image
 
W wie WERTE
Handlungskonzept zur Stärkung der
demokratischen Schulentwicklung und
politischen Bildung an sächsischen Schulen

 
2 |
Inhalt
Vorbemerkung
3
Ziele und Inhalte
4
1. Schulkultur
4
2. Management und Führung
6
3. Kooperation
7
4. Entwicklung von Professionalität
9
5. Lehren und Lernen
9
Anlagen
12

 
| 3
Vorbemerkung
Das nachfolgende Handlungskonzept wurde durch ein von der Kul-
tusministerin berufenes Expertengremium erarbeitet und am 28.
Juni 2017 übergeben.
Das Handlungskonzept richtet sich an Mitarbeiterinnen und Mitar-
beiter der Schulaufsicht, die mit der Lehrerbildung betrauten Ein-
richtungen im Freistaat Sachsen sowie die bereits kooperierenden
bzw. an einer Zusammenarbeit interessierten staatlichen und nicht-
staatlichen Institutionen. Es bildet zugleich für Lehrkräfte, Schüle-
rinnen und Schüler sowie Eltern eine Informationsgrundlage, um
Partizipationsprozesse im Schulsystem demokratisch mitgestalten zu
können.
Es stellt einen verbindlichen Rahmen dar, um Aktivitäten zu koordi-
nieren und zielgerichtete Entscheidungen zu ermöglichen. Das vor-
liegende Papier formuliert dafür sowohl strategische Positionen als
auch einen daraus abgeleiteten Maßnahmenkatalog. Die Aussagen
orientieren sich an den Positionen des Leitbildes für Schulentwick-
lung, Empfehlungen und Beschlüssen der Kultusministerkonferenz
(KMK) sowie pädagogischen Ansätzen zur Partizipation.

 
4 |
Ziele und Inhalte
Demokratische Werte erfahren aufgrund aktueller glo-
baler Entwicklungen, europäischer Diskussionen zum
Umgang mit diesen und neuer nationaler Bewegungen
eine stark gestiegene öffentliche Aufmerksamkeit Au-
toritäre und antidemokratische Strömungen insbeson-
dere politisch und religiös motivierter Extremismus -
stellen laut diverser empirisch untersetzter Befunde
1
offene, auf Vielfalt ausgerichtete Gesellschaften vor
große Herausforderungen Diese machen auch vor
der Schule nicht Halt Schule ist per se ein politischer
Raum, der die Kontroversität, die Heterogenität und
den Pluralismus in der Gesellschaft thematisieren
muss, um das Wertegerüst der freiheitlich-demo-
kratischen Grundordnung als verbindlichen Konsens
sicht-, erleb- und lernbar zu machen
»Erziehung für die Demokratie ist eine zentrale Auf-
gabe für Schule und Jugendbildung - Demokratie und
demokratisches Handeln können und müssen gelernt
werden Kinder und Jugendliche sollen bereits in jun-
gen Jahren Vorzüge, Leistungen und Chancen der
Demokratie erfahren und erkennen, dass demokrati-
sche Grundwerte wie Freiheit, Gerechtigkeit und So-
lidarität sowie Toleranz niemals zur Disposition stehen
dürfen - auch nicht in Zeiten eines tiefgreifenden ge-
sellschaftlichen Wandels «
2
Diese Grundwerte müssen handlungsleitend in Schul-
entwicklungsprozessen und im Unterricht aller Fächer
sein Eine besondere Rolle nehmen dabei das fachli-
che Lernen der politischen und der historischen Bil-
dung und fachübergreifende sowie fächerverbindende
Lernkonzepte ein In diesem Prozess werden Momente
der Vergangenheitsdeutung mit gegenwärtigen ge-
sellschaftlichen Kontroversen, Problemen und Her-
ausforderungen sowie den entsprechenden Debatten
über deren angemessene Bewältigung in der Zukunft
verbunden
Die Selbstwirksamkeit und die Selbstbestimmungs-
fähigkeit der Kinder und Jugendlichen sollen gestärkt
und damit zugleich das soziale Bewusstsein, die Sen-
sibilität für politische Geschehnisse im nahen und fer-
nen Umfeld und die Bereitschaft zur Verantwortungs-
übernahme der Schülerinnen und Schüler gefördert
werden Es geht darum, sie beim Aufbau politischer
Urteils- und Handlungsfähigkeit zu unterstützen –
u a durch die Entwicklung sozialmoralischer Einstel-
lungen und Handlungsbereitschaften, interaktiver Ko-
operationen und politischer Entdeckungsfreude För-
dern heißt, die Schülerinnen und Schüler zu fordern und
entsprechende Lernumgebungen auf der Grundlage der
drei Prinzipien des Beutelsbacher Konsens
3
zu schaffen,
damit solche affektiv-moralischen Einstellungen geeig-
nete Anregungen, Bestätigungen und Entwicklungs-
möglichkeiten erhalten Betont werden soll in diesem
Zusammenhang auch, dass der Beutelsbacher Konsens
nicht als Begründung dienen darf, um Kontroversen aus
dem Weg zu gehen – sondern ganz im Gegenteil, um
Kontroversen zum Ausgangspunkt politischer Ausein-
andersetzung in der Schule zu machen
Erziehung zur Zivilität und zu einem reflektierten
historisch-politischen Bewusstsein hat mit einer all-
gemeinen Erziehung zur Demokratie mit unmittelba-
rem Bezug zur Lebenswelt zu tun Diese muss an allen
sächsischen Bildungseinrichtungen stattfinden Kinder
und Jugendliche sollen von Anfang an die Universali-
tät und Unteilbarkeit der Grund- und Menschenrechte
als historisch gewachsene Werte begreifen, die auch
ihnen selbst Chancen, Perspektiven und Lebenshilfen
eröffnen Die Achtung der Würde, des Wertes und
der Freiheit eines jeden Menschen gehören wie das
Streben nach Gerechtigkeit und die Anerkennung der
Gleichwertigkeit aller Menschen in einer Welt voller
Unterschiede dazu, allerdings auch die Akzeptanz von
legitimierter Herrschaft und der Geltung des Rechts
Um diese Ziele und Inhalte der demokratischen
Schulentwicklung sowie politischen und historischen
Bildung in sächsischen Schulen künftig besser und
wirkkräftiger erreichen zu können, werden folgende
Handlungsparadigmen in den schulischen Qualitäts-
bereichen abgeleitet Die Reihenfolge stellt keine Pri-
orisierung dar:
1. Schulkultur
Schule wird als Lern- und Lebensraum von allen an
Schule beteiligten Akteurinnen und Akteuren - Schul-
leitungen, Lehrkräften, Eltern, Schülerinnen und Schü-
lern sowie weiteren Beteiligten - gestaltet Dabei ist
Schulqualität zu verstehen als »die Gesamtheit der
Ideen und Werte, Verhaltenskonfigurationen und
Symbolgehalte an der Schule«
4
Demokratische Werte
und Normen werden somit zu entscheidenden Qua-
litätsmerkmalen für die Fortentwicklung von Schule
Unter dem Begriff Schulklima werden die Faktoren
gefasst, die beschreiben, welche Atmosphäre an der
Schule herrscht und wie Schülerinnen und Schüler
sich subjektiv zur Klasse und zur Schule zugehörig
fühlen Ein positives Schulklima hat einen großen Ein-
fluss auf die Effektivität des Lernens und bietet den
Beteiligten vielfältige Möglichkeiten zur Mitsprache,
Mitgestaltung und Mitbestimmung bei bedeutsamen
Themen des Schulalltags Die Schule ist somit nicht
nur Ort des Lernens, sondern wird auch zum Erfah-
rungsraum für den Umgang miteinander Eine de-
mokratische Schulkultur wird demzufolge durch eine
1
u. a. »Sachsen-Monitor 2016. Befra-
gung der Bevölkerung des Freistaates
Sachsen«, erstellt von dimap.
2
Stärkung der Demokratieerziehung
(Beschluss der Kultusministerkonfe-
renz vom 06.03.2009), Seite 2.
3
www.bpb.de/die-bpb/51310/beutels-
bacher-konsens »1. Überwältigungs-
verbot. 2. Was in Wissenschaft und
Politik kontrovers ist, muss auch im
Unterricht kontrovers erscheinen. 3.
Der Schüler muss in die Lage versetzt
werden, eine politische Situation und
seine eigene Interessenlage zu analy-
sieren.«
4
Schulische Qualität im Freistaat
Sachsen: Kriterienbeschreibung, Ra-
debeul 2014, S. 20.

| 5
gemeinsame Vision von Schule, pädagogische Ziele,
Wertesysteme, Verhaltensnormen sowie wertschät-
zende Beziehungen zwischen den Akteurinnen und
Akteuren und eine positive räumliche Gestaltung der
Schule geprägt - sowohl auf der Ebene der Lerngruppe
als auch auf der Ebene der Schule
Feedbackprozesse intensivieren die Kommunikation
zwischen Schülerinnen und Schülern, Lehrkräften,
Schulleitung, Eltern und weiteren Beteiligten, fördern
das Interesse der Lernenden an der Mitgestaltung
schulinterner Abläufe, stärken den Willen zur Verant-
wortungsübernahme für das eigene Lernen und zei-
gen allen Beteiligten eigene Stärken als auch Entwick-
lungspotentiale auf Feedback- und Evaluationskultur
wird schrittweise in der Schule, auch mit Hilfe externer
Unterstützung, weiterentwickelt und verstetigt
Neben dem Erwerb von Sach-, Methoden- und Ur-
teilskompetenz ist die Aneignung von Selbst- und
Sozialkompetenz ein wesentlicher Aspekt eines pä-
dagogischen Konzeptes Eine Klassenleiterstunde
ist eines der wesentlichen Instrumente des sozialen,
politischen und demokratischen Lernens, das zum Er-
werb folgender Fähigkeiten und Kompetenzen einen
Beitrag leistet: Erziehung zum Gespräch, Einübung so-
zialer und kommunikativer Fähigkeiten, insbesondere
Konfliktfähigkeit als individuelle soziale Kompetenz,
aber auch die Entwicklung einer Konfliktkultur (»ge-
waltfreie Konfliktlösung«) in der Klasse und der gan-
zen Schule, Einübung demokratischer Spielregeln und
Techniken, Reflexion der Lebenswelt der Schülerinnen
und Schüler und ihrer Probleme und nicht zuletzt die
Vermittlung von Werten Die Klassenleiterstunde kann
als Klassenrat, der methodisch und inhaltlich von den
Schülerinnen und Schülern bestimmt wird, gestaltet
oder als lehrkraftgeleitete Stunde in Form eines So-
zialkompetenztrainings organisiert und ausgefüllt
werden
Demokratische Aushandlungsprozesse und Betei-
ligungsformen kosten Raum und Zeit Egal, ob es
dabei um Räume für Klassenräte, die Mitwirkungs-
gremien, die Schülerzeitung, einen Friedens- oder
Schlichtungsraum, um Reflexion und Diskurse oder
Demokratiewerkstätten geht, selbstständig und ei-
genverantwortlich gestaltete Räume bieten Anlässe
gemeinsamen Handelns
Für Räume und deren Gestaltung in der Schule sind
nicht nur technisch-funktionale Aspekte von Bedeu-
tung, sondern vor allem auch affektiv-emotionale
Qualitäten - etwa die Atmosphäre und die allen Sin-
nen Anreize bietende Ausgestaltung des Raumes Der
Raum wurde in seiner Bedeutung für die Bildung lan-
ge unterschätzt Räume sind jedoch wichtig, weil sie
durch Farben, Bilder, Akustik, Ästhetik oder Sitzord-
nung Einstellungen und Haltungen sichtbar machen,
Verhalten bestimmen und unterschiedliche Aktivitäten
anregen Räume können Lernen fördern oder behin-
dern Schularchitektur, Raumgestaltung und Möblie-
rung können demnach helfen, Bildungspotentiale zu
aktivieren Der Raum wird so (mit einem Begriff aus
der Reggio-Pädagogik) zum »dritten Pädagogen« – ne-
ben den Erwachsenen und den Mitschülerinnen und
Mitschülern – mit prägendem Einfluss auf den schuli-
schen Erfolg der Kinder
1) Schülerinnen und Schüler sollen aktiv Verantwor-
tung für die Klassen- und Schulgemeinschaft über-
nehmen, in zentrale schulische Entscheidungen
einbezogen werden, Verhaltensregelungen mit-
gestalten und darüber hinaus pädagogische Ziele
und Visionen mitdiskutieren Durch eine Weiterent-
wicklung der Mitwirkungsverordnung hinsichtlich
der Aufnahme von erweiterten Partizipationsmög-
lichkeiten
5
erfahren die Schülerinnen und Schüler
Selbstwirksamkeit
2) Die Klassenleiterstunde muss in den Klassenstufen
1 bis 6 mit einer Stunde pro Woche im Stundenplan
zu den Pflichtstunden gehören
3) Schulen brauchen zur Etablierung und Weiterent-
wicklung der Partizipationsmöglichkeiten bedarfs-
gerechte und kontinuierliche Unterstützung Diese
kann erfolgen durch
a) ein starkes Unterstützungssystem Schulentwick-
lung, das im Bestand erhalten und zur Qualitätsof-
fensive kontinuierlich ausgebaut wird
b) außerschulische Kooperationsvereinbarungen Um
diese zu vermitteln und standardisierte sowie effi-
ziente Prozesse zu gewährleisten, ist eine zentrale
Koordination in der zuständigen Schulbehörde not-
wendig
c) die Schaffung von Übungsräumen für den Erwerb
demokratischer Handlungskompetenzen Ein Kon-
zept für die Etablierung von Beteiligungsverfahren
an Schule stellt die Sächsische Jugendstiftung zur
Verfügung Dieses mit Modellcharakter versehene
Vorhaben wurde von den Stiftungsgremien (Säch-
sisches Staatsministerium für Kultus im Beirat) für
die Realisierung freigegeben
d) die Nutzung des Beratungsnetzwerkes des Demo-
kratie-Zentrums Sachsen mit dem Angebot der
Mobilen Beratung an Schulen Im Rahmen des An-
gebotes können Schulleitungen, Lehrkräfte, Schüle-
5
Beispielsweise: Schüler- Parlament,
Klassenrat, Streitschlichterinnen und
Streitschlichter, Schüler-Haushalt,
Jugendwahl, Schüler-Zeitung, Schü-
ler-Firma, Schüler-Radio

 
6 |
rinnen und Schüler sowie Schulsozialarbeiterinnen
und Schulsozialarbeiter zu konkreten Problemla-
gen beraten und bei der Entwicklung langfristiger
Handlungsstrategien unterstützt werden
4) Peer Education beinhaltet die Überzeugung, dass
Gleichaltrige Inhalte in ihren Altersgruppen glaub-
würdiger vermitteln, da sie sich innerhalb eines
ähnlichen Lebenskontextes bewegen Peer Educa-
tion muss eine stärkere Bedeutung in der Schule
erlangen
a) Im Projekt »Mitwirkung mit Wirkung«, in dem eine
Kooperation mit der Regionalstelle Sachsen der
Deutschen Kinder- und Jugendstiftung existiert,
werden auch künftig Schülervertreter zu den erwei-
terten Partizipationsmöglichkeiten ausgebildet
b) Das interaktive »Peer Training Sachsen« der Sächsi-
schen Jugendstiftung sensibilisiert für einen respekt-
vollen Umgang miteinander und wirkt damit immer
wieder auftauchenden Problemstellungen wie Mob-
bing, Diskriminierung und Ausgrenzung entgegen
Das 2001 bis 2010 erfolgreich durchgeführte Projekt
wird wiederbelebt und weiterentwickelt
6
5) Vertrauenslehrerinnen und –lehrer an Schulen, die
die Schülerratsarbeit unterstützen und bei Konflik-
ten in der Schule moderieren, sind zu stärken und
zu professionalisieren Hierzu muss, in Abhängigkeit
von der Schülerzahl, mindestens eine Abminde-
rungsstunde zur Verfügung gestellt werden Fort-
bildungskonzeptionen für diesen Personenkreis,
wie etwa das der Deutschen Kinder- und Jugend-
stiftung, müssen zur Qualitätsentwicklung genutzt
werden
6) Durch eine Hervorhebung der Lebenskompetenz
in den Schulprogrammen werden auch Fragen der
Prävention politischer und religiöser Gewalt the-
matisiert Eine Zusammenarbeit mit dem Landes-
präventionsrat sowie den dort entwickelten und
teilweise etablierten Strukturen stellt den Schulen
zusätzliche Ressourcen und Expertise zur Verfü-
gung So können beispielsweise die Strukturen
von Prävention im Team (PiT), die Förderrichtlinie
Gewaltprävention der Unfallkasse Sachsen oder
die Ressourcen zur Finanzierung von Maßnahmen
entsprechend schuleigenem Konzept zur Gesund-
heitsförderung/Prävention der zuständigen Schul-
behörde genutzt werden
7) Schüler- und Elternvertretungen brauchen räumli-
che und sächliche Voraussetzungen
7
, um ihrer Arbeit
nachgehen zu können Hierfür muss mit den Schult-
rägern eine Regelung entwickelt werden
8) Ein Infrastrukturprogramm in Form einer Förder-
richtlinie soll Denk- und Gestaltungsprozesse über
die Ziele und Maßnahmen einer demokratischen
Schulentwicklung anstoßen, die schulinterne Kom-
munikations- und Aushandlungskultur beleben und
einen spezifischen Wettbewerb um die beste Idee
darstellen Die mögliche Förderung erfordert hier
ein von der gesamten Schulgemeinschaft entwi-
ckeltes Konzept
2. Management und Führung
Im Freistaat Sachsen wird Schule als eine offene, zur
Veränderung fähige und lernende Organisation ver-
standen, die eigenverantwortlich ihren Bildungs- und
Erziehungsauftrag umsetzt und Lehr- und Lernpro-
zesse gestaltet, die sich an den individuellen Voraus-
setzungen der Schüler orientieren Der Schulleitung
kommt in diesem Zusammenhang die Schlüsselrolle
bei Personalführung und Steuerung schulischer Ent-
wicklungsprozesse, zum Beispiel der Schulprogramm-
arbeit, zu Sie wird nicht zuletzt durch ihr Führungs-
handeln zum Modell dafür, wie in der konkreten
schulischen Situation mit Veränderungsprozessen
umgegangen werden kann Zu den Aufgaben der
Schulleitung gehören u a die Leitung von Diskussi-
onen und Entscheidungsprozessen, die Beurteilung
und Festlegung von Unterrichtsprogrammen, die
Anleitung des Prozesses der Selbstevaluation sowie
die Durchführung von Arbeitsgesprächen und Beur-
teilungsgesprächen Die Weiterentwicklung der Schu-
le wird als ein gemeinsam zu gestaltender Prozess
verstanden, der von der Schulleitung geführt wird
Dazu sind Führungsqualitäten notwendig, die neben
allgemeinen Managementkompetenzen insbesondere
auch interkulturelle und emotionale Kompetenzen be-
rücksichtigen Schulleitungen müssen Aspekte der Di-
versität im Lehrerkollegium und in der Schülerschaft
nicht nur kennen und akzeptieren, sondern wegen
deren Wichtigkeit für die Entwicklung der heteroge-
nen Gesellschaft fördern Die Weichenstellungen der
Schulleitung sind gerade auch für die Stärkung demo-
kratischer Schulentwicklungsprozesse von zentraler
Bedeutung
Ziel der Schulprogrammarbeit ist es, eine verbind-
liche, mit allen schulischen Akteuren abgestimmte
und transparente Arbeitsgrundlage für die systema-
tische Entwicklung der Unterrichts- und Schulquali-
tät zu schaffen Das gelingt, indem der Rahmen und
die Richtung des Handelns von Lehrerinnen und
6
Bereits beim ConFestival JUGEND GE-
STALTET SACHSEN, das unter Schirm-
herrschaft des MP und Beteiligung
von SMS und SMK stattfand, wurde
dies zugesagt: »Im Bereich Schule
und politische Bildung wünsch-
ten sich die Schüler vor allem mehr
Demokratiekurse, mehr schulische
Podiumsdiskussionen zu aktuellen
Themen und mehr Unterstützung
für Schülervertreter. Kultusministe-
rin Brunhild Kurth freute sich über
das große gesellschaftspolitische
Interesse der Jugendlichen. »Demo-
kratische Mitbestimmung setzt das
Wissen über die eigenen Rechte und
das nötige Interesse voraus. Deswe-
gen wird Schule in Sachsen die Aus-
bildung von Schülermitwirkungsmo-
deratoren und Schülervertretern, den
Wettbewerb »Jugend debattiert«, an
dem schon jetzt rund 2.600 Schüler
beteiligt sind, sowie Fortbildungen
für Vertrauenslehrer fördern und
weiter ausbauen. Außerdem planen
wir die Wiedereinführung der Peer
Trainer«, so Kultusministerin Brunhild
Kurth im Gespräch mit den Jugend-
lichen. Peer Trainer sind engagier-
te Jugendliche, die auf Anfrage in
Klassen gehen, um über Themen wie
Zivilcourage, Extremismus, Vorurteile
oder Diskriminierung zu diskutieren.«
Medienservice Sachsen, 26.04.2013,
09:31 Uhr
7
Grundlegende Voraussetzungen für
die Vertretungsarbeit sind eigene
Räume inklusive PC-Arbeitsplatz mit
Internetanbindung und gängigen
Büroanwendungen, die Möglichkeit
der Nutzung von Tagungsräumen
sowie Verbrauchsmaterialien.

 
| 7
Lehrern, Schülerinnen und Schülern sowie Eltern ge-
meinsam erarbeitet werden Feedback, Reflexion und
gemeinsame Planungen sind Teil professionellen Leh-
rerhandelns Diskussion, Partizipation und Konsens-
bildung sind dabei entscheidend für die Wirksamkeit
der gewählten Entwicklungsmaßnahmen und für
das Erreichen der Entwicklungsziele Im Ergebnis des
Verständigungsprozesses werden die Visionen, die
pädagogischen Grundsätze, die Ziele pädagogischen
Handelns sowie die Vorstellungen der schulischen
Beteiligten von gutem Unterricht und guter Schule
zusammengeführt Eine gemeinsame Diskussion über
Wertvorstellungen und Haltungsfragen aller beteilig-
ten Gruppen ist dabei unerlässlich
9) Sowohl Lehrkräfte mit Führungsinteresse sowie
Lehrkräfte mit Bewerbungsabsicht in der Orien-
tierungs- und Amtsvorbereitungsphase als auch
Schulleiterinnen und Schulleiter, Schulreferentin-
nen und Schulreferenten, Fachleiterinnen und Fach-
leiter oder Oberstufenberaterinnen und Oberstu-
fenberater in der Amtseinführungsphase und auch
tätige Führungskräfte in der Amtsbegleitungsphase
der Führungskräftequalifizierung sind verpflichtet,
ein modulares Angebot zur »Demokratischen Schul-
kultur« zu besuchen, welches auf bildungspolitische
und gesellschaftliche Herausforderungen Bezug
nimmt, politische Fragen aufgreift und Handlungs-
ansätze bis hin zur eigenen Schulprogrammarbeit
aufzeigt
10) Schulleiterinnen und Schulleiter bzw Mitglieder
im Schulentwicklungsteam werden aufgefordert,
einen dialogisch angelegten Entwicklungsprozess
zu initiieren und als wirksames innerschulisches
Gestaltungsinstrument zu nutzen, um ihre Schule
weiter zu profilieren
a)
Ein entsprechendes Anschreiben von Frau Staats-
ministerin zum Schuljahr 2017/2018,
b) die Darstellung des Themas auf der zentralen
Schuljahresauftaktveranstaltung am 31 Juli 2017
in Dresden und regelmäßig auf den Schulleitungs-
beratungen der Schulaufsichtsbehörde und
c) die öffentlichkeitswirksame Präsenz (Artikelserie
KLASSE, Überarbeitung auf Schulportal und Bil-
dungsserver) können die entsprechenden Impulse
geben
11) Die Publikation »Schulprogrammarbeit an sächsi-
schen Schulen Praxishilfe für Schulleitungen und
Schulentwicklungsteams« wird von der zuständi-
gen Schulbehörde fortgeschrieben und mit Inhal-
ten der Demokratieerziehung angereichert
12) Die existenten Schulnetzwerke (u a Schule
ohne Rassismus - Schule mit Courage, UNESCO-
Projektschulen, Netzwerk Demokratieschulen,
ehemalige Europaschulen) erhalten Beratungen
zur Schulprogrammarbeit durch die zuständige
Schulbehörde, um beispielhaft über diese struktu-
rellen Verankerungen eine mittel- bis langfristige
Verstetigung zu erzielen Redaktionelle Begleitun-
gen dieser Schulentwicklungsprozesse werden als
best practice in Fortbildungen und Publikationen
eingebunden
3. Kooperation
Einstellungen und Haltungen werden in der Auseinan-
dersetzung mit authentischen und herausfordernden
Lebens- und Lernsituationen ausgeprägt und entwi-
ckelt Für die Schule besteht daher die Aufgabe der
Einbindung vielfältiger authentischer Lern- und Le-
bensorte Dies ist nur durch die Kooperation im gesell-
schaftlichen Umfeld (Kommune, Region) von Schule
leistbar, indem entsprechende soziale Erfahrungsräu-
me geschaffen werden können
Die Zusammenarbeit von Schulen mit außerschu-
lischen Partnerinnen und Partnern ist als Auftrag
gesetzlich verankert und seit vielen Jahren gängige
Praxis Kooperationen, die sich auf die Vertiefung be-
stimmter fachlicher Inhalte oder auch auf fachüber-
greifende Themen beziehen können, müssen aller-
dings in feste Strukturen eingebunden werden Dies
erfordert, dass externe Expertinnen und Experten mit
schulstrukturellem Wissen und pädagogischen Fähig-
keiten ausgestattet und außerschulische Lernumge-
bungen didaktisch-methodisch gestaltet werden Re-
ale Begegnung ist ein methodisches Prinzip, bei dem
Schülerinnen und Schüler und Gegenstand in einem
möglichst ursprünglichen, fesselnden, gehaltvollen
Kontakt gelangen, und zwar so, dass aus einer solchen
Begegnung heraus Betroffenheit, Problembewusst-
sein, Frage- und Infragestellung möglich werden
13) Ein Portal, ähnlich denen für Bildung für nach-
haltige Entwicklung oder Lebenskompetenz
8
, für
Angebote, Projekte, Materialien und Institutionen,
insbesondere auch politische Stiftungen, soll den
Schulen helfen, die richtigen Expertinnen und Ex-
perten oder Lernorte für ihre Bedarfe zu finden
Die Entwicklung und kontinuierliche Pflege eines
solches Portals, die Ansprache außerschulischer
Akteurinnen und Akteure, deren Qualifizierung
und Begleitung und die Beratung der Schulen
wird als gemeinsame Aufgabe der zuständigen
Schulaufsichtsbehörde unter Einbeziehung der
8
www.bne-sachsen.de
und
www.lern-
portal-sachsen-lebenskompetenz.de

8 |
Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung
(SLpB) gesehen
14) »Schule im Dialog«, ein Angebot der Sächsischen
Landeszentrale für politische Bildung, unterstützt
Schulen und Kooperationspartnerinnen und –
partner bei der didaktisch-methodischen Gestal-
tung authentischer und herausfordernder Erfah-
rungsräume im konkreten Lebensumfeld mit dem
Ziel der Förderung demokratischer Einstellungen
und Haltungen Das nachfrageorientierte Angebot
dient der Stärkung demokratischer Grundprinzipi-
en und Werte im Kontext der Entwicklung einer
wirksamen Kommunikations- und Beteiligungs-
kultur in Schule als Lern-, Lebens- und Erfah-
rungsraum unter Einbeziehung des schulischen
Umfeldes, unterstützt schulische und kommu-
nale/zivilgesellschaftliche Beteiligte im Sinne der
Eigenverantwortlichkeit von Schule (vgl SchulG)
und bezieht für die Schule bedeutsame Koopera-
tions-partnerinnen und Kooperationspartner in
der Kommune / Region ein
15) Die Verstetigung der Jugendsolidaritätsaktion
»genialsozial – Deine Arbeit gegen Armut«, die von
der Sächsischen Jugendstiftung unter Schirm-
herrschaft des Ministerpräsidenten seit Jahren
erfolgreich durchgeführt wird, ermöglicht eine
Verzahnung der Ansätze Service Learning, Schü-
lerhaushalt und Peer Education: Erlernen und
Erleben von solidarischem Handeln und Verant-
wortungsübernahme in einer globalisierten Ge-
sellschaft sowie Anregung demokratischer Aus-
handlungsprozesse an Schulen, bei denen alle
Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit Un-
terstützung der gewählten Schülerratsstrukturen
über einen zu vergebenden Haushalt verhandeln
16) Internationale Schulpartnerschaften werden an-
geregt und unterstützt Sie verfolgen unterschied-
liche Zielsetzungen, die von der Entwicklung in-
ternationaler Perspektiven, der Verbesserung von
Fremdsprachenkenntnissen bis hin zur Förderung
interkultureller, methodischer, sozialer, persönli-
cher und fachlicher Kompetenzen reichen ENSA
ist das Entwicklungspolitische Schulaustausch-
programm der Engagement Global gGmbH im
Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaft-
liche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Mit Hilfe dieses Programms können sächsische
Schulen beraten, vermittelt und gefördert werden
ENSA wird daher künftig stärker bei Schulberatun-
gen und auf Veranstaltungen sichtbar gemacht
17) Schüler- und Jugendwettbewerbe unterstützen
bei der Entfaltung und Weiterentwicklung indi-
vidueller Begabungen und Interessen sowie der
Lern- und Leistungsbereitschaft Wettbewerbe
im gesellschaftswissenschaftlichen Bereich re-
gen dazu an, sich intensiv und differenziert mit
Werten, gesellschaftlichen Leitbildern und Frage-
stellungen auseinander zu setzen und ein tiefer
gehendes Verständnis für Zusammenhänge in
Staat, Wirtschaft und Gesellschaft zu entwickeln
Sie motivieren zum Engagement für Demokratie,
Toleranz und zum Einsatz für die Zivilgesellschaft
Zum Beispiel erhalten die von der KMK empfoh-
lenen Wettbewerbe eine stärkere Betonung und
Öffentlichkeitsarbeit
9
18) Allgemeinbildende Schulen, die Ganztagsangebo-
te (GTA) gestalten, erhalten derzeit pauschalierte
zweckgebundene Zuweisungen Die Schulen be-
stimmen Art und Umfang ihrer GTA selbst, setzen
eigenständig schulspezifische Schwerpunkte und
gestalten mit Beteiligten vor Ort, wie Verbänden,
Kultur-, Sport- und Jugendvereinen, bedarfsge-
rechte und schülerorientierte Angebote Sie er-
möglichen den Schülerinnen und Schülern in ei-
ner veränderten Organisationsstruktur den Erwerb
von anwendungsfähigem Wissen, die Entwicklung
von Methodenkompetenz, Lernkompetenz und
Sozialkompetenz sowie die Werteorientierung
Thematische Veranstaltungen und Materialien
für GTA-Koordinatorinnen und Koordinatoren zu
Möglichkeiten der Demokratieerziehung durch
GTA sollen einen Fokus setzen
19) Außerschulisches Lernen ermöglicht das Sammeln
von Primärerfahrungen Exemplarisch werden
durch die zuständige Schulbehörde außerschu-
lische Lernorte der politischen und historischen
Bildung für die Nutzung durch sächsische Schu-
len beraten Gedenkstätten, Archive und Museen
können so zielgruppengenaue und lehrplanspezi-
fische Angebote entwickeln, die in das Portal ein-
gebunden werden
20) Um die Potentiale außerschulischer Expertinnen
und Experten und Lernorte für schulische Lern-
prozesse nutzbar zu machen, werden vorhandene
Förderinstrumente (z B Landesprogramm Weltof-
fenes Sachsen für Demokratie und Toleranz, För-
derRL Musikschulen/Kulturelle Bildung) mit den
verantwortlichen Ressorts auf deren Anwendbar-
keit für Schulen hin untersucht und ggfs weiter-
entwickelt
9
Geschichtswettbewerb des Bundes-
präsidenten, Schülerwettbewerb zur
politischen Bildung, Europäischer
Wettbewerb, Jugend gründet, Schul-
wettbewerb des Bundespräsidenten
zur Entwicklungspolitik, Wettbewerb
Förderprogramm Demokratisch Han-
deln, Jugend debattiert, Schülerzei-
tungswettbewerb der Länder, JUNIOR

 
| 9
4. Entwicklung der Professionalität
Der Bildungserfolg von Schülerinnen und Schülern
hängt, wie John Hattie in seiner Metastudie »Visible
Learning - Lernen sichtbar machen« gezeigt hat, vor
allem von der Haltung
10
der Lehrkraft ab, weil diese
wesentliche Bedeutung für die Qualität von Unterricht
hat »Gefordert sind Lehrpersonen, die Unterricht nicht
als einen Monolog sehen, sondern als einen Dialog, die
immer und immer wieder im Schüler etwas suchen,
wovon keiner etwas weiß und woran schon keiner
mehr glaubt, die mit Leidenschaft und Kompetenz
von ihrem Wissen, aber auch ihrem Leben erzählen
können, die sich mit ihren Kolleginnen und Kollegen
austauschen und zusammentun und die dem Schüler
auf Augenhöhe begegnen, wohlwissend, dass sie ihn
genauso brauchen wie er sie Damit nehmen Lehr-
personen im Unterricht eine bestimmte Rolle ein, die
von Hattie im Wesentlichen als Regisseur bezeichnet
wird «
11
Vor diesem Hintergrund ist es wichtig, dass
die demokratische Haltung von Fachberaterinnen
und Fachberatern, Lehrkräften aller Unterrichtsfächer,
Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeitern,
Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteigern in den
Lehrberuf und Personen, die sich in der ersten oder
zweiten Phase der Lehrerausbildung befinden, für
die Schülerinnen und Schüler sichtbar und erfahrbar
wird Darüber hinaus muss sich der angesprochene
Personenkreis seiner Verantwortung für politische
und historische Bildung sowie demokratische Schul-
entwicklung, welche sich aus den gesetzlichen Rah-
menbedingungen
12
ergibt, bewusst sein und im Sinne
demokratiebezogener Ziele agieren
Professionelle pädagogische Arbeit ist einerseits das
Ergebnis von wissenschaftsgeleiteter Aus-, Weiter-
und Fortbildung im Sinne des lebenslangen Lernens
und anderseits geprägt durch die systematische Zu-
sammenarbeit im Kollegium
21) Sowohl für angehende Lehrerinnen und Lehrer
in der ersten und zweiten Phase der Lehreraus-
bildung als auch Seiteneinsteigerinnen und Sei-
teneinsteiger, unabhängig von den Fächern, die
sie vertreten, und Schulsozialarbeiterinnen und
Schulsozialarbeiter wird ein modulares Angebot
mit dem Titel »Demokratische Schulkultur« bereit-
gestellt, welches obligatorisch in die Ausbildung
integriert ist, und auf bildungspolitische und ge-
sellschaftliche Herausforderungen Bezug nimmt
Methoden der Teamentwicklung, Kommunika-
tions- und Beteiligungskultur sowie der Selbst-
evaluation werden vermittelt, politische Fragen
im historischen Kontext (z B gruppenbezogene
Menschenfeindlichkeit) aufgegriffen und Hand-
lungsansätze bis hin zur eigenen Schulprogram-
marbeit aufgezeigt Die notwendigen Ressourcen
dafür werden an den zuständigen Einrichtungen
geschaffen Dazu müssen sich die zuständigen
Ressorts abstimmen
22) Lehrkräfte müssen, unabhängig von ihrer Fächer-
kombination, in Fortbildungen zu Ansätzen der
Demokratieentwicklung in den sächsischen Lehr-
plänen und zu deren Umsetzung im Unterrichts–
und Schulalltag geschult werden Dabei kommt es
einerseits auf innovative zentrale, regionale und
schulinterne Fortbildungsformate an, in denen
Inhalte und Methoden aus demokratiepädagogi-
scher Sicht Hand in Hand gehen, und andererseits
um Fortbildungsverpflichtungen im Rahmen eines
Personalentwicklungskonzepts, damit Lehrerinnen
und Lehrer die jeweiligen Fortbildungsangebote
nutzen
23) Für alle Fachberaterinnen und Fachberater werden
die Schwerpunkte »Werteorientierung« und »Poli-
tische Bildung« als Entwicklungsschwerpunkte
in den Fachentwicklungsberichten verankert, um
den Fokus auf die überfachlichen Ziele
13
der Lehr-
pläne sowie die jeweils fachspezifischen Ziele mit
demokratie-pädagogischer Bedeutung zu legen
und Expertise zu entwickeln
24) Der Fortbestand und quantitative Ausbau des
Unterstützungssystems Schulentwicklung ist not-
wendig, weil die Beraterinnen und Berater für De-
mokratiepädagogik, die Prozessmoderatorinnen
und –moderatoren, die Trainerinnen und Trainer
für Unterrichtsentwicklung, die pädagogische Su-
pervisorinnen und –visoren und die Regionalbe-
gleiterinnen und –begleiter Schulmediation grund-
legende und qualitativ wertvolle Kompetenzen für
die Entwicklung von Professionalität und werte-
orientierter Schulkultur haben und über die not-
wendige Expertise verfügen
14
25) Aus dem Modellprojekt »Starke Lehrer – starke
Schüler« resultierende Ergebnisse, Prozesse oder
Strukturen sollen an den beteiligten Schulen ver-
stetigt und möglichst flächendeckend an allen be-
rufsbildenden Schulen und darüber hinaus auch
an anderen Schularten etabliert werden können
15
5. Lehren und Lernen
Gemäß Sächsischer Landesverfassung besteht das
zentrale Bildungsziel der sächsischen Schulen darin,
die Jugend zur »Ehrfurcht vor allem Lebendigen, zur
Nächstenliebe, zum Frieden und zur Erhaltung der
10
Haltung wird bei Hattie vor allem
als Expertise des Lehrers verstanden,
die sich aus dem Zusammenspiel
von Fachkompetenz, pädagogischer
Kompetenz und didaktischer Kom-
petenz zusammensetzt. vgl. Zierer,
K: Kernbotschaften aus John Hatties
Visible Learning, Konrad-Adenauer-
Stiftung 2014, Seite 23.
11
Ebda., Seite 23.
12
Bildungs- und Erziehungsauftrag
der Schule durch Grundgesetz und
Sächsische Landesverfassung, Schul-
gesetz und den einzelnen Lehrplänen.
13
Die überfachlichen Ziele der sächsi-
schen Lehrpläne: Wertorientierung,
Sozialkompetenz, Kommunikations-
fähigkeit, Problemlösestrategien, Ver-
antwortungsbereitschaft, Reflexi-
ons- und Diskursfähigkeit, Mehr-
perspektivität sowie Empathie- und
Perspektivwechsel.
14
Zu den jeweiligen Kompetenzberei-
chen siehe
www.bildung.sachsen.
de/13360.htm
15
https://tu-dresden.de/gsw/phil/powi/
dpb/forschung/projekte/starke-leh-
rer-starke-schueler

10 |
Umwelt, zur Heimatliebe, zu sittlichem und politi-
schem Verantwortungsbewusstsein, zu Gerechtigkeit
und zur Achtung vor der Überzeugung des anderen,
zu beruflichem Können, zu sozialem Handeln und zu
freiheitlicher demokratischer Haltung zu erziehen «
16
Demokratische Schulentwicklung und politische Bil-
dung sind damit zentrale und vornehmliche Bildungs-
ziele der gesamten Schule Das sich darauf beziehende
Leitbild für die Schulentwicklung in Sachsen formu-
liert als fundamentales Bildungsziel, dass »Schulische
Bildung und Erziehung ( ) junge Menschen zu einer
selbstbestimmten und verantwortungsbewussten Le-
bensgestaltung sowie zum gestaltenden Mitwirken in
der demokratischen Gesellschaft befähigen (muss) «
Die sächsische Lehr- und Lernkultur trägt diesen An-
forderungen an Bildung durch das
W
issenserwerb-
K
ompetenzentwicklung-
W
erteorientierung-Modell
Rechnung, das sächsische Lehrpläne aller Fächer in
den verschiedenen Schularten grundlegend eint und
strukturiert So sollen Schülerinnen und Schüler im
Rahmen dieses Modells intelligentes, anschlussfähiges
und anwendungsorientiertes Wissen, variable Lern-,
Methoden- und Sozialkompetenzen sowie demokrati-
sche Wertorientierungen erwerben Damit diese Trias
an Bildungszielen verfolgt werden kann, müssen die
Lehr- und Lernprozesse sowie die Lehr- und Lernorga-
nisation entsprechend den Zielorientierungen des Leit-
bildes Schulentwicklung in Sachsen gestaltet werden
Handlungsorientierte, schüleraktivierende Unter-
richtsformen und -methoden ermöglichen Schüle-
rinnen und Schülern, Verantwortung für das eigene
Lernen zu übernehmen Demokratische Schulstruktu-
ren fördern ihre Selbstwirksamkeitsüberzeugung Das
heißt: In allen Fächern und Schularten sollen sächsi-
sche Schülerinnen und Schüler politische Urteils- und
Handlungsfähigkeit, Verantwortungsbereitschaft und
freiheitlich-demokratische Grundwerte erlernen und
erleben können Dazu müssen Demokratieerziehung,
politische und historische Bildung zu fachlichen, über-
fachlichen und fächerverbindenden Schwerpunkten
entwickelt werden
Die Qualität unterrichtlicher Arbeit in allen Schularten
und Altersklassen wird sich zunehmend auch daran
messen lassen müssen, wie es gelingt, den Lernenden
eine selbstbestimmte und verantwortungsbewus-
ste Teilhabe am gesellschaftlichen Leben in einer zu-
nehmend digital geprägten Welt zu ermöglichen Der
Einfluss der Digitalisierung auf alle Bereiche der Ge-
sellschaft ist allgegenwärtig Es entstehen neuartige
Arbeits-, Produktions- und Marktformate, Beschrei-
bungen von Freundschaft und Beziehung sowie medi-
ale und gesellschaftliche Wirklichkeiten Dabei sind es
der Prozess und seine Dynamik, die insbesondere den
Bildungsbereich vor große Herausforderungen stellen
Die »Strategie zur Medienbildung und Digitalisierung
in der Schule« des Sächsischen Staatsministeriums
für Kultus (SMK) zeigt Handlungsfelder und mögli-
che Umgangsweisen auf Schulen sollten Orte sein, an
denen die Möglichkeiten digitaler Medien genutzt
16
werden können - dies aber auch immer unter dem As-
pekt der Verantwortung für die Nutzung, Speicherung,
Verarbeitung, Modifizierung und Verknüpfung von
personenbezogenen Daten
Europa und die Europäische Union sind ebenfalls The-
men, die in der Schule auf vielfältige Weise eine Rolle
spielen Bildung über und für Europa soll dazu bei-
tragen, dass in der heranwachsenden Generation ein
Bewusstsein europäischer Zusammengehörigkeit ent-
steht Europabildung zielt darauf ab, europäische The-
men in die Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler
zu bringen, sich anderen Kulturen zu öffnen und den
europäischen Gedanken zu leben Im Sinne von »Wir
in Europa« sollen die Schülerinnen und Schüler ein
reflektiertes Bewusstsein für ein gemeinsames Europa
entwickeln, sowie damit verbundene Kompetenzen für
ein gelingendes Leben in Europa erlangen
26)
Der Unterricht aller Schularten und Fächer muss
geprägt sein durch demokratieförderliche Lernar-
rangements mit
einem starken Aktualitätsbezug
wie
etwa kooperatives Lernen, projektorientier-
tes Lernen, Lernen durch Engagement/Service
Learning sowie Kooperationen mit öffentlichen
Einrichtungen, z B Kultur-, Jugendvereinen und
außerschulischen Lernorten
27)
Lehrerkräfte müssen Hilfestellung bei der Umset-
zung dieser Lehr- und Lernkultur und Anwendung
der Lernarrangements bekommen Geeignet ist
dafür die Nutzung des Unterstützungssystems
Schulentwicklung (siehe: Punkt 23), die Experti-
se Externer sowie das Angebot zu Austausch und
Fortbildung Eine Veranstaltungsreihe ähnlich der
Sommer- und Herbstakademie zum Thema De-
mokratieerziehung/politische Bildung wird durch
die zuständige Schulbehörde bereitgestellt Die
Auftaktveranstaltung ist die »Zukunftswerkstatt
Winterakademie 2018«, die die Inhalte und das
Format für die zukünftigen Winterakademien be-
darfsorientiert, zielgruppengenau und partizipativ
entwickeln soll
16
Aus: Verfassung des Freistaates
Sachsen vom 27. Mai 1992 (Sächs-
GVBl. S. 243), die durch das Gesetz
vom 11. Juli 2013 (SächsGVBl. S. 502)
geändert worden ist. Artikel 101:
Grundsätze der Erziehung und Bil-
dung

| 11
28) Im Abgleich mit dem Papier »Strategie zur Me-
dienbildung und Digitalisierung in der Schule«
wird es eine themenspezifische Medienoffensive
geben, bei der ein Netzwerk staatlicher und nicht-
staatlicher Akteurinnen und Akteure Angebote
für Schulen bereithält So wird z B gemeinsam
mit dem Verein Aktion Zivilcourage ein mediales
Workshopformat für sächsische Schulen entwi-
ckelt Auch für Lehrkräfte soll diese Thematik ziel-
gruppengerecht angeboten werden
29) Schule und insbesondere Unterricht muss sich der
Lebenswirklichkeit stellen So ist die Einbeziehung
von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen oder Personen
des politischen Lebens in den Unterricht wichtig,
um eine aktive, unmittelbare Auseinandersetzung
der Lernenden zu unterstützen Außerdem sollen
die Schulen Besuche des Sächsischen Landta-
ges, des Deutschen Bundestages oder europäi-
scher Institutionen innerhalb wie auch außerhalb
Deutschlands
17
und Gespräche mit deren Mitglie-
dern fördern Solche Besuche sind als Schulver-
anstaltung jederzeit möglich Das Gleiche gilt für
bundes- oder landesweit durchgeführte Projekt-
tage (z B 9 November, EU-Projekttag) Explizit
sollen auch Wahlen als Anlass dafür genutzt wer-
den, dass sich Schülerinnen und Schüler mit der
freiheitlich-demokratischen Grundordnung, ihren
Repräsentantinnen und Repräsentanten und Be-
teiligungsformen auseinandersetzen
30) Alle Schularten und besonders deren schulartspe-
zifische Fächer im gesellschaftswissenschaftli-
chen Bereich leisten einen konkreten Beitrag zur
Erreichung der oben genannten Ziele Der ge-
sellschaftswissenschaftliche Bereich ist daher zu
stärken, insbesondere das Fach Gemeinschafts-
kunde (Anlagen 1 und 2)
31) Um den Prozess der Umsetzung fachlich zu be-
gleiten und eine kontinuierliche Qualitätsentwick-
lung zu ermöglichen, wird ein Beirat gebildet, der
mindestens einmal pro Jahr auf Einladung des
SMK zusammenkommt
17
Speziell
für Einzelprojekte, die in
Brüssel, Straßburg oder Berlin
stattfinden, können Schulen auf
die Förderrichtlinie »Internationale
Zusammenarbeit« der Sächsischen
Staatskanzlei zurückgreifen.

 
12 |
Anlagen
Anlage 1: Allgemeinbildende Schulen
1. Grundschule
Durch das novellierte Schulgesetz sind im § 51 Absatz
3 neue Formen der Mitwirkung im Primarbereich auf-
gezeigt
Vorschläge:
1 ) Ein Material für Lehrkräfte für den fachüber-
greifenden Einsatz im Primarbereich zum Thema
»Demokratieerziehung in der Grundschule« wird
entwickelt, dass sich am Material »Ökonomische
Themen in der Grundschule« orientiert
2 ) In Kooperation mit der SLpB wird eine kindgerech-
te Publikation zu den Grundrechten des Grundge-
setzes im Duktus der Publikationsreihe (z B »1 x 1
der Schule Fragen und Antworten zum Schulall-
tag«) erstellt und jeder Grundschule alljährlich in
Höhe der angemeldeten Schülerinnen und Schüler
zur Verfügung gestellt
3 ) In der Aus- und Fortbildung für Lehrkräfte des Sa-
chunterrichts werden die sozialwissenschaftlichen
Komponenten gestärkt
4 ) Die alljährliche Fachberatertagung wird am 17 Mai
2018 zum Thema »Demokratieerziehung an der
Grundschule« stattfinden
2. Oberschule
Vorschläge:
1 ) Einführung der Gemeinschaftskunde ab Klassen-
stufe 7:
Seitens des Fachreferates ist die Unterstützung
dieses Anliegens zugesagt worden, eine Entschei-
dung darüber kann im Zuge der Schulgesetzno-
vellierung und der Änderungen in den Stunden-
tafeln jedoch ausschließlich auf politischer Ebene
getroffen werden Wenn es zu einem diesbezügli-
chen Beschluss käme, könnte die LP-Arbeit mit SJ
2017/2018 durch das SBI aufgenommen werden,
um ab SJ 2019/2020 diesen an den sächsischen
Schulen umzusetzen
2 ) Stärkung des Wahlbereichs - Neigungskurse
3 ) Ausbau der Qualifizierungsangebote für fächerver-
bindenden Unterricht
4 ) Ausbau Kompetenzorientierter Lernaufgaben
5 ) Entwicklung, Erprobung und Implementierung von
Rechtskundeunterricht
3. Gymnasium
Vorschläge:
1 ) Einführung der Gemeinschaftskunde ab Klassen-
stufe 7:
Seitens des Fachreferates ist die Unterstützung
dieses Anliegens zugesagt worden, eine Entschei-
dung darüber kann im Zuge der Schulgesetzno-
vellierung und der Änderungen in den Stunden-
tafeln jedoch ausschließlich auf politischer Ebene
getroffen werden Wenn es zu einem diesbezügli-
chen Beschluss käme, könnte die LP-Arbeit mit SJ
2017/2018 durch das SBI aufgenommen werden,
um ab SJ 2019/2020 diesen an den sächsischen
Schulen umzusetzen
2 ) Stärkung des Wahlbereichs - Profilunterricht:
Ab dem 1 August 2018 wird es schulspezifische
Profile mit zwei Wochenstunden in den Klassen-
stufen 8 bis 10 geben Diese müssen fächerverbin-
dend angelegt sein und das Lehrplanmodell abbil-
den Dieser die Eigenverantwortung der Schulen
stärkende Ansatz kann unterstützt werden, indem
durch die Universitäten beispielgebende Lehrpläne
mit dem SBI zusammen entwickelt werden, die als
Extrarubrik auf der Lehrplanseite Gymnasium auf
dem Bildungsserver eingepflegt werden
3 ) Einführung des Leistungskurses Gemeinschafts-
kunde:
Ein entsprechender Lehrplan ist zu erarbeiten
Ab dem 1 August 2018 könnte diese Möglichkeit
in Kraft treten, um ab dem Schuljahr 2019/2020
diesen Leistungskurs belegen zu können In der
Konsequenz bedeutet dies, dass die Abituraufga-
benkommission schriftliche Abituraufgaben for-
mulieren und somit personell und sächlich aufge-
stockt werden muss
4 ) Ausbau Kompetenzorientierter Lernaufgaben:
Für den gesellschaftswissenschaftlichen Bereich
sollen die vorhandenen Lernaufgaben geprüft und
weiterentwickelt sowie neue unter Federführung
des SBI entwickelt werden

 
| 13
Anlage 2: Berufsbildende Schulen
Grundlegend ist zu klären, ob und wie die unterschied-
liche Fachbezeichnung Gemeinschaftskunde und Sozi-
alkunde, teilweise in der gleichen Schulart, mittelfris-
tig anzugleichen wäre Es gibt Ausbildungszweige, da
existieren Wirtschaftskunde und Gemeinschaftskunde
parallel, in anderen ist Wirtschafts- und Sozialkunde
oder auch Wirtschafts- und Gemeinschaftskunde zu-
sammengeführt, dann gibt es Wirtschaftskunde und
Sozialkunde getrennt, dann auch Sozialkunde exklusiv
oder nur Gemeinschaftskunde, dann manchmal gar
nichts davon, aber Religion und Ethik In der Fach-
schule ist von Wirtschafts- und Sozialpolitik als Fach
die Rede
1. Berufliches Gymnasium
Fächer Geschichte und Gemeinschaftskunde
Vorschläge:
1 ) Getrennte Unterrichtung
2 ) Stundenumfang 2 – 2
3 ) Entsprechende Lehrplanüberarbeitung
Die Zusammenlegung der Fächer Geschichte und
Gemeinschaftskunde und die damit einhergehende
Reduzierung der Gesamtstunden werden kritisiert In
Klassenstufe 11 sind hierfür 2 Stunden, im Grundkurs
12 und 13 jeweils 3 Stunden Darüber hinaus gibt es
Wirtschaftslehre/Recht mit jeweils 2 Stunden in jedem
der drei Jahre
2. Berufsschule - Berufsausbildung
Berufsübergreifender Bereich über drei Jahre
Vorschläge:
1 ) Gemeinschaftskunde ab erster Klassenstufe in al-
len Berufsschulen
2 ) Vereinheitlichung der Fachbezeichnung
3 ) Bei der anstehenden Evaluierung der Lehrpläne soll
in Bezug auf das Lernfeldkonzept stärker darauf
geachtet werden, dass Fragen der Ethik, Geschichte
und Gemeinschaftskunde auch in spezifischer und
angewandter Form bearbeitbar sind
3. Berufsschule - Berufsvorbereitungsjahr
Berufsübergreifender Bereich über ein Jahr mit 440
Ausbildungsstunden
Vorschlag:
1 ) Gemeinschaftskunde 80 Ausbildungsstunden neu
Deutsch/Kommunikation 80 Ausbildungsstunden
(bisher: 120)
Wirtschaftskunde 40 Ausbildungsstunden (bisher:
80 im Verbund mit Sozialkunde)
2 ) Entwicklung entsprechender Lehr- und Lernmate-
rialien
Begründung: Im Berufsvorbereitungsjahr liegt der
Schwerpunkt in Wirtschafts- und Sozialkunde in der
»Entwicklung von Personal- und Sozialkompetenz«
Im Lernbereich 2 »Rechte und Pflichten Jugendlicher«
werden in 12 Stunden Grundzüge der freiheitlich-
demokratischen Rechtsordnung gelehrt, die vier Stun-
den umfassenden Wahlpflichtangebote befassen sich
mit »Wahlen und Wähler«, »Der Föderalismus in der
Bundesrepublik Deutschland«, »Deutschland in Europa
und der Welt« Formen des eigenen Engagements und
der Teilhabe sind in diesem Umfang ebenso wenig zu
vermitteln wie die Diskussion zu gesellschaftspolitisch
relevanten Themen zu gewährleisten »Durch das Er-
leben von Werten im schulischen Alltag, das Erfahren
von Wertschätzung und das Reflektieren verschiede-
ner Weltanschauungen und Wertesysteme entwickeln
die Schüler individuelle Wert- und Normvorstellungen
auf der Grundlage der freiheitlich-demokratischen
Grundordnung «
18
Diesem Anspruch muss genügend
Raum und Expertise gegeben werden, damit die Schü-
lerinnen und Schüler als vollwertige und mündige
Bürgerinnen und Bürger agieren können
4. VwV Stundentafeln
III Evangelische Religion, Katholische Religion und
Ethik
Sind in den Stundentafeln die Fächer Evangelische
Religion, Katholische Religion oder Ethik ausgewiesen
und kann der Unterricht an der Schule nicht angebo-
ten werden, soll anstelle dieser Fächer
an der Berufsschule und Berufsfachschule im glei-
chen Umfang Unterricht in einem anderen Fach,
Lernfeld oder Handlungsbereich, insbesondere im
berufsbezogenen Bereich, erteilt werden;
an der Fachoberschule im gleichen Umfang Unter-
richt in einem Fach des Pflichtbereiches erteilt wer-
den;
18
Ziele und Aufgaben des Berufsvorbe-
reitungsjahres, Lehrplan, Seite 8.

14 |
am Beruflichen Gymnasium jeweils ein anderes
Fach unterrichtet beziehungsweise ein anderer
Grundkurs aus dem Pflichtbereich belegt werden
Vorschlag:
Streichung des gesamten Absatzes
Begründung: Religion und Ethik sind bzw sollen voll-
wertige Fächer wie alle anderen sein, für die es ja auch
keine »Ausweich-/Vertretungsfächer« gibt Das Bemü-
hen der Schulen, Religion und Ethik lt Stundentafel
abzusichern, ist zu unterstützen In der FOS wird Ethik
zukünftig bei der Berechnung der Durchschnittsnote
auf dem FOS-Zeugnis einbezogen
5. Fachoberschule
In der Fachoberschule wird es ab Schuljahr 2017/2018
den zweiwöchigen fächerverbindenden Unterricht ge-
ben, der es ermöglichen wird, sich mit gesellschaft-
lichen Entwicklungen interdisziplinär auseinanderzu-
setzen und zu vertiefen
Vorschlag:
Entwicklung von unterschiedlichen Modellen der Um-
setzung des fächerverbindenden Unterrichts durch
das SBI als Impulssammlung für Lehrerinnen und
Lehrer mit Schwerpunkt auf gesellschaftspolitische
Phänomene
Begründung: Durch den Wegfall der Sozialkunde in
den Fachoberschulen sind strukturelle Möglichkeiten
der Thematisierung gesellschaftspolitischer Frage-
stellungen verlustig Eine Variante der Steuerung zur
Nutzung des fächerverbindenden Unterrichts für sol-
cherlei Themen wäre die Erstellung von Modellen für
Lehrerinnen und Lehrer
Fächer Geschichte und Gemeinschaftskunde
Vorschläge:
1 ) Getrennte Unterrichtung
2 ) Stundenumfang abbilden
3 ) Entsprechende Lehrplanüberarbeitung

| 15

 
Herausgeber:
Sächsisches Staatsministerium für Kultus
Carolaplatz 1, 01097 Dresden
Bürgertelefon: +49 351 56465122
E-Mail: buerger@bildung sachsen de
www bildung sachsen de
www bildung de/blog
Twitter: @Bildung_Sachsen
Facebook: @SMKsachsen
Autoren:
Michaela Bausch, Michael Becker, Béla Bélafi, Prof Dr Anja Besand,
Albrecht Kaltofen, Prof Dr Alfons Kenkmann, Jana Konrad, Wilfried Kühner,
Peter Müller, Werner Rellecke, Friedrich Roderfeld sowie Ralf Seifert
Titelfoto
: Kultusministerium
Gestaltung und Satz:
Hi Agentur e K , Dresden
Redaktionsschluss:
26 08 2017
Verteilerhinweis
Diese lnformationsschrift wird von der Sächsischen Staatsregierung im Rahmen ihrer
verfassungsmäßigen Verpflichtung zur Information der Öffentlichkeit herausgegeben
Sie darf weder von politischen Parteien noch von deren Kandidaten oder Helfern zum
Zwecke der Wahlwerbung verwendet werden Dies gilt für alle Wahlen Missbräuchlich
ist insbesondere die Verteilung auf Wahlveranstaltungen, an lnformationsständen der
Parteien sowie das Einlegen, Aufdrucken oder Aufkleben parteipolitischer Informationen
oder Werbemittel Untersagt ist auch die Weitergabe an Dritte zur Verwendung bei der
Wahlwerbung
Copyright
Diese Veröffentlichung ist urheberrechtlich geschützt Alle Rechte, auch die des Nachdruckes
von Auszügen und der fotomechanischen Wiedergabe, sind dem Herausgeber vorbehalten