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LUA-Mitteilungen 01/2013
LANDESUNTERSUCHUNGS-
ANSTALT FÜR DAS GESUNDHEITS-
UND VETERINÄRWESEN

 
│1
Inhalt
Humanmedizin
Epidemiologische Information für den Freistaat Sachsen ......................................................................................................................................... 2
Impfempfehlung E 1 der Sächsischen Impfkommission (SIKO) ............................................................................................................................... 7
Empfehlungen zur Verhütung und Bekämpfung von bakteriellen Darminfektionen beim Menschen im Freistaat Sachsen...............11
Empfehlungen zur Verhütung und Bekämpfung von viralen Darminfektionen beim Menschen im Freistaat Sachsen ........................15
Empfehlungen zur Verhütung und Bekämpfung von parasitären Darminfektionen beim Menschen im Freistaat Sachsen ...............17
Anlagen zu den Empfehlungen zur Verhütung und Bekämpfung von bakteriellen, viralen und parasitären Darminfektionen
beim Menschen im Freistaat Sachsen ...........................................................................................................................................................................19
Einsatz von Kangalfischen zu kosmetischen und therapeutischen Zwecken ....................................................................................................20
Raumlufttechnische Anlagen in OP-Bereichen von Krankenhäusern: Überlegungen zur Senkung der Betriebskosten seitens
der Betreiber ........................................................................................................................................................................................................21
Lebensmitteluntersuchungen
Untersuchungen von Wein im Rahmen der Einfuhrkontrolle ................................................................................................................................23
Neue Rechtsbestimmungen - Oktober 2012 bis Dezember 2012 .........................................................................................................................25
Beschwerdeproben-Report für Lebensmittel nichttierischer Herkunft und Bedarfsgegenstände sowie Tabakerzeugnisse
(4. Quartal 2012) ........................................................................................................................................................................................................28
Beschwerdenreport für Lebensmittel tierischer Herkunft (4. Quartal 2012) .....................................................................................................29
Veterinärmedizinische Tierseuchen- und Krankheitsdiagnostik
Fachschulung zur Bienengesundheit an der Landesuntersuchungsanstalt - Veranstaltung im Rahmen eines
länderübergreifenden Projektes ......................................................................................................................................................................................30
BSE - Untersuchungen 4. Quartal 2012 .......................................................................................................................................................................33
Tollwutuntersuchungen 4. Quartal 2012 .....................................................................................................................................................................33
Salmonellenberichterstattung im Freistaat Sachsen - 4. Quartal 2012 .............................................................................................................34

2 │
Epidemiologische Information für den Freistaat
Sachsen
4. Quartal 2012 (01.10.–30.12.2012)
Adenovirus
-Gastroenteritis: Nach den Noroviren waren die
Adenoviren im Berichtszeitraum die viralen gastroenteritischen
Erreger mit der zweithöchsten Inzidenz (25 Erkrankungen pro
100.000 Einwohner). Seit 2008 wurde erstmals wieder eine so
hohe Neuerkrankungsrate erreicht.
108 dieser Infektionen konnten 12 Erkrankungshäufungen in
Kindereinrichtungen und Familien zugeordnet werden.
Brucellose
: Eine 71-jährige Frau, die von einem 3-monatigen
Aufenthalt aus Algerien zurückgekehrt war, erkrankte mit Ge-
lenkschmerzen und Fieber. Aus Blut konnte
Brucella melitensis
nachgewiesen werden.
Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (CJK)
: Bei einem 69-Jährigen, der
bereits im Juni des Jahres eine beginnende Symptomatik zeigte,
wurde im Berichtsmonat Oktober die Diagnose einer klinischen
CJK gestellt.
Zwei Frauen im Alter von 72 bzw. 75 Jahren aus unterschied-
lichen Landkreisen erkrankten mit typischer Symptomatik und
verstarben kurz darauf. Da keine Sektionen erfolgten, werden
diese als klinisch bestätigte CJK-Todesfälle gewertet.
Clostridium difficile
-Infektion: Vier der 1.287
Clostridium
difficile
-Infektionen verliefen tödlich. Betroffen waren zwei
79-jährige Männer sowie zwei weibliche Patienten im Alter von
81 bzw. 92 Jahren. Symptomatisch zeigten sich bei diesen Pati-
enten Durchfall, septische Krankheitsverläufe, Megakolon bzw.
Urosepsis.
Denguefieber
: Bei den 4 im Berichtszeitraum erfassten Fällen
handelte es sich um Reiserückkehrer aus Indien, den Malediven,
Thailand und Portugal (Madeira). Symptomatisch traten bei den
Betroffenen Fieber und zum Teil auch Exantheme auf. Die Infek-
tionen wurden serologisch bestätigt.
Enterovirus
: Im Berichtszeitraum wurden 30 Infektionen ge-
meldet. Je 10 Patienten wiesen eine respiratorische bzw. eine
gastroenteritische und 5 eine meningitische Symptomatik auf.
5 weiteren Erregernachweisen konnte kein klinisches Bild zuge-
ordnet werden.
Gasbrand
: Eine 69-jährige Frau musste sich aufgrund einer
Verschlusskrankheit einer Oberschenkelamputation unterzie-
hen. Kurz darauf entwickelten sich Entzündungszeichen. Ein
Wundabstrich erbrachte den Nachweis von
C. perfringens
. Die
Infektion konnte trotz intensivmedizinischer Versorgung nicht
beherrscht werden; die Patientin verstarb 5 Tage später.
Haemophilus influenzae
-Erkrankung: Im Berichtszeitraum wur-
den 5 Erkrankungen gemeldet. Symptomatisch zeigten sich bei
den Betroffenen Fieber, Pneumonie und in einem Fall eine Me-
ningitis. Die Patienten waren zwischen 58 und 90 Jahren alt.
Der Nachweis von
Haemophilus influenzae
erfolgte aus Blut und
in einem Fall aus Liquor; Kapseltypbestimmungen wurden nicht
durchgeführt.
Hantavirus-Erkrankung
: Ein 55-jähriger Mann erkrankte mit
Übelkeit, Fieber und Nierenfunktionsstörungen. Es erfolgte der
serologische Nachweis einer
Dobrava-Virus
-Infektion. Eine ähn-
liche Symptomatik zeigte sich bei einem 36-Jährigen. Auch bei
diesem Patienten wurde eine
Dobrava-Virus
-Infektion diagnos-
tiziert. In beiden Fällen wurden handwerkliche Tätigkeiten im
Haus als Infektionsursache angesehen.
Influenza
: Seit Beginn der Influenzasaison 2012/2013 wurden
aus dem Freistaat Sachsen 96 Influenzavirus-Infektionen über-
mittelt; 74-mal Influenza A (darunter 35-mal Subtyp (H1N1)
pdm09), 15-mal Influenza B und 7-mal Influenza A/B (nicht
differenziert). Es handelte sich bis auf 2 Fälle um ungeimpfte
Patienten. Betroffen waren 40 Kinder, darunter 16 unter 5 Jahre
alt, 7 Jugendliche und 49 Erwachsene. Todesfälle wurden bis-
her nicht übermittelt. Die ungewöhnlich hohe Fallzahl weist auf
eine früh beginnende Influenzawelle hin. Im gleichen Zeitraum
des Vorjahres wurden lediglich 10 Influenza-Erkrankungen re-
gistriert.
]
In einer Justizvollzugsanstalt erkrankten 6 Insassen mit grip-
palen Infekten. Bei 4 ungeimpften Männern im Alter zwi-
schen 22 und 38 Jahren gelang der Nachweis einer Influenza
A(H1N1)pdm09-Infektion.
Legionellose
: Betroffen waren 5 Patienten zwischen 33 und 84
Jahren, die mit Fieber und Pneumonie erkrankten. Die Infektio-
nen konnten mittels Antigennachweis aus Urin bestätigt wer-
den; einmal gelang der Nachweis von
Legionella pneumophila
mittels PCR aus Sekreten des Respirationstraktes. Im häuslichen
Umfeld einiger Patienten wurden Wasserproben entnommen,
deren Untersuchungen mit negativen Ergebnissen verliefen bzw.
teilweise noch ausstehen. In einem Fall ergaben sich Hinweise
auf eine ausländische Infektionsquelle: Ein 41-Jähriger erkrank-
te kurz nach der Rückkehr von einem beruflichen Aufenthalt in
China.
Leptospirose
: Bei einer 64-Jährigen mit grippaler Symptomatik
wurde serologisch eine Leptospirose (
L. grippotyphosa
) diagnos-
tiziert. Als mögliche Infektionsquelle kann der Kleintierbestand
(Hund, Katzen, Schafe, Enten, Hühner) der Patientin angenom-
men werden.
Listeriose
: Zur Meldung kamen 8 Erkrankungen (darunter 2
Todesfälle) sowie ein Erregernachweis ohne bestehendes klini-
sches Bild. Es handelte sich um 4 Männer (zwischen 61 und 80
Jahre alt) und 5 Frauen (zwischen 72 und 84 Jahre alt). In 5 Fäl-
len waren bestehende Vorerkrankungen bekannt. Als Symptome
wurden Fieber, Pneumonie, Sepsis und Meningitis angegeben.
Der Nachweis gelang jeweils aus der Blutkultur bzw. 2-mal aus
Liquor.
]
Bei einem 62-jährigen Mann mit bestehender schwerer
Grunderkrankung zeigten sich Fieber und ein septischer Ver-
lauf. Der Patient verstarb 6 Tage nach Erkrankungsbeginn.
Aus der Blutkultur gelang der Nachweis von
Listeria mono-
zytogenes
.
]
Eine 74-jährige Frau erkrankte mit meningitischer Sympto-
matik. Die Infektion nahm einen foudroyanten Verlauf und
die Patientin verstarb infolgedessen 4 Tage später. Aus Liquor
wurde
Listeria monozytogenes
nachgewiesen.
Malaria
: Eine 23-jährige in Deutschland lebende Sudanesin
musste wenige Tage nach Rückkehr von einem längeren Auf-
enthalt in Ostafrika (Kenia und Südsudan) mit unklaren Fieber-
schüben hospitalisiert werden. In der Klinik erfolgte neben der
Diagnose einer Mischinfektion von M. tropica/M. tertiana auch

│3
die Feststellung einer frühen Schwangerschaft (4. SSW). Die Pa-
tientin verstarb knapp 8 Wochen nach Erstdiagnose an den Fol-
gen der Malaria. Weitere Vorerkrankungen waren nicht bekannt.
Nach seiner Rückkehr von einem Auslandsaufenthalt erkrankte
ein 37-jähriger deutscher Mann an einer Malaria quartana. Der
Patient, der als Rucksacktourist einen Monat in Mali unterwegs
war, hatte keine Chemoprophylaxe durchgeführt.
Meningitis, bakteriell
: Im Quartal wurden 16 Erkrankungen, da-
runter eine mit Todesfolge übermittelt. Aus Liquor gelang bei 6
Patienten der Nachweis von
Streptococcus pneumoniae
, jeweils
3-mal von Borrelien bzw. Meningokokken sowie je 2-mal von
Listerien bzw.
Haemophilus influenzae
.
Meningoenzephalitis, viral
: Insgesamt kamen 8 Erkrankungen
zur Meldung, von denen 5 durch Enteroviren, 2 durch
Varizella-
Zoster
-Virus sowie eine durch Herpesviren bedingt waren.
Eine 77-Jährige verstarb kurz nach Erkrankungsbeginn infolge
einer Herpesvirus Typ 6-Infektion.
Meningokokkenerkrankung, invasiv
: Zur Übermittlung kamen
7 Erkrankungen (4-mal Sepsis, 3-mal Meningitis). Betroffen wa-
ren 3 Kinder unter einem Jahr, ein 2-Jähriger, ein Jugendlicher
und 2 Erwachsene. In vier Fällen erbrachte eine Erreger-Typi-
sierung die Serogruppe B, in drei Fällen die Serogruppe C. Bei
ca. 150 Kontaktpersonen erfolgte eine prophylaktische Antibio-
tikagabe.
MRSA, invasive Erkrankung
: Im Berichtszeitraum kamen insge-
samt 63 Nachweise zur Meldung. Betroffen waren 42 männliche
und 21 weibliche Patienten im Alter zwischen 33 und 92 Jahren.
Der Erreger konnte jeweils aus Blut nachgewiesen werden. To-
desfälle wurden im Berichtszeitraum nicht registriert.
Multiresistente Erreger (MRE) mit Carbapenem-Resistenz
:
Bisher erfolgte die Meldung dieser Erreger ausschließlich auf
freiwilliger Ebene.
Im 4. Quartal des Jahres wurden unter diesem Aspekt sowie auf
der Grundlage der bis dahin geltenden freiwilligen Meldung 42
multiresistente Erreger mit Carbapenem-Resistenz übermittelt.
In 23 Fällen handelte es sich um Nachweise von
Klebsiella pneu-
moniae
mit erworbener Carbapenemase.
Darunter befanden sich 5 Nachweise, die der Häufung in einer
Leipziger Klinik zugeordnet werden konnten. Hierbei handelte
es sich in 4 Fällen um Kolonisationen sowie einmal um eine
Infektion mit KPC. Somit ergab sich zum Quartalsende in diesem
Zusammenhang ein kumulativer Stand von 94 KPC-Nachweisen.
Es erfolgte die Übermittlung weiterer multiresistenter Erreger;
darunter
Pseudomonas aeruginosa
,
Klebsiella oxytoca
sowie
Ci-
trobacter freundii
und
Escherichia coli
. Betroffen waren Patien-
ten im Alter zwischen 53 und 90 Jahren.
Mit Datum vom 16.12.2012 trat die Novellierung der Verord-
nung des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales und
Verbraucherschutz über die Erweiterung der Meldepflicht für
übertragbare Krankheiten und Krankheitserreger nach dem In-
fektionsschutzgesetz (IfSGMeldeVO) in Kraft.
Als Labormeldung neu aufgenommen wurde die namentliche
Meldung folgender Tatbestände:
]
Acinetobacter spp. mit erworbenen Carbapenemasen oder
erworbener eingeschränkter Carbapenem-Empfindlichkeit
(Meldepflicht bei Infektion und Kolonisation),
]
Enterobacteriaceae mit erworbenen Carbapenemasen oder
erworbener eingeschränkter Carbapenem-Empfindlichkeit
(Meldepflicht bei Infektion und Kolonisation),
]
Pseudomonas aeruginosa mit erworbenen Carbapenema-
sen oder bei gleichzeitigem Vorliegen von phänotypischer
Resistenz gegen Acylureidopenicilline, Cephalosporine der
3./4. Generation, Carbapeneme und Fluorchinolone (Mel-
depflicht bei Infektion und Kolonisation).
Norovirus
-Gastroenteritis: Bei den Norovirusinfektionen kam
es saisonbedingt zu einer deutlichen Zunahme der Fallzahlen.
Im Berichtszeitraum wurden 4.102 Erkrankungen mit mikrobio-
logischem Nachweis übermittelt. Dies entsprach einer Inzidenz
von rund 99 Erkrankungen pro 100.000 Einwohner. Gegenüber
dem 3. Quartal verdreifachte sich die Neuerkrankungsrate. Ver-
glichen mit dem 5-Jahres-Mittelwert (145 Erkrankungen pro
100.000 Einwohner) lag die erfasste Quartalsinzidenz jedoch
deutlich darunter.
Pertussis
: Im 4. Quartal des Jahres wurden 197 Erkrankungen
sowie 4 asymptomatische Infektionen übermittelt. Somit ergab
sich mit 5 Erkrankungen pro 100.000 Einwohner eine deutlich
niedrigere Neuerkrankungsrate als im Vorquartal (9 Erkrankun-
gen pro 100.000 Einwohner). Verglichen mit dem Vorjahreszeit-
raum wurden 12 % weniger Erkrankungen erfasst.
Rund 78 % aller erkrankten Personen verfügten über einen nur
unvollständigen bzw. keinen Impfschutz.
Etwa ein Viertel der in Sachsen erfassten Infektionen konnte
in Zusammenhang mit 11 Ausbrüchen in verschiedenen Kinder-
tagesstätten, Schulen sowie mit familiären Kontakten gebracht
werden. Bei 7 Geschehen wurden zwischen 4 und 12 Betroffene
registriert.
Pneumokokkenerkrankung, invasiv
: Im Berichtszeitraum ka-
men 37 Infektionen zur Meldung. Hierbei handelte es sich um
einen 7 Monate alten Säugling, zwei einjährige Kinder und un-
geimpfte Erwachsene zwischen 39 und 90 Jahren.
In 20 Fällen kam es zur Ausbildung einer Pneumonie, 10-mal
wurde eine Sepsis, 6-mal eine Meningitis diagnostiziert und ein-
mal wurde Fieber als Hauptsymptom angegeben. 4 der Betroffe-
nen hatten in den letzten Jahren eine Pneumokokken-Impfung
Tabelle 1: Multiresistente Erreger (MRE) mit Carbapenem-Resistenz in Sachsen
4. Quartal
Meldungen seit 20.06.2012
Erreger
Infektion
Kolonisation
Gesamt-Fallzahl
darunter Todesfall
Gesamt-Fallzahl
darunter Todesfall
Acinetobacter baumannii
2
Citrobacter freundii
1
1
1
Escherichia coli
1
1
1
Klebsiella oxytoca
1
1
2
2
Klebsiella pneumoniae
14
9
23
56
1
Morganella morganii
1
Pseudomonas aeruginosa
11
4
15
22
Gesamtzahl
28
14
42
85
1

4 │
erhalten. Angaben zum Impfstoff wurden nicht bekannt.
Q-Fieber
: Eine 34-jährige Tierärztin erkrankte mit grippeähn-
lichen Symptomen, Muskel- und starken Kopfschmerzen. Die
Infektion wurde serologisch bestätigt. In einem Kuhstall, den
die Patientin im Vorfeld ihrer Erkrankung betreute, konnte ein
positiver Nachweis bei Tieren geführt werden.
Rotavirus-Gastroenteritis
: Zur Meldung kamen im Berichtszeit-
raum 599 Erkrankungsfälle, was einer Inzidenz von 14 Erkran-
kungen pro 100.000 Einwohner und einem Anstieg der Neu-
erkrankungsrate um 22 % entsprach. Der 5-Jahres-Mittelwert
für das 4. Quartal von 24 Erkrankungen pro 100.000 Einwohner
wurde jedoch deutlich unterschritten.
In Kindereinrichtungen, Seniorenheimen und Familien kam es zu
9 Ausbrüchen mit insgesamt 106 Erkrankten.
Salmonellose: Mit einer Neuerkrankungsrate von 10 Erkrankun-
gen pro 100.000 Einwohner wurden im letzten Quartal des Jah-
res 43 % weniger Infektionen übermittelt als im Vorzeitraum.
Es kamen Erkrankungshäufungen mit 3 bis 5 Betroffenen zur
Meldung.
]
Nach dem Verzehr von selbst hergestelltem Kuchen unter
Roheizusatz, der nicht noch einmal erhitzt wurde, erkrankten
in einer Familie 3 Kinder und 2 Erwachsene mit Durchfall und
Erbrechen. In 3 Fällen konnte aus Stuhl
S. Enteritidis
nachge-
wiesen werden. Lebensmittelreste standen für eine Untersu-
chung nicht mehr zur Verfügung.
]
Eine gastroenteritische Symptomatik zeigte sich bei 3 Er-
wachsenen, die rohen Hackepeter gegessen hatten. Bei 2 Be-
troffenen erfolgte aus Stuhl der Nachweis von
S. Enteritidis
.
]
2 Geschwister erkrankten zeitgleich mit Erbrechen und
Durchfall. Stuhluntersuchungen der Kinder sowie des symp-
tomlosen Vaters erbrachten den Nachweis von
S. Mbandaka
.
Eine Infektionsquelle ließ sich nicht eruieren.
Shigellose
: Von den 11 im Berichtszeitraum erfassten Fällen
waren 10 durch
Shigella sonnei
und eine durch
Shigella flexneri
bedingt. 9-mal wurden verschiedene Auslandsaufenthalte als
Infektionsquelle angenommen.
Tuberkulose
: Im 4. Quartal kamen 31 Fälle zur Meldung. Eine
80-jährige deutsche Frau wurde als krankheitsbedingt verstor-
ben übermittelt. Hierbei handelte es sich um eine im Oktober
diagnostizierte Tuberkulose der Lunge. Weitere Informationen
lagen nicht vor.
Virushepatitis
: Bei 6 der 10 im Berichtszeitraum übermittelten
Virushepatitis A
-Erkrankungen handelte es sich um reiseasso-
ziierte Infektionen. Betroffen waren 4 Männer im Alter von 25
bis 44 Jahren sowie 2 Frauen (49 und 59 Jahre alt), die sich mit
hoher Wahrscheinlichkeit bei Aufenthalten in Ägypten, Paragu-
ay, Peru, Spanien bzw. Thailand infiziert hatten.
Bei 4 weiteren erkrankten Patienten, darunter einem 3-jähri-
ges Mädchen und seinem 32-jährigen Vater, ergaben sich keine
Hinweise auf die mögliche Infektionsquelle.
Eine 71-jährige Frau verstarb an den Folgen einer chronischen
labordiagnostisch gesicherten
Virushepatitis B
. Weitere Anga-
ben lagen zu diesem Fall nicht vor.
Im Berichtszeitraum kamen 8 serologisch bestätigte Infektionen
von
Virushepatitis E
zur Meldung. Betroffen waren 4 Männer
(zwischen 54 und 74 Jahre alt) sowie 4 Frauen im Alter zwi-
schen 34 und 63 Jahren. In 2 Fällen konnten Auslandsaufenthal-
te in der Türkei bzw. auf Mauritius als mögliche Infektionsquelle
angenommen werden.
Tod an sonstiger Infektionskrankheit
: Bei einem 80-jähriger
Mann kam es nach septischem Schock zu einem Multiorgan-
versagen, woran der Patient verstarb. Aus Urin des Patienten
gelang der Nachweis von
Escherichia coli
.
Eine 88-jährige Frau sowie ein 76-Jähriger verstarben infolge
schwerer Pneumonien. Als Ursache wurden Infektionen durch
Klebsiella pneumoniae
bzw.
Pseudomonas aeruginosa
(beide
3-fach resistente Erreger) identifiziert.
Verantwortlich:
Dr. med. Dietmar Beier
und Mitarbeiter des FG Infektionsepidemiologie
LUA Chemnitz

│5
Übersicht über erfasste übertragbare meldepflichtige und andere Infektionskrankheiten
Stand 13.02.2013
4. Quartal 2012
kumulativ
(1. - 52. BW 2012)
kumulativ
(1. - 52. BW 2011)
Meldekategorie
Erkrankung
labordiagn.
Nachweis*
T
Inzidenz**
Erkrankung
labordiagn.
Nachweis*
T
Erkrankung
labordiagn.
Nachweis*
T
Adenovirus-Enteritis
1.038
1
0
25,0
2.624
2
0
1.971
3
0
Adenovirus-Infektion, respiratorisch
0
28
0
0,0
0
56
0
0
56
0
Adenovirus-Konjunktivitis
11
0
0
0,3
43
0
0
21
0
0
Amöbenruhr
10
0
0
0,2
54
11
0
43
10
0
Astrovirus-Enteritis
218
1
0
5,3
1.442
7
0
1.536
18
0
Borreliose
242
0
0
5,8
920
0
0
1.570
0
0
Brucellose
1
0
0
< 0,1
1
0
0
0
0
0
Campylobacter-Enteritis
1.188
14
0
28,6
5.340
43
0
6.167
53
0
Chlamydia trachomatis-Infektion
0
1.001
0
0,0
0
4.231
0
0
3.967
0
Clostridium difficile-Enteritis
1.287
0
4
31,0
5.263
0
15
5.837
0
14
CJK (Creutzfeldt-Jakob-Krankheit)
3
0
2
0,1
9
0
8
12
0
10
Denguefieber
4
0
0
0,1
10
0
0
8
1
0
Diphtherie
0
0
0
0,0
0
0
0
1
0
0
Echinokokkose
0
0
0
0,0
1
0
0
3
0
0
EHEC-Erkrankung
28
9
0
0,7
109
58
0
177
70
0
Enterovirusinfektion
0
30
0
0,0
0
161
0
0
199
0
Escherichia coli-Enteritis
330
5
0
8,0
993
27
0
1.029
41
0
FSME
0
0
0
0,0
4
0
0
5
0
0
Gasbrand
1
0
1
< 0,1
6
0
4
7
0
4
Giardiasis
79
11
0
1,9
311
63
0
299
79
0
Gonorrhoe
0
171
0
0,0
0
731
0
0
573
0
GBS-Infektion
0
481
0
0,0
0
2.001
0
0
1.982
0
H. influenzae-Erkrankung (invasiv)
5
0
0
0,1
10
1
0
8
0
0
Hantavirus-Erkrankung
2
0
0
< 0,1
11
0
0
3
0
0
Hepatitis A
10
0
0
0,2
18
4
0
26
6
1
Hepatitis B
9
54
1
0,2
47
176
2
55
192
2
Hepatitis C
8
73
0
0,2
44
264
1
36
244
0
Hepatitis D
0
1
0
0,0
0
1
0
0
0
0
Hepatitis E
8
0
0
0,2
23
2
0
18
2
0
Herpes zoster
138
0
0
3,3
651
0
0
0
0
0
HUS, enteropathisch
0
0
0
0,0
3
0
0
4
0
0
Influenza
96
0
0
2,3
632
3
1
3.534
8
6
Klebsiella spp.***
0
22
0
0,0
0
124
4
0
0
0
Kryptosporidiose
56
2
0
1,3
167
10
0
119
0
0
Legionellose
5
0
0
0,1
22
2
1
21
1
1
Leptospirose
1
0
0
< 0,1
2
0
0
2
0
0
Listeriose
8
1
2
0,2
27
4
3
23
3
2
Malaria
2
0
1
< 0,1
16
0
1
20
0
2
Masern
0
0
0
0,0
0
0
0
23
0
0
Meningokokken-Erkrankung
(invasiv)
7
0
0
0,2
18
0
1
16
0
1
MRSA-Infektion (invasiv)
55
8
0
1,3
271
26
4
299
7
8
caMRSA
0
0
0
0,0
0
1
0
0
0
0
Mumps
5
0
0
0,1
22
0
0
13
0
0
Mycoplasma hominis-Infektion
0
162
0
0,0
0
622
0
0
489
0
Mycoplasma-Infektion, respirato-
risch
0
262
0
0,0
0
1.036
0
1
1.075
1
Norovirus-Enteritis
4.102
27
0
98,9
12.859
55
2
13.117
29
6
Ornithose
0
0
0
0,0
0
0
0
1
0
0
Parainfluenza-Infektion
0
16
0
0,0
0
84
0
0
47
0

6 │
4. Quartal 2012
kumulativ
(1. - 52. BW 2012)
kumulativ
(1. - 52. BW 2011)
Meldekategorie
Erkrankung
labordiagn.
Nachweis*
T
Inzidenz**
Erkrankung
labordiagn.
Nachweis*
T
Erkrankung
labordiagn.
Nachweis*
T
Paratyphus
0
0
0
0,0
2
1
0
2
0
0
Parvovirus B19-Infektion
0
5
0
0,0
0
54
0
0
69
0
Pertussis
197
4
0
4,7
1.070
56
0
1.241
83
0
Pest
0
0
0
0,0
0
0
0
0
0
0
Pneumokokken-Erkrankung (invasiv)
37
0
0
0,9
134
1
3
141
0
3
Q-Fieber
1
0
0
< 0,1
2
0
0
0
1
0
Rotavirus-Erkrankung
599
4
0
14,4
3.350
12
0
9.694
12
0
Röteln
0
0
0
0,0
31
0
0
2
0
0
RS-Virus-Infektion
0
62
0
0,0
0
681
0
0
558
0
Salmonellose
417
23
0
10,0
1.812
85
1
1.757
144
2
Scharlach
787
0
0
19,0
2.698
0
0
1.541
0
0
Shigellose
10
1
0
0,2
32
5
0
42
0
0
Syphilis
0
22
0
0,0
0
124
0
0
122
0
Toxoplasmose
15
3
0
0,4
89
13
0
52
10
1
Trichinellose
0
0
0
0,0
1
0
0
0
0
0
Tuberkulose
30
1
1
0,7
148
1
4
122
2
5
Tularämie
0
0
0
0,0
1
0
0
1
0
0
Typhus abdominalis
0
0
0
0,0
2
1
0
2
1
0
Virale hämorr. Fieber, sonstige
0
0
0
0,0
1
0
0
0
0
0
Windpocken
27
0
0
0,7
732
0
0
683
0
0
Yersiniose
87
3
0
2,1
324
4
0
418
6
0
Zytomegalievirus-Infektion
0
26
0
0,0
0
121
0
0
64
0
Angeborene Infektion
0
0
0
0,0
1
5
0
0
2
0
Tod an sonstiger Infektionskrankheit
0
0
3
0,0
0
0
5
0
0
0
* labordiagnostischer Nachweis bei nicht erfülltem bzw. unbekanntem klinischen Bild
** Erkrankungen pro 100.000 Einwohner
*** Carbapenem-resistent

│7
Impfempfehlung E 1 der Sächsischen Impfkommis-
sion (SIKO)
Aktualisiert zum 01.01.2013
Neuerungen bei Humanen Papillomaviren, Influenza und
Meningokokken
1. Erweiterung der Empfehlung zur Impfung gegen Infek-
tionen durch Humane Papillomaviren (HPV-Impfung)
auf Jungen und Männer
Die HPV-Impfung ist seit dem Jahr 2007 sowohl von der Ständi-
gen Impfkommission am Robert Koch-Institut (STIKO) als auch
von der Sächsischen Impfkommission (SIKO) empfohlen und so-
mit in Sachsen öffentlich empfohlene Impfung. Die Impfemp-
fehlung erstreckt sich deutschlandweit bislang nur auf Mädchen
und Frauen vom 13. bis zum 18. Lebensjahr, das heißt für das
Alter zwischen dem 12. und dem 18. Geburtstag. Durch Aufnah-
me in die Schutzimpfungsrichtlinie (SI-RL) des Gemeinsamen
Bundesausschusses der Ärzte und Krankenkassen übernehmen
alle gesetzlichen Krankenkassen (GKK) die Kosten. Aufgrund pu-
blizierter Daten, die den Nutzen auch für Frauen, die älter als
18 Jahre sind, begründen, entschied die SIKO bereits vor zwei
Jahren, die Empfehlung auf Frauen zwischen dem 19. und 26.
Lebensjahr auszudehnen.
Inzwischen liegen darüber hinaus Daten vor, die den Nutzen die-
ser Impfung auch für Jungen und Männer belegen. So beschloss
die SIKO auf ihrer Herbstsitzung am 19. Oktober 2012, die Emp-
fehlung auf diese Personengruppe zu erweitern. Ab 1. Januar
2013 wird in die öffentliche Impfempfehlung zur HPV-Impfung
in Sachsen deshalb folgender Zusatz aufgenommen:
Die Impfung von Jungen und Männern mit dem tetravalen-
ten Impfstoff ist entsprechend der europäischen Zulassung
möglich (Fachinformation beachten).
Im Beurteilungsbericht (Assessment Report) der Europäischen
Zulassungsbehörde (European Medicines Agency – EMA) zum
tetravalenten (quadrivalenten, 4-valenten) HPV-Impfstoff Gar-
dasil® vom 23. Juni 2011 heißt es hierzu:
„Der 4-valente HPV-Impfstoff ist indiziert für Jungen und Män-
ner von 9 bis 26 Jahren zur Prävention externer genitaler Läsio-
nen einschließlich Genitalwarzen (condylomata acuminata), die
durch die HPV-Typen 6, 11, 16 und 18 verursacht sind.“
Die SIKO empfiehlt, analog dem in erster Linie vorgesehenen
Impfalter bei Mädchen und Frauen, auch männliche Jugendliche
bevorzugt im Alter von 12 bis 17 Jahren (13. bis 18. Lebensjahr)
zu impfen (weiteres unter Begründung).
Begründung:
Humane Papillomaviren (HPV) infizieren das Plattenepithel bei
beiden Geschlechtern. Dies kann bei Frauen zu Krebs von Ge-
bärmutterhals, Vulva und Vagina einschließlich der Vorstufen,
bei Frauen und Männern zu anogenitalen Warzen (condylomata
acuminata) und bei Männern zu Krebs von Penis, Anus und Oro-
pharynx (inklusive Vorstufen) führen. Die Rate genitaler HPV-
Infektionen ist unter Männern ähnlich wie bei Frauen.
Für die Empfehlung der SIKO fanden insbesondere die Ergebnis-
se und Bewertungen einer klinischen Studie, die Wirksamkeit
und Sicherheit des tetravalenten HPV-Impfstoffes bei mehreren
Tausend Männern im Alter von 16-26 Jahren aus 71 Orten in 18
Ländern untersuchte, Berücksichtigung.
Primäre Endpunkte der Studie waren das Vorhandensein oder
die Abwesenheit von mit HPV-6, 11, 16 oder 18 verbundenen
externen genitalen Läsionen, definiert als
]
Condylomata acuminata (äußere Genitalwarzen);
]
penile, perianale oder perineale intraepitheliale Neoplasie
(PIN) oder
]
Penis-, perianaler oder perinealer Krebs.
Bezogen auf Studienteilnehmer, die alle drei vorgesehenen Imp-
fungen erhielten und zu Studienbeginn negativ (keine beste-
hende und keine überstandene Infektion) für die untersuchten
HPV-Typen waren, wurden folgende Ergebnisse berichtet:
Wirksamkeit gegen Ereignisse, die mit den HPV-Typen 6, 11, 16
und 18 assoziiert sind:
]
äußere genitale Läsionen:
90,4 %
]
persistierende Infektion (6 Monate und mehr): 85,6 %
]
Genitalwarzen (durch HPV 6 oder 11):
89,4 %
Der Anteil der Personen, die eine oder mehrere Nebenwirkungen
berichteten, war vergleichbar in Impfstoff- und Plazebogruppe.
Die Impfung von Jungen und Männern gegen HPV kann dazu
beitragen, die Verbreitung von HP-Viren in der Bevölkerung zu
reduzieren. Nobelpreisträger Harald zur Hausen plädiert seit
langem nachdrücklich dafür, dass auch Jungen geimpft werden
sollten. Dies könnte die mögliche Ausrottung dieser Viren be-
schleunigen, sagte er anlässlich der 27. Internationalen Papil-
lomaviruskonferenz 2011 in Berlin und unterstrich: „Wenn wir
wirklich die Viren in einem vorhersehbaren Zeitraum drastisch
reduzieren und ausrotten wollen, können wir das nur, wenn bei-
de Geschlechter geimpft werden.“
Im Rahmen einer Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche
Aufklärung zur Jugendsexualität im Jahr 2009 wurde auch nach
dem Alter der ersten sexuellen Erfahrungen gefragt. Danach
hatten
]
4 % der unter 14-jährigen Jungen
]
17 % der unter 15-jährigen Jungen
]
34 % der unter 16-jährigen Jungen
]
65 % der unter 17-jährigen Jungen
Geschlechtsverkehr-Erfahrungen. Da die Wahrscheinlichkeit
einer HPV-Infektion mit der Zunahme der sexuellen Aktivität
steigt, ist eine frühzeitige Impfung, möglichst vor dem ersten
Geschlechtsverkehr, sinnvoll.
HPV-Impfempfehlungen bestehen beispielsweise in
]
USA:
]
Routineimpfung aller 11 oder 12 Jahre alten Jungen

8 │
]
Impfung aller bisher nicht oder nicht vollständig geimpf-
ten männlichen Jugendlichen von 13 bis 21 Jahren
]
Impfung von Männern von 22 bis 26 Jahren, insbesondere
beim Vorliegen von Risikofaktoren
]
Kanada:
]
Routineimpfung für Männer zwischen 9 und 26 Jahren
]
Österreich:
]
Die Impfung wird möglichst vor Eintritt in das sexuell akti-
ve Alter empfohlen (ab 9. Lebensjahr), kann aber auch bei
Männern in jedem Alter erfolgen
]
Australien:
]
Routineimpfung für Jungen im Alter von 12 bis 13 Jahren
]
2-jähriges Catch-up-Impfprogramm für Jungen im Alter
von 14 bis 15 Jahren
Aufgrund der Zulassung für Jungen und Männer durch die EMA
wurden in die Fachinformation des tetravalenten HPV-Impfstof-
fes aufgenommen:
]
Ergebnisse einer klinischen Studie zur Wirksamkeit in der
Prävention von Genitalwarzen bei Jungen und Männern zwi-
schen 16 und 26 Jahren
]
Ergebnisse zur klinischen Wirksamkeit in der Prävention von
HPV 16/18-induzierten Analkrebsvorstufen
Unter der Rubrik „Anwendungsgebiete“ ist definiert:
„… Impfstoff zur Anwendung ab einem Alter von 9 Jahren zur
Prävention von:
]
Vorstufen maligner Läsionen im Genitalbereich (Zervix, Vulva
und Vagina) und Zervixkarzinomen, die durch bestimmte on-
kogene Typen des humanen Papillomvirus (HPV) verursacht
werden
]
Genitalwarzen (Condylomata acuminata), die durch spezifi-
sche HPV-Typen verursacht werden“
Eine Begrenzung auf Mädchen und Frauen ist nicht enthalten
(Fachinformation Gardasil® Oktober 2012).
2. Erweiterung der Empfehlung zur Impfung gegen
Influenza – Einbeziehung des nasal zu applizierenden
attenuierten Lebendimpfstoffes
Im Januar 2011 wurde durch die Europäische Kommission ein
Influenza-Lebendimpfstoff (Fluenz®) zugelassen. Dieser Impf-
stoff ist in den USA bereits seit dem Jahr 2003 in Anwendung
und seitdem bestehen Erfahrungen mit etwa 50 Millionen Imp-
fungen.
Der auf Hühnereiern produzierte Impfstoff enthält abge-
schwächte
(attenuierte)
lebende
Influenza-Virusstämme
(A/H1N1, A/H3N2 und B) entsprechend den WHO-Empfehlun-
gen für die jährliche Grippesaison. Es handelt sich dabei um käl-
teadaptierte, temperaturempfindliche Virusstämme, die sich im
Nasopharynx vermehren (bei einer Temperatur von ca. 33°C),
eine protektive Immunität induzieren, aber keine Erkrankung
auslösen, da in den unteren Atemwegen (bei ca. 37°C) keine
Replikation stattfindet.
Die Applikation erfolgt als Nasenspray (0,1 ml in jedes Nasen-
loch). Die Zulassung erstreckt sich auf das Alter von 24 Monaten
bis zum vollendeten 18. Lebensjahr. Kinder bis zum 9. Lebens-
jahr erhalten bei der erstmaligen Grippeschutzimpfung 2 Dosen
im Mindestabstand von 4 Wochen (Grund: erwünschter Boos-
tereffekt der zweiten Impfung).
Kontraindiziert ist der Impfstoff bei Immunsuppression/Immun-
defizienz, Schwangerschaft, Hühnereiweißallergie, schwerem
Asthma, akutem Giemen und Salicylat-Therapie.
Mit Wirkung vom 1. Januar 2013 wird die öffentliche Impfemp-
fehlung zur jährlichen Influenza-Impfung in Sachsen durch fol-
genden Zusatz ergänzt:
Ab dem vollendeten 2. Lebensjahr kann nasal zu applizieren-
der attenuierter Lebendimpfstoff angewandt werden (0,2 ml
pro Dosis, d. h. 0,1 ml pro Nasenloch).
Begründung:
Kinder werden als das „Feuer der Influenza“ bezeichnet. Sie
infizieren sich untereinander, z. B. in Kindertagesstätten
und Schulen, und stecken Erwachsene an: Eltern, Großeltern,
Schwangere, chronisch Kranke und abwehrgeschwächte Per-
sonen. Zudem verläuft die Virusgrippe im Kindesalter oftmals
schwer. Bei Säuglingen, Klein- und Schulkindern sind hohe Er-
krankungs- und Hospitalisierungsraten zu verzeichnen. Durch
die Impfung wird nicht nur das Kind selbst geschützt, sondern
auch eine Übertragung der Erreger auf andere Personen verhin-
dert. Deshalb empfiehlt die Sächsische Impfkommission schon
seit dem 1. Januar 2010 die Influenzaimpfung für alle Kinder
(ab vollendetem 6. Lebensmonat), Jugendlichen und Erwach-
senen. Der Freistaat Sachsen nimmt hiermit eine Vorreiterrolle
innerhalb Deutschlands ein. Andererseits ist die Wirksamkeit der
herkömmlichen Influenzaimpfstoffe gerade bei Kindern häufig
geringer als bei jüngeren Erwachsenen, so dass schon seit lan-
gem der Wunsch oder Bedarf nach im Kindesalter gut wirksa-
men Grippeimpfstoffen besteht.
Neben dem relativen Vorteil der (intra-)nasalen Applikation,
insbesondere bei Kindern und Jugendlichen, liegt die eigentli-
che Überlegenheit des neuen Lebendimpfstoffes in der besseren
Wirksamkeit im Kindesalter gegenüber den herkömmlichen per
Injektion zu applizierenden Spalt- und Subunit-Impfstoffen.
Zusammenfassende Ergebnisse von Wirksamkeitsstudien bei
26.000 Kindern im Alter von 6 Monaten bis 17 Jahren:
]
Wirksamkeit bei Kindern und Jugendlichen um 32-55 % hö-
her als bei inaktivierten Injektions-Impfstoffen
]
Bei Kindern und Jugendlichen von 2 bis 17 Jahren:
44-48 % weniger Grippeerkrankungen im Vergleich zu inak-
tivierten Injektions-Impfstoffen
]
Am besten wurde die Wirksamkeit in einem direkten Ver-
gleich mit einem nichtadjuvantierten Totimpfstoff bei Kin-
dern bis zum Alter von 6 bis 7 Jahren nachgewiesen
]
Wirksamkeit von 2 Dosen Lebendimpfstoff gegenüber Plaze-
bo um 83-87 % höher
]
Im Vergleich zum inaktivierten Impfstoff wird auch höhere
Wirksamkeit (Kreuzimmunität – heterologe Immunität) ge-
gen Driftvarianten (nicht im Impfstoff enthaltenen Virus-
stämmen) erzielt
]
Die Impfung ahmt den natürlichen, nasalen Infektionsweg
nach, baut neben IgG-Antikörpern eine Schleimhautimmu-
nität auf (IgA-Antikörper), zusätzlich eine T-Zell-Immunität
und führt zu langdauernder Immunität, auch bei spät einset-
zender Influenzawelle.
Verträglichkeit: Neben „typischen“ Impfnebenwirkungen, wie
Kopfschmerzen, Unwohlsein, Muskelschmerzen, Fieber, vermin-
derter Appetit, kommt es aufgrund der nasalen Applikation häu-
fig zur verstopften oder laufenden Nase.
Das UK Joint Committee on Vaccination and Immunisation

│9
(JCVI) in Großbritannien beschloss am 25. Juli 2012 die Aus-
weitung der Impfempfehlung gegen Influenza auf alle Kinder im
Alter von 2 bis 17 Jahren spezifisch mit dem nasal zu applizie-
renden attenuierten Lebendimpfstoff.
Weitere Entwicklungen auf dem Impfstoffmarkt, wie die Zulas-
sung von adjuvantierten Influenzaimpfstoffen für das Kindesal-
ter und die Anwendung von virosomalen Influenzaimpfstoffen
bleiben ebenso abzuwarten wie die Ergebnisse von Wirksam-
keitsstudien bei diesen Impfstoffkategorien im Vergleich zu den
herkömmlichen Spalt- und Subunitimpfstoffen einerseits und
zum attenuierten Lebendimpfstoff andererseits.
3. Erweiterung der Empfehlung zur Impfung gegen Me-
ningokokken – Einbeziehung tetravalenter Konjugat-
impfstoffe
Seit dem Jahr 2000 sind monovalente (Serogruppe C) Konju-
gat-Impfstoffe gegen Meningokokken-Erkrankungen in Europa
zugelassen. Eine diesbezügliche Impfempfehlung zur Standar-
dimpfung besteht
]
in Sachsen seit Juli 2003:
alle Kinder und Jugendlichen vom vollendeten 2. Lebens-
monat bis zum vollendeten 18. Lebensjahr, bei Impfung im
Säuglingsalter wird eine Boosterung ab 2. Lebensjahr emp-
fohlen,
]
deutschlandweit seit 2006:
alle Kinder im 2. Lebensjahr, eine fehlende Impfung soll bis
zum 18. Geburtstag nachgeholt werden.
In den Jahren 2010 (Menveo®) und 2012 (Nimenrix®) ließ die
EMA die ersten tetravalenten (Serogruppen A, C, W135 und Y)
Konjugat-Impfstoffe gegen Meningokokken-Erkrankungen zu.
Auch für die Anwendung dieser Impfstoffe existieren bereits zu
Indikationsimpfungen Empfehlungen sowohl der STIKO als auch
der SIKO.
Menveo® ist derzeit (Stand: 29.01.2013) ab vollendetem 2. Le-
bensjahr zugelassen (Erweiterung geplant), Nimenrix® ab voll-
endetem 1. Lebensjahr. Konsequenterweise wird nun die säch-
sische Empfehlung zur Standardimpfung gegen Meningokokken
der Serogruppe C durch folgende Erläuterung ergänzt:
Die Impfungen können mit einem tetravalenten Konjuga-
timpfstoff (Serogruppen A, C, W135, Y) entsprechend der
Alterszulassung erfolgen (Fachinformation beachten).
Dies betrifft zunächst (bei gegenwärtigem Stand der Alterszu-
lassung) die Impfung im (oder ab) 2. Lebensjahr, unabhängig
davon, ob es sich hierbei um eine Erstimpfung (Grundimmuni-
sierung) handelt (1 Dosis), oder um die empfohlene Boosterung
(1 Dosis) nach Grundimmunisierung im 1. Lebensjahr. Sobald die
Zulassung eines dieser Impfstoffe auch für das 1. Lebensjahr (ab
vollendetem 2. Lebensmonat) erfolgt, können auch die Imp-
fungen im Säuglingsalter mit tetravalentem Konjugatimpfstoff
erfolgen. Dies ist durch die neu eingefügte Formulierung fach-
lich gedeckt.
Begründung:
Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass der Meningokokken
C (MenC)-Anteil in den tetravalenten Konjugatimpfstoffen
vergleichbar immunogen ist wie in den monovalenten MenC-
Impfstoffen. Durch Impfung mit einem tetravalenten Konjugat-
impfstoff, der die MenC-Komponente enthält, kann somit die
Standardimpfempfehlung zur MenC-Impfung realisiert werden.
Welche Relevanz haben die 3 weiteren Komponenten? Unbe-
stritten ist, dass die Serogruppen (SG) A, W135 und Y gegen-
wärtig (noch?) in Deutschland und Mitteleuropa eine relativ
geringe Bedeutung haben. Etwa zwei Drittel der invasiven Me-
ningokokkenerkrankungen werden in Deutschland durch die Se-
rogruppe B verursacht, 20 % durch die SG C. In der Zielgruppe
der Kinder, die seit 2006 nach der STIKO-Empfehlung im Alter
von 1 Jahr gegen MenC hätten geimpft werden sollen, d. h. die
1- bis 6-Jährigen, sind die SG C-Fälle um 76 % zurückgegangen,
deutlich stärker als bei SG B. Dies spricht für einen Effekt der
Impfung (RKI: Epid Bull 2012; 32:323-334).
Relativ geringe Bedeutung der SG A, W135 und Y bedeutet nicht,
dass sie bedeutungslos wären. Seit Anfang der 90-er Jahre des
letzten Jahrhunderts trat die SG Y vermehrt in Nordamerika auf.
Dies ist wichtig u. a. bei der reisemedizinischen Beratung USA-
Reisender insbesondere mit Langzeitaufenthalt. Von Jugendli-
chen, die ein High-school-Jahr oder ein Studium in den USA
absolvieren wollen, wird zunehmend vor Einreise die Impfung
mit einem tetravalenten Meningokokkenimpfstoff verlangt.
Auch in verschiedenen europäischen Ländern wurde in den ver-
gangenen Jahren eine Zunahme der SG Y beobachtet, besonders
in der Schweiz, Finnland, Norwegen und Schweden, aber auch
in England und den baltischen Staaten. Während beispielswei-
se die SG Y im Jahr 2010 in Deutschland und Österreich einen
Anteil an allen Serogruppen von 7 % und 5 % aufwies, waren
es in Italien, der Schweiz, Norwegen, Finnland und Schweden
bereits 10 %, 21 %, 31 %, 38 % und 39 %. In der Altersgruppe
der über 19-Jährigen verzeichneten Großbritannien, Norwegen,
Schweden und Finnland SG Y-Anteile von 17 %, 50 %, 39 %
und 50 %. In Schweden entwickelte sich die SG Y in den letzten
5 Jahren sogar zur am häufigsten vorkommenden Serogruppe.
Dies unterstreicht, dass die Serogruppenverteilung alles andere
als statisch ist. Zunehmender internationaler Austausch kann
ein Übriges dazu beitragen. Zurzeit spielen die SG A und W135
hauptsächlich bei Reisen nach Afrika und Asien eine Rolle. Die
Erreger können von dort mitgebracht und auch in Deutschland
auf Kontaktpersonen übertragen werden.
Bereits mit Verfügbarkeit des ersten 4-valenten-Meningokok-
ken-Konjugatimpfstoffes im Jahr 2010 wurde dieser bei den
Indikationsimpfungen, die besonders gefährdete Risikogruppen
betreffen, berücksichtigt, sowohl von der SIKO als auch von der
STIKO. Zum 1. Januar 2013 werden die sächsischen Empfehlun-
gen zur Impfung von Risikogruppen
]
Gesundheitlich gefährdete Personen mit angeborenen oder
erworbenen Immundefekten; Asplenie, vor Cochlea-Implan-
tation
]
Gefährdetes Laborpersonal, medizinisches Personal mit Pati-
entenkontakt
]
Reisende in epidemische/hyperendemische Länder, besonders
bei engem Kontakt zur einheimischen Bevölkerung; Entwick-
lungshelfer
]
vor Pilgerreise (Hadj)
]
Schüler/Studenten vor Langzeit-Aufenthalten in Ländern mit
empfohlener allgemeiner Impfung für Jugendliche oder se-
lektiver Impfung für Schüler/Studenten
]
Empfehlungen der Zielländer, epidemiologische Gegebenhei-
ten (vorkommende Serogruppen) und Einreisebestimmungen
sind zu beachten

10 │
(siehe Impfempfehlung E 1 Seite 19) ebenfalls aktualisiert.
Falls für die betreffende Altersgruppe zugelassen, sind hier in
jedem Fall 4-valente Konjugatimpfstoffe zu bevorzugen. Ist
bereits eine Impfung mit konjugiertem monovalentem MenC-
Impfstoff erfolgt, ist eine weitere Impfung mit 4-valentem Kon-
jugat-impfstoff empfohlen.
Bei bereits mit Polysaccharid-Impfstoff geimpften Personen
sollte bei der nächsten fälligen Auffrischung mit 4-valentem
Konjugatimpfstoff geimpft werden.
Die Nebenwirkungsprofile der tetravalenten Meningokokken-
Konjugatimpfstoffe sind vergleichbar mit denen anderer Menin-
gokokken- und Routineimpfstoffe.
Mit der Impfempfehlung E 1 werden der Synopsis-Impfkalender
für Kinder, Jugendliche und Erwachsene im Freistaat Sachsen
auf Seite 4 der E 1 und die Synopsis der erforderlichen (Impf-)
Immunität bei Erwachsenen – Impfkalender für Erwachsene im
Freistaat Sachsen auf Seite 8 der E 1 entsprechend aktualisiert.
Die novellierte Impfempfehlung E 1 wurde auf den Homepages
]
der Sächsischen Landesärztekammer:
www.slaek.de
> Informationen > Informationen für Ärzte >
Impfen
]
der Landesuntersuchungsanstalt Sachsen:
www.lua.sachsen.de
> Humanmedizin > Impfempfehlungen
]
der Gesellschaft für Hygiene, Umweltmedizin und Schutz-
impfungen in Sachsen:
www.ghuss.de
> Impfen
veröffentlicht.
Es ist noch zu betonen, dass die öffentliche Empfehlung einer
Impfung oder die Empfehlung einer bestimmten Impfstoffkate-
gorie für definierte Personen- oder Altersgruppen nicht automa-
tisch die Bezahlung durch alle Krankenkassen begründet, auch
wenn dies aus fachlich-medizinischer Sicht wünschenswert ist.
In diesem Zusammenhang wird auf den Passus in der Impfemp-
fehlung E 1, Stand: 01.01.2013, Seite 2 verwiesen:
Die Sächsische Impfkommission entscheidet nicht nach mo-
netären Gesichtspunkten, sondern trägt dem wissenschaftli-
chen Fortschritt Rechnung.
Bis zur Aufnahme in die Schutzimpfungs-Richtlinie (SI-RL) des
Gemeinsamen Bundesausschusses (GBA) wäre die Kostenüber-
nahme in Form von Satzungsleistungen sehr zu begrüßen.
Literatur beim Verfasser
Bearbeiter: Dr. med. Dietmar Beier
LUA Chemnitz
Vorsitzender der Sächsischen Impfkommission

│11
Empfehlungen zur Verhütung und Bekämpfung
von bakteriellen Darminfektionen beim Menschen
im Freistaat Sachsen
Stand: Januar 2013
Salmonellose
Shigellose
EHEC-
Infektionen
Campylobacteriose
Clostridium
difficile-Infekti-
onen
Yersiniose
Erreger
Salmonella enterica
mit ca. 2.300 Sero-
varen,
Sonderregelungen
für Typhus / Paraty-
phus beachten!
Shigella spp.
(S. dysenteriae,
S. flexneri, S. boydii,
S. sonnei)
Entero-hämorrhagi-
sche Escherichia coli
Campylobacter spp.
(C. coli, C. jejuni,
C. lari)
Clostridium
difficile, obligat
anaerob wachsen-
des grampositives
Stäbchenbakterium,
Sporenbildner
Yersinia enteroco-
litica
Inkubationszeit
5 - 72 Stunden
2 - 4 Tage
1 - 8 Tage Diarrhoe,
6 - 21 Tage hämo-
lytisch-urämisches
Syndrom (HUS)
2 - 5 Tage
(1 - 10 Tage)
unklar; wenige Tage
bis mehrere Wochen
oder Monate
2 - 7 (10) Tage
Infektionsquelle /
Reservoir
Tier, aber auch
Mensch
Mensch
Mensch, Tier
ubiquitär verbreitet,
Wild- und Haustiere
ubiquitär verbrei-
tet, Darmtrakt von
Mensch und Tier
Wild-, Haus- und
Nutztiere
Vorkommen
weltweit,
sporadisch,
epidemisch
weltweit
weltweit,
besonders Kinder
< 5 Jahren, alte
Menschen, Immun-
supprimierte
weltweit,
besonders Kinder
< 6 Jahren, junge
Erwachsene
weltweit,
sporadisch,
epidemisch
weltweit
Übertragung
fäkal-oral, kontami-
nierte Lebensmittel,
seltener Kontaktin-
fektion, Infektions-
dosis 105 Keime
fäkal-oral, kontami-
nierte Lebensmittel,
Wasser, Kontaktin-
fektion, Infektions-
dosis < 200 Keime
fäkal-oral, kontami-
nierte Lebensmittel,
Wasser, Kontaktin-
fektion, Infektions-
dosis < 100 Keime
fäkal-oral, kontami-
nierte Lebensmittel,
Wasser, seltener
Kontaktinfektion,
Infektionsdosis
< 500 Keime
fäkal-oral, Kontakt-
infektion
(durch Bakterien /
Sporen)
fäkal-oral, kontami-
nierte Lebensmittel,
seltener Kontaktin-
fektion
Klinik
Gastroenteri-
tis, Erbrechen,
Bauchschmerzen,
Durchfall, Fieber bis
40 °C, Kreislauf-
symptomatik
Gastroenteritis mit
blutig-schleimigen
Stühlen, Tenesmen,
Fieber
Gastroenteritis;
wässrige, später
wässrig-blutige
Durchfälle, krampf-
artige Leibschmer-
zen, z. T. Fieber
Gastroenteritis,
Fieber, Kopfschmer-
zen, Arthralgien,
Myalgien, Müdigkeit
Gastroenteritis,
Bauchschmer-
zen, wässriger bis
blutiger Durchfall,
Fieber, Leukozytose,
Hypalbuminämie
Gastroenteritis, me-
senteriale Lymph-
adenitis, Fieber
Komplikationen
Bakteriämie, Arth-
ritis, Osteomyelitis,
Sepsis, Schleimhau-
tulcera
zentrale Krampfan-
fälle, Arthritis
HUS (5 - 10%),
Krampfanfälle,
Hypertonie, multiple
Organbeteiligung,
Letalität 5 - 10%
reaktive Arthritis,
Guillain-Barré-
Syndrom
Ileus, pseudomem-
branöse Colitis, toxi-
sches Megakolon,
Darmperforation,
Sepsis,
Letalität 1 - 2 %
Arthritis, Erythema
nodosum,
M. Reiter
Diagnostik
kulturelle Anzucht,
biochemische und
serologische
Erregeridentifizie-
rung
kulturelle Anzucht,
Serotypisierung,
Biochemotypie,
Lysotypie, Moleku-
larbiologie
Erregerisolierung,
Toxinnachweis,
Toxingen-Nachweis
(PCR)
Erregeranzucht,
Antigen-Nachweis
durch Enzym-Immu-
no-Assay (EIA), PCR
Toxinnachweis A
und B, kulturelle
Anzucht auf Selek-
tivnährböden,
molekulare Typisie-
rung, Endoskopie
kulturelle Anzucht,
Antikörper-Nach-
weis mittels
Agglutinations-
reaktion, Enyzm-
Immuno-Assay (EIA),
Immunoblot
Therapie
symptomatisch,
Antibiotikatherapie
nur bei schweren
klinischen Verläufen
(Früh- und Neuge-
borene, Säuglinge,
ITS-Patienten, Im-
munsupprimierte)
Antibiotikathera-
pie (Cotrimoxazol,
Ampicillin, Azithro-
mycin, Tetrazykline,
Gyrasehemmer)
nach Resistenzbe-
stimmung
orale oder parente-
rale Rehydratation,
keine routinemäßige
Antibiotika-Therapie
symptomatisch,
Antibiotika-Therapie
(Erythromycin,
Chinolone) bei
schweren klinischen
Verläufen
Absetzen der
Antibiotka-Therapie;
AB-Therapie mit
Metronidazol
(Vancomycin) bei
schweren Verläufen,
älteren Patienten
mit Grundleiden
symptomatisch,
Antibiotikathe-
rapie (Chinolone,
Aminoglykoside) bei
schweren klinischen
Verläufen

12 │
Salmonellose
Shigellose
EHEC-
Infektionen
Campylobacteriose
Clostridium
difficile-Infekti-
onen
Yersiniose
Prophylaxe
]
keine spezifische
Prophylaxe
]
Händehygiene
]
persönliche
Hygiene
]
Hygienemaß-
nahmen bei der
Herstellung,
Zubereitung und
Lagerung von
Lebensmitteln
]
keine spezifische
Prophylaxe
]
Händehygiene
]
persönliche
Hygiene
]
Hygienemaßnah-
men im Lebens-
mittelverkehr
]
Hygienemaßnah-
men in Gemein-
schaftseinrich-
tungen
]
Vermeidung des
Verzehrs von
rohen tierischen
Lebensmitteln
]
Hygiene beim Um-
gang mit Tieren
]
Küchenhygiene
(gründliches
Waschen von Obst
und Gemüse)
]
Vermeidung des
Verzehrs von
rohen tierischen
Lebensmitteln
]
Küchenhygiene
]
Sanierung der
Schlachtgeflügel-
bestände
]
Schlachthygiene
]
Restriktiver Anti-
biotika-Einsatz
]
Händehygiene
]
persönliche
Hygiene
]
Hygienemaßnah-
men insbesondere
in Krankenhäusern
und Altenpflege-
heimen
]
keine spezifische
Prophylaxe
]
Schlacht- und
Fleischhygiene
]
Lebensmittel- und
Küchenhygiene
]
Vermehrung bei
Kühllagerung
möglich
Meldepflicht
s. Anlage 4
s. Anlage 4
s. Anlage 4
s. Anlage 4
s. Anlage 4
s. Anlage 4
Maßnahmen für
Erkrankte, Ausschei-
der und Kontakt-
personen, die im
Lebensmittelverkehr
beschäftigt sind
(Risikogruppe 1)
Erkrankte,
Ausscheider:
]
Tätigkeitsverbot
nach §42 IfSG bis
zum Vorliegen
von 3 negativen
Stuhlproben,
entnommen im
Abstand von je 2
Tagen
]
Information /
Belehrung über
Übertragungs-
modus und die
erforderlichen
hygienischen
Maßnahmen
(Händedesinfek-
tion, Sanitär- und
Küchenhygiene)
Erkrankte,
Ausscheider:
]
Tätigkeitsverbot
nach §42 IfSG bis
zum Vorliegen
von 3 negativen
Stuhlproben,
entnommen im
Abstand von je 2
Tagen
]
Information /
Belehrung über
Übertragungs-
modus und die
erforderlichen
hygienischen
Maßnahmen
(Händedesinfek-
tion, Sanitär- und
Küchenhygiene)
Erkrankte,
Ausscheider:
]
Tätigkeitsverbot
nach §42 IfSG bis
zum Vorliegen
von 3 negativen
Stuhlproben,
entnommen im
Abstand von je 2
Tagen
]
Information /
Belehrung über
Übertragungs-
modus und die
erforderlichen
hygienischen
Maßnahmen
(Händedesinfek-
tion, Sanitär- und
Küchenhygiene)
Erkrankte:
]
Tätigkeitsverbot
nach §42 IfSG
]
Wiederzulassung
frühestens 48
Stunden nach
Abklingen der kli-
nischen Symptome
]
mikrobiologische
Nachkontrollen
nicht erforderlich,
im Ermessen des
GA
]
Information /
Belehrung über
Übertragungs-
modus und die
erforderlichen
hygienischen
Maßnahmen
(Händedesinfek-
tion, Sanitär- und
Küchenhygiene)
Erkrankte:
]
Tätigkeitsverbot
nach §42 IfSG
]
Wiederzulassung
48 Stunden nach
Abklingen der kli-
nischen Symptome
]
mikrobiologische
Nachkontrollen
nicht erforderlich
]
Information /
Belehrung über
Übertragungs-
modus und die
erforderlichen hy-
gienischen Maß-
nahmen (Hände-
desinfektion und
Händewaschung,
Sanitär- und
Küchenhygiene)
Erkrankte:
]
Tätigkeitsverbot
nach §42 IfSG
]
Wiederzulassung
48 h nach Abklin-
gen der klinischen
Symptome
]
mikrobiologische
Stuhluntersu-
chungen nicht
erforderlich, im
Ermessen des GA
]
Information /
Belehrung über
Übertragungs-
modus und die
erforderlichen
hygienischen
Maßnahmen
(Händedesinfek-
tion, Sanitär- und
Küchenhygiene)
Ausscheider:
]
Tätigkeitsverbot
im Ermessen des
GA
]
mikrobiologische
Stuhluntersu-
chungen nicht
erforderlich
]
Information /
Belehrung über
Übertragungs-
modus und die
erforderlichen
hygienischen
Maßnahmen
(Händedesinfek-
tion, Sanitär- und
Küchenhygiene)
Ausscheider:
]
Information /
Belehrung über
Übertragungs-
modus und die
erforderlichen
hygienischen
Maßnahmen
(Händedesinfek-
tion, Sanitär- und
Küchenhygiene)
Ausscheider:
]
Tätigkeitsverbot
im Ermessen des
GA
]
mikrobiologische
Stuhluntersu-
chungen nicht
erforderlich
]
Information /
Belehrung über
Übertragungs-
modus und die
erforderlichen
hygienischen
Maßnahmen
(Händedesinfek-
tion, Sanitär- und
Küchenhygiene)
Kontaktpersonen:
]
Durchführung
von 2 Stuhlun-
tersuchungen im
Abstand von 2
Tagen, Einzelfall-
entscheidung
]
Information /
Belehrung über
Übertragungs-
modus und die
erforderlichen
hygienischen
Maßnahmen
(Händedesinfek-
tion, Sanitär- und
Küchenhygiene)
Kontaktpersonen:
]
Durchführung
von 2 Stuhlun-
tersuchungen
im Abstand von
2 Tagen und
Tätigkeitsverbot
bis zum Vorliegen
eines negativen
Stuhlbefundes
]
Information /
Belehrung über
Übertragungs-
modus und die
erforderlichen
hygienischen
Maßnahmen
(Händedesinfek-
tion, Sanitär- und
Küchenhygiene)
Kontaktpersonen:
]
Durchführung
von 2 Stuhlun-
tersuchungen
im Abstand von
2 Tagen und
Tätigkeitsverbot
bis zum Vorliegen
eines negativen
Stuhlbefundes
]
Information /
Belehrung über
Übertragungs-
modus und die
erforderlichen
hygienischen
Maßnahmen
(Händedesinfek-
tion, Sanitär- und
Küchenhygiene)
Kontaktpersonen:
]
Information /
Belehrung über
Übertragungs-
modus und die
erforderlichen
hygienischen
Maßnahmen
(Händedesinfek-
tion, Sanitär- und
Küchenhygiene)
Kontaktpersonen:
]
Informaton /
Belehrung über
Übertragungs-
modus und die
erforderlichen hy-
gienischen Maß-
nahmen (Hände-
desinfektion und
Händewaschung,
Sanitär- und
Küchenhygiene)
Kontaktpersonen:
]
Information /
Belehrung über
Übertragungs-
modus und die
erforderlichen
hygienischen
Maßnahmen
(Händedesinfek-
tion, Sanitär- und
Küchenhygiene)

│13
Salmonellose
Shigellose
EHEC-
Infektionen
Campylobacteriose
Clostridium
difficile-Infekti-
onen
Yersiniose
Maßnahmen
für Erkrankte,
Ausscheider und
Kontaktpersonen in
Gemeinschaftsein-
richtungen
(Risikogruppe 2)
Erkrankte:
]
Besuchs- und Tä-
tigkeitsverbot für
betreute Kinder
und Beschäftigte
]
Wiederzulassung
frühestens 48
Stunden nach
Abklingen der kli-
nischen Symptome
]
mikrobiologische
Stuhlkontrollen im
Ermessen des GA
]
Information /
Belehrung über
Übertragungs-
modus und die
erforderlichen
hygienischen
Maßnahmen
(Händedesinfek-
tion, Sanitär- und
Küchenhygiene)
Erkrankte,
Ausscheider:
]
Besuchs- und Tä-
tigkeitsverbot für
betreute Kinder
und Beschäftigte
bis zum Vorliegen
von 3 negativen
Stuhlbefunden,
entnommen im
Abstand von je 2
Tagen
]
Information /
Belehrung über
Übertragungs-
modus und die
erforderlichen
hygienischen
Maßnahmen
(Händedesinfek-
tion, Sanitär- und
Küchenhygiene)
Erkrankte,
Ausscheider:
]
Besuchs- und Tä-
tigkeitsverbot für
betreute Kinder
und Beschäftigte
bis zum Vorliegen
von 3 negativen
Stuhlbefunden
]
Entnahme der
ersten Stuhlprobe
frühestens 24
Stunden nach
Auftreten von
geformtem Stuhl
]
Information /
Belehrung über
Übertragungs-
modus und die
erforderlichen
hygienischen
Maßnahmen
(Händedesinfek-
tion, Sanitär- und
Küchenhygiene)
Erkrankte:
]
Besuchs- und Tä-
tigkeitsverbot für
betreute Kinder
und Beschäftigte
]
Wiederzulassung
frühestens 48
Stunden nach
Abklingen der kli-
nischen Symptome
]
mikrobiologische
Nachkontrollen
nicht erforderlich
]
Information /
Belehrung über
Übertragungs-
modus und die
erforderlichen
hygienischen
Maßnahmen
(Händedesinfek-
tion, Sanitär- und
Küchenhygiene)
Erkrankte:
]
Besuchs- und Tä-
tigkeitsverbot für
betreute Kinder
und Beschäftigte
]
Wiederzulassung
frühestens 48
Stunden nach
Abklingen der kli-
nischen Symptome
]
mikrobiologische
Nachkontrollen
nicht erforderlich
]
Information /
Belehrung über
Übertragungs-
modus und die
erforderlichen hy-
gienischen Maß-
nahmen (Hände-
desinfektion und
Händewaschung,
Sanitär- und
Küchenhygiene)
Erkrankte:
]
Besuchs- und Tä-
tigkeitsverbot für
betreute Kinder
und Beschäftigte
]
Wiederzulassung
frühestens 48
Stunden nach
Abklingen der kli-
nischen Symptome
]
mikrobiologische
Nachkontrollen
nicht erforderlich
]
Information /
Belehrung über
Übertragungs-
modus und die
erforderlichen
hygienischen
Maßnahmen
(Händedesinfek-
tion, Sanitär- und
Küchenhygiene)
Ausscheider,
Kontaktpersonen:
]
Information /
Belehrung über
Übertragungs-
modus und die
erforderlichen
hygienischen
Maßnahmen
(Händedesinfek-
tion, Sanitär- und
Küchenhygiene)
]
mikrobiologische
Stuhlkontrollen im
Ermessen des GA
]
Einzelfallentschei-
dung
Kontaktpersonen:
]
Besuchsverbot
für Haushalts-
kontaktpersonen
zu Erkrankten bis
zum Vorliegen
von 1-2 negativen
Stuhlbefunden
]
Information /
Belehrung über
Übertragungs-
modus und die
erforderlichen
hygienischen
Maßnahmen
(Händedesinfek-
tion, Sanitär- und
Küchenhygiene)
Kontaktpersonen:
]
Besuchsverbot
für Haushalts-
kontaktpersonen
zu Erkrankten bis
zum Vorliegen
von 1-2 negativen
Stuhlbefunden
]
Information /
Belehrung über
Übertragungs-
modus und die
erforderlichen
hygienischen
Maßnahmen
(Händedesinfek-
tion, Sanitär- und
Küchenhygiene)
Ausscheider,
Kontaktpersonen:
]
Information /
Belehrung über
Übertragungs-
modus und die
erforderlichen
hygienischen
Maßnahmen
(Händedesinfek-
tion, Sanitär- und
Küchenhygiene)
Ausscheider,
Kontaktpersonen:
]
Information /
Belehrung über
Übertragungs-
modus und die
erforderlichen hy-
gienischen Maß-
nahmen (Hände-
desinfektion und
Händewaschung,
Sanitär- und
Küchenhygiene)
Ausscheider,
Kontaktpersonen:
]
Information /
Belehrung über
Übertragungs-
modus und die
erforderlichen
hygienischen
Maßnahmen
(Händedesinfek-
tion, Sanitär- und
Küchenhygiene)
Maßnahmen für Er-
krankte, Ausscheider
und Kontaktperso-
nen in Krankenhäu-
sern und anderen
Gesundheits- und
Gemeinschaftsein-
richtungen
(Risikogruppe 3 u. 4)
Erkrankte:
]
Besuchs- und
Tätigkeitsverbot
]
Wiederzulassung
frühestens 48
Stunden nach
Abklingen der
klinischen Symp-
tomatik
]
mikrobiologische
Stuhlkontrollen im
Ermessen des GA
]
Information /
Belehrung über
Übertragungs-
modus und die
erforderlichen
hygienischen
Maßnahmen
(Händedesinfek-
tion, Sanitär- und
Küchenhygiene)
Erkrankte,
Ausscheider:
]
Besuchs- und
Tätigkeitsverbot
]
Wiederzulassung
nach Vorliegen
von 3 negativen
Stuhlbefunden
]
Durchführung von
Desinfektionsmaß-
nahmen in der
Umgebung
]
Information /
Belehrung über
Übertragungs-
modus und die
erforderlichen
hygienischen
Maßnahmen
(Händedesinfek-
tion, Sanitär- und
Küchenhygiene)
Erkrankte,
Ausscheider:
]
Besuchs- und
Tätigkeitsverbot
]
Wiederzulassung
nach Vorliegen
von 3 negativen
Stuhlbefunden
]
Durchführung von
Desinfektionsmaß-
nahmen in der
Umgebung
]
Information /
Belehrung über
Übertragungs-
modus und die
erforderlichen
hygienischen
Maßnahmen
(Händedesinfek-
tion, Sanitär- und
Küchenhygiene)
Erkrankte:
]
Besuchs- und
Tätigkeitsverbot
]
Wiederzulassung
frühestens 48
Stunden nach
Abklingen der kli-
nischen Symptome
]
mikrobiologische
Nachkontrollen
nicht erforderlich
]
Information /
Belehrung über
Übertragungs-
modus und die
erforderlichen
hygienischen
Maßnahmen
(Händedesinfek-
tion, Sanitär- und
Küchenhygiene)
Erkrankte:
]
Besuchs- und
Tätigkeitsverbot
]
Wiederzulassung
frühestens 48
Stunden nach
Abklingen der
klinischen Symp-
tomatik
]
mikrobiologische
Nachkontrollen
nicht erforderlich
]
Information /
Belehrung über
Übertragungs-
modus und die
erforderlichen hy-
gienischen Maß-
nahmen (Hände-
desinfektion und
Händewaschung,
Sanitär- und
Küchenhygiene)
Erkrankte:
]
Besuchs- und
Tätigkeitsverbot
]
Wiederzulassung
frühestens 48
Stunden nach
Abklingen der kli-
nischen Symptome
]
mikrobiologische
Nachkontrollen
nicht erforderlich
]
Information /
Belehrung über
Übertragungs-
modus und die
erforderlichen
hygienischen
Maßnahmen
(Händedesinfek-
tion, Sanitär- und
Küchenhygiene)

14 │
Salmonellose
Shigellose
EHEC-
Infektionen
Campylobacteriose
Clostridium
difficile-Infekti-
onen
Yersiniose
Maßnahmen für Er-
krankte, Ausscheider
und Kontaktperso-
nen in Krankenhäu-
sern und anderen
Gesundheits- und
Gemeinschaftsein-
richtungen
(Risikogruppe 3 u. 4)
Fortsetzung
Ausscheider,
Kontaktpersonen:
]
Information /
Belehrung über
Übertragungs-
modus und die
erforderlichen
hygienischen
Maßnahmen
(Händedesinfek-
tion, Sanitär- und
Küchenhygiene)
]
mikrobiologische
Stuhluntersuchun-
gen im Ermessen
des GA
Kontaktpersonen:
]
ggf. eine negative
Stuhlprobe (Er-
messen des GA)
]
Information /
Belehrung über
Übertragungs-
modus und die
erforderlichen
hygienischen
Maßnahmen
(Händedesinfek-
tion, Sanitär- und
Küchenhygiene)
Kontaktpersonen:
]
ggf. eine negative
Stuhlprobe (Er-
messen des GA)
]
Information /
Belehrung über
Übertragungs-
modus und die
erforderlichen
hygienischen
Maßnahmen
(Händedesinfek-
tion, Sanitär- und
Küchenhygiene)
Ausscheider,
Kontaktpersonen:
]
Information /
Belehrung über
Übertragungs-
modus und die
erforderlichen
hygienischen
Maßnahmen
(Händedesinfek-
tion, Sanitär- und
Küchenhygiene)
Ausscheider,
Kontaktpersonen:
]
Information /
Belehrung über
Übertragungs-
modus und die
erforderlichen hy-
gienischen Maß-
nahmen (Hände-
desinfektion und
Händewaschung,
Sanitär- und
Küchenhygiene)
Ausscheider,
Kontaktpersonen:
]
Information /
Belehrung über
Übertragungs-
modus und die
erforderlichen
hygienischen
Maßnahmen
(Händedesinfek-
tion, Sanitär- und
Küchenhygiene)
Literatur:
RKI- Ratgeber Infektionskrankheiten – Merkblätter für Ärzte:
]
Campylobacter-Infektionen (Stand Januar 2005)
]
Clostridium difficile (Juni 2009)
]
EHEC-Infektionen (Stand Juni 2011)
]
Salmonellose (Salmonellen-Gastroenteritis) (Stand April 2009)
]
Shigellose (Stand Dezember 2007)
sowie
]
Empfehlungen zur Verhütung und Bekämpfung von bakteriellen Darminfektionen beim Menschen im Freistaat Sachsen (Stand
Januar 2006)
Bearbeiter: DM Gabriele Höll
LUA Dresden
Dr. med. Dietmar Beier
LUA Chemnitz
Dr. med. Ingrid Ehrhard
LUA Dresden
AG Infektionsschutz des Landesverbandes
Sachsen der Ärzte und Zahnärzte des ÖGD
(Lt. Dr. med. I. Möller)
Anlagen: 1-11

│15
Empfehlungen zur Verhütung und Bekämpfung
von viralen Darminfektionen beim Menschen im
Freistaat Sachsen
Stand: Januar 2013
Rotavirus-
Infektionen
Adenovirus-
Infektionen
Astrovirus-
Infektionen
Norovirus-
Infektionen
Darminfektionen ver-
mutlich viraler Genese
Erreger
Fam. Reoviridae, unbe-
hüllte Viruspartikel,
7 Serogruppen A - G,
Gruppe A größte Be-
deutung
Fam. Adenoviridae, un-
behüllte Viruspartikel
Fam. Astroviridae, unbe-
hüllte Viruspartikel
Fam. Caliciviridae, unbe-
hüllte Viruspartikel
Inkubationszeit
1 bis 3 Tage
5 bis 10 Tage
3 bis 4 Tage
12 Stunden bis 3 Tage
Infektionsquelle /
Reservoir
Mensch, Tier
Mensch
Mensch
Mensch
Vorkommen
weltweit, sporadisch,
epidemisch
weltweit
weltweit; v. a. Kleinkin-
der, ältere Menschen
weltweit; v. a. Kleinkin-
der, ältere Menschen
Übertragung
fäkal-oral, kontaminierte
Lebensmittel, Kontaktin-
fektion, Infektionsdosis
10 Viruspartikel
fäkal-oral
fäkal-oral, kontaminierte
Lebensmittel, Wasser,
Kontaktinfektion
fäkal-oral, kontaminierte
Lebensmittel, Kontakt-
infektion und aerogene
Übertragung möglich,
Infektionsdosis 10-100
Viruspartikel
fäkal-oral
Klinik
Gastroenteritis, Erbre-
chen, Bauchschmerzen,
wässriger Durchfall,
Fieber
Gastroenteritis
Gastroenteritis, wässriger
Durchfall, Erbrechen,
Bauchschmerzen
Gastroenteritis, Erbre-
chen, Bauchschmerzen,
wässriger Durchfall,
selten Fieber
Gastroenteritis, kaum
Fieber, kurzer Verlauf
Komplikationen
Dehydratation
Dehydratation
Dehydratation
Dehydratation
Dehydratation
Diagnostik
Antigen-Nachweis
(Enzym-Immuno- Assay
- EIA), Elektronenmik-
roskopie
Antigen-Nachweis
(Enzym- Immuno-Assay
- EIA), PCR, Elektronen-
mikroskopie
Antigen-Nachweis
(Enzym-Immuno- Assay
- EIA), Elektronenmik-
roskopie
Antigen-Nachweis
(Enzym-Immuno-Assay
- EIA), PCR, Elektronen-
mikroskopie
klinische Diagnostik, ggf.
Elektronenmikroskopie
Therapie
symptomatisch, orale
oder parenterale Re-
hydratation
symptomatisch, orale
oder parenterale Re-
hydratation
symptomatisch, orale
oder parenterale Re-
hydratation
symptomatisch, orale
oder parenterale Re-
hydratation
symptomatisch, orale
oder parenterale Re-
hydratation
Prophylaxe
]
Impfung im Kleinkind-
alter
]
Hygienemaßnahmen
insbesondere Hände-
desinfektion in Kin-
derkliniken, Kinderein-
richtungen, Alten- und
Pflegeheimen
]
keine spezifische
Prophylaxe
]
Hygienemaßnahmen im
Lebensmittelverkehr,
in Gemeinschafts-
einrichtungen
]
persönliche Hygiene
]
keine spezifische
Prophylaxe
]
Hygienemaßnahmen im
Lebensmittelverkehr,
in Gemeinschafts-
einrichtungen
]
persönliche Hygiene
]
keine spezifische
Prophylaxe
]
Hygienemaßnah-
men insbesondere
Händedesinfektion in
Kinderkliniken, Kinder-
einrichtungen, Alten-
und Pflegeheimen
]
persönliche Hygiene
]
Sanitär- und Küchen-
hygiene
Meldepflicht
s. Anlage 4
s. Anlage 4
s. Anlage 4
s. Anlage 4
Maßnahmen für Er-
krankte, Ausscheider
und Kontakt-
personen, die im
Lebensmittelverkehr
beschäftigt sind
(Risikogruppe 1)
Erkrankte:
]
Tätigkeitsverbot
]
Wiederzulassung
frühestens 48 Stunden
nach Abklingen der kli-
nischen Symptomatik
]
mikrobiologische
Nachkontrollen nicht
erforderlich
]
Information / Beleh-
rung über Übertra-
gungsmodus und die
erforderlichen hygie-
nischen Maßnahmen
(Händedesinfektion,
Sanitär- und Küchen-
hygiene)
Erkrankte:
]
Tätigkeitsverbot
]
Wiederzulassung
frühestens 48 Stunden
nach Abklingen der kli-
nischen Symptomatik
]
mikrobiologische
Nachkontrollen nicht
erforderlich
]
Information / Beleh-
rung über Übertra-
gungsmodus und die
erforderlichen hygie-
nischen Maßnahmen
(Händedesinfektion,
Sanitär- und Küchen-
hygiene)
Erkrankte:
]
Tätigkeitsverbot
]
Wiederzulassung
frühestens 48 Stunden
nach Abklingen der kli-
nischen Symptomatik
]
mikrobiologische
Nachkontrollen nicht
erforderlich
]
Information / Beleh-
rung über Übertra-
gungsmodus und die
erforderlichen hygie-
nischen Maßnahmen
(Händedesinfektion,
Sanitär- und Küchen-
hygiene)
Erkrankte:
]
Tätigkeitsverbot
]
Wiederzulassung
frühestens 48 Stunden
nach Abklingen der kli-
nischen Symptomatik
]
mikrobiologische
Nachkontrollen nicht
erforderlich
]
in besonderen Fällen:
Tätigkeitsverbot für 10
Tage oder Wieder-zu-
lassung nach Vorliegen
einer negativen Stuhl-
kontrolle (mittels PCR)
]
Information / Beleh-
rung über Übertra-
gungsmodus und die
erforderlichen hygie-
nischen Maßnahmen
(Händedesinfektion,
Sanitär- und Küchen-
hygiene)
Erkrankte:
]
Tätigkeitsverbot
]
Wiederzulassung
frühestens 48 Stunden
nach Abklingen der kli-
nischen Symptomatik
]
Information / Beleh-
rung über Übertra-
gungsmodus und die
erforderlichen hygie-
nischen Maßnahmen
(Händedesinfektion,
Sanitär- und Küchen-
hygiene)

16 │
Rotavirus-
Infektionen
Adenovirus-
Infektionen
Astrovirus-
Infektionen
Norovirus-
Infektionen
Darminfektionen ver-
mutlich viraler Genese
Maßnahmen für
Erkrankte, Ausschei-
der und Kontakt-
personen, die im
Lebensmittelverkehr
beschäftigt sind
(Risikogruppe 1)
Fortsetzung
Ausscheider,
Kontaktpersonen:
]
Information / Beleh-
rung über Übertra-
gungsmodus und die
erforderlichen hygie-
nischen Maßnahmen
(Händedesinfektion,
Sanitär- und Küchen-
hygiene)
]
mikrobiologische
Stuhl untersuchungen
nicht erforderlich
Ausscheider,
Kontaktpersonen:
]
Information / Beleh-
rung über Übertra-
gungsmodus und die
erforderlichen hygie-
nischen Maßnahmen
(Händedesinfektion,
Sanitär- und Küchen-
hygiene)
]
mikrobiologische
Stuhl untersuchungen
nicht erforderlich
Ausscheider,
Kontaktpersonen:
]
Information / Beleh-
rung über Übertra-
gungsmodus und die
erforderlichen hygie-
nischen Maßnahmen
(Händedesinfektion,
Sanitär- und Küchen-
hygiene)
]
mikrobiologische
Stuhl untersuchungen
nicht erforderlich
Ausscheider,
Kontaktpersonen:
]
Information / Beleh-
rung über Übertra-
gungsmodus und die
erforderlichen hygie-
nischen Maßnahmen
(Händedesinfektion,
Sanitär- und Küchen-
hygiene)
]
mikrobiologische
Stuhl untersuchungen
nicht erforderlich
Kontaktpersonen:
]
Information / Beleh-
rung über Übertra-
gungsmodus und die
erforderlichen hygie-
nischen Maßnahmen
(Händedesinfektion,
Sanitär- und Küchen-
hygiene)
Maßnahmen
für Erkrankte,
Ausscheider und
Kontaktpersonen
in Gemeinschafts-
einrichtungen
(Risikogruppe 2)
Erkrankte:
]
Besuchs- und
Tätigkeitsverbot für
betreute Kinder und
Beschäftigte
]
Wiederzulassung
frühestens 48 Stunden
nach Abklingen der kli-
nischen Symptomatik
]
mikrobiologische
Nachkontrollen nicht
erforderlich
]
Information / Beleh-
rung über Übertra-
gungsmodus und die
erforderlichen hygie-
nischen Maßnahmen
(Händedesinfektion,
Sanitär- und Küchen-
hygiene)
Erkrankte:
]
Besuchs- und
Tätigkeitsverbot für
betreute Kinder und
Beschäftigte
]
Wiederzulassung
frühestens 48 Stunden
nach Abklingen der kli-
nischen Symptomatik
]
mikrobiologische
Nachkontrollen nicht
erforderlich
]
Information / Beleh-
rung über Übertra-
gungsmodus und die
erforderlichen hygie-
nischen Maßnahmen
(Händedesinfektion,
Sanitär- und Küchen-
hygiene)
Erkrankte:
]
Besuchs- und
Tätigkeitsverbot für
betreute Kinder und
Beschäftigte
]
Wiederzulassung
frühestens 48 Stunden
nach Abklingen der kli-
nischen Symptomatik
]
mikrobiologische
Nachkontrollen nicht
erforderlich
]
Information / Beleh-
rung über Übertra-
gungsmodus und die
erforderlichen hygie-
nischen Maßnahmen
(Händedesinfektion,
Sanitär- und Küchen-
hygiene)
Erkrankte:
]
Besuchs- und
Tätigkeitsverbot für
betreute Kinder und
Beschäftigte
]
Wiederzulassung
frühestens 48 Stunden
nach Abklingen der kli-
nischen Symptomatik
]
mikrobiologische
Nachkontrollen nicht
erforderlich
]
Information / Beleh-
rung über Übertra-
gungsmodus und die
erforderlichen hygie-
nischen Maßnahmen
(Händedesinfektion,
Sanitär- und Küchen-
hygiene)
Erkrankte:
]
Besuchs- und
Tätigkeitsverbot für
betreute Kinder und
Beschäftigte
]
Wiederzulassung
frühestens 48 Stunden
nach Abklingen der kli-
nischen Symptomatik
]
Information / Beleh-
rung über Übertra-
gungsmodus und die
erforderlichen hygie-
nischen Maßnahmen
(Händedesinfektion,
Sanitär- und Küchen-
hygiene)
Ausscheider,
Kontaktpersonen:
]
Information / Beleh-
rung über Übertra-
gungsmodus und die
erforderlichen hygie-
nischen Maßnahmen
(Händedesinfektion,
Sanitär- und Küchen-
hygiene)
]
mikrobiologische
Stuhl untersuchungen
nicht erforderlich
Ausscheider,
Kontaktpersonen:
]
Information / Beleh-
rung über Übertra-
gungsmodus und die
erforderlichen hygie-
nischen Maßnahmen
(Händedesinfektion,
Sanitär- und Küchen-
hygiene)
]
mikrobiologische
Stuhl untersuchungen
nicht erforderlich
Ausscheider,
Kontaktpersonen:
]
Information / Beleh-
rung über Übertra-
gungsmodus und die
erforderlichen hygie-
nischen Maßnahmen
(Händedesinfektion,
Sanitär- und Küchen-
hygiene)
]
mikrobiologische
Stuhl untersuchungen
nicht erforderlich
Ausscheider,
Kontaktpersonen:
]
Information / Beleh-
rung über Übertra-
gungsmodus und die
erforderlichen hygie-
nischen Maßnahmen
(Händedesinfektion,
Sanitär- und Küchen-
hygiene)
]
mikrobiologische
Stuhl untersuchungen
nicht erforderlich
Kontaktpersonen:
]
Information / Beleh-
rung über Übertra-
gungsmodus und die
erforderlichen hygie-
nischen Maßnahmen
(Händedesinfektion,
Sanitär- und Küchen-
hygiene)
Maßnahmen für Er-
krankte, Ausscheider
und Kontaktperso-
nen in Krankenhäu-
sern und anderen
Gesundheits- und
Gemeinschaftsein-
richtungen (Risiko-
gruppe 3 u. 4)
Erkrankte:
]
Besuchs- und Tätig-
keitsverbot
]
Wiederzulassung
frühestens 48 Stunden
nach Abklingen der kli-
nischen Symptomatik
]
mikrobiologische
Nachkontrollen nicht
erforderlich
]
Information / Beleh-
rung über Übertra-
gungsmodus und die
erforderlichen hygie-
nischen Maßnahmen
(Händedesinfektion,
Sanitär- und Küchen-
hygiene)
Erkrankte:
]
Besuchs- und Tätig-
keitsverbot
]
Wiederzulassung
frühestens 48 Stunden
nach Abklingen der kli-
nischen Symptomatik
]
mikrobiologische
Nachkontrollen nicht
erforderlich
]
Information / Beleh-
rung über Übertra-
gungsmodus und die
erforderlichen hygie-
nischen Maßnahmen
(Händedesinfektion,
Sanitär- und Küchen-
hygiene)
Erkrankte:
]
Besuchs- und Tätig-
keitsverbot
]
Wiederzulassung
frühestens 48 Stunden
nach Abklingen der kli-
nischen Symptomatik
]
mikrobiologische
Nachkontrollen nicht
erforderlich
]
Information / Beleh-
rung über Übertra-
gungsmodus und die
erforderlichen hygie-
nischen Maßnahmen
(Händedesinfektion,
Sanitär- und Küchen-
hygiene)
Erkrankte:
]
Besuchs- und Tätig-
keitsverbot
]
Wiederzulassung
frühestens 48 Stunden
nach Abklingen der kli-
nischen Symptomatik
]
mikrobiologische
Nachkontrollen nicht
erforderlich
]
Information / Beleh-
rung über Übertra-
gungsmodus und die
erforderlichen hygie-
nischen Maßnahmen
(Händedesinfektion,
Sanitär- und Küchen-
hygiene)
Erkrankte:
]
Besuchs- und Tätig-
keitsverbot
]
Wiederzulassung
frühestens 48 Stunden
nach Abklingen der kli-
nischen Symptomatik
]
Information / Beleh-
rung über Übertra-
gungsmodus und die
erforderlichen hygie-
nischen Maßnahmen
(Händedesinfektion,
Sanitär- und Küchen-
hygiene)
Ausscheider,
Kontaktpersonen:
]
Information / Beleh-
rung über Übertra-
gungsmodus und die
erforderlichen hygie-
nischen Maßnahmen
(Händedesinfektion,
Sanitär- und Küchen-
hygiene)
]
mikrobiologische
Stuhl untersuchungen
nicht erforderlich
Ausscheider,
Kontaktpersonen:
]
Information / Beleh-
rung über Übertra-
gungsmodus und die
erforderlichen hygie-
nischen Maßnahmen
(Händedesinfektion,
Sanitär- und Küchen-
hygiene)
]
mikrobiologische
Stuhl untersuchungen
nicht erforderlich
Ausscheider,
Kontaktpersonen:
]
Information / Beleh-
rung über Übertra-
gungsmodus und die
erforderlichen hygie-
nischen Maßnahmen
(Händedesinfektion,
Sanitär- und Küchen-
hygiene)
]
mikrobiologische
Stuhl untersuchungen
nicht erforderlich
Ausscheider,
Kontaktpersonen:
]
Information / Beleh-
rung über Übertra-
gungsmodus und die
erforderlichen hygie-
nischen Maßnahmen
(Händedesinfektion,
Sanitär- und Küchen-
hygiene)
]
mikrobiologische
Stuhl untersuchungen
nicht erforderlich
Kontaktpersonen:
]
Information / Beleh-
rung über Übertra-
gungsmodus und die
erforderlichen hygie-
nischen Maßnahmen
(Händedesinfektion,
Sanitär- und Küchen-
hygiene)

│17
Literatur:
RKI-Ratgeber Infektionskrankheiten - Merkblätter für Ärzte:
]
Noroviren-Infektionen (Stand Juli 2008)
]
Rotaviren-Erkrankungen (Stand Mai 2010)
sowie
]
Empfehlungen zur Verhütung und Bekämpfung von viralen Darminfektionen beim Menschen im Freistaat Sachsen (Stand Januar
2006)
Bearbeiter : DM Gabriele Höll
LUA Dresden
Dr. med. Dietmar Beier
LUA Chemnitz
Dr. med. Ingrid Ehrhard
LUA Dresden
AG Infektionsschutz des Landesverbandes
Sachsen der Ärzte und Zahnärzte des ÖGD
(Lt. Dr. med. I. Möller)
Anlagen: 1 - 11
Empfehlungen zur Verhütung und Bekämpfung von
parasitären Darminfektionen beim Menschen im
Freistaat Sachsen
Stand: Januar 2013
Kryptosporidiose
Giardiasis
Erreger
v. a. Cryptosporidium parvum, Cryptosporidium hominis
Giardia lamblia
Inkubationszeit
1 - 12 Tage (7 - 10 Tage)
1 - 25 Tage (7 - 10 Tage)
Infektionsquelle /
Reservoir
Tiere (Rinder, Pferde, Ziegen, Schafe, Hunde, Katzen, Vögel)
Rinder, Haus- und Wildtiere
Vorkommen
weltweit, insbesondere immunsupprimierte Personen
weltweit
Übertragung
fäkal-oral,
kontamiertes Trink- und Badewasser, kontaminierte Lebensmit-
tel, seltener Kontaktinfektion,
Infektionsdosis 10 - 1.000 Oozysten
fäkal-oral,
kontaminiertes Trink- und Badewasser, Oberflächenwasser,
kontaminierte Lebens- mittel, kontaminierte Hände,
geringe Infektionsdosis (ca. 10 - 20 Zysten)
Klinik
wässrige Durchfälle, Erbrechen, Bauchschmerzen, Fieber,
Gewichtsverlust
wässrige Durchfälle
Komplikationen
chronische Verläufe bei immunsupprimierten Patienten;
extraintestinale Manifestationen (Cholezystitis, Pankreatitis,
Appendizitis)
Mangelernährung, chronisch-rezidivierende Durchfälle, Chole-
zystitis, Pankreatitis
Diagnostik
Mikroskopie, Enzym-Immuno-Assay (EIA), Immunfluoreszenztest
Mikroskopie, Enzym-Immuno-Assay (EIA), Immunfluoreszenztest
Therapie
symptomatisch, Flüssigkeits- und Elektrolytzufuhr, ggf. Chemo-
therapie
Chemotherapie, symptomatisch, Flüssigkeits- und Elektrolytzu-
fuhr
Prophylaxe
keine spezifische Prophylaxe, Händehygiene, Erhitzen auf über
60 °C für mindestens 30 Minuten tötet Oozysten ab, Desinfekti-
onsmittel unwirksam
persönliche Hygiene, insbesondere Hände-, Sanitär- und
Küchenhygiene, Trinkwasserhygiene, tierärztliche Behandlung
tierischer Ausscheider
Meldepflicht
s. Anlage 4
s. Anlage 4

18 │
Kryptosporidiose
Giardiasis
Maßnahmen für Er-
krankte, Ausscheider und
Kontaktpersonen, die
im Lebensmittelverkehr
beschäftigt sind
(Risikogruppe 1)
Erkrankte:
]
Tätigkeitsverbot für erkrankte Beschäftigte
]
Wiederzulassung frühestens 48 Stunden nach Abklingen der
klinischen Symptome
]
Schwimmbadbesuchsverbot
]
mikrobiologische Stuhluntersuchungen nach Festlegung des
GA
]
Information / Belehrung über Übertragungsmodus und die
erforderlichen hygienischen Maßnahmen (Hände-, Sanitär-
und Küchenhygiene)
Erkrankte:
]
Tätigkeitsverbot für erkrankte Beschäftigte
]
Wiederzulassung frühestens 48 Stunden nach Abklingen der
klinischen Symptome
]
Schwimmbadbesuchsverbot
]
mikrobiologische Stuhluntersuchungen nach Festlegung des
GA
]
Information / Belehrung über Übertragungsmodus und die
erforderlichen hygienischen Maßnahmen (Hände-, Sanitär -
und Küchenhygiene)
Ausscheider, Kontaktpersonen:
]
Information / Belehrung über Übertragungsmodus und die
erforderlichen hygienischen Maßnahmen (Hände-, Sanitär-
und Küchenhygiene)
]
Schwimmbadbesuchsverbot (für Ausscheider)
]
mikrobiologische Stuhluntersuchungen nach Festlegung des
GA
Ausscheider, Kontaktpersonen:
]
Information / Belehrung über Übertragungsmodus und die
erforderlichen hygienischen Maßnahmen (Hände-, Sanitär-
und Küchenhygiene)
]
Schwimmbadbesuchsverbot (für Ausscheider)
]
mikrobiologische Stuhluntersuchungen nach Festlegung des
GA
Maßnahmen für Er-
krankte, Ausscheider und
Kontaktpersonen
in Gemeinschaftseinrich-
tungen
(Risikogruppe 2)
Erkrankte:
]
Besuchs- und Tätigkeitsverbot für erkrankte Kinder und
Beschäftigte
]
Wiederzulassung frühestens 48 Stunden nach Abklingen der
klinischen Symptome
]
Schwimmbadbesuchsverbot
]
mikrobiologische Stuhluntersuchungen nach Festlegung des
GA
]
Information / Belehrung über Übertragungsmodus und die
erforderlichen hygienischen Maßnahmen (Hände-, Sanitär-
und Küchenhygiene)
Erkrankte:
]
Besuchs- und Tätigkeitsverbot für erkrankte Kinder und
Beschäftigte
]
Wiederzulassung frühestens 48 Stunden nach Abklingen der
klinischen Symptome
]
Schwimmbadbesuchsverbot
]
mikrobiologische Stuhluntersuchungen nach Festlegung des
GA
]
Information / Belehrung über Übertragungsmodus und die
erforderlichen hygienischen Maßnahmen (Hände-, Sanitär-
und Küchenhygiene)
Ausscheider, Kontaktpersonen:
]
Information / Belehrung über Übertragungsmodus und die
erforderlichen hygienischen Maßnahmen (Hände-, Sanitär-
und Küchenhygiene)
]
Schwimmbadbesuchsverbot (für Ausscheider)
]
mikrobiologische Stuhluntersuchungen nach Festlegung des
GA
Ausscheider, Kontaktpersonen:
]
Information / Belehrung über Übertragungsmodus und die
erforderlichen hygienischen Maßnahmen (Hände-, Sanitär-
und Küchenhygiene)
]
Schwimmbadbesuchsverbot (für Ausscheider)
]
mikrobiologische Stuhluntersuchungen nach Festlegung des
GA
Maßnahmen für Er-
krankte, Ausscheider und
Kontaktpersonen
in Krankenhäusern und
anderen Gesundheits-
und Gemeinschaftsein-
richtungen
(Risikogruppe 3 u. 4)
Erkrankte:
Erkrankte:
]
Tätigkeitsverbot für erkranktes Personal
]
Wiederzulassung frühestens 48 Stunden nach Abklingen der
klinischen Symptome
]
Schwimmbadbesuchsverbot
]
mikrobiologische Stuhluntersuchungen nach Festlegung des
GA
]
Information / Belehrung über Übertragungsmodus und die
erforderlichen hygienischen Maßnahmen (Hände-, Sanitär-
und Küchenhygiene)
]
Tätigkeitsverbot für erkranktes Personal
]
Wiederzulassung frühestens 48 h nach Abklingen der klini-
schen Symptome
]
Schwimmbadbesuchsverbot
]
mikrobiologische Nachkontrollen nach Festlegung des GA
]
Information / Belehrung über Übertragungsmodus und die
erforderlichen hygienischen Maßnahmen (Hände-, Sanitär-
und Küchenhygiene)
Ausscheider, Kontaktpersonen:
]
Information / Belehrung über Übertragungs-modus und die
erforderlichen hygienischen Maßnahmen (Hände-, Sanitär-
und Küchenhygiene)
]
Schwimmbadbesuchsverbot (für Ausscheider)
]
mikrobiologische Stuhluntersuchungen nach Festlegung des
GA
Ausscheider, Kontaktpersonen:
]
Information / Belehrung über Übertragungs-modus und die
erforderlichen hygienischen Maßnahmen (Hände-, Sanitär-
und Küchenhygiene)
]
Schwimmbadbesuchsverbot (für Ausscheider)
]
mikrobiologische Stuhluntersuchungen nach Festlegung des
GA
Literatur:
]
RKI-Ratgeber Infektionskrankheiten – Merkblätter für Ärzte: Kryptosporidiose (Stand November 2004)
]
Empfehlungen zur Verhütung und Bekämpfung von parasitären Darminfektionen beim Menschen im Freistaat Sachsen (Stand
Januar 2006)
Bearbeiter : DM Gabriele Höll
LUA Dresden
Dr. med. Dietmar Beier
LUA Chemnitz
Dr. med. Ingrid Ehrhard
LUA Dresden
AG Infektionsschutz des Landesverbandes
Sachsen der Ärzte und Zahnärzte des ÖGD
(Lt. Dr. med. I. Möller)
Anlagen: 1 - 11

│19
Anlagen zu den Empfehlungen zur Verhütung und
Bekämpfung von bakteriellen, viralen und parasi-
tären Darminfektionen beim Menschen im Freistaat
Sachsen
Stand: Januar 2013
Anlage 1:
Allgemeine Maßnahmen für Erkrankte, Ausscheider und Kontaktpersonen von Darminfektionserregern
Anlage 2:
Merkblatt über wichtige Hygieneregeln und Desinfektion bei infektiösen Darmerkrankungen
Anlage 3:
Definition epidemiologischer Risikogruppen bei Durchfallerkrankungen
Anlage 4:
Meldung
Anlage 5:
§ 42 IfSG Tätigkeits- und Beschäftigungsverbote
Anlage 6:
Ermittlungsbericht
Anlage 7:
Erfassungsbogen zu Maßnahmen
Anlage 8:
Fragebogen zur Ermittlung einer infektiösen Durchfallerkrankung
Anlage 9:
Vordruck zum Tätigkeitsverbot gemäß § 42 IfSG / zu Schutzmaßnahmen im Sinne der §§ 28 bis 30 IfSG / zum Tätigkeitsverbot und
Besuchsverbot gemäß § 34 IfSG
Anlage 10:
Vordruck zur Aufhebung des Tätigkeitsverbots
Anlage 11:
Bescheinigung zur Vorlage beim Arbeitgeber
Die abgedruckten Empfehlungen zur Verhütung und Bekämpfung von Darminfektionen beim Menschen im Freistaat Sachsen sind
ebenso wie die dazugehörigen vollständigen Anlagen 1-11 auf dem
Gesundheitsportal
des
Freistaates
Sachsen
(www.gesunde.
sachsen.de
Gesundheitswesen
Öffentlicher Gesundheitsdienst
Infektionsschutz
Verhütung und Bekämpfung von Infekti-
onskrankheiten) abrufbar.

20 │
Einsatz von Kangalfischen zu kosmetischen und
therapeutischen Zwecken
Kangalfische sind Saugbarben (Garra rufa), die nach dem Ort
Kangal in der Türkei benannt sind, wo sie seit über zweihundert
Jahren zur Behandlung bzw. Linderung von Hautkrankheiten
wie Psoriasis oder Neurodermitis eingesetzt werden. Nach wie
vor ist jedoch ihr Einsatz zu Therapiezwecken umstritten. Stu-
dienergebnisse zum Therapieerfolg liegen nur wenige vor. Sie
sind nur begrenzt aussagefähig, weil jeweils nur eine kleine Zahl
von Patienten behandelt und in die Studien einbezogen werden
konnten. Über den Einsatz zu Wellnesszwecken im Rahmen der
Fußpflege gibt es überhaupt keine Erkenntnisse über Vor- oder
Nachteile und entsprechende Probleme.
In den vergangenen Monaten sind gehäuft Anfragen von Ge-
sundheitsämtern zum Einsatz von Kangalfischen für kosmeti-
sche und therapeutische Zwecke an uns herangetragen worden.
Wir nahmen dies zum Anlass, zu prüfen, ob die in den LUA-
Mitteilungen Nr. 2/2004 von uns formulierten Hygieneanforde-
rungen an den Einsatz von Fischen zu Therapiezwecken noch
Gültigkeit haben oder überarbeitungsbedürftig sind.
Seit der Veröffentlichung unserer Empfehlungen zu den Hygie-
neanforderungen an den Einsatz von Fischen zu Therapiezwe-
cken sind acht Jahre vergangen, ohne dass nennenswerte neue
Erkenntnisse zur Veröffentlichung kamen.
Neu ist, dass sich bezüglich des Einsatzes der Fische auch die
Veterinärmediziner deutschlandweit zu Wort gemeldet haben.
Sie sind der Auffassung, dass die tierschutzrechtlichen Voraus-
setzungen für eine gewerbsmäßige Haltung der Fische zu Well-
ness- oder Therapiezwecken durch die Lebensmittelüberwa-
chungs- und Veterinärämter geprüft werden müssen, da Fische
als Wirbeltiere den uneingeschränkten Schutz des Tierschutz-
gesetzes genießen. Die Veterinärmedizin kommt zu folgenden
Ergebnissen, die auch durch das Staatsministerium für Soziales
und Verbraucherschutz (SMS) mitgetragen werden:
Die Haltung von Garra rufa-Fischen mit der Zweckbestimmung
zur Durchführung kosmetischer Behandlungen und Wellness ist
gemäß § 11 Nr. 3 Buchstabe a) TierSchG nicht erlaubnisfähig.
Die Haltung von Garrarufa-Fischen mit der Zweckbestimmung
der Ichthyotherapie ist gemäß § 11 Nr. 3 Buchstabe a) TierSchG
mit Auflagen erlaubnisfähig.
Bezüglich der Züchtung dieser Fische hat u. a. das Landesamt
für Gesundheit und Soziales Mecklenburg-Vorpommern in einer
Veröffentlichung im Jahr 2006 Kangalfische für den Einsatz am
Menschen als Arzneimittel eingestuft.
Das Sächsische Ministerium für Soziales und Verbraucherschutz
schließt sich diesen Ausführungen an. Somit sind Anträge auf
Züchtung von Kangalfischen zu Therapiezwecken im Freistaat
Sachsen von der zuständigen Arzneimittelüberwachungsbehör-
de zu bearbeiten.
Welche Hygieneanforderungen sollten gestellt und was sollte
beachtet werden?
Auf Grund fehlender Daten zu Transmissionswegen von Erre-
gern, die über die Fische von Mensch zu Mensch übertragen
werden könnten, empfehlen wir die Untersuchung der Patienten
auf blutübertragene Erreger wie HBV, HCV, HIV und auf bakteri-
elle Hauterkrankungen.
Da auch die Möglichkeit besteht, dass Fische primär mit Erre-
gern behaftet sind, die vom Fisch auf den Menschen übertragen
werden können, wie z. B. Vibrio vulnificans oder Mycobacterium
marinum, sollten auch die Fische untersucht werden bzw. dür-
fen nur unter entsprechenden Bedingungen gezüchtete Fische
(s. AMG) zum Einsatz kommen. Die Qualität des Wassers muss
den Anforderungen der Trinkwasserverordnung entsprechen und
ist daher regelmäßig zu überprüfen.
Wir empfehlen den Gesundheitsämtern, Einsicht in die Infor-
mationsmaterialien, die vom Anbieter der Fische den Patienten
oder Kunden vorgelegt werden, und in die Befunde der Was-
seruntersuchungen zu nehmen sowie den Amtstierarzt zur Be-
urteilung der Haltungsbedingungen und zur Prüfung der tier-
schutzrechtlichen Bedingungen hinzuziehen.
Wir empfehlen, keine Genehmigung zur Anwendung der Kan-
galfische zu erteilen. Die infektionshygienische Verantwortung
muss beim Anbieter der Fische und beim Patienten bzw. Kunden
verbleiben.
Wir empfehlen nach wie vor die Hausbehandlung mit geeigne-
ten Therapiebecken und patienteneigenen Fischen.
Bearbeiter: DM Gabriele Höll
LUA Dresden

│21
Raumlufttechnische Anlagen in OP-Bereichen von
Krankenhäusern: Überlegungen zur Senkung der
Betriebskosten seitens der Betreiber
In den letzten Jahren hat die Diskussion um Einsparmöglichkei-
ten aufgrund steigender Energiekosten in allen Bereichen der
Gesellschaft sehr stark zugenommen. In zweiter Hinsicht führt
auch ein stärkeres Bewusstsein für die begrenzten Ressourcen
der Erde, die Gefahren durch den Klimawandel und die damit
verbundene Notwendigkeit der Senkung des CO
2
-Ausstoßes zu
einem Umdenken, insbesondere auch im Interesse nachfolgen-
der Generationen.
Dies hat zur Folge, dass immer neue Möglichkeiten gesucht wer-
den müssen, den Energieverbrauch zu senken, so auch in Ge-
sundheitseinrichtungen, von denen insbesondere die Kranken-
häuser ohnehin einem starken und zunehmenden Kostendruck
ausgesetzt sind.
Seit kurzem sind wiederholt Anfragen von Gesundheitsämtern
im Zusammenhang mit dem Betreiben raumlufttechnischer An-
lagen (RLT-Anlagen) in Krankenhäusern und ambulanten medi-
zinischen Einrichtungen an uns gerichtet worden. Der Hinter-
grund ist das Ziel, durch Veränderungen im Betrieb der Anlagen
Energiekosten einzusparen. RLT-Anlagen sollen in den Zeiträu-
men, in denen die versorgten Räumlichkeiten nicht genutzt
werden (z. B. OP-Säle über Nacht), abgeschaltet oder stark her-
untergefahren werden. Eine weitere Möglichkeit der Einsparung
wird auch im Verzicht des Betreibens von Luftbefeuchtungsan-
lagen (Dampfbefeuchter) gesehen.
Vielfach sind solche Überlegungen zunächst nur prophylaktisch,
da von erheblich steigenden Energiekosten in der Zukunft aus-
gegangen wird. Nach Berechnungen der Betreiber werden hier,
abhängig von der Größe der RLT-Anlage, nicht unerhebliche
Einsparmöglichkeiten von mehreren Tausend Kilowattstunden
ermittelt.
So nachvollziehbar diese Überlegungen sind, so deutlich muss
auch darauf hingewiesen werden, dass jede Änderung im Be-
trieb der RLT-Anlagen nicht zu erhöhten Gesundheitsrisiken für
Patienten und Personal führen darf. Unsere Fachmeinung aus
Sicht der Krankenhaushygiene möchten wir im Folgenden dar-
stellen.
Die Bedeutung der Raumluft im Operationssaal als Faktor für
postoperative Wundinfektionen wird seit Jahren kontrovers dis-
kutiert. Auch innerhalb der KRINKO-Empfehlungen existieren
hierzu leider widersprüchliche Aussagen („Anforderungen der
Hygiene bei Operationen und anderen invasiven Eingriffen“ von
2000, „Prävention postoperativer Infektionen im Operations-
gebiet“ von 2007, „Kommentar der KRINKO zur DIN 1946-4
(2008)“ von 2010).
Die Studienlage ist heterogen und zeigt derzeit maximal, dass
sich RLT-Anlagen der Raumklasse Ia (ausreichend großer dy-
namischer Schutzbereich über dem OP-Tisch und dessen Um-
gebung) bei hochaseptischen Eingriffen (z. B. Implantation von
Endoprothesen) im Vergleich zur Raumklasse Ib vorteilhaft auf
die Infektionsrate auswirken können.
Spezifische rechtliche Regelungen für diese Thematik existieren
nicht. Jedoch sind allgemeiner gefasste Passagen aus wichtigen
gesetzlichen Grundlagen auch vollständig auf den Bereich der
RLT-Anlagen übertragbar. Hierzu können am ehesten das In-
fektionsschutzgesetz (IfSG) und die Arbeitsstättenverordnung
(ArbStättV) herangezogen werden. Nach IfSG haben die Leiter
medizinischer Einrichtungen sicherzustellen, dass die nach dem
Stand der medizinischen Wissenschaft erforderlichen Maßnah-
men getroffen werden, um nosokomiale Infektionen zu verhü-
ten. Diese Maßnahmen sind in einem Hygieneplan niederzu-
schreiben, der alle hygienisch relevanten Bereiche umfasst, d. h.
auch den Umgang mit RLT-Anlagen. Für die Beschäftigten ist die
Aussage der ArbStättV zu beachten, dass „ausreichend gesund-
heitlich zuträgliche Atemluft“ vorhanden sein muss.
Der Stand der Technik spiegelt sich auch für den Bereich der
RLT-Anlagen in Krankenhäusern und anderen Gesundheitsein-
richtungen in Normen wider. Prinzipiell wäre damit ein vollstän-
diges Abschalten der Anlagen im Routinebetrieb in Räumen der
Raumklasse I weder mit der DIN 1946 der Ausgabe 1999 noch
der von 2008 vereinbar. Dies wird nur für den Wartungsfall im
genannten Regelwerk beschrieben:
In der DIN 1946 (1999-03), Kap. 6.7.1 „Betrieb außerhalb der
Nutzungszeit“ heißt es u. a.:
„…Das Ausschalten der die geforderte Luftströmung sicherstel-
lenden RLT-Anlage ist nur für dringende Wartungs- und Repara-
turarbeiten zulässig und auf einen möglichst geringen Zeitraum
zu beschränken…“
In der DIN 1946 (2008-12), Kap. 6.9 „Gebäudeautomation“
heißt es u. a.:
„…Außerhalb der Betriebszeiten ist in Räumen der Klasse I eine
Reduzierung des Volumenstromes zulässig; dabei ist eine Strö-
mungsumkehr auszuschließen…“
Da DIN-Normen, wie erwähnt, den Stand der Technik beschrei-
ben, wäre durch den Betreiber, der die dort festgeschriebenen
Vorgaben nicht umsetzt, eine fundierte Risikobewertung not-
wendig. Diese muss nachvollziehbar zu dem Ergebnis kommen,
dass ein nicht DIN-konformes Abschalten in bestimmten Zeit-
räumen keine erhöhten Risiken für den Patienten und das Perso-
nal mit sich bringt (Beweislast liegt beim Betreiber). Das dürfte
jedoch nicht einfach und im Schadensfall (z. B. postoperative
Wundinfektionen – Klage von Patienten, Angehörigen) schwer
zu vertreten sein.
Durch das nächtliche Abschalten könnte es dazu kommen, dass
sich die Druckverhältnisse umkehren und somit Außenluft in den
OP gelangt, verbunden mit einem Eintrag luftgetragener Partikel
und Mikroorganismen. Dies muss durch technische Vorausset-
zungen (dichtschließende Luftklappen und Volumenstromregler)
und Messungen ausgeschlossen werden.
Der Betreiber muss sich dessen bewusst sein, dass es sich bei
den OP-Sälen um innenliegende Räume handelt, die nach Ab-
schalten der Anlage in den Nachtstunden nicht belüftet wer-
den, also als Arbeitsräume ungeeignet sind (s. ArbStättV). Auch
müsste dann für alle ggf. auch über Nacht benutzten Räume
(Personalaufenthalt, Schleusen, Umbettung usw.) weiter eine
kontinuierliche Belüftung garantiert sein (z. B. gesonderte RLT-

22 │
Anlage).
In jedem Fall ist vor der Wiedernutzung des Saales nach Ab-
schaltung eine ausreichend bemessene Vorlaufzeit notwendig.
Für die Festlegung dieses Zeitraums wären Partikel-, Strömungs-
und Klimamessungen seitens des Betreibers unverzichtbar.
Diese Messungen müssten für jeden OP-Saal durchgeführt wer-
den, nicht beispielhaft für nur einen OP-Saal der OP-Einheit.
Hierzu können wir zahlreiche eigene Erfahrungen mit höchst
unterschiedlichen Lüftungs- und Strömungsverhältnissen inner-
halb eines OP-Trakts anführen, die einen Rückschluss von einem
auf weitere OP-Säle der Einheit nicht zulassen.
Da eine Vorlaufzeit für Notfälle nicht praktikabel ist, werden auf
jeden Fall ein oder mehrere OP-Räume weiterhin im üblichen
Erhaltungsbetrieb über Nacht betrieben werden müssen.
Nach der abschließenden Reinigung und Desinfektion nach der
letzten Operation müsste der OP-Saal noch ausreichend durch-
strömt werden, damit Desinfektionsmitteldämpfe abgeführt
werden. Um einen Partikeleintrag zu vermeiden dürfte der OP-
Raum nach Abschaltung der Anlage nicht mehr geöffnet bzw.
betreten werden (Türen bleiben geschlossen).
Über die hygienischen Bedenken hinaus muss vor allem abge-
klärt werden, ob der technische Zustand der Anlage ein Abschal-
ten überhaupt ohne Probleme zulassen würde. Da die Anlagen
i. d. R. für Dauerbetrieb ausgelegt sind, könnte dies im Einzelfall
zu häufigeren Betriebsstörungen, Reparaturen und Ausfallzei-
ten führen, was dann die Überlegungen zur Kosteneinsparung
relativieren dürfte.
Derzeit werden in den von uns im Auftrag der Gesundheitsäm-
ter überprüften Einrichtungen in den Nachtstunden die üblichen
Absenkungen der Anlagenleistung auf 50 bis 30 % der Volllast
gefahren. Hierzu gibt es unsererseits keine hygienischen Beden-
ken.
Als Alternative zu den Überlegungen des kompletten Abschaltens
sollte, wenn sich die Frage der Kosteneinsparungen stellt, eine
weitere Absenkung auf 15 oder 10 % der Betriebsleistung über
Nacht für die konkrete Anlage diskutiert werden. Dies erscheint
uns vergleichsweise weniger problematisch. Damit könnten die
Strömungs- und Druckverhältnisse aufrechterhalten und das
problematische längere „Freiblasen“ vor Betriebsbeginn vermie-
den werden. Allerdings sollten auch hier die Auswirkungen im
konkreten Fall für jeden betreffenden OP-Saal untersucht wer-
den (Messungen zur Festlegung der Vorlaufzeit, s. o.).
Zur Luftbefeuchtung vertreten wir ganz klar die Meinung, dass
ein Verzicht auf oder die Stilllegung von Dampfbefeuchtungs-
anlagen zusätzliche Probleme schafft und daher abzulehnen ist.
In den Wintermonaten messen wir in OP-Sälen mit RLT-Anlagen
ohne Befeuchtung sehr oft Feuchtewerte von weit unter 30 %,
vielfach unter 20 % r. F. Derartig trockene Luft ist für einen
längeren Aufenthalt im Raum nicht geeignet und entspricht
nicht den Vorgaben der Arbeitsstättenverordnung für Arbeits-
räume (s. o.). Aufgrund dieser Erfahrungen haben wir bei der
Begutachtung von RLT-Projekten auch immer auf die Wichtig-
keit einer Befeuchtung hingewiesen, sofern diese nicht Teil der
Planung war.
In der Literatur finden sich zahlreiche Hinweise, dass trockene
Raumluft, neben Schleimhaut- und Augenreizungen, auch die
Ausbreitung von respiratorischen Infekten begünstigt. Weiterhin
können negative Einflüsse auf das Wundgebiet des Patienten,
insbesondere bei langer OP-Dauer (Austrocknung des Gewebes
– Wundheilungsstörungen) nicht ausgeschlossen werden, auch
wenn es hierfür nach unseren Recherchen keine ausreichenden
wissenschaftlichen Belege gibt.
Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass den Betreibern von
OP-Einheiten in Krankenhäusern und anderen Gesundheitsein-
richtungen ein Abschalten der RLT-Anlagen in der Ruhephase
während der Nachtstunden nicht empfohlen werden kann. Die
zu Grunde liegenden Normen sehen dies nicht vor, der Nachweis
der Unbedenklichkeit einer Vorgehensweise, die nicht dem Re-
gelwerk entspricht, ist schwer zu erbringen.
Die ausreichende Befeuchtung der Raumluft wird als eine
grundlegende Komponente für ein gesundheitlich unbedenkli-
ches Raumklima für Patienten und Personal angesehen und soll-
te uneingeschränkt gewährleistet werden.
Bearbeiter: Dr. med. Axel Hofmann
LUA Chemnitz

│23
Untersuchungen von Wein im Rahmen der Einfuhr-
kontrolle
Die Landesuntersuchungsanstalt Sachsen, Fachgebiet 2.4 „Amt-
liche Außendienstaufgaben“, ist gemäß § 35 Absätze 2 und 4
der Weinüberwachungsverordnung örtlich zuständig für die
amtliche Untersuchung und Prüfung von Zolleinfuhren im Frei-
staat Sachsen und darüber hinaus eine der deutschlandweit fünf
Zweitgutachterstellen.
Die Zulassung zur Einfuhr von Weinen aus Drittländern obliegt
dabei der zuständigen Zolldienststelle, die sich für die amtli-
che Untersuchung und Prüfung der Dokumente auf das Gut-
achten der LUA stützt. Untersucht werden folgende Erzeugnisse
des Weinbaus: Wein einschließlich Perlwein und Perlwein mit
zugesetzter Kohlensäure, Schaumwein, Schaumwein mit zuge-
setzter Kohlensäure, Traubenmost, konzentrierter Traubenmost,
rektifiziertes Traubenmostkonzentrat, teilweise gegorener Trau-
benmost („Federweißer“), Likörwein, weinhaltige Getränke, aro-
matisierter Wein, aromatisierte weinhaltige Getränke und aro-
matisierte weinhaltige Cocktails.
Die Erteilung der Zulassung ist abhängig davon, ob das jeweilige
Erzeugnis nach seiner Zweckbestimmung (z. B. für den unmittel-
baren menschlichen Verbrauch) den Rechtsnormen entspricht.
Weitere Prüfkriterien sind z. B. die Bezeichnung und Aufma-
chung. Bei der Einfuhr von abgefüllten Erzeugnissen in Be-
hältnissen mit einem Nennvolumen von bis zu fünf Litern kann
auch von einer Untersuchung und Prüfung abgesehen werden.
In der Regel werden aber stichprobenartig alle Wareneingän-
ge beprobt. Voraussetzung ist das Vorliegen eines Einfuhrdo-
kumentes, des sogenannten VI 1-Dokumentes (bei Teilung der
Sendung auch VI 2) gemäß Anhang IX und X der VO (EG) Nr.
555/2008. Dieses bescheinigt die Nämlichkeit und enthält ein
Analysenbulletin, sofern die Einfuhrmenge 100 Liter übersteigt.
Nach zollinternen Vorschriften (Art. 40 EinfuhrDV) werden bei
abgefüllten Erzeugnissen bei 5 - 10 % der Eingänge Proben
entnommen, bei losem Wein wird risikoorientiert beprobt und
zwar mindestens 10 %. Weitere Ausnahmen bestehen z. B. für
eine Freimenge von 400 kg jährlich je Verfügungsberechtigtem
und je Erzeugniskategorie, für Wein der nachweislich kultischen
Zwecken vorbehalten ist etc.
Im Jahr 2012 wurden 189 Weine als Zollproben zur Untersu-
chung an der LUA vorstellig. Die meisten Proben waren „Still-
weine“ und stammten aus Mazedonien und Chile, gefolgt von
Erzeugnissen aus Südafrika und den USA. Auch Weine aus der
Türkei, Australien, Neuseeland u. a. Staaten gelangen regelmä-
ßig zur Untersuchung. Im Rahmen von Zweitgutachten werden
zuweilen auch Erzeugnisse aus „exotischen Weinländern“, wie
Indien oder Brasilien, eingeliefert.
Die anfallenden Untersuchungskosten werden für Wein, Perl-
wein und Schaumwein nicht erhoben. Diese „Serviceleistung“
stellt für die Landesuntersuchungsanstalt zwar eine finanzi-
elle und personelle Belastung dar, kommt der Weinkontrolle
und schließlich dem Verbraucherschutz aber letztlich zugute,
da die Verhinderung der Einfuhr vorschriftswidriger Erzeugnisse
und damit ihr präventiver Ausschluss vom inländischen Markt
erreicht wird. Hierdurch werden die Autorität des Rechtes ge-
wahrt, die Verbraucher geschützt und Wettbewerbsverzerrun-
gen zu Lasten inländischer Hersteller vermieden.
Bei den eingereichten Proben handelt es sich in der Regel um
vom Zoll amtlich entnommene und verplombte „Tankproben“
direkt aus dem meist ca. 24 000 l fassenden Transportbehälter.
Die Weine werden aus ihrem Herkunftsland lose, d. h. in soge-
nannten „Flexitanks“ (riesige Folienschläuche, die in universelle
Container eingelegt und nach Gebrauch entsorgt werden), per
Schiff und LKW transportiert. Erst vor Ort in Sachsen werden
sie in einer großen Kellerei abgefüllt und hier zollrechtlich zum
freien Verkehr abgefertigt.
Der Analysenumfang ist abhängig von dem jeweiligen Ur-
sprungsland. So gibt es beispielsweise zwölf sogenannte Ab-
kommensstaaten, die in bilateralen Weinhandelsabkommen mit
der EU Erleichterungen und teilweise starke Reduzierungen des
Umfangs der vorzuweisenden Analysenparameter ausgehandelt
haben. An erster Stelle ist hier das weitreichende und in der
Presse teils etwas verzerrt dargestellte Weinabkommen mit den
Vereinigten Staaten von Amerika zu erwähnen. Für Weine aus
den USA ist demnach nur der Gehalt des vorhandenen Alkohols
im Dokument anzugeben. Bei anderen Herkünften sind hingegen
bis zu acht Parameter zu dokumentieren.
Die im Labor analysierten Werte - z. B. vorhandener Alkoholge-
halt, Gesamtextrakt, Gesamtsäure, relative Dichte - dienen in
erster Linie zur Bestätigung der Nämlichkeit der untersuchten
Probe mit den Angaben im Begleitdokument, d. h. der Überprü-
fung der Identität der vorgestellten Weine. Mitunter müssen Be-
anstandungen ausgesprochen werden, da die zur Untersuchung
eingereichte Probe nicht identisch mit dem im VI1-Dokument
zertifizierten Wein ist oder falls das Einfuhrdokument unvoll-
ständig ist bzw. formelle Fehler aufweist.
Daneben werden regelmäßig aber auch weitere analytische
Werte bestimmt, z. B. gesamte schweflige Säure, flüchtige Säu-
re, Glycerinbegleitstoffe, Schwermetalle u. a. Elemente, Myko-
toxine (Ochratoxin A), um Grenzwertüberschreitungen, Konta-
minationen sowie verbotene oenologische Praktiken nachweisen
oder beispielsweise auch die Authentizität einer Rebsortenan-
gabe nachvollziehen zu können (z. B. durch Analyse der Rot-
weinfarbstoffe / Anthocyane). Diesbezügliche Beanstandungen
aufgrund der stofflichen Beschaffenheit sind jedoch sehr selten.
Von der Einfuhr zurückgewiesen werden musste z. B. kürzlich
ein in Gärung befindlicher mazedonischer Traubenmost, aus
dem in Deutschland Wein hergestellt werden sollte. Diese Ver-
fahrensweise ist rechtlich jedoch gar nicht möglich. Unter der
Auflage, aus dem Erzeugnis einen aromatisierten weinhalti-
gen Cocktail herzustellen, konnte der Einfuhr aber zugestimmt
werden. Am Rande sei bemerkt, dass die Untersuchung dieser
Probe mit gewissen Unannehmlichkeiten verbunden war, da der
gärende Most vom Zoll unsachgemäß in einer verschlossenen
Flasche eingeliefert wurde. Der zwischenzeitlich aufgebaute
Druck, der durch das aus der alkoholischen Gärung stammende

24 │
Kohlendioxid resultierte, entlud sich über Nacht explosionsartig
im Büro, der Sachschaden war beträchtlich.
In letzter Zeit mussten in anderen Bundesländern wiederholt
verschiedene Drittlandsweine von der Einfuhr zurückgewiesen
werden, in denen Natamycin oberhalb des Eingriffswertes von
5 µg/l nachgewiesen wurde. Natamycin ist ein Antimycoticum,
welches u. a. als Zusatzstoff auf Käserinden zulässig ist. Da es
auch in der Humanmedizin verwendet wird, ist sein Einsatz im
Lebensmittelbereich umstritten. Die Verwendung von Nata-
mycin im Weinbereich ist in der EU und den meisten anderen
Ländern verboten, in Südafrika allerdings legal. Immer wieder
wurden Weine aus Südafrika, aber auch aus Argentinien und
der Türkei aufgrund ihrer Natamycingehalte auffällig und wa-
ren zu beanstanden. Insofern werden auch an der LUA Sachsen
solche Weine stichprobenartig auf Natamycin untersucht. Aus
aktuellem Anlass müssen bis auf weiteres laut Zollanweisung
Erzeugnisse aus der Türkei sogar ausnahmslos auf Natamycin
geprüft werden. Die Analyse gelingt mittels LC-MS und erfor-
dert einen relativ hohen Aufwand.
Stichprobenartig werden Drittlandserzeugnisse auch auf ihre
Stabilisotopen untersucht. Damit kann u. a. eine verbotene
Wässerung oder Süßung sowie eine unzutreffende geographi-
sche Herkunftsangabe nachgewiesen werden. Der analytische
Aufwand ist jedoch enorm. Die LUA Sachsen verfügt momentan
nicht über die nötigen Voraussetzungen für die Bestimmung von
Stabilisotopen, so dass hier nur einzelne Weine in Amtshilfe an
anderen Untersuchungseinrichtungen analysiert werden kön-
nen. Unentbehrliche Beurteilungsgrundlage ist die seit Jahren
unter Führung des Arbeitskreises „Wein und Spirituosen“ (AWS)
des ALS am Bundesinstitut für Risikobewertung in Berlin (BfR)
geführte, umfangreiche Stabilisotopen-Drittlandsdatenbank.
Darin werden die Werte (einschließlich klassischer Parameter)
unauffälliger Drittlandsweine verschiedenster Herkünfte und
Jahrgänge gesammelt und statistisch aufbereitet.
Neben der chemischen Analyse ist aber auch der olfaktorische
Eindruck maßgeblich für die Entscheidung über die Zulassung
zur Einfuhr. So wurde erst kürzlich ein Wein aus Chile wegen der
Feststellung einer Nachgärung nur unter der Auflage der Ver-
wendung als Grunderzeugnis zur Essigherstellung zur Einfuhr
zugelassen. Die Sensorik der vorgestellten Erzeugnisse stellt un-
sere Gutachter auch immer wieder vor neue Herausforderungen,
wenn beispielsweise Weine aus China oder Indien auf ihre Ty-
pizität beurteilt werden sollen. Die hierfür nötige Fachkenntnis
und Routine erwerben die Sachverständigen bei speziellen Sen-
sorikschulungen und Besuchen von einschlägigen Fortbildungen
sowie Weinmessen, -wettbewerben, -prämierungen u. ä.
In den Fällen, in denen das Erstgutachten die Einfuhrfähigkeit
nicht attestiert, kann ein Zweitgutachten eingeholt werden.
Falls die Einfuhrfähigkeit nur aufgrund des Fehlens oder der Vor-
schriftswidrigkeit des Einfuhrdokuments bzw. der Bezeichnung
oder Aufmachung verneint wird, soll dem Verfügungsberechtig-
ten Gelegenheit zur Behebung des Mangels gegeben werden.
Im Zweifelsfall oder bei differierendem Urteil von Erst- und
Zweitgutachterstelle wird ein Obergutachten beim BfR in Berlin
eingeholt. So musste die Landesuntersuchungsanstalt zum Jah-
resende ein solches Zweitgutachten zu einem mazedonischen
Roséwein erstellen. Das sensorische Urteil der Erstgutachter
wurde unsererseits nicht bestätigt, so dass wir dem einzufüh-
renden Wein eine handelsübliche Beschaffenheit attestieren
konnten. Nun muss eine Kommission im BfR den Wein erneut
begutachten. Das Obergutachten entscheidet dann, ob der Wein
tatsächlich eingeführt werden darf.
Bearbeiter: Dipl.-Ing. (FH) Bernd Langefeld LUA Dresden
DLC Dr. Tobias Haufe
LUA Dresden

│25
Neue Rechtsbestimmungen –
Oktober 2012 bis Dezember 2012
1. Europäisches Recht
1.1 Verordnung (EU) Nr. 897/2012 der Kommission vom 1. Ok-
tober 2012 zur Änderung der Anhänge II und III der Ver-
ordnung (EG) Nr. 396/2005 des Europäischen Parlaments
und des Rates hinsichtlich der Rückstandshöchstgehalte
für Acibenzolar-S-methyl, Amisulbrom, Cyazofamid, Difl-
ufenican, Dimoxystrobin, Methoxyfenozid und Nikotin in
oder auf bestimmten Erzeugnissen (ABl. Nr. L 266)
1.2 Durchführungsverordnung (EU) Nr. 872/2012 der Kommis-
sion vom 1. Oktober 2012 zur Festlegung der Liste der Aro-
mastoffe gemäß der Verordnung (EG) Nr. 2232/96 des Eu-
ropäischen Parlaments und des Rates, zur Aufnahme dieser
Liste in Anhang I der Verordnung (EG) Nr. 1334/2008 des
Europäischen Parlaments und des Rates sowie zur Aufhe-
bung der Verordnung (EG) Nr. 1565/2000 der Kommission
und der Entscheidung 1999/217/EG der Kommission (ABl.
Nr. L 267)
1.3 Verordnung (EU) Nr. 873/2012 der Kommission vom 1. Ok-
tober 2012 über Übergangsmaßnahmen bezüglich der Uni-
onsliste der Aromen und Ausgangsstoffe gemäß Anhang I
der Verordnung (EG) Nr. 1334/2008 des Europäischen Par-
laments und des Rates (ABl. Nr. L 267)
1.4 Durchführungsbeschluss der Kommission vom 18. Okto-
ber 2012 über die Zulassung des Inverkehrbringens von
Erzeugnissen, die genetisch veränderten Mais der Sorte
MIR162 (SYN-IR162-4) enthalten, aus ihm bestehen oder
aus ihm gewonnen werden, gemäß der Verordnung (EG)
Nr. 1829/2003 des Europäischen Parlaments und des Rates
(ABl. Nr. L 290)
1.5 Durchführungsverordnung (EU) Nr. 996/2012 der Kommis-
sion vom 26. Oktober 2012 mit besonderen Bedingungen
für die Einfuhr von Lebens- und Futtermitteln, deren Ur-
sprung oder Herkunft Japan ist, nach dem Unfall im Kern-
kraftwerk Fukushima und zur Aufhebung der Durchfüh-
rungsverordnung (EU) Nr. 284/2012 (ABl. Nr. L 299)
1.6 Durchführungsbeschluss der Kommission vom 31. Oktober
2012 zur Genehmigung der von Deutschland gemäß Artikel
4 Absatz 4 der Richtlinie 98/8/EG des Europäischen Parla-
ments und des Rates gemeldeten Beschränkung der Zulas-
sung von difenacoumhaltigen Biozid-Produkten (ABl. Nr. L
306)
1.7 Durchführungsverordnung (EU) Nr. 1037/2012 der Kom-
mission vom 7. November 2012 zur Genehmigung des
Wirkstoffs Isopyrazam gemäß der Verordnung (EG) Nr.
1107/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates
über das Inverkehrbringen von Pflanzenschutzmitteln und
zur Änderung des Anhangs der Durchführungsverordnung
(EU) Nr. 540/2011 der Kommission (ABl. Nr. L 308)
1.8 Durchführungsverordnung (EU) Nr. 1043/2012 der Kommis-
sion vom 8. November 2012 zur Genehmigung des Wirk-
stoffs Phosphan gemäß der Verordnung (EG) Nr. 1107/2009
des Europäischen Parlaments und des Rates über das In-
verkehrbringen von Pflanzenschutzmitteln und zur Ände-
rung des Anhangs der Durchführungsverordnung (EU) Nr.
540/2011 der Kommission (ABl. Nr. L 310)
1.9 Verordnung (EU) Nr. 1047/2012 der Kommission vom 8.
November 2012 zur Änderung der Verordnung (EG) Nr.
1924/2006 in Bezug auf die Liste der nährwertbezogenen
Angaben (ABl. Nr. L 310)
1.10 Verordnung (EU) Nr. 1048/2012 der Kommission vom 8.
November 2012 zur Zulassung einer gesundheitsbezoge-
nen Angabe über Lebensmittel betreffend die Verringerung
eines Krankheitsrisikos (ABl. Nr. L 310)
1.11 Verordnung (EU) Nr. 1049/2012 der Kommission vom 8.
November 2012 zur Änderung von Anhang II der Verord-
nung (EG) Nr. 1333/2008 des Europäischen Parlaments
und des Rates hinsichtlich der Verwendung von Polygly-
citolsirup in mehreren Lebensmittelkategorien (ABl. Nr. L
310)
1.12 Verordnung (EU) Nr. 1050/2012 der Kommission vom 8.
November 2012 zur Änderung der Verordnung (EU) Nr.
231/2012 mit Spezifikationen für die in den Anhängen II
und III der Verordnung (EG) Nr. 1333/2008 des Europäi-
schen Parlaments und des Rates aufgeführten Lebensmit-
telzusatzstoffe in Bezug auf Polyglycitolsirup (ABl. Nr. L
310)
1.13 Verordnung (EU) Nr. 1056/2012 der Kommission vom 12.
November 2012 zur Änderung der Verordnung (EG) Nr.
1332/2008 des Europäischen Parlaments und des Rates
über Lebensmittelenzyme in Bezug auf Übergangsmaß-
nahmen (ABl. Nr. L 313)
1.14 Verordnung (EU) Nr. 1057/2012 der Kommission vom 12.
November 2012 zur Änderung des Anhangs II der Verord-
nung (EG) Nr. 1333/2008 des Europäischen Parlaments und
des Rates hinsichtlich der Verwendung von Dimethylpoly-
siloxan (E 900) als Schaumverhütungsmittel in Nahrungs-
ergänzungsmitteln (ABl. Nr. L 313)
1.15 Verordnung (EU) Nr. 1058/2012 der Kommission vom 12.
November 2012 zur Änderung der Verordnung (EG) Nr.
1881/2006 hinsichtlich der Höchstgehalte für Aflatoxine
in getrockneten Feigen (ABl. Nr. L 313)
1.16 Richtlinie 2012/38/EU der Kommission vom 23. Novem-
ber 2012 zur Änderung der Richtlinie 98/8/EG des Euro-
päischen Parlaments und des Rates zwecks Aufnahme des
Wirkstoffs cis-Tricos-9-en in Anhang I (ABl. Nr. L 326)

26 │
1.17 Richtlinie 2012/40/EU der Kommission vom 26. November
2012 zur Änderung des Anhangs I der Richtlinie 98/8/EG
des Europäischen Parlaments und des Rates über das Inver-
kehrbringen von Biozid-Produkten (ABl. Nr. L 327)
1.18 Richtlinie 2012/41/EU der Kommission vom 26. November
2012 zur Änderung der Richtlinie 98/8/EG des Europäi-
schen Parlaments und des Rates zwecks Ausweitung der
Aufnahme des Wirkstoffs Nonansäure in Anhang I auf die
Produktart 2 (ABl. Nr. L 327)
1.19 Richtlinie 2012/42/EU der Kommission vom 26. Novem-
ber 2012 zur Änderung der Richtlinie 98/8/EG des Euro-
päischen Parlaments und des Rates zwecks Aufnahme des
Wirkstoffs Hydrogencyanid in Anhang I (ABl. Nr. L 327)
1.20 Richtlinie 2012/43/EU der Kommission vom 26. November
2012 zur Änderung bestimmter Spaltenüberschriften von
Anhang I der Richtlinie 98/8/EG des Europäischen Parla-
ments und des Rates (ABl. Nr. L 327)
1.21 Beschluss der Kommission vom 23. November 2012 über
die Nichtaufnahme von Bifenthrin in Anhang I, IA oder IB
der Richtlinie 98/8/EG des Europäischen Parlaments und
des Rates über das Inverkehrbringen von Biozid-Produkten
für die Produktart 18 (ABl. Nr. L 327)
1.22 Durchführungsbeschluss der Kommission vom 22. Novem-
ber 2012 zur Genehmigung des Inverkehrbringens von Rin-
der-Lactoferrin als neuartige Lebensmittelzutat im Sinne
der Verordnung (EG) Nr. 258/97 des Europäischen Parla-
ments und des Rates (Morinaga) (ABl. Nr. L 327)
1.23 Durchführungsbeschluss der Kommission vom 22. Novem-
ber 2012 zur Genehmigung des Inverkehrbringens von Di-
hydrocapsiat als neuartige Lebensmittelzutat im Sinne der
Verordnung (EG) Nr. 258/97 des Europäischen Parlaments
und des Rates (ABl. Nr. L 327)
1.24 Durchführungsbeschluss der Kommission vom 22. Novem-
ber 2012 zur Genehmigung des Inverkehrbringens von Rin-
der-Lactoferrin als neuartige Lebensmittelzutat im Sinne
der Verordnung (EG) Nr. 258/97 des Europäischen Parla-
ments und des Rates (Friesland Campina) (ABl. Nr. L 327)
1.25 Verordnung (EU) Nr. 1147/2012 der Kommission vom 4.
Dezember 2012 zur Änderung des Anhangs II der Verord-
nung (EG) Nr. 1333/2008 des Europäischen Parlaments und
des Rates hinsichtlich der Verwendung von Bienenwachs (E
901), Carnaubawachs (E 903), Schellack (E 904) und mikro-
kristallinem Wachs (E 905) auf bestimmten Früchten (ABl.
Nr. L 333)
1.26 Verordnung (EU) Nr. 1148/2012 der Kommission vom 4.
Dezember 2012 zur Änderung des Anhangs II der Verord-
nung (EG) Nr. 1333/2008 des Europäischen Parlaments und
des Rates hinsichtlich der Verwendung von Schwefeldioxid
- Sulfiten (E 220-228) und von Propylenglycolalginat (E
405) in Getränken aus fermentiertem Traubenmost (ABl.
Nr. L 333)
1.27 Verordnung (EU) Nr. 1149/2012 der Kommission vom 4.
Dezember 2012 zur Änderung von Anhang II der Verord-
nung (EG) Nr. 1333/2008 des Europäischen Parlaments und
des Rates hinsichtlich der Verwendung von Extrakt aus Ros-
marin (E 392) in Füllungen für trockene Teigwaren (ABl. Nr.
L 333)
1.28 Durchführungsverordnung (EU) Nr. 1161/2012 der Kom-
mission vom 7. Dezember 2012 zur Änderung des Anhangs
der Verordnung (EU) Nr. 37/2010 über pharmakologisch
wirksame Stoffe und ihre Einstufung hinsichtlich der
Rückstandshöchstmengen in Lebensmitteln tierischen Ur-
sprungs in Bezug auf Fenbendazol (ABl. Nr. L 336)
1.29 Verordnung (EU) Nr. 1166/2012 der Kommission vom 7.
Dezember 2012 zur Änderung des Anhangs II der Verord-
nung (EG) Nr. 1333/2008 des Europäischen Parlaments und
des Rates hinsichtlich der Verwendung von Dimethyldicar-
bonat (E 242) in bestimmten alkoholischen Getränken (ABl.
Nr. L 336)
1.30 Durchführungsverordnung (EU) Nr. 1181/2012 der Kom-
mission vom 10. Dezember 2012 zur Genehmigung einer
Anhebung der Grenzwerte für die Anreicherung von Wein
aus Trauben der Ernte 2012 in bestimmten Weinanbauge-
bieten (ABl. Nr. L 337)
1.31 Verordnung (EU) Nr. 1183/2012 der Kommission vom 30.
November 2012 zur Änderung und Korrektur der Verord-
nung (EU) Nr. 10/2011 über Materialien und Gegenstände
aus Kunststoff, die dazu bestimmt sind, mit Lebensmitteln
in Berührung zu kommen (ABl. Nr. L 338)
1.32 Durchführungsverordnung (EU) Nr. 1185/2012 der Kom-
mission vom 11. Dezember 2012 zur Änderung der Verord-
nung (EG) Nr. 607/2009 mit Durchführungsbestimmungen
zur Verordnung (EG) Nr. 479/2008 des Rates hinsichtlich
der geschützten Ursprungsbezeichnungen und geografi-
schen Angaben, der traditionellen Begriffe sowie der Kenn-
zeichnung und Aufmachung bestimmter Weinbauerzeug-
nisse (ABl. Nr. L 338)
1.33 Durchführungsverordnung (EU) Nr. 1186/2012 der Kom-
mission vom 11. Dezember 2012 zur Änderung des An-
hangs der Verordnung (EU) Nr. 37/2010 über pharmako-
logisch wirksame Stoffe und ihre Einstufung hinsichtlich
der Rückstandshöchstmengen in Lebensmitteln tierischen
Ursprungs betreffend Phoxim (ABl. Nr. L 338)
1.34 Durchführungsverordnung (EU) Nr. 1191/2012 der Kom-
mission vom 12. Dezember 2012 zur Änderung des An-
hangs der Verordnung (EU) Nr. 37/2010 über pharmako-
logisch wirksame Stoffe und ihre Einstufung hinsichtlich
der Rückstandshöchstmengen in Lebensmitteln tierischen
Ursprungs betreffend Natriumsalicylat (ABl. Nr. L 340)
1.35 Durchführungsverordnung (EU) Nr. 1197/2012 der Kom-
mission vom 13. Dezember 2012 zur Änderung der Durch-
führungsverordnung (EU) Nr. 540/2011 hinsichtlich der
Verlängerung der Genehmigungsdauer der Wirkstoffe
Acetamiprid, Alpha-Cypermethrin, Ampelomyces quis-
qualis Stamm: AQ 10, Benalaxyl, Bifenazat, Bromoxynil,
Chlorpropham, Desmedipham, Etoxazol, Gliocladium ca-

│27
tenulatum Stamm: J1446, Imazosulfuron, Laminarin, Me-
panipyrim, Methoxyfenozid, Milbemectin, Phenmedipham,
Pseudomonas chlororaphis Stamm: MA 342, Quinoxyfen,
S-Metolachlor, Tepraloxydim, Thiacloprid, Thiram und Zi-
ram (ABl. Nr. L 342)
1.36 Verordnung (EU) Nr. 1151/2012 des Europäischen Parla-
ments und des Rates vom 21. November 2012 über Qua-
litätsregelungen für Agrarerzeugnisse und Lebensmittel
(ABl. Nr. L 343)
1.37 Durchführungsverordnung (EU) Nr. 1235/2012 der Kom-
mission vom 19. Dezember 2012 zur Änderung des An-
hangs I der Verordnung (EG) Nr. 669/2009 zur Durchfüh-
rung der Verordnung (EG) Nr. 882/2004 des Europäischen
Parlaments und des Rates im Hinblick auf verstärkte amtli-
che Kontrollen bei der Einfuhr bestimmter Futtermittel und
Lebensmittel nichttierischen Ursprungs (ABl. Nr. L 350)
1.38 Durchführungsverordnung (EU) Nr. 1237/2012 der Kom-
mission vom 19. Dezember 2012 zur Genehmigung des
Wirkstoffs
Zucchinigelbmosaikvirus
(abgeschwächter
Stamm) gemäß der Verordnung (EG) Nr. 1107/2009 des Eu-
ropäischen Parlaments und des Rates über das Inverkehr-
bringen von Pflanzenschutzmitteln und zur Änderung des
Anhangs der Durchführungsverordnung (EU) Nr. 540/2011
der Kommission (ABl. Nr. L 350)
1.39 Durchführungsverordnung (EU) Nr. 1238/2012 der Kom-
mission vom 19. Dezember 2012 zur Genehmigung des
Wirkstoffs Trichoderma asperellum (Stamm T34) gemäß
der Verordnung (EG) Nr. 1107/2009 des Europäischen
Parlaments und des Rates über das Inverkehrbringen von
Pflanzenschutzmitteln und zur Änderung des Anhangs der
Durchführungsverordnung (EU) Nr. 540/2011 der Kommis-
sion (ABl. Nr. L 350)
2. Nationales Recht
2.1 Bekanntmachung der Neufassung des Verbraucherinfor-
mationsgesetzes vom 17. Oktober 2012 (BGBl. I S. 2166)
2.2 Zweite Verordnung zur Änderung der Trinkwasserverord-
nung vom 5. Dezember 2012 (BGBl. I S. 2562)
2.3 Siebtes Gesetz zur Änderung des Weingesetzes vom 14.
Dezember 2012 (BGBl. I S. 2592)
2.4 Berichtigung der Bekanntmachung der Neufassung des
Verbraucherinformationsgesetzes vom 10. Dezember 2012
(BGBl. I S. 2725)
Anmerkung:
Die korrigierte Überschrift des Gesetzes lautet: „Gesetz zur Ver-
besserung der gesundheitsbezogenen Verbraucherinformation
(Verbraucherinformationsgesetz – VIG)“
Bearbeiter: DLC Friedrich Gründig
LUA Dresden

28 │
Beschwerdeproben-Report für Lebensmittel nicht-
tierischer Herkunft und Bedarfsgegenstände sowie
Tabakerzeugnisse (4. Quartal 2012)
Zahl der bearbeiteten Beschwerdeproben: 46
davon beanstandet: 21
Probenbezeichnung
Beschwerdegrund
Beurteilung
Combiotik PRE HA;
Säuglingsanfangsnahrung
vorgefundener Fremdkörper
Fremdkörper - 2,5 cm lang, weiß, bestehend aus vier
kunststoffähnlichen Strängen, welche z. T. ausgefa-
sert sind; vermutlich Teilstück einer Schnur; Beur-
teilung als nicht sicher nach Art.14 Abs. 2b der VO
(EG) Nr. 178/2002
OCÓO Der Schönheitsdrink;
Diätetischer Mehrfruchtnektar mit einem Süßungs-
mittel
Kennzeichnung/Bewerbung
Beurteilung als irreführend gekennzeichnet nach
§ 11 Abs. 1 LFGB; fehlende Kennzeichnungselemen-
te - § 19 Abs. 1 Nr. 1 und 2 DiätV; fehlerhafte Kenn-
zeichnung - § 3 Abs. 3 Nr. 4 FrSaftErfrischGetrV
Gutes Gedächtnis-Drink
Nahrungsergänzungsmittel
unseriöser Vertriebsweg (unaufgefordert als Abon-
nement angeboten), Verdacht auf gesundheitliche
Bedenklichkeit
Beurteilung als irreführend gekennzeichnet nach §
11 Abs. 1 LFGB; nicht zugelassene gesundheitsbezo-
gene Angaben nach VO (EU) Nr. 432/2011
PUR,
Natürliches Mineralwasser ohne Kohlensäure
stechender Geruch, Erbrechen
Kontamination mit BTEX, Naphthalin und 1-Methyl-
naphthalin; vermutlich Fehlnutzung einer Mehr-
wegflasche; sensorischen Abweichung bestätigt;
Beurteilung als nicht sicher nach Art.14 Abs. 2b der
VO (EG) Nr. 178/2002
Peniger Pilsner Premium
Biertrübung, schaler Geschmack, abweichende
Füllmenge
Beurteilung als abweichend von der Verkehrsauf-
fassung nach § 11 Abs. 2 Nr. 2b LFGB
Privat Pils
übelriechend, geschmacklich stark abweichend
sensorischen Abweichung bestätigt; Beurteilung
als nicht sicher nach Art.14 Abs. 2b der VO (EG) Nr.
178/2002
Spinat - Fertiggericht
saurer Geschmack
sensorischen Abweichung bestätigt; Beurteilung
als nicht sicher nach Art.14 Abs. 2b der VO (EG) Nr.
178/2002
Moosgummi Sticker Set
intensiver chemischer Geruch
fehlende Übereinstimmung mit Hilfsnorm (BfR-
Empfehlung XLVII) aufgrund des Gehaltes an Iso-
phoron von 22 mg/kg (Migration) sowie des qua-
litativen Nachweises von 2-Phenyl-2-Propanol und
alkylierter Benzene; Anforderung konformitätsbe-
weisender Unterlagen
Silikon Eisformen
intensiver chemischer Geruch
fehlende Übereinstimmung mit Hilfsnorm (BfR-
Empfehlung XV Abschnitt III Nr. 5) aufgrund der
Überschreitung des Parameters „flüchtige organi-
sche Bestandteile“ und damit fehlender GMP für
Bedarfsgegenstände aus Silikon
Bordeaux 2010
säuerlicher, leicht stechender Geruch und Ge-
schmack
Aufgrund der sensorischen Eigenschaften von nicht
handelsüblicher Beschaffenheit; § 16 Abs. 1 WeinG
Überschreitung des zulässigen Höchstwertes an
flüchtiger Säure; Anhang I C Nr. 1c) VO (EG) Nr.
606/2009
Paprika-Mix
beim Öffnen der Packung übler chemischer Geruch
stark abweichend, faulig, verdorben, chemischer Ge-
ruch nicht feststellbar; Beurteilung als nicht sicher
nach Art.14 Abs. 2b der VO (EG) Nr. 178/2002
Kohlrabi
bei der Verarbeitung artfremder, essigartiger,
chemischer Geruch
Geruch abweichend in Richtung chemisch; Beurtei-
lung als nicht sicher nach Art.14 Abs. 2b der VO (EG)
Nr. 178/2002 178/2002
Kohlrabi
chemischer Geschmack + Geruch
Geruch stark abweichend in Richtung chemisch; Be-
urteilung als nicht sicher nach Art.14 Abs. 2b der VO
(EG) Nr. 178/2002
Kohlrabi
warenuntypischer Geruch in rohem und gegartem
Zustand; Erbrechen 6 h nach Verzehr in rohem
Zustand
Geruch deutlich abweichend, chemisch; Beurteilung
als nicht sicher nach Art.14 Abs. 2b der VO (EG) Nr.
178/2002
Paprika
nach dem Aufschneiden Geruch nach Nikotin
Geruch deutlich abweichend in Richtung Rauch,
brenzlig; Beurteilung als nicht sicher nach Art.14
Abs. 2b der VO (EG) Nr. 178/2002

│29
Probenbezeichnung
Beschwerdegrund
Beurteilung
Reis
Schädlingsbefall
Nachweis einer Mottenlarve im Reisgericht, Beur-
teilung als nicht sicher nach Art.14 Abs. 2b der VO
(EG) Nr. 178/2002
Mozza Risella
intensiver chemischer Geruch
chemischer Geruch nach Desinfektions- bzw. Lö-
sungsmittel. durch qualitative gaschromatographi-
sche Headspeace GCMS- und GCFID-Untersuchung
Ethanol, Aceton und Ethylacetat festgestellt; Beur-
teilung als nicht sicher nach Art.14 Abs. 2b der VO
(EG) Nr. 178/2002
Früchtetee mit Sanddorn-Mango-Aroma
Insekten- und Mottenbefall
Schädlingsbefall festgestellt; Beurteilung als nicht
sicher nach Art.14 Abs. 2b der VO (EG) Nr. 178/2002
Lebkuchen
Brechreiz nach Verzehr
Schimmelbefall; Beurteilung als nicht sicher nach
Art.14 Abs. 2b der VO (EG) Nr. 178/2002
Korn-Vital-Brötchen
Schädlingsbefall
Gespinst mit einer Exuvie einer Motte nachgewie-
sen; Beurteilung als nicht sicher nach Art.14 Abs. 2b
der VO (EG) Nr. 178/2002
Mandelstollen angeschnitten
(Endstück und Scheiben)
Schimmelbelag
Schimmelpilze und Hefen durch mikrobiologische
Untersuchung festgestellt; Beurteilung als nicht si-
cher nach Art.14 Abs. 2b der VO (EG) Nr. 178/2002
Bearbeiter: Claudia Schönfelder
LUA Chemnitz
Beschwerdenreport für Lebensmittel tierischer Her-
kunft (4. Quartal 2012)
Zahl der bearbeiteten Beschwerdeproben: 18
davon beanstandet: 5
Bezeichnung
Beanstandungsgründe
Beurteilung
Sensorik
Mikrobiologie
Sonstiges
Wiener
scharfkantige Hartplastikpar-
tikel bis zu 1cm Länge
gesundheitsschädlich
Hähnchenmägen
zahlreiche Mägen mit Fut-
terresten
für den Verzehr ungeeignet
Knochen vom Kassler
Geruch abfällig, unrein
Gesamtkeimzahl 5,8 x 10
7
KbE/g,
Pseudomonaden 3,0 x 10
7
KbE/g,
Milchsäurebakterien 1,3 x 10
7
KbE/g
für den Verzehr ungeeignet
Serrano Schinken
Geruch stark abfällig käsig,
unrein
für den Verzehr ungeeignet
geriebener Käse
Geschmack im Nachgang
bitter
wertgemindert
KbE: Koloniebildende Einheit
Bearbeiter: Annette Lohmann
LUA Chemnitz

image
image
30 │
Fachschulung zur Bienengesundheit an der Landes-
untersuchungsanstalt - Veranstaltung im Rahmen
eines länderübergreifenden Projektes
Die Bienenhaltung ist ein Erwerbszweig, der in erster Linie der
Honigerzeugung dient. Darüber hinaus erfüllen die Bienen durch
die Bestäubungsleistung eine wichtige Funktion im Obstbau,
aber auch im gesamten Naturhaushalt (Agrarbericht des SMUL).
Das sächsische Landwirtschaftsministerium fördert die Bienen-
haltung im Freistaat. Zur Bearbeitung wissenschaftlicher Fra-
gestellungen wird das Länderinstitut für Bienen (LIB) in Hohen
Neuendorf länderübergreifend durch Sachsen, Sachsen Anhalt,
Thüringen, Brandenburg und Berlin finanziert. Am LIB bildet
derzeit die Ursachenforschung zu den auch einer breiteren Öf-
fentlichkeit durch Beiträge in der Tagespresse bekannt geworde-
nen jährlichen Bienenverlusten einen besonderen Schwerpunkt.
Als Hauptursache für überdurchschnittliche Bienenverluste im
Herbst und Winter in Deutschland ist nach wie vor der Befall
der Bienenvölker mit der Varroamilbe anzusehen. Dieser Parasit
schädigt die Bienen, vor allem aber die Bienenbrut. Als weitere
Ursachen / Einflussfaktoren werden insbesondere in Imkerkrei-
sen u. a. die intensive Landwirtschaft und der Einsatz von Pflan-
zenschutzmitteln diskutiert.
In diesem Zusammenhang steht ein Projekt des LIB, die soge-
nannte „Multiplikatoren Schulung“. Es hat zum Ziel, Imker in
der Region als Referenten/Sachverständige auszubilden und so
die Erkenntnisse aus dem LIB in die Breite zu tragen. Die Erfah-
rungen haben gezeigt, dass das durchschnittliche Fachwissen
der Imker geringer ist, je weiter die Region vom zuständigen
Bieneninstitut entfernt ist. Je geringer das durchschnittliche
Fachwissen ist, desto höher sind die Bienenverluste. Im Rahmen
des Projektes wurden bereits verschiedene Schulungen durchge-
führt, zum Beispiel zur Varroa-Bekämpfung durch das LIB selber
und zur Bienenschutzverordnung durch das Julius Kühn Institut
in Berlin, das als Bundesinstitut für die Zulassung von Pflanzen-
schutzmitteln zuständig ist.
Im Rahmen der „Mulitplikatoren-Schulung“ fand am 23. und
24.11.2012 eine Schulungsveranstaltung an der Landesunter-
suchungsanstalt am Standort Leipzig mit dem Thema „Tierseu-
chenrecht, Tierseuchenbekämpfung, Labordiagnostik“ statt. Den
thematischen Schwerpunkt bildeten Vorträge zur Diagnostik,
Bekämpfung und Überwachung der Amerikanischen Faulbrut.
Die Teilnehmer kamen aus Berlin (6), aus Brandenburg (4), aus
Sachsen (13), aus Sachsen-Anhalt (3) und aus Thüringen (5).
Die Referenten waren Frau Dr. Großmann (VLA Stadt Leipzig),
DVM Thurau (LRA Altenburg), Frau Friedel (LÜVA Stadt Chem-
nitz), Dr. Koithan (LÜVA Bautzen), Dr. Hardt u. Kollegen (LUA).
Dr. Radtke (LIB) führte als zuständiger Projektleiter durch die
Veranstaltung (Abb. 1 u. 2).
Frau Dr. Großmann und Herr Thurau stellten die Bienenseu-
chenverordnung (Bienenseuchen-Verordnung in der Fassung
der Bekanntmachung vom 3. November 2004 (BGBl. I S. 2738),
geändert durch Artikel 10 der Verordnung vom 20. Dezember
2005 (BGBl. I S. 3499)) und die Arbeit des Amtstierarztes vor.
Der Schwerpunkt lag auf den Abschnitten II und III, den allge-
meinen Schutzmaßregeln und der amerikanischen Faulbrut. Die
Abschnitte IV bis VII über Milbenseuche, Varroamilbe, Tropila-
elapsmilbe und den kleinen Beutenkäfer sowie die Ordnungs-
widrigkeiten im Abschnitt VIII wurden nur kurz erwähnt.
Für eine wirkungsvolle Seuchenbekämpfung muss der Amtstier-
arzt den Standort der empfänglichen Tiere kennen. Deshalb
müssen Imker ihren Standort beim Veterinäramt registrieren
lassen (§1a). Die Daten werden in einem EDV Programm (LEVES-
SN) verwaltet. Über eine Geo-Referenzierung können im Fall des
Ausbruchs einer Bienenseuche schnell die betroffenen Imker er-
mittelt und informiert werden.
Der Amtstierarzt kann für ein bestimmtes Gebiet die Untersu-
chung auf Bienenseuchen anordnen (§3). Dabei muss der Imker
die erforderliche Hilfe leisten (§4).
Nach § 5 Bienenseuchenverordnung wird eine Bescheinigung
des Veterinäramtes benötigt, wenn man Bienenvölker an einen
anderen Standort verbringt. Unter den Teilnehmern wurde inten-
siv über die Bezeichnung dieser Bescheinigung diskutiert. Es war
strittig, ob sie als „Gesundheitsbescheinigung“ oder „Seuchen-
freiheitsbescheinigung“ bezeichnet werden soll. Hintergrund ist,
dass einige Untersuchungseinrichtungen je nach Bezeichnung
unterschiedliche Gebühren erheben, weil eine Gesundheitsbe-
scheinigung mehr Krankheiten und damit einen größeren Unter-
Abbildung 1:
Projektleiter Dr. Radtke, LIB Hohen Neuendorf
Abbildung 2:
Teilnehmer der Multiplikatorenschulung

image
image
image
│31
suchungsumfang umfasst. An der Landesuntersuchungsanstalt
in Sachsen wird, wenn nicht ausdrücklich etwas anderes ge-
wünscht wird, auf Amerikanische Faulbrut untersucht.
Die Maßnahmen zur Überwachung und Bekämpfung der Ame-
rikanischen Faulbrut nahmen im Verlauf der Veranstaltung den
größten Raum ein. Die amerikanische Faulbrut ist eine anzeige-
pflichtige Tierseuche. Sie wird durch das sporenbildende Bak-
terium Paenibacillus larvae verursacht. Die Sporen sind sehr
widerstandsfähig und können jahrzehntelang in der Umwelt
überleben. Honig aus dem Handel, vor allem importierter Ho-
nig, kann mit Sporen kontaminiert sein. Die Verfütterung kon-
taminierten Honigs, die Räuberei bei erkrankten Völkern oder
in kontaminierten, verlassenen Bienenkästen sind wichtige In-
fektionsquellen. Nicht besetzte Bienenkästen müssen deshalb
verschlossen werden (§ 6). Die Bienenlarven nehmen die Sporen
mit dem Futtersaft auf. Infizierte Larven sterben im Verlauf der
Infektion ab.
Die Tierseuche wird in Sachsen regelmäßig amtlich festgestellt
(Tab. 1). Dabei fällt auf, dass meistens mehrere Ausbrüche auf
einen Ort konzentriert sind. Das ist ein Indiz dafür, dass die Seu-
che erst erkannt wird, wenn sie sich bereits ausgebreitet hat.
Daraus ist zu schließen, dass die Imker die Krankheit zu spät
erkennen. Es besteht offensichtlich weiterer Schulungsbedarf
auf diesem Gebiet.
Tabelle 1: Amerikanische Faulbrut - amtliche Feststellun-
gen in Sachsen (Quelle: TSN)
Jahr
2006
2007
2008
2009
2010
2011
2012
Amtliche
Feststellung
12
5
4
8
18
15
7
Wenn die amerikanische Faulbrut auf einem Bienenstand fest-
gestellt wird, wird der Bienenstand gesperrt (§ 8). Honig darf
für den menschlichen Verzehr gewonnen werden, er darf aber
nicht an Bienen verfüttert werden. Der Amtstierarzt ordnet die
Sanierung für den infizierten Bienenstand an. Erkrankte Völker
können getötet oder mittels Kunstschwarmverfahrens saniert
werden. Für verdächtige Völker kann die Kunstschwarmsanie-
rung angeordnet werden (§ 9).
Das Sanierungsverfahren und Maßnahmen zur Desinfektion
nach Ausbruch der Amerikanischen Faulbrut wurden von Frau
Friedel in einem Vortrag mit zahlreichen Bildern zur praktischen
Erläuterung vorgestellt. Im Umkreis um den betroffenen Bienen-
stand wird ein Sperrbezirk eingerichtet (§ 10). Alle Bienenvöl-
ker im Sperrbezirk müssen auf Faulbrut untersucht werden. Der
Amtstierarzt bzw. der Bienenseuchensachverständige des Vete-
rinäramtes führt die klinische Untersuchung durch. Die Labordi-
agnostik erfolgt an der Landesuntersuchungsanstalt. Wenn die
Nachuntersuchungen nach frühestens 2 Monaten mit negativen
Ergebnissen abgeschlossen sind, kann der Sperrbezirk wieder
aufgehoben werden.
Da die Sporen in der Umwelt sehr widerstandsfähig sind, muss
die Desinfektion mit besonderer Sorgfalt erfolgen. Bienenge-
müll, Trester vom Wabenschmelzen, unbrauchbare Rähmchen,
erkrankte Brut und andere brennbare Kleinteile werden am si-
chersten durch Verbrennen beseitigt. Honigwaben dürfen ge-
schleudert werden.
Das Wachs muss verbrannt oder eingeschmolzen (Abb. 3) und
hitzesterilisiert werden, zum Beispiel durch Autoklavieren bei
121°C oder Erhitzen im Ölbad bei 160°C für mindestens 30 min.
Bienenkästen aus Holz können durch Abflammen desinfiziert
werden. Wenn sich das Holz schwarz verfärbt, ist die Hitzeein-
wirkung ausreichend (Abb. 4).
Abbildung 3:
Einschmelzen von Waben im Dampfwachsschmelzer
(Quelle: Frau Friedel)
Abbildung 4:
Dekontamination eines Bienenkastens durch Abflammen
(Quelle Frau Friedel)
Abbildung 5:
Chemische Rähmchendesinfektion (Quelle Frau Friedel)

image
image
image
32 │
Bienenkästen aus Kunststoff, Absperrgitter, Rähmchen und
andere Kleinteile können in siedender 3 bis 5-prozentiger Na-
tronlauge desinfiziert werden, dabei ist auf ausreichenden Ar-
beitsschutz zu achten. Eine Schutzbrille, Schutzhandschuhe,
Gummistiefel und Schürze oder Overall sind notwendig (Abb. 5).
Die Labordiagnostik erfolgt in der Landesuntersuchungsanstalt.
Die Methode ist in der amtlichen Methodensammlung nach § 4
Abs. 3 des Tierseuchengesetzes niedergeschrieben.
Dr. Koithan vom Landratsamt Bautzen stellte in seinem Be-
richt eine Umfrage zu Bienenvölkerverlusten nach den Wintern
2010/2011 und 2011/2012 unter Imkern im Landkreis Bautzen
vor. Er hatte 2011 insgesamt 116 und 2012 wiederum 105 Im-
ker befragt. Die Mehrzahl der Imker mit Bienenverlusten führten
diese auf den Befall mit der Varroamilbe zurück. (Abb. 6).
Die Winterverluste im Landkreis Bautzen betrugen 14,89 %
(2011) bzw. 21,77 % (2012), die Verluste bei Ablegern waren
höher als bei Wirtschaftsvölkern. Damit sind, im Vergleich zu
den Imkern, die am „Deutschen Bienen Monitoring“ teilnehmen,
die Verlustraten insgesamt höher. Als Grund hierfür wird die hö-
here Professionalität der „Monitoringimker“ angenommen. Bei
der Auswertung der von den Imkern im Landkreis Bautzen ein-
gesetzten Maßnahmen zur Bekämpfung der Varroamilbe kommt
Herr Koithan zu dem Schluss, „dass nicht die Anzahl der verwen-
deten Therapeutika entscheidend für den Erfolg ist, sondern das
Augenmaß, mit dem die angewendeten Mittel eingesetzt wer-
den.“ Ein Zusammenhang zwischen dem Alter des Imkers oder
der Dauer der Bienenhaltung und den Bienenverlusten ließ sich
nicht nachweisen. Familien mit mehreren mithelfenden Fami-
lienmitgliedern waren erfolgreichere Imker, als alleinstehende
Imker oder solche mit arbeitsbedingter oder krankheitsbedingter
Abwesenheit. Es zeigt sich also ein deutlicher Zusammenhang
zwischen Betreuungsintensität und Bienengesundheit. Die Stu-
die zeigt auf, dass zur Vermeidung von Winterverlusten weiter-
hin auf regionaler Ebene bei Imkern ein hoher Schulungs- und
Informationsbedarf besteht. Details und weitere Ergebnisse der
Studie sind in der Zeitschrift „Amtsärztlicher Dienst und Lebens-
mittelkontrolle“, Ausgabe 3/2012, veröffentlicht.
Die Labordiagnostik ausgewählter Bienenkrankheiten (Varroa,
Amerikanische Faulbrut, Nosema Abb. 7) wurde den Teilneh-
mern der Veranstaltung durch Dr. Hardt erläutert und bei den
nachfolgenden praktischen Demonstrationen im Labor vertieft.
Abbildung 6:
Varroamilbe (von links nach rechts) – mikroskopische Aufnahme; Nachweis auf der Brut; Nachweis auf Bienen.
Abbildung 7:
Nosema (von links nach rechts) - Bienen mit Durchfall, gesunder Darmtrakt, Nosema im Darmepithel.
Abbildung 8:
Amerikanische Faulbrut (von links nach rechts) - fadenziehende Masse, Schorf, Bakterienkolonien

│33
Den Schulungsteilnehmern wurde Probenmaterial mit den typi-
schen Veränderungen, die Arbeitsschritte zum Nachweis der Er-
reger und die entsprechenden Präparate (z. B. typische Kolonien
auf der Nährbodenplatte) demonstriert (Abb. 8).
Bei einem Laborrundgang bot sich die Gelegenheit, die übrigen
Bereiche der Veterinärmedizinischen Diagnostik der LUA am
Standort Leipzig zu besichtigen. Die Teilnehmer würdigten das
breite diagnostische Spektrum sowie die Kompetenz und das
Engagement der Mitarbeiter der LUA.
Zum Abschluss besuchten die Teilnehmer das Naturkundemuse-
um der Stadt Leipzig. Der Museumsdirektor Professor Schlatter
führte die Teilnehmer durch die derzeit für die Öffentlichkeit
nicht zugängliche Sammlung. Die nächste Veranstaltung des
Projektes wird in Brandenburg stattfinden.
Bearbeiter: Dr. Michael Hardt
LUA Leipzig
BSE - Untersuchungen 4. Quartal 2012
Tierart
TKBA / ZNS / Kohorte *
Lebensmittel
Notschlachtung
Gesamt
Rind
1.965
278
66
2.309
Schaf
86
371
0
457
Wasserbüffel
1
0
0
1
Yak
0
1
0
1
Ziege
23
129
0
152
Gesamt
2.075
779
66
2.920
* Tierkörperbeseitigung, ZNS-Störungen, Kohortenschlachtungen
Tollwutuntersuchungen 4. Quartal 2012
Dresden
Leipzig
Chemnitz
Sachsen
Gesamtzahl der Proben
10
34
16
60
davon ungeeignet:
1
1
0
2
negativ:
9
33
16
58
positiv:
0
0
0
0
Bearbeiter: FG 6.4
LUA Leipzig

34 │
Salmonellenberichterstattung im Freistaat
Sachsen - 4. Quartal 2012
Tabelle 1: Untersuchungen und Nachweise im Überblick
Untersuchungen
untersuchte Anzahl
Salmonellennachweise
Serotypen
(geordnet nach Nachweishäufigkeit)
Kotproben
1.996
18
S. Typhimurium; S. Typhimurium var. Cop.;
S. enterica ssp. IIIb; S. Newport; S. enterica ssp. IIIa;
S. Infantis; S. Serogr. C3; S. sp.; S. Enteritidis
Sektionsmaterial
596
0
Untersuchung nach Hühner-Salmonellen-
VO
0
0
Umgebungstupfer
151
2
S. sp.
Futtermittel
35
3
S. sp.
Bakteriologische Fleischuntersuchungen
16
0
Lebensmittel tierischer Herkunft
1.793
11
S. Serogruppe B; S. Serogruppe C1; S. Enteritidis; S. Indiana;
S.
sp.;
S. Saint Paul 0:5-; S. Typhimurium; S. Derby; S.; S.
Infantis
Lebensmittel nichttierischer Herkunft
753
0
Hygienekontrolltupfer - Lebensmittel
4.094
2
S. sp.
Kosmetische Mittel
32
0
Bedarfsgegenstände
1
0
Tabelle 2: Salmonellennachweise aus Kotproben und Sektionen
Tierart
Landesdirektion Sachsen,
Bereich ehemalige LD Chemnitz
Landesdirektion Sachsen,
Bereich ehemalige LD Dresden
Landesdirektion Sachsen,
Bereich ehemalige LD Leipzig
Kot
Sektionen
Kot
Sektionen
Kot
Sektionen
Proben
1
Salm.-
Nw
2
Proben
Salm.-
Nw
Proben
Salm.-
Nw
Proben
Salm.-
Nw
Proben
Salm.-
Nw
Proben
Salm.-
Nw
Rind
469
0
41
0
47
0
25
0
899
0
11
0
Schwein
18
0
31
0
36
0
76
0
30
3
39
0
Schaf
0
0
7
0
0
0
9
0
7
2
2
0
Ziege
0
0
1
0
1
0
1
0
1
0
0
0
Pferd
11
0
4
0
15
0
2
0
10
0
0
0
Huhn
0
0
11
0
8
0
11
0
0
0
3
0
Taube
1
0
9
0
39
4
12
0
3
0
9
0
Gans
0
0
2
0
0
0
1
0
0
0
2
0
Ente
0
0
5
0
2
0
1
0
2
0
1
0
Pute
0
0
1
0
0
0
6
0
0
0
43
0
Hund/Katze
24
0
3
0
145
2
23
0
109
2
8
0
sonstige Tierarten
13
0
84
0
57
2
84
0
49
3
28
0
Summe
536
0
199
0
350
8
251
0
1.110
10
146
0
1
= Anzahl der untersuchten Proben
2
= Anzahl der Salmonellennachweise

│35
Tabelle 3: Regionale Zuordnung der Salmonellenfunde
Landesdirektion/Kreis
Tier- / Probenart
Nachgewiesene Serotypen
Anzahl
Serotyp
Landesdirektion Sachsen, Bereich ehemalige LD Dresden
Bautzen
Hund/Katze/Kot
2
S. Typhimurium
Dresden, Stadt
sonstige Tierarten/Kot
1
S. Newport
Dresden, Stadt
sonstige Tierarten/Kot
1
S. sp.
Görlitz
Taube/Kot
3
S. Typhimurium
Meißen
Taube/Kot
1
S. Typhimurium
Landesdirektion Sachsen, Bereich ehemalige LD Leipzig
Leipzig, Stadt
Hund/Katze/Kot
1
S. Typhimurium
Leipzig, Stadt
Schaf/Kot
1
S. enterica ssp. IIIb
Leipzig, Stadt
sonstige Tierarten/Kot
1
S. enterica ssp. IIIa
Leipzig, Stadt
sonstige Tierarten/Kot
1
S. enterica ssp. IIIb
Leipzig, Stadt
sonstige Tierarten/Kot
1
S. Enteritidis
Leipzig, Stadt
sonstige Tierarten/Kot
1
S. Serogr. C3
Nordsachsen
Hund/Katze/Kot
1
S. Infantis
Nordsachsen
Schaf/Kot
1
S. enterica ssp. IIIb
Nordsachsen
Schwein/Kot
3
S. Typhimurium var. Cop.
Tabelle 4: Salmonellennachweise
Warengruppe
Gesamtproben
davon Planproben
davon Verdachtsproben
davon Beschwerdeproben
Anzahl
Salm.-Nw.
*
Anzahl
Salm.-Nw.
Anzahl
Salm.-Nw.
Anzahl
Salm.-Nw.
Milch, Milchprodukte, Käse u. Butter
268
0
249
0
11
0
7
0
Eier u. Eiprodukte
98
0
98
0
0
0
0
0
Fleisch warmblütiger Tiere, auch
tiefgefroren
370
5
319
5
5
0
0
0
Fleischerzeugnisse warmblütiger Tiere
(außer Wurstwaren)
465
4
447
4
14
0
2
0
Wurstwaren
366
2
362
2
4
0
0
0
Fisch- und Erzeugnisse
194
0
189
0
2
0
2
0
Krusten-, Schalen-, Weichtiere, sonst.
Tiere u. Erzeugnisse daraus
32
0
30
0
1
0
1
0
Fette, Öle, Margarine
6
0
6
0
0
0
0
0
Getreide, -produkte, Brot, Teig- und
Backwaren
150
0
140
0
9
0
1
0
Mayonnaisen, emul. Soßen, kalte
Fertigsoßen u. Feinkostsalate
158
0
145
0
12
0
1
0
Puddinge, Desserts und Cremespeisen
16
0
15
0
1
0
0
0
Speiseeis u. -halberzeugnisse
147
0
138
0
9
0
0
0
Säuglings- u. Kleinkindernahrung
1
0
1
0
0
0
0
0
Diätetische Lebensmittel, Nährstoff-
konzentrate und Ergänzungsnahrung
0
0
0
0
0
0
0
0
Obst, Gemüse und -zubebereitungen
50
0
36
0
9
0
0
0
Getränke, inkl. Tafel- u. Trinkwasser,
Spirituosen und Bier
10
0
3
0
0
0
0
0
Gewürze, Würzmittel und Zusatz-
stoffe
17
0
15
0
0
0
1
0
Zucker, Süß- u. Schokoladen-waren,
Honig, Konfitüre, Kaffee, Kakao, Tee
3
0
3
0
0
0
0
0
Fertiggerichte, zubereitete Speisen,
Suppen und Soßen
195
0
140
0
52
0
2
0
Kosmetika
32
0
31
0
1
0
0
0
Bedarfsgegenstände ohne Kosmetika
1
0
0
0
1
0
0
0
Gesamt
2.580
11
2.367
11
131
0
18
0
* Salmonellennachweis

36 │
Tabelle 5: Regionale Zuordnung der Salmonellenfunde
Landesdirektion/Kreis
Eingangsdatum
Probenart
Nachgewiesene Serotypen
Anzahl
Serotyp
Landesdirektion Sachsen, Bereich ehemalige LD Chemnitz
Erzgebirgskreis
23.11.2012
Deutsches Suppenhuhn
1
S. Indiana
Chemnitz, Stadt
07.11.2012
Drehspieß mit Puten- u. Rindfleisch, tiefgefroren mit fein-
zerkleinerten brätartigen Anteil
2
S. Saint Paul 0:5-
Chemnitz, Stadt
04.12.2012
Grobe Bratwurst vom Schwein
1
S. sp.
Landesdirektion Sachsen, Bereich ehemalige LD Dresden
Meißen
08.11.2012
Schweineschulter schier
2
S. Serogruppe C1
Görlitz
17.12.2012
Schweinefleischknacker
2
S. Serogruppe B
Dresden, Stadt
08.10.2012
Schaschlyk vom Schwein, gesteckt mit Zwiebel und Leber
1
S. Serogruppe C1
Bautzen
08.11.2012
Schaschlyk
1
S. Derby
Landesdirektion Sachsen, Bereich ehemalige LD Leipzig
Leipzig, Stadt
17.10.2012
Wildschweinrollbraten
1
S. Enteritidis
Leipzig, Stadt
17.10.2012
Wildschweinrollbraten
1
S. Infantis
Leipzig, Stadt
12.11.2012
Thüringer Rostbratwurst
2
S. Serogruppe B
Leipzig, Stadt
28.11.2012
Hähnchen Leber
1
S.
sp.
Nordsachsen
12.10.2012
Schweinebraten aus der Keule
1
S. Typhimurium
Tabelle 6: Häufigkeit der nachgewiesenen Salmonellenserotypen (Anzahl)
Serotypen
Veterinärmedizinische
Diagnostik
Futtermittel
Lebensmittel /
Bedarfsgegenstände
BU
Hygienekontrolltupfer
(Lebensmittel)
7
2
6
5
2
2
1
2
3
3
1
2
3
2
2
2
1
1
1
S. Typhimurium
S. Serogruppe B
S. Serogruppe C1
S. sp.
S. Enteritidis
S. enterica ssp. IIIb
S. Saint Paul 0:5-
S. Infantis
S. Typhimurium var. Cop.
S. Derby
S. Indiana
S.
sp.
S. Serogr. C3
S. enterica ssp. IIIa
S. sp.
S. Newport
1
Bearbeiter: FG 6.4
LUA Leipzig

image
Herausgeber:
Landesuntersuchungsanstalt für das Gesundheits- und Veterinärwesen
Sachsen Jägerstr. 8/10, 01099
Dresden
Redaktion:
Dr. Hermann Nieper, LUA Sachsen, Standort Leipzig, Bahnhofstraße 58/60 , 04158 Leipzig
Tel.: 0351/8144 4100
Gestaltung und Satz:
FG 4.2, LUA Sachsen, Standort Chemnitz, Zschopauer Str. 87, 09111 Chemnitz,
Tel.: 0351/8144 3206 Fax: 0351/8144 3920
Druck:
ALINEA Digitaldruck GmbH, Königsbrücker Str. 96, 01099 Dresden, Tel.: 0351 / 646400
Redaktionsschluss:
15. Februar 2013
Bezug:
Dieses offizielle Mitteilungsblatt der Landesuntersuchungsanstalt für das Gesundheits- und Veterinärwesen
des Freistaates Sachsen kann kostenfrei im Internet abgerufen werden:
www.lua.sachsen.de