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Künstliche Intelligenz
aus Sachsen
ki.sachsen.de
KÜNSTLICHE
INTELLIGENZ
Strategie für den
Freistaat Sachsen

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Künstliche Intelligenz – Strategie für den Freistaat Sachsen
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KI@SACHSEN
Executive Summary
Der Freistaat Sachsen verfügt über herausragende Fähigkeiten bei Schlüssel­
technologien der Digitalisierung. Neben Mikro­ und Nanoelektronik, der Mobil­
funktechnologie 5G, Big Data, High Performance Computing (HPC) und anderen
Zukunftsthemen sind auch die Kompetenzen im Bereich der Künstlichen Intelligenz
(KI) aus Sachsen in Forschung und Wirtschaft von bundes­ und europaweiter
Be
deutung.
Als Wirtschafts­ und Innovationstreiber kommt KI in den kommenden Jahren eine
besondere strategische Rolle zu. Sie wird soziale, ökonomische und ökologische
Prozesse grundlegend verändern. Deshalb weist auch die Digitalisierungs strategie
des Freistaates als eines ihrer wesentlichen Ziele die Entwicklung Sachsens zu
einem führenden deutschen Forschungs­ und Innovationsstandort für Künstliche
Intelligenz aus.
Die KI­Strategie soll helfen, dieses Ziel zu erreichen. Sie fasst Maßnahmen und
Handlungsfelder zusammen, um die weitere Entwicklung von KI, insbesondere im
Zusammenspiel mit Software, Hardware, Smarten Systemen und Infrastruktur in
Sachsen voranzutreiben.
Die sächsische KI­Strategie ist eingebettet in die Strategien des Bundes und der
Europäischen Union. Gemeinsam mit der Strategie Sachsen Digital, der Innovations­
strategie des Freistaates Sachsen und dem Projekt ZukunftsWerkstatt INDUSTRIE
ist die KI­Strategie ein wichtiger Baustein auf dem Weg Sachsens in die digitale
Zukunft.
Die KI­Strategie wurde in einem Diskussionsprozess mit Partnerinnen und Partnern
aus Wirtschaft, Wissenschaft, Gesellschaft und Politik entwickelt. Sie soll kein
Abschluss sein, sondern der Startschuss für einen Prozess, der die Akteurinnen
und Akteure sowie Partnerinnen und Partner im Freistaat dabei unterstützt, ihre
Fähigkeiten im Bereich von Digitalisierung und KI weiter zu stärken. Sachsen wird
weiterhin ein wichtiger nationaler und europäischer Partner bei der Gestaltung
dieser Zukunftsfelder sein.
KI ALS SCHLÜSSEL­
TECHNOLOGIE DER
DIGITALISIERUNG

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Künstliche Intelligenz – Strategie für den Freistaat Sachsen
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Mega-Thema „Künstliche Intelligenz“ –
auch aus und für Sachsen?!
Was ist KI und wozu brauchen wir sie?
Mit dem Oberbegriff KI werden Anwendungen und Systeme
beschrieben, die in der Lage sind, Aufgaben zu lösen, die bisher
nur als vom Menschen lösbar galten. Durch Verfahren des maschi­
nellen Lernens werden Maschinen in die Lage versetzt, Zusammen­
hänge in großen Datenmengen zu erkennen und einzuordnen sowie
sich eigenständig an neue Herausforderungen anzupassen.
Weit über die derzeitigen KI­Einsatzbereiche reichen die
Hoffnungen, was mit zunehmender Anwendung von KI in
naher Zukunft möglich sein wird:
+
Große Datenbestände können mittels KI­Methoden effizi­
enter ausgewertet werden. So werden die Extraktion von
Wissen und damit der Erkenntnisgewinn auf ganz neue
Ebenen gehoben. Dies gilt für Wissenschaft, Wirtschaft
und Industrie gleichermaßen.
+
Die Medizin wird große Fortschritte machen, weil KI in
kurzer Zeit große medizinische Datenmengen auswerten
kann und dadurch Diagnosen und Therapien sehr viel
individueller und erfolgreicher sein werden. Die Hoffnung
und Erwartung vieler ist, dass durch KI bisher als unheilbar
geltende Krankheiten besser bekämpft werden können.
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Produktionsprozesse werden mit Hilfe von KI effizienter
und ressourcenschonender und tragen somit dazu bei,
unsere Umwelt zu entlasten und zu schützen.
+
Die Vision vom Autonomen Fahren wird durch den Ein­
satz von KI greifbarer – verbunden mit der Aussicht,
den Straßenverkehr sicherer zu machen und die Zahl der
Verkehrstoten und Verletzten noch weiter zu senken, die
individuelle Unabhängigkeit der Menschen zu stärken und
somit auch zur Steigerung der Attraktivität von ländlichen
Räumen als Wohn­ und Lebensraum beizutragen.
+
KI­Anwendungen können Beschäftigte von eintönigen, sich
wiederholenden Arbeitsvorgängen entlasten und somit
Möglichkeiten schaffen, die Arbeitskraft produk tiver und
kreativer einzusetzen. Das birgt die Chance, die Arbeits­
welt besser und menschlicher zu gestalten.
Künstliche Intelligenz – kaum ein Schlagwort prägt derzeit die Faszination für die digi-
tale Zukunft ebenso wie die Diskussion, wie uns KI helfen kann, unsere Zukunft gut und
nachhaltig zu gestalten. KI hat nicht nur als Schlagwort Einzug in unsere gesellschaft-
lichen Debatten gehalten. Vielmehr kommen wir im täglichen Leben immer mehr mit
KI-Anwendungen in Kontakt, bewusst oder unbewusst. Was hat das für Folgen für jede
einzelne bzw. jeden einzelnen von uns? Wie wirkt sich der (vermeintliche) Siegeszug
von Algorithmen und den darauf aufbauenden Anwendungen und Produkten auf unser
Leben aus? Ist KI etwas, was einfach „geschieht“, ohne dass wir es aufhalten können?
Oder können wir diese neue Technologie verstehen und gestalten?
Dies sind nur einige Ausblicke in die Zukunft der KI. Und es
ist noch nicht vollständig abzusehen, welche Auswirkungen –
positiver wie negativer Art – der zunehmende Einsatz von
KI­Technologien und ­Anwendungen haben wird.
Klar ist aber, dass der rasche Fortschritt in der KI­Technologie
Deutschland und den Freistaat Sachsen in einer Phase erreicht, in
der die notwendige und grundlegende digitale Transformation von
Unternehmen, Geschäftsmodellen und Verwaltung in weiten Teilen
noch nicht abgeschlossen ist. Gleichzeitig entsteht durch die
Aktivi täten großer, global aufgestellter Technologie­Unter nehmen
im Bereich KI ein erheblicher Handlungsdruck, aus europäischer
und nationaler Perspektive mit den weiteren Entwick lungen auf
dem Feld der KI Schritt zu halten.
Die rasante technologische Entwicklung der vergangenen Jahre hat
eines deutlich gemacht: Die Künstliche Intelligenz wird auf vielfäl­
tige Art und Weise Einzug in unser Leben halten. KI­ Anwendungen
haben die Fähigkeit, zu umwälzenden Verände rungen in Wirt­
schaft, Wissenschaft und Gesellschaft zu führen und auf diese
Weise ihren Einfluss auf alle Lebensbereiche weiter auszudehnen.
Wir begeben uns auf den Weg, diesen Fragen nachzugehen. Wir
müssen unsere Kompetenzen stärken, um die Potentiale von KI für
Sachsen optimal nutzen und mögliche negative Effekte mini mieren
zu können.
Dabei müssen wir immer im Fokus behalten: KI muss den
Menschen dienen, sie entlasten und unterstützen – sowie ethisch
und verantwortungsbewusst eingesetzt werden. Die dafür not­
wendigen Regeln und Rahmensetzungen können wir im Freistaat
Sachsen nicht allein setzen, dies geschieht vorrangig auf der
nationalen, der europäischen und nicht zuletzt auf der interna­
tionalen Ebene.
Aber wir können Impulse entwickeln und die spezifischen sächsi­
schen Belange und Fähigkeiten im Bereich KI einbringen. So kann
es gelingen, dass wir in Europa einen eigenen, erfolgreichen Weg
im Umgang mit KI beschreiten können – einen menschen­ und
wertezentrierten Weg zur Anwendung von Künstlicher Intelligenz.

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Künstliche Intelligenz – Strategie für den Freistaat Sachsen
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Die sächsische Forschungslandschaft ist bei der KI­Grundlagen­
forschung sowohl inhaltlich als auch räumlich breit aufgestellt.
An 23 außeruniversitären Einrichtungen und 24 Hochschul­
fakultäten und ­instituten werden KI­Methoden erforscht. Alle
vier großen deutschen Forschungsgesellschaften – Fraunhofer­
Gesellschaft, Helmholtz­Gemeinschaft, Leibniz­Gemeinschaft,
Max­Planck­ Gesellschaft – arbeiten in Sachsen aktiv an dem
Thema. Dies zeigten die Ergebnisse des Projektes „Künstliche
Intelligenz – Kompetenzen und Innovationspotentiale in Sachsen“
(KIKiS) des Fraunhofer­Instituts für Integrierte Schaltungen (IIS),
Institutsteil Entwicklung Adaptiver Systeme (EAS)
1
.
Im Freistaat Sachsen sind viele erfolgreiche mittelständische
Unter nehmen, z. B. im regional klassisch starken Maschinenbau,
ansässig, die in ihren Spezialgebieten zur Gruppe der Welt­
marktführer zählen und sich auch international sehr gut in ihren
jeweiligen Nischen behaupten. Sie verfügen über gute Voraus­
setzungen, um wirtschaftlich starke Positionen auch zukünftig
durch die Integration von KI in ihre Produkte zu festigen und
auszubauen.
1
www.eas.iis.fraunhofer.de/de/innovationsthemen/kuenstliche-intelligenz/kikis/ki4me.html
Sachsen als KI-Standort
Maßgeblich für die Entwicklung von KI-Anwendungen ist das Zusammenspiel von
Software und Hardware. Mit dem wichtigsten europäischen Mikroelektronik standort in
der Region Dresden und einer stark und dynamisch wachsenden IT-Industrie bietet sich
für Sachsen eine einzigartige Chance, ein wichtiger Akteur in diesem Zusammenspiel
zu sein.
Die Mehrzahl der erfassten sächsischen KI­Forschungseinrich­
tungen arbeitet an der Aufnahme und Analyse von Daten und
erforscht Lösungen zur Unterstützung der Entscheidungsfindung.
Damit liegen die Schwerpunkte auf denselben KI­Anwendungs­
gebieten, in denen auch die sächsischen KI­Anbieter vorrangig
aktiv sind.
Sachsen hat damit eine sehr gute Ausgangsposition, um den
KI­Wissens­ und Technologietransfer zwischen Wissenschaft und
Wirtschaft zu intensivieren und zu beschleunigen.
Arbeitsprozess KI­Strategie
Basierend auf einer intensiven Stärken­Schwächen­Analyse der
sächsischen Wirtschaft in Bezug auf KI hat die Sächsische Staats­
regierung in einem ressortübergreifenden Prozess unter Feder­
führung der Sächsischen Staatskanzlei diese Strategie für den
Freistaat Sachsen entwickelt. Schwerpunkt des breit aufgestellten
Prozesses war eine Reihe von Arbeitssitzungen, in denen Exper­
tinnen und Experten aus Forschung, Lehre, Wirtschaft, Politik und
Gesellschaft zur Künstlichen Intelligenz im Freistaat Sachsen in
den Austausch getreten sind.
Aus den Ergebnissen dieser Sitzungen wurden die strategischen
Ziele erarbeitet. Begleitend haben die Bürgerinnen und Bürger
ihre Ansichten und Empfehlungen über eine Beteiligungsplattform
beigesteuert.
Darüber hinaus haben sich zahlreiche Verbände, gesellschaftliche
Gruppen und regionale Forschungsverbünde mit eigenen Positions­
papieren an der Arbeit zur KI­Strategie beteiligt.

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Künstliche Intelligenz – Strategie für den Freistaat Sachsen
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Das Open Data Portal des Freistaates stellt als Datenplatt-
form die Daten der sächsischen Verwaltung und freiwilliger
Datenspender standardisiert bereit, die für Entwicklung und
Training von KI-Anwendungen umfassend genutzt werden.
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Unsere Ziele der
KI-Strategie im Überblick:
S.
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Wir wollen perspektivisch bei der Digitalagentur
Sachsen (DiAS) eine Kompetenz stelle KI etablieren.
Sie ist die zentrale Plattform, über die KI-Akteurinnen
und -Akteure optimal vernetzt sind und sich zu allen
Themen rund um KI in Sachsen informieren und
austauschen.
Die exzellente Forschung im Freistaat werden
wir weiter ausbauen. Sie führt zu mehr Inno-
vationen rund um das Thema KI mit Fokus auf
Sachsens starke Branchen.
Wir stärken Sachsens attraktive Rahmenbedingun-
gen für KI-Fachkräfte, Start-ups und etablierte
Unternehmen. Sie sind international bekannt und
ziehen kluge Köpfe an.
Sächsische Unternehmen nutzen KI:
Sie schaffen damit attraktive Arbeits­
bedingungen und sichern ihre Wett-
bewerbsfähigkeit im Sinne von „Gute
Arbeit für Sachsen“.
Das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in KI-Anwendungen
wird gestärkt, weil für uns eine verantwortungsvolle Nutzung von
KI im Mittelpunkt steht. Dazu muss KI entwickelt und angewendet
werden, die auf den in der EU geltenden Standards wie Datenschutz,
Daten
sicherheit,
Gleich
bere
chtigung,
Diskriminierungsfreiheit,
Diversität und Teilhabe beruht.
Wir wollen, dass unser Nachwuchs an den
Schulen, in der Aus- und Weiterbildung
und an den sächsischen Hochschulen über
KI-Wissen verfügt und die Menschen im
Freistaat mit KI grundlegend vertraut sind.
KI wird in der Verwaltung verantwortungs bewusst
eingesetzt und macht sie effizienter und freundlicher
für Bürgerinnen und Bürger. Durch den transparenten
und nachvollziehbaren Einsatz von KI wächst
das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in die
KI- Technologie.
Große Bestände an Daten stehen zum Trainieren von
Algorithmen zur Verfügung und stützen nicht nur
bestehende Geschäftsfelder, sondern sorgen auch dafür,
dass neue datengetriebene Geschäftsfelder erschlossen
werden können.
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Künstliche Intelligenz – Strategie für den Freistaat Sachsen
Der Hochtechnologie-Standort Sachsen zeichnet sich durch sehr
leistungs fähige Cluster von Forschungseinrichtungen und technologie-
orientierten Unternehmen aus. Gut funktionierende Netzwerke sowohl
zwischen Unternehmen als auch den Forschungseinrichtungen oder
Branchenverbänden leisten dafür wichtige Beiträge. Für das branchen-
und forschungsbereichsübergreifende Thema KI fehlt allerdings im
Freistaat Sachsen eine spezifische Informations­ und Austausch­
plattform. Dies war ein zentraler Punkt vieler Diskussionen in den
Arbeits sitzungen des KI-Strategie-Prozesses.
Daher werden wir, in Abstimmung mit den bestehenden Akteurinnen und Akteuren, im Rahmen
der bestehenden Möglichkeiten die notwendigen Voraussetzungen schaffen, um eine bei der DiAS
angesiedelte Kompetenzstelle KI zu etablieren. Sie soll die zentrale Anlauf­ und Auskunftsstelle bei
Fragen zu Bildungsangeboten, der Zusammenarbeit von Wirtschaft und Wissenschaft, sowie des
Datenzugangs und Datentransfers werden und Beratung für Unternehmen zu Fördermöglichkeiten
bieten.
Die Kompetenzstelle KI wird umfassender Anlaufpunkt für alle diejenigen, die innerhalb Sachsens
Projektunterstützung im Bereich KI suchen und Akteurinnen und Akteuren von außen einen niedrig­
schwelligen Zugang zur sächsischen KI­Landschaft ermöglichen. Damit soll der Wissens­ und
Technologietransfer zwischen der Wissenschaft und der Wirtschaft intensiviert und eine breite
Überführung von KI­Technologien in die Anwendung befördert werden.
Darüber hinaus streben wir mit der Kompetenzstelle KI eine übergreifende Vernetzung und damit
den Aufbau eines sachsenweiten KI­Ökosystems an. Ziel ist eine „Vernetzung der Netzwerke“.
STRATEGIEZIEL 1
WAS WIR ERREICHEN WOLLEN:
Wir wollen perspektivisch bei
der Digitalagentur Sachsen
(DiAS) eine Kompetenzstelle
KI etablieren. Sie ist die
zentrale Plattform, über die
KI-Akteurinnen und -Akteure
optimal vernetzt sind und
sich zu allen Themen rund um
KI in Sachsen informieren und
austauschen.

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Künstliche Intelligenz – Strategie für den Freistaat Sachsen
Ob in Chemnitz, Zittau, Mittweida, Görlitz, Freiberg, Zwickau,
Dresden oder Leipzig – die KI­Forschung in Sachsen findet an
vielen Standorten mit unterschiedlichen Schwerpunkten statt.
Neben technischen und technologischen Fragestellungen gewinnt
auch die soziologische Begleitforschung an Bedeutung.
Unsere KI­Standorte werden künftig noch stärker Ergebnisse
austauschen und Fragestellungen gemeinsam aus den verschie­
denen Perspektiven betrachten. Trotz ihrer Fokussierung bleiben
sie dabei flexibel, um Trends und Entwicklungen aufgreifen und
bestimmen zu können. Sächsische Unternehmen, die selbst
Forschung betreiben, werden bei den Planungen und Überlegungen
einbezogen.
Innovationen ermöglichen
Forschungsschwerpunkte sind vor allem die Methodenentwicklung
im Bereich Software, das Datenmanagement und die Daten­
analyse sowie Hardware und neue Rechnerarchitekturen (HPC,
Neuromorphic Computing, In­Memory­Computing). Weitere
zentrale Themen felder sind Robotik, Machine bzw. Deep Learning,
neuronale Netze, Edge­KI, Mensch­Maschine­Interaktion und
intelligente Sensorik.
Die Schwerpunkte bei den KI­Anwendungen sind Zukunftsfelder,
die in Sachsens Innovationsstrategie bereits eine wichtige Rolle
spielen. Dazu zählen insbesondere die Bereiche Gesundheit und
Pharma, Mobilität und Energie sowie Klima und Umwelt bzw.
Produktion. Hier wurden nicht nur international beachtete wissen­
schaftliche Expertisen aufgebaut und zusammengezogen, sondern
es wurde auch die Anbindung an die Unternehmen gestärkt. Diese
wollen wir künftig noch weiter intensivieren.
Den Technologievorsprung auf diesen starken sächsischen
KI­Gebieten wollen wir weiter ausbauen und gleichzeitig auch auf
neue Themenfelder und Fragestellungen ausdehnen. Dazu stehen
mit unserer themenoffenen landeseigenen Forschungsförderung
STRATEGIEZIEL 2
WAS WIR ERREICHEN WOLLEN:
Die exzellente Forschung im
Freistaat werden wir weiter
ausbauen. Sie führt zu mehr
Innovationen rund um das
Thema KI mit Fokus auf
Sachsens starke Branchen.
KI-Forschung weiter stärken
Sachsen verfügt über eine leistungsfähige, technologiebezogene und anwendungs-
nahe Forschungslandschaft. Die hohe Leistungsfähigkeit ergibt sich vor allem aus
einer ausgewogenen und gewachsenen Verteilung auf Universitäten, Fachhoch-
schulen und außeruniversitäre Forschungsinstitute. Wie kaum ein anderes Bundes-
land hat der Freistaat Sachsen dadurch Möglichkeiten, KI von der Idee über Forschung
und Entwicklung sowie Transfer bis hin zum wirtschaftlichen Erfolg zu unterstützen.
Die hervorragenden Forschungsstrukturen im Freistaat wollen wir auch im Bereich KI
weiter konsequent ausbauen und für neueste Entwicklungen öffnen.
sowie mit der Forschungsförderung aus EFRE­ und ESF­Mitteln
(Nachwuchsforscherinnengruppen und ­forschergruppen) sehr
flexible und leistungsfähige Instrumente für Forschungseinrich­
tungen zur Verfügung. Diese Förderinstrumente können für alle
Arten der Forschung, ob grundlagenorientiert oder anwendungsnah
und somit auch in zunehmendem Umfang für die Unter stützung
von KI­Projekten eingesetzt werden.
Innovationen entstehen heute überwiegend interdisziplinär, d. h.
branchen­ und technologieübergreifend. Der Einsatz von KI in
unterschiedlichen Anwendungsfeldern ist dafür ein hervorragendes
Beispiel. Im Zusammenspiel von Hardware, Software und spezi­
fischem anwendungsbezogenem Wissen, beispielsweise aus dem
Maschinenbau, der Produktionssteuerung oder der bildgebenden
Diagnostik und der Medizin, können am Markt erfolgreiche Inno­
vationen entstehen.
Unternehmen unterstützen wir daher technologie­ und branchen­
offen bei Forschung, Entwicklung und Innovation mit den viel­
fältigen Instrumenten der sächsischen Technologieförderung. Sie
ist dadurch in besonderem Maße offen für völlig neue Techno­
logien und Aktivitäten jenseits klassischer Branchenstrukturen.
Die sächsischen Technologieförderprogramme stehen allen
Unternehmen im Freistaat Sachsen offen, die neue Produkte und
Verfahren erforschen und entwickeln oder erste Forschungs­ und
Entwicklungsarbeiten und Machbarkeitstests in Auftrag geben
wollen. Auch die personelle Ausstattung der Unternehmen zur
Durchführung von Forschung, Entwicklung und Innovation unter­
stützen wir mit der Technologieförderung.
Darüber hinaus bieten der Bund und die EU vielfältige themen­
offene sowie ­spezifische Programme an, die auch in Zukunft aktiv
durch sächsische Unternehmen genutzt werden sollen.

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Künstliche Intelligenz – Strategie für den Freistaat Sachsen
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Verbindung von Daten und KI –
ScaDS.AI Dresden / Leipzig
2
Strategische Bedeutung für den KI­Forschungsstandort
Sachsen hat die Weiterentwicklung des bisherigen „ Center
for Scalable Data Analytics and Artificial Intelligence“
(ScaDS.AI Dresden / Leipzig) zu einem der fünf nationalen
KI­Kompetenz zentren. Um die Durchdringung und Nutzbar­
keit von KI, das Verständnis ihrer Methoden, das Vertrauen
in ihre Ergebnisse und die Folgen für die Gesellschaft zu
fördern, leistet ScaDS.AI Dresden / Leipzig Forschungsarbeit
in Schlüssel bereichen, mit dem Ziel die Lücke zwischen
effizienter Nutzung von Massendaten, fortschrittlichen
KI­Methoden und Wissensrepräsentationen zu schließen.
Technologietransfer in Wirtschaft
und Gesellschaft fördern
Dem Wissens­ und Technologietransfer kommt eine besondere
Bedeutung im Innovationsprozess zu. KI wird auch hier in Zukunft
eine deutlich größere Rolle spielen. Unser Ziel ist es, den Transfer
von Forschungsergebnissen in die Wirtschaft und in die Gesell­
schaft weiter zu verbessern.
Mit den sächsischen EFRE­Technologieförderprogrammen unter­
stützen wir deshalb den Wissens­ und Technologietransfer in
Unternehmen. Wir fördern Forschung und Entwicklung im Verbund
mit Forschungseinrichtungen und anderen Unternehmen sowie die
Förderung, den Erwerb und die Einführung von weltweit verfüg­
baren Technologieinnovationen in sächsischen KMU.
Mit der Validierungsförderung versetzen wir Wissenschafts­
einrichtungen in die Lage, ihre Forschungsergebnisse bis zu dem
Punkt weiter zu entwickeln, an dem die Chancen, das Risiko und
die weiteren erforderlichen Aufwendungen hin zur Marktreife für
Unternehmen einschätzbar sind.
Software Engineering
AB
AM
BD
Federated, Efficient Learning
Graph­based Artificial Intelligence
Knowledge Representation & Engineering
Open Data & Open Models
Data Quality & Data Integration
Big Data Analytics
Math Foundations & Statistical Learning
Methods and Hardware for Neuro­Inspired Computing
Scaleable Visual Computing
Understanding Language
Physics / Chemistry
Engineering / Business
Life Science & Medicine
Environment & Earth Sciences
Responsible AI: Ethical and Societal Dimensions
Achitectures / Scalability / Security
Transfer (Service, Education)
Die Forschung wird in 17 Forschungsthemen innerhalb
von vier miteinander verknüpften Schwerpunkt bereichen
strukturiert: Big­Data­Analytik und ­Engineering,
KI­Algorithmen und ­Methoden, Angewandte Big Data und
KI­Methoden sowie integrative Themen zu sozial und ethisch
verantwortungs
bewusster KI und zu Architekturen, Skalier­
barkeit und Sicherheit. Wir setzen hier einen für die Zukunft
vielversprechenden forschungsstrategischen Schwerpunkt,
der aufgrund der Verbindung von KI und Big Data bundesweit
einmalig sein wird.
Den Wissenstransfer über „Köpfe“ unterstützen die Instrumente
Innovationsassistent (Förderung der Einstellung hochqualifizierten
Personals in KMU) und Transferassistent der ESF­Technologie­
förderung.
Für einen erfolgreichen Wissens­ und Technologietransfer und
künftige Innovationen müssen auch die anwendungsnahen
Strukturen in unseren Forschungseinrichtungen und Hochschulen
weiter ausgebaut werden. Mit für Kooperationen nutzbaren
Laboren und Testfeldern, die den speziellen Anforderungen an
KI­Anwendungen entsprechen, soll die Entwicklung beschleunigt
werden. Der Aufbau soll zudem durch das Vorhalten moderner
Forschungs­, Rechen­ und Labortechnik sowie von Möglichkeiten
zur Prototypen­ Entwicklung und Testumgebungen begleitet
werden.
2
https://www.scads.de
3 https://tu-dresden.de/ing/elektrotechnik/iee/hpsn/forschung/forschungsprojekte/index
4
https://www.futuresax.de
futureSAX
4
futureSAX – die Innovationsplattform des Freistaates Sachsen – ist
die zentrale Anlauf
stelle im sächsischen Innovations ökosystem
mit dem Ziel, die Innovations akteurinnen und ­akteure, das starke
Gründungs­ und Transfer
geschehen sowie das Innovationsland
sichtbar zu machen und zu vernetzen. Durch vielfältige Maß­
nahmen sensibilisiert futureSAX für innovatives Unternehmer­
tum, setzt Wachstumsimpulse für zukunfts
fähige Innovationen,
vernetzt branchen übergreifend Innovatorinnen und Innovatoren
aus Wissenschaft und Wirtschaft im Wissens­, Technologie­ und
Kapital transfer und erhöht so die Effizienz von Innovations­
prozessen.
SpiNNaker2­System als Taktile Edge Cloud („SpiNNcloud“)
3
An der TU Dresden wird bis 2022 ein neuartiger, neuro morpher Rechner (SpiNNcloud)
aufgebaut. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben gemeinsam mit der University
of Manchester spezielle Chips (SpiNNaker­Systeme) entwickelt, die auf die Nach ahmung
neuronaler Netze optimiert sind und die Grundlage für die SpiNNcloud bilden. Der neue
Rechner vereint effizientes maschinelles Lernen, hohe Energieeffizienz sowie strikte Echt­
zeitverarbeitung, wie es bisher keiner anderen Hardware möglich war und ist damit künftig
eine wichtige Forschungs­ und Technologieplattform für Themen der KI. Im Rahmen des
Z entrums ScaDS.AI Dresden / Leipzig werden die Methoden des maschinellen Lernens auf
diese besondere Architektur angepasst.

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Künstliche Intelligenz – Strategie für den Freistaat Sachsen
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Smart Systems Hub
6
Der Smart Systems Hub in Dresden ist Europas größter
IoT­Hub mit Zugang zu über 450 relevanten Lösungs­
partnerinnen und ­partnern aus den Bereichen IoT und KI. Der
Hub ist eines von zwölf Kompetenz zentren des Bundes minis­
teriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) und bietet seinen
Kundinnen und Kunden Zugang zu Spitzentechnologien und
Forschung, branchenübergreifenden Fachexpertinnen und
­experten und Demonstrator­ Lösungen. Der Schwerpunkt des
Smart Systems Hub liegt in der Entwicklung von KI­basierten
System lösungen für Industrie und Mittelstand. Dabei setzt er
auf einen bewährten, methodischen Co­Innovationsprozess
und garantierte Ergebnisse in maximal drei Monaten.
Unterstützung für die KI-Gründerinnen-
und KI-Gründerszene
Das Feld der KI entwickelt sich schnell. Kreativität und Geschwin­
digkeit von Start­ups sind deshalb ein wichtiger Faktor bei der
Erschließung wirtschaftlicher Anwendungen der KI.
Zur Unterstützung von technologie­ und wissensbasierten Unter­
nehmensgründungen gibt es ein breites Spektrum an Fördermög­
lichkeiten. Dazu gehören die Innovationsplattform der futureSAX
GmbH, die Gründerinnen­ und Gründerinitiativen an sächsischen
Hochschulen, das Technologiegründerstipendium, der InnoStart­
Bonus die Gründungsberatung, die Förderung der Markteinführung
innovativer Produkte mittels Zuschuss oder Darlehen, Grün­
dungs­ und Wachstumsfinanzierung (GuW) und das Risikokapital­
angebot des Technologiegründerfonds „Sachsen+“ (TGFS+), sowie
Bürg schaften und Beteiligungen
5
. Wir werden in den kommenden
Jahren diese Instrumente fortführen und dabei die besonderen
Bedarfe wissensbasierter Gründungen berücksichtigten. Ebenso
werden wir die Förderung von Akzeleratoren und Business Angels
weiter ausbauen.
Mit diesen Instrumenten ist der Freistaat Sachsen in der Start­up­
Förderung gut aufgestellt, um das Wertschöpfungspotenzial der KI
im Bereich der Unternehmensgründungen bestmöglich zu nutzen.
Heimatmarkt für neue KI-Anwendungen bieten
Der Einsatz neuer Technologien stimuliert Forschung und Ent­
wicklung und beschleunigt die Marktreife und Verbreitung neuer
Produkte. Gerade die öffentliche Verwaltung, beispielsweise im
Gesundheitswesen oder Verkehrs­ und Sicherheitsbereich, bietet
für KI­Anwendungen neue Marktchancen.
Deshalb möchten wir mit unserer Verwaltung im Bereich KI eine
führende Rolle spielen und eine Hebelwirkung für die Entwicklung
der sächsischen KI­Landschaft erzeugen.
Wir werden die Beschaffung innovativer, auch noch nicht völlig
ausgereifter KI­Lösungen ermöglichen und fördern. Zusammen mit
jungen sächsischen Unternehmen und Gründerinnen und Gründern
werden wir KI­Lösungen für die Verwaltung entwickeln und ihnen
damit den Markteintritt erleichtern.
Zugleich eröffnen sich dadurch neue Chancen, die öffentliche
Verwaltung zu modernisieren und ihre Effizienz zu steigern.
Smart Infrastructure Hub
7
Mit dem Smart Infrastructure Hub gehört Leipzig zu einem der zwölf
Standorte der Digital Hub Initiative des Bundesministeriums für
Wirtschaft und Energie (BMWi). Leipzig ist der offizielle deutsche
Hub für Smart Infrastructure, der vielversprechenden Start­ups
zum Erfolg verhilft. Ziel des de:hub Leipzig ist es, ein international
sichtbarer sowie anerkannter Standort für die digitale Transforma­
tion in den Bereichen Smart City, eHealth und Energy zu sein.
Dabei kommen vielseitige KI­Technologien zum Einsatz. Zu seinem
innovativen Ökosystem zählt der Smart Infrastructure Hub das
SpinLab, ein mehrfach ausgezeichnetes 6­ monatiges Start­up
Accelerator­Programm, das Research Center Sustainable and Smart
Infrastructure, die Smart City Challenge Leipzig sowie der VC Fond
Smart Infrastructure Ventures.
Center for Interdisciplinary Digital
Sciences, TU Dresden (CIDS)
Im CIDS führt die TU Dresden ihre Forschung zur Digitali­
sierung in allen Wissenschaftsbereichen zusammen. Mehr
als 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus verschie­
denen Fakultäten und Arbeits
feldern arbeiten gemeinsam
an wissenschaftlichen Frage
stellungen zu den Themen
Digitalisierung, Daten, KI, Wissensextraktion und ­vermitt­
lung sowie weiteren Software­Themen. Das CIDS profitiert
dabei von der Methoden kompetenz des Zentrums für
Informationsdienste und Hochleistungsrechnen (ZIH) für
HPC und Data Analytics als Basis der KI­Forschung sowie
von der herausgehobenen Stellung in mehreren Konsortien
der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI).
Center for Explainable and Efficient
AI Technologies (CEE AI Dresden)
8
Das 2019 von der TU Dresden und der Fraunhofer­
Gesellschaft gegründete gemeinsame Forschungs­
zentrum CEE AI Dresden deckt das gesamte Spektrum
von der Hardware­Unterstützung über Gerätekom­
munikation bis zu KI­Ansätzen und Transfer in die Praxis
ab. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Erklär­
barkeit und der Effizienz der KI­Technologien. Dadurch
steigt die Akzeptanz von KI­Lösungen, sie können
gezielter verbessert und robuster gegenüber Angriffen
werden. Das Forschungszentrum leistet einen wichtigen
Beitrag, Dresden zu einem führenden Standort auf dem
Gebiet der KI zu entwickeln.
5
https://www.futuresax.de/gruenden/gruendungsfoerderung
6 https://smart-systems-hub.de
7
https://www.smartinfrastructurehub.com
8 https://cee-ai.org

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Künstliche Intelligenz – Strategie für den Freistaat Sachsen
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Edge­KI
Im Bereich der KI­Systeme ist vor dem Hintergrund des wachsenden Bedarfes
an taktilen bzw. Echtzeit­Anwendungen in den kommenden Jahren neben der
Cloud eine zunehmende Bedeutung des „Randes“ (Edge, Embedded, On­Device)
zu erwarten. Die damit verbundenen Herausforderungen erfordern neuartige
Hard­ und Software und bieten eine große Chance für in Sachsen ansässige
Unternehmen, mit spezialisierten und energieeffizienten Technologien und
Chips die steigende Nachfrage nach Embedded / Edge­KI zu bedienen. Edge­KI
ermöglicht die Datenverarbeitung mit KI nahe am Sensor, ohne mit einer Cloud
zu kommunizieren. Das macht neue Anwendungen möglich, die sich vor allem
durch Energie
effizienz, Schnelligkeit und Sicherheit auszeichnen. Neuartige
sogenannte neuromorphe Architekturen bieten darüber hinaus weiteres
Potenzial, die Energieeffizienz von KI­Hardware um einen Faktor größer 100
zu verbessern. Beide Technologien, Edge­KI und Neuromorphic, sind bereits
heute Stärken des Silicon Saxony.
NHR­Rechner HPC­Data Analytics
(HPC­DA) zur Unterstützung der KI
9
Das Zentrum für Informationsdienste und Hochleistungs rechnen (ZIH) der TU Dresden ist eines
der acht Nationalen Hochleistungsrechenzentren (NHR). Im Anwendungsbereich liegen die
Schwerpunkte auf den Lebenswissenschaften und der Erdsystemwissenschaft. Algorithmische
Entwicklungs arbeiten konzentrieren sich auf Maschinelles Lernen, Methoden für Big Data und
Datenanalyse sowie ­ management, Tiered Storage­Architekturen und I / O­ Optimierung, sowie
Leistungs­ und Energieeffizienz analyse und ­optimierung. Das ZIH betreibt auch Rechner­
ressourcen für ScaDS.AI Dresden / Leipzig.
Fraunhofer­Zentrum für Kognitive
Produktionssysteme
(CP
S)
Das am Fraunhofer­Institut für Werkzeugmaschinen und
Umformtechnik (IWU) angesiedelte Zentrum für Kognitive
Produktionssysteme (CPS) forscht und entwickelt zur
Anwendung und zum Einsatz soft­ und hardwarebasierter
KI­Systeme bzw. ­Methoden in der ressourceneffizienten
Produktion. Im Mittelpunkt stehen die „Produktion der
Zukunft“ und schwerpunktmäßig die damit verbundenen
Herausforderungen im Wechselspiel von Massenfertigung
und individueller Produktion mit hoher Flexibilität.
Center for Advanced Systems
Understanding (CASUS)
10
Mit dem Center for Advanced Systems Understan­
ding (CASUS) wurde in Görlitz im Zuge des Struktur­
wandels ein Zentrum für datenintensive interdisziplinäre
Systemforschung aufgebaut. Das Zentrum vereint dazu
in partnerschaftlicher Kooperation das Helmholtz­
Zentrum Dresden­Rossendorf (HZDR), das Helmholtz­
Zentrum für Umweltforschung (UFZ), die Technische
Universität Dresden und das Max­Planck­ Institut für
molekulare Zellbiologie und Genetik (MPI­CBG). CASUS
setzt auf den Einsatz von Hochleistungsrechnern
sowie auf Methoden des Maschinellen Lernens und der
Künstlichen Intelligenz zur Bewältigung großer Daten­
mengen (in enger Kooperation mit ScaDS.AI und ZIH).
Mit neuen digitalen Methoden werden komplexe Themen
der Erdsystemforschung, Systembiologie, Materie unter
extremen Bedingungen, Autonomes Fahren und Digitale
Gesundheit bearbeitet.
BIG DATA & HIGH
PERFORMANCE DATA
ANALYTICS
MACHINE
LEARNING
LIFE SCIENCES
EARTH SYSTEM
SCIENCES
PERFORMANCE
ANALYSIS
INNOVATIVE
STORAGE
ARCHITECTURES
USAGE
MONITORING
SOFTWARE
APPLICATION
SUPPORT
DATA
STORAGES &
ARCHIVING
ENERGY
EFFICIENCY
OPTIMIZATION
PERFORMANCE
ANALYTICS
DATA
MANAGEMENT
TRAINING
SUPPORT
DATA
ANALYTICS
METHODS
NHR APPLICATION
AREA FOCUS TOPIC
NHR METHODOLOGICAL
FOCUS TOPIC
NHR SERVICES
9 https://tu-dresden.de/zih/hochleistungsrechnen?set_language=de
10
https://www.casus.science/de-de

+ 21
20 +
Künstliche Intelligenz – Strategie für den Freistaat Sachsen
Mit unseren Studiengängen an den Hochschulen möchten wir
für Studierende aus aller Welt weiterhin attraktiv sein. Unsere
Hochschulen werden KI­ und Informatikstudiengänge anbieten,
welche dringend nachgefragte Inhalte und Kenntnisse vermitteln.
Auch um die steigenden Anforderungen bei KI als Nebenfach und
die Erfüllung der interdisziplinären Ansätze bedienen zu können,
werden wir mit den Hochschulen weitere Ressourcen für Lehre und
Forschung sowie Weiterbildung einsetzen.
Die „Fachkräftestrategie Sachsen 2030“ formuliert das Ziel, bis
2030 zwei Drittel aller Absolventinnen und Absolventen und
50 % der ausländischen Absolventinnen und Absolventen nach
dem Studium in Sachsen zu halten. Wir unterstützen dieses Ziel
u. a. durch die Förderung von Projekten zur Verbesserung der
Zusammen arbeit von Hochschule und Wirtschaft. Eines dieser
Projekte ist das sachsenweite Programm „TalentTransfer“
11
, das
den Übergang von (ausländischen) Absolventinnen und Absolven­
ten in die sächsische Wirtschaft unterstützt. Auch Projekte der
regionalen Fachkräfteallianzen adressieren (ausländische) Studie­
rende und Absolventinnen und Absolventen als Zielgruppe.
Das Dachportal „Heimat für Fachkräfte“
12
informiert über alle
Themen rund um Leben, Arbeiten und Bildung im Freistaat
Sachsen, um Fachkräfte für Sachsen zu interessieren.
Gut ausgebildete Fachkräfte sind eine notwendige Voraussetzung, um die Forschung
und Entwicklung zu KI und deren Anwendung in Sachsen weiter voranzutreiben. Wir
möchten junge Menschen nach Abschluss der Ausbildung im Freistaat Sachsen halten
und gleichzeitig Fachkräfte und Expertinnen und Experten aus aller Welt gewinnen.
Anwerbung kluger Köpfe aus
dem In- und Ausland
Der Zuzug von Forscherinnen und Forschern, Fachkräften sowie
Expertinnen und Experten aus aller Welt stärkt den wissenschaft­
lichen Erkenntnisgewinn an unseren Hochschulen und Forschungs­
einrichtungen und damit auch die Innovationsfähigkeit der
sächsischen Wirtschaft.
Um internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für
die sächsischen Hochschulen zu gewinnen, spielen neben einem
guten Vergütungs system immer stärker auch Fragen der Lebens­
qualität wie ein gutes kulturelles Angebot, die Vereinbarkeit von
Familie und Beruf, Dual Career oder auch die „Work­Life­ Balance“
eine Rolle, um als Studien­ und Arbeitsort attraktiv zu sein. Wir
wollen mit den guten Rahmenbedingungen, die Sachsen auf
diesem Gebiet hat, weiter aktiv werben.
11
https://talenttransfer.de
12
https://www.heimat­fuer­fachkraefte.de
STRATEGIEZIEL 3
WAS WIR ERREICHEN WOLLEN:
Wir stärken Sachsens attrak-
tive Rahmen bedingungen für
KI-Fachkräfte, Start-ups und
etablierte Unternehmen. Sie
sind international bekannt
und ziehen kluge Köpfe an.
„Kluge Köpfe für Sachsen“

22 +
Künstliche Intelligenz – Strategie für den Freistaat Sachsen
+ 23
Silicon Saxony
13
Mit über 350 Mitgliedern ist der Silicon Saxony e. V. das größte
Hightechnetzwerk Sachsens und eines der größten Mikroelek­
tronik­ und IT­Cluster Deutschlands sowie Europas. Seit seiner
Gründung im Jahr 2000 verbindet Silicon Saxony Hersteller,
Zulieferer, Dienstleister, Hochschulen / Univer sitäten, Forschungs­
institute, öffentliche Einrichtungen sowie branchenrelevante
Start­ups am Wirtschaftsstandort Sachsen und darüber hinaus.
Übergeordnete Ziele der Netzwerkarbeit sind u. a. der Ausbau
sowie die Stärkung des führenden Mikroelektronikstandortes
Europas als auch das Vorantreiben der parallel verlaufenden
Entwicklung hin zu einem Softwareland Sachsen.
Der thematische Fokus des Clusters liegt auf den technologischen
Trends der Gegenwart und Zukunft – z. B. Künstliche Intelligenz,
Robotik, Automatisierung, Internet of Things, Sensorik, Energie­
effizienz, Neuromorphes bzw. Edge Computing.
„Pack Dein Studium“
14
Hauptziel der Kampagne ist es, Abiturientinnen und Abiturienten für ein Studium in
Sachsen zu gewinnen, die Orientierung für angehende Studierende zu erleichtern sowie
die Hochschulen bei der Werbung um Studieninteressierte zu unterstützen und zu ver­
netzen. Dazu gehört insbesondere, die Werbung für den MINT­Bereich, darunter auch
die Informatik­ Studiengänge, zu unterstützen – mit regelmäßigen Posts in den sozialen
Medien, aber auch einer Broschüre zu den MINT­Fächern „Pack dein MINT­Studium.
Am besten in Sachsen.“
InnovAItion Campus
Der sächsische Mikroelektronik­Standort ist europaweit
von großer Bedeutung. Durch passende Produkte können
die großen Halbleiterhersteller vom Boom des Digitalzeit­
alters profitieren und sich unter anderem im Bereich von
pass genauen Mikrochips für KI­Anwendungen im globalen
Wettbewerb aussichtsreich positionieren. Die Vielfalt und
Leistungsfähigkeit der sächsischen Hardware­Industrie sowie
der stark und dynamisch wachsenden IKT­Industrie ist aber
über den Kreis von Branchenkennerinnen und Branchen­
kennern hinaus wenig bekannt.
Um die Stärken des Standortes sowie die Ziele, in spezi­
fischen Bereichen der KI eine wichtige Rolle einzunehmen,
zu unterstreichen, begrüßen wir die privatwirtschaftlichen
Anstrengungen, in Dresden einen KI­Campus mit interna­
tionaler Strahlkraft aufzubauen.
Dabei soll der KI­Campus von der Nähe zu Forschungs­
einrichtungen und Unternehmen profitieren und eng mit
diesen zusammenarbeiten.
Dadurch wollen wir eine noch engere Verzahnung von
Forschung und Anwendungen in der Praxis durch Start­ups,
KMU und Großunternehmen erreichen. So kann es gelingen,
dass nicht nur einzelne Glieder der Wertschöpfungskette aus
Sachsen kommen, sondern der komplette Prozess von der Idee
über die Forschung, die Prototypen­Entwicklung bis hin zu
einem marktreifen Produkt hier vor Ort stattfindet.
13
https://www.silicon­saxony.de
14
https://www.pack­dein­studium.de
KI­Standortmarketing für Sachsen
In Sachsen bestehen aufgrund seiner Standortstärken und den
hervorragenden Forschungsstrukturen exzellente Ausgangs­
bedingungen, um sich als bedeutender KI­Standort in Deutschland
und Europa sowie als internationaler Anziehungspunkt für Firmen,
Talente und Fachkräfte im Bereich KI zu etablieren.
Damit Spitzenforscherinnen und Spitzenforscher, Fachkräfte,
Unter nehmen sowie Investorinnen und Investoren aus
Deutschland,
Europa und weltweit den Freistaat als attraktiven Standort wahr­
nehmen, wollen wir die Vorzüge des Standortes Sachsen und seine
attraktiven Rahmenbedingungen für Arbeitskräfte, Unternehmen
sowie Investorinnen und Investoren aus aller Welt noch stärker
auch international bekannt machen.

+ 25
Bei der Anwendung von KI in der Arbeitswelt orientieren wir
uns an den Vorschlägen der Enquete­Kommission „Künstliche
Intelligenz – Gesellschaftliche Verantwortung und wirtschaftliche,
soziale und ökologische Potenziale“ des Deutschen Bundestages.
Die folgenden Empfehlungen sollen verhindern, dass mit der Ein­
führung von KI die Entwertung menschlicher Arbeit, der Ein­
schränkung der Entscheidungsautonomie von Beschäftigten, mit
Arbeitsverdichtung und rigiderer Überwachung der Arbeitsleistung
sowie mit Stellenabbau einhergeht:
+
Wir möchten das Potenzial von KI nicht nur zur
Steigerung der Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit
der sächsischen Wirtschaft, sondern gleichzeitig auch zur
Verbesserung der Arbeitsbedingungen der Beschäftigten
nutzen.
+
Neue Geschäftsmodelle mit KI sollen zur Sicherung
bestehender und Schaffung neuer attraktiver Arbeitsplätze
beitragen.
+
KI soll arbeitende Menschen unterstützen und entlasten,
z. B., indem vorrangig eintönige oder gefährliche Aufgaben
an Maschinen übertragen werden. Im Gegenzug soll
menschlichen Fähigkeiten wie Empathie und Kreativität
mehr Raum gegeben werden.
Die Anwendung von KI bietet für unsere Arbeitswelt viele Chancen. Die Fähigkeiten von
KI können Prozesse verbessern, bei der Lösung komplexer Aufgaben unterstützen und
Arbeiten leichter und flexibler gestalten. Menschen können durch KI­gestützte Techno­
logien von gefährlicher, körperlich schwerer und eintöniger Arbeit entlastet werden.
STRATEGIEZIEL 4
WAS WIR ERREICHEN WOLLEN:
Sächsische Unternehmen
nutzen KI: Sie schaffen
damit attraktive Arbeits-
bedingungen und sichern
ihre Wettbewerbsfähigkeit
im Sinne von „Gute Arbeit
für Sachsen“.
24 +
Künstliche Intelligenz – Strategie für den Freistaat Sachsen
+
Wir möchten dafür sorgen, dass die Menschen auch mit KI
die Möglichkeit haben, sich im Rahmen ihrer Erwerbstätig-
keit mit anderen Menschen auszutauschen, menschliches
Feedback zu erhalten und sich als Teil einer Belegschaft zu
begreifen.
+
Wir setzen uns dafür ein, dass Beschäftigte ihre Kompe-
tenzen im Umgang mit KI weiterentwickeln können.
+
Den Beschäftigten und ihren Interessenvertretungen sollen
ausreichende Mitbestimmungsrechte bei der Einführung
von KI eingeräumt werden. KI-Anwendungen im Betrieb
sollen transparent, nachvollziehbar und erklärbar gemacht
werden.
+
Gute betriebliche Praxis sowie Ergebnisse der Arbeits-
forschung sollen verbreitet und Gestaltungskompetenz
vermittelt werden.
+
Sowohl die physische als auch die psychische Gesundheit
der Beschäftigten muss geschützt werden.
+
Es muss für ausreichend soziale Sicherheit gesorgt werden.

26 +
Künstliche Intelligenz – Strategie für den Freistaat Sachsen
+ 27
simul+InnovationHub
17
Im simul+InnovationHub, der dritten Säule der Zukunftsinitiative simul+,
werden konkrete Projekte unterstützt und befördert. Bei einer Vielzahl von
Projekten sind Vorstufen, Teilaspekte oder Anwendungen von KI nutzerorien­
tiert inkludiert. KI wird zum Beispiel bei der Auswertung von Daten und der
Entscheidungsunterstützung eingesetzt. In der ersten Säule von simul+, dem
Wissenstransfer, werden in Veranstaltungen wie Foren und Werkstätten die
Projektergebnisse diskutiert und über das Netzwerk verbreitet.
European Digital Hubs (EDIH) als Orte
des Technologietransfers
15
Die EU­Kommission möchte ein Netzwerk von European Digital Hubs (EDIH)
etablieren. Diese EDIHs werden eine zentrale Rolle im Programm „Digital Europe“
spielen, um die breite Einführung von KI, Hochleistungsrechnen und Cybersicher­
heit sowie anderer digitaler Technologien durch die Industrie und Organisationen
des öffentlichen Sektors in Europa zu fördern. EDIHs sind One­Stop­Shops, die
Unternehmen dabei helfen, ihre Geschäfts­ / Produktionsprozesse, Produkte oder
Dienstleistungen durch den Einsatz digitaler Technologien wettbewerbsfähiger
zu machen, indem sie Zugang zu technischem Fachwissen und Experimenten
bieten, so dass Unternehmen „erst testen, dann investieren“ können. Sie bieten
auch Innovationsdienstleistungen an, wie z. B. Finanzierungsberatung, Schulungen
und Kompetenzentwicklung, die für eine erfolgreiche digitale Transformation
erforderlich sind. EDIHs unterstützen auch bei der Nutzung digitaler Technologien
um die Nachhaltigkeit von Prozessen und Produkten zu verbessern, insbesondere
im Hinblick auf den Energieverbrauch und die Reduzierung von Kohlenstoff­
emissionen. Das Konsortium „EDIH Saxony“ wurde als sächsisches Projekt vom
Bund als Kandidat für das EDIH­Programm bestätigt. Somit können sich die
vier Antragspartner – TU Chemnitz, Professur Fabrikplanung und Fabrikbetrieb
(Koordi nator des Mittelstand 4.0­Kompetenzzentrum Chemnitz), Smart Systems
Hub Dresden, Smart Infrastructure Hub Leipzig und die Zukunfts
initiative des
SMR simul+ / simul+InnovationHub – für das EU­ Programm bewerben.
16
Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber sowie
Beschäftigte bei Einführung und Anwendung
menschenzentrier
ter
KI-Anwendungen
unterstützen
Information und Beteiligung schaffen Akzeptanz – das gilt auch
für die Beschäftigten in Betrieben beim Thema KI. Deshalb muss
für die erfolgreiche Einführung von KI­Anwendungen dafür gesorgt
sein, dass die Beschäftigten frühzeitig informiert und beteiligt
werden.
Ziel ist es, KI­Anwendungen gemeinsam mit den Beschäftigten
für alle Seiten gewinnbringend einzuführen. Der Freistaat Sachsen
unterstützt KMU und Beschäftigte dabei durch verschiedene
Maßnahmen. Zum Beispiel beteiligt sich Sachsen an dem vom
Bund auf den Weg gebrachten und aus Mitteln des Europäischen
Sozialfonds ko­finanzierten Programm „Zukunftszentren“. Ziel
dieses Programms ist es, KMU und ihre Beschäftigten sowie
15
https://www.de.digital/DIGITAL/Redaktion/DE/Dossier/european­digital­innovation­hubs.html
16
https://www.simulplus.sachsen.de/european­digital­innovation­hub­edih­28026.html
17
https://www.simulplus.sachsen.de
Selbständige (insb. Solo­Selbständige) bei der Bewältigung und
sozialen Gestaltung der derzeitigen großen Veränderungs prozesse,
beispielsweise im Zusammenhang mit KI, zu unterstützen. Im
Freistaat wurde hierzu das „Zukunftszentrum Sachsen“ geschaffen.
Auch das übergreifende „Zentrum digitale Arbeit“ und das „Haus
der Selbständigen“ wurden in Sachsen angesiedelt.
Im Rahmen der Fachkräfterichtlinie des Sächsischen Staatsminis­
teriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr (SMWA) werden sozial­
partnerschaftliche Projekte gefördert. Die inhaltliche Gestaltung
dieser Projekte richtet sich nach den konkreten Bedarfen vor
Ort. Möglich sind auch Projekte, die sich der Einführung von
KI­Anwendungen widmen.
Arbeitsrechtlichen Regelungsrahmen
an KI anpassen
Die Arbeitsfelder und Tätigkeiten werden sich durch den Ein­
satz von KI in der Arbeitswelt zunehmend ändern, daher müssen
auch die bestehenden Regelungsrahmen geprüft und angepasst
werden. Ein Beispiel ist die Rolle des Betriebsrats, da bei Einsätzen
von KI vor allem Mitbestimmungsrechte betroffen sein können.
Auch arbeits rechtliche Haftungsgrundsätze, Weisungsrechte
und Verant wortlichkeiten sind in Bezug auf KI­Anwendungen zu
überprüfen. Betrachtet werden muss zudem das Vorgehen bei
einer möglichen Bewerberinnen­ und Bewerberauswahl mithilfe
von KI. Daher begrüßen wir die aktuellen Diskussionen zu den
arbeitsrechtlichen Rahmen bedingungen für den Einsatz von KI auf
nationaler und europäischer Ebene.
Arbeits- und Gesundheitsschutz bei
KI-Anwendungen
beachten
Auch mit Blick auf den Arbeits­ und Gesundheitsschutz gilt
bei KI­basierten Arbeitsprozessen: Die Technik unterstützt den
Menschen und nicht umgekehrt.
Vor dem Hintergrund, dass neue Produktions­ und Beschäftigungs­
formen neuartige Gefährdungen bei der Arbeit mit sich bringen,
erfordern Mensch­Maschine­Interaktionen eine ständige
Abschätzung der Technikfolgen.
Die Arbeitsschutzmaßnahmen müssen also ebenfalls den sich
schnell ändernden Gegebenheiten angepasst werden. Grundsätz­
lich werden wir dafür sorgen, dass durch den gesetzlichen Rahmen
für Arbeits­ und Gesundheitsschutz die menschengerechte
Gestaltung der Arbeit unter KI­Bedingungen gewährleistet bleibt.
Dafür kann auch die Forschung wichtige Erkenntnisse liefern, um
eine neuartige und zugleich menschenzentrierte Arbeitswelt weiter
sicher und gesund zu gestalten.
Die betrieblichen Arbeitsschutzexpertinnen und ­experten im
Unter nehmen und das Aufsichtspersonal in den staatlichen
Arbeitsschutzbehörden und Unfallversicherungsträgern müssen
auf der „Höhe der Zeit“ sein. Dafür möchten wir die stetige Fort­
bildung in diesem Bereich vorantreiben.

28 +
Künstliche Intelligenz – Strategie für den Freistaat Sachsen
KEEN
23
– KI­Inkubator­Labore
in der Prozessindustrie
Als Impulsgeber für viele Wirtschafts­ und Industriezweige steht die Prozess­
industrie meist am Anfang der Wertschöpfungskette. Kurze Produktlebens­
zyklen und neue Anforderungen an Nachhaltigkeit bilden ein Spannungsfeld, in
dem die Anwendung von KI­Methoden vielversprechend ist. KEEN zielt darauf
ab, den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Mehrwert von KI­Technologien
und ­Methoden herauszuarbeiten und in der Prozessindustrie einzuführen.
Dies erfolgt in drei Säulen:
1.
Modellierung von Prozessen,
Produkteigenschaften und Anlagen,
2.
Engineering komplexer Systeme und
3.
selbstoptimierende Anlagen.
„Künstliche Intelligenz:
Verstehen – Anwenden – Profitieren“
18
Mit dem Konsortialprojekt „Künstliche Intelligenz:
Verstehen – Anwenden – Profitieren“ unterstützt
der InnovAItion Campus Unternehmen verschie
dener
Größen ordnungen und Branchen dabei, KI­Technolo­
gien in gewinn bringende Anwendungsfälle umzu­
setzen. Die Zusammenarbeit von ca. 20 Industrie­
partnern je Projekt eröffnet dabei den Unternehmen
die Möglichkeit, gemeinsam die richtigen „Use Cases“
auszuwählen und besonders schnell zu realisieren.
Kern bestandteile des Projektes sind anwendungs­
spezifische KI­Reifegradbewertungen, individuelle
Handlungs empfehlungen und Lösungskonzepte,
Technologie­Scoutings sowie proto
typische Um­
setzungen ausgewählter Use Cases und der Aufbau
von unternehmens
individuellen Umsetzungs­
kompetenzen in Schulungsmodulen.
Zukunftszentrum Sachsen
20
Das Zukunftszentrum Sachsen unterstützt KMU und deren
Beschäftigte gezielt dabei, Veränderungsprozesse in der Arbeits­
welt im Zusammenhang mit Digitalisierung zu bewältigen und
vor allem sozial zu gestalten. Hierfür bietet es Beratung sowie
Unterstützung bei der Entwicklung von Fähigkeiten. Das Zukunfts­
zentrum Sachsen ist eines von fünf ostdeutschen Zentren, die
durch das länderübergreifende Zentrum digitale Arbeit unterstützt
werden.
Mittelstand 4.0­Kompetenzzentrum Chemnitz
21
Das Mittelstand 4.0­Kompetenzzentrum Chemnitz unterstützt als Teil
des Förderschwerpunktes „Mittelstand­Digital“ des Bundesministeriums
für Wirtschaft und Energie die Digitalisierung in kleinen und mittleren
Unternehmen und dem Handwerk. Das Kompetenzzentrum unterstützt
kleine und mittlere Unternehmen in Sachsen insbesondere beim Aufbau
von Wissen im Bereich Künstlicher Intelligenz. Den Betrieben stehen
dabei vier Expertinnen und Experten zur Seite. Die KI­Trainerinnen und
­Trainer helfen beispielsweise bei der Planung von KI­Anwendungen und
begleiten deren Umsetzung in die Praxis. Ihr Wissen haben sie ebenfalls
zum sogenannten „KI­Kochbuch“
22
beigesteuert, das den Einsatz von KI
im Unternehmen beleuchtet.
+ 29
18
https://www.eas.iis.fraunhofer.de/de/innovationsthemen/kuenstliche­intelligenz/konsortialprojekt­ki.html
19
https://cordis.europa.eu/project/id/826060/de
20
https://zukunftszentrum­sachsen.de
21
https://betrieb­machen.de
22
https://www.mittelstand­digital.de/MD/Redaktion/DE/Publikationen/
zentrum­kommunikation­ki­kochbuch.html
23
http://keen­plattform.de
AI4DI
19
– AI for Digitizing Industry
AI4DI zielt auf die Entwicklung einer Technologieplatt­
form zur Steigerung der Produktivität in Fabriken durch
Digitali sierungs­ und Automatisierungsprozesse. In der
digitalisierten Industrie sind Fabriken, einzelne Prozesse
und IoT­Komponenten verbunden. Mithilfe von ML und KI
sollen Veränderungen und Anomalien erkannt werden. AI4DI
konzentriert sich zunächst auf verschiedene dezentrale
Anwendungen in fünf Wertschöpfungsketten: Automobil­,
Halbleiter­, Maschinen­, Lebensmittel­ und Getränke produk­
tion sowie Transportindustrie. Es werden neue KI­fähige
Hard ware komponenten und ­methoden entwickelt, deren
Funktions
weise anhand mehrerer Demonstratoren sichtbar
wird.

+ 31
Dabei spielt es eine besondere Rolle, dass die notwendige Regulie­
rung auf eine Weise innovationsfördernd wirkt, die im Einklang mit
den europäischen Werten steht und auf deren Wahrung achtet.“
Seit geraumer Zeit erleichtert und verstärkt die Europäische Kom­
mission, die EU­weite Zusammenarbeit auf dem Gebiet der KI, um
die europäische Wettbewerbsfähigkeit zu steigern und das auf den
EU­Werten beruhende Vertrauen zu stärken. Der dazu vorliegende
weltweit erste Rechtsrahmen für KI wird einerseits die Entwicklung
von KI fördern, andererseits ein hohes Schutzniveau für öffent­
liche Interessen gewährleisten und Vertrauen in die KI­Systeme
schaffen.
Auf Bundesebene arbeitet beispielsweise das „KI­Observatorium“
(Bundesministerium für Arbeit und Soziales) an Leitlinien für
die Praxis zur Schaffung eines Ordnungsrahmens. Ethische und
rechtsstaatliche Anforderungen sollen zentraler Bestandteil einer
„AI made in Europe“ sein. Wir werden diese Ansätze weiterverfol­
gen und in geeigneter Weise für den Freistaat Sachsen umsetzen.
Wir werden uns dabei für einen auf Innovation ausgerichteten
Regelungsrahmen einsetzen, der sich flexibel an eine sich rasch
entwickelnde Wirtschaft und Gesellschaft anpassen kann. Der
Regelungsrahmen muss Test­, Lern­ und Anpassungsmöglichkeiten
bieten.
Eine sichere und vertrauensvolle Nutzung von KI – gerade auch in sensiblen
Bereichen wie dem Gesundheitswesen – verlangt darauf eingestellte recht-
liche Rahmenbedingungen und die Einhaltung europäischer Datenstandards.
Wir unterstützen die europäischen und nationalen Bestrebungen, einen
guten Rechtsrahmen für KI zu schaffen. Wir werden unsere Möglich keiten
nutzen, um in Sachsen eine rechtssichere Nutzung von KI in der Praxis
sicherzustellen.
STRATEGIEZIEL 5
WAS WIR ERREICHEN WOLLEN:
Das Vertrauen der Bürgerinnen
und Bürger in KI-Anwendungen
wird gestärkt, weil für uns eine
verant wor tungsvolle
Nutzung
von KI im Mittelpunkt steht.
Dazu muss KI entwickelt und an-
gewendet werden, die auf den in
der EU geltenden Standards wie
Datenschutz, Datensicherheit,
Gleichberechtigung, Diskrimi-
nierungs freiheit,
Diversität
und
Teilhabe beruht.
30 +
Künstliche Intelligenz – Strategie für den Freistaat Sachsen
Vertrauen in KI­Anwendungen schaffen
Ein guter und anpassungsfähiger Rechtsrahmen für KI­Anwen­
dungen alleine schafft noch kein Vertrauen in KI. Vertrauen in die
KI­Technologie und damit deren Akzeptanz kann nur entstehen
bzw. erhalten werden, wenn die Mechanismen der KI und deren
Kontrolle durch den Menschen plausibel nachvollzogen und ver­
standen werden können. Aus diesem Grund müssen algorithmische
Analyse­, Prognose­ und Entscheidungssysteme transparent, nach­
vollziehbar und kontrollierbar sein sowie in der Konsequenz von
Menschen geändert und notfalls beendet werden können. Um dies
zu gewährleisten, wollen wir bei den eingesetzten Algorithmen und
Systemen Open­Source­Entwicklungen begünstigen.
Zudem muss potenziellen Diskriminierungen durch Lernende
Systeme effektiv begegnet werden. Da bereits die Entwicklung und
Konzeption von KI­Systemen Diskriminierungspotenziale beinhal­
ten, müssen diskriminierungsrelevante Aspekte sowie sonstige
ethische und gesellschaftliche Fragestellungen bereits in diesem
frühen Stadium übergreifend beachtet werden. So ist insbesondere
darauf zu achten, dass die Datengrundlage für das Anlernen der
Algorithmen die gesamte Vielfalt der Gesellschaft abbildet.
Algorithmen zielen auf Regeln, die auf viele Sachverhalte An­
wendung finden können. Sie verallgemeinern und vernachlässigen
das Individuelle. Ergebnisse und Entscheidungen von KI­Systemen
können diskriminierend sein, weil die Trainingsdaten der
KI­Algorithmen ungewollt Vorurteile enthalten. Diese diskriminie­
renden Verzerrungen können durch das Training der Algorithmen
in die Software übertragen werden. Eine schlichte Vergrößerung
der Trainings­Datenmenge vergrößert dabei nicht zwingend die
Chance für Diskriminierungsfreiheit.

32 +
Künstliche Intelligenz – Strategie für den Freistaat Sachsen
+ 33
Beirat für Digitale Ethik
Wir werden einen Beirat für Digitale Ethik etablieren, welcher die Ent­
wicklung der Künstlichen Intelligenz unter gesellschaftlichen Aspekten
intensiv begleiten wird. Dabei soll er sich mit Fragestellungen zu den
Regulierungsansätzen auf Ebene der EU befassen und Handlungs­
empfehlungen für die Entwicklung und die Anwendung von KI abgeben.
Zentrale Fragestellungen sind dabei, welche ethischen Grenzen für den
Einsatz von automatisierten, auf Algorithmen basierenden Prognose­
und Entscheidungssystemen gelten und was diese für konkrete Projekte
bedeuten. Aktuelle Entwicklungen sollen frühzeitig erkannt und der
notwendige regulatorische Rahmen rechtzeitig gesetzt werden. Damit
wollen wir Sachsen als starke Stimme im Bereich KI­Ethik positionieren.
Der Beirat setzt sich aus Personen der Wissenschaft, Gesellschaft und
Wirtschaft zusammen.
Dresden Data Trust Center (DDTrust):
Implementierung eines Datentreuhandmodells für den
sächsischen Wissenschaftsraum an der TU Dresden
Die Datentreuhandstelle zielt auf den Schutz der Persönlichkeits­ und Urheber rechte
für eigene sowie der zur Nutzung für wissenschaftliche Analysen bereitgestellten
Daten. DDTrust soll Teil eines bundesweiten Datentreuhandstellennetzes werden.
In der Konzeption wird die Untersuchung der rechtlichen Rahmenbedingungen der
Datenbereitstellung sowie die IT­Unterstützung für die Prozesse und Aufgaben der Treu­
handstelle adressiert. Mit Anwendungsfällen aus Psychologie / Medizin, KI­Forschung,
Ingenieur­ und Gesellschaftswissen schaften wird die Umsetzung erarbeitet, erprobt und
praxisnah evaluiert.
Nutzung von KI im Einsatz für Presse
und Medienfreiheit in Sachsen, Deutschland
und Europa
Vom Europäischen Zentrum für Presse­ und Medienfreiheit (ECPMF) wurde
gemeinsam mit dem Institut für angewandte Informatik an der Universität
Leipzig (InfAI) ein KI­unterstütztes „Monitoring Tool“ zum Erfassen von Presse­
freiheitsverletzungen, über die in Sozialen Netzwerken und auf Newswebseiten
berichtet wird, entwickelt. Der „News and Tweet Observer“ (NTO) analysiert
täglich tausende Quellen und wertet sie mit seinem neuralen Netzwerk aus.
So liefert er den Monitoring­Expertinnen und ­Experten neue Presse­ und
Medienfreiheits
verletzungen und/oder zusätzliche Quellen für die Fallrecherche.
Der NTO erlaubt es den Expertinnen und Experten, Rückmeldungen zur Qualität
der erkannten Inhalte zu geben, die zur Erweiterung der Trainingsdaten und zur
weiteren Verbesserung der Qualität der automatischen Klassifikation konti­
nuierlich in den Auswertungsprozess einfließen. Mithilfe der Anwendung können
die auf
www.mappingmediafreedom.org
gelisteten Presse­ und Medienfreiheits­
verletzungen schneller und präziser erfasst und verifiziert werden. Dadurch ist
eine realistischere und zuverlässigere Einschätzung der Situation der Presse­
freiheit in Europa möglich.
Durch Trainingsdaten hoher Qualität sowie eine Bewertung von
Ergebnissen eines KI­Systems anhand von Validierungsdatensätzen
unter gezielter Einbeziehung diskriminierungserfahrener Bevölke­
rungsgruppen kann die Gefahr von Diskriminierungen minimiert,
aber nicht gänzlich ausge
schlossen werden.
Daraus folgt für den Einsatz von KI­basierten Anwendungen, dass
ausschließlich solche Entscheidungen an KI delegiert werden, die
keine demokratischen und ethischen Problemstellungen nach sich
ziehen. Für öffentliche Stellen bedeutet dies: Grundrechtssensible
Bereiche, in denen wertende Entscheidungen unter Abwägung
widerstreitender Interessen zu treffen sind, stellen kein geeignetes
Einsatzgebiet für KI dar.
Wir sehen in einer grundsätzlichen gesellschaftlichen Debatte über
KI den Grundstein gesellschaftlicher Akzeptanz. Unser Ziel ist die
Vermittlung der technischen Möglichkeiten im Allgemeinen sowie
mit Praxisbeispielen sowohl aus dem inneren Bereich der Verwal­
tung als auch dem Bürgerinnen­ und Bürgerservice.
Die sinnvolle Anwendung neuer Technologien erfordert einen
breiten Konsens in der Gesellschaft hinsichtlich des Nutzens und
der Risiken. Durch eine frühzeitige und ergebnisoffene Bürge­
rinnen­ und Bürgerbeteiligung auf der Grundlage umfassender
evidenzbasierter Wissens
vermittlung wollen wir einen solchen
Konsens erreichen.
Wir streben an, dass neben dem Beteiligungsportal des Freistaats
vielfältige Formate der Informationsvermittlung und der Beteili­
gung der Bürgerinnen und Bürger an den politischen Meinungs­
bildungsprozessen zur Anwendung kommen. Insbesondere sollen
auch Vereine und zivilgesellschaftliche Initiativen, die sich mit
KI­Anwendungen beschäftigen, eingebunden und gefördert
werden.
Alle Bürgerinnen und Bürger müssen darauf vertrauen können,
dass algorith mische Systeme nicht diskriminieren. Wir möchten
das Vertrauen mehren, indem Behörden und Unternehmen
mittels Selbstverpflichtung anstreben, nur diskriminierungsfreie
KI­ Anwendungen zu nutzen. Dies kann durch Anreizsysteme wie
Gütesiegel, die durch unabhängige Stellen verliehen werden, unter­
stützt werden. Damit nehmen wir einen Vorschlag der Datenethik­
kommission der Bundesregierung auf.

+ 35
34 +
Künstliche Intelligenz – Strategie für den Freistaat Sachsen
Wir möchten unseren Schülerinnen und Schülern eine
grundlegende Medien kompetenz vermitteln. Deshalb wurden
die Lehrpläne der allgemeinbildenden Schulen im Schuljahr
2019 / 2020 mit Blick auf eine fächerintegrierte Medienbildung
angepasst. Dazu gehört z. B. ein erstes Heranführen an Program­
mierung und Robotik bereits in der Grundschule.
Alle Schülerinnen und Schüler in Sachsen sollen über elementare
Hintergründe, Modelle und Verfahren der KI unterrichtet werden.
Hierzu werden im Rahmen eines Gesamtkonzeptes für den allge­
mein­ und berufsbildenden Bereich weitere Bausteine entwickelt,
die das Thema Künstliche Intelligenz in die Lehrpläne Informatik
von Förder schule, Oberschule und Gymnasium integrieren.
Künstliche Intelligenz spielt im Bildungsprozess jedoch nicht nur
als Unterrichtsinhalt im Sinne eines Lernens über KI eine Rolle.
Auch das Lernen mit KI­basierten Lernprogrammen, die indivi­
duelle und flexible Lernwege ermöglichen, bietet neue didaktische
Möglichkeiten.
KI an unseren Schulen
Wir möchten bereits in der Schule das Interesse an Künstlicher Intelligenz wecken
und unseren Schülerinnen und Schüler sowohl ein grundlegendes Verständnis für
dieses Themenfeld vermitteln als auch den Einstieg in den praktischen Umgang mit
KI bieten. Es gilt, Berührungsängste abzubauen und die Lust an der Technologie zu
fördern. Dazu benötigen die Schulen eine moderne technische Ausstattung, wie
auch eine hinreichende Breitband-Anbindung. Diese Aspekte setzen wir bereits mit
dem „DigitalPakt Schule“
24
um.
KI in der Aus- und Weiterbildung
Der digitale Wandel und seine spezifischen Herausforderungen
haben inzwischen Eingang in viele Fachbereiche gefunden. Deshalb
muss die Digitalisierung – und das Themenfeld KI als Teilbereich
davon – auch immer stärker in der Aus­ und Weiterbildung Beach­
tung finden. Dies gilt sowohl für angehende Fachkräfte als auch,
bezogen auf individuelle Phasen der Weiterbildung, im gesamten
Erwerbsleben.
Wir möchten, dass grundsätzliches KI­Wissen verpflichtender
Bestandteil in der beruflichen Aus­ und Weiterbildung wird, wenn
sich dies im jeweiligen Fachzweig zweckmäßig einbetten lässt.
Lehr­ und Lerninhalte sollen schrittweise inhaltlich angepasst und
erweitert werden.
Ziel ist es, die Möglichkeiten der Digitalisierung möglichst um­
fassend nutzbar zu machen. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer
sollen das notwendige fachliche KI­Rüstzeug für ihre eigene beruf­
liche Entwicklung im Zuge der Aus­ und Weiterbildung erhalten.
Dafür wollen wir auch die Sozialpartner gewinnen.
STRATEGIEZIEL 6
WAS WIR ERREICHEN WOLLEN:
Wir wollen, dass unser
Nachwuchs an den Schulen,
in der Aus- und Weiter-
bildung und an den sächsi-
schen Hochschulen über
KI-Wissen verfügt und die
Menschen im Freistaat mit
KI grundlegend vertraut
sind.
24
https://www.schule.sachsen.de/digitalpakt­schule­5654.html

36 +
Künstliche Intelligenz – Strategie für den Freistaat Sachsen
+ 37
„Jugend hackt“
Unter dem Motto „Mit Code die Welt verbessern“ können
Jugend liche bei „Jugend hackt“ gemeinsam an Projekten tüfteln
und lernen. Die Ausrichtung von Events und einem neuen
Lab hier in Sachsen spielt dabei eine wichtige Rolle für die
spätere berufliche Orientierung von Jugendlichen und soll die
digitale Bildung und Informatik weiter stärken, dies auch vor
dem Hintergrund des digitalen Wandels der Arbeitswelt, eines
wachsenden IT­Fachkräfte bedarfs und zur Beförderung der
Vision „Softwareland Sachsen“ im Sinne der Initiative „Digitale
Schule Sachsen“
25
https://www.informatik.uni­leipzig.de/ddi/schule/mit­schulen
26
https://fabmobil.org
KI in berufsbildenden Schulen und
Ausbildungszentren verankern
In Kooperation mit der sächsischen Wirtschaft und Wissenschaft
sollen gemeinsame Industrieroboter in Berufsschulen eingesetzt
werden, um Auszubildende stärker mit Themen der KI vertraut
zu machen, diesbezügliche Kompetenzen aufzubauen und somit
dieses Wissen auch in die Ausbildungsbetriebe zu bringen.
KI in Forschung und Lehre
Hochschulabsolventinnen und ­absolventen werden in vielen
Arbeits­ und Anwendungsbereichen zunehmend KI­Techniken
und ­Anwendungen beherrschen müssen. Deshalb ist KI an den
sächsischen Hochschulen nicht nur ein wichtiges Forschungs­
thema, sondern wird immer mehr auch integraler Bestandteil
der universitären Ausbildung. Fast 140 Studiengänge an unseren
Hochschulen weisen heute bereits einen konkreten KI­Bezug aus.
Hier gilt es in Zukunft weiter auszubauen und Studiengänge und
­inhalte weiterhin an die aktuellen Entwicklungen anzupassen.
Wir werden in Sachsen zügig eigene KI­Studiengänge etablieren,
die die aktuellen Informatik­Angebote ergänzen – etwa Data
Sciences – oder KI­basierte Simulationen zum Schwerpunkt haben.
Außerdem wird KI mehr und mehr Eingang in viele Studienfächer
finden, denn der Umgang und die Nutzung von Daten werden in
nahezu allen Studienbereichen eine zunehmende Rolle spielen.
Zusätzlich soll mit dem Bund­Länder­Programm „KI in der Lehre“
das akademische Fachkräfteangebot für Wirtschaft und Wissen­
schaft im Bereich Künstlicher Intelligenz ausgebaut sowie die
Nutzung von Künstlicher Intelligenz zur Verbesserung der Hoch­
schulbildung gefördert werden.
Neben den Studiengängen in den Natur­ und Ingenieurwissen­
schaften gilt das immer stärker auch für die Wirtschaftswissen­
schaften, die Medizin und die Biowissenschaften sowie die Sozial­
und gesellschaftswissenschaftlichen Studienfächer.
Hochschulabsolventinnen und ­absolventen, die bereits am
Arbeitsmarkt agieren, sollen durch das Angebot weiterbildender
Masterstudiengänge oder Micro­Degrees die Gelegenheit erhalten,
ihren Abschluss fachlich um KI zu erweitern und zu aktualisieren.
Erprobung der KI­basierten
Plattform Area9 Rhapsode
Der Freistaat Sachsen pilotiert in 2021 gemeinsam mit Mecklen­
burg­Vorpommern die Nutzung eines KI­basierten Intelligenten
Tutoriellen Systems (ITS) zur Vermittlung von Lehr­ / Lerninhalten und
zur Unterstützung des adaptiven und individuellen Lernens. Das ITS
wird in Zusammenarbeit mit der Firma Area9 Lyceum GmbH bis Ende
Juli 2021 an sechs säch sischen Schulen erprobt. Es wird untersucht,
ob künstliche Intelligenz den Unterricht sinnvoll ergänzen kann. Nach
Abschluss der Testung wird ein Einsatz an allen Schulen im Freistaat
Sachsen sowie weiteren Bundesländern geprüft. Ziel ist der Einsatz
sowohl in der Wissensvermittlung für Schülerinnen und Schüler als
auch in der Fort­ und Weiterbildung für Lehrerinnen und Lehrer.
Initiative Digitale Schule Sachsen
25
Die Initiative „Digitale Schule Sachsen“ soll durch zusätzliche schulische Projekte
die digitale Bildung und Informatik vor dem Hintergrund des digitalen Wandels
der Arbeitswelt, eines wachsenden IT­Fachkräftebedarfs und zur Beförderung der
Vision „Softwareland Sachsen“ weiter stärken.
Neben der Unterstützung von M.I.T.­Schulen (digitale Medien, Informatik und
digitale Technologien) sollen Schullabore (z. B. Robotiklabore, Testzentren) ein­
gerichtet, ausgestattet und etabliert sowie Projekte im Bereich der digitalen
Medienbildung durchgeführt werden.
Das Projekt „Fabmobil
26
“ nimmt im Bereich der Initiative „Digitale Schule Sachsen“
eine besondere Stellung ein und zielt auf eine praktische, regionale und mobile
Vermittlung von Inhalten auf dem Gebiet der Informatik, insbesondere im länd­
lichen Raum im Freistaat Sachsen. Es unterstützt als außerschulischer Lernort
Schülerinnen und Schüler beim kreativen Ausprobieren von ersten programmier­
technischen Um setzungen, wobei die Schülerinnen und Schüler u. a. Erfahrungen
im Bereich der künstlichen Intelligenz sammeln sollen.

+ 39
38 +
Künstliche Intelligenz – Strategie für den Freistaat Sachsen
Dabei möchten wir die Potenziale der IT umfassend nutzen, um die
Verwaltung schneller und effizienter zu machen und den Service
für Bürgerinnen und Bürger und Unternehmen zu verbessern.
Gleichzeitig soll die sächsische Verwaltung ein Innovationstreiber
auf diesem Gebiet sein.
Deshalb möchten wir den Einsatz von KI in der Verwaltung ver­
stärken. Wir wollen bei der Informations­ und Cybersicherheit als
Vorbild für andere gesellschaftliche Bereiche vorangehen. Dazu
gehört es unter anderem, die eigenen Beschäftigten ausreichend
für das Thema zu sensibilisieren, bei der Kommunikation sowie
der Verarbeitung von Daten hohen Sicherheitsstandards zu ent­
sprechen sowie geeignete Organisationsstrukturen aufzubauen.
KI-Kompetenz in der Verwaltung fördern
Um innovative IT­Technologien in der Verwaltung umsetzen zu
können, müssen alle Beschäftigten über ausreichend Wissen
in Bezug auf die neuesten technologischen Entwicklungen
und die sich daraus ergebenden potentiellen Einsatz­ und
Anwendungs
bereiche verfügen. Deshalb möchten wir auch unsere
Beschäftigten in der Verwaltung fit machen in Sachen KI und
dieses Themenfeld in der Aus­ und Fortbildung an der Hochschule
Meißen (FH) und am Fortbildungszentrum (HSF Meißen) zuneh­
mend stärker verankern.
Beim Bachelorstudiengang Digitale Verwaltung und beim berufs­
begleitenden Masterstudiengang Public Governance ist KI bereits
Teil des Lehrplans. Einzelne Module vermitteln dabei themen­
bezogen Grundwissen über Technologie und Potenziale der Künst­
lichen Intelligenz und bieten praktische Übungen an Software­
systemen.
Die sächsische Verwaltung als moderne Dienstleistungsorganisation, die
kundenorientiert agiert und 24 Stunden täglich an sieben Tagen in der Woche
für alle zugänglich ist – dieses Ziel haben wir gemeinsam mit den sächsischen
Kommunen fest im Blick.
Die Digitale Transformation nimmt im Rahmen unserer Fort­
bildungsoffensive eine inhaltliche Schlüsselrolle ein. Bisher wird in
der Fortbildung Grundwissen über Technologie und Potenziale der
KI vorrangig über Einzelveranstaltungen vermittelt. Darauf auf­
bauend werden wir auch die Fortbildungsangebote im KI­Bereich
erweitern.
Neben einer Fortbildungsreihe für Führungskräfte (sog. Digital
Leader) sind verschiedene Formate in der Entwicklung, welche
beispielsweise in die Grundlagen der KI­Technologie einführen,
Prinzipien des Machine Learning vermitteln, experimentelle
Software
anwendungen vorstellen und Einsatzmöglichkeiten von
KI in der Verwaltung aufzeigen.
Auch die Themenfelder Open Data und Cyber Security werden wir
stärker in der Aus­ und Fortbildung berücksichtigen. Dazu sollen
den Beschäftigten praxisbezogen die Möglichkeiten und Vorteile
von Open Data, auch für das eigene dienstliche Handeln, auf­
gezeigt werden. Diese Formate möchten wir fortlaufend weiter
ausbauen.
Wir werden Kompetenzzentren im Freistaat Sachsen prüfen,
welche die Beschäftigten beim Freistaat über innovative Verfahren
informieren und bei deren Einführung unterstützen.
Verbraucherbildung fördern
KI­Anwendungen sind komplex. Sie erfordern deshalb Trans­
parenz und Nachvollziehbarkeit, damit die Verbraucherinnen
und Verbraucher gegenüber den KI­anwendenden Unternehmen
und Verwaltungen ihre Rechte auch durchsetzen und Optionen
wahrnehmen können. Hierzu müssen Wissensangebote für alle
Bürgerinnen und Bürger geschaffen werden, damit alle Menschen
im Freistaat über grundlegendes Wissen zu KI­Einsätzen in der
Wirtschaft und in der Verwaltung verfügen. Deshalb werden wir
die Verbraucherbildung von jung bis alt fördern und Alltags­
kompetenzen vor allem in den Bereichen Digitalisierung, Daten­
schutz, Energiewende und gesunde Ernährung verbessern.
STRATEGIEZIEL 7
WAS WIR ERREICHEN WOLLEN:
KI wird in der Verwaltung
verantwortungsbewusst
eingesetzt und macht sie
effizienter und freundlicher
für Bürgerinnen und Bürger.
Durch den transparenten
und nachvollziehbaren
Einsatz von KI wächst das
Vertrauen der Bürgerinnen
und Bürger in die KI-Techno-
logie.

40 +
Künstliche Intelligenz – Strategie für den Freistaat Sachsen
+ 41
Projekte für KI­Einsatz in der Verwaltung
LAND- UND FORSTWIRTSCHAFT
In der Landwirtschaftsverwaltung kann KI beispiels­
weise zur Vereinfachung von Verwaltungsverfahren
bei Direkt­ und Ausgleichszahlungen, wie z. B. zur
automatisierten und regelmäßigen Auswertung von
Satellitenbildern, Orthofotos und Drohnenaufnahmen
oder bei der Nutzung von geotagged Fotos eingesetzt
werden.
KI­Unterstützung kann es auch für Sachsens Wälder
geben, die durch Klimaveränderungen und Borken­
käferkalamitäten zum Teil stark geschädigt sind.
Ein KI­basiertes Monitoring ermöglicht es, Daten
von Satelliten und Drohnenflügen auszuwerten und
Veränderungen unmittelbar anzuzeigen. Anhand von
Infrarotaufnahmen können Schäden erkannt werden,
noch bevor sie im Wald optisch sichtbar sind.
WASSER-, ABFALL- UND
KREISLAUFWIRTSCHAFT
KI­basierte Analyseverfahren im Bereich der
Satelliten­ und Luftbildauswertung können bei
wasserwirtschaftlichen und hydrologischen Frage­
stellungen unterstützen, z. B. bei Extremereignissen
wie Hochwasser und Überschwemmungen. Daten­
grundlage können hierfür neben den kostenfrei
verfügbaren Satellitendaten, wie etwa aus dem
Copernicus­ und Landsat­Programm, auch Daten
kommerzieller Anbieter sein.
Bei der Abfall­ und Kreislaufwirtschaft bietet der
Einsatz von KI Möglichkeiten, Routen zu optimieren,
die Bürgerinnen und Bürger besser und individueller
zu informieren und dadurch die Effizienz in diesem
Bereich zu steigern. Entsprechende Projekte im
Abfallrechtsbereich werden vor allem durch eine
bundes
weite Zusammenarbeit mit den anderen
Ländern umgesetzt: „Wir digitali sieren Abfallrecht“.
27
27
https://www.zks­abfall.de
ANWENDUNGSSZENARIO
„PLANUNGSVERFAHREN IN DER
RAUMORDNUNG“
Anhand eines praktischen Szenarios werden wir einen
Ideenwettbewerb starten, der Lösungswege aufzeigt,
wie auf klassischem Weg eingehende Stellung­
nahmen und Einwände intelligent vorbereitend
bearbeitet werden können. Auf diesem Weg wollen
wir eine zügige fachliche individuelle Abwägung jeder
Stellung nahme und jedes Einwandes gewährleisten.
Wir wollen am Ende einen Dienst schaffen, der
klassische Medien maschinenlesbar auf bereitet und
eine inhaltliche Verschlagwortung und dadurch eine
automatisierte Zuordnung von Stellungnahmen zu
einzelnen fachlichen Elementen des Planungsvor­
habens vornimmt. Diesen Dienst wollen wir generisch
konzipieren, so dass er nicht nur für das beschriebene
Pilot
vor haben, sondern darüber hinaus durch zahl­
reiche Fachanwendungen in den Ressorts und in den
Kommunalverwaltungen des Freistaates nutzbar ist
(KI­Basiskomponente).
ASEL – PROJEKT DER POLIZEI SACHSEN
Die Polizei Sachsen hat das Projekt „Automatische
Spracherkennungslösung“ (ASEL) aufgelegt, welches
das Ziel der automatischen Verschriftlichung vom
gesprochenen Wort zum Inhalt hat. Eine große Bedeu­
tung hat dies bei der audiovisuellen Beschuldigten­
vernehmung, der Bearbeitung von Diktaten oder aber
auch für die Protokollerstellung einer Besprechung
bzw. eines Workshops. Das Projekt hat großes Poten­
zial, weil es bundesweit bisher noch keine Anwen­
dungsfälle im Bereich der Polizei gibt. Das Thema
„Verschriftlichung von Sprache“ und damit der Einsatz
Künstlicher Intelligenz kann in der gesamten Landes­
verwaltung zu enormen Arbeitszeitein sparungen
führen.

+ 43
42 +
Künstliche Intelligenz – Strategie für den Freistaat Sachsen
Um eine effiziente und transparente Entwicklung des sächsischen
Datenschatzes zu gewährleisten, streben wir an, dass die Daten
nach offenen Standards, entsprechend der sogenannten FAIR­
Prinzipien (Auffindbarkeit, Zugänglichkeit, Interoperabilität und
Wiederverwendbarkeit) unter Berücksichtigung des persönlichen
Datenschutzes, zur Verfügung gestellt werden.
Erhöhung der Datenmengen
Wesentliche Voraussetzungen für eine erfolgreiche Anwendung der
Methoden der Künstlichen Intelligenz und des maschinellen Ler­
nens sind große Bestände hochqualitativer Daten zum Trainieren
von Algorithmen. Daher wird der Zugang zu und das Arbeiten mit
Daten in der Zukunft noch viel stärker an Bedeutung gewinnen.
Die Daten müssen maschinenlesbar und gut strukturiert vorliegen,
damit KI­Methoden trainiert und daraus Anwendungen und Mehr­
wert geschaffen werden können.
Deshalb möchten wir dazu beitragen, die Menge an nutzbaren,
qualitativ hochwertigen Daten unter Einhaltung der individuellen
Rechte sowie der Datensouveränität der Betroffenen deutlich zu
erhöhen. Zur Datensouveränität und –sicherheit kann die Block­
chain­Technologie einen wichtigen Beitrag leisten.
Dabei sollen nicht nur bestehende Geschäftsfelder gestützt
werden. Durch eine höhere Datenverfügbarkeit sollen zudem auch
neue datengetriebene Geschäftsfelder erschlossen werden.
Der Freistaat Sachsen begrüßt die GAIA­X­Initiative der Bundes­
regierung zum Aufbau einer leistungs­ und wettbewerbsfähigen,
sicheren und vertrauenswürdigen vernetzten Dateninfrastruktur,
um das Entstehen eines innovativen digitalen Ökosystems zu be­
schleunigen. Wir ermuntern Wissenschaft und Wirtschaft, sich mit
Projekten an der Initiative zu beteiligen.
Daten sind der Rohstoff des Digitalen Zeitalters. In allen sogenannten Schlüssel­
oder Zukunftstechnologien spielen sie die entscheidende Rolle. Ohne Daten keine
innovativen Apps, keine smarten Städte und auch keine Künstliche Intelligenz.
Insbesondere für KI-Anwendungen im Bereich des maschinellen Lernens sind Daten
in großen Mengen (Big Data) nötig.
STRATEGIEZIEL 8
WAS WIR ERREICHEN WOLLEN:
Große Bestände an Daten
stehen zum Trainieren von
Algorithmen zur Verfügung
und stützen nicht nur
bestehende
Geschäftsfelder,
sondern sorgen auch dafür,
dass neue datengetriebene
Geschäftsfelder erschlossen
werden können.
Vernetzung von Datenbeständen
Wir setzen uns für die interoperable, organisationsübergreifende
Vernetzung dezentraler Datenbestände in Forschung, Wirtschaft
und öffentlicher Verwaltung ein. Entscheidend hierbei ist die
Schaffung und Anwendung von offenen Datenstandards und der
Aufbau von offenen Datenreferenzmodellen, um einen einfachen
Datenaustausch zwischen inkompatiblen Systemen zu ermög­
lichen.
Daten in der Forschung
Für die Forschung spielt die Verfügbarkeit von Daten im Zusam­
menhang mit KI eine zunehmend zentrale Rolle (FAIR­Prinzip). Vor
diesem Hintergrund sind Anstrengungen zur strukturellen Veranke­
rung und Organisation des Forschungsdatenmanagements an allen
forschenden Einrichtungen des Freistaates Sachsen – insbesondere
aber an den Universitäten und den meisten Hochschulen –
notwendig. Wir werden die Voraussetzungen schaffen, um die
Herausforderungen in diesem umkämpften Umfeld annehmen zu
können und um insbesondere einen für die Forschung in Sachsen
notwendigen, erheblichen Beitrag an der in diesem Jahrzehnt auf­
zubauenden Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) zu
leisten. Beispielsweise werden wir uns dafür einsetzen, dass ins­
besondere die kleineren Hochschulen z. B. mittels organisatorischer
Anreize an dieser Entwicklung teilhaben können.
Die Umsetzung des FAIR­Prinzips gelingt umso besser, je besser
die vorhandene Rechnerstruktur ist. Wir streben deshalb an, die
Rechnerstrukturen weiter zu optimieren und die Rechen leistungen
zu erhöhen.

44 +
Künstliche Intelligenz – Strategie für den Freistaat Sachsen
+ 45
Rechenzentrum Leipzig
Forschungseinrichtungen und ­projekte mit KI­Bezug
wie beispielswiese im Bereich der Medizininformatik und
der Umweltforschung benötigen immer größere Rechen­
kapazitäten. Neben dem ScaDS.AI Dresden / Leipzig und
dem NHR­Rechner an der TU Dresden wird das geplante
Rechenzentrum der Universität Leipzig ab 2026 auch
KI­Themen bedienen und ein wichtiges Standbein
im Bereich von Big Data sein, um die innerhalb der
KI­ Strategie des Freistaates Sachsen geplanten Maß­
nahmen voranzutreiben und umzusetzen.
SaxFDM Vernetztes Forschungsdaten­
management in Sachsen
28
Daten sind eine wesentliche Grundlage der Forschung.
Der Umgang mit digitalen Forschungsdaten – in ihren
vielfältigen Formen, mit der zunehmenden Geschwindig­
keit ihrer Erzeugung sowie der Komplexität des Manage­
ments und der Analyse – stellt hohe Anforderungen an
die Wissenschaft. Unterstützung und Beratung, aber auch
technische Infrastrukturen und Dienste sind dringend
notwendig, damit sich die Forschenden auf ihre fach­
spezifischen Fragestellungen konzentrieren können. Hier
setzt SaxFDM als eine Initiative sächsischer Hochschulen
und Forschungseinrichtungen an und vernetzt Aktivitä­
ten rund um das Forschungsdaten management, mit dem
Ziel verteilte Kompetenzen syner
getisch zu nutzen und
allen Forschenden in Sachsen Zugang zu leistungsstarker
Unterstützung für das Forschungsdatenmanagement zu
gewähren.
Medizininformatik­Initiative des BMBF
mit sächsischer Beteiligung
31
Im Rahmen der Medizininformatik­Initiative fördert das
Bundesministerium für Bildung und Forschung mehrere
Konsortien, zu denen sich verschiedene Universitätskliniken
mit weiteren Partnern wie Forschungsinstituten, Hochschulen,
Unternehmen oder nicht­universitären Krankenhäusern zu­
sammengeschlossen haben. Insgesamt wurden vier Konsortien
gebildet, wobei die TU Dresden mit dem Universitätsklinikum
Dresden am Konsortium MIRACUM
32
mitwirkt und die
Universität Leipzig mit dem Universitätsklinikum Leipzig
am Konsortium SMITH
33
. Die Konsortien arbeiten gemein­
sam daran, die Voraussetzungen zu schaffen, um Daten aus
Forschung und der Patientinnen­ und Patientenversorgung
untereinander aus
tauschen zu können. Alle Konsortien haben
deshalb sogenannte Daten integrationszentren eingerichtet
(DIZ)
34
in denen die Forschungs­ und Versorgungsdaten
gesammelt werden. Die beiden sächsischen DIZ sind an der
TU Dresden und am Uniklinikum Leipzig.
Autarke Infrastruktur mit Gaia­X –
der KIPS­Demonstrator
35
Da vor allem kleine und mittlere Unternehmen beim Ein­
satz Künstlicher Intelligenz und der Migration ihrer Daten in
Cloud­Systeme zögern, wurde in Zusammenarbeit mit dem
Hightech­Netzwerk Silicon Saxony e. V. und dem KI­Anbieter
elevait GmbH die KI­Plattform Sachsen (KIPS) ins Leben
gerufen. Durch einen einfachen Zugang zu KI­Anwendungen
bei gleichzeitiger Transparenz und Entscheidungsfreiheit, wo
und wie Daten verarbeitet werden, bietet die Plattform mit
einem ersten Demonstrator einen einfachen und verständ­
lichen Transfer zu den Themen KI und Cloud­Computing. Die
KIPS­Plattform ist konform zu GAIA­X – dem europäischen
Cloud­Projekt ­ aufgebaut und liefert eine auf die eigenen
Bedürfnisse anpassbare Cloud­Infrastruktur.
OpenGPT­X – moderne Sprachmodelle
für europäische Unternehmen
36
Projektziel sind Gaia­X­kompatible Advanced Smart Services
auf Basis innovativer Sprachtechnologien durch Entwicklung
und Training von KI­Sprachmodellen sowie deren Anpassung
auf die Domänen Mobilität, Medien und Finanzen. Die
Modelle umfassen generative Dialogmodellierung, Sprach­
erkennung, Dokumentenanalyse und weitere NLP­Methoden.
Zudem werden skalierbare HPC­Infrastrukturen für das
Training großer KI­ Sprachmodelle geschaffen und die
Gaia­X­Referenzarchitektur zur Selbstbeschreibung von
Ressourcen und Services unterstützt. Ein Gaia­X­Knoten für
europäische Firmen sichert die Nutzung und Verwertung der
Services.
NFDI4Earth – Nationale
Forschungs dateninfrastruktur
für
die
Erdsystem wissenschaften
29
Die von der TU Dresden koordinierte NFDI4Earth adressiert
die digitalen Bedürfnisse in den Erdsystemwissenschaften
und bringt die hier führenden nationalen Einrichtungen zu­
sammen (z. B. Deutsches Klimarechenzentrum, Deutsches
GeoForschungsZentrum sowie in Sachsen die Universität
Leipzig, IÖR, UFZ). NFDI4Earth vernetzt die rasant steigenden
Forschungsdatenbestände, schafft einheitliche Regelungen
für die Bereitstellung von qualitätsgesicherten sowie leicht
integrierbaren Forschungsdaten und entwickelt gemeinsam
mit den Forschenden die nächste Generation von Daten­
analyseumgebungen für die Erdsystem
wissenschaften. Diese
bilden die Grundlage für innovative Forschungsansätze, die
sich auch mit den drängenden globalen Herausforderungen
wie Klimawandel, Wasserknappheit, Landnutzungsänderung,
Umweltverschmutzung und Naturgefahren beschäftigen.
DataMining
30
Das Fraunhofer­Zentrum für Internationales Management
und Wissensökonomie (IMW) und die Fachbereiche Wirt­
schaftswissenschaften und Informatik der Universität Leipzig
arbeiten in einem gemeinsamen Forschungsvorhaben „Data
Mining und Wertschöpfung“ zusammen. Ausgangspunkt ist
die Frage, ob es Unternehmen gelingt, den Wert ihrer Daten
zu erkennen, zu bemessen und diesen kommerziell u. a. auch
mit KI­Anwendungen zu nutzen. Anderenfalls besteht das
Risiko in neu entstehenden Wertschöpfungsnetzwerken an
den Rand gedrängt zu werden. Das Projekt hat daher das Ziel,
neue datenbasierte digitale Geschäftsideen für sächsische
Unternehmen zu entwickeln bzw. bestehende Geschäftsab­
läufe zu verbessern, indem ein sozio­ökonomisch fundiertes
und technisch untersetztes Konzept zur Bewertung und
Nutzung von Daten mit konkretem Anwendungsbezug für
Unternehmen entwickelt wird.
28
https://saxfdm.de
29
https://www.nfdi4earth.de
30
https://www.imw.fraunhofer.de/de/forschung/data­mining.html
31
https://www.medizininformatik­initiative.de;
und
www.medizininformatik­initiative.de/index.php/de/konsortien
32
www.medizininformatik­initiative.de/de/konsortien/miracum
33
www.medizininformatik­initiative.de/de/konsortien/smith
34
www.medizininformatik­initiative.de/index.php/de/konsortien/datenintegrationszentren
35
https://ki­demonstrator.de
36
https://www.heise.de/select/ct/2021/16/2118815242142420289

+ 47
46 +
Künstliche Intelligenz – Strategie für den Freistaat Sachsen
Um diese Potenziale im Freistaat zu aktivieren und den sächsi­
schen Datenschatz auch für unterschiedliche KI­Entwicklungen
zu öffnen, betreibt der Freistaat seit Anfang 2021 ein eigenes
Open Data Portal. Es verfügt über eine leistungsfähige technische
Basis, um Daten voll automatisiert zur Verfügung stellen zu
können. Außerdem liegt der Schwerpunkt auf einer komfortablen
web basierten Suche, die es für Laien sowie Datenexpertinnen
und ­experten gleicher maßen möglich macht, kommunale und
staatliche Verwaltungsdaten zu recherchieren und direkt selbst zu
nutzen. So findet man im Portal sowohl Verlinkungen zu statischen
Datensätzen in allen gängigen offenen Formaten als auch dyna­
mische Datensätze mit direkter Anbindung über eine Programmier­
schnittstelle (API).
Schon jetzt bietet das Portal die Integration von Daten katalogen,
Fachdatenbanken und Datenanwendungen kommunaler und
Es gibt kaum einen Lebensbereich, zu dem die Verwaltung keine Daten erhebt.
Daher ist der Beitrag, den offene Verwaltungsdaten für die Entwicklung von
KI-Anwendungen leisten können, enorm.
staatlicher Behörden – so z. B. des sächsischen Geodatenportals
oder des Datenportals des Statistischen Landesamtes (GENESIS),
des Ereignismelders (Beteiligungsportal) oder kommunaler Open
Data Portale (Leipzig und Dresden). Auch die Einbindung sog.
Freiwilliger Datenspenden Dritter ist über die betreffenden Daten­
kataloge der Behörden bereits möglich.
Unser Ziel ist es, die Anzahl der auf unserem Portal bereit­
gestellten Verwaltungsdaten in den nächsten Jahren deutlich zu
erhöhen. Dazu werden wir die rechtliche, organisatorische und
technische Basis für Open Data und Transparenz im Freistaat
laufend weiterentwickeln und dabei die Belange und Anforde­
rungen der sächsischen Datenwirtschaft sowie der Bürgerinnen
und Bürger besonders im Blick behalten.
STRATEGIEZIEL 9
WAS WIR ERREICHEN WOLLEN:
Das Open Data Portal des
Freistaates stellt als Daten-
plattform die Daten der
sächsischen Verwaltung und
freiwilliger Datenspender
standardisiert bereit, die für
Entwicklung und Training von
KI-Anwendungen umfassend
genutzt werden.
37
https://sachsen.digital
38
www.archiv.sachsen.de
„Sachsen.digital“
37
Im Rahmen des Projekts „Sachsen.digital“ verfolgt das
Sächsische Staatsarchiv das Ziel der Bereitstellung digitaler
Zugänge zu einmaligem archivischen Kulturgut. Damit wird
Wissenschaft und Forschung gefördert, Verwaltungshandeln
trans parent gemacht und die Wirtschaft unterstützt mit der
Möglichkeit, staatliche Infor mationen weiterzuverwenden und
neue Produkte für die Informationsgesellschaft zu entwickeln.
Des Weiteren wird der Zugang zu Kulturgut erleichtert, der Ruf
Sachsens als kulturelles und historisches Zentrum in der Mitte
Europas gefestigt und Identität in Zeiten der Globalisierung
gestiftet. Die Informationen können auf der Plattform SAX.
Archiv
38
, die laufend ausgebaut wird, abgerufen werden.

48 +
Künstliche Intelligenz – Strategie für den Freistaat Sachsen
+ 49
Einführung einer bundesweiten zentralen IT­Infrastruktur
beim gesundheitlichen Verbraucherschutz
Der Freistaat Sachsen beteiligt sich in führender Position an der Einführung einer
modernen gemeinsamen IT­Infrastruktur beim gesundheitlichen Schutz der Ver­
braucherinnen und Verbraucher.
Die innovative zentrale IT­Architektur wird zahlreiche Anwendungsfälle von KI im
gesundheitlichen Verbraucherschutz ermöglichen, etwa bei der amtlichen Lebens­
mittelüberwachung. Hier kann KI helfen aufkommende Risiken frühzeitig zu
erkennen und die Lebensmittelüberwachung effektiver zu gestalten. Eine möglichst
umfassende Datenbasis stellt dabei eine Grundvoraussetzung für die effektive
Nutzung von KI auch im gesundheitlichen Verbraucherschutz dar. Dieser Ansatz
ermöglicht Auswertungen über die Daten aller Lebensmittelüberwachungsbehörden
hinweg, was zu einer erheblichen Vergrößerung der Datenbasis im Vergleich zum
Betrieb vieler lokaler Anwendungen führt.
So lassen sich beispielsweise auch im Falle von Lebensmittelrückrufen mittels KI in
innovativen IT­Strukturen Informationen wesentlich effektiver verarbeiten, was die
Überwachungsbehörden deutlich schneller handeln lässt.
39
http://www.umwelt.sachsen.de/umwelt/46037.htm
40
https://www.geosn.sachsen.de
Datenportale der sächsischen Verwaltung
UMWELT- UND DATENPORTAL IDA
Das Umwelt­ und Datenportal iDA (interdisziplinäre Daten und Auswer­
tungen) ermöglicht den Zugriff auf Umweltdaten und Kartenbestände.
39
Die Daten stammen aus Mess­ und Untersuchungsprogrammen des
LfULG und aus verschiedenen Fachinformationssystemen. Umweltdaten
sind zum Teil tagesaktuell abrufbar. Universitäten und Forschungs­
einrichtungen nutzen diese bereitgestellten Daten, die somit im Rahmen
von Abschlussarbeiten, Forschungsprojekten oder anlassbezogenen
Fragestellungen ihren Eingang finden. Gleichzeitig dient das Umwelt­
und Datenportal iDA als Informationsportal für die Öffentlichkeit
und als fachbezogene Informationsquelle.
OFFENE GEODATEN (GEOSN
40
)
Der Staatsbetrieb GeoSN stellt über ein Webportal offene Geodaten in
standardisierter Form bereit. Hierzu zählen digitale topografische Karten,
digitale Orthofotos, Höhenmodelle, Landschaftsmodelle und Daten des
Liegenschaftskatasters. Damit stehen raumbezogene Informationen für
KI­Anwendungen zur Verfügung.

50 +
Künstliche Intelligenz – Strategie für den Freistaat Sachsen
+ 51
Die KI-Strategie ist in enger Zusammenarbeit mit dem Sächsischen
Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr (SMWA), dem
Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und
Tourismus (SMWK), dem Sächsischen Staatsministerium für Energie,
Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft (SMEKUL), dem Sächsischen
Staatsministerium für Kultus (SMK), dem Sächsischen Staatsminis-
terium für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt (SMS), dem
Sächsischen Staatsministerium des Innern (SMI), dem Sächsischen
Staatsministerium der Justiz und für Demokratie, Europa und
Gleichstellung (SMJusDEG), dem Sächsischen Staatsministerium
der Finanzen (SMF) und dem Sächsischen Staatsministerium für
Regionalentwicklung (SMR) entstanden.
KONTAKT:
Koordinierende Stelle der Sächsischen
Staatsregierung für die KI­Strategie
Sächsische Staatskanzlei (SK)
Referat 25A – Künstliche Intelligenz
und Digitalstrategien
Archivstraße 1 | 01097 Dresden
ki­strategie@sk.sachsen.de
ki.sachsen.de
NOTIZEN

Herausgeber:
Sächsische Staatskanzlei
Referat 25 A – Künstliche Intelligenz und Digitalstrategien
Archivstraße 1 | 01097 Dresden
KI-Strategie@sk.sachsen.de | https://ki.sachsen.de
Gestaltung, Satz:
Heimrich & Hannot GmbH
Druck:
Lößnitz Druck GmbH
Redaktionsschluss:
September 2021
Bezug:
Diese Druckschrift kann kostenfrei bezogen werden bei:
Zentraler Broschürenversand der Sächsischen Staatsregierung
Hammerweg 30, 01127 Dresden
Telefon: +49 351 21036-71
Telefax: +49 351 21036-81
E-Mail: publikationen@sachsen.de
www.publikationen.sachsen.de
Verteilerhinweis:
Diese Informationsschrift wird von der Sächsischen Staatsregierung im Rahmen
ihrer verfassungsmäßigen Verpflichtung zur Information der Öffentlichkeit
heraus gegeben. Sie darf weder von Parteien noch von deren Kandidaten oder
Helfern im Zeitraum von sechs Monaten vor einer Wahl zum Zwecke der Wahl-
werbung verwendet werden. Dies gilt für alle Wahlen.
Missbräuchlich ist insbesondere die Verteilung auf Wahlveranstaltungen, an
Informations ständen der Parteien sowie das Einlegen, Aufdrucken oder Aufkleben
partei politischer Informationen oder Werbemittel. Untersagt ist auch die Weiter-
gabe an Dritte zur Verwendung bei der Wahlwerbung. Auch ohne zeitlichen Bezug
zu einer bevorstehenden Wahl darf die vorliegende Druckschrift nicht so ver-
wendet werden, dass dies als Parteinahme des Herausgebers zu Gunsten einzelner
politischer Gruppen verstanden werden könnte.
Diese Beschränkungen gelten unabhängig vom Vertriebsweg, also unabhängig
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