Der Waldzustand in den Bundesländern 2007

2
Die folgenden Beiträge wurden dem Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und
Verbraucherschutz von den Ländern zur Verfügung gestellt. Auf die ausführlichen Länderbe-
richte kann über die in diesen Beiträgen genannten Links zugegriffen werden.
Sofern im Text oder in den Erläuterungen zu Tabellen und Grafiken nicht ausdrücklich etwas
anderes vermerkt ist, beziehen sich die dargestellten Ergebnisse auf die Erhebungen auf den
jeweiligen länderspezifischen Stichprobennetzen, die dichter sind als das bundesweite
16 x 16 km-Netz. Letzteres ist eine Unterstichprobe der Landesnetze.

3
ÜBERSICHT
DER WALDZUSTAND IN BADEN-WÜRTTEMBERG 2007 ...................................... 6
DER WALDZUSTAND IN BAYERN 2007.................................................................. 9
DER WALDZUSTAND IN BERLIN 2007 ................................................................. 14
DER WALDZUSTAND IN BRANDENBURG 2007 .................................................. 16
DER WALDZUSTAND IN BREMEN 2007 ............................................................... 20
DER WALDZUSTAND IN HESSEN 2007................................................................ 22
DER WALDZUSTAND IN MECKLENBURG-VORPOMMERN 2007....................... 24
DER WALDZUSTAND IN NIEDERSACHSEN 2007................................................ 27
DER WALDZUSTAND IN NORDRHEIN-WESTFALEN 2007.................................. 30
DER WALDZUSTAND IN RHEINLAND-PFALZ 2007............................................. 33
DER WALDZUSTAND IM SAARLAND 2007 .......................................................... 36
DER WALDZUSTAND IN SACHSEN 2007 ............................................................. 37
DER WALDZUSTAND IN SACHSEN – ANHALT 2007........................................... 38
DER WALDZUSTAND IN SCHLESWIG-HOLSTEIN 2007...................................... 41
DER WALDZUSTAND IN THÜRINGEN 2007 ......................................................... 44

4
VERZEICHNIS DER ABBILDUNGEN
ABBILDUNG 1:
BADEN-WÜRTTEMBERG: ENTWICKLUNG DER SCHADSTUFEN UND DES
MITTLEREN NADEL-/BLATTVERLUSTES
................................................................................................. 6
ABBILDUNG 2:
BADEN-WÜRTTEMBERG: ENTWICKLUNG DES MITTLEREN NADELVERLUSTES
DER NADELBÄUME SEIT 1985
.................................................................................................................. 7
ABBILDUNG 3:
BADEN-WÜRTTEMBERG: ENTWICKLUNG DES MITTLEREN BLATTVERLUSTES BEI
BUCHE UND EICHE SEIT 1985
.................................................................................................................. 8
ABBILDUNG 4: BAYERN: ENTWICKLUNG DER SCHADSTUFENANTEILE SEIT 1983 – ALLE BAUMARTEN
....................................................................................................................................................................... 9
ABBILDUNG 5: BAYERN: ENTWICKLUNG DER SCHADSTUFENANTEILE BEI DER FICHTE SEIT 1983
. 10
ABBILDUNG 6: BAYERN: ENTWICKLUNG DER SCHADSTUFENANTEILE BEI DER KIEFER SEIT 1983
. 11
ABBILDUNG 7: BAYERN: ENTWICKLUNG DER SCHADSTUFENANTEILE BEI DER TANNE SEIT 1983
... 11
ABBILDUNG 8: BAYERN: ENTWICKLUNG DER SCHADSTUFENANTEILE SEIT 1983 BEI DER BUCHE
.. 12
ABBILDUNG 9: BAYERN: ENTWICKLUNG DER SCHADSTUFENANTEILE BEI DER EICHE SEIT 1983
... 13
ABBILDUNG 10:
BERLIN: ENTWICKLUNG DER SCHADSTUFENANTEILE FÜR ALLE BAUMARTEN
. 14
ABBILDUNG 11:
BRANDENBURG: ENTWICKLUNG DER SCHADSTUFENANTEILE UND DER
MITTLEREN KRONENVERLICHTUNG
.................................................................................................... 16
ABBILDUNG 12: BRANDENBURG: ENTWICKLUNG DER SCHADSTUFENANTEILE BEI BUCHE (LINKS)
UND EICHE (RECHTS)
.............................................................................................................................. 17
ABBILDUNG 13: BRANDENBURG: ENTWICKLUNG DER FLÄCHENANTEILE DEUTLICHER SCHÄDEN
FÜR LAUB- UND NADELBAUMARTEN
................................................................................................... 18
ABBILDUNG 14:
BREMEN: ENTWICKLUNG DER SCHADSTUFENVERTEILUNG 1988 BIS 2007; * BIS
1997 ALTES VERFAHREN
......................................................................................................................... 20
ABBILDUNG 15:
BREMEN: SCHADSTUFEANTEILE 2007 NACH BAUMARTENGRUPPEN
.................... 21
ABBILDUNG 16:
HESSEN: MITTLERER NADEL-/BLATTVERLUST IN % - ALLE BAUMARTEN
............. 22
ABBILDUNG 17:
MECKLENBURG-VORPOMMERN – ENTWICKLUNG DER KRONENVERLICHTUNG
NACH SCHADSTUFEN (ALLE BAUMARTEN)
......................................................................................... 24
ABBILDUNG 18:
MECKLENBURG-VORPOMMERN – ENTWICKLUNG DER DEUTLICHEN SCHÄDEN
NACH BAUMARTEN
.................................................................................................................................. 25
ABBILDUNG 19:
NIEDERSACHSEN: ENTWICKLUNG DER MITTLEREN KRONENVERLICHTUNG,
ALLE BAUMARTEN
................................................................................................................................... 27
ABBILDUNG 20:
NIEDERSACHSEN: ENTWICKLUNG DER MITTLEREN KRONENVERLICHTUNG BEI
DEN HAUPTBAUMARTEN, ALTER ÜBER 60 JAHRE
............................................................................. 28
ABBILDUNG 21:
NORDRHEIN-WESTFALEN: ENTWICKLUNG DES KRONENZUSTANDES VON 1984
BIS 2007 IN PROZENT
............................................................................................................................... 30
ABBILDUNG 22:
RHEINLAND-PFALZ: ENTWICKLUNG DER SCHADSTUFENANTEILE (ALLE
BAUMARTEN)
............................................................................................................................................ 33

5
ABBILDUNG 23:
RHEINLAND-PFALZ: ENTWICKLUNG DER SCHADSTUFENVERTEILUNG BEI
FICHTE, KIEFER, BUCHE UND EICHE
.................................................................................................. 34
ABBILDUNG 24:
SACHSEN-ANHALT: ENTWICKLUNG DER MITTLEREN KRONENVERLICHTUNG,
ALLE BAUMARTEN
................................................................................................................................... 38
ABBILDUNG 25:
SACHSEN-ANHALT: ENTWICKLUNG DER MITTLEREN KRONENVERLICHTUNG BEI
DEN HAUPTBAUMARTEN, ALTER ÜBER 60 JAHRE
............................................................................. 39
ABBILDUNG 26: SCHLESWIG-HOLSTEIN: ENTWICKLUNG DER SCHADSTUFENANTEILE, ALLE
BAUMARTEN
.............................................................................................................................................. 41
ABBILDUNG 27:
THÜRINGEN: MITTLERE KRONENVERLICHTUNG IN PROZENT VON 1991 BIS 2007
ÜBER ALLE BAUMARTEN
........................................................................................................................ 44

6
Der Waldzustand in Baden-Württemberg 2007
Der Waldzustand in Baden-Württemberg hat sich gegenüber dem Vorjahr verbessert. Erst-
mals seit vier Jahren ist wieder ein Rückgang des mittleren Nadel-/Blattverlustes zu verzeich-
nen. Der mittlere Nadel-/Blattverlust aller Bäume fiel um 0,9 Prozentpunkte auf nunmehr
25,8 Prozent. Und auch der Anteil der deutlich geschädigten Waldfläche hat sich in Baden-
Württemberg gegenüber dem Vorjahr sichtlich reduziert. Er sank um knapp 5 Prozentpunkte
auf 40,2 Prozent. Die Schadfläche bleibt aber weiterhin auf einem sehr hohen Niveau, das in
der bisherigen Aufnahmeperiode seit 1983 nur in den letzten vier Aufnahmejahren erreicht
wurde.
40
38
22
0%
20%
40%
60%
80%
100%
1 983
1 984
1 985
1 986
1 987
1 988
1 988
1 990
1 991
1 992
1 993
1 994
1 995
1 996
1 997
1 998
1 999
2 000
2 001
2 002
2 003
2 004
2 005
2 006
2 007
A nte il de r S c ha ds tufe n in %
0%
20%
40%
60%
80%
100%
Schadstufe 2-4
Schadstufe 1
Schadstufe 0
mittlerer Nadel-/Blattverlust
= EU-Netz
Abbildung 1: Baden-Württemberg: Entwicklung der Schadstufen und des mittleren Nadel-
/Blattverlustes
Der Waldzustandsbericht in Baden-Württemberg basiert auf aktuellen Messergebnissen der
Waldklimastationen, der Terrestrischen Waldschadensinventur, dem forstlichen Waldschutz-
monitoring, dem Depositionsmessnetz und den Stoffflussmessstationen des forstlichen Um-
weltmonitorings (Level II-Flächen).
Die 25. Terrestrische Waldschadensinventur in Baden-Württemberg erfolgte wie im Vorjahr
auf dem 8x8 km-Netz. Von den insgesamt 303 Stichprobenpunkten konnten dieses Jahr
272 Punkte mit insgesamt 6.454 Bäumen in die Aufnahme einbezogen werden. In Baden-
Württemberg finden an einem Stichprobenpunkt unterschiedliche Untersuchungen des Wald-
monitorings statt. Neben der Terrestrischen Waldschadensinventur (TWI) werden am identi-
schen Messpunkt auch die Bodenzustandserhebung (BZE), die Immissionsökologische Wald-
zustandserhebung (IWE) sowie waldwachstumskundliche Untersuchungen durchgeführt.

7
Durch die Bündelung der unterschiedlichen Untersuchungen auf den gleichen Stichproben-
punkten wird eine Verknüpfung der verschiedenen Aufnahmeparameter für integrierende
Auswertungen ermöglicht und die Vorraussetzung für eine Regionalisierung der Daten des
Waldmonitorings geschaffen.
Die Stichprobendichte des 8x8 km-Netzes erlaubt eine Auswertung des Vitalitätszustandes
einzelner Baumarten und Regionen in Baden-Württemberg. Für die Hauptbaumarten Fichte,
Tanne, Kiefer, Buche und Eiche können Aussagen über den Kronenzustand getroffen werden.
Der Kronenzustand der
Fichten
hat sich gegenüber dem Vorjahr kaum verändert. Der mittlere
Nadelverlust aller Fichten bleibt mit 25,3 % nahezu konstant auf einem verglichen mit der
gesamten Aufnahmeperiode sehr hohem Niveau. Es ist jedoch zu beobachten, dass insbeson-
dere ältere Fichten höherer Nadelverluststufen einen leicht verringerten Nadelverlust gegen-
über dem Vorjahr aufzeigen. Dieser macht sich jedoch auf Grund einer Destabilisierung jün-
gerer Fichtenbestände nicht im durchschnittlichen Nadelverlust bemerkbar.
Der Zustand der
Tanne
bleibt weiterhin stabil. Der mittlere Nadelverlust der Tannen beträgt
22,7 % und ist damit ein Prozent geringer als noch im Vorjahr. Innerhalb der letzten zehn
Jahre hat sich der Kronenzustand der Tannen insgesamt nur wenig verändert. Selbst in Folge
der extrem heißen und trockenen Witterung im Jahr 2003 wurden keine anhaltenden Schädi-
gungen bei der Tanne festgestellt. Sie erscheint als eine der wenigen Baumarten offensichtlich
auf Grund ihres tief reichenden Wurzelwerkes deutlich Widerstandsfähiger gegenüber extre-
men Trockenperioden zu sein.
0
10
20
30
40
50
1985
1986
1987
1988
1989
1991
1994
1997
2001
2005
2006
2007
Fichte
Tanne
Kiefer
Mittlerer Nadel-/Blattverlust in %
Fichte, Tanne, Kiefer
Abbildung 2: Baden-Württemberg: Entwicklung des mittleren Nadelverlustes der Nadel-
bäume seit 1985
Die Verringerung des mittleren Nadelverlusts bei der
Kiefer
setzt sich auch im Jahr 2007 fort.
Das mittlere Verlustprozent reduziert sich um 3,3 Prozentpunkte auf insgesamt 25,9 %. Nach

8
einer deutlichen Zunahme des Nadelverlusts in Folge des extremen Witterungsverlauf des
Jahres 2003 ist damit in etwa wieder das gleiche Schadniveau wie im Jahr 2001 erreicht.
Deutlich erholt hat sich der Kronenzustand der
Buchen
. Nachdem sich der mittlere Blattver-
lust in den letzten Jahren drastisch erhöht hat, ist nun erstmals wieder eine deutliche Verringe-
rung des Schädigungsgrades bei der Buche erkennbar. Der mittlere Blattverlust nimmt um
5,5 Prozentpunkte auf 27,5 % ab. Damit liegt das Schadniveau aber immer noch über dem
Durchschnitt der gesamten Aufnahmeperiode. Zur Entspannung der Gesamtsituation sorgt vor
allem die deutlich erkennbare Verbesserung des Kronenzustandes bei stärker geschädigten
Buchen. Offensichtlich wirkte sich der günstige Witterungsverlauf mit relativ viel Nieder-
schlag und warmen Temperaturen günstig auf den Kronenzustand der Buchen aus.
Der Kronenzustand der
Eichen
bleibt nach wie vor auf einem sehr hohen Niveau. Der mittlere
Blattverlust aller Eichen liegt bei 33,4 % und damit 1,1 Prozentpunkte höher als im Vorjahr.
Bei 40 % der Eichen wurden Schäden durch blattfressende Raupen festgestellt, die allerdings
zum überwiegenden Teil von geringer Intensität waren.
0
10
20
30
40
50
1985
1986
1987
1988
1989
1991
1994
1997
2001
2005
2006
2007
Buche
Eiche
Mittlerer Nadel-/Blattverlust in %
Buche, Eiche
Abbildung 3: Baden-Württemberg: Entwicklung des mittleren Blattverlustes bei Buche und
Eiche seit 1985
Der ausführliche Waldzustandsbericht 2007 von Baden-Württemberg kann im Internet unter
www.fva-bw.de
abgerufen werden.

9
Der Waldzustand in Bayern 2007
Die seit dem Jahr 2005 beobachtete Verbesserung des Kronenzustandes nach dem Trocken-
sommer 2003 setzte sich 2007 weiter fort. Allerdings sind die Blatt-/Nadelverluste noch im-
mer höher als vor dem Jahrhundertsommer 2003. Der mittlere Blatt-/Nadelverlust hat sich um
einen Prozentpunkt verbessert. Die Verbesserung ist signifikant. Der durchschnittliche Kro-
nenzustand von Fichten, Kiefern und Eichen entspricht in etwa dem Vorjahresniveau, dage-
gen wurde bei der Buche eine deutliche Verbesserung festgestellt. Das zeigt sich sowohl im
Rückgang des durchschnittlichen Blattverlustes als auch im Anteil der Bäume mit deutlichen
Schäden. Die Hauptbaumarten zeigen in diesem Jahr deutlich weniger Fruchtbehang als im
Vorjahr.
Stichprobe
In diesem Jahr erfolgte die Aufnahme wieder im 8 * 8 km Aufnahmeraster. Bei den Außen-
aufnahmen wurden an 370 Inventurpunkten insgesamt 8.880 Bäume untersucht. Durch die
Wiederholungsaufnahme ist ein Vergleich mit den Vorjahreswerten möglich.
Gesamtergebnis für alle Baumarten
Die durchschnittliche Kronenverlichtung aller Bäume, angegeben als der mittlere Blatt-
/Nadelverlust liegt bei 21,7 %. Deutlichen Schäden wurden bei 29 % der Bäume beobachtet.
alle Baumarten
0
10
20
30
40
50
60
70
80
90
100
Flächenanteil (%)
0 (ohne Schäden)
53 43 39 36 38 43 41 0 27 23 36 31 38 47 42 40 39 30 34 29 29 22 27 25 26
1 (Warnstufe)
35
31
33
38
41
39
41
43
45
42
39
39
37
39
41
42
48
41
50
50
42
41
41
45
2 (26 - 60 % Nadelverlust)
11
24
25
24
20
17
17
28
31
20
28
21
14
18
18
18
20
23
19
19
33
29
32
27
3 + 4 (> 61% Nadelverlust)
1 2 3 2 111 2 1 2 22 2 1 1 12222 3 3 2 2
1983 1984 1985 1986 1987 1988 1989 1990 1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007
Änderung des Stichprobennetzes
Abbildung 4: Bayern: Entwicklung der Schadstufenanteile seit 1983 – alle Baumarten

10
Fichte
Das mittlere Nadelverlustprozent liegt bei 21 % und damit auf dem Niveau von 2006. 30 %
der Bäume zeigen deutliche Kronenverlichtungen (Schadstufe 2-4). Im Vergleich zu den an-
deren Baumarten weist die Fichte den geringsten Verlust an Blattmasse auf.
Fichte
0
10
20
30
40
50
60
70
80
90
100
Flächenanteil (%)
0 (ohne Schäden)
52 42 38 35 43 45 45 0 33 26 36 38 43 55 45 42 45 35 38 32 32 26 34 32 31
1 (Warnstufe)
37
30
28
35
36
38
38
39
43
42
37
36
31
36
35
35
41
37
43
45
38
37
38
39
2 (26 - 60 % Nadelverlust)
10
26
31
28
20
16
16
26
30
20
24
19
13
17
22
19
22
24
22
20
33
26
28
28
3 + 4 (> 61% Nadelverlust)
1 2 3 2 1 1 1 2 1 2 1 2 1 1 2 1 2 2 2 3 3 3 2 2
1983 1984 1985 1986 1987 1988 1989 1990 1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007
Änderung des Stichprobennetzes
Abbildung 5: Bayern: Entwicklung der Schadstufenanteile bei der Fichte seit 1983
Kiefer
Bei der Kiefer liegt der durchschnittliche Nadelverlust mit 23 % leicht unter dem Niveau des
Vorjahres. Der Anteil deutlicher Kronenverlichtungen liegt nun bei 26 %.

11
Kiefer
0
10
20
30
40
50
60
70
80
90
100
Flächenanteil (%)
0 (ohne Schäden)
38
36
35
36
37
40
38
0
20
23
41
21
35
45
39
35
30
13
22
15
12
9
12
13
13
1 (Warnstufe)
49
34
45
47
48
46
49
54
58
47
52
49
45
48
55
56
70
53
69
68
59
54
52
61
2 (26 - 60 % Nadelverlust)
12
28
18
16
14
12
12
25
18
11
25
15
9
11
9
13
16
24
14
19
30
32
34
26
3 + 4 (> 61% Nadelverlust)
1 2 2 1 1 2 1 2 1 1 2 1 1 2 1 1 1 11 22 21 0
1983 1984 1985 1986 1987 1988 1989 1990 1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007
Änderung des Stichprobennetzes
Abbildung 6: Bayern: Entwicklung der Schadstufenanteile bei der Kiefer seit 1983
Tanne
Die in den letzten Jahren beobachtete Erholung hat sich weiter stabilisiert. Der durchschnittli-
che Nadelverlust liegt in diesem Jahr bei 24 %.
Tanne
0
10
20
30
40
50
60
70
80
90
100
Flächenanteil (%)
0 (ohne Schäden)
19
14
6
8
0
17
0
0
13
7
14
15
18
20
27
29
34
32
24
21
21
24
30
29
30
1 (Warnstufe)
29
22
12
19
25
24
27
36
29
30
36
31
26
25
25
25
30
31
29
28
29
33
2 (26 - 60 % Nadelverlust)
34
43
50
55
44
51
58
41
47
42
37
36
38
31
33
43
41
42
40
38
37
33
3 + 4 (> 61% Nadelverlust)
18 21 32 18 15 12 8 9 9 10 7 6 7 9 10 9 9 7 6 4 5 4
1983 1984 1985 1986 1987 1988 1989 1990 1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007
Änderung des Stichprobennetzes
Abbildung 7: Bayern: Entwicklung der Schadstufenanteile bei der Tanne seit 1983

12
Buche
Der mittlere Blattverlust ist um fünf Prozentpunkte gesunken und liegt nun bei 22 %. Der
Anteil deutlicher Kronenverlichtungen (Schadstufen 2-4) hat um 19 Prozentpunkte abge-
nommen. Er liegt bei jetzt 28 %.
Buche
0
10
20
30
40
50
60
70
80
90
100
Flächenanteil (%)
0 (ohne Schäden)
53 38 33 23 20 29 26 0 16 10 21 20 22 31 27 33 25 31 27 29 30 13 18 20 25
1 (Warnstufe)
40
40
37
42
52
46
48
44
36
51
42
40
47
45
47
50
41
43
50
46
41
44
33
47
2 (26 - 60 % Blattverlust)
7 21 28 32 27 23 25 38 52 26 36 36 20 26 18 23 25 29 19 23 42 34 45 27
3 + 4 (> 61% Blattverlust)
0 1 2 3 1 2 1 2 2 2 2 2 2 2 2 2 3 1 2 3 5 4 2 1
1983 1984 1985 1986 1987 1988 1989 1990 1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007
Änderung des Stichprobennetzes
Abbildung 8: Bayern: Entwicklung der Schadstufenanteile seit 1983 bei der Buche
Eiche
Der Blattverlust der Eiche liegt auf gleichem Niveau wie im Vorjahr. Der Anteil deutlicher
Schäden (Schadstufen 2 bis 4) ist gegenüber dem Vorjahr um drei Prozentpunkte auf nunmehr
40 % angestiegen.

13
Eiche
0
10
20
30
40
50
60
70
80
90
100
Flächenanteil (%)
0 (ohne Schäden)
76
49
35
25
20
24
21
10
11
10
9
14
18
16
25
27
22
34
27
27
20
10
20
18
1 (Warnstufe)
21
41
37
36
43
38
41
32
31
31
20
35
36
36
46
46
52
42
55
55
30
28
43
42
2 (26 - 60 % Blattverlust)
3 10 27 37 36 37 36 54 52 52 64 47 43 44 27 26 25 23 16 17 47 59 36 38
3 + 4 (> 61% Blattverlust)
001 2 1 1 2 56 774 34 2 2 1 21 133 1 2
1983 1984 1985 1986 1987 1988 1989 1990 1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007
Änderung des Stichprobennetzes
Abbildung 9: Bayern: Entwicklung der Schadstufenanteile bei der Eiche seit 1983
Ergebnisse für den Alpenraum
Im Alpenraum liegen insgesamt 40 Inventurflächen. Damit können auch in diesem Jahr wie-
der Aussagen für den Alpenraum getroffen werden.
Im Alpenraum weisen die Bäume durchschnittlich 27 % Blatt-/Nadelverlust auf. Damit liegen
die Werte um 5 – 7 Prozentpunkte über dem Landesdurchschnitt. Die durchschnittliche Kro-
nenverlichtung liegt bei der Fichte 28 % und bei der Tanne bei 31 %. Bei der Buche beträgt
der Blattverlust 28 %.
Der komplette Waldzustandsbericht 2007 ist verfügbar unter
www.forst.bayern.de

14
Der Waldzustand in Berlin 2007
In Berlin wird die Waldzustandserhebung in einem Raster von 2 x 2 km auf ca. 16.000 ha
Waldfläche durchgeführt.
Im Jahr 2007 sind von dieser Waldfläche
-
10 % (+2 Prozentpunkte) ohne sichtbare Schadsymptome (Schadstufe 0),
-
58 % (+/- 0 Prozentpunkte) in der Schadstufe 1 mit geringen Nadel-/Blattverlusten
und
-
32 % (-2 Prozentpunkte) deutlich geschädigt (Schadstufen 2-4).
Auch vier Jahre nach dem extrem warmen und trockenen Sommer 2003 konnte sich der Wald
nur wenig von diesem klimatischen Stressereignis erholen. Die mittlere Kronenverlichtung
der Waldbäume war 2004 um 5 % auf den bisher höchsten Wert von 27 % angestiegen. Die
leichte Zustandsverbesserung seit dem Vorjahr (25 %) stagnierte 2007, ohne eine wirkliche
Erholung erkennen zu lassen.
23
35
31
32 32
37
28 28
29
21
11
19
22
11
10
8
10
48
51
44
47
50
50
52
60
53
55
60
57
53
49
49
58
58
14
25
21
18
13
20
12
18
24
29
24
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40
41
29
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0%
10%
20%
30%
40%
50%
60%
70%
80%
90%
100%
1991
1992
1993
1994
1995
1996
1997
1998
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2000
2001
2002
2003
2004
2005
2006
2007
Anteil der Schadstufen
Schadstufe 0
Schadstufe 1
Schadstufen 2-4
Abbildung 10:
Berlin: Entwicklung der Schadstufenanteile für alle Baumarten
Die deutlich geschädigte Waldfläche hat 2007 geringfügig auf 32 % abgenommen, auch der
Anteil voll belaubter Baumkronen ist nur in sehr geringem Ausmaß auf 10 % angestiegen. In
der Tendenz ist seit Mitte der 90er Jahre ein Anstieg der Waldschäden in Berlin erkennbar.
Die
Kiefer
hat ca. 60 % Anteil an der Waldfläche. Sie reagierte mit zwei Jahren Nachlauf auf
den Extremsommer 2003 und hatte 2005 mit 34 % den bisher höchsten Anteil deutlichen
Schäden. Im Jahr 2006 setzte eine Erholung ein (25 %), die sich 2007 fortsetzte. Die mittlere

15
Kronenverlichtung sank weiter um 2 Prozentpunkte auf 22 %, der Anteil deutlicher
Schäden um 5 Prozentpunkte auf 20 %.
Die
Eichen
(Trauben- und Stiel-Eiche) haben ca. 20 % Flächenanteil. Ihr Belaubungszustand
war 2004 mit einer mittleren Verlichtung von 43 % extrem schlecht.
Der in den Folgejahren
befürchtete Anstieg stark geschädigter und abgestorbener Eichen blieb bisher aus.
Die mitt-
lere Kronenverlichtung sank bis 2006 auf 34 %, verharrte aber 2007 mit 35 % auf dem hohen
Niveau.
Mit 69 % deutlichen Schäden und nur 3 % ohne sichtbare Schäden bleiben die Eichen weiter
die am stärksten geschädigten Baumart, wobei die Stiel-Eiche stärker als die Trauben-Eiche
betroffen ist.
Die stärkeren Schäden der Laubbaumarten (56 % Stufen 2-4) gegenüber den Nadelbäumen
(19 %) sowie das gegenüber dem Umland erhöhte Schadniveau der Berliner Wälder mit dem
wärmeren Stadtklima, höheren Schadstoffeinträgen und verkehrsbedingten Ozonbelastungen
weisen auf Anpassungsprobleme der Bäume bei den gegenwärtigen Veränderungen des Kli-
mas hin. Auch das Jahr 2007 wies mit einem extrem trockenen April nach einem sehr warmen
Winter sowie in der Folge überdurchschnittlichen Niederschlägen wieder erhebliche Witte-
rungsanomalien auf. Der sommerliche Trockenstress im Vorjahr war zwar nicht so extrem
wie 2003, lag aber wieder deutlich über dem Durchschnitt.
Die bisherigen Fortschritte zur Reduzierung der Fremdstoffbelastung und zum Klimaschutz
sind zur nachhaltigen Stabilisierung der Waldökosysteme in der Region nicht ausreichend.
Schwerpunkte für den Immissionsschutz aus Sicht der Forstwirtschaft müssen die Reduzie-
rung von Vorläufersubstanzen der Ozonbildung aus verkehrsbedingten Emissionen sein.
Der ausführliche Waldzustandsbericht der Länder Brandenburg und Berlin ist verfügbar
unter:
http://www.stadtentwicklung.berlin.de/forsten/waldzustandsbericht2007/

16
Der Waldzustand in Brandenburg 2007
In Brandenburg waren die deutlichen Schäden von 1999 bis 2006 um 11 %-Punkte auf 18 %
angestiegen. Der Anteil der Waldfläche ohne sichtbare Schäden nahm gleichzeitig von 57 %
auf 32 % ab.
Im Jahr 2007 wurde erstmals wieder eine deutliche Erholung des Waldzustandes festgestellt.
Der Anteil deutlicher Schäden sank gegenüber dem Vorjahr um 6 %-Punkte auf 12 %. Diese
Zustandsverbesserung beschränkte sich aber im Wesentlichen auf die Baumart Kiefer.
Auch bei günstigen Witterungsbedingungen in den Jahren 2004 und 2005 konnte sich der
Wald bis 2006 nicht von dem Trockenstress des extremen Sommers 2003 erholen. Erneute
Witterungsanomalien im Jahr 2006 mit lang anhaltenden überdurchschnittlichen Frösten von
Januar bis März und einem sehr trockenen und warmen Juni und Juli erreichten zwar nicht die
Intensität des Jahres 2003, führten aber zu erneuter Trockenstress-Belastung der Wälder der
Region. Dem seit Beginn der regelmäßigen Wetteraufzeichnungen wärmsten Winter
2006/2007 folgte ein ebenso überdurchschnittlich mildes Frühjahr. Nach dem wärmsten und
trockensten April folgte der Mai mit den meisten Niederschlägen seit Beginn der Wetterauf-
zeichnungen.
Schadstufenanteile, alle Baumarten
Mittlere Kronenverlichtung, alle Baumarten
29
30
44
42
47
48 48
52
57
53 53
49 49
45
41
32
33
45
39
40
39
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38
36
39 39
41
40
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45
50
55
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25
17
18
14
11
10 10
7 8 8
10
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13
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0%
10%
20%
30%
40%
50%
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90%
100%
1991
1992
1993
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1997
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1999
2000
2001
2002
2003
2004
2005
2006
2007
Anteil der Schadstufen
Schadstufe 0
Schadstufe 1
Schadstufen 2-4
23
21
17
17
16
15
14
14
13
14
13
15
15
16
17
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17
0
5
10
15
20
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30
1991
1992
1993
1994
1995
1996
1997
1998
1999
2000
2001
2002
2003
2004
2005
2006
2007
Mittlere Kronenverlichtung (%)
Abbildung 11: Brandenburg: Entwicklung der Schadstufenanteile und der mittleren
Kronenverlichtung
-
Kiefer:
Die deutlichen Schäden der in Brandenburg dominierenden Baumart sind um 6
Punkte auf 10 % zurückgegangen. Die mittlere Kronenverlichtung ging um 2 %-Punkte
auf aktuell 17 % zurück. Damit wurde 2007 der seit 1999 beobachtete Anstieg der Kro-
nenverlichtung erstmals wieder unterbrochen.
-
Buche:
Bei starker Fruktifikation war der Anteil deutlicher Kronenverlichtungen 2004 auf
37 % angestiegen. Insbesondere bei den Altbuchen wirken sich die Jahre mit Vollmast auf
die Belaubungen negativ aus. Die seit 1998 im zweijährigen Rhythmus auftretenden

17
Mastjahre mit biologisch begründeter geringerer Belaubung führen in dem jeweils nur
einen Jahr ohne Mast nicht zur vollen Regeneration der Belaubung. Bei einem Teil der
Buchen wurde 2006 und 2007 erstmals unmittelbar in Folge stärkere Fruktifikation be-
obachtet. Daraus ergibt sich seit 1999 ein tendenzieller Anstieg der deutlichen Schäden.
Die deutlichen Schäden betragen 2007 32 %. Die mittlere Kronenverlichtung liegt seit
vier Jahren relativ konstant bei 20 %.
-
Eiche:
Die deutlichen Schäden stiegen 2003 um 10 und 2004 erneut um 15 %-Punkte auf
46 % an. Eine Erholung des Kronenzustandes auch stark geschädigter Eichen hat zwar
eingesetzt, aber offenbar ist es zu Strukturschäden der Kronen gekommen, die nur länger-
fristig überwunden werden können. Seit 2005 regeneriert sich die Belaubung der Eichen
nur langsam. Im Jahr 2007 wurden wie 2006 noch 34 % deutliche Schäden erfasst. Die
mittlere Kronenverlichtung stieg auf 25 %. Für die Stieleichen hat sich auch 2007 das ge-
genüber den Traubeneichen höhere Schadniveau bestätigt. Die außergewöhnlich starke
Reaktion in der Belaubung der Eichen auf die extremen Witterungsverhältnisse des Jahres
2003 charakterisiert die Stresssituation der Bäume. Auch bei Betrachtung des Jahres 2004
als eine Ausnahmesituation, weist der schlechte Belaubungszustand der Eichen über den
gesamten Beobachtungszeitraum auf ihre Anfälligkeit für zusätzliche Belastungen durch
biotische Schaderreger und Witterungsstress hin.
37
47
54
55
47
62
59 59
61
44
51
47
54
36
39
34
31
39
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30
27
17
22 22
26
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33
32
29
27
33
33
37
18 18
15
26
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19 19
13
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24
0%
10%
20%
30%
40%
50%
60%
70%
80%
90%
100%
1991
1992
1993
1994
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1996
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2000
2001
2002
2003
2004
2005
2006
2007
Anteil der Schadstufen
Schadstufe 0
Schadstufe 1
Schadstufe 2-4
33
34
35
38
43
32
40
44
35
37
34
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27
30
25
23
39
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42
38
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34
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43
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20
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34 34
28
0%
10%
20%
30%
40%
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70%
80%
90%
100%
1991
1992
1993
1994
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1997
1998
1999
2000
2001
2002
2003
2004
2005
2006
2007
Anteil der Schadstufen
Schadstufe 0
Schadstufe 1
Schadstufen 2-4
Abbildung 12: Brandenburg: Entwicklung der Schadstufenanteile bei Buche (links) und Eiche
(rechts)
-
Für die Gruppe der
Laubbaumarten
ist mit 27 % deutlichen Schäden gegenüber dem
Vorjahr zwar eine Verbesserung des Kronenzustandes erkennbar, insgesamt weist die
Zeitreihe seit 1999 aber auf einen Anstieg der Schäden. Die
Nadelbaumarten
haben
2007 einen Flächenanteil von 10 % deutlichen Schäden. Damit wird die seit 2002 beo-
bachtete langsame Zunahme der Kronenschäden unterbrochen. Im Vergleich beider
Baumartengruppen wird die unterschiedliche Entwicklung des Kronenzustandes von Na-
del- und Laubbaumarten deutlich. Waren zu Beginn der systematischen Waldschadenser-
hebungen vor allem die Schäden der Kiefer in engem Zusammenhang mit der Belastung

18
durch Schwefeldioxid-Immissionen problematisch, so gibt heute die Entwicklung der
Laubbaumarten Anlass zur Sorge.
0
5
10
15
20
25
30
35
40
1991
1992
1993
1994
1995
1996
1997
1998
1999
2000
2001
2002
2003
2004
2005
2006
2007
Flächenanteil deutlicher Schäden [%]
Laubbäume
Nadelbäume
Abbildung 13: Brandenburg: Entwicklung der Flächenanteile deutlicher Schäden für Laub-
und Nadelbaumarten
Für den Zustand der Wälder spielt der historische und aktuelle Schadstoffeintrag in die Öko-
systeme eine wichtige Rolle. Vor allem die Stickstoffeinträge liegen weiter über den kriti-
schen Eintragsraten.
Die Bilanzierung des Stoffhaushaltes an 6 Kiefern-Dauerbeobachtungsflächen (Level II) er-
gab Stickstoffüberschüsse durch Stoffeinträge im Niederschlag von ca. 50 % der für das Be-
standeswachstum erforderlichen Menge. Gleichzeitig ergibt sich für die Nährelemente Kal-
zium und Magnesium eine negative Bilanz.
Die Wälder sind von Veränderungen des Klimas, besonders durch die Zunahme von extremen
Witterungsereignissen betroffen. Von 7 extrem trockenen Vegetationsperioden an der Station
Potsdam traten 5 ab 1976 auf. In den Jahren 2006 und 2007 setzte sich die Reihe der Witte-
rungsextreme fort.
Die Prognose der Klimaforschung zu weiter steigenden Lufttemperaturen lässt im ohnehin
trockenen Brandenburg einen weiteren Anstieg des Risikos von Witterungsstress für die Wäl-
der erwarten.
Die umweltpolitischen Beiträge des Landes zur Reduzierung der Schadstoffbelastung und
zum Klimaschutz werden durch forstwirtschaftliche Maßnahmen ergänzt.
Mit der Einführung der Waldbaurichtlinie 2004 (Grüner Ordner) werden Standards zur ökolo-
gischen Waldbewirtschaftung für den Landeswald verbindlich geregelt und stellen für den
Privatwald Empfehlungen dar. Der Waldumbau durch Naturverjüngung, Saat oder Pflanzung
bleibt weiterhin Kernaufgabe der Landesforstverwaltung. In den letzten 15 Jahren wurde aktiv
im Landeswald rund 12.000 ha Waldumbau mit ca. 30 Mio. € realisiert. Im Privatwald wur-
den ca. 23.000 ha Wald in Laub- Mischbestände mit 80 Mio. € Fördermittel umgebaut. Mit

19
Einbeziehung der Naturverjüngung beträgt diese Fläche im Landeswald 24.000 ha und im
Privat- und Körperschaftswald ca. 25.000 ha.
Der ausführliche Waldzustandsbericht ist verfügbar unter:
www.mluv.brandenburg.de/info/berichte

20
Der Waldzustand in Bremen 2007
Mit der diesjährigen Vitalitätserhebung für die Waldflächen im Bundesland Bremen liegt die
zwanzigste Untersuchung vor. Sie ergab folgende Schadstufenbesetzung:
Tabelle 1: Schadstufenanteile in Prozent der Waldfläche 2007
Schadstufe Prozentanteil
Schadstufe 0 (gesund)
76,9 %
Schadstufe 1 (geringe Blattverluste)
17,7 %
Schadstufe 2 (mittlere Blattverluste)
4,4 %
Schadstufe 3 (starke Blattverluste)
0,8 %
Schadstufe 4 (absterbende bzw. abgestorbene Bäume)
0,2 %
Damit liegt das diesjährige Ergebnis auf dem Niveau des Jahres 2001, dem Jahr mit den bis-
her geringsten Blattverlusten. Somit liegt das zweitgünstigste Ergebnis seit Einführung des
aktuellen Stichprobenverfahrens im Jahr 1997 vor.
0%
20%
40%
60%
80%
100%
1988
1989
1990
1991
1992
1993
1994
1995
1996
1997*
1997
1998
1999
2000
2001
2002
2003
2004
2005
2006
2007
Schadstufe 0
Schadstufe 1
Schadstufe 2-4
Abbildung 14:
Bremen: Entwicklung der Schadstufenverteilung 1988 bis 2007;
* bis 1997 altes Verfahren

21
Das Klima 2007 war für die Vitalität der Bäume günstig. Nach einen milden Winter war
das Frühjahr außergewöhnlich warm, Spätfröste traten nicht auf. Die überdurchschnittlichen
Niederschläge 2007 sorgten für eine gute Wasserversorgung. Die befürchtete
Insektenkalamität nach dem milden Winter ist aufgrund des nassen und kühlen Sommers
ausgeblieben. Die Fruktifikation liegt in diesem Jahr im normalen Bereich, so dass sich auch
hier keine negativen Auswirkungen einstellten.
Die folgende Graphik zeigt die Schadstufen in den Baumartengruppen:
0%
10%
20%
30%
40%
50%
60%
70%
80%
90%
100%
Fichte
Kiefer
sonst.
NB
Buche
Eiche
sonst.
LB
Gesamt
Schadstufe 2-4
Schadstufe 1
Schadstufe 0
Abbildung 15: Bremen: Schadstufeanteile 2007 nach Baumartengruppen
In den Schadstufen 1-4 sind die Kiefer und die Eiche überdurchschnittlich, Fichte und Buche
sind hingegen geringer vertreten. Die Straten „sonstige Nadelbäume“ und „sonstige Laub-
bäume“ weichen nur unwesentlich von Durchschnitt ab.

image
image
image
22
Der Waldzustand in Hessen 2007
Hauptergebnisse
Der Kronenzustand des hessischen Waldes hat sich 2007 im Vergleich zum Vorjahr durch
eine Zunahme der Kronenverlichtung von 24 % auf 26 % leicht verschlechtert.
Der mittlere Nadel-/Blattverlust der jüngeren Bäume hat sich von 12 % (2006) auf 14 %
(2007) ebenfalls leicht erhöht. Die älteren Bäume liegen mit 31 % mittlerer Kronenverlich-
tung einen Prozentpunkt über dem Niveau des Vorjahres.
Abbildung 16: Hessen: Mittlerer Nadel-/Blattverlust in % - alle Baumarten
Die ökosystemaren Rahmenbedingungen waren 2007 günstiger (verringerter Fraß an Eichen,
geringere Fruktifikation, günstige Witterung, relativ geringe Borkenkäfer-Befallslage) als im
Jahr zuvor. Dennoch hat sich der Kronenzustand leicht verschlechtert. Es deutet sich an, dass
die Nach- und Auswirkungen des Trockenjahres 2003 weiterhin anhalten.

23
Die Baumarten im Einzelnen
Bei der älteren
Buche
zeigt sich im Vergleich zum Vorjahr nur eine geringe Veränderung der
mittleren Kronenverlichtung. Trotz eines geringeren Anteils fruktifizierender älterer Buchen
im Jahr 2007 (51 %) - 2006 lag der Anteil der Frutifikation bei 78 % - wird mit 33 % mittlerer
Kronenverlichtung der Wert des Vorjahres um einen Prozentpunkt übertroffen.
Der Kronenzustand der älteren
Eiche
hat sich um 2 %-Punkte verschlechtert (Kronenverlich-
tung 2006: 31 %; 2007: 33 %). Der Blattverlust der jüngeren Eiche ist von 12 % (2006) auf
14 % erhöht. Trotz des Rückganges der Fraßschäden durch Eichenwickler und Frostspanner
haben sich die Eichenkronen nach nun mehrjährigem Fraß noch nicht regeneriert.
Bei der älteren
Fichte
hat sich die mittlere Kronenverlichtung von 29 % (2006) auf 34 % im
Jahr 2007 erhöht. Nach dem Trockenjahr 2003 zeigt sich ein nahezu stetiger Anstieg der Kro-
nenverlichtung der Fichte.
Die ältere
Kiefer
zeigt mit 25 % einen um 2 Prozentpunkte verbesserten Kronenstatus.
Absterberate
Die Absterberate (alle Bäume, alle Alter) liegt mit 0,3 % auf dem mittleren und insgesamt
geringen Niveau der Zeitreihe von 1984 – 2007.
Rhein-Main-Ebene
In der Rhein-Main-Ebene hat sich der Kronenzustand im Vergleich zum Vorjahr leicht ver-
bessert. Bei den jüngeren Bäumen hat sich der mittlere Nadel-/Blattverlust von 22 % (2006)
auf 19 % verringert, bei den älteren Bäumen von 34 % auf 31 %. Die ältere Eiche zeigt jedoch
eine um 2 Prozentpunkte erhöhte Transparenz als im Jahr zuvor. Der Waldzustand in Teilbe-
reichen der Rhein-Main-Ebene bleibt weiterhin sehr angespannt.
Seit 1984 liegt sowohl bei den jüngeren als auch bei den älteren Bäumen die Kronenverlich-
tung in der Rhein-Main-Ebene dauerhaft höher als im hessischen Landesdurchschnitt.
Im Zeitraum 2002 bis 2007 hat sich der Anteil von Kiefern mit Mistelbefall von 29 % auf
35 % stark erhöht. Die Kiefernmistel gilt als „Schwächeparasit“, die weitere Entwicklung ist
daher sorgfältig zu beobachten.
Die Waldzustandserhebung 2007 wurde in Hessen auf dem repräsentativen 8 km x 8 km-Dau-
erbeobachtungsnetz durchgeführt. In der Rhein-Main-Ebene wurden aufgrund der hier ange-
spannten Waldzustandssituation wie seit 1994 alle Bäume des 4 km x 4 km-Vollerhebungs-
netzes erfasst.
Der vollständige Waldzustandsbericht 2007 ist verfügbar unter
www.nw-fva.de

24
Der Waldzustand in Mecklenburg-Vorpommern 2007
Der Waldzustand in Mecklenburg-Vorpommern hat sich im Vergleich zum Vorjahr nur wenig
verändert. Der Anteil der deutlich geschädigten Bäume (Schadstufe 2 - 4) erhöhte sich um
0,2 Prozentpunkte auf 16,3 Prozent und bleibt somit auf dem Niveau der Vorjahre. Seit Be-
ginn der Erhebungen wurde nur in den Jahren 1992, 1993 und 2004 ein höheres Schadniveau
verzeichnet. Der Anteil schwach geschädigter Bäume (Schadstufe 1) ist im Vergleich zum
Vorjahr um 2,3 Prozentpunkte auf 49 % zurückgegangen, dagegen hat sich der Anteil unge-
schädigter Bäume (Schadstufe 0) erfreulicherweise um 2,1 Prozentpunkte auf nunmehr
34,8 % erhöht. Der mittlere Nadel-/Blattverlust aller Bäume liegt nahezu unverändert bei
18,0 %. Vergilbungserscheinungen an Nadeln und Blätter spielten dieses Jahr nur eine unter-
geordnete Rolle. Lediglich 1,2 % aller aufgenommenen Bäume wiesen stärkere Vergilbungen
der Blattorgane auf.
Entwicklung der Schadstufenanteile
43
30
11
10
6
10
9
11
16
16
10
14
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16
16
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41
39
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47
47
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45
44
46
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33
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0%
10%
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90%
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1992
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1994
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1997
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2000
2001
2002
2003
2004
2005
2006
2007
Schadstufen 2 - 4
Schadstufe 1
Schadstufe 0
Abbildung 17: Mecklenburg-Vorpommern – Entwicklung der Kronenverlichtung nach Schad-
stufen (alle Baumarten)
Bei den einzelnen Hauptbaumarten Mecklenburg-Vorpommerns zeigten sich gegenüber dem
Vorjahr folgende Veränderungen im Kronenzustand:
-
Der Kronenzustand der
Fichten
hat sich gegenüber dem Vorjahr massiv verschlechtert.
Der Anteil deutlich geschädigter Fichten hat sich mehr als verdoppelt und liegt derzeit
bei 27,2 %. Der mittlere Nadelverlust aller Fichten erhöht sich von 17,2 auf 21,0 %.

25
-
Bei der
Kiefer
reduziert sich der Anteil deutlich geschädigter Bäume um
1,2 Prozentpunkte auf 13,2 %. Der mittlere Nadelverlust sinkt ebenfalls geringfügig auf
17,2 %.
-
Entspannt hat sich die Situation bei den
sonstigen Nadelbäumen
. Ihr Anteil an deutlich
geschädigten Bäumen ist um 5,7 Prozentpunkte auf 11,0 % abgesunken. Der mittlere
Nadelverlust fiel entsprechend von 17,2 auf 14,4 %. Nachdem die Bäume im Jahr 2006
vor allem durch Früh- und Spätfrostereignisse geschädigt waren, konnten sie sich im
Laufe des Jahres 2007 zumindest zum Teil wieder regenerieren.
-
Der Anteil der deutlich geschädigten
Buchen
hat sich gegenüber dem Vorjahr um
5,4 Prozentpunkte auf nunmehr 22,9 % erhöht. Dies ist im Wesentlichen auf Verschie-
bungen an der Schadstufengrenze zwischen 1 und 2 zurückzuführen. Der mittlere Blatt-
verlust der Buchen stieg vergleichsweise gering von 19,2 auf 20,2 % an.
-
Der Kronenzustand der
Eichen
ist nach wie vor sehr angespannt. 36,2 % der Eichen
sind deutlich geschädigt, damit 8,3 Prozentpunkte mehr als im Jahr 2006. Seit 1993
wurde kein schlechteres Ergebnis im Kronenzustand der Eichen in Mecklenburg-Vor-
pommern beobachtet. Der mittlere Blattverlust stieg um 1,8 Prozentpunkte auf 23,2 %.
Stärkere Fraßschäden durch blattfressende Raupen wurden bei 11,3 % aller Eichen fest-
gestellt.
-
Der Kronenzustand der
sonstigen Laubbäume
hat sich gegenüber dem Vorjahr deutlich
verbessert. Der Anteil deutlich geschädigter Bäume sinkt um 5,2 Prozentpunkte auf
11,7 %. Der mittlere Blattverlust der sonstigen Laubbäume liegt nun bei 17,6 %,
1,4 Prozentpunkte weniger als noch im Jahr 2006.
Anteil deutlicher Schäden nach Baumarten
12
14
17
18
28
17
27
13
11
23
36
12
0
5
10
15
20
25
30
35
40
Fichte
Kiefer
s.Ndb.
Buche
Eiche
s.Lbb.
2006
2007
Abbildung 18: Mecklenburg-Vorpommern – Entwicklung der deutlichen Schäden nach
Baumarten

26
Bei der Aufnahme 2007 in Mecklenburg-Vorpommern konnten alle 80 Stichprobenflächen
des 8x8 km-Netzes aufgenommen werden. Damit liegen von insgesamt 1.920 Bäumen Kro-
nenzustandsdaten vor. Fünf Bäume waren als tote Baumindividuen noch stehend auf den
Stichprobenpunkten vorhanden und gingen mit in die Bewertung des Kronenzustandes ein.
Insgesamt 31 Bäume (1,6 %) der diesjährigen Stichprobe wurden ersetzt.
Der aktuelle Waldzustandsbericht 2007 von Mecklenburg-Vorpommern kann im Internet ab-
gerufen werden unter:
http://www.wald-mv.de

27
Der Waldzustand in Niedersachsen 2007
Im Jahr 2007 hat sich der Kronenzustand der Waldbäume in Niedersachsen im Vergleich zu
den Vorjahren nur leicht verändert (
Abbildung 19
). Die mittlere Kronenverlichtung liegt bei
16 %.
Entwicklung der mittleren Kronenverlichtung (%)
in Niedersachsen
16 %
9 %
23 %
0
5
10
15
20
25
30
1984
1985
1986
1987
1988
1989
1990
1991
1992
1993
1994
1995
1996
1997
1998
1999
2000
2001
2002
2003
2004
2005
2006
2007
mittlere Kronenverlichtung [%]
alle Altersstufen
bis 60 Jahre
über 60 Jahre
alle Altersstufen
über 60 Jahre
bis 60 Jahre
Abbildung 19: Niedersachsen: Entwicklung der mittleren Kronenverlichtung, alle Baumar-
ten
Die Ergebnisse der Waldzustandserhebung zeigen einen deutlichen Alterstrend: Die mittlere
Kronenverlichtung der über 60jährigen Waldbestände liegt mit 23 % mehr als doppelt so
hoch wie die der jüngeren Waldbestände (9 %).
Die Betrachtung der einzelnen Baumarten zeigt, dass sich der Kronenzustand der Baumarten
sehr unterschiedlich entwickelt hat (
Abbildung 20
):

28
Mittlere Kronenverlichtung (%) der Hauptbaumarten,
Alter über 60 Jahre
0
5
10
15
20
25
30
35
40
1984
1985
1986
1987
1988
1989
1990
1991
1992
1993
1994
1995
1996
1997
1998
1999
2000
2001
2002
2003
2004
2005
2006
2007
mittlere Kronenverlichtung [%]
Buche
Eiche
Fichte
Kiefer
Abbildung 20:
Niedersachsen: Entwicklung der mittleren Kronenverlichtung bei den
Hauptbaumarten, Alter über 60 Jahre
Die
Kiefer
ist die häufigste Baumart in Niedersachsen. Die ältere Kiefer hat im Beobach-
tungszeitraum den relativ geringen Kronenverlichtungsgrad beibehalten. Mit einer diesjähri-
gen mittleren Kronenverlichtung von 17 % setzt sich die ältere Kiefer weiterhin markant von
den Vergleichswerten für Fichte, Buche und Eiche ab.
Die mittlere Kronenverlichtung der
älteren Fichte
beträgt aktuell 27 %. Seit 1984 zeigt die
ältere Fichte anhaltend hohe Kronenverlichtungsgrade.
In der Kronenentwicklung der älteren
Buche
sind im Beobachtungszeitraum erhebliche
Schwankungen aufgetreten. Besonders hohe Kronenverlichtungsgrade wurden in den Jahren
1990 und 2000 festgestellt. Mit einer mittleren Kronenverlichtung von 28 % verbleibt die
Kronenverlichtung der Buche auf einem hohen Niveau.
Bei der älteren
Eiche
wurden 1996/1997 die höchsten Kronenverlichtungswerte festgestellt,
anschließend gingen die Werte zurück. Derzeit liegt die mittlere Kronenverlichtung bei 29 %.
Damit weist die ältere Eiche unter den Hauptbaumarten den höchsten Verlichtungswert auf.
Der diesjährige Witterungsverlauf hat für das Waldwachstum und für die Kronenentwicklung
der Waldbäume günstige Voraussetzungen geboten. Nach einem milden Winter lagen die
Temperaturen auch in der Vegetationszeit über dem langjährigen Mittel bei gleichzeitig er-
höhten Niederschlagsmengen.
Schäden durch Insekten und Pilze wurden bei der Waldzustandserhebung 2007 für die Kiefer,
Buche und Fichte nur in geringem Umfang festgestellt. Die Befallsstärke durch die Eichen-

29
fraßgesellschaft war etwas geringer als im Vorjahr, wirkte sich aber weiterhin auf den Ver-
lichtungsgrad aus.
Bei der Buche hat die erneute Fruchtbildung zum diesjährigen Verlichtungsgrad beigetragen.
Die Waldzustandserhebung 2007 in Niedersachsen wurde im 8 km x 8 km-Raster durchge-
führt, für Buche und Eiche wurden zusätzliche Plots im 4 km x 4 km-Raster einbezogen. Ins-
gesamt gehörten 303 Stichprobenplots zur diesjährigen Inventur.
Der Waldzustandsbericht 2007 für das Land Niedersachsen kann abgerufen werden unter:
www.nw-fva.de
und unter
www.ml.niedersachsen.de

30
Der Waldzustand in Nordrhein-Westfalen 2007
Die Waldzustandserfassung wird in Nordrhein-Westfalen jährlich seit 1984 durchgeführt.
2007 wurden in einem Stichprobenraster von 4 x 4 km an 524 Aufnahmepunkten landesweit
fast 9.500 Bäume untersucht. Damit lassen sich gute Aussagen über die Vitalität der Wald-
bäume in Nordrhein-Westfalen treffen.
Hauptergebnisse
Die Waldzustandserhebung steht ganz im Zeichen der Windwurfereignisse des Orkans Kyrill
zu Beginn des Jahres 2007. Insbesondere im südwestfälischen Bereich sind erhebliche Schä-
den am Wald entstanden. In die Waldzustandserhebung gehen die Windwürfe jedoch nur am
Rande ein. Die Aufnahmesystematik sieht vor, den Kronenzustand des
lebenden
Waldes zu
bewerten. Umgestürzte Bäume werden durch geeignete Nachbarbäume ersetzt. Das war in
vielen Fällen möglich. Fallen ganze Waldbestände aus, werden diese Flächen bis zur Wieder-
bewaldung aus der Untersuchung herausgenommen. Der verbleibende Gesamtwald bildet
dann das zu untersuchende Kollektiv.
Insgesamt geht es dem verbleibenden Wald in Nordrhein-Westfalen 2007 im Vergleich zum
Vorjahr etwas besser. Der Anteil der ungeschädigten Bäume hat sich um erfreuliche 4 %-
Punkte verbessert. Auch der Anteil der schwach geschädigten Bäume hat um den gleichen
Betrag abgenommen. Bei den deutlichen Schäden ist jedoch keine Besserung eingetreten. Mit
ca. 27 % rangieren sie auf dem Vorjahresniveau.
Alle Baumarten
10
9
10
16
10 10
13
11
16 16
14 14
21 21
24
30
27
24
24
25
27
27
31
26
30
29
28
29
29
31
34
33
36
37
39
33
42
36
38
43
49
42
45
48
44
65
60
55
62
61
58 58
50
51
50
49
40
46
34 34
35
33
27
29
30
25
29
29
59
0%
10%
20%
30%
40%
50%
60%
70%
80%
90%
100%
1984 1985 1986 1987
¹)
1988 1989 1990 1991 1992 1993 1994 1995 1996
²)
1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007
Jahr
Fläche in %
Schadstufe 0
Schadstufe 1
Schadstufen 2 bis 4
1) nur bedingt mit den übrigen Jahren vergleichbar
2) kein Landesergebnis
Abbildung 21: Nordrhein-Westfalen: Entwicklung des Kronenzustandes von 1984 bis 2007 in
Prozent

31
Situation bei den Hauptbaumarten
Obwohl der Witterungsverlauf 2007 mit weitestgehend guter Wasserversorgung in Frühjahr
und Sommer der
Eiche
hätte zusagen müssen, zeigt sie von allen Waldbäumen mit 11 %-
Punkten den größten Sprung bei der Zunahme der deutlichen Schäden. Parallel dazu nimmt
der Anteil der ungeschädigten Bäume um 3 %-Punkte leicht ab.
Durch Kyrill sind kaum Windwürfe bei der Eiche verzeichnet worden. Jedoch muss davon
ausgegangen werden, dass es durch starke sturmbedingte Baumbewegungen zu einer Beein-
trächtigung des Wurzelsystems gekommen ist. Es kann unterstellt werden, dass viele Fein-
wurzeln gerissen sind. Die Regeneration des Feinwurzelsystems und damit die behinderte
Stoffaufnahme im Wurzelbereich können so mit ein Grund sein, dass sich die Eiche in diesem
Jahr wieder verschlechtert hat.
Die
Buche
zeigt eine ähnliche Tendenz wie die Eiche, jedoch nicht so ausgeprägt. Bei ihr
haben die deutlichen Schäden um 8 %-Punkte auf 42 % zugenommen, die gesunden Bäume
haben aber nur um 2 %-Punkte abgenommen. Die schwachen Schäden verzeichnen eine Ab-
nahme von 4 %-Punkten auf 38 % zugunsten der deutlichen Schäden.
In diesem Jahr hat es einen sehr starken Käferbefall mit Buchenspringrüsslern gegeben. Als
Folge des Fraßes haben sich zudem viele Blattnekrosen eingestellt, die die Blattspitzen braun
gefärbt haben. Die Befallsstärke mit Buchenspringrüsslern war durchweg stark, jedoch mit
lokalen Unterschieden.
Lässt man die durch Kyrill geworfenen Bäume außer Acht, haben sich die verbleibenden
Fichten
im Vergleich zum Vorjahr verbessert. Die Werte aus 2006 hatten den bis dahin
schlechtesten Gesundheitszustand attestiert. Die Verbesserung beläuft sich diesjährig auf
jeweils 3 %-Punkte Zunahme der gesunden auf 31 % sowie Abnahme der deutlich geschä-
digten Bäume auf 23 %. Die schwachen Schäden liegen unverändert bei 46 %.
Im letzten Jahr hatten die Fichten kräftig fruktifiziert. In diesem Jahr ist kaum Blüten- und
Zapfenbildung zu beobachten gewesen, so dass dieses zu einer Erholung der Bäume beigetra-
gen hat.
Bemerkenswert ist, dass an den verbleibenden Bäumen nahezu kein Borkenkäferbefall ver-
zeichnet worden ist. Zunächst einmal hat das kühl-feuchte Wetter den Borkenkäfern wenig
zugesagt. Ihre Entwicklung ist stark beeinträchtigt worden. Das geworfene Sturmholz war ein
sehr verlockendes Brutraumangebot für die Käfer gewesen, welches sie auch schnell besiedelt
haben. Die stehenden Bäume sind weitestgehend verschont geblieben. Durch die schnelle
Aufarbeitung des Sturmholzes sind zudem viele Käfer schon auf dem Weg in die Holzverar-
beitung mit entsorgt worden. Hinzu kamen Entrindungen und weitere Schutzmaßnahen.

32
Etliche Fichten sind vom Sturm nur umgekippt worden. Der hochgeklappte Wurzelteller ist
dabei mit Erde umgeben geblieben und hatte teilweise noch Kontakt mit dem Waldboden. In
Verbindung mit einer guten Wasserversorgung durch Regen sind diese Fichten, obwohl ge-
worfen, noch erstaunlich vital geblieben. Sie konnten durch vermehrte Harzbildung manchen
Käferangriff abwehren.
Für eine mögliche Borkenkäferkalamität sind jedoch überwiegend die Jahre nach dem
Sturmwurf von Bedeutung. Hier wird die Entwicklung zeigen, wie zukünftig die Waldbe-
stände betroffen sein werden.
Die
Kiefer
hat sich von allen Baumarten am besten erholt. Der Anteil der ungeschädigten
Bäume hat einen 14 %-Punkte Sprung auf 35 % gemacht. Auch die deutlichen Schäden sind
um 5 %-Punkte auf 13 % zurückgegangen. Damit stellt sich die Kiefer als die am wenigsten
geschädigte Baumart in Nordrhein-Westfalen dar.
Die starken Kronenschädigungen durch die Schneebrüche im Winter 2005/2006 werden durch
junge Triebe bereits wieder regeneriert.
Der ausführliche Waldzustandsbericht des Landes Nordrhein-Westfalen ist nachzulesen unter:
http://www.wald-und-holz.nrw.de/65Wald_und_Umwelt/Waldzustandserhebung/Bericht_2007/index.php

33
Der Waldzustand in Rheinland-Pfalz 2007
Der Kronenzustand der Waldbäume in Rheinland-Pfalz hat sich im Jahr 2007 gegenüber dem
Vorjahr merklich verbessert. Der Anteil der deutlichen Schäden ist um 8 Prozentpunkte auf
28 % zurückgegangen. Der Anteil an Probebäumen ohne sichtbare Schadmerkmale stieg ent-
sprechend um 6 Prozentpunkte auf 31 % und der Anteil der schwach geschädigten Probe-
bäume um 2 Prozentpunkte auf 41 % an.
Entwicklung der Waldschäden in Rheinland-Pfalz
8
9
8
8
11
10
9
12
15
16
21
19
22
24
25
25
18
21
24
33
34
31
36
28
33
37
38
39
43
44
44
41
45
46
40
42
42
38
42
45
48
38
38
41
39
45
39
41
59
54
54
53
46
46
47
47
40
38
39
39
36
38
33
30
34
41
38
26
27
24
25
31
0%
10%
20%
30%
40%
50%
60%
70%
80%
90%
100%
84
85
86
87
88
89
90
91
92
93
94
95
96
97
98
99
00
01
02
03
04
05
06
07
Jahr der Erhebung
Anteile der Schadstufen
deutlich geschädigt
schwach geschädigt
ohne sichtbare Schadmerkmale
Abbildung 22: Rheinland-Pfalz: Entwicklung der Schadstufenanteile (alle Baumarten)
Die Abnahme der Kronenverlichtung war 2007 bei fast allen Baumarten zu beobachten:
- Bei der
Buche
war die Verbesserung besonders markant, der Anteil deutlicher
Kronenschäden ist um 17 Prozentpunkte auf 36 % zurückgegangen.
- Auch die
Eiche
hat sich in ihrem Kronenzustand verbessert, der Anteil deutlich
geschädigter Probebäume ist um 8 Prozentpunkte auf 50 % gesunken.
- Bei
Fichte
ist die Verbesserung des Kronenzustandes weniger ausgeprägt, der Anteil deut-
lich geschädigter Probebäume ist um 2 Prozentpunkte auf 21 % gesunken.
- Die
Kiefer
hat sich in ihrem Kronenzustand leicht verbessert, der Anteil deutlich
geschädigter Probebäume ist um 3 Prozentpunkte auf 15 % zurückgegangen.

34
-
Bei fast allen
anderen Baumarten
ist in 2007 die Kronenverlichtung geringer als im
Vorjahr. Insgesamt ist der Anteil deutlich geschädigter Probebäume ist 10 Prozentpunkte
geringer und liegt jetzt bei 24 %. Lediglich bei Hainbuche und Birke ist das Niveau der
Kronenverlichtung nahezu unverändert.
Entwicklung der Schadstufenverteilung der Haupbaumarten in Rheinland-Pfalz
0%
10%
20%
30%
40%
50%
60%
70%
80%
90%
100%
84 87 90 93 96 99 02 05
86 89 92 95 98 01 04 07 85 88 91 94 97 00 03 06 84 87 90 93 96 99 02 05
Fichte
Kiefer
Buche
Eiche
Anteile in der Schadstufe
deutlich geschädigt
schwach geschädigt
ohne sichtbare Schadmerkmale
Abbildung 23:
Rheinland-Pfalz: Entwicklung der Schadstufenverteilung bei Fichte,
Kiefer, Buche und Eiche
Das Wetter des Jahres 2007 war nach dem ungewöhnlich heißen und trockenen April durch-
schnittlich warm mit reichlich Niederschlägen. Insgesamt kann der Witterungsverlauf als
günstig für den Wald angesehen werden. Auch andere natürliche Belastungen sind im Ver-
gleich zu dem Vorjahr weniger in Erscheinung getreten. Vor dem Hintergrund teils erhebli-
cher Erfolge in der Luftreinhaltung war so eine Erholung des rheinland-pfälzischen Waldes
möglich.
Negativ sind die Sturmereignisse zu bewerten, der Orkan „Kyrill“ hat insbesondere im Nor-
den von Rheinland-Pfalz zu flächigen Sturmwurfschäden geführt, insgesamt fielen etwa
1,5 Millionen Festmeter Schadholz an. Die befürchteten Folgeschäden durch Borkenkäfer
blieben durch die rasche Aufarbeitung des Sturmholzes und das wechselhafte, regenreiche
Wetter in Grenzen.
Zur Verbesserung der Waldvitalität ist eine konsequente Fortführung und Weiterentwicklung
der Luftreinhaltung, insbesondere im Hinblick auf den Ausstoß von Stickstoffverbindungen
und eine Reduktion der Emission klimarelevanter Gase erforderlich. Stabilisierend wirken

35
eine konsequente Waldpflege im Rahmen des naturnahen Waldbaus und Bodenschutzkal-
kungen. Die Nutzung von Holz aus heimischen Wäldern steht nicht im Widerspruch zum im-
mer noch schlechten Vitalitätszustand der Waldbäume, sondern trägt zur Erhaltung und
Pflege unseres Waldes bei. Ebenso helfen diese Maßnahmen den Herausforderungen des
Klimawandels entgegenzutreten. Über weitere waldbauliche Maßnahmen, wie den Aufbau
von reich strukturierten Mischbeständen aus heimischen Baumarten mit breiter genetischer
Basis gilt es, den Wald an die künftigen klimatischen Bedingungen anzupassen. Zudem sind
verstärkte Anstrengungen zum Schutz des Waldes vor Schädlingen und Pathogenen erforder-
lich.
Die Waldschadenserhebung ist Teil eines umfassenden forstlichen Umweltmonitorings, das
auch einen wichtigen Beitrag zur Überwachung der Folgen des Klimawandels im Wald und
zur Überprüfung der Wirksamkeit der Anpassungsmaßnahmen leistet. Ausführliche Informa-
tionen zum Verfahren, Analyse der Daten und eine Darstellung des Ursache-Wirkungsge-
schehens für Rheinland-Pfalz sind im Internet unter
www.fawf.wald-rlp.de
im Abschnitt
„Forstliches Umweltmonitoring und begleitende Forschung“ zu finden.

36
Der Waldzustand im Saarland 2007
Für das Saarland liegt keine Kurzdarstellung vor. Der ausführliche Waldzustandsbericht ist
verfügbar unter
http://www.saarforst.de/images/stories/Waldzustandserhebung2007.pdf

37
Der Waldzustand in Sachsen 2007
Für Sachsen liegt keine Kurzdarstellung vor. Der ausführliche Waldzustandsbericht ist ver-
fügbar unter
http://www.smul.sachsen.de/de/wu/download/Waldzustandbericht_2007.pdf

38
Der Waldzustand in Sachsen – Anhalt 2007
Im Jahr 2007 liegt die mittlere Kronenverlichtung für den Gesamtwald (alle Baumarten, alle
Alter) in Sachsen – Anhalt bei 14 %. Entscheidend auf die diesjährigen Ergebnisse hat sich
der merkliche Rückgang der Kronenverlichtungen in der jüngeren Altersstufe ausgewirkt. Für
die bis 60jährigen Bestände wurde im Jahr 2007 mit 8 % mittlerer Kronenverlichtung der
bislang günstigste Kronenverlichtungsgrad in der Zeitreihe ermittelt (
Abbildung 24
).
Entwicklung der mittleren Kronenverlichtung (%)
in Sachsen - Anhalt
14 %
8 %
20 %
0
5
10
15
20
25
30
35
40
45
1991
1992
1993
1994
1995
1996
1997
1998
1999
2000
2001
2002
2003
2004
2005
2006
2007
alle Altersstufen
mittlere Kroneverlichtung [%]
über 60 Jahre
bis 60 Jahre
Abbildung 24: Sachsen-Anhalt: Entwicklung der mittleren Kronenverlichtung, alle Baumarten
Die Ergebnisse der Waldzustandserhebung zeigen einen deutlichen Alterstrend: Die mittlere
Kronenverlichtung der über 60jährigen Waldbestände liegt mit 20 % mehr als doppelt so hoch
wie die der jüngeren Waldbestände (8 %).
Die Betrachtung der einzelnen Baumarten zeigt, dass sich der Kronenzustand der Baumarten
sehr unterschiedlich entwickelt hat (
Abbildung 25
):

39
Mittlere Kronenverlichtung (%) der Hauptbaumarten,
Alter über 60 Jahre
0
5
10
15
20
25
30
35
40
45
1991
1992
1993
1994
1995
1996
1997
1998
1999
2000
2001
2002
2003
2004
2005
2006
2007
mittlere Kronenverlichtung [%]
Buche
Eiche
Fichte
Kiefer
Abbildung 25: Sachsen-Anhalt: Entwicklung der mittleren Kronenverlichtung bei den Haupt-
baumarten, Alter über 60 Jahre
Die
Kiefer
ist die häufigste Baumart in Sachsen - Anhalt und bestimmt daher ganz maßgeb-
lich die Ergebnisse der Waldzustandserhebung. Ausgehend von einem höheren Niveau in den
ersten Erhebungsjahren, hat sich die Situation der Kiefer im Beobachtungszeitraum merklich
verbessert. Die diesjährige mittlere Kronenverlichtung der älteren Kiefer beträgt 11 %. Insge-
samt zeigt die Kiefer im Vergleich zu den anderen Hauptbaumarten die geringsten Kronen-
verlichtungen.
Für die ältere
Fichte
liegt die mittlere Kronenverlichtung im Zeitraum 1991 bis 2003 zwi-
schen 20 und 28 %, erhöhte Werte werden im Anschluss an das Trockenjahr 2003 festgestellt.
Mit einer mittleren Kronenverlichtung der älteren Fichte von aktuell 32 % bleibt dieser Trend
auch weiterhin bestehen.
Bei der älteren
Eiche
werden seit der ersten Erhebung hohe Verlichtungswerte festgestellt.
Die Eiche zeigt mit einer mittleren Kronenverlichtung von derzeit 35 % die höchsten Ver-
lichtungswerte unter den Hauptbaumarten.
Der Kronenzustand der älteren
Buche
hat sich seit Beginn der Zeitreihe 1991 erheblich ver-
schlechtert. Die höchsten Kronenverlichtungswerte (43 %) wurden im Jahr 2004 ermittelt. Mit
einer mittleren Kronenverlichtung von 33 % im Jahr 2007 verbleibt die Kronenverlichtung
der Buche auf einem hohen Niveau.

40
Der diesjährige Witterungsverlauf hat für das Waldwachstum und für die Kronenentwick-
lung der Waldbäume günstige Voraussetzungen geboten. Nach einem milden Winter lagen
die Temperaturen auch in der Vegetationszeit über dem langjährigen Mittel bei gleichzeitig
erhöhten Niederschlagsmengen.
Schäden durch Insekten und Pilze wurden bei der Waldzustandserhebung 2007 für die Kiefer,
Buche und Fichte nur in geringem Umfang festgestellt. Die Befallsstärke durch die Eichen-
fraßgesellschaft war geringer als in den beiden Vorjahren, wirkte sich aber weiterhin auf den
Verlichtungsgrad aus.
Bei der Buche hat die erneute Fruchtbildung zum diesjährigen Verlichtungsgrad beigetragen.
Die Waldzustandserhebung in Sachsen – Anhalt wird seit 1991 jährlich im 4 km x 4 km-Ras-
ter durchgeführt. Im Jahr 2007 gehörten 276 Aufnahmeplots zur Inventur.
Der Waldzustandsbericht 2007 des Landes Sachsen – Anhalt kann abgerufen werden unter:
www.nw-fva.de
und unter
www.mlu.sachsen-anhalt.de

41
Der Waldzustand in Schleswig-Holstein 2007
Der Kronenzustand der Waldbäume wurde 2007 in Schleswig-Holstein mittels Vollaufnahme
an 199 Aufnahmepunkten mit insgesamt 4776 Probebäumen erhoben. Um regionale Aussagen
differenziert nach den Hauptbaumarten zu ermöglichen, sind die Aufnahmepunkte schema-
tisch in einem 4x4km-Raster angeordnet, das im Nordosten des Landes auf 4x2km und im
Südosten auf 2x2km verdichtet ist.
Verglichen mit dem Vorjahr ist, bezogen auf den Gesamtwald (alle Baumarten und Alters-
gruppen), ein Rückgang der Kronenverlichtung festzustellen. Das Extremergebnis des Jahres
2004 war entscheidend durch den außergewöhnlich warmen und trockenen Sommer 2003
bestimmt. Trotz der leicht rückläufigen Tendenz liegt das Schadniveau weiterhin über den
langjährig ermittelten Werten.
13
23
18 18
15 15
13
16
17
20
27
23
28
30
24 24
21
39
33
35
30
24
26
27
30 30
31
32
27
27
33
29
30
30
30
35
29
33
32
34
36
36
37
36
66
61
50
52 52
54
53
60
57
50
51
43
47
42
39
41
43
44
46
25
31
29
34
26
10
0%
20%
40%
60%
80%
100%
1985
1987
1989
1991
1993
1995
1997
1999
2001
2003
2005
2007
Schadstufe 2-4
Schadstufe 1
Schadstufe 0
Abbildung 26: Schleswig-Holstein: Entwicklung der Schadstufenanteile, alle Baumarten
2006 waren 35% aller Wälder deutlich geschädigt (Schadstufen 2-4), in diesem Jahr sind es
noch 30% (minus 5 Prozentpunkte). Korrespondierend ist der Waldflächenanteil ohne sicht-
bare Schadmerkmale (Schadstufe 0) von 29% auf 34% gestiegen. 36% der Wälder werden
unverändert als schwach geschädigt (Schadstufe 1) eingestuft.
Ergebnis nach Baumarten und Altersgruppen
Im Ergebnis nach Baumarten und Altersgruppen (Tabelle 2) spiegelt sich die für den
Gesamtwald festgestellte leichte Erholung des Kronenzustandes wieder. Ausgenommen ist
die Buche, deren Zustand sich gegenüber dem Ergebnis 2006 nicht verändert hat.

42
Tabelle 2:
Ergebnisse der Waldschadensaufnahme 2007 in Schleswig-Holstein nach
Baumarten
und
Altersgruppen
(Vorjahreswerte in Klammer)
Angabe in Prozent der Baumartenfläche der Altersgruppe
Schadstufe
1 bis 4
Schadstufe
2 bis 4
Baumart
bis 60 - jährig
über 60 -
jährig
insgesamt
bis 60 - jährig
über 60 -
jährig
insgesamt
Fichte 51 (55) 98 (97) 74 (76) 18 (18) 69 (78) 43 (49)
Kiefer 44 (47) 52 (66) 49 (58) 5 (3) 3 (10) 4 (7)
Buche 35 (28) 94 (94) 78 (77) 11 (11) 62 (62) 49 (49)
Eiche 27 (35) 91 (89) 70 (72) 4 (7) 44 (47) 31 (34)
sonstige BA 48 (63) 74 (79) 57 (69) 13 (24) 21 (29) 16 (26)
alle BA 44 (53) 85 (88) 66 (72) 12 (17) 45 (50) 30 (35)
Die
Buche
ist die am stärksten geschädigte Baumart des Landes, die Schäden bleiben mit
einem Anteil der deutlichen Schäden (Schadstufe 2 -4) von 49 % auf hohem Niveau.
Bei den jungen Buchen steigen sie sogar von 28% im Vorjahr auf 35%, über alle Schadstufen
von 77% auf 78%. Bei den älteren Buchen bleibt das Schadniveau gleich.
Der Kronenzustand der
Eiche
hat sich leicht gebessert. Der Anteil deutlicher Schäden nahm
gegenüber 2006 um 3 Prozentpunkte auf 31% ab, liegt damit aber noch über den langjährigen
Werten. Das Gesamtergebnis beruht auf dem hohen Anteil deutlicher Schäden bei älterer Ei-
che. Letzterer beträgt 44% (minus 3 Prozentpunkte), bei Eiche bis Alter 60 lediglich 4% (mi-
nus 3 Prozentpunkte). Geringe Veränderungen sind bei den Schadstufen 1 bis 4 zu verzeich-
nen. Diese liegen bei 27% (leichte Verbesserung)bzw. 91% (leichte Verschlechterung).
Die
Fichte
liegt im Gesamttrend. Der Anteil deutlicher Schäden hat sich, verglichen mit dem
Ergebnis 2006, um 6 Prozentpunkte auf 43% verringert. Betroffen sind vor allem ältere
Bäume. Über Alter 60 fiel der Anteil deutlicher Schäden um 9 Prozentpunkte auf 69%, bis
Alter 60 war er unverändert. Noch 26% der Fichten weisen keine sichtbaren Schadmerkmale
auf (minus 1Prozentpunkt), 31% werden als schwach geschädigt eingestuft (plus
3Prozentpunkte).
Die
Kiefer
hat sich spürbar erholt und als einzige Hauptbaumart die äußerlich erkennbaren
Folgesymptome des Trockenjahres 2003 kompensiert. Der Anteil deutlicher Schäden hat sich
von 7% im Jahre 2006 auf 4% verringert. Der Anteil deutlicher Schäden erhöhte sich bei jün-
gerer Kiefer (bis Alter 60) um 2 Prozentpunkte auf 5%, bei älterer Kiefer (über Alter 60) ver-
ringerte er sich von 10% auf 3%. Zu 45% wird Kiefer als schwach geschädigt eingestuft. Das

43
sind 6 Prozentpunkte weniger als 2006. Der Anteil der Kiefer ohne sichtbare Schadsym-
ptome ist weiterhin deutlich größer, als bei den übrigen Hauptbaumarten. Er beträgt 51%
(plus 9 Prozentpunkte).
Der Waldschadensbericht 2007 des Landes Schleswig-Holstein kann ab Feb.08 abgerufen
werden unter
www.landesregierung.schleswig-holstein.de

44
Der Waldzustand in Thüringen 2007
Die Waldschadenserhebung in Thüringen erfolgte auch im Jahr 2007 in Form einer Vollstich-
probe im 4 x 4 km-Raster.
27,5
29,1
27,5
25,5
24,1
23,3
23,7
21,4
20,8
20,2
20,7
19,9
20,9
22,8
23 23 23
0
10
20
30
40
1991
1992
1993
1994
1995
1996*
1997
1998
1999
2000
2001
2002
2003
2004
2005
2006
2007
Mittl. Kronenverlichtung (%)
* 1996 Unterstichprobe im 8 x 8 km-Raster
Abbildung 27: Thüringen: Mittlere Kronenverlichtung in Prozent von 1991 bis 2007 über alle
Baumarten
Die mittlere Kronenverlichtung aller Baumarten liegt 2007 bei 23 %, gegenüber dem Vorjahr
ist das keine Veränderung (
Abbildung 27
).
Die Waldschadenserhebung 2007 weist in Thüringen
35 % der Waldfläche als deutlich geschädigt (Schadstufen 2-4),
42 % als schwach geschädigt (Schadstufe 1) und
23 % ohne Schadmerkmale (Schadstufe 0) aus.
Damit ist auch 2007 der Anteil der deutlich geschädigten Bäume nicht gesunken und befindet
sich seit 2004 auf nahezu gleichbleibend hohem Niveau.
Die Fichte stockt in Thüringen auf 43 % der Waldfläche und weist von allen Baumarten die
geringsten sichtbaren Schäden auf. In diesem Jahr beträgt die mittlere Kronenverlichtung
20,8 % und ist damit gegenüber 2006 um 1,4 % angestiegen.

45
Der Waldflächenanteil der
Kiefer
beträgt in Thüringen rund 16 %. Die mittlere Kronen-
verlichtung liegt in diesem Jahr bei 25,9 % und ist gegenüber dem letzten Jahr um
0,6 % geringfügig gesunken.
Mit einem Waldflächenanteil von 20 % ist die
Buche
die häufigste Laubbaumart in Thürin-
gen. Die mittlere Kronenverlichtung der Buche sank um 1,8 % und liegt jetzt bei 25,0 %. Im
Gegensatz zu den Vorjahren war dieses Jahr die partielle Verfärbung der Buchenkronen auf-
fällig.
Der Waldflächenanteil der
Eiche
beträgt rund 7 %. Trotz einer Verbesserung des Kronenzu-
standes um 1,2 % ist die Eiche mit 29,0 % Kronenverlichtung nach wie vor die am stärksten
geschädigte Baumart in Thüringen.
Die starke Abhängigkeit der Schadsymptome vom Alter hat sich auch 2007 bestätigt. Mit
zunehmendem Alter weisen die Bäume stärkere Kronenverlichtungen auf.