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Fragen und Antworten zum Thema
Verbot der Annahme von Belohnungen,
Geschenken und sonstigen Vorteilen
durch Bedienstete
des Freistaates Sachsen
Stabsstelle Innenrevision
Stand: Juli 2018

Inhaltsverzeichnis
Einleitung ...............................................................................................................................3
Teil A. Grundsätzliche Hinweise .............................................................................................4
1. Dürfen öffentlich Bedienstete des Freistaates Sachsen Zuwendungen annehmen? .5
2. Gibt es Ausnahmen von dem grundsätzlichen Verbot der Annahme von
Zuwendungen? .........................................................................................................5
3. Gibt es weitere Regelungen, die bei der Annahme von Zuwendungen beachtet
werden müssen? ......................................................................................................6
4. Wer ist „Bediensteter des Freistaates Sachsen“? .....................................................6
5. Was ist unter Belohnungen, Geschenke und sonstige Vorteile zu verstehen? Was
ist denn konkret alles erfasst? ..................................................................................6
6. Dürfen die Bediensteten Zuwendungen in Form von Geld annehmen? ....................7
7. Muss die Zustimmung zur Annahme einer Zuwendung in jedem Fall von dem
Bediensteten ausdrücklich beantragt werden? ..........................................................7
8. Was ist mit der Wertgrenze in Höhe von zwischen 20 Euro bzw. 60 Euro gemeint? .7
9. Sind die Wertgrenzen von 20 Euro bzw. 60 Euro (Höchstgrenze) allgemeingültig? ..8
10. In welchen Fällen ist für die Annahme einer Zuwendung eine ausdrückliche
Zustimmung der dafür zuständigen Stelle der Behörde erforderlich? ........................8
11. In welcher Form ist die Zustimmung einzuholen? .....................................................8
12. Wo erhält man weitere Informationen? .....................................................................9
Teil B. Zum Umgang mit Zuwendungen im Einzelnen ............................................................9
I.
Allgemeines .....................................................................................................................9
1. Was sind Zuwendungen? .........................................................................................9
2. Macht sich der Bedienstete als Empfänger oder der Geber strafbar, wenn die
Zuwendung angenommen wird? ...............................................................................9
3. Wird immer eine Zustimmung für die Annahme einer Zuwendung benötigt, zum
Beispiel auch bei Werbegeschenken? ....................................................................10
4. Kann eine Zuwendung, zum Beispiel in Form eines Geschenks, an die
Privatanschrift des Bediensteten übersandt werden? .............................................10
5. Was ist zu tun, wenn Unsicherheit darüber besteht, ob die Zuwendung in recht-
licher Hinsicht vertretbar ist? ...................................................................................11
II. Sachgeschenke .............................................................................................................12
1. Auf welchen Zeitraum bezieht sich die im Freistaat Sachsen festgesetzte
Wertgrenze von 20 Euro für Geschenke und sonstige Zuwendungen an
Bedienstete? ...........................................................................................................12
2. Was gilt, wenn der Wert des Geschenkes 20 Euro übersteigt? ............................... 12
3. Ist die Zustimmung durch den Vorgesetzten für den Bediensteten ausreichend? ... 12
4. Wie sollte der Anbietende mit einer Ablehnung seines Geschenkes umgehen? ..... 12
5. Wie wird der Bedienstete mit Gastgeschenken umgehen? ..................................... 13
6. Was ist zu beachten, wenn ein Fachbuch oder eine Fachzeitschrift verschenkt
werden soll? ...........................................................................................................13
7. Können bei einer Fachtagung Arbeitsmittel verteilt werden? ................................... 13

2
8. Kann es Probleme geben, wenn bei einer Veranstaltung im Rahmen von
Wettbewerben oder bei einer Tombola Preise ausgelobt werden? ......................... 13
9. Ist es problematisch, wenn einem Bediensteten der Landesverwaltung häufiger
etwas geschenkt wird? ...........................................................................................13
III. Einladungen, Bewirtungen .............................................................................................14
1. Wann ist eine Veranstaltung als fachlich zu qualifizieren? ...................................... 14
2. Darf der Bedienstete während oder nach einer Fachveranstaltung zu einem
Buffet/Imbiss eingeladen werden? ..........................................................................14
3. Darf der Bedienstete während bzw. nach einer Fachveranstaltung zu einem
Essen in kleinerem Kreis eingeladen werden? ........................................................14
4. Welche Relevanz hat der Ort der Fachveranstaltung? ............................................14
5. Was ist darüber hinaus bei Fachveranstaltungen mit Bewirtung zu beachten? ....... 14
6. Wie sind Fachveranstaltungen mit Begleitprogramm zu beurteilen? ....................... 15
7. Ist es möglich, Bedienstete zu Veranstaltungen ohne direkte fachliche
Informationsvermittlung einzuladen?.......................................................................15
8. Können (Ehe-) Partner zu Veranstaltungen eingeladen werden? ............................ 16
9. Welche Grundsätze sind bei Einladungen zu Veranstaltungen ohne fachlichen
Bezug zu beachten? ...............................................................................................16
10. In welcher Form sollten Einladungen zu Veranstaltungen erfolgen? ....................... 17
11. Wann gilt ein Essen als Geschäftsessen und können öffentlich Bedienstete dazu
eingeladen werden? ...............................................................................................17
12. Welche Besonderheiten gelten für Spontaneinladungen? ....................................... 17
IV. Übernahme von Reisekosten durch einen Dritten ..........................................................18
1. Was sind Reisekosten? ..........................................................................................18
2. Ist die Übernahme von Reisekosten zulässig? ........................................................18
3. Wie wird sich ein Bediensteter der Staatsverwaltung verhalten, wenn er von
einem Geschäftspartner eingeladen wird, mit diesem im Taxi oder Mietwagen
mitzufahren? ...........................................................................................................18
4. Wie wird sich ein Bediensteter der Staatsverwaltung verhalten, wenn er Freikar-
ten zum Beispiel für eine Messe oder für eine kostenlose Teilnahme an einer
Fachveranstaltung erhält? ......................................................................................19
V. Private Nutzung von Rabatten .......................................................................................19
1. Gibt es Regeln für die Gewährung von dienstlich erworbenen Rabatten an
Bedienstete der Staatsverwaltung? ........................................................................19
2. Welche Grundsätze sind zu beachten, wenn Rabatte, die der Behörde einge-
räumt werden, auch den Bediensteten zur privaten Nutzung gewährt oder die-
sen Sondervorteile eingeräumt werden? .................................................................20
3. Was ist mit Rabatten, die dem einzelnen Bediensteten zur privaten Nutzung ge-
währt werden, gemeint?..........................................................................................20
4. Unter welchen Voraussetzungen darf die private Nutzung von Rabatten gestattet
werden? ..................................................................................................................20
5. Ist die private Nutzung von dienstlich erworbenen Rabatten zulässig? ................... 20

 
3
Einleitung
Die Stabsstelle Innenrevision des Sächsischen Staatsministeriums des Innern hatte im Jahr
2012 die Veröffentlichung eines Fragen/Antworten-Kataloges durch das Bundesministerium
des Innern aus dem Jahr 2011 zu dem Verbot der Annahme von Belohnungen und Ge-
schenken ihrerseits zum Anlass genommen, um Fragen und Antworten (FAQ) im Interesse
der Korruptionsprävention zur Unterrichtung der Bediensteten im Freistaat Sachsen zu veröf-
fentlichen.
Zum 1. Januar 2016 ist die für die präventive und repressive Korruptionsbekämpfung be-
deutsame
VwV
Anti-Korruption
vom 11. Dezember 2015 in Kraft getreten. Zuvor sind bereits
kleinere Änderungen der für die vorliegenden FAQ relevanten
VwV
Belohnungen,
Geschen-
ke
und
sonstige
Vorteile
(VwV
BuG)
wirksam geworden.
Die Stabsstelle Innenrevision hat daher die FAQ aktualisiert, an manchen Stellen ergänzt,
aber auch gestrafft. Das mit der Aktualisierung neu eingefügte Inhaltsverzeichnis erleichtert
das Auffinden einzelner Fragen. Gleichzeitig ist es nunmehr möglich, die in der Farbe „blau“
gekennzeichneten Begriffe anzuklicken und Vorschriften aufzurufen oder auf bestimmte an-
deren Informationen im Text zu „springen“.
Die FAQ sind als Unterstützung für alle interessierten und betroffenen Bediensteten des
Freistaates Sachsen im „Behördenalltag“ gedacht. Gleichzeitig sollen die FAQ auch eine
Hilfestellung für die jeweils in einer Behörde zuständige Stelle sein. Das ist diejenige Organi-
sationseinheit, die darüber entscheidet, ob ein Geschenk bzw. ein sonstiger Vorteil ange-
nommen werden darf oder nicht. Auch sonst betroffenen innerbehördlichen Organisations-
einheiten können die FAQ eine Orientierung bieten.
Die beiden genannten Verwaltungsvorschriften bilden – neben den einschlägigen Vorschrif-
ten des Strafgesetzbuches – die Grundlage für die Korruptionsbekämpfung im Freistaat
Sachsen. Eine effektive Korruptionsprävention setzt Kenntnisse über bestimmte Standards
und Normen bei allen Bediensteten in diesem Bereich voraus. In besonderem Maße ist die
Sensibilität derer gefragt, die potentiell als Vorteilsgeber oder Vorteilsnehmer von Zuwen-
dungen in Betracht kommen.
Generell gilt der Grundsatz, dass ein Bediensteter in Zusammenhang mit seinem Amt keine
Zuwendungen entgegen nehmen darf, es sei denn, die zuständige Stelle stimmt der Annah-
me zu. Es reicht im Allgemeinen nicht aus, wenn der betroffene Bedienstete das Geschenk
sogleich bei der zuständigen Stelle abgibt. In rechtlicher Hinsicht, aber auch aus Sicht des
Vorteilsgebers liegt dann bereits eine Annahme vor, die strafrechtliche Konsequenzen nach
sich ziehen kann.
Die nachfolgenden Ausführungen zeigen auf, wann eine Zustimmung erteilt werden kann
bzw. wann sie von vornherein als erteilt gilt. Eine absolute Sicherheit im Umgang mit der
Annahme von Zuwendungen gibt es allerdings nicht. Nicht jeder Sachverhalt ist gleich gela-
gert. Jeder Einzelfall und seine Begleitumstände sind zu prüfen. Jedoch sollen die FAQ dazu
beitragen, dass Bedienstete ein sicheres Gefühl dafür entwickeln, an welchem Punkt die
Grenze des erwünschten, noch erlaubten oder des schon verbotenen Verhaltens erreicht ist.
Es wird sich in der Praxis herausstellen, dass auch einige „Grauzonen“ bleiben werden.
Zweifelsfälle sollten betroffene Bedienstete mit der für die Zustimmung zuständigen Stelle
ihrer Behörde erörtern.
Stabsstelle Innenrevision des Sächsischen Staatsministeriums des Innern, Juli 2018

 
4
Teil A. Grundsätzliche Hinweise
Relevante Zuwendungen im Sinne der Verwaltungsvorschrift der Sächsischen Staatsregie-
rung über das Verbot der Annahme von Belohnungen, Geschenken und sonstigen Vorteilen
durch die öffentlich Bediensteten des Freistaates Sachsen (VwV Belohnungen, Geschenke
und sonstige Vorteile – VwV BuG) sind Handlungen, die den Empfänger in materieller oder
immaterieller Hinsicht im weitesten Sinne persönlich
besser stellen und auf die kein Rechts-
anspruch besteht. Dies können neben finanziellen Zuwendungen auch Sachwerte oder
„geldwerte“ Leistungen sein, wie zum Beispiel Gutscheine, Frei- oder Eintrittskarten, Einla-
dungen mit Bewirtungen, kostenlose Dienstleistungen, Rabatte, Einladungen zu Informa-
tions- und Repräsentationsreisen, Übernahme von Reisekosten durch einen Geschäfts- oder
Vertragspartner zu Veranstaltungen des Geschäftspartners oder eines Dritten (zum Beispiel
zu Messen oder Kongressen).
Von der Gewährung einer Zuwendung an den Bediensteten ist auch dann auszugehen,
wenn er diesen Vorteil nicht unmittelbar selbst erhält, sondern eine andere (dritte) Person
davon profitiert. Dritte können beispielsweise Angehörige, Bekannte oder auch der Sportver-
ein sein, dem der Bedienstete angehört. In diesen Fällen muss
der Bedienstete mit der Zu-
wendung an den Dritten einverstanden sein. Zudem darf der Bedienstete keinen eigenen
Anspruch auf die Zuwendung haben oder der Dritte einen Anspruch über den Bediensteten
herleiten können.
Von der Vorteilsgewährung an den Bediensteten selbst ist die Zuwendung an die Behörde
als Organisation oder an den Freistaat Sachsen
zu unterscheiden. Bei dieser Form der Zu-
wendung kann es sich zum Beispiel um ein Sponsoring, eine Spende oder eine Schenkung
handeln. Sie wird hinsichtlich ihrer Zulässigkeit nach den einschlägigen Vorschriften, zum
Beispiel der Verwaltungsvorschrift zum Sponsoring
1
, zu beurteilen sein. Weiterhin abzugren-
zen sind Geschenke und sonstige Vorteile, die einem Bediensteten in seiner Eigenschaft als
Repräsentanten der Behörde überreicht werden (Repräsentationsgeschenke). Diese fallen
nicht unter die VwV BuG.
Soweit einschlägig, sind die reisekostenrechtlichen Vorschriften, insbesondere das Sächsi-
sche Reisekostengesetz
(SächsRKG)
und die entsprechende Verwaltungsvorschrift des
SMF zum Vollzug des Sächsischen Reisekostengesetzes
(VwV-SächsRKG)
,
zu beachten.
Gewährt ein Dritter im Rahmen einer Fachveranstaltung dem öffentlich Bediensteten Leis-
tungen (zum Beispiel die kostenlose Teilnahme an einer Fachveranstaltung des Dritten und
die kostenlose Bewirtung und Teilnahme an einem Rahmen- bzw. Begleitprogramm), stellt
sich die Frage, ob es ausreichend ist, wenn
der Bedienstete einen Dienstreiseantrag stellt.
Es kann im Einzelfall erforderlich sein, dass
es darüber hinaus noch einer Zustimmung durch
die zuständige Stelle nach der VwV BuG bedarf, wenn das die Fachveranstaltung begleiten-
de Angebot das übliche Maß überschreitet.
Letztlich wird entscheidend sein, welche Kosten der Dienstherr in dem jeweiligen Fall übli-
cherweise nach den Reisekostenvorschriften übernehmen würde, wenn der Dritte die Fach-
veranstaltung offiziell in Rechnung stellen würde.
Nur die Übernahme derjenigen Kosten
durch den Dritten, die der Dienstherr nicht erstatten würde, stellt einen Vorteil für den Be-
diensteten dar. Möchte er den Vorteil annehmen, so bedarf dies der Zustimmung. In Zwei-
1
Verwaltungsvorschrift der Sächsischen Staatsregierung zum Sponsoring in der staatlichen Verwaltung des Freistaates Sach-
sen
(
VwV
Sponsoring
)
vom 16. Oktober 2017 (Fassung vom 3. November 2017)

 
5
felsfällen sollte sich der Betroffene sicherheitshalber bei der zuständigen Stelle in seiner Be-
hörde vergewissern. Weitere Ausführungen sind unter dem Teil
B
Ziffer III und IV
, zu finden.
Der für die Dienstreise zuständige Anordnungsbefugte sollte eine genaue Prüfung und Ab-
wägung der Gesamtumstände vornehmen, insbesondere dann, wenn der betreffende Be-
dienstete und der Fachveranstalter in einem konkreten dienstlichen Kontakt stehen, zum
Beispiel: der Fachveranstalter oder die betreffende Institution ist Adressat eines Verwal-
tungsaktes oder sonst einer konkreten Verwaltungsmaßnahme. In dem Fall sollte neben dem
dienstlichen Interesse geprüft werden, ob
die Teilnahme an der Veranstaltung des Dritten
dennoch abgelehnt werden muss, weil ansonsten möglicherweise der Anschein der Befan-
genheit oder Käuflichkeit entstehen könnte oder der betroffene Bedienstete sich sonst in
irgendeiner anderen Weise in Abhängigkeiten begibt.
Sollte dies der Fall sein, muss der Bedienstete entweder auf eine Teilnahme verzichten oder
der Dienstherr trägt die Kosten für die Teilnahme. Dies setzt allerdings voraus, dass dadurch
letztlich der Anschein der „externen Einflussnahme“ bzw. der Beeinflussung des Bedienste-
ten vermieden werden kann.
1.
Dürfen öffentlich Bedienstete des Freistaates Sachsen Zuwendungen anneh-
men?
Für alle öffentlich Bediensteten gilt ein grundsätzliches Verbot, Belohnungen, Geschenke
und sonstige Vorteile (Zuwendungen) anzunehmen (§ 42 des Gesetzes zur Regelung des
Statusrechts der Beamtinnen und Beamten in den Ländern [Beamtenstatusgesetz –
BeamtStG], § 3 des Richtergesetzes des Freistaates Sachsen [SächsRiG], §§ 1, 3 des Tarif-
vertrags für den Öffentlichen Dienst der Länder [TV-L]). Auch ehemalige Beamte und Richter
im Ruhestand sind nach § 42 BeamtStG und § 3 SächsRiG gleichermaßen davon betroffen.
Daneben sind auch die strafrechtlichen Vorschriften der §§ 331 und 332 des Strafgesetz-
buches (StGB) nicht außer Acht zu lassen.
2.
Gibt es Ausnahmen von dem grundsätzlichen Verbot der Annahme von Zuwen-
dungen?
Ja.
Eine Zuwendung darf ausnahmsweise entgegen genommen werden, wenn die zuständi-
ge Stelle ausdrücklich zustimmt oder wenn von einer allgemein als erteilt geltenden Zustim-
mung ausgegangen werden kann. Die Einzelheiten sind in der VwV BuG
2
geregelt. Ist eine
ausdrückliche Zustimmung der zuständigen Stelle erforderlich (wann dies der Fall ist, wird
nachfolgend beschrieben, siehe Teil A
Frage 7
ff.), so muss der Bedienstete, der die Zuwen-
dung annehmen oder behalten möchte, rechtzeitig einen Antrag auf Zustimmung stellen.
Den Antrag hat er über seinen Vorgesetzten der für die Zustimmung zuständigen Stelle zu
übermitteln. Diese entscheidet über die Zulässigkeit der Annahme. Der Antrag muss zuvor
vom Bediensteten mit einem Votum des Vorgesetzten versehen werden. Die zuständige
Stelle wird im Rahmen ihrer Entscheidung mit berücksichtigen, ob der Vorgesetzte in seinem
Votum ggfs. auf mögliche, mit der Annahme der Zuwendung denkbare Kollisionen mit dienst-
lichen Interessen hinweist oder aber die Annahme insofern für unbedenklich hält.
2
VwV Belohnungen, Geschenke und sonstige Vorteile vom 12. Oktober 2011 i.V.m. der VwV zur Änderung der VwV Belohnun-
gen, Geschenke und sonstige Vorteile vom 5. Juli 2013, zuletzt enthalten in der VwV über die geltenden VwV‘en der Staatsre-
gierung vom 27. November 2017 (SächsABl.SDr. S. S 346)

 
6
3.
Gibt es weitere Regelungen, die bei der Annahme von Zuwendungen beachtet
werden müssen?
Ja
. Die Annahme von Zuwendungen kann dazu führen, dass der geldwerte Vorteil versteuert
werden muss, etwa dann, wenn die Möglichkeiten der pauschalen Besteuerung gemäß
§ 37b EStG nicht bestanden oder seitens des Zuwendenden nicht genutzt wurden und daher
zum Beispiel eine Sachzuwendung bei der Ermittlung der Einkünfte des Empfängers in An-
satz zu bringen ist (Hinweis zu § 37b EStG bei Sachzuwendungen im Allgemeinen: vgl.
Schreiben des BMF vom 19. Mai 2015, GZ: IV C 6 – S 2297-b/14/10001 „Pauschalierung der
Einkommenssteuer bei Sachzuwendungen“, im Internet abrufbar).
4.
Wer ist „Bediensteter des Freistaates Sachsen“?
Bedienstete des Freistaates Sachsen sind Beamte, Ruhestandsbeamte und frühere Beamte,
Beschäftigte im öffentlichen Dienst und Berufsrichter im Landesdienst. Hierzu zählen auch
außertariflich Beschäftigte, Auszubildende und Praktikanten im öffentlichen Dienst, soweit
mit ihnen einzelvertraglich vereinbart wurde, dass die in der VwV BuG dargestellten Grund-
sätze auch für sie gelten.
Als Bedienstete sind auch solche Privatpersonen anzusehen, die auf Grund eines Auftrags-
verhältnisses Tätigkeiten für die Verwaltung übernommen haben, und wegen der Besonder-
heit des Auftrages nach dem Verpflichtungsgesetz besonders verpflichtet und Bediensteten
in der öffentlichen Verwaltung gleichgestellt wurden (§ 11 Absatz 1 Nummer 4 StGB). Für
diese gelten allerdings nicht die engeren dienstrechtlichen Regelungen, sondern aus-
schließlich die Regelungen des StGB und ggfs. privatrechtlich vereinbarte Regelungen.
5.
Was ist unter Belohnungen, Geschenke und sonstige Vorteile zu verstehen?
Was ist denn konkret alles erfasst?
In Ziffer II der VwV BuG sind alle Sach- und Vermögenswerte wie auch weitere (geldwerte)
Leistungen aufgelistet. Die Aufzählung ist jedoch nicht abschließend.
Belohnungen, Geschenke und sonstige Vorteile sind zum Beispiel Zuwendungen in Form
von
Geld
(zum Beispiel Bargeld, Überweisungen, zinslose oder zinsgünstige Darlehen),
Sachwerten
(zum Beispiel Bücher, CDs, Spirituosen, Kleidungsstücke, Schmuck),
geldwerten Leistungen
(zum Beispiel Gutscheine, Frei- oder Eintrittskarten, Fahr-
scheine, Flugtickets, Einladungen mit Bewirtung, Gewährung von Rabatten),
immateriellen Werten
(zum Beispiel Ehrungen, Auszeichnungen; ggfs. auch die
Vermittlung einer Nebentätigkeit oder sonstige geldwerte Vorteile),
sonstigen persönliche Vergünstigungen
bei Privatgeschäften, zum Beispiel Ein-
kaufsmöglichkeiten oder Dienstleistungen zum Vorzugspreis, unverhältnismäßig
hohe Vergünstigungen für Leistungen des öffentlich Bediensteten,
auf die kein Rechtsanspruch besteht. Es sind aber auch Vorteile erfasst, die einem Dritten
gegenüber gewährt werden, wenn die Zuwendung im Einverständnis mit dem Bediensteten
geschieht und dieser oder der Dritte
keinen Anspruch darauf hat.

 
7
Das Strafgesetzbuch versteht unter dem Begriff des Vorteils im Sinne des § 331 StGB jede
Leistung des Zuwendenden, welche den Amtsträger oder einen Dritten materiell oder imma-
teriell in seiner wirtschaftlichen, rechtlichen oder auch nur persönlichen Lage objektiv besser
stellt und auf die er keinen rechtlich begründbaren Anspruch hat (vgl. Thomas Fischer,
Strafgesetzbuch und Nebengesetze, Beck’sche Kurzkommentare, 64. Auflage 2017, Rz. 11
mit weiteren Nachweisen).
6.
Dürfen die Bediensteten Zuwendungen in Form von Geld annehmen?
Bargeld darf grundsätzlich nicht angenommen werden und kann die Entfernung aus dem
Dienst nach sich ziehen (vgl. BVerwG, Urteil vom 9. März 1988 – 1 D 74/87 unter Bezug-
nahme auf BVerwG Urteil vom 25. August 1987, BVerwG 1 D 7.87 –).
Im Übrigen kommt eine Zuwendung in Form von Geld (zum Beispiel Preisgeld) nur in Be-
tracht, wenn sie im Zusammenhang mit einer Auszeichnung, Ehrung und dergleichen erfolgt.
Durch die Annahme darf weder die objektive Amtsführung des Bediensteten beeinträchtigt
werden noch der Eindruck der Befangenheit entstehen. Die Annahme der Zuwendung bedarf
aber der Zustimmung im Einzelfall und sie ist eine Ermessensentscheidung. Sie wird in der
Regel mit der Auflage verbunden sein, das Geld ganz oder teilweise der Staatskasse oder
gemeinnützigen Zwecken außerhalb der Verwaltung zuzuführen.
Mit der Frage der Abgabe/Spende von Preisgeld, das mit einer wissenschaftlichen Ehrung
verbunden ist, befasst sich die Entscheidung des BVerwG, Urteil vom 20. Januar 2000,
BVerwG 2 C 19.99. In dem konkreten Fall musste ein hochrangiger Beamter des damaligen
Bundesministeriums für Technologie und Forschung das ihm von einer Stiftung zuerkannte
Preisgeld in Höhe von seinerzeit 100.000 DM spenden. Der Dienstherr hatte die Annahme
des Preisgeldes genehmigt. Die Genehmigung war allerdings mit der Auflage verbunden
worden, den Geldbetrag einer Einrichtung zur Förderung des wissenschaftlichen Nach-
wuchses zu spenden.
7.
Muss die Zustimmung zur Annahme einer Zuwendung in jedem Fall von dem
Bediensteten ausdrücklich beantragt werden?
Nein
. Die VwV BuG regelt für bestimmte Fallkonstellationen, dass die Zustimmung zur An-
nahme allgemein als erteilt gilt, also nicht extra beantragt werden muss, zum Beispiel bei
Bewirtungen in bestimmten Fällen, geringfügigen Dienstleistungen wie der Mitnahme im Taxi
vom Flughafen zur Besprechung. Bei Aufmerksamkeiten mit einem geringen Verkehrswert
muss ebenfalls keine Zustimmung beantragt werden (die Wertgrenze liegt im Einzelfall bei
20 Euro und jährlich bei insgesamt höchstens 60 Euro). Das Gleiche gilt bei der Annahme
von immateriellen Zuwendungen wie Auszeichnungen und Ehrungen, es sei denn, mit ihnen
ist beispielweise ein Preisgeld verbunden (siehe
Frage 6
). In diesem Fall muss die Zustim-
mung zur Annahme beantragt werden.
8.
Was ist mit der Wertgrenze in Höhe von zwischen 20 Euro bzw. 60 Euro ge-
meint?
Es handelt sich jeweils um einen Bruttobetrag. Die Wertgrenze für geringwertige Aufmerk-
samkeiten dient der Verwaltungsvereinfachung. Der Wert von 20 Euro stellt die Grenze im
Einzelfall dar. Der Wert von 60 Euro gilt für die Summe der Zuwendungen eines Vorteilsge-
bers, die – bezogen auf einen Zeitraum von einem Jahr – nicht überschritten werden darf,
ansonsten muss eine Zustimmung beantragt werden.

 
8
Bitte beachten
!
Es ist auch dann ein Antrag auf Zustimmung zur Annahme des Vorteils zu stellen, wenn die
auf 20 Euro festgesetzte Wertgrenze überschritten wird und der Bedienstete – „ohne böse
Absichten“ – den Vorteil bzw. das betreffende Geschenk gleich (ohne die Sache länger für
sich zu behalten) zur Versteigerung oder sonstigen Verwertung abgibt (siehe insoweit Ziffer
II Nummer 3 der VwV BuG). Hintergrund dafür ist, dass auch in den Fällen, in denen die Zu-
wendung gespendet wird, von einer Annahme ausgegangen wird. Ein schlüssiges Verhalten
reicht bereits aus. Insoweit ist der äußere Anschein entscheidend und dieser spricht für eine
Annahme.
9.
Sind die Wertgrenzen von 20 Euro bzw. 60 Euro (Höchstgrenze) allgemeingül-
tig?
Die genannten Wertgrenzen gelten uneingeschränkt. Im Übrigen können die obersten
Dienstbehörden ergänzende und weitergehende Anordnungen treffen, insbesondere um
Besonderheiten in ihren Fachbereichen oder einzelnen Verwaltungszweigen gerecht zu wer-
den (siehe Ziffer VII der VwV BuG).
Werden nachfolgend Ausführungen gemacht, die auf die Wertgrenzen von 20 Euro bzw.
60 Euro Bezug nehmen, gelten diese Ausführungen dann – ohne das ausdrücklich zu beto-
nen – auch für niedrigere Wertgrenzen entsprechend, für die sich möglicherweise einzelne
Ressorts ausgesprochen haben.
10.
In welchen Fällen ist für die Annahme einer Zuwendung eine ausdrückliche Zu-
stimmung der dafür zuständigen Stelle der Behörde erforderlich?
Handelt es sich um einen Vorteil, zu dessen Annahme die Zustimmung nicht allgemein als
erteilt gilt, ist die Zustimmung der zuständigen Stelle einzuholen.
Zu beachten ist, dass die Zustimmung unbedingt
vor
der Annahme des Vorteils einzuholen
ist. Dies gilt ausnahmsweise dann nicht, wenn die Zustimmung aufgrund bestimm-
ter/besonderer Umstände nicht rechtzeitig herbeigeführt werden kann. Dann kann der öffent-
lich Bedienstete den Vorteil nach der VwV BuG – vorbehaltlich der Zustimmung – vorläufig
annehmen (siehe Ziffer IV Nummer 1 Satz 2 der VwV BuG).
11.
In welcher Form ist die Zustimmung einzuholen?
Sie ist unverzüglich schriftlich oder aber elektronisch einzuholen. Bitte beachten Sie: Anga-
ben nach reisekostenrechtlichen Regelungen (im Dienstreiseantrag oder Kostenerstattungs-
antrag) ersetzen den Antrag auf Zustimmung nicht. Der Antrag auf Zustimmung soll die für
die Entscheidung maßgeblichen Umstände vollständig enthalten. Das vereinfacht das Zu-
stimmungsverfahren. Folgende Angaben sollten auf jeden Fall enthalten sein:
die Art des Vorteils,
sein geschätzter Wert,
der Anlass der Vorteilsgewährung und
wer den Vorteil gewährt hat.
Die Zustimmung wird auch entsprechend in schriftlicher oder elektronischer Form erteilt. Im
Hinblick auf die Erfolgsaussichten des Antrages ist zu berücksichtigen, dass die zuständige

 
9
Stelle voraussichtlich bei einem Zuwendungswert ab einer Höhe von etwa 70 Euro ihre Zu-
stimmung versagen wird (siehe Ziffer IV der VwV BuG).
12.
Wo erhält man weitere Informationen?
Spezielle Fragestellungen werden in dem nachfolgenden Kapitel behandelt (Teil B). Im Übri-
gen kann man sich bei Bedarf an die in der Behörde zuständige Stelle/Organisationseinheit
wenden. Das ist in der Regel das für die Erteilung der Zustimmung zuständige Personalrefe-
rat, es sei denn, eine andere Organisationseinheit ist für diese Aufgabe bestellt worden.
Teil B. Zum Umgang mit Zuwendungen im Einzelnen
I.
Allgemeines
1.
Was sind Zuwendungen?
Der Begriff der Zuwendungen umfasst alle Vorteile, die den Empfänger materiell oder imma-
teriell objektiv besser stellen und auf die kein Rechtsanspruch besteht (siehe auch Definition
unter Teil A, dort bei den grundsätzlichen Hinweisen).
2.
Macht sich der Bedienstete als Empfänger oder der Geber strafbar, wenn die
Zuwendung angenommen wird?
In der Privatwirtschaft ist die Annahme einer Zuwendung nur dann strafbar, wenn diese die
Gegenleistung für eine (künftige) unlautere Bevorzugung im Wettbewerb sein soll.
Bei Bediensteten des öffentlichen Dienstes kann die Zuwendung von Vorteilen hingegen
schon dann strafbar sein, wenn sie im Sinne eines „Anfütterns“ bzw. einer Klimapflege zu-
gunsten des „allgemeinen Wohlwollens“ im Hinblick auf die Amtsstellung – „für die Dienst-
ausübung“ – erfolgt. Ein pflichtwidriges Verhalten des Bediensteten als Gegenleistung oder
eine Reaktion auf die Zuwendung ist nicht unbedingt erforderlich. Die Annahme einer Zu-
wendung ohne Zustimmung der zuständigen Stelle kann sogar bei pflichtgemäßem Verhal-
ten des Bediensteten zur Verwirklichung des Tatbestandes der Vorteilsannahme bzw. beim
Geber aus der Wirtschaft zur Vorteilsgewährung führen. Bei einem pflichtwidrigen Verhalten
des Bediensteten kommt eine Strafbarkeit wegen Bestechlichkeit bzw. beim Geber wegen
Bestechung in Frage. Zum Vorteilsbegriff vergleichen Sie bitte die Ausführungen im Teil A
Frage 5
.
Ein Fall aus der Praxis:
Ein plakatives Beispiel zum Thema „Klimapflege“ und Vorteilsannahme:
Im Land Brandenburg wurde eine Beamtin rechtskräftig verurteilt, weil sie sich als
Amtsträgerin der Vorteilsannahme nach § 331 Absatz 1 StGB schuldig gemacht hat-
te. Die Beamtin hatte die Weihnachtsfeier ihres Amtes von einem Unternehmer fi-
nanzieren lassen. Dieser hatte die Finanzierung angeboten, um bei der Vergabe
noch ausstehender Aufträge berücksichtigt zu werden – OLG Brandenburg, Be-
schluss vom 9. April 2014, Az.: (1) 53 Ss 39/14 (21/14).
Bitte beachten!
Schon die Annahme geringwertiger Zuwendungen, der nicht von der zuständigen Stelle zu-
gestimmt wird, kann zu einer Strafbarkeit führen, da in den einschlägigen Normen des Straf-

 
10
gesetzbuches (§§ 331 ff. StGB) keine konkreten Wertgrenzen genannt sind (vgl. Fischer
aaO, § 331, Rz. 11c mit weiteren Nachweisen). Das Vermögen des Vorteilgebers braucht
nicht vermindert zu werden; der Begriff des Vorteils setzt auch keine Bereicherung des Emp-
fängers voraus (vgl. Fischer aaO, § 331, Rz. 11a). Die von der Verwaltung festgelegten
Wertgrenzen gelten also im Strafrecht nicht.
Die Beurteilung, ob eine relevante Besserstellung des – den Vorteil annehmenden – Be-
diensteten vorliegt, ist letztlich nur anhand einer Gesamtbewertung aller Umstände (unter
Berücksichtigung der Stellung des Bediensteten, seinen Dienstpflichten und seiner Dienst-
ausübung) möglich.
Hat die zuständige Stelle eine Zustimmung erteilt, besteht sowohl den für Nehmer als auch
für den Geber keine „Gefahr“ der Strafbarkeit mehr. Dies gilt nicht im Falle der Bestechlich-
keit bzw. Bestechung.
Zuwendungen während eines Verhandlungs- und Bieterprozesses (Vergabeverfahren) von
einer oder an eine der beteiligten Parteien sind unzulässig. Aus solchen Zuwendungen kann
der Anschein einer Unrechtsvereinbarung erwachsen.
3.
Wird immer eine Zustimmung für die Annahme einer Zuwendung benötigt, zum
Beispiel auch bei Werbegeschenken?
Die Zustimmung zur Annahme von geringwertigen Aufmerksamkeiten (zum Beispiel Rekla-
mematerial und Streuartikel einfacher Art wie Kalender, Kugelschreiber, Schreibblock) gilt
nach der VwV BuG allgemein als erteilt.
Die Zustimmung zur Annahme gilt jedoch nicht allgemein als erteilt, wenn die Gegenstände
wegen ihrer Ausführung mehr als „nur“ geringwertige Aufmerksamkeiten darstellen. Als
Obergrenze ist ein Wert von 20 Euro im Einzelfall und 60 Euro als Jahressumme festgesetzt
(siehe Teil A
Frage 8 und 9
).
Es wird aus sicherheitstechnischen Gründen davon abgeraten, USB-Sticks anzunehmen,
auch wenn deren Materialwert von geringem Wert ist. Dies hat nichts unmittelbar mit den
Vorschriften der VwV BuG zu tun. Man sollte aber aus Sicherheitsgründen besser darauf
verzichten, weil Schadsoftware enthalten sein könnte (Problematik: „Bad USB“).
4.
Kann eine Zuwendung, zum Beispiel
in Form eines Geschenks, an die Privatan-
schrift des Bediensteten übersandt werden?
Die Form der Übermittlung der Zuwendung sollte immer transparent gestaltet sein. Das ist
jedoch bei Übersendung an die private Anschrift nicht der Fall. Geber und Beschenkter brin-
gen sich möglicherweise in Bedrängnis. Eine Zusendung von Geschenken an die private
Anschrift sollte daher auf jeden Fall unterbleiben oder aber – soweit das unter bestimmten
Umständen nicht vermieden werden kann – sollte
das Geschenk vom Empfänger sofort zu-
rückgegeben, zurückgeschickt oder die Annahme am besten von vornherein abgelehnt wer-
den.
Sofern der betroffene Bedienstete die Zuwendung zurückgibt, sollte die Rückgabe im beider-
seitigen Interesse dokumentiert werden. In Zweifelsfällen ist es gegebenenfalls günstig, Zeu-
gen hinzuzuziehen. Die VwV BuG enthält im Anhang einen Musterbrief, der für den Fall ent-
worfen worden ist, dass der Beschenkte das Geschenk nicht annimmt und dies dem Zuwen-
dungsgeber schriftlich mitteilt.

 
11
5.
Was ist zu tun, wenn Unsicherheit darüber besteht, ob die Zuwendung in recht-
licher Hinsicht vertretbar ist?
Im Zweifelsfall oder überhaupt bei einem „unguten Gefühl“ sollte die Zuwendung erst gar
nicht entgegen genommen werden.
Im Übrigen muss jeder Einzelfall individuell betrachtet werden. Es darf keinesfalls der Ein-
druck oder Verdacht
entstehen, dass der betroffene Bedienstete in irgendeiner Weise beein-
flusst werden könnte. Ziel der Regelungen über das grundsätzliche Verbot der Annahme von
Zuwendungen ist, schon jeden bloßen Anschein zu vermeiden, dass Bedienstete des Frei-
staates Sachsen in ihrer dienstlichen Tätigkeit durch Geschenke und sonstige Gefälligkeiten
beeinflussbar sein könnten. Zuwendungsgeber sollten sich daher fragen, ob die Zuwendung
in den Augen Dritter, wie zum Beispiel bei einem Bürger, den Vorgesetzten und Kollegen des
Bediensteten einen negativen Anschein erzeugen würde oder könnte. Um einen entspre-
chenden Eindruck von vornherein zu vermeiden, bieten sich folgende
Kontrollfragen
an:
In welcher Beziehung steht der potentielle Zuwendungsgeber zu dem Bediensteten
und dessen dienstlichen Aufgaben?
Falls der Vorteilsgeber oder dessen Firma/das Unternehmen eine Verwaltungsleis-
tung oder sonst eine dienstliche Handlung zu erwarten hat, wie zum Beispiel die Er-
teilung einer Genehmigung oder den Zuschlag in einem Vergabeverfahren oder ei-
nen sonstigen Verwaltungsakt, ist jede Zuwendung kritisch zu betrachten.
Wie „fachnah“ oder sachbezogen ist die Zuwendung tatsächlich?
Die Zuwendung bzw. Gewährung eines Vorteils ist jedenfalls grundsätzlich möglich,
solange der sachliche/fachliche Bezug zu der (öffentlichen) Aufgabenwahrnehmung
unmittelbar herzustellen ist Dies gilt zum Beispiel für die Abholung zur Erledigung
eines gemeinsamen Dienstgeschäfts oder auch für die Bewirtung im Rahmen einer
längeren gemeinsamen Besprechung.
Welchen Wert haben die einzelnen Geschenke und in welchen zeitlichen Abständen
wurde der Bedienstete bedacht?
Wichtigster Anhaltspunkt ist die Einhaltung der Wertgrenze bis 20 Euro im Einzelfall
und 60 Euro als Gesamtsumme in einem Jahr (siehe auch Teil A
Frage 8 und 9
). Es
sollte auch bedacht werden, dass mehrere, verschiedene oder auch gleichartige
Zuwendungen im Laufe eines kurzen Zeitraums eine Beeinflussung nahe legen oder
zumindest jedenfalls den Anschein einer Beeinflussung erwecken können. Dieser
Eindruck kann durchaus schon bei Geschenken auch ohne Beachtung der genann-
ten Wertgrenzen entstehen.
Bei allen Zuwendungen ist der Aspekt der Sozialadäquanz im Auge zu behalten. Als sozial-
adäquat können solche Leistungen angesehen werden, die der Höflichkeit oder Gefälligkeit
entsprechen und sowohl sozial üblich als auch unter Gesichtspunkten des Rechtsgüter-
schutzes allgemein gebilligt sind (vgl. Fischer, aaO, § 331, Rz. 25 mit entsprechenden Bei-
spielen und weiteren Nachweisen). Es kommt darauf an, ob nach den Umständen des Ein-
zelfalls die Art und der Umfang des gewährten Vorteils als ungeeignet zur Beeinflussung der
dienstlichen Tätigkeit des Amtsträges angesehen werden kann.

 
12
Zuwendungen an Führungspersonen aus Politik und Verwaltung sind sozialadäquat, soweit
sie allein der Repräsentation dienen; zum Beispiel bei Einladungen zu öffentlichen Veranstal-
tungen (vgl. Fischer aaO, § 331, Rz. 26a) oder auch, wenn es sich um Höflichkeitsgeschen-
ke handelt.
II.
Sachgeschenke
1.
Auf welchen Zeitraum bezieht sich die im Freistaat Sachsen festgesetzte Wert-
grenze von 20 Euro für Geschenke und sonstige Zuwendungen an Bedienste-
te?
Der Betrag von 20 Euro bezieht sich immer auf das einzelne Geschenk an einen bestimmten
Bediensteten pro Kalenderjahr. Werden dem betreffenden Bediensteten im Laufe eines Jah-
res mehrmals Zuwendungen angeboten, so darf entsprechend der Festlegungen für die
sächsische Landesverwaltung – bezogen auf die Geschenke/Vorteile eines Jahres – die
Summe von insgesamt 60 Euro nicht überschritten werden (siehe auch Teil A
Frage 8 und
9)
.
Achtung!
Bekommen Sie in regelmäßigen zeitlichen Abständen „kleinere“ Aufmerksamkeiten von einer
bestimmten Person oder einem bestimmten Unternehmen unterhalb eines Wertes von
20 Euro im Einzelfall, dann besteht der Verdacht, dass der Vorteilsgeber möglicherweise
versucht, Sie als Bediensteten zu beeinflussen. Man spricht vom so genannten „Anfüttern“.
Diese Situation sollte vermieden werden. Im Zweifelsfall oder sonst bei Unsicherheiten kann
die zuständige Stelle, in der Regel das Personalreferat, weiterhelfen. Der Anschein einer
Beeinflussung oder Abhängigkeit sollte vermieden werden.
2.
Was gilt, wenn der Wert des Geschenkes 20 Euro übersteigt?
Die Annahme solcher Geschenke ist stets zustimmungspflichtig. Grundsätzlich muss der
Bedienstete die Zustimmung vor der Annahme einholen. Ist dies nicht möglich, muss die
Zustimmung unverzüglich nachträglich beantragt werden (zu den Formalitäten der Antrag-
stellung: siehe Teil A
Frage 11
).
3.
Ist die Zustimmung durch den Vorgesetzten für den Bediensteten ausreichend?
Nein,
die Zustimmung des Vorgesetzten reicht nicht aus. Über die Zulässigkeit der Annahme
entscheidet in der Regel weder der Beschenkte selbst noch dessen Vorgesetzter. Zuständig
für die Entscheidung ist vielmehr die von der Behördenleitung hierfür bestimmte Stelle (die
so genannte zuständige Stelle).
4.
Wie sollte der Anbietende mit einer Ablehnung seines Geschenkes umgehen?
Der Vorteilsgeber wird für die Ablehnung der Zuwendung Verständnis aufbringen, wenn der
potentielle Zuwendungsempfänger dies freundlich, aber bestimmt und mit Hinweis auf seinen
Status als Bediensteter im öffentlichen Dienst bzw. unter Bezugnahme auf die VwV BuG tut.
Viele Unternehmen weisen in ihren Compliance-Regelungen auf die Besonderheiten im öf-
fentlichen Dienst hin. Es ist daher davon auszugehen, dass die Ablehnung nicht als un-
freundlicher Akt bewertet wird.

 
13
5.
Wie wird der Bedienstete mit Gastgeschenken umgehen?
Gastgeschenke, die einem Bediensteten in seiner Funktion als Repräsentanten des Dienst-
herrn bzw. des Freistaates Sachsen überreicht werden, sind keine persönlichen Zuwendun-
gen, sondern stellen Höflichkeitsbekundungen dar. Eine Ablehnung oder auch eine Rückga-
be von Gastgeschenken würde gegen die allgemeinen Regeln des gesellschaftlichen Um-
gangs oder der Höflichkeit verstoßen. Bedienstete werden Präsente daher entgegen nehmen
und diese in ihrer Behörde der zuständigen Organisationseinheit zur Weitergabe an eine
soziale Einrichtung oder zur sonstigen Verwertung übergeben.
6.
Was ist zu beachten, wenn ein Fachbuch oder eine Fachzeitschrift verschenkt
werden soll?
Die Annahme eines Fachbuchs oder einer Fachzeitschrift ist oberhalb der jeweiligen Wert-
grenzen genehmigungspflichtig. Wenn die Fachliteratur für die tägliche Arbeit von Bedeutung
ist, wird der Bedienstete das Buch/die Zeitschrift in der Regel an die Bibliothek seines Hau-
ses weiterleiten und ggf. als Dauerleihgabe für seinen Arbeitsbereich verwenden.
7.
Können bei einer Fachtagung Arbeitsmittel verteilt werden?
Kleine Aufmerksamkeiten, wie zum Beispiel Kugelschreiber oder Schreibblöcke mit Firmen-
logo, können verschenkt und von den teilnehmenden Bediensteten angenommen werden,
ohne dass hierfür eine Zustimmung eingeholt werden muss. Diese gilt vielmehr allgemein als
erteilt. Auch einfache USB-Sticks könnten dem Grunde nach wegen ihres geringen Material-
wertes mit den gespeicherten Tagungsunterlagen ohne ausdrückliche Zustimmung ange-
nommen werden. Hierbei sollte jedoch nicht außer Acht gelassen werden, dass gerade USB-
Sticks als Träger von Schadsoftware geeignet sind. Bedienstete sollten sich also gut überle-
gen, ob sie diese mitnehmen.
8.
Kann es Probleme geben, wenn bei einer Veranstaltung im Rahmen von Wett-
bewerben oder bei einer Tombola Preise ausgelobt werden?
Die Auszeichnung, in einem Wettbewerb platziert zu werden, ist in der Regel unkritisch. Ist
damit allerdings eine Zuwendung oberhalb der vom Dienstherrn bzw. der Behörde festgeleg-
ten Wertgrenze (20 Euro) verbunden, ist deren Annahme zustimmungsbedürftig
.
Eine Zu-
stimmung wird in der Regel mit der Auflage erteilt werden, den Preis ganz oder teilweise an
die Dienstherrn bzw. die Staatskasse oder eine soziale Einrichtung abzugeben (siehe dazu
Teil A
Frage 6
). Gleiches gilt bei einem Gewinn im Rahmen einer Lotterie oder Tombola. Zur
Annahme von Preisgeld durch einen Beamten wird auf den praktischen Fall im Teil A
Frage
6
Bezug genommen.
9.
Ist es problematisch, wenn einem Bediensteten der Landesverwaltung häufiger
etwas geschenkt wird?
Gerade bei ständiger Geschäftsbeziehung oder im Rahmen von regelmäßigen dienstlichen
Kontakten oder bei der Zusammenarbeit mit Bürgern, Vereinen, Firmen und sonstigen Insti-
tutionen
(je nach Aufgabenbereich) muss besonders darauf geachtet werden, welcher Ein-
druck bei Unbeteiligten durch die Annahme von Zuwendungen entsteht. Es sollte – wenn
überhaupt – nur ausnahmsweise ein Geschenk angenommen werden. Die Wertgrenze ist zu
beachten (siehe dazu
Ziffer II Frage 1
). Ist ein Bediensteter im Förderbereich tätig, sollte er
– zur Wahrung der Neutralität und Unabhängigkeit – auf die Annahme von Aufmerksamkei-
ten verzichten. Das gilt auch für Geschenke von Zuwendungsempfängern, die sich für die
Förderung eines bestimmten Projekts bedanken wollen.

 
14
III.
Einladungen, Bewirtungen
1.
Wann ist eine Veranstaltung als fachlich zu qualifizieren?
Es handelt sich um eine Fachveranstaltung, wenn die Tagung schwerpunktmäßig der Ver-
mittlung und dem Austausch fachlicher Informationen in Form von Vorträgen, Präsentatio-
nen, Diskussionen etc. dient. Sie muss einen unmittelbaren Bezug zu der Tätigkeit des Be-
diensteten und dessen Aufgabengebiet haben.
2.
Darf der Bedienstete während oder nach einer Fachveranstaltung zu einem
Buffet/Imbiss eingeladen werden?
Ja
. Gestattet ist die Annahme einer üblichen (sozialadäquaten) Bewirtung bei allgemeinen
Veranstaltungen bzw. aus Anlass oder bei Gelegenheit dienstlicher Handlungen, an denen
der Bedienstete im Rahmen seiner Tätigkeit teilnimmt. Die Bewertung der Üblichkeit bzw.
dessen, was angemessen ist, richtet sich nach der Funktion/Position des eingeladenen Be-
diensteten sowie dem Anlass und Rahmen der Veranstaltung (Dauer, Ort, Besprechungsge-
genstand, Zusammensetzung des Teilnehmerkreises etc.). Daher ist jeweils eine situations-
bezogene Einzelfallbewertung erforderlich.
Wie lässt sich das Kriterium der Üblichkeit bewerten? Folgende Testfragen können die Ent-
scheidung über eine Einladung/Bewirtung erleichtern:
Entspricht die Einladung bzw. ihr Umfang/Ausgestaltung der sozialen Stellung und
Position des Gastes bzw. des Eingeladenen?
Ist der Besuch des betreffenden Veranstaltungsortes etwas Besonderes oder würde
man den Ort (bei einer Einladung auswärts) auch im privaten Bereich auswählen?
Hätte man ein ungutes Gefühl, seinem Chef oder Kollegen von der Einladung zu er-
zählen?
3.
Darf der Bedienstete während bzw. nach einer Fachveranstaltung zu einem
Essen in kleinerem Kreis eingeladen werden?
Dies ist im Einzelfall möglich, zum Beispiel bei einer Einladung des Bediensteten als Refe-
rent bzw. Ehrengast der Veranstaltung. Auch hier ist bei der Bewirtung der Grundsatz der
sozialen Adäquanz
maßgeblich und damit die Üblichkeit und Angemessenheit zu beachten.
Wenn diese Voraussetzung bejaht werden kann, gilt die Zustimmung als allgemein erteilt.
4.
Welche Relevanz hat der Ort der Fachveranstaltung?
Tagungen und sonstige Fachveranstaltungen sollten in Tagungsatmosphäre stattfinden. Der
Tagungsort sollte sachlichen Gesichtspunkten entsprechen. Ungeeignet sind in der Regel
externe Veranstaltungsstätten, bei denen der Unterhaltungsgedanke im Vordergrund steht
(beispielsweise Theater) oder bei denen der Anschein von Exklusivität und Luxus erweckt
wird.
5.
Was ist darüber hinaus bei Fachveranstaltungen mit Bewirtung zu beachten?
Eine Einladung zu einer Veranstaltung mit Bewirtung ist unproblematisch, wenn an der Teil-
nahme des Bediensteten ein dienstliches Interesse besteht und die Bewirtung angemessen
ist.

 
15
Die Einladung kann schriftlich oder per Mail erfolgen. Sinnvoll ist es auch, neben dem eigent-
lichen Programm eventuell über die Bewirtung und ggfs. über ein mögliches Begleitpro-
gramm zu informieren. Liegen entsprechende Informationen vor, ist es einfacher, bei der
Genehmigung der Dienstreise das dienstliche Interesse festzustellen oder auch abzulehnen.
Entsprechende Hinweise sorgen also insgesamt für mehr Transparenz und erleichtern eine
Entscheidung.
6.
Wie sind Fachveranstaltungen mit Begleitprogramm zu beurteilen?
Ein Begleitprogramm lässt den fachlichen Charakter einer Tagung nicht entfallen, soweit es
nur eine untergeordnete Rolle spielt. Für das Begleitprogramm und die Bewirtung gilt das
Gebot der sozialen Adäquanz (das heißt Angemessenheit und Üblichkeit je nach Charakter
der Veranstaltung – Anlass, Dauer, Ort, Inhalt, Zusammensetzung des Teilnehmerkreises
etc.). Unter Berücksichtigung der VwV BuG ist daher zu entscheiden, ob durch die Annahme
der Einladung der Eindruck der Bevorzugung Einzelner oder der Eindruck der Befangenheit
entsteht bzw. Abhängigkeiten geschaffen werden.
Folgende Testfragen können sowohl bei der Planung/Ausrichtung einer Fachveranstaltung
als auch bei der Entscheidung über die Teilnahme an einer solchen Veranstaltung weiterhel-
fen:
Ruft die Einladung und Teilnahme an der Fachveranstaltung möglicherweise den
Eindruck hervor, dass der interessierte Bedienstete in unangemessener Weise be-
vorzugt oder künftig in seinen dienstlichen Handlungen beeinflusst wird?
Erweckt die Einladung bei dem Eingeladenen das Gefühl, in der Schuld des Einla-
denden zu stehen?
Könnte ein „ungutes“ Gefühl entstehen, wenn Kollegen und/oder andere Bedienstete
von der Einladung erfahren?
Bewegt sich die Einladung in einem Rahmen, den sich der Betreffende höchstwahr-
scheinlich auch selbst leisten würde?
7.
Ist es möglich, Bedienstete zu Veranstaltungen ohne direkte fachliche Informa-
tionsvermittlung einzuladen?
Die Teilnahme von Bediensteten an jährlichen Sommerfesten, Jahresempfängen, Eröff-
nungsveranstaltungen, Jubiläen oder ähnlichen Anlässen ist zulässig, wenn die entspre-
chende Veranstaltung Gelegenheit und Anlass gibt, die sächsische Staatsverwaltung in der
Öffentlichkeit zu repräsentieren und der teilnehmende Bedienstete aufgrund seiner Stellung
seine Behörde auf einer solchen Veranstaltung repräsentieren kann und auch konkret dieser
gesellschaftlichen Verpflichtung nachkommen soll. Hierfür kommen gegebenenfalls mehrere
Bedienstete derselben Behörde und nicht nur Behördenleiter in Betracht. Für die Bewirtung
auf derartigen Veranstaltungen gilt ebenfalls das Gebot der Angemessenheit und Üblichkeit,
das sich nach dem Kreis der Eingeladenen, dem Anlass und dem Rahmen der Veranstaltung
bestimmt. Wird es eingehalten, gilt die Zustimmung allgemein als erteilt.
Die Annahme einer Einladung zu sonstigen Veranstaltungen, zum Beispiel Kultur- oder
Sportereignissen, kann allenfalls in besonders gelagerten Einzelfällen zulässig sein, wenn
sie überwiegend im dienstlichen Interesse erfolgt und jeder Anschein einer Beeinflussung
der Dienstausübung des Bediensteten vermieden wird (zum Beispiel Einladung eines hoch-

 
16
rangigen Bediensteten in seiner Repräsentationsfunktion durch den Sponsor einer Veranstal-
tung). Es ist jedoch zu beachten, dass der Bedienstete von der in der Behörde zuständigen
Stelle in der Regel eine vorherige Zustimmung benötigt. Einladungen zu öffentlich zugängli-
chen Veranstaltungen, wie zum Beispiel die Einladung in eine Lounge zu einem Sportevent,
dürften allenfalls in Ausnahmefällen und ggfs. gegen Abführen des Wertes der Einladung an
die Staatskasse oder eine karitative Einrichtung zustimmungsfähig sein.
Außergewöhnlich luxuriöse Einladungen mit selektivem Teilnehmerkreis ohne oder nur mit
geringem fachlichen oder sonstigen Bezug zu der Behörde oder allgemein zur öffentlichen
Verwaltung, bei der auch der Freistaat Sachsen bzw. die betreffende Behörde oder Einrich-
tung nicht unmittelbar repräsentiert wird, können ein starkes Indiz (nicht jedoch das sichere
Vorliegen) für eine Strafbarkeit nach § 299 StGB darstellen.
8.
Können (Ehe-) Partner zu Veranstaltungen eingeladen werden?
Die Einladung von Ehe- und Lebenspartnern sowie von Familienmitgliedern eines Bedienste-
ten ist in der Regel unzulässig, da die Vermutung naheliegt, dass die zugehörige Veranstal-
tung vorwiegend Unterhaltungscharakter bzw. privaten Charakter hat. Eine Ausnahme kann
nur im Einzelfall durch vorherige Zustimmung zugelassen werden, wenn ein gesellschaftli-
cher Anlass vorliegt, zu dem die Nichtberücksichtigung bestimmter Angehöriger des Einge-
ladenen – insbesondere des Ehe- oder Lebenspartners – eindeutig den gesellschaftlichen
Gepflogenheiten oder der Höflichkeit widerspräche (zum Beispiel Einladung zu einem Ball).
Hier kommt es in besonderem Maße auf die Repräsentationsfunktion des Bediensteten an.
9.
Welche Grundsätze sind bei Einladungen zu Veranstaltungen ohne fachlichen
Bezug zu beachten?
Grundsätzlich sollte man sich im Vorfeld zur eigenen Sicherheit folgende Fragen stellen:
Fällt die Veranstaltung in einen Zeitraum, in dem für den eingeladenen Bediensteten
wichtige Vorhaben zur Entscheidung anstehen, die den Einladenden betreffen?
Ist die Einladung dazu geeignet, diese Entscheidung in irgendeiner Art und Weise
zu beeinflussen, sei es auch nur in Form eines möglichen Einflusses auf Ermes-
sensentscheidungen?
Könnte durch die Annahme der Einladung zur Veranstaltung eine persönliche Ab-
hängigkeit des Bediensteten entstehen?
Begründet die Teilnahme an der Veranstaltung in bestimmter Art und Weise einen
„bösen Anschein“ für den Bediensteten?
Hätte der Einladende oder der Eingeladene Bedenken, den jeweiligen Sachverhalt
seinem Vorgesetzten, Kollegen oder einem unvoreingenommenen Dritten gegen-
über offenzulegen?
Erfolgen mehrere Einladungen zu Veranstaltungen ohne fachlichen Bezug zeitlich
dicht hintereinander, so dass der Anschein der Beeinflussung entsteht?
Bei Einladungen zu turnusgemäß (zum Beispiel jährlich) stattfindenden Fachveranstaltungen
mit großem Teilnehmerkreis – zum Beispiel Jahresempfang eines Verbandes oder Ähnli-
ches, im Bereich der Staatsverwaltung zum Beispiel der fachliche (Erfahrungs-) Austausch
auf Länderebene in Arbeitsgruppen, der Bund/Länder-Austausch und Vergleichbares – ist

 
17
nicht von einer Beeinflussung bzw. Einflussnahme auszugehen. Die (gezielte) Einladung
einer Einzelperson in die VIP-Loge des firmengesponserten Fußballvereins zum Beispiel ist
dagegen in der Regel für den Bediensteten nicht zustimmungsfähig.
Sollten Sie eine oder mehrere der aufgelisteten Fragen mit „Ja“ beantworten, ist es besser,
auf die Einladung zu verzichten und nicht an der Veranstaltung teilzunehmen.
10.
In welcher Form sollten Einladungen zu Veranstaltungen erfolgen?
Einladungen sollten sinnvollerweise in schriftlicher Form (oder elektronisch) verfasst sein und
sich an die dienstliche Anschrift oder Mail-Adresse richten. Sie sollten gleichfalls dem
Grundsatz der Transparenz genügen. Unter dem Aspekt der Repräsentationsfunktion kann
gegebenenfalls auch erwogen werden, die Einladung ohne Personenbezug gegenüber der
Behörde auszusprechen und um Teilnahme eines geeigneten Repräsentanten zu bitten.
Es kommt gelegentlich vor, dass sich Unternehmen, andere Organisationen sowie Veranstal-
ter absichern möchten und im Rahmen von Einladungen für den Fall einer positiven Rück-
meldung ergänzend Bestätigungen durch die Eingeladenen/Teilnehmer erwarten. Dazu fol-
gendes praktisches Beispiel aus dem Text eines Rück- bzw. Anmeldeformulars:
„…Ja, ich nehme am Empfang/der Veranstaltung … teil. Gleichzeitig bestätige ich, dass
meine Teilnahme nicht gegen Compliance-Richtlinien und Verhaltensregeln meiner Behörde,
Organisation bzw. meines Unternehmens verstößt. Hinweis: Der Wert der Einladung beträgt
… Euro.“
Je nach Art der Veranstaltung und Wert der Einladung sollte selbstverständlich zunächst
grundsätzlich überlegt werden, ob ein dienstlicher/fachlicher Bezug gegeben ist. Des Weite-
ren sollte die Bestätigung erst angekreuzt werden, wenn eine interne Prüfung stattgefunden
hat. Das bedeutet: Vor Annahme der Einladung und Erteilung der gewünschten Bestätigung
wie in dem geschilderten Beispiel sollte die Zustimmung der zuständigen Stelle (in der Regel
das Personalreferat) eingeholt werden.
11.
Wann gilt ein Essen als Geschäftsessen und können öffentlich Bedienstete da-
zu eingeladen werden?
Ein Essen ist als Geschäfts- bzw. Arbeitsessen zu beurteilen, wenn die fachliche/dienstliche
Besprechung im Vordergrund steht. Das gemeinsame Essen sollte „Nebensache“ sein oder
auf Grund der zeitlichen Gegebenheiten im Verlauf der Besprechung stattfinden. Die Bewir-
tung darf keine Erlebnisgastronomie sein, da der Arbeitscharakter sonst überlagert würde
(siehe auch
Ziffer III Frage 4
). Bei der Einladung eines Bediensteten sollte immer der Grund-
satz der sozialen Adäquanz (Angemessenheit und Üblichkeit der Bewirtung) beachtet wer-
den. Die Angemessenheit bestimmt sich dabei unter anderem nach der Funktion des Be-
diensteten sowie dem Anlass und Rahmen des Essens (Dauer, Ort, Inhalt, Zusammenset-
zung des Teilnehmerkreises etc.). Für den Bediensteten, der sich das dienstliche Interesse
an der Teilnahme an einem Geschäftsessen bescheinigen lassen sollte, gilt die Zustimmung
allgemein als erteilt, wenn die Einladung sozialadäquat ist.
12.
Welche Besonderheiten gelten für Spontaneinladungen?
Spontaneinladungen sind Einladungen, die aufgrund ihrer Kurzfristigkeit nicht schriftlich er-
folgen. Insofern ist es dem Bediensteten bei Spontaneinladungen auch nicht möglich, im
Zweifel eine vorherige Zustimmung einzuholen. Bei spontanen Einladungen ist ganz beson-

 
18
ders auf die Einhaltung der sozialen Adäquanz (also Angemessenheit und Üblichkeit der
Bewirtung) zu achten und im Zweifel eher Zurückhaltung geboten.
Die Annahme spontaner Einladungen ist zwar durchaus möglich, dabei sollte der Rahmen
der Veranstaltung (zum Beispiel Dauer, Örtlichkeit, Inhalt) jedoch eher bescheidener als bei
planbaren Veranstaltungen ausfallen. Stellt sich dann doch heraus, dass die Bewirtung die
Maßstäbe der allgemeinen Zustimmung überschritten hat, ist unverzüglich nachträglich eine
Genehmigung bei der zuständigen Stelle zu beantragen.
Im Zusammenhang mit spontanen Einladungen sei am Rande darauf hingewiesen, dass es
im Bereich der Korruption in der Praxis kaum spontane Taten gibt. Die Täter planen Hand-
lungen oft langfristig und gezielt. Zunächst fängt es mit kleineren Aufmerksamkeiten an und
steigert sich langsam über eine Esseneinladung bis hin zu größeren Geschenken (so ge-
nanntes „Anfüttern“). Daher schadet es nicht, schon bei kleinen Zuwendungen aufmerksam
zu sein.
IV.
Übernahme von Reisekosten durch einen Dritten
1.
Was sind Reisekosten?
Reisekosten sind Aufwendungen, die im Rahmen von dienstlich bedingten Reisen anfallen.
Es handelt sich hierbei insbesondere um Aufwendungen für Übernachtungen (Hotels u. ä.)
sowie Kosten für Verkehrsmittel (Bahn, Mietwagen, Flugzeug). Nicht dazu gehören Neben-
kosten für Übernachtungen wie zum Beispiel
Minibar oder Pay-TV.
Zur Legaldefinition des reisekostenrechtlichen Begriffs „Reisekostenvergütung“ und zum
Umfang der Reisekostenvergütung wird auf § 1 Absatz 1 und 2 des Sächsischen Reisekos-
tengesetzes (SächsRKG) verwiesen.
2.
Ist die Übernahme von Reisekosten zulässig?
Die Übernahme von Reisekosten eines Bediensteten durch einen Dritten ist im Rahmen der
Bestimmungen des SächsRKG grundsätzlich möglich, wenn es sich um eine Dienstreise
handelt und gewährleistet ist, dass kein direkter Mittel(ab)fluss zwischen dem Dritten und
dem Bediensteten stattfindet. Unproblematisch ist es, wenn die Reisekosten bei Übernahme
einer Referententätigkeit, sonstigen Mitwirkungshandlungen (zum Beispiel Podiumsdiskussi-
onsteilnehmer) oder in vergleichbaren Situationen erstattet werden. Ansonsten ist eine Kos-
tenübernahmeerklärung des Dritten erforderlich.
Reisekosten, einschließlich Übernachtungskosten, dürfen keinen unangemessen hohen
Wert haben. Die für den Eingeladenen üblicherweise geltenden Reisekostenbestimmungen
dienen als Anhaltspunkt für die Bewertung. In jedem Fall muss ausgeschlossen sein, dass
eine mit der Einladung verbundene Beeinflussung von Entscheidungen – sei es auch nur in
Gestalt einer Einflussnahme auf Ermessensentscheidungen – beabsichtigt ist. Im Zweifel
sollte die Dienstreise auf Kosten der Dienststelle erfolgen.
3.
Wie wird sich ein Bediensteter der Staatsverwaltung verhalten, wenn er von
einem Geschäftspartner eingeladen wird, mit diesem im Taxi oder Mietwagen
mitzufahren?
Eine Mitnahme ist dann zulässig, wenn eine gemeinsame Anfahrtsstrecke vorliegt (zum
Bei-
spiel Mitnahme im Taxi zum und vom Besprechungsort zurück; Abholung mit einem Wagen
vom Bahnhof etc.).

 
19
Geringfügige Dienstleistungen, die die Durchführung eines Dienstgeschäftes erleichtern oder
beschleunigen (siehe Ziffer III Nummer 1 Buchstabe b der VwV BuG) und nur bei Gelegen-
heit erfolgen bzw. Fahrzeuge, die ohnehin zum oder vom Dienst- oder Geschäftsort verkeh-
ren, bestehen keine Bedenken.
Achtung:
Vorsichtig sollten Bedienstete jedoch im dienstlichen Verkehr mit Unternehmen
oder Organisationen der Wirtschaft sein! Hier muss in besonderer Weise der Anschein ver-
mieden werden, im Rahmen der Amtsführung für persönliche Vorteile empfänglich zu sein.
Beispielsweise sollten im Vorfeld von Vertragsverhandlungen oder Vergabeverfahren Mit-
fahrten im Auto oder auch Abholungen besser vermieden werden.
4.
Wie wird sich ein Bediensteter der Staatsverwaltung verhalten, wenn er Freikar-
ten zum Beispiel für eine Messe oder für eine kostenlose Teilnahme an einer
Fachveranstaltung erhält?
Die Vorgaben der VwV BuG sind anwendbar. Bis zu einem Wert von 20 Euro gilt die Zu-
stimmung zur Annahme eines Geschenkes allgemein als erteilt. Bei einer Zuwendung im
Wert von mehr als 20 Euro ist eine ausdrückliche Zustimmung der zuständigen Stelle erfor-
derlich.
Die Nutzung einer Eintrittskarte kann allerdings auch zur Teilnahme an einer dienstlich erfor-
derlichen Veranstaltung (zum Beispiel Vortragstätigkeit zur (Re-) Präsentation der Behörde
auf einer Messe, Besuch eines Messestandes, um an einer für die Behörde erforderlichen
Produktionspräsentation teilzunehmen) erfolgen und ist in dem Fall dann nicht als persönli-
che Zuwendung zu werten. Ob die Erledigung eines Dienstgeschäftes vorliegt, lässt sich
nicht pauschal beantworten. Die Klärung dieser Frage ergibt sich aus dem Sachzusammen-
hang und bedarf daher der internen Abstimmung. Der Bedienstete sollte sich (zu seiner Ab-
sicherung) das dienstliche Interesse an der Teilnahme jedenfalls bescheinigen lassen, wenn
die Situation auf den ersten Blick zunächst nicht eindeutig ist.
V.
Private Nutzung von Rabatten
1.
Gibt es Regeln für die Gewährung von dienstlich erworbenen Rabatten an Be-
dienstete der Staatsverwaltung?
Unmittelbare Regelungen über Rabatte gibt es nicht. Sie sind jedoch den „sonstigen Vortei-
len“ im Sinne der VwV BuG zuzurechnen. Daher sind Rabatte, die gegenüber Bediensteten
gewährt werden, gleichwohl mit Sensibilität zu behandeln, da sie in bestimmten Konstellatio-
nen einen besonderen Vorteil darstellen können.
Unproblematisch sind Rabatte für den gesamten öffentlichen Dienst, für alle Mitarbeiter einer
Behörde oder eine größere, genau eingrenzbare Gruppe von Bediensteten (zum Beispiel
allen Bediensteten an einem bestimmten Standort), sofern diese Rabatte – unabhängig von
Geschäftsbeziehungen bzw. ohne dienstlichen Bezug der Rabattgewährenden zur Verwal-
tung – gewährt werden (zum Beispiel Versicherungen, Sportstudios). Problematisch ist hin-
gegen immer eine Bevorzugung von bestimmten Personen. Dem Verdacht im Hinblick auf
diese Art der Vorteilsgewährung sollten sich weder der Vorteilsgeber noch der Bedienstete
unnötig aussetzen. Ansonsten gilt bei der Annahme eines solchen Vorteils die Zustim-
mungspflicht.
Dies gilt insbesondere dann, wenn der Bedienstete notwendigerweise auch privat mit Anbie-
tern zu tun hat, mit denen er dienstlich befasst ist. Selbst wenn ihm kein Vorteil eingeräumt

 
20
wird, kann
nicht ausgeschlossen werden, dass andere vermuten, er habe von diesen Anbie-
tern Vorteile erhalten. Unabhängig von einer dienstrechtlichen Zustimmungspflicht empfiehlt
es sich in einer solchen Konstellation gegenüber dem Dienstherrn die Geschäftsbeziehung
sowie den privaten Kontakt offen zu legen, dadurch Transparenz zu schaffen und so dem
Verdacht bereits im Vorfeld entgegen zu wirken.
2.
Welche Grundsätze sind zu beachten, wenn Rabatte, die der Behörde einge-
räumt werden, auch den Bediensteten zur privaten Nutzung gewährt oder die-
sen Sondervorteile eingeräumt werden?
Generell ist Vorsicht und Sensibilität geboten. Der Rabatt muss sämtlichen Bediensteten
einer Dienststelle oder aber einer größeren, genau eingrenzbaren Gruppe von Bediensteten
(etwa allen Bediensteten in einem bestimmten Land) in gleicher Höhe und im gleichen Um-
fang eingeräumt werden. Bei Bevorzugung Einzelner oder gar eines einzelnen Bediensteten
sollten Rabatte erst gar nicht in Anspruch genommen werden, um den Anschein der Käuf-
lichkeit zu vermeiden.
3.
Was ist mit Rabatten, die dem einzelnen Bediensteten zur privaten Nutzung
gewährt werden, gemeint?
Mit Rabatten zur privaten Nutzung sind in diesem Zusammenhang solche Vergünstigungen
zum privaten Vorteil eines Bediensteten der Staatsverwaltung oder eines nahestehenden
Dritten (Familienangehörige, Freunde, Bekannte, Organisationen etc.) bei dem Bezug von
Waren oder Dienstleistungen gemeint, die ihnen persönlich von Geschäftspartnern des
Dienstherrn gewährt werden (Vergünstigungen bei Hotelübernachtungen, Rabatte von Liefe-
ranten oder von Dienstleistern bzw. spezielle Rabattprogramme zur Kundenbindung).
4.
Unter welchen Voraussetzungen darf die private Nutzung von Rabatten gestat-
tet werden?
Die private Nutzung von Rabatten darf gestattet werden, wenn die Gefahr eines Interessen-
konfliktes bei der Rabattnutzung durch den jeweiligen Bediensteten ausgeschlossen ist. Ins-
besondere wenn der begünstigte Bedienstete aufgrund seiner dienstlichen Tätigkeit in keiner
Beziehung zu dem Geschäftspartner des Arbeitgebers/Dienstherrn steht und nicht davon
auszugehen ist, dass sich der Rabattgewährende davon leiten lässt, dass der Bedienstete
Inhaber eines Amtes ist, darf der Bedienstete einen angebotenen Rabatt unter Berücksichti-
gung der einschlägigen steuerlichen Vorschriften privat nutzen (etwa beim Autokauf, bei
Mietwagen, bei Hotelübernachtungen, beim Erwerb von Büroartikeln oder von anderen Wa-
ren und Dienstleistungen).
5.
Ist die private Nutzung von dienstlich erworbenen Rabatten zulässig?
Von einem Geschäftspartner darf im Zusammenhang mit dem Amt kein persönlicher Vorteil
gefordert oder angenommen werden. Dies gilt auch für Vorteile zu Gunsten Dritter, die dem
Bediensteten nahestehen (Familienangehörige, Freunde, Bekannte, Organisationen etc.).
Bereits der Eindruck, die Vermutung oder die Befürchtung, dass ein Bediensteter seinen
dienstlichen Pflichten nicht nachkommt, ist zu vermeiden.
Daher sollte die private Nutzung eines Rabattes unterbleiben, wenn der Bedienstete im un-
mittelbaren dienstlichen Kontakt zu dem rabattgewährenden Geschäftspartner des Arbeitge-
bers/Dienstherrn steht und er einen durch den privaten Vorteil begründeten Interessenkon-

21
flikt nicht ausschließen kann. Andernfalls besteht die Gefahr, dass der Anfangsverdacht ei-
ner Vorteilsannahme als begründet erachtet wird.
Die private Nutzung eines Rabattes hat darüber hinaus zu unterbleiben, wenn dieser im Zu-
sammenhang mit einer konkreten Geschäftsbeziehung oder zur Anbahnung einer solchen
nur einem einzelnen oder einer kleinen Gruppe von Bediensteten eingeräumt wird, die mit
diesem Geschäft unmittelbar in Verbindung stehen.