Kommission zum Schutz gegen Fluglärm und Luftschadstoffe (FLK)
für den Flughafen Leipzig/Halle
Bericht der 47. Sitzung am 15.11.2014
In der 47. Sitzung stand erneut das Bahnnutzungskonzept auf der Tagesordnung. Eine
Unterarbeitsgruppe hatte die Ergebnisse der Betroffenheitsanalyse ausgewertet und einen
Beschlussvorschlag erarbeitet. Die Kommission empfahl der Deutschen Flugsicherung bei
Betriebsrichtung 08 (Ostbetrieb) nach Norden abfliegende Luftfahrzeuge von der Nordbahn
starten zu lassen. Damit können Anwohner östlich des Flughafens von Fluglärm entlastet
werden. Einem analogen Verfahren für die Betriebsrichtung 26 (Westbetrieb) stimmte die
Kommission aufgrund damit verbundener Gebiete mit neu betroffenen Anwohnern jedoch
nicht zu. Die Deutsche Flugsicherung wird nunmehr eine Risikobewertung vornehmen und
darauf basierend gegebenenfalls notwendige Maßnahmen vorschlagen.
Im Vorgriff auf die Öffentlichkeitsbeteiligung im Rahmen eines luftrechtlichen
Genehmigungsverfahrens zur Änderung der Regeln zur Durchführung von
Triebwerksprobeläufen wurde ein im Auftrag des Flughafens erstelltes Lärmgutachten
vorgestellt.
Die Deutsche Flugsicherung informierte über den Sachstand ihrer Planungen zum neuen, mit
Point Merge bezeichneten Anflugverfahren. Die durch das Landratsamt Nordsachsen
eingereichten Anregungen von Eilenburger Bürgern zu Veränderungen der An- und Abflüge
über der Stadt Eilenburg werden in diesem Zusammenhang mit betrachtet. Der
unterstützende Einsatz einer mobilen Messstation in diesem Bereich wird geprüft.
Bezüglich des Antrags der Gemeinde Schkopau auf Modifizierung der kurzen Südabkurvung
in Startrichtung West wurden die Ergebnisse einer lärmphysikalischen Untersuchung der
durch die Deutsche Flugsicherung erarbeiteten Streckenvarianten vorgestellt. Das
Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie erarbeitet in einem nächsten
Arbeitsschritt eine Betroffenheitsanalyse. Die Fluglärmkommission wird auf dieser Basis eine
Empfehlung abgeben.
Zur Thematik Lärmpausen durch zeitversetzte Nutzung der Bahnen informierte das
Sächsische Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft über lärmmedizinische
Untersuchungen, welche dazu derzeit im Rahmen der NORAH-Studie am Frankfurter
Flughafen stattfinden. Die Veröffentlichung entsprechender Studienergebnisse wird Ende
2015 erwartet.
Der Flughafen berichtete über die Verkehrsentwicklung und die Umsetzung des
Schallschutzprogramms. Die Anzahl der Flugbewegungen stieg im Zeitraum Januar bis
Oktober 2014 zum Vorjahreszeitraum um 2,8 %. Von den 7176 fristgerecht eingegangenen
anerkannten Anträgen auf passiven Schallschutz wurden bisher 3300 komplett realisiert. Die
übrigen Anträge befinden sich in Bearbeitung bzw. Realisierung der
Schallschutzmaßnahmen.
Von März bis Oktober 2014 gingen beim Flughafen 17650 über den DFLD generierte digitale
Beschwerden von 76 Beschwerdeführern ein. 128 schriftliche und telefonische Beschwerden
von 45 Beschwerdeführern waren zu bearbeiten.
Der Flughafen legte die Auswertung der 10 stationären Fluglärmmessstellen und der 3
Einsatzorte der mobilen Messanlagen vor. Es waren keine signifikanten Pegelerhöhungen zu
verzeichnen. Die höchsten Pegel wurden erwartungsgemäß in Radefeld gemessen. Die
mobilen Messungen in Freiroda, Hayna und Lützschena zeigten keine Auffälligkeiten. Es
wurden keine neuen Einsatzorte der mobilen Messanlage festgelegt.

Schließlich informierte der Flughafen über die diesjährige Nutzung der
Triebwerksprobelaufhalle. Von Januar bis Oktober 2014 fanden von 271 Probeläufen 217
(80,1%) in der Halle und 54 (19,9%) außerhalb statt. Es wurde kein nächtlicher Probelauf
außerhalb der Halle durchgeführt.
Die Auswertung der Bahnnutzung zeigte, dass die Südbahn über den gesamten Zeitraum
stärker genutzt wurde als die Nordbahn. Die Ursache dafür liegt in Bau- und
Sanierungsarbeiten, während der die Nordbahn nicht zur Verfügung stand.
Dem Hinweis der BI Gegenlärm Schkeuditz folgend betonte der Flughafen nochmals, dass
auch nach dem Ausscheiden von Herrn Semrau am Flughafen Leipzig/Halle mit Herrn
Apitzsch (Telefon 0341 224 1724) ständig ein kompetenter Ansprechpartner zu Umweltfragen
zur Verfügung steht.
Die nächste Sitzung findet im März 2015 statt.
Manfred Heumos
Vorsitzender der Fluglärmkommission am Flughafen Leipzig/Halle