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LUA-Mitteilungen 01/2016
LANDESUNTERSUCHUNGS-
ANSTALT FÜR DAS GESUNDHEITS-
UND VETERINÄRWESEN

 
│1
Inhaltsverzeichnis
Humanmedizin
Epidemiologische Information für den Freistaat Sachsen ......................................................................................................................................... 2
Immunstatus bezüglich des Masern-, Mumps-, Röteln- und Varizella-Zoster-Virus bei Asylbegehrenden in Sachsen ......................... 7
Molekularbiologische Diagnostik von Mykobakterien ..............................................................................................................................................18
Ergebnisse der Antibiotika-Resistenztestung von Neisseria gonorrhoeae in der Landesuntersuchungsanstalt Sachsen im
Zeitraum von 2010-2015 .................................................................................................................................................................................................20
Lebensmitteluntersuchungen
Positiver Hemmstofftest, was nun? ...............................................................................................................................................................................23
Veterinärmedizinische Tierseuchen- und Krankheitsdiagnostik
Nachweis von Kuhpocken bei Katzen – ein Fallbericht ...........................................................................................................................................26
Neue Rechtsbestimmungen im Bereich des LFGB – Oktober 2015 bis Dezember 2015 ................................................................................30
Neue Rechtsbestimmungen Veterinärmedizin - Oktober 2015 bis Dezember 2015 .......................................................................................33
Beschwerdeproben-Report für Lebensmittel und Bedarfsgegenstände sowie Tabakerzeugnisse (4. Quartal 2015) .............................34
BSE - Untersuchungen 4. Quartal 2015 .......................................................................................................................................................................35
Tollwutuntersuchungen 4. Quartal 2015 .....................................................................................................................................................................35
Salmonellenberichterstattung im Freistaat Sachsen - 4. Quartal 2015 .............................................................................................................36

2 │
Epidemiologische Information für den Freistaat
Sachsen
4. Quartal 2015 (vom 28.09.2015 – 03.01.2016)
Cholera
Eine 26-Jährige erkrankte bereits während eines einmonatigen
Aufenthaltes in Indien mit Erbrechen und Durchfall. Nach ihrer
Ankunft in Deutschland wurde sie sofort stationär behandelt.
Es erfolgte die labordiagnostische Bestätigung einer Cholera-
Infektion (
Vibrio cholerae
O1, Biovar eltor, Serovar Ogawa). Eine
Cholera-Impfung im Zusammenhang mit dieser Reise war nicht
durchgeführt worden.
Clostridium difficile-Infektion, schwerer Verlauf
Im Quartal kamen 10 schwere Verläufe einer
Clostridium diffici-
le
-Infektion zur Meldung. 5 Patienten im Alter zwischen 79 und
89 Jahren verstarben an den Folgen der Infektion.
Denguefieber
Die 6 im Quartal gemeldeten Denguefieber-Fälle betrafen Rei-
serückkehrer aus Costa Rica, Indien, Laos, Thailand und Viet-
nam. Bei den Patienten handelte es sich um einen 16-Jährigen
(Schüleraustausch) und Erwachsene im Alter zwischen 23 und
47 Jahren.
EHEC-Infektion
Ein einjähriger Junge erkrankte mit Durchfall, verursacht durch
eine EHEC-Infektion. Da das Kind eine Kindertagesstätte be-
sucht, erfolgten in der Einrichtung umfangreiche Umgebungs-
untersuchungen bei Kindern sowie Personal. Diese erbrachten
bei 7 Kindern ebenfalls den Nachweis von
EHEC
Stx 1.
Die Ermittlungen in der Kinderkrippe ergaben, dass im Novem-
ber ein Bauernhofbesuch stattgefunden hatte, infolgedessen
damals bereits bei mehreren Kindern leichte Durchfälle und Er-
brechen aufgetreten waren. Stuhluntersuchungen waren nicht
erfolgt. Beim Vater des Indexfalles, der auf dem betreffenden
Bauernhof tätig ist, gelang ebenfalls der
EHEC
Stx 1-Nachweis.
FSME
Bei der übermittelten labordiagnostisch bestätigten Erkrankung
handelte es sich um einen 76-jährigen Mann mit meningitischer
Symptomatik (Nachweis im Liquor). Der Betroffene wohnt im
Vogtlandkreis, der seit 2014 als FSME-Risikogebiet gilt. Eine
FSME-Immunisierung hatte der Patient nicht erhalten.
Gruppe-B-Streptokokken (GBS)-Infektion (GBS)
Ein Zuhause in der 25. Schwangerschaftswoche spontan ent-
bundenes Mädchen zeigte ein schweres septisches Krank-
heitsbild. Das Kind verstarb 4 Tage nach der Geburt. Aus dem
Rachenabstrich gelang der Nachweis von
Streptococcus agala-
ctiae
. Eine GBS-Infektion der Mutter war bisher nicht bekannt.
Haemophilus influenzae-Erkrankung
Ein 4-jähriges Mädchen erkrankte mit Fieber und Meningitis
und wurde stationär behandelt. Aus Liquor gelang der Nachweis
von
Haemophilus influenzae
Kapseltyp b (Hib). Das Kind hatte
bereits 2 Hib-Impfungen erhalten; jedoch fehlte für eine voll-
ständige Immunisierung die 3. Impfung.
Weitere Erkrankungen betrafen Erwachsene im Alter zwischen
45 und 85 Jahren aus unterschiedlichen Territorien. Aus Blut
bzw. Liquor gelang der Nachweis von
H. influenzae
. Überwie-
gend erfolgte keine Typisierung, nur in einem Fall ein Ausschluss
des Kapseltyps b.
Hantavirus-Erkrankung
Eine 34-jährige Frau erkrankte mit Fieber und Nierenfunkti-
onsstörungen. Die Infektion konnte serologisch (Puumalavirus)
bestätigt werden. Die Betroffene hatte sich während der Inku-
bationszeit in Würzburg/Bayern aufgehalten. Die Region ist als
Hantavirus-Endemiegebiet bekannt.
Aus einem anderen Landkreis erfolgte die Meldung einer labor-
diagnostisch bestätigten Dobravavirus-Infektion bei unbekann-
tem klinischem Bild. Betroffen war ein 49-jähriger Mann. Wei-
tere Informationen lagen zu diesem Fall nicht vor.
Hepatitis E
In den letzten 5 Jahren wurden im 4. Quartal des Jahres jeweils
zwischen 5 und 23 Fälle übermittelt. Der bereits seit einiger Zeit
registrierte deutliche Anstieg der Hepatitis E-Infektionen setzte
sich auch in den letzten Monaten des Jahres fort. Im aktuellen
Berichtszeitraum wurden im Freistaat Sachsen 59 Virushepatitis
E-Fälle übermittelt.
17 Betroffene mussten stationär behandelt werden. Bei ledig-
lich drei Patienten wurde anamnestisch ein Auslandsaufenthalt
eruiert. Bei allen anderen ergaben sich keine konkreten Hinwei-
se auf mögliche Infektionsquellen.
Zu einer Häufung von Virushepatitis E-Infektionen kam es un-
ter Angestellten eines kleinen Unternehmens. Es erkrankten 3
Erwachsene im Alter zwischen 59 und 62 Jahren relativ zeit-
gleich mit Oberbauchbeschwerden, erhöhten Serumtransamina-
sen und teils Ikterus. Bei allen Erkrankten sowie zwei weiteren
Personen (44 und 53 Jahre alt) ohne bestehendes klinisches Bild
gelang der labordiagnostische Nachweis der Infektion mittels
PCR oder IgM-Antikörper-Nachweis. Als vermutliche Infektions-
quelle wurde eine im September stattgefundene Geburtstags-
feier, bei der alle Betroffenen gemeinsam Leberkäse, Würstchen
und Fleischsalat verzehrt hatten, verdächtigt.
HUS, enteropathisch
Ein 12-jähriges Mädchen erkrankte mit Durchfall und Fieber;
später zeigten sich Anämie und Nierenfunktionsstörungen, was
eine stationäre Einweisung nötig machte. Aus Blut gelang der
Nachweis von
Escherichia coli
O157, Stx 1 und 2. Eine Infekti-
onsquelle konnte nicht eruiert werden.
Influenza
Mit der 40. KW 2015 hat die Influenzasaison 2015/2016 begon-
nen. Bis Jahresende wurden 111 Influenza A-Infektionen (dar-
unter 46-mal Subtyp A(H1N1)pdm09 und 3-mal A(H3N2) sowie
24-mal Influenza B sowie 9-mal nicht nach A oder B differen-
zierte Influenza übermittelt (Vorjahr 2014: gesamt 50).
Fast die Hälfte aller Erkrankungen betraf Kinder unter 10 Jahren,

│3
gefolgt von Erwachsenen zwischen 30 und 50 Jahren mit ei-
nem Anteil von 24 %. 51 Personen mussten stationär behandelt
werden. Todesfälle wurden bisher nicht übermittelt. Häufungen
von Influenza-Infektionen kamen nicht zur Meldung. 2 Patien-
ten gaben an, in der aktuellen Saison gegen Influenza geimpft
worden zu sein.
Legionellose
Die 24 übermittelten Infektionen betrafen 15 Männer und 9
Frauen im Alter zwischen 30 und 95 Jahren. Bei den mit Pneu-
monie erkrankten Betroffenen gelang der Nachweis von Legi-
onella pneumophila aus Bronchiallavage, Urin bzw. aus Blut.
6-mal bestand eine Reiseanamnese bzw. 3-mal eine berufli-
che Exposition und in den anderen Fällen erfolgte die Infektion
wahrscheinlich im häuslichen Umfeld der Betroffenen.
Listeriose
3 der 22 im Berichtszeitraum übermittelten Infektionen wurden
als krankheitsbedingt verstorben erfasst. Betroffen waren zwei
Männer im Alter von 80 und 81 Jahren sowie eine 85-Jährige.
Malaria
Ein 32-Jähriger, der im September aus dem Sudan nach
Deutschland eingereist war, erkrankte an einer Malaria tertiana.
Bei einem 47-jährigen Deutschen, der sich 7 Monate in Kame-
run aufgehalten hatte, wurde eine Malaria tropica diagnosti-
ziert. Letzterer hatte im Zusammenhang mit seiner Reise keine
Malaria-Prophylaxe durchgeführt.
Meningitiden
Im Quartal wurden 37 Erkrankungen übermittelt. Durch welche
Erreger diese verursacht waren, ist aus Tabelle 1 ersichtlich. Be-
rücksichtigt sind hier nur die Fälle, bei denen der Erregernach-
weis aus dem Liquor der Patienten erfolgte.
Tabelle 1: Erkrankungen mit dem klinischen Bild Meningi-
tis/Enzephalitis in Sachsen (Vergleich 4. Quartal
2015 zu 2014)
Erreger
4. Quartal 2015
4. Quartal 2014
Erkran-
kung
Tod Inzi-
denz
Erkran-
kung
Tod Inzi-
denz
bakt. Erreger gesamt
12
-
0,30
10
2
0,24
Borrelien
5
-
0,12
1
-
0,02
Haemophilus
influenzae
2
-
0,05
-
-
-
Listerien
-
-
-
1
-
0,02
Meningokokken
-
-
-
1
-
0,02
Pneumokokken
4
-
0,10
4
2
0,10
Staphylococcus
aureus
1
-
0,02
2
-
0,02
Streptococcus
agalactiae / GBS
-
-
-
1
-
0,02
virale Erreger gesamt
25
-
0,62
12
-
0,29
Enterovirus
13
-
0,32
5
-
0,12
FSME-Virus
1
-
0,02
-
-
-
Herpesvirus
3
-
0,07
1
-
0,02
Parvovirus B19
-
-
1
0,02
Varizella-Zoster-Virus
8
-
0,20
5
-
0,12
Gesamtzahl
37
-
0,91
22
2
0,53
Meningokokken-Erkrankung, invasiv
Eine 60-Jährige erkrankte mit septischem Krankheitsbild sowie
Waterhouse-Friderichsen-Syndrom und wurde intensivmedizi-
nisch betreut. Die Patientin verstarb kurz darauf. Ein labordia-
gnostischer Nachweis gelang, höchstwahrscheinlich auf Grund
der sofortigen antibiotischen Behandlung, nicht.
MRSA-Infektion (invasive Erkrankung)
Im Berichtszeitraum wurden 76 Infektionen übermittelt. Betrof-
fen war hauptsächlich die Altersgruppe der über 65-Jährigen.
Die MRSA-Nachweise wurden aus Blut geführt.
Zwei weibliche Patienten (75 und 93 Jahre alt) und ein Mann
im Alter von 88 Jahren verstarben an den Folgen der Infektion.
caMRSA-Nachweis
Im aktuellen Quartal kamen 2 Infektionen und 7 Kolonisationen
zur Übermittlung. Betroffen waren ein 3-jähriger Junge, eine
14-Jährige und Erwachsene zwischen 22 und 45 Jahren. 7 Fälle
waren auslandsassoziiert.
Multiresistente Erreger (MRE) mit Carbapenem-Resistenz
Im Berichtszeitraum kamen 134 Nachweise zur Erfassung (Er-
regeraufschlüsselung in Tabelle 2). Den größten Anteil (57 %)
stellten
Pseudomonas aeruginosa
, gefolgt von
Klebsiella spp.
mit
20 %.
Eine 48-jährige Frau sowie ein 75-jähriger Mann erkrankten mit
Fieber und Pneumonie durch
Pseudomoas aeruginosa
(4MRGN)
und verstarben an den Folgen der Infektion.
Tabelle 2: Gramnegative Bakterien mit erworbener Carba-
penemase/Carbapenem-Resistenz im 4. Quartal
2015
Erreger
Infektion Kolonisation Gesamt-
Fallzahl
dav. Tod
Acinetobacter spp.
1
7
8
-
Citrobacter spp.
1
1
2
-
Enterobacter spp.
2
6
8
-
Enterobacteriaceae
-
1
1
-
Escherichia coli
1
9
10
-
Klebsiella spp.
4
23
27
-
Morganella spp.
-
1
1
-
Pseudomonas aeruginosa
14
62
76
2
Serratia spp.
-
1
1
-
Gesamtzahl
23
111
134
2
Mumps
Es kamen die Erkrankungen (insgesamt 4) von Kindern im Al-
ter zwischen 2 und 7 Jahren zur Meldung. Ein 7-jähriger Jun-
ge hatte lediglich im Alter von einem Jahr eine MMR-Impfung
erhalten; die anderen Kinder waren bisher nicht gegen Mumps
geimpft worden.
Norovirus-Gastroenteritis
Gegenüber dem letzten Quartal wurde saisonbedingt ein An-
stieg der Norovirus-Infektionen registriert. Die Inzidenz betrug
65 Erkrankungen pro 100.000 Einwohner. Verglichen mit dem
5-Jahresmittelwert (95 Erkrankungen pro 100.000 Einwohner)
lag die erfasste Quartalsinzidenz deutlich darunter.
Ein 80-jähriger Mann wurde als krankheitsbedingt verstorben
übermittelt.

4 │
Es kamen im Berichtszeitraum 84 Erkrankungshäufungen zur
Meldung. Betroffen waren 36 Kindertagesstätten, 29 Senioren-
heime, 14 medizinische Einrichtungen, 3 Familien sowie eine
Erstaufnahmeeinrichtung und eine Grundschule.
Ornithose
Ein 19-Jähriger, der eine private Rassegeflügelzucht (Hühner)
betreibt, erkrankte mit Fieber sowie Hepatosplenomegalie und
musste stationär behandelt werden. Die Infektion wurde sero-
logisch bestätigt. Ob Tiere aus dem Bestand des jungen Mannes
erkrankt waren bzw. ob das zuständige Veterinäramt eingebun-
den wurde, ist nicht bekannt.
Pertussis
Im letzten Quartal des Jahres ergab sich aus den übermittelten
Erkrankungen eine Neuerkrankungsrate von 3 Erkrankungen pro
100.000 Einwohner. Im Vergleich zum Vorzeitraum konnte somit
ein leichter Anstieg beobachtet werden. 68 % der Betroffenen
war nicht bzw. nur unvollständig gegen Keuchhusten geimpft.
Im Berichtszeitraum kamen zusätzlich 6 Parapertussis-Fälle zur
Meldung.
Bereits im 3. Quartal wurde über eine Pertussis-Häufung in ei-
ner Dresdner Kindertagesstätte berichtet. Dieser konnten wei-
tere Fälle zugeordnet werden, so dass sich ein Stand von 16
Erkrankungen unter Kindern der Einrichtung bzw. Geschwistern
der Betroffenen ergab. Der Großteil war nicht bzw. nicht voll-
ständig gegen Pertussis geimpft. Das Geschehen erstreckte sich
über einen Zeitraum von 14 Wochen.
Einer familiären Erkrankungshäufung konnten insgesamt 13
Pertussis-Fälle zugeordnet werden. Zunächst traten Erkrankun-
gen in einer Familie auf, später erkrankten an der Grundschule
eines betroffenen Kindes eine Lehrerin, Schüler sowie ein El-
ternteil. Bis auf 2 Kinder waren alle Betroffenen nicht bzw. nur
unvollständig gegen Pertussis geimpft.
Pneumokokken-Erkrankung (invasiv)
Insgesamt wurden 68 Erkrankungen sowie 6 Infektionen ohne
bestehendes klinisches Bild registriert. Bei den Patienten han-
delte es sich bis auf einen einjährigen Jungen um Erwachsene
zwischen 27 und 90 Jahren.
Bei vier Betroffenen, die mit meningitischer Symptomatik er-
krankten, erfolgte der Erregernachweis aus Liquor; bei einem
aus Gelenkpunktat (Arthritis) und bei allen anderen aus Blut.
Ein einjähriger Junge musste wegen Fieber, Mittelohrentzün-
dung, meningitischer und septischer Symptomatik stationär be-
handelt werden. Die Infektion konnte nicht beherrscht werden
und das Kind verstarb 2 Tage nach Erkrankungsbeginn. Die Er-
mittlungen des Gesundheitsamtes ergaben, dass der Junge be-
reits 4 Pneumokokken-Impfungen mit einem Konjugatimpfstoff
erhalten hatte. Dieser enthält jedoch nicht den aus dem Blut des
Kindes isolierten Kapseltyp 22f.
Vier weitere Todesfälle betrafen Männer im Alter zwischen 60
und 86 Jahren, die Pneumonien bzw. septische Krankheitsbilder
zeigten.
Q-Fieber
Im 4. Quartal des Jahres wurden 4 labordiagnostisch bestätigte
Q-Fieber-Fälle übermittelt.
Nach dem Auftreten eines
Coxiella burnetii
-Nachweises aus der
Nachgeburt einer Kuh wurden im betroffenen Stall eines land-
wirtschaftlichen Betriebs die Untersuchungen der Mitarbeiter
angeregt. Bei einer 31-jährigen Frau ohne bestehende Sympto-
matik konnte serologisch eine Q-Fieber-Infektion diagnostiziert
werden. Die 11-jährige Tochter der Frau, die angab, bei einigen
Geburten von Kälbern anwesend gewesen zu sein, erkrankte mit
respiratorischer Symptomatik.
Zwei weitere Infektionen wurden bei männlichen Mitarbeitern
im Alter von 45 und 55 Jahren diagnostiziert, von denen einer
ebenfalls eine respiratorische Symptomatik zeigte.
Salmonellose
Gegenüber dem vorangegangenen Quartal vollzog sich ein sai-
sonal bedingter Rückgang der Neuerkrankungsrate von 8 auf
6 Erkrankungen pro 100.000 Einwohner; diese lag damit un-
ter dem 5-Jahresmittelwert von 9 Erkrankungen pro 100.000
Einwohner. Eine 53-jährige Frau verstarb an einer Infektion mit
Salmonella Typhimurium
. Weitere Informationen zu diesem Fall
wurden nicht bekannt.
Erkrankungshäufungen in Gemeinschaftseinrichtungen kamen
im Berichtszeitraum nicht zur Meldung.
Shigellose
Bei Erwachsenen (zwischen 27 und 70 Jahre alt) und Kindern
bzw. Jugendlichen (zwischen 1 und 16 Jahren) konnte 26-mal
Shigella sonnei
, 4-mal
Shigella flexneri
sowie je einmal
Shigel-
la boydii
,
Shigella dysenteriae
bzw. Shigella spp. nachgewiesen
werden. Die meisten Patienten infizierten sich im Ausland (Af-
ghanistan, Ägypten, Bali, Georgien, Libanon, Marokko, Peru, Sy-
rien, Türkei, Usbekistan). Zwei Fälle konnten der Risikogruppe
der „Männer, die Sex mit Männern haben“ zugeordnet werden.
Angeborene Infektion
Die 2 im Berichtszeitraum übermittelten Infektionen waren
durch
Listeria monocytogenes
und Zytomegalievirus bedingt.
Bei beiden Müttern war während der Schwangerschaft keine
Infektion mit dem jeweiligen Erreger bekannt gewesen.
Tod an sonstiger Infektionskrankheit
Die 8 im 4. Quartal gemeldeten Fälle betrafen Erwachsene zwi-
schen 49 und 88 Jahren mit teils bestehenden Grunderkran-
kungen. Verursacht waren diese 4-mal durch
Staphylococcus
aureus
sowie je einmal durch
MRSA, Enterococcus faecalis,
Pseudomonas aeruginosa
und
Escherichia coli
.
Nosokomiale Ausbrüche
Tabelle 3: Nosokomiale Ausbrüche gemäß § 6 (3) / §11 (2)
IfSG im 4. Quartal 2015
Erreger
Zahl der Ausbrüche
Gesamtfallzahl
MRSA
2
5
VRE
1
3
Verantwortlich:
Dr. med. Sophie-Susann Merbecks
und Mitarbeiter des FG Infektionsepidemiologie
LUA Chemnitz

│5
4. Quartal
40. - 53. MW 2015
kumulativ
1. - 53. MW 2015
kumulativ
1. - 52. MW 2014
Fälle
T
Fälle
T
Fälle
T
Adenovirus-Enteritis
795
2.998
2.684
Adenovirus-Infektion, respiratorisch
132
704
666
Adenovirus-Konjunktivitis
19
50
36
Amöbenruhr
8
33
52
Astrovirus-Enteritis
416
1.946
1.629
Borreliose
361
1.355
1.362
Brucellose
2
2
Campylobacter-Enteritis
1.358
5.693
5.522
1
Chikungunyafieber
3
5
Cholera
1
1
Chlamydia trachomatis-Infektion
1.021
4.145
4.184
Clostridium difficile-Enteritis
1.170
5.126
4.792
Clostridium difficile-schwerer Verlauf
10
5
75
41
56
31
Creutzfeldt-Jakob-Krankheit
10
7
5
2
Denguefieber
6
22
20
Ebolafieber
1
1
Echinokokkose
2
EHEC-Infektion
83
317
287
Enterovirus-Infektion
191
451
451
Escherichia coli-Enteritis
269
1.043
1.123
FSME
1
7
15
Gasbrand
3
2
8
2
Giardiasis
132
504
360
Gonorrhoe
215
824
739
GBS-Infektion*
641
1
2.680
1
2.445
1
Haemophilus influenzae-Erkrankung, invasiv
9
31
2
20
Hantavirus-Erkrankung
2
5
9
Hepatitis A
24
45
34
Hepatitis B
308
550
251
Hepatitis C
90
303
338
Hepatitis D
2
Hepatitis E
59
188
1
98
1
Herpes zoster
311
1.105
1.019
HUS, enteropathisch
1
3
2
Influenza
144
12.857
16
442
1
Kryptosporidiose
84
260
258
Legionellose
24
71
1
44
2
Leptospirose
4
4
Listeriose
22
3
74
10
75
1
Malaria
2
13
22
Masern
271
7
Meningokokken-Erkrankung, invasiv
1
1
9
1
7
1
4MRGN-Nachweis
134
2
580
7
636
7
MRSA-Infektion, invasiv
76
3
373
15
254
14
caMRSA-Nachweis
9
43
22
Mumps
4
19
31
Mycoplasma hominis-Infektion
196
828
687
Mycoplasma-Infektion, respiratorisch
352
1.028
715
Norovirus-Enteritis
2.633
1
10.122
2
9.061
2
Übermittelte Infektionskrankheiten im Freistaat Sachsen
4. Quartal 2015 und kumulativer Stand 1. – 53. Meldewoche (MW) 2014/2015

6 │
4. Quartal
40. - 53. MW 2015
kumulativ
1. - 53. MW 2015
kumulativ
1. - 52. MW 2014
Fälle
T
Fälle
T
Fälle
T
Ornithose
1
3
1
Parainfluenza-Infektion, respiratorisch
273
577
1
294
Paratyphus
1
1
Parvovirus B19-Infektion
23
119
250
Pertussis
131
374
722
Pneumokokken-Erkrankung, invasiv
74
5
274
18
218
16
Q-Fieber
4
14
5
Rotavirus-Erkrankung
642
5.305
1
3.287
1
Röteln
6
10
RS-Virus-Infektion, respiratorisch
85
1.520
1
1.008
Salmonellose
235
1
1.044
3
1.555
3
Scharlach
575
1.765
2.198
Shigellose
33
66
30
Syphilis
72
248
231
Toxoplasmose
33
113
74
Tuberkulose
69
210
2
144
2
Tularämie
2
2
Typhus abdominalis
3
Windpocken
425
1.888
1.991
Yersiniose
128
360
279
Zytomegalievirus-Infektion
100
301
296
angeborene Infektion
2
5
7
Tod an sonstiger Infektionskrankheit
8
25
26
T Todesfälle
* GBS-Infektion = Gruppe B-Streptokokken-Infektion

image
image
│7
Immunstatus bezüglich des Masern-, Mumps-,
Röteln- und Varizella-Zoster-Virus bei Asylbe-
gehrenden in Sachsen
Gesetzliche Grundlagen hinsichtlich der Gesundheits-
untersuchung von Asylsuchenden in Deutschland und
Sachsen
Personen, die in ein Altenheim, Altenwohnheim, Pflegeheim
oder eine gleichartige Einrichtung oder in eine Gemeinschafts-
unterkunft für Obdachlose, Flüchtlinge, Asylbewerber oder in
eine Erstaufnahme-Einrichtung des Bundes für Spätaussiedler
Laut Landesdirektion Sachsen (LDS, Stand 30.01.2016) suchten
im Jahr 2015 im Freistaat Sachsen insgesamt 69.900 Menschen
Asyl. Zwei Drittel (68,8 %) der Asylbegehrenden stammten aus
den 3 Ländern Syrien, Afghanistan und Irak, fast die Hälfte
(42,5 %) der Asylbewerber hatte als Heimatland Syrien ange-
geben (Abb. 1). Die meisten Zugänge in 2015 waren mit 16.862
Asylbewerbern im November zu verzeichnen (Abb. 2).
Abbildung 1:
Asylbegehrende nach Herkunftsländern 2015 in Sachsen; Quelle:
www.lds.sachsen.de/asyl
(Stand 30.01.2016)
Abbildung 2:
Monatliche Zugänge von Asylbegehrenden für die Jahre 2012 bis 2015 in Sachsen; Quelle:
www.lds.sachsen.de/asyl
(Stand 30.01.2016)

8 │
aufgenommen werden sollen, haben gemäß § 36 Absatz 4 Infek-
tionsschutzgesetz [IfSG vom 20. Juli 2000 (BGBl. I S. 1045), das
zuletzt durch Artikel 6a des Gesetzes vom 10. Dezember 2015
(BGBl. I S. 2229) geändert worden ist, in der jeweils geltenden
Fassung] vor oder unverzüglich nach ihrer Aufnahme der Lei-
tung der Einrichtung ein ärztliches Zeugnis darüber vorzulegen,
dass bei ihnen keine Anhaltspunkte für das Vorliegen einer an-
steckungsfähigen Lungentuberkulose vorhanden sind. Bei Auf-
nahme in eine Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge, Asyl-
bewerber oder in eine Erstaufnahme-Einrichtung des Bundes
für Spätaussiedler muss sich das Zeugnis bei Personen, die das
15. Lebensjahr vollendet haben, auf eine Röntgenaufnahme der
Lunge stützen. Bei Schwangeren ist von einer Röntgenaufnah-
me abzusehen; stattdessen ist ein ärztliches Zeugnis vorzulegen,
dass nach sonstigen Befunden eine ansteckungsfähige Lungen-
tuberkulose nicht zu befürchten ist. Personen, die ein ärztliches
Zeugnis vorzulegen haben, sind verpflichtet, die für die Ausstel-
lung des Zeugnisses erforderlichen Untersuchungen zu dulden.
In § 62 „Gesundheitsuntersuchung“ Absatz 1 des Asylverfah-
rensgesetzes [AsylVfG, in der Fassung der Bekanntmachung vom
2. September 2008 (BGBl. I S. 1798), das zuletzt durch Arti-
kel 12 des Gesetzes vom 20. November 2015 (BGBl. I S. 2010)
geändert worden ist, in der jeweils geltenden Fassung] wird
geregelt, dass Ausländer, die in einer Aufnahme-Einrichtung
oder Gemeinschaftsunterkunft zu wohnen haben, verpflichtet
sind, eine ärztliche Untersuchung auf übertragbare Krankheiten
einschließlich einer Röntgenaufnahme der Atmungsorgane zu
dulden. Die oberste Landesgesundheitsbehörde oder die von ihr
bestimmte Stelle bestimmt den Umfang der Untersuchung und
den Arzt, der die Untersuchung durchführt.
Gemäß der „Gemeinsamen Verwaltungsvorschrift des Sächsi-
schen Staatsministeriums für Soziales, Gesundheit und Familie
und des Sächsischen Staatsministerium des Innern zur gesund-
heitlichen Betreuung von Asylbewerbern durch die Gesundheits-
ämter im Freistaat Sachsen“ vom 25. Mai 1992 (1) waren im
Rahmen der ärztlichen Untersuchung von Asylsuchenden u. a.
bei Personen ab dem 14. Lebensjahr Blutproben zur Diagnos-
tik auf Lues, Hepatitis Bs-Antigen und HIV zu entnehmen. Die
Stuhlproben aller Asylbewerber waren zum Ausschluss weiterer
übertragbarer Krankheiten, insbesondere auf Typhus, Paraty-
phus, Cholera (nur bei epidemischer und/oder klinischer Indika-
tion), Enteritis infectiosa (speziell Salmonellen), Shigellen-Ruhr
und Helminthosen (Wurmeier) zu untersuchen (Tab. 1).
In der novellierten Verwaltungsvorschrift zur gesundheitlichen
Betreuung von Asylbewerbern durch die Gesundheitsämter im
Freistaat Sachsen vom 24. Januar 2008 (2) wurde bei den sero-
logischen Untersuchungen die Hepatitis C-Diagnostik zusätzlich
aufgenommen, die Stuhluntersuchungen wurden auf die Darm-
pathogene Campylobacter, EHEC und Protozoen erweitert. Seit
28.05.2008 wurde auf Weisung des Sächsischen Staatsminis-
terium für Soziales (SMS) zudem im Blut auf Hepatitis A-IgM-
Antikörper gescreent.
Folgende Änderungen bezüglich Labordiagnostik wurden in der
überarbeiteten „Gemeinsamen Verwaltungsvorschrift des Säch-
sischen Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz
und des Sächsischen Staatsministerium des Innern zur gesund-
heitlichen Betreuung von Asylbewerbern und unbegleiteten
minderjährigen Ausländern durch die Gesundheitsämter im Frei-
staat Sachsen“ (VwV Asylbewerbergesundheitsbetreuung – VwV
AsylGesBetr) vom 29. Juli 2015 (3) verankert:
Anstelle des Tuberkulin-Hauttestes, der bei Kindern und Jugend-
lichen bis zur Vollendung des 15. Lebensjahres und bei Asyl-
bewerbern, bei denen eine Röntgenuntersuchung aus Strahlen-
schutzgründen nicht indiziert ist (zum Beispiel Schwangere),
zum Ausschluss einer Tuberkulose eingesetzt werden soll, kann
bei Notwendigkeit ein Interferon-Gamma-Release-Assay (IGRA)
durchgeführt werden.
Bei der serologischen Diagnostik, die weiterhin ab dem 14. Le-
bensjahr erfolgen soll, wurden die routinemäßigen Untersu-
chungen auf HIV, HCV und Syphilis eingestellt. Die Teste auf
HIV-Infektion, Hepatitis C und gegebenenfalls weitere sexuell
übertragbare Infektionen (STI) wird nun auf freiwilliger Basis
und nur nach umfassender Beratung risikoorientiert in den Ge-
sundheitsämtern angeboten.
Neu aufgenommen wurde die Bestimmung des Immunstatus
(IgG-Antikörper) gegen das Masern-, Mumps-, Röteln- und
Varizella-Zoster-Virus (VZV). Der Röteln-Immunstatus sollte
nur beim weiblichen Geschlecht im gebärfähigen Alter erhoben
werden.
Die routinemäßigen Stuhluntersuchungen bei Asylbewerbern,
die auf Weisung des SMS bereits am 25. März 2015 eingestellt
wurden, sind mit der erneuten Novellierung ganz entfallen.
Zusätzlich geregelt wurde, dass bei Unbegleiteten minderjähri-
gen Ausländern (UMA) die ärztliche Untersuchung, somit ein-
schließlich der Labordiagnostik, derjenigen bei Asylbewerbern
entspricht.
Mit der Aufnahme der Bestimmung des Immunstatus der Asyl-
suchenden gegen das Masern-, Mumps-, Röteln- und Varizella-
Zoster-Virus in das Untersuchungsspektrum ab August 2015
wurde den in den Erstaufnahme-Einrichtungen (EAE) in der
Vergangenheit mehrfach aufgetretenen Masern- und Wind-
pocken-Erkrankungen Rechnung getragen. Absicht war, im Falle
eines Infektionsausbruches in einer EAE, auf die damit verbun-
denen Aufnahme- und Verlegungsstopps adressatengenauer
reagieren zu können. Asylbewerber mit bekannter Immunität
gegen den entsprechenden Infektionserreger sollten aus den
Aufnahme- und Verlegungsstopps ausgeklammert werden.
Durch „Erlass zum Vollzug der VwV Asylbewerbergesundheits-
betreuung“ des SMS vom 17. Dezember 2015 wurde die Be-
stimmung der Immuntiter gegenüber dem Masern-, Mumps-,
Röteln- und Varizella-Zoster-Virus (MMRV) ausgesetzt. Der
praktische Vollzug der Verwaltungsvorschrift hatte gezeigt, dass
die notwendige zeitgerechte Zuordnung der Immuntiter bei Er-
krankungsfällen logistisch kaum möglich war.
Außerdem ergab die Auswertung der in der Landesuntersu-
chungsanstalt für das Gesundheits- und Veterinärwesen (LUA)
Sachsen durchgeführten Laboruntersuchungen der Asylsuchen-
den, dass die Immunitätsraten gegen o. g. Erkrankungen bei
Asylbewerbern im Wesentlichen denjenigen der deutschen Be-
völkerung entsprachen. Auf diese Ergebnisse wird im Folgenden
noch detaillierter eingegangen.

│9
Tabelle 1: Labordiagnostik gemäß VwV gesundheitliche Be-
treuung von Asylbewerbern und diesbezüglichem
Erlass im Freistaat Sachsen
Datum
Untersuchungsparameter
Alter/Sonstiges
VwV vom
25. Mai 1992
Serologische Untersuchungen auf:
Lues
Hepatitis Bs-Antigen
HIV
ab 14. Lebensjahr
Stuhluntersuchungen auf:
Insbes. Typhus, Paratyphus, Cholera,
Enteritis infectiosa (spez. durch
Salmonellen), Shigellen-Ruhr,
Helminthosen (Wurmeier)
keine Alters-
Beschränkung
VwV vom
24. Januar
2008
Serologische Untersuchungen auf:
Syphilis (Lues)
Hepatitis B (HBs-Antigen)
Hepatitis C
HIV-Infektion
ab 14. Lebensjahr
Stuhluntersuchungen auf:
Insbes. Typhus, Paratyphus, Cholera,
Enteritis infectiosa (spez. durch
Salmonellen, Campylobacter,
EHEC), Shigellen-Ruhr, Protozoen-
Infektionen, Helminthosen
keine Alters-
Beschränkung
VwV vom
29. Juli 2015
Serologische Untersuchungen auf:
Hepatitis Bs-Antigen (HBs-Ag)
Hepatitis-A-IgM-Antikörper
Masern-IgG-Antikörper
Varizellen-IgG-Antikörper
Mumps-IgG-Antikörper
Röteln-IgG-Antikörper
ab 14. Lebensjahr
gebärfähiges Alter/
weibliches Geschlecht
Erlass vom
17. Dezem-
ber 2015
Serologische Untersuchungen auf:
Hepatitis B-Antigen (HBs-Ag)
Hepatitis A-IgM-Antikörper
ab 14. Lebensjahr
Methoden – Studienpopulation und Labordiagnostik
Im Jahr 2015 wurden in der LUA Sachsen insgesamt 18.748
Serumproben von Asylsuchenden aller Altersgruppen auf IgG-
Antikörper gegen das Varizella-Zoster-Virus, 18.356 Seren auf
IgG-Antikörper gegen das Masern-, 18.349 Seren auf IgG-
Antikörper gegen das Mumps- sowie 4.323 Serumproben auf
IgG-Antikörper gegen das Röteln-Virus untersucht. Die Proben
wurden in den Erstaufnahme-Einrichtungen Sachsens im Rah-
men der Erstaufnahme-Untersuchung entnommen. Enthalten in
den Untersuchungszahlen sind bei VZV auch diejenigen ca. 400
in der LUA konservierten Seren, aus denen nachträglich nach
Auftreten von Windpocken in EAEs auf das Vorhandensein ent-
sprechender IgG-Antikörper gescreent wurde.
Die Bestimmung des Immunstatus der Asylbewerber gegenüber
Masern-, Mumps-, Röteln-Virus und VZV wurde mittels ELISAs
(Enzyme Linked Immunosorbent Assay) durchgeführt, mit denen
IgG-Antikörper erfasst werden (Testkits des Instituts Virion/Se-
rion GmbH):
]
Serion ELISA classic Masern Virus IgG – IgG-Ak: 150-200
mIU/ml = grenzwertig, IgG-Ak: >200 mIU/ml = positiv,
]
Serion ELISA classic Mumps Virus IgG – IgG-Ak: 70-100 U/ml
= grenzwertig, IgG-Ak: >100 U/ml = positiv,
]
Serion ELISA classic Röteln Virus IgG – IgG-Ak: 10-20 IU/ml
= grenzwertig, IgG-Ak: >20 IU/ml = positiv,
]
Serion ELISA classic Varicella-Zoster Virus IgG – IgG-Ak: 50-
100 mIU/ml = grenzwertig, IgG-Ak: >100 mIU/ml = positiv).
Ein positives Ergebnis im ELISA bestätigte das Vorhandensein
von spezifischen IgG-Antikörpern.
Für die Probenmaterialien, die in den Monaten August 2015
und September 2015 eingesandt wurden, erfolgte jeweils eine
detailliertere Aufschlüsselung der Immunitätslage nach Ge-
schlecht, Alter und Herkunftsland der Asylbewerber. Die Re-
sultate der serologischen Untersuchungen (Masern: n=4.912;
Mumps: n=4.912; Röteln: n=928; Varizellen: n=4.938) wurden
auf die Altersgruppen 0-12 Jahre, 13-30 Jahre, 31-50 Jahre und
älter als 50 Jahre heruntergebrochen.
Laut VwV sollten alle Asylbewerber ab dem 14. Lebensjahr auf
die Immuntiter gegen MMRV untersucht werden. Die Ergebnisse
der 0- bis 12-jährigen Kinder (Masern: n=23; Mumps: n=23;
Röteln: n=8; Varizellen: n=24) flossen daher in der Regel nicht
mit in die Darlegung der Ergebnisse für die Monate August und
September 2015 ein. Dasselbe gilt für 56 Proben, die auf spezi-
fische IgG-Antikörper gegen das Röteln-Virus getestet wurden
und keinen Frauen im gebärfähigen Alter zugeordnet werden
konnten. Lediglich in den Abbildungen 5, 7, 9, und 11, die die
Antikörper-Prävalenz bezogen auf die Altersgruppen und die
Herkunftsländer aufzeigen, wurden die 0-12-Jährigen mit auf-
geführt.
Bei der Auswertung der Untersuchungsergebnisse von August
und September 2015 nach Herkunftsland der Asylbewerber
wurde die Einteilung in geografische Regionen anhand des UN-
Geoschemas genutzt. Aufgrund einer niedrigen repräsentativen
Personenzahl wurden je zwei Asylbewerber aus Österreich und
Venezuela aus den Erhebungen ausgeschlossen.
Die dargestellten Ergebnisse der Monate August/September
2015 beziehen sich nur auf eindeutig positive serologische
IgG-Antikörper-Nachweise, die auf eine vorliegende Immunität
hinweisen. Grenzwertige Ergebnisse wurden der Vollständigkeit
halber nur in der Darstellung der Gesamt-Jahresdaten von 2015
(Tab. 2) mit aufgeführt.
Ergebnisse der Immunstatus-Bestimmungen
Bei den analysierten Blutproben der Asylbewerber im Jahr 2015
betrugen die durchschnittlichen Seroprävalenzen von IgG-Anti-
körpern gegen MMRV bei allen Parametern über 84 %. Gegen-
über VZV lag mit 94,5 % die höchste Antikörper-Positivrate vor.
Die niedrigste Immunitätsrate war mit 84,8 % beim Mumps-
Virus zu finden. Masern- und Röteln-Virus zeigten mit 87,8 %
übereinstimmende IgG-Antikörper-Prävalenzen (Tab. 2).
Die Tabelle 3 zeigt die Immunitätsraten der Asylbegehrenden
aus den verschiedenen Herkunftsländern.
Asylbewerber aus Syrien zeigten eine IgG-Seropositivität gegen-
über dem Masern-Virus in 87,9 %, gegenüber dem Mumps-Virus
in 85,5 %, gegenüber dem Röteln-Virus in 89,0 % und gegenüber
VZV in 97,0 %. Bei aus Afghanistan stammenden Asylsuchenden
lag in 86,7 % eine Immunität gegenüber dem Masern-Virus, in
87,1 % gegenüber dem Mumps-Virus, in 88,5 % gegenüber dem
Röteln-Virus und in 94,3 % gegenüber VZV vor. Die Immunitäts-
raten gegenüber MMRV betrugen bei aus dem Irak kommenden
Asylbewerbern 88,3 %/79,5 %/83,8 % und 93,7 %.
Die Testungen in den Monaten August 2015 und September
2015 ergaben durchschnittliche Immunitätsraten von 88,5 %
gegenüber dem Masern-Virus, von 85,0 % gegenüber dem
Mumps-Virus, von 89,4 % gegenüber dem Röteln-Virus und von
94,7 % gegenüber VZV. Auf die Auswertung der Proben dieser
beiden Monate nach Alter, Geschlecht und Herkunftsland wird
im Folgenden eingegangen.

10 │
Tabelle 3: Anzunehmende Immunität gegenüber MMRV bei Asylsuchenden nach Herkunftsländern, Untersuchungen in den
Erstaufnahme-Einrichtungen Sachsens, 2015*
Län-
der-
Code
Land
Masern-IgG-Ak
Mumps-IgG-Ak
Röteln-IgG-Ak
VZV-IgG-Ak
Anzahl
Untersu-
chungen
Anzahl
positiv
positiv
(%)
Anzahl
Untersu-
chungen
Anzahl
positiv
positiv
(%)
Anzahl
Untersu-
chungen
Anzahl
positiv
positiv
(%)
Anzahl
Untersu-
chungen
Anzahl
positiv
positiv
(%)
423
Afghanistan
2.411
2.090
86,7%
2.411
2.101
87,1%
644
570
88,5%
2.437
2.297
94,3%
121
Albanien
279
222
79,6%
281
237
84,3%
102
95
93,1%
328
293
89,3%
221
Algerien
1
1
100,0%
1
1
100,0%
1
1
100,0%
1
1
100,0%
274
Äquat.
Guinea
1
1
100,0%
1
1
100,0%
0
0
0,0%
1
1
100,0%
425
Aserbaid-
schan
4
4
100,0%
4
4
100,0%
1
0
0,0%
4
4
100,0%
450
Aserbaid-
schan
1
1
100,0%
1
1
100,0%
0
0
0,0%
1
1
100,0%
460
Bangladesch
1
1
100,0%
1
1
100,0%
1
1
100,0%
1
1
100,0%
122
Bosnien-
Herz.
1
0
0,0%
1
0
0,0%
1
1
100,0%
1
1
100,0%
495
Brit.abh.
Asien
1
0
0,0%
1
0
0,0%
0
0
0,0%
1
1
100,0%
479
China
1
1
100,0%
1
1
100,0%
0
0
0,0%
1
0
0,0%
434
Dem. Korea
1
0
0,0%
1
1
100,0%
0
0
0,0%
1
1
100,0%
224
Eritrea
157
123
78,3%
157
128
81,5%
43
39
90,7%
188
160
85,1%
430
Georgien
102
93
91,2%
102
74
72,5%
47
41
87,2%
111
106
95,5%
259
Guinea-
Bissau
1
1
100,0%
1
1
100,0%
0
0
0,0%
1
1
100,0%
436
Indien
234
222
94,9%
234
196
83,8%
41
37
90,2%
251
194
77,3%
438
Irak
1.785
1.577
88,3%
1.782
1.416
79,5%
438
367
83,8%
1.798
1.684
93,7%
439
Iran
420
323
76,9%
420
347
82,6%
72
67
93,1%
421
383
91,0%
137
Italien
0
0
0,0%
0
0
0,0%
0
0
0,0%
1
1
100,0%
421
Jemen
3
2
66,7%
3
3
100,0%
0
0
0,0%
3
3
100,0%
445
Jordanien
3
2
66,7%
3
3
100,0%
2
2
100,0%
3
3
100,0%
150
Kosovo
11
11
100,0%
11
10
90,9%
4
4
100,0%
49
47
95,9%
451
Libanon
393
355
90,3%
393
316
80,4%
95
91
95,8%
394
375
95,2%
248
Libyen
283
243
85,9%
283
231
81,6%
34
30
88,2%
296
281
94,9%
249
Madagaskar
0
0
0,0%
0
0
0,0%
0
0
0,0%
0
0
0,0%
252
Marokko
500
418
83,6%
500
434
86,8%
26
23
88,5%
512
485
94,7%
144
Mazedonien
33
29
87,9%
33
30
90,9%
15
14
93,3%
38
38
100,0%
147
Monaco
0
0
0,0%
0
0
0,0%
0
0
0,0%
0
0
0,0%
457
Mongolei
1
1
100,0%
1
1
100,0%
0
0
0,0%
1
1
100,0%
140
Montenegro
0
0
0,0%
0
0
0,0%
0
0
0,0%
0
0
0,0%
427
Myanmar
11
11
100,0%
11
10
90,9%
0
0
0,0%
11
9
81,8%
458
Nepal
1
1
100,0%
1
1
100,0%
1
1
100,0%
1
1
100,0%
999
ohne Angabe
17
14
82,4%
17
12
70,6%
8
5
62,5%
17
17
100,0%
151
Österreich
2
2
100,0%
2
1
50,0%
0
0
0,0%
2
2
100,0%
461
Pakistan
1.053
1.009
95,8%
1.052
929
88,3%
14
14
100,0%
1.067
930
87,2%
Tabelle 2: Immunität gegenüber MMRV bei Asylsuchenden, Untersuchung in den Erstaufnahme-Einrichtungen Sachsens,
2015*
Parameter
Gesamt-Anzahl
untersuchter Seren
Anzahl Seren mit IgG-Anti-
körper negativ (%)
Anzahl Seren mit IgG-Anti-
körper grenzwertig (%)
Anzahl Seren mit IgG-Anti-
körper positiv (%)
Masern-Virus
18.356
1.487 (8,1%)
746 (4,1%)
16.123 (87,8%)
Mumps-Virus
18.349
1.936 (10,6%)
846 (4,6%)
15.567 (84,8%)
Röteln-Virus
4.323
254 (5,9%)
274 (6,3%)
3.795 (87,8%)
Varizella-Zoster-Virus
18.748
892 (4,8%)
144 (0,8%)
17.712 (94,5%)
*
Ergebnisse beinhalten auch die vergleichsweise geringen Probenzahlen von 0- bis 12-jährigen Kindern, die entgegen den Vorgaben der VwV auf MMRV untersucht wurden (z.B. nach Auftreten
entsprechender Krankheiten in EAEs etc.)

│11
Immunitätslage gegenüber dem Masern-Virus
Im August und September 2015 wurden zur Immunstatus-Be-
stimmung gegenüber dem Masern-Virus 4.885 Serumproben
analysiert (männlich: n=3.751; weiblich: n=877; Geschlecht un-
bekannt: n=257). Tabelle 4 bildet die Anzahl der Untersuchten
nach Geschlecht und pro Altersgruppe ab.
Tabelle 4: Alter und Geschlecht der untersuchten Asylbe-
werber - Immunstatus-Bestimmung gegenüber
dem Masern-Virus, Untersuchung in den Erst-
aufnahme-Einrichtungen Sachsens, 08/2015-
09/2015
Geschlecht
Alter
13-30 Jahre
Alter
31-50 Jahre
Alter
> 50 Jahre
Alter
>= 13 Jahre
männlich
2.616
1.047
88
3.751
weiblich
511
311
55
877
unbekannt
172
75
10
257
Der prozentuale Anteil von Seren mit IgG-Antikörper-Positivität
gegenüber dem Masern-Virus beim männlichen und weiblichen
Geschlecht wird in der Abbildung 3 verdeutlicht. Personen, de-
ren Geschlecht unbekannt war, wurden in der Abbildung nicht
berücksichtigt. Während bei den 13- bis 30-Jährigen die anzu-
nehmende Masern-Immunität bei ca. 85 bzw. 83 % lag, stieg
sie bei den >50-Jährigen auf ca. 99 bzw. 100 % an. Durch-
schnittlich, gemittelt auf alle Altersstufen ab 13 Jahren, erwie-
sen sich 88,3 % der Männer und 88,9 % der Frauen als Masern-
IgG-positiv. Die niedrigste Masern-Immunitätsrate (83,4 %)
wurde beim weiblichen Geschlecht im Alter von 13-30 Jahren,
die höchste (100,0 %) bei Frauen, die älter als 50 Jahre waren,
nachgewiesen.
Die geografische Verteilung der Asylsuchenden nach Herkunfts-
region ist beispielhaft für die Immunitäts-Bestimmung gegen-
über dem Masern-Virus in Abbildung 4 veranschaulicht. Grafisch
nicht dargestellt sind 79 Asylbewerber, bei denen die Herkunft
nicht bekannt ist, 23 Asylsuchende, die unter sonstiges Asien
(Südost-, Zentral-, Ost-Asien) zusammengefasst wurden sowie
jeweils ein Asylsuchender aus West- (Sierra Leone) und Mittel-
Afrika (Äquatorial Guinea).
Die Regionen Westasien (2.968, davon 2.449 Syrien) und Süd-
asien (1.165, davon 560 Afghanistan) waren am stärksten re-
präsentiert.
Län-
der-
Code
Land
Masern-IgG-Ak
Mumps-IgG-Ak
Röteln-IgG-Ak
VZV-IgG-Ak
Anzahl
Untersu-
chungen
Anzahl
positiv
positiv
(%)
Anzahl
Untersu-
chungen
Anzahl
positiv
positiv
(%)
Anzahl
Untersu-
chungen
Anzahl
positiv
positiv
(%)
Anzahl
Untersu-
chungen
Anzahl
positiv
positiv
(%)
537
Palau
0
0
0,0%
0
0
0,0%
0
0
0,0%
0
0
0,0%
462
Phiippinien
2
2
100,0%
2
2
100,0%
1
1
100,0%
2
1
50,0%
154
Rumänien
1
1
100,0%
1
1
100,0%
0
0
0,0%
1
1
100,0%
160
Russland
140
123
87,9%
140
100
71,4%
75
60
80,0%
141
133
94,3%
170
Serbien
66
53
80,3%
66
44
66,7%
32
24
75,0%
74
68
91,9%
272
Sierra-Leone
1
1
100,0%
1
1
100,0%
0
0
0,0%
1
1
100,0%
474
Singapur
3
3
100,0%
3
3
100,0%
1
1
100,0%
3
3
100,0%
273
Somalia
45
44
97,8%
45
36
80,0%
9
8
88,9%
54
52
96,3%
499
sonst. asiat.
Staaten
18
16
88,9%
18
16
88,9%
8
8
100,0%
21
19
90,5%
431
Sri Lanka
1
1
100,0%
1
1
100,0%
1
1
100,0%
2
2
100,0%
459
staatenlos
86
69
80,2%
86
75
87,2%
20
17
85,0%
87
86
98,9%
997
staatenlos
71
59
83,1%
70
55
78,6%
22
20
90,9%
72
67
93,1%
475
Syrien
7.202
6.329
87,9%
7.199
6.155
85,5%
1.864
1.659
89,0%
7.241
7.024
97,0%
285
Tunesien
101
71
70,3%
101
93
92,1%
15
13
86,7%
106
99
93,4%
163
Türkei
45
45
100,0%
45
42
93,3%
6
6
100,0%
54
54
100,0%
471
Turkmenistan
1
1
100,0%
1
1
100,0%
0
0
0,0%
1
1
100,0%
166
Ukraine
3
1
33,3%
3
2
66,7%
2
2
100,0%
3
2
66,7%
998
ungeklärt
50
42
84,0%
50
47
94,0%
16
14
87,5%
53
53
100,0%
367
Venezuela
6
4
66,7%
6
6
100,0%
0
0
0,0%
6
6
100,0%
432
Vietnam
11
11
100,0%
11
5
45,5%
3
1
33,3%
11
9
81,8%
ohne
2.791
2.489
89,2%
2.790
2.391
85,7%
658
557
84,7%
2.873
2.709
94,3%
Summe
18.356
16.123
87,8%
18.349
15.567
84,8%
4.323
3.795
87,8%
18.748
17.712
94,5%
*
Ergebnisse beinhalten auch die vergleichsweise geringen Probenzahlen von 0- bis 12-jährigen Kindern, die entgegen den Vorgaben der VwV auf MMRV untersucht wurden (z.B. nach Auftreten
von entsprechenden Krankheiten in EAEs etc.)
84,8
96,2
98,9
88,3
83,4
96,1
100,0
88,9
60
70
80
90
100
13 - 30 Jahre 31 - 50 Jahre > 50 Jahre
Gesamt
Anteil Masern-IgG-Antikörper positiver
Personen (%)
Altersgruppen
männlich
weiblich
Abbildung 3:
Anzunehmende Immunität gegenüber dem Masern-Virus bei
Asylbewerbern nach Alter und Geschlecht, Untersuchung in den
Erstaufnahme-Einrichtungen Sachsens, 08/2015-09/2015

12 │
Tabelle 5 stellt die Immunität gegenüber dem Masern-Virus
bei Asylbewerbern aus verschiedenen Herkunftsregionen dar,
die Abbildung 5 schlüsselt zusätzlich zu den Herkunftsregionen
noch nach Altersgruppen auf.
Tabelle 5: Anzunehmende Immunität gegenüber dem Ma-
sern-Virus bei Asylsuchenden nach Herkunfts-
region, Untersuchung in den Erstaufnahme-Ein-
richtungen Sachsens, 08/2015-09/2015
Region
(UN-Geoschema)*
Anteil der immunen
Personen ( %)
Anzahl der
Untersuchungen
Nordafrika
84,9
217
Ostafrika
82,6
115
Südasien
92,5
1.165
Westasien
88,3
2.968
Südeuropa
81,2
277
Osteuropa
84,6
39
* Regionen mit weniger als 20 Untersuchungen wurden nicht gelistet
Die Seroprävalenzrate von Masern-IgG-Antikörpern variierte in
den einzelnen Herkunftsregionen zwischen 81,2 % wie in Süd-
europa (Albanien: 81,2 % [n=218]; Serbien: 77,8 % [n=36]; Ma-
zedonien: 83,3 % [n=18]; Kosovo: 100,0 % [n=6]) und 92,5 %
wie in Südasien (Afghanistan: 91,2 % [n=559]; Pakistan: 95,2 %
[n=481]; Indien: 95,7 % [n= 70]; Iran: 77,8 % [n=54]; Sri Lanka:
100,0 % [n= 1]) (Tab. 5). Ab der Altersgruppe 13-30 Jahren lag
in Südasien bei mehr als 90 % der Untersuchten eine Immunität
gegenüber dem Masern-Virus vor (Abb. 5).
Immunitätslage gegenüber dem Mumps-Virus
Die Gesamtzahl (4.885) der im August und September 2015
auf Mumps-Virus-IgG-Antikörper getesteten Seren sowie die
Alters- und Geschlechterverteilung der untersuchten Asylbe-
werber entsprach derjenigen bei der Masern-Virus-Diagnostik
(Tab. 4).
Bezüglich des Mumps-Virus lagen, bezogen auf alle Altersgrup-
pen ab 13 Jahren, die durchschnittlichen Seroprävalenzraten der
IgG-Antikörper beim männlichen Geschlechts bei 84,7 % und
beim weiblichen Geschlechts bei 85,9 %. Bei den Frauen erfolg-
te bis zum Alter von >50 Jahren eine Zunahme der entsprechen-
den Antikörper-Positivität auf 94,6 % (Abb. 6).
In den meisten Herkunftsregionen wiesen die Mumps-IgG-Posi-
tivraten durchschnittliche Werte von über 80 % auf. Die nied-
rigsten diesbezüglichen Seroprävalenzen lagen mit 79,5 % in
Osteuropa (Russland: 78,9 % [n=38]; Rumänien: 100,0 % [n=1])
sowie mit 80,9 % in Ostafrika (Eritrea: 79,1 % [n= 91]; Somalia:
87,5 % [n= 24]) vor. In Südasien (Afghanistan: 87,8 % [n=559],
Pakistan: 89,2 % [n=481]; Indien: 85,7 % [n=70], Iran: 92,6 %
[n=54], Sri Lanka: 100,0 % [n=1]) war die anzunehmende Im-
munität gegenüber dem Mumps-Virus mit 88,5 % am höchsten
(Tab. 6).
Tabelle 6: Anzunehmende Immunität gegenüber dem
Mumps-Virus bei Asylsuchenden nach Herkunfts-
region, Untersuchung in den Erstaufnahme-Ein-
richtungen Sachsens, 08/2015-09/2015
Region
(UN-Geoschema)*
Anteil der gegenüber
immunen Personen ( %)
Anzahl der
Untersuchungen
Nordafrika
82,7
217
Ostafrika
80,9
115
Südasien
88,5
1.165
Westasien
84,0
2.968
Südeuropa
84,8
277
Osteuropa
79,5
39
* Regionen mit weniger als 20 Testungen wurden nicht gelistet
0
10
20
30
40
50
60
70
80
90
100
Masern-IgG-Antikörper-Positivität (%)
Geografische Region
0 - 12 (n=23)
13 - 30 (n=3.299)
31 - 50 (n=1.433)
> 50 (n=153)
Altersgruppen
Abbildung 5:
Anzunehmende Immunität bei Asylsuchenden gegenüber dem
Masern-Virus nach Herkunftsregion und Altersgruppe, Untersu-
chung in den Erstaufnahme-Einrichtungen Sachsens, 08/2015-
09/2015
217
115
1.165
2.968
277
39
0
500
1000
1500
2000
2500
3000
3500
Nordafrika Ostafrika Südasien Westasien Südeuropa Osteuropa
Anzahl
Geografische Region
Abbildung 4:
Geographische Verteilung der Asylsuchenden nach Her-
kunftsregion am Beispiel der Immunstatus-Bestimmung
gegenüber dem Masern-Virus, Untersuchung in den Erst-
aufnahme-Einrichtungen Sachsens, 08/2015-09/2015
Nordafrika (
Libyen, Marokko,
Tunesien); Ostafrika (
Eritrea
, So-
malia); Südasien (
Afghanistan, Indien, Iran, Pakistan
, Sri Lan-
ka); Westasien (Georgien,
Irak
, Jemen, Libanon,
Syrien
, Türkei);
Südeuropa (
Albanien
, Kosovo, Mazedonien, Serbien); Osteuropa
(Rumänien, Russland); fettgedruckte Staaten mit mehr als 50
Asylbewerbern.
83,4
87,7
87,5
84,7
83,0
89,4
94,6
85,9
60
70
80
90
100
13 - 30 Jahre 31 - 50 Jahre > 50 Jahre
Gesamt
Anteil Mumps-IgG-Antikörper positiver
Personen (%)
Altersgruppen
männlich
weiblich
Abbildung 6:
Anzunehmende Immunität gegenüber dem Mumps-Virus bei
Asylbewerbern nach Alter und Geschlecht, Untersuchung in den
Erstaufnahme-Einrichtungen Sachsens, 08/2015-09/2915

│13
konnte dagegen bei durchschnittlich 96,1 % der Getesteten
(Eritrea: 95,2 % [n=21]; Somalia: 100,0 % [n=4]) von einer
Röteln-Immunität ausgegangen werden (Tab. 8). Afrikanische
Frauen im gebärfähigen Alter (bis 50 Jahre) zeigten eine Röteln-
Antikörper-Prävalenz von über 95 % (Abb. 9).
Immunitätslage gegenüber VZV
Unter den 4.910 Asylbewerbern, die auf VZV-Immunität im Zeit-
raum August/September 2015 untersucht wurden (Alters- und
Geschlechtsverteilung siehe Tabelle 9) stellte die größte getes-
tete Gruppe, entsprechend der Situation bei der Masern- und
Mumps-Antikörper-Diagnostik, mit 2.616 Asylbewerbern die
Gruppe der 13- bis 30-jährigen Männer dar.
Tabelle 9: Alter und Geschlecht der untersuchten Asylbe-
werber - Immunstatus-Bestimmung gegenüber
VZV, Untersuchung in den Erstaufnahme-Ein-
richtungen Sachsens, 08/2015-09/2015
Geschlecht
Alter
13-30 Jahre
Alter
31-50 Jahre
Alter
>50 Jahre
Alter
>= 13 Jahre
männlich
2.616
1.047
88
3.751
weiblich
514
312
55
881
unbekannt
181
87
10
278
In Süd- und Westasien lag die Mumps-Immunität bei den 13-
bis 30-Jährigen zwischen 80 und 90 %. Sie stieg auch in den
folgenden Lebensjahren nur noch um wenige Prozentpunkte an
(Abb. 7).
Immunitätslage gegenüber dem Röteln-Virus
Bei den 872 im August und September 2015 analysierten Se-
rumproben auf Röteln-Virus-spezifische IgG-Antikörper (Tab. 7)
betrug die durchschnittliche Positivrate bei den über 13-jähri-
gen Frauen 89,4 %. Sie blieb in allen Altersgruppen ab 13 Jahren
weitgehend unverändert (Abb. 8).
Tabelle 7: Alter der untersuchten weiblichen Asylbewerber
- Immunstatus-Bestimmung gegenüber dem Rö-
teln-Virus, Untersuchung in den Erstaufnahme-
Einrichtungen Sachsens, 08/2015-09/2915
Geschlecht
Alter
13-30 Jahre
Alter
31-50 Jahre
Alter
>50 Jahre
Alter
>= 13 Jahre
weiblich
509
310
53
872
Tabelle 8: Anzunehmende Immunität gegenüber dem Rö-
teln-Virus bei weiblichen Asylsuchenden nach
Herkunftsregion, Untersuchung in den Erstauf-
nahme-Einrichtungen Sachsens, 08/2015-9/2015
Region
(UN-Geoschema)*
Anteil der immunen
Personen ( %)
Anzahl der Testungen
Nordafrika
92,3
26
Ostafrika
96,1
25
Südasien
90,0
116
Westasien
89,0
562
Südeuropa
92,2
103
Osteuropa
80,0
20
* Regionen mit weniger als 20 Testungen wurden nicht gelistet
Die untersuchten Frauen aus den meisten Herkunftsregionen
zeigten Immunitätsraten gegenüber dem Röteln-Virus von
über 90 %. Asylbewerberinnen aus Osteuropa wiesen mit 80 %
(Russland [n=20]) die niedrigste Röteln-Antikörper-Seropräva-
lenzrate auf. Bei aus Ostafrika stammenden Asylbewerberinnen
0
10
20
30
40
50
60
70
80
90
100
Mumps-IgG-Antikörper-Positivität (%)
Geografische Region
0 - 12 (n=23)
13 - 30 (n=3.299)
31 - 50 (n=1.433)
> 50 (n=153)
Altersgruppen
Abbildung 7:
Anzunehmende Immunität bei Asylsuchenden gegenüber dem
Mumps-Virus nach Herkunftsregion und Altersgruppe, Untersu-
chung in den Erstaufnahme-Einrichtungen Sachsens, 08/2015-
09/2015
0
10
20
30
40
50
60
70
80
90
100
Röteln-IgG-Antikörper-Positivität (%)
Geografische Region
0 - 12 (n=7)
13 - 30 (n=509)
31 - 50 (n=310)
> 50 (n=53)
Altersgruppen
Abbildung 9:
Anzunehmende Immunität bei weiblichen Asylsuchenden ge-
genüber dem Röteln-Virus nach Herkunftsregion und Alters-
gruppe, Untersuchung in den Erstaufnahme-Einrichtungen
Sachsens, 08/2015-09/2015
89,4
89,7
88,7
89,4
60
70
80
90
100
13 - 30 Jahre
31 - 50 Jahre
> 50 Jahre
Gesamt
Anteil Röteln-IgG-Antikörper positiver
Frauen (%)
Altersgruppen
Abbildung 8:
Anzunehmende Immunität gegenüber dem Röteln-Virus bei
Asylbewerberinnen nach Alter, Untersuchung in den Erstaufnah-
me-Einrichtungen Sachsens, 08/2015-09/2015

14 │
In allen Altersgruppen ab 13-30 Jahren beider Geschlechter be-
trug die VZV-Immunität durchschnittlich über 90 %. Die nied-
rigste VZV-Immunitätsrate fand sich mit 93,2 % in der Gruppe
der 13- bis 30-jährigen Männer, die höchste VZV-Immunitäts-
rate zeigten mit 100 % die >50-jährigen Frauen. Durchschnitt-
lich, gemittelt auf alle Alterstufen ab 13 Jahren, war bei 94,5 %
der Männer und bei 96,4 % der Frauen von einer Immunität
gegenüber VZV auszugehen (Abb. 10).
Die Immunität gegenüber VZV bei Asylbewerbern aus verschie-
denen Herkunftsregionen wird in der Tabelle 10 und Abbil-
dung 11, hier gleichzeitig aufgeschlüsselt auf die Altersgruppen,
wiedergegeben.
In den meisten Regionen wiesen die Seroprävalenzen für VZV-
IgG-Antikörper durchschnittlich Werte über 90 % auf. Die nied-
rigste VZV-Immunitätsrate lag mit 87,8 % in Ostafrika (Eritrea:
85,7 % [n=91]; Somalia: 95,8 % [ n=24]) vor. In Westasien (Sy-
rien: 97,6 % [n=2.459]; Irak: 93,8 % [n=454]; Libanon: 100 %
[n=34]; Türkei: 100 % [n=3]) war die VZV-Seroprävalenzrate mit
97,0 % am höchsten (Tab. 10). Hier betrug die VZV-Immunität
ab der Altersgruppe 13-30 Jahre über 95 % (Abb. 11).
Tabelle 10: Anzunehmende Immunität gegenüber VZV bei
Asylsuchenden nach Herkunftsregion, Untersu-
chung in den Erstaufnahme-Einrichtungen Sach-
sens, 08/2015-09/2915
Region
(UN-Geoschema)*
Anteil der immunen
Personen ( %)
Anzahl der
Untersuchungen
Nordafrika
93,1
218
Ostafrika
87,8
115
Südasien
90,4
1.166
Westasien
97,0
2.979
Südeuropa
91,3
288
Osteuropa
94,9
39
* Regionen mit weniger als 20 Testungen wurden nicht gelistet
Diskussion
Bei den Untersuchungen der Asylbegehrenden in den EAEs Sach-
sens waren bei durchschnittlich 88 % IgG-Antikörper gegen das
Masern-, bei 85 % gegen das Mumps-, bei 88 % gegen das Rö-
teln- und bei 95 % gegen das Varizella-Zoster-Virus nachweis-
bar. Da sich diese Ergebnisse allerdings im Wesentlichen nur auf
die Altergruppen ab 13 Jahren beziehen, bei denen gemäß VwV
eine entsprechende Serodiagnostik durchzuführen war, lässt
sich zum Antikörper-Status der bis 12-jährigen Kinder hiermit
keine Aussage treffen. In die Röteln-Seroprävalenz-Diagnostik
wurden nur Frauen im gebährfähigen Alter einbezogen.
Die
Masern
-IgG-Seroprävalenz der Asylsuchenden in Sachsen
lag ab der Altersgruppe von 31-50 Jahren bei 96 %; der Durch-
schnittswert, gemittelt über alle Alterstufen ab 13 Jahren, be-
trug 88 %. In der Literatur (4, 5) sind u.a. Angaben bezüglich
Masern-Seroprävalenzen bei erwachsenen Asylbegehrenden von
>95 % zu finden, was mit unseren Ergebnissen übereinstimmt.
Asylsuchende aus Süd- und Westasien zeigten in unserem Kol-
lektiv durchschnittliche Masern-Immunitätsraten von 92,5 %
und 88,3 %.
Bei 0- bis 20-jährigen Flüchtingen in den U.S.A. lag die IgG-
Positivität gegenüber dem Masern-Virus bei 82 %. Die Anti-
körper stiegen mit zunehmendem Alter an. So waren 48 % der
Untersuchten im Alter <1 Jahr und 84 % im Alter >= 1 Jahr
gegenüber dem Masern-Virus immun. In den meisten Flücht-
lingskindern waren somit ab dem Alter von >= 2 Jahren Ma-
sern-IgG-Antikörper nachweisbar. Bezüglich der Herkunftsregi-
onen konnten keine Unterschiede in der Antikörper-Prävalenz
ausgemacht werden (6).
In einem deutschen Universitätsklinikum ergaben die Masern-
Immunitätsbestimmungen bei 9.933 Mitarbeitern des medizi-
nischen Personals und bei Medizinstudenten in 85,7 % einen
positiven serologischen Befund (7), womit in dieser Studie
die Masern-Immunitätsrate bei medizinischem Personal in
Deutschland unter derjenigen der Asylsuchenden in Sachsen lag.
Die im Rahmen der KiGGS-Studie in Deutschland bei mehr als
13.000 Kindern im Alter von 0-17 Jahren erhobenen IgG-Titer
gegenüber dem Masern-Virus zeigten in durchschnittlich 88,5 %
eine entsprechende Immunität an. Die Seronegativität war hier
allerdings bei Kindern, die außerhalb von Deutschland geboren
waren, höher als bei in Deutschland geborenen Kindern (8).
Greenaway stellte bei 36 % (22 %-54 %) der 1.480 in Kanada
untersuchten erwachsenen Immigranten und Flüchtlingen aus 6
0
10
20
30
40
50
60
70
80
90
100
VZV-IgG-Antikörper-Positivität (%)
Geografische Region
0 - 12 (n=24)
13 - 30 (n=3.311)
31 - 50 (n=1.446)
> 50 (n=153)
Altersgruppen
Abbildung 11: Anzunehmende Immunität bei Asylsuchenden gegenüber VZV
nach Herkunftsregion und Altersgruppe, Untersuchung in den
Erstaufnahme-Einrichtungen Sachsens, 08/2015-09/2015
93,2
97,2
98,9
94,2
94,5
99,4
100,0
96,4
60
70
80
90
100
13 - 30 Jahre 31 - 50 Jahre > 50 Jahre
Gesamt
Anteil VZV-IgG-Antikörper positiver
Personen (%)
Altersgruppen
männlich
weiblich
Abbildung 10: Anzunehmende Immunität gegenüber VZV bei Asylbewerbern
nach Alter und Geschlecht, Untersuchung in den Erstaufnahme-
Einrichtungen Sachsens, 08/2015-09/2915

│15
Weltregionen eine fehlende Immunität gegenüber wenigstens
einer der drei impfpräventablen Erkrankungen Masern, Mumps
und Röteln fest, wobei die Empfindlichkeit nach Alter, Ge-
schlecht und geografischer Herkunftsregion variierte (9).
Gegenüber dem
Mumps
-Virus lag mit durchschnittlich 85 % die
niedrigste Seroprävalenzrate, verglichen mit dem Masern- und
Röteln-Virus sowie VZV, bei Asylsuchenden in Sachsen vor. Mit
zunehmendem Alter stieg diese nur beim weiblichen Geschlecht
auf ca. 95 % an. Bei Asylbegehrenden aus Syrien, Afghanistan
und dem Irak waren in 85,5 %, 87,1 % und 79,5 % Mumps-IgG-
Antikörper nachweisbar.
Seroprävalenz-Studien ergaben bei erwachsenen Immigranten
in Kanada vergleichbare Mumps-IgG-Antikörper-Positivitätsra-
ten von 70-92 % (4, 5).
Bei der erwachsenen deutschen Bevölkerung lagen die Mumps-
Seroprävalenzen bei Frauen in medizinischen und erzieherischen
Berufen in den alten Bundesländern bei 77 % und bei Schwan-
geren aus den neuen Bundesländern bei 96 % (10).
Bei 78,4 % der 0- bis 17-jährigen deutschen Bevölkerung ließen
sich positive Mumps-IgG-Titer messen. Somit war auch in der
KiGGS-Studie die Seronegativität gegenüber dem Mumps-Virus
am höchsten. Unterschiede bezüglich der Seroprävalenzrate
zwischen im Ausland und in Deutschland geborenen Kindern
waren nicht feststellbar (8).
Es soll in diesem Zusammenhang noch darauf hingewiesen wer-
den, dass kein vakzine-induzierter Antikörper-Spiegel als Korre-
lat des individuellen Immunschutzes vor der Mumps-Erkrankung
festgelegt wurde (8, 11, 12).
Asylsuchende Frauen waren in unserem Kollektiv ab der Alters-
gruppe von 13-30 Jahren zu ca. 89 % gegenüber dem
Röteln
-
Virus immun.
Von einer Röteln-Immunität von 75-85 % in erwachsenen Immi-
granten sowie von einer Überrepräsentierung von Immigranten
bei Röteln-Ausbrüchen wird in der Literatur berichtet. Die meis-
ten Fälle kongenitaler Röteln in Kanada und den U.S.A. während
der vergangenen 20 Jahre traten bei Kindern von nicht-geimpf-
ten im Ausland geborenen Müttern auf (4, 5). Während 0,7 %
der untersuchten schwangeren Frauen aus Irland und weiteren
westeuropäischen Ländern seronegativ für Röteln-IgG-Antikör-
per waren, erwiesen sich 5,5 % der Schwangeren aus anderen
Regionen, wobei die meisten aus Zentral- und Osteuropa, Sub-
sahara-Afrika und Asien stammten, suszeptibel gegenüber dem
Röteln-Virus (13). Neu in den U.S.A. angekommene Flüchtlinge
(Alter 0-20 Jahre) hatten in 82 % Röteln-Antikörper (6, 14), wo-
bei 58 % der Kinder <1 Jahr Röteln-IgG-positiv waren.
In Deutschland lag der Anteil der Frauen im gebärfähigen Al-
ter ohne Röteln-Antikörper bei unter 3 % (15, 16). Schwangere
Mitarbeiterinnen eines Universitätsklinikums waren zu 95,5 %
gegenüber dem Röteln-Virus immun (10).
Die Röteln-IgG-Seropositivität betrug bei deutschen 0- bis
17-jährigen Kindern durchschnittlich 87,6 %. Kinder, die im
Ausland geboren waren, wiesen eine höhere Seronegativität als
in Deutschland geborene Kinder auf, was sich durch unzurei-
chende Impfabdeckung erklären lässt (18).
Für Deutschland liegen veröffentlichte Daten zum
VZV
-Im-
munstatus bei Asylsuchenden aus Niedersachsen (17) und aus
Mecklenburg-Vorpommern (18) vor.
Ein Vergleich der VZV-Seroprävalenzen, die in unserem Kollektiv
ab der Altersgruppe von 13-30 Jahren bei beiden Geschlechtern
über 90 % betrug und bei den >50-Jährigen auf nahezu 100 %
anstieg, zeigt im Wesentlichen Übereinstimmung mit den dies-
bezüglichen Ergebnissen aus Niedersachsen, wo - wie in Sach-
sen - Asylbegehrende aus tropischen Regionen zahlenmäßig
sehr unterrepräsentiert waren. In Niedersachsen lag bei 65,3 %
der asylbegehrenden Kinder bis zu 13 Jahren eine Immunität
gegenüber VZV vor.
Asylsuchende aus Ostafrika wiesen mit durchschnittlich 87,8 %
die niedrigste VZV-IgG-Antikörper-Prävalenz in unserem Kollek-
tiv auf. Dies steht im Einklang mit der Tatsache, dass in tropi-
schen Regionen eine Durchseuchung mit Varizellen erst in hö-
herem Alter (10-15 Jahre) verglichen mit Regionen gemäßigten
oder kalten Klimas (4-5 Jahre) auftritt. Somit sind ein größerer
Anteil der adoleszenten und erwachsenen Asylsuchenden aus
tropischen Ländern gegenüber Varizellen empfindlich (ca. 50 %
im Alter von 15 Jahren, ca. 10-15 % im Alter von 30-35 Jahren)
(19, 20). Windpocken-Ausbrüche unter erwachsenen Asylsu-
chenden aus tropischen Regionen, die bald nach deren Ankunft
im gemäßigten Klima auftraten, sind daher mehrfach beschrie-
ben (19, 21).
Asylsuchende in Sachsen, die aus den 3 häufigsten Herkunfts-
ländern Syrien, Afghanistan und dem Irak stammten, wiesen
dagegen durchschnittliche VZV-Immunitätsraten von 97,0 %,
94,3 % und 93,7 % auf.
Diese letztgenannten Daten entsprechen weitgehend den vor-
liegenden Angaben zur VZV-Immunität in der deutschen Bevöl-
kerung, nach denen bei über 95 % aller Erwachsenen Antikör-
per gegen VZV vorhanden sind (22). Nach Wutzler et al. war
ein Anstieg der Seroprävalenzen in Abhängigkeit vom Alter zu
verzeichnen. Kinder im Alter von 4-5 Jahren hatten bereits in
62,5 % eine VZV-Infektion durchgemacht. Im Alter von 10-11
Jahren waren 94,2% der Untersuchten und bei den über 40-Jäh-
rigen >99 % VZV-IgG-Antikörper-positiv (23).
Fazit
Die dargestellten Ergebnisse beziehen sich auf die Asylsuchen-
den in Sachsen, von denen im August und September 2015
ca. 86 % aus Vorder- und Südasien stammten. Aus Verschiebun-
gen der Herkunftsländer und der Altersverteilung können andere
Immunitätsraten resultieren.
Bei den detailliert ausgewerteten Daten für den Zeitraum Au-
gust 2015 und September 2015 zeigte sich eine Zunahme der
Immunität gegenüber dem Masern-, Mumps- und Varizella-
Zoster-Virus mit steigendem Lebensalter der Asylsuchenden, die
beim Masern-Virus am stärksten ausgeprägt war. Die Röteln-
Antikörper-Positivität blieb in den verschiedenen Altersgruppen
dagegen annähernd konstant (durchschnittlich 89,4 %).
Zwischen dem männlichen und weiblichen Geschlecht ließen
sich keine relevanten Unterschiede in den Antikörper-Präva-
lenzen gegenüber dem Masern-Virus und VZV feststellen. Die
IgG-Seropositivität gegenüber dem Mumps-Virus war jedoch
beim männlichen Geschlecht, insbesondere in der Altersgruppe
>50 Jahren, niedriger als bei weiblichen Asylsuchenden.

16 │
Prinzipiell ist anzumerken, dass aktuelle Daten zum Immunsta-
tus bezüglich der aufgeführten Infektionskrankheiten bei der
deutschen Bevölkerung teilweise nur eingeschränkt verfügbar
sind und mitunter nur für bestimmte Bevölkerungsgruppen bzw.
Altersstufen vorliegen.
Der Immunitätslage der Asylsuchenden in Sachsen gegenüber
dem Masern-Virus (durchschnittlich 88 % IgG-positiv), dem
Mumps-Virus (durchschnittlich 85 % IgG-positiv) und dem
Varizella-Zoster-Virus (durchschnittlich 95 % IgG-positiv) ent-
spricht im Wesentlichen derjenigen der deutschen Bevölkerung.
Die Immunität gegenüber dem Röteln-Virus scheint bei Asylbe-
werberinnen (durchschnittlich 89 % IgG-positiv) jedoch etwas
niedriger als bei deutschen Frauen im gebährfähigen Alter zu
sein. Damit entspricht sie auch nicht dem von der WHO in frü-
heren Strategien für die europäische Region festlegten Zielwert
von weniger als 5 % Röteln-Empfindlichkeit bei Frauen im ge-
bärfähigen Alter (24).
Abschließend soll betont werden, dass trotz der weitgehen-
den Übereinstimmung der Immunitätslage bezüglich Masern,
Mumps und VZV zwischen Asylbewerbern und der einheimi-
schen Bevölkerung dennoch Handlungsbedarf in Deutschland
hinsichtlich der weiteren Beförderung von Impfungen besteht.
So müssen, um die Masern zu eliminieren, mehr als 95 % der
Bevölkerung eine entsprechende Immunität besitzen, was weder
bei der deutschen Bevölkerung noch bei den Asylsuchenden der
Fall war (25). Um Mumps zu kontrollieren und eine entspre-
chende Herdenimmunität in der Bevölkerung aufrechtzuerhal-
ten, sollen gemäß früheren Empfehlungen bei 88-92 % der Ein-
wohner Mumps-Antikörper vorliegen. Auch dieser Prozentsatz
wurde weder von den Asylsuchenden noch von der deutschen
Bevölkerung erreicht (8, 26, 27).
Literatur
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Staatsministerium für Soziales, Gesundheit und Familie und
des Sächsischen Staatsministerium des Innern zur gesund-
heitlichen Betreuung von Asylbewerbern durch die Gesund-
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ABl 1992, Nr. 21, vom 03. August 1992, S. 1001 ff
2. Gemeinsame Verwaltungsvorschrift des Sächsischen
Staatsministerium für Soziales und des Sächsischen Staats-
ministerium des Innern zur gesundheitlichen Betreuung von
Asylbewerbern durch die Gesundheitsämter im Freistaat
Sachsen vom 24. Januar 2008. Sächs ABl 2008, Nr. 9, vom
28. Februar 2008, S. 338 ff
3. Gemeinsame Verwaltungsvorschrift des Sächsischen
Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz und
des Sächsischen Staatsministerium des Innern zur gesund-
heitlichen Betreuung von Asylbewerbern und unbegleiteten
minderjährigen Ausländern durch die Gesundheitsämter im
Freistaat Sachsen (Asylbewerbergesundheitsbetreuung –
VwV AsylGesBetr) vom 29. Juli 2015. Sächs ABl 2015, Nr.
34, vom 20. August 2015, S. 1159 ff
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5. Pottie K, Greenaway C, Feightner J, Welch V, Swinkels H,
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│17
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Meldepflicht Juni 2013. Erstveröffentlichung im Epidemio-
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Niedersächsischen Landesgesundheitsamtes 2012/2013;
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rants and refugees: a cost-effectiveness analysis. CID 2007;
44: 1041-1048
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unter somalischen Asylsuchenden in zwei Aufnahmeein-
richtungen in München. Epid Bull 2010; 48: 479-481
22. Robert Koch-Institut. Windpocken, Herpes zoster (Gürtel-
rose). RKI-Ratgeber für Ärzte. Aktualisierte Fassung vom
Januar 2010, Aktualisierung der Meldepflicht Juni 2013.
Erstveröffentlichung im Epidemiologischen Bulletin im No-
vember 2000.
23. Wutzler P, Färber I, Wagenpfeil S, Bisanz H, Tischer A. Sero-
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25. Ramsay M. A strategic framework for the elimination of
measles in European Region. The Expanded Programme on
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26. Anderson RM, May RM. Vaccination and herd immunity to
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27. Quinlisk MP. Mumps control today. JID 2010; 202 (5): 655-
656
Bearbeiter: Dr. med. Ingrid Ehrhard
LUA Dresden
Katja Dreier
LUA Dresden

image
18 │
Molekularbiologische Diagnostik von Mykobakterien
Die Gattung
Mycobacterium
umfasst mehr als 120 verschiedene
Spezies, die, je nach Pathogenität, entweder dem
Mycobacteri-
um tuberculosis
-Komplex, den nicht-tuberkulösen Mykobakte-
rien (NTM) oder
Mycobacterium leprae
zugeordnet werden.
Innerhalb dieser Gattung finden sich auch pathogene Arten, die
schwerwiegende Erkrankungen bei Menschen und Tieren, wie
z. B. Tuberkulose oder Lepra, hervorrufen können.
Für die Diagnostik der Lungentuberkulose ist die mikroskopische
Untersuchung von Atemwegssekreten die schnellste und billigs-
te Nachweismethode. Zur Absicherung dieser Untersuchungser-
gebnisse ist unbedingt der kulturelle Nachweis durchzuführen.
In bestimmten Fällen kommen auch Nukleinsäure-Amplifikati-
onstechniken (NAT) zum Einsatz, die im Vergleich zu den kon-
ventionellen Methoden (Kultur) deutlich schneller sind.
Detektion von Vertretern des M. tuberculosis (MTB)-
Komplexes mittels Polymerase-Kettenreaktion (PCR)
Hierbei handelt es sich um eine Indikationsuntersuchung, die
einen begründeten Verdacht auf das Vorliegen einer Tuberku-
lose voraussetzt. Mittels Polymerase-Kettenreaktion lassen sich
fragliche Befunde nach mikroskopischer Untersuchung rasch
abklären. Bei mikroskopisch positiven Proben kann zeitnah zwi-
schen Tuberkulose-Erregern und nicht-tuberkulösen Mykobak-
terien unterschieden werden. Mikroskopisch negative respira-
torische Proben von Patienten mit begründetem Verdacht auf
Lungentuberkulose können schnell mittels PCR überprüft wer-
den. Allerdings sollte diese Methode nicht zum Screening oder
für Verlaufs- bzw. Therapiekontrollen genutzt werden, da mit-
tels PCR für mikroskopisch negative Proben nur eine Sensitivität
von 80-90 % erzielt werden kann [1].
In unserem Labor nutzen wir für diese Untersuchung einen
M.
tuberculosis
-PCR-Kit, der auf der Amplifikation und gleichzei-
tigen Detektion einer spezifischen, 159 bp langen Region in-
nerhalb des mykobakteriellen Genoms basiert. Mit dieser real
time-PCR werden alle Vertreter des
M. tuberculosis
-Komplexes
erfasst. Dazu zählen
M. tuberculosis, Mycobacterium africanum,
Mycobacterium bovis, Mycobacterium bovis BCG, Mycobacteri-
um microti
und
Mycobacterium pinnipedii
[2].
Weiterhin enthält dieser Kit eine interne Kontrolle (IC) in Form
einer heterologen Kontroll-DNA, die bereits zur Extraktion der
Probe zugesetzt und parallel zur MTB-DNA amplifiziert wird.
Damit wird zum einen die Extraktion überprüft, zum anderen
lassen sich falsch negative Proben durch PCR-Inhibitoren aus-
schließen (siehe Abb. 1).
Differenzierung und Resistenzbestimmung von Mykobak-
terien
Aufgrund verschiedenartig ausgeprägter Pathogenität bzw.
Apathogenität einiger Spezies ist es aus therapeutischer Sicht
essenziell, Vertreter des
M. tuberculosis
-Komplexes gegen
nicht-tuberkulöse Mykobakterien (NTM bzw.
MOTT
M
yco-
bacteria
o
ther
t
han
t
ubercle bacilli) schnell und sicher abzu-
grenzen, innerhalb dieser beiden Gruppen zu differenzieren und
mögliche Resistenzen zu detektieren.
Eine effektive Bekämpfung der Tuberkulose erfordert vor allem
eine möglichst frühzeitige Diagnose, eine schnell einsetzende
effiziente Therapie und die Isolierung infektiöser Patienten, um
Infektketten zu vermeiden bzw. zu unterbrechen. Im Rahmen
der Therapie spielen Resistenzen der Erreger gegenüber Antitu-
berkulotika eine wichtige Rolle. Eine medikamenten-resistente
Tuberkulose ist schwerer behandelbar und oftmals länger infek-
tiös. Hervorzuheben ist dabei die multiresistente Tuberkulose
(multidrug-resistent (MDR)-TB), die vorliegt, wenn der Tuber-
kulose-Erreger gegen die beiden wirksamsten Erstlinien-Antitu-
berkulotika Rifampicin und Isoniazid resistent ist.
Nicht-tuberkulöse Mykobakterien verursachen am häufigsten
chronische, bronchopulomonale Erkrankungen, aber auch gra-
nulomatöse Infektionen der Haut sowie Lymphangitis. Die kli-
nische Symptomatik ist häufig uncharakteristisch, die Infektiö-
sität uneinheitlich und hängt sowohl vom Erreger als auch der
Immunkompetenz des Patienten ab. NTM infizieren vorwiegend
Personen mit geschwächtem Immunsystem, wie z. B. HIV- oder
Leukämie-Patienten, können sich dort ungehindert vermehren
und weitere Infektionen auslösen. Deshalb muss, um eine ef-
fektiven Behandlung zu gewährleisten, auch innerhalb der NTM
differenziert werden.
Voraussetzung für eine weitere Differenzierung und Resistenz-
bestimmung ist das Vorhandensein von Kulturmaterial. Die
damit durchgeführten Untersuchungen basieren alle auf dem-
selben Testprinzip – der DNA-Strip-Technologie. Die mykobak-
terielle DNA wird aus dem Kulturmaterial isoliert und mittels
spezifischer PCR vervielfältigt, wobei Biotin-markierte Primer
zum Einsatz kommen. Anschließend werden die Amplifikate
denaturiert, damit die einzelsträngigen PCR-Produkte an die
membrangebundenen Sonden hybridisieren können. Nach der
Abbildung 1:
A: Qualitative Detektion von MTB-DNA.
B: Qualitative Detektion der Extraktions-Inhibitions-Kontroll-DNA.
MTB –
Mycobacterium tuberculosis
-Komplex, IC – internal control, EK – Extraktionskontrolle, NK – Negativkontrolle, PK - Positivkontrolle

image
│19
Entfernung aller unspezifisch gebundenen Amplifikate wird ein
Streptavidin/Alkalische Phosphatase-Komplex zugegeben, der
durch den Streptavidin-Teil an das Biotin bindet. Die alkalische
Phosphatase wiederum wandelt das anschließend zugegebene
Substrat um, es kommt zu einer Farbreaktion an den spezifi-
schen Bindungsstellen auf dem Membranstreifen. So entstehen,
je nach Fragestellung bzw. Einsatzgebiet des Kits, spezifische
Bandenmuster (siehe Abb. 2), die mit Hilfe der im Testkit enthal-
tenen Schablonen ausgewertet werden.
Mit dem GenoType MTBC-Kit können Stämme innerhalb des
MTB-Komplexes differenziert werden. Beispielhaft sind in Ab-
bildung 2B spezifische Bandenmuster für
M. bovis ssp. caprae
(Blot 1) und
M. tuberculosis/Mycobacterium canetti
(Blot 2)
dargestellt.
Wie bereits erwähnt, ist es im Hinblick auf eine erfolgreiche Tu-
berkulose-Therapie notwendig, multiresistente Erreger zu iden-
tifizieren. Dafür wird der GenoType MTBDR
plus
-Kit verwendet,
mit dem sich Vertreter des MTB-Komplexes hinsichtlich ihrer
Rifampicin-Isoniazid-Resistenz untersuchen lassen. Nachfol-
gend sind in Abbildung 2C spezifische Bandenmuster für einen
Stamm mit Rifampicin-Resistenz (Blot 1 - fehlende Wildtypban-
de für
rpoB
-Gen sowie Mutation innerhalb dieses Gens), einen
Stamm mit high-level Isoniazid-Resistenz (Blot 2 - fehlenden
Wildtypbande für
kat
-Gen sowie Mutation innerhalb dieses
Gens) und einen Wildtypstamm ohne Resistenz gegen Rifampi-
cin oder Isoniazid (Blot 3 - keinerlei Mutationen nachweisbar)
aufgeführt.
Um auch bei nicht tuberkulösen Mykobakterien eine exakte
Therapie zu gewährleisten, sollten auch Vertreter dieser Gruppe
differenziert werden. Dafür wird der GenoType Mycobacterium
CM-Kit eingesetzt. Spezifische Bandenmuster sind in Abbildung
2D beispielhaft für
Mycobacterium abscessus/Mycobacterium
immunogenum
(Blot 1) und
Mycobacterium fortuitum
(Blot 2)
dargestellt.
Quellen
[1]
https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaet-
ter/Ratgeber_Tuberkulose.html#doc2374486bodyText9
[2] artus® M. tuberculosis RG PCR Kit Handbuch
Bearbeiter: Dr. rer. nat. Beate Köpke
LUA Dresden
Abbildung 2:
A:
Reaktionsprinzip der DNA-STRIP-Technologie. Position der Oligonukleotide und Markierungslinien sind jeweils rechts angegeben.
B:
Auswerteblot GenoType MTBC zur Differenzierung des MTB-Komplexes.
1, Konjugatkontrolle; 2, Universalkontrolle (23S rRNA); 3, MTBC spezifische Kontrolle (23S rRNA); 4 bis 12, diskriminierend für MTBC-Spezies (
gyrB
-Gen); 13,
diskriminierend für
M. bovis
BCG (RD1- Deletion).
C:
Auswerteblot GenoType MTBDR
plus
zur Resistenzbestimmung von Vertretern des MTB-Komplexes. WT – Wildtyp; MUT – Mutante.
1, Konjugatkontrolle; 2, Amplifikationskontrolle; 3,
M. tuberculosis
-Komplex; 4-16,
rpoB
-Gen (kodiert für β-Subunit der RNA-Polymerase), Identifikation Rifam-
picin-Resistenz; 17-20,
kat
-Gen (kodiert für Katalase-Peroxidase), high level Isoniazid-Resistenz; 21-27,
inhA
-Gen (kodiert für NADH-Enoyl-ACP-Reduktase),
low level Isoniazid-Resistenz.
D:
Auswerteblot GenoType Mycobacterium CM zur Differenzierung nicht- tuberkulöser Mykobakterien. Target: 23 S rRNA-Gen.
1, Konjugatkontrolle; 2, Universalkontrolle; 3, Genuskontrolle für Gattung
Mycobacterium
; 4 bis 17, spezifische Sonden für individuelle und kombinierte
Myco-
bacterium
-Spezies.

image
image
20 │
Ergebnisse der Antibiotika-Resistenztestung von
Neisseria gonorrhoeae in der Landesuntersuchungs-
anstalt Sachsen im Zeitraum von 2010-2015
Die Gonorrhoe wird durch den Erreger
Neisseria gonorrhoeae
hervorgerufen. Infektionen mit
N. gonorrhoeae
(NG) zählen
mit zu den häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen (STI).
Nach Schätzungen der WHO liegt die Zahl der Neuinfektionen
mit
N. gonorrhoeae
weltweit bei ca. 106 Millionen pro Jahr. Das
Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von
Krankheiten (ECDC) meldete im Jahr 2012 insgesamt 47.387
NG-Infektionen aus 29 europäischen Ländern mit einer durch-
schnittlichen Inzidenz von 15,3 Erkrankungen pro 100.000 Ein-
wohner.
In Deutschland war die Gonorrhoe bis 2001 meldepflichtig. Mit
der Einführung des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) entfiel die
Meldepflicht, so dass kaum epidemiologische Daten zur Ver-
breitung von NG-Infektionen zur Verfügung stehen. Einzig im
Freistaat Sachsen besteht eine Labormeldepflicht des direk-
ten Nachweises von NG nach der Verordnung des Sächsischen
Staatsministeriums für Soziales und Verbraucherschutz über
die Erweiterung der Meldepflicht für übertragbare Krankhei-
ten und Krankheitserreger nach dem Infektionsschutzgesetz
(IfSGMeldeVO). Im Jahr 2015 betrug die Inzidenz der Gonorrhoe
in Sachsen 20,4 Erkrankungen pro 100.000 Einwohner (Stand
vom 25.01.2016), 2014 lag sie bei 17,9 pro 100.000.
Alarmierend ist jedoch nicht nur die Zunahme der Gonokokken-
Infektionen, sondern auch die weltweite Zunahme der Anti-
biotika-Resistenzen bei NG-Isolaten. Diese stellen eine zuneh-
mende Herausforderung bei der Therapie der Gonorrhoe dar. In
den letzten Jahren kam es zu einem vermehrten Auftreten von
Antibiotika-Resistenzen bei Gonokokken-Isolaten gegenüber
ursprünglich gut wirksamen Antibiotika wie Penicillin, Tetracyc-
lin, Ciprofloxacin und Azithromycin.
Derzeit lässt sich ein beunruhigender globaler Trend für die bis-
her empfohlene Therapie mit Cephalosporinen der 3. Generation
(Cefixim, Ceftriaxon) beobachten. Berichte über die verringerte
Empfindlichkeit gegen die „last-line“ Cephalosporine geben An-
lass zur Sorge. Im Frühjahr 2011 wurde von einem NG-Isolat in
Japan berichtet, welches gegen Cefixim und Ceftriaxon resis-
tent war. In Österreich kam es zu einem Therapieversagen durch
Cefixim-Resistenz der Gonokokken und aus Spanien wurde über
zwei „high-level“ Ceftriaxon-resistente NG-Isolate berichtet.
Aktuell liegen für das Jahr 2013 Daten zu Antibiotika-Resisten-
zen von NG im Rahmen des European Gonococcal Antimicrobial
Surveillance Programme (Euro-GASP) vor. Es wurden 1.994 NG-
Isolate aus 21 Ländern getestet. Die Resistenzrate gegenüber
Penicillin betrug 11 %, gegenüber Ciprofloxacin 52,9 %, gegen-
über Azitromycin 5,4 %, gegenüber Cefixim 4,7 % und bei 7
Isolaten lag eine Resistenz gegen Ceftriaxon vor.
Untersuchungsergebnisse der LUA
Im Zeitraum vom 01.01.2010 bis 31.12.2015 wurden 1.153 Un-
tersuchungsmaterialien an die Landesuntersuchungsanstalt für
das Gesundheits- und Veterinärwesen (LUA) Sachsen zur bak-
teriologischen Untersuchung auf
N. gonorrhoeae
eingesandt.
Trotz der Verfügbarkeit molekularbiologischer Untersuchungs-
methoden (Polymerase-Ketten-Reaktion, PCR), die auch an der
LUA vorgehalten werden, ist die kulturelle Anzucht des Erregers
noch immer der diagnostische Standard zum Nachweis einer
Gonokokken-Infektion und für die Antibiotika-Resistenztestung
unentbehrlich. Die Einsendungen erfolgten zum größten Teil
durch die STI/AIDS-Beratungsstellen der Gesundheitsämter.
Untersuchungsmaterialien waren Abstriche von Urethra, Cervix,
Rektum und Oropharynx. Die Materialien wurden mikroskopisch
und mittels bakteriologischer Kultur untersucht.
Im Grampräparat des Untersuchungsmaterials erscheinen Go-
nokokken als gramnegative, semmelförmige, meist paarweise
gelagerte Kokken (Diplokokken), die häufig intraleukozytär ge-
lagert sind (Abbildung 1).
Die Untersuchungsmaterialien wurden zur Erregeranzucht auf
Schokoladen-Agar (Abbildung 2), Neisserien-Selektivagar und
Abbildung 1: Grampräparat von
N. gonorrhoeae
aus einem Harnröhrenabstrich
Quelle: de.wikipedia.org
Abbildung 2:
N. gonorrhoeae
auf Schokoladen-Agar
Quelle:
https://www.thermoscientific.de/product/chocolate-
agar-vitox.html

│21
als Anreicherungskultur in Hirn-Herz-Bouillon angelegt. Die Be-
brütung der Nährmedien erfolgte 72 h bei erhöhter CO
2
-Span-
nung. Die Identifizierung wurde biochemisch mittels VITEK® 2
bzw. mittels MALDI-TOF-MS (matrix-assisted laser desorption
& ionization time-of-flight mass spectrometry) im VITEK® MS
durchgeführt.
Aus 169 Proben konnte
N. gonorrhoeae
kulturell angezüchtet
werden, was einer Positivrate von 14,7 % entspricht (Tabelle 1).
Tabelle 1: Kulturelle Untersuchungen auf N. gonorrhoeae
und Nachweishäufigkeit,
2010-2015
Jahr
Untersu-
chungen
Nachweishäufigkeit
Nachweishäufigkeit
nicht patientenbe-
zogen
patientenbezogen
absolut
in %
absolut
in %
2010
133
23
17,3
21
15,8
2011
143
29
20,3
26
18,2
2012
162
37
22,8
34
21,0
2013
213
40
18,8
37
17,4
2014
269
26
9,7
26
9,7
2015
233
14
6,0
13
5,6
Von 156 NG-Isolaten (Erstnachweise) wurde eine Antibiotika-
Resistenztestung durchgeführt. Die Bestimmung der minimalen
Hemmkonzentration erfolgte mittels Etest® auf Schokoladen-
Agar. Als Grenzwerte für die Interpretation der Antibiotika-
Empfindlichkeit wurden die EUCAST-Breakpoints (mg/L) zu-
grunde gelegt (Penicillin: sensibel (S)≤0,06, resistent (R)>1;
Tetracyclin: S≤0,5, R>1; Ciprofloxacin: S≤0,03, R>0,06; Azi-
thromycin: S≤0,25, R>0,5; Cefixim: S≤0,12, R>0,12; Ceftriaxon:
S≤0,12, R>0,12). Im Jahr 2015 lagen die in der LUA bestimmten
Resistenzraten für Penicillin bei 15 % (2010: 13 %), für Tetra-
cyclin bei 38 % (2010: 25 %), für Ciprofloxacin bei 46 % (2010:
45 %) und für Azithromycin bei 0 % (2010: 10 %). Gegenüber
Cefixim und Ceftriaxon lagen im Untersuchungszeitraum keine
Resistenzen vor (Abbildung 3).
Resistenzsituation in Deutschland
Für Deutschland wurden im Rahmen der PEG-Resistenzstudie
2010 Daten zur Resistenzsituation von NG erfasst. Es wurden
213 Gonokokken-Isolate getestet. Die Ergebnisse zeigen eine
Resistenz gegenüber Ciprofloxacin von 74 %, gegenüber Tet-
racyclin von 42 %, gegenüber Penicillin von 80 % und gegen-
über Azithromycin von 6 %. Resistenzen der untersuchten NG-
Stämme gegenüber Cephalosporinen der 3. Generation (Cefixim,
Ceftriaxon) lagen nicht vor.
Im Rahmen der Teilnahme unseres Labors an der PEG-Studie
2010 -Teilprojekt Gonokokken - wurden 20 NG-Isolate an das
Konsiliarlabor für Gonokokken eingesandt. Von 16 Stämmen er-
folgte eine Empfindlichkeitsprüfung. Die Ergebnisse zeigten eine
Resistenz von 6 % (1 Stamm) gegenüber Penicillin, von 31 %
gegenüber Tetracyclin und Azithromycin (jeweils 5 Stämme) so-
wie von 62 % (10 Stämme) gegenüber Ciprofloxacin. Resisten-
zen gegenüber Cefixim und Ceftriaxon waren nicht nachweisbar
(Abbildung 4).
Daten zur aktuellen Situation 2014 liegen aus dem Konsiliar-
labor für Gonokokken vor. So konnte auch in Deutschland seit
2010 das Auftreten einer verminderten Empfindlichkeit von Go-
nokokken gegenüber Cefixim festgestellt werden. 2013 wurde
40
19
26
19 19
23
44
54
59
65
35
46
50
58
62
54
38
54
55
46
59
81
69
77
100 100 100 100 100 100
100 100 100 100 100 100
47
81
65
70
69
62
32
35
12
8
19
15
5
35
32
24
16
19
23
13
9
11
12
15
25
12
29
27
46
38
45
42
38
46
62
46
10
23
18
3
12
0%
10%
20%
30%
40%
50%
60%
70%
80%
90%
100%
Anteil (%)
Resistent
Intermediär
Sensibel
Penicillin
Tetracycline
Ciprofloxacin
Azithromycin
Cefixim
Ceftriaxon
Abbildung 3:
Ergebnisse der Antibiotika-Resistenztestung von
N. gonorrhoeae
an der LUA Sachsen in den Jahren 2010-2015
.
Anzahl (n) der getesteten NG-Isolate=156, gegenüber Penicillin (n=151), gegenüber Tetracyclin (n=152).
19
38
38
69
100
100
75
31
31
6
31
62
0%
10%
20%
30%
40%
50%
60%
70%
80%
90%
100%
Anteil (%)
Antibiotika
Resistent
Intermediär
Sensibel
Abbildung 4:
Ergebnisse der Antibiotika-Resistenztestung von 16 N. gonor-
rhoeae-Isolaten aus der LUA Sachsen im Rahmen der PEG-Studie
2010

22 │
erstmals ein Cefixim-resistenter Stamm isoliert, welcher zu-
sätzlich eine verminderte Empfindlichkeit gegenüber Ceftriaxon
zeigte. Seit 2011 wird auch in Deutschland der weltweite Trend
von NG-Stämmen mit verminderter Empfindlichkeit gegenüber
Cefriaxon beobachtet. Ein Ceftriaxon-resistenter Stamm konnte
bisher nicht nachgewiesen werden.
Um die Daten in Deutschland hinsichtlich der Diagnostik und
Antibiotika-Resistenztestung bei NG-Infektionen zu verbessern,
hat das RKI in Zusammenarbeit mit dem Konsiliarlabor für Go-
nokokken das Gonokokken-Resistenz-Netzwerk (GORENET) ge-
gründet . In der ersten Phase des GORENET-Projekts erfolgte die
Datenerhebung zur Laborlandschaft bei der NG-Diagnostik. Im
April 2014 wurde die 2. Phase gestartet, welche die regelmä-
ßige Datenerhebung von Antibiotika-Resistenzen bei Gonokok-
ken-Infektionen zum Ziel hat. Von unserem Labor wurden 2014
insgesamt 23 NG-Erstisolate an das Konsilarlabor für Gonokok-
ken eingesandt, davon konnten jedoch nur 11 Isolate wieder
angezüchtet werden. Die Resistenztestung erfolgte bisher von
5 NG-Isolaten. Alle 5 Stämme waren gegenüber Cefixim und
Ceftriaxon sensibel (Abbildung 5).
Therapie
Die Drittgenerations-Cephalosporine (Cefixim, Ceftriaxon) gal-
ten als letzte Substanzklasse für die kalkulierte Therapie von
NG-Infektionen. Auf Grund des Auftretens erhöhter minimaler
Hemmkonzentration und von Resistenzen von
N. gonorrhoeae
gegenüber Cefixim und Ceftriaxon sowie Berichten aus Europa
über klinische Therapieversagen wurde durch die Deutsche STI-
Gesellschaft e.V. (DSTIG) 2013 eine neue Leitlinie für die First-
line-Therapie der Gonorrhoe erstellt, da das bisher als Mittel der
ersten Wahl gebräuchliche Cefixim für eine kalkulierte Therapie
nicht mehr uneingeschränkt empfohlen werden kann. Eine ad-
äquate Initialtherapie ist jedoch notwendig, damit sich resisten-
te Stämme nicht rasch ausbreiten. Die neue Leitlinie empfiehlt
daher für die kalkulierte Therapie der unkomplizierten Gonor-
rhoe der Harnröhre, der Zervix und des Rektums bei Erwachse-
nen und Adoleszenten als duale Therapie die Kombination von
1g Ceftriaxon plus 1,5g Azithromycin jeweils als Einmaldosis.
Fazit
Auf Grund der hohen Inzidenz und der zunehmenden Antibio-
tika-Resistenzen von NG-Isolaten weltweit sowie der damit
schwindenden Behandlungsmöglichkeiten ist die Überwachung
der Resistenzentwicklung von
N. gonorrhoeae
von entscheiden-
der Bedeutung, um eine wirksame Therapie zu gewährleisten.
Quellen
1. WHO. Global action plan to control the spread and impact
of antimicrobial resistance in Neisseria gonorrhoeae; 2012
2. ECDC. Surveillance Report, Sexually transmitted infections
in Europe 2012
3. ECDC. Surveillance Report, Gonococcal antimicrobial su-
sceptibility surveillance in Europe 2013
4. Landesuntersuchungsanstalt für das Gesundheits- und Ve-
terinärwesen (LUA) Sachsen. Jahresbericht 2014
5. Robert Koch-Institut, RKI-Ratgeber für Ärzte, Gonorrhoe,
19.08.2015
6. Vivantes Klinikum Neukölln, Konsiliarlabor Gonokokken,
Fachinformationen, Stand 06.10.2015
7.
Epidemiologisches Bulletin 2014; 37: 365-369
8.
Deutsche STI-Gesellschaft (DSTIG). S2k-Leitlinie: Gonor-
rhoe bei Erwachsenen und Adoleszenten, aktueller Stand:
08/2013
Bearbeiter: DB Carola Gehre
LUA Dresden
2
2
5
5
2
2
1
2
2
3
2
0
1
2
3
4
5
Penicillin
Gentamycin
Ciproflocacin
Azithromycin
Cefixim
Ceftriaxon
Anzahl der NG-Isolate (n)
Antibiotika
Resistent
Intermediär
Sensibel
Abbildung 5:
Ergebnisse der Antibiotika-Resistenztestung von 5
N. gonor-
rhoeae
-Isolaten aus der LUA Sachsen im Rahmen des GORENET-
Projekts 2014

image
│23
Positiver Hemmstofftest, was nun?
Hintergrund
Die Tierische Lebensmittel-Überwachungsverordnung (Tier-
LMÜV) schreibt gemäß § 10 vor, dass bei mindestens 2 % aller
gewerblich geschlachteten Kälber und mindestens 0,5 % aller
sonstigen gewerblich geschlachteten Huftiere amtliche Proben
zu entnehmen und auf Rückstände zu untersuchen sind [1]. Die-
se Proben beziehen sich sowohl auf Hemmstoffproben als auch
auf Untersuchungen vornehmlich hinsichtlich pharmakologisch
wirksamer Stoffe und in geringem Umfang auf Kontaminanten.
Diese Forderung wird im Nationalen Rückstandskontrollplan
(NRKP) umgesetzt.
Der Hemmstofftest
Der 3-Platten-Hemmstoftest stellt ein mikrobiologisches Ver-
fahren zum Nachweis von antibakteriell wirksamen Substanzen
in bestimmten tierischen Geweben dar. Rechtliche Grundlage ist
die Allgemeine Verwaltungsvorschrift Lebensmittelhygiene (AVV
LmH) [2]. Probenmatrizes sind Muskulatur aus Vorder- oder
Hinterviertel sowie eine Niere (beim Geflügel Muskulatur und
Leber) desselben Tieres. Aus Muskulatur und Nierenmark werden
jeweils drei zylinderförmige Gewebestücke ausgestanzt und auf
jeweils drei feste Nährböden gelegt.
Um eine gute Diffusion eventuell vorhandener antibakterieller
Rückstände zu gewährleisten, darf sich zwischen Nährboden
und Muskel keine Faszie oder Fettgewebe befinden und der
Muskelfaserquerschnitt muss dem Nährboden nach unten auf-
liegen.
Die drei Nährböden haben gemein, dass sie eine hemmstoffemp-
findliche Bakterienkultur (
Bacillus subtilis
) in bestimmter Kon-
zentration enthalten. Sie unterscheiden sich jedoch hinsichtlich
ihrer pH-Werte (pH-Wert 6,0; 7,2; 8,0); außerdem enthält der
Nährboden mit pH-Wert 7,2 noch das Antibiotikum Trimetho-
prim in einer vorgeschriebenen Konzentration. Nach Auflegen
der Gewebezylinder folgt eine Inkubation der Platten für 18 bis
24 Stunden bei 30°C.
Bacillus subtillis
wächst ungehemmt auf
der gesamten Agarplatte, also auch im direkten Anschluss an/
um die Proben herum, wenn keine Hemmstoffe in den Geweben
enthalten sind.
Wenn Hemmstoffe enthalten sind, entsteht ein sog. Hemmhof,
d. h. dass der Testkeim dort nicht wächst. Dies ist durch die
Diffusion der antibakteriell wirksamen Stoffe in die Probenum-
gebung begründet. Gemessen wird die Hemmzonenbreite zwi-
schen dem Rand des Gewebezylinders und der Wachstumsgren-
ze des Testkeimes. Ein Hemmhof mit einer Breite von mehr als
2 mm ist bei klarer Abgrenzung als positiv zu bewerten, siehe
Abb. 1. Zweifelhafte Befunde sind klar abgegrenzte Hemmzonen
mit einer Breite von 1 mm bis 2 mm und z. B. auch Wachstums-
hemmzonen von mind. 2 mm Breite, die doppelt auftreten oder
nicht klar abgegrenzt sind.
Zur Überprüfung der Funktionalität des Hemmstoffagars müs-
sen Kontrollplatten mit beladenen Testblättchen folgenderma-
ßen mitgeführt werden: pH 6.0 – Penicillin G 0,01 IE; pH 7,2
– Sulfadimidin 0,5 µg; pH 8,0 - 0,5 µg Streptomycin.
Absicherung positiver/zweifelhafter Hemmstofftests
Die positiven bzw. nicht eindeutigen/zweifelhaften Hemmstoff-
proben (siehe oben) im Rahmen des NRKP und auch die posi-
tiven bzw. nicht eindeutigen/ zweifelhaften Befunde bakterio-
logischer Fleischuntersuchungen werden auf pharmakologisch
wirksame Stoffe, speziell auf Antibiotika, gemäß AVV LmH [2]
untersucht.
Rückblick Analytik Antibiotika
Begonnen wurde in den 90er Jahren bzgl. der chemisch-analy-
tischen Absicherung von positiven Hemmstoffproben mit ein-
zelnen Untersuchungsmethoden. Die Antibiotika unterteilen
sich in viele Stoffgruppen. Für jede Stoffgruppe, wie z. B. für
die Tetracycline oder für die Sulfonamide musste eine einzelne
Probenvorbereitung und Messung aufgebaut werden. Die Ana-
lysen der Stoffgruppen hinsichtlich Probenvorbereitung und De-
tektion unterschieden sich, um eine Nachweisbarkeit und die
geforderten Empfindlichkeiten zu erreichen. So wurden bis 2006
für eine positive Hemmstoffprobe 8 verschiedene Probenvorbe-
reitungen und 8 verschiedene Analysenmethoden durchgeführt
(siehe Abb. 2), es konnten mit vier Detektionstechniken 36 rele-
vante Antibiotika untersucht werden.
Abbildung 1:
Positive (links, roter Kreis) und negative (rechts)
Hemmstoffprobe am Beispiel einer Niere bei pH 6
2
4
1
1
12
GC-MS
HPLC-DAD HPLC-FLD
EIA
LC-MS/MS
bis 2006
ab 2007
Abbildung 2:
Anzahl der untersuchten Stoffgruppen in Abhängigkeit der De-
tektionstechnik bis 2006 und ab 2007
GC-MS (Gaschromatographie-Massenspektrometrie)
HPLC-DAD (Hochdruckflüssigchromatographie-Dioden Array Detektor)
HPLC-FLD (Hochdruckflüssigchromatographie-Fluoreszenzdetektor)
EIA
(Enzymimmunoassay)

24 │
Entwicklung der Analytik
Seit 2007 wurde es möglich, im Zuge der neuen LC-MS/MS-
Technik (Flüssigchromatographie gekoppelt mit Massenspektro-
metrie/Massenspektrometrie), weitere Stoffgruppen zu bestim-
men. Es wurden nach und nach die notwendigen Stoffgruppen
mit neuen Antibiotika in eine Methode eingebunden, es können
jetzt 12 Stoffgruppen mit nur noch 2 Probenvorbereitungen
für 89 Tierarzneimittel und einer Detektionstechnik untersucht
werden (siehe Abb. 2). Eine Probenvorbereitung umfasst 11
Stoffgruppen mit 81 zu analysierenden Antibiotika, welche sich
von ihren physikalischen und chemischen Eigenschaften stark
unterscheiden. Diese Stoffe in eine Methode zu integrieren, ist
schwierig. Jährlich kommen mehrere neue Wirkstoffe hinzu.
Die Abbildung 3 zeigt die Anzahl der bis 2006 und ab 2007 un-
tersuchten Antibiotika je Stoffgruppe, welche für die positiven
Hemmstoffproben von Bedeutung sind.
Die wasserlöslichen Aminoglykoside bilden eine Ausnahme. Sie
erfordern aufgrund ihrer extremen Polarität eine einzelne Auf-
bereitungs- und Messmethode, konnten aber mit der neuen De-
tektionstechnik auf 8 Aminoglykoside erweitert werden.
Mit der Änderung der AVV LmH von 2011 wurde die Bestätigung
mittels LC-MS/MS Pflicht.
Ergebnisse
In der Tabelle 1 werden in Abhängigkeit von der Tierart die An-
zahl der Hemmstoffproben im Rahmen des NRKP, die zweifel-
haften oder positiven Proben und die Ergebnisse der chemisch-
analytischen Nachuntersuchungen aus den Jahren 2014 und
2015 dargestellt.
Tabelle 1: Anzahl der Hemmstoffproben, Anzahl der zwei-
felhaften oder positiven Hemmstoffproben und
Anzahl der nachgewiesenen Rückstände mittels
LC-MS/MS - 2014 und 2015
Tierart
Anzahl
Hemm-
stoff-
proben
zwei-
felhaft
oder
positiv
Niere
Muskulatur
Rück-
stände
< MRL
Rück-
stände
> MRL
Rück-
stände
< MRL
Rück-
stände
> MRL
Kalb
114
3
4
1
2
0
Rind
113
0
Schwein
1.269
4
2
2
3
1
Schaf /
Ziege
130
0
sonst.
Tiere
10
0
Fisch
10
0
MRL - Maximal zulässige Rückstandsmenge
Bei den gefundenen Rückständen handelt es sich beim Kalb um
Tetracycline, Penicilline und Makrolide und beim Schwein um
Tetracycline. In den Proben vom Kalb wurden mehrere Rück-
stände festgestellt, demzufolge ist die Anzahl der gefundenen
Antibiotika größer als die Anzahl der positiven oder zweifelhaf-
ten Proben.
4
19
4
11
14
2
8
9
9
3
3
3
3
17
4
2
3
1
2
7
0
0
0
0
Amphenicole
Sulfonamide
Tetracycline
Chinolone
Makrolide
Diaminopyrimidine
Aminoglykoside
Penicilline
Cephalosporine
Pleuromutiline
Polypeptidantibiotika/Polymixine
Lincosamide
bis 2006
ab 2007
Abbildung 3:
Anzahl der untersuchten Antibiotika je Stoffgruppe bis 2006 und ab 2007

│25
Schlussbetrachtungen
Seit 2011 müssen die Abgabe von Tierarzneimitteln (speziell An-
tibiotika) an Tierärzte durch die Industrie an das Deutsche Ins-
titut für medizinische Dokumentation (DIMDI) gemeldet werden
(3). Im Jahre 2014 wurden z. B. 450 t Penicilline und 342 t Tet-
racycline abgegeben, diese beiden Stoffgruppen stehen an Platz
eins und zwei in dieser DIMDI-Datenbank. Das spiegelt sich in
den hiesigen Untersuchungsergebnissen wieder, da in positiven
und zweifelhaften Hemmstoffproben vorrangig diese Antibioti-
kagruppen detektiert wurden.
Bei nur 2,6 % der untersuchten Kälber und nur 0,3 % der un-
tersuchten Schweine aus den Jahren 2014 und 2015 war der
Hemmstofftest positiv oder zweifelhaft. Es konnte in allen Fäl-
len die Ursache für den positiven Hemmstofftest gefunden wer-
den. Die Untersuchungen auf pharmakologisch wirksame Stoffe
zeigen, dass diese Stoffe, welche auf den Hemmstofftest reagie-
ren, gut nachgewiesen werden können.
Diese Ergebnisse machen deutlich, dass Antibiotikarückstände
bei Schlachttieren nur sehr selten nachgewiesen wurden und
maximal zulässige Rückstandsmengen zumeist nicht überschrit-
ten werden.
Quellen
[1] Tierische Lebensmittel-Überwachungsverordnung-
Tier-
LMÜV
vom 8. August 2007 (BGBl. 1. S. 1816, 1864), zuletzt
geändert durch Artikel 2 der Verordnung vom 11. November
2010 (BGBl. 1 S. 1537), gemäߧ10 Abs. 1 Nr. 1
[2] Allgemeine Verwaltungsvorschrift über die Durchführung
der amtlichen Überwachung der Einhaltung von Hygie-
nevorschriften für Lebensmittel tierischen Ursprungs und
zum Verfahren zur Prüfung von Leitlinien für eine gute
Verfahrenspraxis (AVV Lebensmittelhygiene,
AVV LmH
) in
der Fassung der Bekanntmachung vom 09. November 2009
(BAnz. Nr. 178 a S. 3), zuletzt geändert durch Verwaltungs-
vorschrift vom 20.10.2014 (BAnz AT 07.11.2014 B2)
[3]
http://www.bvl.bund.de/DE/08_PresseInfothek/01_Fu-
erJournalisten/01_Presse_und_Hintergrundinformatio-
nen/05_Tierarzneimittel/2015/2015_07_28_pi_Antibioti-
kaabgabemenge2014.html;jsessionid=8DAA0ECA7AFC4F2
CF926DB19470BC7E0.2_cid350
Bearbeiter: DC Angelika Oltmanns
LUA Chemnitz
DVM Sandy Schumann
LUA Chemnitz

image
image
image
26 │
Nachweis von Kuhpocken bei Katzen –
ein Fallbericht
Viren der Familie Poxviridae werden regelmäßig im Untersu-
chungsgut der LUA nachgewiesen. Am häufigsten trifft dies für
den Nachweis von Parapocken (v. a. bei Rindern) zu. Neben an-
deren Pockenspezies wie z. B. bei Vögeln (z. B. Kanarienvogel,
Taube) und Kaninchen (Myxomatose) betrifft dies auch Infekti-
onen mit Kuhpocken bei verschiedenen Tierarten. An einem ak-
tuellen Fall bei Katzen werden nachfolgend wesentliche Aspekte
des Erregers, der Klinik, der Diagnostik sowie dessen zoonoti-
sches Potential erläutert.
Fallbericht
Von einer Tierarztpraxis wurde ein euthanasierter Katzenwelpe
(6 Wochen alt) zur pathologisch anatomischen Untersuchung
und Abklärung der Todesursache in die LUA eingeschickt. Vor-
berichtlich waren von dem Wurf zwei der insgesamt 5 Welpen
bereits im Alter von 2 Wochen euthanasiert worden; die ver-
bliebenen Jungtiere waren antibiotisch behandelt worden. Die-
se wurden 4 Wochen später der einsendenden Tierärztin vor-
gestellt. Bei zwei Welpen zeigten sich Hautulzerationen (Kopf,
Pfoten, Schwanz) und ein gestörtes Allgemeinbefinden. Einer
der beiden Welpen musste aufgrund des schlechten Allgemein-
zustandes (Apathie, Kachexie, Anorexie) euthanasiert werden
und wurde zur Abklärung der Krankheitsursache eingesandt. Die
Katzenmutter und der dritte Welpe waren klinisch unauffällig.
Pathologisch-anatomisch war bei dem Jungtier eine multifokal
exsudative bis ulzerative, teils proliferative Dermatitis im Kopf-
bereich sowie an den Vordergliedmaßen feststellbar. Im Bereich
der hinteren Extremitäten zeigten sich Haarausfall sowie papu-
löse Hauteffloreszenzen (s. Abb. 1 A-C). Weiterhin war in der
Lunge im Bereich des linken Hauptlappens fokal ein weißgrauer,
unregelmäßig begrenzter kleiner Knoten sichtbar. Die übrigen
Organe waren makroskopisch unauffällig.
Die histologische Untersuchung der veränderten Haut ergab
eine multifokal oberflächliche, teils tiefe, mittel- bis hochgra-
dig eitrig-nekrotisierende Dermatitis. Multifokal waren sero-
zelluläre Krusten nachweisbar, an einigen Stellen intracorneale
Pusteln und Vesikel bis hin zu umschriebenen Erosionen und
Ulzerationen und eine teils diffuse epidermale Hyerplasie. Ab-
schnittsweise konnten massenhaft intrazytoplasmatische Ein-
schlusskörperchen in den Epithelzellen nachgewiesen werden.
In der Lunge zeigte sich eine fokal hochgradige umschriebene
granulomatöse bis nekrotisierende Pneumonie (s. Abb. 2 A-C).
Aufgrund der pathologisch-anatomischen und histologischen
Befunde wurde neben der bakteriologischen Untersuchung
(Nachweis von Staphylokokken, Streptococcus canis, Coryne-
bacterium sp. in Haut, Lunge und Gehirn) eine virologische Un-
tersuchung zur Abklärung einer Pockenvirusinfektion eingeleitet.
Sowohl in der Haut wie auch in Organpools von Gehirn, Lunge
bzw. Leber, Milz und Niere konnte Orthopocken-spezifische Nu-
kleinsäure mittels PCR nachgewiesen werden. Das Virus wurde
auf der Chorioallantoismembran (CAM) im bebrüteten Hühnerei
angezüchtet (Abb. 3) und als Orthopockenvirus elektronenmik-
roskopisch bestätigt. Das Organmaterial sowie das Isolat wur-
den zur weiteren Typisierung an das Nationale Referenzlabor
(NRL) für Pocken eingeschickt und dort als Kuhpockenvirus klas-
Abbildung 1: Pathologisch-anatomische Untersuchung
Abbildung 1A: Kopf: umschriebene, teils konfluierende Verdickung der Haut am
Nasenrücken. Median wurde zur Untersuchung ein Schnitt an-
gelegt.
Abbildung 1B: Vorderpfote: Verdickung der Haut
und Ulzeration
am Fuß-
ballen.
Abbildung 1C: Hinterfuß: Verdickung der Haut

image
image
image
image
│27
sifiziert. Weiterhin wurden nach Anzucht in CRFK-Zellkulturen
Caliciviren in Haut und dem Organpool aus Gehirn und Lunge
isoliert und ebenfalls mittels Elektronenmikroskopie bestätigt.
Als Hauptbefund ergab sich somit in dem vorliegenden Fall eine
generalisierte Infektion der Katze mit Kuhpocken und bakteri-
eller/viraler Sekundärinfektion. Aus der gleichen Tierarztpraxis
wurde zwei Monate später eine Hautstanze einer fünf Monate
alten Katze zur differentialdiagnostischen Abklärung einer ge-
neralisierten Pockenvirusinfektion eingesandt. Auch in dieser
Probe konnten mit den o. g. Methoden (PCR, Virusanzucht auf
CAM) Orthopocken nachgewiesen werden. In beiden Fällen gab
es weder vorberichtlich noch im Nachgang der Diagnosestellung
Hinweise auf eine Infektion von Kontaktpersonen.
Hintergrund
Infektionen von Katzen mit Kuhpocken haben in der Vergan-
genheit an Bedeutung gewonnen, da der Erreger in Zusam-
menhang mit Übertragungen von der Katze auf den Menschen
nachgewiesen werden konnte. Eine Übersicht über die Fallzah-
len im Tierseuchennachrichten-System (TSN) zeigen, dass die
dokumentierten Nachweise nach einem Anstieg in den Jahren
2008/2009 wieder deutlich zugenommen haben (s. Tabelle 1).
Die Zahlen der letzten 3 Jahre beziehen sich dabei fast aus-
schließlich auf Nachweise bei der Katze.
Tabelle 1: Im TSN dokumentierte Kuhpockennachweise bei
Säugetieren in Deutschland im Zeitraum 2007
und 2015 (Q.: TSN)
Jahr
Anzahl Seuchenobjekte
Deutschland (Sachsen)
Anzahl betroffene Tiere
(davon Haustiere)
2007
2 (0)
2 (1)
2008
4 (0)
30 (29)
2009
11 (0)
100 (100)
2010
6 (0)
17 (13)
2011
0
0
2012
3
4 (4)
2013*)
4
14 (14)
2014
21 (2)
24 (24)
2015
27 (1)
53 (53)
Gesamt
81 (3)
246 (241)
*) Aufnahme der Tierart Katze in die Meldepflicht
Abbildung 2: Histologische Untersuchung
Abbildung 2A: Haut: Hyperplasie des Epithels mit ballonierender Degeneration
(blaue Pfeilspitze) und massenhaft eosinophilen, intrazytoplas-
matischen Einschlußkörperchen(Schwarzer Pfeil, einige ausge-
wählte EK).
Abbildung 2B: Haut: Erosion des Epithels mit hochgradiger neutrophiler Infilt-
ration.
Abbildung 2C: Lunge: Granulom mit zentraler Nekrose
Abbildung 3:
Anzucht von Kuhpocken (Material aus Hautveränderung) nach
Beimpfung der Chorioallantoismembran; pockentypische Verdi-
ckung der CAM nach 5-tägiger Bebrütung der infizierten Eier bei
37°C;

28 │
Vorkommen/Verbreitung
Kuhpocken gehören zum Genus der Orthopockenviren, dem
eine Reihe weiterer Viren mit unterschiedlichem zoonotischen
Potential angehören (s. Tabelle 2). Das Verbreitungsgebiet der
Kuhpocken ist Europa (v. a. Mittel-, Nord- und Osteuropa).
Berühmheit erlangte das Virus durch Edward Jenner, der Kuh-
pocken (oder ein sehr ähnliches Virus) im Jahr 1796 für erste
gezielte Impfungen gegen humane Pocken (Variola-Virus) ein-
gesetzt hat und damit den Begriff der „Vakzination“ prägte. Die
erfolgreiche Eradikation des Variola-Virus erfolgte später durch
die weltweite Impfung mit dem Vaccina-Virus.
Tabelle 2: Wirt
und
Wirtsspezifität
von
Orthopocken
(Quelle: RKI, Epidem. Bulletin 10/2007)
Virus
Infektion bei
Wirtsbereich
Variola
Mensch
Eng
Vaccinia
Mensch, Büffel, Rind, Elefant,
Schwein, Kaninchen;
Reservoir: unbekannt
Breit
Kuhpocken
Mensch, Rind, Katze, Nagetiere,
Elefant, Nashorn;
Reservoir: Nagetiere ?
Breit
Affenpocken
Mensch, Menschenaffen, Affen;
Reservoir: Nagetiere ?
Breit
Kamelpocken
Kamel
Eng
Ectromelia
Maus; Reservoir: Wühlmaus ?
Eng
Waschbärpocken
Waschbär
breit?
Wühlmauspocken
Wühlmaus
Eng
Uasin-Gisha-Pocken
Pferd; Reservoir: unbekannt
Mittel
Taterapocken
Gerbil
Eng
Kuhpocken (CPXV) waren lange Zeit enzootisch in Rindern ver-
breitet. In Deutschland sind Infektionen des Rindes mit Kuh-
pocken allerdings seit Jahren nicht mehr bekannt geworden.
Die „klassischen“ Infektionen beim Menschen erfolgen derzeit
in Deutschland durch Übertragung des Virus durch engen Kon-
takt mit infizierten Katzen. Diese infizieren sich zumeist bei
der Jagd auf bzw. dem Fressen von infizierten Wildnagerspe-
zies (z. B. Mäusen), die als Reservoir für das Virus gelten. Eine
direkte Infektion des Menschen durch Kontakt mit Nagern ist
ebenfalls möglich. Aufsehen erregte beispielweise in den Jah-
ren 2008/2009 die Übertragung des Virus von sogenannten
Schmuseratten auf den Menschen mit z. T. schweren klinischen
Verläufen. Die Tiere stammten alle aus einer Zuchtanlage und
waren durch den Handel zeitgleich in verschiedenen Bundeslän-
dern (NRW, Bayern) sowie in Nordfrankreich für Infektionen des
Menschen verantwortlich.
Belastbare epidemiologische Daten zur Prävalenz von Orthopo-
cken in wildlebenden Nagetieren in Deutschland gibt es nicht.
Eine Auswertung von 46 Kuhpockeninfektionen bei Katzen von
Appl et. al. (2013) hat gezeigt, dass die Mehrzahl der betrof-
fenen Katzen aus ländlicher Umgebung stammen, Freigänger
waren und im Spätsommer und Herbst erkrankten. Alle Katzen
zeigten Hautläsionen (v. a. in den vorderen Körperbereichen);
andere im betroffenen Haushalt lebende Tiere waren i. d. R. nicht
betroffen. In zwei Fällen wurde das Virus wahrscheinlich auf den
Menschen übertragen. Serologische Untersuchungen von Kat-
zen haben gezeigt, dass bei ca. 2 % der Katzen Orthopocken-
Antikörper nachweisbar sind. Allerdings kann die Prävalenz in
Gegenden mit beschriebenen Kuhpockeninfektionen deutlich
höher liegen. Der Infektionsweg im oben beschriebenen säch-
sischen Fall ist unklar; möglich wäre eine Übertragung durch
das klinisch inapparente Muttertier oder aber durch Kontakt der
Jungtiere mit infizierten Mäusen.
Klinik
Bei Wildnagetieren kann die Infektion sowohl inapparent als
auch mit klinischer Symptomatik einhergehen. Im Zusammen-
hang mit dem Infektionsgeschehen in 2008/2009 zeigten die
infizierten Schmuseratten beim Kauf keinerlei klinische Sym-
ptome, entwickelten diese aber später (Hautläsionen v. a. an
Gliedmaßen, Kopf und Schwanz; respiratorische Symptome mit
klarem bis leicht blutigem Nasenausfluss; Konjunktivitis) und
starben bzw. wurden getötet (Kuczka et. al. 2009). Bei infizier-
ten Katzen ist der Verlauf unterschiedlich. Neben (vermuteten)
latenten Infektionen kommt es beim klinischen Ausbruch zu
klein- bis großflächigen Läsionen der Haut, die mit einer massi-
ven Virusausscheidung einhergehen. Erste Läsionen, die häufig
zunächst als „Bisswunde“ interpretiert werden, treten im Be-
reich der Eintrittspforte (häufig im Bereich der Vordergliedma-
ßen bzw. am Kopf) auf und können sich im weiteren Verlauf
über den Körper ausbreiten. Ausgehend von einem umschriebe-
nen Erythem (Makula) entwickeln sich über 6-12 Wochen die
typischen Pockenstadien von Papeln zu Pusteln, die aufplatzen,
ulzerieren und von innen her unter Narbenbildung ausheilen.
Im Falle einer generalisierten Infektion - wie im oben beschrie-
benen Fall – sind auch die inneren Organe betroffen und der
Ausgang in der Regel fatal.
Sekundäre bakterielle Infektionen komplizieren den Krankheits-
verlauf und erschweren die Diagnostik. Differentialdiagnostisch
kommen weiterhin neben Hautverletzungen (z. B. durch Kämp-
fe) v. a. parasitäre Hauterkrankungen in Frage, die nicht immer
klinisch eindeutig abgegrenzt werden können und deshalb diag-
nostisch abgeklärt werden sollten.
Durch das breite Wirtsspektrum der Kuhpocken sind auch an-
dere Tierarten u. a. auch verschiedene Zootiere wie Nashörner,
Elefanten, Tapire, verschiedene Feliden hochempfänglich für
Kuhpockeninfektionen. Hier kommt es aufgrund generalisier-
ter Verläufe vermehrt zu schweren Komplikationen mit letalem
Ausgang.
Diagnostik
Für die Diagnostik steht an der LUA ein breites Methodenspek-
trum zur Verfügung. Lokalisation und die oben beschriebenen
charakteristischen Veränderungen der Haut ergeben einen Ver-
dacht, der zunächst durch die histologischen Untersuchung (u. a.
Nachweis von Einschlusskörperchen) erhärtet werden kann. Als
Probenmaterial für die Diagnostik eignet sich am lebenden Tier
die Biopsie/Gewebeprobe aus dem Bereich der veränderten
Hautläsion; bei generalisierten Infektionen und entsprechen-
dem Verdacht sollte der gesamte Tierkörper zur Untersuchung
eingesandt werden. Die ätiologische Diagnostik erfolgt mittels
Elektronenenmikroskopie (s. Abb. 4) und – weiterführend - mit
molekularbiologischen Methoden. Hier können Orthopocken mit
einer Genus-spezifischen PCR (LUA) identifiziert und in weiteren
Spezies-spezifische PCRs am NRL weiterführend (z. B. als CPXV)
charakterisiert werden. Die Anzucht auf der CAM bzw. Zellkultur
ermöglicht zudem weitergehende Charakterisierungen und ggf.
epidemiologische Einordnungen des Isolates. Die serologische
Diagnostik ist aufwändig (Nachweis von Antikörpern im indirek-
ten Immunfluoreszenztest an CPXV-infizierten Zellkulturen) und
wird am NRL und einigen Speziallaboren für bestimmte Spezies
vorgehalten.

image
│29
Zoonotisches Potential
Der Mensch infiziert sich durch direkten, engen Kontakt mit
den Tieren mit infektiösem Material (Wunde, Sekrete), das in
Hautläsionen (Biss, Kratzer, Mikroläsionen) eindringt; durch
Schmierinfektion kann es zur weiteren Ausbreitung z. B. in den
Augenbereich kommen, was zu Komplikationen führen kann. Die
Infektion beginnt oft mit grippe-ähnlichen Symptomen. An der
Eintrittspforte entwickeln sich nach 7-12 Tagen die bekannten
Pockenstadien (Exanthem, Papel, Vesikel, Pustel, später zentral
mit schwärzlichem Zentrum). Die Infektion ist zumeist lokal be-
grenzt und selbstlimitierend. Nach 6-8 Wochen kommt es zum
Austrocknen der Läsionen und Abheilung unter Narbenbildung.
Komplikationen können durch bakterielle Sekundärinfektionen
entstehen. Schwere systemische Infektionen bis hin zu tödlich
verlaufenden Infektionen sind sehr selten und betreffen insbe-
sondere immunsupprimierte Patienten.
Beim Menschen gibt es – ebenso wie bei Katzen - eine Häufung
der Fälle im Spätsommer/Herbst. Vermutlich steht dies in Zu-
sammenhang mit der Häufung infizierter Katzen, ausgehend von
dem jahreszeitlich bedingten Anstieg der Wildnagerpopulation
und damit infizierter Reservoirwirte. Nach Einschätzung des RKI
nimmt die Anzahl der nachgewiesenen Kuhpockeninfektionen
des Menschen in Deutschland zu. Gründe hierfür können u.a.
die erhöhte Aufmerksamkeit der Ärzte oder/und der nachlassen-
de Impfschutz durch Einstellung der Impfungen bis 1980 gegen
humane Pocken und die damit verbundene sinkende Immunität
der Bevölkerung sein. Die bislang bestätigten Kuhpockeninfek-
tionen wurden ausschließlich bei ungeimpften Personen, d. h.
Kindern bzw. Jugendlichen oder jungen Erwachsenen, festge-
stellt. Phylogenetische Analysen der Kuhpockenisolate lassen
zudem vermuten, dass in Deutschland unterschiedliche Virusty-
pen zirkulieren. Innerhalb eines Infektionsgeschehens waren die
Stämme jedoch bisher immer identisch.
Fazit
Bei Katzen bzw. „Schmusenagern“ mit entsprechenden Haut-
läsionen bzw. sonstigen Hinweisen auf generalisierte Verläufe
sollte differentialdiagnostisch eine Kuhpockeninfektion ab-
geklärt werden. Aufgrund der hohen Viruslasten, die von den
Läsionen ausgehen, sollte bis zur Abklärung der Ursache der
enge Kontakt mit dem Tier vermieden werden, kein bzw. nur
geschützter Hautkontakt im Umgang mit den Tieren und strikte
Hygienemaßnahmen eingehalten werden. Immunsupprimierte
Menschen sollten den Umgang mit diesen Tieren grundsätzlich
vermeiden.
Nach bestätigter Infektion sollten die Tiere bis zum Abheilen der
Läsionen isoliert werden und die unmittelbare Umgebung der
Tiere (Käfig, kontaminierte Gegenstände) gesäubert und desinfi-
ziert bzw. Abfälle unschädlich entsorgt werden.
Orthopockeninfektionen bei Säugern sind meldepflichtig (u. a.
für Nager, Katze, Rind, Einhufer, Schwein, Ziege, Hase, Kanin-
chen). Entsprechend sollte bei Hinweisen und Nachweisen das
Veterinäramt informiert werden, damit schnelle epidemiologi-
sche Untersuchungen im Herkunftsbestand erfolgen können.
Quellen
1.
RKI: Infektionen mit Kuhpocken in Deutschland; Epidemio-
logisches Bulletin 10/2007
2.
RKI: Infektionen mit Orthopocken durch Schmuseratten;
Epidemiologisches Bulletin 37/2008
3.
RKI: Kuhpocken: Zu einer Häufung von Infektionen nach
Kontakt zu „Schmuseratten“ im Großraum München; Epi-
demiologisches Bulletin 6/2009;
4.
Kuczka et al. 2009: Kuhpocken: seltene Zoonose vermehrt
in Deutschland nachgewiesen; Deutsches Tierärzteblatt
3/2009
5.
Appl et. al. 2013: Feline Kuhpockenvirusinfektionen in
Deutschland: klinische und epidemiologische Aspekte;
BMTW 126, 55-61 (2013)
Bearbeiter: Dr. med. vet. Hermann Nieper
LUA Leipzig
Dr. med. vet. Michael Hardt
LUA Leipzig
Abbildung 4:
Darstellung von Orthopocken im Elektronenmikroskop: Hautlä-
sion von Alpaka; backsteinförmiges ca. 200x350 nm großes Vi-
ruspartikel; Negativkontrastierung (PWS 2%); TEM EM 208 S, Fa.
Philips. (Q.: Dr. K. Hoffman, LUA Dresden)

30 │
Neue Rechtsbestimmungen im Bereich des LFGB –
Oktober 2015 bis Dezember 2015
1.9 Verordnung (EU) 2015/1898 der Kommission vom 21. Ok-
tober 2015 über die Nichtzulassung einer anderen gesund-
heitsbezogenen Angabe über Lebensmittel als einer Anga-
be über die Reduzierung eines Krankheitsrisikos sowie die
Entwicklung und die Gesundheit von Kindern (ABl. Nr. L
277/13)
1.10 Verordnung (EU) 2015/1906 der Kommission vom 22. Okto-
ber 2015 zur Änderung der Verordnung (EG) Nr. 282/2008
über Materialien und Gegenstände aus recyceltem Kunst-
stoff, die dazu bestimmt sind, mit Lebensmitteln in Berüh-
rung zu kommen (ABl. Nr. L 278/11)
1.11 Verordnung (EU) 2015/1910 der Kommission vom 21. Ok-
tober 2015 zur Änderung der Anhänge III und V der Verord-
nung (EG) Nr. 396/2005 des Europäischen Parlaments und
des Rates hinsichtlich der Höchstgehalte an Rückständen
von Guazatin in oder auf bestimmten Erzeugnissen (ABl.
Nr. L 280/2)
1.12 Durchführungsbeschluss (EU) 2015/1918 der Kommis-
sion vom 22. Oktober 2015 zur Einrichtung des Systems
für Amtshilfe und Zusammenarbeit („AAC-System“) ge-
mäß der Verordnung (EG) Nr. 882/2004 des Europäischen
Parlaments und des Rates über amtliche Kontrollen zur
Überprüfung der Einhaltung des Lebensmittel- und Futter-
mittelrechts sowie der Bestimmungen über Tiergesundheit
und Tierschutz (ABl. Nr. L 280/31)
1.13 Verordnung (EU) 2015/1933 der Kommission vom 27. Okto-
ber 2015 zur Änderung der Verordnung (EG) Nr. 1881/2006
hinsichtlich der Höchstgehalte an polyzyklischen aromati-
schen Kohlenwasserstoffen in Kakaofasern, Bananenchips,
Nahrungsergänzungsmitteln, getrockneten Kräutern und
getrockneten Gewürzen (ABl. Nr. L 282/11)
1.14 Verordnung (EU) 2015/1940 der Kommission vom 28. Okto-
ber 2015 zur Änderung der Verordnung (EG) Nr. 1881/2006
hinsichtlich der Höchstgehalte an Mutterkorn- Sklerotien
in bestimmten unverarbeiteten Getreiden sowie der Be-
stimmungen über Monitoring und Berichterstattung (ABl.
Nr. L 283/3)
1.15 Durchführungsverordnung (EU) 2015/1980 der Kommissi-
on vom 4. November 2015 zur Berichtigung der Verord-
nung (EG) Nr. 1235/2008 mit Durchführungsvorschriften
zur Verordnung (EG) Nr. 834/2007 des Rates hinsichtlich
der Regelung der Einfuhren von ökologischen/biologischen
Erzeugnissen aus Drittländern (ABl. Nr. L 289/6)
1.16 Durchführungsverordnung (EU) 2015/1981 der Kommis-
sion vom 4. November 2015 zur Genehmigung von aus
N,N‘-Methylenbismorpholin freigesetztem Formaldehyd
als alten Wirkstoff zur Verwendung in Biozidprodukten der
Produktarten 6 und 13 (ABl. Nr. L 289/9)
1. Europäisches Recht
1.1 Verordnung (EU) 2015/1760 der Kommission vom 1. Okto-
ber 2015 zur Änderung des Anhangs I der Verordnung (EG)
Nr. 1334/2008 des Europäischen Parlaments und des Ra-
tes hinsichtlich der Streichung des Aromastoffes p-Men-
tha-1,8-dien-7-ol aus der Unionsliste (ABl. Nr. L 257/27)
1.2 Durchführungsverordnung (EU) 2015/1820 der Kommissi-
on vom 9. Oktober 2015 zur Änderung der Verordnung (EU)
Nr. 37/2010 hinsichtlich des Stoffs „Diethylenglykolmono-
ethylether“ (ABl. Nr. L 265/1)
1.3 Delegierte Verordnung (EU) 2015/1830 der Kommissi-
on vom 8. Juli 2015 zur Änderung der Verordnung (EWG)
Nr. 2568/91 über die Merkmale von Olivenölen und Oliven-
tresterölen sowie die Verfahren zu ihrer Bestimmung (ABl.
Nr. L 266/9)
1.4 Verordnung (EU) 2015/1832 der Kommission vom 12. Ok-
tober 2015 zur Änderung des Anhangs II der Verordnung
(EG) Nr. 1333/2008 des Europäischen Parlaments und des
Rates hinsichtlich der Verwendung von Erythrit (E 968)
als Geschmacksverstärker in brennwertverminderten oder
ohne Zuckerzusatz hergestellten aromatisierten Getränken
(ABl. Nr. L 266/27)
1.5 Durchführungsverordnung (EU) 2015/1833 der Kommissi-
on vom 12. Oktober 2015 zur Änderung der Verordnung
(EWG) Nr. 2568/91 über die Merkmale von Olivenölen und
Oliventresterölen sowie die Verfahren zu ihrer Bestimmung
(ABl. Nr. L 266/29)
1.6 Durchführungsbeschluss (EU) 2015/1842 der Kommission
vom 9. Oktober 2015 über die technischen Spezifikationen
für das Layout, die Gestaltung und die Form der kombinier-
ten gesundheitsbezogenen Warnhinweise für Rauchtaba-
kerzeugnisse (ABl. Nr. L 267/5)
1.7 Durchführungsverordnung (EU) 2015/1885 der Kommis-
sion vom 20. Oktober 2015 zur Änderung der Durchfüh-
rungsverordnung (EU) Nr. 540/2011 hinsichtlich der Ver-
längerung der Dauer der Genehmigung für die Wirkstoffe
2,4-D, Acibenzolar-s-methyl, Amitrol, Bentazon, Cyhalo-
fopbutyl, Diquat, Esfenvalerat, Famoxadon, Flumioxazin,
DPX KE 459 (flupyrsulfuron-methyl), Glyphosat, Iprova-
licarb, Isoproturon, Lambda-cyhalothrin, Metalaxyl-M,
Metsulfuronmethyl, Picolinafen, Prosulfuron, Pymetrozin,
Pyraflufen-ethyl, Thiabendazol, Thifensulfuron-methyl und
Triasulfuron (ABl. Nr. L 276/48)
1.8 Verordnung (EU) 2015/1886 der Kommission vom 20. Ok-
tober 2015 über die Nichtzulassung bestimmter gesund-
heitsbezogener Angaben über Lebensmittel im Hinblick auf
die Entwicklung und die Gesundheit von Kindern (ABl. Nr.
L 276/52)

│31
1.17 Durchführungsverordnung (EU) 2015/1982 der Kommissi-
on vom 4. November 2015 zur Genehmigung von Hexaflu-
muron als alten Wirkstoff zur Verwendung in Biozidpro-
dukten der Produktart 18 (ABl. Nr. L 289/13)
1.18 Durchführungsverordnung (EU) 2015/1991 der Kommissi-
on vom 5. November 2015 zur Änderung der Verordnung
(EG) Nr. 555/2008 mit Durchführungsbestimmungen zur
Verordnung (EG) Nr. 479/2008 des Rates über die gemein-
same Marktorganisation für Wein hinsichtlich der Stüt-
zungsprogramme, des Handels mit Drittländern, des Pro-
duktionspotenzials und der Kontrollen im Weinsektor (Abl.
Nr. L 290/9)
1.19 Durchführungsverordnung (EU) 2015/2033 der Kommissi-
on vom 13. November 2015 zur Erneuerung der Geneh-
migung des Wirkstoffs 2,4-D gemäß der Verordnung (EG)
Nr. 1107/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates
über das Inverkehrbringen von Pflanzenschutzmitteln und
zur Änderung des Anhangs der Durchführungsverordnung
(EU) Nr. 540/2011 der Kommission (ABl. Nr. L 298/8)
1.20 Durchführungsverordnung (EU) 2015/2046 der Kommissi-
on vom 16. November 2015 über die Nichtgenehmigung
von Artemisia absinthium L. als Grundstoff gemäß der Ver-
ordnung (EG) Nr. 1107/2009 des Europäischen Parlaments
und des Rates über das Inverkehrbringen von Pflanzen-
schutzmitteln (ABl Nr. L 300/6)
1.21 Durchführungsverordnung (EU) 2015/2047 der Kommissi-
on vom 16. November 2015 zur Erneuerung der Genehmi-
gung des Wirkstoffs Esfenvalerat als Substitutionskandidat
gemäß der Verordnung (EG) Nr. 1107/2009 des Europäi-
schen Parlaments und des Rates über das Inverkehrbringen
von Pflanzenschutzmitteln und zur Änderung des Anhangs
der Durchführungsverordnung (EU) Nr. 540/2011 der Kom-
mission (ABl. Nr. L 300/8)
1.22 Durchführungsverordnung (EU) 2015/2062 der Kommissi-
on vom 17. November 2015 zur Änderung der Verordnung
(EU) Nr. 37/2010 in Bezug auf den Stoff „Sisapronil“ (ABl.
Nr. L 301/7)
1.23 Durchführungsverordnung (EU) 2015/2069 der Kommissi-
on vom 17. November 2015 zur Genehmigung des Grund-
stoffs Natriumhydrogencarbonat gemäß der Verordnung
(EG) Nr. 1107/2009 des Europäischen Parlaments und des
Rates über das Inverkehrbringen von Pflanzenschutzmit-
teln sowie zur Änderung des Anhangs der Durchführungs-
verordnung (EU) Nr. 540/2011 der Kommission (ABl. Nr. L
301/42)
1.24 Verordnung (EU) 2015/2075 der Kommission vom 18.
November 2015 zur Änderung der Anhänge II und III der
Verordnung (EG) Nr. 396/2005 des Europäischen Parla-
ments und des Rates hinsichtlich der Höchstgehalte an
Rückständen von Abamectin, Desmedipham, Dichlorprop-
P, Haloxyfop-P, Oryzalin und Phenmedipham in oder auf
bestimmten Erzeugnissen (ABl. Nr. L 302/15)
1.25 Durchführungsverordnung (EU) 2015/2082 der Kommissi-
on vom 18. November 2015 über die Nichtgenehmigung
von Arctium lappa L. (oberirdische Teile) als Grundstoff ge-
mäß der Verordnung (EG) Nr. 1107/2009 des Europäischen
Parlaments und des Rates über das Inverkehrbringen von
Pflanzenschutzmitteln (ABl. Nr. L 302/85)
1.26 Durchführungsverordnung (EU) 2015/2083 der Kommissi-
on vom 18. November 2015 über die Nichtgenehmigung
von Tanacetum vulgare L. als Grundstoff gemäß der Ver-
ordnung (EG) Nr. 1107/2009 des Europäischen Parlaments
und des Rates über das Inverkehrbringen von Pflanzen-
schutzmitteln (ABl. Nr. L 302/87)
1.27 Durchführungsverordnung (EU) 2015/2084 der Kommission
vom 18. November 2015 zur Genehmigung des Wirkstoffs
Flupyradifuron gemäß der Verordnung (EG) Nr. 1107/2009
des Europäischen Parlaments und des Rates über das In-
verkehrbringen von Pflanzenschutzmitteln sowie zur Ände-
rung des Anhangs der Durchführungsverordnung (EU) Nr.
540/2011 der Kommission (ABl. Nr. L 302/89)
1.28 Durchführungsverordnung (EU) 2015/2085 der Kommission
vom 18. November 2015 zur Genehmigung des Wirkstoffs
Mandestrobin gemäß der Verordnung (EG) Nr. 1107/2009
des Europäischen Parlaments und des Rates über das In-
verkehrbringen von Pflanzenschutzmitteln sowie zur Ände-
rung des Anhangs der Durchführungsverordnung (EU) Nr.
540/2011 der Kommission (ABl. Nr. L 302/93)
1.29 Durchführungsverordnung (EU) 2015/2105 der Kommission
vom 20. November 2015 zur Genehmigung des Wirkstoffs
Flumetralin als Substitutionskandidat gemäß der Verord-
nung (EG) Nr. 1107/2009 des Europäischen Parlaments und
des Rates über das Inverkehrbringen von Pflanzenschutz-
mitteln und zur Änderung der Durchführungsverordnung
(EU) Nr. 540/2011 der Kommission (ABl. Nr. L 305/31)
1.30 Richtlinie (EU) 2015/2115 der Kommission vom 23. No-
vember 2015 zur Änderung von Anhang II Anlage C der
Richtlinie 2009/48/EG des Europäischen Parlaments und
des Rates über die Sicherheit von Spielzeug zwecks Festle-
gung spezifischer Grenzwerte für chemische Stoffe, die in
Spielzeug verwendet werden, in Bezug auf Formamid (ABl.
Nr. L 306/17)
1.31 Richtlinie (EU) 2015/2116 der Kommission vom 23. No-
vember 2015 zur Änderung von Anhang II Anlage C der
Richtlinie 2009/48/EG des Europäischen Parlaments und
des Rates über die Sicherheit von Spielzeug zwecks Festle-
gung spezifischer Grenzwerte für chemische Stoffe, die in
Spielzeug verwendet werden, in Bezug auf Benzisothiazo-
linon (ABl. Nr. L 306/20)
1.32 Richtlinie (EU) 2015/2117 der Kommission vom 23. No-
vember 2015 zur Änderung von Anhang II Anlage C der
Richtlinie 2009/48/EG des Europäischen Parlaments und
des Rates über die Sicherheit von Spielzeug zwecks Festle-
gung spezifischer Grenzwerte für chemische Stoffe, die in
Spielzeug verwendet werden, in Bezug auf Chlormethyliso-
thiazolinon und Methylisothiazolinon — sowohl einzeln als
auch in einem Verhältnis von 3:1 (ABl. Nr. L 306/23)

32 │
1.33 Durchführungsbeschluss (EU) 2015/2183 der Kommission
vom 24. November 2015 zur Festlegung eines Formats für
die Meldung von elektronischen Zigaretten und Nachfüll-
behältern (ABl. Nr. L 309/15)
1.34 Durchführungsbeschluss (EU) 2015/2186 der Kommission
vom 25. November 2015 zur Festlegung eines Formats für
die Bereitstellung und Verfügbarmachung von Informatio-
nen über Tabakerzeugnisse (ABl. Nr. L 312/5)
1.35 Durchführungsverordnung (EU) 2015/2198 der Kommission
vom 27. November 2015 zur Genehmigung des Wirkstoffs
Rescalure gemäß der Verordnung (EG) Nr. 1107/2009 des
Europäischen Parlaments und des Rates über das Inver-
kehrbringen von Pflanzenschutzmitteln sowie zur Ände-
rung des Anhangs der Durchführungsverordnung (EU) Nr.
540/2011 der Kommission (ABl. Nr. L 313/35)
1.36 Richtlinie (EU) 2015/2203 des Europäischen Parlaments
und des Rates vom 25. November 2015 zur Angleichung
der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten über Kaseine
und Kaseinate für die menschliche Ernährung und zur Auf-
hebung der Richtlinie 83/417/EWG des Rates (ABl. Nr. L
314/1)
1.37 Durchführungsverordnung (EU) 2015/2233 der Kommis-
sion vom 2. Dezember 2015 zur Änderung der Durchfüh-
rungsverordnung (EU) Nr. 540/2011 hinsichtlich der Bedin-
gungen für die Genehmigung des Wirkstoffs Haloxyfop-P
(ABl. Nr. L 317/26)
1.38 Durchführungsbeschluss (EU) 2015/2279 der Kommis-
sion vom 4. Dezember 2015 über die Zulassung des In-
verkehrbringens von Erzeugnissen, die aus der genetisch
veränderten Maissorte NK603 × T25 (MON-ØØ6Ø3-6 ×
ACS-ZMØØ3-2) bestehen, diese enthalten oder aus die-
ser gewonnen werden, gemäß der Verordnung (EG) Nr.
1829/2003 des Europäischen Parlaments und des Rates
(ABl. Nr. L 322/58)
1.39 Durchführungsbeschluss (EU) 2015/2281 der Kommissi-
on vom 4. Dezember 2015 über die Zulassung des Inver-
kehrbringens von aus der genetisch veränderten Maissorte
MON 87427 (MON-87427-7) bestehenden, diese enthal-
tenden oder aus dieser gewonnenen Erzeugnissen gemäß
der Verordnung (EG) Nr. 1829/2003 des Europäischen Par-
laments und des Rates (ABl. Nr. L 322/67)
1.40 Verordnung (EU) 2015/2283 des europäischen Parla-
ments und des Rates vom 25. November 2015 über neu-
artige Lebensmittel, zur Änderung der Verordnung (EU) Nr.
1169/2011 des Europäischen Parlaments und des Rates
und zur Aufhebung der Verordnung (EG) Nr. 258/97 des
Europäischen Parlaments und des Rates und der Verord-
nung (EG) Nr. 1852/2001 der Kommission (ABl. Nr. L 327/1)
1.41 Verordnung (EU) 2015/2285 der Kommission vom 8. De-
zember 2015 zur Änderung des Anhangs II der Verordnung
(EG) Nr. 854/2004 des Europäischen Parlaments und des
Rates mit besonderen Verfahrensvorschriften für die amt-
liche Überwachung von zum menschlichen Verzehr be-
stimmten Erzeugnissen tierischen Ursprungs in Bezug auf
bestimmte Anforderungen an lebende Muscheln, Stachel-
häuter, Manteltiere und Meeresschnecken sowie zur Än-
derung des Anhangs I der Verordnung (EG) Nr. 2073/2005
über mikrobiologische Kriterien für Lebensmittel (ABl. Nr.
L 323/2)
1.42 Durchführungsverordnung (EU) 2015/2295 der Kommissi-
on vom 9. Dezember 2015 zur Änderung der Verordnung
(EG) Nr. 2074/2005 hinsichtlich der Liste zugelassener Le-
bensmittelunternehmen (ABl. Nr. L 324/5)
1.43 Verordnung (EU) 2015/2314 der Kommission vom 7. De-
zember 2015 zur Zulassung einer anderen gesundheitsbe-
zogenen Angabe über Lebensmittel als Angaben über die
Reduzierung eines Krankheitsrisikos sowie die Entwicklung
und die Gesundheit von Kindern und zur Änderung der Ver-
ordnung (EU) Nr. 432/2012 (ABl. Nr. L 328/46)
1.44 Durchführungsverordnung (EU) 2015/2345 der Kommissi-
on vom 15. Dezember 2015 zur Änderung der Verordnung
(EG) Nr. 1235/2008 mit Durchführungsvorschriften zur
Verordnung (EG) Nr. 834/2007 des Rates hinsichtlich der
Regelung der Einfuhren von ökologischen/biologischen Er-
zeugnissen aus Drittländern (ABl. Nr. L 330/29)
1.45 Durchführungsverordnung (EU) 2015/2383 der Kommissi-
on vom 17. Dezember 2015 zur Änderung des Anhangs I
der Verordnung (EG) Nr. 669/2009 betreffend die Liste der
Futtermittel und Lebensmittel nicht tierischen Ursprungs,
die verstärkten amtlichen Kontrollen bei der Einfuhr unter-
liegen (ABl. Nr. L 332/57)
2. Nationales Recht
2.1 Zehnte Verordnung zur Änderung weinrechtlicher Vor-
schriften vom 1. Oktober 2015 (BGBl 2015, Teil I, Nr. 38,
S. 1671)
2.2 Bekanntmachung der Neufassung der Futtermittelverord-
nung vom 15. Oktober 2015 (BGBl 2015, Teil I, Nr. 39, S.
1687)
2.3 Gesetz zur Änderung des Fischetikettierungsgesetzes und
des Tiergesundheitsgesetzes vom 20. Oktober 2015 (BGBl
2015, Teil I, Nr. 40, S. 1736)
2.4 Erste Verordnung zur Änderung der Verordnung über die
Sicherheit von Spielzeug vom 21. Oktober 2015 (BGBl
2015, Teil I, Nr. 41, S. 1786)
2.5 Erste Verordnung zur Änderung der Fischetikettierungsver-
ordnung vom 05. November 2015 ( BGBl 2015, Teil I, Nr.
44, S. 1926)
Bearbeiter: DLC Friedrich Gründig
LUA Dresden

│33
Neue Rechtsbestimmungen Veterinärmedizin -
Oktober 2015 bis Dezember 2015
1. Europäisches Recht
1.1 Durchführungsbeschluss (EU) 2015/2058 der Kommission
vom 13. November 2015 zur Änderung und Berichtigung
des Durchführungsbeschlusses (EU) 2015/144 zur Festle-
gung der Verfahren für die Einreichung von Anträgen auf
Finanzhilfen und von Zahlungsanträgen und der diesbe-
züglichen Informationen hinsichtlich der Dringlichkeits-
maßnahmen gegen Tierseuchen gemäß der Verordnung
(EU) Nr. 652/2014 des Europäischen Parlaments und des
Rates (ABl. Nr. L 300/44)
1.2 Durchführungsbeschluss (EU) 2015/2217 der Kommission
vom 27. November 2015 über Maßnahmen zum Schutz der
Union gegen die Einschleppung des Maul- und Klauenseu-
che-Virus aus Libyen und Marokko (ABl. Nr. L 314/60)
1.3 Durchführungsbeschluss (EU) 2015/2225 der Kommission
vom 30. November 2015 zur Änderung der Entscheidun-
gen 2005/734/EG, 2006/415/EG und 2007/25/EG sowie des
Durchführungsbeschlusses 2013/657/EU betreffend deren
Geltungsdauer (ABl. Nr. L 316/14)
1.4 Durchführungsverordnung (EU) 2015/2258 der Kommissi-
on vom 4. Dezember 2015 zur Änderung der Verordnung
(EG) Nr. 798/2008 hinsichtlich der Einfuhr und der Durch-
fuhr einzelner Sendungen mit weniger als 20 Einheiten an
Geflügel (außer Laufvögeln), Bruteiern und Eintagsküken
(außer von Laufvögeln) (ABl. Nr. L 321/23)
1.5 Durchführungsbeschluss (EU) 2015/2278 DER KOMMIS-
SION vom 4. Dezember 2015 zur Änderung der Anhänge
I und II der Entscheidung 2004/558/EG in Bezug auf den
Status der Bundesländer Bremen, Hessen und Niedersach-
sen als frei von der infektiösen bovinen Rhinotracheitis
1.6 Durchführungsbeschluss (EU) 2015/2433 der Kommission
vom 18. Dezember 2015 zur Änderung des Durchführungs-
beschlusses 2014/709/EU betreffend die tierseuchenrecht-
lichen Maßnahmen zur Bekämpfung der Afrikanischen
Schweinepest in bestimmten Mitgliedstaaten (ABl. Nr. L
334/46)
1.7 Durchführungsbeschluss (EU) 2015/2444 der Kommission
vom 17. Dezember 2015 zur Festlegung von Standardan-
forderungen an Anträge der Mitgliedstaaten auf Finanz-
hilfe der Union für nationale Programme zur Tilgung,
Bekämpfung und Überwachung von Tierseuchen und Zoo-
nosen sowie zur Aufhebung der Entscheidung 2008/425/
EG (ABl. Nr. L 336/59)
2. Nationales Recht
2.1 Gesetz zur Änderung des Fischetikettierungsgesetzes und
des Tiergesundheitsgesetzes vom 20. Oktober 2015 (BGB
2015, Teil I, Nr. 40, S. 1736)
Bearbeiter: DLC Friedrich Gründig
LUA Dresden

34 │
Beschwerdeproben-Report für Lebensmittel und Be-
darfsgegenstände sowie Tabakerzeugnisse
(4. Quartal 2015)
Zahl der bearbeiteten Beschwerdeproben: 31
davon beanstandet: 8
Probenbezeichnung
Beschwerdegrund
Beurteilung
Wasser PLUS Apfel
weiße Beläge und Ausflockungen im Getränk
Schimmelbefall festgestellt;
Beurteilung als nicht sicher nach Art.14 Abs. 2 b VO (EG) Nr.
178/2002
Sprühflasche mit apricotfarbenem Inhalt
fehlende Kennzeichnung
Einstufung als Detergenz oder als Mittel zur Geruchsverbesse-
rung in Räumen möglich;
Beanstandung der jeweils fehlenden spezifischen Kennzeich-
nungselemente
Natürliches Mineralwasser, Quellbrunn
naturell
muffiger, schimmliger Geruch
abweichender Geruch (chemisch, mottenkugelartig);
Beurteilung als nicht sicher nach Art.14 Abs. 2 b VO (EG) Nr.
178/2002
Natürliches Mineralwasser, Lichtenauer
medium, natriumarm
Geruch unangenehm, Geschmack extrem mi-
neralisch und bitter, schnelle Ausbildung von
Lippenherpes, Schlafstörungen, Schwäche,
nächtliches Schwitzen
abweichender Geruch (wachsartig);
Beurteilung als nicht sicher nach Art.14 Abs. 2 b VO (EG) Nr.
178/2002
zubereitete Salzkartoffeln
chemischer Geruch und Geschmack
Geschmack extrem salzscharf; Beurteilung als nicht sicher
nach Art.14 Abs.2 b VO (EG) Nr. 178/2002
Weizen-Brötchen zum Aufbacken
stark chemischer Geruch beim Öffnen
intensiver, unangenehm stechender Geruch nach Lösungsmittel;
Nachweis von Aceton und Ethylacetat (evtl. Stoffwechselpro-
dukte von Mikroorganismen);
Beurteilung als nicht sicher nach Art.14 Abs. 2 b VO (EG) Nr.
178/2002
Gebrauchtes Speiseöl aus der Fritteuse
Erbrechen nach Verzehr von Pommes
(in dem Frittierfett gegart)
Sensorik und chemisch-physikalische Untersuchung bestätigen
Fettverderb;
Beurteilung als nicht sicher nach Art.14 Abs. 2 b VO (EG) Nr.
178/2002
Nudelsalat
Beschwerde über Schimmelbildung
Salat mit grau-grünen Schimmelrasen überzogen (Mucor
hiemalis);
Beurteilung als nicht sicher nach Art.14 Abs. 2 b VO (EG) Nr.
178/2002
Bearbeiter: DLC Claudia Schönfelder
LUA Chemnitz

│35
BSE - Untersuchungen 4. Quartal 2015
Tierart
TKBA / ZNS / Kohorte *
Lebensmittel
Notschlachtung
Gesamt
Rind
2.403
0
4
2.407
Schaf
41
302
0
343
Yak
1
0
0
1
Ziege
11
10
0
21
Gesamt
2.456
312
4
2.772
* Tierkörperbeseitigung, ZNS-Störungen, Kohortenschlachtungen
Tollwutuntersuchungen 4. Quartal 2015
Landesdirektion Sachsen,
Bereich ehemalige
LD Dresden
Landesdirektion Sachsen,
Bereich ehemalige
LD Leipzig
Landesdirektion Sachsen,
Bereich ehemalige
LD Chemnitz
Landesdirektion Sachsen
Fuchs
11
11
2
24
Marderhund
0
1
0
1
Waschbär
0
0
0
0
Gesamtzahl der Proben
11
12
2
25
Untersuchungsergebnisse
negativ
11
12
2
25
ungeeignet
0
0
0
0
positiv
0
0
0
0
Die Aufstellung der positiven Tollwutbefunde entfällt.
Bearbeiter: Reinhard Seiler
LUA Leipzig

36 │
Salmonellenberichterstattung im Freistaat Sachsen -
4. Quartal 2015
Tabelle 1: Untersuchungen und Nachweise im Überblick
Untersuchungen
untersuchte Anzahl
Salmonellennachweise
Serotypen
(geordnet nach Nachweishäufigkeit)
Kotproben
4.560
366
S. sp., S. Muenster, S. Typhimurium, S. Zanzibar
S. Enteritidis, S. Serogr. B, S. enterica ssp. I
Sektionsmaterial
516
19
S. Typhimurium, S. Indiana, S. Derby,
S. enterica ssp. IIIb, S. Enteritidis, S. Meleagridis
S. Goldcoast, S. Typhimurium var. Cop.
S. enterica ssp. I, S. enterica ssp. IV, S. Rissen
S. Serogr. C1
Untersuchung nach Hühner-Salmonellen-VO
0
0
Umgebungstupfer
111
1
Futtermittel
26
2
S. Muenster
Bakteriologische Fleischuntersuchungen
14
0
Lebensmittel tierischer Herkunft
1.908
18
S. sp., S. Serogruppe B, S. Derby, S. Typhimurium
S. Infantis, S. Anatum, S. Saintpaul O:5-
S. Enteritidis, S. Weltevreden
Lebensmittel nichttierischer Herkunft
705
0
Hygienekontrolltupfer - Lebensmittel
3.474
2
Salmonella
Kosmetische Mittel
0
0
Bedarfsgegenstände
2
0
Tabelle 2: Salmonellennachweise aus Kotproben und Sektionen
Tierart
Landesdirektion Sachsen,
Bereich ehemalige LD Chemnitz
Landesdirektion Sachsen,
Bereich ehemalige LD Dresden
Landesdirektion Sachsen,
Bereich ehemalige LD Leipzig
Kot
Sektionen
Kot
Sektionen
Kot
Sektionen
Proben
1
Salm.-
Nw
2
Proben
Salm.-
Nw
Proben
Salm.-
Nw
Proben
Salm.-
Nw
Proben
Salm.-
Nw
Proben
Salm.-
Nw
Rind
816
0
24
1
1.080
352
51
0
2.046
4
12
1
Schwein
14
2
19
0
38
1
51
6
9
0
24
1
Schaf
3
0
4
0
5
0
4
0
0
0
3
1
Ziege
0
0
2
0
1
0
6
0
1
0
4
0
Pferd
10
0
0
0
8
0
7
0
20
0
3
0
Huhn
0
0
31
0
20
0
32
0
0
0
3
0
Taube
0
0
6
1
19
2
6
0
1
0
2
0
Gans
0
0
0
0
0
0
4
0
0
0
0
0
Ente
0
0
0
0
0
0
1
0
0
0
23
4
Pute
0
0
0
0
0
0
0
0
0
0
40
0
Hund/Katze
75
0
8
0
183
3
21
0
93
0
13
0
sonstige Tierarten
22
0
48
2
66
2
53
2
30
0
11
0
Summe
940
2
142
4
1.420
360
236
8
2.200
4
138
7
1
= Anzahl der untersuchten Proben
2
= Anzahl der Salmonellennachweise

│37
Tabelle 3: Regionale Zuordnung der Salmonellenfunde
Sektionen und Kotproben
Landesdirektion/Kreis
Tier- / Probenart
Nachgewiesene Serotypen
Anzahl
Serotyp
Landesdirektion Sachsen, Bereich ehemalige LD Chemnitz
Erzgebirgskreis
Taube/Sektion
1
S. Typhimurium var. Cop.
Vogtlandkreis
Rind/Sektion
1
S. Goldcoast
Vogtlandkreis
Schwein/Kot
2
S. Typhimurium
Vogtlandkreis
sonstige Tierarten/Sektion
1
S. Enteritidis
Zwickau
sonstige Tierarten/Sektion
1
S. enterica ssp. IV
Landesdirektion Sachsen, Bereich ehemalige LD Dresden
Bautzen
Schwein/Kot
1
S. Typhimurium
Bautzen
sonstige Tierarten/Sektion
1
S. enterica ssp. I
Bautzen
sonstige Tierarten/Sektion
1
S. enterica ssp. IIIb
Dresden, Stadt
sonstige Tierarten/Kot
1
S. enterica ssp. I
Dresden, Stadt
sonstige Tierarten/Kot
1
S. Serogr. B
Görlitz
Schwein/Sektion
3
S. Typhimurium
Meißen
Schwein/Sektion
2
S. Derby
Meißen
Schwein/Sektion
1
S. Typhimurium
Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
Hund/Katze/Kot
1
S. Enteritidis
Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
Hund/Katze/Kot
1
S. sp.
Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
Hund/Katze/Kot
1
S. Typhimurium
Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
Rind/Kot
160
S. Muenster
Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
Rind/Kot
192
S. sp.
Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
Taube/Kot
2
S. Typhimurium
Landesdirektion Sachsen, Bereich ehemalige LD Leipzig
Leipzig Land
Ente/Sektion
2
S. Indiana
Leipzig Land
Schaf/Sektion
1
S. enterica ssp. IIIb
Nordsachsen
Ente/Sektion
2
S. Meleagridis
Nordsachsen
Rind/Sektion
1
S. Enteritidis
Nordsachsen
Rind/Kot
4
S. Zanzibar
Nordsachsen
Schwein/Sektion
1
S. Rissen
Nordsachsen
Schwein/Sektion
1
S. Serogr. C1

38 │
Tabelle 4: Salmonellennachweise
Warengruppe
Gesamtproben
davon Planproben
davon Verdachtsproben
davon Beschwerdeproben
Anzahl
Salm.-Nw.*
Anzahl
Salm.-Nw.
Anzahl
Salm.-Nw.
Anzahl
Salm.-Nw.
Milch, Milchprodukte, Käse und Butter
329
0
324
0
2
0
1
0
Eier und Eiprodukte
117
0
116
0
0
0
1
0
Fleisch warmblütiger Tiere, auch tiefgefroren
350
8
295
7
44
1
4
0
Fleischerzeugnisse warmblütiger Tiere (außer
Wurstwaren)
503
8
494
7
4
1
5
0
Wurstwaren
392
1
387
1
5
0
0
0
Fisch- und Erzeugnisse
176
0
175
0
0
0
0
0
Krusten-, Schalen-, Weichtiere, sonst. Tiere
und Erzeugnisse daraus
41
1
36
1
1
0
1
0
Fette, Öle, Margarine
1
0
1
0
0
0
0
0
Getreide, -produkte, Brot, Teig- und Backwaren
153
0
150
0
1
0
2
0
Mayonnaisen, emul. Soßen, kalte Fertigsoßen
und Feinkostsalate
168
0
160
0
7
0
1
0
Puddinge, Desserts und Cremespeisen
15
0
12
0
2
0
1
0
Speiseeis und -halberzeugnisse
123
0
123
0
0
0
0
0
Säuglings- und Kleinkindernahrung
0
0
0
0
0
0
0
0
Diätetische Lebensmittel, Nährstoffkonzentrate
und Ergänzungsnahrung
1
0
1
0
0
0
0
0
Obst, Gemüse und -zubebereitungen
41
0
34
0
1
0
1
0
Getränke, inkl. Tafel- u. Trinkwasser, Spirituo-
sen und Bier
9
0
8
0
0
0
1
0
Gewürze, Würzmittel und Zusatzstoffe
13
0
13
0
0
0
0
0
Zucker, Süß- u. Schokoladenwaren, Honig,
Konfitüre, Kaffee, Kakao, Tee
9
0
9
0
0
0
0
0
Fertiggerichte, zubereitete Speisen, Suppen
und Soßen
172
0
150
0
19
0
1
0
Kosmetika
0
0
0
0
0
0
0
0
Bedarfsgegenstände ohne Kosmetika
2
0
1
0
1
0
0
0
Gesamt
2.615
18
2.489
16
87
2
19
0
* Salmonellennachweis

│39
Tabelle 5: Regionale Zuordnung der Salmonellenfunde
Landesdirektion/Kreis
Eingangsdatum
Probenart
Nachgewiesene Serotypen
Anzahl
Serotyp
Landesdirektion Sachsen, Bereich ehemalige LD Chemnitz
Chemnitz, Stadt
01.12.2015
Ami Gänseklein tiefgefroren
2
S. Enteritidis
Chemnitz, Stadt
09.11.2015
Schweinezunge
1
S. Derby
Chemnitz, Stadt
06.10.2015
Apfelschneckenfleisch roh , glasiert , tiefge-
froren
1
S. Weltevreden
Erzgebirgskreis
02.12.2015
Schälrippchen
2
S. Serogruppe B
Erzgebirgskreis
30.11.2015
Hähnchenbrustfilet
1
S. Infantis
Landesdirektion Sachsen, Bereich ehemalige LD Dresden
Görlitz
11.12.2015
Schweinezunge gepökelt
2
S. Derby
Bautzen
05.11.2015
Schabefleisch
1
S. sp.
Bautzen
05.11.2015
Hackepeter mager
1
S. sp.
Görlitz
09.11.2015
Wellfleisch
1
S. sp.
Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
14.10.2015
Gewiegtes vom Rind und Schwein
2
S. Typhimurium
Görlitz
03.11.2015
Wellfleisch
1
S. sp.
Landesdirektion Sachsen, Bereich ehemalige LD Leipzig
Nordsachsen
22.07.2015
Halshaut vom Masthähnchen
2
S. Indiana
Leipzig, Stadt
09.07.2015
Joghurt-Paprika Putenbruststeaks
2
S. Hadar
Nordsachsen
15.09.2015
Halshaut vom Masthähnchen
3
S. Indiana
Nordsachsen
26.08.2015
Halshaut vom Masthähnchen
4
S. Paratyphi B
Nordsachsen
28.10.2015
Hackfleisch, gemischt, zur Herstellung von
Dönerspiessen
1
S. Saintpaul O:5-
Nordsachsen
06.10.2015
Hähnchenherzen von jungen Hähnchen
1
S. sp.
Leipzig, Stadt
18.12.2015
Schweinehackfleisch gewürzt
1
S. sp.
Leipzig, Stadt
06.10.2015
Erzgebirgische Schinkenknacker
1
S. Typhimurium
Nordsachsen
05.10.2015
Halshaut vom Masthähnchen
1
S. Anatum
Nordsachsen
03.12.2015
Schweinezunge gepökelt
1
S. Serogruppe B
Leipzig, Stadt
26.11.2015
Schinkenhackepeter
2
S. Serogruppe B

40 │
Tabelle 6: Häufigkeit der nachgewiesenen Salmonellenserotypen (Anzahl)
Serotypen
Veterinärmedizinische
Diagnostik
Futtermittel
Lebensmittel /
Bedarfsgegenstände
BU
Hygienekontrolltupfer
(Lebensmittel)
S. sp.
193
12
S. Muenster
160
1
S. Typhimurium
10
5
S. Serogruppe B
8
S. Derby
2
5
S. Enteritidis
3
3
S. Zanzibar
4
Salmonella
2
S. Saintpaul O:5-
2
S. Anatum
2
S. Infantis
2
S. Meleagridis
2
S. enterica ssp. I
2
S. Indiana
2
S. Weltevreden
2
S. enterica ssp. IIIb
2
S. Typhimurium var. Cop.
1
S. Serogr. C1
1
S. Rissen
1
S. Serogr. B
1
S. Goldcoast
1
S. enterica ssp. IV
1
Bearbeiter: Reinhard Seiler
LUA Dresden

image
Herausgeber:
Landesuntersuchungsanstalt für das Gesundheits- und Veterinärwesen Sachsen
Jägerstr. 8/10, 01099 Dresden
Redaktion:
Dr. Hermann Nieper, LUA Sachsen, Standort Leipzig, Bahnhofstraße 58/60 , 04158 Leipzig
Tel.: 0351/8144 4100
Gestaltung und Satz:
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Druck:
alinea Digitaldruck, Chemnitz |
www.alinea24.de
Redaktionsschluss:
15. Februar 2016
Bezug:
Dieses offizielle Mitteilungsblatt der Landesuntersuchungsanstalt für das Gesundheits- und Veterinärwe-
sen des Freistaates Sachsen kann kostenfrei im Internet abgerufen werden:
www.lua.sachsen.de
und unter
www.publikationen.sachsen.de