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Landesuntersuchungsanstalt für das Gesundheits- und Veterinärwesen (LUA) Sachsen
01099 Dresden, Jägerstraße 8/10 - Tel. (0351) 8144-0 - Fax (0351) 8144-1020 - Web:
www.lua.sachsen.de
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Empfehlungen für die Wiederzulassung in Schulen und
sonstigen Gemeinschaftseinrichtungen im Freistaat Sachsen
Stand: Februar 2020, in Überarbeitung
(Auf der Grundlage des 6. Abschnittes des Infektionsschutzgesetzes und in Anlehnung an die aktuellen Emp-
fehlungen des Robert Koch-Institutes sowie die aktuellen Empfehlungen zur Verhütung und Bekämpfung von
Infektionskrankheiten im Freistaat Sachsen)
§ 34 IfSG regelt die zu ergreifenden Maßnahmen der Gesundheitsämter bei Auftreten bestimmter übertragbarer
Krankheiten in Schulen und sonstigen Gemeinschaftseinrichtungen. Das Robert Koch-Institut (RKI) hat zu die-
sen übertragbaren Krankheiten eine Orientierung für die Umsetzung erforderlicher Maßnahmen veröffentlicht
(
https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Wiederzulassung/Wiederzulassung_Tabelle.pdf?__
blob=publicationFile
)
Die vorliegenden Empfehlungen bieten ergänzend zu den Empfehlungen des RKI sowie
zu anderen gehäuft auftretenden übertragbaren Krankheiten eine erweiterte Orientierung.
Infektiöse Gastroenteritis
Außer den Empfehlungen des RKI zu beachten:
-
„Empfehlungen zur Verhütung und Bekämpfung von bakteriellen Darminfektionen beim Menschen im
Freistaat Sachsen“
https://www.gesunde.sachsen.de/download/lua/LUA_HM_VuB_bakt_Darminfektionen.pdf
-
„Empfehlungen zur Verhütung und Bekämpfung von parasitären Darminfektionen beim Menschen im
Freistaat Sachsen“
https://www.gesunde.sachsen.de/download/lua/LUA_HM_VuB_parasitaerer_Darminfektionen.pdf
-
„Empfehlungen zur Verhütung und Bekämpfung von viralen Darminfektionen beim Menschen im Frei-
staat Sachsen“
https://www.gesunde.sachsen.de/download/lua/LUA_HM_VuB_viraler_Darminfektionen.pdf
Haemophilus influenzae Typ b-Meningitis oder –Epiglottitis
Außer den Empfehlungen des RKI zu beachten:
-
„Empfehlungen zur Verhütung und Bekämpfung invasiver Meningokokken- und Haemophilus in-
fluenzae b-Erkrankungen einschließlich Meningitiden im Freistaat Sachsen
https://www.gesunde.sachsen.de/download/Download_Gesundheit/LUA_HM_VuB_Meningokokken_
Haemophilus.pdf

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Hand-Fuß-Mund-Krankheit
(hauptsächlich Enteroviren der Gruppe A: u. a. Coxsackie-Virus A, Humanes Enterovirus 71)
Inkubationszeit
2–10 Tage (1–30 Tage)
Dauer der
Ansteckungsfähigkeit
Solange Erreger im Speichel, Stuhl bzw. den respiratorischen Sekreten ausge-
schieden werden (nach Abklingen der Symptome im Stuhl noch über mehrere
Wochen). Hochkontagiös ist der Bläscheninhalt nach Ulzeration.
Zulassung nach
Krankheit/Ausscheider
Nach klinischer Genesung und Abheilung der Bläschen (nach ärztlicher Entschei-
dung in der Regel nach 7–10 Tagen).
Schriftliches ärztliches Attest
nicht
erforderlich.
Ausschluss von
Kontaktpersonen
Nicht erforderlich.
Postexpositionelle
Chemo-/Impfprophylaxe
Keine wirksame postexpositionelle Prophylaxe bekannt.
Hepatitis A
Außer den Empfehlungen des RKI zu beachten:
-
„Empfehlungen zur Verhütung und Bekämpfung von Hepatitis A im Freistaat Sachsen“
https://www.gesunde.sachsen.de/download/lua/Empf_Hepatitis_A_2006.pdf
Hepatitis B
(Hepatitis-B-Virus (HBV))
Inkubationszeit
45–180 Tage (Durchschnitt: 60-120 Tage)
Dauer der
Ansteckungsfähigkeit
So lange HBsAg, HBeAg oder HBV-DNA nachweisbar sind.
Zulassung nach
Krankheit/Ausscheider
Nach Abklingen der klinischen Symptome. Schriftliches ärztliches Attest
nicht
erforderlich.
Zulassung von Carriern; Ausnahme: bei ungewöhnlich aggressivem Verhalten,
bei Blutungsneigung oder Dermatitis individuelle Entscheidung erforderlich.
Ausschluss von
Kontaktpersonen
Nicht erforderlich.
Postexpositionelle
Chemo-/Impfprophylaxe
Aktive und passive Schutzimpfung nach den aktuellen Empfehlungen der SIKO.
Hepatitis C
(Hepatitis-C-Virus (HCV))
Inkubationszeit
2–26 Wochen, in der Regel 7–8 Wochen
Dauer der
Ansteckungsfähigkeit
Solange HCV-RNA im Blut und anderen Körperflüssigkeiten nachweisbar ist.
Zulassung nach
Krankheit/Ausscheider
Nach Abklingen der klinischen Symptome. Schriftliches ärztliches Attest
nicht
erforderlich.

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Zulassung von Carriern; Ausnahme: bei ungewöhnlich aggressivem Verhalten,
bei Blutungsneigung oder Dermatitis individuelle Entscheidung erforderlich.
Ausschluss von
Kontaktpersonen
Nicht erforderlich.
Postexpositionelle
Chemo-/Impfprophylaxe
Keine wirksame postexpositionelle Prophylaxe bekannt.
Hepatitis E
Außer den Empfehlungen des RKI zu beachten:
-
„Empfehlungen zur Verhütung und Bekämpfung von Hepatitis E im Freistaat Sachsen“
https://www.gesunde.sachsen.de/download/lua/LUA_HM_VuB_Hepatitis_E.pdf
Herpes zoster (Gürtelrose)
(Varizella-Zoster-Virus)
Inkubationszeit
Reaktivierung des Virus nach Jahren (endogenes Rezidiv).
Dauer der
Ansteckungsfähigkeit
Ab 2 Tage vor Ausbruch bis ca. 5–7 Tage nach Auftreten bzw. bis zur Verkrus-
tung der Bläschen, aber: geringe Kontagiosität, da nur die virushaltige Bläschen-
flüssigkeit infektiös ist.
Zulassung nach
Krankheit/Ausscheider
Nach Eintrocknen der Bläschen oder deren zuverlässiger Abdeckung. Schriftli-
ches ärztliches Attest
nicht
erforderlich.
Ausschluss von
Kontaktpersonen
Nicht erforderlich.
Postexpositionelle
Chemo-/Impfprophylaxe
Keine wirksame postexpositionelle Prophylaxe bekannt. (Präexpositionelle
Schutzimpfung gemäß SIKO-Empfehlungen bei Personen > 50 Jahre.)
Infektiöse Mononucleose (Pfeiffersches Drüsenfieber)
(Epstein-Barr-Virus (EBV))
Inkubationszeit
10 Tage–7 Wochen
Dauer der
Ansteckungsfähigkeit
Solange Erreger im Speichel und Rachensekret ausgeschieden werden. Wäh-
rend der akuten Infektion und während des sich anschließenden Latenzstadiums
ist eine permanente oder vorübergehende Ausscheidung des Virus im Speichel
möglich.
Zulassung nach
Krankheit/Ausscheider
Nach klinischer Genesung. Schriftliches ärztliches Attest
nicht
erforderlich.
Ausschluss von
Kontaktpersonen
Nicht erforderlich.
Postexpositionelle
Chemo-/Impfprophylaxe
Keine wirksame postexpositionelle Prophylaxe bekannt.

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Keratoconjunctivitis epidemica
(Adenoviren)
Inkubationszeit
5–12 Tage
Dauer der
Ansteckungfähigkeit
Solange der Erreger in Sekreten nachweisbar ist, in der Regel bis 2–3 Wochen
nach Erkrankungsbeginn.
Zulassung nach
Krankheit/Ausscheider
Nach klinischer Genesung und ärztlichem Urteil.
Ausschluss von
Kontaktpersonen
Nicht erforderlich, solange keine Symptome einer Konjunktivitis auftreten.
Postexpositionelle
Chemo-/Impfprophylaxe
Keine wirksame postexpositionelle Prophylaxe bekannt. Strenges Hygieneregime
beachten!
Keuchhusten (Pertussis/Parapertussis)
Außer den Empfehlungen des RKI zu beachten:
-
„Empfehlungen zur Verhütung und Bekämpfung von Keuchhusten im Freistaat Sachsen“
https://www.gesunde.sachsen.de/download/lua/LUA_HM_Pertussis_Herdbekaempfung.pdf
Masern
Außer den Empfehlungen des RKI zu beachten:
-
„Empfehlungen zur Verhütung und Bekämpfung von Masern im Freistaat Sachsen“ (in Überarbei-
tung)
https://www.gesunde.sachsen.de/download/lua/LUA_HM_VuB_Masern.pdf
Meningokokken-Infektionen
Außer den Empfehlungen des RKI zu beachten:
-
„Empfehlungen zur Verhütung und Bekämpfung invasiver Meningokokken- und Haemophilus in-
fluenzae b-Erkrankungen einschließlich Meningitiden im Freistaat Sachsen“
https://www.gesunde.sachsen.de/download/Download_Gesundheit/LUA_HM_VuB_Meningokokken_
Haemophilus.pdf
Ringelröteln (Erythema infectiosum)
(Parvovirus B19)
Inkubationszeit
5–14 Tage (4–20 Tage)
Dauer der
Ansteckungsfähigkeit
7 Tage vor bis zum Auftreten des Exanthems.
Zulassung nach
Krankheit/Ausscheider
Nach Auftreten des Exanthems. Da Infektionen während der Schwangerschaft
zum Hydrops fetalis und intrauterinen Fruchttod führen können, sind seronegati-
ve schwangere Frauen von Erkrankten und Krankheitsverdächtigen abzuson-
dern. Schriftliches ärztliches Attest
nicht
erforderlich.

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Ausschluss von
Kontaktpersonen
Nicht erforderlich. Schwangere sollten einen Arzt konsultieren.
Postexpositionelle
Chemo-/Impfprophylaxe
Keine wirksame postexpositionelle Prophylaxe bekannt.
Shigellose (Bakterienruhr)
Außer den Empfehlungen des RKI zu beachten:
-
„Empfehlungen zur Verhütung und Bekämpfung von bakteriellen Darminfektionen beim Menschen
im Freistaat Sachsen“
https://www.gesunde.sachsen.de/download/lua/LUA_HM_VuB_bakt_Darminfektionen.pdf
Tuberkulose (ansteckungsfähige Lungentuberkulose)
Außer den Empfehlungen des RKI zu beachten:
-
„Empfehlungen für Maßnahmen des öffentlichen Gesundheitsdienstes bei Tuberkulose“ der AG Tu-
berkulose am Sächsischen Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz (SMS)
https://www.gesunde.sachsen.de/download/Download_Gesundheit/Empfehlungen%202017%20Endfassg_gesa
mt.pdf
Typhus (abdominalis) und Paratyphus
Außer den Empfehlungen des RKI zu beachten:
-
„Empfehlung zur Verhütung und Bekämpfung von Typhus abdominalis und Paratyphus A, B, C im
Freistaat Sachsen“
https://www.gesunde.sachsen.de/download/lua/VuB_Typhus_Paratyphus.pdf
Bearbeiter: Dr. med. Ingrid Ehrhard
(LUA Dresden)
Dr. med. Katrin Flohrs
(LUA Dresden)
Dr. med. Tilo Hackel
(LUA Dresden)
Dr. med. Axel Hofmann
(LUA Chemnitz)
Dr. med. Sophie-S. Merbecks (LUA Chemnitz)
AG Infektionsschutz des Landesverbandes Sachsen der Ärzte und Zahnärzte des ÖGD
(Lt. Dipl.-Med. Simone Bertuleit)