Kommission zum Schutz gegen Fluglärm und Luftschadstoffe (FLK)
für den Flughafen Leipzig/Halle
Bericht der 49. Sitzung am 04.11.2015
Die Fluglärmkommission hatte in ihrer 48. Sitzung die Deutsche Flugsicherung (DFS)
gebeten, gemeinsam mit den Systempartnern DHL und Flughafen Leipzig/Halle
Maßnahmen zur Reduzierung der identifizierten möglichen Risiken bei der von der FLK
vorgeschlagenen Verteilung der nächtlichen Starts nach geographischem Ziel in
Startrichtung Ost abzuleiten. Entsprechend dem Auftrag stellten die Systempartner
einen Katalog möglicher Maßnahmen zur Minimierung dieser Risiken vor. Die
Fluglärmkommission nahm den Vortrag zur Kenntnis und wird in der nächsten Sitzung
zur weiteren Verfahrensweise beschließen.
Außerdem informierte die DFS über den aktuellen Sachstand zum Probebetrieb des
neuen Anflugverfahrens Point Merge. Das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung hat
den Probebetrieb genehmigt. Dabei wurde die Anpassung der kurzen Südabkurvung in
Startrichtung West (Antrag der Gemeinde Schkopau) berücksichtigt. Die Verfahren
treten zum 10.12.2015 in Kraft, so dass im Anschluss der Probebetrieb beginnen kann.
Die Genehmigungsbehörde informierte zum Stand des Änderungs-
genehmigungsverfahrens Triebwerksprobeläufe. Derzeit erfolgen die Bewertung und
die Abwägung der eingegangenen Einwendungen und Stellungsnahmen. Eine
Entscheidung wurde für das 1. Quartal 2016 in Aussicht gestellt.
Das Sächsische Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft stellte die
wesentlichen Ergebnisse der am 29. Oktober 2015 veröffentlichten NORAH-Studie vor
und informierte über erste Erfahrungen am Flughafen Frankfurt mit dort in der
Erprobung befindlichen Lärmpausen.
Der Flughafen berichtete über die Verkehrsentwicklung und die Umsetzung des
Schallschutzprogramms. Die Anzahl der Flugbewegungen stieg in den ersten
3 Quartalen 2015 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 2 % von 47.463 auf 48.409.
Von den 7.176 fristgerecht eingegangenen anerkannten Anträgen auf passiven
Schallschutz wurden bisher 3.298 komplett realisiert. Damit erhielten 11.515
Wohneinheiten baulichen Schallschutz. Bei 2.586 Anträgen sind die Antragsunterlagen
noch immer unvollständig oder es fehlen die unterschriebenen
Realisierungsvereinbarungen. Die übrigen Anträge befinden sich in Bearbeitung bzw.
Realisierung.
Von März bis September 2015 gingen beim Flughafen 15.058 über den DFLD
generierte digitale Beschwerden von 65 Beschwerdeführern ein. 35 schriftliche und
telefonische Beschwerden von 11 Beschwerdeführern waren zu bearbeiten.
Der Flughafen legte die Auswertung der 10 stationären Fluglärmmessstellen vor. In den
sechs verkehrsreichsten Monaten (Mai bis Oktober) waren an einigen Messstellen
leichte Pegelerhöhungen zu verzeichnen. Die höchsten Pegel wurden
erwartungsgemäß in Radefeld gemessen. Vom 28.05.2015 bis 31.10.2015 war eine
mobile Messanlage in Wiedemar, OT Wiesenena im Einsatz. Die ermittelten Werte
gaben keinen Anlass für Lärmschutzmaßnahmen. Der Ortschaftsrat Leipzig-Lindenthal
erachtet den angemeldeten Einsatz der mobilen Messanlage nur für erforderlich, wenn
die Genehmigungsbehörde die Triebwerksprobeläufe wie vom Flughafen beantragt
genehmigt.
Die Auswertung der Bahnnutzung zeigte, dass die Nordbahn am Tage stärker belegt
wurde; in der Nacht war es die Südbahn. Über den gesamten Zeitraum wurde die
Südbahn stärker genutzt.

Zudem informierte der Flughafen über die Nutzung der Triebwerksprobelaufhalle. Seit
Jahresbeginn fanden von 169 Triebwerksprobeläufen 26 außerhalb der Halle statt. Es
wurde kein nächtlicher Probelauf außerhalb der Halle durchgeführt.
Schließlich verkündete der Flughafen den Beginn der Anpflanzung des von der
Fluglärmkommission angeregten Lärmschutzwaldes im Bereich Papitz/Modelwitz.
Die nächste reguläre Sitzung findet am 06.04.2016 statt.
Manfred Heumos
Vorsitzender der Fluglärmkommission am Flughafen Leipzig/Halle