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PRAXISPOOL
GANZTAGSANGEBOTE
Praxisbeispiel Qualitätsmerkmal
»Individuelle Förderung«
Impulse und Anregungen zur Umsetzung
des Qualitätsrahmens Ganztagsangebote
Ein Förderband auf der Grundlage von
Förderplänen in der Schule 5 in Leipzig

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Bevor es in der Schule 5 im Stadtbezirk Mitte in Leipzig an die Planung des Förderbandes geht,
wird zuerst der Förderplan für jedes einzelne Kind erstellt. Verantwortlich dafür ist das so genannte
Pädagogenpaar
bestehend aus der Klassenlehrerin bzw. dem Klassenlehrer und der Bezugserzieherin
bzw. dem Bezugserzieher (aus dem angegliederten Hort), verbunden mit dem steten Austausch und
dem gemeinsamen Kontakt zu den Kindern. Jede Woche stehen den Pädagogenpaaren dafür 30-45
Minuten zur Verfügung. In dieser Zeit werden sie von der Arbeit am Kind freigestellt. Die Absprachen
finden in der Regel nachmittags im Anschluss an den Unterricht statt, wenn alle Kinder im Spiel sind.
Der Hort arbeitet offen und ermöglicht den Erzieherinnen und Erziehern diesen zeitlichen Freiraum.
Inhalt der Gespräche sind vor allem die Förderpläne und die Entwicklungsdokumentationen sowie
Organisatorisches.
Die Meinungen des Pädagogenpaares fließen gleichwertig in die Zuordnung der Schülerinnen und
Schüler zu den Angeboten im
Förderband
ein, da bestimmte Verhaltensweisen der einzelnen Kinder
sich am Vormittag oder Nachmittag unterschiedlich deutlich zeigen. Grundlage der Förderbänder
ist der Förderplan. Für jedes Kind wird dieser einzeln besprochen. Es werden die einzelnen Ent-
wicklungsaspekte und die Schwerpunkte der Förderung für das laufende Schuljahr festgehalten.
Um die Teilnahme an außerschulischen Angeboten der Kinder wissen die Klassenlehrerinnen und
Klassenlehrer sowie Bezugserzieherinnen und Bezugserzieher aus den Elterngesprächen. So können
Dopplungen vermieden oder Kinder noch gezielter in ihrer Entwicklung unterstützt werden.
Ein Förderband auf der Grundlage von Förderplänen
FÖRDERUNG
Auszug aus dem »TimeTEX Förderplan-Heft«
»Wir agieren immer vom Kinde aus!«
ÜBERBLICK
Schule:
Schule 5 im Stadtbezirk Mitte
Grundschule der Stadt Leipzig
Schulträger:
Stadt Leipzig
Schulleitung:
Frau Bettina Goebecke
Frau Elke Rosch (StV)
GTA-Koordination:
Frau Elke Rosch
Ganztagsschulform:
voll gebunden
Schülerzahl:
295 Schüler/-innen (dreizügig)
Personal:
20 Lehrkräfte inkl.
Lehramtsanwärter/-innen
14 Erzieher/-innen
3 Praktikanten/-innen
1 Medienassistentin
1 FSJ
1 ABM
Spezifik der Schule:
Leistungssportklassen
100% Hortkinderanteil
KONTAKT
Anschrift:
Eitingonstraße 5
04105 Leipzig
Telefon:
0341 35058780
E-Mail:
b.goebecke@schule5.lernsax.de
Schule5@t-online.de
Homepage:
www.schule5.de

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Die Grundidee des genutzten Förderplans ist dem »TimeTEX Förderplan-Heft« entlehnt. Die Schule
hat kleinere Anpassungen vorgenommen und seither dient er der Befundung der Förderbedarfe. Die
Kategorien wurden überarbeitet und um die Rubrik »Talente und Begabungen« ergänzt. Mindestens
einmal jährlich, zum Schuljahresanfang, werden die Förderbedarfe durch das Pädagogenpaar neu
erhoben und die Angebote angepasst.
Je nachdem, welche Schwerpunkte sich ergeben, werden dann entsprechend Kurse im
Förderband
konzipiert. Alle Lehrkräfte der Klassenstufe tauschen sich dabei aus. Sobald fünf bis sechs Kinder
mit einem gemeinsamen Bedarf zusammenkommen, wird ein entsprechendes Angebot organisiert.
Die Teilnahme an einem Angebot ist verpflichtend und wird von Klassenlehrerin bzw. Klassenlehrer
und Bezugserzieherin bzw. Bezugserzieher gemeinsam festgelegt.
Aushang im Schulgebäude zum Förderband
Grobkonzeption
des neuen
Förderbandes
Ausfüllen der
Förderbögen zu
Schuljahresbeginn
Austausch aller
Lehrer der
Klassenstufe -
Festlegung der
diesjährigen
Angebote
Start des
Förderbands
nach den
Herbstferien
Feedback der
Beteiligten und
evtl. Korrektur
im Dezember
Feedback am
Schuljahresende
Im Dezember folgt dann die Reflexion, ob alle Kinder im richtigen Kurs angekommen sind. Entspre-
chende Korrekturen oder Angebotswechsel sind möglich. Vor allem gilt dies für die ersten Klassen,
da die Befunderhebung dort besonders herausfordernd ist. Sie verbringen daher bis zu den Herbst-
ferien eine Stunde pro Woche im Klassenverband mit Freiarbeitsaufgaben. Das Förderziel wird dar-
aufhin von den beteiligten Personen von Schule und Hort festgelegt.
Für alle Klassen der dritten und vierten Klassenstufe findet das Förderband dienstags in der vierten
bzw. fünften Stunde statt. Am Freitag haben die ersten Klassen in der dritten Stunde und die zwei-
ten Klassen in der vierten Stunde Förderband. Somit hat jedes Kind eine Förderstunde im Rahmen
des Förderbandes und eine im Klassenverband.
Im Rahmen des Förderbandes steht der Schule bei Dreizügigkeit pro Klassenstufe folgendes Per-
sonal zur Verfügung: drei Lehrkräfte, drei Erzieherinnen und Erzieher, die nicht zwingend die
Bezugspersonen sind, und meist drei zusätzliche Kräfte, die über GTA-Gelder bezahlt werden
(z. B. eine Lerntherapeutin für Förderbedarfe im mathematischen Bereich, eine Medienpädagogin,
eine Theaterpädagogin). Weiterhin finden im Rahmen des Förderbandes mögliche Integrationsför-
derstunden für die betreffenden Kinder statt. Für Kinder mit besonderen Begabungen stehen zu-
dem noch Angebote wie die »Minimedienscouts«, Schach, Knobeln, Experimentieren und Forschen,
Mathestark oder »English with Sarah« zur Verfügung.
Die Teilnehmer sind bei Förderangeboten auf maximal sechs Kinder begrenzt. Bei Angeboten, die
sich eher an Begabungen von Kindern richten, sind meist acht bis zwölf Kinder eingeplant. In
Sportangeboten dürfen es auch mehr Kinder sein.
HISTORIE UND
ENTWICKLUNG
2012
begann sich die Schule mit dem
Thema Förderband zu beschäftigen
2013
Installation des Förderbandes und
Verlegung von Angeboten aus dem
Nachmittagsbereich in den Vormittag

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Am Schuljahresende reflektieren Angebotsleiterinnen und Angebotsleiter sowie Klassenleiterinnen
und Klassenleiter den Verlauf des jeweiligen Angebots und die Entwicklung der Kinder. In kleineren
Abständen bietet sich regelmäßig vor oder nach dem Förderband ein kleineres Zeitfenster, um indi-
viduelle Fragen zu klären und Rückmeldung zu geben.
Kreisgespräche sind fester Bestandteil des pädagogischen Konzepts
Motivation und pädagogische Absicht
Laut einer externen Evaluation sahen die Eltern ihre Kinder nicht genügend gefordert. Es gab be-
reits entsprechende Angebote, aber durch die mangelnde Teilnahmepflicht und die Abkopplung
vom Unterricht im Nachmittagsbereich wurden diese Angebote nicht wahrgenommen. Unter dem
Leitziel: »Das Kind steht im Mittelpunkt unserer Arbeit – Wir agieren vom Kinde aus!« machte man
sich auf den Weg und konzipierte ein Förderband mit Angeboten am Vormittag, welches auf die
individuellen Bedürfnisse der Kinder abgestimmt ist. Die Rückmeldungen des Elternrats sind nun
durchweg positiv.
Herausforderungen
Stundenplan:
Die Stundenplangestaltung ist seit Installation des Förderbandes um einiges
komplexer. Sie folgt überwiegend organisatorisch-logistischen Aspekten. Es wird darauf geachtet,
dass das Förderband keine Randstunde ist.
Raumsituation:
Um die Klassenstruktur aufzulösen und in kleineren Gruppen arbeiten zu
können, bedurfte es einer komplexen Raumplanung. Während des Förderbandes wird nun
nahezu jeder Raum genutzt.
Angebotsleitung:
Die Schule 5 genießt den Vorteil der innerstädtischen Lage und der
Erziehungswissenschaftlichen Fakultät mit angehenden Lehrerinnen und Lehrern vor Ort.
Trotzdem ist es nicht leicht, passende Angebotsleiterinnen und -leiter für die Bedürfnisse der
Kinder zu finden. Innerhalb des Teams werden auch gerne individuelle Zusatzqualifikationen
eingesetzt, um daraus Angebote zu gestalten.
Ausfall und Informationsfluss:
Wenn Angebote kurzfristig ausfallen, entstehen Betreuungs
lücken. Da es keine Option war, die Kinder auf die anderen Gruppen aufzuteilen, wurde eine
weitere Gruppe geschaffen, die die Kinder dann in Empfang nimmt. Um Änderungen zu kommu-
nizieren, gibt es seither eine Wand, an welcher die Kinder Planänderungen nachverfolgen können.
weitere Praxispool-Themen:
Kooperation Grundschule-Hort
MATERIAL
Schulprogramm
GTA-Konzeption
Förderband der Klassen 1 bis 4
Förderbandkalender

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Erfolgsfaktoren
Zum Gelingen eines Förderbandes tragen ausreichend
räumliche und personelle Kapazitäten sowie
Kommunikationszeiten
bei. Wenn man mit den Erzieherinnen und Erziehern auf Augenhöhe arbeitet
und diese einbindet, können sie Qualifikationen und Inhalte abdecken, die allein unter den Lehrkräften
nicht möglich gewesen wären. Beide Berufsfelder zusammen ergänzen sich optimal.
Eine weitere Grundlage ist ein guter, ausgereifter Ablaufplan, der beinhaltet, wer welche Verantwortung
trägt, welche Kommunikationswege etabliert werden, und der Raum für Reflexion gibt.
WUNSCH
Die Schule möchte für das kommende Schuljahr ihre Förderpläne überarbeiten und sucht für die
weitere Arbeit noch bessere Auswertungswege des Förderbandes, verbunden mit der Würdigung
der Mühe und Anstrengung der Schüler.
»Unsere gemeinsame Motivation ist unser Erfolg.«
Aushänge im Schulgebäude informieren anschaulich über die Inhalte der Förderbänder je Klassenstufe.
Stand:
November 2019

Herausgeber:
Sächsisches Staatsministerium für Kultus
Carolaplatz 1, 01097 Dresden
Bürgertelefon: +49 351 56465122
E-Mail: buerger@bildung.sachsen.de
www.bildung.sachsen.de
www.bildung.sachsen.de/blog
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Facebook: @SMKsachsen
Instagram: smksachsen
YouTube: SMKsachsen
Fotos:
Schule 5 im Stadtbezirk Mitte
Grundschule der Stadt Leipzig
Gestaltung:
Hi Agentur e.K.
Druck:
Digitaldruckerei Schleppers GmbH
Redaktionsschluss:
November 2020
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