image
Februar 2005
FI//KAN/CK/ 2003 233.20
Staatliches Umweltfachamt
Radebeul
Wasastraße 50
01445 Radebeul
Landestalsperrenverwaltung des
Freistaates Sachsen
Talsperrenmeisterei
Gottleuba/Weißeritz
Bahnhofstraße 14, 01796 Pirna
Hochwasserschutzkonzeption
rechtselbischer Fließgewässer I. Ordnung
Los 3.1 - Große Röder
HWSK–Nr. 47
ERGEBNISBERICHT
GEFAHRENKARTEN
GEMEINDE LAMPERTSWALDE
ORTSLAGE MÜHLBACH

LTV Sachsen, Talsperrenmeisterei Gottleuba/Weißeritz
Hochwasserschutzkonzeption Los 3.1 Große Röder, HWSK-Nr. 47
Ergebnisbericht Gefahrenkarten – Gemeinde Lampertswalde
- Inhaltsverzeichnis -
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Björnsen Beratende Ingenieure Erfurt GmbH
//Bericht/Text/bericht_gfk_lampertswalde.doc
Hochwasserschutzkonzeption
rechtselbischer Fließgewässer I. Ordnung
Los 3.1 - Große Röder
HWSK–Nr. 47
ERGEBNISBERICHT
GEFAHRENKARTEN
GEMEINDE LAMPERTSWALDE
ORTSLAGE MÜHLBACH
- Inhalt -
Seite
1
Allgemeines.......................................................................................................1
1.1
Zielstellung........................................................................................................1
1.2
Grundlagen........................................................................................................2
1.3
Vorgehensweise................................................................................................2
2
Prozessanalyse.................................................................................................4
2.1
Hydrologie.........................................................................................................4
2.2
Geschiebe.........................................................................................................4
2.3
Gefahrenprozesse.............................................................................................5
3
Gefahrenkarte....................................................................................................8
4
Schlussfolgerungen und Empfehlungen.............................................................9
Quellenverzeichnis...........................................................................................................10

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Hochwasserschutzkonzeption Los 3.1 Große Röder, HWSK-Nr. 47
Ergebnisbericht Gefahrenkarten – Gemeinde Lampertswalde
- Inhaltsverzeichnis -
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Anlagenverzeichnis
Anlage 1.1
Gefahrenkarte für die Gemeinde Lampertswalde, IST-Zustand M 1 : 5.000
Hochwasserereignis Röder HQ
20
Anlage 1.2
Gefahrenkarte für die Gemeinde Lampertswalde, IST-Zustand M 1 : 5.000
Hochwasserereignis Röder HQ
50
Anlage 1.3
Gefahrenkarte für die Gemeinde Lampertswalde, IST-Zustand M 1 : 5.000
Hochwasserereignis Röder HQ
100
Anlage 1.4
Gefahrenkarte für die Gemeinde Lampertswalde, IST-Zustand M 1 : 5.000
Hochwasserereignis Röder HQ
200
Anhang 1
Ergebnisse der Wasserspiegellagenberechnung
Anhang 2
Prozesse an Brückenbauwerken

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Hochwasserschutzkonzeption
rechtselbischer Fließgewässer I. Ordnung
Los 3.1 - Große Röder
HWSK–Nr. 47
ERGEBNISBERICHT
GEFAHRENKARTEN
GEMEINDE LAMPERTSWALDE
ORTSLAGE MÜHLBACH
1
Allgemeines
1.1
Zielstellung
Die Gefahrenkarte stellt von Hochwasser ausgehende Gefahren für Menschen und Sachwer-
te in ihrer räumlichen Ausdehnung dar. Es werden damit Gebiete gezeigt, deren Nutzung
wegen Naturgefahren eingeschränkt ist.
Die Gefahrenkarte ist fachliche Planungsgrundlage
-
der Flächennutzung,
-
des Objektschutzes,
-
der Konstruktion von Bauwerken im Gefahrenbereich,
-
von wasserbaulichen Schutzmaßnahmen,
-
von Maßnahmen zur Schadensverminderung,
-
der Alarmierung, Katastrophenabwehr und Evakuierung im Ereignisfall.
Die in der Gefahrenkarte verzeichneten Flächen sind nicht Gegenstand einer gesetzlich vor-
geschriebenen Regelung, sie sind vielmehr fachliche Handlungsgrundlage für Behörden so-
wie private Eigentümer und Nutzer.
In der Gefahrenkarte Große Röder, Gemeinde Lampertswalde, wird die Ausdehnung
und Intensität der Gefahrenart Überschwemmung für mehrere Wahrscheinlichkeiten
abgebildet.

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Die Auswirkungen der Feststoffbewegungen (Geschiebe und Treibgut) auf die Abflussver-
hältnisse werden dabei berücksichtigt. Verweise auf andere Gefahrenarten, insbesondere
die Ufererosion und Ablagerung von festen Stoffen außerhalb des Gewässerbettes sind im
HWSK enthalten und sollten bei der Gefahrenbeurteilung grundsätzlich berücksichtigt wer-
den, eine kartografische Darstellung bleibt der Fortschreibung der Gefahrenkarte vorbehal-
ten.
1.2
Grundlagen
Die Gefahrenkarte ist Bestandteil des Hochwasserschutzkonzeptes der rechtselbischen
Fließgewässer I. Ordnung (Los 3.1, Große Röder) und wurde auf gleicher Datengrundlage
erstellt. Sie wurde für den Ist-Zustand des Gewässers und der bei Hochwasser über-
schwemmten Gebiete erarbeitet. Die Geländevermessung erfolgte schwerpunktmäßig im
Zeitraum Februar/ März 2004 durch Laserscanbefliegung (Digitales Geländemodell) [24] und
terrestrische Vermessungen am Gewässer [23]. Die fachlichen Grundlagen entsprechen den
im Quellenverzeichnis genannten Erlassen und Schreiben [10] - [20].
1.3
Vorgehensweise
Der Bearbeitungsabschnitt wurde längs der Großen Röder und der Nebengewässer so fest-
gelegt, dass die gefährdeten besiedelten Bereiche erfasst werden.
Die Gefahrenkarte umfasst vier Einzelkarten für unterschiedliche mittlere Wiederkehrinterval-
le im Bereich von häufigen (alle 20 Jahre) bis sehr seltenen (alle 200 Jahre) Ereignissen.
Das im Hochwasserschutzkonzept ausgewiesene Schutzziel liegt bei einem mittleren Wie-
derkehrintervall von 100 Jahren.
Ausgehend von berechneten Wasserspiegellagen für Hochwasserereignisse mit 20-, 50-.
100- und 200-jährlichem Wiederkehrintervall wurden zuerst Schwachstellen, von denen eine
besondere Gefährdung ausgeht, identifiziert (Ausbruchsstellen bei niedrigem Ufer, Verklau-
sung von Brücken infolge Treibgut und unzureichendem Querschnitt, Versagen unterbemes-
sener Hochwasserschutzeinrichtungen u. a.). Aus den Untersuchungen zum Einfluss der
Feststoffbewegung auf die Abflussverhältnisse ergibt sich, dass für den Bearbeitungsab-
schnitt Lampertswalde keine signifikante Beeinflussung durch Geschiebebewegungen im
Gewässerbett zu erwarten ist. Sohlerhöhungen infolge von Ablagerungsprozessen während
eines Hochwasserereignisses wurden daher bei der Ermittlung der Wasserspiegellagen nicht
berücksichtigt.
Anhand dieser Betrachtung und der Vermessung des Geländes wurden Ü-
berschwemmungskarten erstellt. Innerhalb der überschwemmten Flächen wurden drei Inten-
sitäten abgegrenzt.
Dabei wurden zwei Formen der Überschwemmung berücksichtigt. Bei
statischer Über-
schwemmung
treten relativ geringe Fließgeschwindigkeiten auf und die Intensität wird durch
die Wassertiefe bestimmt. Bei
dynamischer Überschwemmung
ist die Gefahr überwiegend

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durch hohe Fließgeschwindigkeiten bedingt. In der Tabelle 1 sind die Kriterien für die drei
Intensitätsstufen aufgeführt. Maßgeblich für die Kartendarstellung ist immer die Form der
Überschwemmung, die zu der höheren Intensitätsstufe führt.
Tabelle 1: Kriterien zur Intensität der Gefahrenart Überschwemmung
Intensität
Überschwemmung
hoch
Wassertiefe h
w
2,0 m
oder
spezifischer Durchfluss q = v
h
w
2,0 m
2
/s
mittel
2,0 > h
w
> 0,5 m
oder
2,0 m
2
/s > q = v
h
w
> 0,5 m
2
/s
niedrig
h
w
0,5 m
oder
q = v
h
w
0,5 m
2
/s
In der Kartendarstellung ist eine Unterscheidung zwischen statischer und dynamischer Über-
schwemmung nicht mehr möglich. Bereiche, bei denen die Intensität maßgeblich durch hohe
Fließgeschwindigkeiten bestimmt wird, sind in Abschnitt 2.3 benannt.
Neben den Überschwemmungsflächen und Intensitäten für die oben erwähnten Wiederkehr-
intervalle ist auf allen Kartenblättern die maximale Ausdehnung des Überschwemmungsge-
bietes (ohne Intensitäten) für ein Extremereignis dargestellt. Für Lampertswalde wurde als
Extremereignis der physikalisch maximal mögliche Abfluss PMF (Probable Maximum Flood)
als Extremereignis gewählt; die Überschwemmungsgebiete sind durch eine Wasserspiegel-
lagenberechnung ermittelt.

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2
Prozessanalyse
2.1
Hydrologie
Das gesamte Einzugsgebiet der Großen Röder unterhalb des Speichers Radeburg umfasst
ca. 650 km² und besteht zu großen Teilen aus landwirtschaftlichen sowie Wald- und Gehölz-
flächen. Lediglich 5 % des Einzugsgebietes werden als Siedlungs- und Verkehrsfläche ge-
nutzt (Datengrundlage: CIR-Biotoptypen- und Landnutzungskartierung). Die Aufteilung der
Flächennutzung zeigt Abbildung 1.
Wald/ Forst
20%
Sonstiges
3%
Siedlung - Grün- und
Freiflächen
3%
Verkehr
0%
Siedlung
5%
Gewässer
2%
Acker
51%
Wirtschaftsgrünland
16%
Abbildung 1: Flächennutzung im gesamten Einzugsgebiet der Großen Röder unterhalb des Speichers Radeburg
Für die detaillierte hydrologische Untersuchung wurde ein Niederschlag-Abfluss-Modell er-
stellt [6]. Auf Grundlage von statistischen Niederschlagshöhen (KOSTRA-Atlas [7]) wurden
Bemessungsabflüsse für Jährlichkeiten bis 200 Jahren und dem PMF (Probable Maximum
Flood) abgeleitet. Zuflüsse aus dem oberhalb gelegenen Einzugsgebiet wurden aus den Mo-
dellergebnissen (Los 3.2) übernommen. Nachfolgend (Tabelle 2) sind die im Untersu-
chungsgebiet der Gemeinde Lampertswalde für den Dobrabach relevanten Abflüsse aufge-
führt:
Tabelle 2: Übersicht der HQ
X
-Werte (NA-Simulation), Gemeinde Lampertswalde
Bearbeitungsabschnitt Gewässer
Fl-km
HQ
20
HQ
50
HQ
100
HQ
200
PMF
[Fl-km]
[m³/s]
[m³/s]
[m³/s]
[m³/s]
[m³/s]
Südwestlich Mühlbach
bis Gemeindegrenze
Lampertswalde/ Ebers-
bach/Schönfeld
Dobrabach
3+454 bis 4+816
9,6
11,2
13,2
22,6
46,7
Der Zufluss in das betrachtete Einzugsgebiet wird entscheidend durch das Speicherver-
bundsystem Radeburg beeinflusst. Der Zufluss in den Speicher Radeburg I ist der Abfluss
des gesamten Einzugsgebietes der Großen Röder oberhalb des Speichers (A
Eo
= 303,4 km²).
Der zur Verfügung stehende Rückhalteraum und die damit verbundene Retentionswirkung
auf den Abfluss in der Großen Röder sind bei diesem Speicher nur gering. Durch einen
künstlich angelegten Kanal kann im Hochwasserfall ein Teil des Zuflusses in den Speicher
Radeburg II übergeleitet werden. Der Speicher Radeburg II stellt den eigentlichen Hochwas-

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serschutzraum in diesem Verbundsystem dar. Neben der Überleitung aus dem SP Rade-
burg I im Hochwasserfall werden dem Speicher Radeburg II die Zuflüsse aus dem Dobra-
bach bzw. dem Springbach zugeführt. Die Abgabe des Speichers erfolgt an den Dobrabach.
Ziel ist es, die Abgaben auf 1,0 m³/s zu drosseln. Im Hochwasserfall kann über die HW-
Entlastung eine Abgabe von 10,0 m³/s erreicht werden.
2.2
Geschiebe
Die Große Röder und ihre Nebengewässer sind als typische Flachlandgewässer einzustufen.
Prozesse zur Morphodynamik (Geschiebetransport) sind nicht gewässertypisch und werden
daher bei der Erstellung der Gefahrenkarten nicht berücksichtigt. Für die Gemeinde Lam-
pertswalde ist daher hinsichtlich der Berücksichtigung des Geschiebes Kategorie B maßge-
bend.
2.3
Gefahrenprozesse
Der Bearbeitungsabschnitt Lampertswalde liegt Unterstrom des Speichers Radeburg II im
Einzugsgebiet des Dobrabachs. Der Untersuchungsraum umfasst die Ortslage
Mühlbach
(Gewässerkilometer 3+454 bis 4+816).
Bei der Beurteilung von Hochwassergefahren wird nach [2] und [4] zwischen den Gefahren-
arten Überschwemmung, Ufererosion und Ablagerung (Übersarung) unterschieden. In den
Hochwassergefahrenkarten der Großen Röder wird, wie einführend in Abschnitt 1 erwähnt,
die Gefährdung durch Überschwemmung dargestellt. Die Einteilung der Intensitätsstufen
wurde entsprechend den Vorgaben in [4] gewählt; Tabelle 1 zeigt die Intensitäten in Abhän-
gigkeit der Wassertiefe und des spezifischen Abflusses.
Die Intensitäten werden durch hydraulische Berechnungen der Wasserspiegellage unter Be-
rücksichtigung des Rückstaus an verklausungsgefährdeten Brücken und einem Verschnitt
mit dem digitalen Geländemodell berechnet. Durch eine Geländebegehung wurden die Be-
rechnungsergebnisse auf Plausibilität überprüft. Dabei wurden Bereiche identifiziert, in de-
nen vermutlich neue Fließwege auftreten. Dies gilt insbesondere für verklauste Brücken und
deren Umströmung sowie Vorlandbereiche mit ausgeprägten potenziellen Fließwegen. Das
Vorgehen erfolgte anhand folgender Kriterien:
-
Prüfung, ob an Brücken, die verklausungsgefährdet sind, Umläufigkeiten bzw. neue
Fließwege entstehen können.
-
Prüfung, ob an Brücken, deren Leistungsfähigkeit zu gering ist, Umläufigkeiten bzw. neue
Fließwege entstehen können.
-
Im Vorland befindliche Bauwerke, die im Strömungsbereich stehen, leiten das Wasser in
andere Bereiche um oder engen den Abflussquerschnitt ein. Dies führt zu höheren Ge-
schwindigkeiten.
-
Bereiche mit geringen Ufer- bzw. Vorlandhöhen sind prädestiniert für Ausuferungen im
Hochwasserfall. Hier werden plausible Fließwege festgelegt.

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Verklausungseffekte an Brückenbauwerken wurden durch eine Reduzierung der zur Verfü-
gung stehenden Abflussquerschnitte der Brücken beschrieben. Ziel war es, den Wasser-
spiegel oberhalb der Brücke auf den Wert der Energielinie zu erhöhen, der sich bei einer Be-
rechnung mit den tatsächlich vorhandenen, nicht verklausten Querschnitten einstellt. Es er-
folgte eine prozentuale Reduzierung des erforderlichen Freibordes von 0,5 m. Dabei wurden
verschiedene Brückenformen unterschieden. Tabelle 3 zeigt die Verringerung des Freibor-
des an verklausungsgefährdeten Brücken der Röder.
Tabelle 3: Reduzierung des Freibordes zur Berücksichtigung der Verklausung, 2D-Wsp-Berechnung
Verringerung des Restquerschnitts ab Freibord in %
Brückenform
Feldweite [m]
0 - 5
5 - 10
10 - 20
> 20
Bogen
100
70
30
10
Rechteck
80
60
20
5
Rechteck mit Pfeiler
100
90
60
15
Die Festlegung der Verklausungsgefahr erfolgte gemäß den Empfehlungen des Landesam-
tes für Umwelt und Geologie [12]. Eine Brücke gilt danach als verklausungsgefährdet, wenn
der Freibord bei Abflüssen > HQ
20
kleiner ist als 0,5 m oder bei einem Abfluss HQ
20
kein
Freibord mehr besteht. Bei der Bearbeitung der Gefahrenkarten Große Röder werden die
Ergebnisse der Wasserspiegellagenberechnung des Hochwasserschutzkonzeptes [1] zur
Beurteilung der Verklausungsgefahr herangezogen: Dabei wird für HQ
20
vereinfacht auf die
Ergebnisse des Abflusses HQ
25
zurückgegriffen. Darüber hinaus gilt eine Brücke bei einem
Abfluss HQ
200
als verklausungsgefährdet, wenn sie bei HQ
100
gerade noch nicht verklau-
sungsgefährdet ist. Die im Bearbeitungsabschnitt Lampertswalde untersuchte Brücke ist in
Anlage 2 zusammengestellt.
Die hydraulische Berechnung der Wasserspiegellagen erfolgte mit dem Programm SOBEK.
Beschränkt sich der Abfluss auf den eigentlichen Gewässerquerschnitt, erfolgt die Berech-
nung eindimensional in Gewässerachse (1D, Channel Flow), übersteigt der Abfluss die Leis-
tungsfähigkeit des Gewässers, werden zusätzlich Ausuferungen berücksichtigt (2D, Over-
land Flow).
Die Überschwemmungen im Bereich Lampertswalde resultieren aus Ausbrüchen des Abflus-
ses über die meist niedrigen Ufer des Dobrabachs. Bei Hochwasser ist in der Ortslage Mühl-
bach nur ein Gebäudekomplex unmittelbar am Dobrabach hochwassergefährdet. Die mögli-
chen Gefahren sind nachfolgend tabellarisch zusammengestellt.

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Ortslage Mühlbach
Tabelle 4: Beschreibung der Gefahrenkarten Ortslage Mühlbach für HQ
20
HQ20
ortsgenaue Lage
Prozessbeschreibung
km 4+000 bis 4+750
Nur für die Gewerbeflächen und Gebäude (Bauer Fahrzeugbau)
unmittelbar am Dobrabach liegend besteht eine Gefährdung. Da es
aber nur zu einer linksseitigen Umströmung der Brücke (K8516)
kommt, besteht keine unmittelbare Gefährdung o.g. Flächen.
Die Brücke (Fl-km 4+450) ist nicht verklausungsgefährdet.
Tabelle 5: Beschreibung der Gefahrenkarten Ortslage Mühlbach für HQ
50
HQ50
ortsgenaue Lage
Prozessbeschreibung
km 4+000 bis 4+750
Nur für die Gewerbeflächen und Gebäude (Bauer Fahrzeugbau)
unmittelbar am Dobrabach liegend besteht eine Gefährdung. Da es
aber nur zu einer linksseitigen Umströmung der Brücke (K8516)
kommt, besteht keine unmittelbare Gefährdung o.g. Flächen.
Die Brücke (Fl-km 4+450) ist verklausungsgefährdet.
Tabelle 6: Beschreibung der Gefahrenkarten Ortslage Mühlbach für HQ
100
HQ100
ortsgenaue Lage
Prozessbeschreibung
km 4+000 bis 4+750
Nur für die Gewerbeflächen und Gebäude (Bauer Fahrzeugbau)
unmittelbar am Dobrabach liegend besteht eine Gefährdung. Da es
aber nur zu einer linksseitigen Umströmung der Brücke (K8516)
kommt, besteht keine unmittelbare Gefährdung o.g. Flächen.
Die Brücke (Fl-km 4+450) ist nicht verklausungsgefährdet.
Tabelle 7: Beschreibung der Gefahrenkarten Ortslage Mühlbach für HQ
200
HQ200
ortsgenaue Lage
Prozessbeschreibung
km 4+000 bis 4+750
Nur für die Gewerbeflächen und Gebäude (Bauer Fahrzeugbau)
unmittelbar am Dobrabach liegend besteht eine Gefährdung. Da es
aber nur zu einer linksseitigen Umströmung der Brücke (K8516)
kommt, besteht keine unmittelbare Gefährdung o.g. Flächen.
Die Brücke (Fl-km 4+450) ist nicht verklausungsgefährdet.

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3
Gefahrenkarte
Die Gefahrenkarten sind in Form von Intensitätskarten getrennt für die untersuchten Wieder-
kehrintervalle von T = 20 a bis T = 200 a erstellt. Dabei ist der für die Gefahrenart Über-
schwemmung maßgebende Prozess Überschwemmung oder spezifischer Abfluss darge-
stellt.
Die hydraulischen Berechnungen der Gefahrenart Überschwemmung erfolgten mit dem 1D-/
2D-kombinierten Modell SOBEK (vgl. HWSK Große Röder Los 3.1 – Anhang 4).
Neben den Intensitäten ist in den Karten die maximale Ausdehnung des Extremereignisses
PMF (Probable Maximum Flood) angegeben. Der Bereich zwischen den potenziellen Über-
schwemmungsflächen bis zu einer Jährlichkeit von T = 200 a und der Hochwasserlinie des
Extremereignisses zeigt die verbleibende Restgefährdung über das HQ
200
unter Berücksich-
tigung von Verklausungen hinaus.
Durch die Berücksichtigung von verklausungsgefährdeten Brücken unter Verwendung des
Energiehöhenansatzes nach [12] und der Übertragung auf die zweidimensionale Wasser-
spiegellagenberechnung (vgl. 2.3) kann es lokal zu größeren Überschwemmungen der un-
tersuchten Jährlichkeiten über das Extremereignis hinaus kommen.
Die Gefahrenkarten für die Gemeinde Lampertswalde sind in den Anlagen 1.1 bis 1.4 darge-
stellt.
Bezugspegel
Für den Untersuchungsabschnitt Lampertswalde (Ortslage Mühlbach) liegt kein zur Hoch-
wasserwarnung geeigneter Pegel vor. Zur Hochwasservorhersage sollte die Abgabe des
Speichers Radeburg II verwendet werden.

image
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4
Schlussfolgerungen und Empfehlungen
Durch die Hochwasserschutzwirkung des Speichers Radeburg II kommt es, wie schon in Ab-
schnitt
2.3 erwähnt, zur Dämpfung der Abflussspitzen mit einer Reduzierung der potenziell
überschwemmten Flächen. Aufgrund des geringen Schadenspotenzials sind keine Maßnah-
men vorzusehen. Im Hochwasserfall kann aber eine Evakuierung höherwertiger Güter von
den Gewerbeflächen erwogen werden.
Bearbeiter:
Dipl.-Ing. J. Finkenstein
Erfurt, Februar 2005
Dipl.-Geogr. A. Harder
Björnsen Beratende Ingenieure Erfurt GmbH
(Dr.-Ing. U. Kanzow)
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Quellenverzeichnis
[1]
Björnsen Beratende Ingenieure Erfurt GmbH (BCE): Hochwasserschutzkonzept
rechtselbischer Gewässer I. Ordnung, Los 3.1 - Große Röder; Bericht. Erfurt, Sep-
tember 2004
[2]
Bundesamt für Wasserwirtschaft u.a. (Hrsg.): Empfehlungen, Berücksichtigung der
Hochwassergefahren bei raumwirksamen Tätigkeiten. Biel, 1997. 32 S.
[3]
Bundesamt für Wasser und Geologie (hrsg.): Hochwasserschutz an Fließgewässern,
Wegleitung 2001. Biel, 2001. 72 S.
[4]
Landestalsperrenverwaltung des Freistaates Sachsen: Erstellung von Hochwasser-
schutzkonzepten für Fließgewässer – Empfehlungen für die Ermittlung des Gefähr-
dungs- und Schadenpotenzials bei Hochwasserereignissen sowie für die Festlegung
von Schutzzielen, Pirna, 18. März 2003
[5]
Niederschrift zur Beratung zwischen LTV, LfUG, SMUL, DEZA und WSL in Dresden
vom 05.06.03
[6]
Björnsen Beratende Ingenieure Erfurt GmbH (2004): N-A-Modellierung für die Hoch-
wasserschutzkonzeption Große Röder Los 3.1. Bericht im Auftrag der Landestalsper-
renverwaltung des Freistaates Sachsen, Talsperrenmeisterei Gottleuba/Weißeritz
[7]
KOSTRA-digital: Deutscher Wetterdienst, Offenbach am Main 1997
[8]
Lecher, K., u.a. (Hrsg.): Taschenbuch der Wasserwirtschaft, 8. Auflage, Parey, Berlin
2001
[9]
Freistaat Sachsen: Bericht der sächsischen Staatsregierung zur Hochwasser-
katastrophe im August 2002
(www.sachsen.de),
2003
[10]
Erlass des SMUL vom 17.03.2003 „Erstellung von flussgebietsbezogenen Hochwas-
serschutzkonzepten“
[11]
Erlass des SMUL vom 22.03.2004 „Erstellung von Gefahrenkarten im Rahmen der
Erarbeitung von HWSK“
[12]
Empfehlungen des LfUG zur Erarbeitung von Karten zur Darstellung der Hochwas-
sergefahren vom 05.04.2004
[13]
Festlegungsprotokoll der Beratung am 23.04.2004 in der LTV
[14]
Protokoll zur Besprechung Gefahrenkarten am 13.10.2004
[15]
Empfehlungen des LfUG zu Gliederung und Inhalt des Erläuterungsberichtes vom
29.04.2004
[16]
Schreiben des LfUG zur Umsetzung des Erlasses des SMUL vom 22.03.2004 (Erstel-
lung von Gefahrenkarten im Rahmen der Erarbeitung von HWSK)
[17]
Übersicht der zu erstellenden Gefahrenkarten
[18]
Empfehlungen des LfUG zur einheitlichen Bearbeitung und Darstellung (StUFA
Chemnitz) vom 20.04.2004
[19]
Sächsisches Wassergesetz in der aktuellen Fassung
[20]
Layout-Vorgaben des LfUG (Mustergefahrenkarte, laufende Festlegungen)
[21]
Landestalsperrenverwaltung des Freistaates Sachsen
http://www.smul.sachsen.de/de/wu/organisation/staatsbetriebe/ltv/

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[22]
Ausführungen zur Speichersteuerung Radeburg I und II, Email der LTV vom
14.04.2004-12-09
[23]
Terrestrische Vermessungen an der Großen Röder sowie an Nebengewässern durch
HGN Hydrogeologie GmbH (Neubrandenburg) und Ingenieurgesellschaft Geoplan
mbH (Boxberg), 2004
[24]
Laserscanbefliegung durch Milan Flug GmbH im Auftrag der LTV, 2004

\Bericht\Anhaenge\47_Anhang_1.xls
Ergebnisse der Wasserspiegellagenberechnungen
Anhang 1
STATION
RW
HW
WSP_HQ20
WSP_HQ50
WSP_HQ100
WSP_HQ200
GEWAESSER
3,506
5406274
5684434
125,46
125,50
125,53
125,62
Dobrabach
3,609
5406376
5684446
125,56
125,59
125,62
125,70
Dobrabach
3,709
5406474
5684461
125,66
125,70
125,72
125,80
Dobrabach
3,721
5406485
5684462
125,67
125,72
125,74
125,81
Dobrabach
3,733
5406499
5684462
125,69
125,73
125,75
125,82
Dobrabach
3,809
5406575
5684462
125,75
125,79
125,81
125,87
Dobrabach
3,827
5406593
5684460
125,76
125,79
125,81
125,88
Dobrabach
3,909
5406674
5684452
125,80
125,83
125,85
125,92
Dobrabach
4,009
5406773
5684441
125,89
125,92
125,94
126,00
Dobrabach
4,110
5406873
5684431
126,02
126,05
126,06
126,12
Dobrabach
4,210
5406974
5684432
126,18
126,20
126,22
126,28
Dobrabach
4,308
5407063
5684470
126,37
126,40
126,42
126,49
Dobrabach
4,410
5407157
5684512
126,60
126,63
126,65
126,73
Dobrabach
4,434
5407178
5684522
126,65
126,68
126,70
126,78
Dobrabach
4,450
5407192
5684527
126,67
126,71
126,73
126,81
Dobrabach
4,465
5407207
5684535
126,70
126,75
126,77
126,85
Dobrabach
4,510
5407251
5684541
126,82
126,85
126,87
126,94
Dobrabach
4,608
5407345
5684517
126,97
126,99
127,00
127,05
Dobrabach
4,685
5407418
5684493
127,09
127,11
127,12
127,17
Dobrabach
4,710
5407441
5684485
127,15
127,17
127,19
127,23
Dobrabach
4,810
5407536
5684453
127,33
127,35
127,36
127,41
Dobrabach
Björnsen Beratende Ingenieure Erfurt GmbH
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Björnsen Beratende Ingenieure Erfurt GmbH
Hochwasserschutzkonzept Los 3.1:Große Röder
Gefahrenkarte Lampertswalde, Ortslage Mühlbach
Anhang 2:
Prozesse an Brückenbauwerken
HQ20
HQ50
HQ100
km
Gewässer
Bezeichnung
KUK
maßgeb.
WSP
(HQ25)
Frei-bord H En
Prozess
WSP
Frei-
bord
H En
H maßgeb.
Prozess
WSP
Frei-
bord
H En
H maßgeb.
m HN
m HN
m
m HN
m HN
m
m HN
m HN
m HN
m
m HN
m HN
4+450 Dobrabach
Verkehrsbrücke
126,90 126,71
0,20
126,73
0,17
Verklausung
126,76
0,15
Legende:
WSP:
Wasserspiegellage
KUK:
Konstruktionsunterkante
h En
Energiehöhe
h maßgeb.
maßgebliche Höhe für die Bestimmung der Überschwemmungfläche im Rückstaubereich der Brücke
(dort, wo nichts anderes erwähnt, gleich der Wasserspiegelhöhe)
/Bericht/Anlagen/47_Anhang_2.xls
24.08.2005
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Björnsen Beratende Ingenieure Erfurt GmbH
Hochwasserschutzkonzept Los 3.1:Große Röder
Gefahrenkarte Lampertswalde, Ortslage Mühlbach
Anhang 2:
Prozesse an Brückenbauwerken
km
Gewässer
Bezeichnung
KUK
maßgeb.
m HN
4+450 Dobrabach
Verkehrsbrücke
126,90
Prozess
Verklausung
e Bestimmung der Überschwemmungfläche im Rückstaubereich der Brücke
/Bericht/Anlagen/47_Anhang_2.xls
24.08.2005
Seite 2

Björnsen Beratende Ingenieure Erfurt GmbH
Hochwasserschutzkonzept Los 3.1:Große Röder
Gefahrenkarte Lampertswalde, Ortslage Mühlbach
Anhang 2:
Prozesse an Brückenbauwerken
km
Gewässer
Bezeichnung
KUK
maßgeb.
m HN
4+450 Dobrabach
Verkehrsbrücke
126,90
HQ200
EHQ
HQx Verklausung
WSP
Frei-
bord
H En
H maßgeb.
Prozess
WSP
Frei-
bord
H En
H maßgeb.
Prozess
Reduzierung
Freibord
m HN
m
m HN
m HN
m HN
m
m HN
m HN
[%]
Verklausung
127,07
0,00
Verklausung
60
Legende: WSP:
Wasserspiegellage
KUK:
Konstruktionsunterkante
h En
Energiehöhe
h maßgeb.
maßgebliche Höhe für die Bestimmung der Überschwemmungfläche im Rückstaubereich der Brücke
(dort, wo nichts anderes erwähnt, gleich der Wasserspiegelhöhe)
/Bericht/Anlagen/47_Anhang_2.xls
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