, unterstützend begleitet. Aller-
dings sind für den Fall auftretender Notfälle Absprachen mit Ärzten und/oder Krankenhäu-
sern, Apothekern und Krankentransporten zu treffen, die für Notfälle einsatzbereit sind.
Nach § 36 Abs. 1 des
Infektionsschutzgesetzes
(IfSG) sind Entbindungseinrichtungen ver-
pflichtet, innerbetriebliche Verfahrensweisen zur Infektionshygiene, speziell für die betref-
fende Einrichtung in einem
Hygieneplan
festzuschreiben. Der vorliegende Rahmen-
Hygieneplan kann als Muster für die Erarbeitung eines auf die speziellen Bedingungen der
Einrichtung abgestimmten Hygieneplans dienen. Zu berücksichtigen sind dabei auch regiona-
le Vorschriften bzw. Landesregelungen.

 
4
2
Hygienemanagement
Die
Leiterin/ der Leiter einer Entbindungseinrichtung
trägt die Verantwortung für die
Sicherung der hygienischen Anforderungen und nimmt seine Verantwortung durch Anleitung
und Kontrolle wahr. Ebenso liegt die Sicherung der personellen, materiell-technischen und
räumlichen Voraussetzungen in der Verantwortlichkeit des Leiters.
Sie/er kann zu ihrer/seiner Unterstützung einen Hygienebeauftragten bzw. ein Hygieneteam
benennen und sich vom zuständigen Gesundheitsamt beraten lassen.
Die Verantwortliche(n) Person(en) sind im Hygieneplan namentlich einschließlich ihrer Er-
reichbarkeit aufzuführen.
Zu den
Aufgaben des Leiters
der Einrichtung im Rahmen der Infektionshygiene gehören
unter anderem:
Erstellung und Aktualisierung eines Hygieneplanes,
Überwachung der Einhaltung der im Hygieneplan festgelegten Maßnahmen,
Durchführung und Dokumentation der jährlichen Hygienebelehrungen für die Mitar-
beiter.
Die externe Überwachung der Einhaltung der Hygienemaßnahmen erfolgt nach § 36 (1) IfSG
durch das zuständige Gesundheitsamt. Die Ergebnisse der Überprüfung werden schriftlich
dokumentiert.
Der Hygieneplan ist jährlich hinsichtlich der Aktualität zu überprüfen und ggf. zu ändern. Er
muss für alle Beschäftigten jederzeit zugänglich und einsehbar sein. Bei der Einweisung der
Mitarbeiter/-innen von Fremdfirmen ist die besondere Spezifik der Einrichtung zu beachten
und in die vertraglichen Vereinbarungen einzuarbeiten.
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Basishygiene
3.1 Bewertung des Infektionsrisikos
Vor der Geburt sollte durch die Hebamme eine umfassende
Risikoaufklärung
(auch zu In-
fektionsrisiken) in schriftlicher Form erfolgen. Jede Abweichung vom normalen Kranken-
hausstandard ist mit der Schwangeren zu besprechen. Auf etwaige Risiken ist hinzuweisen.
Ebenso sind Risiko- bzw.
Ausschlusskriterien
festzulegen, die eine Geburt in einer Entbin-
dungseinrichtung ausschließen oder nur bedingt zulassen. Sollten während der Schwanger-
schaft Probleme auftreten, die ärztliche Hilfe erfordern, ist auch eine ärztliche oder klinische
Behandlung zu empfehlen. Weiterhin ist darauf hinzuweisen, dass jede normale Geburt zu
einem Notfall werden kann. Verfahrensanweisungen und Notfallpläne müssen allen Beschäf-
tigten jederzeit zugänglich und einsehbar sein.
Bei ambulanten Geburten in Entbindungseinrichtungen ist erfahrungsgemäß das
Infektionsri-
siko
im Vergleich zum Kreißsaal im Krankenhaus geringer, aber wiederum höher als bei
Hausentbindungen.

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Das Infektionsrisiko kann in etwa von folgenden Feststellungen abgeleitet werden:
1. Vorhandensein von Erregern der Infektionskrankheiten
(obligat pathogene Keime),
2. Vorhandensein von Erregern der nosokomialen Infektionen
(fakultativ pathogene Keime),
3. Häufigkeit invasiver Eingriffe
(z. B. Übertragungswege pathogener Keime),
4. Abwehr- bzw. Immunlage der Frauen
(individuelle Empfänglichkeit und Abwehrmöglichkeit gegenüber pathogenen Kei-
men).
Danach ergibt sich folgende
Abstufung des Infektionsrisikos
:
Ort der
Infektionsrisiko durch:
Entbindung
obligat
pathogene
Keime
fakultativ
pathogene
Keime
invasive
Eingriffe
reduzierte
Abwehr- oder
Immunlage
Hausentbindung
gering eher nicht im Regelfall
nicht
normales Risiko
im Geburtshaus
gering gering selten normales Risiko
im Kreißsaal
1)
ggf. erhöht
2)
erhöht
3)
häufiger
ggf. höheres
Risiko
4)
Legende:
1)
Die Sectio als Operation im OP-Saal oder als Noteingriff ist hiermit nicht erfasst.
2)
Bekannte Infektionen/Infektionskrankheiten (z. B. Hepatitis B, HIV, Hepatitis C) machen
i.d.R. eine stationären Entbindung erforderlich.
3)
Die Selektion der fakultativ pathogenen Keime ist in dem gesamten Krankenhaus
stärker ausgeprägt als in Entbindungseinrichtungen (z. B. Antibiotikaeinsatz, Einsatz von
Zytostatika)
4)
Risikoschwangerschaften oder z. B. Mehrlinge, Steißlage und Erkrankungen bei
Mutter und Kind machen eine stationäre Entbindung erforderlich.
Vergleicht man den Entbindungsraum mit anderen Funktionsräumen in ambulanten oder sta-
tionären Einrichtungen, so kann eine Zuordnung zu einem Eingriffsraum erfolgen. Dabei
werden die Sectio als Operation und die Unterwassergeburt nicht betrachtet.
Die Hygienemaßnahmen und räumlichen Anforderungen müssen dem Infektionsrisiko ange-
passt werden und diesem entsprechen. Sie können sich im Einzelnen vom Kreißsaal im Kran-
kenhaus unterscheiden.
Unterwassergeburten und auch das Baden des Neugeborenen bedürfen auf Grund der evtl.
wasser-/ installationsgebundenen Keime und der Gefahr z. B. von Nabelschnurinfektionen mit
Pseudomonaden spp. einer speziellen Absicherung (siehe Punkt 3.2.6.).

 
6
3.2
Hygieneanforderungen an Standort, Gebäude, Räume, Ausstattung
Gebäude, Räume und Ausstattungen müssen den baurechtlichen Anforderungen im jeweiligen
Bundesland, den Unfallverhütungsvorschriften, den Bestimmungen der Arbeitsstätten-
verordnung sowie den brandschutztechnischen Vorschriften genügen.
3.2.1 Standort / Gebäude
Folgende Punkte sind bei der Standortwahl besonders zu beachten:
Lärm
(z. B. Vermeidung von Straßenlärm, Industrielärm); mindestens sind die An-
forderungen an ein allgemeines Wohngebiet zu gewährleisten,
lufthygienische Belastung
(z. B. keine Emissionsquellen),
Altlasten.
Ermöglichung von notärztlichen- bzw. rettungsdienstlichen Maßnahmen
, d.h.
Straßenanbindung,
Außenbeleuchtung,
Räume sind von der Straße gut zugänglich ,
Erkennbarkeit (z. B. Schild, Hausnummer),
Türbreite für liegenden Transport auf der Trage,
Transport der Frau auf der Trage bzw. des Kindes im Inkubator durch das Treppen-
haus muss möglich sein (ausreichende Breite).
Die Räume einer Entbindungseinrichtung sind strikt von privat genutzten Bereichen
und Räumen zu trennen.
3.2.2 Raumstruktur
Die Raumstruktur wird von der jeweiligen Aufgabenstellung und funktionellen Anforderun-
gen bestimmt.
Aus hygienischer Sicht sind i. d. R. folgende separate Flächen und Räume erforderlich:
Warte- und Umkleidebereich, Platz für persönliche Wäsche und Gegenstände, wenn
gleichzeitig Vorbereitungs- und Aufenthaltsbereich, möglichst mit breitem Bett,
zugeordnete (oder eingeordnete) Teeküche,
zugeordneter Sanitärraum (Bad),
Raum für Untersuchung und Beratung einschl. Arzneimittellagerung und Sterilgutla-
gerung (Medizinproduktelagerung),
Vorbereitungs- und/oder Entbindungsraum müssen ausreichend groß sein (z. B. 15-
20 m
2
), um genügend Bewegungsraum zu bieten.
ggf. separater Raum für Unterwassergeburt, häufig ist die Entbindungswanne im Ge-
burtsraum integriert,
Lagerraum/ Geräteraum,
Personalaufenthalts-, -umkleideraum und Personaltoilette,
Entsorgungsraum, Raum für Reinigungsgeräte und -material,
Gruppenraum, wenn Kurse abgehalten werden,
ggf. Aufbereitungsraum für Instrumente.

 
7
3.2.3 Ausstattung an Möbeln und technischen Geräten (Beispiele)
Bett, Gebärhocker,
Wickeltisch/ Reanimationsplatz für das Neugeborene,
Matte, Gymnastikball,
Schrank oder Schieberegal zur staubfreien Aufbewahrung von Wäsche und Bedarfs-
gegenständen für Mutter und Kind,
Schrank zur Unterbringung von Medizinprodukten,
Garderobe, Schreibtisch, Stühle,
Telefon, Anrufbeantworter,
abschließbare Fächer bzw. Raum für Kartei, Dokumente, Personalakten und ggf.
Medikamente,
Medikamentenkühlschrank, ggf. mit Eisfach (Thermometer zur Temperaturkontrol-
le), alternativ separate Medikamentenbox im Kühlschrank,
Vorrichtungen zur Abfall und Müllentsorgung, Tiefkühltruhe oder –fach (-18°C) für
gelagerte Plazenten bis zur Entsorgung.
3.2.4 Medizinische und technische Ausstattung für die Geburtshilfe (Beispiele)
Geburtsbesteck,
Geräte zur Vitalzeichenkontrolle (Blutdruckgerät, Stethoskop, Fieberthermometer,
Kinderstethoskop),
Stethoskop nach Pinard oder Dopton oder CTG, einschließlich Zubehör,
Personenwaage, Babywaage, Maßband,
Stauschlauch, Mundkeil,
Kleines Labor (Urinkontrolle),
Wärmelampe,
Nahtbesteck,
Spekula,
Ausstattung zur Notfallversorgung von Mutter und Kind, insbes. Absaugvorrichtung,
Ambu-Beutel mit Masken für Neugeborene und Erwachsene, Sauerstoffflasche, In-
fusionsvorrichtung und –lösung,
Geburtshilfetasche für nicht geplante Hausgeburt,
Verbrauchsmaterial für eine Geburt/ Naht (Absauger, Nabelklemmen, Blasenkathe-
ter, Klysma, Medikamente, Spritzen, Kanülen, Braunülen (Flexülen), sterile und un-
sterile Handschuhe, sterile Tücher, Tupfer, etc.).
3.2.5 Geburtsraumgestaltung
Der Zielstellung einer wohnlichen Atmosphäre kann entsprochen werden, indem Oberflächen,
Bezugsstoffe bzw. Materialien ausgewählt werden, die sowohl gewöhnliche textile und wohn-
liche Optik vermitteln, als auch gereinigt, gewaschen und desinfiziert werden können. Das
betrifft die gesamte Ausstattung: Fußboden, Holzmöbel, alle Sitzgelegenheiten, Bezüge, Vor-
hänge, Gardinen, Plüschtiere, Trennwände, Himmel für Neugeborenenbett, alle Gebärhilfen,
Geburtshocker, Geburtsbett.
Brennende Kerzen sind im Entbindungsraum wegen der Rußpartikel ein hygienisches Prob-
lem, ansonsten vom Brandschutz her generell ungeeignet.
Trockenblumen (Staubfänger, Pilzsporenquelle), Topfpflanzen auf Basis von Gartenerde (ve-
getative Keime, Sporen, Staubfänger) und Hydrokulturen (kontaminiertes Wasser, Staubfän-
ger) sind im Entbindungsraum ungeeignet.

 
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3.2.6 Entbindungswannen, Badewanne für Neugeborene
Die Entbindungswanne soll mindestens von drei Seiten zugänglich und ohne Treppe
(z.B. Tür) betreten und verlassen werden können.
Die Wassereinläufe sind im Beinbereich anzubringen. Überläufe sind ebenso wie
Luftdüsen nicht zulässig.
Auf einen Befüllschlauch sollte verzichtet werden (Festinstallation mit ausreichender
Zuflussmenge).
Bei Durchführung der Geburt in der Wanne sollte ein endständiger Bakterienfilter
am Einlauf verwendet werden. Das trifft auch für die Neugeborenen-Badewanne zu.
Die Nutzungsdauer (Herstellerangaben) der Bakterienfilter ist einzuhalten.
Wird die Entbindungswanne ausschließlich zur Entspannung genutzt, ist ein Bakteri-
enfilter am Einlauf nicht erforderlich.
Eine mehrere Tage nicht benutzte Entbindungswanne sollte erst dann in Betrieb ge-
nommen werden, wenn das Wasser (Spülen der Zuflussleitung) mindestens 5 min.
abgelaufen ist. Danach erst ist der Bakterienfilter anzubringen.
Die mikrobiologische Wasserqualität ist bei fehlendem Bakterienfilter am Einlauf
zur Entbindungswanne vor Inbetriebnahme sowie vierteljährlich entsprechend
Trinkwasserverordnung und Badewasserqualität nach DIN 19643 zu überprüfen
(KBE, E. coli, Pseudomonas aeruginosa, Legionellen). Die Befunde der hygienisch-
mikrobiologischen Überprüfung des Wannenwassers sind zu dokumentieren und
aufzubewahren.
Die Warmwasserzuleitung muss an eine Zirkulationsleitung angeschlossen sein.
(Toträume sind zu vermeiden)
In der Wanne darf sich nur die Kreißende aufhalten.
Nach der Geburt ist eine gründliche Reinigung und eine sichere Flächenwischdesin-
fektion mit einem Mittel der VAH- (Verbund für Angewandte Hygiene) / DGHM-
Liste (Deutsche Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie) in viruswirksamer
Konzentration (Herstellerangaben beachten) erforderlich. Die jeweilige Einwirkzeit
(EWZ) ist einzuhalten.
3.2.7 Einrichtungsspezifische Anforderungen der Hygiene
Einrichtungsgegenstände aus Holz müssen eine Versiegelung besitzen, die eine Des-
infektionsmittel-Beständigkeit aufweist (z.B. Fußböden, Bett, Sitzmöbel).
Saugfähige Sitz-, Liege- und Lagerungsunterlagen müssen mit wasserabweisenden
Bezügen umgeben oder abgedeckt sein (alleiniger textiler Bezug nicht ausreichend).
Es muss ausreichend kochbare Wäsche für die Geburtshilfe vorhanden sein.
Textile Fußbodenbeläge sind im Entbindungsraum nicht geeignet (nasswischbarer,
fugenarmer und flüssigkeitsdichter Fußboden).
Bälle und Unterlagen im Gymnastikraum müssen eine geschlossene Oberfläche ha-
ben und wisch- und desinfizierbar sein.
Korbmöbel sind ungeeignet.
Zu bevorzugen ist eine abwaschbare Matratze des Geburtsbettes oder ggf. ein wisch-
desinfizierbarer Bezug.
Die Wände im Entbindungsraum müssen im Bedarfsfall abwasch- und desinfizierbar
sein.
Im Sanitärraum muss mindestens im Kontaktbereich des Handwaschbeckens, der
Dusche, des WC`s und der Badewanne die Wand wischbar sein. Wände sollen min-
destens bis 1,80 m Höhe abwischbar sein. Fliesen können, aber müssen nicht sein.
Ist ein Duschschlauch vorhanden, so sollte dieser so angebracht werden, dass das
Restwasser auslaufen kann.

 
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Händedesinfektionsmittelspender sollten in folgenden Räumen angebracht sein:
Sanitärraum (Bad), Geburtszimmer, ggf. Unterwassergeburt-Raum
3.3 Händehygiene
Die Übertragung von Infektionserregern erfolgt hauptsächlich über die Hände.
Die Händehygiene gehört zu den wichtigsten Maßnahmen der Infektionsverhütung und
der Bekämpfung von Infektionen.
Die Anforderungen
an das Händewaschen
an die Händepflege
an das Tragen von Schutzhandschuhen
an die hygienische Händedesinfektion
an die Ausstattung der Handwaschplätze
sind im Hygieneplan auf der Grundlage der aktuellen Empfehlungen “Händehygiene”, he-
rausgegeben vom Robert Koch-Institut, zu erstellen.
Zur
Ausstattung der Handwaschplätze
sind auch die Anforderungen der Berufsgenossen-
schaften, der Arbeitsstättenrichtlinie und ggf. vorhandene Hygienevorschriften der Länder zu
berücksichtigen.
Schutz vor Kontamination
Nicht-Kontamination der Hände ist sicherer als jede nachträgliche Maßnahmen zur Eliminie-
rung von Kontaminationen. Dies kann durch Non-touch-Techniken und durch Tragen von
Handschuhen erfolgen.
3.4 Hautdesinfektion / Schleimhautantiseptik
Die Hautdesinfektion/Schleimhautantiseptik
soll eine Reduktion insbesondere der Stand-
ortflora (residente Flora) als auch eine Abtötung/Beseitigung der Anflugkeime (transiente
Flora) bewirken.
Sie ist erforderlich vor allen medizinischen Eingriffen, bei denen Barrieren verletzt werden,
z.B.:
Punktionen
Injektionen
Legen von Harnwegskathetern
Hinweise zur Hautdesinfektion/Schleimhautantiseptik enthält die aktuelle Desinfektionsmit-
telliste des Verbundes für Angewandte Hygiene (VAH) und der Deutschen Gesellschaft für
Hygiene und Mikrobiologie (DGHM).
Die
Durchführung
hat in Abhängigkeit von der Art der vorzunehmenden invasiven Maß-
nahme differenziert zu erfolgen.

 
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Dabei ist wie folgt zu verfahren:
Vor Kapillarblutentnahmen, subkutanen und intrakutanen Injektionen, intravenösen
Punktionen zur Blutentnahme und Injektionen:
Hygienische Händedesinfektion, auch vor dem Anziehen von Schutzhandschuhen.
Hautdesinfektionsmittel (DM) auf Punktionsstelle aufsprühen und mit sterilisiertem
Tupfer in einer Richtung abreiben.
Einwirkzeit (EWZ) kann 15 sec bis zu 1 Minute betragen (Herstellerangaben beach-
ten).
Einstichstelle muss trocken sein, ggf. gesonderten Tupfer nach Ende der EWZ ein-
setzen.
Nach Blutentnahme Einstichstelle mit einem Tupfer und/oder einem Pflaster abde-
cken.
Vor intramuskulären Injektionen und Legen peripherer Venenkatheter:
Wie o.g., nur wird die Hautdesinfektion 2 x hintereinander mit der entsprechenden
Einwirkzeit (z.B. jeweils 1 Minute) vorgenommen (der 1. Vorgang gilt als Reini-
gung).
Anforderung an das Desinfektionsmittel und Tupfer:
Die Präparate müssen eine Zulassung gemäß dem Arzneimittelgesetz besitzen .
Üblich sind Präparate mit einem Alkoholanteil von > 65 Vol.-% (VAH/DGHM-
gelistet).
Das Präparat muss sporenfrei sein, beim Umgang muss die Sporenfreiheit garantiert
werden (kein Umfüllen aus Großgebinden).
Es sind sterilisierte Tupfer einzusetzen.
3.5 Hygieneanforderungen an spezielle Behandlungsmaßnahmen
Injektionen/Punktionen
Erarbeitung entsprechender Festlegungen im Hygieneplan auf der Grundlage der RKI-
Empfehlungen:
“Anforderungen der Krankenhaushygiene bei Injektionen und Punktionen”,
“Hygieneanforderungen für Injektionen”
(siehe Anlage 1)
Harnwegskatheter
Erarbeitung entsprechender Festlegungen im Hygieneplan auf der Grundlage der RKI-
Empfehlungen:
“Prävention und Kontrolle Katheter-assoziierter Harnwegsinfektionen”
(siehe Anlage 1)

 
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3.6 Reinigung und Desinfektion von Flächen und Gegenständen
Für die Festlegungen im einrichtungsinternen Hygieneplan sind die aktuellen Empfehlungen
der Richtlinie für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention des Robert Koch-Institutes
“Anforderungen an die Hygiene bei der Reinigung und Desinfektion von Flächen”
zu
berücksichtigen (siehe Anlage 1).
3.6.1 Einteilung der Risikobereiche
Die Einteilung der Risikobereiche kann vorgenommen werden in:
Bereiche ohne Infektionsrisiko
a)
, (z.B. Flure, Büros)
Bereiche mit möglichem
Infektionsrisiko, (z.B. Entbindungsraum).
Die Tabelle zeigt die Einteilung der Risikobereiche zur Festlegung von Reinigungs- und Des-
infektionsmaßnahmen:
a)
in Bezug auf das allgemeine Risiko in der Bevölkerung
3.6.2 Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen
Bei der Entscheidung, ob routinemäßig eine Reinigung oder eine Flächendesinfektion durch-
geführt werden soll, müssen die Praktikabilität und sichere Durchführbarkeit geprüft werden.
Voraussetzung für eine vorschriftsmäßige Reinigung aller relevanten Flächen und Gegenstän-
de ist die Ordnung in der Einrichtung und die Beachtung des Reinigungs- und Desinfektions-
planes (siehe Anlage 2).
Folgende Grundsätze sind bei Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen zu berück-
sichtigen:
Bei Reinigungs- und Desinfektionsarbeiten ist geeignete Schutzkleidung (Handschu-
he, Schürze/Kittel) zu tragen.
Geräte und Mittel zur Reinigung und Desinfektion sind vor dem Zugriff Unbefugter
gesichert in einem gesonderten Raum aufzubewahren.
Es ist nass zu reinigen (Ausnahme: textile Beläge).
Bei den angewendeten Reinigungsmethoden ist eine Schmutzverschleppung zu ver-
hindern (z.B. Zwei-Eimer-Methode, Bezugwechselverfahren bzw. Nutzung indus-
trieller Reinigungsgeräte).
Bereiche ohne Infek-
tionsrisiko
a)
Bereiche mit möglichem Infek-
tionsrisiko
Flächen mit häufigem Hand-
und Hautkontakt
Reinigung
Desinfektion (Kat. II)
Fußböden Reinigung
Reinigung
Sonstige Flächen
Reinigung
Reinigung

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Ein Wischlappen ist nicht ein zweites Mal in die Reinigungslösung einzutauchen; bei
der Desinfektion ist das Wiedereintauchen zu minimieren.
Während der Einwirkzeit der Desinfektionsmittel-Lösungen dürfen die Flächen nicht
trocken- oder nachgewischt werden.
Nach erfolgter Desinfektion ist zu lüften.
Für die Pflege textiler Beläge sollten Geräte mit Mikro- oder Absolutfiltern verwen-
det werden, Teppichböden sind täglich abzusaugen und mind. 2 x jährlich (nach Her-
stellerangaben) ist eine Feuchtreinigung (Sprüh-Extraktionsmethode) vorzunehmen.
Die textilen Bezüge von Gebärbett und Gebärhocker müssen bei 90°C (oder chemo-
thermisch in einer Wäscherei) gewaschen werden.
Alle wiederverwendbaren Reinigungsutensilien (Wischmopp, Wischlappen ...) sind
nach Gebrauch aufzubereiten und bis zur erneuten Verwendung trocken zu lagern
(vorzugsweise Waschen bei mindestens 60°C).
Der Reinigungsrhythmus muss sich an der speziellen Nutzungsart und –intensität o-
rientieren, stark frequentierte Flächen (einschließlich Waschbecken, Toilettensitze u.
ä.) sind täglich, übrige Flächen sind mindestens wöchentlich zu reinigen.
Bei sichtbarer Verschmutzung ist sofort zu reinigen.
Zweimal pro Jahr ist eine Grundreinigung unter Einbeziehung von z.B. Lampen,
Fenstern, Heizkörpern, Türen, Teppichböden, Vorhängen, Jalousien, Rohrleitungen
und Verkleidungen durchzuführen.
Eine sofortige gezielte Desinfektion von Flächen und Gegenständen ist notwendig
bei sichtbarer Verunreinigung durch Körpersekrete und -ausscheidungen (z. B. Er-
brochenes, Stuhl, Urin, Blut). Dabei ist nach Entfernung der groben Verunreinigun-
gen mit Zellstoff o. ä. eine Wischdesinfektion durchzuführen.
Beim Auftreten übertragbarer Krankheiten sind Desinfektionsmaßnahmen als
Schutzmaßnahmen gegen eine Weiterverbreitung der Infektionserreger durchzufüh-
ren, z.B. Konzentration des 1h-Wertes der VAH/DGHM Liste eines in der RKI-Liste
aufgeführten Mittels.

 
13
3.7 Aufbereitung von Medizinprodukten
Die Aufbereitung aller medizinisch genutzten Instrumente, Geräte und Pflegeutensilien
muss so erfolgen, dass eine Weiterverbreitung bzw. Übertragung von Krankheitserre-
gern grundsätzlich ausgeschlossen ist.
Bei allen benutzten Instrumenten u.ä. ist davon auszugehen, dass sie mit krankheits-
erregenden Keimen kontaminiert sein können.
Das gebrauchte Instrumentarium ist in geeigneten Transportbehältnissen zur Wieder-
aufbereitung zu transportieren.
Instrumentenaufbereitung und Sterilisation sind nur von sachkundigem Personal aus-
zuführen.
Benutzte Instrumente sind in der Reihenfolge Reinigen, Desinfizieren (in zerlegter
Form), Spülen, Trocknen, Pflegen, Prüfen der Funktionsfähigkeit und ggf. Sterilisie-
ren wieder aufzubereiten.
Eine maschinelle thermische Reinigung/Desinfektion ist zu bevorzugen.
Einmalinstrumente sind nicht wieder aufzubereiten.
Für die Aufbereitung von Medizinprodukten gelten das Medizinproduktegesetz
(MPG), die Medizinprodukte-Betreiberverordnung (MPBetreibV) und die vom RKI
erstellten “Anforderungen der Hygiene bei der Aufbereitung von Medizinproduk-
ten”. Danach sind die maschinelle Reinigung, Desinfektion und Sterilisation mit ge-
eigneten validierten Verfahren durchzuführen, so dass Sicherheit und Gesundheit
von Patienten, Anwendern oder Dritten nicht gefährdet werden.
Bei Auslagerung der Aufarbeitung in eine Fremdfirma ist die Einhaltung der gefor-
derten Grundsätze zu prüfen.
Bei der Sterilisation sind Verpackungen entsprechend dem angewandten Verfahren
zu verwenden. Eine Setverpackung (anwendungsgerechte Sets) ist zu bevorzugen.
Die Durchführung der Sterilisation ist zu dokumentieren und das Sterilgut mit dem
Sterilisationsdatum zu versehen.
Lagerfristen
für aus der Lagerverpackung entnommenes Sterilgut nach DIN 58953, Teil 8
Lagerung Lagerung
Verpackung von selbst hergestelltem Steril-
gut*
von industriell hergestelltem
Sterilgut
ungeschützt geschützt** ungeschützt geschützt**
Einfachverpackung
od.
Zweifachverpackung
alsbaldiger
Verbrauch (48h)
6 Monate
alsbaldiger
Verbrauch (48 h)
6 Monate
*
DIN-gerechte Sterilisierverpackung
** in Schränken oder Schubladen
Für Sterilgutcontainer gilt die DIN 58953 Teil 9. Die Lagerfrist beträgt 6 Monate.
Die Entnahme des Sterilgutes hat unter aseptischen Bedingungen unmittelbar vor dem
Gebrauch zu erfolgen. Zur Entnahme ist ggf. eine sterilisierte Pinzette zu verwenden.

 
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3.8 Wäschehygiene, Schutz- und Dienstkleidung
Grundlage für diese Ausführungen bildet die Anlage zu den Ziffern 4.4.3 und 6.4 der “Richt-
linie Krankenhaushygiene und Infektionsprävention” des Robert Koch-Institutes “ Anforde-
rungen der Hygiene an die Wäsche aus Einrichtungen des Gesundheitsdienstes, die Wäscherei
und den Waschvorgang und Bedingungen für die Vergabe von Wäsche an gewerbliche Wä-
schereien”.
Die Wäsche ist so zu behandeln, dass sie frei von Mikroorganismen ist, die Infektionen
auslösen können.
Das gilt insbesondere für Leibwäsche, Bettwäsche, Handtücher, Seiflappen
u. ä.. Die Behandlung hat mit einem RKI-gelisteten desinfizierenden Waschverfahren, mit
einem VAH/DGHM-gelisteten Wäschedesinfektionsmittel bzw. -verfahren oder einem nach
spezieller Eignungsprüfung durch einen Arzt für Hygiene anerkanntem Verfahren zu erfolgen.
Für Oberbekleidung ist im Allgemeinen kein solches Verfahren notwendig.
Das Einsammeln und der Transport gebrauchter Wäsche soll in reißfesten, ausrei-
chend keimdichten, ggf. feuchtigkeitsdichten Textil- oder Foliensäcken bzw. Wä-
schebehältern erfolgen.
Für mit Stuhl, Urin oder Blut verunreinigte oder sonst kontaminierte Wäsche gilt:
kein nachträgliches Sortieren,
Sammeln und Transportieren in keimdichten, reißfes-
ten, feuchtigkeitsdichten Säcken.
Strikte Trennung zwischen Schmutzwäsche und sauberer Wäsche bei der Lagerung
und beim Transport.
Mindestens 1-2 x pro Woche Schmutzwäscheabtransport.
Die Häufigkeit des Wäschewechsels ist vom Verschmutzungsgrad abhängig. Grund-
sätzlich ist verunreinigte Wäsche sofort zu wechseln.
Die textilen Bezüge von Bett und Gebärhocker müssen bei 90°C (oder chemother-
misch in einer Wäscherei) waschbar sein.
Schutz- und Dienstkleidung
Bei Tätigkeiten mit der Gefahr der Kontamination mit Körperflüssigkeiten und Aus-
scheidungen sowie bei Unterwassergeburten ist Schutzkleidung zu tragen (Kittel
bzw. Schürze, Schutzhandschuhe ggf. schulterlang bei Unterwassergeburten, ggf.
Schutzbrille und Mund-Nasen-Schutz).
Schutzkleidung ist nach Abschluss einer Entbindung bzw. bei Verunreinigung zu
wechseln.
Die Schutz- und kontaminierte Dienstkleidung ist mit einem desinfizierenden
Waschverfahren zu reinigen/desinfizieren.

 
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3.9 Abfallentsorgung
Erarbeitung entsprechender Festlegungen im Hygieneplan auf der Grundlage der:
“Anforderungen der Hygiene an die Abfallentsorgung” (Anlage zu Ziffer 6.8 der
Richtlinie für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention des RKI) und
“Richtlinie über die ordnungsgemäße Entsorgung von Abfällen aus Einrichtungen
des Gesundheitsdienstes” der Länderarbeitsgemeinschaft Abfall (LAGA).
Folgende
Grundsätze
sind zu berücksichtigen:
Die Abfallverordnungen der Länder und Satzungen der Kommunen sind einzuhalten.
Maßnahmen der Abfallvermeidung sind festzulegen.
Die Abfälle sollten in gut schließenden Behältnissen gesammelt in zentrale Abfall-
sammelbehälter entsorgt werden.
Die Abfallentsorgung ist so zu betreiben, dass Belästigungen, insbesondere durch
Gerüche, Insekten und Nagetiere, vermieden werden.
Die Zuständigkeit für die Abfallentsorgung aus den Räumen muss klar geregelt sein.
Die
Einteilung der Abfallarten
erfolgt entsprechend der o. g. Richtlinien in:
AS 200301 bzw. 1501xx
(früher Gruppe A)Hausmüll und hausmüllähnlicher Abfall;
Sammlung und Transport in Mehrweg- oder Einwegbehältnissen; Beseitigung mit
dem Hausmüll; Recycling möglich.
AS 180101
(früher Gruppe B) spitze und scharfe Gegenstände sog. "sharps” (z.B.
Skalpelle, Kanülen von Spritzen und Infusionssystemen) sind in stich- und bruchfes-
ten Einwegbehältnissen ohne Sortieren, Umfüllen oder Vorbehandeln mit zugriffsi-
cherer Zwischenlagerung zu sammeln.
AS 180104
mit Blut, Sekreten, Körperausscheidungen verunreinigter Abfall (z.B.
benutzte Medizinprodukte) sind getrennt, in Einwegbehältnissen zu sammeln, kein
Sortieren; kein Umschütten; zugriffsichere Zwischenlagerung.
AS 180102
(früher Gruppe E) Körperteile, Organabfälle, gefüllte Behältnisse mit
Blut und Blutprodukten sind am Ort der Entstehung gesondert zu sammeln. Kein
Sortieren oder Umschütten; begrenzte Lagerung in sorgfältig verschlossenen Ein-
wegbehältnissen (zur Verbrennung geeignet).
Jede Plazenta ist als Organ/Körperteil zu entsorgen, z. B. über das Krankenhaus; d.h.:
Abfalltüte, Tiefkühltruhe oder -fach. Sonderabfallverbrennung
Anforderungen an
Einwegbehältnisse
: undurchsichtig, verschließbar, transportfest,
feuchtigkeitsbeständig, keimundurchlässig.
Bei Chemikalien, Arzneimitteln, radioaktiven Stoffen sind besondere Vorschriften
der Entsorgung zu beachten. Sie unterliegen der Sonderentsorgung als besonders ü-
berwachungsbedürftiger Abfall mit Entsorgungsnachweis.
Abwasser
aus Geburtshäusern entspricht in seiner mikrobiologischen Belastung dem
häuslichen Abwasser. Es ist daher keine Desinfektion bei Einleitung in eine Kläran-
lage notwendig.

 
16
4
Anforderungen nach der Biostoffverordnung
4.1 Gefährdungsbeurteilung
In Einrichtungen im Sinne dieses Rahmenhygieneplanes können durch die berufliche Tätig-
keit biologische Arbeitsstoffe (Mikroorganismen wie Viren, Bakterien, Pilze) freigesetzt und
der Beschäftigte über Blut u. a. Körpersekrete und –flüssigkeiten mit diesen direkt in Kontakt
kommen. Gemäß § 5 Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) ist der Arbeitgeber verpflichtet, durch
eine Beurteilung der arbeitsplatzbedingten Gefährdungen die notwendigen Schutzmaßnahmen
zu ermitteln. Diese allgemein gültige Vorschrift wird für Tätigkeiten mit biologischen Ar-
beitsstoffen in der Biostoffverordnung (BioStoffV) und in der Technischen Regel für Biologi-
sche Arbeitsstoffe (TRBA) 400 "Handlungsanleitung zur Gefährdungsbeurteilung bei Tätig-
keiten mit biologischen Arbeitsstoffen" konkretisiert. Auch in Einrichtungen und Praxen mit
weniger als 10 Beschäftigten muss die Gefährdungsbeurteilung dokumentiert werden.
In Einrichtungen der Geburtshilfe werden nicht gezielte Tätigkeiten mit Mikroorganismen der
RG 2 und/oder 3 durchgeführt, die von der Gefährdung vergleichbar sind mit Tätigkeiten in
medizinischen Einrichtungen, in denen z. B. operative Eingriffe vorgenommen werden. Eine
Schutzstufenzuordnung einzelner Tätigkeiten oder Tätigkeitsbereiche erfolgt entsprechend
Art, Ausmaß und Dauer der Exposition gegenüber den biologischen Arbeitsstoffen und der
sich daraus ergebenden Infektionsgefährdung. Tätigkeiten mit Kontakt zu Körperflüssigkei-
ten, -ausscheidungen oder –geweben werden in der Regel der Schutzstufe 2 zugeordnet (Tä-
tigkeiten mit erhöhter Verletzungsgefahr, Verspritzen und Aerosolbildung z. B. invasive Ein-
griffe und Untersuchungen, Geburtshilfe, einschließlich Reinigung, Desinfektion, Entsorgung
kontaminierter Instrumente und Geräte). Eine Einzelfallprüfung ist notwendig. Zu den
Schutzmaßnahmen siehe TRBA 250 „Biologische Arbeitsstoffe im Gesundheitsdienst und in
der Wohlfahrtspflege“.
4.2 Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen
Bei Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen hat der Arbeitgeber für eine angemessene
arbeitsmedizinische Vorsorge zu sorgen. Nach § 15a Abs. 1 BioStoffV hat er bei Tätigkeiten
mit impfpräventablen oder chronisch schädigenden Mikroorganismen eine spezielle arbeits-
medizinische Vorsorgeunteruntersuchung
zu veranlassen und durchführen zu lassen
(Pflichtuntersuchung)
. Hierunter fallen entsprechend Anhang IV BioStoffV auch nicht ge-
zielte Tätigkeiten mit Hepatitis B- und C-Viren in Einrichtungen zur medizinischen Untersu-
chung, Behandlung und Pflege von Menschen, bei denen regelmäßiger Kontakt mit Körper-
flüssigkeiten, -ausscheidungen oder –geweben bestehen kann. Das trifft für Einrichtungen zur
Geburtshilfe zu.
Mit der Durchführung der speziellen arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen ist ein
Facharzt für Arbeitsmedizin oder ein Arzt mit der Zusatzbezeichnung „Betriebsmedizin“ zu
beauftragen, vorrangig der Betriebsarzt (§ 15 Abs. 3 BioStoffV).

 
17
4.3 Impfungen für das Personal
Werden Tätigkeiten mit impfpräventablen Mikroorganismen entsprechend Anhang IV Bi-
oStoffV durchgeführt und liegt nach § 15a Abs. 2 BioStoffV kein ausreichender Impfschutz
gegenüber diesen Mikroorganismen vor, ist dem Beschäftigten im Rahmen der Pflichtunter-
suchung eine Impfung
anzubieten
. Die Kosten sind vom Arbeitgeber zu tragen. Darüber hi-
nausgehende Impfangebote sind nicht erforderlich.
Unter den zuvor genannten Bedingungen soll bei den Beschäftigten in Einrichtungen der Ge-
burtshilfe ein
Impfschutz gegen Hepatitis B-Viren
vorliegen.
Zusätzlich zu der vom Arbeitgeber anzubietenden Impfung sollte im Interesse des öffentli-
chen Gesundheitsschutzes entsprechend der Impfempfehlungen der Ständigen Impfkommissi-
on (STIKO) auch ein Schutz gegen Tetanus, Diphtherie, Poliomyelitis, Pertussis, Masern,
Mumps, Röteln und Varizellen gegeben sein.
5
Erste Hilfe
Durch den Leiter/in der Einrichtung ist zu veranlassen, dass das Personal mindestens
jährlich entsprechend Unfallverhütungsvorschrift BGV/GUV-V A1 „Grundsätze der
Prävention“ zu Gefahren und Maßnahmen zum Schutz einschließlich der Ersten Hilfe
unterwiesen wird.
Geeignetes Erste-Hilfe-Material enthält gemäß GUV-I 512:
Großer Verbandkasten nach DIN 13169 “Verbandkasten E”
Kleiner Verbandkasten nach DIN 13157 “Verbandkasten C”

 
18
6
Anlagen
Anlage 1 Wichtige rechtliche Grundlagen und fachliche Empfehlung (Stand Juni 2005)
Gesetz zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten beim Menschen
(Infektionsschutzgesetz - IfSG) vom 20. Juli 2000 (BGBl. I S. 1045), zuletzt geän-
dert durch Artikel 12 des Gesetzes vom 24. Dezember 2003 (BGBl. I S. 2954)
Richtlinie des RKI für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention incl. Anlagen
Leitlinien für Geburtshäuser: Bund Deutscher Hebammen e. V., Bund freiberuflicher
Hebammen Deutschlands e. V., Netzwerk zur Förderung der Idee der Geburtshäuser
in Europa e. V., 1998, MedCom international, Bonn, 1-10
Leitfaden zum Aufbau eines Qualitätsmanagementsystems für Geburtshäuser: Netz-
werk der Geburtshäuser in Deutschland e. V. (Friedrichplatz 9, 35037 Marburg)
Leitlinie: Hygienisches Management bei Wasserentbindungen, Mitteilungen der
DGKH, Hyg Med 27. Jahrgang 2002 – 7/8
Verordnung zur Novellierung der Trinkwasserverordnung vom 21. Mai 2001 (BGBl.
I S. 959), geändert durch Artikel 263 der Verordnung vom 15. November 2003
(BGBl. I S. 2304)
DIN 19643 Aufbereitung von Schwimm- und Badebeckenwasser
DVGW W 551 Trinkwassererwärmungs- und Leitungsanlagen. Technische Maßnahmen
zur Verminderung des Legionellenwachstums
Aktuelle Liste der vom Robert Koch-Institut geprüften und anerkannten Desinfekti-
onsmittel und –verfahren
www.rki.de/GESUND/HYGIENE/HYGIENE.HTM
Aktuelle Desinfektionsmittelliste der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mik-
robiologie (DGHM), (zukünftig VAH-Liste)
“Händehygiene” Bundesgesundheitsbl-Gesundheitsforsch-Gesundheitsschutz 43
(2000): 230-233
www.rki.de/GESUND/HYGIENE/HYGIENE.HTM
“Anforderungen der Krankenhaushygiene bei Injektionen und Punktionen” Anlage
zu Ziffer 5.1 der Richtlinie für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention; Bun-
desgesundheitsbl 28 (1985): 186-187
AWMF-Leitlinie “Hygieneanforderungen für Injektionen” in Krankenhaushygie-
ne/Hospital Hygiene, mph-Verlag, Wiesbaden, 2. Auflage 1998: 58-60
www.uni-
duesseldorf.de/WWW/AWMF
“Prävention und Kontrolle Katheter-assoziierter Harnwegsinfektionen” Bundesge-
sundheitsbl-Gesundheitsforsch-Gesundheitsschutz 42 (1999): 806–808
www.rki.de/GESUND/HYGIENE/HYGIENE.HTM
“Anforderungen an die Hygiene bei der Reinigung und Desinfektion von Flächen”
Bundesgesundheitsbl 47 (2004): 51-61
www.rki.de/GESUND/HYGIENE/HYGIENE.HTM
“Anforderungen an die Hygiene bei der Aufbereitung von Medizinprodukten” Bun-
desgesundheitsbl-Gesundheitsforsch-Gesundheitsschutz 44 (2001): 1115-1126
www.rki.de/GESUND/HYGIENE/HYGIENE.HTM
Gesetz über Medizinprodukte (Medizinproduktegesetz – MPG) in der aktuellen Fas-
sung der Bekanntmachung vom 7. August 2002 (BGBl. I S. 3146), zuletzt geändert
am 25. November 2003 (BGBl. I S. 2304)

19
Verordnung über das Errichten, Betreiben und Anwenden von Medizinprodukten
(Medizinprodukte-Betreiberverordnung – MP-BetreibV) in der aktuellen Fassung
vom 21.8.2002 (BGBl .I S. 3396)
“Anforderungen der Hygiene an die Wäsche aus Einrichtungen des Gesundheits-
dienstes, die Wäscherei und den Waschvorgang und Bedingungen für die Vergabe
von Wäsche an gewerbliche Wäschereien” Anlage zu Ziffern 4.4.3 und 6.4 der
Richtlinie für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention. Bundesgesundheitsbl.
7 (1995)
“Anforderungen der Hygiene an die Abfallentsorgung” Anlage zu Ziffer 6.8 der
Richtlinie für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention; Bundesgesundheitsbl.
10 (1994)
“Richtlinie über die ordnungsgemäße Entsorgung von Abfällen aus Einrichtungen
des Gesundheitsdienstes” vom Januar 2002 der LAGA
www.rki.de/GESUND/HYGIENE/HYGIENE.HTM
Unfallverhütungsvorschrift "Erste-Hilfe-Material" (GUV-I 512)
Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) vom 07. August 1996 (BGBl. I S. 1246), geändert
durch Artikel 11 Nr. 20 des Gesetzes vom 30. Juli 2004 (BGBl. I S. 1950)
Verordnung über Arbeitsstätten (Arbeitsstättenverordnung - ArbStättV) vom 20.
März 1975, zuletzt geändert am 12. August 2004 (BGBl. I S. 2179)
Verordnung über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei Tätigkeiten mit biologischen
Arbeitsstoffen (Biostoffverordnung – BioStoffV) vom 27. Januar 1999 (BGBl. I S.
50-60), zuletzt geändert am 23. Dezember 2004 (BGBl. I S. 3758)
Technische Regel für Biologische Arbeitsstoffe (TRBA 250): Biologische Arbeits-
stoffe im Gesundheitswesen und der Wohlfahrtspflege-Ausgabe: Oktober 2003.
www.baua.de/prax/abas/trba
TRBA 400: Handlungsanleitung zur Gefährdungsbeurteilung bei Tätigkeiten mit biolo-
gischen Arbeitsstoffen.
www.baua.de/prax/abas/trba
Aktuelle Impfempfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO);
www.rki.de/GESUND/IMPFEN/STIKO/STIKO.HTM
“Hygienische Untersuchungen in Krankenhäusern und anderen medizinischen Ein-
richtungen” Anlage zu Ziffer 5.6 der Richtlinie für Krankenhaushygiene und Infekti-
onsprävention; Bundesgesundheitsbl. 6/1993
Hebammengesetz vom 4. Juni 1985 (BGBl. I S. 902), zuletzt geändert durch Art. 19
des Gesetzes vom 27. April 2002 (BGBl. I S. 1467)
Mindestanforderungen der Dtsch. Gesellschaft für Gynäkologie, Hebammenzeit-
schrift 5/95
Leitlinien, Empfehlungen und Stellungnahmen der Deutschen Gesellschaft für Gy-
näkologie und Geburtshilfe (Stand 2004),
www.dggg.de
Netzwerk der Geburtshäuser in Deutschland e.V.;
www.geburtshaus.de

 
20
Anlage 2
Reinigungs- und Desinfektionsplan für Geburtshäuser (Muster*)
(*Angaben sind im Einrichtungsplan zu präzisieren und zu ergänzen)
Reinigungs- oder Desinfek-
tionsbereich
R
einigung/
D
esinfekti-
on/
S
terilisation
Wann? (Beispiele)
Womit? Einwirkzeit/
Konzentration/
Zubereitung
Wie? Wer?
Hände waschen
R
zum Dienstbeginn,
bei Verschmutzung,
nach Toilettenbenutzung
Waschlotion in
Spendern
Einmalhandtücher
zum Abtrocknen
auf die feuchte Haut
geben und mit Wasser
aufschäumen, waschen,
gründlich abspülen, ab-
trocknen
Hebamme
Hygienische Händedesin-
fektion
D
vor
jeder Blutabnahme,
Verabreichung von Injekti-
onen, Anlegen von Ver-
bänden, Kathetern, vor
körperlichen Untersuchun-
gen, vor Umgang mit Ste-
rilgut usw.
nach
Kontamination mit
potenziell infektiösem Ma-
terial, Ablegen der Schutz-
handschuhe
alkoholisches
Händedesinfekti-
onsmittel
Empfehlung der
VAH/DGHM/
gebrauchsfertig
mind. 3-5 ml auf der
trockenen Haut gut ver-
reiben
bei sichtbarer, grober
Kontamination diese
vorher mit Zellstoff be-
seitigen oder ggf. vorher
vorsichtig abspülen,
dann desinfizieren, Kon-
tamination des HWB
beachten
Hebamme
Hände pflegen
nach dem Waschen
Hautcreme aus Tu-
ben oder Spendern
auf trockenen Händen
gut verreiben
Hebamme

21
Reinigungs- oder Desinfek-
tionsbereich
R
einigung/
D
esinfekti-
on/
S
terilisation
Wann? (Beispiele)
Womit? Einwirkzeit/
Konzentration/
Zubereitung
Wie? Wer?
Hautdesinfektion (Patient)
D
vor Blutentnahmen und
i.m. Injektionen
Hautdesinfektions-
mittel
Empfehlung der
VAH/DGHM/
Herstelleranga-
ben
Sprühen oder mit desin-
fektionsmittelgetränktem
sterilen Tupfer, ggf.
mehrmals auf die Haut
auftragen
Hebamme
Schleimhautantiseptik
D
beim Katheterisieren und
vor Dammnaht
Schleimhautantisep-
tikum
Herstelleranga-
ben
mit antiseptikumgetränk-
ten sterilen Tupfern, ggf.
mehrmals auf die SH
auftragen
Hebamme
Flächen mit häufigem
Hand- und Hautkontakt
(Entbindungsraum)
D
nach Kontamination sofort
nach jeder Geburt
viruswirksames
Flächendesinfekti-
onsmittel
Empfehlung der
VAH/DGHM/
Herstelleranga-
ben
mit DM getränkter Zell-
stoff zur Entfernung
grober Verunreinigun-
gen, dann gezielte Des-
infektion als Wischdes-
infektion
Hebamme
Sonstige (patientenferne)
Flächen (z.B. Außenflächen
von Schränken, Heizkörper)
und Fußböden
D
R
nach Kontamination sofort
wöchentlich
Flächendesinfekti-
onsmittel
Reinigungslösung
Empfehlung der
VAH/DGHM
Herstelleranga-
ben
bei Kontamination ge-
zielte Desinfektion
feucht wischen
Hebamme
Reini-
gungskräf-
te

22
Reinigungs- oder Desinfek-
tionsbereich
R
einigung/
D
esinfekti-
on/
S
terilisation
Wann? (Beispiele)
Womit? Einwirkzeit/
Konzentration/
Zubereitung
Wie? Wer?
Gebärwanne
R/D
nach Geburt
viruswirksames
Flächendesinfekti-
onsmittel
Empfehlung der
VAH/DGHM/
Herstelleranga-
ben
(Angegebene
Einwirkzeit ist
einzuhalten!)
Reinigung und Flächen-
wischdesinfektion
Hebamme
Betten
(Matratzenschonbezug und
Bettgestell)
D
nach Kontamination sofort
nach Belegung
viruswirksames
Flächendesinfekti-
onsmittel
Empfehlung der
VAH/DGHM/
Herstelleranga-
ben
zur Entfernung von Kon-
taminationen gezielte
Desinfektion als Wisch-
desinfektion
Hebamme
Geräte
(Blutdruckmanschette, Ste-
thoskop, CTG, etc.)
D
nach Kontamination sofort,
nach Benutzung bzw. ein-
mal wöchentlich die Gerä-
te, die nicht zur Geburt
genutzt wurden
Desinfektionsreini-
ger/Flächendesinfek
tionsmittel
Empfehlung der
VAH/DGHM/
Herstelleranga-
ben
Wischdesinfektion
ggf. einsprühen und wi-
schen
Hebamme
Thermometer
R/D
nach Benutzung
Instrumentendesin-
fektionsmittel
Empfehlung der
VAH/DGHM/
Herstelleranga-
ben
Eintauchdesinfektion
oder Wischdesinfektion
Hebamme

23
Reinigungs- oder Desinfek-
tionsbereich
R
einigung/
D
esinfekti-
on/
S
terilisation
Wann? (Beispiele)
Womit? Einwirkzeit/
Konzentration/
Zubereitung
Wie? Wer?
Instrumente
(Geburtsbesteck, Naht-
besteck, Spekula etc.)
R/D/S
nach Gebrauch
Reinigungs- und
Desinfektionsauto-
mat oder
Instrumentendesin-
fektionsmittel
Autoklav
Empfehlung der
VAH/DGHM/
Herstelleranga-
ben
Reinigung und Desin-
fektion im Automat,
Verpacken, autoklavie-
ren
oder
Eintauchdesinfektion,
reinigen, abspülen,
trocknen, verpacken,
autoklavieren
Hebamme
Gymnastikbälle / Igelbälle
R/D
wöchentlich und bei sicht-
barer Verschmutzung
Desinfektionsreini-
ger/Flächendesinfek
tionsmittel
Empfehlung der
VAH/DGHM/
Herstelleranga-
ben
Feucht abreiben oder
Igelbälle in Desinfekti-
onsmittellösung einlegen
und trocknen lassen
Hebamme
Personal- und Patienten-
Sanitärbereiche
-WC-Sitz und Zubehör,
Handwaschbecken
R/D
täglich bzw. bei laufendem
Betrieb und nach sichtbarer
Verunreinigung
Desinfektionsreini-
ger/Flächendesinfek
tionsmittel
Empfehlung der
VAH/DGHM/
Herstelleranga-
ben
Wischdesinfektion
Reini-
gungskräf-
te
Türen und Türklinken im
Sanitärbereich
R
täglich bzw. bei laufendem
Betrieb und bei sichtbarer
Verschmutzung
Reinigungslösung
Herstelleranga-
ben
feucht reinigen
Reini-
gungskräf-
te

24
Reinigungs- oder Desinfek-
tionsbereich
R
einigung/
D
esinfekti-
on/
S
terilisation
Wann? (Beispiele)
Womit? Einwirkzeit/
Konzentration/
Zubereitung
Wie? Wer?
Fußböden in Sanitäranlagen
Kursräume, Büro, Flur, etc.
R
R
täglich
täglich bzw. in Anhängig-
keit vom Verschmutzungs-
grad mehrmals wöchent-
lich
Fußbodenreiniger
Fußbodenreiniger
entsprechend des
Fußbodenbelages
Empfehlung der
VAH/DGHM/
Herstelleranga-
ben
Nassreinigung
Reini-
gungskräf-
te
Reinigungsgeräte, Reini-
gungstücher und Wischbe-
züge
R/D
täglich
Waschmaschine
Desinfektionsmittel
Waschmittel
gelistetes Ver-
fahren (mind.
60°C)
waschen, anschließend
trocknen, trocken auf-
bewahren
Reini-
gungskräf-
te
Geschirr, Besteck
R/D
nach Benutzung
Geschirrspülma-
schine
bei 60°C
thermisch desinfizieren
Hebamme
Hinweise:
Beim Umgang mit Desinfektionsmitteln immer mit Haushaltshandschuhen arbeiten (Allergisierung durch Desinfektionsmittel vermeiden)
Ansetzen von Desinfektionsmittellösungen nur mit kaltem Wasser (Vermeiden von schleimhautreizenden Dämpfen)
Standzeiten von Instrumentendesinfektionsmittel nach Herstellerangaben (beim Ansetzen von Desinfektionsmittel mit Reiniger mindestens
täglicher Wechsel)
Bei der Flächendesinfektion nicht sprühen sondern wischen