„Zuwanderung und Integration
gut gestalten – Zusammenhalt leben“
Zuwanderungs- und Integrationskon-
zept II des Freistaates Sachsen
Umsetzungsplan für einen weltoffenen und zukunftsorientierten
Freistaat Sachsen
Sächsisches Staatsministerium
für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt
Stand: 30. März 2021

2 |
Inhaltsverzeichnis
1
Tabellenverzeichnis ............................................................................................... 3
2
Einleitung ............................................................................................................... 7
3
Gleichberechtigte gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit
Migrationshintergrund: Ziele und Maßnahmen ...................................................... 8
3.1
Sprache und Verständigung .................................................................................. 8
3.1.1
Sprache ................................................................................................................. 8
3.1.2
Verständigung ...................................................................................................... 12
3.2
Frühkindliche und schulische Bildung .................................................................. 12
3.3
Nachholende Bildung ........................................................................................... 17
3.4
Hochschulbildung/Wissenschaft .......................................................................... 17
3.5
Aus- und Weiterbildung/Arbeit ............................................................................. 20
3.6
Wohnen/Wohnumfeld .......................................................................................... 32
3.7
Gesundheit und Pflege ........................................................................................ 35
3.8
Gleichstellung von Frau und Mann ...................................................................... 40
3.9
Gewaltschutz ....................................................................................................... 41
3.10
Antidiskriminierungspolitik ................................................................................... 42
3.11
Interkulturelle Öffnung – »Charta der Vielfalt« ..................................................... 43
4
Gesellschaftlicher Zusammenhalt: Ziele und Maßnahmen .................................. 48
4.1
Die Zufriedenheit mit der Demokratie stärken und zur aktiven Mitwirkung
anregen ................................................................................................................ 49
4.2
Für gegenseitigen Respekt und Offenheit gegenüber kultureller Vielfalt
werben ................................................................................................................. 58
4.3
Staatliche Maßnahmen zur Gewährleistung der Sicherheit und Prävention
gegen Extremismus fortsetzen ............................................................................ 66
5
Umsetzung des ZIK II: Strategisches Integrationsmanagement, Forschung
und Monitoring ..................................................................................................... 72
6
Abkürzungsverzeichnis ........................................................................................ 78

| 3
1
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Ziel 1: Schneller Zugang zu Sprachkursen und/oder Integrationskursen
entsprechend dem jeweiligen Sprachniveau ............................................................................ 9
Tabelle 2: Ziel 2: Landesprachkurse für Personen mit Migrationshintergrund, die über
keinen Zugang zu bundesfinanzierten Deutschkursen/Sprachkursen verfügen und in
sächsischen Kommunen leben .............................................................................................. 10
Tabelle 3: Ziel 3: Den selbstständigen, anwendungsorientierten Spracherwerb
unterstützen. ........................................................................................................................... 11
Tabelle 4: Ziel: Eine gute Sprachmittlung in lebensrelevanten Situationen ermöglichen....... 12
Tabelle 5: Unterziel 1: Chancengerechte Teilhabe an frühkindlicher Bildung........................ 13
Tabelle 6: Unterziel 2: Chancengerechte Teilhabe an schulischer Bildung ........................... 15
Tabelle 7: Dringende Maßnahmen zur Herstellung von Ausbildungsreife –
»Nachholende Bildung« ......................................................................................................... 17
Tabelle 8: Ziel 1: Hochschulen als Orte gelebter Internationalität .......................................... 18
Tabelle 9: Ziel 2: Hochschulen attraktiv machen für ausländische Studieninteressierte
und Wissenschaftler ............................................................................................................... 18
Tabelle 10: Ziel 3: Zugangshürden an Hochschulen für ausländische Studierende
abbauen, Studienerfolge verbessern ..................................................................................... 18
Tabelle 11: Ziel 4: Gute Vorbereitung von Absolventen auf den sächsischen
Arbeitsmarkt ........................................................................................................................... 19
Tabelle 12: Ziel 5: Vorhandenes akademisches Potenzial bei der Gruppe der
Flüchtlinge erschließen .......................................................................................................... 19
Tabelle 13: Unterziel 1: Sich dafür einsetzen, dass die Regelungen und Verfahren zur
Erteilung von Aufenthaltstiteln zum Zweck der Ausbildung und Erwerbstätigkeit
beziehungsweise von Beschäftigungserlaubnissen den Beteiligten, aufbauend auf den
vorhandenen Angeboten, verständlicher gemacht werden.................................................... 20
Tabelle 14: Unterziel 2: Prüfen, welche arbeitsmarktpolitischen Bedarfe und
Möglichkeiten es für eine weitere Öffnung der Zuwanderungsmöglichkeiten für
ausländische Fachkräfte und Nachwuchskräfte (Auszubildende, Studierende) und
Unternehmerinnen und Unternehmer gibt und wie diese genutzt werden können................ 21
Tabelle 15: Unterziel 3: Die sächsischen Arbeitgeber darin bestärken, gute
Arbeitsbedingungen und faire Entlohnung im Sinne von »Gute Arbeit für Sachsen« zu
bieten, um so ihre Attraktivität für Fachkräfte aus dem In- und Ausland zu steigern............. 22
Tabelle 16: Unterziel 4: Sich dafür einsetzen, dass ausländische Arbeitnehmer,
insbesondere aus anderen EU-Staaten, vor Ungleichbehandlung aus Gründen der
Staatsangehörigkeit geschützt und einheimische Arbeitnehmer und Arbeitgeber vor
unfairem Wettbewerb bewahrt werden. .................................................................................. 23
Tabelle 17: Unterziel 5: Für den Standort Sachsen um Fach- und Nachwuchskräfte
werben. ................................................................................................................................... 23
Tabelle 18: Unterziel 6: Menschen mit Migrationshintergrund bedarfs- und
zielgruppenorientiert Information, Beratung und Orientierung bieten (insbesondere zu
Arbeits- und Lebensbedingungen, Ausbildungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten
sowie Unterstützungsangeboten) ........................................................................................... 24

4 |
Tabelle 19: Unterziel 7: Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) bei der Gewinnung
und Integration ausländischer Fach- und Nachwuchskräfte unterstützen. ............................. 26
Tabelle 20: Unterziel 8: Sich dafür einsetzen, dass die Qualifikationen und
Kompetenzen von nach Sachsen kommenden Zuwanderern frühzeitig erfasst, geprüft
und anerkannt werden. ........................................................................................................... 27
Tabelle 21: Unterziel 9: Darauf hinwirken, dass ausreichend Angebote zur
Qualifizierung und beruflichen Weiterbildung für Zugewanderte mit entsprechendem
Unterstützungsbedarf vorgehalten werden............................................................................ 28
Tabelle 22: Unterziel 10: Jüngere Menschen mit Migrationshintergrund ohne
abgeschlossene Berufsausbildung bei der Aufnahme und dem erfolgreichen Abschluss
einer Berufsausbildung unterstützen...................................................................................... 29
Tabelle 23: Unterziel 11: Dafür werben, dass sich Unternehmen stärker für die
Ausbildung und Beschäftigung von Menschen mit Migrationshintergrund öffnen.................. 30
Tabelle 24: Unterziel 12: Die Zusammenarbeit und Vernetzung der für die
Fachkräftegewinnung und Arbeitsmarktintegration relevanten Akteure weiter stärken......... 31
Tabelle 25: Ziel 1: Sich für eine gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit
Migrationshintergrund am Wohnungsmarkt einzusetzen und Städte und Gemeinden
entsprechend zu unterstützen – insbesondere ausreichendes Wohnungsangebot in
engen Wohnungsmärkten ...................................................................................................... 32
Tabelle 26: Ziel 2: Auf sozial und ethnisch ausgewogene Bewohnerstrukturen in einem
gut gestalteten Wohnumfeld hinwirken.................................................................................. 33
Tabelle 27: Ziel 3: Gute Bedingungen für die zentrale und dezentrale Unterbringung
von Flüchtlingen sicherstellen................................................................................................ 35
Tabelle 28: Ziel 1: Qualitativ hochwertige und kultursensible gesundheitliche
Versorgung – Unterziel 1: Zielgruppenspezifische Informations- und
Beratungsangebote zur Gesundheitsversorgung in Deutschland .......................................... 35
Tabelle 29: Ziel 1: Qualitativ hochwertige und kultursensible gesundheitliche
Versorgung –Unterziel 2: Interkulturelle Aus- und Weiterbildungsangebote .......................... 37
Tabelle 30: Ziel 1: Qualitativ hochwertige und kultursensible Gesundheitsversorgung –
Unterziel 3: Medizinische und psychiatrische Versorgung von Flüchtlingen .......................... 38
Tabelle 31: Ziel 2: Zusammenarbeit der Akteure im Gesundheitswesen unterstützen
(Vernetzung). .......................................................................................................................... 39
Tabelle 32: Ziel 2: Zusammenarbeit der Akteure im Gesundheitswesen unterstützen
(Vernetzung). Unterziel: Medizinische Fachkräfte gewinnen................................................. 39
Tabelle 33: Ziel: Aufklärungs-, Sensibilisierungs- und Beratungsarbeit für beide
Geschlechter – Unterziel 1: zu differierenden geschlechtsspezifischen Rollen- und
Rechtsvorstellungen............................................................................................................... 40
Tabelle 34: Ziel: Aufklärungs-, Sensibilisierungs- und Beratungsarbeit für beide
Geschlechter – Unterziel 2: zu Gleichberechtigung und Selbstbestimmungsrecht der
Frau; Unterstützung der gleichberechtigten Teilhabe von Frauen mit
Migrationshintergrund. ............................................................................................................ 40
Tabelle 35: Ziel 1: Schutz von Frauen mit Migrationshintergrund (gegebenenfalls
Männer mit Migrationshintergrund) und ihren Kindern........................................................... 41
Tabelle 36: Ziel 2: Schutz von LSBTTIQ-Geflüchteten in Fällen von häuslicher,
sexueller und hassmotivierter Gewalt. ................................................................................... 42

| 5
Tabelle 37: Ziel: Diskriminierungen bekämpfen, Vielfalt fördern – Unterziel 1:
Antidiskriminierungs- und Vielfaltsstrategie des Freistaates Sachsen umsetzen.................. 42
Tabelle 38: Ziel: Diskriminierungen bekämpfen, Vielfalt fördern – Unterziel 2:
Landesaktionsplan Vielfalt umsetzen..................................................................................... 43
Tabelle 39: Ziel 1: Veränderungsprozesse in Verwaltung konstruktiv gestalten –
Unterziel 1: Beitritt zur Charta der Vielfalt. ............................................................................. 43
Tabelle 40: Ziel 1: Veränderungsprozesse in Verwaltung konstruktiv gestalten –
Unterziel 2: Leitbild entwickeln und Organisationsentwicklung mit Blick auf Vielfalt
fördern .................................................................................................................................... 44
Tabelle 41: Ziel 1: Veränderungsprozesse in Verwaltung konstruktiv gestalten –
Unterziel 3: Personalprozesse gestalten und diskriminierungsfreien Arbeitsplatz
gewährleisten ......................................................................................................................... 45
Tabelle 42: Ziel 1: Veränderungsprozesse in Verwaltung konstruktiv gestalten –
Unterziel 4: Interkulturelle Aus- und Fortbildung fördern ........................................................ 45
Tabelle 43: Ziel 1: Veränderungsprozesse in Verwaltung konstruktiv gestalten –
Unterziel 5: Umsetzung transparent gestalten ....................................................................... 46
Tabelle 44: Ziel 2: Unterstützung von Wirtschaft und Zivilgesellschaft .................................. 46
Tabelle 45: Ziel 1: Zivilcourage und Demokratiebewusstsein stärken ................................... 49
Tabelle 46: Ziel 2: Konstruktive Konflikt- und Mitwirkungskultur fördern ................................ 54
Tabelle 47: Ziel 3: Politisches Engagement fördern ............................................................... 54
Tabelle 48: Ziel 4: Freiwilliges gesellschaftliches Engagement stärken – Unterziel 1:
Allgemeine Förderung des Ehrenamtes ................................................................................. 56
Tabelle 49: Ziel 4: Freiwilliges gesellschaftliches Engagement stärken – Unterziel 2:
Ehrenamt mit Fokus auf Menschen mit Migrationshintergrund .............................................. 57
Tabelle 50: Ziel 1: Alltagsorientierung von Menschen mit Migrationshintergrund
verbessern – Unterziel 1: Bereitstellung aufeinander abgestimmter, mehrsprachiger
Informations- und Bildungsangebote ...................................................................................... 58
Tabelle 51: Ziel 2: Begegnungen, Dialog und interkulturelles Verständnis fördern –
Unterziel 1: Direkte Begegnungen und Dialog zum Abbau von Vorurteilen und
Fremdenfeindlichkeit. ............................................................................................................. 60
Tabelle 52: Ziel 2: Begegnungen, Dialog und interkulturelles Verständnis fördern –
Unterziel 2: Interkulturelles Verständnis fördern.................................................................... 63
Tabelle 53: Ziel 3: Akzeptanz von Menschen mit Migrationshintergrund durch
sachgerechte Information stärken.......................................................................................... 65
Tabelle 54: Ziel 2: Gewährleistung der Sicherheit von Menschen mit
Migrationshintergrund* (siehe Ausführungen ZIK II) .............................................................. 66
Tabelle 55: Ziel 3: Extremismusprävention ............................................................................ 67
Tabelle 56: Ziel 1: Transparenz der verfügbaren Daten aus dem Integrationsbereich .......... 72
Tabelle 57: Ziel 2: Erfolgskontrolle der Maßnahmen des ZIK II. ............................................ 73
Tabelle 58: Ziel 3: Wissenschaft und Forschung ................................................................... 73
Tabelle 59: Ziel 4: Wirkungscontrolling von Fördermaßnahmen ............................................ 74
Tabelle 60: Ziel 5: Aufbau Integrationsberichtserstattung/-monitoring für Sachsen ............... 75

6 |
Tabelle 61: Ziel 6: Vernetzung der Akteure ............................................................................ 77
Tabelle 62: Ziel 7: Unterstützung der Kommunen zu eigenen Integrationsmanagement ...... 77

| 7
2
Einleitung
Das neue Zuwanderungs- und Integrationskonzept für den Freistaat Sachsen, kurz »ZIK II«,
wurde am 24. April 2018 gemeinsam mit einem Umsetzungsplan von der Sächsischen Staats-
regierung verabschiedet. Es ist in einer Langfassung und einer Kurzfassung erhältlich. Der
Umsetzungsplan ist ausschließlich online auf der Webseite
»www.zik.sachsen.de«
zugäng-
lich.
Das ZIK II und der Umsetzungsplan wurden auf der Grundlage eines breiten Beteiligungsver-
fahrens durch eine interministerielle Arbeitsgruppe, IMAG ZIK II, unter Federführung des Säch-
sischen Staatsministerium für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt erstellt. Erfolge
bei der Integration sollen gemessen und dargestellt werden. Daher benennt das ZIK II die
Ziele, Maßnahmen und Akteure in verschiedenen Handlungsfeldern. Es enthält konkrete Vor-
gaben für ein Integrationsmanagement. Die Zielstellungen werden fortlaufend kontrolliert.
Dadurch können Sie stets neu angepasst werden – zum Beispiel auf geänderte Lebensum-
stände hin, bezugnehmend auf Monitoringergebnisse oder im Rahmen gesellschaftlicher Dis-
kussionen.
Der vorliegende Umsetzungsplan konkretisiert und gestaltet die drei mit Zielen und beispiel-
haften Maßnahmen unterlegten Hauptgliederungspunkte des ZIK II:
3
Gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Migrationshintergrund: Ziele und
Maßnahmen
4
Gesellschaftlicher Zusammenhalt: Ziele und Maßnahmen
5
Umsetzung des ZIK II: Strategisches Integrationsmanagement, Forschung und
Monitoring
Ziele und Maßnahmen werden tabellarisch nach den Hauptgliederungspunkten drei bis fünf
des ZIK II aufgeführt und detailliert beschrieben. Dabei ist der allgemeine Aufbau der Tabelle
wie folgt:
Hauptgliederungspunkt
gegebenenfalls Handlungsfeld
Ziel
gegebenenfalls Unterziel
Aufzählung der Maßnahmen unter Ziel beziehungsweise Unterziel.
Die Spalten zur Beschreibung der Maßnahmen lauten wie folgt:
Zielgruppe
Maßnahmetitel
Kurzbeschreibung der Maßnahme
Verantwortlichkeit.
Der Umsetzungsplan ist dynamisch, das heißt die in ihm enthaltenen Maßnahmen der verant-
wortlichen Ressorts können fortlaufend im Rahmen der Interministeriellen Arbeitsgruppe kon-
kretisiert werden.

8 |
3
Gleichberechtigte gesellschaftliche Teilhabe von Menschen
mit Migrationshintergrund: Ziele und Maßnahmen
Wir möchten Menschen mit Migrationshintergrund innerhalb ihrer individuellen aufenthalts-
rechtlichen Situation eine gleichberechtigte Teilhabe an zentralen Bereichen der Gesellschaft
ermöglichen und Potenziale gezielt fördern.
Dazu wurden Maßnahmen in folgenden Handlungsfeldern entwickelt:
Sprache und Verständigung
Frühkindliche und schulische Bildung
Nachholende Schulbildung
Hochschulbildung/Wissenschaft
Aus- und Weiterbildung/Arbeit
Wohnen/Wohnumfeld
Gesundheit und Pflege
Gleichstellung von Frau und Mann
Gewaltschutz
Antidiskriminierungspolitik
Interkulturelle Öffnung von Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft
3.1
Sprache und Verständigung
Für die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund, für die Deutsch keine Mutterspra-
che ist, ist der Erwerb der deutschen Sprache elementar. Deutsch sprechen, lesen und schrei-
ben zu können, ist unabdingbare Voraussetzung für eine gelingende Integration. Ein kontinu-
ierlicher Spracherwerb ist daher zu fördern und einzufordern.
Zudem soll individuelle Sprachmittlung Menschen mit Migrationshintergrund frühzeitig eine
gute Verständigung mit der einheimischen Bevölkerung und insbesondere mit den Behörden
ermöglichen. Auf diese Weise können anfangs bestehende Sprachbarrieren überwunden wer-
den.
3.1.1 Sprache
Die Sächsische Staatsregierung setzt sich im Bereich Spracherwerb für die Erreichung folgen-
der drei Ziele ein:
Ziel 1: Einen schnellen Zugang zu Sprachkursen entsprechend dem jeweiligen Sprachniveau
ermöglichen.
Ziel 2: Den Menschen mit Migrationshintergrund, die in sächsischen Kommunen leben und
über keinen Zugang zu bundesfinanzierten Sprach- beziehungsweise Integrationskur-
sen verfügen, landesfinanzierte Sprachkurse anbieten.
Ziel 3: Den selbständigen, anwendungsorientierten Spracherwerb unterstützen.

| 9
Tabelle 1: Ziel 1: Schneller Zugang zu Sprachkursen und/oder Integrationskursen entsprechend dem jewei-
ligen Sprachniveau
Zielgruppe
Maßnahmetitel
Kurzbeschreibung
Verantwortlichkeit/
Beteiligte
Menschen mit
Migrationshin-
tergrund im
Spracherwerb
Unterstützung des koope-
rativen Steuerungsmana-
gements zur regionalen
Koordinierung der Sprach-
erwerbsangebote
EU/Bund/Land
Hinwirkung gegenüber
Bund auf eine bessere
Steuerung des Sprach-
kurszugangs
Die kommunale Zusteuerung in
Sprachkurse soll verbessert wer-
den. Dazu ist die Abstimmung aller
relevanten Akteure auf Bundes-,
Landes- und kommunaler Ebene
notwendig. Instrumente sind unter
anderem das Quartalsgespräch mit
dem BAMF, Fachtagungen sowie
die regelmäßige Kommunikation mit
den kommunal zuständigen Koordi-
natoren.
BMI (BAMF); BMAS,
SMS
Sprachkursträ-
ger, potentielle
Teilnehmer
Verpflichtung zur Veröf-
fentlichung der Landes-
sprachkurse auf den vor-
handenen Plattformen des
Bundes
Im Rahmen der Richtlinie »Integra-
tive Maßnahmen«, Teil 3, sind die
Kursträger verpflichtet, ihre Kursan-
gebote auf der Internetseite
www.kursnet.arbeitsagentur.de
ein-
zutragen.
Bei Anpassungsbedarf an Plattfor-
men des Bundes können Änderun-
gen erfolgen.
SMS/SAB
Zugangsbe-
rechtigte Per-
sonen zu ei-
nem Integrati-
onskurs; Aus-
länderbehör-
den, Jobcenter
und Sozialäm-
ter (Träger der
Leistungen
nach dem
AsylbLG)
Wahrnehmung der Teil-
nahmeverpflichtung an ei-
nem Integrationskurs
Wahrnehmung der Verpflichtung
zur Teilnahme von Berechtigten an
Integrationskursen nach § 44a Auf-
enthG durch Ausländerbehörden
und Jobcenter (Reduktion Wartezei-
ten)
BMI (BAMF), SMS,
Zugangsbe-
rechtigte Per-
sonen mit einer
Aufenthaltsge-
stattung zu ei-
nem Integrati-
onskurs; Trä-
ger der Leis-
tungen nach
dem AsylbLG
Wahrnehmung der Teil-
nahmeverpflichtung von
Personen mit einer Auf-
enthaltsgestattung an ei-
nem Integrationskurs
Im Rahmen der Fachaufsicht der
zuständigen Landesministerien er-
folgt die Aufforderung an die kom-
munalen Träger der Leistungen
nach dem AsylbLG, dass diese von
der Verpflichtung zur Teilnahme an
einem Integrationskurs von Asylbe-
werbern mit guter Bleibeperspektive
Gebrauch machen (§ 44 Absatz 4,
§ 44a AufenthG; § 5b AsylbLG in
Verbindung mit § 44 Absatz 4 Auf-
enthG für arbeitsfähige, nicht er-
werbstätige Leistungsberechtigte,
die das 18. Lebensjahr vollendet
haben und der Vollzeitschulpflicht
nicht mehr unterliegen).
BMI (BAMF), SMI,
SMS
Integrationsak-
teure, Verwal-
tung (Bund)
Aktualisierung von BAMF-
Integrationskursen
Diskussion über die Überarbeitung
der Inhalte der BAMF-Integrations-
kurse initiieren.
SMS, BMI (BAMF)

10 |
Zielgruppe
Maßnahmetitel
Kurzbeschreibung
Verantwortlichkeit/
Beteiligte
Sprachkursträ-
ger
Qualitätsstandards für die
Sprachkurse des Freistaa-
tes Sachsen
Durchsetzung der jeweiligen Quali-
tätsstandards für die Sprachkurse
des Freistaates Sachsen
SMS/SAB,
BAMF/BMI
Tabelle 2: Ziel 2: Landesprachkurse für Personen mit Migrationshintergrund, die über keinen Zugang zu
bundesfinanzierten Deutschkursen/Sprachkursen verfügen und in sächsischen Kommunen leben
Zielgruppe
Maßnahmetitel
Kurzbeschreibung
Verantwortlichkeit/
Beteiligte
Personen mit
einer Aufent-
haltsgestat-
tung,
Geduldete Per-
sonen mit min-
destens nach-
rangigem Ar-
beitsmarktzu-
gang, Perso-
nen ohne An-
spruch auf bun-
desfinanzierte
Sprachlernan-
gebote
Landessprachkurse
Landessprachkurse werden in fol-
genden Kategorien angeboten:
Alphabetisierungskurse
Deutsch Sofort
Deutsch Qualifiziert
Deutsch Beruf.
Die Finanzierung erfolgt über die
Richtlinie »Integrative Maßnah-
men«, Teil 3.
Bei Anpassungsbedarf an Bundes-
angebote können Änderungen erfol-
gen.
SMS/SAB
Studieninteres-
sierte Flücht-
linge
Zusätzliche Sprachkurse Derzeit bieten drei Hochschulen in
Sachsen zusätzliche Sprachkurse
zur Vorbereitung von Flüchtlingen
auf die erforderliche Sprachprüfung
für den Hochschulzugang (DSH
et cetera) an. (Siehe auch 3.4,
Ziel 5)
SMWK/Hochschulen
Nicht-deutsch-
sprachige Ge-
fangene im
Justizbereich
Ermöglichen des Sprach-
erwerbs von nicht-
deutschsprachigen Gefan-
genen im Justizbereich:
Prüfung von Sprachkur-
sen für nicht-deutschspra-
chige Gefangene.
Verbesserung der Verständigung
mit nicht-deutschsprachigen Gefan-
genen im Justizbereich durch
Sprachkursangebote für nicht-
deutschsprachige Gefangene.
SMJusDEG, SMS
Menschen mit
Migrationshin-
tergrund
Förderung von ehrenamt-
lichen Sprachkursen
Sprachkurse mit mindestens zwei
Unterrichtsstunden zu je 45 Minuten
in der Woche und mindestens fünf
Teilnehmern und insgesamt 50 Un-
terrichtseinheiten oder drei Monate.
Der Nachweis sollte über eine Un-
terschriftenliste für mindestens die
ersten drei Termine erbracht wer-
den.
Die Finanzierung erfolgt über die
Richtlinie »Integrative Maßnah-
men«, Teil 2.
Bei Anpassungsbedarf an Bundes-
angebote können Änderungen erfol-
gen.
SMS, Kommunen

| 11
Tabelle 3: Ziel 3: Den selbstständigen, anwendungsorientierten Spracherwerb unterstützen.
Zielgruppe
Maßnahmetitel
Kurzbeschreibung
Verantwortlichkeit/
Beteiligte
Menschen mit
Migrationshin-
tergrund
Förderung von ehrenamt-
lichen Sprachkursen
Siehe Tabelle 2
SMS, Kommunen
Träger mit
AZAV Zulas-
sung; Initiati-
ven; offen
Maßnahmen zum selbst-
gesteuerten Lernen („Ler-
nen zu Lernen“) sowie
selbständige Sprachan-
wendungen fördern (zum
Beispiel ehrenamtliche
Sprachpatenschaften be-
werben, Verknüpfung der
Sprachkurse mit Praktika)
Unterstützung von niedrigschwelli-
gen und ehrenamtlich getragenen
Initiativen in den Bereichen Sprach-
erwerb, Orientierung sowie Sprach-
und Kulturmittlung
SMS, BA, Kommu-
nen

12 |
3.1.2 Verständigung
Die Sächsische Staatsregierung setzt sich im Bereich Verständigung dafür ein, in lebensrele-
vanten Situationen eine gute Sprachmittlung zu ermöglichen.
Tabelle 4: Ziel: Eine gute Sprachmittlung in lebensrelevanten Situationen ermöglichen.
Zielgruppe
Maßnahmetitel
Kurzbeschreibung
Verantwortlichkeit/
Beteiligte
Asylsuchende
in sächsischen
Aufnahmeein-
richtungen
Erstorientierungskurse für
Asylsuchende in sächsi-
schen Aufnahmeeinrich-
tungen
Für jeden Neuankommenden ist ein
schneller Zugang zu Verständi-
gungsmöglichkeiten, insbesondere
erste Sprachkenntnisse sowie der
Kontakt mit Menschen, die Orientie-
rung vermitteln und Fragen beant-
worten können, eine wichtige Unter-
stützung. Siehe Näheres unter All-
tagsorientierung, Tabelle 50.
BMI (BAMF), SMS
Kommune
Förderung von Service-
stellen für Sprach- und In-
tegrationsmittler (SprInt)
Aufbau und Koordinierungsaufga-
ben von Servicestellen für Sprach-
und Integrationsmittler und Gemein-
dedolmetscherdiensten.
SMS, Kommunen
Ausbildungsträ-
ger
Unterstützung der Ausbil-
dung von Sprach- und In-
tegrationsmittlern nach
dem SprInt-Modell
Die Maßnahmen sollen über SGB
III finanziert werden.
SMS, Arbeitsverwal-
tung, Servicestellen
Menschen mit
Migrationshin-
tergrund
Finanzierung von Sprach-
und Integrationsmittlerein-
sätzen und Dolmetscher-
einsätzen durch den Bund
Herantreten an den Bund mit der
Bitte zur Prüfung der bundeseinheit-
lichen Finanzierung von Sprach-
und Integrationsmittlereinsätzen
und Dolmetschereinsätzen in den
bisher rechtlich nicht eindeutig ge-
regelten Bereichen.
SMS
Verwaltung,
Kinder und Ju-
gendliche
Kita, Schule und Hort
durch Sprachmittler pro-
fessionell begleiten
Prüfung eines ressortübergreifen-
den Landesprogramms für Kultur-
und Sprachmittler unter besonderer
Berücksichtigung des Integrations-
feldes Kita und Schule
SMK federführend
Nicht-deutsch-
sprachige Ge-
fangene im
Justizbereich
Maßnahmen zum Sprach-
erwerb und zur Verständi-
gung in den Justizvoll-
zugsanstalten des Frei-
staates Sachsen
Verbesserung der Verständigung
mit nicht-deutschsprachigen Gefan-
genen im Justizbereich: Beschäfti-
gung von weiteren sechs arabisch-
sprachigen Dolmetschern, Einsatz
von Piktogrammen; Prüfung von
Orientierungsangeboten für nicht-
deutschsprechende Gefangene.
SMJusDEG, SMS
3.2
Frühkindliche und schulische Bildung
Frühkindliche und schulische Bildung schaffen die nachhaltige Grundlage für gelingende In-
tegration und individuelle Erfolge. Sie sind Voraussetzungen für Zukunftschancen und Teilha-
begerechtigkeit. Investitionen in Bildung und lebenslanges Lernen stärken zudem den Wirt-
schaftsstandort und schaffen eine sichere Basis zur Deckung des Fachkräftebedarfs.

| 13
Ziel 1:
Den gesamten Bildungsverlauf von der frühkindlichen Bildung über die Schule hin
zur Erstausbildung/Studium als einen durchgängigen Bildungsprozess (Kita, Grund-
schule, weiterführende Schule, Berufsausbildung/Studium) weiter verbessern und
dessen Übergänge optimal gestalten.
Ziel 2:
Die sprachliche Bildung zur Entwicklung einer bildungssprachlichen Kompetenz in
der deutschen Sprache weiter optimieren und die Zwei- und Mehrsprachigkeit als
besondere Bildungsressource weiter fördern.
Tabelle 5: Unterziel 1: Chancengerechte Teilhabe an frühkindlicher Bildung.
Zielgruppe
Maßnahmetitel
Kurzbeschreibung
Verantwortlichkeit/
Beteiligte
Kinder bis zum
Alter von 6 o-
der 7 Jahren,
Familien an der
Schnittstelle
Kindertagesbe-
treuung, Famili-
enbildung und
Familienunter-
stützung
Folgeprojekt Weiterent-
wicklung Kitas zu Eltern-
Kind-Zentren
Die Fortführung des Projekts soll
der Konsolidierung der bisher geför-
derten Standorte dienen, die sich
erfolgreich auf den Weg zu einem
Eltern-Kind-Zentrum gemacht ha-
ben. Hauptkriterium ist ein klares
Bekenntnis und eine finanzielle Be-
teiligung der Kommune.
Zusammenarbeit mit Felsenweg-
Institut der Karl Kübel Stiftung für
Kind und Familie
SMK
Pädagogische
Fachkräfte, pä-
dagogisches
Personal
Kultursensible Gestaltung
der Elternarbeit zur Erhö-
hung der Betreuungs-
quote verstärken.
SMK, KITA-Träger
Pädagogische
Fachkräfte, El-
tern und wei-
tere Kooperati-
onspartner,
Kinder bis zum
Ende der
Grundschulzeit
Ausbau Willkommenskitas
Fokus: ländlicher Raum
Umsetzung des von der Deutschen
Kinder- und Jugendstiftung vorge-
legten Transferkonzeptes in Zusam-
menarbeit mit der Auridis-Stiftung.
Bis 2022 sollen insgesamt 100
sächsische Kitas (inklusive Hortein-
richtungen) zu »Willkommenskitas«
qualifiziert werden.
Zusammenarbeit mit DKJS
SMK
Kinder bis zum
Alter von 6 o-
der 7 Jahren
ESF – Programm „Kinder
Stärken“ (Maßnahme für
Kinder mit besonderen
Lern- und Lebenser-
schwernissen)
Gezielte personelle Förderung von
Kitas in sozial benachteiligten Quar-
tieren: Weiterführung des ESF-ge-
förderten Programms »Kinder Stär-
ken« (Beteiligung von 150 sächsi-
schen Kindertageseinrichtungen) in
einer Verlängerungsphase zunächst
bis 31.10.2021. Projektträger: Säch-
sische Landesvereinigung für Ge-
sundheitsförderung e. V. in Koope-
ration mit dem Zentrum für For-
schung, Weiterbildung und Bera-
tung an der ehs Dresden
SMK
Familien
Informations- und Bera-
tungsangebote auf die Be-
dürfnisse der Familien an-
passen
zum Beispiel Bereitstellung von
mehrsprachigem Informationsmate-
rial zur Kinderbetreuung durch
Kommunen
SMK, KITA-Träger

14 |
Zielgruppe
Maßnahmetitel
Kurzbeschreibung
Verantwortlichkeit/
Beteiligte
Kinder bis zum
Alter von 6 o-
der 7 Jahren
Frühe Sprachförderung
stärken – Bundespro-
gramm „Weil Sprache der
Schlüssel der Welt ist“
Sprachförderung ist ein wesentli-
cher Bestandteil der pädagogischen
Arbeit in Kitas und in der Kinderta-
gespflege. Außerdem wird die all-
tagsintegrierte Sprachförderung für
alle Kinder und jede Altersgruppe
durch verschiedene Bundespro-
gramme und Landes-projekte (LA-
KOS, LANA) unterstützt. Mit dem
Programm „Sprach-Kitas: Weil
Sprache der Schlüssel zur Welt ist"
fördert das Bundesministerium für
Familie, Senioren, Frauen und Ju-
gend seit Januar 2016 die Veranke-
rung alltagsintegrierter sprachlicher
Bildung, die inklusive Pädagogik so-
wie die Zusammenarbeit mit Fami-
lien als festen Bestandteil in der
Kindertagesbetreuung. Die Sprach-
Kitas werden durch das Bundespro-
gramm mit zusätzlichen Fachkräf-
ten im Bereich der sprachlichen Bil-
dung verstärkt. Diese beraten, be-
gleiten und unterstützen die Kita-
Teams bei der Weiterentwicklung
der alltagsintegrierten sprachlichen
Bildung, der Zusammenarbeit mit
Eltern sowie der inklusiven Bildung.
SMK, BMFSFJ
Pädagogische
Fachkräfte
Fachkräfte in interkulturel-
ler Kompetenz aus- und
fortbilden, Sprachkompe-
tenzen verbessern; be-
darfsgerecht Fachkräfte
und Freiwillige mit Migrati-
onshintergrund, Sprach-
kenntnissen und interkul-
tureller Kompetenz gewin-
nen
Siehe Maßnahmen unter Interkultu-
relle Öffnung – »Charta der Vielfalt«
SMK, KITA-Träger
Kindertages-
einrichtungen
Betreuungsschlüssel prü-
fen
Unterstützung von Einrichtungen, in
der mehr als 10 Prozent der Kinder
einen Migrationshintergrund haben,
prüfen.
SMK
Kinder und Ju-
gendliche mit
Eltern/Erzie-
hungsberech-
tigten, pädago-
gische Fach-
kräfte
Sprachmittlung in Kita und
Hort gewährleisten
Siehe Maßnahme unter
3.1.2 Verständigung
SMK, Kommunen

| 15
Tabelle 6: Unterziel 2: Chancengerechte Teilhabe an schulischer Bildung
Zielgruppe
Maßnahmetitel
Kurzbeschreibung
Verantwortlichkeit/
Beteiligte
Kinder und Ju-
gendliche
Stärkung der Rolle der
Betreuungslehrkräfte im
schulischen Integrations-
prozess
Weiterentwicklung der Rahmenbe-
dingungen zur Stärkung der Rolle
der Betreuungslehrkräfte als Bera-
ter, Mentor und Integrationsbeglei-
ter.
SMK
Kinder und Ju-
gendliche
Stärkung der Bildungs-
chancen von Schülern mit
stark unterbrochenen Bil-
dungslaufbahnen oder
ohne Schulbesuch
Im Rahmen einer Pilotphase in den
Schuljahren 2017/18 und 2018/19
wird die Einrichtung von speziellen
Vorbereitungsklassen mit einer ver-
tieften zweiten Etappe erprobt, mit
dem Ziel der konzeptionellen An-
passung des Regelsystems.
SMK
Kinder und Ju-
gendliche im
schulpflichtigen
Alter
Schulische Angebote für
Kinder und Jugendliche in
den Aufnahmeeinrichtun-
gen (AE)
„Lernangebot für alle Kinder und Ju-
gendliche im schulpflichtigen Alter
in AE des Freistaates Sachsen“.
SMK
Lehramtsstu-
dierende
Ausbau der Ausbildungs-
kapazitäten im Erweite-
rungsfach Deutsch als
Zweitsprache im Lehr-
amtsstudium
Den drei lehrerbildenden Universitä-
ten (Dresden, Leipzig und Chem-
nitz) werden zusätzliche finanzielle
Mittel in den Jahren 2017 und 2018
für jährlich 80 Studienanfänger für
das Erweiterungsfach Deutsch als
Zweitsprache zur Verfügung ge-
stellt.
SMWK
Kinder und Ju-
gendliche
Bildungssprache und
sprachliche Bildung syste-
matisch entwickeln als
Aufgabe jedes Unter-
richtsfaches durch den
Einsatz der Niveaube-
schreibungen Deutsch als
Zweitsprache für die Pri-
marstufe, Sekundarstufe I
und II
Mit dem Beobachtungsinstrument
„Niveaubeschreibungen Deutsch
als Zweitsprache für die Primar-
stufe, Sekundarstufe I und II“ ist es
allen Fachlehrerinnen und Fachleh-
rern im Rahmen der pädagogischen
Diagnostik möglich, systematisch
und durch Kriterien geleitet, spezifi-
sche Informationen über den indivi-
duellen Sprachbildungs-prozess der
Schülerinnen und Schüler zu erhal-
ten. Auf der Grundlage dieser Infor-
mationen können die Lehrkräfte so-
wohl mit gezielten sprachdidakti-
schen Maßnahmen als auch durch
eine durchgängige Gestaltung eines
bildungssprachförderlichen Fachun-
terrichts die sprachliche Entwick-
lung der Schülerinnen und Schüler
unterstützen.
SMK
Kinder und Ju-
gendliche
Bildungsressource der
Zwei- und Mehrsprachig-
keit fördern
Schulischer herkunftssprachlicher
Unterricht zum Beispiel im Wahlbe-
reich und im Rahmen der Ganz-
tagsangebote
SMK
Schulen mit
Vorbereitungs-
klassen
Unterstützung der Schu-
len mit Vorbereitungsklas-
sen
Die Schulen mit Vorbereitungsklas-
sen werden durch spezifische Bera-
tungs- und Unterstützungsangebote
unterstützt
SMK

16 |
Zielgruppe
Maßnahmetitel
Kurzbeschreibung
Verantwortlichkeit/
Beteiligte
Kinder und Ju-
gendliche, eh-
renamtlich En-
gagierte
Vermittlung individueller
Lernförderung für einen
bestmöglichen Schulerfolg
bei Bedarf
Im Rahmen einer individuellen
Lernförderung für einen bestmögli-
chen Schulabschluss unterstützen
die Betreuungslehrkräfte ehrenamt-
liche Bildungspatenschaften.
SMK
Verwaltung,
Lehrpersonal
Einsatz der schulartüber-
greifenden Koordinato-
ren/Ansprechpartner für
Migration und Integration
in der Schulaufsicht wei-
terführen
Einsatz von Koordinatoren/Koordi-
natorinnen für Migration bezie-
hungsweise Referenten/Referentin-
nen für Migration an allen LaSuB-
Standorten.
SMK
Kinder und Ju-
gendliche
Ausbau Schulsozialarbeit,
verbunden mit Maßnah-
men für eine geeignete
schulpsychologische Be-
treuung
Den Ausbau von Schulsozialarbeit
weiterhin durch das seit 2017 lau-
fende Landesprogramm Schulsozi-
alarbeit (FRL Schulsozialarbeit) ent-
sprechend den örtlichen (inklusive
interkulturellen) Bedarfen unterstüt-
zen, verbunden mit Maßnahmen zu
einer geeigneten schulpsychologi-
schen Betreuung.
SMS, SMK
Eltern
Partizipation von Eltern
als Teil der Bildungs- und
Erziehungspartnerschaft
stärken
mehrsprachige Elterninformation
über Schul- und Bildungssystem,
Einbezug von Sprachmittlung, Mit-
wirkung in Elternräten, Öffnung und
Gründung von Elternnetzwerken
SMK
neuzugewan-
derte Kinder-
und Jugendli-
che
Stipendien für neuzuge-
wanderte motivierte junge
Menschen mit Migrations-
hintergrund ausbauen
zum Beispiel START-Stipendium für
Schüler ab 14 Jahren in Zusam-
menarbeit mit der START Stiftung -
dreijähriges Bildungs- und Engage-
ment-Programm mit individueller
Betreuung und finanzieller Unter-
stützung der Stipendiaten
SMK
Verwaltung,
pädagogische
Fachkräfte, El-
tern, außer-
schulische
Partner
Professionellen Umgang
mit sprachlicher, kulturel-
ler und sozialer Heteroge-
nität und Vielfalt stärken
zum Beispiel integrationsförderndes
Klima an Schulen schaffen, Eltern-
zusammenarbeit und Kooperation
mit außerschulischen Partnern
SMK
Kinder und Ju-
gendliche
Individuelle Übergänge
kultursensibel gestalten
und Anschlüsse sichern
Individuelle Bildungsberatung durch
LaSuB, Fortführung der Bildungs-
laufbahn
SMK
Kinder- und Ju-
gendliche
Gleichmäßige Verteilung
von Schülern, deren Her-
kunftssprache nicht oder
nicht aus-schließlich
Deutsch ist, an Schulen
sicherstellen
SMK

| 17
3.3
Nachholende Bildung
Flüchtlingen fehlt neben Deutschkenntnissen vielfach auch die erforderliche schulische Vor-
bildung für den Einstieg in eine Berufsausbildung. Gleichzeitig ist das Potenzial für Helfertätig-
keiten auf dem Arbeitsmarkt begrenzt und tendenziell rückläufig. Eine wichtige Aufgabe gelin-
gender Integration ist es, möglichst viele junge Flüchtlinge in eine Berufsausbildung zu führen.
Damit können ihre Chancen auf nachhaltige Arbeitsmarktintegration erhöht und es kann mittel-
bis langfristig ein Beitrag zur Sicherung des zukünftigen Fachkräftebedarfs geleistet werden.
Ziel:
Kompetenzen der Teilnehmenden in einer konzentrierten Maßnahme zur Herstellung
der Anschlussfähigkeit zur Ausbildungsvorbereitung soweit zu erhöhen, dass ein er-
folgreicher Übergang in bestehende weiterführende Wege der beruflichen Bildung (in-
nerhalb des 4-Phasen-Modells der Bundesagentur für Arbeit) und/oder Beschäftigung
am allgemeinen Arbeitsmarkt möglich wird. Die Integration in eine Berufsausbildung
durch Herstellung der Ausbildungsreife ist das vorrangige Ziel.
Tabelle 7: Dringende Maßnahmen zur Herstellung von Ausbildungsreife – »Nachholende Bildung«
Zielgruppe
Maßnahmetitel
Kurzbeschreibung
Verantwortlichkeit/
Beteiligte
Flüchtlinge
über 18 Jahren
mit einem min-
destens nach-
rangigen Ar-
beitsmarktzu-
gang, die nicht
mehr schul-
pflichtig sind
und denen die
erforderliche
schulische Vor-
bildung fehlt
Dringende Maßnahme zur
Herstellung von Ausbil-
dungsreife durch Förde-
rung berufsbereichsbezo-
gener Grundbildung für
nicht mehr schulpflichtige
Flüchtlinge mit geringer
schulischer Vorbildung
Bildungsmodul des Sächsischen
Staatsministeriums für Kultus »Be-
rufsbereichsbezogene Grundbil-
dung für junge Erwachsene mit Mig-
rationshintergrund ohne oder mit
stark unterbrochener Bildungslauf-
bahn« zum Erwerb einer berufsbe-
reichsbezogenen Grundbildung
(Schwerpunkte: Mathematik, Natur-
wissenschaften, IT und berufsbe-
reichsbezogene Fachsprache), er-
gänzt durch Angebote der Bunde-
sagentur für Arbeit (zum Beispiel
durch betriebliche Praktika oder Ar-
beitsgelegenheiten)
SMS (FF), SMK,
SMWA; BA
3.4
Hochschulbildung/Wissenschaft
Der Zugang zu den Hochschulen steht Unionsbürgerinnen und -bürgern sowie Drittstaatenan-
gehörigen zu den gleichen Bedingungen offen wie Deutschen. Internationale Studierende sind
ein wachsendes Potenzial für den sächsischen Arbeitsmarkt und stellen in der positiven Wan-
derungsbilanz Sachsens einen wichtigen Faktor dar. Die Wissenschaft kann durch den Zuge-
winn an internationalen Nachwuchskräften und Experten an Qualität und Innovationskraft ge-
winnen.
Ziel 1: Die sächsischen Hochschulen und Forschungseinrichtungen sollen Orte der gelebten
Internationalität werden. Sie sind wichtige Akteure des interkulturellen Dialoges im Be-
reich von Bildung, Forschung, Entwicklung und Innovation.
Ziel 2: Die wissenschaftliche Exzellenz der sächsischen Hochschulen dient als Magnet für
ausländische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.

18 |
Ziel 3: Ausländische Absolventen sollen beim Übergang in den Arbeitsmarkt besser beraten
und ausgebildet werden, um sie auch in Sachsen zu halten.
Ziel 4: Die Absolventen sollen gut auf den Übergang in den Arbeitsmarkt vorbereitet werden,
um fehlende Fachkräfte für den deutschen Arbeitsmarkt zu gewinnen.
Ziel 5: Auch in der Gruppe der Flüchtlinge soll vorhandenes akademisches Potenzial er-
schlossen werden.
Tabelle 8: Ziel 1: Hochschulen als Orte gelebter Internationalität
Zielgruppe
Maßnahmetitel
Kurzbeschreibung
Verantwortlichkeit/
Beteiligte
Ausländische
Studierende
und Wissen-
schaftler
Fortschreibung der Inter-
nationalisierungsstrate-
gien der Hochschulen
Die Hochschulen schreiben jeweils
ihre spezifischen Internationalisie-
rungsstrategien fort und entwickeln
sie weiter. Ähnliches gilt für die au-
ßeruniversitären Forschungseinrich-
tungen, insbesondere die Insti-
tute/Einrichtungen der vier großen
Forschungsorganisationen.
Internationalisierung bereits im
Hochschulentwicklungsplan 2025
verankert.
Hochschulen/SMWK
Tabelle 9: Ziel 2: Hochschulen attraktiv machen für ausländische Studieninteressierte und Wissenschaftler
Zielgruppe
Maßnahmetitel
Kurzbeschreibung
Verantwortlichkeit/
Beteiligte
Ausländische
Studierende
und Wissen-
schaftler
Personelle Verstärkung
der Akademischen Aus-
landsämter an den Hoch-
schulen
Personelle Verstärkung der jeweili-
gen Auslandsämter und finanzielle
Unterstützung des sozialen Bera-
tungsangebotes der Akademie für
transkulturellen Austausch der
Hochschule für Grafik und Buch-
kunst Leipzig.
Auch die Career Services der Hoch-
schulen und ausgebaute Welcome-
Center leisten ihren Beitrag zur Be-
ratung von internationalen Wissen-
schaftlern und Studierenden..
SMWK/Hochschulen
Tabelle 10: Ziel 3: Zugangshürden an Hochschulen für ausländische Studierende abbauen, Studienerfolge
verbessern
Zielgruppe
Maßnahmetitel
Kurzbeschreibung
Verantwortlichkeit/
Beteiligte
Ausländische
Studierende
und Wissen-
schaftler
Mentorenprogramme,
Propädeutika, Sprach-
kurse
Durch die Umsetzung hochschulin-
terner Projekte (zum Beispiel Men-
torenprogramme, Propädeutika,
Sprachkurse) soll der Studienerfolg
von ausländischen Studierenden
verbessert werden.
SMWK/Hochschulen

| 19
Tabelle 11: Ziel 4: Gute Vorbereitung von Absolventen auf den sächsischen Arbeitsmarkt
Zielgruppe
Maßnahmetitel
Kurzbeschreibung
Verantwortlichkeit/
Beteiligte
Ausländische
Studierende
Career Services
Career Services an fast allen säch-
sischen Hochschulen, die in Zu-
sammenarbeit mit Fachkräfteallian-
zen noch stärker auf das große Po-
tenzial von Zuwanderern aufmerk-
sam machen
Hochschulen/Fach-
kräfteallianzen,
SMWK
Tabelle 12: Ziel 5: Vorhandenes akademisches Potenzial bei der Gruppe der Flüchtlinge erschließen
Zielgruppe
Maßnahmetitel
Kurzbeschreibung
Verantwortlichkeit/
Beteiligte
Studieninteres-
sierte und zum
Studium zu-
gangsberech-
tigte Flücht-
linge
Fluchtspezifische Zu-
gangshürden abbauen
Einführung des Prinzips der »Be-
weiserleichterung« gemäß Kultus-
ministerkonferenz
SMWK
Studieninteres-
sierte Flücht-
linge
Zusätzliche Sprachkurse Derzeit bieten drei Hochschulen in
Sachsen zusätzliche Sprachkurse
zur Vorbereitung von Flüchtlingen
auf die erforderliche Sprachprüfung
für den Hochschulzugang (DSH et
cetera) an. (siehe auch Tabelle 2).
SMWK/Hochschulen
Geflüchtete
Akademiker
beziehungs-
weise studien-/
forschungsinte-
ressierte
Flüchtlinge
»High-Potenti-
als“«
Unterstützung von Modell-
vorhaben zur Umsetzung
der Wissenschaftsinitia-
tive Integration der FhG,
der WGL, der MPG und
der HGF im Freistaat
Sachsen
Wissenschaftseinrichtungen, insbe-
sondere Institute der FhG und der
Leibniz-Gemeinschaft in Sachsen,
stellen im Rahmen speziell vom
Freistaat Sachsen geförderter Mo-
dellvorhaben beziehungsweise mit-
finanzierter Maßnahmen zusätzli-
che Praktikums- und Ausbildungs-
plätze, Einstiegsqualifizierungen
und befristete Beschäftigungsmög-
lichkeiten für anerkannte Flüchtlinge
zur Verfügung. Diese sollen gezielt
auf ein Studium beziehungsweise
auf den Einstieg in das spätere Be-
rufs-/Erwerbsleben vorbereitet wer-
den.
SMWK, FhG, WGL/
Leibniz-Institute so-
wie HGF/Helmholtz-
Zentren in Sachsen

20 |
3.5
Aus- und Weiterbildung/Arbeit
Gut ausgebildete Menschen mit Migrationshintergrund können zur Fachkräftesicherung in
Sachsen beitragen. Durch ihre Kompetenzen und ihre Ideen können sie Impulse für Innovati-
onen geben. Ihre Sprachkenntnisse und Kontakte in die Heimatländer können dem Aufbau
und der Pflege weltweiter wirtschaftlicher Beziehungen dienen.
Ziel 1: Zuwanderung von Hochqualifizierten, Fachkräften, Nachwuchskräften (Auszubildende,
Studierende) und Unternehmerinnen und Unternehmern aus anderen EU-Mitgliedstaa-
ten und Drittstaaten fördern.
Ziel 2: Bedeutung der Arbeitnehmerfreizügigkeit innerhalb der Europäischen Union und für
eine Integration der Arbeits- und Ausbildungsmärkte im sächsisch-tschechischen und
sächsisch-polnischen Grenzraum betonen
Ziel 3: Menschen mit Migrationshintergrund (insbesondere Flüchtlinge) entsprechend ihrem
aufenthaltsrechtlichen Status bei der erfolgreichen Integration in den sächsischen Ar-
beitsmarkt unterstützen, damit diese ihren Lebensunterhalt selbst bestreiten und einen
Beitrag zur Fachkräftesicherung leisten können.
Tabelle 13: Unterziel 1: Sich dafür einsetzen, dass die Regelungen und Verfahren zur Erteilung von Aufent-
haltstiteln zum Zweck der Ausbildung und Erwerbstätigkeit beziehungsweise von Beschäftigungserlaub-
nissen den Beteiligten, aufbauend auf den vorhandenen Angeboten, verständlicher gemacht werden.
1
Zielgruppe
Maßnahmetitel
Kurzbeschreibung
Verantwortlichkeit/
Beteiligte
Drittstaatsan-
gehörige
Prüfung vorhandener In-
formationsangebote und
Entwicklung von Verbes-
serungsvorschlägen
SMWA und SMI werden gemein-
sam eruieren, welche Informations-
angebote über Zuwanderungsmög-
lichkeiten nach Deutschland für
ausländische Fachkräfte, Nach-
wuchskräfte und Unternehmer zur
Verfügung stehen und wie diese
besser auf die Bedarfe der Ziel-
gruppe ausgerichtet werden kön-
nen.
Insofern die Verbesserungsvor-
schläge Angebote des Bundes be-
treffen, werden diese an geeigneter
Stelle gemeinsam von SMWA und
SMI eingebracht.
SMWA, SMI
Drittstaatsan-
gehörige
AKZESS
Seit 2011 AKZESS: An den Stand-
orten Chemnitz, Dresden, Leipzig
und im Landkreis Mittelsachsen
wird dieses beschleunigte One-
Stop-Government-Verfahren mit be-
sonderen Servicekomponenten für
Arbeits- und Bildungsmigranten und
deren Familienangehörigen durch-
geführt. Ein Aufenthaltstitel wird in
der Regel innerhalb von vier Wo-
chen erteilt.
SMI
1
aufbauend auf vorhandenen Angeboten

| 21
Zielgruppe
Maßnahmetitel
Kurzbeschreibung
Verantwortlichkeit/
Beteiligte
Unionsbürger,
Drittstaatsan-
gehörige
mehrsprachige Broschüre
»Willkommen im Freistaat
Sachsen. Information für
Migranten«
Prüfung der Neuauflage/Überarbei-
tung der mehrsprachigen Broschüre
»Willkommen im Freistaat Sachsen.
Information für Migranten« (2013
Hrsg. SMS) als Handbuch zur Ers-
torientierung für Zuwanderer (aus-
genommen Asylsuchende, siehe
unten) mit allen Ressorts unter FF
SMS, gegebenenfalls Spracherwei-
terungen, digitales Format (App)
SMS
Unionsbürger,
Drittstaatsan-
gehörige
Webportal
»www.zuwan-
derung.sachsen.de«
Webportal
»www.fach-
kraefte.zuwande-
rung.sachsen.de«
Seit 2013 werden über das
Webportal
www.zuwanderung.sach-
sen.de umfangreiche Informationen
zu den rechtlichen Bedingungen der
Freizügigkeit und zum Familien-
nachzug bereitgestellt.
SMI
Drittstaatsan-
gehörige
Informationsblätter zu Auf-
enthaltstiteln
Zweisprachige Informationsblätter
zu Aufenthaltstitel für qualifizierte
Arbeitnehmer, Forscher, Doktoran-
den und Studenten, Selbstständige,
Blaue Karte EU und so weiter.
SMI
Unionsbürger,
Drittstaatsan-
gehörige
Gemeinschaftsstand „Will-
kommen in Sachsen – Zu-
wanderung und Arbeits-
markt“ auf der Messe Kar-
riereStart
Der Stand ist ein Knotenpunkt für
Fragen der Zuwanderung und zum
Arbeitsmarkt mit Ansprechpartnern
für die Themenbereiche Aufent-
haltsrecht, Spracherwerb, Integra-
tion, Anerkennung ausländischer
Berufsabschlüsse und Qualifizierun-
gen, Vermittlung in den Arbeits-
markt sowie Übergang zwischen
Studium und Erwerbstätigkeit.
SMK, SMS, SMI
Tabelle 14: Unterziel 2: Prüfen, welche arbeitsmarktpolitischen Bedarfe und Möglichkeiten es für eine wei-
tere Öffnung der Zuwanderungsmöglichkeiten für ausländische Fachkräfte und Nachwuchskräfte (Auszu-
bildende, Studierende) und Unternehmerinnen und Unternehmer gibt und wie diese genutzt werden
können.
Zielgruppe
Maßnahmetitel
Kurzbeschreibung
Verantwortlichkeit/
Beteiligte
Drittstaatsan-
gehörige
Prüfung arbeitsmarktpoliti-
scher Handlungsbedarfe
und Möglichkeiten für eine
weitere Öffnung der Zu-
wanderungsmöglichkeiten
für ausländische Fach-
kräfte, Nachwuchskräfte
und Unternehmer
SMWA wird eruieren, inwieweit wei-
terer arbeitsmarktpolitischer Hand-
lungsbedarf für eine weitere Öff-
nung der Zuwanderungsmöglichkei-
ten für ausländische Fachkräfte,
Nachwuchskräfte und Unternehmer
besteht und gegebenenfalls wie
eine weitere Öffnung ermöglicht
werden kann.
SMWA

22 |
Tabelle 15: Unterziel 3: Die sächsischen Arbeitgeber darin bestärken, gute Arbeitsbedingungen und faire
Entlohnung im Sinne von »Gute Arbeit für Sachsen« zu bieten, um so ihre Attraktivität für Fachkräfte aus
dem In- und Ausland zu steigern.
Zielgruppe
Maßnahmetitel
Kurzbeschreibung
Verantwortlichkeit/
Beteiligte
Unionsbürger,
Drittstaatsan-
gehörige,
deutsche
Staatsbürger
Gute Arbeit für Sachsen
Mit der Initiative »Gute Arbeit für
Sachsen« richtet das SMWA seinen
Fokus wieder stärker auf die sächsi-
schen Arbeitnehmerinnen und Ar-
beitnehmer. Das SMWA macht es
sich zur Aufgabe, den Wirtschafts-
und Arbeitsstandort Sachsen nach-
haltig zu stärken und dessen Attrak-
tivität zu erhöhen.
Zentrale Schwerpunkte von »Gute
Arbeit für Sachsen« sind:
Neuausrichtung der sächsischen
Arbeitsmarktpolitik
deutliche Stärkung der Qualifi-
zierung und Weiterbildung
qualitative Verbesserung der du-
alen Ausbildung
Stärkung des betrieblichen Ar-
beitsschutzes
Chancen und Risiken von digita-
ler Arbeit
Stärkung der betrieblichen Mit-
bestimmung und eine Erhöhung
der Tarifbindung
bessere Integration von Men-
schen mit Behinderungen in den
Arbeitsmarkt
Vereinbarkeit von Berufs- und
Familienleben
Für die Umsetzung der Schwer-
punkte von »Gute Arbeit für Sach-
sen« wurden auf Landesebene
neue Gremien eingesetzt. Zu nen-
nen sind insbesondere die Fach-
kräfteallianz und die Arbeitsschutz-
allianz.
SMWA

| 23
Tabelle 16: Unterziel 4: Sich dafür einsetzen, dass ausländische Arbeitnehmer, insbesondere aus anderen
EU-Staaten, vor Ungleichbehandlung aus Gründen der Staatsangehörigkeit geschützt und einheimische
Arbeitnehmer und Arbeitgeber vor unfairem Wettbewerb bewahrt werden.
Zielgruppe
Maßnahmetitel
Kurzbeschreibung
Verantwortlichkeit/
Beteiligte
Unionsbürger,
Drittstaatsan-
gehörige
Beratungsstelle für aus-
ländische Beschäftigte in
Sachsen (BABS)
Aufbau einer Beratungsstelle für
ausländische Arbeitnehmer, um in
Sachsen tätige Arbeitnehmer aus
anderen EU-Staaten bei der Wahr-
nehmung ihrer Freizügigkeitsrechte
zu unterstützen. Das Beratungsan-
gebot soll letztlich auch dazu beitra-
gen, dass Sachsen im internationa-
len Wettbewerb um Fachkräfte als
Standort mit guten Arbeitsbedingun-
gen wahrgenommen wird.
SMWA
Tabelle 17: Unterziel 5: Für den Standort Sachsen um Fach- und Nachwuchskräfte werben.
Zielgruppe
Maßnahmetitel
Kurzbeschreibung
Verantwortlichkeit/
Beteiligte
Unionsbürger
aus Polen und
der Tschechi-
schen Repub-
lik, deutsche
Staatsbürger
Übersicht über die grenz-
überschreitende Ausbil-
dung/Arbeit
Erstellung eines Überblicks über
-
Möglichkeiten grenzüber-
schreitender Berufsausbil-
dung,
-
Förderprogramme zur Un-
terstützung grenzüber-
schreitender Berufsausbil-
dung und Arbeit sowie Zu-
sammenarbeit und Austau-
sche und
-
rechtliche Rahmenbedin-
gungen
SMWA
Unionsbürger,
Drittstaatsan-
gehörige, deut-
sche Staats-
bürger
Dachportal „Heimat für
Fachkräfte“ zur Fachkräf-
tesicherung
Einrichtung eines Dachportals „Hei-
mat für Fachkräfte“, unter anderem
um Sachsen als attraktiven Ort zum
Leben und Arbeiten für Fachkräfte
zu präsentieren und Fachkräfte aus
dem In- und Ausland über Arbeiten
und Leben in Sachsen und in säch-
sischen Regionen zu informieren.
Geplant sind unter anderem Infor-
mationen zum Arbeits- und Ausbil-
dungsmarkt sowie zu den sächsi-
schen Fachkräfteallianzen, Links zu
Stellenportalen (keine Stellen-
börse!) sowie die Präsentation der
Regionen und Best-Practice-Bei-
spiele von Unternehmen.
Der Relaunch der Seite „Heimat für
Fachkräfte“ ist 2019 erfolgt.
SMWA

24 |
Zielgruppe
Maßnahmetitel
Kurzbeschreibung
Verantwortlichkeit/
Beteiligte
Unionsbürger,
Drittstaatsan-
gehörige, deut-
sche Staats-
bürger
Regionale Fachkräfteför-
derung
Förderung regionaler und übergrei-
fender Maßnahmen zur Fachkräfte-
sicherung im Rahmen der Fachkräf-
terichtlinie (unter anderem Maßnah-
men zum Aufbau von Netzwerken
und Strukturen mit dem Ziel der An-
werbung oder Begleitung ausländi-
scher Fachkräfte und Auszubilden-
der in den Arbeits- und Ausbil-
dungsmarkt)
SMWA
Tabelle 18: Unterziel 6: Menschen mit Migrationshintergrund bedarfs- und zielgruppenorientiert Informa-
tion, Beratung und Orientierung bieten (insbesondere zu Arbeits- und Lebensbedingungen, Ausbildungs-
und Beschäftigungsmöglichkeiten sowie Unterstützungsangeboten)
Zielgruppe
Maßnahmetitel
Kurzbeschreibung
Verantwortlichkeit/
Beteiligte
Drittstaatsan-
gehörige
(Flüchtlinge),
Unternehmen
Modellprogramm »Ar-
beitsmarktmentoren für
Geflüchtete«
Die Mentoren sollen Flüchtlingen
und deren Arbeitgebern bezie-
hungsweise Ausbildungsbetrieben
Orientierung und Unterstützung bie-
ten, um eine möglichst rasche und
nachhaltige Integration in Berufs-
ausbildung beziehungsweise qualifi-
kationsadäquate, sozialversiche-
rungspflichtige Beschäftigung zu er-
möglichen.
Außerdem soll mit dem Programm
die Anpassung der bestehenden
Regel-/Förderstrukturen an die
neuen Herausforderungen im Zu-
sammenhang mit Integration von
Flüchtlingen unterstützt werden.
SMWA
Unionsbürger
aus Polen und
der Tschechi-
schen Repub-
lik, deutsche
Staatsbürger
Übersicht über die grenz-
überschreitende Ausbil-
dung/Arbeit
Erstellung eines Überblicks über
Möglichkeiten grenzüberschrei-
tender Berufsausbildung,
Förderprogramme zur Unterstüt-
zung grenzüberschreitender Be-
rufsausbildung und Arbeit sowie
Zusammenarbeit und Austau-
sche und
rechtliche Rahmenbedingungen
SMWA
Unionsbürger,
Drittstaatsan-
gehörige,
deutsche
Staatsbürger
Regionale Fachkräfteför-
derung
Förderung regionaler und übergrei-
fender Maßnahmen zur Fachkräfte-
sicherung im Rahmen der Fachkräf-
terichtlinie (unter anderem Maßnah-
men zum Aufbau von Netzwerken
und Strukturen mit dem Ziel der An-
werbung oder Begleitung ausländi-
scher Fachkräfte und Auszubilden-
der in den Arbeits- und Ausbil-
dungsmarkt)
SMWA

| 25
Zielgruppe
Maßnahmetitel
Kurzbeschreibung
Verantwortlichkeit/
Beteiligte
Unionsbürger,
Drittstaatsan-
gehörige, deut-
sche Staats-
bürger
Dachportal „Heimat für
Fachkräfte“ zur Fachkräf-
tesicherung
Einrichtung eines Dachportals „Hei-
mat für Fachkräfte“, unter anderem
um Sachsen als attraktiven Ort zum
Leben und Arbeiten für Fachkräfte
zu präsentieren und Fachkräfte aus
dem In- und Ausland über Arbeiten
und Leben in Sachsen und in säch-
sischen Regionen zu informieren.
Geplant sind unter anderem Infor-
mationen zum Arbeits- und Ausbil-
dungsmarkt sowie zu den sächsi-
schen Fachkräfteallianzen, Links zu
Stellenportalen (keine Stellen-
börse!) sowie die Präsentation der
Regionen und Best-Practice-Bei-
spiele von Unternehmen.
Der Relaunch der Seite „Heimat für
Fachkräfte“ ist 2019 erfolgt (siehe
Tabelle 17)
SMWA
Unionsbürger,
Drittstaatsan-
gehörige
Beratungsstelle für aus-
ländische Beschäftigte in
Sachsen
Aufbau einer Beratungsstelle für
ausländische Arbeitnehmer, um in
Sachsen tätige Arbeitnehmer aus
anderen EU-Staaten bei der Wahr-
nehmung ihrer Freizügigkeitsrechte
zu unterstützen. Das Beratungsan-
gebot soll letztlich auch dazu beitra-
gen, dass Sachsen im internationa-
len Wettbewerb um Fachkräfte als
Standort mit guten Arbeitsbedingun-
gen wahrgenommen wird.
SMWA
Unionsbürger,
Drittstaatsan-
gehörige
Mehrsprachige Broschüre
»Willkommen im Freistaat
Sachsen. Information für
Migranten«
Neuauflage/Überarbeitung der
mehrsprachigen Broschüre »Will-
kommen im Freistaat Sachsen. In-
formation für Migranten« (2013
Hrsg. SMS) als Handbuch zur Ers-
torientierung für Zuwanderer (aus-
genommen Asylsuchende, siehe
unten) mit allen Ressorts unter FF
SMS, gegebenenfalls Spracherwei-
terungen, digitales Format (App)
SMS
Unionsbürger,
Drittstaatsan-
gehörige
Webportal
»www.zuwan-
derung.sachsen.de«
Seit 2013 werden über das
Webportal
www.zuwanderung-
sachsen.de umfangreiche Informati-
onen zu den rechtlichen Bedingun-
gen der Freizügigkeit und zum Fa-
miliennachzug bereitgestellt.
SMI
Drittstaatsan-
gehörige
Informationsblätter zu Auf-
enthaltstiteln
Zweisprachige Informationsblätter
zu Aufenthaltstitel für qualifizierte
Arbeitnehmer, Forscher, Doktoran-
den und Studenten, Selbstständige,
Blaue Karte EU und so weiter.
SMI

26 |
Tabelle 19: Unterziel 7: Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) bei der Gewinnung und Integration auslän-
discher Fach- und Nachwuchskräfte unterstützen.
Zielgruppe
Maßnahmetitel
Kurzbeschreibung
Verantwortlichkeit/
Beteiligte
Unionsbürger
aus Polen und
der Tschechi-
schen Repub-
lik, deutsche
Staatsbürger,
Unternehmen
Übersicht über die grenz-
überschreitende Ausbil-
dung/Arbeit
Erstellung eines Überblicks über
Möglichkeiten grenzüberschrei-
tender Berufsausbildung,
Förderprogramme zur Unterstüt-
zung grenzüberschreitender Be-
rufsausbildung und Arbeit sowie
Zusammenarbeit und Austau-
sche und
rechtliche Rahmenbedingungen
SMWA
Unionsbürger,
Drittstaatsan-
gehörige, deut-
sche Staatbür-
ger, Unterneh-
men
Dachportal „Heimat für
Fachkräfte“ zur Fachkräf-
tesicherung
Einrichtung eines Dachportals „Hei-
mat für Fachkräfte“, unter anderem
um Sachsen als attraktiven Ort zum
Leben und Arbeiten für Fachkräfte
zu präsentieren und Fachkräfte aus
dem In- und Ausland über Arbeiten
und Leben in Sachsen und in säch-
sischen Regionen zu informieren.
Geplant sind unter anderem Infor-
mationen zum Arbeits- und Ausbil-
dungsmarkt sowie zu den sächsi-
schen Fachkräfteallianzen, Links zu
Stellenportalen (keine Stellen-
börse!) sowie die Präsentation der
Regionen und Best-Practice-Bei-
spiele von Unternehmen.
Der Relaunch der Seite „Heimat für
Fachkräfte“ ist 2019 erfolgt (siehe
Tabelle 17 und Tabelle 18)
SMWA
Unionsbürger,
Drittstaatsan-
gehörige, deut-
sche Staatbür-
ger, Unterneh-
men
Regionale Fachkräfteför-
derung
Förderung regionaler und übergrei-
fender Maßnahmen zur Fachkräfte-
sicherung im Rahmen der Fachkräf-
terichtlinie (unter anderem Maßnah-
men zum Aufbau von Netzwerken
und Strukturen mit dem Ziel der An-
werbung oder Begleitung ausländi-
scher Fachkräfte und Auszubilden-
der in den Arbeits- und Ausbil-
dungsmarkt)
SMWA
Studierende an
sächsischen
Hochschulen,
kleine und mitt-
lere Unterneh-
men
Prüfung Sächsische Akti-
onstage zum Berufsein-
stieg von ausländischen
Studierenden in sächsi-
schen Unternehmen
»Step In«
Gemäß dem Beschluss der Fach-
kräfteallianz Sachsen vom
02.11.2016 sollen weitere Möglich-
keiten geprüft werden, Kontakte
zwischen sächsischen Unterneh-
men und ausländischen Studieren-
den zu vermitteln mit dem Ziel,
diese Absolventen in Sachsen zu
halten.
SMWA mit SMWK

| 27
Zielgruppe
Maßnahmetitel
Kurzbeschreibung
Verantwortlichkeit/
Beteiligte
Drittstaatsan-
gehörige
(Flüchtlinge),
Unternehmen
Modellprogramm »Ar-
beitsmarktmentoren für
Geflüchtete«
Die Mentoren sollen Flüchtlingen
und deren Arbeitgebern bezie-
hungsweise Ausbildungsbetrieben
Orientierung und Unterstützung bie-
ten, um eine möglichst rasche und
nachhaltige Integration in Berufs-
ausbildung beziehungsweise qualifi-
kationsadäquate, sozialversiche-
rungspflichtige Beschäftigung zu er-
möglichen.
Außerdem soll mit dem Programm
die Anpassung der bestehenden
Regel-/Förderstrukturen an die
neuen Herausforderungen im Zu-
sammenhang mit Integration von
Flüchtlingen unterstützt werden.
SMWA
Tabelle 20: Unterziel 8: Sich dafür einsetzen, dass die Qualifikationen und Kompetenzen von nach Sachsen
kommenden Zuwanderern frühzeitig erfasst, geprüft und anerkannt werden.
Zielgruppe
Maßnahmetitel
Kurzbeschreibung
Verantwortlichkeit/
Beteiligte
Unionsbürger,
Drittstaatsan-
gehörige, deut-
sche Staats-
bürger, Unter-
nehmen
Evaluation SächsBQFG
§17 SächsBQFG verpflichtet die
Staatsregierung vier Jahre nach In-
krafttreten zu einer Evaluation des
Gesetzes. Diese erfolgt FF durch
SMK als gemeinsame Evaluation
der Länder.
SMK (FF)
SMS, SMWK,
SMJusDEG,
SMEKUL, SMWA
Unionsbürger,
Drittstaatsan-
gehörige mit
Bildungsab-
schlüssen des
Herkunftslan-
des mit Inte-
resse für eine
Erwerbstätig-
keit in den Grü-
nen Berufen
Internet gestütztes Infor-
mationsangebot zur Aner-
kennung ausländischer
Bildungsabschlüsse für
die Grünen Berufe
Mit diesem Angebot wird über die
Anerkennung von Berufsabschlüs-
sen nach dem Gesetz über die
Feststellung der Gleichwertigkeit
von Berufsqualifikationen (Berufs-
qualifikationsfeststellungsgesetz -
BQFG) vom 6. Dezember 2011 und
dem Sächsischen Berufsqualifikati-
onsfeststellungsgesetz vom 17. De-
zember 2013 informiert. Eine An-
tragstellung für die Berufe der Land-
, Forst- und Hauswirtschaft ist
gleichfalls über Internetportal
»Grüne Berufe« möglich.
http://www.gruene-berufe.sach-
sen.de/
SMEKUL/Sächsi-
sches Landesamt für
Umwelt, Landwirt-
schaft und Geologie
(LfULG)/
Staatsbetrieb Sach-
senforst (SBS)

28 |
Tabelle 21: Unterziel 9: Darauf hinwirken, dass ausreichend Angebote zur Qualifizierung und beruflichen
Weiterbildung für Zugewanderte mit entsprechendem Unterstützungsbedarf vorgehalten werden.
Zielgruppe
Maßnahmetitel
Kurzbeschreibung
Verantwortlichkeit/
Beteiligte
Unionsbürger,
Drittstaatsan-
gehörige, deut-
sche Staats-
bürger, Unter-
nehmen
ESF-Förderprogramme im
Bereich »Berufliche Bil-
dung«
Grundsätzlich stehen die ESF-För-
derprogramme des Bereiches »Be-
rufliche Bildung« auch Ausländern
offen. Auch für Nicht-Unionsbürger,
die noch keinen gesetzlichen Auf-
enthaltstitel besitzen, wurden die
Programme weitgehend geöffnet.
Die Förderung im Rahmen der
ESF-Richtlinie Berufliche Bildung
umfasst die Bereiche
Weiterbildung (Weiterbildungs-
scheck individuell, Weiterbil-
dungsscheck betrieblich, Weiter-
bildung zum Arbeits- bezie-
hungsweise Betriebsmediziner),
Duale Berufsausbildung (Vor-
rang für duale Ausbildung, Ver-
bundausbildung, Zusatzqualifi-
kationen, Überbetriebliche Lehr-
unterweisung im Handwerk,
Überbetriebliche Ausbildungs-
maßnahmen in der Land-, Forst-
und Hauswirtschaft),
Qualifizierung von Arbeitslosen
(JobPerspektive Sachsen),
Innovative Vorhaben, Modell-
und Transfervorhaben.
Für die Förderung stehen im För-
derzeitraum 2014 bis 2020 insge-
samt circa 230 Millionen Euro zur
Verfügung.
SMWA

| 29
Tabelle 22: Unterziel 10: Jüngere Menschen mit Migrationshintergrund ohne abgeschlossene Berufsaus-
bildung bei der Aufnahme und dem erfolgreichen Abschluss einer Berufsausbildung unterstützen.
Zielgruppe
Maßnahmetitel
Kurzbeschreibung
Verantwortlichkeit/
Beteiligte
Unionsbürger,
Drittstaatsan-
gehörige, deut-
sche Staatbür-
ger
Regionale Fachkräfteför-
derung
Förderung regionaler und übergrei-
fender Maßnahmen zur Fachkräfte-
sicherung im Rahmen der Fachkräf-
terichtlinie, unter anderem
-
Maßnahmen zum Aufbau
von Netzwerken und Struk-
turen mit dem Ziel der Be-
gleitung ausländischer
Fachkräfte und Auszubil-
dender in den Arbeits- und
Ausbildungsmarkt sowie
-
Maßnahmen zur Optimie-
rung des Systems und wei-
tere Maßnahmen zur Ar-
beits- und Ausbildungs-
marktintegration von Men-
schen mit Migrationshinter-
grund
SMWA
Unionsbürger,
Drittstaatsan-
gehörige, deut-
sche Staatbür-
ger
Vorrang für duale Ausbil-
dung
Im Rahmen der ESF-
Richtlinie Berufliche Bil-
dung
Mit der Förderung sollen ausbil-
dungsreife, aber unvermittelte Ju-
gendliche und junge Erwachsene
mit Vermittlungshemmnissen auf
dem Weg in und während der be-
trieblichen Ausbildung begleitet
werden. Gleichzeitig wird den Aus-
bildungsunternehmen Unterstüt-
zung und Entlastung bei eintreten-
den Problemen und Ausbildungsfra-
gen geboten.
SMWA
Drittstaatsan-
gehörige
(Flüchtlinge),
Unternehmen
Modellprogramm »Ar-
beitsmarktmentoren für
Geflüchtete«
Die Mentoren sollen Flüchtlingen
und deren Arbeitgebern bezie-
hungsweise Ausbildungsbetrieben
Orientierung und Unterstützung bie-
ten, um eine möglichst rasche und
nachhaltige Integration in Berufs-
ausbildung beziehungsweise qualifi-
kationsadäquate, sozialversiche-
rungspflichtige Beschäftigung zu er-
möglichen.
Außerdem soll mit dem Programm
die Anpassung der bestehenden
Regel-/Förderstrukturen an die
neuen Herausforderungen im Zu-
sammenhang mit Integration von
Flüchtlingen unterstützt werden.
SMWA

30 |
Tabelle 23: Unterziel 11: Dafür werben, dass sich Unternehmen stärker für die Ausbildung und Beschäfti-
gung von Menschen mit Migrationshintergrund öffnen.
Zielgruppe
Maßnahmetitel
Kurzbeschreibung
Verantwortlichkeit/
Beteiligte
Unionsbürger
aus Polen und
der Tschechi-
schen Repub-
lik, deutsche
Staatsbürger
Übersicht über die grenz-
überschreitende Ausbil-
dung/Arbeit
Erstellung eines Überblicks über
Möglichkeiten grenzüberschrei-
tender Berufsausbildung,
Förderprogramme zur Unterstüt-
zung grenzüberschreitender Be-
rufsausbildung und Arbeit sowie
Zusammenarbeit und Austau-
sche und
rechtliche Rahmenbedingungen
SMWA
Unionsbürger,
Drittstaatsan-
gehörige, deut-
sche Staats-
bürger
Regionale Fachkräfteför-
derung
Förderung regionaler und übergrei-
fender Maßnahmen zur Fachkräfte-
sicherung im Rahmen der Fachkräf-
terichtlinie (unter anderem Maßnah-
men zum Aufbau von Netzwerken
und Strukturen mit dem Ziel der An-
werbung oder Begleitung ausländi-
scher Fachkräfte und Auszubilden-
der in den Arbeits- und Ausbil-
dungsmarkt)
SMWA
Personen mit
Migrationshin-
tergrund und
Behinderungen
Arbeitsmarktprogramm
»Wir machen das! – Men-
schen mit Behinderungen
in Ausbildung und Be-
schäftigung«
Arbeitgeber, die Ausbildungsplätze
für schwerbehinderte und diesen
gleichgestellte junge Menschen
schaffen (insbesondere Personen
mit Migrationshintergrund), werden
finanziell gefördert. Die Förderung
soll nach erfolgreicher Beendigung
der Ausbildung die Übernahme in
ein sozialversicherungspflichtiges
Beschäftigungsverhältnis erleich-
tern.
Mittels Förderung wird die Einstel-
lung von schwerbehinderten oder
diesen gleichgestellten arbeitslosen
oder -suchenden Menschen, die
auch unter Inanspruchnahme von
Regelleistungen besondere Schwie-
rigkeiten bei der inklusiven Teilhabe
am Arbeitsmarkt haben, in Unter-
nehmen gefördert.
SMS

| 31
Tabelle 24: Unterziel 12: Die Zusammenarbeit und Vernetzung der für die Fachkräftegewinnung und Ar-
beitsmarktintegration relevanten Akteure weiter stärken.
Zielgruppe
Maßnahmetitel
Kurzbeschreibung
Verantwortlichkeit/
Beteiligte
Unionsbürger,
Drittstaatsan-
gehörige, deut-
sche Staats-
bürger
Fachkräfteallianz Sachsen Die Fachkräfteallianz Sachsen en-
gagiert sich für eine Stärkung des
Wirtschaftsstandortes Sachsen so-
wie attraktive Arbeitsbedingungen,
um ausreichend qualifizierte Fach-
kräfte für Sachsen zu gewinnen und
im Freistaat zu halten. Die notwen-
dige Einbindung aller relevanten ge-
sellschaftlichen Akteure ermöglicht
einen breitgefächerten Ansatz in
verschiedenen Handlungsfeldern.
Gemeinsame Initiativen und ein ko-
ordiniertes Vorgehen werden durch
die Allianzmitglieder unterstützt.
SMWA (Geschäfts-
stelle der Fachkräfte-
allianz Sachsen)
Drittstaatsan-
gehörige
(Flüchtlinge)
Jour fixe Arbeitsmarktin-
tegration Geflüchteter
Das SMWA organisiert seit August
2015 einen Jour fixe Arbeitsmarktin-
tegration Geflüchteter, an dem die
Kammern, die Sozialpartner, die
Bundesagentur für Arbeit, die kom-
munalen Spitzenverbände, die be-
troffenen Ressorts und weitere stra-
tegische Partner teilnehmen.
Der Jour fixe dient dem Informa-
tions- und Erfahrungsaustausch
und der gemeinsamen Bearbeitung
aktueller Problemlagen.
SMWA
Drittstaatsan-
gehörige
(Flüchtlinge),
Unternehmen
Modellprogramm »Ar-
beitsmarktmentoren für
Geflüchtete«
Die Mentoren sollen Flüchtlingen
und deren Arbeitgebern bezie-
hungsweise Ausbildungsbetrieben
Orientierung und Unterstützung bie-
ten, um eine möglichst rasche und
nachhaltige Integration in Berufs-
ausbildung beziehungsweise qualifi-
kationsadäquate, sozialversiche-
rungspflichtige Beschäftigung zu er-
möglichen.
Außerdem soll mit dem Programm
die Anpassung der bestehenden
Regel-/Förderstrukturen an die
neuen Herausforderungen im Zu-
sammenhang mit Integration von
Flüchtlingen unterstützt werden.
SMWA

32 |
3.6
Wohnen/Wohnumfeld
Menschen mit Migrationshintergrund in Sachsen sollen im Rahmen ihrer wirtschaftlichen Mög-
lichkeiten selbstbestimmt am Wohnungsmarkt teilnehmen. Sie sind auf gute Nachbarschaft
und ein Miteinander im Quartier sowie auf Orte der Integration angewiesen, unabhängig da-
von, ob ihr Aufenthalt langfristig oder vorübergehend ist. Dabei sind ausgewogene Bewoh-
nerstrukturen anzustreben. Eine Segregation von Menschen mit Migrationshintergrund, das
heißt eine räumliche Konzentration und Isolation, verbunden mit sozialer Ausgrenzung, soll
vermieden werden.
Tabelle 25: Ziel 1: Sich für eine gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Migrationshintergrund am
Wohnungsmarkt einzusetzen und Städte und Gemeinden entsprechend zu unterstützen – insbesondere
ausreichendes Wohnungsangebot in engen Wohnungsmärkten
Zielgruppe
Maßnahmetitel
Kurzbeschreibung
Verantwortlichkeit/
Beteiligte
Einkommens-
schwache
Haushalte
Schaffung von bedarfsge-
rechtem und bezahlbarem
Wohnraum
Fortführung der staatlichen Förde-
rung des sozialen Wohnungsbaus
in einzelnen Städten mit entspre-
chendem Bedarf zwecks Schaffung
von bedarfsgerechtem und bezahl-
barem Wohnraum in Städten mit
Wohnungsengpässen.
SMR, SAB, Gemein-
den
Gemeinden
Erweiterung INSEK
Anregung an Gemeinden, die Inte-
grierten Städtebaulichen Entwick-
lungskonzepte (INSEK) um den As-
pekt der Aufnahme von Zuwande-
rern zu erweitern, um auch unab-
hängig von Fördergebieten die In-
tegration im gesamten Stadtgebiet
zum Beispiel im Hinblick auf Woh-
nen und erforderlicher Infrastruktur
zu steuern.
SMR, Gemeinden
Bewohner/Nut-
zer der ent-
sprechenden
Fördergebiete
Aufwertung von Gebieten,
insbesondere im Rahmen
der Bund-Länder-Pro-
gramme »Sozialer Zu-
sammenhalt« und des
»Investitionspaktes sozi-
ale Integration im Quar-
tier«
Aufwertung durch Sanierung und
Modernisierung von Wohngebäu-
den und des Wohnumfeldes; Schaf-
fung/Aufwertung von Gemeinbe-
darfseinrichtungen, wie zum Bei-
spiel Schulen, soziokulturellen Ein-
richtungen, Freiraumanlagen; För-
derung von niedrigschwelligen, in-
formellen Vorhaben zur Bildung, so-
zialen Integration und Erhöhung der
Beschäftigungsfähigkeit.
SMR, Gemeinden
Menschen mit
Migrationshin-
tergrund
Zugangsdiskriminierungen
abbauen und verhindern
zum Beispiel Anregung an Kommu-
nen, die Zusammenarbeit mit Woh-
nungsgesellschaften auszubauen,
Einsatz von KIK; Modellprojekte för-
dern.
SMS, Kommunen

| 33
Zielgruppe
Maßnahmetitel
Kurzbeschreibung
Verantwortlichkeit/
Beteiligte
Asylberech-
tigte, Spätaus-
siedler
Wechsel in den Woh-
nungsmarkt
Anregung an Kommunen, den
Wechsel von der Unterbringung in
den Wohnungsmarkt zu begleiten
(mehrsprachige Information für
Flüchtlinge, Spätaussiedler) sowie
anerkannte Asylbewerber mit kur-
zem Voraufenthalt in Deutschland
bei der Wohnungssuche zu unter-
stützen (zum Beispiel KIK, Paten-
schaften).
Kommunen
Flüchtlinge
»Wohnschulen«
Anregung an Kommunen, gegebe-
nenfalls Anwohner und Vermieter
näher über die Flüchtlingsthematik
zu informieren und Flüchtlinge als
Mieter vorzubereiten (zum Beispiel
Meißner Modell in Fläche, das heißt
Zusammenarbeit Jobcenter mit
kommunalen Wohnungsgesell-
schaften bei der Errichtung/Eröff-
nung von sogenannten »Wohn-
schulen«).
SMI, gegebenenfalls
Kommunen
Internationale
Studierende
Studentenwohnheime
Studentenwohnheime leisten einen
wichtigen Beitrag zur diskriminie-
rungsfreien Unterbringung ausländi-
scher Studierender. Unterstützung
der Integration durch Tutoren-, Bud-
dyprogramme et cetera
Unterbringungskapazitäten für inter-
nationale Studierende durch die
Studentenwerke regelmäßig prüfen
und bei Bedarf weiter ausbauen.
Bei der Belegung der Wohnheime
der Studentenwerke soll auf ein
ausgewogenes Verhältnis von ein-
heimischen und ausländischen Stu-
dierenden geachtet werden.
Studentenwer-
ke/SMWK
Tabelle 26: Ziel 2: Auf sozial und ethnisch ausgewogene Bewohnerstrukturen in einem gut gestalteten
Wohnumfeld hinwirken.
Zielgruppe
Maßnahmetitel
Kurzbeschreibung
Verantwortlichkeit/
Beteiligte
Bewohner/Nut-
zer in Förder-
gebieten der
Bund-Länder-
Programme
Städtebauför-
derung
Weiterentwicklung des
Quartiersmanagers zu ei-
nem Quartiers- und Integ-
rationsmanager (QIM)
Verstärktes Aufgreifen auch inter-
kultureller Aspekte bei eventuell zu-
nehmender Heterogenität der Be-
völkerung im Quartier.
Ziel ist, bei quartiersbezogenen
Maßnahmen die verschiedenen Be-
dürfnisse/Auswirkungen auf Men-
schen mit und ohne Migrationshin-
tergrund zu erkennen, zu bewerten
Gemeinden, Beauf-
tragte je nach Ausge-
staltung vor Ort

34 |
Zielgruppe
Maßnahmetitel
Kurzbeschreibung
Verantwortlichkeit/
Beteiligte
und entsprechend zur gegenseiti-
gen Zufriedenheit der Bevölke-
rungsgruppen im Quartier zu agie-
ren.
Einwohnerin-
nen und Ein-
wohner Sach-
sens
Identifikation mit dem
Wohnquartier und Per-
spektiven
unter anderem Einbezug der Men-
schen mit Migrationshintergrund in
Planungen durch konkrete Anspra-
che
Perspektiven für junge Menschen
im Quartier schaffen, zum Beispiel
Einrichtung von Jugendtreffs, aufsu-
chende Sozialarbeit.
Gemeinden
Unbegleitete
minderjährige
Ausländer
(UMA)
Verteilung UMA
Gleichmäßige Verteilung der Unbe-
gleiteten minderjährigen Ausländer
(UMA) auf alle Landkreise und
Kreisfreien Städte als örtliche Trä-
ger der öffentlichen Jugendhilfe
nach dem Verhältnis der Einwoh-
nerzahlen unter Berücksichtigung
typischer besonderer Bedarfslagen
beibehalten.
SMS/LJA
Flüchtlinge
Angebote für Flüchtlinge
im ländlichen Raum
Attraktive Angebote für Flüchtlinge
im ländlichen Raum zusammen mit
den Kommunen anbieten (Woh-
nung, Sprache, Arbeit) und dies
zum Beispiel auch auf der Grund-
lage von LEADER-Entwicklungs-
strategien umsetzen.
Freistaat Sachsen,
Kommunen
Asylberech-
tigte, Flücht-
linge, subsidi-
är Schutzbe-
rechtigte, Per-
sonen mit fest-
gestelltem Ab-
schiebeverbot
sowie Perso-
nen, denen
erstmals eine
Aufenthaltser-
laubnis nach
den §§ 22, 23,
25 Absatz 3
AufenthG erst-
malig erteilt
worden ist
Landesinterne Wohn-
sitzauflage
Wohnungspolitische Maßnahmen
ergreifen, um günstige Bedingun-
gen für dauerhafte Integration zu
schaffen (zum Beispiel Einigung auf
eine landesinterne Wohnsitzauflage
für anerkannte Asylbewerber).
SMI, SMS

| 35
Tabelle 27: Ziel 3: Gute Bedingungen für die zentrale und dezentrale Unterbringung von Flüchtlingen si-
cherstellen.
Zielgruppe
Maßnahmetitel
Kurzbeschreibung
Verantwortlichkeit/
Beteiligte
Asylbewerber
Aufnahmeeinrichtungen
(AE)
Bedarfsgerechte Bereitstellung von
Aufnahmekapazitäten
SMI, SIB, LDS, Be-
treiber
Asylbewerber,
insbesondere
besonders
schutzbedürf-
tige Personen
Gewaltschutz
Umsetzung und Evaluation des Ge-
waltschutzkonzeptes für Aufnahme-
einrichtungen
LDS, Polizeivollzugs-
dienst, Betreiber,
Kommunen
Asylbewerber
»Heim-TÜVs« für dezent-
rale kommunale Unter-
künfte sowie für Gemein-
schaftsunterkünfte und die
unteren Unterbringungs-
behörden
„Heim-TÜV“ bezieht Indikatoren des
Qualitätsmanagements in einem
ersten Teil auf die dezentrale kom-
munale Unterbringung, soweit diese
heimähnlichen Charakter hat, und
die unteren Unterbringungsbehör-
den, in einem zweiten und abschlie-
ßenden Teil auf die Gemeinschafts-
unterkünfte.
Es ist beabsichtigt, den »Heim-
TÜV« fortzuführen.
SAB
Unbegleitete
minderjährige
Ausländer
(UMA)
Unterbringung UMA
Bedarfsgerechte Förderung des
Ausbaus von Unterbringungskapa-
zitäten für UMA fortsetzen.
SMS/LJA, Kommu-
nen
3.7
Gesundheit und Pflege
Die gleichberechtigte Teilhabe an der gesundheitlichen Versorgung (Inanspruchnahme des
Leistungsangebotes, Zugang) ist entsprechend den rechtlichen Möglichkeiten sicherzustellen.
Die wachsende kulturelle Vielfalt erfordert eine kultursensible Leistungserbringung.
Ziel 1: Qualitativ hochwertige und kultursensible gesundheitliche Versorgung
Tabelle 28: Ziel 1: Qualitativ hochwertige und kultursensible gesundheitliche Versorgung – Unterziel 1: Ziel-
gruppenspezifische Informations- und Beratungsangebote zur Gesundheitsversorgung in Deutschland
Zielgruppe
Maßnahmetitel
Kurzbeschreibung
Verantwortlichkeit/
Beteiligte
Menschen mit
Migrationshin-
tergrund
Informations- und Bera-
tungsangebote
Zielgruppenspezifische Informa-
tions- und Beratungsangebote zum
deutschen Gesundheitssystem be-
reitstellen
SMS
Menschen mit
Migrationshin-
tergrund
Gesundheitsfördernde
Maßnahmen und Präven-
tion
Informationen über gesundheitliche
Aufklärung und Prävention sowie
die Begleitung und Unterstützung
präventiver und gesundheitsförderli-
cher Konzepte auf Basis der Lan-
desrahmenvereinbarung für den
Freistaat Sachsen sowie dargestell-
ter Bedarfe bereitstellen.
SMS

36 |
Zielgruppe
Maßnahmetitel
Kurzbeschreibung
Verantwortlichkeit/
Beteiligte
FRL Gesundheit und Versorgung,
hier Teil 2 Abschnitt A, Ziffer II. regi-
onale Vorhaben der Gesundheits-
förderung – Die Kommunen setzen
ihre Schwerpunkte eigenständig.
Einreichung der Anträge zum 30.03.
und 30.09. Bewilligung in der Regel
parallel zum DHH.
Flüchtlinge
(AsylbLG)
Anregung der Anwerbung
ehrenamtlicher Gesund-
heitslotsen an Kommunen
Anwerbung weiterer freiwilliger Ge-
sundheitslotsen für Flüchtlinge
(AsylbLG) im Krankheitsfall und bei
psychischer Belastung mit Supervi-
sionsmöglichkeit.
SMS/Anregung an
Kommunen
Flüchtlinge
(AsylbLG)
Prüfung des im Rahmen
der kulturellen Erstorien-
tierung Sachsens in AE
vermittelten Wissens zu
Gesundheitsfragen
Wann erhalte ich wie Hilfe und wo?
(zum Beispiel Verständnis für ein-
geschränkte Leistungen des
AsylbLG vermitteln, Reduzierung
von Fehleinsätzen des Rettungs-
dienstes); Verteilung der SLÄK-Bro-
schüre 2017 »Gesundheitsversor-
gung für Asylbewerber« – derzeit in
Deutsch, Arabisch, Englisch [gege-
benenfalls Anregung in Farsi, Tigri-
nya])
Curriculum wurde mit dem Pro-
gramm des BAMF für AnkER-Ein-
richtungen abgestimmt. Das Thema
Gesundheit bleibt darin enthalten.
SMS
Menschen mit
Migrationshin-
tergrund und
Behinderungen
Unterstützungsangebote
bereitstellen
Behinderung und Migration stellen
gesellschaftliche Benachteiligungs-
und Ausgrenzungsrisiken dar. Ne-
ben mehrsprachigem Informations-
material sind Konzepte für eine kul-
tursensible Arbeit in Einrichtungen
und Diensten der Behindertenhilfe
zu entwickeln und umsetzen.
SMS

| 37
Tabelle 29: Ziel 1: Qualitativ hochwertige und kultursensible gesundheitliche Versorgung –Unterziel 2: In-
terkulturelle Aus- und Weiterbildungsangebote
Zielgruppe
Maßnahmetitel
Kurzbeschreibung
Verantwortlichkeit/
Beteiligte
Medizinisches
Personal, Aus-
zubildende und
Studierende
Bestmögliche interkultu-
relle Aus- und Weiterbil-
dung medizinischer Fach-
kräfte einschließlich der
Sensibilisierung für
Traumafolgen
Schreiben an die Akteure der Aus-
und Weiterbildung (SMK, SMWK,
Kammern, Berufsverbände Ge-
sundheitsfachberufe, Krankenhaus-
gesellschaft, Trägerverbände) mit
Bitte um Beachtung und gegebe-
nenfalls Erweiterung bestehender
Angebote
SMS
Medizinisches
Personal, Aus-
zubildende und
Studierende
Vermittlung interkultureller
Kompetenzen als Be-
standteil aller relevanten
Ausbildungs- und Studien-
ordnungen im Freistaat
Anpassung und Weiterentwicklung
von Rechtsvorschriften, Vorberei-
tung von Gesetzgebungsverfahren
SMS
Fachkräfte in
den Hilfs- und
Präventionsan-
geboten
Vermittlung interkultureller
Kompetenzen
Bestandteil aller relevanten Ausbil-
dungs- und Studienordnungen
Schulung der in den Hilfs- und Prä-
ventionsangeboten tätigen Fach-
kräfte
SMS
Personal und
Auszubildende
in Gesund-
heits- und Pfle-
geberufen
Fortentwicklung der Aus-
und Weiterbildung im Be-
reich der Gesundheits-
und Pflegeberufe
Anpassung und Weiterentwicklung
von Rechtsvorschriften, Vorberei-
tung von Gesetzgebungsverfahren
SMS
Fachkräfte der
Kinder- und Ju-
gendhilfe
Qualifizierung zur gesund-
heitlichen Vorsorge
zum Beispiel Fortbildungsmaß-
nahme »Methodenreihe Sexuelle
Bildung mit jungen Geflüchteten«
(Teil interkultureller Pädagogik).
Fortbildung für Fachkräfte aus der
Kinder- und Jugendhilfe, die mit
Flüchtlingen arbeiten. Sie zielt so-
wohl auf die Gesundheitsprävention
als auch auf die Vermittlung euro-
päischer Normen im Umgang mitei-
nander für Zuwanderer aus anderen
Kulturen.
Fachkräfte erhalten Wissenserwei-
terung über interkulturelle Pädago-
gik sowie Informationen über Sexu-
alität und Geschlechterverhältnisse
in anderen Kulturen. Zielstellung ist
die Befähigung der Fachkräfte zur
präventiven Arbeit mit Flüchtlingen
hinsichtlich des Themas sexueller
Missbrauch.
Fortbildungsthemen sind unter an-
derem Altersschutzgrenzen und
grenzverletzendes Verhalten, sexu-
elle Rechte in Deutschland und Hil-
festrukturen für Opfer und Täter von
sexuellem Missbrauch.
SMS/LJA

38 |
Tabelle 30: Ziel 1: Qualitativ hochwertige und kultursensible Gesundheitsversorgung – Unterziel 3: Medizi-
nische und psychiatrische Versorgung von Flüchtlingen
Zielgruppe
Maßnahmetitel
Kurzbeschreibung
Verantwortlichkeit/
Beteiligte
Flüchtlinge
spezialisierte ambulante
Praxen für Asylbewerber
(sogenannte Flücht-
lingsambulanzen)
spezialisierte ambulante Praxen für
Asylbewerberinnen und Asylbewer-
ber, die durch die KVS betrieben
werden (sogenannte Flüchtlingsam-
bulanzen)
KVS als Betreiber der
Einrichtungen in Ver-
trägen mit LDS und
jeweils Städte Dres-
den sowie Chemnitz
Asylbewerber
im Verfahren
(AsylbLG);
AsylbLBehör-
den
Interpretationshilfe Asyl-
bewerberleistungsgesetz
(AsylbLG)
Handreichung zu Fragen der ge-
sundheitlichen Versorgung von
Leistungsberechtigten nach dem
Asylbewerberleistungsgesetz für die
Landesdirektion Sachsen (LDS).
Damit soll eine durchgehend glei-
che Auslegung des AsylbLG und
damit eine gleiche Leistungsgewäh-
rung im Freistaat Sachsen realisiert
werden. Empfehlung an Landkreise
und Städte zur Anwendung.
SMS moderiert,
SLÄK, SZLÄK bear-
beiten medizinische
Sachverhalte,
LDS bearbeitet Er-
stattungs- und Ge-
nehmigungsfragen
Flüchtlinge
Förderung der psychi-
schen Gesundheit auf der
Grundlage einer abge-
stimmten Kommunikation
und engen Zusammenar-
beit der maßgeblichen In-
stitutionen, wie Gesund-
heits- und Jugendämter,
Träger betreuender Ein-
richtungen sowie der An-
gebote ambulanter und
stationärer psychiatrischer
Versorgung
zum Beispiel Auf- und Ausbau der
psychosozialen Zentren (PSZ) in
Sachsen:
Mosaik e. V. - PSZ Leipzig und
PSZ Dresden
zum Beispiel Teilhabe am gemein-
depsychiatrischen Versorgungssys-
tem in den Landkreisen und Kreis-
freien Städten sicherstellen
zum Beispiel kultursensible Be-
handlung von Traumafolgestörun-
gen, gegebenenfalls auch durch
den Einsatz mobiler Ambulanzen.
SMS
Mitarbeiter der
Kommunen
und des Hilfe-
systems
Unterstützung der Koope-
ration von Gemeindepsy-
chiatrie und Migrationsar-
beit in den Landkrei-
sen/Kreisfreien Städten
Bereitstellung von bedarfsgerechten
fremdsprachigen Präventionsmate-
rialien für die Präventionsarbeit mit
psychisch kranken und suchtkran-
ken Menschen
Bereitstellung von Informationen
und Vermittlung von Kenntnissen
über das gemeindepsychiatrische
Versorgungssystem an Flüchtlings-
sozialarbeiter und andere
SMS, Landkrei-
se/Kreisfreie Städte,
zum Beispiel über die
durch SMS geförder-
ten Kommunalen In-
tegrationskoordinato-
ren (SächsKom-
PauschVO);

| 39
Zielgruppe
Maßnahmetitel
Kurzbeschreibung
Verantwortlichkeit/
Beteiligte
Mitarbeiter und
ehrenamtlich
Tätige in der
gemeindepsy-
chiatrischen
Versorgung so-
wie des sonsti-
gen Hilfesys-
tems; Aufnah-
meeinrichtung
und Gesund-
heitsamtsmitar-
beiter
Sensibilisierungskurse/-
schulungen für psychi-
sche Belastungen und
Störungen einschließlich
der Sensibilisierung für
Traumafolgen
Asylbewerber sind eine psychisch
besonders vulnerable Gruppe (zum
Beispiel Trauma durch Fluchtauslö-
ser und/oder Flucht, Stress durch
„Kulturschock“ und fehlenden famili-
ären Rückhalt/Ungewissheit des
Asylverfahrensausgangs). Es ist da-
her für Betreuer und sonstige Integ-
rationsakteure wichtig, frühzeitig
Anzeichen, Symptome und Alarm-
signale für psychische Belastungen
und Störungen zu erkennen.
SMS
Flüchtlinge
Förderung (niederschwel-
liger) Kriseninterventions-
möglichkeiten in den Auf-
nahmeeinrichtungen (AE)
zum Beispiel Gespräche
SMI/LDS
Tabelle 31: Ziel 2: Zusammenarbeit der Akteure im Gesundheitswesen unterstützen (Vernetzung).
Zielgruppe
Maßnahmetitel
Kurzbeschreibung
Verantwortlichkeit/
Beteiligte
Gesundheits-
akteure Sach-
sen (Praktiker,
Vertreter der
Selbstverwal-
tung, Kom-
mune, Land),
Akteure der In-
tegrationsar-
beit, Dachver-
band sächsi-
scher Migran-
tenorganisatio-
nen
Zusammenarbeit der Ak-
teure im Gesundheitswe-
sen zur medizinischen
Versorgung von Flüchtlin-
gen auf der Grundlage
des Asylbewerberleis-
tungsgesetzes (AsylbLG)
durch effektive Vernet-
zung unterstützen
Ein regelmäßiger kooperativer Aus-
tausch und eine Vernetzung der Be-
teiligten zu Gesundheitsfragen auf
kommunaler Ebene unter Beteili-
gung des Landes gewährleistet eine
dem AsylbLG entsprechende Ge-
sundheitsversorgung der leistungs-
berechtigten Flüchtlinge.
SMS
Tabelle 32: Ziel 2: Zusammenarbeit der Akteure im Gesundheitswesen unterstützen (Vernetzung). Unterziel:
Medizinische Fachkräfte gewinnen.
Zielgruppe
Maßnahmetitel
Kurzbeschreibung
Verantwortlichkeit/
Beteiligte
Menschen mit
Migrationshin-
tergrund
Gewinnung von Men-
schen mit Migrationshin-
tergrund für Tätigkeiten in
der Pflege und medizini-
schen Versorgung unter
Berücksichtigung vorhan-
dener Berufsabschlüsse
zum Beispiel Anpassungsmaß-
nahme in der Krankenpflege
SMS

40 |
3.8
Gleichstellung von Frau und Mann
Die Umsetzung von Maßnahmen zur Gleichstellung von Frau und Mann erfordert angesichts
differierender geschlechtsspezifischer Rollen- und Rechtsvorstellungen in anderen Kulturen
teilweise eine besondere Aufklärungs-, Sensibilisierungs- und Beratungsarbeit für beide Ge-
schlechter. Initiativen zur Demokratisierung der Geschlechterverhältnisse im Migrationsbe-
reich dürfen sich nicht wie bisher fast ausschließlich an Frauen richten – sie müssen auch die
Männer mit Migrationshintergrund als Akteure einbeziehen. In Angeboten für Flüchtlinge
ebenso wie für Akteurinnen und Akteure der Flüchtlingshilfe und der Jugendhilfe sind die in
den Kulturen differierenden Bilder von Männlichkeit und Vaterschaft ebenso zu thematisieren
wie männerspezifische Reaktionen auf Zugangsbarrieren und Diskriminierungserfahrungen.
Tabelle 33: Ziel: Aufklärungs-, Sensibilisierungs- und Beratungsarbeit für beide Geschlechter – Unter-
ziel 1: zu differierenden geschlechtsspezifischen Rollen- und Rechtsvorstellungen.
Zielgruppe
Maßnahmetitel
Kurzbeschreibung
Verantwortlichkeit/
Beteiligte
Personen mit
und ohne Mig-
rationshinter-
grund
Geschlechtsspezifische
Rollen- und Rechtsvor-
stellungen
Differierende Rollen- und Rechts-
vorstellungen bedürfen einer beson-
deren und umfänglichen Aufklä-
rungs-, Sensibilisierungs- und Bera-
tungsarbeit durch Informationskam-
pagnen
SMJusDEG, Träger
von Gleichstellungs-
projekten
Tabelle 34: Ziel: Aufklärungs-, Sensibilisierungs- und Beratungsarbeit für beide Geschlechter – Unter-
ziel 2: zu Gleichberechtigung und Selbstbestimmungsrecht der Frau; Unterstützung der gleichberechtigten
Teilhabe von Frauen mit Migrationshintergrund.
Zielgruppe
Maßnahmetitel
Kurzbeschreibung
Verantwortlichkeit/
Beteiligte
Männer mit
Migrations- und
Fluchthinter-
grund
Geschlechtsspezifische
Angebote zum Selbstbe-
stimmungsrecht der Frau
Bereitstellung eines breiten präven-
tiven Angebots zur Aufklärung über
Gleichberechtigung und das Selbst-
bestimmungsrecht der Frau
SMJusDEG, Träger
von Gleichstellungs-
projekten
Frauen mit
Migrations- und
Fluchthinter-
grund
Sensibilität für Bedürf-
nisse weiblicher Flücht-
linge
Frauen, insbesondere Mütter, aus
Zuwanderungsgesellschaften be-
dürfen der Unterstützung bei der
Wahrnehmung von Angeboten (zu
berücksichtigen sind unter anderem
Kinderbetreuung, geschützte
Räume, Angebote von Frauen für
Frauen, Bereitstellung von Dolmet-
scherinnen et cetera)
SMJusDEG, Träger
von Gleichstellungs-
projekten, Wohl-
fahrtsverbände

| 41
3.9
Gewaltschutz
Geschlechtsspezifische Rollenbilder stellen oft eine gravierende Barriere für den Zugang zum
Hilfesystem zur Bekämpfung häuslicher Gewalt dar. Es ist das Ziel der Staatsregierung, dass
Menschen mit Migrationshintergrund einen uneingeschränkten Zugang zum Hilfesystem be-
kommen. Als eine weitere besonders vulnerable Gruppe haben auch LSBTTIQ mit Migrations-
hintergrund Anspruch auf Schutz und Beratung in Fällen von häuslicher, sexueller und hass-
motivierter Gewalt.
Tabelle 35: Ziel 1: Schutz von Frauen mit Migrationshintergrund (gegebenenfalls Männer mit Migrations-
hintergrund) und ihren Kindern.
Zielgruppe
Maßnahmetitel
Kurzbeschreibung
Verantwortlichkeit/
Beteiligte
Frauen mit
Migrations- und
Fluchthinter-
grund und ihre
Kinder
Einrichtung der ersten
Frauen- und Kinder-
schutzeinrichtung für ge-
flüchtete Frauen in Sach-
sen
Betreibung einer separaten FKS-
Einrichtung nur für geflüchtete
Frauen und ihre Kinder mit 12 Plät-
zen durch Frauen für Frauen e. V.
in Leipzig als Pilotprojekt zunächst
bis Ende 2018
SMJusDEG, Frauen
für Frauen e. V.
Frauen mit
Migrations- und
Fluchthinter-
grund und ihre
Kinder,
AE, GU,
Flüchtlingssozi-
alarbeiter
Infokampagne und Ver-
netzungsarbeit im An-
schluss an das Pilotpro-
jekt »Schutzhaus für ge-
flüchtete Frauen«
Erstellung und Verteilung von Info-
material an geflüchtete Frauen über
Gewaltschutz und ihre Rechte. Auf-
klärungs-, Sensibilisierungs- und
Schulungsarbeit der Interventions-
und Koordinierungsstellen in den
AE und GU. Netzwerkarbeit und
Bearbeitung von Zugangshindernis-
sen.
SMJusDEG, Polizei,
Interventions- und
Koordinierungsstellen
Aufnahmeein-
richtungen (AE)
Gewaltschutzkonzept für
Aufnahmeeinrichtungen
des Freistaates Sachsen
Entwicklung und Implementierung
eines Gewaltschutzkonzeptes für
AE in Sachsen 2016; wünschens-
wert, dass Gewaltschutzkonzepte
für Gemeinschaftsunterkünfte (GU)
ebenfalls implementiert werden
(kommunale Zuständigkeit)
SMI, Landesdirek-
tion, Landkreise und
Kommunen
Frauen und
Männer mit
Migrationshin-
tergrund
Beratung und Schutz von
Betroffenen von Zwangs-
verheiratung/Schutz vor
Zwangsprostitution und
Menschenhandel
Die Fachberatungsstelle für Opfer
von Menschenhandel zum Zweck
der sexuellen Ausbeutung „KOBRA-
net“ führt Beratungen und aufsu-
chende Beratungen im Rotlichtmi-
lieu durch, ebenso Beratungen für
Opfer von Zwangsverheiratung.
Männerschutzwohnungen beraten
und beherbergen auch von
Zwangsverheiratung betroffene
Männer.
SMJusDEG,
KOBRAnet
LeMann Leipzig u.
Männernetzwerk
Dresden

42 |
Tabelle 36: Ziel 2: Schutz von LSBTTIQ-Geflüchteten in Fällen von häuslicher, sexueller und hassmotivier-
ter Gewalt.
Zielgruppe
Maßnahmetitel
Kurzbeschreibung
Verantwortlichkeit/
Beteiligte
LSBTTIQ mit
Migrations- und
Fluchthinter-
grund
Gewaltschutz für
LSBTTIQ-Geflüchtete
Koordinierungsstelle zur Vermitt-
lung von Schutzwohnungen für akut
gewaltbetroffene LSBTTIQ-Flücht-
linge. Anschließende Beratungsan-
gebote.
SMJusDEG, Landes-
direktion,
Landkreise und Kom-
munen, Netzwerk für
queere Refugees in
Sachsen
Mitarbeiterin-
nen und Mitar-
beiter von Auf-
nahmeeinrich-
tungen und Ge-
meinschafts-
einrichtungen;
kommunale
Behörden und
Institutionen,
Ehrenamtliche
Sensibilisierung für Mitar-
beiterinnen und Mitarbei-
ter des Landes und der
Kommunen, Ehrenamtli-
che
Angebot von Schulungen für Mitar-
beitende von Aufnahmeeinrichtun-
gen, kommunalen Behörden und In-
stitutionen sowie Ehrenamtlichen zu
homo- und transphober Gewalt ge-
genüber LSBTTIQ-Geflüchteten
Landesdirektion,
Kommunalverwal-
tung,
Netzwerk für queere
Refugees in Sachsen
3.10 Antidiskriminierungspolitik
Diskriminierungen sind ein schwerwiegendes Hindernis für eine gelingende Integration. Anti-
diskriminierungspolitik dient dem Schutz der Betroffenen, stärkt sie und hilft ihnen bei der
Durchsetzung von Rechtsansprüchen.
Tabelle 37: Ziel: Diskriminierungen bekämpfen, Vielfalt fördern – Unterziel 1: Antidiskriminierungs- und
Vielfaltsstrategie des Freistaates Sachsen umsetzen.
Zielgruppe
Maßnahmetitel
Kurzbeschreibung
Verantwortlichkeit/
Beteiligte
Staatsregie-
rung
Strategie zum Schutz vor
Diskriminierung und zur
Förderung von Vielfalt
Antidiskriminierungspolitik als politi-
sche Querschnittsaufgabe soll in-
nerhalb der Staatsregierung etab-
liert werden, Einrichtung eines Len-
kungsausschusses, Einrichtung ei-
nes Qualitäts- und Beschwerdema-
nagements; Beitritt des Freistaates
Sachsen zur »Koalition gegen Dis-
kriminierung«
SMJusDEG – Feder-
führung mit diversen
Kooperationspartne-
rinnen und Kooperati-
onspartnern
von Diskrimi-
nierung Be-
troffene
Modellprojekt zum Aufbau
einer flächendeckenden
Antidiskriminierungsbera-
tung
Aufbau von flächendeckenden Be-
ratungsstrukturen, die entsprechend
des horizontalen Ansatzes bei Dis-
kriminierung nach dem AGG bera-
ten, Etablierung von 3 Anlaufstellen
zur Beratung in Chemnitz, Dresden,
Leipzig mit Ausstrahlung in die be-
nachbarten Landkreise, Etablierung
und Stärkung von Netzwerken der
Antidiskriminierung
ADB Sachsen e. V.,
SMJusDEG

| 43
Tabelle 38: Ziel: Diskriminierungen bekämpfen, Vielfalt fördern – Unterziel 2: Landesaktionsplan Vielfalt
umsetzen.
Zielgruppe
Maßnahmetitel
Kurzbeschreibung
Verantwortlichkeit/
Beteiligte
Staatsregie-
rung
Landesaktionsplan zur
Akzeptanz der Vielfalt von
Lebensentwürfen
Im Landesaktionsplan wird eine
Vielzahl von Maßnahmen gebün-
delt, um Toleranz und Akzeptanz
von anderer sexueller Orientierung
beziehungsweise sexueller Identität
zu stärken und vorhandene Vorur-
teile abzubauen.
SMJusDEG– Feder-
führung mit diversen
Kooperationspartne-
rinnen und Kooperati-
onspartnern
3.11 Interkulturelle Öffnung – »Charta der Vielfalt«
Die Anerkennung, Wertschätzung und Einbeziehung von Vielfalt in den Organisationen schafft
ein Arbeitsumfeld, das frei von Vorurteilen ist. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen
Wertschätzung erfahren – unabhängig von ihrem Geschlecht, ihrer Herkunft oder Nationalität,
ihrer Religion oder Weltanschauung, einer eventuellen Behinderung, ihrem Alter, ihrer sexuel-
len Orientierung und Identität. Dies sind die Grundgedanken der
»Charta
der Vielfalt«. Ein
wichtiger Schwerpunkt ist dabei die interkulturelle Öffnung. Diese zielt als Entwicklungspro-
zess innerhalb einer Organisation darauf hin, jene Hürden abzubauen, die Menschen mit Mig-
rationshintergrund den Zugang zu der ihnen zustehenden sozialen, rechtlichen, gesundheitli-
chen und wirtschaftlichen Teilhabe am gemeinschaftlichen Leben erschweren beziehungs-
weise verhindern.
Tabelle 39: Ziel 1: Veränderungsprozesse in Verwaltung konstruktiv gestalten – Unterziel 1: Beitritt zur
Charta der Vielfalt
2
.
Zielgruppe
Maßnahmetitel
Kurzbeschreibung
Verantwortlichkeit/
Beteiligte
Staatsregie-
rung
Beitritt zur Charta der
Vielfalt
Die Charta der Vielfalt ist ein Instru-
ment der Selbstverpflichtung zur
Förderung von Vielfalt in Unterneh-
men. Das Land Sachsen nimmt als
Arbeitgeber seine Vorbildfunktion
wahr und setzt mit dem Beitritt auch
ein Zeichen für die Interkulturelle
Öffnung der Verwaltung. Die Um-
setzung der „Charta der Vielfalt“ hat
zum Ziel, ein Arbeitsumfeld zu
schaffen, das frei von Vorurteilen
ist. Alle Mitarbeiterinnen und Mitar-
beiter sollen Wertschätzung erfah-
ren – unabhängig von Geschlecht,
Nationalität, ethnischer Herkunft,
Religion oder Weltanschauung, Be-
hinderung, Alter, sexueller Orientie-
rung und Identität. Wir schaffen ein
Klima der Akzeptanz und des ge-
genseitigen Vertrauens.
SMS
2
Diversity als Chance - Die Charta der Vielfalt der Unternehmen in Deutschland:
https://www.charta-der-viel-
falt.de/die-charta/ueber-die-charta/charta-im-wortlaut.

44 |
Tabelle 40: Ziel 1: Veränderungsprozesse in Verwaltung konstruktiv gestalten – Unterziel 2: Leitbild entwi-
ckeln und Organisationsentwicklung mit Blick auf Vielfalt fördern
Zielgruppe
Maßnahmetitel
Kurzbeschreibung
Verantwortlichkeit/
Beteiligte
Staatsregie-
rung, nachge-
ordnete Behör-
den
Leitbild
Respektvolle, wertschätzende Hal-
tung und Offenheit an die Bediens-
teten der öffentlichen Verwaltung
vermitteln, die auch den Nutzen der
interkulturellen Öffnung hervorhebt,
zum Beispiel durch ein partizipato-
risch erstelltes Leitbild der Landes-
verwaltung zur Wertschätzung von
Vielfalt auf Führungs- und Mitarbei-
terebene mit Berichtspflichten unter
Leitung einer IMAG
Alle Ressorts, FF
SMJusDEG
Staatsregie-
rung, nachge-
ordnete Behör-
den
Strategische Organisati-
onsentwicklung im Sinne
eines Vielfaltsmanage-
ments (»Diversity Ma-
nagement«) unterstützen
unter anderem Sensibilisierung und
Qualifizierung der Führungskräfte
und von Schlüsselpersonen für Ver-
änderungsprozesse, Verständnis
von Vielfalt als Querschnittsaufgabe
durch neue Kommunikationswege
und veränderte Außendarstellung
ermöglichen (zum Beispiel Kommu-
nikation des Leitbildes nach außen,
stärkere interkulturelle Orientierung
im Behördenauftritt wie Mehrspra-
chigkeit Internetauftritt/Broschüren).
durch Vorträge, Workshops und
Fortbildungen in den Ressorts der
Sächsischen Staatsregierung und in
bestehenden Organisationen zur
Sensibilisierung für Interkulturalität
und weitere Personal- und Organi-
sationsentwicklungsmaßnahmen
(zum Beispiel Interkulturelles Kon-
fliktmanagement)
Alle Ressorts, FF
SMJusDEG

| 45
Tabelle 41: Ziel 1: Veränderungsprozesse in Verwaltung konstruktiv gestalten – Unterziel 3: Personalpro-
zesse gestalten und diskriminierungsfreien Arbeitsplatz gewährleisten
Zielgruppe
Maßnahmetitel
Kurzbeschreibung
Verantwortlichkeit/
Beteiligte
Staatsregie-
rung, nachge-
ordnete Behör-
den
Menschen mit Migrations-
hintergrund für den öffent-
lichen Dienst gewinnen
und einstellen
zum Beispiel Zugangshemmnisse
erkennen; Ausbildung und Einstel-
lung von Menschen mit Migrations-
hintergrund fördern unter anderem
durch offene Stellenausschrei-
bungshinweise mit gezielter An-
sprache von Personen mit Migrati-
onshintergrund beziehungsweise
Einsatz der Arbeitgebermarke
»Freistaat Sachsen«; Modellprojekt
zum anonymisierten Bewerbungs-
verfahren durchführen
Alle Ressorts
SMJusDEG entspre-
chend der rechtlichen
Rahmenbedingungen
(DRiG, BeamtStG)
Staatsregie-
rung, nachge-
ordnete Behör-
den
Informierung der Füh-
rungskräfte und Beschäf-
tigten über Allgemeines
Gleichbehandlungsgesetz
(AGG)
zum Beispiel Information und Fort-
bildungen über AGG im jeweiligen
Zuständigkeitsbereich, Bekanntma-
chen der Beschwerdestellen nach
§13 AGG. Einbezug der Thematik
in Mitarbeitergespräche und Perso-
nalversammlungen. Schulungsan-
gebot zum AGG. Handlungsemp-
fehlungen zum Umgang mit kultu-
reller Vielfalt für die Beschäftigten
herausgeben.
SMJusDEG, alle
Ressorts
Tabelle 42: Ziel 1: Veränderungsprozesse in Verwaltung konstruktiv gestalten – Unterziel 4: Interkulturelle
Aus- und Fortbildung fördern
Zielgruppe
Maßnahmetitel
Kurzbeschreibung
Verantwortlichkeit/
Beteiligte
Staatsregie-
rung, nachge-
ordnete Behör-
den
Anerkennung von Mehr-
sprachigkeit und Interkul-
tureller Kompetenz als
wichtige zusätzliche Qua-
lifikationen
zum Beispiel Vermittlung durch Leit-
bild und Führungskultur, Erhöhung
der Kommunikationskompetenz
durch Qualifizierungen, Sprach-
kenntnisse von Beschäftigten sicht-
bar machen, interkulturelle Kompe-
tenz als Einstellungsmerkmal aner-
kennen
SMS, alle Ressorts
Staatsregie-
rung, nachge-
ordnete Behör-
den, Einrich-
tungen der
Landesverwal-
tung
Interkulturelle Fortbildung
der Beschäftigten sicher-
stellen
zum Beispiel regelmäßige Mitarbei-
terschulungen zur interkulturellen
Sensibilisierung/Handlungskompe-
tenz mit abgestimmten Curricula,
zum Beispiel im Fortbildungsange-
bot der Hochschule Meißen (FH)
und Fortbildungszentrum
Wahrnehmung von Schulungen zur
interkulturellen Kompetenz am Fort-
bildungszentrum des Freistaates
Sachsen durch die Mitarbeiter der
sächsischen Landesverwaltung er-
höhen
Alle Ressorts

46 |
Zielgruppe
Maßnahmetitel
Kurzbeschreibung
Verantwortlichkeit/
Beteiligte
Staatsregie-
rung, nachge-
ordnete Behör-
den, Einrich-
tungen der
Landesverwal-
tung
Curricula in Ausbildungs-
und Studiengängen für die
öffentliche Verwaltung
prüfen
Interkulturelle Bildung und Kompe-
tenzen in allen Ausbildungs- und
Studiengängen vermitteln (auch
Mehrfachausgrenzungsprozesse
global benachteiligter Gruppen wie
LSBTTIQ mit Behinderungen, Sinti
und Roma)
SMI, SMJusDEG,
alle Ressorts mit
Laufbahnausbildung
oder sonstiger Aus-
bildung für die öffent-
liche Verwaltung
Staatsregie-
rung, nachge-
ordnete Behör-
den, Einrich-
tungen der
Landesverwal-
tung
Fachbezogene Sprach-
kenntnisse verbessern,
Sprachmittlung ergänzen
Kommunikationskompetenz in der
Verwaltung verbessern hinsichtlich
fachbezogener Sprachkenntnisse
(insbesondere bei Dienstleistungen/
vermehrtem Kontakt zu Menschen
mit Migrationshintergrund), Sprach-
mittlung ergänzend einsetzen
SMS/alle Ressorts
Tabelle 43: Ziel 1: Veränderungsprozesse in Verwaltung konstruktiv gestalten – Unterziel 5: Umsetzung
transparent gestalten
Zielgruppe
Maßnahmetitel
Kurzbeschreibung
Verantwortlichkeit/
Beteiligte
Staatsregie-
rung, nachge-
ordnete Behör-
den
Einrichtung einer intermi-
nisteriellen Arbeitsgruppe
(IMAG) zur Interkulturellen
Öffnung
Die Umsetzung der Charta der Viel-
falt soll Thema eines externen und
internen Dialogs sein. In einer
IMAG berichten Vertreter der Res-
sorts über den Umsetzungsstand
zur Interkulturellen Öffnung. Die Be-
schäftigten wirken zum Beispiel
durch entsprechende Vorbefragun-
gen mit. Angestrebt ist, über die
Maßnahmen und den Fortschritt bei
der Förderung der Vielfalt und Wert-
schätzung jährlich öffentlich Aus-
kunft zu geben.
Alle Ressorts,
FF der IMAG durch
SMS beziehungs-
weise SMJusDEG
Tabelle 44: Ziel 2: Unterstützung von Wirtschaft und Zivilgesellschaft
Zielgruppe
Maßnahmetitel
Kurzbeschreibung
Verantwortlichkeit/
Beteiligte
Unternehmer-
verbände
der
KMU
Sensibilisierung von KMU
bezüglich der Ausbildung
und Einstellung von Men-
schen mit Migrationshin-
tergrund
Gedanke der Vielfalt ist in die be-
trieblichen Prozesse zu verankern
und ein Arbeitsumfeld frei von Vor-
urteilen mit Wertschätzung aller Mit-
arbeiter unabhängig von Ge-
schlecht, Nationalität, ethnischer
Herkunft, Religion, Weltanschau-
ung, Behinderung, Alter, sexueller
Orientierung und Identität anzustre-
ben.
Zum Beispiel Best-Practice für ge-
lingende betriebliche Integration wie
Sensibilisierung der Belegschaft,
Mentoring durch Lotsen, Angebot
von Coachingprogrammen zur Ein-
führung von Interkultureller Öffnung
SMWA

| 47
Zielgruppe
Maßnahmetitel
Kurzbeschreibung
Verantwortlichkeit/
Beteiligte
(IKÖ), Veröffentlichung von Best-
Practice-Beispielen zur IKÖ mit An-
regung zur Vernetzung; Qualifizierte
Beratungsangebote der Arbeits-
marktmentoren (Modellprogramm)
unterbreiten, Förderung von Integ-
rationsbegleitern in Betrieben.
Unternehmer-
verbände der
KMU
Unternehmerverbände für
die Einstellung und Aus-
bildung von Menschen mit
Migrationshintergrund
sensibilisieren sowie über
Fördermöglichkeiten infor-
mieren
Diversitätsgedanken in Gesprächs-
plattformen wie »Fachkräfteallianz«,
»Arbeitsschutzallianz« und »Sozial-
partnerdialog« einbringen
SMWA
Sachsenweites Projekt
„Willkommen“ im Rahmen
der Fachkräfterichtlinie
Projektaufruf „Willkommen“ zur
Etablierung eines Landesnetzwerks
zur Förderung sozialer Kompeten-
zen in der beruflichen Ausbildung
und Ausbildungsvorbereitung
Ziel: Intensivierung der Förderung
sozialer Kompetenzen in der berufli-
chen Ausbildung und gelingende
Prävention oder gegebenenfalls In-
tervention bezüglich diskriminieren-
der Verhaltensweisen und grup-
penbezogener Menschenfeindlich-
keit
das Netzwerk erforscht, entwickelt
und verbreitet Ideen, Handlungsan-
sätze und Angebote mit dem Ziel,
Ausbildungseinrichtungen zu unter-
stützen
kommunikative Fähigkeiten bei jun-
gen Menschen werden gefördert
sowie Präventions- und Interventi-
onsarbeit in Bezug auf menschen-
feindliche Einstellungen und Hand-
lungen unterstützt
geplant sind beispielsweise Round-
Table-Gespräche, Fachkonferenzen
oder E-Learning-Angebote
SMWA
Zivilgesell-
schaft
Maßnahmen zur interkul-
turellen Öffnung in Orga-
nisationen
zum Beispiel Vorträge, Workshops
oder Fortbildungen in bestehenden
Organisationen zur Sensibilisierung
für Interkulturalität
SMS/SAB (Bewilli-
gungsstelle)

48 |
Zielgruppe
Maßnahmetitel
Kurzbeschreibung
Verantwortlichkeit/
Beteiligte
Organisatio-
nen/Projektträ-
ger
Maßnahmen zur Interkul-
turellen Öffnung in Orga-
nisationen
zum Beispiel Interkulturelle Öffnung
als Beitrag zur Entwicklung einer
Willkommenskultur im ländlichen
Sachsen
zum Beispiel Zusammenarbeit zur
Interkulturellen Öffnung zwischen
sozialen Organisationen und Mig-
rantenselbstorganisationen fördern
(Menschen mit Migrationshinter-
grund als Experten in eigener Sa-
che und als Zielgruppe der interkul-
turellen Öffnung gegenüber ande-
ren migrantischen Gemeinschaften
einsetzen)
SMS/SAB (Bewilli-
gungsstelle)
Engagierte
Vereine
Ideelle Unterstützung des
Engagements der Wirt-
schaft für ein weltoffenes
Sachsen
zum Beispiel Verein »Wirtschaft für
ein weltoffenes Sachsen e. V.«;
Verleihung des Titels »Unterneh-
men für Toleranz« des Vereins »Ar-
beit und Leben Sachsen e. V.« für
Unternehmen und Niederlassungen
in Sachsen, die sich für Werte wie
Vielfalt und Toleranz und gegen
Diskriminierung einsetzen
SMS, SMWA
Alle Ressorts
Qualitätsstandard Interkul-
turelle Öffnung in der
staatlichen Fördermittel-
vergabe
Aufnahme von Interkultureller Öff-
nung als Qualitätsstandard als För-
dermittelkriterium für die Beantra-
gung staatlicher Fördermittel prüfen
Alle Ressorts
4
Gesellschaftlicher Zusammenhalt: Ziele und Maßnahmen
Der Aspekt des gesellschaftlichen Zusammenhalts fragt nach der Qualität des solidarischen
Miteinanders unserer Gesellschaft. Gesellschaftliche Prozesse fordern den Zusammenhalt in
unserer Gemeinschaft permanent heraus. Dazu zählen unter anderem der demografische
Wandel, die soziale Ungleichheit, eine zunehmende Pluralisierung individueller Lebenslagen,
aber auch die Zunahme kultureller Vielfalt durch Zuwanderung.
Daher ist es Ziel sächsischer Politik, die Verbundenheit aller in Sachsen lebenden Menschen
unabhängig von ihrer Herkunft zu stärken sowie ihre Identifikation mit dem demokratischen
Gemeinwesen als solchem und dessen Institutionen unter Berücksichtigung der jeweiligen
Rahmenbedingungen in Großstädten sowie in Städten und Gemeinden im ländlichen Raum
Sachsens zu unterstützen und zugleich die aktive Mitwirkung der Menschen am Gemeinwesen
und deren grundsätzlicher Orientierung am Gemeinwohl zu fördern. Sachsen soll allen hier
lebenden Menschen eine gute Heimat sein.

| 49
4.1
Die Zufriedenheit mit der Demokratie stärken und zur aktiven Mitwir-
kung anregen
Demokratie braucht Zustimmung und Beteiligung. In der freiheitlichen Demokratie ist jeder
aufgefordert, an den demokratischen Prozessen mitzuwirken und das Gemeinwesen mitzuge-
stalten.
Ein größeres Verständnis für demokratische Prozesse, Wissen um Mitbestimmungs- und Mit-
gestaltungsmöglichkeiten sowie eine Beteiligung vieler Menschen in Sachsen an Planungs-
und Entscheidungsprozessen schaffen Vertrauen und Zugehörigkeitsgefühl. Dabei sind –
auch unter Beteiligung gesellschaftlicher Akteure – differenzierte Ansätze zur Demokratie- und
Bürgerbeteiligung für den gesamten Freistaat zu entwickeln beziehungsweise anzuregen. Ent-
scheidend ist die Etablierung einer konstruktiven Konflikt- und Mitwirkungskultur.
Zivilcourage und Demokratiebewusstsein stärken,
Konstruktive Konflikt- und Mitwirkungskultur fördern,
Politisches Engagement fördern,
Freiwilliges gesellschaftliches Engagement stärken.
Tabelle 45: Ziel 1: Zivilcourage und Demokratiebewusstsein stärken
Zielgruppe
Maßnahmetitel
Kurzbeschreibung
Verantwortlichkeit/
Beteiligte
Einwohnerin-
nen und Ein-
wohner Sach-
sens
Stärkung demokratischer
Werte und Förderung de-
mokratischer Handlungs-
kompetenzen über Lande-
sprogramm »Weltoffenes
Sachsen für Demokratie
und Toleranz« (WOS)
Projekte, die demokratische Werte
stärken und demokratische Hand-
lungskompetenzen über Landespro-
gramm WOS fördern.
zum Beispiel Information über de-
mokratisches Handeln und Mitwir-
kungsrechte und Aufforderung zur
Wahrnehmung dieser
zum Beispiel Zivilgesellschaftliches
Engagement stärken durch Projekte
zum Abbau gruppenbezogener
Menschenfeindlichkeit und pau-
schalisierender Ablehnungskon-
struktionen
SMS
Einwohnerin-
nen und Ein-
wohner Sach-
sens
Stärkung demokratischer
Werte und Förderung de-
mokratischer Handlungs-
kompetenzen (WOS)
Projekte, die demokratische Werte
stärken und demokratische Hand-
lungskompetenzen fördern.
zum Beispiel Vernetzung relevanter
Akteure und Akteursgruppen durch
moderierte Kommunikationsfor-
mate, Ansprache und Aktivierung
bisher nicht aktiver Bevölke-
rungsteile
SMS

50 |
Zielgruppe
Maßnahmetitel
Kurzbeschreibung
Verantwortlichkeit/
Beteiligte
Kinder und Ju-
gendliche,
Schülerinnen
und Schüler,
pädagogische
Multiplikatorin-
nen und Multi-
plikatoren
Stärkung demokratischer
Werte und Förderung de-
mokratischer Handlungs-
kompetenzen (WOS und
andere Instrumente wie
beispielsweise das Hand-
lungskonzept „W wie
Werte“ zur Stärkung der
demokratischen Schulent-
wicklung und politischen
Bildung an sächsischen
Schulen)
Projekte, Programme und Instru-
mente, die demokratische Werte
stärken und demokratische Hand-
lungskompetenzen fördern.
zum Beispiel Information über de-
mokratisches Handeln und Mitwir-
kungsrechte und Aufforderung zur
Wahrnehmung dieser, Trainingsmo-
dule für gewählte Vertreter
zum Beispiel Qualifizierung pädago-
gisch wirkender Multiplikator/innen
in Aus-, Fort- und Weiterbildung zu
Ansätzen der Demokratieentwick-
lung (Mikroprojekte)
zum Beispiel Förderung von Zivil-
courage und Schaffung eines ge-
schichtskritischen Problembewusst-
seins durch Ansätze der politischen
und historischen Bildung (Bildungs-
fahrten)
zum Beispiel Stärkung zivilgesell-
schaftlichen Engagements durch
Modelle des Service Learning und
der Civic Education (Mikroprojekte)
zum Beispiel Zivilgesellschaftliches
Engagement stärken durch Projekte
zum Abbau gruppenbezogener
Menschenfeindlichkeit und pau-
schalisierender Ablehnungskon-
struktionen unter anderem im be-
rufsbildenden Bereich
zum Beispiel Entwicklung von Un-
terrichtsmodulen zur Unterstützung
der Demokratieerziehung in sächsi-
schen Oberschulen
SMS FF, SMK
Einwohnerin-
nen und Ein-
wohner Sach-
sens, Kinder
und Jugendli-
che
Förderung demokratischer
Handlungskompetenzen:
Zivilcourage (WOS)
zum Beispiel über Verbreitung von
Handlungsansätzen zur Stärkung
von Zivilcourage in Schulen, Hoch-
schulen, Betrieben und der Gesell-
schaft, Beförderung von Empathie
und Perspektivwechsel durch posi-
tive Beispiele
SMS FF; SMK
Einwohnerin-
nen und Ein-
wohner Sach-
sens
Stärkung der Wissensver-
mittlung über die Europäi-
sche Union
Über Sinn und Zweck beziehungs-
weise Funktionsweise der Europäi-
schen Union durch Politik, Gesell-
schaft und politische Bildung infor-
mieren und aktuelle Diskussionen
aufnehmen
SMJusDEG/SLpB;
SK

| 51
Zielgruppe
Maßnahmetitel
Kurzbeschreibung
Verantwortlichkeit/
Beteiligte
Zivilgesell-
schaft, Kom-
munen
Bundesprogramme »De-
mokratie leben!« und »Zu-
sammenhalt durch Teil-
habe« durch zahlreiche zi-
vilgesellschaftliche und
kommunale Projekte um-
setzen
Menschen mit Migrationshinter-
grund in Erstellung der lokalen
Handlungskonzepte der »Partner-
schaften für Demokratie« einbezie-
hen; Trägervereine, Initiativen, Ver-
bände und Modellprojekte, die sich
für die Stärkung der Demokratie im
Land engagieren, durch das »De-
mokratie-Zentrum Sachsen« vernet-
zen
SMS (DZ SN); SMI
(Partnerschaften für
Demokratie und Zu-
sammenhalt durch
Teilhabe)
Einwohnerin-
nen und Ein-
wohner Sach-
sens
Stärkung Medienkompe-
tenzen
Die Fähigkeit zur sachgerechten
Nutzung moderner Medien ist stär-
ker in den Fokus gesellschaftlicher
Aufmerksamkeit gerückt (zum Bei-
spiel Schule, Jugendarbeit, Fami-
lien, Unternehmen und Verwaltung,
demokratische Beteiligungsverfah-
ren). Medienkompetenz ist eine
Schlüsselqualifikation. In Zeiten zu-
nehmender Mediatisierung und Mei-
nungsbildung mit Hilfe des Internets
(unter anderem geschlossenen
Gruppen in Sozialen Medien, ge-
zielte Desinformation, Konstruktion
von Wirklichkeit, Datenschutzprob-
lematik) ist das Verständnis für
diese Prozesse und die Glaubwür-
digkeit von Quellen von immenser
Bedeutung für die demokratische
Teilhabe. In diesem Sinne wird Me-
dienbildung als Bildungsziel für alle
Bürgerinnen und Bürger gestärkt.
SMK
Opfer politisch
motivierter Kri-
minalität in
Sachsen
Opferberatung, politisch
motiviert
Projekte, die Opfer von politisch
motivierter Kriminalität qualifiziert
beraten und unterstützen
SMS
Multiplikatorin-
nen und Multi-
plikatoren,
Fachkräfte in
Sachsen
Ausbildung von Multiplika-
torinnen und Multiplikato-
ren und Fachkräften
(WOS)
Projekte, die Multiplikatorinnen und
Multiplikatoren und Fachkräfte aus-
bilden, fortbilden und deren Arbeit
inhaltlich und methodisch betreuen.
SMS
Einwohnerin-
nen und Ein-
wohner Sach-
sens
Entwicklung innovativer
Handlungskonzepte
(WOS)
Projekte, die durch beratende und
wissenschaftliche Begleitung von
Projekten eine nachhaltige Entwick-
lung innovativer Handlungskon-
zepte initiieren
SMS
Einwohnerin-
nen und Ein-
wohner Sach-
sens
Vernetzung von lokalem
oder regionalem Gemein-
wesen (WOS)
Projekte, die zu einem lokal oder re-
gional vernetzten Gemeinwesen un-
ter Beteiligung maßgeblicher staatli-
cher und nichtstaatlicher Institutio-
nen sowie relevanter Akteure bei-
tragen.
SMS

52 |
Zielgruppe
Maßnahmetitel
Kurzbeschreibung
Verantwortlichkeit/
Beteiligte
Kinder, Ju-
gendliche,
junge Erwach-
sene
Qualitative Verbesserung
der Politischen Bildung
und Demokratieerziehung
in Sachsen
unter anderem durch das abge-
stimmte Handlungskonzept „W wie
Werte“ zur Demokratieerziehung
sowie zur politischen/demokrati-
schen Bildung in Schulen sowie Be-
rufsschulen
SMK
Einwohnerin-
nen und Ein-
wohner Sach-
sens
Politische Erwachsenen-
bildung aktiv stärken
Demokratie- und Menschenrechts-
bildung als Aufgabe lebenslangen
Lernens
3
, unter anderem Anregung
zur Teilnahme an und Förderung
der politischen Bildung in der Wei-
terbildungsförderungsverordnung
[WBFöVO]
SMJusDEG
Bildungsein-
richtungen, Zi-
vilgesellschaft
Formen der Aktivierung
kooperativen Handelns
zwischen Bildungseinrich-
tungen und zivilgesell-
schaftlichen Akteuren
etablieren
zum Beispiel Verstetigung und
Streuung von Modellversuchserfah-
rungen, wie beispielsweise »Starke
Lehrer – Starke Schüler« in Zusam-
menarbeit mit der Technischen Uni-
versität Dresden und starkem Netz-
werk außerschulischer Einrichtun-
gen
zum Beispiel Verstetigung schüler-
aktivierender Engagementformen
für das Gemeinwesen wie beispiels-
weise »genial sozial – deine Arbeit
gegen Armut«
Umsetzung der Handlungsempfeh-
lungen des Handlungskonzeptes
„W wie Werte“
SMK
Einwohnerin-
nen und Ein-
wohner Sach-
sens
Förderung des Gesell-
schaftlichen Zusammen-
haltes
Richtlinie zur Förderung der sozia-
len Integration und Partizipation von
Personen mit Migrationshintergrund
und der Stärkung des gesellschaftli-
chen Zusammenhalts (FRL Integra-
tive Maßnahmen)
SMS
Natürliche und
juristische Per-
sonen des pri-
vaten und öf-
fentlichen
Rechts sowie
rechtsfähige
Personenge-
sellschaften
einschließlich
der LEADER-
Aktionsgruppen
(LAG)
Förderung von Mitgestal-
tung und Mitbestimmung
regionaler Prozesse über
die Richtlinie zur Umset-
zung von LEADER-Ent-
wicklungsstrategien (RL
LEADER/2014)
Im LEADER-Prozess entscheiden
die 30 sächsischen LEADER-Akti-
onsgruppen eigenverantwortlich
über die Fördermaßnahmen, die im
Aktionsplan ihrer jeweiligen LEA-
DER-Entwicklungsstrategie veran-
kert sind. Diese Maßnahmen ent-
halten Fördergegenstände aus allen
Lebensbereichen. Bei Bedarf kön-
nen auch Maßnahmen zur Integra-
tion von Zuwanderern in die Ent-
wicklungsstrategien der LEADER-
Gebiete aufgenommen werden.
SMEKUL/
LEADER-Aktions-
gruppen (LAG)
3
Zielsetzungen der KMK im Bereich Demokratieerziehung, unter anderem Unterzeichnerin der Charta des Euro-
parates zur Demokratie- und Menschenrechtsbildung (EDC/HRE), Näheres unter:
https://www.kmk.org/themen/allgemeinbildende-schulen/weitere-unterrichtsinhalte/demokratieerziehung.html.

| 53
Zielgruppe
Maßnahmetitel
Kurzbeschreibung
Verantwortlichkeit/
Beteiligte
Einwohnerin-
nen und Ein-
wohner Sach-
sens
Mobile Beratung
Die Mobile Beratung berät unter an-
derem Vereine, Initiativen, Jugend-
einrichtungen, Kirchen, Verwaltun-
gen und Parteien im Umgang mit
demokratiefeindlichen Positionen,
wie Rassismus oder den Ausprä-
gungen einer organisierten Nazis-
zene. Dabei beraten und begleiten
die Mobilen Beratungsträger Hilfe-
suchende kompetent und unabhän-
gig direkt vor Ort. Die Beratung ori-
entiert sich an den Bedürfnissen der
Menschen und trägt den regionalen
Besonderheiten Rechnung. So wer-
den im vertrauensvollen Austausch
Schritt für Schritt geeignete Lösun-
gen entwickelt und umgesetzt.
SMS, in Zusammen-
arbeit mit dem Kultur-
büro Sachsen e. V.
Alle Akteure im
System Schule
(Schulleitun-
gen, Lehr-
kräfte, Schulso-
zialarbeiter/-in-
nen, Ange-
stellte des
Schuljugend-
clubs, Schüler/-
innen, Jugend-
gruppen und
andere)
Mobile Beratung im Kon-
text Schule
Die Auseinandersetzung mit men-
schenverachtenden Einstellungen
und Diskriminierungen findet in
Schulen eher spontan und anlass-
bezogen statt. Für eine langfristige
und präventive Projektarbeit fehlen
oftmals die Ressourcen. Das Bera-
tungs- und Begleitungsangebot für
Schulen setzt genau dort an. Zu-
sammen mit den Schulträgern wer-
den Gesamtstrategien entwickelt,
dank derer menschenverachtenden
Tendenzen situationsgerecht be-
gegnet werden kann.
SMS (DZ SN), in Zu-
sammenarbeit mit
der Courage – Werk-
statt für demokrati-
sche Bildungsarbeit
e. V.
Einwohnerin-
nen und Ein-
wohner Sach-
sens, Zivilge-
sellschaftliche
Akteure
Demokratisches Engage-
ment würdigen
zum Beispiel Marwa-El-Sherbini-Sti-
pendium für zukünftige Führungs-
kräfte, die sich für Freiheit, Demo-
kratie und Menschenrechte einset-
zen; Verleihung des Sächsischen
Bürgerpreises an Initiativen, Institu-
tionen oder Einzelpersonen für ih-
ren herausragenden Einsatz für die
Gesellschaft, für Toleranz und für
Demokratie.
SMS (INT sowie DZ
SN in Zusammenar-
beit mit den Trägern
der Mobilen Beratung
SK)

54 |
Tabelle 46: Ziel 2: Konstruktive Konflikt- und Mitwirkungskultur fördern
Zielgruppe
Maßnahmetitel
Kurzbeschreibung
Verantwortlichkeit/
Beteiligte
Einwohnerin-
nen und Ein-
wohner Sach-
sens
Dialog- und Konfliktfähig-
keit im demokratischen
Gemeinwesen stärken
zum Beispiel Marwa-El-Sherbini-Sti-
pendium für zukünftige Führungs-
kräfte, die sich für Freiheit, Demo-
kratie und Menschenrechte einset-
zen; Verleihung des Sächsischen
Bürgerpreises an Initiativen, Institu-
tionen oder Einzelpersonen für ih-
ren herausragenden Einsatz für die
Gesellschaft, für Toleranz und für
Demokratie.
SMS
Einwohnerin-
nen und Ein-
wohner Sach-
sens
Dialog- und Konfliktfähig-
keit im demokratischen
Gemeinwesen stärken
»Lasst uns Streiten«-Ansatz der
Landeszentrale für politische Bil-
dung fortsetzen (derzeit moderierter
Online-Dialog zu gesellschaftspoliti-
schen Themen), Kooperation mit
Volkshochschulen
SMJusDEG
Einwohnerin-
nen und Ein-
wohner Sach-
sens
Beratung und Moderation
in Konflikten fördern
zum Beispiel Projekt »K!D - Kom-
mune im Dialog« der Landeszent-
rale für politische Bildung; Modera-
tion von Beteiligungsprozessen und
Projekt „Schule im Dialog Sachsen“
SMJusDEG
Einwohnerin-
nen und Ein-
wohner Sach-
sens
Beratung und Moderation
in Konflikten fördern
Schulung lokaler ehrenamtlicher
Konfliktlotsen
SMS (DZ SN, in Zu-
sammenarbeit mit
den Trägern der Mo-
bilen Beratung, z.B.
Kulturbüro Sachsen)
Einwohnerin-
nen und Ein-
wohner Sach-
sens
Bürgerbeteiligung verstär-
ken
verstärkte Bürgerbeteiligung auf
Landesebene durch informelle Be-
teiligungsverfahren wie beispiels-
weise regionale Dialogveranstaltun-
gen, um den Einwohnerinnen und
Einwohnern Sachsens die Möglich-
keit zu geben, aktiv an Entschei-
dungsprozessen von Politik und
Verwaltung mitzuwirken.
stärkere Online-Beteiligung über
das Beteiligungsportal des Freistaa-
tes Sachsen
SK, SMJusDEG; alle
Ressorts
Tabelle 47: Ziel 3: Politisches Engagement fördern
Zielgruppe
Maßnahmetitel
Kurzbeschreibung
Verantwortlichkeit/
Beteiligte
Neueingebür-
gerte Einwoh-
nerinnen und
Einwohner
Sachsens
Erhöhung der Wahlbeteili-
gung an Kommunal-,
Landtags- und Bundes-
tagswahlen
Politische Teilhabe bringt das Ge-
meinwesen voran. Insbesondere
Neueingebürgerte sind zu ermuti-
gen, von ihrem Wahlrecht Ge-
brauch zu machen.
Zum Beispiel Öffentlichkeitskam-
pagne, siehe oben.
SK, SMI, SMS

| 55
Zielgruppe
Maßnahmetitel
Kurzbeschreibung
Verantwortlichkeit/
Beteiligte
Unionsbürger
Erhöhung der Wahlbeteili-
gung an Kommunalwah-
len
Unionsbürger sind anzuregen, von
ihrem Kommunalwahlrecht (Artikel
28 GG) Gebrauch zu machen.
Zum Beispiel Öffentlichkeitskam-
pagne, siehe oben.
SK, SMI, SMS
Deutsche mit
Migrationshin-
tergrund
Anregung zur aktiven Mit-
wirkung
Identifikation mit dem Gemeinwe-
sen geschieht im besonderen Maße
durch aktive demokratische Mitwir-
kung. Dafür sind Deutsche mit Mig-
rationshintergrund verstärkt zu ge-
winnen.
Zum Beispiel Öffentlichkeitskam-
pagne, Bereitstellung zentraler In-
formationswebseite, Kommunikati-
onsarbeit in sozialen Internet-
medien, Zusammenarbeit mit dem
Dachverband sächsischer Migran-
tenorganisationen e. V. (DSM), Nut-
zung von Multiplikatoren in migranti-
schen Gemeinschaften
Durchführung von lokalen Veran-
staltungen
SK, SMI, SMS
Menschen mit
Migrationshin-
tergrund ohne
deutsche
Staatsangehö-
rigkeit
Anregung zur aktiven Mit-
wirkung
Unterstützung bei der Gründung
kommunaler Ausländer- und Integ-
rationsbeiräte
SK, SMI, SMS, Kom-
munen
Menschen mit
Migrationshin-
tergrund
Anregung zur aktiven Mit-
wirkung
Die Zahl der Vereinsgründungen
von interkulturellen »Migranten-
selbstorganisationen« (MO) soll er-
höht werden, um als gesellschaftli-
cher Akteur wahrgenommen zu
werden. Gefördert werden Maßnah-
men zur Unterstützung und Stär-
kung demokratischer und integrati-
onsfördernder Migrantenselbstorga-
nisationen.
SMS/SAB (Bewilli-
gungsstelle)
Einwohnerin-
nen und Ein-
wohner Sach-
sens
Anregung zur aktiven Mit-
wirkung
Anregung der Bevölkerung, insbe-
sondere Menschen mit Migrations-
hintergrund, zur aktiven Mitarbeit im
Dachverband sächsischer Migran-
tenorganisationen e. V. (DSM).
SMS
Menschen mit
Migrationshin-
tergrund
Förderung des Dachver-
bandes sächsischer Mig-
rantenorganisationen e. V.
(DSM)
Unterstützung beim Auf- und Aus-
bau des Dachverbandes
SMS

56 |
Zielgruppe
Maßnahmetitel
Kurzbeschreibung
Verantwortlichkeit/
Beteiligte
Menschen mit
Migrationshin-
tergrund
Maßnahmen zur Errich-
tung und Unterstützung
eines sächsischen Lan-
desnetzwerkes demokrati-
scher und integrationsför-
dernder Migrantenselbst-
organisationen
Aufbau eines sächsischen Landes-
netzwerkes Migrantenselbstorgani-
sationen
SMGI/SAB (Bewilli-
gungsstelle)
Tabelle 48: Ziel 4: Freiwilliges gesellschaftliches Engagement stärken – Unterziel 1: Allgemeine Förderung
des Ehrenamtes
Zielgruppe
Maßnahmetitel
Kurzbeschreibung
Verantwortlichkeit/
Beteiligte
Einwohnerin-
nen und Ein-
wohner Sach-
sens
Bestärkung im und Anre-
gung zum bürgerschaftli-
chen Engagement
Programm zur Förderung des bür-
gerschaftlichen Engagements »Wir
für Sachsen« fortführen (Bereiche
Soziales, Umwelt, Kultur und
Sport).
SMS
Einwohnerin-
nen und Ein-
wohner Sach-
sens
Verstärkte Gewinnung
von Engagierten
Zivilgesellschaftliche Beteiligungs-
formate für Menschen unterschiedli-
chen Alters und unterschiedlicher
Engagementbereitschaft unter Be-
rücksichtigung der jeweiligen Rah-
menbedingungen in Großstädten
und Gemeinden im ländlichen
Raum passgenau entwickeln.
zum Beispiel Öffentlichkeitskam-
pagnen, Aufzeigen von Perspekti-
ven im Ehrenamt beim Übergangs-
management vom Beruf in den Ru-
hestand
SMS
Einwohnerin-
nen und Ein-
wohner Sach-
sens
Verbesserung Informa-
tions- und Hilfsangebote
für Ehrenamtliche
Bedarf Bildungs-, Begleit- und Qua-
lifizierungsangebote für Ehrenamtli-
che werden unterbreitet
SMS
Einwohnerin-
nen und Ein-
wohner Sach-
sens
Bestärkung im und Anre-
gung zum Ehrenamt
Informations- und Hilfsangebote für
Ehrenamtliche, Bildungs-, Begleit-
und Qualifizierungsangebote für Eh-
renamtliche bereitstellen
SMS
Einwohnerin-
nen und Ein-
wohner Sach-
sens
Zusammenarbeit Haupt-
und Ehrenamt
Auf gute Kooperation und Koordina-
tion zwischen Haupt- und Ehrenamt
hinwirken, zum Beispiel durch
Schulungen
SMS
Einwohnerin-
nen und Ein-
wohner Sach-
sens
Bestärkung im Ehrenamt Öffentliche Würdigungen
SMS, SK, alle Res-
sorts

| 57
Tabelle 49: Ziel 4: Freiwilliges gesellschaftliches Engagement stärken – Unterziel 2: Ehrenamt mit Fokus
auf Menschen mit Migrationshintergrund
Zielgruppe
Maßnahmetitel
Kurzbeschreibung
Verantwortlichkeit/
Beteiligte
Menschen mit
Migrationshin-
tergrund
Ermutigung zur Mitwir-
kung in einem Verein, o-
der in einem Verband o-
der Jugendverband, z.B.
bei der Freiwilligen Feuer-
wehr, dem DRK, THW o-
der DLRG.
Ermutigung, einen Freiwil-
ligendienst zu leisten
(FÖJ, FSJ, FdaG oder
BFD)
zum Beispiel Prüfung Öffentlich-
keitskampagne; Paten als Lotsen
nutzen
SMS
Menschen mit
Migrationshin-
tergrund
Aktivierung von gut inte-
grierten Unterstützern
Integrierte Menschen mit Migrati-
onshintergrund ermutigen, sich als
Integrationsbegleiter für (neuange-
kommene) Menschen mit Migrati-
onshintergrund einzubringen (zum
Beispiel in Zusammenarbeit mit
dem Dachverband sächsischer Mig-
rantenorganisationen).
SMS
Ehrenamtliche
in Flüchtlings-
initiativen
Wandelungs- und Ent-
wicklungsprozesse bei
Flüchtlingsinitiativen be-
gleiten.
zum Beispiel Austausch, Über-
gangsmanagement
SMS
Flüchtlinge
Selbstorganisation von
Flüchtlingen im Rahmen
ehrenamtlichen Engage-
ments aktivieren und stär-
ken
unter anderem Wissensvermittlung
zu freiwilligem Engagement
SMS
Flüchtlinge und
Migranten; Un-
ternehmen und
gemeinnützige
Einrichtungen
im Bereich der
Landschafts-
pflege und grü-
nen Berufe
Flüchtlinge und Migranten
in der Landschaftspflege
und in Grünen Berufen in
Westsachsen und im
Zittauer Gebirge inklusive
Vorland
Organisation und Betreuung von
Orientierungspraktika mit Wissens-
vermittlung und praktischen Tätig-
keiten in typischen Tätigkeitsfeldern
der Land- und Forstwirtschaft, des
Garten- und Landschaftsbaus sowie
der Natur- und Landschaftspflege.
Zielgruppe soll dabei für eine Aus-
bildung oder Beschäftigung im Be-
reich der Grünen Berufe gewonnen
werden. (Projektzeitraum 08/2017 –
03/2019 beziehungsweise 07/2019)
SMEKUL/Sächsi-
sches Landesamt für
Umwelt, Landwirt-
schaft und Geologie
(LfULG)/Landschafts-
pflegeverband (LPV)
Westsachsen e. V./
LPV Zittauer Gebirge
e. V.
Einwohnerin-
nen und Ein-
wohner Sach-
sens
Öffentliche Würdigung
verstärken
zum Beispiel Verleihung des Säch-
sischen Bürgerpreises mit der Kate-
gorie Flüchtlingshilfe seit 2016,
Sächsischer Integrationspreis seit
2009, Annen-Medaille für ehrenamt-
lich Engagierte im Bereich der So-
zial- oder Familienarbeit, Marwa-El-
Sherbini-Stipendium seit 2010 für
zukünftige Führungskräfte, die ge-
sellschaftliche Verantwortung über-
nehmen
SK, SMS, alle Res-
sorts

58 |
4.2
Für gegenseitigen Respekt und Offenheit gegenüber kultureller Viel-
falt werben
Das Grundgesetz und die Verfassung des Freistaates Sachsen schützen die Würde des Men-
schen. Jeden einzelnen Menschen schützen sie davor, wegen seines Geschlechtes, seiner
Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens,
seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt zu werden. Dies
ist Grundlage für ein friedvolles und respektvolles Zusammenleben aller Menschen in Sach-
sen.
Gegenseitiger Respekt ist auch die Grundlage gelingender Integration. Toleranz und Offenheit
gegenüber kultureller Vielfalt kann von der Staatsregierung nicht verordnet werden. Der ge-
genseitige Respekt jedoch bildet die Grundlage unseres demokratischen Gemeinwesens und
des Miteinanders vor Ort. Als solcher ist er von allen Beteiligten in jeder Situation zu fordern
und zu fördern.
Gerade im Kulturbereich gibt es zahlreiche Projekte, die zum Dialog anregen und das gegen-
seitige Verständnis und den Respekt fördern. Auch die Kulturförderung des Freistaates Sach-
sen sowie die staatlichen Kultureinrichtungen haben es sich zum Ziel gesetzt, diesen Dialog
zu unterstützen.
Tabelle 50: Ziel 1: Alltagsorientierung von Menschen mit Migrationshintergrund verbessern – Unter-
ziel 1: Bereitstellung aufeinander abgestimmter, mehrsprachiger Informations- und Bildungsangebote
Zielgruppe
Maßnahmetitel
Kurzbeschreibung
Verantwortlichkeit/
Beteiligte
Verwaltung,
Menschen mit
Migrationshin-
tergrund
Ausbau der Willkommen-
sportale des Freistaates
Sachsens
Internetportale vernetzen, Mehr-
sprachigkeit des Internetangebotes
sichern
SMI, SMWA, SMS,
SK, alle Ressorts
Einwohnerin-
nen und Ein-
wohner Sach-
sens
Förderung der Welcome
App der Firma Heinrich &
Reuter Solutions GmbH
Die App ermöglicht Menschen mit
Migrationshintergrund, insbeson-
dere Flüchtlingen, sowie interessier-
ten Bürgerinnen und Bürgern (zum
Beispiel in der Flüchtlingshilfe) ei-
nen guten Überblick über die Struk-
turen in Deutschland, in Sachsen
und weiter in den Regionen zu er-
halten.
SMS
Menschen mit
Migrationshin-
tergrund
Maßnahmen zur Informa-
tion, Beratung und Unter-
stützung von Menschen
mit Migrationshintergrund
zum Beispiel Beratung
und Information über das
Leben in Sachsen
Neuauflage der Willkommensbro-
schüre für Menschen mit Migrati-
onshintergrund in Sachsen (auch
digital) in Zusammenarbeit mit dem
Dachverband der Migrantenorgani-
sationen in Sachsen prüfen
SMS/SAB (Bewilli-
gungsstelle)

| 59
Zielgruppe
Maßnahmetitel
Kurzbeschreibung
Verantwortlichkeit/
Beteiligte
Flüchtlinge,
insbesondere
Asylsuchende/-
bewerber in
sächsischen
Aufnahmeein-
richtungen
Broschüre „Orientierungs-
hilfe für Asylsuchende in
Sachsen“
Die Orientierungshilfe soll das An-
kommen in Sachsen erleichtern und
Asylsuchende mit der hiesigen Kul-
tur und Lebensweise bekannt ma-
chen. Für ein schnelles Zurechtfin-
den dient das Heft in den ersten
Wochen und Monaten als Orientie-
rung. In dieser werden die wichtigs-
ten Informationen auf einen Blick
zusammengestellt.
Sächsischer Auslän-
derbeauftragter/SMS
Asylsuchende
in sächsischen
Aufnahmeein-
richtungen
Erstorientierungskurse für
Asylsuchende in sächsi-
schen Aufnahmeeinrich-
tungen (EOK)
Für jeden Neuankommenden ist ein
schneller Zugang zu Verständi-
gungsmöglichkeiten und der Kon-
takt mit Menschen, die Orientierung
vermitteln und Fragen beantworten
können, eine wichtige Unterstüt-
zung. Vor allem aber ist ein frühzei-
tig vermitteltes Orientierungswissen
über Alltag und Kultur unseres Lan-
des eine wichtige Basis für ein spä-
teres friedliches und konstruktives
Zusammenleben in den sächsi-
schen Kommunen. Die Erstorientie-
rungskurse sollen in allen sächsi-
schen Aufnahmeeinrichtungen als
Regelangebot verankert werden.
Seit Beginn 2020 werden Erstorien-
tierungskurse für Asylsuchende mit
unklarer Bleibeperspektive vom BMI
(BAMF) in sächsischen AnkER-
Zentren durchgeführt.
BMI (BAMF)/SMS
Projektträger
besondere Modellvorha-
ben nach Förderbekannt-
machung
SMS/SAB (Bewilli-
gungsstelle)
Menschen mit
Migrationshin-
tergrund
Rechtsstaats- und Demo-
kratieverständnis vermit-
teln
Rechtsstaats- und Demokratiever-
ständnis für bestimmte Zielgruppen
aus Ländern und Regionen, die die-
ses politische System nicht kennen,
vermitteln (zum Beispiel »Polizei als
Freund und Helfer«, freie Mei-
nungsäußerung, Gewaltfreiheit,
freie geheime Wahlen).
SMS (in Zusammen-
arbeit SMI)
Berechtigte
BAMF-Integra-
tionskurse,
Verwaltung
Breite Nutzung der BAMF-
Integrationskurse durch
Berechtigte sicherstellen
Angebot des Bundes enthält
Sprachkurs zur Vermittlung ausrei-
chender Sprachkenntnisse und Ori-
entierungskurs zur Vermittlung von
Wissen zur Rechtsordnung, Ge-
schichte und Kultur in Deutschland
(siehe Tabelle 1 und Tabelle 4). Die
breite Nutzung ist sicherzustellen.
SMS (BAMF)

60 |
Zielgruppe
Maßnahmetitel
Kurzbeschreibung
Verantwortlichkeit/
Beteiligte
Menschen mit
Migrationshin-
tergrund, pro-
jektträger, Ver-
waltung
Förderung der Migrations-
beratung
Stärkung der Strukturen des Bun-
des im Rahmen der Migrationsbera-
tungsdienste Migrationsberatung für
erwachsene Zuwanderer (MBD)
und für junge Zugewanderte bis 27
Jahren (JMD) nach § 45 AufenthG
weiter fördern.
SMS, Bund
Haupt- und Eh-
renamtliche In-
tegrationsak-
teure
Sicherstellung einer guten
Beratung und Begleitung
Aus- und Weiterbildungen von
haupt- und ehrenamtlichen Perso-
nen, die sich im Bereich Integration
engagieren, fördern.
SMS
Menschen mit
Migrationshin-
tergrund, ins-
besondere
Flüchtlinge,
Kommunen
Zugang von Unterstüt-
zungsangeboten im Re-
gelsystem erleichtern
zum Beispiel Unterstützung/Förde-
rung der Bereitstellung von mehr-
sprachigen Informationen über be-
sondere Angebote, wie zum Bei-
spiel Familienberatung, Schwange-
renkonfliktberatung, HIV/STI-Bera-
tung, Suchtberatung, Maßnahmen
zur Verbraucherbildung (zum Bei-
spiel Giro-Konto, Mobilfunkverträge,
Haustürgeschäfte) insbesondere für
Flüchtlinge unterstützen
SMS, Kommunen
Besonders
schutzbedürf-
tige Flüchtlinge
in den Aufnah-
meeinrichtun-
gen
Zugang zu Hilfsangeboten
erleichtern durch Stär-
kung/Unterstützung von
Hilfsangeboten
zum Beispiel Bereitstellung nied-
rigschwelliger Informationen zur
Kontaktaufnahme zu Minderheiten-
verbänden
SMI
Tabelle 51: Ziel 2: Begegnungen, Dialog und interkulturelles Verständnis fördern – Unterziel 1: Direkte Be-
gegnungen und Dialog zum Abbau von Vorurteilen und Fremdenfeindlichkeit.
Zielgruppe
Maßnahmetitel
Kurzbeschreibung
Verantwortlichkeit/
Beteiligte
Einwohnerin-
nen und Ein-
wohner Sach-
sens
Begegnungsräume för-
dern
zum Beispiel Förderung von Begeg-
nungsstätten, in Wohnquartieren
und öffentlichem Raum, in denen
Menschen in Kontakt treten können
(Begegnungscafés, Kulturhäuser für
Austausch, Veranstaltungen und in-
terkulturelle Feiern und Kontakte),
Unterstützung von Formaten direk-
ter interkultureller Begegnung, wie
die jährlich durchgeführte »Interkul-
turelle Woche« (IKW)
SMS/SAB (Bewilli-
gungsstelle)
Einwohnerin-
nen und Ein-
wohner Sach-
sens
Öffentliche und wissen-
schaftliche Bibliotheken
und andere Kultureinrich-
tungen als Orte der Be-
gegnung nutzen
Wissenschaftliche und öffentliche
Bibliotheken und andere Kulturein-
richtungen können als Treffpunkte,
Sprach- und Kulturlernorte für die
Integrations- und, Sprachförderung
und für Multiplikatorenfortbildungen
im Bereich politischer wie kultureller
Bildung genutzt werden.
SMWK/Bibliothe-
ken/andere Kulturein-
richtungen

| 61
Zielgruppe
Maßnahmetitel
Kurzbeschreibung
Verantwortlichkeit/
Beteiligte
Kommunen
Quartiersmanagement
nutzen
Anregung der Kommunen zur Un-
terstützung durch Quartiersma-
nagement in den Städten und sozi-
ale Dorfentwicklung auf dem Lande.
SMR
Einwohnerin-
nen und Ein-
wohner Sach-
sens
Sichtbarmachung gelin-
gender Integration
Anregung der Kommunen zur Sicht-
barmachung gelingender Integra-
tion in Stadtteilen beziehungsweise
Kommunen, um bestehende bezie-
hungsweise latent vorhandene Vor-
behalte abzubauen.
Alle Ressorts, Kom-
munen
Jugendliche
und Heran-
wachsende
Jugendtreffs stärken
Kommunen weiterhin in 2019/2020
nach § 3 SächsKomPauschVO (bis
2018 auf der Grundlage der FRL
Jugendpauschale) bei der bedarfs-
gerechten Bereitstellung von Ju-
gendclubs und -einrichtungen mit
sozialpädagogischer Betreuung un-
terstützen.
Angebote der außerschulischen Ju-
gendarbeit weiterhin stärken.
Umsetzung des Projektes
„CONNECT – Geflüchtete und asyl-
suchende junge Menschen in der
Jugendhilfe kompetent begleiten &
sozialintegrative Potentiale von Ju-
gendarbeit stärken“ innerhalb der
FRL Weiterentwicklung.
SMS
Sportvereine,
Flüchtlinge
Integration von Flüchtlin-
gen durch und in den
Sport
Sportvereine für kulturelle Vielfalt
sensibilisieren und öffnen (siehe ge-
meinsames Konzept der Staatsre-
gierung und des Landessportbun-
des, Anregung der Kommunen, auf
Sportvereine hinzuweisen, Einbin-
dung der Kreissportbünde).
SMI, Landessport-
bund Sachsen
Einwohnerin-
nen und Ein-
wohner Sach-
sens
Zwischenmenschlichen
Austausch über gemein-
same Projekte ermögli-
chen
zum Beispiel Projekte, in denen
Menschen verschiedener Herkunft
miteinander agieren,
zum Beispiel intergenerationalen
Erfahrungsaustausch stärken, wie
zum Beispiel Sichtbarmachung des
Einzelnen in einer Gruppe wie im
Format »Lebendige Bibliothek« mit
Flüchtlingen, Vertriebenen, Men-
schen verschiedenen Glaubens o-
der Weltanschauung, Menschen mit
Biografiebrüchen durch die Nach-
wendezeit
SMS/SAB (Bewilli-
gungsstelle)

62 |
Zielgruppe
Maßnahmetitel
Kurzbeschreibung
Verantwortlichkeit/
Beteiligte
Einwohnerin-
nen und Ein-
wohner Sach-
sens
Förderung des kulturellen
Austauschs
Kunst und Kultur können den kultu-
rellen Austausch unterschiedlicher
sozialer Gruppen fördern (zum Bei-
spiel kann die Soziokultur mit ihren
kleinteiligen, flexiblen und offenen
Strukturen direkt vor Ort wirken.
Auch kann zu freiwilligem Engage-
ment im Kunst- und Kulturbereich
angeregt werden).
SMWK
Kommunen
Unterstützung bei der Be-
wältigung von Herausfor-
derungen in der Integrati-
onsarbeit vor Ort
niedrigschwellige Initiativen; Ange-
bot von Arbeitsgelegenheiten nach
AsylbLG, Koordinationskraft In-
tegration und Kommunale Integrati-
onskoordinatoren
SMS/SAB (Bewilli-
gungsstelle)
Einwohnerin-
nen und Ein-
wohner Sach-
sens in Grenz-
räumen
Sächsisch-Polnische und
Sächsisch-Tschechische
Grenzräume zu »Räumen
der Begegnung« weiter
aufwerten
unter anderem Nutzung des neu
eingerichteten Förderprogramms
»Internationaler kultureller Dialog«
bei der Kulturstiftung Sachsen
SMWK
Einwohnerin-
nen und Ein-
wohner Sach-
sens in Grenz-
räumen, Schü-
lerinnen und
Schüler
Nachbarsprachenlernen in
Grenzregionen weiter an-
regen
Die Durchgängigkeit und Durchläs-
sigkeit von Nachbarsprachlernange-
boten von der Kita an ist im sächsi-
schen Bildungssystem konzeptio-
nell angelegt. Seit 2009 gibt es ei-
nen Orientierungsrahmen für Leite-
rinnen und Leiter von Kindertages-
einrichtungen und Grundschulen,
um Mehrsprachigkeit zu fördern und
Wege zur Umsetzung aufzuzeigen.
Tschechisch und Polnisch werden
an sächsischen Schulen als regu-
läre zweite Fremdsprache oder als
Arbeitsgemeinschaft angeboten.
Über die Implementierung der Spra-
chen entscheiden die Schulen ei-
genverantwortlich. Im Schuljahr
2018/19 wird Tschechisch an 30
Schulen (9 Grundschulen, 10 Ober-
schulen, 8 Gymnasien, 3 Berufliche
Schulzentren) von insgesamt 3.116
Schülerinnen und Schülern als
Fremdsprache erlernt. Im Schuljahr
2018/19 wird Polnisch an 26 Schu-
len (11 Grundschulen, 8 Oberschu-
len, 4 Gymnasien, 2 Berufliche
Schulzentren, 1 Freie Schule) von
insgesamt 2.265 Schülerinnen und
Schülern als Fremdsprache erlernt.
SMK, Kommunen
Schülerinnen
und Schüler,
Studierende
Europäischer und interna-
tionale Erfahrungen durch
internationale Jugendbe-
gegnungen frühzeitig för-
dern
zum Beispiel internationale Jugend-
freizeiten, Fortführung und Ausbau
von Schul- und Hochschulpartner-
schaften mit anderen Ländern
SMK, SMWK

| 63
Tabelle 52: Ziel 2: Begegnungen, Dialog und interkulturelles Verständnis fördern – Unterziel 2: Interkultu-
relles Verständnis fördern.
Zielgruppe
Maßnahmetitel
Kurzbeschreibung
Verantwortlichkeit/
Beteiligte
Integrationsak-
teure, kulturelle
Einrichtungen,
Einwohnerin-
nen und Ein-
wohner
Veröffentlichung von Best-
Practice-Beispielen
Im Rahmen der Bund-Länder-Netz-
werke von Kulturprojekten mit
Flüchtlingen (»Kultur öffnet Welten«
und die Best-Practice-Datenbank
der Kultusministerkonferenz:
http://bestpractice.kultur-oeffnet-
welten.de/kmk/home/start.html)
werden Beispiele guter Praxis von
Kultur und Integration, insbeson-
dere Kulturarbeit mit Flüchtlingen,
präsentiert. Siehe auch Tabelle 60:
Ziel 5: Aufbau Integrationsbe-
richtserstattung/-monitoring für
Sachsen
SMWK
Verwaltung
Verankerung der kulturel-
len Vielfalt und interkultu-
rellen Verständigung in
Richtlinien
Die Förderung des kulturellen und
künstlerischen Schaffens und des
Austauschs auf diesem Gebiet ha-
ben in Sachsen Verfassungsrang
(Artikel 11 der Verfassung des Frei-
staates Sachsen). Ziel dabei ist die
Ermöglichung der Teilnahme an der
Kultur in ihrer Vielfalt. Kulturelle
Vielfalt zu bewahren und zu fördern
und interkulturelle Begegnung und
Verständigung zu ermöglichen sind
daher integrale Bestandteile der
staatlichen Förderung von Kunst
und Kultur. Bei der Überarbeitung
einschlägiger Richtlinien wird die-
sem Verfassungsauftrag regelmä-
ßig Rechnung getragen.
SMWK
Einwohnerin-
nen und Ein-
wohner Sach-
sens
Interkultureller/-religiöser
Austausch
Projekte, die zum interkulturellen
und interreligiösen Austausch bei-
tragen.
SMS, Landespro-
gramm Weltoffenes
Sachsen
Kinder und Ju-
gendliche
Landesweites Konzept für
Kinder- und Jugendbil-
dung in Sachsen
Erstellung eines landesweiten Kon-
zeptes, mit dem auf die große Be-
deutung der kulturellen Bildung im
Hinblick auf den Erhalt und die Ver-
mittlung kultureller Vielfalt, interkul-
tureller Öffnung und Kompetenz
und den interkulturellen Dialog ver-
wiesen wird. Die gesellschaftliche
Integration von Zugewanderten soll
besondere Bedeutung finden. Ins-
besondere sind Schulen wichtige
Lernorte, um Wissen im Bereich Zu-
wanderung und Integration zu ver-
mitteln.
SMWK (Federfüh-
rung), SMS, SMK

64 |
Zielgruppe
Maßnahmetitel
Kurzbeschreibung
Verantwortlichkeit/
Beteiligte
Jugendliche
und Heran-
wachsende
Außerschulische Jugend-
arbeit stärken
Angebote der außerschulischen Ju-
gendarbeit weiterhin stärken, unter
anderem durch Förderung in
2019/2020 nach § 3 SächsKom-
PauschVO (bis 2018 auf der Grund-
lage der FRL Jugendpauschale)
und der überörtlichen Jugendver-
bände, die sich zum Beispiel auch
der Thematik des verantwortlichen
Umgangs mit Diversität stellen.
SMS
Einwohnerin-
nen und Ein-
wohner Sach-
sens
Förderung von Toleranz
und Akzeptanz
Projekte, die Toleranz und Akzep-
tanz unterschiedlicher religiöser,
kultureller, ethnischer Zugehörigkei-
ten und sexueller Orientierungen
und Identität fördern und stärken.
SMS (Landespro-
gramm Weltoffenes
Sachsen)
Einwohnerin-
nen und Ein-
wohner Sach-
sens
Förderung des Interkultu-
rellen Verstehens
zum Beispiel Angebote zur Stär-
kung von Dialog- und Konfliktfähig-
keit durch politische Bildung (siehe
Tabelle 46), der interkulturellen
Kommunikations- und Konfliktlö-
sungskompetenzen, interkulturellen
Kompetenz und interkulturellen Bil-
dung durch entsprechende Ange-
bote (siehe Tabelle 44)
SMK, SMJusDEG,
SLpB
Lehrerinnen
und Lehrer, Er-
zieherinnen
und Erzieher
Förderung der interkultu-
rellen Kompetenz in Leh-
rer- und Erzieherausbil-
dung
Interkulturelle Kompetenz und inter-
kulturelle Bildung als Teil der Lehr-
erbildung und Erzieherausbildung
stärken, zum Beispiel Verbesserung
der Weiterbildungsangebote (siehe
Tabelle 42).
SMK
Religionsge-
meinschaften
(Inter-)Religiöse Bildung
stärken
Religionsgemeinschaften bei der
(inter-)religiösen Bildung für alle vor
Ort lebenden Menschen mit und
ohne Migrationshintergrund stärker
einbeziehen.
zum Beispiel Entwicklung von Dia-
logformaten zwischen konfessions-
freien Menschen und Menschen mit
religiöser Bindung anregen
SK, SMS
Schülerinnen
und Schüler
Prüfung Curriculum Ethik-
unterricht an Schulen
gegebenenfalls stärkere Vermittlung
von Religionswissen als Bestandteil
des Ethikunterrichts, Grundwerte
Ethikunterricht mit Sozialkompe-
tenzerwerb verbinden durch Rollen-
spiele, regelmäßige Projekttage
SMK
Muslimische
Gemeinden/Or-
ganisationen
im Freistaat
Sachsen
Vertrauensvoller Dialog
mit den muslimischen Or-
ganisationen
Ziel des vertrauensvollen Dialoges
ist eine verbesserte Akzeptanz und
gesellschaftliche Teilhabe der mus-
limischen Einwohnerinnen und Ein-
wohner in Sachsen.
SMS (DZ SN/KORA)

| 65
Tabelle 53: Ziel 3: Akzeptanz von Menschen mit Migrationshintergrund durch sachgerechte Information
stärken.
Zielgruppe
Maßnahmetitel
Kurzbeschreibung
Verantwortlichkeit/
Beteiligte
Einwohnerin-
nen und Ein-
wohner Sach-
sens
Information über Zukunfts-
aufgaben der Staatsregie-
rung im Zusammenhang
mit Zuwanderung
v. a. demografischer Wandel, zu-
nehmende Bevölkerungsalterung,
Fachkräftesituation, vielfältiges
weltweites Wanderungsgeschehen
Dachverband sächsischer Migran-
tenorganisationen (DSM) zur geziel-
ten Ansprache und Information von
migrantischen Gemeinschaften an-
regen.
SK
Einwohnerin-
nen und Ein-
wohner Sach-
sens
Information über Zukunfts-
aufgaben der Staatsregie-
rung im Zusammenhang
mit Integration in Sachsen
v. a. Teilhabe und Zusammenhalt
schaffen (Ergebnisse Integrations-
berichtserstattung nutzen, Maßnah-
men ZIK II kommunizieren)
Dachverband sächsischer Migran-
tenorganisationen (DSM) zur geziel-
ten Ansprache und Information von
migrantischen Gemeinschaften an-
regen.
SMS (in Zusammen-
arbeit SK, Ressorts)
Einwohnerin-
nen und Ein-
wohner Sach-
sens
Information über aktuellen
Sachstand Zuwanderung
zum Beispiel Daten über Zuwande-
rung im Rahmen der Öffentlichkeits-
arbeit bereitstellen (unter anderem
Broschüre »Ausländische Mitbürger
in Sachsen«)
SMI mit STALA
(mittelfristig Einbezug
SMS wegen Integrati-
onsmonitoring)
Einwohnerin-
nen und Ein-
wohner Sach-
sens
Information über Integra-
tion in Sachsen
Bereitstellung einer Kurzfassung
ZIK II in den Sprachen Deutsch,
Englisch, Arabisch
Fortführung und Ausbau der SMS-
Webseite (Verantwortungsbereiche,
Ansprechpartner, Angebotsstruktur)
Fortführung des Integrations-
Newsletters in geeigneter Form
Bereitstellung von Informationsma-
terial über SMS-Aufgabenfelder
zum Gesellschaftlichen Zusammen-
halt
SMS
Einwohnerin-
nen und Ein-
wohner Sach-
sens
Information über die
Rückführung von Ausrei-
sepflichtigen
Bereitstellung von Informationen
über die geordnete Rückführung
von Ausreisepflichtigen auf der
Grundlage rechtsstaatlicher Prinzi-
pien (unter anderem Ausbau der
Beratungsangebote zur Freiwilligen
Rückkehr in die Herkunftsländer im
Rahmen der Flüchtlingssozialbera-
tung)
SMS, SMI

66 |
Zielgruppe
Maßnahmetitel
Kurzbeschreibung
Verantwortlichkeit/
Beteiligte
Einwohnerin-
nen und Ein-
wohner Sach-
sens
Sensibilisierungs- und In-
formationsstrategien für
Menschen, die nicht aktiv
Informationen suchen, an-
wenden
zum Beispiel Multiplikatoren, Stra-
ßen- und ÖPNV-Werbung
SMS, alle Ressorts
Menschen mit
Migrationshin-
tergrund
Einbeziehung des Dach-
verbandes der Sächsi-
schen Migrantenorganisa-
tionen (DSM)
Den Dachverband sächsischer Mig-
rantenorganisationen (DSM) zur ge-
zielten Ansprache und Information
von migrantischen Gemeinschaften
anregen.
SMS, DSM
4.3
Staatliche Maßnahmen zur Gewährleistung der Sicherheit und Prä-
vention gegen Extremismus fortsetzen
Die öffentliche Sicherheit ist zu gewährleisten. Kriminalität sowie politischem oder politisch-
religiösem Extremismus müssen klare Grenzen aufgezeigt werden. Es darf in unserem Land
auch künftig keine Parallelgesellschaften geben, die für sich existieren. Derartigen Entwick-
lungen muss durch Aufklärung, Prävention und Intervention entgegengewirkt werden.
Extremismus – ganz gleich ob rechts, links, islamistisch oder anderweitig motiviert – muss mit
allen rechtsstaatlichen Mitteln entgegengetreten werden. Extremistischen Positionen wird
auch durch präventive Arbeit vorgebeugt.
Ziel 1: Sicherheitsrelevante Maßnahmen (siehe Ausführungen ZIK II, S. 100)
Von einer Veröffentlichung der konkreten weiteren Maßnahmen des ZIK II sieht das Staatsmi-
nisterium des Innern (SMI) ab.
Tabelle 54: Ziel 2: Gewährleistung der Sicherheit von Menschen mit Migrationshintergrund* (siehe Ausfüh-
rungen ZIK II)
Zielgruppe
Maßnahmetitel
Kurzbeschreibung
Verantwortlichkeit/
Beteiligte
Menschen mit
Migrationshin-
tergrund
Opferberatung für Be-
troffene von rechtsmoti-
vierter und rassistischer
Gewalt
Die Opferberatung des RAA Sach-
sen e. V. berät und unterstützt Be-
troffene von rechtsmotivierter und
rassistischer Gewalt sowie Angehö-
rige, Freundinnen und Freunde der
Betroffenen sowie Zeuginnen und
Zeugen eines Angriffs.
Die Opferberatung hört zu, bietet
ausführliche Gespräche und unter-
stützt bei der emotionalen Verarbei-
tung des Erlebten und bei der Ver-
besserung der Lebenssituation, um
die Sicherheit von Betroffenen (wie-
der) herzustellen.
Die Opferberatung informiert über
rechtliche Möglichkeiten, begleitet
auf Wunsch zur Polizei, Behörden
und Ärztinnen beziehungsweise
SMS (Landeskoordi-
natoren des Demo-
kratie-Zentrums) in
Kooperation mit der
Opferberatung des
RAA Sachsen e. V.

| 67
Zielgruppe
Maßnahmetitel
Kurzbeschreibung
Verantwortlichkeit/
Beteiligte
Ärzten, unterstützt in der Prozess-
vorbereitung, begleitet zur Gerichts-
verhandlung und gibt Hinweise zu
Finanzierung und Entschädigung
und hilft bei Anträgen.
Die Opferberatung vermittelt auf
Wunsch zu Therapeutinnen und
Therapeuten oder Anwältinnen und
Anwälten.
Die Beratung ist parteilich, klien-
tenorientiert, aufsuchend, vertrau-
lich, mehrsprachig und kostenlos.
Tabelle 55: Ziel 3: Extremismusprävention
Zielgruppe
Maßnahmetitel
Kurzbeschreibung
Verantwortlichkeit/
Beteiligte
Einwohnerin-
nen und Ein-
wohner
Mobile Beratung
Die Mobilen Beratung berät unter
anderem Vereine, Initiativen, Ju-
gendeinrichtungen, Kirchen, Ver-
waltungen und Parteien im Umgang
mit demokratiefeindlichen Positio-
nen, wie Rassismus oder den Aus-
prägungen einer organisierten Na-
ziszene. Dabei beraten und beglei-
ten die Mobile Beratung Hilfesu-
chende kompetent und unabhängig
direkt vor Ort. Die Beratung orien-
tiert sich an den Bedürfnissen der
Menschen und trägt den regionalen
Besonderheiten Rechnung. So wer-
den im vertrauensvollen Austausch
Schritt für Schritt geeignete Lösun-
gen entwickelt und umgesetzt.
SMS (Landeskoordi-
natoren des Demo-
kratie-Zentrums), in
Zusammenarbeit mit
dem Kulturbüro
Sachsen e. V.
Alle Akteure im
System Schule
(Schulleitun-
gen, Lehr-
kräfte, Schulso-
zialarbeiter/-in-
nen, Ange-
stellte des
Schuljugend-
clubs, Schüler/-
innen, Jugend-
gruppen und
andere)
Mobile Beratung im Kon-
text Schule
Die Auseinandersetzung mit men-
schenverachtenden Einstellungen
und Diskriminierungen findet in
Schulen eher spontan und anlass-
bezogen statt. Für eine langfristige
und präventive Projektarbeit fehlen
oftmals die Ressourcen. Das Bera-
tungs- und Begleitungsangebot für
Schulen setzt genau dort an. Zu-
sammen mit den Schulträgern wer-
den Gesamtstrategien entwickelt,
dank derer menschenverachtenden
Tendenzen situationsgerecht be-
gegnet werden kann.
SMS (Landeskoordi-
natoren des Demo-
kratie-Zentrums), in
Zusammenarbeit mit
der Courage – Werk-
statt für demokrati-
sche Bildungsarbeit
e. V.

68 |
Zielgruppe
Maßnahmetitel
Kurzbeschreibung
Verantwortlichkeit/
Beteiligte
Muslimische
Gemein-
den/Organisati-
onen im Frei-
staat Sachsen
Vertrauensvoller Dialog
mit muslimischen Organi-
sationen
Muslimische Organisationen sollen
in die Lage versetzt werden, religi-
ons- und kultursensible soziale An-
gebote zu vermitteln oder selbst
umzusetzen, um auf soziale Prob-
leme und Radikalisierungstenden-
zen zu reagieren und soziale Ver-
sorgungslücken nicht extremisti-
schen Bestrebungen zu überlassen.
Um entsprechende Gegen-Narra-
tive und Gegenangebote zu extre-
mistischen Gruppierungen anzubie-
ten, brauchen muslimische Gemein-
den in Sachsen eine gute Vernet-
zung zur Verwaltung auf kommuna-
ler und Landesebene zu freien und
öffentlichen Trägern der Wohlfahrt
und Akteuren der Zivilgesellschaft.
Für sicherheitsrelevante Fälle im
Kontext von islamistischem Extre-
mismus und Muslimfeindlichkeit sol-
len muslimische Gemeinden die Po-
lizei sowie den Verfassungsschutz
über zentrale Ansprechpartner ein-
beziehen beziehungsweise werden
im umgekehrten Fall von diesen
kontaktiert.
SMS (Landeskoordi-
natoren des Demo-
kratie-Zentrums), in
Zusammenarbeit mit
Kommunalverwal-
tung, Sicherheitsbe-
hörden, freien und öf-
fentlichen Träger der
Wohlfahrt sowie Akt-
euren der Zivilgesell-
schaft
Personen, die
in ihrem direk-
ten Arbeitsum-
feld Kontakt mit
für islamisti-
sche Radikali-
sierung anfälli-
gen Jugendli-
chen, Inhaftier-
ten, unbegleite-
ten minderjähri-
gen Asylsu-
chenden oder
bereits volljäh-
rigen Flüchtlin-
gen mit und
ohne muslimi-
schen Glauben
haben (Lehrer/-
innen, Schullei-
tungen und
Schulsozialar-
beiter/-innen,
haupt- und eh-
renamtliche
Mitarbeiter/-in-
Informations-, Sensibilisie-
rungs- und Fortbildungs-
veranstaltungen
Drei Fortbildungsmodule werden
mit jeweils einem ganztägigen
Workshop zu den folgenden The-
men mobil und kostenfrei angebo-
ten:
I. Grundlagen des Islam und reli-
giöse Alltagspraxis
II. Antidiskriminierung als Radika-
lisierungsprävention
III. Umgang mit religiös begründe-
tem Extremismus.
Die Workshops können zusammen
oder einzeln gebucht werden.
Sie sind für 10 - 15 Teilnehmer/-in-
nen konzipiert, dauern jeweils acht
Stunden (inklusive Pausen) und
werden vom Violence Prevention
Network durchgeführt.
SMS (Landeskoordi-
natoren des Demo-
kratie-Zentrums) in
Kooperation mit der
Beratungsstelle
Sachsen des Vio-
lence Prevention Net-
work

| 69
Zielgruppe
Maßnahmetitel
Kurzbeschreibung
Verantwortlichkeit/
Beteiligte
nen in Flücht-
lingseinrichtun-
gen, Vormunde
unbegleiteter
minderjähriger
Asylsuchender,
Fachpersonal
der Kinder- und
Jugendhilfe,
Mitarbeiter/-in-
nen in JVAen
und Behörden,
wie dem Ju-
gendamt, der
Kommunalver-
waltung und
den Ar-
beitsagenturen
sowie haupt-
und ehrenamtli-
che Mitarbei-
ter/-innen von
muslimischen
Organisatio-
nen)
Familienange-
hörige (bei-
spielsweise El-
tern, Geschwis-
ter, Großel-
tern), Freunde,
Mitschüler,
Lehrer, berufli-
che Ausbilder
und andere
(Vertrauens-)
Personen aus
dem Umfeld
sich radikalisie-
render Jugend-
licher und jun-
ger Erwachse-
ner oder be-
reits Radikali-
sierter
Beratung von Angehöri-
gen
Hauptziel der Umfeldberatung ist
die Unterstützung bei der Deutung
und beim Umgang mit Radikalisie-
rungsanzeichen. Weiterhin soll die
Handlungskompetenz bei der Be-
gegnung mit extremistischen Ideo-
logien und Handlungsmustern ge-
stärkt werden.
Dabei soll diese Maßnahme nicht
nur die Fragen der Angehörigen be-
antworten, sondern auch eine Mög-
lichkeit zur Erreichung der sich radi-
kalisierenden oder bereits radikali-
sierten Person schaffen und so ge-
gebenenfalls eine Selbst- oder
Fremdgefährdung verhindern.
SMI in Kooperation
mit dem SMS (Lan-
deskoordinatoren des
Demokratie-Zent-
rums) sowie dem
Aussteigerprogramm
Sachsen des Lan-
despräventionsrates
(LPR)

70 |
Zielgruppe
Maßnahmetitel
Kurzbeschreibung
Verantwortlichkeit/
Beteiligte
Radikalisierte
in frühem Sta-
dium, Rückkeh-
rer aus Kriegs-
gebieten und
andere Radika-
lisierte
De-Radikalisierungsbera-
tung
Die De-Radikalisierungsberatung
richtet sich gezielt zum einen an
junge Menschen, deren Radikalisie-
rung sich noch in einem frühen Sta-
dium befindet, zum anderen aber
auch an bereits Radikalisierte, die
bereit sind, ihre Haltungen kritisch
zu reflektieren.
Dabei soll durch ein individuelles
Beratungsangebot verhindert wer-
den, dass sich islamistische Einstel-
lungen bei den Betroffenen versteti-
gen. Ziel ist es, junge Menschen,
die extremistische Tendenzen auf-
weisen und/oder ideologisierte
Straftaten begehen, aus dem Radi-
kalisierungsprozess zu lösen.
SMJusDEG und SMS
(Landeskoordinato-
ren des Demokratie-
Zentrums) in Koope-
ration mit der Bera-
tungsstelle Sachsen
des Violence Preven-
tion Network; bei Be-
ratungs-fällen im
Haftkontext wird das
SMJusDEG miteinbe-
zogen
Ausstiegswil-
lige Radikali-
sierte
Ausstiegsberatung
Die professionelle Hilfe beim Aus-
stiegs- beziehungsweise Distanzie-
rungsprozess für ausstiegswillige
Radikalisierte und die Wiederein-
gliederung dieser Personen in die
demokratische Gesellschaft bilden
die vorrangigen Ziele der Ausstiegs-
beratung. Die Schwerpunkte der
Ausstiegsberatung und -begleitung
liegen dabei insbesondere in
dem Aufbau einer vertrauensvollen
und professionellen Arbeitsbezie-
hung,
der Vermeidung von Selbst- und
Fremdgefährdung,
der Entwicklung und der Zunahme
von Dialogfähigkeit,
der Entwicklung von Toleranz ge-
genüber Widersprüchlichkeiten,
dem Aufbau eines neuen privaten
Netzwerkes mit unterschiedlichen
sozialen Kontakten jenseits der ext-
remistischen Szene,
der Orientierung auf einen persönli-
chen Zukunftsplan jenseits des »po-
litischen Kampfes« sowie
dem eigenen biographischen Ver-
stehen.
SMI in Kooperation
mit dem SMS (Lan-
deskoordinatoren des
Demokratie-Zent-
rums) und dem
SMJusDEG sowie
dem Aussteigerpro-
gramm Sachsen des
Landespräventions-
rates (LPR); bei Be-
ratungsfällen im Haft-
kontext wird das
SMJusDEG mitein-
bezogen

| 71
Zielgruppe
Maßnahmetitel
Kurzbeschreibung
Verantwortlichkeit/
Beteiligte
Das Aussteigerprogramm basiert in
besonderem Maße auf dem Aus-
stiegswillen der bereits radikalisier-
ten Person. Dies kann ein zweifeln-
der Radikalisierter ebenso sein wie
auch ein bereits Verurteilter in einer
JVA.
Gefangene,
Bedienstete
des Justizvoll-
zugs und Be-
währungshelfer
Extremismusprävention
Ziel des Justizvollzugs ist es, be-
troffene Gefangene zu deradikali-
sieren, Aggressionspotential abzu-
bauen und sie auf ein künftiges Le-
ben ohne Straftaten vorzubereiten.
Zudem soll die öffentliche Sicher-
heit gewährleistet werden.
In Zusammenarbeit mit den Trägern
Violence Prevention Network e. V.
und Outlaw e. V. werden Einzel-
und Gruppentrainings für radikali-
sierungsgefährdete Gefangene an-
geboten. Zudem werden durch Vio-
lence Prevention Network e. V.
Schulungen zur Extremismusprä-
vention für Bedienstete des Justiz-
voll-zugs und Bewährungshelfer
durchgeführt. Das Aussteigerpro-
gramm Sachsen begleitet Aus-
stiegswillige Personen und arbeitet
eng mit Violence Prevention Net-
work e. V. und Outlaw e. V. zusam-
men.
SMJusDEG,
Justizvollzugsanstal-
ten,
Violence Prevention
Network e. V. und
OUTLAW e. V. und
Aussteigerprogramm
Sachsen.
Einwohnerin-
nen und Ein-
wohner Sach-
sens
Extremismusprävention
Förderung durch das Landespro-
gramm »Weltoffenes Sachsen«
(WOS),
darüber hinaus Beratungsangebote
im Rahmen der KORA
SMS

72 |
5
Umsetzung des ZIK II: Strategisches Integrationsmanagement,
Forschung und Monitoring
Integrationserfolge sollen gemessen und dargestellt werden. Unter dem Gliederungspunkt
Umsetzung sind konkrete Vorgaben zum Aufbau eines strategischen Integrationsmanage-
ments enthalten. Dies beinhaltet im Wesentlichen folgende fünf Säulen der Integrationsbe-
richtserstattung:
1. Quartalsweise Veröffentlichung des »Kennzahlenberichtes Integration Sachsen« mit
den verfügbaren Daten im Integrationsbereich. Dieser dient dazu, einer Vielzahl von
Zuwanderungs- und Integrationsakteuren und der interessierten Öffentlichkeit die ak-
tuelle Datengrundlage transparent zu machen.
2. Bereitstellung der Länderauswertung Sachsen des »Integrationsmonitorings der Län-
der«. Dies ermöglicht einen objektiven Vergleich der Sozialintegration von Menschen
mit und ohne Migrationshintergrund sowie eine Einschätzung zum Stand der Integra-
tion im Vergleich mit der Bundesrepublik insgesamt.
3. Einbeziehung von Wissenschaft und Forschung. Ziel ist es, die Voraussetzungen für
erfolgreiche Integration zu identifizieren und die damit verbundenen gesellschaftli-
chen Herausforderungen zu verstehen.
4. Wirkungscontrolling von Fördermaßnahmen. Das Wirkungscontrolling ermöglicht eine
Einschätzung der Wirksamkeit eines Förderinstruments entsprechend der in der je-
weiligen Förderrichtlinie benannten Förderbereiche. Darüber hinaus können über wei-
tere wissenschaftliche Forschungen zu Teilbereichen der Integration, zu Integrations-
verläufen oder spezifischen Gruppen Aussagen zum Erfolg oder zu Problemen von
Integration gemacht werden.
5. Erstellung einer Sonderauswertung des »Integrationsbarometers« des Sachverstän-
digenrates deutscher Stiftungen für Integration und Migration (SVR). Dieses Integrati-
onsbarometer ist eine repräsentative Bevölkerungsumfrage unter Menschen mit und
ohne Migrationshintergrund in Deutschland. Es ergänzt die oben genannten Ansätze
durch Befragungsergebnisse zur subjektiven Wahrnehmung von Integrationsprozes-
sen und zu sonst eher wenig beleuchteten Dimensionen der Integration (kulturelle,
soziale und identifikatorische Dimension).
Weiterhin sollten Kommunen über den Ansatz des kommunalen Integrationsmonitorings infor-
miert werden. Mit dem kommunalen Integrationsmonitoring kann der Verlauf der tatsächlichen
Integration vor Ort beobachtet, gemessen und eingeschätzt werden. Dieses Instrument kann
auf weitere, auf Landesebene nicht vorliegende Daten zurückgreifen und damit auch für regi-
onale sozialplanerische Prozesse eingesetzt werden.
Tabelle 56: Ziel 1: Transparenz der verfügbaren Daten aus dem Integrationsbereich
Zielgruppe
Maßnahmetitel
Kurzbeschreibung
Verantwortlichkeit/
Beteiligte
Verwaltung
Kennzahlenbericht In-
tegration Sachsen
4
Quartalsweise Erstellung als Sach-
standsbericht zu den wichtigsten
Statistiken im Integrationsbereich.
SMS
4
Durch das bereits bestehende umfangreiche Integrationsmonitoring der Länder und dem Länderauszug für den
Freistaat Sachsen wird seit 2019 auf die Veröffentlichung des Kennzahlenbericht Sachsen verzichtet, da diese nicht
mehr zweckmäßig erscheint.

| 73
Tabelle 57: Ziel 2: Erfolgskontrolle der Maßnahmen des ZIK II.
Zielgruppe
Maßnahmetitel
Kurzbeschreibung
Verantwortlichkeit/
Beteiligte
Zielgruppen
ZIK II,
Integrationsak-
teure
Umsetzungsplan, beglei-
tet durch IMAG «ZIK II-
Umsetzungsdialog»
Die von den Ressorts aufgeführten
Maßnahmen sollen in einem inter-
nen Umsetzungsverfahren durch
die Mitglieder der IMAG ZIK II unter
Hinzuziehung des Prozessbeirates
sowie des Dachverbandes sächsi-
scher Migrantenorganisationen e.
V. (DSM) laufend kontrolliert und
verbessert werden. Hauptinstru-
ment ist der vorliegende Umset-
zungsplan.
Dabei geht es einerseits um die
zeit- und formgerechte Umsetzung,
die von den jeweils zuständigen
Ressorts verantwortet wird. Ande-
rerseits geht es auch um die Wir-
kung der Maßnahmen im Sinne der
Zielerreichung, wozu von den Res-
sorts im Vorfeld Indikatoren festge-
legt wurden. Zur Klärung der Frage,
ob eine Maßnahme im Sinne der
Zielerreichung wirksam ist, sollen
auch wissenschaftliche Untersu-
chungen beitragen.
SMS
Tabelle 58: Ziel 3: Wissenschaft und Forschung
Zielgruppe
Maßnahmetitel
Kurzbeschreibung
Verantwortlichkeit/
Beteiligte
Integrationsak-
teure/Wissen-
schaft/Politik
Etablierung des Zentrums
für Integrationsstudien
(ZfI) an der TU Dresden
Erforscht werden die Erfordernisse
und Erfolgsfaktoren für eine gelin-
gende Integration.
Aufbau geeigneter Strukturen, um
sprachliche, gesellschaftliche und
kulturelle Integration in einer inklusi-
ven Gesellschaft als Querschnitts-
aufgabe umsetzen zu können.
TU Dresden/SMWK;
in Abhängigkeit der
jeweiligen Einzel-
maßnahmen oder
Projekte zudem Ver-
treter/Einrichtungen
aus den Bereichen
Wirtschaft, Verwal-
tung (staatlich und
kommunal), Wissen-
schaft, Gesellschaft
und Politik

74 |
Zielgruppe
Maßnahmetitel
Kurzbeschreibung
Verantwortlichkeit/
Beteiligte
Integrationsak-
teure/Wissen-
schaft/Politik
Etablierung des For-
schungsnetzwerkes IFRIS
– Integrations-, Fremden-
feindlichkeits- und Rechts-
extremismusforschung in
Sachsen
Erarbeitung von Wissen, das nach-
haltig zur Fundierung der Debatte
um die Integration von Flüchtlingen
und um die Möglichkeiten der Ein-
dämmung von Fremdenfeindlichkeit
und Rechtsextremismus in Sachsen
beitragen soll.
Projektkoordination
am Hannah-Arendt-
Institut für Totalitaris-
mus-forschung
(HAIT), Kooperati-
onsnetzwerk von
Wissenschaftlerinnen
und Wissenschaftlern
aus Sachsen
(Schwerpunkt Uni
Leipzig, TU Chemnitz
und TU Dresden) so-
wie über die Landes-
grenzen hinaus (offe-
nes Netzwerk mit Po-
tential zur Erweite-
rung)
Tabelle 59: Ziel 4: Wirkungscontrolling von Fördermaßnahmen
Zielgruppe
Maßnahmetitel
Kurzbeschreibung
Verantwortlichkeit/
Beteiligte
Richtlinien-
herausgeber
(SMS)
Wirkungscontrolling zur
Förderung im Rahmen der
Richtlinie Integrative Maß-
nahmen vom 13. August
2015
Das Wirkungscontrolling ermöglicht
eine Einschätzung der Wirksamkeit
dieses Förderinstruments entspre-
chend der in der Richtlinie benann-
ten Förderbereiche. Darüber hinaus
können über weitere wissenschaftli-
che Forschungen zu Teilbereichen
der Integration, zu Integrationsver-
läufen oder spezifischen Gruppen
Aussagen zum Erfolg oder zu Prob-
lemen von Integration gemacht wer-
den.
SMS/Fraunhofer
IMW
Projektträger
Wissenschaftliche Beglei-
tung von neuen Hand-
lungsansätzen im Integra-
tionsbereich
Beispielsweise wissenschaftliche
Begleitung der Flüchtlingssozialar-
beit (FSA)
SMS/SAB (Bewilli-
gungsstelle)
ehrenamtlich
Tätige
HeLP-Studie (Herausfor-
derungen, Leistungen und
Perspektiven ehrenamtli-
cher Integrationsarbeit in
Sachsen. Engagement
und Bedarfe in der ehren-
amtlichen Flüchtlingsar-
beit in Sachsen)
Herausforderungen, Leistungen und
Perspektiven ehrenamtlicher Integ-
rationsarbeit in Sachsen wurden un-
tersucht und aufgearbeitet.
SMS/Change Centre
Consulting GmbH

| 75
Tabelle 60: Ziel 5: Aufbau Integrationsberichtserstattung/-monitoring für Sachsen
Zielgruppe
Maßnahmetitel
Kurzbeschreibung
Verantwortlichkeit/
Beteiligte
Verwaltung, In-
tegrationsak-
teure
Sonderauswertung des
„Integrationsbarometers“
des Sachverständigenra-
tes deutscher Stiftungen
für Integration und Migra-
tion (SVR)“ für Sachsen
Das Integrationsbarometer ist eine
repräsentative Bevölkerungsum-
frage unter Menschen mit und ohne
Migrationshintergrund in Deutsch-
land. Es ergänzt die oben genann-
ten Ansätze durch Befragungser-
gebnisse zur subjektiven Wahrneh-
mung von Integrationsprozessen
und zu den sonst eher wenig be-
leuchteten Dimensionen der In-
tegration (kulturelle, soziale und
identifikatorische Dimension).
Vorgesehen ist eine regelmäßige
Auswertung (derzeit aller 2 Jahre).
SMS
Verwaltung, In-
tegrationsak-
teure
fortlaufende Aufbereitung
des Integrationsmonito-
rings der Länder (Be-
richtszeitraum jeweils
zwei Jahre) für den Frei-
staat Sachsen
Erstmalige Aufbereitung des Integ-
rationsmonitoring der Länder 2013 -
2015 für den Freistaat Sachsen als
Startpunkt für ein regelmäßiges Mo-
nitoring und als Baustein, um Stand
und Entwicklungsprozesse in den
Bereichen Integration und Migration
regelmäßig abzubilden und um bun-
desweite Vergleichbarkeit zu si-
chern. Die erste Länderauswertung
für Sachsen wurde im 1. Quartal
2018 vorgelegt. Die zweite Länder-
auswertung für Sachsen wurde im
Juli 2020 veröffentlicht.
SMS, Statistisches
Landesamt
Verwaltung
Mitwirkung in der Länder-
offene Arbeitsgruppe »In-
dikatorenentwicklung und
Monitoring« der Konfe-
renz der für Integration
zuständigen Ministerinnen
und Minister/Senatorinnen
und Senatoren der Länder
(IntMK)
zum Beispiel Weiterentwicklung des
Monitorings und der Indikatoren
SMS

76 |
Zielgruppe
Maßnahmetitel
Kurzbeschreibung
Verantwortlichkeit/
Beteiligte
Verwaltung
Datenlage auf kommuna-
ler Ebene verbessern
Anregung von Integrationsmonito-
rings auf kommunaler Ebene in Zu-
sammenarbeit mit dem Statisti-
schen Landesamt Sachsen.
Kommunen sollen insbesondere
über den Ansatz des kommunalen
Integrationsmonitorings informiert
werden. Dieses Instrument kann auf
weitere, auf Landesebene nicht vor-
liegende Daten zurückgreifen und
kann damit auch für regionale sozi-
alplanerische Prozesse eingesetzt
werden. Mit kommunalem Integrati-
onsmonitoring kann der Verlauf der
tatsächlichen Integration vor Ort be-
obachtet, gemessen und einge-
schätzt werden. Hier dient das so-
genannte »Wiesbadener Modell«
(2003) als »Blaupause« für viele
Kommunen in Deutschland, die den
Stand des Integrationsprozesses in
ihrer Kommune aufzeigen und inter-
pretieren wollen. Dabei können
über die Abbildung von Zeitreihen
Entwicklungen vor Ort kontinuierlich
verfolgt und konkreter Handlungs-
bedarf abgeleitet werden. Kommu-
nales Integrationsmonitoring nach
diesem Modell kann damit auch die
Funktion einer Frühwarnung sowie
eine unterstützende Funktion bei
der Steuerung von Integrationspro-
zessen übernehmen.
SMS, Kommunen
Verwaltung
Datenlage verbessern
Bedarfsorientierte Erstellung von
Sondererhebungen beziehungs-
weise -auswertungen zu spezifi-
schen Sachverhalten und Zuwande-
rergruppen.
SMS
Verwaltung
Datenlage im Bereich
Systemintegration (Ge-
sellschaftlicher Zusam-
menhalt) verbessern
Zusätzliche Abbildung zur Thematik
»Gesellschaftlicher Zusammenhalt«
(zum Beispiel Sachsenmonitor, lan-
desinterne Lagedarstellung über
Kriminalitätsentwicklungen, landes-
interner Stand Antidiskriminierung,
Erhebungen zum gesellschaftlichen
Zusammenhalt in Sachsen und an-
dere).
SMS

| 77
Zielgruppe
Maßnahmetitel
Kurzbeschreibung
Verantwortlichkeit/
Beteiligte
Integrationsak-
teure/Kulturelle
Einrichtungen,
Einwohnerin-
nen und Ein-
wohner
Veröffentlichung von Best-
Practice-Beispielen
Im Rahmen der Bund-Länder-Netz-
werke von Kulturprojekten mit
Flüchtlingen (»Kultur öffnet Welten«
und die Best-Practice-Datenbank
der Kultusministerkonferenz:
http://bestpractice.kultur-oeffnet-
welten.de/kmk/home/start.html
werden Beispiele guter Praxis von
Kultur und Integration, insbeson-
dere Kulturarbeit mit Flüchtlingen,
präsentiert). Siehe auch Tabelle 52:
Ziel 2: Begegnungen, Dialog und in-
terkulturelles Verständnis fördern –
Unterziel 2: Interkulturelles Ver-
ständnis fördern..
SMWK
Tabelle 61: Ziel 6: Vernetzung der Akteure
Zielgruppe
Maßnahmetitel
Kurzbeschreibung
Verantwortlichkeit/
Beteiligte
Integrationsak-
teure
Kooperative Abstimmung
Bund/Land/Kommune, Zu-
sammenarbeit und Ver-
netzung der weiteren Ak-
teure.
Synergieeffekte der verschiedenen
Akteure sind zu bündeln. Parallel-
strukturen sind zu vermeiden. Re-
gelmäßige kooperative Abstimmun-
gen und eine gute Vernetzung der
Beteiligten gewährleisten die Quali-
tät des Integrationsmanagements
und ermöglichen schnelle Anpas-
sungen.
zum Beispiel Verbändegespräch In-
tegration, Praxismonitoring Integra-
tion
SMS
Tabelle 62: Ziel 7: Unterstützung der Kommunen zu eigenen Integrationsmanagement
Zielgruppe
Maßnahmetitel
Kurzbeschreibung
Verantwortlichkeit/
Beteiligte
Stadt- und
Landkreis-
ebene
Unterstützung zu eigenem
kommunalen Integrations-
management (KIM)
Integration geschieht vor Ort. Hier
zeigen sich Erfolge und Probleme
mit der Integration. Die Kommunen
sollen als entscheidende Integrati-
onsakteure angeregt werden, ihre
Gestaltungspotenziale zur Integra-
tion von Menschen mit Migrations-
hintergrund noch besser zu nutzen.
Zum Beispiel Schulungen, Informa-
tionen und Handlungsempfehlun-
gen zum kommunalen Integrations-
management (unter anderem Anre-
gung zur Erstellung von eigenen In-
tegrationskonzepten)
SMS

78 |
6
Abkürzungsverzeichnis
Abkürzung
Bedeutung
AGG
Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz
AKZESS
A
usländische Fach
K
räfte-
Z
uwanderung
e
ffizient und
s
ensibel
s
teuern
AsylbLG
Asylbewerberleistungsgesetz
AufenthG
Gesetz über den Aufenthalt, die Erwerbstätigkeit und die Integration von
Ausländern im Bundesgebiet
AZAV
Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung
BA
Bundesagentur für Arbeit
BABS
Beratungsstelle für ausländische Beschäftigte in Sachsen
BAföG
Bundesausbildungsförderungsgesetz
BAMF
Bundesamt für Migration und Flüchtlinge
BeamtStG
Gesetz zur Regelung des Statusrechts der Beamtinnen und Beamten in
den Ländern
BMI
Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat
DF
Demokratieförderung
DRiG
Deutsches Richtergesetz
DSH
Deutsche Sprachprüfung für den Hochschulzugang
DSM
Dachverband sächsischer Migrantenorganisationen
DZ SN
Demokratie-Zentrum Sachsen
AE
Aufnahmeeinrichtung
ESF
Europäischer Sozialfonds
FF
federführend
FhG
Fraunhofer Gesellschaft
FRL
Förderrichtlinie
GER
Gemeinsamer europäischer Referenzrahmen für Sprachen
GU
Gemeinschaftsunterkunft
HGF
Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren
IKÖ
Interkulturelle Öffnung
IMAG
Interministerielle Arbeitsgruppe
INSEK
Integrierte Stadtentwicklungskonzepte
JMD
Jugendmigrationsdienste
JVA
Justizvollzugsanstalt
KIK
Kommunale Integrationskoordinatoren
KMU
Kleine und mittlere Unternehmen
KVS
Kassenzahnärztliche Vereinigung Sachsen
LDS
Landesdirektion Sachsen
LfULG
Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie
LPV
Landschaftspflegeverband
LSBTTIQ
Lesbische, schwule, bisexuelle, transsexuelle, transgender, intersexuelle
und queere Menschen
LZKS
Landeszahnärztekammer Sachsen
MBD
Migrationsberatungsdienst
MPG
Max-Planck-Gesellschaft
ÖPNV
Öffentlicher Personennahverkehr
PSZ
Psychosoziales Zentrum

| 79
Abkürzung
Bedeutung
RAK
Rechtsanwaltskammer
SAB
Sächsische Aufbaubank
SächsBQFG
Sächsisches Berufsqualifikationsfeststellungsgesetz
SBS
Staatsbetrieb Sachsenforst
SK
Sächsische Staatskanzlei
SLÄK
Sächsische Landesärztekammer
SLpB
Sächsische Landeszentrale für politische Bildung
SMF
Sächsisches Staatsministerium der Finanzen
SMEKUL
Sächsisches Staatsministerium für Energie, Klimaschutz und Landwirtschaft
SMI
Sächsisches Staatsministerium des Innern
SMJusDEG
Sächsisches Staatsministerium der Justiz und für Demokratie, Europa und
Gleichstellung
SMK
Sächsisches Staatsministerium für Kultus
SMR
Sächsisches Staatsministerium für Regionalentwicklung
SMS
Sächsisches Staatsministerium für Soziales und Gesellschaftlichen Zusam-
menhalt
SMWA
Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr
SMWK
Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus
SprInt
Sprach- und Integrationsmittler
StaLa
Statistisches Landesamt
STI
Sexually Transmitted Infection, deutsch: sexuell übertragbare Erkrankungen
VHS
Volkshochschule
WGL
Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz
WOS
Weltoffenes Sachsen (für Demokratie und Toleranz)
ZIK II
Das neue Sächsische Zuwanderungs- und Integrationskonzept