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PRAXISPOOL
GANZTAGSANGEBOTE
Praxisbeispiel Qualitätsmerkmal
»Kooperation mit externen Partnern«
Impulse und Anregungen zur Umsetzung
des Qualitätsrahmens Ganztagsangebote
Die Kooperation von Grundschule und Hort in Trebsen

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»Türen öffnen« – so lautet das Motto der Grundschule Trebsen. Dabei geht es nicht nur darum, den
Kindern Türen zu zukünftigen Wegen zu öffnen, sondern auch darum, die Schultüren für Eltern
und andere Partner zu öffnen und diese zur Zusammenarbeit und gemeinsamen Gestaltung des
Schullebens einzuladen. Eine Tür wurde im Laufe der Jahre immer weiter geöffnet, sodass sie heute
gar nicht mehr als solche wahrnehmbar ist: die Tür zum Hort.
Als die Schulleiterin Frau Rackwitz 2005 an die Schule kam, war sie »sehr überrascht« über die enge
Zusammenarbeit zwischen Lehrerkollegium und Erzieherteam. Ihrer Erfahrung an anderen Schulen
nach, gab es »manchmal einen Bruch zwischen Schule und Hort, und der war hier nie da.« Dieses
von Anfang an positive Klima nutzend, hat sich die Kooperation mit dem Hort seither fortlaufend
gefestigt und erweitert.
Neben der Kooperation mit dem hausinternen Hort Trebsen, die seit 2004 vertraglich verankert ist,
gibt es seit 2013 einen zweiten Kooperationsvertrag mit dem Hort Altenhain, der von 15 Kindern
der Trebsener Grundschule besucht wird und an die örtliche Kindertagesstätte angegliedert ist.
Trotz der größeren räumlichen Distanz ziehen beide Einrichtungen an einem Strang – im Mittel-
punkt steht dabei das Wohl der Kinder. Frau Rackwitz zieht eine positive Bilanz: »Wir haben ein
gutes Verhältnis. Die Leiterin ist klasse und wir haben auch in der Vorschule mit der gleichen Ein-
richtung zu tun. Das klappt wunderbar«. Die Sekretärin Frau Stefanie Kroschky ist in gewisser Weise
das Bindeglied zwischen der Grundschule Trebsen und dem Hort Altenhain. Da sie neben ihrer Tä-
tigkeit an der Grundschule zusätzlich als pädagogische Mitarbeiterin im Altenhainer Hort angestellt
ist, unterstützt sie maßgeblich den steten Kommunikationsfluss zwischen beiden Einrichtungen.
Somit haben auch die Altenhainer Hortkinder eine zusätzliche Ansprechperson, die in der Schule
für sie vor Ort ist und sie beispielsweise zwischen Unterrichtsschluss und Ganztagsangebot betreut.
KOOPERATION
In Trebsen bauen Grundschule und Hort stolz auf ihre langjährige Kooperation
In Trebsen wird den Horterzieherinnen und Horterziehern die Tür zum Unterricht gerne geöffnet.
Für die Kooperation mit dem Hort Trebsen eröffnen sich allein aufgrund der Nähe viel mehr Mög-
lichkeiten. Von Klasse 1 bis 4 werden die Kinder von derselben Bezugserzieherin oder demselben
Bezugserzieher begleitet, die oder der eng mit der Klassenlehrerin oder dem Klassenlehrer zusam-
Hort und Grundschule unter einem Dach: Um Absprachen zu treffen, nutzen Schul- und Hortleitung gerne »den kurzen
Dienstweg« – dazu muss man lediglich den Flur queren.
»Das Miteinander wird groß geschrieben«
(Frau Grinda)
ÜBERBLICK
Schule:
Grundschule Trebsen
Schulträger:
Stadt Trebsen/ Mulde
Schulleitung:
Frau Annett Rackwitz
Frau Katrin Martin (StV)
GTA-Koordination:
Frau Anke Heinig
Ganztagsschulform:
teilweise gebunden
Schülerzahl:
146 Schüler/-innen (zweizügig)
Personal:
9 Lehrkräfte
1 Sekretärin (mit Zweit-
beschäftigung im Hort Altenhain)
KONTAKT
Anschrift:
Am Schulberg 28
04687 Trebsen/Mulde
Telefon:
034383 41290
E-Mail:
gs-trebsen@t-online.de
Homepage:
www.grundschule.trebsen.de

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menarbeitet. Mitunter haben sich im Kollegium feste Lehrer-Erzieher-Teams herausgebildet, die
– wie im Fall von Frau Bubnick und Frau Wiede – seit rund 15 Jahren immer gemeinsam eine
Klasse betreuen. Wichtiger Bestandteil der Zusammenarbeit ist die individuelle Förderung durch
die Erziehrinnen und Erzieher im Unterricht. Einmal pro Woche kommt die Bezugserzieherin oder
der Bezugserzieher am Vormittag für eine Stunde mit in den Unterricht. Die Anwesenheit der Erzie-
herin oder des Erziehers im Unterricht ist dabei nicht nur für die Lernenden ein Zugewinn, sondern
entlastet auch die Lehrkraft maßgeblich. In der Regel wird zu Beginn des Schuljahres entschieden,
in welchem Fach der Bedarf an zusätzlicher Unterstützung am größten ist und wann die Erzieherin
oder der Erzieher mit in den Unterricht kommt. Eine gewisse Flexibilität wird sich aber auch hier
vorbehalten, um auf akute Bedarfe zu reagieren.
Am Nachmittag haben die Kinder die Möglichkeit, an der Hausaufgabenbetreuung teilzunehmen,
die ein Angebot des Hortes ist. Hier zahlt sich die individuelle Förderung erneut aus: Da die Erzie-
herinnen und Erzieher regelmäßig im Unterricht sind, bekommen sie Einblick in das Unterrichts-
geschehen, u.a. wie bestimmte Inhalte vermittelt werden. Somit kann vermieden werden, dass die
Kinder in der Hausaufgabenbetreuung mit anderen Erklärungsansätzen ggf. durcheinanderge-
bracht werden. Außerdem sind an drei Tagen in der Woche zusätzlich zu den Erzieherinnen und
Erziehern auch Lehrerinnen und Lehrer bei der Hausaufgabenbetreuung dabei, sodass den Kindern
immer zwei Ansprechpartner zur Verfügung stehen. Für diese zusätzlichen Stunden werden mit den
Lehrkräften Honorarverträge im Rahmen von GTA abgeschlossen.
Einmal in der Woche bekommt die Lehrperson Unterstützung von einer Erzieherin in ihrem Fachunterricht.
English for Kids, »geschickte Hände«, Yoga und vieles mehr: An einer großen Pinnwand können die Schülerinnen und
Schüler sich über die Ganztagsangebote informieren.
KOOPERATIONSPARTNER
Hort Trebsen
Am Schulberg 28
04687 Trebsen
Telefon: 034383 42008
E-Mail:
hort-trebsen@vs-leipzigerland-mtl.de
Hortträger:
Volkssolidarität
Leipziger Land/Muldental e. V.
Hortleitung:
Frau Janine Grinda
Herr Mario Jakob
(kommissarischer Leiter)
Erzieher/-innen:
6
Hort Altenhain
Grimmaer Landstraße 10
04687 Trebsen
Telefon: 034383 41338
E-Mail:
kita-dorfspatzen@
vs-leipzigerland-mtl.de
Hortträger:
Volkssolidarität Leipziger
Land/Muldental e. V.
Hortleitung:
Frau Susanne Mund
Erzieherin:
1

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Seit dem Schuljahr 2019/20 hat die Grundschule Trebsen außerdem ein Förderband, das zunächst
nur in Klassenstufe 2 begonnen wurde und sukzessive um die Klassenstufen 3 und 4 ergänzt wird.
Auch an der Gestaltung und Durchführung des Förderbandes ist der Hort aktiv beteiligt. »Da ist
die Zusammenarbeit explizit«, sagt Frau Rackwitz stolz. Das Förderband umfasst insgesamt sechs
Stationen, von denen die jeweilige Bezugserzieherin oder der jeweilige Bezugserzieher auch eine
übernimmt. So bietet eine Erzieherin beispielsweise Lernen lernen und eine andere Koordination
und Bewegung an. Insgesamt sind in jeder Klassenstufe zwei Lehrkräfte, zwei Erzieherinnen und
Erzieher und zwei externe Partner involviert. Die Inhalte müssen mit allen gut abgesprochen und
geplant werden. »Da die Zusammenarbeit mit dem Hort bei uns ohnehin außerordentlich eng ist,
ist das alles wie aus einer Hand – es muss bloß gut organisiert sein«, erklärt die stellvertretende
Schulleiterin Frau Martin, bei der die Fäden des Förderbandes zusammenlaufen.
Für die Schülerinnen und Schüler sind die Grenzen zwischen Hort und Schule oftmals kaum noch
ersichtlich. In gewisser Weise betrachtet Frau Rackwitz dies als Kompliment, da beide Einrichtungen
stets um sanfte Übergänge bemüht sind. So kommen die Erzieherinnen und Erzieher beispielsweise
mittags am Ende der Stunde mit in den Unterricht, um zu erfahren, was es Aktuelles gibt und wie
die Stimmung ist, bevor sie die Kinder zum Mittagessen abholen. Oft begleiten die Lehrer-Erzieher-
Teams ihre Klassen zusammen zum Mittagessen. »Wir sind gerne gemeinsam im Speiseraum. Da
kann man sich schon mal austauschen, was an dem jeweiligen Tag zu beachten ist, und mit den
Kindern sprechen«, beschreibt die Hortleiterin Frau Grinda die Übergabe.
Dank der Präsenz der Erzieherinnen und Erzieher im Fachunterricht, ist es möglich, einzelne Kinder intensiver zu fördern.
Motivation und pädagogische Absicht
Die Kinder stehen im Mittelpunkt allen Handelns – das spürt man in Trebsen ganz deutlich: »Es geht
ja schon alleine um das Interesse der Kinder, dass sie sich hier wohl und geborgen fühlen. Es gibt
welche, die von früh um 06:00 Uhr bis nachmittags um 17:00 Uhr hier sind und die sollten sich
wirklich absolut geborgen fühlen.« (Frau Wiede, Erzieherin)
Dazu gehört, dass die Kinder stets mehrere vertraute Ansprechpartner haben und dass sie von
Hort und Schule gleichermaßen in ihrer Entwicklung und ihrem Lernen begleitet und unterstützt
werden. Durch ihre enge Zusammenarbeit versuchen das Lehrerkollegium und das Erzieherteam
in Trebsen diesem Anspruch gerecht zu werden. Um den Kindern im Sinne des Schulmottos Türen
zu öffnen, wird außerdem darauf geachtet, dass die individuelle Förderung der Schülerinnen und
Schüler nicht zu kurz kommt. Gerade in diesem Punkt arbeiten Hort und Schule eng zusammen,
was sich zum einen in der Beteiligung der Erzieherinnen und Erzieher am Unterrichtsgeschehen so-
wie am Förderband zeigt, und zum anderen in der Unterstützung bei der Hausaufgabenbetreuung
durch die Lehrerinnen und Lehrer.
HISTORIE UND
ENTWICKLUNG
Seit 2004
Kooperationsvertrag
mit dem Hort Trebsen
Seit 2008
GTA
Seit 2013
Kooperationsvertrag
mit dem Hort Altenhain
2019
Überarbeitung des Kooperations-
vertrages mit dem Hort Trebsen
auf Grundlage des Qualitätsrahmens
MATERIAL
GTA-Konzeption
Anmeldezettel für GTA
im Schuljahr 2020/21
Kooperationsvertrag
mit dem Hort Trebsen
Kooperationsvertrag
mit dem Hort Altenhain

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Bei der Planung des Förderbandes werden die Erzieherinnen und Erzieher ebenfalls mit einbezogen.
Gemeinsam wird sich beraten, sorgfältig abgewogen und über die Inhalte des Förderbandes ent-
schieden – immer unter der Fragestellung: »Was bringt es unseren Kindern? Wir wollen in unserem
Förderband keine AG anbringen, sondern unsere Schüler wirklich fördern«, verdeutlicht Frau Martin.
Erfolgsfaktoren
Offenheit und Engagement:
Die Zusammenarbeit mit dem Hort ist »ein Geben und Nehmen«, so
Frau Rackwitz. So unterstützt das Erzieherteam die Lehrerinnen und Lehrer ehrenamtlich bei der
Durchführung von Schulfesten und bekommt im Gegenzug Unterstützung beim sogenannten
»Oma-und-Opa-Tag« – ebenfalls auf ehrenamtlicher Basis.
Begegnung auf Augenhöhe:
Um die Kinder bestmöglich zu betreuen und zu fördern, müssen
Schule und Hort Hand in Hand arbeiten. In Trebsen ist man einander deswegen ohne Vorbehalte
begegnet und hat gelernt, die Stärken des jeweils anderen zu schätzen. »Das hat mich schon
immer beeindruckt, dass der Hort und die Grundschule hier auf Augenhöhe agieren. […] Ich
konnte also auf einer festen Tradition aufbauen, die sehr wohltuend war, weil wir um die gleichen
Kinder besorgt und erfreut sind.« (Frau Rackwitz)
Stete Kommunikation:
Schul- und Hortleitung treffen sich mindesten einmal pro Woche und
zusätzlich anlassbezogen. Flexibilität ist wichtig, um kurzfristige Absprachen und drängende
Entscheidungen zu treffen. »Dadurch, dass mit Corona alles so schnelllebig geworden ist, ist es
sinnvoll, Absprachen auf dem kurzen Dienstweg zu treffen, statt sich einmal in der Woche einen
festen Termin auszumachen«, reflektiert Herr Jakob die Situation.
Herausforderungen und Lösungswege
Anfängliche Skepsis gegenüber GTA:
»Als wir mit GTA angefangen haben, hatten alle
Vorbehalte: Wir machen den Hort und unser schönes gemeinsames Arbeiten kaputt«, erzählt
Frau Rackwitz. Diese Bedenken konnten glücklicherweise schnell ausgeräumt werden, und so
ergänzt die Schulleiterin: »Wir haben 2008 den Schritt gewagt und immer gesagt, wir wollen den
Hort durch die GTA nicht schwächen, sondern stärken.«
Zeitliche Organisation:
Damit die Ganztagsangebote der Schule nicht mit den Angeboten
des Hortes konkurrieren, wird angestrebt, dass die schulischen Angebote spätestens mit der
sechsten Stunde enden. In Einzelfällen ist dies jedoch leider nicht möglich, sodass einige wenige
Ganztagsangebote erst nach der siebten Stunde enden. Wenngleich die Hortleitung an dieser
Stelle Verständnis zeigt, wird weiterhin von beiden Seiten angestrebt, »dass die Hortzeit dem Hort
zugeteilt wird und er aktiv werden kann« (Frau Grinda).
Fazit
Ein Stichwort fällt in Trebsen immer wieder und in diesem Punkt scheinen sich alle einig zu sein
– egal ob Schul- oder Hortleitung, Lehrerinnen oder Erzieherinnen: »Wir begegnen einander auf
Augenhöhe.« Denn nur so, betont Frau Grinda, kann man »gemeinsam etwas auf die Beine stellen.«
Stand:
Oktober 2020

Herausgeber:
Sächsisches Staatsministerium für Kultus
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Fotos:
Grundschule Trebsen und
Sächsisches Staatsministerium für Kultus
Gestaltung:
Hi Agentur e.K.
Druck:
Digitaldruckerei Schleppers GmbH
Redaktionsschluss:
November 2020
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