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Analysen zum
Innovationsstandort Sachsen
Januar 2019

Diese Untersuchung wurde im Auftrag des Staatsministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Ver-
kehr des Freistaates Sachsen (SMWA) erstellt.
Das SMWA hat auf die Ergebnisse keinen Einfluss genommen; diese liegen allein in der Ver-
antwortung der Autoren und der ausführenden Institute.
Alle in dieser Studie verwendeten Bezeichnungen sind geschlechtsneutral.
Autoren des Berichts
ZEW:
Marius Berger
Josefine Diekhof (Projektleitung)
Thorsten Doherr
Jürgen Egeln (Projektleitung)
Sandra Gottschalk
Martin Hud
Mila Köhler
Christian Rammer
ISI:
Henning Kroll
Peter Neuhäusler
Patricia Helmich
Prognos:
Jan-Philipp Kramer
Friedemann Koll
Adriana Cruz
Janosch Nellen
Moritz Schrapers
Caroline Winkelmann

i
Inhaltsverzeichnis
1.
Einleitung
1
2.
Innovationspotenziale
3
Bereich Wissenschaft
3
Struktur und Profil des Wissenschaftssystems
3
Ergebnisse wissenschaftlicher Aktivitäten in Sachsen
13
Exzellenz in der Forschung
18
Fazit
26
Bereich Unternehmen
28
Struktur der Innovationsaktivitäten
28
FuE-Aktivitäten
33
Innovationsausgaben und -erfolge
38
Aktuelle Trends bei Innovationsindikatoren
44
Innovationshemmnisse und Fachkräftemangel
48
Fazit
52
Exkurs: Bereich Bildung
53
Aktuelle Fachkräftesituation und nachgefragte Qualifikationsprofile
55
Externe Einflüsse auf den zukünftigen Fachkräftebedarf
57
Bildungsangebote und -inhalte
60
3.
Analyse der Innovationsträger
66
Innovationsstrategien der Unternehmen
68
Innovationsträger mit und ohne FuE
78
FuE und Innovationserfolg
82
Fazit
86
4.
Vernetzung der Akteure
88
Transfer- und Gründungsstrukturen
88
Darstellung der Transfer- und Gründungsstrukturen
89
Bewertung der Transfer- und Gründungsförderung an den Hochschulen
92
Ko-Publikationen von Wirtschaft und Wissenschaft
94
Innovationskooperationen von Unternehmen und Wissenschaft
97
Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Wissenschaft
100
Exkurs: Clusterinitiativen und -projekte
105
Fazit
107
5.
Zukunftsfelder
109
Status Quo der Stärken und Schwächen
111
Leistungsfähigkeit und Entwicklung des korrespondierenden Branchenportfolios in Sachsen 111
Charakteristika der sächsischen Zukunftsfelder in Forschung und Innovation
125
Technologische und wissenschaftliche Stärken
131

ii
Innovationsträger nach Zukunftsfeldern
146
Methode
146
Unternehmen in Zukunftsfeldern
149
Innovationstätigkeit in den Zukunftsfeldern
154
Thematische Schwerpunkte
158
Perspektivische Bedarfe und Trends der sächsischen Zukunftsfelder
161
Prognosen zur Entwicklung des korrespondierenden Branchenportfolios bis 2040
161
Globale Trends und Bedarfe im Bereich der Zukunftsfelder
163
Synopse: Gesamtprofil der sächsischen Zukunftsfelder
185
6.
Schlüsseltechnologien
193
Technologische und wissenschaftliche Stärken
193
Fazit
210
Innovationsträger nach Schlüsseltechnologien
211
Methode
211
Unternehmen in Schlüsseltechnologien
212
Innovationstätigkeit in den Schlüsseltechnologien
217
Fazit
221
Exkurs: Schnittstellen zwischen Zukunftsfeldern und Schlüsseltechnologien
222
Analyse der Förderdaten
223
Analyse der Patentdaten
231
Ergänzende Analyse der Daten aus dem Bereich Innovationsträger
235
Ergänzende Analyse der Interviewdaten
237
7.
Regionale Unterschiede
239
Wissenschaft und Technologieentwicklung
239
FuE-Aktivitäten
239
Publikationen
241
Patentaktivitäten
242
FuE- und Innovationsbeteiligung der Unternehmen
244
Fazit
246
Regionale Aspekte des Gründungsgeschehens
247
Vorgehen
248
Befunde
249
Fazit
259
Exkurs: Wagniskapitalfinanzierung
260
Methode der Transaktionsdatenanalyse
260
Beteiligungskapitalgeber-Verbandsstatistiken
260
Wagniskapitaltransaktionen im regionalen Vergleich
262
Wagniskapitalanbieter in Sachsen und im regionalen Vergleich
265
Fazit
269

iii
8.
Internationale Position
271
Innovationsindikatoren
271
Wissenschaftliche und technologische Position
278
Technologische Kapazitäten
278
Zukunftsfelder
278
Schlüsseltechnologien
284
Wissenschaftliche Kapazitäten
291
Zukunftsfelder
291
Schlüsseltechnologien
296
Internationale Verflechtungen
303
Fazit
305
9.
Gesamtschau und Resümee
308
Innovationspotenziale
309
Wissenschaft
309
Wirtschaft
310
Vernetzung und Kooperationen
312
Mögliche Themenfelder einer weiterentwickelten Innovationsstrategie
313
Regionale Unterschiede in Sachsen
317
Sachsens Position im Vergleich europäischer Regionen
318
Überlegungen zu einer innovationsorientierten Wirtschaftspolitik
320
10.
Literatur
324
11.
Anhang
326
Sektorale Abgrenzung der Zukunftsfelder für die Branchenanalyse
326
Tabellen und Abbildungen
328
Datenquellen und Methoden
385
Gemeindehierarchie in Sachsen
387

iv
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1:
Spezialisierungsprofil nach Fächergruppen, 2013-2017 ............................................. 17
Abbildung 2:
Unternehmen mit Innovationen 2017 in Sachsen, den übrigen neuen Ländern und den
alten Ländern ............................................................................................................... 30
Abbildung 3:
Innovatorenquote 2017 in Sachsen nach Branchengruppen und Größenklassen ...... 31
Abbildung 4:
Unternehmen mit Markt- und Sortimentsneuheiten sowie Unternehmen mit
kostensenkenden und qualitätsverbessernden Prozessinnovationen 2017 in Sachsen
nach Branchengruppen und Größenklassen ............................................................... 32
Abbildung 5:
Unternehmen mit FuE- und Innovationstätigkeit 2017 in Sachsen, den neuen Ländern
ohne Sachsen und den alten Ländern ......................................................................... 34
Abbildung 6:
Verteilung der internen FuE-Ausgaben 2015 nach Branchengruppen,
Technologiesektoren und Größenklassen in Sachsen, den anderen neuen Ländern
und den alten Ländern ................................................................................................. 37
Abbildung 7:
Innovationsausgaben 2017 als Anteil am Umsatz in Sachsen, den neuen Ländern
ohne Sachsen und den alten Ländern ......................................................................... 39
Abbildung 8:
Innovationsausgaben 2017 als Anteil am Umsatz in Sachsen, den neuen Ländern
ohne Sachsen und den alten Ländern nach Branchengruppen und Größenklassen . 40
Abbildung 9:
Umsatzanteil von Produktinnovationen 2017 in Sachsen, den neuen Ländern ohne
Sachsen und den alten Ländern .................................................................................. 42
Abbildung 10: Umsatzanteil von Produktinnovationen 2017 in Sachsen, den neuen Ländern ohne
Sachsen und den alten Ländern nach Branchengruppen und Größenklassen .......... 43
Abbildung 11: Indikatoren des Prozessinnovationserfolgs 2017 in Sachsen, den neuen Ländern ohne
Sachsen und den alten Ländern .................................................................................. 44
Abbildung 12: Trends in der Innovationsbeteiligung von Unternehmen in Sachsen, den neuen
Ländern ohne Sachsen und den alten Ländern, 2015-2017 ....................................... 45
Abbildung 13: Trends in der FuE-Beteiligung von Unternehmen in Sachsen, den neuen Ländern
ohne Sachsen und den alten Ländern, 2015-2017 ..................................................... 46
Abbildung 14: Trends in den Innovationsausgaben von Unternehmen in Sachsen, den neuen
Ländern ohne Sachsen und den alten Ländern, 2015-2017 ....................................... 47
Abbildung 15: Trends in der FuE-Beteiligung von Unternehmen in Sachsen, den neuen Ländern
ohne Sachsen und den alten Ländern, 2015-2017 ..................................................... 48
Abbildung 16: Innovationshemmnisse von hoher Bedeutung in Unternehmen in Sachsen, den neuen
Ländern ohne Sachsen und den alten Ländern, 2016 ................................................ 49
Abbildung 17: Besetzung offener Stellen in Unternehmen in Sachsen, den neuen Ländern ohne
Sachsen und den alten Ländern im Jahr, 2017 ........................................................... 50
Abbildung 18: Besetzung offener Stellen in Unternehmen in Sachsen im Jahr 2017 nach Innovatoren
und Nicht-Innovatoren ................................................................................................. 52
Abbildung 19: Ergebnisse des Digitalisierungskompass 2018 für Sachsen ....................................... 59
Abbildung 20: FuE-Tätigkeit und Innovationsausrichtung von Unternehmen, 2016 .......................... 70
Abbildung 21: Innovationsbezogene Strategien von Unternehmen ohne FuE-Tätigkeit und ohne
technische Innovationen, 2016 ....................................................................................
72
Abbildung 22: Innovationsstrategien von Unternehmen, 2016 ........................................................... 72
Abbildung 23: Verbreitung und Verteilung von Unternehmen mit „anspruchsvollen
Innovationsstrategien“* in Sachsen und Deutschland 2016 nach Sektoren (WZ 2008)
und Größenklassen...................................................................................................... 74
Abbildung 24: Anteil von „Innovationsträgern“ in Sachsen 2016 an Unternehmen, Umsatz und
Beschäftigten nach Sektoren (WZ 2008) und Größenklassen .................................... 80

v
Abbildung 25: Verteilung der „Innovationsträger“ in Sachsen 2016 nach Sektoren (WZ 2008) und
Größenklassen ............................................................................................................. 81
Abbildung 26: Verteilung der identifizierten Angebote nach Bundesländern (links) und
Ausstrahlungseffekte der Angebots-Hot-Spots in Deutschland (rechts), 2018 ........... 90
Abbildung 27: Standorte der Gründungsunterstützungslandschaft in Sachsen, 2018 ....................... 92
Abbildung 28: Gesamtpunkte sächsischer Hochschulen im Gründungsradar (Gesamtpunkte),
2016 ............................................................................................................................. 94
Abbildung 29: Anzahl Ko-Publikationen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft, 2000-2017 ............ 95
Abbildung 30: Ko-Publikationen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft, Index 2000 = 100 ............. 96
Abbildung 31: Informationsquellen für Innovationen von hoher Bedeutung in Unternehmen in
Sachsen, 2014-2016 .................................................................................................... 98
Abbildung 32: Formen und Effektivität der Zusammenarbeit mit der Wissenschaft in Unternehmen in
Sachsen, 2015-2017 .................................................................................................. 102
Abbildung 33: Entwicklung der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in den Zukunftsfeldern
Sachsens von 2008 bis 2017, Index 2008 = 100 ...................................................... 112
Abbildung 34: Beschäftigungsentwicklung und Spezialisierung in den Zukunftsfeldern Sachsens,
2008-2017 .................................................................................................................. 114
Abbildung 35: Wachstum der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in den Zukunftsfeldern in
den Vergleichsregionen, 2008-2017 .......................................................................... 115
Abbildung 36: Anteil der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten der Zukunftsfelder an der
Gesamtwirtschaft in den Vergleichsregionen in Relation zum Anteil der
sozialversicherungspflichtig Beschäftigten auf Bundesebene (Lokalisationsquotient -
LQ), 2017 ................................................................................................................... 116
Abbildung 37: Entwicklung des Umsatzes in den Zukunftsfeldern, 2009-2016, Index 2009 = 100.. 118
Abbildung 38: Wachstum des Umsatzes in den Zukunftsfeldern in Sachsen und auf Bundesebene,
2009-2016 .................................................................................................................. 119
Abbildung 39: Bruttowertschöpfung und Entwicklung der Bruttowertschöpfung in den sächsischen
Zukunftsfeldern, 2009-2016 ....................................................................................... 120
Abbildung 40: Anteil der BWS der Zukunftsfelder an der BWS der Gesamtwirtschaft in Sachsen und
den Vergleichsregionen, in Prozent, 2016 ................................................................. 121
Abbildung 41: Produktivität und Entwicklung der Produktivität in den Zukunftsfeldern in Sachsen,
2009-2016 .................................................................................................................. 123
Abbildung 42: Anzahl der Patentanmeldungen Sachsens innerhalb der Zukunftsfelder ................. 132
Abbildung 43: Anteil der Patentanmeldungen Sachsens innerhalb der Zukunftsfelder an allen
deutschen Patentanmeldungen im jeweiligen Feld, in Prozent ................................. 133
Abbildung 44: Patentspezialisierung (RPA) Sachsens in den Zukunftsfeldern ................................ 135
Abbildung 45: Patentanteile nach Organisationstypen in den Zukunftsfeldern, 2013-2015 ............. 137
Abbildung 46: Anteile der Patentanmeldungen aus Forschungsorganisationen, nach Zukunftsfeldern,
in Prozent ................................................................................................................... 139
Abbildung 47: Anzahl der Publikationen Sachsens, nach Zukunftsfeldern ...................................... 140
Abbildung 48: Anteil der Publikationen Sachsens, nach Zukunftsfeldern, Prozentanteil an allen
deutschen Publikationen im jeweiligen Zukunftsfeld ................................................. 141
Abbildung 49: Publikationsspezialisierung (RLA) Sachsens in den Zukunftsfeldern ....................... 143
Abbildung 50: Verteilung der Unternehmen nach Zukunftsfeldern in Sachsen, den übrigen neuen
Ländern, den alten Ländern und Berlin, 2017 ........................................................... 150
Abbildung 51: Prognose zur Entwicklung der Bruttowertschöpfung in Deutschland bis 2040 ......... 162

vi
Abbildung 52: Trend- und Unsicherheitsanalyse Zukunftsfeld „Umwelt“ .......................................... 164
Abbildung 53: Trend- und Unsicherheitsanalyse Zukunftsfeld „Rohstoffe“ ...................................... 167
Abbildung 54: Trend- und Unsicherheitsanalyse Zukunftsfeld „Digitale Kommunikation“ ................ 170
Abbildung 55: Trend- und Unsicherheitsanalyse Zukunftsfeld „Energie“ ......................................... 174
Abbildung 56: Trend- und Unsicherheitsanalyse Zukunftsfeld „Mobilität“ ........................................ 177
Abbildung 57: Trend- und Unsicherheitsanalyse Zukunftsfeld „Gesundheit“ ................................... 181
Abbildung 58: Anzahl der Patentanmeldungen Sachsens in den Schlüsseltechnologien................ 194
Abbildung 59: Anteil der Patentanmeldungen Sachsens innerhalb der Schlüsseltechnologien an allen
deutschen Patentanmeldungen im jeweiligen Feld, in Prozent ................................. 195
Abbildung 60: Patentspezialisierung (RPA) Sachsens in den Schlüsseltechnologien ..................... 197
Abbildung 61: Patentanteile nach Organisationstypen in den Schlüsseltechnologien, 2013-2015 .. 199
Abbildung 62: Anteile der Patentanmeldungen aus Forschungsorganisationen, nach
Schlüsseltechnologien, in Prozent ............................................................................. 201
Abbildung 63: Anzahl der Publikationen Sachsens innerhalb der Schlüsseltechnologien ............... 202
Abbildung 64: Anteil der Publikationen Sachsens innerhalb der Schlüsseltechnologien an allen
deutschen Publikationen im jeweiligen Feld .............................................................. 203
Abbildung 65: Publikationsspezialisierung (RLA) Sachsens in den Schlüsseltechnologien ............ 205
Abbildung 66: Verteilung der Unternehmen nach Schlüsseltechnologien in Sachsen, den übrigen
neuen Ländern, den alten Ländern und Berlin 2017 ................................................. 213
Abbildung 67: Zentrale Schnittstellen des sächsischen Innovationssystems ................................... 235
Abbildung 68: Strukturbereinigte regionale Unterschiede in der FuE- und Innovationsbeteiligung von
Unternehmen in Sachsen, 2015-2017 ....................................................................... 245
Abbildung 69: Verteilung der Anzahl der Gründungen nach Gemeindetypen, Gründungskohorten,
2010-2017 .................................................................................................................. 250
Abbildung 70: Gründungsintensität in forschungs- und wissensintensiven Branchen in Sachsen nach
Gemeinden, Gründungskohorten, 2010-2017 ........................................................... 252
Abbildung 71: Gründungsintensitäten nach unterschiedlichen Gemeindetypen, Hightech-
Industrie* .................................................................................................................... 254
Abbildung 72: Gründungsintensitäten nach unterschiedlichen Gemeindetypen, Software .............. 255
Abbildung 73: Gründungsintensitäten nach unterschiedlichen Gemeindetypen, Sonstige Hightech-
Dienstleistungen ........................................................................................................ 256
Abbildung 74: Gründungsintensitäten nach unterschiedlichen Gemeindetypen, wissensintensive
Dienstleistungen ........................................................................................................ 257
Abbildung 75: Entwicklung des Unternehmensbestandes nach unterschiedlichen Gemeindetypen,
Hightech- und wissensintensive Branchen insgesamt (Indexreihe: 2010=100) ........ 258
Abbildung 76: Volumen der Wagniskapitaltransaktionen in Deutschland, 2005–2017 .................... 261
Abbildung 77: Anzahl der Firmen, die Wagniskapital erhalten, in Deutschland, 2005-2017 ............ 262
Abbildung 78: Anzahl Wagniskapitaltransaktionen in Deutschland, 2005-2017 .............................. 263
Abbildung 79: Veränderung der Anzahl von Wagniskapitaltransaktionen in Deutschland nach
Regionen, mit und ohne Berlin, 2005–2017, Index 2005 = 100 ................................ 263
Abbildung 80: Anteil wagniskapitalfinanzierter Gründungen an allen forschungs- und
wissensintensiven Unternehmensgründungen in Deutschland nach Regionen, 2005-
2017 ........................................................................................................................... 264
Abbildung 81: Anteil wagniskapitalfinanzierter Unternehmen in Deutschland nach Branchen und
Regionen, 2005-2017 ................................................................................................ 265

vii
Abbildung 82: Anteil Wagniskapitaltransaktionen in Deutschland nach Typen beteiligter Investoren
und Regionen, 2005–2017 ........................................................................................ 266
Abbildung 83: Anzahl aktiver Wagniskapitalinvestoren nach Typ und Herkunft in Sachsen, 2005–
2017 ........................................................................................................................... 267
Abbildung 84: Anteil aktiver Wagniskapitalinvestoren nach Typ und Herkunft in Sachsen, 2005–
2017 ........................................................................................................................... 267
Abbildung 85: Anteil aktiver Wagniskapitalinvestoren nach Herkunft und Typ in Sachsen, 2005–
2017 ........................................................................................................................... 268
Abbildung 86: Anteil wagniskapitalfinanzierter Unternehmen in Deutschland nach Altersklasse und
Region, 2005–2017 ................................................................................................... 268
Abbildung 87: Anzahl wagniskapitalfinanzierter Unternehmen in Deutschland nach Altersklassen und
Regionen, 2005–2017 ............................................................................................... 269
Abbildung 88: Durchschnittswerte des Regional Innovation Indexes für verschiedene
Innovatorengruppen, mit Beispielregionen (NUTS-2) in Prozent, 2017 .................... 272
Abbildung 89: RIS Einzelindikatoren - Differenz von Sachsen und Innovation Leaders zum EU-
Durchschnitt, 2017 ..................................................................................................... 273
Abbildung 90: Anteil der FuE-Aufwendungen am BIP in Sachsen, EU-28 und RIS Innovation Leaders
über alle Sektoren, in Prozent ................................................................................... 274
Abbildung 91: Anteil der FuE-Aufwendungen am BIP in Sachsen, EU-28 und RIS Innovation Leaders
für verschiedene Sektoren, in Prozent....................................................................... 275
Abbildung 92: Anteil des FuE-Personals an der Gesamtbeschäftigung in Sachsen, EU-28 und RIS
Innovation Leaders über alle Sektoren, in Prozent .................................................... 276
Abbildung 93: Anteil des FuE-Personals an der Gesamtbeschäftigung in Sachsen, EU-28 und RIS
Innovation Leaders, in Prozent .................................................................................. 277
Abbildung 94: Anteil der Beschäftigten in den forschungsintensiven Industrien und wissensintensiven
Dienstleistungen an der Gesamtbeschäftigung, in Prozent ...................................... 278
Abbildung 95: Internationale Positionierung – Anteile Sachsens an allen Patentanmeldungen
weltweit, , in Prozent .................................................................................................. 279
Abbildung 96: Patentwachstum insgesamt, internationaler Trendvergleich, Index 2000=100 ......... 280
Abbildung 97: Patentwachstum Zukunftsfeld Energie, internationaler Trendvergleich, Index
2000=100 ................................................................................................................... 280
Abbildung 98: Patentwachstum Zukunftsfeld Gesundheit, internationaler Trendvergleich, Index
2000=100 ................................................................................................................... 281
Abbildung 99: Patentwachstum Zukunftsfeld Digitale Kommunikation, internationaler Trendvergleich,
Index 2000=100 ......................................................................................................... 281
Abbildung 100: Patentwachstum Zukunftsfeld Mobilität, internationaler Trendvergleich, Index
2000=100 ................................................................................................................... 281
Abbildung 101: Patentwachstum Zukunftsfeld Rohstoffe, internationaler Trendvergleich, Index
2000=100 ................................................................................................................... 282
Abbildung 102: Patentwachstum Zukunftsfeld Umwelt, internationaler Trendvergleich, Index
2000=100 ................................................................................................................... 282
Abbildung 103: Internationaler Vergleich – Patentanteile Sachsens an allen Patentanmeldungen
weltweit, in Prozent .................................................................................................... 284
Abbildung 104: Patentwachstum insgesamt, internationaler Trendvergleich, Index 2000=100 ......... 286
Abbildung 105: Patentwachstum in den Schlüsseltechnologien, internationaler Trendvergleich, Index
2000=100 ................................................................................................................... 286
Abbildung 106: Patentwachstum Biotechnologie, internationaler Trendvergleich, Index 2000=100.. 286

viii
Abbildung 107: Patentwachstum Nanotechnologie, internationaler Trendvergleich, Index
2000=100 ................................................................................................................... 287
Abbildung 108: Patentwachstum Mikro- und Nanoelektronik, internationaler Trendvergleich, Index
2000=100 ................................................................................................................... 287
Abbildung 109: Patentwachstum Photonik, internationaler Trendvergleich, Index 2000=100 ........... 287
Abbildung 110: Patentwachstum Neue Materialien, internationaler Trendvergleich, Index
2000=100 ................................................................................................................... 288
Abbildung 111: Patentwachstum Fortgeschrittene Produktionstechnologien, internationaler
Trendvergleich, Index 2000=100 ............................................................................... 288
Abbildung 112: Patentwachstum Software und Webtechnologien, internationaler Trendvergleich,
Index 2000=100 ......................................................................................................... 288
Abbildung 113: Publikationsanteile Sachsens an den weltweiten Publikationen in den Zukunftsfeldern,
in Prozent ................................................................................................................... 291
Abbildung 114: Publikationswachstum insgesamt, internationaler Trendvergleich , Index 2000=100 292
Abbildung 115: Publikationswachstum Zukunftsfeld Energie, internationaler Trendvergleich, Index
2000=100 ................................................................................................................... 293
Abbildung 116: Publikationswachstum Zukunftsfeld Gesundheit, internationaler Trendvergleich, Index
2000=100 ................................................................................................................... 293
Abbildung 117: Publikationswachstum Zukunftsfeld Digitale Kommunikation, internationaler
Trendvergleich, Index 2000=100 ............................................................................... 293
Abbildung 118: Publikationswachstum Zukunftsfeld Mobilität, internationaler Trendvergleich, Index
2000=100 ................................................................................................................... 294
Abbildung 119: Publikationswachstum Zukunftsfeld Rohstoffe, internationaler Trendvergleich, Index
2000=100 ................................................................................................................... 294
Abbildung 120: Publikationswachstum Zukunftsfeld Umwelt, internationaler Trendvergleich, Index
2000=100 ................................................................................................................... 294
Abbildung 121: Publikationsanteile Sachsens an den weltweiten Publikationen innerhalb der
Schlüsseltechnologien, in Prozent ............................................................................. 296
Abbildung 122: Publikationswachstum insgesamt, internationaler Trendvergleich, Index 2000=100 297
Abbildung 123: Publikationswachstum in den Schlüsseltechnologien, internationaler Trendvergleich,
Index 2000=100 ......................................................................................................... 298
Abbildung 124: Publikationswachstum Biotechnologie, internationaler Trendvergleich, Index
2000=100 ................................................................................................................... 298
Abbildung 125: Publikationswachstum Nanotechnologie, internationaler Trendvergleich, Index
2000=100 ................................................................................................................... 298
Abbildung 126: Publikationswachstum Mikro- und Nanoelektronik, internationaler Trendvergleich,
Index 2000=100 ......................................................................................................... 299
Abbildung 127: Publikationswachstum Photonik, internationaler Trendvergleich, Index 2000=100 .. 299
Abbildung 128: Publikationswachstum Neue Materialien, internationaler Trendvergleich, Index
2000=100 ................................................................................................................... 299
Abbildung 129: Publikationswachstum fortgeschrittene Produktionstechnologien, internationaler
Trendvergleich, Index 2000=100 ............................................................................... 300
Abbildung 130: Publikationswachstum Software und Webtechnologien, internationaler Trendvergleich,
Index 2000=100 ......................................................................................................... 300
Abbildung 131: Themenfelder, Schnittstellen, Branchenbezüge ........................................................ 316
Abbildung 132: Patentanmeldungen nach Regierungsbezirken (DPMA) ........................................... 339
Abbildung 133: Patentanmeldungen nach Regierungsbezirken (DPMA): Zukunftsfeld Energie ....... 339

ix
Abbildung 134: Patentanmeldungen nach Regierungsbezirken (DPMA): Zukunftsfeld Gesundheit . 340
Abbildung 135: Patentanmeldungen nach Regierungsbezirken (DPMA): Zukunftsfeld Digit. Komm. 340
Abbildung 136: Patentanmeldungen nach Regierungsbezirken (DPMA): Zukunftsfeld Mobilität ...... 341
Abbildung 137: Patentanmeldungen nach Regierungsbezirken (DPMA): Zukunftsfeld Rohstoffe .... 341
Abbildung 138: Patentanmeldungen nach Regierungsbezirken (DPMA): Zukunftsfeld Umwelt ........ 342
Abbildung 139: Gemeinden in Sachsen, nach Typen, Stand 2018 .................................................... 389

x
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1:
Hochschulkennzahlen Sachsen und Deutschland .........................................................4
Tabelle 2:
Hochschulkennzahlen Sachsen und Deutschland nach Fächergruppen, 2016 .............5
Tabelle 3:
Personal der Hochschulen für Forschung und Entwicklung, 2015 .................................6
Tabelle 4:
Ausgaben sächsischer Hochschulen in Tsd. Euro, 2016 ...............................................8
Tabelle 5:
Drittmittel sächsischer Hochschulen in 1.000 Euro, 2016 ..............................................8
Tabelle 6:
Drittmittel sächsischer Hochschulen, 2006-2016 ...........................................................9
Tabelle 7:
Drittmittel sächsischer Hochschulen nach Fächergruppen, in Tsd. Euro .................... 10
Tabelle 8:
Drittmittel sächsischer Hochschulen nach Fächergruppen, Anteil an Deutschland, in
Prozent ......................................................................................................................... 11
Tabelle 9:
Drittmittel sächsischer Hochschulen in Tsd. Euro, 2011-2016 .................................... 12
Tabelle 10:
Drittmittel sächsischer Hochschulen in Tsd. Euro, 2006-2010 .................................... 12
Tabelle 11:
Anzahl der Zeitschriftenveröffentlichungen, 2005-2017 .............................................. 13
Tabelle 12:
Anzahl der Zeitschriftenveröffentlichungen nach Organisationstypen (Sachsen), 2005-
2016 ............................................................................................................................. 14
Tabelle 13:
Anzahl der Zeitschriftenveröffentlichungen nach Organisationstypen (Deutschland),
2005-2016 .................................................................................................................... 14
Tabelle 14:
Anteil der Zeitschriftenveröffentlichungen nach Fächergruppen an allen Publikationen,
2013-2017 .................................................................................................................... 15
Tabelle 15:
Anzahl laufender koordinierter DFG-Förderprojekte in Sachsen, 2018 ...................... 18
Tabelle 16:
Laufende koordinierte DFG Projekte nach Zukunftsfeldern in Sachsen, 2018 ........... 19
Tabelle 17:
ERC Grants in Sachsen, 2010-2017 ........................................................................... 20
Tabelle 18:
Durchschnittliche Anzahl der Publikationen je Autor, 2005-2017 ................................ 20
Tabelle 19:
Durchschnittliche feldspezifische Zitatrate, 2005-2015 ............................................... 22
Tabelle 20:
Anzahl und Anteil der Ko-Publikationen nach deutschen Bundesländern an allen
Publikationen Sachsens, 2015-2017 ........................................................................... 23
Tabelle 21:
Anzahl und Anteil der Ko-Publikationen nach Kooperationspartnern (Länder – Top-10)
an allen Publikationen Sachsens, 2015-2017 ............................................................. 24
Tabelle 22:
Humboldt-Stipendien für Sachsen, 2013-2017 ............................................................ 24
Tabelle 23:
Marie-Skłodowska-Curie-Stipendien für Sachsen ....................................................... 25
Tabelle 24:
Anteil Autoren mit Mehrfachaffiliation (Ausland) an allen Autoren, 2005-2017 ........... 26
Tabelle 25:
Anteil Autoren mit vormals ausländischer Affiliation an allen Autoren, 2005-2017 ..... 26
Tabelle 26:
Patentanmeldungen sächsischer Forschungseinrichtungen ....................................... 26
Tabelle 27:
Unternehmen mit Innovationen in der sächsischen Wirtschaft, 2017 ......................... 28
Tabelle 28:
Unternehmen mit FuE- und Innovationsaktivitäten in der sächsischen Wirtschaft,
2017 ............................................................................................................................. 34
Tabelle 29:
Innovationsausgaben von Unternehmen in Sachsen, 2017 ........................................ 38
Tabelle 30:
Innovationserfolge mit Produktinnovationen von Unternehmen in Sachsen, 2017 ..... 41
Tabelle 31:
Besetzung von offenen Stellen in Unternehmen in Sachsen, 2017 ............................ 51
Tabelle 32:
SWOT-Analyse Berufliche Ausbildung ........................................................................ 61
Tabelle 33:
SWOT-Analyse Akademische Bildung ........................................................................ 63

xi
Tabelle 34:
SWOT-Analyse Fort- und Weiterbildung ..................................................................... 65
Tabelle 35:
Kombination von FuE-Tätigkeit und Innovationsausrichtung in Unternehmen in
Sachsen, 2016 ............................................................................................................. 70
Tabelle 36:
Kennzahlen von Unternehmen in Sachsen, differenziert nach der Innovationsstrategie
der Unternehmen, 2016 ............................................................................................... 76
Tabelle 37:
Innovationskooperationen von innovationsaktiven Unternehmen 2014-2016 in
Sachsen, den neuen Ländern ohne Sachsen und den alten Ländern ........................ 99
Tabelle 38:
Zusammenarbeit mit der Wissenschaft von Unternehmen 2015-2017 in Sachsen, den
neuen Ländern ohne Sachsen und den alten Ländern ............................................. 101
Tabelle 39:
Arten der Wissenschaftseinrichtungen, mit denen Unternehmen aus Sachsen 2015-
2017 zusammengearbeitet haben ............................................................................. 103
Tabelle 40:
Wissenschaftseinrichtungen mit der höchsten Anzahl von Nennungen durch
Unternehmen aus Sachsen, 2015-2017 .................................................................... 104
Tabelle 41:
Genutzte Förderprogramme für Wissenschaftszusammenarbeit durch Unternehmen
aus Sachsen, 2015-2017 ........................................................................................... 105
Tabelle 42:
Charakteristika Zukunftsfeld Umwelt ......................................................................... 126
Tabelle 43:
Charakteristika Zukunftsfeld Rohstoffe ...................................................................... 127
Tabelle 44:
Charakteristika Zukunftsfeld Digitale Kommunikation ............................................... 128
Tabelle 45:
Charakteristika Zukunftsfeld Energie ......................................................................... 129
Tabelle 46:
Charakteristika Zukunftsfeld Mobilität ........................................................................ 130
Tabelle 47:
Charakteristika Zukunftsfeld Gesundheit ................................................................... 131
Tabelle 48:
Patentanmeldungen innerhalb der Zukunftsfelder, absolut, Anteile an Deutschland 134
Tabelle 49:
Top 10 Patentanmelder in den Zukunftsfeldern, 2015 .............................................. 138
Tabelle 50:
Publikationen innerhalb der Zukunftsfelder, absolut, Anteile an Deutschland
insgesamt, sowie Verhältnis zu den Anmeldungen der übrigen neuen
Bundesländer ............................................................................................................. 142
Tabelle 51:
Top 10 publizierende Organisationen in den Zukunftsfeldern, 2017 ......................... 144
Tabelle 52:
Untersuchte Subbereiche nach Zukunftsfeldern ....................................................... 149
Tabelle 53:
Anzahl sächsischer Unternehmen in Zukunftsfeldern nach Subbereichen, 2017 ..... 151
Tabelle 54:
Verteilung der sächsischen Unternehmen in Zukunftsfeldern nach Branchengruppen
in Prozent, 2017 ......................................................................................................... 153
Tabelle 55:
Anteil der Zukunftsfelder an Unternehmen insgesamt, Beschäftigten, Umsatz,
Innovatoren, kontinuierlich forschenden Unternehmen, Innovationsausgaben und
Neuproduktumsatz in Sachsen, 2016 2017 ............................................................... 156
Tabelle 56:
Innovationskennzahlen von Unternehmen in Zukunftsfeldern in Sachsen, den übrigen
neuen Ländern und den alten Ländern, in Prozent, 2017 ......................................... 158
Tabelle 57:
Subthemen der Zukunftsfelder, Analyse der Unternehmen mit Marktneuheiten ...... 160
Tabelle 58:
SWOT Zukunftsfeld Umwelt ...................................................................................... 186
Tabelle 59:
SWOT Zukunftsfeld Rohstoffe ................................................................................... 188
Tabelle 60:
SWOT Zukunftsfeld Digitale Kommunikation ............................................................ 189
Tabelle 61:
SWOT Zukunftsfeld Energie ...................................................................................... 190
Tabelle 62:
SWOT Zukunftsfeld Mobilität ..................................................................................... 191
Tabelle 63:
SWOT Zukunftsfeld Gesundheit ................................................................................ 192

xii
Tabelle 64:
Patentanmeldungen in den Schlüsseltechnologien, absolut, Anteile an Deutschland
insgesamt sowie Verhältnis zu den Anmeldungen der alten Länder und übrigen neuen
Länder ........................................................................................................................ 196
Tabelle 65:
Top 10 Patentanmelder in den Schlüsseltechnologien, 2015 ................................... 200
Tabelle 66:
Publikationen innerhalb der Schlüsseltechnologien, absolut und
Anteile/Verhältnisse ................................................................................................... 204
Tabelle 67:
Top 10 publizierende Organisationen in den Schlüsseltechnologien, 2017 .............. 206
Tabelle 68:
Rolle von KET-relevanten Branchen in Sachsen, 2010-2017 ................................... 208
Tabelle 69:
Rolle von KET-relevanten Branchen in Sachsen (ohne Automobilbranche: WZ291,
WZ293) ...................................................................................................................... 209
Tabelle 70:
FuE-Ausgaben und FuE-Beschäftigung in KET relevanten Branchen ...................... 210
Tabelle 71:
Untersuchte Schlüsseltechnologien........................................................................... 212
Tabelle 72:
Anzahl sächsischer Unternehmen in Schlüsseltechnologien, 2017 .......................... 214
Tabelle 73:
Verteilung der sächsischen Unternehmen in Zukunftsfeldern nach Branchengruppen,
in Prozent, 2017 ......................................................................................................... 216
Tabelle 74:
Anteil der Schlüsseltechnologien an Unternehmen insgesamt, Beschäftigten, Umsatz,
Innovatoren, kontinuierlich forschenden Unternehmen, Innovationsausgaben und
Neuproduktumsatz in Sachsen, 2016 ........................................................................ 219
Tabelle 75:
Innovationskennzahlen von Unternehmen in Schlüsseltechnologien in Sachsen, den
übrigen neuen Ländern und den alten Ländern, in in Prozent, 2017 ........................ 220
Tabelle 76:
Übersicht: Rolle der Schlüsseltechnologien im Freistaat Sachsen, seit 2015........... 224
Tabelle 77:
Übersicht: Rolle der thematischen Zukunftsfelder im Freistaat Sachsen, seit 2015 . 224
Tabelle 78:
Anzahl Förderfälle, nach WZ und Zukunftsfeldern, seit 2015 ................................... 228
Tabelle 79:
Fördervolumen, nach WZ und Zukunftsfeldern, seit 2015 ........................................ 229
Tabelle 80:
Anzahl Förderfälle, nach Zukunftsfeldern und Schlüsseltechnologien, seit 2015 ..... 230
Tabelle 81:
Fördervolumen, nach Zukunftsfeldern und Schlüsseltechnologien, seit 2015 .......... 231
Tabelle 82:
Sektoral-technologisches Patentmapping, Sachsen, 2013-2015 .............................. 232
Tabelle 83:
Sektoral-technologisches Patentmapping, Deutschland, 2013-2015 ........................ 232
Tabelle 84:
Anmeldungen am DPMA, Sachsen, 2013-2015 ........................................................ 234
Tabelle 85:
Anmeldungen am DPMA, Deutschland, 2013-2015 .................................................. 235
Tabelle 86:
Schnittstellen Zukunftsfelder und Schlüsseltechnologien in Sachsen ....................... 236
Tabelle 87:
Schnittstellen Zukunftsfelder und Schlüsseltechnologien.......................................... 238
Tabelle 88:
Forschung und Entwicklung in Sachsen – insgesamt (NUTS-2) ............................... 240
Tabelle 89:
Forschung und Entwicklung in Sachsen – in Unternehmen (NUTS-2) ..................... 240
Tabelle 90:
Forschung und Entwicklung in Sachsen – in öffentl. Forschung und Hochschulen
(NUTS-2) .................................................................................................................... 241
Tabelle 91:
Anzahl und Anteil der Publikationen der NUTS-2-Regionen (fettgedruckt) sowie Anteil
der Publikationen der NUTS-3-Regionen an allen Publikationen Sachsens, 2005-
2017 ........................................................................................................................... 242
Tabelle 92:
Anteil Ko-Publikationen zwischen Regierungsbezirken an allen Publikationen, 2012-
2017 ........................................................................................................................... 242
Tabelle 93:
Anzahl der Patentanmeldungen am DPMA ............................................................... 243
Tabelle 94:
Anzahl der Patentanmeldungen am DPMA nach Zukunftsfeldern, 2013-2015 ......... 244
Tabelle 95:
Anzahl Ko-Patentanmeldungen nach Zukunftsfeldern, 2013-2015 ........................... 244

xiii
Tabelle 96:
Patentanmeldungen in den Zukunftsfeldern, nach Ländern, absolut und anteilig, 2013-
2015 ........................................................................................................................... 283
Tabelle 97:
Patente innerhalb der Schlüsseltechnologien, nach Ländern, absolut, 2013-2015 .. 289
Tabelle 98:
Patentanteile innerhalb der Schlüsseltechnologien, nach Ländern, in Prozent 2013-
2015 ........................................................................................................................... 290
Tabelle 99:
Publikationen innerhalb der Zukunftsfelder, nach Ländern, absolut und anteilig, 2015-
2017 ........................................................................................................................... 295
Tabelle 100:
Publikationen innerhalb der Schlüsseltechnologien, nach Ländern, absolut, 2015-
2017 ........................................................................................................................... 301
Tabelle 101:
Publikationen innerhalb der Schlüsseltechnologien, nach Ländern, absolut, 2015-
2017 ........................................................................................................................... 302
Tabelle 102:
Anteile der Ko-Patente und Ko-Publikationen Sachsens im Vergleich zu
Gesamtdeutschland, nach Zukunftsfeldern, in Prozent ............................................. 303
Tabelle 103:
Anteile der Ko-Patente und Ko-Publikationen Sachsens im Vergleich zu
Gesamtdeutschland, nach Schlüsseltechnologien, in Prozent .................................. 304
Tabelle 104:
Abgrenzung der Zukunftsfelder nach der Wirtschaftszweiggliederung in den
Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen nach WZ, 2008 ....................................... 326
Tabelle 105:
Methode der Verteilung des Maschinenbaus auf die Zukunftsfelder ........................ 327
Tabelle 106:
Abgrenzung der Zukunftsfelder nach der Wirtschaftszweiggliederung in den
Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen nach WZ 2008 für die Prognose bis
2040 ........................................................................................................................... 327
Tabelle 107:
Berufsgruppen mit Fachkräfte-Engpässen in Sachsen und deren Bedeutung für die
sächsischen Zukunftsfelder (Mai 2017 bis April 2018) (sortiert nach abgeschlossener
Vakanzzeit) ................................................................................................................ 328
Tabelle 108:
Akademische Bildungsangebote der Hochschulen in den Zukunftsfeldern (Auswahl
relevanter Fakultäten sächsischer Hochschulen) ...................................................... 331
Tabelle 109:
Darstellung der Beschäftigung der Branchen innerhalb der Zukunftsfelder in
Sachsen ..................................................................................................................... 334
Tabelle 110:
Darstellung des Umsatzes der Branchen innerhalb der Zukunftsfelder in Sachsen . 335
Tabelle 111:
Darstellung der Bruttowertschöpfung (BWS) der Branchen innerhalb der
Zukunftsfelder in Sachsen ......................................................................................... 336
Tabelle 112:
Darstellung der Produktivität der Branchen innerhalb der Zukunftsfelder in
Sachsen ..................................................................................................................... 337
Tabelle 113:
Darstellung der BWS-Prognose der Branchen innerhalb der Zukunftsfelder in
Sachsen ..................................................................................................................... 338
Tabelle 114:
Einflussfaktoren des Umsatzes mit neuen Produkten 2015-2017 in Unternehmen aus
Sachsen, den anderen neuen Ländern, Berlin und den alten Ländern: Ergebnisse von
Regressionsmodellen ................................................................................................ 343
Tabelle 115:
Einflussfaktoren des Umsatzes mit Marktneuheiten 2015-2017 in Unternehmen aus
Sachsen, den anderen neuen Ländern, Berlin und den alten Ländern: Ergebnisse von
Regressionsmodellen ................................................................................................ 344
Tabelle 116:
Einflussfaktoren des Umsatzes mit Sortimentsneuheiten 2015-2017 in Unternehmen
aus Sachsen, den anderen neuen Ländern, Berlin und den alten Ländern: Ergebnisse
von Regressionsmodellen ......................................................................................... 345
Tabelle 117:
Einflussfaktoren der Kostensenkung durch Prozessinnovationen 2015-2017 in
Unternehmen aus Sachsen, den anderen neuen Ländern, Berlin und den alten
Ländern: Ergebnisse von Regressionsmodellen ....................................................... 346

xiv
Tabelle 118:
Einflussfaktoren der Qualitätsverbesserung durch Prozessinnovationen 2015-2017 in
Unternehmen aus Sachsen, den anderen neuen Ländern, Berlin und den alten
Ländern: Ergebnisse von Regressionsmodellen ....................................................... 347
Tabelle 119:
Transfer und Gründungsinfrastrukturen in Sachsen, 2018 ....................................... 348
Tabelle 120:
FuE-Personal während des Projekts [137], nach WZ und Schlüsseltechnologien ... 353
Tabelle 121:
FuE-Personal während des Projekts [137], nach WZ und Zukunftsfeldern............... 354
Tabelle 122:
Am Projekt beteiligte Mitarbeiter [141], nach WZ und Schlüsseltechnologien .......... 355
Tabelle 123:
Am Projekt beteiligte Mitarbeiter [141], nach WZ und Zukunftsfeldern ..................... 356
Tabelle 124:
Erwarteter zusätzlicher Jahresumsatz [133], nach WZ und Schlüsseltechnologien . 357
Tabelle 125:
Erwarteter zusätzlicher Jahresumsatz [133], nach WZ und Zukunftsfeldern ............ 358
Tabelle 126:
Neu einzustellende Personen für Verwertung [139], nach WZ und
Schlüsseltechnologien ............................................................................................... 359
Tabelle 127:
Neu einzustellende Personen für Verwertung [139], nach WZ und Zukunftsfeldern 360
Tabelle 128:
Anzahl Förderfälle, nach WZ und Schlüsseltechnologien ......................................... 361
Tabelle 129:
Anzahl Förderfälle, nach WZ und Zukunftsfeldern .................................................... 362
Tabelle 130:
Fördervolumen, nach WZ und Schlüsseltechnologien .............................................. 363
Tabelle 131:
Fördervolumen, nach WZ und Zukunftsfeldern ......................................................... 364
Tabelle 132:
Anzahl Förderfälle, nach WZ und Schlüsseltechnologien RL 02144 ........................ 365
Tabelle 133:
Anzahl Förderfälle, nach WZ und Zukunftsfeldern RL 02144 ................................... 366
Tabelle 134:
Fördervolumen, nach WZ und Schlüsseltechnologien RL 02144 ............................. 367
Tabelle 135:
Fördervolumen, nach WZ und Zukunftsfeldern RL 02144 ........................................ 368
Tabelle 136:
Zuordnung Koordinierter DFG-Programme in Sachsen zu den Zukunftsfeldern der
Innovationsstrategie ................................................................................................... 369
Tabelle 137:
Drittmittel sächsischer Hochschulen in Tsd. Euro, 2011-2016 .................................. 373
Tabelle 138:
Durchschnittliche feldspezifische Zitatrate nach Fächergruppen, 2013-2015 ........... 374
Tabelle 139:
Exzellenzrate, 2005-2015 .......................................................................................... 374
Tabelle 140:
Durchschnittliche Anzahl der Publikationen je Autor nach Fächergruppen, 2013-
2017 ........................................................................................................................... 375
Tabelle 141:
Top10 Patentanmelder in den Zukunftsfeldern (inkl. Anmelder außerhalb Sachsens),
2015 ........................................................................................................................... 376
Tabelle 142:
Top10 Patentanmelder in den Schlüsseltechnologien (inkl. Anmelder außerhalb
Sachsens), 2015 ........................................................................................................ 377
Tabelle 143:
Anzahl Förderfälle, nach WZ und Schlüsseltechnologien ......................................... 378
Tabelle 144:
Fördervolumen, nach WZ und Schlüsseltechnologien .............................................. 379
Tabelle 145:
Sektoral-technologisches Patentmapping 2009-2011, Freistaat Sachsen ................ 380
Tabelle 146:
Sektoral-technologisches Patentmapping 2009-2011, Deutschland ......................... 380
Tabelle 147:
Outputindikatoren, nach Zukunftsfeldern und Schlüsseltechnologien ....................... 381
Tabelle 148:
Regional Innovation Index der RIS-Regionen aus den Innovatorengruppen Innovation
Leaders und Strong Innovators, in Prozent, 2017 ..................................................... 382
Tabelle 149:
Regional Innovation Index der RIS-Regionen aus den Innovatorengruppen Moderate
und Modest Innovators , in Prozent, 2017 ................................................................. 383
Tabelle 150:
Anteil interner FuE-Aufwendungen am BIP für Sachsen, RIS Innovation Leaders und
EU-28, in Prozent....................................................................................................... 384

xv
Tabelle 151:
Anteil des FuE-Personals an der Gesamtbeschäftigung für Sachsen, RIS Innovation
Leaders und EU-28, in Prozent ................................................................................. 384
Tabelle 152:
Liste der Gemeinden Sachsens nach Typen, Stand 2018 ........................................ 387
Erläuterungsboxen
Box 1:
Digitalisierungskompass – Arbeitsmarkt digitaler Berufe in Sachsen ......................... 59
Box 2:
Das Mannheimer Innovationspanel (MIP) ................................................................... 66
Box 3:
BMBF-Projekte mit Vernetzungscharakter ................................................................ 106
Box 4:
Mannheimer Unternehmenspanel (MUP) des ZEW .................................................. 247
Box 5:
Hightech- und wissensintensive Branchen ................................................................ 248
Box 6:
Gemeindetypenhierarchie .......................................................................................... 249

 
1. Einleitung
Analysen zum Innovationsstandort Sachsen
1
1. Einleitung
Das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI), die Prognos AG sowie das
Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) wurden beauftragt, eine Studie mit
„Analysen zum Innovationsstandort Sachsen“ zu erarbeiten. In dieser Studie sollen die inno-
vationsbezogenen Aktivitäten, Kompetenzen und Potenziale der diesbezüglichen Akteure in
Sachsen analysiert werden. In die Untersuchung einbezogen werden Unternehmen, Hoch-
schulen sowie außeruniversitäre Forschungseinrichtungen.
Gerade für ein stark auf Technologieentwicklung und Innovationswettbewerb ausgerichtetes
Bundesland wie Sachsen ist die regelmäßige Analyse des Innovationssystems und der Ak-
teure dieses Systems sowie ihrer Zusammenarbeit und Vernetzung von besonderer Bedeu-
tung, um Veränderungen rechtzeitig identifizieren zu können und auf solche auch politisch
reagieren zu können. Einen wichtigen Rahmen für die Innovationspolitik des Landes bildete
bisher die sächsische Innovationsstrategie von 2013. Sie benennt sogenannte Zukunftsfelder
als wirtschaftlich-technologische Bereiche, in denen die technologische Entwicklung, aufbau-
end auf Stärken von Wirtschaft und Wissenschaft des Freistaates, vorangetrieben werden soll.
Ebenfalls in der Innovationsstrategie hervorgehoben wird die Bedeutung der von der EU als
Schlüsseltechnologien („Key Enabling Technologies“, KET) bezeichneten Technologieberei-
che, denen im Vergleich – und im Unterschied – zu den Zukunftsfeldern eher der Charakter
von Querschnittstechnologien zuzuschreiben ist, sie somit für zahlreiche Branchen und Ange-
bote bedeutsam sind. Im Lichte technologischer Entwicklungen ist ein Zeitraum von fünf Jah-
ren durchaus als ein längerer Zeitraum anzusehen, eine Anpassung und Neujustierung der
Innovationsstrategie des Landes unter dem Eindruck veränderter Bedingungen und Entwick-
lungen ist daher fraglos angemessen. Die hier bearbeitete Studie soll durch ihre Analysen
relevante Informationen zu Innovations- und Wissenschaftsakteuren und zu den Innovations-
potenzialen des Landes erarbeiten und damit wichtige Entscheidungshilfen zu einer Überar-
beitung der sächsischen Innovationsstrategie liefern.
Dabei werden zunächst die Potenziale betrachtet, die in Wissenschaft und Unternehmenssek-
tor vorliegen und die die Innovationsbemühungen und ihre Erfolge ganz wesentlich mitbestim-
men. Wichtige diesbezügliche Voraussetzungen werden im Bildungssystem gelegt, das aus
diesem Grund hier – wenn auch nur in Form eines Exkurses – in die Betrachtung einbezogen
wird (Kapitel 2). Die Innovationsträger des Landes, ihre unterschiedlichen Strategien, die Be-
deutung von Forschung und Entwicklung (FuE) sowie ihre Erfolge werden in Kapitel 3 detail-
liert untersucht. Die Innovationsaktivitäten der unterschiedlichen Akteure werden natürlich

Analysen zum Innovationsstandort Sachsen
1. Einleitung
2
nicht losgelöst von den anderen Akteuren durchgeführt. Neues Wissen diffundiert, Unterneh-
men lassen sich von anderen Marktteilnehmern zu Innovationsideen anregen oder wissen-
schaftliche Einrichtungen arbeiten untereinander und mit Unternehmen zusammen, wenn es
um die Bearbeitung von Innovationsprojekten geht. Dieser für das Innovationsgeschehen nicht
unwesentliche Bereich wird in Kapitel 4 untersucht. Dabei geht es um die Darstellung der in
Sachsen vorhandenen Transfer- und Gründungsunterstützungsinfrastruktur und deren Bewer-
tung sowie um das Kooperationsverhalten von Unternehmen, insbesondere auch mit der Wis-
senschaft.
Besondere Bedeutung kommt in dieser Studie dem Kapitel 5 zu, in dem die Einbettung der
großen Bereiche der sächsischen Zukunftsfelder der 2013er Innovationsstrategie (Umwelt,
Rohstoffe, Digitale Kommunikation, Energie, Mobilität und Gesundheit) in das Innovations- und
Technologiebildungsgeschehen des Freistaates analysiert wird. Dabei wird vom Status Quo
der mit diesen Feldern korrespondierenden Branchengruppen sowie ihren Charakteristika in
Forschung und Innovationstätigkeit und ihren technologischen und wissenschaftlichen Stärken
über eine detaillierte Analyse der Innovationsträger in den Zukunftsfeldern bis zu prospektiven
Betrachtungen der korrespondierenden Branchen und globaler Zukunftstrends ein breiter Un-
tersuchungsschirm gespannt. Ziel hierbei ist es auch unterhalb der Ebene der breiten Abgren-
zung der Zukunftsfelder Subbereiche zu identifizieren, die das besondere Augenmerk der Po-
litik verdienen, beispielsweise in einer Form einer angepassten oder neuen Innovationsstrate-
gie des Landes.
Den KET oder Schlüsseltechnologien kommt im Rahmen von Analysen zum Innovationsge-
schehen in einem Bundesland eines EU-Staats natürlich ebenfalls eine wichtige Rolle zu. Aus
diesem Grund werden in Kapitel 6 die technologischen und wissenschaftlichen Stärken sowie
die Innovationsträger in den Schlüsseltechnologien analysiert. Die regionalen Unterschiede
von Technologieentwicklung und Wissenschaftsaktivitäten innerhalb Sachsens sowie die
kleinräumige Betrachtung des Unternehmensgründungsgeschehens mit einem Fokus auf for-
schungs- und wissensintensive Branchen und die Wagniskapitalverfügbarkeit innerhalb Sach-
sens wird in Kapitel 7 dargelegt. In Kapitel 8 wird die Position Sachsens bezüglich Indikatoren
zu Innovation, Technologie und Wissenschaft im europäischen Vergleich betrachtet.
Die Studie schließt ab mit einer Gesamtschau der Befunde zu den unterschiedlichen Themen
und einem umfassenden Resümee (Kapitel 9).

 
2. Innovationspotenziale
Analysen zum Innovationsstandort Sachsen
3
2. Innovationspotenziale
Die Expertise und Kompetenzen von Unternehmen und wissenschaftlichen Einrichtungen des
Freistaates bilden die Basis der Innovationen am Innovationsstandort Sachsen. Aus diesem
Grund soll zunächst dieser Basis Aufmerksamkeit geschenkt werden, um den Rahmen abzu-
stecken, in dem sich die im Folgenden detailliert untersuchten technologischen Entwicklungen
und Innovationen abspielen. So werden hier die wissenschaftlichen Strukturen, das inhaltliche
Profil und die Leistungsfähigkeit der wissenschaftlichen Einrichtungen Sachsens, sowie die
Struktur der Innovationsaktivitäten, die Innovationsaufwendungen und –erfolge sowie die In-
novationshemmnisse der sächsischen Unternehmen dargestellt.
Die Verfügbarkeit von Mitarbeitern in den von den Unternehmen und Wissenschaftseinrichtun-
gen benötigten Qualifikationen ist ebenfalls von hoher Bedeutung für die Innovationsmöglich-
keiten im Freistaat. Aus diesem Grund wird das Thema Fachkräftesituation kurz, in Form eines
Exkurses, betrachtet.
Bereich Wissenschaft
Struktur und Profil des Wissenschaftssystems
Wie im Technologiebericht 2018 detailliert dargestellt, verfügt der Freistaat Sachsen über eine
starke und traditionsreiche Hochschullandschaft aus vier Universitäten (TU Dresden, Univer-
sität Leipzig, TU Chemnitz und TU Freiberg), fünf Hochschulen für angewandte Wissenschaf-
ten bzw. Fachhochschulen, fünf Kunsthochschulen, zwei Hochschulen der Verwaltung sowie
12 weitere staatlich anerkannte Hochschulen. Des Weiteren ist Sachsen Standort von sechs
Instituten der Max-Planck-Gesellschaft, zwei Helmholtz-Zentren, einer Helmholtz-Institutsau-
ßenstelle, drei Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung, 14 Fraunhofer-Instituten, -Insti-
tutsteilen oder -Einrichtungen sowie zehn Instituten der Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried
Wilhelm Leibniz (inkl. Senckenberg-Institute). Hinzu kommen sieben landesfinanzierte Insti-
tute.
Wissenschaftliche Ausbildung und Wissenschaftliches Personal
Grundlegende Hochschulkennzahlen für den Freistaat zeigen, dass es in den vergangenen
zehn Jahren zu einem Anstieg von Absolventenzahlen und der Anzahl abgeschlossener Pro-
motionen kam, die den in Sachsen eher geringen Aufwuchs im Bereich der Studierenden deut-
lich überstieg (Tabelle 1). Während die Zahl des wissenschaftlichen Personals merklich zu-
nahm, galt dies nur eingeschränkt für die Zahl der Professoren. Die Zahl der Habilitationen

Analysen zum Innovationsstandort Sachsen
2. Innovationspotenziale
4
war, dem gesamtdeutschen Trend folgend, in den vergangenen zehn Jahren sogar rückläufig.
Relativ hat sich der Anteil des Freistaates an den gesamtdeutschen Aktivitäten in öffentlichen
Hochschulen und Forschungseinrichtungen damit überwiegend leicht verringert, im Hinblick
auf Promotionen sind allerdings Zuwächse zu verzeichnen.
Tabelle 1:
Hochschulkennzahlen Sachsen und Deutschland
2005
2010
2015
Anzahl Sachsen
Studierende
107.792
109.761
113.281
Absolventen
12.928
19.828
22.303
Promotionen
1.059
1.201
1.528
Habilitationen
90
83
73
wiss. Personal
13.711
17.077
19.833
Professoren
2.185
2.185
2.337
Deutschland
Studierende
1.985.765
2.217.294
2.757.799
Absolventen
252.482
361.697
481.588
Promotionen
25.803
25.567
29.185
Habilitationen
2.001
1.755
1.627
wiss. Personal
240.186
324.367
385.311
Professoren
37.865
41.462
46.344
Anteil Sachsen an Deutschland
Studierende
5,4 %
5,0 %
4,1 %
Absolventen
5,1 %
5,5 %
4,6 %
Promotionen
4,1 %
4,7 %
5,2 %
Habilitationen
4,5 %
4,7 %
4,5 %
wiss. Personal
5,7 %
5,3 %
5,1 %
Professoren
5,8 %
5,4 %
5,0 %
Quelle: Hochschulstatistik des Statistischen Bundesamtes, Fachserie 11, 4.3.1, Berechnungen des Fraunhofer ISI.
Fachliche Schwerpunkte der sächsischen Hochschullandschaft liegen im Hinblick auf junge
Nachwuchswissenschaftler (Promotionen) in den Bereichen Mathematik-Naturwissenschaften,
Ingenieurwissenschaften sowie Humanmedizin-Gesundheitswissenschaften.
Im Vergleich zu Aktivitäten anderer Fachbereiche bleiben geisteswissenschaftliche Lehre und
Forschung in Sachsen unterdurchschnittlich vertreten (~3-4 %). Während sich die Anteile des
Freistaates an allen deutschen Studierenden und Absolventen über die Fächergrenzen hin-
weg sonst nicht fundamental unterscheiden (~4,0-5,5 %), findet sich hinsichtlich der Promoti-
onen eine klare Spezialisierung im Bereich Ingenieurwissenschaften (8,1 %, Tabelle 2).

2. Innovationspotenziale
Analysen zum Innovationsstandort Sachsen
5
Tabelle 2:
Hochschulkennzahlen Sachsen und Deutschland nach Fächergruppen, 2016
Studierende
Absolventen
Promotionen
Sachsen
Geisteswissenschaften
11.383
2.228
75
Sport
1.603
278
3
Rechts-, Wirtschafts- und
Sozialwissenschaften
33.787
7.537
219
Mathematik,
Naturwissenschaften
11.008
2.452
432
Humanmedizin,
Gesundheitswissenschaften
7.920
1.349
381
Agrar-, Forst- und
Ernährungswissenschaften
2.445
484
55
Ingenieurwissenschaften
38.366
6.986
382
Kunst, Kunstwissenschaft
4.812
961
10
Deutschland
Geisteswissenschaften
342.928
53.417
2.167
Sport
27.822
4.789
105
Rechts-, Wirtschafts- und
Sozialwissenschaften
1.025.852
192.308
4.794
Mathematik,
Naturwissenschaften
315.393
55.160
8.782
Humanmedizin,
Gesundheitswissenschaften
171.024
30.068
7.414
Agrar-, Forst- und
Ernährungswissenschaften
63.253
11.798
1.008
Ingenieurwissenschaften
763.354
126.938
4.719
Kunst, Kunstwissenschaft
93.717
17.124
298
Anteil Sachsen an Deutschland
Geisteswissenschaften
3,3 %
4,2 %
3,5 %
Sport
5,8 %
5,8 %
2,9 %
Rechts-, Wirtschafts- und
Sozialwissenschaften
3,3 %
3,9 %
4,6 %
Mathematik,
Naturwissenschaften
3,5 %
4,4 %
4,9 %
Humanmedizin,
Gesundheitswissenschaften
4,6 %
4,5 %
5,1 %
Agrar-, Forst- und
Ernährungswissenschaften
3,9 %
4,1 %
5,5 %
Ingenieurwissenschaften
5,0 %
5,5 %
8,1 %
Kunst, Kunstwissenschaft
5,1 %
5,6 %
3,4 %
Quelle: Hochschulstatistik des Statistischen Bundesamtes, Fachserie 11, 4.3.1, Berechnungen des Fraunhofer ISI.

Analysen zum Innovationsstandort Sachsen
2. Innovationspotenziale
6
Tabelle 3:
Personal der Hochschulen für Forschung und Entwicklung, 2015
Forscher
Sonstiges
FuE-Personal
FuE-Personal
Gesamt
Drittmittel-
personal
Sachsen
Geistes-, und Kunst-
wissenschaften, Sport
679
75
754
467
Rechts-, Wirtschafts- und So-
zialwissenschaften
905
128
1.032
587
Mathematik,
Naturwissenschaften
1.338
350
1.687
1.135
Humanmedizin /
Gesundheitswissenschaften
640
488
1.128
870
Agrar-, Forst- und
Ernährungswissenschaften*
140
90
229
107
Ingenieurwissenschaften
3.047
926
3.973
3.162
insgesamt
6.749
2.056
8.805
6.328
Deutschland
Geistes-, und Kunst-
wissenschaften, Sport
14.550
1.454
16.004
10.019
Rechts-, Wirtschafts- und So-
zialwissenschaften
17.853
2.105
19.959
11.098
Mathematik,
Naturwissenschaften
25.436
5.884
31.320
19.020
Humanmedizin /
Gesundheitswissenschaften
14.012
13.701
27.713
15.992
Agrar-, Forst- und
Ernährungswissenschaften*
2.732
1.263
3.995
2.188
Ingenieurwissenschaften
28.564
6.477
35.041
24.623
insgesamt
103.148
30.884
134.032
82.940
Anteil
Geistes-, und Kunst-
wissenschaften, Sport
4,7 %
5,2 %
4,7 %
4,7 %
Rechts-, Wirtschafts- und So-
zialwissenschaften
5,1 %
6,1 %
5,2 %
5,3 %
Mathematik,
Naturwissenschaften
5,3 %
5,9 %
5,4 %
6,0 %
Humanmedizin /
Gesundheitswissenschaften
4,6 %
3,6 %
4,1 %
5,4 %
Agrar-, Forst- und
Ernährungswissenschaften*
5,1 %
7,1 %
5,7 %
4,9 %
Ingenieurwissenschaften
10,7 %
14,3 %
11,3 %
12,8 %
insgesamt
6,5 %
6,7 %
6,6 %
7,6 %
Anmerkung: *inkl. Veterinärmedizin.
Quelle: Hochschulstatistik des Statistischen Bundesamtes, Fachserie 11, 4.3.2, Berechnungen des Fraunhofer ISI.

2. Innovationspotenziale
Analysen zum Innovationsstandort Sachsen
7
Diese fachlichen Schwerpunkte im Bereich der Promovierenden spiegeln sich, wie Tabelle 3
verdeutlicht, auch im Bereich des allgemeinen FuE-Personals an Hochschulen. Während der
Freistaat Sachsen üblicherweise Anteile von ca. 3,5-6,0 % am FuE-Personal deutscher Hoch-
schulen erreicht, liegt er in den Ingenieurwissenschaften generell deutlich über 10 %. Am
höchsten ist mit 14,3 % der Anteil Sachsens am sonstigen FuE-Personal aller Hochschulen in
den Ingenieurwissenschaften, gespiegelt in einem Anteil von 12,8 % am entsprechenden Dritt-
mittelpersonal. Überdurchschnittlich ist ebenfalls der Anteil von sonstigem FuE-Personal im
Bereich Agrar-, Forst- und Ernährungswissenschaften (7,1 %), das in diesem Feld allerdings
nicht von einem überdurchschnittlichen Anteil an Drittmittelstellen begleitet wird.
Insgesamt ist der Anteil des Freistaates an allen akademischen Drittmittelstellen in Deutsch-
land höher (7,6 %) als jener am universitären FuE-Personal insgesamt (6,6 %), zurückzufüh-
ren vor allem auf die Bereiche Ingenieurwissenschaften, Humanmedizin-Gesundheitswissen-
schaften sowie – eingeschränkt – Mathematik und Naturwissenschaften.
Finanzen und Drittmittel
Insgesamt liegen die Ausgaben sächsischer Hochschulen bei 5 % aller Ausgaben deutscher
Hochschulen (Tabelle 4). Während die Personalausgaben und der laufende Sachaufwand im
Kalenderjahr 2015-2016 weiterhin leicht anstiegen, gingen die Investitionsaufgaben merklich
zurück (-14,1 %). Mit 6,8 % aller deutschen Drittmittel akquirieren sächsische Hochschulen
demgegenüber einen deutlich über ihren Anteil an allen universitären Ausgaben hinausgehen-
den Anteil. Hierbei lag und liegt ein besonderer Schwerpunkt auf öffentlichen Drittmitteln des
Bundes sowie direkten Förderungen der Europäischen Union (exklusive als Landesmittel ver-
gebene EFRE-Zuweisungen).
Gerade im Bereich direkter europäischer Fördermittel kam es allerdings in den vergangenen
Jahren zu deutlichen Rückgängen, in deren Verlauf Sachsens Anteil an allen deutschen För-
derungen von 15,7 auf 9,3 % zurückging (Tabelle 5). In absoluten Zahlen entspricht dies einem
Rückgang von 104,1 Mio. Euro auf 54,1 Mio. Euro. Zugenommen hat im gleichen Zeitraum
hingegen die Einwerbung von Drittmitteln der DFG, bezüglich derer der Anteil Sachsens am
gesamtdeutschen Aufkommen von ca. 4,5 in 2006 auf mehr als 6 % in 2016 anstieg, was in
absoluten Zahlen einem Anstieg von 49,7 Mio. Euro auf 153,1 Mio. Euro entsprach. In relativer
Betrachtung stabil blieben demgegenüber Sachsens Anteil an der öffentlichen Förderung des
Bundes und der Länder sowie der Anteil an aus der gewerblichen Wirtschaft eingeworbenen
Drittmittel. Absolut betrachtet kam es auch hier zu erheblichen Zunahmen von 84,3 Mio. Euro
auf 190,1 Mio. Euro bzw. von 49,8 Mio. Euro auf 75,8 Mio. Euro. Der Gesamtanteil sächsischer
Hochschulen am deutschen Drittmittelaufkommen liegt damit seit ca. 2010 stabil bei 7 % oder
merklich darüber (Tabelle 6).

Analysen zum Innovationsstandort Sachsen
2. Innovationspotenziale
8
Tabelle 4:
Ausgaben sächsischer Hochschulen in Tsd. Euro, 2016
Personal-
ausgaben
Laufender
Sachaufwand
Investitions-
ausgaben
gesamt
Sachsen
1.592.714
743.358
267.693
2.603.765
Deutschland
29.987.698
17.540.515
4.585.317
52.113.531
alte Länder
23.811.912
14.367.726
3.651.718
41.831.356
übrige neue Länder*
4.583.073
2.429.431
665.906
7.678.410
Anteil SN an DE
5,3%
4,2%
5,8%
5,0%
Anteil SN an
neuen Ländern*
25,8%
23,4%
28,7%
25,3%
Anmerkung: *inkl. Berlin.
Quelle: Hochschulstatistik des Statistischen Bundesamtes, Fachserie 11, 4.5, Berechnungen des Fraunhofer ISI.
Tabelle 5:
Drittmittel sächsischer Hochschulen in 1.000 Euro, 2016
Drittmittel nach Drittmittelgeber, Sachsen und Deutschland
öffentliche
Drittmittel
(Bund)
öffentliche
Drittmittel
(Länder)
DFG
Wirtschaft
EU
gesamt
Sachsen
186.004
4.131
153.120
75.787
54.089
512.903
Deutschland
1.994.640
115.244
2.472.865
1.464.959
583.959
7.498.674
alte Länder
1.425.715
96.750
1.959.751
1.243.182
454.269
5.866.371
übrige neue Länder *
382.920
14.361
359.995
145.988
75.600
1.119.399
Anteil SN an DE
9,3%
3,6%
6,2%
5,2%
9,3%
6,8%
Anteil SN an neuen
Ländern*
32,7%
22,3%
29,8%
34,2%
41,7%
31,4%
Anmerkung: *inkl. Berlin.
Quelle: Hochschulstatistik des Statistischen Bundesamtes, Fachserie 11, 4.5, Berechnungen des Fraunhofer ISI.
Auch im Bereich Drittmittel spiegelt sich die im vorangehenden Abschnitt zu akademischer
Ausbildung und wissenschaftlichem Personal dargestellte, eindeutige Schwerpunktsetzung im
Fachbereich Ingenieurswissenschaften (Tabelle 7). Mit 238,3 Mio. Euro (2016) entfallen auf
diesen Bereich ca. 46,5 % aller Drittmittel sächsischer Hochschulen, dagegen kommt selbst
der Fachbereich Humanmedizin/Gesundheitswissenschaften nur auf ca. 16,5 %. Ungeachtet
der absolut erheblichen Zunahme des Drittmittelaufkommens haben sich diese disziplinären
Akquisitionsschwerpunkte seit 2006 relativ betrachtet nur unwesentlich verändert.
Zwischen 2006 und 2016 kam es relativ betrachtet in den Bereichen Kunst/Kunstwissenschaft
(+416 %) sowie dem Bereich Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften (+245 %) zu den
größten Anstiegen, in den absolut bedeutendsten Bereichen Ingenieurwissenschaften

2. Innovationspotenziale
Analysen zum Innovationsstandort Sachsen
9
(+152 %) und Humanmedizin/Gesundheitswissenschaften (+154 %) lag der relative Anstieg
dagegen nur knapp über dem der Gesamtmittel von +135 %. Dennoch führte diese Entwick-
lung in Summe nicht zu einer Konvergenz zwischen den Fächern, da z.B. in den Naturwissen-
schaften und der Mathematik unterdurchschnittliche (+96 %) und in den Geisteswissenschaf-
ten sogar negative Entwicklungen verzeichnet wurden.
Unter den sächsischen Hochschulen erzielt die TU Dresden die bei weitem höchsten Werte
bei der Einwerbung von Drittmitteln (1,02 Mrd. Euro + 220 Mio. Euro Klinikum), mehr als dop-
pelt so viel als die auf sie folgende Gruppe von Universität Leipzig (350 Mio. Euro + 209 Mio.
Euro Klinikum), TU Chemnitz (341 Mio. Euro) und TU Bergakademie Freiberg (277 Mio. Euro).
Alle weiteren Hochschulen werben in deutlich geringerem Umfang Drittmittel ein. Unter ihnen
erwähnenswert bleiben dabei die Westsächsische Hochschule Zwickau, die Hochschule
Zittau/Görlitz (FH), die HTWK Leipzig sowie die Hochschule Mittweida, die in der Periode von
2011-16 jeweils Drittmittel in Höhe von 30-40 Mio. Euro einwarben (Tabelle 9).
Im Vergleich der Perioden 2006-10 (Tabelle 10) und 2011-16 (Tabelle 9) hat sich die Einwer-
bung von Drittmitteln durch sächsische Hochschulen um 70 %, d.h. absolut um mehr als eine
Mrd. Euro erhöht. Während die Drittmittelzahlen der vier führenden Universitäten um vergleich-
bare oder leicht niedrigere Werte stiegen, sind bei den absolut weniger drittmittelstarken, klei-
neren Hochschulen höhere Wachstumsraten zu verzeichnen (Westsächsische HS Zwickau
+81 %, HS Zittau/Görlitz +145 %, HTWK Leipzig +129 %, HS Mittweida +138 %).
Tabelle 6:
Drittmittel sächsischer Hochschulen, 2006-2016
Drittmittel nach Drittmittelgeber, Anteil Sachsen an Deutschland
öffentliche
Drittmittel
(Bund und
Länder)
DFG
Wirtschaft
EU
gesamt
2006
8,6 %
4,5 %
4,9 %
5,4 %
5,7 %
2007
8,7 %
4,2 %
5,2 %
6,1 %
5,8 %
2008
10,1 %
4,6 %
5,5 %
5,1 %
6,3 %
2009
8,9 %
4,4 %
5,5 %
10,7 %
6,4 %
2010
9,6 %
5,0 %
6,2 %
12,9 %
7,2 %
2011
8,6 %
5,0 %
5,8 %
13,2 %
6,9 %
2012
8,4 %
5,3 %
5,9 %
13,2 %
7,1 %
2013
8,6 %
5,8 %
6,8 %
13,1 %
7,6 %
2014
8,5 %
5,5 %
5,9 %
15,7 %
7,4 %
2015
8,4 %
6,6 %
5,6 %
11,5 %
7,3 %
2016
8,5 %
6,2 %
5,2 %
9,3 %
6,8 %
Quelle: Hochschulstatistik des Statistischen Bundesamtes, Sonderauswertung, Berechnungen des Fraunhofer ISI.

Analysen zum Innovationsstandort Sachsen
2. Innovationspotenziale
10
Tabelle 7:
Drittmittel sächsischer Hochschulen nach Fächergruppen, in Tsd. Euro
2006
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
Agrar-, Forst- und
Ernährungswissenschaften,
Veterinärmedizin
4.052
4.817
4.778
6.235
8.067
7.784
7.827
8.384
7.182
8.149
7.900
Sprach- /Kulturwissenschaften
bzw. Geisteswissenschaften
(ab 2012)
16.711
14.586
15.057
16.719
20.489
20.694
23.851
12.074
9.905
8.575
10.660
Humanmedizin/
Gesundheitswissenschaften
32.174
37.147
49.429
62.577
72.351
73.565
94.516
81.948
78.702
81.744
81.714
Ingenieurwissenschaften
94.412
110.785
138.730
149.115
183.584
188.591
198.502
255.907
252.631
241.342
238.344
Kunst, Kunstwissenschaft
916
785
1.750
3.436
4.111
4.296
3.089
3.718
4.908
5.444
4.727
Mathematik,
Naturwissenschaften
41.943
51.195
62.877
64.449
81.563
90.572
92.054
81.791
82.858
91.921
82.318
Rechts-, Wirtschafts- und
Sozialwissenschaften
8.604
11.967
14.644
14.877
19.718
24.002
25.004
36.668
35.824
31.124
29.694
Sport
1.473
1.903
2.043
2.254
2.471
1.640
2.110
3.283
2.417
3.330
2.548
Zentrale Einrichtungen
(ohne klinikspezifische)
17.584
11.180
14.846
21.800
29.687
22.979
30.111
54.543
61.392
65.633
50.958
Zentrale Einrichtungen
der Hochschulkliniken
(nur Humanmedizin)
329
1.507
2.106
1.955
1.677
2.703
2.022
3.360
3.535
4.096
4.040
insgesamt
218.200
245.870
306.260
343.419
423.717
436.825
479.086
541.675
539.355
541.358
512.903
zum Vergleich
Deutschland
3.855.212
4.262.247
4.852.844
5.348.139
5.907.942
6.372.354
6.759.801
7.124.914
7.327.256
7.457.004
7.498.674
alte Länder
3.043.192
3.379.902
3.812.582
4.162.777
4.538.574
4.904.879
5.245.751
5.496.684
5.636.315
5.754.319
5.866.371
Neue Länder* (o. SN)
593.820
636.474
734.002
841.943
945.651
1.030.649
1.034.964
1.086.555
1.151.586
1.161.328
1.119.400
Anmerkung: *inkl. Berlin.
Quelle: Hochschulstatistik des Statistischen Bundesamtes, Sonderauswertung, Berechnungen des Fraunhofer ISI.

2. Innovationspotenziale
Analysen zum Innovationsstandort Sachsen
11
Tabelle 8:
Drittmittel sächsischer Hochschulen nach Fächergruppen, Anteil an Deutschland, in Prozent
2006
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
Agrar-, Forst- und
Ernährungswissenschaften,
Veterinärmedizin
4,1 %
4,3 %
3,8 %
4,5 %
5,2 %
5,0 %
4,8 %
4,9 %
4,4 %
5,0 %
4,6 %
Sprach- /Kulturwissenschaften
bzw. Geisteswissenschaften
(ab 2012)
7,4 %
5,7 %
5,2 %
4,9 %
5,8 %
5,1 %
5,5 %
3,8 %
2,9 %
2,4 %
2,9 %
Humanmedizin/
Gesundheitswissenschaften
3,8 %
4,3 %
5,0 %
5,8 %
5,8 %
5,6 %
7,7 %
7,0 %
6,0 %
6,0 %
5,8 %
Ingenieurwissenschaften
11,6 %
12,0 %
13,7 %
13,0 %
14,3 %
13,5 %
13,8 %
13,5 %
13,3 %
12,2 %
12,1 %
Kunst, Kunstwissenschaft
2,8 %
2,5 %
4,5 %
7,7 %
8,6 %
8,7 %
5,5 %
6,1 %
7,7 %
8,8 %
6,2 %
Mathematik,
Naturwissenschaften
4,5 %
4,7 %
4,9 %
4,6 %
5,3 %
5,5 %
5,4 %
5,4 %
5,6 %
6,2 %
5,5 %
Rechts-, Wirtschafts- und
Sozialwissenschaften
3,6 %
5,0 %
5,6 %
4,9 %
6,1 %
7,2 %
7,0 %
6,8 %
6,4 %
5,8 %
5,3 %
Sport
6,6 %
8,4 %
8,7 %
8,6 %
8,4 %
5,7 %
6,6 %
9,7 %
7,3 %
8,7 %
6,4 %
Zentrale Einrichtungen
(ohne klinikspezifische)
3,9 %
2,2 %
2,4 %
3,5 %
4,0 %
2,8 %
3,3 %
5,5 %
5,5 %
6,0 %
4,8 %
Zentrale Einrichtungen
der Hochschulkliniken
(nur Humanmedizin)
0,2 %
0,7 %
0,9 %
0,8 %
0,9 %
1,2 %
0,5 %
0,7 %
0,9 %
1,1 %
1,1 %
insgesamt
5,7 %
5,8 %
6,3 %
6,4 %
7,2 %
6,9 %
7,1 %
7,6 %
7,4 %
7,3 %
6,8 %
Sachsens Anteil an
neuen Ländern*
26,9 %
27,9 %
29,4 %
29,0 %
30,9 %
29,8 %
31,6 %
33,3 %
31,9 %
31,8 %
31,4 %
Anmerkung: *inkl. Berlin.
Quelle: Hochschulstatistik des Statistischen Bundesamtes, Sonderauswertung, Berechnungen des Fraunhofer ISI.

Analysen zum Innovationsstandort Sachsen
2. Innovationspotenziale
12
Tabelle 9:
Drittmittel sächsischer Hochschulen in Tsd. Euro, 2011-2016
Drittmittel 2011-2016
öffentliche
Drittmittel
(Bund und
Länder)
DFG
Wirtschaft
EU
gesamt
TU Dresden (ohne Klinikum)
312.974
318.466
157.139
185.230
1.019.493
TU Dresden (Klinikum)
51.693
96.063
37.402
15.349
220.059
U Leipzig (ohne Klinikum)
106.015
121.536
29.864
58.481
350.602
U Leipzig (Klinikum)
86.514
47.199
48.832
8.883
208.934
TU Chemnitz
142.902
93.113
41.869
55.467
340.771
TU Bergakademie Freiberg
145.177
10.364
61.895
53.837
277.477
Westsächsische H Zwickau
26.270
1.199
4.691
3.058
37.497
H Zittau/Görlitz (FH)
10.339
231
8.939
16.078
36.645
HTWK Leipzig
15.900
327
2.739
12.842
32.953
H Mittweida
15.721
43
8.631
8.006
32.742
HTW Dresden
10.517
520
3.053
4.041
18.633
andere
11.520
5.942
7.572
2.271
38.571
Quelle: Hochschulstatistik des Statistischen Bundesamtes, Sonderauswertung, Berechnungen des Fraunhofer ISI.
Tabelle 10:
Drittmittel sächsischer Hochschulen in Tsd. Euro, 2006-2010
Drittmittel 2006-2010
öffentliche
Drittmittel
(Bund und
Länder)
DFG
Wirtschaft
EU
gesamt
TU Dresden (ohne Klinikum)
247.069
142.516
98.273
92.097
620.892
TU Dresden (Klinikum)
32.537
42.947
29.717
5.083
122.028
U Leipzig (ohne Klinikum)
66.552
72.939
23.061
25.453
201.213
U Leipzig (Klinikum)
50.126
19.770
32.421
9.196
126.619
TU Bergakademie Freiberg
68.322
32.642
66.474
19.878
187.315
TU Chemnitz
67.937
49.711
39.782
22.644
181.742
H Zittau/Görlitz (FH)
8.032
33
10.453
942
20.691
H Mittweida
10.789
113
2.117
1.563
14.966
HTW Dresden
5.915
42
6.263
1.929
14.411
Westsächsische H Zwickau
8.569
199
3.873
1.102
13.777
HTWK Leipzig
5.813
313
3.004
3.565
12.694
andere
5.355
2.340
3.511
2.366
21.118
Quelle: Hochschulstatistik des Statistischen Bundesamtes, Sonderauswertung, Berechnungen des Fraunhofer ISI.

 
2. Innovationspotenziale
Analysen zum Innovationsstandort Sachsen
13
Ergebnisse wissenschaftlicher Aktivitäten in
Sachsen
Publikationsaufkommen in Sachsen
Die Entwicklung der absoluten Anzahl wissenschaftlicher Veröffentlichungen ermöglicht eine
erste Einordnung des sächsischen Wissenschaftssystems. Tabelle 11 stellt die absolute An-
zahl der Zeitschriftenbeiträge aus Sachsen, den alten Ländern, den übrigen neuen Ländern
inkl. Berlin sowie Deutschland und der Welt in den Jahren 2005 bis 2017 dar. Auch wenn die
Zahl der Publikationen in den neuen Ländern dabei etwas dynamischer ansteigt als jene in
den alten Ländern, tragen letztere mit mehr als 100.000 Veröffentlichungen (2017) noch immer
etwa drei Viertel zur Gesamtpublikationsmenge Deutschlands bei, während die neuen Länder
mit etwa 11.000 Publikationen in Sachsen und ca. 26.000 Beiträgen aus den übrigen neuen
Ländern lediglich ein Viertel zum Gesamtoutput beitragen. In Vergleich zu anderen Regionen
zeigt sich Sachsen mit einem um knapp 80 % gesteigerten Publikationsoutput zwischen 2005
und 2017 allerdings sehr dynamisch.
Tabelle 11:
Anzahl der Zeitschriftenveröffentlichungen, 2005-2017
2005
2006
2007
2008
2009
2010
2011
Sachsen
6.011
6.517
7.172
7.438
7.824
7.994
8.730
alte Länder
72.571
77.180
79.591
81.120
84.802
86.816
92.012
übrige neue Länder*
17.520
18.973
19.692
20.248
21.365
22.107
23.824
Deutschland
89.790
95.966
98.948
100.543
105.549
107.920
114.433
Welt
1.373.261
1.474.494
1.551.851
1.602.291
1.689.560
1.740.421
1.867.564
2012
2013
2014
2015
2016
2017
Sachsen
9.127
9.746
10.157
10.101
10.498
10.611
alte Länder
97.313
101.004
102.067
99.863
102.911
103.546
übrige neue Länder*
25.253
25.801
26.192
25.843
26.481
26.497
Deutschland
120.751
125.406
129.456
130.197
134.768
134.094
Welt
1.957.277
2.084.646
2.167.550
2.177.688
2.213.480
2.195.991
Anmerkung: *inkl. Berlin.
Quelle: Elsevier – Scopus, Berechnungen des Fraunhofer ISI.
Die Tabelle 12 und Tabelle 13 zeigen die Verteilung der Publikationsaktivitäten auf die einzel-
nen Organisationstypen in Sachsen und Deutschland. Publikationen universitärer Wissen-
schaftler machen dabei sowohl in Sachsen (knapp 60 %) als auch in Deutschland (knapp
70 %) den größten Anteil aller Publikationen aus. An ca. 14 % aller sächsischen Publikationen
ist die WGL beteiligt, weitaus überdurchschnittlich im Vergleich zum gesamtdeutschen Mittel
von 6 %. Die Industrie ist auf gesamtdeutscher Ebene relativ gesehen häufiger vertreten als
in Sachsen, wo Publikationen von Unternehmen einen sehr geringen Anteil ausmachen.

Analysen zum Innovationsstandort Sachsen
2. Innovationspotenziale
14
In dynamischer Betrachtung verläuft die Entwicklung der Publikationszahlen für die meisten
Institutionstypen in Sachsen und Deutschland vergleichbar: In beiden Fällen zeigen sich be-
sonders dynamische Entwicklungen bei den Institutionen der HGF, der Fachhochschulen und
der WGL, während die Anzahl der Publikationen aus der Industrie weitestgehend stagnierte.
Relativ betrachtet herausragend entwickelten sich insbesondere die Publikationsaktivitäten
sächsischer Fraunhofer Institute, die sich zwischen 2005 und 2017 mehr als vervierfachten,
während auf gesamtdeutscher Ebene lediglich eine Verdopplung stattfand.
Tabelle 12:
Anzahl der Zeitschriftenveröffentlichungen nach Organisationstypen (Sachsen), 2005-2016
2005
2006
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
Fraunhofer
65
68
90
152
182
177
221
245
255
323
262
290
HGF
512
552
707
796
824
813
926
914
1.057
1.087
1.112
1.230
MPG
795
874
938
1.007
1.027
1.023
1.096
1.176
1.195
1.245
1.199
1.203
WGL
720
845
1.034
1.012
1.174
1.139
1.199
1.238
1.321
1.431
1.302
1.452
Uni
3.163
3.525
3.668
3.927
3.999
4.322
4.858
5.222
5.792
5.951
5.895
5.956
FH
37
40
41
46
51
65
72
76
69
85
89
78
Industrie
53
66
83
85
71
54
64
55
57
57
43
36
Quelle: Elsevier – Scopus, Berechnungen des Fraunhofer ISI.
Tabelle 13:
Anzahl der Zeitschriftenveröffentlichungen nach Organisationstypen (Deutschland), 2005-
2016
2005
2006
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
Fraunhofer
946
1.049
990
1.257
1.351
1.383
1.585
1.577
1.742
1.999
1.798
1.836
HGF
7.485
8.332
9.052
9.251
10.074
10.622
11.464
12.327
13.518
14.204
14.802
14.731
MPG
7.511
8.010
8.369
8.694
9.225
9.621
10.153
10.768
10.864
10.781
10.540
10.420
WGL
3.894
4.472
4.770
5.219
5.585
6.061
6.514
6.951
7.513
7.911
7.823
7.988
Uni
60.338
65.004
66.392
69.127
72.997
75.894
81.849
86.106
89.680
92.018
91.412
91.358
FH
714
814
874
967
1.101
1.228
1.320
1.657
1.718
1.833
1.922
2.076
Industrie
4.025
4.133
4.329
4.181
4.071
3.858
4.179
4.256
4.184
4.197
4.272
3.899
Quelle: Elsevier – Scopus, Berechnungen des Fraunhofer ISI.
Thematische Ausrichtung
Ergänzend zur Gesamtpublikationsanzahl stellt die Tabelle 14 die thematischen Schwerpunkte
der Publikationen Sachsens im Vergleich zu den alten Ländern, den übrigen neuen Ländern,
Deutschland und der Welt dar.
Grundsätzlich wird etwa ein Drittel aller wissenschaftlichen Arbeiten in Sachsen, Deutschland
und der Welt im Bereich Medizin veröffentlicht. Den naturwissenschaftlichen Fächern sowie
dem Ingenieurwesen und den Materialwissenschaften können jeweils zwischen 10 und 20 %
aller deutschen Publikationen zugeordnet werden. Während die entsprechenden Anteile in den
alten und übrigen neuen Ländern nur unwesentlich vom nationalen Mittelwert abweichen, sind

2. Innovationspotenziale
Analysen zum Innovationsstandort Sachsen
15
in Sachsen vor allem die Publikationsanteile in den Feldern Physik und Astronomie (20 vs.
16 %) sowie Materialwissenschaften (17 vs. 10 %) deutlich höher als im gesamtdeutschen
Mittel. Leicht erhöht sind auch die Anteile in den Bereichen Ingenieurwesen (12 vs. 10 %) und
Chemie (13 vs. 11 %).
Tabelle 14:
Anteil der Zeitschriftenveröffentlichungen nach Fächergruppen an allen Publikationen,
2013-2017
Sachsen
Alte
Länder
übrige
neue
Länder*
Deutsch-
land
Welt
Agrar- und Biowissenschaften
10 %
9 %
12 %
10 %
10 %
Kunst- und Geisteswissenschaften
2 %
3 %
3 %
3 %
6 %
Biochemie, Genetik und Molekularbiologie
16 %
17 %
19 %
17 %
15 %
Management und Buchhaltung
1 %
2 %
2 %
2 %
4 %
Verfahrenstechnik
5 %
5 %
5 %
5 %
6 %
Chemie
13 %
11 %
12 %
11 %
11 %
Informatik
4 %
4 %
4 %
4 %
16 %
Entscheidungswissenschaften
1 %
1 %
1 %
1 %
1 %
Zahnmedizin
1 %
1 %
0 %
1 %
1 %
Geowissenschaften und Planetologie
5 %
7 %
7 %
7 %
6 %
Wirtschaft, Ökonometrie und Finanzen
1 %
2 %
2 %
2 %
3 %
Energie
2 %
2 %
2 %
2 %
5 %
Ingenieurwesen
12 %
10 %
8 %
10 %
26 %
Umweltwissenschaften
8 %
5 %
6 %
5 %
7 %
Gesundheitsberufe
1 %
1 %
1 %
1 %
2 %
Immunologie und Mikrobiologie
3 %
4 %
5 %
4 %
4 %
Materialwissenschaften
17 %
9 %
10 %
10 %
13 %
Mathematik
5 %
5 %
5 %
5 %
9 %
Medizin
30 %
34 %
32 %
33 %
36 %
Multidisziplinär
2 %
2 %
2 %
2 %
2 %
Neurowissenschaften
5 %
5 %
5 %
5 %
3 %
Pflege
1 %
1 %
1 %
1 %
2 %
Pharmakologie, Toxikologie und Pharma-
i
2 %
3 %
3 %
3 %
4 %
Physik und Astronomie
20 %
16 %
16 %
16 %
15 %
Psychologie
4 %
3 %
3 %
3 %
3 %
Sozialwissenschaften
4 %
6 %
6 %
6 %
12 %
Veterinärmedizin
1 %
1 %
1 %
1 %
1 %
Anmerkung: *inkl. Berlin.
Quelle: Elsevier – Scopus, Berechnungen und Darstellung des Fraunhofer ISI.
Der Spezialisierungsindex RLA ist ein Indikator, der sich dazu eignet, die thematischen
Schwerpunkte verschiedener Regionen ungeachtet von der jeweiligen Gesamtzahl der Publi-
kationen miteinander zu vergleichen. Er setzt den Anteil eines bestimmten Feldes in einer
Region in Relation zum Anteil dieses Feldes in der Welt (der RLA wird analog zum RPA für
Publikationen berechnet, Details zur Methodik siehe Anhang Abschnitt 11.3).

Analysen zum Innovationsstandort Sachsen
2. Innovationspotenziale
16
Abbildung 1 stellt die thematischen Profile Sachsens und Deutschlands dar. Dabei zeigt sich
die höchste überdurchschnittliche Spezialisierung im Vergleich zum Weltdurchschnitt im Feld
Neurowissenschaften sowohl für Sachsen als auch für Deutschland insgesamt. Auch die Fä-
cher Physik und Astronomie spielen zwar sowohl in den Wissenschaftsprofilen Sachsens als
auch Deutschlands eine übergeordnete Rolle, diese ist jedoch in Sachsen, wie bereits festge-
stellt, stärker ausgeprägt. Die Materialwissenschaften bilden einen weiteren Fokus in Sachsen,
während der Anteil der Publikationen in diesem Feld auf gesamtdeutscher Ebene unterdurch-
schnittlich bleibt. Ein ähnliches Bild zeigt sich für die Umweltwissenschaften. Zu den relativen
Schwächen Sachsens gehören u.a. die Informatik, die Kunst- und Geisteswissenschaften, die
Sozialwissenschaften sowie der Bereich Wirtschaft, Ökonomie und Finanzen. Auch Deutsch-
land insgesamt besitzt international keinen akademischen Schwerpunkt in diesen Bereichen,
jedoch weist es besonders im Fach Wirtschaft, Ökonometrie und Finanzen, aber auch in den
Sozial- und Geisteswissenschaften, höhere Anteile auf als Sachsen.

2. Innovationspotenziale
Analysen zum Innovationsstandort Sachsen
17
Abbildung 1:
Spezialisierungsprofil nach Fächergruppen, 2013-2017
Quelle: Elsevier – Scopus, Berechnungen des Fraunhofer ISI.
-90
-78
-78
-76
-75
-74
-64
-62
-58
-58
-52
-50
-31
-21
-18
-7
-7
-5
-4
4
13
19
21
22
25
28
49
-87
-54
-58
-24
-52
-52
-75
-29
-62
-35
-36
-47
-20
12
-8
-23
-8
13
-24
9
-23
2
-9
6
-26
7
36
-100
-80
-60
-40
-20
0
20
40
60
Informatik
Kunst- und Geisteswissenschaften
Sozialwissenschaften
Wirtschaft, Ökonometrie und Finanzen
Pflege
Management und Buchhaltung
Ingenieurwesen
Pharmakologie, Toxikologie und Pharmazie
Energie
Gesundheitsberufe
Entscheidungswissenschaften
Mathematik
Zahnmedizin
Geowissenschaften und Planetologie
Medizin
Verfahrenstechnik
Agrar- und Biowissenschaften
Immunologie und Mikrobiologie
Veterinärmedizin
Biochemie, Genetik und Molekularbiologie
Umweltwissenschaften
Psychologie
Multidisziplinär
Chemie
Materialwissenschaften
Physik und Astronomie
Neurowissenschaften
Deutschland
Sachsen

 
Analysen zum Innovationsstandort Sachsen
2. Innovationspotenziale
18
Exzellenz in der Forschung
Die Exzellenz sächsischer Wissenschaftler bzw. die Attraktivität des Freistaates als Arbeitsort
für Spitzenforscher lässt sich anhand unterschiedlicher Indikatoren bewerten.
Partizipation an herausgehobenen Förderprogrammen
Die aktuelle Partizipation sächsischer Wissenschaftler an koordinierten DFG-Programmen
ergibt ein Bild, das sich mit dem der vorausgehenden Auswertungen zu Personal und Finan-
zen des Wissenschaftssektors deckt (Tabelle 15). Entsprechend Sachsens Anteil am FuE-
Personal aller deutschen Hochschulen von 6,6 % bzw. seinem Anteil am Gesamt-Drittmittel-
aufkommen von 6,8 % liegt auch die Beteiligung sächsischer Wissenschaftler an Sonderfor-
schungsbereichen, Schwerpunktprogrammen, Graduiertenkollegs und Forschungsgruppen
zwischen 4 und 9 %.
Tabelle 15:
Anzahl laufender koordinierter DFG-Förderprojekte in Sachsen, 2018
Sachsen
Deutschland
Anteil Sachsen
laufende Sonderforschungsbereiche
Naturwissenschaften
3
80
3,8 %
Lebenswissenschaften
6
102
5,9 %
Ingenieurwissenschaften
4
45
8,9 %
Geistes- und Sozialwissenschaften
3
33
9,1 %
laufende Schwerpunktprogramme
Naturwissenschaften
3
29
10,3 %
Lebenswissenschaften
2
28
7,1 %
Ingenieurwissenschaften
7
37
18,9 %
Geistes- und Sozialwissenschaften
0
11
0,0 %
laufende Graduiertenkollegs
Naturwissenschaften
2
61
3,3 %
Lebenswissenschaften
3
69
4,3 %
Ingenieurwissenschaften
4
31
12,9 %
Geistes- und Sozialwissenschaften
1
60
1,7 %
laufende Forschungsgruppen
Naturwissenschaften
3
38
7,9 %
Lebenswissenschaften
6
60
10,0 %
Lebenswissenschaften (klinisch)
0
12
0,0 %
Ingenieurwissenschaften
2
28
7,1 %
Geistes- und Sozialwissenschaften
1
51
2,0 %
Quelle: DFG-Förderstatistik, Berechnungen des Fraunhofer ISI.
Eine Ausnahme bilden – entsprechend ihres überdurchschnittlichen Anteils an FuE-Personal
und Drittmitteln – die Ingenieurwissenschaften, in denen sächsische Wissenschaftler merklich

2. Innovationspotenziale
Analysen zum Innovationsstandort Sachsen
19
überdurchschnittlich an Schwerpunktprogrammen und Graduiertenkollegs partizipieren. Dies
gilt jedoch nicht für Sonderforschungsbereiche und Forschungsgruppen.
Ihrer Ausrichtung auf Fragen der Grundlagenforschung geschuldet, lassen sich diese, noch
dazu oft interdisziplinär angelegten, Forschungsvorhaben nur begrenzt den Zukunftsfeldern
der sächsischen Innovationsstrategie zuordnen (Tabelle 16).
1
Versucht man eine solche Zu-
ordnung, ergibt sich für die genannten herausragenden Forschungsaktivitäten eine klare
Schwerpunktsetzung in den Zukunftsfeldern Gesundheit (inkl. klinische Forschung), Umwelt
sowie eine erhebliche Zahl von koordinierten DFG-Forschungsprojekten, die sich allerdings
auch bei näherer Betrachtung keinem Zukunftsfeld zuordnen lassen. Die Anzahl der koordi-
nierten Programme, die sich recht unmittelbar mit Fragestellungen aus den Bereichen Digitale
Kommunikation, Energie oder Mobilität befasst, bleibt in Sachsen dagegen eher gering. Diese
Schwerpunktsetzung ist insbesondere hinsichtlich der 20 Sonderforschungsbereiche festzu-
stellen, während sich andere koordinierte Programme gleichmäßiger (SPP) oder leicht abwei-
chend (GRK, FOR) über alle Zukunftsfelder verteilen.
Des Weiteren hat sich die zu Beginn der 2010er Jahre noch deutlich fluktuierende und teils
unterdurchschnittliche Erfolgsquote sächsischer Wissenschaftler beim European Research
Council in den vergangenen Jahren auf einem Niveau von mehr als 7 % eingespielt, das dem
Anteil des Freistaates an allen hochschulischen FuE-Aktivitäten Deutschlands angemessen
entspricht (Tabelle 17).
Tabelle 16:
Laufende koordinierte DFG Projekte nach Zukunftsfeldern in Sachsen, 2018
Digitale
Kommunikation
Energie
Gesundheit
Mobilität
Umwelt
sonstige
Sonderforschungsbereiche, SFB
1
2
6
-
5
6
Schwerpunktprogramme, SPP
2
3
2
-
2
3
Graduiertenkollegs, GRK
3
-
1
-
1
5
Forschergruppen , FOR
-
-
5
2
-
4
gesamt
6
5
14
2
9
18
Quelle: DFG-Onlinestatistik, interne Dokumentationen des SMWK, Berechnungen des Fraunhofer ISI.
1
Bei den sogenannten „Zukunftsfeldern“, zu denen in folgenden Kapiteln detaillierte Analysen folgen, handelt es sich um
Schwerpunktbereiche im Rahmen der in der Entwicklung befindlichen Innovationsstrategie des Freistaates Sachsen.

Analysen zum Innovationsstandort Sachsen
2. Innovationspotenziale
20
Tabelle 17:
ERC Grants in Sachsen, 2010-2017
Sachsen
Deutschland
Anteil
Sachsen
2010
5
124
4,0 %
2011
11
155
7,1 %
2012
10
152
6,6 %
2013
4
151
2,6 %
2014
2
66
3,0 %
2015
13
222
5,9 %
2016
16
211
7,6 %
2017
11
149
7,4 %
Quelle: eCorda-Datenbank zum FP7 vom 6.10.2014 und zu H2020 vom 30.9.2017, Berechnungen des Fraunhofer ISI.
Wissenschaftliche Produktivität
Der im vorangegangenen Kapitel dargestellte absolute Publikationsoutput ist naturgemäß
stark von der Anzahl der Wissenschaftler abhängig. Um die Produktivität des sächsischen
Wissenschaftssektors zu bewerten, ist daher eine Normalisierung der Zahlen mit der Anzahl
der beteiligten Wissenschaftler erforderlich. Vor diesem Hintergrund betrachtet Tabelle 18 die
durchschnittliche Anzahl der wissenschaftlichen Artikel, die ein in Scopus registrierter Autor
pro Jahr veröffentlicht, ein gängiger Indikator für wissenschaftliche Produktivität.
Im Jahr 2005 findet sich ein ähnliches Bild für alle Regionen: Deutschland, die alten Länder
und Sachsen verzeichnen jeweils 2,2 Publikationen pro Autor, die übrigen neuen Länder 2,1
Publikationen pro Autor. Hinsichtlich der Publikationszahlen pro Autor zeigen sich entgegen
dem Trend bei den absoluten Publikationszahlen die alten Länder am dynamischsten. Im Jahr
2017 erreichen Wissenschaftler dort im Mittel eine Publikationsrate von 2,7 Veröffentlichungen,
jene in den neuen Ländern hingegen verzeichnen lediglich 2,3 Publikationen. Sachsen liegt
hinsichtlich der Produktivität seiner Wissenschaftler mit 2,5 Publikationen im Mittelfeld. Bei
Betrachtung der relativen Publikationsraten über die einzelnen Felder ergibt sich eine ähnliche
Verteilung wie für die absoluten Publikationszahlen (vgl. Anhang).
Tabelle 18:
Durchschnittliche Anzahl der Publikationen je Autor, 2005-2017
2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017
Sachsen
2,2
2,3
2,3
2,3
2,3
2,4
2,4
2,5
2,5
2,5
2,5
2,5
2,5
alte Länder
2,2
2,2
2,3
2,3
2,3
2,4
2,5
2,8
2,7
2,7
2,8
2,8
2,7
übrige neue Länder*
2,1
2,2
2,2
2,2
2,2
2,2
2,3
2,3
2,3
2,3
2,3
2,3
2,3
Deutschland
2,2
2,2
2,3
2,3
2,3
2,4
2,5
2,8
2,6
2,6
2,6
2,7
2,6
Anmerkung: *inkl. Berlin.
Quelle: Elsevier – Scopus; Berechnungen des Fraunhofer ISI.

2. Innovationspotenziale
Analysen zum Innovationsstandort Sachsen
21
Qualität der Zeitschriftenbeiträge
Jenseits der reinen Produktivität lässt sich mittels bibliometrischer Analysen auch der „Impact“,
d.h. die wissenschaftliche Relevanz oder Wirkung von Publikationen, bestimmen, basierend
auf der Intensität in der diese von anderen Wissenschaftlern rezipiert, d.h. zitiert, werden. Je
häufiger eine Veröffentlichung zitiert wird, so die grundlegende Annahme, umso größer ist ihre
Sichtbarkeit. In einer erweiterten Interpretation, die unterstellt, dass in erster Linie solche Ver-
öffentlichungen zitiert werden, die für die eigenen wissenschaftlichen Arbeiten relevant sind
und auf die man aufgebaut hat, fungieren Zitierungen als Qualitätsmaß. Da es jedoch deutliche
Unterschiede zwischen den Zitiergewohnheiten einzelner Disziplinen gibt, werden in der Ana-
lyse bevorzugt solche Maßzahlen verwendet, die diese Unterschiede bereits berücksichtigen,
wie z.B. die im Folgenden betrachtete feldspezifische Zitatrate und die (ebenfalls feldspezifi-
sche) Exzellenzrate. Bei der feldspezifischen Zitatrate wird die durchschnittliche Anzahl der
Zitierungen der wissenschaftlichen Arbeiten einer Region in einem Feld ins Verhältnis gesetzt
zur entsprechenden Anzahl der Zitierungen in diesem Feld weltweit. Anschließend wird der
gewichtete Durchschnitt über alle Felder je Region errechnet. Für die Berechnung der Exzel-
lenzrate wird zunächst bestimmt, ob eine Publikation zu den 10 % der am höchsten zitierten
Veröffentlichungen in einem Feld gehört. Anschließend wird der Anteil entsprechend zugeord-
neter Veröffentlichungen an allen Veröffentlichungen eines Landes errechnet.
In Tabelle 19 sind die feldspezifischen Zitatraten Sachsens, der alten Länder, der neuen Län-
der sowie Deutschlands insgesamt für den Zeitraum 2005 bis 2015 dargestellt. Sowohl Sach-
sen als auch die Vergleichsregionen zeigen einen ansteigenden Trend bezüglich der feldspe-
zifischen Zitatraten, wobei die Zitatraten Sachsens stärker ansteigen als der deutsche Durch-
schnitt. Im Jahr 2015 zeigt sich für die übrigen neuen Länder mit 1,6 und Gesamtdeutschland
mit 1,5 eine lediglich leicht angestiegene feldspezifische Zitatrate, während Sachsen diese
merklich auf 1,7 erhöhen konnte und am aktuellen Rand somit klar über dem landesweiten
Mittelwert liegt. Bei Betrachtung der Verteilung der Zitatraten über die Felder zeigt sich für
Sachsen und Deutschland ein ähnliches Bild. Pflege, Multidisziplinäres, Neurowissenschaften,
Immunologie und Mikrobiologie sowie Medizin gehören mit zwei- bis viermal so hohen Zitatra-
ten wie der weltweite Durchschnitt zu den Top-5 der bestzitierten Feldern, wobei Sachsen mit
einer feldspezifischen Zitatrate von 4,6 über die Jahre 2013-15 vor allem im Bereich Pflege
deutlich höhere Zitatraten aufweist als Gesamtdeutschland mit 2,9.

Analysen zum Innovationsstandort Sachsen
2. Innovationspotenziale
22
Tabelle 19:
Durchschnittliche feldspezifische Zitatrate, 2005-2015
2005 2006 2007 2008 2009
2010 2011 2012
2013 2014 2015
Sachsen
1,3
1,3
1,4
1,4
1,5
1,6
1,5
1,6
1,6
1,6
1,7
alte Länder
1,4
1,4
1,4
1,5
1,5
1,5
1,5
1,5
1,5
1,6
1,6
übrige neue Länder*
1,5
1,5
1,5
1,6
1,5
1,6
1,6
1,6
1,6
1,6
1,6
Deutschland
1,4
1,4
1,4
1,4
1,4
1,5
1,5
1,5
1,5
1,5
1,5
Anmerkung: *inkl. Berlin.
Quelle: Elsevier – Scopus, Berechnungen des Fraunhofer ISI.
Hinsichtlich der Exzellenzrate findet sich bezüglich der Relationen zwischen Sachsen,
Deutschland und den übrigen neuen Ländern ein ähnliches Bild wie bei den Zitatraten. Sowohl
in Sachsen als auch in Deutschland insgesamt wird ein dem weltweiten Durchschnitt in etwa
entsprechender Anteil top-zitierter Veröffentlichungen mit leicht steigender Tendenz von ca.
9 % in 2005 hin zu ca. 11-12 % in 2015 publiziert. Auch in dieser Hinsicht erreichen sächsische
Wissenschaftler gesamtdeutsche Standards bzw. erzielten mit einer Exzellenzrate von 12 %
im Jahr 2015 sogar leicht überdurchschnittliche Werte (gesamtdeutsches Mittel: 11 %, vgl.
Anhang, Tabelle 139).
Mathematik, Kunst und Geisteswissenschaften gehören zu den unterdurchschnittlich zitierten
Feldern, in Sachsen ist dies auch für Management und Buchhaltung der Fall. Interessant ist,
dass im Fach Pflege nur ein sehr geringer Anteil der exzellenten Publikationen Sachsens ver-
fasst wird, dieses Fach bei der zitatbasierten qualitativen Analyse jedoch die Rangliste der
Felder anführt. In den Neurowissenschaften dagegen stimmt die hohe qualitative Performanz
mit der hohen relativen quantitativen Bedeutung des Faches für den Freistaat überein. Gene-
rell macht die Medizin gleichzeitig den größten Anteil aller sächsischen Publikationen aus und
erreicht hohe Ränge in der qualitativen Bewertung. In der Physik und den Materialwissen-
schaften, die in Sachsen absolut betrachtet eine große Rolle spielen, werden hingegen eher
durchschnittliche Zitatraten erreicht (vgl. Anhang, Tabelle 138).
Überregionale Vernetzung
Ko-Publikationen sind ein Mittel, um Forschungskooperationen ganzer Wissenschaftssysteme
oder einzelner Einrichtungen zu analysieren. Man nimmt dabei an, dass bei Ko-Publikationen
jede genannte Einrichtung bzw. jedes genannte Land einen Beitrag zu der Publikation geleistet
hat. Ko-Publikationen werden als Maß für die Kooperationsneigung und die Vernetzung einer
Einrichtung oder eines Landes interpretiert. Zugleich spiegeln sie auch die Attraktivität einer
Einrichtung oder eines Landes für wissenschaftliche Partner wider. Aufgrund der Komplexität
wissenschaftlicher Fragestellungen und des Bedarfs nach Zugang zu Forschungsinfrastruktu-
ren und Forschungsobjekten sind heutzutage Kooperationen über Institutionen- und Länder-
grenzen hinweg essenziell. Das Bündeln von Kompetenzen und Wissen zur Bearbeitung der

2. Innovationspotenziale
Analysen zum Innovationsstandort Sachsen
23
Fragestellungen ist dabei nicht nur effizienter, sondern in vielen Fällen auch unumgänglich,
um neue Erkenntnisse zu erarbeiten. In diesem Abschnitt wird die Ausrichtung der Kooperati-
onsaktivitäten sächsischer Wissenschaftler fokussiert. Dabei liegt das Augenmerk sowohl auf
Kooperationen mit Wissenschaftlern aus anderen deutschen Bundesländern als auch mit Wis-
senschaftlern anderer Staaten. Tabelle 20 zeigt die Anzahl und Anteile der Ko-Publikationen
sächsischer Wissenschaftler mit den übrigen Ländern im Zeitraum 2015 bis 2017. Während
der größte Teil der Kooperationen unterschiedlicher Institute innerhalb Sachsens stattfindet
(18 %), wird ebenfalls viel mit Wissenschaftlern aus Nordrhein-Westfalen (13 %), Baden-Würt-
temberg (12 %) und Bayern (12 %) kooperiert. Mit Wissenschaftlern kleiner Länder wie dem
Saarland und Bremen, aber auch Mecklenburg-Vorpommern und dem benachbarten Bran-
denburg wird sehr selten ko-publiziert. Insgesamt kollaborieren sächsische Wissenschaftler in
den meisten Fällen mit Wissenschaftlern aus Institutionen der alten Länder, eine Ausnahme
ist Berlin.
Tabelle 20:
Anzahl und Anteil der Ko-Publikationen nach deutschen Bundesländern an allen
Publikationen Sachsens, 2015-2017
Anzahl 2015-17
Anteil 2015-17
Sachsen
5.542
18 %
Nordrhein-Westfalen
3.928
13 %
Baden-Württemberg
3.896
12 %
Bayern
3.671
12 %
Berlin
2.707
9 %
Niedersachsen
2.398
8 %
Hessen
1.500
5 %
Hamburg
1.465
5 %
Rheinland-Pfalz
1.369
4 %
Sachsen-Anhalt
1.159
4 %
Thüringen
1.135
4 %
Schleswig-Holstein
880
3 %
Brandenburg
649
2 %
Mecklenburg-Vorpommern
606
2 %
Bremen
369
1 %
Saarland
257
1 %
Quelle: Elsevier – Scopus, Berechnungen des Fraunhofer ISI.
Fast die Hälfte aller Publikationen Sachsens entstehen in Zusammenarbeit mit Wissenschaft-
lern einer nicht-sächsischen deutschen Organisation (siehe Tabelle 21). Weitere wichtige Ko-
operationspartner sind Wissenschaftler aus den USA (16 %), Großbritannien (11 %) und

Analysen zum Innovationsstandort Sachsen
2. Innovationspotenziale
24
Frankreich (8 %). Auch Wissenschaftler aus China, den Niederlanden und Österreich finden
sich unter den Top-10 der Kooperationspartner Sachsens (jeweils 6 %).
Tabelle 21:
Anzahl und Anteil der Ko-Publikationen nach Kooperationspartnern (Länder – Top-10) an
allen Publikationen Sachsens, 2015-2017
Anzahl 2015-17
Anteil 2015-17
Deutschland (ohne Sachsen)
13.166
42 %
USA
5.019
16 %
Großbritannien
3.418
11 %
Frankreich
2.565
8 %
Schweiz
2.308
7 %
Italien
2.104
7 %
Niederlande
2.026
6 %
China
1.796
6 %
Österreich
1.775
6 %
Spanien
1.683
5 %
Quelle: Elsevier – Scopus, Berechnungen des Fraunhofer ISI.
Attraktivität für Spitzenwissenschaftler
Im Hinblick auf die Attraktivität Sachsens für Spitzenwissenschaftler ist festzuhalten, dass der
Anteil des Freistaates an allen Alexander-von-Humboldt-Stipendiaten und -Stipendiatinnen,
insbesondere aber an Alexander-von-Humboldt-Preisträgerinnen und -Preisträgern 2013-17
hinter den an anderer Stelle dokumentierten Anteilen im Bereich hochschulischer Forschungs-
aktivitäten zurückbleibt (Tabelle 22).
Tabelle 22:
Humboldt-Stipendien für Sachsen, 2013-2017
Sachsen
Deutschland
Anteil
Sachsen
Stipendiatinnen und
Stipendiaten
230
4844
4,75 %
Preisträgerinnen und
Preisträger
29
1071
2,71 %
Geförderte pro
Einrichtung
259
5915
4,38 %
Anmerkung: Liste der als sächsische Einrichtungen berücksichtigten Institutionen in Fußnote
2
.
Quelle: Alexander von Humboldt-Stiftung,
www.humboldt-foundation.de/web/statistik.html.
2
Sorbisches Institut, Bautzen; TU Chemnitz; Fraunhofer IWU, Chemnitz; TU Dresden; IPF, Dresden; IFW, Dresden; HZDR,
Dresden-Rossendorf; MPI Physik komplexer Systeme, Dresden; MPI für Chemische Physik fester Stoffe, Dresden; MPI für
molekulare Zellbiologie und Genetik, Dresden, Deutsches Hygiene-Museum Dresden, Fraunhofer IKTS, Dresden; Fraun-
hoferIPMS, Dresden; HTW Dresden; Sigmund-Neumann-Institut, Dresden; Staatliche Kunstsammlungen Dresden; United

2. Innovationspotenziale
Analysen zum Innovationsstandort Sachsen
25
Im Hinblick auf Marie-Skłodowska-Curie-Stipendien finden sich hingegen aktuell Anteile, die
mit Sachsens Anteil an allen hochschulischen Forschungsaktivitäten in Deutschland im We-
sentlichen übereinstimmen (Tabelle 23). Dies war bereits Anfang der 2010er Jahre der Fall
(2010: 6,5 %), bevor sich der Anteil im Übergang von Forschungsrahmenprogramm 7 der EU
(FP7) auf H2020 zunächst leicht verringerte, dann aber ab 2016 erneut Werte von mehr als
6 % erreichte.
Tabelle 23:
Marie-Skłodowska-Curie-Stipendien für Sachsen
Sachsen
Deutschland
Anteil
Sachsen
2010
14
217
6,5 %
2011
16
274
5,8 %
2012
23
349
6,6 %
2013
14
344
4,1 %
2014
15
313
4,8 %
2015
18
328
5,5 %
2016
22
330
6,7 %
2017
21
334
6,3 %
Quelle: eCorda-Datenbank zum FP7 vom 6.10.2014 und eCorda-Datenbank zu H2020 vom 01.06.2018, Berechnungen des
Fraunhofer ISI.
Eine weitere Möglichkeit der Bewertung der überregionalen Attraktivität eines Wissenschafts-
standorts ist das parallele Wirken regionaler Autoren im Ausland bzw. die Rolle ausländischer
Forschungseinrichtungen im akademischen Werdegang nun regional tätiger Wissenschaftler.
Wenngleich Ausnahmen möglich sind, deuten solche Karrieren nicht selten auf besondere
Leistungen der entsprechenden Wissenschaftler hin, die ihnen bereits an unterschiedlichen
Orten zu einer Anstellung verholfen haben. Auch diesbezüglich zeigt sich für Deutschland und
Sachsen ein übereinstimmendes Bild. Etwa 10 % aller sächsischen und deutschen Autoren
besitzen zurzeit eine weitere akademische Affiliation im Ausland, ca.13 % haben in früheren
Jahren unter der Affiliation einer ausländischen Institution publiziert, bevor sie gänzlich an eine
sächsische Universität bzw. Forschungseinrichtung wechselten. Sowohl in Sachsen als auch
in Deutschland insgesamt haben sich diese Werte in den vergangenen zehn Jahren merklich
erhöht, insbesondere bezüglich der nach Deutschland zuwandernden bzw. zurückkehrenden
Autoren (vgl. Tabelle 24 sowie Tabelle 25).
Nations University, Dresden; TU Freiberg; Universität Leipzig; UFZ, Leipzig; MPI evolutionäre Anthropologie, Leipzig; iDiv,
Halle-Jena-Leipzig; MPI Mathematik in den Naturwissenschaften, Leipzig; HTWK Leipzig; MPI für Kognitions- und Neuro-
wissenschaften, Leipzig; DBFZ, Leipzig; Sächsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig; Sächsisches Bildungsinsti-
tut, Radebeul; Hochschule Zittau/Görlitz.

 
Analysen zum Innovationsstandort Sachsen
2. Innovationspotenziale
26
Tabelle 24:
Anteil Autoren mit Mehrfachaffiliation (Ausland) an allen Autoren, 2005-2017
2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017
Sachsen
8 %
8 %
8 %
9 %
9 %
9 %
10 % 9 %
9 %
9 %
10 % 10 % 10 %
Deutschland
8 %
8 %
8 %
8 %
8 %
8 %
9 %
9 %
9 %
9 %
10 % 10 % 9 %
Quelle: Elsevier – Scopus, Berechnungen des Fraunhofer ISI.
Tabelle 25:
Anteil Autoren mit vormals ausländischer Affiliation an allen Autoren, 2005-2017
2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017
Sachsen
10 % 11 % 11 % 11 % 13 % 13 % 13 % 13 % 13 % 13 % 13 % 14 % 13 %
Deutschland
10 % 10 % 10 % 11 % 12 % 12 % 12 % 12 % 13 % 13 % 13 % 13 % 13 %
Quelle: Elsevier – Scopus, Berechnungen des Fraunhofer ISI.
Patentanmeldungen sächsischer Forschungseinrichtungen
Tabelle 26 zeigt die Entwicklung der Anteile der Patentanmeldungen aus der Forschung an
allen sächsischen Anmeldungen über die Zeit. Hierbei wird deutlich, dass die Beteiligung der
Forschungsorganisationen an den sächsischen Patentanmeldungen über die Jahre hinweg
leicht angestiegen ist. Dies gilt vor allem seit 2010. In diesem Jahr lag der Anteil der For-
schungsinstitute und Universitäten bei 16 %, während er aktuell ca. 18 % beträgt. Insgesamt
ist der Anteil der sächsischen Forschungseinrichtungen an den gesamten Anmeldungen Sach-
sens somit deutlich höher als im gesamtdeutschen Vergleich.
Tabelle 26:
Patentanmeldungen sächsischer Forschungseinrichtungen
2005
2006
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
Forschung
Sachsen
214
268
300
275
293
274
298
308
283
305
281
Anteil an Sach-
sen gesamt
15 %
18 %
18 %
17 %
18 %
16 %
20 %
20 %
18 %
20 %
18 %
Forschung
Deutschland
1902
2029
2037
2037
2108
2229
2180
2168
2101
1976
1928
Anteil an
Deutschland
gesamt
4 %
5 %
4 %
4 %
5 %
5 %
5 %
5 %
5 %
4 %
4 %
Quelle: EPA - PATSTAT, Berechnungen des Fraunhofer ISI.
Fazit
Sachsen verfügt über ein national und international gut positioniertes Hochschul- und For-
schungssystem, der Anteil des Freistaates am deutschen Wissenschaftsgeschehen übersteigt
seinen Beitrag zum Wirtschaftsgeschehen merklich. Ein traditioneller Schwerpunkt von Inves-
titionen und Aktivitäten liegt dabei in den Ingenieurwissenschaften.

2. Innovationspotenziale
Analysen zum Innovationsstandort Sachsen
27
Insgesamt ist das sächsische Hochschulsystem drittmittelstark; regelmäßige Erfolge werden
sowohl bei nationalen als auch bei internationalen Fördermittelgebern erzielt. Der Freistaat
partizipiert seinem Anteil an Deutschlands wissenschaftlichen Aktivitäten entsprechend an re-
nommierten Förderungen wie ERC-Grants, Humboldt-Stipendien etc.
Allerdings entfällt ein Großteil der Drittmittelerfolge nach wie vor auf wenige Universitäten, da-
runter nahezu 70 % auf die TU Dresden und die Universität Leipzig. Der Umfang der einge-
worbenen EU-Mittel ist im Bundesvergleich kürzlich merklich zurückgegangen.
Im Verlauf des vergangenen Jahrzehnts hat sich die Zahl der Veröffentlichungen sächsischer
Wissenschaftler überdurchschnittlich positiv entwickelt, mit dem Ergebnis, dass auch der An-
teil des Freistaates am deutschen Publikationsaufkommen merklich zugenommen hat.
Trotz dieses erheblichen quantitativen Aufwuchses entspricht die über bibliometrische Kenn-
ziffern messbare Qualität wissenschaftlicher Veröffentlichungen aus Sachsen nach wie vor
mindestens gesamtdeutschen Maßstäben. Darüber hinaus hat Sachsen in den vergangenen
Jahren in vergleichbarem Maße Wissenschaftler aus dem Ausland attrahiert bzw. solche mit
Doppelaffiliationen gehalten wie andere Wissenschaftsstandorte in Deutschland.
Zusammenfassend ist Sachsens Wissenschaftssystem sowohl national als auch international
als wettbewerbsfähig anzusehen. Erwartungsgemäß zeigen sich dabei deutliche Konzentrati-
onen exzellenter Aktivitäten in thematischer, organisatorischer und auch regionaler Hinsicht,
die es innovationspolitisch zu berücksichtigen gilt (vgl. Kapitel 7 zu regionalen Unterschieden).
Darüber hinaus besteht in einigen Bereichen keine unmittelbare Anschlussfähigkeit an lokales
Wirtschaftsgeschehen, was sich u.a. im Bereich der Ingenieurwissenschaften auch auf die
wissenschaftliche Forschung selbst nachteilig auswirken kann.

 
Analysen zum Innovationsstandort Sachsen
2. Innovationspotenziale
28
Bereich Unternehmen
Struktur der Innovationsaktivitäten
Der Unternehmenssektor stellt den Kernbereich des Innovationspotenzials eines Landes dar,
denn letztlich sind es Unternehmen, die neue oder verbesserte Produkte in den Markt einfüh-
ren und neue oder verbesserte Prozesse zur Anwendung bringen. Nach Angaben der Innova-
tionserhebung Sachsen
3
zählten im Jahr 2017 etwas mehr als 5.100 Unternehmen
4
im Frei-
staat Sachsen zur Gruppe der Innovatoren, d.h. sie hatten im zurückliegenden Dreijahreszeit-
raum (2015-2017) Produkt- oder Prozessinnovationen eingeführt. Dies sind 35 % aller Unter-
nehmen (vgl. Tabelle 27).
Tabelle 27:
Unternehmen mit Innovationen in der sächsischen Wirtschaft, 2017
Anzahl Unternehmen
(gerundet)
in %
Innovatoren
5.100
35,0
Produktinnovatoren
3.800
25,9
- nur mit Marktneuheiten
300
2,1
- nur mit Sortimentsneuheiten
1.100
7,5
- mit Marktneuheiten und mit Sortimentsneuheiten
800
5,6
- sonstiger Art
1.600
11,0
Prozessinnovatoren
3.150
21,5
- nur mit Kostensenkungen
300
2,1
- nur mit Qualitätsverbesserungen
800
5,8
- mit Kostensenkungen und mit Qualitätsverbesserungen
900
6,1
- sonstiger Art
1.150
7,9
Gesamtzahl der Unternehmen
14.600
100,0
Anmerkung: Mehrfachzählungen möglich.
Alle Werte sind hochgerechnet auf die Grundgesamtheit der Unternehmen.
Quelle: ZEW Innovationserhebung Sachsen, Berechnungen des ZEW.
Innovationen umfassen ein weites Spektrum und können sehr unterschiedliche Neuheitsgrade
aufweisen. Rund 3.800 der 5.100 Innovatoren haben Produktinnovationen eingeführt. Etwa
3
Die Ergebnisse der Innovationserhebung Sachsen werden vom Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr in
Form eines Datenreports veröffentlicht. Die zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts aktuellste Publikation bezog sich
auf die Ergebnisse der Befragungswelle 2017 und somit auf das Berichtsjahr 2016 (Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit
und Verkehr 2018). In diesem Abschnitt werden die Ergebnisse der Befragungswelle 2018, die sich auf das Berichtsjahr
2017 beziehen, analysiert.
4
Unternehmen im Berichtskreis der Innovationserhebung, d.h. mit 5 oder mehr Beschäftigten in der produzierenden Indust-
rie und den überwiegend unternehmensnahen Dienstleistungen.

2. Innovationspotenziale
Analysen zum Innovationsstandort Sachsen
29
3.150 Unternehmen weisen Innovationen im Bereich Prozesse vor. In der Gruppe der Produk-
tinnovatoren führten rund 1.100 Unternehmen Marktneuheiten ein, d.h. neue Produkte, die
zuvor in den vom Unternehmen bearbeiteten Märkten noch von keinem anderen Unternehmen
in vergleichbarer Form angeboten wurden. Ein andere Neuheitsdimension sind Sortiments-
neuheiten. Dabei handelt es sich um neue Produkte, die im Unternehmen kein Vorgängerpro-
dukt aufweisen und somit den Einstieg in neue Marktsegmente und oft auch die Erschließung
neuer Kundengruppen darstellen. 2017 wiesen 1.900 Unternehmen in Sachsen solche Sorti-
mentsneuheiten auf. Rund 800 Unternehmen mit Marktneuheiten haben gleichzeitig auch Sor-
timentsneuheiten eingeführt und zählen somit zu den besonders anspruchsvollen Innova-
toren.
5
Prozessinnovationen können u.a. dahingehend unterschieden werden, ob sie auf Effizienz-
steigerungen oder auf eine Verbesserung der Qualität von Prozessen abzielen, wobei beides
oft auch Hand in Hand gehen kann. Von den 3.150 Prozessinnovatoren im Jahr 2017 haben
1.200 mit den eingeführten Prozessinnovationen Kostensenkungen erzielt, 1.700 konnten
Qualitätsverbesserungen umsetzen. Etwa 900 Unternehmen gelangen beide Prozessziele,
wenngleich dahinter auch verschiedene Einzelinnovationen stehen können.
Die Innovatorenquote der Unternehmen in Sachsen von 35,0 % im Jahr 2017 liegt um einen
Prozentpunkt unter dem gesamtdeutschen Wert und um fast zwei Prozentpunkte unter dem
Wert der alten Ländern (36,9 %). Im Vergleich zu den anderen neuen Ländern (in diesem
Abschnitt inkl. Berlin) weist Sachsen einen merklich höheren Wert auf (Abbildung 2). Die In-
novationstätigkeit der sächsischen Unternehmen ist im Vergleich zum deutschen Durchschnitt,
der von den Unternehmen der alten Länder bestimmt wird, etwas stärker auf Produkt- als auf
Prozessinnovationen ausgerichtet. Die Produktinnovatorenquote lag 2017 bei 25,9 % und da-
mit leicht über dem Wert für die alten Länder (25,4 %). Die Prozessinnovatorenquote war dem-
gegenüber mit 21,5 % in Sachsen niedriger als im Westen (24,5 %) und entsprach annähernd
dem Wert der anderen neuen Länder (21,7 %). In Bezug auf die Verbreitung von Unternehmen
mit Markt- und Sortimentsneuheiten zeigen sich zwischen Sachsen und den Vergleichsregio-
nen keine merklichen Unterschiede. Dies gilt auch für die kleine Gruppe der Unternehmen, die
im Referenzzeitraum 2015-2017 beide Arten von Produktinnovationen eingeführt hat. Die
sächsische Quote von 5,6 % unterscheidet sich nicht signifikant von der in den alten Ländern
(5,7 %).
5
Für eine Diskussion der verschiedenen Neuheitsgrade von Produktinnovationen und der dahinter stehenden Innovations-
strategien vgl. Spielkamp und Rammer (2006) und Rammer et al. (2009).

Analysen zum Innovationsstandort Sachsen
2. Innovationspotenziale
30
Die niedrigere Prozessinnovatorenquote geht sowohl mit einem leicht unterdurchschnittlichen
Anteil an Unternehmen mit Kostensenkungen als auch mit einem niedrigeren Anteil für Pro-
zessinnovatoren, die mit Hilfe neuer Verfahren die Qualität ihrer Produkte oder erbrachten
Leistungen verbessern konnten, einher. Bei beiden Kennzahlen liegen die Unternehmen in
den alten Ländern voran. Beim Anteil der Unternehmen, die beide Stoßrichtungen von Pro-
zessinnovationen umgesetzt haben, liegt Sachsen mit einem Wert von 6,3 % nur wenig hinter
den alten Ländern (7,0 %) zurück. Die anderen neuen Länder weisen mit 7,5 % hier einen
höheren Wert auf.
Abbildung 2: Unternehmen mit Innovationen 2017 in Sachsen, den übrigen neuen Ländern und den
alten Ländern
Anmerkung: * ohne Sachsen, inkl. Berlin.
Alle Werte sind hochgerechnet auf die Grundgesamtheit der Unternehmen.
Quelle: ZEW Innovationserhebung Sachsen, Mannheimer Innovationspanel, Berechnungen des ZEW.
Der Anteil der Unternehmen mit Produkt- oder Prozessinnovatoren ist je nach Branchengruppe
und Größenklasse sehr unterschiedlich. Im Jahr 2017 waren die Branchengruppen Elektroin-
dustrie/Instrumententechnik und Maschinen-/Fahrzeugbau jene mit den höchsten Innova-
torenquoten (jeweils 73 %), das Transportgewerbe und Postdienstleistungen wiesen mit 12 %
35,0
25,9
7,5
12,9
5,6
21,5
8,3
11,6
6,3
30,6
22,9
7,3
12,2
5,9
21,7
9,2
13,4
7,5
36,9
25,4
7,5
12,3
5,7
24,5
10,3
13,7
7,0
0
5
10
15
20
25
30
35
40
Innovatoren
Produktinnovatoren
- mit Marktneuheiten
- mit Sortimentsneuheiten
- mit Markt- u. Sortimentsneuh.
Prozessinnovatoren
- mit Kostensenkung
- mit Qualitätsverbesserung
- mit Kostensenk. u. Qualitätsverb.
Anteil an allen Unternehmen in %
Sachsen
übrige neue Länder*
alte Länder

2. Innovationspotenziale
Analysen zum Innovationsstandort Sachsen
31
den niedrigsten Wert auf (Abbildung 3). Innerhalb der Dienstleistungssektoren weist die Infor-
mation/Kommunikation, zu der u.a. die Softwarebranche zählt, mit 60 % die höchste Quote
auf. Ingenieurbüros/FuE-Dienstleistungen sowie die Finanzdienstleister zeigen ebenfalls über-
durchschnittliche Innovatorenquoten. In der Industrie liegen die Branchengruppen Che-
mie/Pharma/Kunststoff/Glas sowie sonstige Konsumgüter/Anlagenreparatur/-installation mit
jeweils 44 % merklich über dem Durchschnittswert von 35 %.
Die Innovatorenquote steigt mit der Unternehmensgröße tendenziell an. Dieser in allen Inno-
vationsdaten weltweit zu beobachtende Zusammenhang zeigt sich auch für Sachsen deutlich.
Unter den Kleinstunternehmen zählt nur jedes vierte zur Gruppe der Innovatoren, unter den
Großunternehmen sind es annähernd zwei Drittel.
Abbildung 3: Innovatorenquote 2017 in Sachsen nach Branchengruppen und Größenklassen
Anmerkung: Alle Werte sind hochgerechnet auf die Grundgesamtheit der Unternehmen.
Quelle: ZEW Innovationserhebung Sachsen, Berechnungen des ZEW.
Betrachtet man die besonders anspruchsvollen Innovatoren, d.h. Unternehmen, die innerhalb
eines Dreijahreszeitraums sowohl Markt- als auch Sortimentsneuheiten bzw. sowohl kosten-
senkende als auch qualitätsverbessernde Prozessinnovationen eingeführt haben, so liegen
erneut die beiden Branchengruppen Elektroindustrie/Instrumententechnik und Maschinen-
22,1
33,2
34,9
37,6
43,9
38,4
73,3
72,8
43,9
27,9
12,1
59,8
39,6
18,6
42,5
27,7
17,8
27,9
24,7
38,3
51,6
64,9
0
15
30
45
60
75
Bergbau/Energie/Wasser/Entsorgung
Nahrung/Getränke/Tabak
Textil/Bekleidung/Leder
Holz/Papier/Druck
Chemie/Pharma/Kunststoff/Glas
Metalle/Metallwaren
Elektroindustrie/Instrumententechnik
Maschinen-/Fahrzeugbau
sonst. Konsumgüter/Anlagenrep./-inst.
Großhandel
Transport/Post
Information/Kommunikation
Finanzdienstleistungen
Rechts-/Steuer-/Unternehmensberatung
Ingenieurbüros/FuE-Dienstleistungen
Werbung/Kreativdienstleistungen
Bewachung/Gebäudedienste
sonstige Unternehmensdienste
5-9 Beschäftigte
10-49 Beschäftigte
50-249 Beschäftigte
250 u.m. Beschäftigte
Anteil an allen Unternehmen in %

Analysen zum Innovationsstandort Sachsen
2. Innovationspotenziale
32
und Fahrzeugbau vorne. Während in der Elektroindustrie/Instrumententechnik der Anteil von
anspruchsvollen Prozessinnovatoren mit 25 % besonders hoch ist, erreicht der Maschinen-
und Fahrzeugbau bei anspruchsvollen Produktinnovatoren mit 12 % den höchsten Wert. Be-
merkenswert sind die hohen Anteile von anspruchsvollen Prozessinnovatoren in der Textil-,
Bekleidungs- und Lederindustrie (15 %) sowie den Dienstleistungsbereichen Informa-
tion/Kommunikation sowie Ingenieurbüros/FuE-Dienstleistungen (14 %). Ein hoher Anteil von
Unternehmen, die sowohl Markt- als auch Sortimentsneuheiten eingeführt haben, findet sich
unter den Ingenieurbüros und FuE-Dienstleistern (10 %).
Abbildung 4:
Unternehmen mit Markt- und Sortimentsneuheiten sowie Unternehmen mit
kostensenkenden und qualitätsverbessernden Prozessinnovationen 2017 in Sachsen nach
Branchengruppen und Größenklassen
Anmerkung: Alle Werte sind hochgerechnet auf die Grundgesamtheit der Unternehmen.
Quelle: ZEW Innovationserhebung Sachsen, Berechnungen des ZEW.
1,3
2,9
1,3
8,1
8,4
6,7
9,0
12,3
8,7
6,1
2,1
5,0
3,1
5,3
10,1
1,3
7,2
7,8
4,6
6,3
9,2
17,7
1,5
3,7
15,1
1,9
3,2
1,0
24,8
18,7
5,8
1,5
0,9
13,5
0,0
0,0
13,5
4,3
2,9
0,9
4,5
5,2
9,2
12,1
0
4
8
12
16
20
24
28
Bergbau/Energie/Wasser/Entsorgung
Nahrung/Getränke/Tabak
Textil/Bekleidung/Leder
Holz/Papier/Druck
Chemie/Pharma/Kunststoff/Glas
Metalle/Metallwaren
Elektroindustrie/Instrumententechnik
Maschinen-/Fahrzeugbau
sonst. Konsumgüter/Anlagenrep./-inst.
Großhandel
Transport/Post
Information/Kommunikation
Finanzdienstleistungen
Rechts-/Steuer-/Unternehmensberatung
Ingenieurbüros/FuE-Dienstleistungen
Werbung/Kreativdienstleistungen
Bewachung/Gebäudedienste
sonstige Unternehmensdienste
5-9 Beschäftigte
10-49 Beschäftigte
50-249 Beschäftigte
250 u.m. Beschäftigte
Anteil an allen Unternehmen in %
mit Markt- und mit
Sortimentsneuheiten
mit Kostensenkung und
mit Qualitätsverbesserung

 
2. Innovationspotenziale
Analysen zum Innovationsstandort Sachsen
33
FuE-Aktivitäten
Um Innovationen einzuführen, ist die Anwendung und Umsetzung neuen Wissens ein zentra-
les Element.
6
Unternehmen können sich dieses Wissen entweder selbst erarbeiten oder von
Dritten beziehen. In der Innovationspraxis kommt beides häufig vor. Bei Innovationen, die auf
dem Wissen Dritter beruhen, handelt es sich häufig um die Adoption von Technologien, Inno-
vationsideen und Innovationsansätzen und somit um die Diffusion von Innovationen. Erarbei-
ten sich Unternehmen das für Innovationen benötigte Wissen selbst, liegen häufig originäre
Innovationsaktivitäten vor. Ein gängiger Indikator, um auf unternehmensinterne Wissensgene-
rierung basierende Innovationsaktivitäten zu erfassen, ist die Durchführung von Forschung
und (experimenteller) Entwicklung (FuE).
7
Hierbei wird nach der Systematik, mit der FuE intern
betrieben wird, zwischen kontinuierlicher FuE (d.h. es gibt eigens mit FuE befasstes Personal
und häufig auch eigene organisatorische Einheit und Infrastrukturen wie z.B. FuE-Abteilungen
oder FuE-Labore) und gelegentlicher FuE (d.h. FuE wird nur anlassbezogen und nicht als eine
dauerhafte Tätigkeit durchgeführt) unterschieden.
Im Jahr 2017 waren im Berichtskreis der Innovationserhebung Sachsen hochgerechnet 3.150
Unternehmen intern FuE-aktiv (Tabelle 28). 2.050 von ihnen betrieben kontinuierlich FuE,
1.100 zählten zu den gelegentlich FuE betreibenden Unternehmen. Rund 1.400 Unternehmen
vergaben externe FuE-Aufträge, wovon aber nur ein kleiner Teil (rund 250) keine interne FuE-
Tätigkeit aufwies. Somit gab es gut 3.400 Unternehmen in Sachsen, die interne oder externe
FuE-Aktivitäten aufwiesen. Dies ist etwas mehr als die Hälfte aller innovationsaktiven Unter-
nehmen.
8
Deren Zahl lag 2017 bei rund 6.100 und damit deutlich höher als die Anzahl der
Innovatoren (5.100). Dies liegt daran, dass einige Unternehmen noch laufende oder zwischen-
zeitlich eingestellte FuE- bzw. Innovationsprojekte aufweisen, jedoch keine Innovationen im
betrachteten Zeitraum eingeführt haben. 2.700 der innovationsaktiven Unternehmen führen
keinerlei FuE-Tätigkeit durch.
6
Zur Wissensbasierung von Innovationen und deren Messung siehe das Oslo-Manual (OECD und Eurostat 2018).
7
In Erweiterung der Analysen im Sächsischen Technologiebericht 2018 werden hier auch die Innovationsaktivitäten der
nicht FuE-treibnden Unternehmen mit betrachtet.
8
Nach der Definition von Innovationsaktivitäten lt. Oslo-Manual, die auch den Erhebungskonzepten für Innovationserhebun-
gen zugrunde liegt, zählt jedes Unternehmen mit internen oder externen FuE-Aktivitäten als innovationsaktives Unterneh-
men, unabhängig davon, ob die FuE-Aktivitäten auf die Einführung von Innovationen im eigenen Unternehmen abzielen
oder das erarbeitete Wissen anderweitig genutzt wird.

Analysen zum Innovationsstandort Sachsen
2. Innovationspotenziale
34
Tabelle 28:
Unternehmen mit FuE- und Innovationsaktivitäten in der sächsischen Wirtschaft, 2017
Anzahl Unternehmen
(gerundet)
in %
Unternehmen mit Innovationsaktivitäten
6.100
41,9
- mit kontinuierlicher FuE-Tätigkeit
2.050
14,0
- mit gelegentlicher FuE-Tätigkeit
1.100
7,7
- mit Vergabe von FuE-Aufträgen an Dritte
1.400
9,4
darunter: Vergabe von FuE-Aufträgen an Dritte ohne interne FuE
250
1,8
- innovationsaktive Unternehmen ohne interne oder externe FuE
2.700
18,4
Anmerkung: Alle Werte sind hochgerechnet auf die Grundgesamtheit der Unternehmen.
Summenfehler aufgrund von Rundungen.
Quelle: ZEW Innovationserhebung Sachsen, Berechnungen des ZEW.
Wie Abbildung 5 zeigt, ist der Anteil der Unternehmen mit kontinuierlichen FuE-Aktivitäten in
Sachsen überdurchschnittlich hoch. Im Jahr 2017 lag die Quote bei 14,0 %, im Vergleich zu
10,7 % in den alten Ländern und 10,3 % in den anderen neuen Ländern. Der Anteil der gele-
gentlich FuE betreibenden Unternehmen entspricht in Sachsen (7,7 %) fast exakt dem Wert in
den alten Ländern (7,6 %) und liegt über dem Niveau in den anderen neuen Ländern (5,4 %).
Auch der Anteil der Unternehmen, die FuE-Aufträge an Dritte vergeben haben, ist in Sachsen
mit 9,4 % höher als in den Vergleichsregionen. Demgegenüber weist ein geringerer Anteil der
Unternehmen Innovationsaktivitäten ohne interne oder externe FuE auf (18,4 %). Denselben
Abbildung 5: Unternehmen mit FuE- und Innovationstätigkeit 2017 in Sachsen, den neuen Ländern ohne
Sachsen und den alten Ländern
Anmerkung: *ohne Sachsen, inkl. Berlin.
Alle Werte sind hochgerechnet auf die Grundgesamtheit der Unternehmen.
Quelle: ZEW Innovationserhebung Sachsen, Mannheimer Innovationspanel, Berechnungen des ZEW.
14,0
7,7
9,4
18,4
10,3
5,4
6,5
18,4
10,7
7,6
7,8
21,8
0
5
10
15
20
25
kontinuierliche interne FuE
gelegentliche interne FuE
Vergabe externer FuE-Aufträge
innovationsaktiv ohne int. od.
ext. FuE
Anteil an allen Unternehmen in %
Sachsen
übrige neue Länder*
alte Länder

2. Innovationspotenziale
Analysen zum Innovationsstandort Sachsen
35
Wert berichten auch die anderen neuen Länder, während im Westen diese Quote bei 21,8 %
liegt. Die Innovationstätigkeit in Sachsen ist somit überproportional stark FuE-basiert.
Die meisten der 3.400 sächsischen Unternehmen mit FuE-Aktivitäten sind kleine Unternehmen
und die jährlichen Ausgaben, die sie für FuE tätigen, sind gering. Von den gesamten FuE-
Ausgaben der Unternehmen mit Sitz in Sachsen im Berichtskreis der Innovationserhebung,
die sich 2017 auf 1,28 Mrd. Euro beliefen, entfielen 54 % auf rund 150 FuE betreibende Groß-
unternehmen. Die rund 2.450 FuE betreibenden Kleinunternehmen mit 5-49 Beschäftigten tru-
gen lediglich 21 % zu den gesamten FuE-Ausgaben bei, d.h. im Mittel nur rund 100 Tsd. Euro
pro Jahr und FuE-aktives Unternehmen. Mittlere Unternehmen (50-249 Beschäftigte) hatten
einen Anteil an den gesamten FuE-Ausgaben von 25 % und gaben 2017 etwa 0,5 Mio. Euro
je FuE-aktivem Unternehmen aus.
Die FuE-Ausgaben der sächsischen Wirtschaft liegen allerdings höher als in der Innovations-
erhebung ausgewiesen. Denn neben den Unternehmen mit Sitz in Sachsen gibt es in Sachsen
auch rechtlich nicht selbstständige FuE-Niederlassungen von Unternehmen mit Sitz außerhalb
des Freistaates. Außerdem findet FuE auch außerhalb des Berichtskreises der Innovationser-
hebung statt (d.h. in Kleinstunternehmen mit weniger als 5 Beschäftigten und in einigen wei-
teren Branchen wie dem Baugewerbe). Erfasst man auch diese FuE-Ausgaben, was im Rah-
men der FuE-Erhebung des Stifterverbands erfolgt, so betrugen die internen FuE-Ausgaben
der sächsischen Wirtschaft im Jahr 2015 (dem aktuellsten Jahr, für das zum Zeitpunkt der hier
vorgenommenen Analyse Werte vorlagen) 1,35 Mrd. Euro. Die Konzentration auf Großunter-
nehmen ist dabei noch stärker: Auf sie entfielen 70 %. Kleinunternehmen trugen 12 % und
mittlere Unternehmen 18 % zu den gesamten internen FuE-Ausgaben der sächsischen Wirt-
schaft im Jahr 2015 bei.
Die sektorale Verteilung der FuE-Ausgaben der sächsischen Wirtschaft weist im Vergleich zu
den alten Ländern und den anderen neuen Ländern (hier und im Folgenden bei Bezug auf
interne FuE-Ausgaben: ohne Berlin) einige Besonderheiten auf. Etwa 26 % der gesamten in-
ternen FuE-Ausgaben entfielen 2015 auf die Softwarebranche (Abbildung 6). Zweitgrößte
Branche war die Elektronik/Instrumententechnik mit 18 %. Auf die beiden Dienstleistungsbran-
chen Ingenieurbüros und FuE-Dienstleistungen entfiel jeweils ein Achtel der gesamten Aus-
gaben. Die in Bezug auf die FuE-Ausgaben fünftgrößte sächsische Branche ist der Maschi-
nenbau (10 %). Die fünf größten Branchen zusammen vereinigen 80 % der gesamten internen
FuE-Ausgaben der sächsischen Wirtschaft. In den anderen neuen Ländern haben diese fünf
Branchen nur einen Anteil von 45 % und in den alten Ländern von 31 %. In den alten Ländern
sind der Automobilbau und die Chemie- und Pharmaindustrie die beiden größten Branchen in
Bezug auf die internen FuE-Ausgaben, sie kommen zusammen auf gut 50 %. In den anderen
neuen Ländern entfällt auf die Elektronik/Instrumententechnik der größte Anteil, gefolgt vom

Analysen zum Innovationsstandort Sachsen
2. Innovationspotenziale
36
Schiff-/Bahn-/Flugzeug-/Zweiradbau, den FuE-Dienstleistungen und der sonstigen Industrie.
Besonders fällt auf, dass in Sachsen keine nennenswerte FuE im Automobilbau stattfindet,
während diese Einzelbranche für knapp 38 % der FuE-Ausgaben der Wirtschaft in den alten
Ländern verantwortlich ist.
Der hohe Anteil von Dienstleistungsbranchen an den FuE-Ausgaben der sächsischen Wirt-
schaft zeigt sich auch bei der Verteilung nach vier „Technologiesektoren“. In der „Spitzentech-
nologie“, d.h. in Industriebranchen, in denen die FuE-Ausgaben mehr als 9 % des Umsatzes
ausmachen, wurden 2015 knapp 19 % der sächsischen Wirtschafts-FuE-Ausgaben getätigt.
Dies ist ein etwas geringerer Anteilswert als in den alten Ländern (21 %). In der „Hochwertigen
Technik“ (FuE-Ausgaben je Umsatz von 3 bis 9 %) fanden in Sachsen 13 % der FuE-Ausga-
ben statt. Dies ist erheblich weniger als in den alten Ländern (56 %) und in den anderen neuen
Ländern (23 %). Fast 52 % der FuE-Ausgaben der sächsischen Wirtschaft des Jahres 2015
wurden von Unternehmen aus den forschungsintensiven Dienstleistungen getätigt. In den an-
deren neuen Ländern kommt diese Sektorgruppe nur auf knapp 20 % und in den alten Ländern
auf weniger als 11 %. Die übrigen, d.h. nicht forschungsintensiven Industrie- und Dienstleis-
tungssektoren trugen 2015 in Sachsen 16 % zu den gesamten internen FuE-Ausgaben der
sächsischen Wirtschaft bei. In den alten Ländern liegt diese Quote bei 12 %, in den anderen
neuen Ländern ist sie mit 22 % deutlich höher.
Die Größenstruktur der FuE-Ausgaben der Wirtschaft zeigt in Sachsen einen höheren Anteil
in der höchsten Größenklasse 10.000 und mehr Beschäftigte (36 %) im Vergleich zu den an-
deren neuen Ländern (18 %), aber einen niedrigeren als in den alten Ländern (51 %). Die FuE-
Ausgaben in dieser Größenklasse werden fast ausschließlich in Tochterunternehmen und
Zweigbetrieben von international tätigen Unternehmen mit Sitz außerhalb Sachsen getätigt.
Ein zweiter Schwerpunkt findet sich bei den mittleren Unternehmen mit 100-249 Beschäftigten.
Sie waren 2015 in Sachsen für gut 12 % der internen FuE-Ausgaben verantwortlich. Dies ent-
spricht dem Wert, der sich auch für die anderen neuen Länder zeigt. In den Größenklassen
der kleinen und mittelkleinen Unternehmen liegt der Strukturanteil in Sachsen stets deutlich
über dem Wert der alten Länder, aber leicht unter dem der anderen neuen Länder.

2. Innovationspotenziale
Analysen zum Innovationsstandort Sachsen
37
Abbildung 6: Verteilung der internen FuE-Ausgaben 2015 nach Branchengruppen, Technologiesektoren
und Größenklassen in Sachsen, den anderen neuen Ländern und den alten Ländern
Anmerkung: *ohne Sachsen, ohne Berlin.
Alle Werte sind hochgerechnet auf die Grundgesamtheit der Unternehmen.
Quelle: Stifterverband, FuE-Erhebung, Berechnungen des ZEW.
2,5
18,1
2,3
10,3
0,5
2,6
3,6
6,1
26,1
12,5
12,5
3,1
18,8
13,2
51,6
16,3
5,6
6,6
5,6
12,4
5,5
4,1
8,5
9,4
6,6
35,6
5,3
21,8
2,0
4,6
9,5
14,7
5,3
11,6
3,5
2,8
12,2
6,6
35,9
22,8
19,6
21,7
7,8
8,9
6,7
12,0
13,3
5,2
8,9
14,1
5,2
18,0
12,5
11,7
3,8
9,1
37,7
3,1
4,6
4,0
3,6
3,6
2,9
3,3
20,9
56,3
10,6
12,2
0,8
1,3
1,5
3,5
4,4
6,2
9,1
11,4
10,8
51,0
0
5
10
15
20
25
30
35
40
45
50
55
60
Chemie/Pharma
Elektronik/Instrumententechnik
Elektrotechnik
Maschinenbau
Automobilbau
Schiff-/Bahn-/Flugzeug-/Zweiradbau
Metall/Kunststoff/Glas/Keramik/Steinw.
Sonstige Industriebranchen
Software
Ingenieurbüros
FuE-Dienstleistungen
sonstige Dienstleistungen
Spitzentechnologie
Hochwertige Technik
Forschungsintensive Dienstleistungen
Restliche Abschnitte
0-19 Beschäftigte
20-49 Beschäftigte
50-99 Beschäftigte
100-249 Beschäftigte
250-499 Beschäftigte
500-999 Beschäftigte
1.000-1.999 Beschäftigte
2.000-4999 Beschäftigte
5.000-9999 Beschäftigte
10.000 u.m. Beschäftigte
Anteil an den gesamten internen FuE-Ausgaben in %
Sachsen
übrige neue Länder*
alte Länder

 
Analysen zum Innovationsstandort Sachsen
2. Innovationspotenziale
38
Innovationsausgaben und -erfolge
FuE ist ein wichtiger Parameter zur Bestimmung der Innovationspotenziale von Unternehmen.
Für die Durchführung und Umsetzung von Innovationsvorhaben sind aber meist noch andere
Ausgaben nötig. Im Jahr 2017 lagen die gesamten Ausgaben für die Entwicklung und Einfüh-
rung von Produkt- und Prozessinnovationen, einschließlich sämtlicher FuE-Ausgaben, in den
Unternehmen im Berichtskreis der Innovationserhebung Sachsen bei 2,88 Mrd. Euro (Tabelle
29). FuE-Ausgaben machten 44 % der gesamten Innovationsausgaben aus. Ein fast ebenso
großer Anteil, 39 %, entfiel auf Investitionen in Maschinen, Ausrüstungen, Gebäude, Software
und gewerbliche Schutzrechte. Die Höhe der sonstigen Innovationsausgaben, die u.a. Ausga-
ben für Weiterbildung, Marketing, Design, Konstruktion, Konzeption, Testen und Prüfen sowie
die Produktions- und Vertriebsvorbereitung umfassen, kann nicht exakt bestimmt werden, da
in der Innovationserhebung 2018 neben der Höhe der gesamten Innovationsausgaben nur die
Höhe der FuE-Ausgaben und der Investitionen für Innovationen abgefragt wurde und beide
Kategorien sich zu einem kleinen Teil überschneiden können.
9
Jedenfalls machen die sonsti-
gen Innovationsausgaben 17 % der gesamten Innovationsausgaben aus.
Tabelle 29:
Innovationsausgaben von Unternehmen in Sachsen, 2017
Mio. Euro
in %
in % des Umsatzes
Innovationsausgaben insgesamt
2.882
100,0
2,59
- interne und externe FuE-Ausgaben*
1.276
44,3
1,15
- Investitionen für Innovationen*
1.115
38,7
1,00
Anmerkung: *FuE-Ausgaben und Investitionen können sich überschneiden, z.B. im Fall von Sachanlageinvestitionen für FuE-
Einrichtungen, für aktivierte Softwareentwicklungskosten, die im Rahmen von FuE-Aktivitäten angefallen sind, oder für den Er-
werb von Patentrechten für FuE-Projekte.
Alle Werte sind hochgerechnet auf die Grundgesamtheit der Unternehmen.
Quelle: ZEW Innovationserhebung Sachsen, Berchnungen des ZEW.
Im Vergleich zu den anderen neuen Ländern ist der Anteil der Investitionen für Innovationen
in Sachsen etwas und im Vergleich zu den alten Ländern erheblich höher. Im Westen hatten
2017 etwa 28 % der gesamten Innovationsausgaben investiven Charakter. Höher ist in den
alten Ländern dagegen der Anteil der FuE-Ausgaben (56 %). Die anderen neuen Länder (in
diesem Abschnitt wieder inkl. Berlin) kommen mit knapp 44 % fast auf denselben Wert wie
Sachsen.
Bezogen auf den Umsatz gaben die Unternehmen in Sachsen im Jahr 2017 2,59 % für FuE
und Innovationen aus. Die „Innovationsintensität“ ist damit niedriger als in den alten Ländern
9
Das Ausmaß der Überschneidung ist nicht bekannt. Die Ergebnisse der FuE-Erhebung zum Anteil der Investitionen an den
gesamten (internen plus externen FuE-Ausgaben) und Ergebnisse der Innovationserhebung 2017, die die einzelnen Kom-
ponenten der Innovationsausgaben erfasst hat, legen nah, dass die Überschneidung bei 3 bis 4 % der gesamten Innovati-
onsausgaben liegt.

2. Innovationspotenziale
Analysen zum Innovationsstandort Sachsen
39
(3,17 %) und in den anderen neuen Ländern (2,83 %). Dies liegt primär an geringeren FuE-
Ausgaben, vor allem gegenüber den alten Ländern (Abbildung 7, Abbildung 8). Gegenüber
den anderen neuen Ländern sind die sonstigen Innovationsausgaben in Sachsen niedriger.
Bei den investiven Innovationsausgaben lag Sachsen im Jahr 2017 dagegen voran. Zu beach-
ten ist, dass gerade die investiven und die sonstigen Innovationsausgaben stärker von Jahr
zu Jahr schwanken können, da sie u.a. von Investitionszyklen und der Nachfrage in den Ab-
satzmärkten abhängen.
Abbildung 7: Innovationsausgaben 2017 als Anteil am Umsatz in Sachsen, den neuen Ländern ohne
Sachsen und den alten Ländern
Anmerkung: *ohne Sachsen, inkl. Berlin.
** unterschätzt im Ausmaß der nicht bekannten Überschneidung zwischen FuE-Ausgaben und investiven Ausgaben. Die Über-
schneidung liegt vermutlich bei 3-4 % der gesamten Innovationsausgaben, d.h. der Anteil der sonstigen Innovationsausgaben
am Umsatz könnte in der Größenordnung von ca. 0,1 Prozentpunkte höher liegen.
Alle Werte sind hochgerechnet auf die Grundgesamtheit der Unternehmen.
Quelle: ZEW Innovationserhebung Sachsen, Mannheimer Innovationspanel, Berechnungen des ZEW.
Differenziert nach Branchengruppen, fällt für Sachsen die relativ niedrige FuE-Intensität im
Maschinen- und Fahrzeugbau auf. Sie ist wesentlich darauf zurückzuführen, dass es keine
größeren Automobilbauunternehmen in Sachsen mit nennenswerten FuE-Ausgaben gibt.
Gleichzeitig erwirtschaftet diese Branche dank hoher Produktionszahlen hohe Umsätze in
Sachsen, was die Relation zwischen Innovationsausgaben und Umsatz deutlich nach unten
drückt.
10
Überdurchschnittlich hoch ist dagegen die Innovationsintensität in der Elektronik/In-
strumententechnik, sie übersteigt sogar den Wert der alten Länder.
10
Zu beachten ist, dass in der Innovationserhebung nur die rechtlich selbstständigen Tochterunternehmen von nicht in Sach-
sen ansässigen Automobilbauunternehmen berücksichtigt werden, nicht aber Zweigwerke ohne eigene Rechtsform. Konk-
ret bedeutet dies, dass das BMW-Werk in Leipzig nicht Teil des Berichtskreises der Innovationserhebung ist, die Auto-
werke von Volkswagen und Porsche dagegen schon. Im Bereich der Automobilzulieferer gibt es ebenfalls einige Zweig-
werke, die Teil des Berichtskreises sind.
2,59
1,15
1,00
0,44
2,83
1,23
0,97
0,63
3,17
1,78
0,90
0,50
0,0
0,5
1,0
1,5
2,0
2,5
3,0
3,5
Innovationsausgaben insgesamt
interne und extern FuE-Ausgaben
investive Innovationsausgaben
sonstige Innovationsausgaben**
Anteil am Umsatz in %
Sachsen
übrige neue Länder*
alte Länder

Analysen zum Innovationsstandort Sachsen
2. Innovationspotenziale
40
Abbildung 8: Innovationsausgaben 2017 als Anteil am Umsatz in Sachsen, den neuen Ländern ohne
Sachsen und den alten Ländern nach Branchengruppen und Größenklassen
Anmerkung: *ohne Sachsen, inkl. Berlin.
**unterschätzt im Ausmaß der nicht bekannten Überschneidung zwischen FuE-Ausgaben und investiven Ausgaben. Die Über-
schneidung liegt vermutlich bei 3-4 % der gesamten Innovationsausgaben, d.h. der Anteil der sonstigen Innovationsausgaben
am Umsatz könnte in der Größenordnung von ca. 0,1 Prozentpunkte höher liegen.
Alle Werte sind hochgerechnet auf die Grundgesamtheit der Unternehmen.
Quelle: ZEW Innovationserhebung Sachsen, Mannheimer Innovationspanel, Berechnungen des ZEW.
Herausragend hoch sind die Innovationsausgaben in Relation zum Umsatz in den Ingenieur-
büros und FuE-Dienstleistungen, was zum einen an dem hohen Anteil von FuE-Dienstleistun-
gen innerhalb der Branchengruppe in Sachsen liegt (wobei viele FuE-Dienstleister Innovati-
onsausgaben in Höhe des Umsatzes aufweisen). Zum anderen weisen auch viele sächsische
Ingenieurbüros relativ hohe Innovationsausgaben auf.
0,5
0,9
2,0
2,2
1,9
1,5
11,6
3,3
2,4
0,5
1,1
3,2
0,9
2,0
22,9
5,9
0,8
1,1
2,6
2,9
2,1
2,8
0,7
1,7
2,3
2,0
5,6
1,8
7,7
5,7
2,9
0,1
3,1
6,4
1,4
1,3
7,7
2,2
0,7
1,6
1,8
2,4
2,0
3,5
0,7
1,5
3,4
1,3
5,0
2,3
10,8
8,4
2,9
0,2
2,1
5,9
0,7
1,1
7,5
2,5
1,0
0,7
1,9
1,4
1,4
4,1
0
4
8
12
16
20
24
Bergbau/Energie/Wasser/Entsorgung
Nahrung/Getränke/Tabak
Textil/Bekleidung/Leder
Holz/Papier/Druck
Chemie/Pharma/Kunststoff/Glas
Metalle/Metallwaren
Elektroindustrie/Instrumententechnik
Maschinen-/Fahrzeugbau
sonst. Konsumgüter/Anlagenrep./-inst.
Großhandel
Transport/Post
Information/Kommunikation
Finanzdienstleistungen
Rechts-/Steuer-
/Unternehmensberatung
Ingenieurbüros/FuE-Dienstleistungen
Werbung/Kreativdienstleistungen
Bewachung/Gebäudedienste
sonstige Unternehmensdienste
5-9 Beschäftigte
10-49 Beschäftigte
50-249 Beschäftigte
250 u.m. Beschäftigte
Anteil an den gesamten internen FuE-Ausgaben in %
Sachsen
übrige neue Länder*
alte Länder

2. Innovationspotenziale
Analysen zum Innovationsstandort Sachsen
41
Differenziert nach der Größe ist in allen drei KMU-Größenklassen die Innovationsintensität in
Sachsen erheblich höher als in den alten Ländern und auch höher als in den anderen neuen
Ländern. Ein Rückstand ist dagegen bei den Großunternehmen zu beobachten.
Die Erträge, die Unternehmen aus Innovationen erzielen, lassen sich nur schwer direkt mes-
sen, da die einzelnen Innovationen sehr unterschiedlich sind, unterschiedlichen Ertragsmodel-
len folgen und unterschiedliche Ertragswirkungen zeigen sowie unterschiedlich lange im Markt
angeboten bzw. im Unternehmen eingesetzt werden. Ausgaben für Innovationen können im
Rahmen einer Innovationsstatistik nicht direkt den dadurch erzielten Erträgen zugeordnet wer-
den. Gleichwohl haben sich in der Innovationsstatistik einige Kennzahlen zur Messung der
direkten ökonomischen Ergebnisse von Innovationen etabliert. Auf Produktseite zählt dazu der
Umsatz, der mit Produktinnovationen erzielt wurde, die in den zurückliegenden drei Jahren
eingeführt worden waren.
11
In Sachsen betrug dieser Umsatzwert im Jahr 2017 16,66 Mrd.
Euro (Tabelle 30). Das sind 15 des gesamten Umsatzes der Unternehmen im Berichtskreis
der Innovationserhebung. Gut 12 % des Neuproduktumsatzes gingen auf Marktneuheiten zu-
rück (2,04 Mrd. Euro). Diese machten damit 1,8 % des gesamten Umsatzes aus. Sortiments-
neuheiten trugen knapp 16 % zum Umsatz mit Produktinnovationen bei, das sind 2,4 % des
gesamten Umsatzes. Die Überschneidungsmenge des Umsatzes von Markt- und von Sorti-
mentsneuheiten ist nicht bekannt, dürfte aber angesichts der großen Zahl von Unternehmen,
die beiden Arten von Produktinnovationen eingeführt haben, nicht unerheblich sein.
Tabelle 30:
Innovationserfolge mit Produktinnovationen von Unternehmen in Sachsen, 2017
Mrd. Euro
in %
in % des Umsatzes
Umsatz mit Produktinnovationen
16,66
100,0
15,0
- darunter: mit Marktneuheiten*
2,04
12,2
1,8
- darunter: mit Sortimentsneuheiten*
2,62
15,7
2,4
Anmerkung: Alle Werte sind hochgerechnet auf die Grundgesamtheit der Unternehmen.
Quelle: ZEW Innovationserhebung Sachsen, Berechnungen des ZEW.
Der Umsatzanteil von Produktinnovationen von 15,0 % in Sachsen liegt nur wenig unter dem
Wert in den alten Ländern (15,8 %) und deutlich höher als in den anderen neuen Ländern
(11,2 %). Beim Umsatzanteil von Markt- und von Sortimentsneuheiten liegt Sachsen allerdings
hinter den beiden Vergleichsregionen. Bei Marktneuheiten ist der Abstand zum Wert der alten
Länder (3,3 %) relativ groß (Abbildung 9).
11
Kennzahlen zum Umsatzanteil mit neuen Produkten für die FuE-aktiven Unternehmen werden im Sächsischen Technolo-
giebericht 2018, Abschnitt 5.3 berichtet.

Analysen zum Innovationsstandort Sachsen
2. Innovationspotenziale
42
Abbildung 9: Umsatzanteil von Produktinnovationen 2017 in Sachsen, den neuen Ländern ohne
Sachsen und den alten Ländern
Anmerkung: *ohne Sachsen, inkl. Berlin.
Alle Werte sind hochgerechnet auf die Grundgesamtheit der Unternehmen.
Quelle: ZEW Innovationserhebung Sachsen, Mannheimer Innovationspanel, Berechnungen des ZEW.
Fast die Hälfte des Umsatzes, den die sächsischen Unternehmen mit Produktinnovationen
erzielen (45 %), stammt aus einer einzigen Branchengruppe, dem Maschinen- und Fahrzeug-
bau. Der Anteilswert ist höher als in den Vergleichsregionen, die auf 38 bis 39 % kommen
(Abbildung 10). Der hohe Wert resultiert u.a. aus der spezifischen Position des sächsischen
Automobilbaus. Als Assemblingstandort (inkl. der damit verbundenen Zulieferunternehmen)
weist er ein sehr modernes, junges Produktportfolio mit einem branchentypischen Anteil von
Produktneuheiten auf, dem allerdings nur in geringem Umfang eigene Entwicklungsaktivitäten
vor Ort gegenüberstehen. Dadurch kommt es zu einem sehr hohen Beitrag zum gesamten
Innovationserfolg der sächsischen Wirtschaft bei nur sehr geringen FuE-Ausgaben. Die Inno-
vationsausgaben sind stark auf Prozessinnovationen ausgerichtet.
20 % des Neuproduktumsatzes in Sachsen im Jahr 2017 wurde von der Elektroindustrie und
Instrumententechnik generiert. Dies ist ein mehr als doppelt so hoher Anteil wie in den Ver-
gleichsregionen. Höher als in den alten und den anderen neuen Ländern ist außerdem der
Beitrag der Branchengruppe Bergbau/Energie/Wasser/Entsorgung zum Umsatz mit Produk-
tinnovationen. Unterdurchschnittlich sind dagegen die Beiträge der Branchengruppen Che-
mie/Pharma/Kunststoff/Glas, der Finanzdienstleistungen, des Transportgewerbes und der
Postdienste sowie der Information/Kommunikation. Kaum Umsätze mit Produktinnovationen
erzielen die Ingenieurbüros und FuE-Dienstleistungen, obwohl sie ein Viertel der FuE-Ausga-
ben im sächsischen Unternehmenssektor auf sich vereinigen. Das in dieser Branchengruppe
generierte neue Wissen wird zu einem großen Teil den Kundenbranchen dieser Dienstleister
bereitgestellt und dort für Innovationen genutzt.
15,0
1,8
2,4
11,2
2,1
3,3
15,8
3,3
2,8
0
2
4
6
8
10
12
14
16
18
Produktinnovationen insgesamt
Marktneuheiten
Sortimentsneuheiten
Anteil am Umsatz in %
Sachsen
übrige neue Länder*
alte Länder

2. Innovationspotenziale
Analysen zum Innovationsstandort Sachsen
43
Abbildung 10: Umsatzanteil von Produktinnovationen 2017 in Sachsen, den neuen Ländern ohne
Sachsen und den alten Ländern nach Branchengruppen und Größenklassen
Anmerkung: *ohne Sachsen, inkl. Berlin.
Alle Werte sind hochgerechnet auf die Grundgesamtheit der Unternehmen.
Quelle: ZEW Innovationserhebung Sachsen, Mannheimer Innovationspanel, Berechnungen des ZEW.
Nach Größenklassen differenziert entfallen in Sachsen 76 % des Neuproduktumsatzes auf
Großunternehmen. In den alten Ländern ist dieser Anteilswert mit 86 % noch höher. In Sach-
sen ebenso wie in den anderen neuen Ländern tragen kleine und mittlere Unternehmen stärker
als in den alten Ländern zum Umsatz mit Produktinnovationen bei.
Um den Innovationserfolg auf Prozessinnovationsseite zu messen, werden in der Innovations-
erhebung zwei Indikatoren verwendet: zum einen die prozentuale Stückkostensenkung, die
8,1
2,2
0,4
2,9
1,9
2,6
20,2
45,0
1,5
4,2
0,8
2,7
3,7
0,3
1,7
0,2
0,5
1,0
1,5
7,8
14,4
76,3
3,8
5,8
0,2
2,1
8,1
1,9
9,1
38,3
2,7
2,6
3,6
4,4
8,7
1,0
1,8
0,6
2,1
3,1
1,6
8,2
15,1
75,2
1,9
2,2
0,9
0,8
8,7
3,1
8,1
39,3
1,2
5,8
3,7
5,5
15,7
0,6
0,9
0,4
0,3
1,0
2,8
3,3
8,2
85,8
0
10
20
30
40
50
60
70
80
90
Bergbau/Energie/Wasser/Entsorgung
Nahrung/Getränke/Tabak
Textil/Bekleidung/Leder
Holz/Papier/Druck
Chemie/Pharma/Kunststoff/Glas
Metalle/Metallwaren
Elektroindustrie/Instrumententechnik
Maschinen-/Fahrzeugbau
sonst. Konsumgüter/Anlagenrep./-inst.
Großhandel
Transport/Post
Information/Kommunikation
Finanzdienstleistungen
Rechts-/Steuer-/Unternehmensberatung
Ingenieurbüros/FuE-Dienstleistungen
Werbung/Kreativdienstleistungen
Bewachung/Gebäudedienste
sonstige Unternehmensdienste
5-9 Beschäftigte
10-49 Beschäftigte
50-249 Beschäftigte
250 u.m. Beschäftigte
Anteil an den gesamten internen FuE-Ausgaben in %
Sachsen
übrige neue Länder*
alte Länder

 
Analysen zum Innovationsstandort Sachsen
2. Innovationspotenziale
44
durch neue oder verbesserte Verfahren erreicht werden konnte, und zum anderen der Um-
satzanstieg, der aufgrund von Qualitätsverbesserungen realisiert werden konnte. Beim kos-
tenseitigen Prozessinnovationserfolg erzielten die sächsischen Unternehmen mit einer durch-
schnittlichen Stückkostensenkung von 2,5 % im Jahr 2017 (die auch die Unternehmen einbe-
zieht, die keinerlei kostensenkende Prozessinnovationen eingeführt haben) einen beachtli-
chen Wert. Die Unternehmen in den alten Ländern liegen mit 3,3 % zwar voran, sind aber
durch den deutlich höheren Anteil von Großunternehmen strukturell deutlich besser aufgestellt,
da Kostensenkungen stark mit der Nutzung von Skalenvorteilen einhergehen, die sich in Groß-
unternehmen wesentlich leichter erzielen lassen. Beim qualitätsseitigen Prozessinnovations-
erfolg liegt Sachsen mit einem Umsatzanstieg von 1,7 % leicht hinter den beiden Vergleichs-
regionen zurück.
Abbildung 11: Indikatoren des Prozessinnovationserfolgs 2017 in Sachsen, den neuen Ländern ohne
Sachsen und den alten Ländern
Anmerkung: *ohne Sachsen, inkl. Berlin.
Alle Werte sind hochgerechnet auf die Grundgesamtheit der Unternehmen.
Quelle: ZEW Innovationserhebung Sachsen, Mannheimer Innovationspanel, Berechnungen des ZEW.
Aktuelle Trends bei Innovationsindikatoren
Die Innovationserhebung Sachsen wird seit dem Berichtsjahr 2015 durchgeführt, sodass für
den vorliegenden Bericht drei Berichtsjahre (2015, 2016, 2017) für die Analyse von kurzfristi-
gen Trends bei zentralen Innovationsindikatoren zur Verfügung stehen.
12
Aufgrund des kurzen
Zeitraums sollten die dargestellten Entwicklungen allerdings mit Vorsicht interpretiert werden.
Veränderungen bei Innovationsindikatoren in einzelnen Jahren können sehr unterschiedliche
Ursachen haben und zeigen nicht notwendigerweise eine längerfristige Entwicklungsrichtung
an.
12
Diese Trenddarstellung ergänzt die Datenreports zur Innovationserhebung Sachsen, die das Staatsministerium für Wirt-
schaft, Arbeit und Verkehr veröffentlicht (siehe Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr 2018), indem sie die
Ergebnisse der einzelnen Jahre, inklusive der Ergebnisse für die aktuellste Befragungswelle 2018, in zusammenfassender
Form darstellt.
2,5
1,7
1,5
1,8
3,3
2,0
0,0
0,5
1,0
1,5
2,0
2,5
3,0
3,5
4,0
Stückkostensenkung
Umsatzanstieg durch
Qualitätsverbesserung
Anteil am Umsatz in %
Sachsen
übrige neue Länder*
alte Länder

2. Innovationspotenziale
Analysen zum Innovationsstandort Sachsen
45
Wie Abbildung 12 zeigt, ging die Innovationsbeteiligung der sächsischen Unternehmen, ge-
messen an der Innovatorenquote, im Jahr 2017 im Vergleich zu den beiden Vorjahren zurück.
Mit 35 % lag sie 2017 um 5 Prozentpunkte unter dem Wert von 2016 und um zwei Prozent-
punkte unter dem Vergleichswert für die alten Länder. In den übrigen neuen Ländern zeigt sich
2017 ebenfalls ein Rückgang der Innovatorenquote. Ebenfalls rückläufig ist der Wert für den
Indikator „Anteil Unternehmen mit Marktneuheiten“. Dieser ging in Sachsen von mehr als 10 %
im Jahr 2015 auf weniger als 8 % im Jahr 2017 zurück. Nachdem 2015 ein merklich höherer
Anteil der sächsischen Unternehmen Marktneuheiten eingeführt hatten, liegt die Quote im Jahr
2017 auf dem Niveau der Vergleichsregionen. Eine leicht positive Entwicklung zeigt sich beim
Anteil der Unternehmen mit kostensenkenden Prozessinnovationen. Dieser stieg 2017 in
Sachsen um rund einen Prozentpunkt auf 8 % an. In den Vergleichsregionen fiel der Anstieg
kräftiger aus, sodass der Wert für Sachsen nun unter dem der alten Länder und der übrigen
neuen Länder liegt.
Abbildung 12: Trends in der Innovationsbeteiligung von Unternehmen in Sachsen, den neuen Ländern
ohne Sachsen und den alten Ländern, 2015-2017
Anteil Unternehmen mit
Anteil Unternehmen mit
Anteil Unternehmen mit
Innovationen
Marktneuheiten
kostensenkenden Prozessinn.
Anmerkung: *inkl. Berlin.
Alle Werte sind hochgerechnet auf die Grundgesamtheit der Unternehmen.
Quelle: ZEW Innovationserhebung Sachsen, Mannheimer Innovationspanel, Berechnungen des ZEW.
Der Anteil der Unternehmen in Sachsen, die kontinuierliche FuE betreiben, ging 2016 im Ver-
gleich zum Vorjahr merklich von 16 auf 13 % zurück und stieg 2017 wieder leicht auf 14 % an
(Abbildung 13). Damit bleibt der Abstand zu den alten Ländern und den übrigen neuen Län-
dern mit 3-4 Prozentpunkten hoch. Der Anteil der Unternehmen mit gelegentlicher FuE ging in
Sachsen sowohl 2016 als auch 2017 leicht zurück. Er lag 2017, wie schon 2015, auf demsel-
ben Niveau wie in den alten Ländern (8 %) und deutlich über dem Wert für die übrigen neuen
Länder. Beim Anteil der Unternehmen, die FuE-Aufträge an Dritte vergeben („externe FuE“)
0
10
20
30
40
50
2015
2016
2017
Anteil an allen Unternehmen in %
Sachsen
übrige neue Länder*
alte Länder
0
3
6
9
12
15
2015
2016
2017
Anteil an allen Unternehmen in %
Sachsen
übrige neue Länder*
alte Länder
0
3
6
9
12
15
2015
2016
2017
Anteil an allen Unternehmen in %
Sachsen
übrige neue Länder*
alte Länder

Analysen zum Innovationsstandort Sachsen
2. Innovationspotenziale
46
zeigt sich in Sachsen eine gegenläufige Entwicklung gegenüber den Vergleichsregionen. Ei-
nem starken Rückgang im Jahr 2016 steht ein Anstieg im Jahr 2017 gegenüber, sodass für
das aktuellste Jahr die Quote mit rund 9 % wieder über dem Wert der Vergleichsregionen liegt.
Abbildung 13: Trends in der FuE-Beteiligung von Unternehmen in Sachsen, den neuen Ländern ohne
Sachsen und den alten Ländern, 2015-2017
Anteil Unternehmen mit
Anteil Unternehmen mit
Anteil Unternehmen mit
kontinuierlicher FuE
gelegentlicher FuE
externer FuE
Anmerkung: *inkl. Berlin.
Alle Werte sind hochgerechnet auf die Grundgesamtheit der Unternehmen.
Quelle: ZEW Innovationserhebung Sachsen, Mannheimer Innovationspanel, Berechnungen des ZEW.
Bei den Innovationsausgaben zeigt sich sowohl für die sächsische Wirtschaft wie für die alten
Länder und die übrigen neuen Länder ein gleichmäßiger Anstieg (Abbildung 14). Gemessen
am gesamten Umsatz der Unternehmen im Berichtskreis der Innovationserhebung stiegen die
Innovationsausgaben in Sachsen 2015-2017 von 2,3 über 2,5 auf 2,6 % an. In den übrigen
Ländern war die gleiche Entwicklung auf einem etwas höheren Niveau (von 2,6 auf 2,8 %) zu
beobachten. In den alten Ländern fiel der Anstieg 2016 verhalten und im Jahr 2017 etwas
stärker aus. Bei der Teilkomponente FuE-Ausgaben gab es in Sachsen im Jahr 2016 einen
kräftigen Anstieg (von 0,9 auf 1,2 % des Umsatzes), 2017 wurde dieses Niveau gehalten. In
den übrigen neuen Ländern kam es dagegen 2016 zu einem leichten Rückgang und 2017
wieder zu einem Anstieg, sodass im Jahr 2017 die FuE-Intensität in den übrigen neuen Län-
dern wieder über der von Sachsen liegt. Bei den investiven Innovationsausgaben kam es in
Sachsen zu einem geringfügigen Anstieg, sodass der Abstand zu den alten Ländern unverän-
dert blieb.
0
4
8
12
16
20
2015
2016
2017
Anteil an allen Unternehmen in %
Sachsen
übrige neue Länder*
alte Länder
0
3
6
9
12
15
2015
2016
2017
Anteil an allen Unternehmen in %
Sachsen
übrige neue Länder*
alte Länder
0
3
6
9
12
15
2015
2016
2017
Anteil an allen Unternehmen in %
Sachsen
übrige neue Länder*
alte Länder

2. Innovationspotenziale
Analysen zum Innovationsstandort Sachsen
47
Abbildung 14: Trends in den Innovationsausgaben von Unternehmen in Sachsen, den neuen Ländern
ohne Sachsen und den alten Ländern, 2015-2017
gesamte Innovationsausgaben
FuE-Ausgaben
investive Innovationsausgaben
in % des Umsatzes
in % des Umsatzes
in % des Umsatzes
Anmerkung: *inkl. Berlin.
Alle Werte sind hochgerechnet auf die Grundgesamtheit der Unternehmen.
Quelle: ZEW Innovationserhebung Sachsen, Mannheimer Innovationspanel, Berechnungen des ZEW.
Wie Abbildung 15 zeigt, ist die Entwicklung beim Innovationserfolg für die Unternehmen in
Sachsen für den Zeitraum 2015-2017 tendenziell rückläufig. Der Umsatzanteil von Produkt-
neuheiten nahm leicht von 15,4 auf 15,0 % ab. Er liegt 2017 unter dem Niveau der alten Länder,
die 2017 einen deutlichen Anstieg von 13,9 auf 15,8 % verzeichnet haben. Der Vorsprung
Sachsens gegenüber den übrigen neuen Ländern hat sich 2017 verringert, da auch in den
übrigen neuen Ländern der Neuproduktanteil am Umsatz zunahm (von 9,8 auf 11,2 %). Für
den Umsatzanteil von Marktneuheiten zeigt sich sowohl in Sachsen als auch in den beiden
Vergleichsregionen für 2017 ein Anstieg gegenüber dem Vorjahreswert, der in Sachsen aller-
dings am geringsten ausfiel. Zudem sank im Jahr 2016 der Wert für diesen Indikator in Sach-
sen stark, sodass der Freistaat nun hinter den Vergleichsregionen liegt. Günstiger war die
Entwicklung beim zentralen Indikator für den Prozessinnovationserfolg, nämlich der durch-
schnittlichen Stückkostensenkung, die durch neue Prozesse und Verfahren erzielt werden
konnte. Dieser Wert stieg in Sachsen 2017 von 2,3 auf 2,5 % an, nachdem er 2016 merklich
gesunken war. Dadurch hat sich im Jahr 2017 der Abstand zu den alten Ländern (3,3 %) etwas
verringert. In den übrigen neuen Ländern nahm der Kostensenkungsanteil 2017 deutlich auf
1,5 % ab.
0,0
0,8
1,6
2,4
3,2
4,0
2015
2016
2017
Anteil am Umsatz in %
Sachsen
übrige neue Länder*
alte Länder
0,0
0,4
0,8
1,2
1,6
2,0
2015
2016
2017
Anteil am Umsatz in %
Sachsen
übrige neue Länder*
alte Länder
0,0
0,3
0,6
0,9
1,2
1,5
2015
2016
2017
Anteil am Umsatz in %
Sachsen
übrige neue Länder*
alte Länder

 
Analysen zum Innovationsstandort Sachsen
2. Innovationspotenziale
48
Abbildung 15: Trends in der FuE-Beteiligung von Unternehmen in Sachsen, den neuen Ländern ohne
Sachsen und den alten Ländern, 2015-2017
Umsatzanteil von
Umsatzanteil von
Stückkostensenkung
Produktneuheiten
Marktneuheiten
durch Prozessinnovationen
Anmerkung: *inkl. Berlin.
Alle Werte sind hochgerechnet auf die Grundgesamtheit der Unternehmen.
Quelle: ZEW Innovationserhebung Sachsen, Mannheimer Innovationspanel, Berechnungen des ZEW.
Innovationshemmnisse und Fachkräftemangel
Die Innovationspotenziale im Unternehmensbereich werden nicht nur von den eigenen Inno-
vationsanstrengungen der Unternehmen bestimmt, sondern auch von den Rahmenbedingun-
gen, um Innovationen zu entwickeln und einzuführen. Hier können verschiedene Faktoren be-
oder verhindernd wirken. In der Innovationserhebung Sachsen des Jahres 2017 wurde die
Bedeutung einiger wichtiger Hemmnisfaktoren im Jahr 2016 erfasst.
13
Das Hemmnis, das die
meisten Unternehmen als von hoher Bedeutung für die Behinderung der eigenen Innovations-
aktivitäten nannten, sind die zu hohen Kosten. Dabei ist zu beachten, dass sich diese Antwort
nicht nur auf die Betriebskosten des Unternehmens (wie Personal, Material, Energie, Dienst-
leistungen, Fremdkapital) bezieht, sondern auch die hohen Kosten von Innovationsvorhaben
im Vergleich zu den ungewissen Erträgen mit einschließt.
Der zweitwichtigste Hemmnisfaktor war 2016 der Mangel an geeignetem Fachpersonal am
Arbeitsmarkt. Für 19 % der Unternehmen in Sachsen war dieser Faktor von hoher Bedeutung.
In den anderen neuen Ländern (hier weiterhin inkl. Berlin) lag die Quote mit 24 % noch höher,
in den alten Ländern war sie niedriger (16 %). Der Mangel an unternehmensinternen Finan-
zierungsquellen folgte in Sachsen als am dritthäufigsten genanntes bedeutendes Innovations-
hemmnis (15 %), noch vor dem Mangel an geeignetem Fachpersonal im Unternehmen (14 %)
und dem Mangel an geeigneten externen Finanzierungsquellen (11 %). Schwierigkeiten beim
13
Die Verbreitung von Innovationshemmnissen im Unternehmenssektor Sachsens wurde auch im Rahmen des Datenreports
zur Innovationserhebung Sachsen dargestellt (Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr 2018). Die Darstellung
hier setzt die Ergebnisse insbesondere in Bezug zur Situation in den anderen neuen Ländern.
0
4
8
12
16
20
2015
2016
2017
Anteil am Umsatz in %
Sachsen
übrige neue Länder*
alte Länder
0,0
0,8
1,6
2,4
3,2
4,0
2015
2016
2017
Anteil am Umsatz in %
Sachsen
übrige neue Länder*
alte Länder
0,0
0,8
1,6
2,4
3,2
4,0
2015
2016
2017
Anteil am Umsatz in %
Sachsen
übrige neue Länder*
alte Länder

2. Innovationspotenziale
Analysen zum Innovationsstandort Sachsen
49
Zugang zu Fördermitteln für Innovationsaktivitäten waren ebenfalls für 11 % der sächsischen
Unternehmen von hoher Bedeutung für die Behinderung von Innovationsbemühungen. Für
fast alle Hemmnisfaktoren gilt, dass sie in den anderen neuen Ländern häufiger als von hoher
Bedeutung genannt wurden als in Sachsen (Ausnahme: hohe Kosten und Mangel an interner
Finanzierung), während die alten Länder niedrigere Anteilswerte aufweisen (Ausnahme: Man-
gel an geeigneten Kooperationspartnern, hier weist Sachsen mit 4 % den niedrigsten Wert auf).
Abbildung 16: Innovationshemmnisse von hoher Bedeutung in Unternehmen in Sachsen, den neuen
Ländern ohne Sachsen und den alten Ländern, 2016
Anmerkung: *inkl. Berlin.
Alle Werte sind hochgerechnet auf die Grundgesamtheit der Unternehmen.
Quelle: ZEW Innovationserhebung Sachsen, Mannheimer Innovationspanel, Berechnungen des ZEW.
In der aktuellen Innovationserhebung Sachsen des Jahres 2018 wurde das Ausmaß des Fach-
kräftemangels im Jahr 2017 erhoben. Insgesamt hatten 66 % der Unternehmen in Sachsen im
Berichtskreis der Innovationserhebung im Jahr 2017 offene Stellen. 26 % der Unternehmen
konnten zumindest einen Teil ihrer offenen Stellen wie geplant besetzen, bei 20 % konnten
zumindest einige der offenen Stellen verspätet und bei 17 % nicht mit dem gewünschtem Per-
sonal besetzt werden (Abbildung 17). 21 % der Unternehmen berichteten, dass offene Stellen
22,9
14,5
10,5
14,0
18,9
11,0
4,2
8,1
10,0
21,4
13,8
11,4
18,3
23,5
14,4
10,5
10,9
12,7
16,8
10,5
8,1
11,9
16,0
9,2
4,7
6,4
8,9
0
5
10
15
20
25
zu hohe Kosten
Mangel an unternehmensinternen
Finanzierungsquellen
Mangel an geeigneten externen
Finanzierungsquellen
Mangel an geeignetem Fachpersonal im
Unternehmen
Mangel an geeignetem Fachpersonal am
Arbeitsmarkt
Schwierigkeiten im Zugang zu Fördermitteln für
Innovationsaktivitäten
Mangel an geeigneten Kooperationspartnern
Unsicherheit über die Nachfrage nach
Innovationsideen
zu starker Wettbewerb im Absatzmarkt
Anteil an allen Unternehmen in %
Sachsen
übrige neue Länder*
alte Länder

Analysen zum Innovationsstandort Sachsen
2. Innovationspotenziale
50
gar nicht besetzt werden konnten. Die Werte für Sachsen liegen bei allen vier Kategorien je-
weils leicht über den Werten der alten Länder. Gegenüber den anderen neuen Ländern zeigt
sich ein höherer Anteil von Unternehmen mit wie geplant besetzten Stellen und ein niedrigerer
bei verspätet besetzten Stellen.
Abbildung 17: Besetzung offener Stellen in Unternehmen in Sachsen, den neuen Ländern ohne Sachsen
und den alten Ländern im Jahr, 2017
Anmerkung: * inkl. Berlin.
Mehrfachnennungen je Unternehmen möglich bei „wie geplant“, „verspätet“, „nicht mit gewünschtem Personal“ und „gar nicht“.
Alle Werte sind hochgerechnet auf die Grundgesamtheit der Unternehmen.
Quelle: ZEW Innovationserhebung Sachsen, Mannheimer Innovationspanel, Berechnungen des ZEW.
Die Gesamtzahl der offenen Stellen lag im Jahr 2017 in den Unternehmen des Berichtskreises
der Innovationserhebung in Sachsen bei rund 45 Tsd. Von ihnen konnten rund 18,5 Tsd. Stel-
len wie geplant besetzt werden, 16 Tsd. nur verspätet oder nicht mit dem gewünschten Per-
sonal und rund 10,5 Tsd. konnten gar nicht besetzt werden. Damit blieben 23 % der offenen
Stellen unbesetzt und nur 41 % konnten wie geplant besetzt werden. Der Anteil der nicht be-
setzten offenen Stellen ist in Sachsen höher als in den anderen neuen Ländern (21 %) und in
den alten Ländern (18 %).
Bezogen auf die Gesamtbeschäftigung machen die nicht besetzten offenen Stellen in Sachsen
1,8 % aus. Dies ist deutlich mehr als in den anderen neuen Ländern (1,5 %) und in den alten
Ländern (1,2 %). Auch die nur verspätet oder nicht mit dem gewünschten Personal besetzten
Stellen haben ein höheres Gewicht in Sachsen (2,8 % an allen Beschäftigten) als in den an-
deren neuen Ländern (2,6 %) und in den alten Ländern (2,1 %). Bei den wie geplant besetzten
Stellen liegt Sachsen mit einem Anteil an allen Beschäftigten von 3,3 % auf demselben Niveau
wie die alten Länder. Insgesamt lag die Anzahl der offenen Stellen gemessen an der Beschäf-
tigung im Jahr 2017 in Sachsen höher (7,9 %) als in den anderen neuen Ländern (7,1 %) und
den alten Ländern (6,6 %).
26,1
20,4
17,1
21,3
34,1
22,7
23,4
17,5
20,1
38,2
25,4
19,5
16,5
19,1
37,8
0
5
10
15
20
25
30
35
40
wie geplant
verspätet
nicht mit gewünschtem
Personal
gar nicht
keine offenen Stellen
Anteil an allen Unternehmen in %
Sachsen
übrige neue Länder
alte Länder

2. Innovationspotenziale
Analysen zum Innovationsstandort Sachsen
51
Tabelle 31:
Besetzung von offenen Stellen in Unternehmen in Sachsen, 2017
Sachsen
neue Länder*
ohne Sachsen
alte Länder
Anzahl offene Stellen (in Tsd., gerundet), die
... wie geplant besetzt werden konnten
18,5
46
470
... nur verspätet oder nicht mit dem gewünschtem Perso-
nal besetzt werden konnten
16
40
305
... gar nicht besetzt werden konnten
10,5
23
165
Anteil an allen offenen Stellen (in %), die
... wie geplant besetzt werden konnten
41
42
50
... nur verspätet oder nicht mit dem gewünschtem Perso-
nal besetzt werden konnten
36
37
32
... gar nicht besetzt werden konnten
23
21
18
Anteil der offenen Stellen an allen Beschäftigten (in %), die
... wie geplant besetzt werden konnten
3,3
3,0
3,3
... nur verspätet oder nicht mit dem gewünschtem Perso-
nal besetzt werden konnten
2,8
2,6
2,1
... gar nicht besetzt werden konnten
1,8
1,5
1,2
Anmerkung: *inkl. Berlin.
Alle Werte sind hochgerechnet auf die Grundgesamtheit der Unternehmen.
Quelle: ZEW Innovationserhebung Sachsen, Mannheimer Innovationspanel, Berechnungen des ZEW.
Um die Bedeutung von nicht oder nicht adäquat besetzten offenen Stellen für die Innovations-
tätigkeit in Sachsen zu erfassen, erfolgt eine Differenzierung nach den beiden Gruppen der
Innovatoren (d.h. Unternehmen, die im vorangegangene Dreijahreszeitraum Produkt- oder
Prozessinnovationen eingeführt haben) und Nicht-Innovatoren. Insgesamt lag der Anteil offe-
ner Stellen, gemessen an der Beschäftigung, bei Innovatoren etwas höher (8,0 %) als bei
Nicht-Innovatoren (7,7 %). Der Anteil der gar nicht besetzten Stellen ist mit 1,6 % aber niedri-
ger, ebenso der Anteil der nicht adäquat besetzten Stellen (2,7 %). Der Anteil der wie geplant
besetzten offenen Stellen an der Gesamtbeschäftigung ist bei Innovatoren mit 3,7 % deutlich
höher als bei Nicht-Innovatoren (2,8 %). Insgesamt sind demnach Unternehmen, die keine
Innovationen eingeführt haben, vom Fachkräftemangel stärker betroffen. Ob der Fachkräfte-
mangel dabei die Ursache für den Verzicht auf Innovationen war oder aber fehlende Innovati-
onen und Fachkräftemangel auf ähnliche „Defizite“ (ungünstiger Standort, schlechtes Manage-
ment, ungünstige Zukunftsaussichten) zurückzuführen sind, kann hier nicht gesagt werden.

 
Analysen zum Innovationsstandort Sachsen
2. Innovationspotenziale
52
Abbildung 18: Besetzung offener Stellen in Unternehmen in Sachsen im Jahr 2017 nach Innovatoren und
Nicht-Innovatoren
Anmerkung: Alle Werte sind hochgerechnet auf die Grundgesamtheit der Unternehmen.
Quelle: ZEW Innovationserhebung Sachsen, Berechnungen des ZEW.
Fazit
Die Innovationsaktivitäten der Unternehmen in Sachsen weisen an einigen Stellen Besonder-
heiten im Vergleich zur deutschen Wirtschaft insgesamt sowie zu den anderen neuen Ländern
auf. Die hervorstechendste Besonderheit ist der hohe Anteil von Unternehmen mit kontinuier-
lichen internen FuE-Aktivitäten (siehe hierzu auch die Befunde im Sächsischen Technologie-
bericht 2018, Kapitel 5). Dieser steht in engem Zusammenhang mit der deutlich weiter verbrei-
teten Förderung von FuE-aktiven Unternehmen in Sachsen (vgl. hierzu Abschnitt 3.1). Außer-
dem ist der Anteil der Unternehmen, die FuE-Aufträge an Dritte vergeben (FuE-Dienstleister,
Hochschulen, Forschungseinrichtungen) höher als im bundesweiten Durchschnitt. Gleichzeitig
unterscheidet sich der Anteil von Unternehmen mit Produkt- oder Prozessinnovationen in
Sachsen kaum von dem in Deutschland insgesamt. Bei gleicher Innovationsbeteiligung be-
steht somit eine stärkere Ausrichtung auf den Faktor FuE im Innovationsprozess. Diese geht
einher mit einem etwas stärken Fokus auf Produktinnovationen und einer geringeren Verbrei-
tung von Prozessinnovationen.
Die FuE-Ausgaben sind – gemessen am Umsatz des Wirtschaftssektors – dennoch niedriger
als im bundesweiten Durchschnitt. Dies liegt primär daran, dass die Großunternehmen in
Sachsen geringere FuE-Ausgaben in Relation zum Umsatz aufweisen als Großunternehmen
in den alten Ländern. Die KMU in Sachsen weisen dagegen relativ hohe FuE-Ausgaben in
Relation zum Umsatz auf. Insgesamt nimmt Sachsen eine Zwischenstellung zwischen dem
stark von großen Konzernen bestimmten FuE-System in den alten Ländern und dem stark von
KMU bestimmten FuE-System in den anderen neuen Ländern ein. Aus sektoraler Sicht be-
3,7
2,7
1,6
2,8
2,9
2,0
3,3
2,8
1,8
0,0
0,5
1,0
1,5
2,0
2,5
3,0
3,5
4,0
wie geplant
verspätet/nicht mit
gewünschtem Personal
gar nicht
Anteil an allen Unternehmen in %
Innovatoren
Nicht-innovatoren
Insgesamt

 
2. Innovationspotenziale
Analysen zum Innovationsstandort Sachsen
53
sonders auffällig ist das fast vollständige Fehlen von größeren FuE betreibenden Unterneh-
men im Automobilbau, die in den alten Ländern das bei weitem Abstand höchste FuE-Ausga-
benvolumen aufweisen. In Sachsen liegen die sektoralen Schwerpunkte dagegen in den Be-
reichen Software, Elektronik, FuE-Dienstleistungen und Ingenieurbüros sowie Maschinenbau.
Für den Innovationserfolg der sächsischen Wirtschaft spielt der Automobilbau, gemeinsam mit
dem Maschinenbau, dagegen eine sehr große Rolle. Fast die Hälfte des Umsatzes, den säch-
sische Unternehmen mit Produktinnovationen erzielt haben, geht auf diese beiden Branchen-
gruppen zurück. Der sächsische Automobilbau weist dabei ein modernes, junges Produktport-
folio auf, dem allerdings nur in geringem Umfang eigene Entwicklungsaktivitäten vor Ort ge-
genüberstehen.
Das wichtigste externe Innovationshemmnis für die Unternehmen in Sachsen ist aktuell der
Fachkräftemangel. Der Mangel an geeignetem Fachpersonal am Arbeitsmarkt hemmt jedes
fünfte sächsische Unternehmen stark. In den anderen neuen Ländern ist dieses Hemmnis
noch weiter verbreitet, in den alten Ländern dagegen seltener anzutreffen. Im Jahr 2017
konnte in Sachsen fast ein Viertel der offenen Stellen nicht besetzt werden. Das entspricht
1,8 % der Beschäftigung. Nicht innovierende Unternehmen waren dabei stärker betroffen als
Unternehmen mit Produkt- oder Prozessinnovationen.
Exkurs: Bereich Bildung
In den neuen Ländern begrenzen bereits heute die im Vergleich zu den alten Ländern ungüns-
tigere Altersstruktur und die geringere Siedlungsdichte die Zahl der Fachkräfte, die der Wirt-
schaft zur Verfügung stehen. Auch werden sich in den kommenden Jahren die Relationen
zwischen den Altersgruppen stark verändern. Der Anteil der Menschen im Erwerbsalter wird
deutlich sinken, und der Anteil der Menschen ab 65 Jahren beträchtlich ansteigen.
14
Im ersten
Halbjahr 2017 suchten knapp 40 % aller Betriebe in den neuen Ländern nach Fachkräften und
mehr als jede dritte Fachkräftestelle konnte nicht besetzt werden. Besonders schwierig ist die
Fachkräftegewinnung für Kleinstbetriebe mit weniger als zehn Beschäftigten. Diese Unterneh-
men konnten nahezu die Hälfte der von ihnen angebotenen Stellen für Fachkräfte nicht beset-
zen.
15
14
Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (2018): Jahresbericht der Bundesregierung zum Stand der Deutschen Ein-
heit 2018.
URL:
https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Publikationen/Neue-Laender/jahresbericht-zum-stand-der-deutschen-
einheit-2018.html
.
15
SÖSTRA (2018): IAB-Betriebspanel Ostdeutschland. Ergebnisse der 22. Befragungswelle 2017. Im Auftrag des Bundesmi-
nisteriums für Wirtschaft und Energie.
URL:
https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Publikationen/Neue-Laender/iab-arbeitge-
berbefragung-2017-lang.html
.

Analysen zum Innovationsstandort Sachsen
2. Innovationspotenziale
54
Obwohl momentan noch kein akuter flächendeckender Fachkräftemangel in Sachsen existiert,
gehört der Mangel an geeignetem Fachkräftepersonal bereits jetzt zu den zentralen Hemm-
nissen für Innovationsaktivitäten in Sachsen. Die repräsentative Befragung zum Innovations-
verhalten der sächsischen Wirtschaft zeigt, dass für sächsische Unternehmen der Mangel an
geeignetem Fachpersonal neben den hohen Kosten von Innovationsvorhaben das größte In-
novationshemmnis ist.
16
Vor dem Hintergrund zukünftiger demografischer Entwicklungen wird die Fachkräftesituation
in Sachsen in den kommenden Jahren weiter angespannt sein und Fachkräfteengpässe wer-
den voraussichtlich weiter zunehmen. Ein besonders hohes Risiko besteht dabei vor allem in
ländlichen Regionen, die schon heute überproportional von Alterung und Bevölkerungsrück-
gang betroffen sind. Zudem kann davon ausgegangen werden, dass sich in Berufsgruppen,
wo bereits aktuell ein Fachkräftemangel besteht, die Situation weiter zuspitzen wird. Dies trifft
besonders auf technische Berufe zu, deren Bedarf in der digitalisierten Wirtschaft weiter stei-
gen wird. Die Humankapitalangebote sind für die Entwicklung der thematischen Zukunftsfelder
im Freistaat essenziell und determinieren maßgeblich deren zukünftige Innovationspotenzi-
ale.
17
Auch für das Gründungsgeschehen in den forschungs- und wissensintensiven Branchen
hätte ein anhaltender Fachkräfteengpass erhebliche Auswirkungen.
Zur Bewertung des Innovationstandorts Sachsen wird sowohl die Nachfrage nach Fachkräften
als auch die Ausstattung an Bildungseinrichtungen und -angeboten in den sächsischen Zu-
kunftsfeldern betrachtet. Die nachfolgenden Darstellungen basieren zu weiten Teilen auf der
SWOT-Analyse zur Sächsischen Fachkräftestrategie 2030, welche basierend auf Sekundär-
daten- und Dokumentenanalysen, Interviews und einem Beteiligungsprozess tiefgehende
Analysen zur aktuellen und zukünftigen Fachkräftesituation und zu den – für das Innovations-
geschehen im Fokus stehenden – Angeboten an akademischer und nicht-akademischer Aus-
bildung sowie der Fort- und Weiterbildung liefert.
18
Diese Ergebnisse wurden mit Blick auf die
sächsischen Zukunftsfelder erweitert.
16
Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr (2018): Innovationsverhalten der sächsischen Wirtschaft.
Datenreport zur Befragungswelle 2017.
URL:
https://publikationen.sachsen.de/bdb/artikel/30496/documents/45297
.
17
Diebolt, C., Hippe, R. (2018): The long-run impact of human capital on innovation and economic development in the re-
gions of Europe, Applied Economics.
18
Prognos AG (2018): SWOT-Analyse zur Weiterentwicklung der Fachkräftestrategie Sachsen 2020 zur Fachkräftestrategie
2030 für den Freistaat Sachsen. Studie im Auftrag des Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr.
URL:
www.smwa.sachsen.de/download/FSK2030_SWOT.pdf
.

 
2. Innovationspotenziale
Analysen zum Innovationsstandort Sachsen
55
Aktuelle Fachkräftesituation und nachgefragte
Qualifikationsprofile
Die Verfügbarkeit von gut ausgebildeten Fachkräften ist ein zentraler Einflussfaktor für die In-
novationskraft und -fähigkeit der Wirtschaft. Beruflich qualifizierte und akademische Fachkräfte
stellen eine wesentliche Grundlage dar, um in Unternehmen neues Wissen zu schaffen, un-
ternehmensexternes Wissen aufzunehmen und technologische Neuerungen erfolgreich in den
Markt zu bringen, d.h. zu innovieren.
19
Im Jahr 2017 waren im Freistaat Sachsen gut zwei Millionen Personen erwerbstätig. Davon
arbeiteten knapp 1,5 Millionen Erwerbstätige im Dienstleistungssektor. Unter Fachkräften wer-
den alle Personen im erwerbsfähigen Alter verstanden, die mindestens einen berufsqualifizie-
renden Bildungsabschluss haben und erwerbstätig sind oder dies sein wollen. Die Grundlage
für die Identifikation von Engpass- und Mangelberufen bildet die Fachkräfte-Engpassanalyse
der Bundesagentur für Arbeit (BA)
20
. Dieser liegen als zentrale Indikatoren die abgeschlosse-
nen Vakanzzeiten, die Relation von gemeldeten Stellen zu gemeldeten Arbeitslosen sowie die
berufsspezifische Arbeitslosenquote zugrunde.
21
Die BA unterscheidet unterschiedliche Anforderungsniveaus je nach Komplexität der auszu-
übenden Tätigkeit. Das Anforderungsniveau „Fachkräfte“ (fachlich ausgerichtete Tätigkeiten)
wird üblicherweise mit dem Abschluss einer zwei- bis dreijährigen Berufsausbildung erreicht.
Dem Anforderungsniveau „Spezialisten“ (komplexe Spezialistentätigkeiten) werden die Berufe
zugeordnet, denen eine Meister- oder Technikerausbildung bzw. ein gleichwertiger Fachschul-
oder Hochschulabschluss vorausgegangen ist. Das Anforderungsniveau „Experte“ (hoch kom-
plexe Tätigkeiten) setzt in der Regel eine mindestens vierjährige Hochschulausbildung
und/oder eine entsprechende Berufserfahrung voraus. Auf Basis der Fachkräfte-Engpassana-
lyse der BA zeigt sich, dass in einzelnen Berufen und Zukunftsfeldern bereits ein Fachkräf-
teengpass in Sachsen besteht (siehe Tabelle 107 im Anhang).
19
VDI TZ, ZEW (2018): Sächsischer Technologiebericht 2018. Im Auftrag des Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft,
Arbeit und Verkehr.
URL:
http://www.technologie.sachsen.de/download/Saechsischer-Technologiebericht-2018.pdf
.
20
Bundesagentur für Arbeit (2018): Fachkräfte-Engpassanalyse.
URL:
https://statistik.arbeitsagentur.de/Navigation/Statis-
tik/Statistische-Analysen/Interaktive-Visualisierung/Engpassanalyse/Engpassanalyse-Nav.html
.
21
Von einem regionalen Fachkräftemangel wird nach aktueller Definition der Fachkräfte-Engpassanalyse der BA ausgegan-
gen, wenn die durchschnittliche abgeschlossene Vakanzzeit bei der Besetzung neuer Stellen in einem Beruf mindestens
30 % über dem Bundesdurchschnitt aller Berufe liegt, es weniger als 200 Arbeitslose je 100 gemeldete Stellen gibt (bei
Experten weniger als 400) und die berufsspezifische Arbeitslosenquote (bezogen auf alle Erwerbstätigen und Arbeitslosen)
nicht höher als 3 % liegt. In Abgrenzung dazu liegen Anzeichen für einen regionalen Fachkräfteengpass bereits dann vor,
wenn die Vakanzzeit über dem Bundesdurchschnitt aller Berufe liegt.

Analysen zum Innovationsstandort Sachsen
2. Innovationspotenziale
56
Die Verfügbarkeit von gut ausgebildeten Fachkräften ist eine wichtige Grundlage für die zu-
künftige Innovationskraft und wirtschaftliche Prosperität von Regionen. So zeigt eine aktuelle
Studie, dass die Humankapitalausstattung der signifikanteste historische Einflussfaktor für die
aktuelle Innovations- und Wirtschaftskraft der europäischen Regionen ist.
22
Für Sachsen gilt
es daher, die aktuelle Fachkräftebasis weiter zu sichern und mit fokussierten Bildungs- und
Weiterbildungsangeboten die Grundlage für die zukünftige Innovationsfähigkeit der Unterneh-
men zu legen. In den Interviews mit Innovationsakteuren aus Sachsen bewerteten diese die
bestehenden Bildungs- und Qualifizierungsangebote positiv. Gleichwohl wiesen sie vielfach
auf das Problem hin, dass qualifizierte Arbeitskräfte und Nachwuchswissenschaftlerinnen und
-wissenschaftler in andere Regionen Deutschlands abwandern.
Mit Blick auf die Zukunftsfelder lässt sich feststellen, dass in allen Feldern bereits jetzt Fach-
kräfteengpässe in einzelnen Berufsgruppen bestehen. Die Berufsgruppen der Fachkräfte-Eng-
passanalyse der BA sind allerdings nicht eindeutig und vollständig den spezifischen sächsi-
schen Zukunftsfeldern zuordenbar. Nichtsdestotrotz liefert die qualitative Zuordnung Hinweise,
bei welchen Berufsgruppen aktuell bereits ein Engpass an Fachkräften vorliegt.
Zukunftsfeld Digitale Kommunikation:
In der Berufsgruppe Softwareentwicklung und Pro-
grammierung besteht bereits heute ein Engpass bei Experten (134 Tage Vakanzzeit, 0,9 Ar-
beitslose je Arbeitsstelle). Gemessen an der Zahl der Arbeitslosen je gemeldeter Stelle ist der
Fachkräfteengpass in der Softwareentwicklung und Programmierung im Freistaat Sachsen
stärker ausgeprägt als im Durchschnitt der neuen Länder, jedoch geringer als im gesamtdeut-
schen Durchschnitt. Auch in der Informatik fehlen Experten (110 Tage Vakanzzeit, 0,6 Arbeits-
lose je Arbeitsstelle).
Zukunftsfeld Gesundheit:
Mit der fortschreitenden Alterung der Gesellschaft werden zuneh-
mend qualifizierte Fachkräfte benötigt, um die wachsenden Anforderungen im Gesundheits-
und Pflegebereich zu bewältigen. In Sachsen bestehen Fachkräfteengpässe insbesondere in
der Altenpflege, der Medizin-, Orthopädie- und Rehatechnik sowie der nichtärztlichen Therapie
und Heilkunde.
Zukunftsfeld Energie:
In der Energietechnik besteht ein deutlicher Fachkräfte-Engpass im
Freistaat Sachsen. Im Jahr 2017/2018 lag die Vakanzzeit gemeldeter Stellen für Fachkräfte
bei 182 Tagen. Auf eine gemeldete Stelle kamen 0,5 arbeitslos gemeldete Fachkräfte. Auch
bei Maschinenbau- und Betriebstechnik gibt es Engpässe für Fachkräfte und Experten.
22
Diebolt, C., Hippe, R. (2018): The long-run impact of human capital on innovation and economic development in the re-
gions of Europe, Applied Economics.

 
2. Innovationspotenziale
Analysen zum Innovationsstandort Sachsen
57
Zukunftsfeld Rohstoffe:
Im Rohstoffbereich besteht ein Fachkräfteengpass insbesondere
bei der Bearbeitung von Metallen und Kunststoffen. Ein expliziter Bezug zum Zukunftsfeld
Rohstoffe ist jedoch auf Basis der BA-Daten nicht möglich.
Zukunftsfeld Mobilität:
Engpässe liegen bereits heute bei Experten der Elektrotechnik und
Spezialisten der Metallbearbeitung und der Fahrzeug-, Luft-, Raumfahrt- und Schiffbautechnik
vor. Fachkräfteengpässe bestehen u.a. in der Feinwerk- und Werkzeugtechnik, der Elektro-
technik, dem Metallbau und der Schweißtechnik sowie der Fahrzeugführung im Straßenver-
kehr.
Zukunftsfeld Umwelt:
Auf Grundlage der BA-Daten lässt sich für den Umweltbereich kein
direkter Fachkräfteengpass ableiten, da Berufsgruppen mit einem expliziten Umweltbezug
nicht ausgewiesen werden. Der Fachkräfteengpass im Bereich Ver- und Entsorgung kann je-
doch auch in diesem Zukunftsfeld auf einen möglichen Engpass hindeuten.
Externe Einflüsse auf den zukünftigen
Fachkräftebedarf
Vor dem Hintergrund der positiven konjunkturellen Entwicklungen steigt der Fachkräftebedarf
der sächsischen Wirtschaft. Der Fachkräftemonitor Sachsen zeigt, dass bis zum Prognoseho-
rizont im Jahr 2024 ein deutlicher Engpass an Fachkräften in Sachsen erwartet wird, insbe-
sondere bei beruflich qualifizierten Arbeitnehmern mit mittlerer Qualifizierung.
23
Wie sich die zukünftige Fachkräftesituation im Freistaat Sachsen entwickeln wird, hängt auch
von unterschiedlichen externen Einflussfaktoren wie dem demografischen und strukturellen
Wandel, der Digitalisierung und dem gesellschaftlichen Wertewandel ab. Diese übergeordne-
ten, sogenannten Megatrends beeinflussen den Arbeitsmarkt angebots- wie auch nachfrage-
seitig. Der demografische Wandel und die erhöhte gesellschaftliche Diversität wirken sich vor-
rangig auf das Angebot aus. Durch den demografischen Wandel verringert sich nicht nur die
Anzahl verfügbarer Arbeitskräfte, insbesondere in den ländlichen Regionen, sondern auch die
Zusammensetzung des Erwerbspersonenpotenzials. So wird das Arbeitskräfteangebot nicht
nur älter, sondern auch vielfältiger, verbunden mit unterschiedlichen normativen Vorstellungen
von Arbeit. Die Digitalisierung ermöglicht Beschäftigten mehr Teilhabe- und Gestaltungsmög-
lichkeiten. Zugleich birgt der digitale Wandel Risiken. Dazu zählen unter anderem die Überfor-
derung und Entgrenzung der Arbeitnehmer. Gleichzeitig sind nachfrageseitige Veränderungen
23
WifOR (2018): Fachkräftemonitor Sachsen. Im Auftrag der Industrie- und Handelskammer zu Leipzig. URL:
http://www.fkm-
sachsen.de/index.html
.

Analysen zum Innovationsstandort Sachsen
2. Innovationspotenziale
58
auf dem Arbeitsmarkt zu erwarten. Neu entstehende Branchen und Berufsfelder vor dem Hin-
tergrund des Strukturwandels und der Digitalisierung verschieben den Arbeitskräftebedarf zwi-
schen Branchen und Berufsfeldern. Dazu trägt auch der demografische Wandel bei, beispiels-
weise durch einen erhöhten Fachkräftebedarf im Gesundheitswesen. Schließlich verändern
sich in der digitalisierten Wirtschaft auch die Anforderungen an die Kompetenzen der Beschäf-
tigten.
24
Besonders die Digitalisierung wird auf eine Vielzahl von Berufsgruppen in den sächsischen
Zukunftsfeldern wirken, da im Zuge der Digitalisierung Fachkräfte mit digitalen Schlüsselkom-
petenzen eine wichtige Voraussetzung für Produktivitätswachstum und Innovationen in etab-
lierten und neuen Branchen sind (siehe Box 1).
24
siehe detailliert Prognos AG (2018): SWOT-Analyse zur Weiterentwicklung der Fachkräftestrategie Sachsen 2020 zur
Fachkräftestrategie 2030 für den Freistaat Sachsen. Studie im Auftrag des Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft,
Arbeit und Verkehr.
URL:
www.smwa.sachsen.de/download/FSK2030_SWOT.pdf
.

image
2. Innovationspotenziale
Analysen zum Innovationsstandort Sachsen
59
Box 1: Digitalisierungskompass – Arbeitsmarkt digitaler Berufe in Sachsen
Der Digitalisierungskompass 2018 der Prognos AG zeigt ein Gesamtbild zur Digitalisierung aller 401 Städte und
Landkreise in Deutschland. Anhand aussagekräftiger Indikatoren liefert er wichtige Informationen zur aktuellen
Lage und zum bundesweiten Vergleich der Regionen. Grundlage für das Ranking sind 12 Indikatoren in drei
Kategorien: „Arbeitsmarkt digitaler Berufe“, „IKT-Branche“ und „Breitbandversorgung (IKT-Infrastruktur)“.
25
Der Freistaat Sachsen liegt im Gesamtranking des Digitalisierungskompass 2018 mit Rang neun im Mittelfeld
der Bundesländer. Sachsen führt das Ranking der neuen Länder an. Innerhalb Sachsens zeigt sich ein deutliches
Stadt-Land-Gefälle. Während Dresden, Leipzig und Chemnitz über sehr gute bzw. gute Chancen der Digitalisie-
rung verfügen, sind die Chancen in den weiteren sächsischen Landkreisen weniger gut.
Während Sachsen in der Kategorie „IKT-Branche“ im deutschen Vergleich überdurchschnittlich abschneidet, ist
die Kategorie „Breitbandversorgung (IKT-Infrastruktur)“ nur unterdurchschnittlich ausgeprägt. In der Kategorie
„Arbeitsmarkt digitaler Berufe“, Fokus dieser Analyse, belegt Sachsen einen mittleren Rang.
Mit Blick auf ausgewählte Indikatoren im Bereich Arbeitsmarkt digitaler Berufe zeigt sich, dass Sachsen beim
Anteil digitaler Impulsgeber an allen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, also der Berufsgruppen, die Di-
gitalisierung in der Wirtschaft vorantreiben und umsetzen (z.B. Informatiker, Produkt-Designer oder Ingenieure
der Automatisierungstechnik), und dem Anteil an digitalen Stellenanzeigen
26
deutschlandweit einen mittleren
Platz einnimmt. Im Vergleich mit den anderen neuen Ländern ist Sachsen bei diesen Indikatoren jeweils führend.
Abbildung 19: Ergebnisse des Digitalisierungskompass 2018 für Sachsen
Quelle: Digitalisierungskompass, Prognos AG, Index, 2018.
25
Methodische Erläuterungen zu den Indikatoren und Datenquellen finden sich
hier:
https://www.digitalisierungskom-
pass.info/die-vorgehensweise/
.

 
Analysen zum Innovationsstandort Sachsen
2. Innovationspotenziale
60
Bildungsangebote und -inhalte
Nachfolgend wird die Ausstattung an Bildungsangeboten und -inhalten in den Zukunftsfeldern
in den Blick genommen und damit die Angebotsseite qualifiziert. In knapper Form werden die
zentralen Erkenntnisse der SWOT-Analyse zur Fachkräftestrategie 2030 für den Freistaat
Sachsen wiedergegeben.
27
Ein qualitativer Abgleich zeigt auf, inwieweit durch die vorhande-
nen Bildungsangebote die thematischen Bedarfe und notwendigen Schlüsselkompetenzen in
den Zukunftsfeldern angemessen adressiert werden.
Berufliche Ausbildung
Bei der Entwicklung von Fachkräftepotenzialen kommt der beruflichen Ausbildung eine zent-
rale Bedeutung zu. Im Freistaat Sachsen ist die berufliche Ausbildung besonders relevant, da
sich der aktuelle Fachkräftebedarf in Sachsen überwiegend auf Personen mit einem berufli-
chen Abschluss konzentriert. Ausgangspunkt für eine Einordnung des Ausbildungsgesche-
hens ist die Zahl der Schulabgänger der allgemeinbildenden Schulen. Nach langjährigem
Rückgang steigt die Zahl der Abgänger seit 2012 kontinuierlich an. Im Schuljahr 2016/17 ver-
ließen insgesamt 30.631 Schüler im Freistaat Sachsen die allgemeinbildende Schule.
28
Ins-
gesamt mündete im Jahr 2016 die Hälfte aller Anfänger im Berufsbildungssystem in den Be-
reich der Berufsausbildung ein. Knapp 30 % begannen ein Studium, etwa 20 % besuchten die
Sekundarstufe II oder weitere Bildungsgänge mit dem Ziel des Erwerbs einer Hochschulzu-
gangsberechtigung.
Sächsische Unternehmen bilden im bundesweiten Vergleich wenig aus. Die Beschäftigungs-
statistik der Bundesagentur für Arbeit beziffert die Ausbildungsbetriebsquote 2016 im Freistaat
Sachsen mit 14,1 %. Diese liegt leicht über dem Durchschnitt der neuen Bundesländer
(13,6 %), jedoch deutlich unter dem der alten Bundesländer. Bundesweit bildeten knapp 20 %
aller Betriebe in diesem Jahr junge Menschen aus.
29
Insbesondere KMU bilden im Vergleich
zu Großbetrieben wenig aus. Die kleinteilige Wirtschaftsstruktur des Freistaates Sachsen stellt
diesbezüglich eine Herausforderung für die duale Ausbildung dar. Die betriebliche Ausbildung
26
Der Indikator misst den Anteil an Stellenanzeigen mit Suchbegriffen im Bereich digitaler Impulsgeber in Relation zu den
gesamten sozialversicherungspflichtig Beschäftigten (SVB). Stellenanzeigen im Bereich digitaler Impulsgeber umfassen
Inserate mit Suchbegriffen im Bereich IT, Forschung und Entwicklung, High-Tech, naturwissenschaftliche Berufe, Ingeni-
eure, Marketing, PR, Werbung, Design und Multimedia.
27
Prognos AG (2018): SWOT-Analyse zur Weiterentwicklung der Fachkräftestrategie Sachsen 2020 zur Fachkräftestrategie
2030 für den Freistaat Sachsen. Studie im Auftrag des Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr.
URL:
www.smwa.sachsen.de/download/FSK2030_SWOT.pdf
.
28
Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen (2018): Absolventen/Abgänger an allgemeinbildenden Schulen. URL:
https://www.statistik.sachsen.de/html/463.htm
.
29
Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) (2018): Datenreport zum Berufsbildungsbericht 2018. Informationen und Analysen
zur Entwicklung der beruflichen Bildung.
URL:
https://www.bibb.de/dokumente/pdf/bibb_datenreport_2018.pdf
.

2. Innovationspotenziale
Analysen zum Innovationsstandort Sachsen
61
ist für diese Unternehmen häufig eine größere Herausforderung aufgrund der kaum vorhan-
denen Strukturen für die Ausbildung.
Stärken der beruflichen Bildung bestehen im geringen Anteil von Jugendlichen im Übergangs-
bereich, dem Stopp des Rückgangs der dualen Ausbildung, den guten Kapazitäten schulischer
Ausbildung im Gesundheits-, Erziehungs- und Sozialwesen und der steigenden Übernah-
mequote von Auszubildenden. Schwächen liegen in der geringen Ausbildungsquote sächsi-
scher Unternehmen im bundesweiten Vergleich, dem Anstieg der Anzahl unbesetzter Ausbil-
dungsplätze und der noch zu vermittelnden Bewerber, den hohen Vertragslösungsquoten ins-
besondere bei Schülern mit niedrigem Schulabschluss und bei ausländischen Jugendlichen
sowie den monetären Rahmenbedingungen der Ausbildung, insbesondere im Bereich Pflege
(siehe Tabelle 32).
Tabelle 32:
SWOT-Analyse Berufliche Ausbildung
SWOT
Berufliche Bildung
Stärken
geringer Anteil von Jugendlichen im Übergangsbereich
Rückgang der dualen Ausbildung aufgehalten
gute Kapazitäten schulischer Ausbildung im Gesundheits-, Erziehungs- und Sozialwesen
gteigende Übernahmequote von Auszubildenden
Schwächen
geringe Ausbildungsquote sächsischer Unternehmen im bundesweiten Vergleich
Anstieg der Anzahl unbesetzter Ausbildungsplätze und der noch zu vermittelnden Bewerber
gohe Vertragslösungsquoten insbesondere bei Schülern mit niedrigem Schulabschluss und bei aus-
ländischen Jugendlichen
monetäre Rahmenbedingungen der Ausbildung im Bereich Pflege aktuell weniger attraktiv als in an-
deren Bereichen der dualen Ausbildung
Chancen
steigende Zahlen von Schulabgängern
steigerung der Attraktivität der beruflichen Ausbildung durch digitale Technologien
Risiken
Infrastruktur und personelle Ausstattung im Bereich der beruflichen Schulen vor allem auf dem Land
ausgedünnt
starke Orientierung zu höheren Abschlüssen und Studium
KMU mit geringeren Kapazitäten für qualitätsvolle Ausbildung
Mangel an Lehrkräften
Quelle: Prognos AG, 2018, SWOT-Analyse zur Weiterentwicklung der Fachkräftestrategie Sachsen 2020 zur Fachkräftestrate-
gie 2030 für den Freistaat Sachsen, Studie im Auftrag des Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr.

Analysen zum Innovationsstandort Sachsen
2. Innovationspotenziale
62
Akademische Bildung
Im Freistaat Sachsen gibt es insgesamt mehr als 1.000 Hochschulstudiengänge (Winterse-
mester 2016/17), davon über 300 Bachelor- und über 400 Masterstudiengänge.
30
Zum Win-
tersemester 2016/17 waren an sächsischen Hochschulen insgesamt 111.499 Studierende im-
matrikuliert, 38.366 davon in ingenieurwissenschaftlichen Studiengängen.
31
Das entspricht ei-
nem Anteil von 34,4 % – der bundesweite Anteil beträgt 27,2 %. Insbesondere in den Studi-
enbereichen Maschinenbau und Verfahrenstechnik, Elektro- und Informationstechnik sowie
Bauingenieurwesen sind die sächsischen Hochschulen überdurchschnittlich stark. Nur bei Stu-
dierenden der Informatik liegt Sachsen quantitativ etwas unter dem Bundesdurchschnitt. Der
hohe Anteil an Studierenden mit einem Fokus auf das Erwerben von Know-how in technischen
Bereichen lässt sich nicht nur auf die Exzellenzuniversität Dresden zurückführen. Gerade auch
die TU Chemnitz und TU Bergakademie Freiberg sowie die Hochschulen für angewandte Wis-
senschaften mit technischen Schwerpunkten machen den Freistaat Sachsen zu einem Zent-
rum der Ingenieursausbildung Deutschlands. Insgesamt zeigt sich ein klarer Trend hin zu
einer verstärkten Internationalisierung der sächsischen Hochschulen. Im Wintersemester
2016/17 waren an sächsischen Hochschulen 16.895 Studierende mit ausländischer Staatsan-
gehörigkeit immatrikuliert. Das sind 41 % mehr als zehn Jahre zuvor.
Rund 22.000 Studierende haben im Jahr 2016 an einer sächsischen Hochschule ihr Studium
abgeschlossen.
32
Etwas mehr als die Hälfte der erfolgreichen Studierenden steigt nach dem
Studium in den sächsischen Arbeitsmarkt ein. 57 % der Absolventen sächsischer Hochschulen
(Prüfungsjahrgänge 2010 und 2011), die im Jahr 2013 befragt wurden (N=7.270), gaben an,
ihren ersten Job nach dem Studium innerhalb Sachsens aufgenommen zu haben. Der größte
Anteil an in Sachsen verbleibenden Absolventen findet sich in der Fächergruppe Mathematik
und Naturwissenschaften (66 %), der geringste in den Ingenieurwissenschaften (55 %).
33
Die
Abwanderung von Absolventen kann dabei nicht durch Zuwanderung von Absolventen ande-
rer Bundesländer kompensiert werden. Das Wanderungssaldo von Jungakademikern ist ne-
gativ in Sachsen.
30
Hochschulrektorenkonferenz (2018): Datenbank Hochschulkompass.
URL:
https://www.hochschulkompass.de
.
31
Destatis (2018): Statistik der Studenten. Studierende: Bundesländer, Semester, Nationalität, Geschlecht, Studienfach.
URL:
https://www-genesis.destatis.de/genesis/online/logon?language=de&sequenz=tabellen&selectionname=213*
.
32
Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen (2017): Bestandene Abschlussprüfungen an sächsischen Hochschulen
2016.
URL:
https://www.statistik.sachsen.de/html/645.htm
.
33
Sächsisches Kompetenzzentrum für Bildungs- und Hochschulforschung an der TU Dresden (2014): Studium und Berufs-
einstieg. Ergebnisse der zweiten Sächsischen Absolventenbefragung, Dresden. Im Auftrag des Sächsischen Staatsminis-
teriums für Wissenschaft und Kunst.
URL:
https://tu-dresden.de/zqa/ressourcen/dateien/publikationen/absolven-
tenstudien/2015_04_02_SABS_Bericht_Nachbefragung.pdf?lang=de
.

2. Innovationspotenziale
Analysen zum Innovationsstandort Sachsen
63
Die sächsischen Hochschulen verfügen über ein breites akademisches Bildungsangebot, wel-
ches für die Zukunftsfelder Sachsens von zentraler Bedeutung ist. Die Zuordnung relevanter
Fakultäten der Universitäten und Fachhochschulen zu den Zukunftsfeldern verdeutlicht dies
(siehe Tabelle 108 im Anhang).
Stärken der akademischen Bildung bestehen in den profilierten Hochschulen mit vielfältigem
Angebot an Studienmöglichkeiten, in dem hohen Anteil zukunftsträchtiger technischer Studien-
fächer, in der engen Kooperation der Berufsakademien mit der Wirtschaft vor Ort sowie in der
steigenden Zahl Studierender aus dem Ausland und aus anderen Bundesländern. Eine zent-
rale Schwäche liegt darin, dass Zugewinne an den Studierendenzahlen sich nur auf Ballungs-
zentren konzentrieren und ländliche Regionen kaum profitieren. Auch der unterdurchschnittli-
che Anteil an beruflich qualifizierten Studierenden und die Tatsache, dass ein großer Teil der
Absolventen die Beschäftigung außerhalb Sachsens aufnimmt, sind als Schwächen anzufüh-
ren (siehe Tabelle 33). Durch die Deckelung der Studierendenzahlen im Zusammenhang mit
dem Hochschulpakt sind beispielsweise die Studienanfängerzahlen im Bereich Informatik an
den Hochschulen zurückgegangen, was zukünftig zu einem reduzierten Angebot an qualifi-
ziertem Nachwuchs in zentralen Berufsbildern führen kann.
Tabelle 33:
SWOT-Analyse Akademische Bildung
SWOT
Akademische Bildung
Stärken
profilierte Hochschulen mit vielfältigem Angebot an Studienmöglichkeiten
hoher Anteil zukunftsträchtiger technischer Studienfächer
enge Kooperation der Berufsakademie mit der Wirtschaft vor Ort
steigende Zahl Studierender aus dem Ausland und aus anderen Bundesländern
Schwächen
Zugewinne an Studierendenzahl konzentrieren sich auf Ballungszentren, ländliche Regionen profitie-
ren kaum
unterdurchschnittlicher Anteil an beruflich qualifizierten Studierenden
großer Teil der Absolventen nimmt Beschäftigung außerhalb Sachsens auf
Chancen
Wachstum zukunftsträchtiger Hochtechnologiebranchen bietet neue Kooperationsmöglichkeiten
Digitalisierung bietet Möglichkeiten individueller Studiengestaltung
Risiken
Fortzüge aus ländlichen Regionen bedeuten Herausforderungen bei der Studierendengewinnung
weitere Diversifizierung der Studiengänge gefährdet Profilstärke der Hochschulen und Fachbereiche
Quelle: Prognos AG, 2018, SWOT-Analyse zur Weiterentwicklung der Fachkräftestrategie Sachsen 2020 zur Fachkräftestrate-
gie 2030 für den Freistaat Sachsen, Studie im Auftrag des Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr.
Fort- und Weiterbildung
Fort- und Weiterbildung baut auf den vorherigen schulischen, beruflichen oder akademischen
Qualifizierungswegen auf. Im Sinne eines Lebenslangen Lernens werden mit Fort- und Wei-
terbildungsangeboten Möglichkeiten geschaffen, um auf die sich ändernden Anforderungen

Analysen zum Innovationsstandort Sachsen
2. Innovationspotenziale
64
an Kompetenzen und Kenntnisse am Arbeitsmarkt zu reagieren (z.B. beschleunigte (techni-
sche) Entwicklungen, die Digitalisierung, der weitere Strukturwandel, neue Arbeitsstrukturen
und -modelle). Fachkräfte sind zunehmend gefordert, ihre Kompetenzen und Fähigkeiten an
diese neuen Voraussetzungen anzupassen. Die Fort- und Weiterbildung von Beschäftigten
liegt primär in der geteilten Verantwortung von Arbeitgebern und Beschäftigten. Sie kann in
unterschiedlichen Kontexten (betrieblich, außerbetrieblich) und verschiedenen Formaten statt-
finden (z.B. informelles Training on the job, kurze, thematisch abgegrenzte Seminare oder
längerfristige modulare Qualifizierungen).
Das Segment der betrieblichen Weiterbildung ist von besonderer Bedeutung. Es umfasst ar-
beits- und berufsbezogene Weiterbildungsmaßnahmen, die vom Arbeitgeber (teilweise) be-
zahlt oder für die Beschäftigte (teilweise) freigestellt werden. Sächsische Arbeitgeber enga-
gieren sich zunehmend für die Weiterbildung ihrer Beschäftigten. Seit dem Jahr 2000 hat sich
der Anteil sächsischer Arbeitgeber, die sich an Weiterbildungen beteiligen, um acht Prozent-
punkte auf 53 % im Jahr 2017 erhöht. Damit liegt der Freistaat Sachsen im bundesweiten
Trend. Die Weiterbildungsbeteiligung variiert zwischen den Arbeitgebern je nach Branche und
Betriebsgröße. Dabei zeigen sich neben Branchenunterschieden vor allem deutliche Unter-
schiede bei der Betriebsgröße. Während in fast allen Groß- und mittleren Betrieben betriebli-
che Weiterbildungsmöglichkeiten zum Standard gehören, ist die Weiterbildungsbeteiligung der
KMU geringer. Im KMU-geprägten Freistaat Sachsen fördern etwa drei von vier Kleinbetrieben
Weiterbildung, der entsprechende Anteil bei Kleinstbetrieben liegt bei unter 50 %. Weiterhin
nehmen Arbeitgeber, die mehrere digitale Technologien nutzen, öfter an Weiterbildung teil.
Nach einer über die vergangenen Jahre kontinuierlich positiven Entwicklung liegt der Anteil
der Beschäftigten, die sich an Weiterbildung beteiligen, im Jahr 2017 bei 39 %. Die Weiterbil-
dungsbeteiligung variiert zwischen den Beschäftigten der verschiedenen Branchen. Beson-
ders häufig bilden sich Beschäftigte im Gesundheits- und Sozialwesen weiter sowie in den
Finanz- und Versicherungsdienstleistungen und in den Bereichen Bergbau, Energie, Wasser
und Abfall sowie Verkehr, Information und Kommunikation. Demgegenüber nehmen Beschäf-
tigte im verarbeitenden Gewerbe, im Baugewerbe sowie bei den unternehmensnahen und üb-
rigen Dienstleistungen weniger an Weiterbildungen teil.
34
Stärken der Fort- und Weiterbildung bestehen in dem breit aufgestellten Förderangebot und
dem umfassenden strategischen Rahmen, der vergleichsweise hohe Inanspruchnahme von
Fort- und Weiterbildung sowie der konsequenten (Nach-) Qualifizierung von Nichterwerbstäti-
gen zur Vermittlung in den Arbeitsmarkt. Schwächen liegen darin, dass Informationen zu und
34
SÖSTRA (2018): IAB (Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung) Betriebspanel Sachsen – Ergebnisse der 22. Welle
2017, Berlin. Im Auftrag des Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr.

2. Innovationspotenziale
Analysen zum Innovationsstandort Sachsen
65
Unterstützung für individuelle Weiterbildung im Vergleich noch ausbaufähig sind und Auf-
stiegsqualifizierungen bisher wenig genutzt werden, um Kapazitäten für die Unternehmens-
nachfolge und Ausbildung aufrechtzuerhalten (siehe Tabelle 34).
Tabelle 34:
SWOT-Analyse Fort- und Weiterbildung
SWOT
Fort- und Weiterbildung
Stärken
umfassender strategischer Rahmen
breit aufgestelltes Förderangebot
vergleichsweise hohe Inanspruchnahme von Fort- und Weiterbildung
konsequente (Nach-) Qualifizierung von Nichterwerbstätigen zur Vermittlung in den Arbeitsmarkt
Schwächen
Information zu und Unterstützung für individuelle Weiterbildung im Vergleich noch ausbaufähig
Beschäftigte im verarbeitenden Gewerbe, im Baugewerbe sowie bei den unternehmensnahen und
übrigen Dienstleistungen nehmen im Vergleich zu anderen Branchen weniger an Weiterbildungen teil
Aufstiegsqualifizierungen werden bisher wenig genutzt, um Kapazitäten für die Unternehmensnach-
folge und Ausbildung aufrechtzuerhalten
Chancen
Weiterbildung als prioritäres Thema
neue Formate durch digitale Technologien
Risiken
Zunahme älterer Erwerbstätige
Qualifizierung im Kontext des Strukturwandels
Kompetenzanforderungen der Digitalisierung
Quelle: Prognos AG, 2018, SWOT-Analyse zur Weiterentwicklung der Fachkräftestrategie Sachsen 2020 zur Fachkräftestrate-
gie 2030 für den Freistaat Sachsen, Studie im Auftrag des Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr.

 
Analysen zum Innovationsstandort Sachsen
3. Analyse der Innovationsträger
66
3. Analyse der Innovationsträger
Als „Innovationsträger“ werden Unternehmen bezeichnet, die anspruchsvolle Innovationsstra-
tegien verfolgen. In diesem Abschnitt werden die Muster der Innovationsaktivitäten sächsi-
scher Unternehmen analysiert, um Innovationsträger zu identifizieren. Dabei werden insbe-
sondere folgende Dimensionen beleuchtet:
Strategische Ausrichtung
und die Bedeutung von
technischen und nichttechni-
schen Innovationen
Aktivitäten mit Bezug zu den
Zu-
kunftsfeldern
und
Schlüsseltech-
nologien
Sektorale Struktur
und industrielles
Spezialisierungsmuster
Die Analyse der Innovationsaktivitäten der
Unternehmen nutzt die Zusatzstichprobe,
die im Rahmen des Mannheimer Innovati-
onspanels als Zusatzerhebung in Sachsen
vom ZEW im Auftrag des SMWA erhoben
wird (siehe Box 2). Folgende Analysen wer-
den vorgenommen:
1
Typisierung der Innovationsstra-
tegien und -wege der Unterneh-
men in Sachsen
: Hier wird unter-
schieden zwischen
forschenden
und nicht forschenden Unterneh-
men
. Von dieser Dichotomie ausge-
hend werden weitere Dimensionen
der Ausrichtung von Innovationsak-
tivitäten in den Blick genommen.
Dazu zählen die Wettbewerbsstrate-
gien der Unternehmen, die Techno-
logiestrategie sowie nichttechnische
Neuerungen. Auf Basis von unter-
nehmensspezifischen Informationen zu diesen Variablen wird eine Typisierung der
Box 2: Das Mannheimer Innovationspanel (MIP)
Das
Mannheimer Innovationspanel (MIP)
des ZEW ist
die offizielle deutsche Innovationserhebung und der
deutsche Beitrag zu der von Eurostat koordinierten Ge-
meinsamen Europäischen Innovationserhebung (Com-
munity Innovation Survey - CIS) und wird im Auftrag des
Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF)
durchgeführt. Die jährliche Erhebung zielt auf alle Unter-
nehmen in Deutschland mit mindestens fünf Beschäftig-
ten, die ihren wirtschaftlichen Schwerpunkt in der In-
dustrie oder in den überwiegend unternehmensorientier-
ten Dienstleistungsbranchen haben. Der Fragebogen
des MIP setzt die Vorgaben des harmonisierten Frage-
bogens von Eurostat für die CIS-Erhebungen um.
Der Stichprobenumfang des MIP beträgt derzeit rund
35.000 Unternehmen. Die Ergebnisse der Innovations-
erhebung werden auf die Grundgesamtheit in Deutsch-
land differenziert nach Branchen, Größenklassen und
Regionen (West- und Ostdeutschland) hochgerechnet.
In die Hochrechnungen fließen jedes Jahr Angaben von
rund 15.000 Unternehmen ein.
Um Innovationsindikatoren für Sachsen zu gewinnen,
wird ab dem Erhebungsjahr 2016 eine „
Innovationser-
hebung Sachsen
“ im Auftrag des Freistaates Sachsen
durchgeführt. Hierfür wird die Stichprobe der sächsi-
schen Unternehmen im MIP um eine Zusatzstichprobe
so ausgeweitet, dass die Gesamtstichprobe der sächsi-
schen Unternehmen repräsentativ für die Wirtschaft des
Freistaates und gleichzeitig umfangreich genug ist, um
eine differenzierte Auswertung mit hinreichender statis-
tischer Genauigkeit zu erlauben. Im Jahr 2017 wurden
insgesamt mehr als 7.000 Unternehmen aus Sachsen in
der Innovationserhebung befragt. Zu mehr als 2.800 Un-
ternehmen wurden Angaben zu deren Innovationsaktivi-
täten erfasst.

3. Analyse der Innovationsträger
Analysen zum Innovationsstandort Sachsen
67
sächsischen Unternehmen vorgenommen. Das Ergebnis für Sachsen wird dem Ergeb-
nis für andere Regionen Deutschlands (neue Länder ohne Sachsen, alte Länder) ge-
genübergestellt.
2
Zuordnung der sächsischen Innovationsträger zu Zukunftsfeldern und Schlüs-
seltechnologien
. Um die im ersten Schritt gewonnene Typisierung mit den Zukunfts-
feldern und Schlüsseltechnologien verschneiden zu können, werden die in der Innova-
tionserhebung Sachsen erfassten
Unternehmen Zukunftsfeldern und Schlüssel-
technologien zugeordnet
. Dies geschieht zum einen durch die Nutzung von Informa-
tionen zum Wirtschaftszweig der Unternehmen kombiniert mit einer Textfeldanalyse
der Geschäftstätigkeitsbeschreibung sowie der Beschreibung der Hauptprodukte und
der wichtigsten Innovationen der Unternehmen. Diese Informationen werden in der In-
novationserhebung abgefragt. Zusätzlich werden Informationen von den Webseiten
der Unternehmen herangezogen. Zum anderen werden Kenntnisse über die Patentan-
meldungen der Unternehmen genutzt. Über die den Patenten zugeordneten Patent-
klassen können Technologiefelder abgegrenzt werden, zu denen die Unternehmen
neues technisches Wissen generiert haben.
3
Zusammenhang zwischen FuE-Aktivitäten sowie anderen Investitionen der Un-
ternehmen und dem Innovationserfolg
. Um die Rolle von FuE und anderen materi-
ellen und immateriellen Investitionen in Unternehmens-Kapital für den Innovationser-
folg der Unternehmen herauszuarbeiten, wird mit Hilfe von multivariaten Analysen der
Einfluss verschiedener Investitionsarten (FuE-Ausgaben, sonstige Innovationsausga-
ben, Investitionen in Sachvermögen, Ausgaben für Software und Daten, Weiterbildung,
Marketing) auf die Höhe der direkten ökonomischen Erträge von Innovationen (Umsatz
mit Produktinnovationen, Kosteneinsparungen durch Prozessinnovationen) analysiert.
Dabei wird auch die Frage untersucht, inwieweit FuE und andere (nichttechnische)
Wissensinvestitionen einander ergänzen und verstärken oder einander kompensieren.

 
Analysen zum Innovationsstandort Sachsen
3. Analyse der Innovationsträger
68
Innovationsstrategien der Unternehmen
Die Innovationsstrategien der Unternehmen in Sachsen können anhand von drei Dimensionen
charakterisiert werden:
35
Art der FuE-Tätigkeit, d.h. inwieweit ein Unternehmen sich mit der Produktion neuen
technischen Wissens befasst,
Stoßrichtung der Innovationstätigkeit, d.h. Art und Neuheitsgrad der eingeführten (tech-
nischen) Innovationen,
Wettbewerbsstrategien, die auf FuE-Tätigkeit und technische Innovationen verzichten.
Im Jahr 2016 wiesen rund 25 % der Unternehmen in Sachsen
36
entweder eine unternehmens-
interne
FuE-Tätigkeit
auf, oder sie vergaben FuE-Aufträge an Dritte. Diese Unternehmen las-
sen sich in vier Gruppen einteilen:
6 % der Unternehmen befassten sich kontinuierlich mit FuE und wiesen dabei FuE-
Ausgaben in Relation zum Umsatz („FuE-Intensität“) auf, die über dem Branchendurch-
schnitt (= Abteilung der Wirtschaftszweigsystematik) lagen.
Weitere 8 % der Unternehmen betrieben kontinuierlich FuE mit einer durchschnittlichen
oder unterdurchschnittlichen FuE-Intensität.
Ebenfalls 8 % der Unternehmen betrieben gelegentlich FuE, d.h. sie befassten sich nur
anlassbezogen mit FuE-Aktivitäten und beschäftigten kein Personal, das sich aus-
schließlich oder überwiegend mit FuE-Fragen befasst.
3 % der Unternehmen betrieben keine unternehmensinterne FuE, vergaben aber FuE-
Aufträge an Dritte oder nahmen an FuE-Kooperationen teil, bei denen ein Partner FuE-
Aktivitäten durchgeführt hat.
Der Anteil der Unternehmen mit FuE-Tätigkeit ist in Sachsen merklich höher als in den anderen
neuen Ländern (inkl. Berlin), wo rund 20 % der Unternehmen irgendeine Art von FuE-Tätigkeit
aufweisen. In den neuen Ländern und in Deutschland insgesamt liegt dieser Anteil bei rund
22 %.
35
Eine deskriptive Darstellung der Verbreitung von FuE-Aktivitäten, Innovationsaktivitäten und Wettbewerbsstrategien der
Unternehmen in Sachsen erfolgte im Rahmen des Datenreports zur Innovationserhebung Sachsen des Jahres 2017 (vgl.
Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr 2018). Die Analyse hier integriert die einzelnen Dimensionen zu einem
Gesamtbild der unterschiedlichen Innovationsstrategien der Unternehmen.
36
Alle Aussagen in diesem Abschnitt beziehen sich auf Unternehmen mit 5 oder mehr Beschäftigten in den von der Innovati-
onerhebung erfassten Branchen, d.h. in der Industrie (WZ 5 bis 39) und in überwiegend unternehmensorientierten Dienst-
leistungen (WZ 46, 49-53, 58-66, 69-74, 78-82).

3. Analyse der Innovationsträger
Analysen zum Innovationsstandort Sachsen
69
Die
Innovationausrichtung
der Unternehmen wird ebenfalls in vier Gruppen unterteilt:
9 % der Unternehmen hatten im Jahr 2016 Marktneuheiten in ihrem Produktangebot,
d.h. neue Waren oder Dienstleistungen, die in den vorgegangenen drei Jahren einge-
führt wurden und für die es zum Einführungszeitpunkt keine vergleichbaren Angebote
im Markt gab („Marktneuheiten“).
5 % der Unternehmen haben Produktinnovationen eingeführt, die zwar nicht neu für
den Markt waren, aber das Sortiment des Unternehmens erweitert haben (d.h. es gab
kein Vorgängerprodukt zu der Innovation im Unternehmen) und somit einen Einstieg in
neue Marktsegmente oder Kundengruppen darstellen („Sortimentsneuheiten“).
16 % der Unternehmen haben Produktinnovationen eingeführt, die weder Markt- noch
Sortimentsneuheiten waren. Diese werden als „Nachahmerinnovationen“ bezeichnet,
da sie auf bereits eingeführten Innovationsideen beruhen.
10 % der Unternehmen haben Prozessinnovationen eingeführt, ohne gleichzeitig eine
Produktinnovation vorzuweisen. Diese Unternehmen haben sich somit (zumindest im
betrachteten Dreijahreszeitraum) in ihrer Innovationsstrategie auf die Verbesserung
von Prozesstechniken in Produktion, Logistik und Administration konzentriert.
Produkt- und Prozessinnovationen werden im Folgenden zusammenfassend als „technische
Innovationen“ bezeichnet, um sie von „nichttechnischen“ Innovationen im Bereich von Organi-
sation und Marketing zu unterscheiden.
37
Im Vergleich zu anderen Regionen in Deutschland
ist der Anteil der Unternehmen mit technischen Innovationen in Sachsen überdurchschnittlich
hoch. Dies liegt primär an dem höheren Anteil von Unternehmen mit Nachahmerinnovationen.
Eine Verschneidung von FuE-Tätigkeit und Innovationsausrichtung der Unternehmen zeigt,
dass im Jahr 2016 2,8 % der Unternehmen in Sachsen eine besonders anspruchsvolle FuE-
Tätigkeit (überdurchschnittliche FuE-Intensität) mit einem hohen Neuheitsgrad der Produktin-
novationstätigkeit (Marktneuheiten) kombiniert haben. Diese Unternehmen können als der
Kern der „Innovationsträger“ in Sachsen betrachtet werden. Ihr Anteil an allen Unternehmen
liegt um 1,0 Prozentpunkte über dem Vergleichswert für Deutschland und um 0,4 Prozent-
punkte über dem Vergleichswert für die anderen neuen Länder. Weitere 2,4 % der Unterneh-
men kombinierten eine kontinuierliche FuE-Tätigkeit (mit durchschnittlicher oder unterdurch-
schnittlicher FuE-Intensität) mit der Einführung von Marktneuheiten, 2,1 % der Unternehmen
37
Die Begrifflichkeit orientiert sich an der Definition von Innovation in der dritten Auflage des Oslo-Manuals aus dem Jahr
2005 (OECD und Eurostat 2005) und der Praxis in der europäischen Innovationsstatistik. Im Verlauf der Erstellung dieser
Studie wurde die vierte Auflage des Oslo-Manuals veröffentlicht (OECD und Eurostat 2018), die keine Unterscheidung zwi-
schen technischen und nichttechnischen Innovationen vornimmt. Die hier verwendete Abgrenzung von technischen und
nichttechnischen Innovationen entspricht nur partiell der aus einer Studie für das BMWi im Jahr 2016 (Heimer et al. 2016),
die stärker auf die konkrete Rolle von eingesetzter Technik (Materialien, Komponenten, Software) für eine Innovation Be-
zug nimmt, wobei sich nichttechnische Innovationen durch eine hohe Bedeutung immaterieller Aspekte wie Kontextabhän-
gigkeit und Anwendungsvielfalt auszeichnen.

Analysen zum Innovationsstandort Sachsen
3. Analyse der Innovationsträger
70
wiesen Sortimentsneuheiten bei gleichzeitiger kontinuierlicher FuE-Tätigkeit (unabhängig von
der FuE-Intensität) auf. Zusammen weisen somit gut 7 % aller Unternehmen in Sachsen eine
als anspruchsvoll zu bezeichnende Innovationsstrategie auf (= die vier Felder im oberen rech-
ten Bereich von Tabelle 35), die eine systematische interne FuE-Tätigkeit mit einem substan-
ziellen Neuheitsgrad von Produktinnovationen verbindet.
Abbildung 20: FuE-Tätigkeit und Innovationsausrichtung von Unternehmen, 2016
FuE-Tätigkeit*
Innovationsausrichtung*
Anmerkung: *Hierarchische Klassifikation, d.h. die Gruppe „kontinuierliche FuE“ enthält nur jene Unternehmen mit kontinuierli-
cher FuE-Tätigkeit, die keine überdurchschnittlicher FuE-Intensität aufweisen, und die Gruppe „gelegentliche FuE“ enthält nur
Unternehmen, die weder eine kontinuierliche FuE-Tätigkeit noch eine überdurchschnittliche FuE-Intensität aufweisen, etc.
Alle Werte sind hochgerechnet auf die Grundgesamtheit der Unternehmen.
Quelle: ZEW Innovationserhebung Sachsen, Mannheimer Innovationspanel, Berechnungen des ZEW.
Tabelle 35:
Kombination von FuE-Tätigkeit und Innovationsausrichtung in Unternehmen in Sachsen,
2016
Anteil an allen Un-
ternehmen in %
FuE-Tätigkeit
Innovationsausrichtung
keine
(technischen)
Innovationen
Prozess-
innovationen
Nachahmer-
innovationen
Sortiments-
neuheiten
Marktneu-
heiten
überdurchschnittliche
FuE-Intensität
0,4
0,2
1,9
0,4
2,8
kontinuierliche
FuE
0,5
0,6
2,5
1,7
2,4
gelegentliche
FuE
2,1
1,4
1,9
0,9
2,1
FuE-Aufträge,
-Kooperationen
0,5
0,8
1,2
0,3
0,3
keine
FuE-Tätigkeit
57,1
7,0
8,1
1,8
1,3
Anmerkung: Alle Werte sind hochgerechnet auf die Grundgesamtheit der Unternehmen.
Quelle: ZEW Innovationserhebung Sachsen, Berechnungen des ZEW.
9
9
8
8
5
5
5
5
16
12
13
13
10
8
10
10
0
5
10
15
20
25
30
35
40
SN
übrige
neue
Länder o.
SN
alte
Länder
DE
Anteil an allen Unternehmen in %
Prozess-
innova-
tionen
Nach-
ahmer-
innova-
tionen
Sortiments-
neuheiten
Markt-
neuheiten
6
4
4
4
8
6
7
7
8
6
7
7
3
4
4
4
0
5
10
15
20
25
SN
übrige
neue
Länder o.
SN
alte
Länder
DE
Anteil an allen Unternehmen in %
FuE-
Aufträge,
-Koopera-
tionen
gelegent-
liche FuE
kontinuier-
liche FuE
überdurch-
schnittliche
FuE-
Intensität

3. Analyse der Innovationsträger
Analysen zum Innovationsstandort Sachsen
71
Der überwiegende Teil der Unternehmen in Sachsen weist allerdings weder eine FuE-Tätigkeit
noch die Einführung von technischen Innovationen auf. Im Jahr 2016 waren dies 57 % aller
Unternehmen. Doch auch in dieser Gruppe finden sich viele Unternehmen mit einer innovati-
onsbezogenen Strategie, wie Abbildung 21 zeigt. Bezogen auf alle Unternehmen hatten 3 %
der Unternehmen in Sachsen im Zeitraum 2014-2016 zwar keine technischen Innovationen
eingeführt, aber laufende oder zwischenzeitlich eingestellte Innovationsaktivitäten aufzuwei-
sen, die auf Produkt- oder Prozessinnovationen abgezielt haben. Weitere 18 % der Unterneh-
men hatten zwar keine technischen, jedoch nichttechnische Innovationen (Organisations-
38
,
Marketinginnovationen
39
) eingeführt und verfolgen somit ebenfalls eine innovationsorientierte
Wettbewerbsstrategie. Darüber hinaus gaben 26 % der Unternehmen an, dass ihre Wettbe-
werbsstrategie auf der Verbesserung von bestehenden Produkten beruht, ohne dass sie tech-
nische oder nichttechnische Innovationen eingeführt hätten. Auch für diese Gruppe zeigt sich
ein gewisser Innovationsbezug, da Produktverbesserungen i.d.R. mit gewissen Neuerungen
einhergehen und zumindest aus Kundensicht Änderungen in den Produkteigenschaften be-
deuten. 3 % aller Unternehmen weisen weder technische oder nichttechnische Innovationen
noch eine auf Produktverbesserungen abzielende Strategie auf, fokussieren jedoch auf kun-
denspezifische Produkte. Auch hier kann ein gewisses Maß an innovativer Ausrichtung unter-
stellt werden, da die Umsetzung konkreter Kundenwünsche immer wieder neue Lösungen er-
fordern kann. Somit bleiben lediglich 7 % aller Unternehmen in Sachsen, für die keinerlei in-
novationsbezogene Strategie ausgemacht werden kann.
Um die Unternehmen entsprechend ihrer Innovationsstrategie näher zu charakterisieren, wer-
den die oben dargestellten Gruppen zu sechs Typen zusammengefasst (Abbildung 22). Die
Unternehmen in Sachsen zeichnen sich zum einen durch einen etwas höheren Anteil von Un-
ternehmen aus, die technische Innovationen mit FuE-Tätigkeit kombinieren (21 gegenüber
18 % in Deutschland insgesamt). Zum anderen ist der Anteil der Unternehmen, die zwar keine
technischen, aber nichttechnische Innovationen eingeführt haben, etwas höher (18 gegenüber
16 %). Demgegenüber ist der Anteil der Unternehmen, die keine direkt innovationsbezogene
Strategie verfolgen, mit 10 % niedriger als im gesamtdeutschen Durchschnitt (13 %).
38
Diese beinhalten auch Geschäftsmodellinnovationen.
39
Vgl. hierzu auch den Datenreport zur Innovationserhebung Sachsen des Jahres 2017 (Staatsministerium für Wirtschaft,
Arbeit und Verkehr 2018).

Analysen zum Innovationsstandort Sachsen
3. Analyse der Innovationsträger
72
Abbildung 21: Innovationsbezogene Strategien von Unternehmen ohne FuE-Tätigkeit und ohne
technische Innovationen, 2016
Anmerkung: *Hierarchische Klassifikation, d.h. die Gruppe „nichttechnische Innovationen“ enthält nur jene Unternehmen mit
nichttechnischen Innovationen, die keine laufenden oder abgebrochenen technischen Innovationsaktivitäten aufweisen, die
Gruppe „Strategie Verbesserungen“ enthält nur Unternehmen mit einem Fokus auf die Strategie „Verbesserung bestehender
Produkte“, die weder nichttechnische Innovationen noch laufende oder abgebrochene technische Innovationsaktivitäten aufwei-
sen, etc.
Alle Werte sind hochgerechnet auf die Grundgesamtheit der Unternehmen.
Quelle: ZEW Innovationserhebung Sachsen, Mannheimer Innovationspanel, Berechnungen des ZEW.
Abbildung 22: Innovationsstrategien von Unternehmen, 2016
Alle Werte sind hochgerechnet auf die Grundgesamtheit der Unternehmen.
Quelle: ZEW Innovationserhebung Sachsen, Mannheimer Innovationspanel, Berechnungen des ZEW.
3
3
5
5
18
13
16
16
26
33
26
27
3
6
4
5
7
8
9
8
0
10
20
30
40
50
60
70
SN
übrige neue
Länder o. SN
alte Länder
DE
Anteil an allen Untenrehmen in %
keinerlei innovationsbezogene
Strategie
Strategie kundenspezifische Produkte
Strategie Produktverbesserungen
nichttechnische Innovationen
laufende oder abgebrochene
technische Innovationsaktivitäten
7
6
6
6
14
12
12
12
25
22
26
26
18
13
16
16
26
33
26
27
10
14
13
13
0
10
20
30
40
50
60
70
80
90
100
SN
übrige neue
Länder o.
SN
alte Länder
DE
Anteil an allen Unternehmen in %
Kundenfokus oder keinerlei
innovationsbezogene Strategie
Strategie Produktverbesserungen
nichttechnische Innovationen
technische Innovationen ohne FuE
sowie FuE ohne technische
Innovationen
sonstige Kombination von
technischen Innovation und FuE-
Tätigkeit
Produktinnovationen mit hohem
Neuheitsgrad und kontinuierliche
FuE-Tätigkeit

3. Analyse der Innovationsträger
Analysen zum Innovationsstandort Sachsen
73
Betrachtet man die Gruppe der Unternehmen mit „anspruchsvollen“ Innovationsstrategien, d.h.
die Produktinnovationen mit hohem Neuheitsgrad in Verbindung mit kontinuierlicher FuE-Tä-
tigkeit aufweisen, so zeigt sich eine sehr ungleiche Verbreitung nach Sektoren und Größen-
klassen (Abbildung 23, linker Teil). Deutlich überproportionale Anteile solcher Unternehmen
finden sich in der Elektroindustrie (WZ 26-27, Sachsen: 50 %, Deutschland: 29 %) und im Ma-
schinen- und Fahrzeugbau (WZ 28-30, Sachsen: 24 %, Deutschland: 20 %). Anteile von mehr
als 10 % finden sich außerdem in den Sektoren Textil/Bekleidung/Leder (WZ 13-15), Che-
mie/Pharma/Kunststoff/Steinwaren (WZ 19-23), Information und Kommunikation (WZ 58-63)
sowie Ingenieurbüros und FuE (WZ 71-72).
Der Anteil der Unternehmen mit „anspruchsvollen“ Innovationsstrategien ist außerdem in den
oberen Größenklassen deutlich höher. Sachsen zeichnet sich im Vergleich zu Deutschland
durch einen höheren Anteil im Bereich der KMU (10-49 Beschäftigte: 8 % gegenüber 5 % in
Deutschland insgesamt; 50-249 Beschäftigte: 13 gegenüber 11 %), während Großunterneh-
men in Sachsen seltener eine anspruchsvolle Innovationsstrategie verfolgen. Bemerkenswert
ist, dass in Sachsen die Teilgruppe der Unternehmen mit einer besonders anspruchsvollen
Innovationsstrategie, d.h. Marktneuheiten mit einer überdurchschnittlichen FuE-Intensität, den
höchsten Anteil in der Gruppe der kleinen Unternehmen mit 10-49 Beschäftigten aufweist. Auf
Sektorebene findet sich im Maschinen- und Fahrzeugbau ein besonders hoher Anteil dieser
Unternehmen.
Betrachtet man die Verteilung der Unternehmen mit anspruchsvollen Innovationsstrategien
nach Sektoren und Größenklassen (Abbildung 23, rechter Teil), so sind in Sachsen fast drei
Viertel (74 %) dieser Unternehmen in nur vier Branchen zu finden: Elektroindustrie (WZ 26-
27), Maschinen- und Fahrzeugbau (WZ 28-30), Information und Kommunikation (WZ 58-63,
insbesondere Softwareherstellung) sowie Ingenieurbüros und FuE (WZ 71-72). In Deutschland
stellen diese vier Sektoren dagegen nur 57 % aller Unternehmen mit anspruchsvollen Innova-
tionsstrategien. In Sachsen gehört jedes zweite dieser Unternehmen der Gruppe der Kleinun-
ternehmen (10-49 Beschäftigte) an, während nur 6 % der Unternehmen zu den Großunterneh-
men zählen.

Analysen zum Innovationsstandort Sachsen
3. Analyse der Innovationsträger
74
Abbildung 23: Verbreitung und Verteilung von Unternehmen mit „anspruchsvollen
Innovationsstrategien“* in Sachsen und Deutschland 2016 nach Sektoren (WZ 2008) und
Größenklassen
Anteil an allen Unternehmen eines
Anteil an allen Unternehmen
Sektors bzw. einer Größenklasse
in Sachsen bzw. Deutscland
Anmerkung: *Produktinnovationen mit hohem Neuheitsgrad und kontinuierliche FuE-Tätigkeit.
Alle Werte sind hochgerechnet auf die Grundgesamtheit der Unternehmen.
Quelle: ZEW Innovationserhebung Sachsen, Mannheimer Innovationspanel, Berechnungen des ZEW.
0
10
20
30
40
50
5-9/35-39
10-12
13-15
16-18
19-23
24-25
26-27
28-30
31-33
46
49-53
58-63
64-66
69-70
71-72
73-74
80-81
78-79/82
5-9 Besch.
10-49 Besch.
50-249 Besch.
250+ Besch.
Anteil an allen Unternehmen je Branche/
Größenklasse in %
Sachsen
Deutschland
0
10
20
30
40
50
SN
DE
SN
DE
SN
DE
SN
DE
SN
DE
SN
DE
SN
DE
SN
DE
SN
DE
SN
DE
SN
DE
SN
DE
SN
DE
SN
DE
SN
DE
SN
DE
SN
DE
SN
DE
SN
DE
SN
DE
SN
DE
SN
DE
5-9/
35-
39
10-
12
13-
15
16-
18
19-
23
24-
25
26-
27
28-
30
31-
46
33
49-
53
58-
63
64-
66
69-
70
71-
72
73-
74
80-
81
78-
79/
82
5-
9
Bes.
10-
49
Bes.
50-
249
Bes.
250+
Bes.
Anteil an allen Unternehmen je Branche/
Größenklasse in %
Marktneuheit und
überdurchschnittliche
FuE-Intensität
sonstige Kombination
zwischen Neuheit und
kontinuierliche FuE

3. Analyse der Innovationsträger
Analysen zum Innovationsstandort Sachsen
75
Unternehmen mit anspruchsvollen Innovationsstrategien („Innovationsträger“) unterscheiden
sich hinsichtlich zahlreicher Merkmale deutlich von Unternehmen mit anderen Innovationsstra-
tegien (vgl. Tabelle 36):
Sie sind im Mittel deutlich größer (72 Beschäftigte, 23 Mio. Euro Jahresumsatz) und
weisen eine deutlich höhere Umsatzproduktivität auf (342 Tsd.Euro je Beschäftigten).
Sie geben etwa doppelt so viel für Innovationen aus wie andere Unternehmen mit tech-
nischen Innovationen oder FuE-Tätigkeit.
Der Umsatzanteil von Produktinnovationen ist dagegen mit rund 50 % niedriger als in
der Gruppe der Unternehmen, die sonstige technische Innovationen (Nachahmerinno-
vationen, Prozessinnovationen) mit FuE-Tätigkeit kombinieren (67 %). Allerdings er-
zielen sie rund 11 % ihres Umsatzes mit Marktneuheiten. Außerdem weisen sie höhere
Kostensenkungsanteile durch Prozessinnovationen (Anteil der reduzierten Stückkos-
ten) auf.
Zwei von drei Unternehmen mit anspruchsvollen Innovationsstrategien weisen Innova-
tionskooperationen auf, wobei die allermeisten kooperierenden Unternehmen mit Wis-
senschaftseinrichtungen zusammenarbeiten und im regionalen Kontext kooperieren.
Rund ein Fünftel der Unternehmen weist internationale Kooperationen auf.
Drei von vier Unternehmen erhalten eine öffentliche Innovationsförderung, wobei För-
derungen durch Bundesstellen doppelt so häufig anzutreffen sind wie Förderungen
durch das Land.
Finanzierungshemmnisse spielen für diese Unternehmen eine geringere Rolle als In-
novationsbarriere im Vergleich zu Unternehmen mit sonstigen technischen Innovatio-
nen und FuE-Tätigkeit. Beim Hemmnis Fachkräfteknappheit zeigen sich zwischen den
sechs Gruppen von Unternehmen keine wesentlichen Unterschiede, d.h. die Knappheit
an Fachkräften trifft die Unternehmen unabhängig von ihrer Innovationsstrategie.
40
Unternehmen mit anspruchsvollen Innovationsstrategien greifen wesentlich häufiger
auf den Patentschutz zurück, um ihr intellektuelles Eigentum zu schützen (36 %).
40
Vgl. zur Verbreitung von Innovationshemmnissen in Unternehmen der sächsischen Wirtschaft ausführlicher den Datenre-
port zur Innovationserhebung Sachsen des Jahres 2017 (Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr 2018).

Analysen zum Innovationsstandort Sachsen
3. Analyse der Innovationsträger
76
Tabelle 36:
Kennzahlen von Unternehmen in Sachsen, differenziert nach der Innovationsstrategie der Unternehmen, 2016
Neuheit plus
kontinuier-
liche FuE
sonstige
technische