image
image
1
»eku idee« Unternehmen
Ausgezeichnet mit 20.000 Euro
Karwatzki, Sebastian
kompostierbarer Wollbioabfallbeutel, kurzum Beutelrewollte!
Ziel des Projekts ist es, Bioabfallbeutel aus Wolle zu erzeugen. Diese können mit dem Bioabfall in der Abfalltonne entsorgt werden. Durch die
natürliche Struktur zersetzt sich das Wollmaterial in den umgebenden Parametern der meisten Kompostierungsanlagen, sodass kein Reststoff
vorhanden bleibt. Die zersetzte Wolle stellt in diesem Zuge ebenfalls organisches Rohmaterial für Kompost dar. Dies soll den Eintrag von
Kunststoffbeuteln in den Kompost und die Kostenerzeugung durch aussortierten Abfall verhindern. Zugleich ist Wolle als natürlicher Rohstoff auch
ein Langzeitdünger. Von diesen doppelten Vorteilen der Störstoffminderung und gleichzeitigen 100%igen Kompostierbarkeit profitieren
Wollerzeuger, Wollverarbeiter, biologische Verwertungsanlagen und auch die Bürger_innen durch Einsparung von Abfallbehandlungskosten. Es
sollen regionale Kreisläufe geschlossen werden. Diese entstehen durch Nutzen von lokaler Wolle und Schlachtabfällen und dem Einsatz der
Bioabfallbeutel in Städten, in welchen ohnehin die sich nachbildende organische Substanz (Humus und Böden) wenig vorhanden ist. Gleichzeitig
wird Kunststoffabfall (Tüten und Beutel) vermieden. Mögliche feine Reste von Wolle nach der Kompostierung dienen als effektiver Langzeitdünger.

image
image
2
Ausgezeichnet mit 15.000 Euro
LioVolt GbR
LioVolt - Serienproduktion großformatiger Bipolarbatterien für Heim- und Industriespeicheranwendungen
LioVolt plant den Aufbau einer Serienproduktion von Bipolarbatterien in Limbach-Oberfrohna. Der bipolare Aufbau dieses innovativen
Batteriedesigns senkt die Komplexität, vermeidet inaktive Bauteile und reduziert Produktionskosten auf allen Ebenen der Integration – von der
Elektrode bis zum fertigen Batteriesystem. Bipolarbatterien bieten damit eine höhere Energiedichte und das zu einem geringeren Preis als dies bei
konventionellen Lithium-Ionen-Batterien der Fall ist. Aufgrund der hohen Packungsdichte und des geringen Preises erschließen damit sich für
Batterien neue Anwendungsgebiete und Kundenkreise. LioVolt bietet dafür Batteriezelltechnologie und Systemtechnik aus einer Hand und stößt
damit auf ein großes Interesse bei Integratoren und Energieversorgern.
urgrow GmbH
Personalisierte Nährstoffanreicherung in organischen, vertikalen Farming-Systemen
Ziel des Gesamtprojekts ist die weltweit erste automatisierte vertikale Farm mit einem Wachstum der Pflanzen auf natürlichen, organischen
Nährböden zur Nährstoff-personalisierten Pflanzenaufzucht. Durch die Einbettung der organischen Nährböden in eine automatisierte, vertikale Farm
wird Aufzucht der Nährstoff-optimierten Pflanzen ganzjährig, unabhängig von Jahreszeit-Eine natürliche Anreicherung führt, durch die damit
einhergehende steigende Bioverfügbarkeit, zu einer Verbesserung der körperlichen als auch geistigen Gesundheit der Verbraucher. Damit können
die Nutzung von Nahrungsergänzungsmitteln, Medikamenten, Arzt- und Krankenhaus exponentiell reduziert werden - wir stehen für prophylaktische
Gesunderhaltung statt nachträglicher Krankheitsbehandlung.

image
3
Initiative: Tharandt for Future
Bürger*innen entwickeln ihre Stadt - Genossenschaft Stadt-Mensch-Projekt Tharandt
Wir möchten eine Bürger*innen-Genossenschaft konzeptionieren und gründen mit dem Ziel, Bürger*innen selbst zu ermöglichen, strukturelle
Probleme in der Stadt Tharandt im Sinne einer klimaneutralen und zukunftsfähigen Gemeinde zu lösen und somit Entwicklungsdefizite zu
kompensieren. Hierbei sollen die regionale Wertschöpfung verbessert und das bürgerliche Engagement sowie die Mitbestimmung im Sinne einer
basisdemokratischen Grundordnung gesteigert werden. Zu diesem Zweck soll die Genossenschaft eine Möglichkeit bieten, grundsätzlich
gewinnorientierte Aufgaben des Gemeinwohles umzusetzen; hierbei liegt der Schwerpunkt auf Energieerzeugung aus nachhaltigen Quellen,
innovative Mobilitätskonzepten, generationsübergreifendem ökologischem Wohnen im ländlichen Raum und ähnlichen Projekten. Über das Projekt
wird Einwohnerinnen und Einwohnern der Stadt Tharandt und der Umgebung der Stadt eine konkrete Möglichkeit gegeben, sich für die Klimaziele
(Null CO2 bis 2035) und nachhaltige Regionalentwicklung zu engagieren. Neben konkretem Klimaschutz und finanziellen Aspekten hat dieses
Projket eine starke soziale Komponenente: Bürger*innen gestalten weit über das bisherige Maß hinaus ihre Stadt und kommen zusammen,
diskutieren Entwicklungsziele und setzen sie um. Tharandt for Future (TFF) ist die Tharandter Ortsgruppe von Fridays for Future. In der Gruppe
arbeiten Menschen verschiedener Altersgruppen zusammen, um konkrete Schritte zum Klimaschutz im Gebiet der Stadt Tharandt zu initiieren und
konkret voranzubringen. Das Projekt "Bürger*innen entwickeln ihre Stadt - Genossenschaft Stadt-Mensch-Projekt Tharandt" ist die jüngste
Arbeitsgruppe von TFF.
Landwirtschaftsbetrieb mit Direktvermarktung
Vermarktung 2.0 - Erweiterungsprojekt zur Landwirtschaft
Das Hauptziel unseres Projektes "Vermarktung 2.0" ist die Umwandlung eines bisher konventionell betriebenen landwirtschaftlichen Nutzungsteiles
- konkret die im September 2020 eingestellte Milchproduktion - in eine ökologisch begründete Erzeugniskette und deren regionale Vermarktung mit
einem umfassenden Konzept. Daraus resultuiert eine Vielzahl von Maßnahmen. Wir achten sehr auf eine ausgewogene Mitte zwischen Ökologie,

image
4
Ökonomie und Nachhaltigkeit. Mit unserem Projekt soll dieser aktuelle IST-Stand aber deutlich intensiviert und verbessert werden. Das Hauptziel
der neu zu schaffenden Biotopstruktur ist das spielerische Erkunden und Wiederentdecken der heimischen Natur und deren Erzeugnisse. Durch
eine teilweise Umorientierung der landwirtschaftlichen Produktion, wie beispielsweise die Erschließung neuer Geschäftsbilder, wie die Verarbeitung
von heimischen Obstsorten, sowie die Eiervermarktung (Kauf eines mobilen Hühnerstalls) wird die Stabilisierung des Betriebes erreicht. Wir möchten
die bereits geschaffenen Arbeitsplätze erhalten und möglichst noch steigern.
Wir möchten eine Streuobstwiese auf jetzigen Intensivgrünland anlegen, welche von Schafen beweidet wird. Diese Wiese liegt an einem
Wanderweg, deshalb soll auch ein Erlebnispfad für "Jung und Alt" entstehen - innovativ mit QR-Codes, welche sich auch auf den Produkten der
Streuobstwiese wiederfinden. Es sollen Lehrveranstaltungen zum Obstbaumschnitt durchgeführt werden. Die Schule ist nur ein paar Meter entfernt
und wird die Jahreszeiten der Streuobstwiese erleben können. Die Produkte werden im Hofladen verkauft.
Wir möchten weiterhin grünen Strom produzieren und diesen im Betrieb nutzen. In Verbindung damit soll ein elektrisches Kühlfahrzeug angeschafft
werden um die Qualitätssicherung der von uns hergestellten Produkte bei der Auslieferung zu sichern. Die Altbausubstanz (ehemals Lagerraum der
Milch) soll für die die Lagerung und Verarbeitung der Streuobstprodukte umgestaltet werden.
William Schubert
Grün statt Grau - Begrünung von Fassaden und Dächern durch beschichtete Keramikplatten
Unsere Städte werden immer dichter besiedelt und mit dem Bau von Immobilien entsteht zunehmend Stahl und Beton in den Innenstädten. Durch
die speziell beschichteten und anschließend natürlich begrünten Keramikplatten für Fassaden und Dächer können für viele Tiere neue Lebensräume
geschaffen werden. Urbane Gebiete sollen auch für Bienen ein Lebensraum sein. Sie würden an den Grünpflanzen der Fassaden mit einer Vielzahl
an unterschiedlichen Blüten eine enorme Nahrungsvielfalt vorfinden. Bienen sind wichtig für die Bestäubung vieler Pflanzenarten. Sollte die Anzahl
der Bienenarten weiter abnehmen, kann es zu einem ökologischen Desaster hinsichtlich der biologischen Vielfalt und auch der Produktion vieler
Nahrungsmittel kommen. Außerdem können durch die Begrünung wieder mehr Singvögeln in den Innenstädten heimisch werden. Durch die

image
5
Grünpflanzen an Gebäuden entstehen natürliche Nistplätze für Buschbrüter und bietet durch den Lebensraum von Insekten und Kleintieren auch
ausreichend Nahrung für zum Beispiel die heimische Blau- und Kohlmeise. In der Stadt verdunstet weniger Wasser als auf dem Land, hauptsächlich
deshalb sind Städte wärmer. Um das zu vermeiden und das Stadtklima zu verbessern sind mehr Pflanzen und mehr unversiegelte Flächen
notwendig. Die grünen Fassaden und Dächer werden anfallendes Regenwasser gezielt aufnehmen und speichern. Diese Variante ist besser als
das kostbare Nass lediglich zu kanalisieren und abzuleiten. Denn der lokal gespeicherte Regen macht die Stadt kühler, grüner und lebenswerter.
Durch den Übergang von flüssigem Wasser zu Wasserdampf wird Wärmeenergie verbraucht und sorgt für Verdunstungskühlung. Durch mehr Grün
wird die Wirkung auf Erholung und Wohlbefinden beim Menschen gesteigert. Die Pflanzen an den Baukörpern dienen zusätzlich als Puffer für
extreme Hitzebelastungen. Starke Hitze kann beim Menschen zu einer Verschlimmerung von Erkrankungen des Herzens, des Kreislaufsystems und
der Atemwege führen.
Leipziger Haferdrink Manufaktur - Lukas Refle, Arian Gülker, Bengt Rohde & Ludwig Hentschel GbR
Alte Sorten in neuen Flaschen
Wir möchten einen nachhaltigen, regionalen Haferdrink entwickeln, der diesen Namen verdient! In unserem Projekt “Alte Sorten in neuen Flaschen”
fördern wir Artenvielfalt, Sortenerhalt, regionale Wertschöpfung, Abfallvermeidung und ökologische Nahrungsmittelproduktion. Dazu wollen wir in
Partnerschaft mit lokalen Landwirt:innen alte Kultursorten zurück nach Sachsen holen und in Form eines Haferdrinks in Mehrwegflaschen unter die
Menschen bringen. Die Realisierung unseres Vorhabens wollen für gemeinsam mit den Erzeuger*innen und Verarbeiter*innen in der Region
schaffen. Zusätzlich wurde das Projekt von der Mehrwert-Initiative »Nachhaltig aus der Krise« ausgewählt. Mit unseren Partner*innen sind wir bereits
im Gespräch, um 2022 erste Flächen mit alten Hafersorten zu bewirtschaften, im Nachbau zu kultivieren und zunächst wöchentlich 500 Liter unseres
regionalen Haferdrinks in den Verkauf zu bringen. Unser Ziel ist es, ein vollständig regionales und biozertifiziertes Produkt zu schaffen, das
ökologischen, ökonomischen und sozialen Nutzen in die Region bringt. Das Projekt soll im Herbst 2021 beginnen.

image
6
Ronny Böhme
Agri-Photovoltaik - Schwosdorf; Mehrwerte für die gesamte Region durch Sonnenstrom-Biolandbau-
automatische Bewirtschaftung
Durch die Errichtung der Agri-PV-Anlage mit Perma-Kultur und Biolandbau wird vor allem ein praxistaugliche Pilotanlage Agri-PV geschaffen, die
recht schnell Nachahmer erzeugen wird. Themen wie sinnvolle Bewirtschaftung der kleinteiligen Flächen, Biolandbau und geeignete Pflanzen
werden untersucht und praxistaugliche Ansätze gefunden und umgesetzt. Denn Agri-PV ist bei uns nicht wie in vielen anderen Ländern der Erde
bereits weit verbreitet, sondern noch in den Anfängen. Gründe dafür sind enorme Vorbehalte und offene Fragen, die mit der Anlage weitestehend
gelöst werden sollen. Die Erfahrungen, Daten und auch eine Art übertragbare Projektanleitung (Nutzung der gewonnen Informationen für einen
Leitfaden, unter anderem für nötige Genehmigungen) werden den Nachahmern zur Verfügung gestellt. Transparente funktionierende dauerhaft auf
Praxisbetrieb ausgerichtete Projekte sind stets der Anstoß um in dem jeweiligen Segment Dynamik zu erzeugen. Unser Projekt wird auch dazu
führen, dass andere neue Projekte effizienter und kostengünstiger durchgeführt werden können und damit die derzeitige Hemmung Agri-PV-Projekte
durchzuführen überwunden wird. Speziell Sachsen hat enorm viel zu tun in den nächsten Jahren, um in Bezug auf die Erzeugung von Energie aus
erneuerbaren Quellen zu andere Bundesländern aufzuschließen und ernsthaft aktiv den Kohlestrom zu ersetzen. Aufgrund der behutsamen
Einbindung der beiden Agri-PV-Flächen in das Landschaftsbild, der Beteiligung aller Belange inklusive der Bürger bereits ab Beginn, gehen wir von
einem schnellen Planungsverfahren aus. Wir wollen: der zunehmenden Flächenkonkurrenz entgegenwirken. Vorteile und Ansätze sind: Schutz der
Kulturen vor mechanischen Einflüssen und vor zu hoher Sonneneinstrahlung, Abnahme der Verdunstung, Speicherung von Niederschlagswasser,
Steigerung der Landnutzungsrate, Verzicht auf Zäune zur Sicherung der PV-Module, gesellschaftliche Akzeptanz.

image
7
C. F. Rolle Mühle GmbH
Vom Korn zum Laib - Gestaltung nachverfolgbarer Wertschöpfungsketten vom Feld über die Mühle zur
Backstube
Mit dem Netzwerk "Vom Korn zum Laib" werden Betriebe der Landwirtschaft, Mühlen und Bäckereien in Sachsen zusammengebracht, um Produkte
mit Gesicht und Ursprung zu entwickeln. Das Netzwerk zielt darauf ab, Wertschöpfungsketten in der Region transparent vom Feld bis in die
Backstube für Verbraucher nachverfolgbar zu machen. Durch die Kooperation mit Forschungspartnern werden dabei regional typische
Getreidesorten im Vertragsanbau wiederentdeckt und durch das Bäckerhandwerk zu regional typischen Produkten mit langer Teigreifung verarbeitet
werden können. Das ist identitätsstiftend und hilft Handwerksbäckern und Landwirten dabei, regionale Vielfalt für den Verbraucher nicht nur
nachvollziehbar, sondern auch schmeckbar zu machen. Damit leistet das Netzwerk einen Beitrag für die Wertschöpfung auf kurzen Wegen in der
Region, den Zusammenhalt regionaler Betriebe und den Erhalt der natürlichen Biodiversität.
Ausgezeichnet mit 10.000 Euro
Landwirtschaftsbetrieb Christine Winkler-Dudczig
HoLa iD - Honig und Lavendel mit interaktiver Darstellung
Seit 2014 baue ich auf einem Teil meiner landwirtschaftlichen Fläche echten Lavendel an. Mit dem EKU-Preis 2020 ist es möglich, die
Weiterverarbeitung zu ätherischem Öl mittels Wasserdampfdestillation voranzubringen. Das nächste Ziel ist die Erweiterung des Feldes, die
Herstellung von Lavendelhonig, der Aufbau einer Homepage und die Produktion von Filmmaterial für die Vermarktung. Die übergeordnete
Zielstellung meines Projektes ist eine nachhaltige und pestizidfreie Nutzung der landwirtschaftlichen Fläche bei Erhalt der Artenvielfalt und
Erweiterung der durch das bereits bestehende Lavendelfeld geschaffenen Lebensräume für Insekten (Bienen, Hummeln, Schmetterlinge etc.), die

image
8
Weiterentwicklung der landwirtschaftlichen Urproduktion und die regionale Vermarktung der Produkte. Die filmische Darstellung soll Interessierten
aus dem Bildungsbereich (elementar, primär, sekundär) die zur Anwendung kommenden landwirtschaftlichen Abläufe und Produktion sichtbar
machen. Die Landwirtschaft in unseren Breiten ist vor allem durch sehr große Feldblöcke, kurze Fruchtfolgen und einem Rückgang von
Lebensräumen und demzufolge einem Rückgang der heimischen Artenvielfalt gekennzeichnet. Ich möchte das Bewusstsein für Regionalität und
Nutzung hiesiger Böden schärfen, nachhaltige Produkte schaffen sowie Anbau und Verarbeitungswege sichtbar machen, um auch nachfolgenden
Generationen Freude an Nischenprodukten und der Nutzung eigener Flächen zu vermitteln. Mein Lavendelfeld soll auch weiterhin ein Ort der
Begegnung, Bildung, des Dialogs und der Diskussion sein. Das Projekt wird in der Gemeinde Königshain-Wiederau umgesetzt.
Landwirtschaftsbetrieb Kai Pönitz
Blühendes Erzgebirge - Aufbau von Vermehrungskulturen für gebietseigenes Saatgut von Kräutern und
Gräsern unter den Rahmenbedingungen des ökologischen Landbaus
Bei der Ausbringung von Saatgut einheimischer Kräuter und Gräser in der freien Natur sind gemäß Bundesnaturschutzgesetz gebietseigene
Herkünfte mit genetischem Ursprung im betreffenden Gebiet zu verwenden (sog. Regiosaaten mit definierten Ursprungsgebieten). Damit soll die
natürliche biologische Vielfalt auch unter den sich ändernden klimatischen Rahmenbedingungen nachhaltig gesichert und Beeinträchtigungen
wertvoller Lebensräume minimiert werden. In Sachsen gibt es allerdings bislang nur wenige Betriebe, welche gebietseigenes Saatgut als
Regiosaaten für wenige sächsischen Ursprungsgebiete anbauen. So fehlen z.B. bis heute Anbaubetriebe im Erzgebirge und somit auch Regiosaaten
für große Teile des sächsischen Berglandes. Problematisch erweist sich insbesondere, dass für viele Pflanzenarten kein vorvermehrtes Saatgut für
den großflächigen Feldanbau verfügbar ist und die Besammlung von wildlebenden Populationen keine nachhaltige Alternative darstellt. Außerdem
gibt es bislang kaum Erfahrungen zum Anbau von gebietseigenem Saatgut unter den Rahmenbedingungen des ökologischen Landbaus. Im Rahmen
des Projektes sollen erstmals für das Erzgebirge gebietseigene Wildpflanzen-Herkünfte nach den Richtlinien des VWW (Verband deutscher
Wildsamen- und Wildpflanzenproduzenten e.V.) und den Rahmenbedingungen des ökologischen Landbaus in Mutterquartieren vorvermehrt werden.

image
9
Geplant ist, das so produzierte Saatgut nachfolgend interessierten Anbaubetrieben unterschiedlicher Landwirtschaftsformen (ökologisch bzw.
konventionell) für den feldmäßigen Anbau der jeweiligen Arten zur Verfügung zu stellen. Damit kann die Anbaufläche gebietseigener Kräuter und
Gräser in Sachsen mittelfristig erhöht und ein Beitrag zur Deckung des Saatgutbedarfes an Regiosaaten geleistet werden. Vorerst sollen ca. 10 bis
15 Pflanzenarten mit je mindestens 200 bis 300 Individuen angebaut und der Anbau nachfolgend sukzessive erweitert werden.
Andreas Lippert
PrimaKlimaVilla - Klimafreundliches Urlaubserlebnis in der Sächsischen Schweiz
Unser Projekt dreht sich um die Rettung einer vom Verfall bedrohten Steinbrecher-Villa aus den 1920er Jahren und deren Umnutzung zu einer
klimafreundlichen Urlaubsherberge mit zwei Familien-Ferienwohnungen. Dabei geht es nicht allein um eine Gebäudesanierung, sondern die
Entwicklung und Umsetzung eines integrierten Tourismuskonzeptes, bestehend aus einem Gebäude (betrieben hauptsächlich mit regenerativen
Energien), einem Konzept für sanfte Mobilität (am Elberadweg, mit eigenen Familienfahrrädern, Shuttle-Service für Zugreisende mit Elektro-Taxi;
Ladestation für E-Räder und E-PKW) sowie einer Erstversorgung mit regionalen Lebensmitteln (regionaler Kühlschrank) für die Urlaubsgäste.
Motiviert hat uns dabei, mit jedem Gast etwas für den Klimaschutz zu tun, die sanfte Mobilität in der Nationalparkregion mit voranzubringen und
durch die Einbindung vieler regionaler Partner auch eine maximale Wertschöpfung vor Ort zu schaffen. Unsere Prima Klima Villa liegt im kleinen
Ortsteil Zeichen der Gemeinde Stadt Wehlen. Das Haus steht direkt am Elberadweg und Gäste können direkt vom Bikeport losradeln oder vom
Gartengrundstück aus mit dem Kajak die Elbe erkunden.

image
10
Naturraum Unverpackt
Naturraum Unverpackt
Naturraum Unverpackt - dahinter steht die Idee, einen Unverpacktladen im Landkreis Sächsische Schweiz - Osterzgebirge zu eröffnen, der die
Leitmotive Unverpackt, Regional und Nachhaltig vereint. Dieser Laden wäre der Erste seiner Art im Landkreis und soll neben der Möglichkeit des
bewussten Einkaufens auch einen Begegnungsort zum Wohlfühlen, Austauschen und zur Wissensvermittlung schaffen. Mit dem Ladenkonzept
möchte ich Menschen aller Altersgruppen gleichermaßen motivieren, sich mit ihrem Konsum und dessen Auswirkungen auf die Umwelt
auseinanderzusetzen. Gleichzeitig gebe ich ihnen die Chance, sich konkret auszuprobieren und erste Schritte für einen nachhaltigeren Lebensstil
zu gehen. Das soll durch eine transparente und informative Ladengestaltung, Einbezug bei der Sortimentsauswahl, durch Umweltbildung mit Kindern
und Workshops für Erwachsene umgesetzt werden. Das Konzept des unverpackten Einkaufens verbindet für mich wichtige Werte, die ich
weitergeben möchte. Durch die Reduktion bzw. Vermeidung von Verpackungsmüll leistet man einen aktiven Beitrag zum Umweltschutz und
gleichermaßen einen Beitrag für die eigene Gesundheit. Durch den Wegfall von Plastikverpackungen schützt man sich vor schädlichen Chemikalien
wie Weichmachern, Aluminium und Mineralölen, die durch Lebensmittel aus den Verpackungen nachweislich aufgenommen werden. In dem es
keine festen Verpackungsgrößen gibt und jeder selbständig entscheidet, wie viel er abfüllen möchte, wird einer Lebensmittelverschwendung
entgegengewirkt. Durch Sehen, Riechen, Schmecken soll eine transparente und ganzheitliche Nähe zum Nahrungsmittel entstehen. Unnötige CO2-
Emissionen sollen durch regionale Anbieter und kurze Transportwege vermieden werden. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit Bauern,
Manufakturen und Produzenten aus der Nachbarschaft und bin offen, neue Wege zu gehen und kreative Ideen auszuprobieren. Vielen Dank für
Anregungen jeder Art! Der Naturraum Unverpackt wird am 30.11.2021 in Neustadt in Sachsen eröffnet.
Das Konzept des unverpackten Einkaufens verbindet für mich wichtige Werte, die ich weitergeben möchte. Durch die Reduktion bzw. Vermeidung
von Verpackungsmüll leistet man einen aktiven Beitrag zum Umweltschutz und gleichermaßen einen Beitrag für die eigene Gesundheit. Durch den
Wegfall von Plastikverpackungen schützt man sich vor schädlichen Chemikalien wie Weichmachern, Aluminium und Mineralölen, die durch
Lebensmittel aus den Verpackungen nachweislich aufgenommen werden. In dem es keine festen Verpackungsgrößen gibt und jeder selbständig

image
11
entscheidet, wie viel er abfüllen möchte, wird einer Lebensmittelverschwendung entgegengewirkt. Durch Sehen, Riechen, Schmecken soll eine
transparente und ganzheitliche Nähe zum Nahrungsmittel entstehen.
Unnötige CO2-Emissionen sollen durch regionale Anbieter und kurze Transportwege vermieden werden. Bei ersten Kontakten zu Manufakturen der
Region stellte sich eine Offenheit sowie die Bereitschaft, an nachhaltigen Verpackungs- und Lieferoptionen mitzuwirken, dar.
Der Unverpacktladen soll voraussichtlich in Neustadt in Sachsen eröffnet werden.
Seidenkokon Krause & Collegen GmbH
Butterflies4Biodiversity
Die intensive landwirtschaftliche Nutzung über Jahrzehnte hat in den oft großflächig ausgeräumten Agrarlandschaften zu großen Verlusten an
Biodiversität geführt. Naturschutzfachlich ist unter anderem der extreme Rückgang des Artenreichtums an Schmetterlingen besorgniserregend.
Blühstreifen sollen dem entgegenwirken und die Biodiversität, also die Zunahme „nützlicher“ Artengruppen bspw. für die Pflanzenbestäubung und
natürlicher Schädlingsbekämpfung fördern. Obwohl in Studien eine positive Wirkung von Blühstreifen belegt werden konnte, bleibt die Wirkung der
Maßnahme hinter den Erwartungen zurück. Oft ist die Anbaudauer zu kurz. Außerdem sind angebotene Blühstreifen-Saatgutmischungen oft nicht
auf die nachhaltige Wirksamkeit für die Insekten als Futterpflanze (Raupen) abgestimmt, sondern auf den Blütenreichtum und als Angebot
nektarsuchender Insekten oder auf wirtschaftliche Ziele. Hier setzt das geplante Projekt an: Eine regional wirksame Blühstreifen-Mischung (=
funktionale Blühstreifen) soll entwickelt, Konnektivitäts-Inseln für eine schnelle Besiedlung geschaffen sowie regional relevante Blühstreifen-
Schmetterlingsarten gezüchtet und begleitend zu den Pflanzmaßnahmen eingebracht werden. Mit dem Projekt verfolgt unser Unternehmen auch
gemeinnützige Ziele, wie eine bessere Mensch-Umwelt-Beziehung und Beiträge für die frühkindliche und schulische Bildung.

image
12
PECEM UG (haftungsbeschränkt)
Smarte thermische Energienetze für Klimaschutz und regionale Wertschöpfung
Noch schädigen wird das Klima durch den massiven Einsatz fossiler Energieträger und die Emission klimaschädlicher Gase. Dabei verschwenden
wir massiv Energien, weil wir die Abwärme industrieller Anlagen nicht umfassend nutzen bzw. erneuerbare Energiequellen abregeln. Wir möchten
einen Beitrag dazu leisten, dies zu ändern. Ansatz ist die Aufnahme überschüssiger thermischer Energie in mobilen Speichern, deren Transport
und die anschließende Auslieferung von Wärme bzw. Kälte. Die dafür notwendige Technologie für mobile thermische Speicher haben wir entwickelt.
Unsere Idee ist, in Sachsen das weltweit erste smarte thermische Energienetz aufzubauen. Dieses Netz wird überschüssige Abwärme als
Energiequelle nutzen, beispielsweise aus Biogasanlagen. Die Kunden des Energienetztes profitieren von flexiblen Versorgungsmodellen und senken
ihre eigenen Kosten für die Nutzung von Wärme bzw. Kälte. Das bedeutet, dass beispielsweise Schwimmbäder, Schulen, Wohnsiedlungen und
Industriebetriebe, durch den Bezug mobiler thermischer Energie ihre Emission von CO2 reduzieren können und unabhängiger werden von
steigenden CO2-Preisen. Der Transport von Wärme mittels mobiler Speicher führt zu einem neuen Bereich in der Energiewirtschaft und zum Aufbau
regionaler Wertschöpfung. Beispielsweise bei der Herstellung technischer Systeme, bei der Einbindung von Lieferanten und Kunden in das
Energienetz sowie im täglichen Betrieb der Energie-Logistik.
Forstbetrieb Vor Der Heide GbR
Verwerten statt Verbrennen
Ziel des Projektes ist es, die Schönheit, ökologische Wertigkeit und vielseitige stoffliche Nutzungsmöglichkeiten heimischer Gehölze in Wert zu
setzen, diese Werte zu vermitteln und ihre Erhaltung damit nachhaltig zu sichern. Im Projekt soll bisher als Brennholz "entsorgtes" Holz durch
Einschnitt, Trocknung und Weiterverarbeitung eine höhere Wertschöpfung generieren, um 1. die Holz-Lieferanten angemessen zu vergüten, 2.
und/oder ihnen die Möglichkeit zu bieten, das eigene Holz in einer höherwertigen Form selbst wieder zu verwenden, 3. dafür zu sorgen, dass für
jeden genutzten Baum ein neuer gepflanzt wird.

image
13
Werkform Spielgeräte und Außenmöblierung GmbH
Neue ökologische Holz-Lärmschutzwand mit solarer Energiegewinnung
Die Firma Werkform hat eine völlig neue Holzlärmschutzwand entwickelt, die deutlich langzeitstabiler ist, als herkömmliche Konstruktionen. Diese
paart sie mit der Hochleistungs-Solarthermieanlage der Firma Retec-Solar. So liefert dieses Lärmschutzelement neben sehr gutem Schallschutz
gleichzeitig Solarenergie für Wohnbebauung, Hospitale, Schulen, Bürogebäude etc. Die neue Holz-Lärmschutzwand in Holzrahmenbauweise basiert
auf chemiefreiem, einheimischen Lärchenholz und mit einem notwendigen Frevelschutz auf Basis eines Edelstahl-Gitternetzes versehen. Damit wird
die Verrottungsbeständigkeit der Holzlärmschutzwände deutlich erhöht. Die Rückseite der Lärmschutzwand, bestückt mit einem
Solarthermiekollektor, nutzt die bereits vorhandene, kostenintensive Gesamtkonstruktion. Es werden keine zusätzlichen Freiflächen verbraucht.
Dabei wird die Lärmschutzwand senkrecht oder leicht geneigt zur Fahrbahn ausgerichtet. An der Stelle räumen wir mit einem weit verbreiteten Irrtum
auf, dass Solarthermie-Kollektoren auf Dachflächen bis 45 Grad Neigung ausgerichtet sein sollen. Senkrechte (90 Grad) oder leicht geneigte (70-
90 Grad) Bauweisen sind dagegen frühjahr-, herbst-, winteroptimale Konstruktionen zur solaren Energiegewinnung, da sie bei tiefstehender Sonne
maximale Erträge bringen. Immer dann, wenn am meisten benötigt. Die Firma Werkform baut Lärmschutzwände auf Basis von Holz und die Firma
Retec-Solar errichtet Solarthermieanlagen auf Dächern, Fassaden oder weiteren Konstruktionen. Dort wo Lärmschutzwände zwingend entstehen
müssen, sollen diese Konstruktionen gleichzeitig zur solaren Energiegewinnung genutzt werden. Bauwerke, die mit hohem investiven Aufwand
errichtet werden, wie Lärmschutzwände, bieten sich ideal als Träger von Solarthermieelementen an. Insbesondere dann, wenn im näheren Umfeld
Bebauungen existieren, denen man diese Energieerträge direkt zuführen kann.
predEVOLUTION technologies GmbH
Energieautarke Aquaponik-Anlage mit regionalem CO2-neutralem Vertrieb
In Sachsen gibt es viel Potential regionale Wertschöpfungsketten nachhaltig zu nutzen und dabei Ökologie und Ökonomie signifikant zu stärken.
Eine Facette davon ist die regionale Erzeugung sowie direkte Vermarktung von Lebensmitteln. Unser Projekt möchte daran anknüpfen und hier eine

image
14
Modellanlage aufbauen, die es ermöglicht, nachhaltig Gemüse und Fisch zu erzeugen und direkt zu vermarkten. Kernstück ist eine Aquaponik-
Anlage die es ermöglicht, Fischzucht und Pflanzenwachstum in einen Kreislauf zu bringen. Diese Art Anlagen erfordern ein hohes Maß an Energie
um Klimatisierung und Umwälzung des Wassers sicherstellen zu können. Daher ist es das Ziel, den Energiebedarf möglichst vollständig erneuerbar
aus Sonnen- bzw. Windenergie zu decken. Dafür sind eine großflächige PV-Anlage und mehrere kleine Windkraftanlagen vorgesehen. Die von der
PV-Anlage überdeckte Fläche soll zusätzlich als landwirtschaftliche Nutzfläche genutzt werden. Im Endausbaustadium der Anlage soll darunter eine
autonome Bewirtschaftung durch Roboter erfolgen. So kann ein weiterer Kreislauf entstehen, der z.B. das Futter für die Fische (bspw. Getreide,
Paprika, Lupine, Mais, Soja, o.ä) oder weitere Pflanzen erzeugt. Durch die teilweise Verschattung des Nutzlandes wird dieses im Sommer nachhaltig
vor zu viel Sonneneinstrahlung geschützt. Weiterhin wird die Bodenverdichtung reduziert und eine individuelle bedarfsgerechte Bewässerung,
Düngung und Pflege gewährleistet. Überschüssige Energie soll in einer Batterieanlage gespeichert werden und kann nachts zum Betrieb der Anlagen
oder zur Ladung von elektrischen Lieferfahrzeugen verwendet werden. Ein angebotener Lieferservice soll regional die erzeugten Nahrungsmittel
und auch solche von regionalen Partnern (Bäcker, Fleischer, Käserei, Mosterei, etc.) nach Kundenwunsch ausliefern. So sind eine nachhaltige
Entstehung, ein ökologischer Transport, die Frische der Waren und eine bedarfsgerechte Belieferung jederzeit sicher gestellt.
BALANCE Erneuerbare Energien GmbH
Upcycling von Gärprodukten: Faserersatz
Biogas verbindet Grüne Energie mit Upcycling: Upcycling, als ein Instrument der Kreislaufwirtschaft, schützt unsere Ressourcen und wird in einer
nachhaltig handelnden und zukunftsfähigen Wirtschaft zunehmend an Bedeutung gewinnen. Biogas kann hier, neben der Erzeugung von Grüner
Energie, einen wichtigen Beitrag für diverse Industrien leisten. Aufgrund ihrer Struktur und ihres Nährstoffgehaltes sind Gärprodukte ein wertvoller
und natürlicher Rohstoff. Die BALANCE (Erneuerbare Energien GmbH) hat ein Piloprojekt initiiert, bei dem die festen Gärprodukte einer
Biogasanlage in Oschatz (Sachsen) aufbereitet und als Upcycling-Produkt in neue Wirtschaftskreisläufe gebracht werden sollen. Das Ziel: Mit der
Weiterverwertung nachhaltige Alternativen für Düngemittel und Faserersatzstoffe schaffen. Ansätze zum Einsatz von Gärprodukten als

image
15
Faserersatzstoffe finden sich beispielsweise in der Papier- und Verpackungsindustrie, Holzwerk- und Baustoffindustrie oder als Torfersatz in
Blumenerde. Dazu existieren verschiedene erfahren zur Nährstoffextraktion, bei der die Einzelnährstoffe von der Organik getrennt werden. Letztere
kann je nach Anforderung als Fasersatzstoff in verschiedenen Industrien zum Einsatz kommen.
Strohba GmbH i.Gr.
Innovation Lab klimaneutrales Bauen - CO2 negative Dämmung von Gewerbegebäuden mit regionalem
Baustroh
Der Bausektor ist einer der größten CO2-Emittenten und Abfallproduzenten weltweit. Der anhaltende Bauboom verbraucht enorme Mengen an
Energie und klimaschädlichen Materialien, welche oftmals als Sondermüll entsorgt werden müssen. Die aktuelle Baumaterialkrise zeigt zudem, dass
die globalen Lieferketten sehr fragil sind und die Notwendigkeit von regionalen, resilienten Lösungen immer größer wird. Die bisher nachhaltigste
Lösung ist das Bauen und Dämmen mit Baustroh. Dabei werden Strohballen aus herkömmlichen Getreidestroh stark komprimiert als Dämmstoff
und ausfachendes Element eingesetzt. Diese Methode ist bereits gut erprobt und wissenschaftlich untersucht. Baustroh ist nach einer Vielzahl an
positiven Tests hinsichtlich Brandschutz, Schädlingsresistenz und Energieeffizienz offiziell als Baustoff zugelassen. Bisher ist Baustroh allerdings
nach wie vor ein Nischenprodukt und wird fast ausschließlich im individualisierten Einfamilienhaussegment eingesetzt. Die Arbeitsabläufe sind nicht
effektiv genug zur Anwendung im großen Stil, was das Produkt bisher uninteressant für Großbauprojekte macht. Insbesondere die nachträgliche
Dämmung im Bestand mit Stroh ist bisher nahezu unerprobt, obwohl sich Stroh ebenso problemlos verarbeiten lässt wie herkömmliche Dämmstoffe.
Der große Vorteil gegenüber anderen Dämmstoffen wie bspw. Holzfaserplatten liegt insbesondere darin, dass er weltmarktunabhängig, regional
beziehbar, jährlich nachwachsend und als Beiprodukt der Landwirtschaft kostengünstiger ist. Im innovativen Pilotprojekt im Landkreis Bautzen soll
das Produkt Baustroh durch die Entwicklung effizienter Herstellungs- und Verarbeitungsabläufe für die Dämmung von regionalen Gewerbehallen
zugänglich gemacht werden und so ein enormes CO2 Einsparungspotenzial erschließen. In der Projektlaufzeit von einem Jahr soll das Produkt
entwickelt, getestet und evaluiert werden und anschließend eine Marktreife zur Umsetzung in größerem Maßstab erreichen.

image
16
Stephanie Oppitz GmbH - WindelManufaktur
ErzählmalWindel - Erinnerungskultur, Bedürfnisorientierung, Upcycling - Made in Dresden
Wenn wir an das Windelwechseln mit herkömmlichen Wegwerfwindeln denken, sind unsere Assoziationen eher geprägt von künstlichen,
unangenehmen Gerüchen, von Hast und lästiger Pflicht und vor allem von Müll. Dabei ist das Wickeln an sich ein inniger Kommunikationsprozess
zwischen Eltern und Kind und ein wichtiger Akt der Beziehungsarbeit in den ersten Lebensjahren. Moderne Stoffwindeln vermeiden nicht nur Abfall.
Sie helfen Eltern vielmehr auch, der Säuglingspflege am Wickeltisch eine positiver besetzte Bedeutung zuzuschreiben, durch den natürlichen
Umgang mit Ausscheidungen, das achtsame sich Zeit nehmen bei der Pflege, die haptische Wertigkeit bei der Handhabung von hochwertiger
Verarbeitung und die Ästhetik der schönen Stoffe. Die WindelManufaktur hat sich seit 2012 als beliebte Marke für moderne Stoffwindeln made in
Germany etabliert. Wir geben mit unserem eigens entwickelten Windelsystem, der "ManufakturWindel", Eltern die Möglichkeit einer Babypflege, die
ihren Vorstellungen entspricht. Unsere Projektidee verfolgt das Ziel, ganz besonders die Aspekte der Erinnerungskultur, Bedürfnisorientierung und
des Upcyclings in den Vordergrund zu stellen. Dabei spielt der Stoff, aus dem die Windel genäht wird, eine bedeutende Rolle: Aus alten
Kleidungsstücken oder anderen Textilien, die für die Familie bedeutsam sind, sollen Stoffwindeln entstehen, die dem Textil einen neuen
Verwendungszweck geben und gleichzeitig als Teil der Familiengeschichte an die nächste Generation weitergegeben werden – die ErzählmalWindel.
Im Projekt möchten wir verschiedene Ebenen ansprechen: (1) Jedes Stück Stoff mit seiner eigenen Geschichte pflegt die Erinnerungskultur und
zeigt die Vielfalt unserer Gesellschaft. (2) Den emotionalen Wert des Windelwechselns und durch Aufklärungsarbeit die Bedürfnisorientierung bei
der Säuglingspflege. (3) Die Wiederverwertung bzw. Aufwertung (Upcycling) abgelegter Kleidung. Die Windel wird in unserem Atelier in Dresden
gefertigt.
Tricera energy GmbH
Wiederverwendung von Batteriemodulen aus Produktionsabfällen für die stationäre Nutzung
Für den Gebrauch in Fahrzeugen nicht nutzbare Fahrzeugbatteriemodule aus der Produktion der Mercedes Benz energy GmbH werden nach Zelltyp
und ihren technischen Eigenschaften bewertet. Beurteilt wird, ob sie für stationäre Anwendungen von ausreichender Qualität sind. Da die eigentliche

image
17
Steuerung und Kommunikation für Fahrzeuge nicht direkt verwendet werden kann, müssen daraufhin die Steuerung und Kommunikation für diese
Batteriemodule parametriert werden. Im finalen Schritt erfolgt die Leistungsverkabelung und Aufständerung für die benannten
Fahrzeugbatteriemodule.
Ausgezeichnet mit 5.000 Euro
Landgut Kemper & Schlomski
Lebensraum Waldwiese
(in Verbindung mit sechs weiteren Projektideen auf dem Gelände des Landguts)
Auf einer rund 0,3 ha großen Kahlfläche im Wald am Landgut Kemper & Schlomski (LGKS) soll eine artenreiche Waldwiese angelegt werden und
künftig wertvollen Lebensraum bieten. Durch Sturm- und Dürreschäden musste der Buchen-Fichten-Altbestand weichen. Auf dieser Fläche haben
sich bereits verschiedene krautige Pflanzen und Sträucher eingefunden. Brom- und Himbeerpflanzen dominieren jedoch. Durch regelmäßige Mahd
(mehrfach jährlich) und Entfernen des Mähgutes soll der Fläche Stickstoff entzogen werden. Somit können sich typische Pflanzenarten einer
Waldwiese langfristig durchsetzen und werden nicht mehr verdrängt. Zusätzlich sollen spezielle Saatgutmischungen ausgebracht werden, um die
Artenvielfalt auf der Fläche zu erhöhen. Am Rand der Waldwiese soll gezielt Platz für eine gut ausgebildete Strauchschicht gelassen werden in der
nur Mischungsregulierung und ggf. Einzelpflanzungen von Sträuchern stattfindet. Die artenreiche Waldwiese wird künftig wertvollen Lebensraum
sowie Nahrung für viele Tierarten liefern. Durch das Angrenzen des Schulwaldes wird die Waldwiese künftig als wichtige Station im Rahmen von
BNE-Veranstaltungen genutzt werden.

image
18
envia Mitteldeutsche Energie AG
gemeinsam mit der MITGAS Mitteldeutsche Gasversorgung GmbH
Umweltbildungsprojekt "Natur zum Anfassen"
Seit 2010 laden die Energieversorger enviaM und MITGAS jährlich Schulklassen aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg im Rahmen von
"Natur zum Anfassen" zu einem kostenlosen Exkursionstag auf ausgewählte Naturhöfe ein. Bei diesem Umweltbildungsprojekt wird mit
Naturschutzstationen, Schullandheimen, Ökostationen, Umwelt- und Informationszentren sowie Bauernhöfen zusammengearbeitet. Schülerinnen
und Schüler erfahren durch Lernen in der Natur viel Wissenswertes über Pflanzen und Tiere sowie über ihre Umwelt. Durch praktische Erfahrungen
in authentischer Umgebung wird das Grundverständnis der Schülerinnen und Schüler für den Natur- und den Umweltschutz gefördert. Das
gemeinsame Erlebnis im Klassenverbund steht dabei im Vordergrund. Die Kinder verbringen einen spannenden und erlebnisreichen Tag in der
Natur und entwickeln ein Gespür für Naturzusammenhänge. Von den pädagogischen Mitarbeitern der Naturhöfe inspiriert, werden die Kinder
angehalten, zu beobachten, zu entdecken, zu lauschen, zu fühlen und die Natur damit zu verstehen und zu schützen.
Biohof Wjesela
Klee - vollendet veredelter Bodengenuß: Neues Verfahren zur präbiotischen Feldrain-Fermentation
Klee ist eine bedeutende Hauptkultur für eine optimale landwirtschaftliche Fruchtfolge. Reine Pflanzenerzeuger-Betriebe stehen jedoch vor der
Herausforderung einer wirtschaftlich sinnvollen Weiternutzung des Klee-Grünschnittes, der von der eigentlichen Aussaatfläche entfernt werden
muss, um kein Überangebot an Nährstoffen und mithin eine Verhinderung der Stickstofffixierung zu bewirken. Die Lösung sehen wir in einer
innovativen zweistufigen On-Site (am Feldrain) Fermentation des Kleeschnittes bei gleichzeitiger nährstoffseitiger Aufwertung durch geeignete
Mikroorganismen. In einer 1. Stufe erfolgt nach Aufnahme des Schnittgutes und gleichzeitiger Beimpfung des Materials die Hygienisierung und der
Aufschluss des Pflanzenmaterials in Anlehnung an die bekannte Bokashi-Technologie (abgedecktes Haufwerk, weitestgehend anaerob). In einer 2.
-innovativen und neuen Stufe- schließt sich durch wenden und öffnen des Haufwerkes unter gleichzeitiger Beimpfung mit förderlichen aeroben
Mikroorganismen (bspw. zur Stickstofffixierung bzw. als Biostimulanz wirksame Mikroorganismen) eine präbiotische Fermentation an. In dieser

image
19
neuen, präbiotischen Phase werden zunächst viele Mikroorganismen, die in Ruheformen vorkommen, aktiviert bzw. vermehren sich die förderlichen
Mikroorganismen. Ziel ist die Erprobung, Validierung und regional- sowie überregionalen Verbreitung dieser neuen on-site Feldrain-
Fermentationsmethode des Klee-Schnittgutes. Wir möchten damit ein umweltfreundlich veredeltes Endsubstrat, das als wirksamer Boden- und
Pflanzendünger den innerbetrieblichen Kreislauf schließt.
Die im Projekt zu erprobenden und zu etablierenden Prozesse und Erfahrungen werden dokumentiert und sollen weiteren - zunächst ökologischen
- Landwirtschaftsbetrieben mit Fokus auf einer Kreislauf-Führung der Biomasse zur Verfügung gestellt werden.
Software im grünen Bereich
Streuobstwiesenbörse für Ernte, Picknick und Kultur
Anne öffnet das Zelt, hört die Vögel zwitschern und schaut in die blühenden Apfelbäume. Gestern hatten sie der Bäuerin Birgit bei der Wiesenpflege
geholfen, Holz gehackt und dann noch lange am kleinen Lagerfeuer gesessen. Kennengelernt hatten sie Birgit letztes Jahr über die
Steuobstwiesenbörse. Birgit hatte dort Abnehmer / Selbsternter für ihre vielen Apfelbäume gesucht. Die Ernte war üppig und sie konnte nur einen
kleinen Teil selber verarbeiten. Anne und Steven hatte sich gemeldet, viel Obst geerntet und eine Teil davon in der mobilen Mosterei zu leckeren
Most verarbeitet. Nun treffen sie Birgit öfter, helfen im Garten und dürfen auf der Wiese zelten … so jedenfalls ist die Vision für dieses Projekt. Die
Idee ist: über eine Web-App Eigentümer*innen von Obstbäumen und Selbsternter in Sachsen zusammenbringen. Mit dieser Kernaufgabe will das
Projekt starten und später mehr Produkte, Angebote und Regionen integrieren.

image
20
Initiative: hidbo
Abwärme zu Strom mit der hip-engine!
Ungenutzte Industrieabwärme direkt in Strom umwandeln: Wir von hidbo haben einen Motor entwickelt, der keinen Kraftstoff wie Benzin oder Diesel
verbraucht, sondern Wärme als Energieträger nutzt – die hip-engine! hidbo ist der Name der Arbeitsgruppe, der noch keine Unternehmensgründung
zugrunde liegt. Ungenutzte Industrieabwärme direkt in Strom umwandeln: Wir von hidbo haben einen Motor entwickelt, der keinen Kraftstoff wie
Benzin oder Diesel verbraucht, sondern Wärme als Energieträger nutzt – die hip-engine! hidbo ist der Name der Arbeitsgruppe, der noch keine
Unternehmensgründung zugrunde liegt. Die größte Emission von CO2 fällt bei der Erzeugung von Strom und Wärme an. Allein die deutsche Industrie
wendet jedes Jahr 460 Terrawattstunden Energie auf, nur um Wärme für Herstellungs- und Verarbeitungsprozesse zu erzeugen. Häufig wird der
überwiegende Teil dieser Wärme nach dem Prozess wieder an die Umwelt abgegeben. Das ist bei mindestens 30.000 Unternehmen in Deutschland
der Fall. Und das sind Verluste! Betriebe möchten und müssen aber zunehmend effizienter mit Energie umgehen. Genau hier schafft die hip-engine
ein Angebot zur Prozessoptimierung, das verschwendete Abwärme direkt in die Reduktion von Produktionskosten und Ressourcen überführt. Das
Konzept einer Wärmekraftmaschine ist nicht neu, ferner gibt es etablierte Technologien, die sich untereinander vergleichen lassen in Wirkungsgrad,
Temperaturbereich und Investitionskosten. Aktuelle Lösungen bedienen in der Regel aber nur einen dieser drei Punkte zufriedenstellend. Die hip-
engine besticht hingegen in allen drei Punkten durch sehr hohe Wirkungsgrade, einen breiten Temperaturbereich und geringe Investitionskosten.
Ermöglicht wird das durch die Innovation einer softwaregestützten und elektronisch neuartigen Ansteuerung von Ventilen zum Einlass und Auslass
vom Arbeitsgas. Daraus ergeben sich zwei Hauptanwendungen für den Einsatz der hip-engine: (1) Die Produktion von Strom aus sonst verlorener
Wärmenergie und (2) das Kühlen von Prozessen ohne zusätzlichen Energiebedarf. Um die hip-engine mit Wärme zur Stromproduktion zu versorgen,
wird ein Wärmeübertrager an der Wärmequelle installiert. Dieser überführt die Wärme in die hip-engine.

image
21
Landwirtschaftsbetrieb Johannishöhe GbR
Alte und seltene Kulturpflanzensorten mit einer Winter- und Regenwasserzisterne langfristig sichern
Die Erhaltung traditioneller Sorten ist ein Beitrag zum Erhalt der Kulturpflanzenvielfalt. Der Betriebszweig Saatgutgärtnerei des Bio-
Landwirtschaftsbetriebes widmet sich genau diesem Thema. Auf etwa 4000 m² wachsen über 200 verschiedene Kulturpflanzen. Von etwa 120 dieser
Kulturpflanzensorten - Gemüse, Kräuter und Blumen - wird Saatgut hauptsächlich angebaut und über Dresdner Bioläden, den Naturmarkt Tharandter
Wald und andere Wege vermarktet. Zwanzig der verschiedenen Kulturenpflanzen sind Sorten, die auf der Roten Liste der Nutzpflanzen (PGRDEU)
für Deutschland stehen. Darunter sind spezifisch regionale Raritäten: beispielsweise die Bautzener Kastengurke, welche erst im Jahr 2020 als Arche-
Passagier in die Arche des Geschmacks von Slowfood Deutschland aufgenommen wurde. Auf der Johannishöhe, wird diese Gurke erhalten,
vermehrt und regelmäßig auf verschiedene Eigenschaften selektiert und bonitiert. Für diese Sorten trägt der Betrieb eine besondere Verantwortung.
Die Wasserversorgung für die landwirtschaftlichen Kulturen wird ausschließlich aus einer Quelle gespeist. Die Quelle hat in Jahren mit normalen
Niederschlagsmengen eine Schüttung von etwa 4 bis 6 m³ pro Tag. Diese Schüttung wurde in den drei letzten trockenen Jahren deutlich weniger
und ging bis auf 0,5 m³ pro Tag zurück. In den vergangenen drei trockenen Sommern konnte die Saatgutgärtnerei daher nur durch strenge
Rationierung des wenigen vorhandenen Wassers und ein ausgeklügeltes Bewässerungsregime erhalten werden. Es kam trotzdem bei
verschiedenen Saatgut-Kulturen zum Komplettausfall oder zur Ausbildung von tauben Samen. Um die Wasserversorgung der Saatgut- und
Kräutergärtnerei auf der Johannishöhe (Landwirtschaftbetrieb Johannishöhe GbR) auch unter Bedingungen des Klimawandels gewährleisten zu
können, soll eine Zisterne von ca. 100 m³ zur saisonalen Speicherung des Winterwassers und zur Nutzung von Regenwasser von sommerlichen
Starkniederschlagsereignissen entstehen.

image
22
Claudia Wünsch
Begleitung des Waldumbaus im Privatwald - Gründung einer Forstbetriebsgemeinschaft im Landkreis
Meißen
Aktuell existiert im Landkreis Meißen eine Initiative zur Gründung einer Forstbetriebsgemeinschaft. Diese soll Informationsaustausch und fachliche
Weiterbildung der Waldbesitzer ermöglichen sowie die Koordination gemeinsamer Maßnahmen zur Waldbewirtschaftung übernehmen. Für
Waldbesitzer, die Ihren Wald nicht selbst bewirtschaften, kann sich die Forstbetriebsgemeinschaft zu einem verlässlichen Dienstleister in der Region
entwickeln. Ein wesentliches Ziel der Gründungsinitiative ist die Förderung des Waldumbaus und damit Sicherung der Waldfunktionen in einer
Landschaft mit relativ kleinräumigen Waldgebieten. Diese tragen erheblich zur Funktionsfähigkeit des Wasserhaushaltes bei. Aktuell weisen die
Wälder im Landkreis Meißen durch Stürme, Dürre und Insektenbefall flächig Absterbe-Erscheinungen auf, wodurch sich die Notwendigkeit zur
Etablierung von stabilen Mischwäldern enorm verstärkt hat. Es handelt sich überwiegend um Kleinprivatwald, deren Besitzer mit der Situation im
Allgemeinen überfordert und bisher nicht innerhalb eines Zusammenschlusses organisiert sind. Im Freistaat Sachsen wird die Arbeit von
forstwirtschaftlichen Zusammenschlüssen über die RL WuF finanziell gefördert. Dazu muss aktuell forstwirtschaftlich ausgebildetes Personal
angestellt werden. Dessen Finanzierung ist erst ab ca. 250 Mitgliedern mit geförderten Waldpflegevertragsabschlüssen realistisch. Bei der Nutzung
der Personalförderung muss binnen drei Jahren wirtschaftliche Selbständigkeit erlangt werden. Dies ist mit hoher Unsicherheit für das Personal und
den Zusammenschluss verbunden. Momentan besteht die Gründungsinitiative aus etwa 15 Waldbesitzern. Für die Mitgliederakquise durch
Pressearbeit und Informationsveranstaltungen, benötigt die Forstbetriebsgemeinschaft ein Startkapital. Ich kann mir vorstellen, diese Aufbauarbeit
durchzuführen und bewerbe das Gründungsprojekt daher für den eku-idee Zukunftspreis.

image
23
Landesbühnen Sachsen GmbH
PETTY EINWEG
Das Klassenzimmerstück PETTY EINWEG von Jens Raschke beschäftigt sich mit der Reise einer PET Flasche von der Herstellung bis zur
Auflösung. Die Figurentheatersparte der Landesbühnen Sachsen möchte mit dieser Inszenierung in der Spielzeit 2021/22 einen Anlass schaffen,
um mit Schüler*innen ab 10 Jahren ins Gespräch zu kommen. Die im Stück enthaltenen Themen Nachhaltigkeit und Wertigkeit von
Gebrauchsgegenständen, sowie der Umgang mit Plastikmüll bieten ein Sprungbrett, um die jungen Zuschauer*innen für ein bewussteres Leben zu
sensibilisieren und zur aktiven Mitgestaltung unserer Umwelt einzuladen. Als Landesbühne macht sich das Theater zur Aufgabe, dieses kulturelle
Bildungsangebot besonders auch in die ländlichen Regionen Sachsens zu bringen und einen breiten Zugang zu gewähren. Bildungseinrichtungen
aller Arten sollen die Möglichkeit bekommen das Stück als Gastspiel in den eigenen Räumlichkeiten aufzuführen. Mit einem zusätzlichen
theaterpädagogischen Angebot zum Thema Plastik und Umwelt möchten wir die Kinder außerdem selbst zu Akteur*innen machen. Mit spielerischen
Übungen sollen gemeinsam Konzepte und Ideen für die Zukunft entwickelt und umgesetzt werden. Darüber hinaus, soll die ökologische Bilanz
unserer Produktion möglichst klimaneutral ausfallen. Ziel ist es dabei eine Vorbildfunktion zu erfüllen und zu mehr Nachhaltigkeit anzuhalten.
INM Institut für Nachhaltigkeitsmanagement GmbH
Insetting Compensation Dashboard (ICD)
Problemstellung: Die Notwendigkeit von Klimamanagement und organisationsbezogenen Klimaneutralitätszielen wird in der Wirtschaft weitgehend
anerkannt. Nicht alle THG-Emissionen sind vermeidbar, Kompensation wird auf längere Zeit notwendig sein (insbesondere Scope 3). Insetting bietet
die Möglichkeit die Kompensation von nicht vermeidbaren THG Emissionen in der Region und/oder innerhalb der Lieferkette durchzuführen. Lösung:
Konzeption und Erstellung einer online-Plattform für Insetting als one-stop-Shop zur Verknüpfung von Marktteilnehmern für Klimakompensation als
Beitrag zum schnellen Erreichen von Klimaneutralität. Im Rahmen des Projektes soll ein robustes Mock-Up für ein webbasiertes Insetting
Compensation Dashboard (ICD) erstellt werden. Unter einem Mock-Up verstehen wir ein full-scale Model einer Internetplattform, welches zu

image
24
Demonstrations- Testzwecken und zur Bewertung von Funktionalität und Design verwendet werden kann. Motivation: Der Antragsteller INM ist
darauf bedacht, mit unternehmerischem Elan und betriebswirtschaftlichem Denken einen positiven Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit zu leisten. Die
hier vorgeschlagene Lösung ist ein Baustein dafür. Ort der Realisierung: Eine Umsetzung der Maßnahmen ist im Freistaat Sachsen vorgesehen.
Begleitend wird ein Business Plan und Fund-Raising-Plan erstellt, um eine langfristige Marktpositionierung vorzubereiten.
Anbauglück
Vom regionalen Obst- und Gemüse-Anbau zum nachhaltigen Ernte- und Genuss-Glück
Das Projekt besteht aus einer Kombination von natürlichem, bodenschonendem, maschinenfreien Anbau von einheimischen, samenfesten Gemüse-
und Obstsorten auf der Fläche einer ehemaligen Gärtnerei mit Neuanlage einer Streuobstwiese. Die frisch geernteten Früchte werden einerseits am
selben Standort in einer angeschlossenen Backstube in Handarbeit, mit regionalem Mehl und unter Verzicht auf Convenience-Produkte zu
hochwertigen Backwaren, Frucht- und Brotaufstrichen verarbeitet, andererseits mittels Direktvermarktung in einer wöchentlichen Gemüsetüte
angeboten. Ziele des Projektes sind die nachhaltige Bewirtschaftung einer ehemaligen Gärtnerei, der einheimische Obst- und Gemüseanbau mit
Erhaltung von Vielfalt und Kulturgut sowie die Stärkung regionaler Produkte am Markt. Die Transportwege zwischen Anbauprodukten und
Weiterverarbeitung, und damit vom Erzeuger zum Verbraucher, entfallen. Dadurch erfolgt ein Beitrag zum Klima- und Umweltschutz. Anfallender
Grünschnitt und Schalenabfälle werden in einer Kompostanlage/Silage verwertet, um den natürlichen Kreislauf zu erhalten und wertvolle Stoffe den
Pflanzen zurück zu geben. Im Rahmen von zukünftigen Projekttagen für Kindergärten und Schulen soll ein Beitrag zur Bildung durch aktives Erleben
von einheimischen Obst- und Gemüsesorten und dem Kreislauf der Verarbeitung von der erntefrischen Frucht bis zu einem gesunden
Nahrungsmittel geleistet werden. Die Vision des Projektes besteht in dem natürlichen, regionalen, klimafreundlichen und nachhaltigen Anbau sowie
der standortgleichen frischen, handwerklichen Verarbeitung von einheimischen Obst- und Gemüsesorten mit dem Ziel der Herstellung hochwertiger
Lebensmittel zur gesunden und vitaminreichen Ernährung, damit Stärkung regionaler Produkte am Markt und Förderung der Vielfalt einheimischer
Gemüse- und Obstsorten sowie dem Erhalt/der Schaffung natürlicher Lebensräume für Insekten, Bienen und Vögel.

image
25
Schaumglasschotterberatung Franziskus Stopp
Ökologische und Ökonomische Gründungspolster aus Schaumglasschotter
Im Jahr 2019 habe ich meinen Master an der Hochschule für Wirtschaft Technik und Kultur in Leipzig im Fachbereich Wirtschaftsingenieurwesen
(Bau) absolviert. Im Verlauf meines Studiums bin ich zur Überzeugung gelangt, dass nachhaltiges Wirtschaften eine wichtige Voraussetzung für
eine dauerhafte Versorgung der Menschen, aber auch eine Grundlage für langfristigen wirtschaftlichen Erfolg bietet. Es ist von besonderer
Bedeutung neben ökonomischen Zielen auch ökologische und soziale Gesichte nicht außer Betracht zu lassen. Einen Einklang zwischen diesen
meist konträren Zielen zu erlangen, ist eine der größten Herausforderungen und verantwortungsvollsten Aufgabe der heutigen Zeit. Daraufhin habe
ich meine Masterarbeit über den ökologischen und ökonomischen Vergleich von Schaumglasschottergründungspolstern zu XPS gedämmten
Bodenplatten geschrieben. Nach meinem Abschluss habe ich angefangen, in einem größeren Ingenieurbüro zu arbeiten und habe mich zusätzlich
Selbstständig gemacht, um die Erkenntnisse in die Baubranche zu tragen. Gemeinsam mit Planungspartnern vom Institut für Umweltenergie konnten
wir zahlreiche Bauprojekte seit 2019 mit Schaumglasschotter-Gründungspolstern planen. Die vorliegende Arbeit gibt detaillierte Einblicke in ein
reales Bauprojekt, welches im Rahmen der Masterarbeit untersucht wurde. Auch der ökologische Vergleich wird erbracht.
Stadt-Umland-LPV LeipzigGrün e.V.
"Sortenschätze" - Spezialisierte Baumschule für regionale Obstgehölz- und Saatgutproduktion
(Existenzgründung Obstgenossen)
Der Stadt-Umland-LPV erwägt die Gründung - bzw. Überprüfung innerhalb einer Machbarkeitsstudie/Businessplan - einer spezialisierten
Baumschule zur Saatgutgewinnung und zur Erzeugung regionaler und gebietsheimischer, biozertifizierter (Wild-)Obstsorten. Darüber hinaus sollen
Bildungsangebote, Baumpflegearbeiten, Baumschnittkurse und -pflanzungen sowie Weiterverarbeitungs-, Vermarktungs- und Veredelungsangebote
von v.a. Streuobstprodukten angeboten werden. Perspektivisch wird eine Verbindung eines Produktions- und Bildungsortes angestrebt.

image
26
Ausgezeichnet mit 2.500 Euro
db-ware UG (haftungsbeschränkt)
Die Stadt-Smaragde - vertikale Gärten und urbanes Farming
Das Projekt "Stadt-Smaragde - vertikale Gärten und urbanes Farming" hat sich zum Ziel gesetzt, in den Städten grüne Oasen an Häusern und
Plätzen zu schaffen. Dabei sollen zum Einen die Belastungen durch CO2 und Feinstaub reduziert werden. Andererseits will das Projekt durch die
Einbeziehung der Bewohner vor Ort soziale Treffpunkte schaffen. Durch das Upcycling der verwendeten Baustoffe soll eine nachhaltige Nutzung
der Ressourcen und eine kostengünstige Produktion erreicht werden. Neben den vertikalen Modulen ist es auch vorgesehen, Erweiterungen
anzubieten, um die Infrastruktur für "essbare Gärten" zu nutzen, z.B. um in Kindergärten ein kleines Radieschen-Beet oder Kräutergarten direkt
anzuschließen.
Natzschka Tim
Fisch und Gemüse im Kreislauf - Indoor-Farming mit Aquaponik im Erzgebirge
Die Bewirtschaftung von landwirtschaftlichen Flächen wird in Dürrejahren und im Gebirge immer schwieriger - deshalb will ich dem erhöhten
Ressourcenverbrauch in der Landwirtschaft mit dem erprobten Konzept der Aquaponik als Verbindung von Aquakultur (Fischzucht) und Hydroponik
(Gemüseanbau ohne Erde) als wasser- und energiesparendes Modell entgegentreten. Das Aquaponik-System lässt sich dabei in Gebäuden unter
Zuhilfenahme von künstlichem Licht als Indoor-Farming betreiben und erlaubt damit die Nachbewirtschaftung alter Industriebauten. Die Verwendung
von aufgefangenem Regenwasser und Strom aus Solaranlagen sind dabei Ausbaustufen, die möglichst frühzeitig mit einbezogen werden sollen.
Der Pflegeaufwand von Aquaponik-Kulturen ist relativ gering, sodass schon mit geringem Personalaufwand viel geschaffen werden kann. Die
Veranschaulichung von pestizidfrei und nachhaltig angebautem Gemüse und schonend gewachsenem Fisch soll möglichst lokal erfolgen und die

image
27
Bevölkerung über Schulungen, Workshops, Führungen und Ernte- und Pflegeeinsätze bis hin zur genossenschaftlichen Nutzung bzw. als Purpose-
Unternehmen einbezogen werden. Kerngebiet der Umsetzung ist Marienberg. Speziell ist im Ortsteil Lauterbach die Wiederbelebung eines
Lebensmittelladens angedacht, der nach der Aufgabe des Geschäftes seit einigen Jahren leer steht.
REGONDO Systems UG (haftungsbeschränkt)
Verantwortungstragebox
Wir, die Macher von REGONDO möchten eine Mehrweg-Kiste aus recyleten Ocean-Plastic entwickeln. In unserer "Verantwortungstragebox" passen,
sollen beispielsweise unseren REGONDO-Gläser aber auch Obst, Gemüse und andere Lebensmittel die bislang in Papier- oder Kunststofftüten
gelagert oder transportiert werden. Sie soll stapelbar auf Getränkekisten sein und somit mit idealem effizienten Platznutzen auch auf Paletten passen.
Bislang gibt es nur Getränkekisten mit Abtrennung für Flaschen, oder die ein oder andere Holz- oder Erdöl-Kunststoffkiste. Wir möchten damit den
Transport und Handel von Bauerngütern auf regionaler Ebene effizienter und einheitlicher gestalten. Optisch soll unsere "Verantwortungstragebox"
einer weißen Holzkiste ähneln. Außerdem ist es wichtig, dass die Kiste auch beispielsweise über den Leergutautomaten zurück in den Kreislauf
gelangt. Bislang gibt es für Lebensmittel noch keine geeignete Mehrwegbox.
Stadtwerke Weißwasser GmbH
Gestaltung des Biotops Bomkeschacht für Umweltbildungsangebote
Unser Ziel ist es, das tolle Biotop Bomkeschacht Krauschwitz für die Menschen in der Region zu erhalten und aufzuwerten. Hierfür mussten im
Vorfeld mehrere Probleme gelöst werden, damit jetzt in einem zweiten Schritt konkrete Maßnahmen umgesetzt werden können. Das Gewässer soll
am Leben sowie die biologische Vielfalt erhalten bleiben und das Lebensumfeld ökologisch weiterentwickelt werden. Ziel ist neben der

image
28
Renaturierung, der Ausbau einer Begegnungsstätte durch Schaffung neuer Rastplätze/Sitzgelegenheiten am See. Es sollen Bildungsangebote für
Kinder/Jugendliche geschaffen werden.
Hejmo-Homes GmbH & Co. KG
Hejmo Homes: Nachhaltige, transportable Modulhäuser (Musterhaus HEJMO33)
Wir möchten es Menschen ermöglichen, beim Wohnen und Arbeiten flexibel zu bleiben, ohne dabei mehr Ressourcen zu verbrauchen als unbedingt
nötig. Deshalb bauen wir nachhaltige und transportable Modulhäuser – Hejmo Homes – für naturnahes und ressourcenschonendes Wohnen und
Arbeiten nach KfW-Effizienzstandard 40 bzw. 40 Plus. Unser erstes Modell ist bereits bei einer Größe von 33 m² vollständig als (tiny) Wohn- bzw.
Ferienhaus oder Büro nutzbar, kann aber modular theoretisch unbegrenzt erweitert werden. Wir bieten von der persönlichen Beratung über das
Einholen der Baugenehmigung, KfW-Antrag für finanzielle Förderung, das individuelle Design und die Bauplanung, die Produktion, den Transport
bis hin zu Montage und Anschlüssen alles aus einer Hand. Auch nach Einzug stehen wir unseren Kund:innen zur Verfügung: Wir organisieren den
erneuten Transport an einen neuen Ort, planen modulare Erweiterungen oder den Rückbau von Modulen. Auf einen Blick: Unsere Häuser sind
hochwertig, durchdacht und modern designt, modular erweiter-/rückbaubar, transportabel (bis zu 5 x in 25 Jahren), barrierefrei und höchst
energieeffizient (und damit mit bis zu 25 % Zuschuss förderfähig durch die KfW). Unser erstes Musterhaus für das Modell HEJMO33 mit 33 m² (der
Gegenstand dieses Projekts) entsteht in Grimma, OT Nerchau, in direkter Nähe zur Mulde. Dieser Prototyp dient zur Veranschaulichung unseres
Konzepts für Kund:innen (Probewohnen ist ab Frühjahr 2022 möglich), aber auch, um bereits in der Erstellung unsere Prozesse zu optimieren
(Verbund der Module, Transport, Auf-/Abbau etc.).

image
29
Ingenieurbüro für landwirtschaftliche, naturschutzfachliche und naturkundliche Beratung und
Nebenerwerbslandwirt
Wertvolle Biotope mit Ziegen bewirtschaften - Biotopsicherung
Viele der vogtländischen Kalktrockenrasen (LRT 6210) befinden sich in einem ungünstigen Erhaltungszustand. Die wertvollen Flächen auf zumeist
kargen Diabaskuppen sind meist wenig ertragreich und nicht leicht zu bewirtschaften, was häufig eine Nutzungsaufgabe bedingte. Die somit seit
vielen Jahren teils brach liegenden Trockenrasen sind durch Vergrasung und insbesondere Schlehensukzession zunehmend in ihrer Existenz
bedroht. Ziel des geplanten Projektes ist es, diese wertvollen Refugien für Flora und Fauna wieder in die ursprüngliche Biotopform zu bringen und
damit ihren Fortbestand zu sichern. Im Rahmen des Projektes soll dies in Form von Beweidung mit Hilfe von einem an die jeweiligen
Standortbedingungen angepassten Ziegenbesatz erfolgen. Ziel des geplanten Projektes ist es, diese wertvollen Refugien für Flora und Fauna wieder
in ihren ursprüngliche Biotopcharakter zu verwandeln. Um vergleichbare Ergebnisse zu bekommen ist eine Beweidung für drei Vegetationsperioden
geplant. Diese Methode verspricht gegenüber der klassischen maschinellen Biotopinstandsetzung viele Vorteile: (-) Verbiss von Gehölzaufwuchs
und somit eine schonende und allmähliche Entbuschung; (-) langsame Veränderung der Biotopstruktur (im Gegensatz zur Mahd), insbesondere
besserer Schutz von Vogel-, Insekten- und Bodenfauna; (-) bessere Erreichbarkeit von Flächen die für Maschinen nicht oder nur sehr schwer
erreichbar sind (Pöhle umringt von Ackerland); (-) Begünstigung der botanischen Artenverteilung durch Ausscheidungen der Tiere und damit
Verbesserung der biologischen Diversität. Das Projekt soll zu einem Modell für passgenaue Bewirtschaftung von Naturschutz- und extensiv
Weideflächen im Oberen Vogtland, dem Erzgebirge und in vergleichbaren angrenzenden Regionen in den Nachbarländer wie Tschechien und
Oberfranken/ Bayern entwickelt werden.

image
30
Ingenieurbüro advigeo
Regelungsstrategie für thermische Raumparameter für Museen
Der Klimawandel und seine Folgen erreicht mehr und mehr alle Lebensbereiche der Menschheit. Mit zunehmender Vehemenz greifen seine
Auswirkungen immer direkter in das tagtägliche Leben eines jeden Einzelnen ein. Jeder ist aufgerufen, in seinem unmittelbaren täglichen
Wirkungsbereich seinen Beitrag zur Minderung der Ursachen und Folgen des Klimawandels zu leisten. Ich habe jahrzehntelange vertiefte
theoretische und praktische Erfahrung in der Museumsklimatisierung. Mit meiner freiberuflichen Tätigkeit verbinde ich das Ziel, mit innovativen
Heizungs- und Klimatisierungslösungen auch einen Beitrag zum Schutz einer lebenswerten Umwelt zu leisten. Der herkömmliche Museumsbetrieb
verlangt oftmals sehr enge ganzjährige Klimakorridore zum Schutz des Kunstgutes. Die Sicherung dieser Anforderungen ist verbunden mit der
Installation aufwendiger Technik und dem Einsatz von hohen finanziellen und primärenergetischen Ressourcen. Beim konkreten Projekt wird eine
Regelungsstrategie für thermische Raumparameter vorgeschlagen, die eine Vielzahl von Schwachpunkten anderer Regelalgorithmen beseitigt und
letztendlich nahezu zu 100% ein vorgegebenes Optimierungsziel (zum Beispiel die Minimierung der eingesetzten Primärenergie) erreichen kann.
Der Vorschlag findet insbesondere Anwendung bei Vorgaben für thermische Raumparameter in der Art, dass Schwankungsbereiche entweder
allgemeingültig oder in einer vorgegebenen Zeitperiode nicht verlassen werden dürfen. Kernbestandteil der Strategie ist eine Prognose für die
Änderung der thermischen Raumparameter und daraus entwickelte Vorgaben für die zielgerichtete Steuerung von raumlufttechnischen Anlagen,
wie Sie insbesondere oftmals in Museen anzutreffen sind. Es ist davon auszugehen, dass diese Lösung in einem prominenten Museum der
Staatlichen Kunstsammlungen in Dresden in den nächsten zwei bis drei Jahren umgesetzt und abschließend bewertet werden kann.

image
31
Holger Weiß
Ressourcenspeicherbaustoff Schaumglasschotter, Basis zur Planung des Bauteils "Bodenplatte mit einer
integrierten Software"
Wir zeigen mit dem Projekt, dass es mit dem Ressourcenspeicherbaustoff Schaumglasschotter möglich ist, umfassend neue Gründungskonzepte
zu entwickeln. Die SGS Gründungspolster sind nachhaltiger und gleichzeitig ökonomischer gegenüber den traditionellen Gründungen. Das Bauteil
Bodenplatte ist in der Gesamtheit ein geotechnisch exakt geplantes Gründungspolster, mit einer bauphysikalisch optimierten
Schaumglasschotterschicht als dämmende obere Tragschicht, auf dem eine statisch, als elastisch gebettet berechnete, temperierte
Speicherbodenplatte hergestellt wird. Das vorliegende Projekt SGS Gründungspolster (SGS GP) und Bodenplatte als Bauteil zu betrachten, eröffnet
die Möglichkeit Speicherbodenplatten in allen Bereich der Bauwirtschaft zu entwickeln. Diese Speicherbodenplatten sind an sich nichts Neues, aber
in Verbindung mit dem SGS GP kann zum Großteil auf erdölbasierende Dämmstoffe und andere Frostschutzmaßnahmen verzichtet werden. Die
Betoneinsparung durch den Wegfall der üblichen Frostschürzen senkt den Zementeinsatz und den Verbrauch knapper werdender Sande und Kiese,
dieser wird durch den Ersatz der kapillarbrechende Schicht ebenfalls unterstützt. Das Projekt betrachtet die fachübergreifende exakte Berechnung
und Bemessung der Gründung, mittels einer Optimierung der Frostsicherheit und des Wärmschutzs für Bodenplatte als ein komplettes Bauteil. Dazu
werden EDV Lösungen und vorhandene Bemessungsinstrumente in einer Software verknüpft. Wichtige Kriterien in diesem planungsbegleitenden
Prozess sind Nachhaltigkeit, Effizienz und das Ziel die CO2 Emissionen und vor allem Materialeinsatz und Kosten zu senken. Das Besondere an
dem vorliegenden Projekt ist neben der Systembetrachtung, vor allem die Einbindung des Prozesses in eine EDV Lösung / Software. In dieser
werden umfassen die Abläufe von der Idee des Bauherren über den Entwurf, die Planung, die Fachplanung in der Ausführung bis hin zum Einbau
und den Nachweis begleitete.

image
32
T & S Transport- und Schachtservice GmbH
Rückbau ungenutzter und verfallener bergbaulicher Gleisanlagen und Renaturierung des Geländes in ein
naturnahes Biotop
Die alte Gleisanlage zwischen Gersdorf und Hohndorf wurde von ca. 1870 bis Mitte des 20. Jahrhunderts als Transportweg für zunächst Steinkohle
und später für Betonfertigteile zwischen dem Betonfertigteilwerk in Gersdorf und dem Bahnhof Oelsnitz im Erzgebirge genutzt. Die Gleisanlage wird
nun seit vielen Jahren nicht mehr genutzt. Die im Boden befindlichen Holzschwellen verrotten und das vorhandene Schotterbett durchtrennt die
beiden Randstreifen der Gleisanlage. Der natürliche Wildwuchs hat die Strecke in der Zwischenzeit begrünt, aber das Schotterbett verhindert, dass
sich Kleintiere und größere Bäume ansiedeln können. Der vollständige Rückbau der Gleisanlagen inklusive Schotterbett und die anschließende
Renaturierung des freigelegten Geländes durch eine Profilierung und die Anpassung des Baumbestandes soll erreichen, dass sich bspw. wieder
Bodenbrüter, Feldhasen und Kleinamphibien ansiedeln können. Das renaturierte Gelände leistet so einen Beitrag zur Erhaltung der natürlichen
Biodiversität.
Markus Böttger
Honey Hotel
Abenteuer, Erholung, Nachhaltigkeit und Gesundheit - All das verbindet das Honey Hotel in Warmbad. Doch hierbei handelt es sich um alles andere
als um ein normales Hotel! Die Idee ist, einen Bauwagen in Form eines kleinen Tinyhouses zu bauen, der von Mensch und Tier (in diesem Fall, der
Biene), zu gleichen Teilen bewohnt werden kann. Dieser kann dann zu Übernachtungszwecken von Gästen gemietet werden. Der Besucher schläft
also quasi "im Bienenstock". Räumlich sind die beiden Bereiche zwar getrennt und eine Stichgefahr damit minimiert, doch durch die Luftlöcher strömt
der angenehme und heilsame Duft nach Honig, Propolis und Blütentracht in den Schlafraum. Die gesunde Wirkung von Bienenduft auf Menschen
mit Atemwegserkrankungen oder Nasennebenhöhlenentzündungen ist wissenschaftlich nachgewiesen und kommt in den Behandlungsmethoden

image
33
der "Apitherapie" schon Jahrtausende lang zum Einsatz. Das Honey Hotel greift diese Methoden auf und verbindet sie mit einem tollen
Gesamterlebnis. Tagsüber können die Bienen bei ihrer Arbeit beobachtet oder dem Imker bei der Honigernte über die Schulter geschaut werden.
Das weitläufige, von Wald und Wiesen umgebene Areal, auf dem der Wagen platziert werden soll, lädt außerdem zum Entspannen und Auftanken
ein. Eine Übernachtung im rustikalen Honey Hotel ist damit nicht nur abenteuerlich, sondern auch eine einzigartige Erholungsmöglichkeit für Körper,
Seele und Geist. Näher kann man einem Bienenstock fast nicht kommen, ohne dabei das fleißige Bienenvolk zu beeinträchtigen!
Wald Erlebnis Schule Johannisthal
Die Kräuterküche der Waldmaus
Als Kräuterpädagoge leite ich viele Bildungsangebote für Kinder und Erwachsene. Unsere Aktionen müssen aufwendig vorbereitet werden und jedes
mal muss die Küche neu aufgebaut werden, damit wir mit Wildkräutern arbeiten können. Das macht den Kindern viel Spaß, da sie mit Küchengeräten
aus der Vorkriegszeit und von Früher hantieren dürfen. Sehr Antik auch halten wir alles , wie in der früheren Zeit, wo wenig automatisiert wurde und
Küchenarbeit noch mühevolle Handarbeit bedeutete. Eine ganze Schulklasse ist nötig um ein einfaches Essen mit drei Gängen zuzubereiten und
im Anschluss zu genießen. Die Kinder erlernen aufwendiges Kochen im Team und erkennen, wieviel Arbeit und Mühe die Ernährung zu früheren
Zeiten machte. Um den Prozess des Aufbauens der Kräuterküche zu verkürzen und mehr Raum für andere Aktivitäten zu haben, beschloss ich den
Bau eines kleinen Holzhauses mit Massivholz, um die jezige Waldküche (eine Wald Tisch/Bank Gruppe mit Überdachung) gut unterbringen zu
können. Die Küche soll wie aus der alten Zeit wirken, mit Kochen auf einem Ofen mit Holzfeuerung und Außen-Kochplatz. Das Wasser wird traditonell
am Brunnen gepumpt und vieles wird althergebracht entstehen. Das Zermahlen der Kräuter geschieht mit einer Handmühle usw. Für die Kinder soll
ein Gefühl einer Zeitreise in die frühere Welt entstehen. Gerätschaften und Zubehör hab ich schon Jahre auf Märkten gesammelt damit es Erhalten
bleibt. So sollen die Besucher der Waldküche aktiv erlernen wie Ernährung früher ablief und der Kampf um Essbares erlebt wurde. Auch motiviere
ich die Kinder, in dem ich ihnen aufzeige, was passiert, wenn sie nichts sammeln oder finden - wie einseitig dann das Mal ist und wie dürftig die
Ernährung. Das ist ihnen in unserer Überflussgesellschaft oft nicht bewusst.

image
34
Köthensdorfer Holzverarbeitung- und Vertriebsgesellschaft mbH
Kastenfenster aus heimischen Hölzern
Ziel des Projektes ist es, die regionale Wertschöpfung und die Wertschöpfung im Unternehmen zu stärken und Umweltauswirkungen zu verringern.
Folgendes haben wir geplant: 1. Fertigung unserer historischen Kastenfenster in der eigenen Tischlerei, dabei Umstellung auf regionale Holzeinkäufe
und eigenen Holzeinschnitt; 2. Einkauf von mondphasengeschlagenen Laub -und Nadelhölzern von umliegenden Forstunternehmen, um
Transportwege gering zu halten; 3. Holzeinschnitt mit eigenem Bandsägewerk, und ökologisch erzeugtem Strom mittels PV-Anlage; 4. schonende
Lufttrocknung der geschnittenen Rohware (absolut CO2-neutral); 5. Herstellung der historischen Kastenfenster und weiteren Produkten nach
individuellen Kundenwünschen; 6. Oberflächenbehandlung mit 100% natürlichen Leinölprodukten – langlebig, gesundheitlich unbedenklich und
ökologisch verträglich.
Dietrich Forst
Blühende Fruchtalleen
Die Forstbetriebe Dietrich bewirtschaften nachhaltig (PEFC) in Ostsachsen mehrere hundert Hektar Wirtschaftsfläche. Es stehen innerhalb der
Flächen zahlreiche und verschiedendste Frei- und Wegeflächen zur Verfügung. Das Pflanzen von Nuss und Obstbäumen an möglichst zahlreichen
dieser Flächen erhöht die Biodiversität, dient dem Insektenschutz und schafft Lebensraum für verschiedenste Arten. Zusätzlich bietet es eine
zukünftige, nachhaltige, lokale Lebensmittelquelle. Die Lebensraumverbesserung für Mensch und Tier ist enorm.

image
35
Energieja Leipzig
Bushaltestellen - mit Beleuchtung bitte
Das Projekt soll die Initiative unterstützen, Bushaltestellen an jedem Ort sicherer zu machen - mit Beleuchtung! Wir wollen positive Beispiele dafür
schaffen. Bushaltestellen können mit relativ wenig Aufwand auch nachgerüstet werden. Elektrokabelgräben sind nicht notwendig, wenn 100 % solare
LED-Beleuchtung genutzt wird. Und mit Licht nur bei Bedarf kann der zunehmenden Lichtverschmutzung vorgebeugt werden. Intelligente Technik
macht das möglich - ganzjährig! Sichere Schulwege an Bushaltestellen für Kinder und Jugendliche kann es in ganz Sachsen geben!
Sächsisch-Gut eG
Etablierung eines regionalen Verkaufsautomaten zur Stärkung der sächsischen Direktvermarktung
Sieben von zehn Kunden legen Wert auf regionale Produkte. Viele Verbraucher wünschen sich Lebensmittel von authentischen
Landwirtschaftsbetrieben. Um die heimische Versorgung mit regionalen Lebensmitteln zu sichern und den strukturschwachen, ländlichen Raum zu
stärken, sollen sächsische Lebensmittel über XL-Verkaufsautomaten vermarktet werden. Dieser Spezialautomat vereint Snack- und Abholstation.
Dies ermöglicht es dem Verbraucher, die Abholung von vorbestellter Ware mit einem Spontankauf zu verbinden. Um eine vielfältige Kundengruppe
anzusprechen, wurde ein Standort in Frauenstein ausgewählt. Der Platz um die Bäckerei Schmieder ist zentraler Punkt der ländlichen Versorgung
und dient als Knotenpunkt zahlreicher Wander- und Radwege. Zudem ergänzt das Sortiment des Bäckers die angebotenen Lebensmittel des
Verkaufsautomaten. Regiomaten stellen sowohl für heimische als auch für touristische Endverbraucher eine optimale Alternative zum klassischen
Lebensmitteleinzelhandel dar, ohne diesen zu substituieren. Sie bieten eine vielfältige Auswahl von verschiedenen regionalen Produkten an und
können zeitlich flexibel genutzt werden. Neben Pflanzenölen sächsischer Saaten, werden heimische Fleischwaren sowie Molkereiprodukte
verschiedener Produzenten angeboten. An der Abholstation können Kartoffeln, Fleischpakete sowie individuelle Regiokartons vorbestellt und
mitgenommen werden. Die Versorgung mit sächsischen Lebensmitteln reduziert den persönlichen, ökologischen Fußabdruck und unterstützt die
heimische Wirtschaft. Menschen aus dem Erzgebirge und Mittelsachsen sowie sächsische Individualtouristen können Sachsen aktiv erleben. Mit

image
36
jedem Bissen schmeckt man die natürlich-authentisch produzierten Lebensmittel und fühlt die liebevoll-handwerkliche Produktherstellung. Jeder
Kauf sichert die heimische Direktvermarktung und betriebseigenen Verarbeitungen. Durch die Etablierung eines regionalen Verkaufsautomaten
lassen sich sächsische Wertschöpfungsketten durch innovative Wirtschaftswege nachhaltig stabilisieren.
WIR electronic GmbH
Radonsensor mit IoT- Anbindung, Echtzeitmessung und Meßwertdokumentation einfach gemacht
In den behördlich ausgewiesen Radonvorsorgegebieten muss an allen Arbeitsplätzen im Keller oder Erdgeschoss die Radonkonzentration
gemessen werden. Dies geschieht gewöhnlich mit Messgeräten, die am Messplatz fest installiert und nach einem Jahr ausgewertet werden. Die
Idee unseres Messgerätes basiert auf einer kontinuierlichen Messung der Radonkonzentration. Die Messwerte werden per LoRaWan- Verbindung
-auch Wlan- oder GSM-Verbindungen wären realisierbar- an eine IoT-Clod weitergegeben. Die Werte können so dauerhaft dokumentiert und
sogleich interpretiert werden. Messergebnisse liegen sofort und nicht erst nach Ab- oder Auslesen des Gerätes vor. Bei Grenzwertüberschreitung
der Radonkonzentration können Gegenmaßnahmen so schneller eingeleitet werden. Die angedachte LoRaWan- Technik ist ein auf kleine
Datenmengen -wie sie von unterschiedlichster Sensorik geliefert wird- spezialiserte Funktechnologie, die z.B. häufig in Smarter Cities eingesetzt
wird. Die Reichweite ist um ein vielfaches höher als bei WLan- Netzwerken. So reicht oftmals ein Accesspoint aus, einen Schulcampus oder ein
Firmengelände komplett abzudecken. Durch die Funktechnologie entsteht keine Konkurrenz zu den Daten von WLan- Nutzern; die Weiterleitung
und Speicherung der Daten kann so dauerhaft sichergestellt werden. Darüber hinaus ist das Messgerät mit einem Akku ausgestattet, wodurch eine
kontinuierliche Messung auch bei Stromausfällen sichergestellt werden kann. Bei Bedarf ist der Sensor somit auch portabel nutzbar. Das Projekt
wird in unserer Entwicklungsabteilung in Chemnitz entwickelt und in unserem Produktionsbetrieb in Sayda gefertigt werden.

image
37
Stadt-Umland-LPV LeipzigGrün e.V.
BIRD – Beratungsnetzwerk und Informationstool für Regionale Direktvermarkter und Erzeuger zum Abbau
von Marketingbarrieren
Ziel des Projektes ist es, Direktvermarkter und Vermarktungsinitiativen zielgerichtet zu beraten und zu unterstützen, damit sie Handelsstrukturen mit
ihren Produkten bedienen können. Dazu soll ein online verfügbares Instrument aufgebaut werden, welches Direktvermarkter unkompliziert befähigt,
Waren entsprechend der Handelsanforderungen aufzubereiten. Ziel ist es, Produkte und Produktgruppen nach ihren Anforderungen zu clustern und
innerhalb des Tools so zu beschreiben und vertriebsbereit aufzuarbeiten, dass Erzeuger ihre Produkte kompatibel mit den Schnittstellen der
Logistikpartner gestalten können. Vor allem kleinere Betriebe sollen damit unterstützt, die Verfügbarkeit der oft besonderen Produkte befördert und
das regionale Sortiment für die Konsumenten angereichert werden. Es soll ein Baustein in der Wertschöpfungskette geschaffen werden, welcher
die hohen Markteintrittsbarrieren abbauen hilft und somit regionalen Erzeugern Unterstützung bietet, sich am wachsenden Markt beteiligen zu
können.
agrarKIDS Verlag KG
agrarKIDS - Leser und ihre Innovationen für eine umwelt- und naturfreundliche Landwirtschaft
Jungen und Mädchen, die auf einem landwirtschaftlichen Hof aufwachsen, sind geprägt durch besonders viel Wissen über Zusammenhänge in Natur
und Umwelt, Tier und Stall, Feld und Technik. Der kindliche Anspruch dieser Altersgruppe zwischen 6 und 13 Jahren, noch mehr darüber zu erfahren,
was ihnen das Leben in der Landwirtschaft und selbstverständlich auch die eigene Zukunft bietet, ist für den agrarKIDS Verlag schon immer treibende
Kraft gewesen, den Lesern sozusagen „Futter“ für ihren großen Wissensdurst zu geben. Die „agra 2022“ ist ein Zentrum der Innovation und vergibt
Preise für die besten Ideen. Der agrarKIDS Verlag möchte im Zusammenhang mit der "agra 2022" und der Kinderagra einen Ideenwettbewerb bei

image
38
Lesern und Schulklassen ausgewählter Grundschulen aus Sachsen, die zur Kinderagra eingeladen werden, initiieren. Es erfolgt ein Aufruf an die
jüngsten Leser „Wie stellt ihr euch eine umwelt- und naturfreundliche Landwirtschaft in naher Zukunft vor?“
Ausgezeichnet mit einem Sonderpreis (1000 Euro)
Gemüsekooperative Rote Beete eG
Verkehrswende gestalten - Schwerlastenrad für die SoLawi Gemüsekooperative Rote Beete eG
Wir produzieren seit inzwischen zehn Jahren Gemüse nach den Prinzipien der Solidarischen Landwirtschaft. Von Sehlis nordöstlich von Leipzig
werden einmal die Woche knapp 200 Gemüseanteile in die Stadt transportiert und dort auf 12 Verteilstationen in verschiedenen Stadtteilen aufgeteilt.
Dort organisieren die Mitglieder eigenständig die Abholung. Mit dem leichten Wachstum der Kooperative zur Saison 2021/2022 gerät auch das mit
weiteren SoLawi-Betrieben geteilte Liefer-KfZ an seine Kapazitätsgrenzen. Das wollen wir als Anlass nehmen, um mit dem Umstieg der Lieferlogistik
auf ökologischere Alternativen zu beginnen. Möglichst zeitnah soll ein Teil der Lieferrouten im Stadtgebiet mit einem professionellen und gut
ausgestatteten eLastenfahrrad inkl. Anhänger erledigt werden. Damit wird auch ein Beitrag zur Reduktion des innerstädtischen KFZ-Verkehr
geleistet. Das spart fossile Brennstoffe, reduziert klimaschädliche Emissionen, verringert die Lärmbelastung und trägt damit auch zur Verbesserung
der Lebensqualität bei. Zudem werden problematische Situationen beim Be- und Entladen vermieden, da das eLastenrad an Stellen parken kann,
wo ein Transporter andere Verkehrsteilnehmer*innen stören würde. Uns motiviert besonders das Streben nach einer klimaschonenden und
klimaangepassten Wirtschaftsweise, sowie die Lust darauf, Neues auszuprobieren. Die langfristig angestrebte komplette Umstellung der
innerstädtischen Auslieferung auf eLastenräder erfordert aber eine gewissenhafte Planung, weitreichende Umstrukturierung und dafür praktische
Erfahrungen. Deswegen soll das Rad zuerst bei der Belieferung der Verteilstationen im Leipziger Osten getestet werden. Zusätzlich kann das
Transportfahrrad auch auf weiteren Strecken eingesetzt werden, die aktuell innerhalb der Kooperative mit dem KfZ zurückgelegt werden. Die
Lastenräder werden in Kooperation mit anderen Akteur*innen aus Leipzig, Taucha und Umland genutzt und entfalten so eine breite Wirkung.

image
39
Herausgeber: Stand 26.11.2021
Sächsisches Staatsministerium für Energie, Klima, Umwelt und Landwirtschaft, Referat 22: EU, internationale Zusammenarbeit, Querschnittsthemen,
Wilhelm-Buck-Straße 4, 01097 Dresden