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Forstjournal 3I10
Waldpost 2011
Zeitung für Waldbesitzer in Sachsen

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02 |
Editorial
Wald in einem Schutzgebiet befindet und wie
Sie Ihren Wald im Einklang mit den Belangen
des Naturschutzes bewirtschaften können.
Insofern eine öffentliche Straße durch den
Wald führt, eine Bebauung sich an den Wald-
rand anschließt oder sich eine Erholungsein-
richtung in Ihrem Wald befindet, besteht
grundsätzlich die Gefahr, dass Dritte durch
umstürzende Bäume oder herabfallende Äste
geschädigt werden können. Die Haftungsfra-
ge stellt sich oftmals erst im Schadensfall. Im
Beitrag „Verkehrssicherungspflicht im und am
Wald“ erfahren Sie, welche Verpflichtungen
Sie als Waldbesitzer haben und erhalten In-
formationen zur aktuellen Rechtsprechung.
Der Staatsbetrieb Sachsenforst unterstützt die
privaten und körperschaftlichen Waldbesitzer
bei der ordnungsgemäßen Bewirtschaftung ih-
rer Wälder. Die Leistungen des im Staatsbetrieb
integrierten Kompetenzzentrums Wald und
Forstwirtschaft stehen dem Gesamtwald zur
Verfügung. Dabei nutzen wir die vielfältigen
Erfahrungen, die wir aus der Bewirtschaftung
des Landeswaldes gewinnen.
Die WALDPOST kann die persönliche und kos-
tenfreie Beratung mit Ihrem örtlichen Revier-
leiter des Staatsbetriebes Sachsenforst na-
türlich nur ergänzen. Deshalb finden Sie eine
Auflistung Ihrer regionalen Ansprechpartner in
diesem Heft.
Editorial
Hubert Braun
Liebe Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer,
unsere neue Waldbesitzerzeitung WALDPOST
werden Sie nun mindestens einmal im Jahr in
den Händen halten und ihr hoffentlich wert-
volle Informationen entnehmen. Nachdem es
schon einige regionale Zeitungen für Waldbe-
sitzer des Staatsbetriebes Sachsenforst gegeben
hat, wie z. B. in den Forstbezirken Neustadt und
Leipzig, halten Sie nun die erste sachsenweite
Ausgabe in den Händen. Wir möchten Ihnen
als Waldbesitzer einige fachliche Anregungen
zur Behandlung Ihres eigenen Waldes geben.
Nehmen Sie sich deshalb Zeit und informieren
Sie sich über die Wald- und Forstwirtschaft in
Sachsen und speziell in Ihrer Region.
Brennholz oder Wertholz? Haben Sie sich
diese Schlüsselfrage bereits einmal gestellt?
Wenn nein, dann geben wir Ihnen in die-
sem Heft einige Anregungen zur Entschei-
dungsfindung. Verschiedene Faktoren sind
bei der Holzaushaltung im Wald zu beachten.
Die Verwendungs- und Verkaufsmöglichkei-
ten sind mittlerweile vielfältig. Sie müssen
letztendlich entscheiden und berechnen,
in welchem Umfang Ihr Holz für die eige-
ne Heizung, für die Schnittholzproduktion
im Säge- oder Profilzerspanerwerk oder für
die Furnier- bzw. Möbelherstellung verwen-
det wird. Rechnen lohnt sich in jedem Fall!
Als etablierte Verkaufsveranstaltung für die
hochwertigsten Stämme aus nachhaltiger
Waldbewirtschaftung Sachsens findet all-
jährlich im Januar eine Säge- und Wertholz-
submission statt, auf der das Beste vom Bes-
ten angeboten wird. Auch Sie können hier Ihr
Holz mit anbieten!
Sicherheit hat oberste Priorität! Waldarbeit
zählt zu den gefährlichsten und unfallträch-
tigsten Tätigkeiten. Steigende Unfallzahlen
im Privatwald sprechen eine deutliche Spra-
che. Warum Waldarbeit so gefährlich ist, wo
die Gefahren lauern und welchen Beitrag je-
der Waldbesitzer zur Risikominimierung leis-
ten kann, erfahren Sie im Beitrag „Sicherheit
geht vor – Aspekte des Arbeitsschutzes bei
der Waldbewirtschaftung“.
Sie haben es als Waldbesitzer sicher bereits
erlebt: Da beschweren sich Wanderer über
forstliche Großtechnik und einen desolaten
Wegezustand oder Kinder meinen zu wissen,
dass der Hirsch der Vater des Rehs ist. Hier be-
steht Handlungsbedarf! Nehmen Sie die zu be-
obachtende Naturentfremdung nicht einfach
so hin und leisten Sie einen eigenen Beitrag,
um Ihre Aktivitäten im Wald transparent zu
gestalten, egal ob im Rahmen einer Pflanzak-
tion, eines Frühlingsspazierganges oder einer
Schulstunde im Wald. Der Beitrag „Waldwirt-
schaft erleben“ gibt Ihnen einige Anregungen
zum Umgang mit Besuchergruppen.
In einem Beitrag zum Naturschutz im Wald
zeigen wir Ihnen, dass häufig mit wenig Auf-
wand etwas für den Naturschutz getan wer-
den kann. Dazu erläutern wir Ihnen, wo Sie
Informationen darüber bekommen, ob sich Ihr
Ich wünsche Ihnen nun viel Spaß beim Lesen!
Ihr Prof. Dr. Hubert Braun
Geschäftsführer des
Staatsbetriebes Sachsenforst

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| 03
Waldpflege lohnt sich
Im Interview: Sven Martens
Das Kompetenzzentrum Wald und Forstwirt-
schaft des Staatsbetriebes Sachsenforst unter-
hält zahlreiche waldbauliche Versuchsflächen.
Deren langfristige Betreuung und Beobach-
tung soll wesentliche Hinweise zum Einfluss
forstlicher Bewirtschaftungsmaßnahmen auf
Wuchsleistungen, Stabilität und finanzielle
Erträge liefern. Die daraus gewonnenen Er-
kenntnisse kommen allen Waldbesitzarten,
also auch dem Privatwald, zugute.
Hierzu richten wir einige Fragen zur Pflege
und Durchforstung von Waldbeständen an
Sven Martens, der zusammen mit den Mitar-
beitern des Referates Waldbau die Versuche
betreut und auswertet.
Bereits seit vielen Jahrzehnten führen
forstliche Hochschulen und Forschungsan-
stalten Versuche zur optimalen Pflege und
Durchforstung von Beständen durch. Was
macht diese noch heute interessant, so dass
man immer wieder neue Flächen anlegt?
Letztendlich kann man jedes Behandlungskon-
zept auf die Frage nach dem optimalen Zeit-
punkt reduzieren, an dem bestimmte Bäume
eines Bestandes entnommen werden sollten.
Dieser Zeitpunkt hängt natürlich von der be-
trachteten Baumart ab. Ganz wesentlich be-
stimmen aber auch die Wuchsbedingungen
diese Entscheidung. Diese haben sich in den
vergangen Jahrzehnten spürbar verändert. Und
es ist höchstwahrscheinlich, dass sich auch in
Zukunft Veränderungen ergeben werden.
In Sachsen überwiegen Waldböden, die aus-
gehend von den Grundgesteinen eine relativ
geringe Nährelementausstattung aufweisen.
Im Umkreis der Braunkohlekraftwerke gelang-
ten größere Mengen Schwefel, Stickstoff und
Erdalkalien in die Wälder und verbesserten die
Versorgung der Bäume mit Nährstoffen. Der
höhere Kohlendioxidgehalt in der Luft und die
tendenziell wärmere Witterung wirken gleich-
falls positiv auf das Wachstum der Bäume ein.
In Abhängigkeit von der Wasserversorgung
haben sich die Wuchsbedingungen in den ver-
gangenen Jahrzehnten vielerorts verbessert.
Gut dokumentierte Versuchsflächen zeigen
diese Veränderungen auf und ermöglichen
wertvolle Rückschlüsse, inwieweit die Struk-
tur der Waldbestände durch forstliches Han-
deln beeinflusst werden kann.
Für mich persönlich ist dabei gerade der Blick
auf undurchforstete Bestände, so genannte
Nullflächen, interessant. Geprägt durch das
forstliche Studium, indem vor etwa 200 Jah-
ren der Begriff der Durchforstung Einzug ge-
halten hat, liegt das forstliche Augenmerk auf
wiederholt durchforsteten und gut gepflegten
Beständen. Das Wesen natürlicher Ausschei-
dungsprozesse, also in der Hauptsache die mit
dem Baumwachstum einhergehende Vermin-
derung der Bestandesdichte, rückt dabei in
den Hintergrund. So beeindrucken zunächst
die hohen Holzvorräte, die wir auf den Ver-
suchsanlagen gerade in den undurchforsteten
Nullflächen messen.
Warum dann durchforsten, wenn man ei-
nem natürlichen Effekt damit nur vorgreift
und dabei weniger Holz für spätere Ver-
wendung im Wald steht?
Auf undurchforsteten Flächen wirken Kon-
kurrenz und Zufall und führen dazu, dass
einzelne Bäume dem Wachstum ihrer Nach-
barn unterliegen und absterben. Der Wett-
kampf um lebenswichtige Ressourcen findet
im Kronen- (Licht) und Wurzelraum (Wasser
und Nährstoffe) statt, wobei zwischen Krone,
Stamm und Wurzel des Baumes relativ kons-
tante Relationen bestehen. Allometrien nennt
der Fachmann diese Verhältnisse zwischen den
einzelnen Kompartimenten.
Ob der Schaft des Baumes möglichst kreisrund
und gerade ist, spielt bei der Konkurrenz um
Licht und Wasser keine Rolle. Ein möglichst
langer, astfreier Schaft ist eher von Nachteil.
Diese Eigenschaften bestimmen aber die spä-
tere Verwendung des Holzes und somit seinen
Preis nach der Ernte des Baumes.
Maßnahmen der Bestandespflege und Durch-
forstung greifen in Konkurrenzsituationen ein
und lenken den Bestandeszuwachs auf Bäume,
deren Anblick den qualitativen Anforderungen
am besten entspricht. Zufall und Konkurrenz
werden ganz oder teilweise durch gezielte
Steuerung ersetzt.
Abb. 2: Beim Blick in eine der undurchforsteten Ver-
gleichsflächen sieht man den Wald vor lauter Bäu-
men nicht!
Abb. 1: Sven Martens ist Referent für Waldbau im
Kompetenzzentrum Wald und Forstwirtschaft des
Staatsbetriebes Sachsenforst

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04 |
Dabei reicht es aus, den Blick auf die Kronen-
entwicklung dieser Stämme zu richten. Indem
sich die Kronen qualitativ guter Bäume neu-
en Wuchsraum erschließen können, erschließt
auch das Wurzelwerk neuen Raum und der
Durchmesserzuwachs steigt an.
Damit verbunden widerstehen diese Bäu-
me abiotischen Risiken, wie Trockenheit oder
Sturm viel besser, da ihre größeren Wurzeln
tiefere und längere Zeit wasserführende Bo-
denschichten erreichen. Und auch dann, wenn
einzelne Äste durch Schneedruck abbrechen,
überleben größere Kronenteile, die den Baum
ausreichend ernähren können. Insgesamt er-
weisen sich diese Bäume als vitaler und wider-
standsfähiger gegenüber Schad organismen.
Aber auch die Holzeigenschaften, vor allem
die mit der Dichte einhergehende Festigkeit,
hängen von der Jahrringbreite ab. Deshalb be-
einflussen die Durchforstungen über das Di-
ckenwachstum auch die Verwendungsmög-
lichkeiten des Holzes.
Es heißt, Holz wächst nur an Holz. Muss
man dann nicht Angst haben, dass der
Holzzuwachs abnimmt, wenn man Bäume
entnimmt?
Nein, solange das Ausmaß des Wuchsraumes,
den ein Baum durch die Entnahme eines Kon-
kurrenten erhält, seinem Vermögen zum Kro-
nenausbau entspricht, treten keine Zuwachs-
verluste ein. Die Aussage, dass Holz nur an
Holz wächst, gilt streng genommen auch nur
für den einzelnen Baum. Für Baum und Be-
stand ist die Masse an Blättern und Nadeln
viel entscheidender, die pro Flächeneinheit
photosynthetisch aktiv ist. Diesbezüglich sollte
der Blick auf möglichst viele lange, grüne Kro-
nen gerichtet werden.
Vor allem auf den besseren Standorten treten
konkurrenzbedingte Ausscheidungsprozesse
oftmals erst bei sehr hohen Bestandesdichten
auf. Eine Vielzahl der Bäume weist dann jedoch
nur noch sehr kleine Kronen auf. Im durch-
forsteten Bestand verteilen sich dem gegenüber
die vom Standort limitierten Ressourcen auf
deutlich weniger Bäume. Für jeden einzelnen
Baum bedeutet neben einem Mehr an Wasser
und Nährstoffen auch ein größerer Wuchs-
raum eine größere und längere grüne Krone.
Am Ende erhöht sich durch die veränderte Kro-
nenraumstruktur die gesamte Kronenmantel-
fläche des Bestandes und somit die zuwachs-
relevanten Blatt- bzw. Nadeldichten.
Deshalb sollte man sich auch nicht von den in
durchforsteten Beständen geringeren Holzvor-
räten leiten lassen. Um die Wuchsleistung, die
ein Bestand bis zum gegenwärtigen Alter er-
reicht hat, müssen die im Rahmen der Durch-
forstungen entnommenen Holzmengen zum
aktuellen Holzvorrat hinzugezogen werden.
Zweckmäßig gepflegte Bestände brauchen
den Vergleich mit undurchforsteten Beständen
dann keineswegs scheuen.
Gibt es auch Bestände in denen eine Durch-
forstung kaum Sinn macht?
Ja, darüber hinaus kann sie sogar negative Wir-
kungen, beispielsweise hinsichtlich der Ver-
jüngungsfreudigkeit der Bestände, entfalten.
Grundsätzlich müssen die Durchforstungen
zwei wesentlichen Gesetzmäßigkeiten Rech-
nung tragen.
Wie bei der ersten Frage bereits angesprochen,
hängen die eben aufgeführten Effekte, die mit
Durchforstungen erzielt werden können, von
den standörtlich bedingten Wuchsleistungen
ab. So nehmen, unabhängig von der Baumart,
die Durchforstungseffekte von den besseren zu
schlechteren Standorten hin ab. Gut zu sehen
ist dies, auf extrem trockenen, warmen Stand-
orten, wo sich auf Grund des limitierten Was-
serangebotes kein geschlossener Bestand bilden
kann. Es besteht also so gut wie keine Konkur-
renz zwischen den einzelnen, in der Regel tief
beasteten Bäumen.
Auf den überwiegenden Waldstandorten in
Sachsen ist jedoch die von Baumart zu Bau-
mart unterschiedliche Fähigkeit zum Kro-
nenausbau viel entscheidender. Dazu müs-
sen Baumarten, deren Kronenwachstum
ausschließlich in der Jugend dynamisch ist,
von denen unterschieden werden, die auch
im höheren Alter ihre Kronen noch vergrö-
ßern können. In die erste Gruppe fallen Pio-
nierbaumarten, wie Kiefer, Birke und Lärche.
Bei diesen Baumarten entscheiden vor allem
die ersten Durchforstungen über die spätere
Konkurrenzstärke eines Baumes.
In höheren Bestandesaltern sind intensive
Pflegeeingriffe dagegen kaum noch sinnvoll.
Es sei denn, man setzt gezielt auf eine früh-
zeitige Verjüngung dieser Bestände. Für ein
solches Vorgehen sprechen, insbesondere bei
älteren Kiefern- und Birkenbeständen, die ver-
besserten Wuchsbedingungen. Durch die be-
grenzten Möglichkeiten des Kronenausbaues
können junge Bäume die verbesserten Bedin-
gungen viel besser nutzen. Wichtig dabei ist,
dass die Baumverjüngung zum Zeitpunkt der
intensiven Nutzung bereits aufgelaufen ist.
Ansonsten kann es leicht passieren, dass nur
die Bodenvegetation von den freiwerdenden
Wuchsressourcen profitiert.
Abb. 4: Stehen nur wenige Ressourcen zur Verfügung, ist die Bestandesdichte gering. Von einer weiteren Auflo-
ckerung des Kronenraumes profitiert eher die bodennahe Vegetation.
Abb. 3: Seit 10 Jahren ohne Konkurrenz – während
die 100 dicksten Kiefern auf der Nullfläche 5 cm di-
cker geworden sind, nahm der Durchmesser hier um
fast 10 cm zu.

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| 05
Um ein Fazit zu ziehen: Was würden Sie
privaten Waldbesitzern empfehlen?
In den letzten zehn Jahren haben sich die
wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für
die Waldwirtschaft wesentlich verbessert.
Mit Ausnahme der Pflegen zur Bestandeser-
ziehung, die maßgeblichen Einfluss auf die
Qualität des Bestandes ausüben, lassen sich
gegenwärtig Durchforstungen kostendeckend
durchführen oder liefern finanzielle Erträge. In
Verbindung mit den positiven Effekten auf die
Bestandesstabilität und künftige Wertleistung
überwiegen klar die Erfolgschancen.
Wer sich scheut, gleich selbst zu Säge oder
Spraydose zu greifen, kann sich die Unterstüt-
zung des Revierleiters holen. Die Revierleiter des
Staatsbetriebes Sachsenforst beraten Waldbe-
sitzer und nennen auch forstliche Dienstleister
und Forstbetriebsgemeinschaften in der Nähe.
Abb. 5: Im direkten Vergleich, nur halb so alt, aber fast genauso hoch.
Sobald der Waldbesitzer die Entscheidung ge-
troffen hat, in einem Waldbestand eine Holz-
erntemaßnahme durchzuführen, stellen sich
ihm eine Vielzahl von Fragen. Neben wald-
baulichen Gesichtspunkten (Maßnahmeziel,
Eingriffstärke, Bestandesverjüngung, …) muss
entschieden werden, wie die Holzernte tech-
nisch und organisatorisch durchgeführt wer-
den soll und wie das eingeschlagene Holz ver-
wertet werden kann. Der nachfolgende Beitrag
soll dem Waldbesitzer eine Hilfestellung bei
der Beantwortung dieser beiden Fragen ge-
Rechnen zahlt sich aus!
ben. Es wird gezeigt, dass sich eine Waldpfle-
ge nicht nur ökologisch, sondern auch ökono-
misch lohnt. Je nach Intensität der Holzernte
kann durch eine geschickte Holzverwertung,
häufig als „Holzaushaltung“ bezeichnet, das
finanzielle Gesamtergebnis um mehrere Hun-
dert, unter Umständen sogar mehrere Tausend
Euro gesteigert werden.
Übersicht über den Preisrahmen für Rundholz
Die Waldpflege eigener Bestände lohnt sich
für den Waldbesitzer auch finanziell, wenn ei-
nige wenige Aspekte beachtet werden. Grund-
sätzlich kann das im Rahmen der Waldpfle-
ge eingeschlagene Holz unter den derzeitigen
wirtschaftlichen Rahmenbedingungen immer
gewinnbringend vermarktet werden. Aller-
dings bestehen große Unterschiede hinsicht-
lich der Dimension und Güte des Holzes.
Bei der Beurteilung des wirtschaftlichen Po-
tentials eines Baumes ist zunächst sein Er-
scheinungsbild zu berücksichtigen. Grund-
sätzlich gelten die in der Abb. 6 aufgezeigten
Sachverhalte:
Bei der Vermarktung des Holzes, des so ge-
nannten Rundholzes, bieten sich dem Wald-
besitzer mehrere Möglichkeiten. Grundsätzlich
ist der Verkauf von Rundholz abhängig von
den jeweiligen Sortimenten:
Säge- und Wertholz
Sägeholz ist Holz von guter bis durchschnitt-
licher Qualität (Güteklassen B/C) und in der
Regel mindestens mittlerer Dimension (ab
Stärkeklasse 1b bei Nadelholz, ab Stärkeklas-
Abb. 6: Schematische Darstellung der Holzabschnitte eines Baumes.
se 4 bei Laubholz, siehe Tab. 1). Als Sägeholz
Herr Sven Martens ist Referent für Waldbau im Kompetenzzentrum
Wald und Forstwirtschaft des Staatsbetriebes Sachsenforst.
Abb. 7: Genaues Kalkulieren rechnet sich!

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06 |
können Holzabschnitte des unteren und obe-
ren Stammholzbereichs vermarktet werden.
Je nach Holzart und Dimension lassen sich
beim Verkauf verschiedene Preise erzielen.
Sägeholz wird in Sägewerken zu Schnittholz
verschiedenster Sortimente verarbeitet. Da-
bei kommen verschiedenste Maschinentypen
zum Einsatz, wie etwa die Profil-Zerspaner-
Technologie. Traditionell erfolgt die Bearbei-
tung des Holzes vorwiegend durch Gatter-,
Kreis- und Blockbandsägemaschinen. Die Ta-
belle 1 enthält eine Übersicht über den der-
zeitigen Preisrahmen von Sägeholz.
Wertholz als fehlerfreies, gesundes Holz mit
ausgezeichneten Eigenschaften fällt eher
selten an. Falls solches Holz vorhanden ist,
lohnt sich eine Beratung durch den zuständi-
gen Revierleiter. Dieser kann einschätzen, ob
der betreffende Stamm für einen separaten
Wertholzverkauf (Submission) geeignet ist.
Industrieholz
Als Industrieholz wird in der Regel Rund-
holz verwendet, welches auf Grund sei-
ner schlechteren Qualität, z. B. infolge von
Pilz- oder Insektenbefall, Krümmung, usw.
nicht als Sägeholz sortiert werden kann.
Dementsprechend liegen auch die Prei-
se für Industrieholz niedriger als die des
Sägeholzes. Für Industrieholz sind derzeit
ca. 30 Euro/m³ (rm) bzw. 46 Euro/m
3
(fm)
erzielbar. Industrieholz findet vor allem
Verwendung für die Herstellung von Holz-
schliff und Zellstoff als Grundstoffe der
Papierherstellung, Holzwolle sowie für die
Produktion von Holzwerkstoffen wie Span-
und Faserplatten.
Tab. 1:
Durchschnittlicher Preisrahmen in Euro/m
3
(Efm o.R.) bei Sägeholz (L) und Sägeholzabschnitten (LAS) in Abhängigkeit von der Dimension
und der Holzart
Brennholz / Energieholz
Als Brennholz kann das gesamte anfallen-
de Holz eines eingeschlagenen Baumes in
der Regel ab einem Durchmesser von 7 cm
verwendet werden. Man spricht dann vom
so genannten „Derbholz“. Der durchschnitt-
lich derzeit erzielbare Preis für Brennholz
(2 - 3 m lange Abschnitte) liegt, abhängig
von der Region und der Baumart, zwischen
25 und 45 Euro/m³ (rm). Eine Alternative
ist für den Waldbesitzer unter Umstän-
den die Eigennutzung des Brennholzes. Je
nach Holzart hat 1 m
3
Brennholz den sel-
ben Brennwert wie 190 (bei ca. 1 m
3
Fich-
tenholz) bis 280 (bei ca. 1 m
3
Buchenholz)
Liter Heizöl. Sofern der Waldbesitzer über
eine Holzheizung verfügt, lassen sich hier
durch die Eigennutzung des Holzes in Ab-
hängigkeit vom jeweils aktuellen Heizöl-
preis Kosten sparen.
Es ist zwingend zu beachten, dass es sich
bei allen Sortimenten um Durchschnitts-
preise handelt, die, je nach Käufer und Re-
gion vari ieren können!
Zudem schwanken die erzielbaren Preise
in Abhängigkeit der Angebotsmengen am
Holzmarkt und der saisonalen Absatzmög-
lichkeiten der Holzverarbeiter!
Holzarten
Fichte
Kiefer
Eiche
Buche
Güte B/C
Güte B/C
Güte C ab Stkl 4
Güte C ab Stkl 4
Stärkeklasse
Mittendurchmesser o.R.
Euro/m³ (fm) o.R.
Euro/m³ (fm) o.R
Euro/m³ (fm) o.R
Euro/m³ (fm) o.R
L / LAS
1a
10 – 14 cm
50 - 60
38 - 50
L / LAS
1b
15 – 19 cm
65 - 73
53 – 60
L / LAS
2a
20 – 24 cm
78 - 83
62 - 68
L/ LAS
2b
25 – 29 cm
89 - 95
70 - 73
L / LAS
3a *)
30 – 34 cm
92 - 95
74 - 78
55 - 60
L / LAS
3b *)
35 – 39 cm
92 - 95
74 - 78
55 - 60
55 - 58
L / LAS
4
40 – 49 cm
92 - 95
74 – 78
ca. 100
ca. 65
L / LAS
5 **)
50 – 59 cm
ca. 110
ca. 68
L / LAS
6 **)
> 60 cm
ca. 120
ca. 70
Abb. 8: Sauber gestapeltes Holz begünstigt eine schnelle Abfuhr
*) Bei Laubholz nur Verkauf als „Parkettholz“ oder „Palettenholz“ möglich; Stärkeklassen <4 z. Zt. nicht als Stammholz nach Güteklassen A, B, C verkaufbar
**) Bei LAS Nadelholz ab Stärkeklasse 5 stark eingeschränkter Abnehmerkreis (Profilzerspaner-Werke wie z. B. KHS, Rettenmeier, Klenk kaufen diese Stärkeklassen nicht!)

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| 07
Bereitstellung von Holz / Organisation der
Holzernte
Sofern nach einer ersten Einschätzung des Ver-
wertungspotentials ein gewisser Anteil von Sä-
geholz oder Wertholz im Bestand vermutet wird,
sind eine professionelle Holzernte sowie Holz-
vermarktung empfehlenswert. Soll zumindest ein
Teil des eingeschlagenen Holzes verkauft wer-
den, ist zunächst zu recherchieren, welche Ab-
messungen und Holzsortimente der poten
tielle
Käufer zu welchem Preis abnimmt. Weiterhin ist
es für eine rationelle Holzabfuhr notwendig, je-
weils eine gewisse Mindestmenge eines Sorti-
ments bereitzustellen, i. d. R. ab 25 m
3
je Käufer.
Es bestehen folgende Möglichkeiten der Aufar-
beitung des Holzes:
durch den Waldbesitzer selbst, Holzrückung
(Transport zum LKW-befahrbaren Weg)
durch einen Dienstleister oder durch eigene
Technik,
durch einen forstlichen Dienstleister, der
auch den Holzverkauf übernehmen kann
oder
organisiert durch eine Forstbetriebsgemein-
schaft, die wiederum forstliche Dienstleister
beauftragt.
Für den Holzverkauf stehen dem Waldbesitzer
mehrere Möglichkeiten zur Verfügung:
Abschluss eigener Verträge mit Holzabneh-
mern,
über eine Forstbetriebsgemeinschaft,
durch einen forstlichen Dienstleister, wahl-
weise zusammen mit der Holzernte (Selbst-
werbung),
über Holzhändler,
über den Staatsbetrieb Sachsenforst.
Insofern der Waldbesitzer die Holzernte nicht
selbst durchführen möchte bzw. kann oder bei
sehr umfangreichen und zeitaufwendigen Hol-
zerntemaßnahmen sind professionelle Dienst-
leistungsunternehmen hinzuzuziehen. Diese
führen die Holzernte, die Sortierung und die
Holzrückung an den nächsten Abfuhrweg ge-
gen Entgelt im Auftrag des Waldbesitzers durch.
Die Revierleiter des Staatsbetriebes Sachsen-
forst beraten dazu neutral und umfassend
zu allen Fragen rund um den Holzeinschlag
und Holzverkauf. Sie finden Ihren zuständi-
gen Revierleiter im Internet unter
www.sach-
senforst.de oder unter der Telefonnummer des
Staatsbetriebes Sachsenforst 035 01 / 542 – 0.
Die Revierleiter nennen Ihnen auch forstliche
Dienstleister und Forstbetriebsgemeinschaften
in Ihrer Nähe.
Rechenbeispiel
Die bisher getroffenen Aussagen sollen im
Folgenden durch ein kurzes Beispiel demons-
triert werden. Exemplarisch wird die Durch-
forstung eines Fichtenbestandes veranschau-
licht. Im Ergebnis der Hiebsmaßnahme fallen
10 m
3
(fm) Stammholz, 40 m
3
(fm) Stamm-
holzabschnitte und 15 m
3
(fm) Industrieholz
sowie 5 m
3
(fm) nicht vermarktbare Sortimen-
te als Restholz an. Die in Tab. 2 angesetzten
Erlöse verstehen sich als Mischkalkulation
verschiedener Stärke- und Güteklassen. Die
Aufarbeitung erfolgt durch Unternehmer. Das
nicht verwertbare Material wird vom Waldbe-
sitzer selbst aufgearbeitet und als Brennholz
genutzt. Dazu werden pauschal Kosten für
Material (Säge, Arbeitskleidung) sowie Kraft-
stoff in Höhe von 5 Euro je m
3
(fm) angesetzt.
Die dabei angenommenen Erlöse unterstellen,
dass der Waldbesitzer durch die Aufarbeitung
des Restholzes Heizöl einspart.
Der Tabelle 2 ist zu entnehmen, dass der
Waldbesitzer bei unserem Beispiel einen Er-
trag von 4.377,50 Euro erwirtschaftet. Diese
Nutzungsvariante ist dann sinnvoll, wenn die
jährliche Holzerntemaßnahmen den Eigen-
bedarf der Energieversorgung decken und
gleichzeitig ein weiteres Nutzungspotenzial
besteht. Der bei einer Kalkulation zu berück-
sichtigende steuerliche Status des jeweiligen
Waldbesitzers blieb bei unserer Berechnung
unberücksichtigt.
Zusammenfassung
Bei der Holzernte bieten Waldbestände in Ab-
hängigkeit von der Dimension und Qualität
des einzuschlagenden Bestandes unterschied-
liche Verwertungsoptionen. Die Ermittlung der
wirtschaftlich günstigsten Variante setzt eine
Beurteilung von Dimension und Qualität so-
wie eine Analyse des Verwertungspotentials
voraus. Eine differenzierte, an den wirtschaft-
lichen Präferenzen des Bewirtschafters sowie
dem Marktpotential der möglichen Sortimente
ausgerichtete Holznutzung erlaubt dabei eine
Optimierung des wirtschaftlichen Vorteils bzw.
des finanziellen Gewinns. Dem Waldbesitzer
stehen mehrere Optionen zur Durchführung
der Hiebsmaßnahme und zur Vermarktung des
Holzes zur Verfügung.
Kosten Aufarbeitung und
Rückung in Euro je m
3
(Efm)
Erlöse in Euro je m
3
(Efm), gemittelt aus ver-
schiedenen Stärkeklassen und Güteklassen
Kosten
absolut
Erlöse
absolut
Stammholz
10 m
3
(Efm)
15
90
150,0
900
Stammholzabschnitte
40 m
3
(Efm)
20
85
800,0
3.400
Industrieholz
15 m
3
(Efm)
entspr. ca. 21 rm
20
46
300,0
690
Brennholz
5 m
3
(fm)
5
25,0
760*
Entgelte Holzverkauf
1,50 je m
3
(fm)
97,5
Summe
1372,5
5.750
Tab. 2:
Rechenbeispiel zu Aufwand und Ertrag einer Durchforstung (*1 m
3
(fm) entspricht etwa 190 l Heizöl, Kosten Heizöl 0,80 Euro je l)
Der Autor dieses Artikels, Herr Sebastian Förster, ist Referent für
Naturdienstleistungen im Referat Marketing/Produktmanagement in
der Geschäftsleitung des Staatsbetriebes Sachsenforst.
Abb. 9: Harvester bei der Arbeit

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08 |
Sicherheit geht vor
Aspekte des Arbeitsschutzes bei der Waldbewirtschaftung
Waldarbeit zählt zu den gefährlichsten und
unfallträchtigsten Tätigkeiten. Das gilt für
das Berufsleben genauso, wie für den in sei-
ner Freizeit mit der Motorsäge Brennholz auf-
arbeitenden Selbstwerber oder den privaten
Waldbesitzer, der eventuell auch noch über
einen Traktor oder andere Technik verfügt. Die
steigenden Unfallzahlen im Privatwald spre-
chen eine deutliche Sprache. Deshalb wollen
wir an dieser Stelle auch über Arbeitssicher-
heit und Unfallschutz informieren.
Warum ist Waldarbeit so gefährlich? Wo
lauern die Gefahren? Was kann man tun,
um Risiken zu minimieren?
Zum einen werden bei der Waldarbeit beim
Fällen und Rücken von Stämmen große Mas-
sen bewegt, die, einmal außer Kontrolle gera-
ten, nicht mehr zu beherrschen sind. Stäm-
me oder Äste können unter Spannung stehen
und sind manchmal „schwer zu berechnen“
– selbst für den Profi. Dabei kommt es auch
nicht auf die Stärke und Dimension des Hol-
zes an. Ein „Knüppel“ reicht aus, um schwerste
Verletzungen herbeizuführen.
Zum anderen werden Arbeitsgeräte genutzt,
die, wie die Motorsäge oder bei der Kultur-
pflege auch der Freischneider, mit schnell ro-
tierenden, schneidenden Werkzeugen funktio-
nieren. Man bewegt sich bei der Waldarbeit
in einem natürlichen, sehr individuell struk-
turierten System, in dem jeder Arbeitsort, je-
der zu fällende Baum und jedes Gelände an-
ders ist. Keine Situation ist gleich, aber immer
wieder muss sich der im Wald Arbeitende die
Fragen stellen:
Wie muss ich mich verhalten, um sicher zu
arbeiten?
Hilfen dazu gibt die Landwirtschaftliche So-
zialversicherung (LSV) Mittel- und Ostdeutsch-
land, in der jeder private Waldbesitzer in Sach-
sen per Gesetz Mitglied ist. In der von der LSV
herausgegebenen Unfallverhütungsvorschrift
„(UV V) Forst“ (auch VSG 4.3 bezeichnet) wer-
den Anleitungen gegeben, wie man sich bei der
Waldarbeit richtig verhält. Jeder Waldbesitzer
sollte sich mit dieser Broschüre vertraut ma-
chen. Im Internet kann diese UV V eingesehen
werden unter
www.lsv.de/mod/010_praeventi-
on/uv11_vsg/vsg_4_3_v.pdf.
Auf einige Aspekte, besonders bei der Arbeit
mit der Motorsäge, soll im Folgenden einge-
gangen werden.
Grundvoraussetzung für die Durchführung
schwerer Waldarbeit ist die körperliche und
geistige Eignung. Aus diesem Grund gibt es
klare Vorschriften, dass z. B.
gebrechliche, schwerhörige oder mit erheb-
lichen Augenfehlern behaftete Personen,
Jugendliche unter 18 Jahren,
werdende Mütter,
und unter Einfluss von Alkohol stehende Per-
sonen
keine Motorsäge bedienen dürfen.
Jede Person, die mit einer Motorsäge im eige-
nen Wald arbeiten möchte, sollte im Umgang
mit diesem Gerät geschult sein. Je gründlicher
diese Unterweisung ist, desto besser wird der
Motorsägenführer in der Lage sein, die Situ-
ationen im Wald einzuschätzen. Ein „Nach-
mittagslehrgang“ im Baumarkt ist nicht aus-
reichend für umfangreiche Kenntnisse über
die Funktionsweise einer Motorsäge, sichere
Schneidetechniken und praktische Handha-
bung. Ein ganz kleiner Unfall kann das Viel-
fache von einem qualifizierten Lehrgang kos-
ten. Vom Schmerz und Leid in der Folge ganz
abgesehen.
Die bereits genannte LSV bietet hier in enger
Zusammenarbeit mit dem Staatsbetrieb Sach-
senforst Lehrgänge für Waldbesitzer an, die
einem Mindeststandard gerecht werden.
Ein weiterer wichtiger Aspekt der Arbeitssicher-
heit ist die Nutzung einwandfrei funktionieren-
der Arbeitsmittel und Werkzeuge. Das gilt nicht
nur für die Säge, sondern auch für Keile, Axt,
Fällhilfsmittel oder Tragemittel, die in einem
sicheren und gepflegten Zustand sein müs-
sen. Beschädigungen (loser Axtkopf, schadhaf-
te Stiele und Griffe) und fehlende oder fehler-
hafte Sicherheitseinrichtungen (Kettenbremse,
Fangbolzen, Klemmkeile) werden unweigerlich
irgendwann zu Unfällen führen.
Bei der Waldarbeit sollten eng anliegende,
zweckentsprechende Kleidung, Schutzhand-
schuhe sowie trittsicheres Schuhwerk getra-
gen werden. Beim Einsatz von Motorsägen ist
die Nutzung einer entsprechenden Schutzklei-
dung eine Selbstverständlichkeit. Dazu gehö-
ren Schuhe und Hosen mit Schnittschutz und
der Schutzhelm mit Gehörschutzkapseln und
Gesichtsvisier als Schutz für die Augen. Das
gilt nicht nur beim Fällen von Bäumen, son-
dern auch, wenn „nur mal schnell etwas klein
geschnitten“ werden soll.
Eine gute Zusammenstellung sicherer Schutz-
ausrüstungen und Empfehlungen bietet der
Kuratorium für Waldarbeit und Forsttechnik
e. V. (KWF) auf seiner Internetseite:
www.kwf-online.org/produktempfehlungen.
html#c513
Hier informieren sich auch die Profis. Für die
Nutzung von Schutzausrüstung durch staat-
liche Waldarbeiter ist ein Prüfsiegel des KWF
vorgeschrieben.
Bei der Vorbereitung der Arbeit muss unbe-
dingt beachtet werden, dass viele Arbeiten im
Abb. 10: Handwerkszeug für die Holzernte

image
image
| 09
Wald von Laien nicht durchführbar sind. Star-
kes Laubholz, Waldbestände mit einem hohen
Anteil an Totholz, dichte oder sehr stark ge-
mischte Bestände, schwieriges Gelände mit
wenig Standsicherheit aber auch die Nähe von
Straßen und Wanderwegen bergen oftmals ein
Risiko, das für den Nichtfachmann nur schwer
oder gar nicht einzuschätzen ist.
Am deutlichsten wird dies bei der Aufarbei-
tung von Schadholz nach Sturm oder Schnee-
bruch – dort am besten Hände weg! Jedem
muss seine eigene Sicherheit und Gesundheit
– und die der anderen – so viel wert sein, dass
„Experimente“ nicht gewagt werden dürfen.
In vielen Fällen wird hier der Einsatz von
Forstunternehmen die sichere Wahl für den
Waldbesitzer sein. Als Ansprechpartner stehen
die zuständigen Revierförster der Forstbezirke
den Waldbesitzern beratend zur Seite.
Vor Antritt der Arbeiten ist Folgendes abzu-
sichern:
keine Alleinarbeit mit der Motorsäge, zwei-
ten Mann organisieren – Handy allein reicht
nicht!
zu Hause hinterlassen, wo man ist und wann
man zurückkommt,
Verbandspäckchen mitführen und Verbands-
kasten in der Nähe haben,
vor Ort im Fällbereich, d. h. im Umkreis mit
einem Radius der doppelten Baumlänge,
dürfen sich nur Personen aufhalten, die mit
dem Fällvorgang beschäftigt sind,
der Arbeitsort ist beim Fällen weiträumig ab-
zusperren,
auch der Zeitpunkt und die Witterung sind
für die Durchführung von Waldarbeiten
wichtig, aus Sicherheitsgründen können
Baumfällungen bei Dunkelheit, Nebel, star-
kem Wind, Gewitter und starkem Frost nicht
durchgeführt werden.
Wenn dennoch ein Unfall passiert, ist es wich-
tig,
dass unverzüglich Hilfe geleistet wird,
wenn notwendig, Rettungskräfte herange-
rufen werden.
Auch wenn eine Verletzung auf den ersten
Blick nicht so schlimm aussieht, muss mit ver-
zögernd eintretenden Reaktionen des Körpers
gerechnet werden. Das gilt vor allem, wenn
man von Baumteilen getroffen wurde.
Auch dem Besitzer kleiner Waldflächen wird
empfohlen, im Vorfeld gefährlicher Wald-
arbeiten (also Sägen- oder Seilarbeiten) zu
überprüfen, wie schnell und sicher Hilfe her-
beigerufen werden kann. Dazu gehören die
Überprüfung des Handyempfanges, der freien
Zuwegungen und das Aussuchen eines geeig-
neten Treffpunktes mit den Hilfskräften. Der-
zeit wird durch den Staatsbetrieb Sachsenforst
ein Informationsblatt für Waldbesitzer zur Ers-
ten Hilfe und Rettungskette erstellt.
Und noch ein Tipp: Als einfaches Hilfsmittel
zum Finden von Rufnummern und für das
korrekte Absetzen eines Notrufes hat sich ein
Aufkleber in der Helm-Innenseite bewährt.
Wenn jeder private Waldbesitzer, der mit der
eigenen Motorsäge in seinem Wald tätig ist,
diese Problematik verinnerlicht und an sein ei-
genes Wohl und das seiner Familie denkt, trägt
dies entscheidend dazu bei, auch den Hobby-
Bereich Waldarbeit interessant und sicher zu
gestalten.
Der Autor, Herr Thomas Brezina, ist Referent für Waldarbeit, Forst-
technik und Arbeitsschutz im Referat Waldarbeit, Forsttechnik und
Arbeitsschutz in der Geschäftsleitung des Staatsbetriebes Sach-
senforst.
Der Staatsbetrieb Sachsenforst wird im Januar
2012 die 13. Säge- und Wertholzsubmission
für alle Waldbesitzarten durchführen. Bei dem
Verkaufsverfahren Submission wird Rohholz
an den Meistbietenden verkauft. Die Gebote
der Kunden werden schriftlich eingereicht. Es
erfolgt also keine (mündliche) Versteigerung.
Der Kunde besichtigt vor seiner Gebotsabgabe
das zu verkaufende Holz auf einem zentralen
Platz und reicht sein Kaufangebot in einem
verschlossenen Umschlag beim Staatsbetrieb
Sachsenforst ein.
Am Tag der Submission werden die Briefe ge-
öffnet, die Gebote für die einzelnen Verkaufs-
lose notiert und nach der Auswertung erhält
Die Säge- und Wertholzsubmission in Sachsen
Abb. 12: Blick auf den Submissionsplatz in der Dresd-
ner Heide
Abb. 11: Die Holzernte mit der Motorsäge ist immer
Zwei-Mann-Arbeit

10 |
der jeweilige Meistbietende den Zuschlag für
die von ihm bebotenen Stämme. Mit diesem
Verkaufsverfahren wird Waldbesitzern und
Holzverarbeitern die Möglichkeit geboten,
Wertholz in größeren Mengen anzubieten bzw.
zu kaufen. Wurden anfänglich noch auf ver-
schiedenen Plätzen in Sachsen Hölzer angebo-
ten, konzentriert man sich seit einigen Jahren
auf den Standort in der Dresdner Heide. Es
finden sich jährlich etwa 30 Kunden aus der
Furnier- und Sägeindustrie sowie Handwerker
und Künstler auf dem Gelände ein, um ihre
Angebote abzugeben.
Eine besondere Bedeutung für die Säge- und
Wertholzsubmission hat die Beteiligung vie-
ler privater und körperschaftlicher Waldbesit-
zer, da diese bisher etwa drei Viertel des Hol-
zes beisteuerten. Die Größe des Waldbesitzes
spielt dabei keine Rolle, da zur Teilnahme kei-
ne Mindestmenge pro Waldbesitzer notwen-
dig ist. Besonders in kleinen, abgelegenen und
fast „vergessenen“ Waldteilen schlummern
manchmal wahre Schätze. In den letzten bei-
den Jahren nutzten auch die Tschechischen
Staatsforsten die Möglichkeit, auf unserer
Submission ihr Holz zum Verkauf anzubieten.
Es wird geschätzt, dass im sächsischen Wald
etwa zwei Millionen Festmeter Holz pro Jahr
genutzt werden. Dass davon im Durchschnitt
der letzten Jahre nur 1.200 Festmeter von un-
gefähr 25 verschiedenen Baumarten auf dem
Submissionsplatz lagen, zeigten die hohen
Anforderungen an die Hölzer. Im letzten Jahr
wurde ein Durchschnittserlös von 272 Euro pro
Kubikmeter erzielt. Tabelle 3 enthält eine Aus-
wahl von Baumarten mit Menge und Durch-
schnittspreis der letzten 5 Jahre. Deutlich ist
beispielsweise der Aufwärtstrend bei der Lär-
che zu erkennen und im Gegensatz dazu der
Abwärtstrend bei der Vogelkirsche.
Erwähnt werden muss natürlich, dass die-
se Preise den Durchschnitt darstellen und
die Abweichungen nach oben und unten be-
trächtlich sein können. Hinzu kommt, dass
neben der Nachfrage, die Qualität des Holzes
preisbestimmend sind. So war die Lärche 2011
durchweg von sehr guter Qualität und er-
reichte einen mittleren Preis von 260 Euro/m³.
Die Kiefer im Jahr 2010 war jedoch nur von
durchschnittlicher Güte und erlöste im Schnitt
nur 60 Euro/m³. Die Unternehmen, die auf ei-
ner Submission einkaufen, haben sich auf die
Verarbeitung von Furnier- oder hochwertigem
Sägeholz spezialisiert. Deshalb wird beispiels-
weise eine durchschnittliche B/C-Sortierung
beim Nadelholz im „normalen“ Verkauf einen
höheren Erlös bringen.
Falls auf einen Stamm kein Gebot abgegeben
wurde, kann das Holz im Nachverkauf durch
den Forstbezirk Dresden z. B. an örtliche Hand-
werker verkauft werden. Durch dieses Verfah-
ren fanden 2011 ganze 2 Lose keinen Abnehmer.
Markteinschätzung
Die Verkaufspreise für den Januar 2012 sind
zum jetzigen Zeitpunkt nicht vorherzusagen.
Nach Erfahrungen aus der Vergangenheit und
Gesprächen mit Kunden, lassen sich jedoch ei-
nige Tendenzen vorhersagen. Nach dem guten
Ergebnis im Januar 2011 und der regen Nach-
frage im Jahresverlauf nach allen Sortimenten
wird für den Laub- und Wertholzmarkt von
einer guten Nachfrage und einem stabilen
Preisniveau für alle hochwertigen Hölzer aus-
gegangen. Da die Nachfrage nach einzelnen
Baumarten abhängig ist von den Trends im In-
nenausbau, werden im Folgenden einige Tipps
zur Baumartenauswahl gegeben.
Lebhaft nachgefragte Baumarten
Die Nachfrage nach
Stiel- und Traubenei-
che
in guter Qualität und starker Dimension
sollte weiterhin anhalten. Die Bereitstellung
von schlechteren Qualitäten geringer Dimen-
sion ist nicht sinnvoll. Qualitativ gute
Esche
wird mit steigender Tendenz nachgefragt.
Bei entsprechenden Dimensionen ist offen-
bar auch die Verkernung von untergeordneter
Bedeutung. Erfreulich ist die seit Jahren große
Nachfrage nach starker, qualitativ hochwerti-
ger
Lärche
. Das Ergebnis der letzten Submissi-
onen zeigte eindrucksvoll, wie positiv sich die
Aushaltung von Fixlängen auswirkt. Fixlänge
heißt, dass die Stämme ausschließlich in Län-
gen von 4,0 m oder 5,0 m angeboten werden.
Die
Ulme
wird hauptsächlich im Rahmen von
Sanitärhieben eingeschlagen und wird v. a. von
Handwerksbetrieben mit steigender Tendenz
nachgefragt.
Obstgehölze wie
Schwarz-, Bitter- oder
Walnuss
finden regelmäßig zu guten Preisen
Käufer. Eine Ausnahme bildet derzeit die Vo-
gelkirsche.
Durchschnittlich nachgefragte Baumarten
Gute Qualitäten des
Bergahorns
werden durch
Säge- und Furnierwerke stets nachgefragt. Die
Ergebnisse der letzten Submission haben ein-
drucksvoll gezeigt, dass Spitzenstämme hohe
Preise erzielen. Besonders begehrt sind Stäm-
me mit einer so genannten Riegelung. Diese
können Preise von über 1.000 Euro/m³ errei-
chen. Diese Riegelung kann jedoch erst nach
dem Fällen festgestellt werden. Wenn die Rin-
de an einigen Stellen vorsichtig entfernt wird,
ist ein welliger Faserverlauf zu erkennen und
auch zu fühlen. Holzfehler (starke Äste, Krüm-
mungen) und zu geringe Durchmesser wirken
sich stärker als in den vergangenen Jahren ne-
gativ auf den Preis aus.
Für
Kiefer
und
Fichte
gilt die Einhaltung der
geforderten Dimension und Qualität. Die Ver-
gangenheit zeigt, dass sich für starke und qua-
Menge in m³ (fm)
Durchschnittspreis in Euro/m³ (fm)
Baumart
2011
2010
2009
2008
2007
2011
2010
2009
2008
2007
Bergahorn
45
60
80
75
82
501
491
326
583
313
Eiche
429
414
566
588
448
354
367
290
430
432
Esche
143
131
70
58
52
210
198
188
205
209
Eur. Lärche
152
245
203
158
103
260
198
170
185
208
Fichte
58
132
98
56
29
133
129
151
133
174
Gem. Birke
18
15
23
59
23
106
103
91
126
132
Kiefer
25
98
48
38
37
106
60
127
125
115
Rotbuche
11
35
38
48
30
110
123
108
133
97
Roteiche
38
69
80
94
83
194
216
206
234
236
Roterle
26
35
24
30
16
165
136
117
177
145
Vogelkirsche
10
10
4
16
15
74
177
194
205
284
Winterlinde
15
19
16
6
24
148
124
120
143
131
Tab. 3:
Auswahl wichtiger Baumarten mit Menge und Durchschnittserlös

image
| 11
litativ hochwertige, astfreie Fixlängen (4 m,
5 m) der Fichte gute Erlöse erzielen lassen.
Die
Weymouthskiefer
kann vor allem für den
Innenausbau interessant sein und sollte vor
dem Hintergrund der bisher erzielten Erlöse
weiterhin in dem Umfang angeboten werden.
Wenngleich der Nachfrageboom vorbei ist,
kann qualitativ hochwertige
Roterle
zu gu-
ten Preisen abgesetzt werden. Auch wenn der
Käuferkreis für die
Roteiche
beschränkt ist,
sind die Aussichten für diese Baumart wei-
terhin gut. Die
Robinie
kann sich bei entspre-
chender Dimension durchaus lohnen. Zu kurze
astige Stücken sind jedoch nicht zu empfeh-
len. Der
Spitzahorn
ist eine Nischenbaumart
mit guten Erlösmöglichkeiten. Schlechtere
Qualitäten wirken sich hier jedoch deutlich
stärker negativ aus als beim Bergahorn.
Wenig nachgefragte Baumarten
Die Nachfrage nach
Buche
wird sich auf dem
niedrigen Vorjahresniveau bewegen. Beim
Preisniveau ist keine Besserung vorherseh-
bar. Es sollte deshalb nur starke, weitgehend
fehlerfreie Buche (unverkernt, bei sonstiger
Fehlerfreiheit geringer Kern bis max. 1/3 des
Durchmessers, keine Nekrosen, kein Spritz-
kern) angeboten werden.
Birke
soll nur zurückhaltend offeriert und auf
starke, weitgehend kernfreie Stämme begrenzt
werden. Deutsche Birke wird für die Furnier-
herstellung in der Regel nicht verwendet. Die-
se Tatsache begrenzt die möglichen Erlöse von
vornherein und birgt die Gefahr, dass Stäm-
me nicht zugeschlagen werden. Die Nachfra-
ge nach der
Vogelkirsche
ist im letzten Jahr
stark zurückgegangen. Deshalb sollten nur
wenige starke und astfreie Stämme angebo-
ten werden.
Aushaltung des Holzes für Submissionen
An die Qualität der Aufbereitung werden sehr
hohe Anforderungen gestellt. Deshalb ist es
wichtig, insbesondere die Fällung von qua-
lifizierten Personen mit professioneller Aus-
rüstung durchführen zu lassen. Dazu gehört
eine leistungsfähige Motorsäge mit einem
entsprechend langem Schwert. Nur so kann
ein sauberer Schnitt an den Stirnflächen ge-
währleistet werden. Ein Aufreißen des Stam-
mes, infolge eines Fehlers beim Fällen, kann zu
einigen hundert Euro Verlust oder sogar zum
Ausschluss von der Submission führen.
Generell ist der Zeitpunkt des Holzeinschla-
ges wichtig. Da die Anlieferung auf dem
Submissionsplatz in der ersten oder zweiten
Dezemberwoche erfolgt, ist das Zeitfenster
zwischen Laubfall und Transport begrenzt.
Besonders bei Ahorn ist erst nach dem Laub-
fall mit dem Einschlag zu beginnen, weil an-
sonsten wertmindernde Verfärbungen auftre-
ten (Flecken, Grünfärbung auf dem Furnier.
Die Zeitplanung (Einschlag, kurzfristige Rü-
ckung und schneller Abtransport) ist deshalb
wichtig, um die Anlieferung auf den Platz in
der vorgeschriebenen Zeit realisieren zu kön-
nen. Die Längenaushaltung ist im Zusam-
menhang mit der jeweiligen Qualität optimal
zu gestalten. Obwohl Furnierholz kürzer sein
kann, sollte das Holz vorzugsweise mindes-
tens 3,00 m lang ausgehalten werden. Dies
ermöglicht den Verkauf an Sägewerke, wenn
eine Verwendung als Furnierholz in den ent-
sprechenden Werken nicht in Frage kommt
und demzufolge nicht beboten wird. An die
Stämme werden nur Länge, Durchmesser und
Stammnummer angeschlagen. Die Güte wird
nicht angeschrieben. Die Vergabe der Los-
nummern erfolgt nach der Anfuhr auf dem
Platz. Holz mit Metalleinschlüssen ist an ei-
ner blau-schwarzen Verfärbung zu erkennen.
Diese Stämme sind nicht für eine Submission
geeignet.
Nachfolgend noch weitere Empfehlungen zur
Aushaltung:
Beschneiden der
Wurzelanläufe,
Waldbärte
(Reste der Bruchleiste) abtren-
nen,
Schutzstücke
farblich kennzeichnen,
Mitte
deutlich sichtbar markieren,
stammgleiches
Entasten,
Aufhauen verdächtiger
Beulen
(mit Ausnah-
me vermutlicher Maserkröpfe),
gleichmäßiger
Fällschnitt
bzw. eine dünne
Stammscheibe abtrennen,
saubere Stirnflächen (ggf. Abschneiden
einer dünnen Scheibe vor dem Transport
– dann neu anschreiben erforderlich),
Zwiesel
abtrennen, Ausnahme: Rissbildung
(z. B. bei Buche). Da die für Furnierkäufer
wichtige Einschätzung der Holzqualität an-
hand der Stirnflächen erfolgt. Bei Gefahr der
Rissbildung besser an starkem Ast/Astnarbe
als am Zwiesel zopfen,
Furnier: beim ersten,
wertmindernden Feh-
ler
zopfen. Handelt es sich bei dem Holz-
fehler um einen
Schwarzast
, ist
vor
diesem
zu zopfen. Ein Schwarzast sollte nicht im
Schutzstück enthalten sein,
Holz mit
Schwarzästen
ist nicht für Submis-
sion geeignet,
bei
Eiche und Esche keine Metallklam-
mern
verwenden,
Metallklammern
nicht ganz ins Holz schla-
gen. Klammerung ist bei Buche und Ahorn
zulässig; beim Einsatz von Plasteklammern
können alle Baumarten (auch Kernholzar-
ten) geklammert werden.
Holzvermessung
Es wird die Mittenstärkesortierung ange-
wandt. Das bedeutet, dass aus dem Mitten-
durchmesser und der Länge das Stammvolu-
men bestimmt wird. Ab einem Durchmesser
von 20 cm ohne Rinde wird mittels zweier
um 90° versetzter Messungen der Durchmes-
ser bestimmt. Mit einer entsprechend großen
Kluppe wird der Durchmesser gemessen und
jeder Wert auf ganze Zentimeter abgerundet.
Aus diesen beiden Werten wird der Mittelwert
berechnet und ebenfalls auf ganze Zentime-
ter abgerundet. Danach wird der Rindenabzug
gemäß nachstehender Tabelle vorgenommen.
Dieser Durchmesser ohne Rinde (o.R.) wird an
die größere Stirnfläche angeschrieben.
Abb. 13: Perfekt ausgehaltene Fichte; Länge, Durchmesser und Stammnummer angeschrieben, Wurzelanläufe
beigeschnitten, Mitte markiert

image
12 |
Baumart
Mindestanforderungen an die Qualität
zusätzlich gelten die Anforderungen lt. Handelsklassensortierung für Rohholz (HKS)
Mindestanforderungen
an die Dimension
Ahorn
(Berg- und Spitzahorn)
Güteklassen A und B
ausgeschlossen:
Kombination von Holzfehlern (Krümmung, Äste, Kern);
Kern > 1/3 des Durchmessers; Häufung starker Äste über 4 cm
Mindestzopf:
40 cm o.R.
Rotbuche
Güteklassen A und B homogener Rotkern bis 1/3 des Durchmessers möglich
ausgeschlossen:
C-Qualitäten, Spritzkern, Nekrosen (T-Fehler),
Häufung von Chinesenbärten mit großer Pfeilhöhe,
unschnürige Krümmung, im Bild: Chinesenbart
Stärkeklasse: 5
Eiche
(Stiel- und
Traubeneiche)
Furnierholz:
Güteklasse A, nur vereinzelte Rosen, Nägel und Wasserreiser zulässig
Sägeholz:
Güteklasse B; ab Stkl. 6 einzelne Äste mgl., aber keine Fehlerhäufung
ausgeschlossen (auch bei Sägeholz):
Fauläste, starker Drehwuchs, Häufung von Ästen, Frostleisten,
unschnürige Krümmung
Stärkeklasse: 5
Roteiche
Güteklassen A und B
zulässig: Stärkeklasse 4 nur bei sehr guter Qualität (Krümmung beachten)
ausgeschlossen:
C-Qualitäten; Fauläste, starker Drehwuchs, Häufung von Ästen, Frostleisten, unschnürige
Krümmung
Stärkeklasse: 5
Roterle
Güteklassen A und B
zulässig: Kern bis max. 1/3 des Durchmessers möglich
ausgeschlossen:
starker Kern, Fäule; unschnürige Krümmung
Stärkeklasse: 4
Birke
Güteklassen A und B
zulässig: Maserkröpfe; Kern bis 1/3 des Durchmessers
ausgeschlossen:
Güteklasse C, Krebsknollen; starke sowie unschnürige Krümmung
Stärkeklasse: 4
Esche
Güteklassen A und B
zulässig: Kern bis 1/3 des Durchmessers (stärkerer Kern ab Stärkeklasse 6 möglich)
erwünscht: weiße, helle Farbe
ausgeschlossen:
Fauläste, starker Drehwuchs, Häufung starker Äste, Frostleisten, unschnürige Krümmung
Stärkeklasse: 4
Hainbuche
Güteklassen A und B
ausgeschlossen:
Kombination von Holzfehlern (v.a. bei geringer Dimension)
Stärkeklasse: 4
Ulme
Güteklassen A und B; bei entspr. Dimension und Zwangsnutzungen auch C-Qualität möglich
ausgeschlossen:
Kombination von Holzfehlern (v.a. bei geringer Dimension)
Stärkeklasse: 4
Linde
Güteklassen A und B
ausgeschlossen:
Stämme von Gehöften etc. wegen Nägeln!
Stärkeklasse: 4
Spätblühende Trauben-
kirsche, Obstgehölze
Güteklassen A und B
zulässig: Längen unter 3 m bei guter Qualität (Äste!) möglich
ausgeschlossen:
Kombination von Holzfehlern (v.a. bei geringer Dimension)
Stärkeklasse: 4
Fichte
Güteklasse A
homogener und im Stammzentrum enger Jahrringaufbau; astfreier Stammmantel
zulässig: einzelne Siegel bis 4 cm; bei sonst hervorragender Qualität und Dimension
Faulflecken im Stammzentrum bis 10 % des Durchmessers in Ausnahmefällen möglich
ausgeschlossen:
Fäule, Äste, starker Buchs (Reaktionsholz)
Stärkeklasse: 5
ausschließlich
Fixlängen
:
4,00 m und 5,00 m
zuzüglich Übermaß
Kiefer
Güteklasse A
homogener und im Stammzentrum enger Jahrringaufbau, keine oder geringe Markverlagerung
zulässig: Stärkeklasse 4 nur bei hervorragender Qualität; bei sonst hervorragender Qualität und Dimension
Faulflecken im Stammzentrum bis 15 % des Durchmessers in Ausnahmefällen möglich
ausgeschlossen:
Verkienung, Harzung, Bläue
Stärkeklasse: 4
ausschließlich
Fixlängen
:
4,00 m und 5,00 m
zuzüglich Übermaß
Lärche
Güteklasse A und B
weitgehend astfreier Stammmantel, homogener und im Stammzentrum enger Jahrringaufbau, keine oder
geringe Markverlagerung
zulässig: einzelne Siegel, bei sonst hervorragender Qualität und Dimension
Faulflecken im Stammzentrum bis 15 % des Durchmessers in Ausnahmefällen möglich,
einzelne gesunde Äste bis 3 cm
ausgeschlossen:
Reaktionsholz, unschnürige Krümmung, Fauläste
Stärkeklasse: 4
Länge: ab 4 m,
Fixlängen
bevorzugt; jedoch
variable Längen möglich
– dann aber Trennschnitt
bei Güteklassensprung!
Weymouthskiefer
Güteklasse A
homogener und im Stammzentrum enger Jahrringaufbau
zulässig: einzelne gesunde Äste bis 3 cm
ausgeschlossen:
unschnürige Krümmung, Fauläste
Stärkeklasse: 5
Länge: ab 5 m,
Fixlängen
bevorzugt; jedoch
variable Längen möglich
– dann aber Trennschnitt
bei Güteklassensprung!
Tab. 4:
Qualitätskriterien

image
image
image
| 13
Beispiel: Fichte
1. Messung: 72,6 cm; Abrundung auf 72,0 cm
2. Messung: 69,8 cm; Abrundung auf 69,0 cm
3. Mittlerer Durchmesser: (69,0 cm + 72,0 cm) : 2 = 70,5 cm; Abrundung auf 70 cm
4. Rindenabzug lt.
Tabelle 2
: 3,0 cm
5. Durchmesser: 70,0 cm – 3,0 cm = 67,0 cm
Tab. 5:
Pauschale Rindenabzüge für einzelne Baumarten aus der Messung über Rinde (HKS)
Vorraussetzungen zur Holzbereitstellung für
die Submission
Jeder Waldbesitzer kann Holz für die Submis-
sion bereitstellen. Dazu werden Vereinbarun-
gen zwischen Waldbesitzer und Staatsbetrieb
Sachsenforst abgeschlossen. Für die Präsenta-
tion auf dem Submissionsplatz, Zuschlagser-
teilung, Losverzeichnis und Rechnungsstellung
werden nach oben genannter Verwaltungsvor-
schrift 5,00 Euro/fm veranschlagt. Vorausset-
zung ist die Vorlage der Umsatzsteuernummer
(§ 14 Abs. 4 UstG).
Holzeinschlag, Rückung und Transport erfol-
gen auf Kosten der Waldbesitzer. Dazu emp-
fiehlt es sich, frühzeitig Unternehmen mit Ein-
schlag, Rückung und Abfuhr zu beauftragen.
Stärkeklasse
Nadelholz
Laubholz
Fichte, Tanne,
sonstiges Nadelholz
Alle Kiefern,
Lärchen
Stiel- und
Traubeneiche
Roteiche, Linde,
Ulme, Esche
Pappel
Rotbuche, Hainbuche,
sonstiges Laubholz
3b (35 – 39 cm)
2
3
3
3
3
1
4 (40 - 49 cm)
2
3
4
3
4
2
5 (50 – 59 cm)
3
3
5
3
5
2
6 und größer
3
4
5
3
5
2
Bei der Längenermittlung wird immer die kür-
zeste gerade Verbindung zwischen den beiden
Querschnittsflächen gemessen. Falls der Fall-
kerb nicht komplett abgetrennt wurde, be-
ginnt die Längenmessung erst in der Mitte
des Fallkerbs. Es können fallende Längen auf
volle Dezimeter ausgehalten werden. Je nach
Beschaffenheit des Stammes sind Längen von
5,1 m, 5,2 m usw. möglich. Ausnahmen bil-
den die Baumarten Fichte und Kiefer. Fixlän-
gen von 4 oder 5 m sind hier vorgeschrieben.
Bei Lärche und Weymouthskiefer werden Fix-
längen empfohlen. Zu beachten ist, dass das
Übermaß von mindestens 1 % der Länge ein-
gehalten wird. Das Übermaß bleibt bei der Er-
mittlung der Stammmitte außer Betracht. Die
Längenangabe in Metern wird grundsätzlich in
Metern mit einer Dezimalstelle angeschrieben.
Abb. 16: Kennzeichnung von Stammholz ( Auf einer
Submission wird keine Qualität angeschrieben)
Wir möchten Sie als Waldbesitzer ermuntern,
sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten an der
Submission zu beteiligen. Nur ein qualitativ
hochwertiges Angebot an Werthölzern, in Ver-
bindung mit einer entsprechenden Menge si-
chert auch in Zukunft eine große Käuferschar.
Nutzen Sie die Submission, um ihre Hölzer zu
guten Preisen zu verkaufen. Die Revierleiter
des Staatsbetriebes Sachsenforst beraten Sie
gern und stehen Ihnen mit Rat und Tat zur
Seite. Informationen geben auch forstliche
Dienstleister und die Forstbetriebsgemein-
schaften.
Der Autor dieses Artikels, Herr Michael Blaß, ist Sachbearbeiter für
Holzvermarktung / forstliche Nebennutzung im Referat Holzmarkt,
Jagd, Wildvermarktung in der Geschäftsleitung des Staatsbetriebes
Sachsenforst.
Abb. 15: Längenmessung mit Fallkerb
Abb. 14: Kreuzkluppung

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14 |
Grundsätzlich hat derjenige, der eine Gefah-
renquelle schafft, unterhält oder in seinem
Verantwortungsbereich andauern lässt, die all-
gemeine Rechtspflicht, die notwendigen und
zumutbaren Vorkehrungen zu treffen, um die
Schädigung anderer möglichst zu verhindern.
Rechtlich wird diese Pflicht Verkehrssiche-
rungspflicht genannt. Was darunter im Ein-
zelnen zu verstehen ist, wurde im Laufe der
Zeit von den Gerichten entwickelt, da eine ge-
setzliche Regelung dazu fehlt.
Praktisch heißt dies für den Waldbesitzer, dass
er für seine „Gefahrenquelle“, also seine Bäu-
me, dafür Sorge tragen muss, dass hiervon
keine Gefahren oder Schäden für andere aus-
gehen. Grenzt der Baumbestand zum Beispiel
an eine öffentliche Straße, muss der Waldbe-
Verkehrssicherungspflicht im und am Wald
Allgemeines
sitzer durch Kontrollen und ggf. Baumpflege-
maßnahmen sicherstellen, dass aus seinem
Bestand keine Bäume durch Umstürzen oder
durch Astabbrüche die Verkehrssicherheit der
Straße gefährden.
Dabei muss natürlich beachtet werden, dass
eine hundertprozentige Sicherheit nicht mög-
lich ist und auch nicht erwartet werden kann.
Es muss somit nicht für alle denkbaren Mög-
lichkeiten eines Schadenseintritts Vorsorge
getroffen werden. Der Verkehrssicherungs-
pflichtige hat nur diejenigen Gefahren zu
beseitigen oder vor ihnen zu warnen, die für
einen durchschnittlich sorgfältigen Benutzer
nicht oder nicht rechtzeitig erkennbar sind
und auf die er sich nicht oder nicht rechtzei-
tig einzustellen vermag.
Sowohl das allgemeine Lebensrisiko, die Fra-
ge der Zumutbarkeit für den Verkehrssiche-
rungspflichtigen unter dem Gesichtspunkt
der wirtschaftlichen Angemessenheit des
Kosten- und Personalaufwands sowie Belan-
ge des Natur- und Umweltschutzes setzen der
Verkehrssicherungspflicht Grenzen. Die an ei-
nen Verkehrssicherungspflichtigen zu stellen-
den Anforderungen sind somit immer auch
das Ergebnis einer Interessenabwägung im
Einzelfall. Nachfolgend kann daher nur unter
Einbeziehung ergangener Rechtsprechung die
Rechtslage allgemein dargestellt werden. Dies
ist allerdings kein Garant dafür, dass in einem
vergleichbar oder ähnlich gelagerten Fall jedes
Gericht so entscheiden würde.
Verkehrssicherungspflicht für Bäume an öffentlichen Verkehrswegen
Rechtsprechung zum Umfang der Verkehrs-
sicherungspflicht
Soweit Bäume nicht dem Straßengrundstück
zuzuordnen sind, ist für die Verkehrssicherheit
der Waldrandbäume der Baumbesitzer zustän-
dig. Der Bundesgerichtshof (BGH) hat sich be-
reits im Jahr 1965
1
zum Umfang der Verkehrs-
sicherungspflicht geäußert. Zwar beziehen
sich die Ausführungen auf die Straßenver-
kehrssicherungspflicht des Straßenbaulastträ-
gers, sie sind jedoch auf die Sicherungspflicht
des Waldbesitzers übertragbar. Auch wenn im
Laufe der Zeit teilweise abweichende Urteile,
in der Regel zum Nachteil des Waldbesitzers
ergangen sind, ist dieses Urteil richtungswei-
send und soll daher im Nachfolgenden aus-
zugsweise wiedergegeben werden:
„…Diese (Straßen)Verkehrssicherungspflicht
soll den Gefahren begegnen, die aus der Zulas-
sung eines öffentlichen Verkehrs auf den Stra-
ßen entstehen können. Dazu ist eine regelmä-
ßige Überprüfung der Straßen notwendig, um
neu entstehende Schäden oder Gefahren zu
erkennen und die erforderlichen Sicherungs-
maßnahmen zu treffen. Der Pflichtige muss
daher die Straßen regelmäßig beobachten
und in angemessenen Zeitabschnitten befah-
ren oder begehen. Allerdings kann nicht ver-
langt werden, dass eine Straße ständig völlig
frei von Mängeln und Gefahren ist; ein solcher
Zustand lässt sich einfach nicht erreichen. …
Der Pflichtige muss daher Bäume oder Teile
von ihnen entfernen, die den Verkehr gefähr-
den, insbesondere wenn sie nicht mehr stand-
sicher sind oder herabzustürzen drohen. Zwar
stellt jeder Baum an einer Straße eine mögliche
Gefahrenquelle dar, weil durch Naturereignis-
se sogar gesunde Bäume entwurzelt oder ge-
knickt oder Teile von ihnen abgebrochen wer-
den können. Andererseits ist die Erkrankung
oder Vermorschung eines Baumes von außen
nicht immer erkennbar; trotz starken Holzzer-
falls können die Baumkronen noch völlig grün
sein und äußere Krankheitszeichen fehlen. Ein
verhältnismäßig schmaler Streifen unbeschä-
digten Kambiums genügt, um eine Baumkro-
ne rundum grün zu halten. Das rechtfertigt
aber nicht die Entfernung aller Bäume aus der
Nähe von Straßen, denn der Verkehr muss ge-
wisse Gefahren, die nicht durch menschliches
Handeln entstehen, sondern auf Gegebenhei-
ten oder Gewalten der Natur beruhen, als un-
1
) Bundesgerichtshof, Urteil vom 21.01.1965 (Az.: III ZR 217/63)
Abb. 17: Verkehrssicherungsbegänge sollten immer protokolliert werden

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| 15
vermeidbar hinnehmen. Eine schuldhafte Ver-
letzung der Verkehrssicherungspflicht liegt in
solchen Fällen nur vor, wenn Anzeichen ver-
kannt oder übersehen worden sind, die nach
der Erfahrung auf eine weitere Gefahr durch
den Baum hinweisen. Die Behörden genügen
daher ihrer Überwachungs- und Sicherungs-
pflicht hinsichtlich der Straßenbäume, wenn
sie auf Grund der laufenden Beobachtung eine
eingehende Untersuchung dann vornehmen,
wenn besondere Umstände sie dem Einsichti-
gen angezeigt erscheinen lassen. …
Es ist also nicht nötig, dass die laufende Über-
wachung der Straßenbäume ständig durch
Forstbeamte mit Spezialerfahrung erfolgt, ….
Der Pflichtige kann sich vielmehr mit einer
sorgfältigen äußeren Besichtigung, also einer
Gesundheits- und Zustandsprüfung begnügen
und braucht eine eingehende fachmännische
Untersuchung nur bei Feststellung verdächti-
ger Umstände zu veranlassen.“
Es ist daher die regelmäßige Kontrolle der Be-
standesränder auf ihre Verkehrssicherheit not-
wendig. Die Rechtsprechung verlangt hierzu
eine sorgfältige äußere Besichtigung, die der
Gesundheits- und Zustandsprüfung des Bau-
mes dient. Diese Sichtkontrolle erfolgt grund-
sätzlich vom Boden aus. Der Einsatz von Hub-
steigern oder ein Abklopfen und Anbohren der
Bäume ist dabei nicht erforderlich. Erst wenn
sich im Rahmen der Sichtkontrolle besonders
verdächtige Umstände zeigen, ist eine einge-
hend fachmännische Untersuchung notwen-
dig. Ziffer 5.3.2.1 der FLL-Baumkontrollricht-
linien
2
gibt einen Überblick, worauf bei den
Regelkontrollen insbesondere zu achten ist. Im
Anhang zu diesem Beitrag befindet sich hierzu
eine Übersicht.
Häufigkeit der Baumkontrollen
Der BGH hat sich in seinen Entscheidungen
nicht auf ein bestimmtes Kontrollintervall
festgelegt. Er weist darauf hin, dass es sich
auch bei der Frage der Häufigkeit der Baum-
kontrollen jeweils um eine Einzelfallentschei-
dung handelt. Wie oft und in welcher Inten-
sität solche Baumkontrollen durchzuführen
sind, lässt sich nicht generell beantworten.
Ihre Häufigkeit und ihr Umfang sind von dem
Alter und Zustand des Baumes sowie seinem
Standort abhängig.
Die überwiegende Anzahl der Obergerichte,
darunter auch das Oberlandesgericht Dres-
den, gehen derzeit von einem zweimal jährli-
chen Kontrollintervall aus. Das Oberlandesge-
richt Köln hat in einer Entscheidung aus dem
Jahr 2010
3
die starren Kontrollen zweimal im
Jahr allerdings als baumpflegerisch nicht sinn-
voll abgelehnt und sich für seine Bewertung
auf die differenzierten Kontrollintervalle der
FLL-Baumkontrollrichtlinien gestützt. Der BGH
als auch die sächsischen Gerichte haben sich
bislang jedoch noch nicht zur FLL-Baumkon-
trollrichtlinie geäußert. Die FLL-Baumkontroll-
richtlinie ist erstmals im Jahr 2004 und nun-
mehr in einer Neuauflage Ende 2010 von der
Forschungsgesellschaft Landschaftsentwick-
lung Landschaftsbau e. V. veröffentlicht wor-
den. Die FLL-Baumkontrollrichtlinie ist kein
verbindliches Regelwerk und bindet insbeson-
dere nicht die Gerichte bei ihren Entscheidun-
gen. Sie kann allerdings als Maßstab für die
Beurteilung einer eventuellen Verkehrssiche-
rungspflichtverletzung herangezogen werden
und ist daher mit einem Sachverständigen-
gutachten vergleichbar.
Die FLL-Baumkontrollrichtlinie sieht hinsicht-
lich der Regel-Kontrollintervalle eine Differen-
zierung nach verschiedenen Aspekten vor. So
ist nach dem Zustand des Baumes (gesund,
leicht geschädigt, stärker geschädigt), nach
der Entwicklungsphase (Jugend-, Reife-, Al-
terungsphase) und den berechtigten Sicher-
heitserwartungen des Verkehrs (geringer und
höher) zu unterscheiden. Je nachdem sind
Kontrollen von einmal jährlich bis alle drei
Jahre vorgesehen; in der Jugendphase sind
keine speziellen Kontrollen erforderlich.
Aus Gründen der Rechtssicherheit und der
derzeit nicht gefestigten Rechtsprechung
empfiehlt der Staatsbetrieb Sachsenforst für
seinen Bereich an den zweimal jährlichen
Kontrollen entlang öffentlicher Straßen fest-
zuhalten.
Dabei ist zu berücksichtigen, dass den Kon-
trollintervallen nach der FLL-Baumkontroll-
richtlinie unbestimmte Rechtsbegriffe (z. B.
leichte und stärkere Schädigung, geringere
und höhere Sicherheitserwartung) zu Grun-
de liegen, die im Zweifelsfall unterschiedlich
bewertet werden können. Insofern besteht
die Gefahr der Wahl eines nicht sachgerech-
ten Kontrollintervalls wegen einer falschen
Einstufung des Baums. In diesem Zusammen-
hang darf auch nicht verkannt werden, dass
die differenzierten Kontrollen nach der FLL-
Baumkontrollrichtlinie zu Mehraufwänden bei
der Überwachung, der praktischen Durchfüh-
rung und der Dokumentation führen können.
Sind z. B. auf Grund ihres unterschiedlichen
Alters nicht alle Bäume in einem Durchgang
zu kontrollieren, kann dies zu einem erhöhten
Zeitaufwand führen, weil der jeweilige Stra-
ßenabschnitt mehrfach aufgesucht werden
muss. Auch bedarf es hinsichtlich der Fest-
legungen, welchem Zeitintervall der Baum/
Baumbestand unterliegt, einer ausführlichen
2)
Richtlinien für Regelkontrollen zur Überprüfung der Verkehrssicherheit von Bäumen, Forschungsge-sellschaft Landesentwicklung Landschaftsbau e.V. (FLL), 2. Ausgabe 2010
3)
Oberlandesgericht Köln, Urteil vom 29.07.2010 (Az.: 7 U 31/10)
Abb. 18: Totholz in der Krone birgt große Risiken

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16 |
Dokumentation. Die regelmäßig zweimal jähr-
lichen Kontrollen mögen zwar auf den ersten
Blick aufwendiger erscheinen, dürften aber für
größere Bestände/Bestandesränder in ihrer
Ausführung praktikabler und weniger fehler-
anfällig sein. Differenzierte Kontrollintervalle
nach der FLL-Baumkontrollrichtlinie können
sich hingegen bei kleineren sowie überschau-
baren Beständen anbieten.
Beweislast, Dokumentation und Versiche-
rung
Grundsätzlich obliegt es dem Geschädigten,
die schuldhafte Pflichtverletzung des Schädi-
gers nachzuweisen. Im Rahmen der Verkehrs-
sicherungspflichtverletzung gilt jedoch der
Waldwege
Das Betreten des Waldes erfolgt auf eigene
Gefahr (§ 11 Abs. 2 Satz 1 Waldgesetz für den
Freistaat Sachsen – SächsWaldG). Nach der
herrschenden Rechtsprechung werden durch
diese Regelung keine zusätzlichen Verkehrs-
sicherungspflichten geschaffen. Sie entbin-
det den Waldbesitzer aber nicht von seiner
allgemeinen Verkehrssicherungspflicht. Die
Verkehrssicherungspflicht wird darauf be-
schränkt, dass der Waldbesitzer grundsätzlich
keine Vorkehrungen gegen die typischen Ge-
fahren des Waldes (z. B. herabhängende Äste,
Trockenzweige, Wurzeln) zu treffen hat, son-
dern nur den Benutzer vor atypischen Wald-
gefahren schützen muss. Atypische Gefahren
sind Gefahren, mit deren Auftreten der Wald-
benutzer nicht rechnen muss, sich also nicht
aus der Natur oder Bewirtschaftung ergeben,
sondern insbesondere vom Waldbesitzer selbst
oder einem Dritten geschaffen werden (z. B.
Treppen, Geländer, Holzpolter, gefährliche Ab-
grabungen, Schranken). Der Waldbesucher ist
vor diesen Gefahren zu schützen bzw. hinrei-
chend zu warnen (z. B. Hinweisschilder, Mar-
kierung von Schranken). Ansonsten tritt die
eigene Vorsorge durch den Verkehrsteilnehmer
gegenüber der Verkehrssicherungspflicht des
Waldbesitzers in den Vordergrund.
Allerdings kommt es auch hier auf den Ein-
zelfall an. In einem Fall hat beispielsweise das
OLG Düsseldorf
4
entschieden, dass Treppen-
stufen keine besondere atypische Gefahr dar-
stellen. Bei den Stufen handelte es sich nicht
um eine steile, künstlich angelegte Steintrep-
pe, sondern um breite, mäßig ansteigende
Stufungen, die es dem Wanderer erleichtern
sollte, die Waldböschung zu erklimmen. Derar-
tige Niveauunterschiede im Bodenverlauf bzw.
eingezogene Stufen oder Balken in Böschun-
gen seien im Wald nicht unüblich, so dass sich
der Waldbesucher darauf einstellen müsse.
Das Landgericht Saarbrücken
5
hat in einer Ent-
scheidung festgestellt, dass der Waldbesitzer
auch an zu Naherholungszwecken genutzten
und frequentierten Waldwegen grundsätzlich
keine Maßnahmen zum Schutz der Wegebe-
nutzer vor waldtypischen Gefahren, insbeson-
dere Astbruch, schuldet. Ausnahmen hiervon
sollen nur dann gelten, wenn Anzeichen für
eine zeitnahe Verwirklichung massiver Ge-
fahren gegeben sind; zum Beispiel bei durch
Anscheinsbeweis, d. h. lässt ein Sachverhalt
nach der Lebenserfahrung auf einen bestimm-
ten Schadensverlauf schließen, kann eine ent-
sprechende Behauptung als bewiesen ange-
sehen werden. Praktisch bedeutet dies, dass
der Geschädigte etwa bei dem Ausbruch eines
großen Totastes nur eine mangelhafte Kon-
trolle des Waldbesitzers behaupten muss. Der
Waldbesitzer muss seinerseits diesen Anschein
erschüttern, wenn er dem Schadensersatzan-
spruch entgehen will.
Daher ist es wichtig, dass die ordnungsgemä-
ße Durchführung der Baumkontrollen nach-
weisbar dokumentiert wird. Werden Scha-
densfälle angezeigt oder in sonstiger Weise
bekannt, sollte stets das Beweismaterial, wie
abgebrochene Stämme und Äste, gesichert
werden (entsprechende Aufbewahrung, Fotos
erstellen), um sich nicht dem Vorwurf der Be-
weisvereitelung auszusetzen.
Der Waldbesitzer kann sich gegen Haftpflicht-
schäden, die aus dem Besitz, dem Betreten
und der Bewirtschaftung, einschließlich einer
möglichen Verletzung der Verkehrssicherungs-
pflicht ergeben, versichern. Der Waldbesitzer
hat dann gegenüber der Versicherung einen
sog. Freistellungsanspruch. Den Freistellungs-
anspruch erfüllt die Versicherung durch Zah-
lung an Dritte bei begründeten Forderungen
oder durch Abwehr von unbegründeten For-
derungen.
Verkehrssicherungspflicht im Wald
Sturmeinwirkungen entwurzelten, erkennbar
umsturzgefährdeten Bäumen, die auf Wege zu
fallen drohen. Bei einer waldtypischen Gefahr,
die sich innerhalb der nächsten 5, 10 oder 20
Jahre realisieren kann, liegt ein solcher Aus-
nahmefall allerdings nicht vor.
Der Umfang der Verkehrssicherungspflicht wird
von dem Charakter des Weges sowie der Art
und dem Ausmaß seiner Benutzung, d. h. der
Frequentierung durch Dritte, bestimmt. Zu be-
achten ist, dass allein eine Ausschilderung des
Weges zu keinen höheren Anforderungen an
die Verkehrssicherheit führt. Die Schilder sind
in der Regel lediglich als Orientierungsmittel
und Wegweiser anzusehen. Der Waldbesucher
4)
OLG Düsseldorf Urteil vom 09.01.2008 (Az.: I - 19 U - 28/07)
5)
Landgericht Saarbrücken, Urteil vom 03.03.2010 (AZ.: 12 O 271/06)
Abb. 19: Die Verkehrssicherung an Erholungseinrichtungen im Wald sollte nicht vergessen werden!

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| 17
muss sich allerdings darauf verlassen können,
dass der Weg für die ausgewiesene Nutzungs-
art (zum Beispiel Radweg) auch geeignet ist.
Waldränder entlang einer Bebauung
Für Waldränder entlang einer Bebauung gibt
es bislang keine Rechtsprechung, die für den
Waldbesitzer regelmäßige Kontrollen verlangt.
Der Staatsbetrieb Sachsenforst führt dennoch
in diesen Bereichen regelmäßige Kontrollen
durch. Erfolgt z. B. durch Anwohner ein Hin-
weis auf einen gefährlichen Baum, so muss der
Waldbesitzer dem Hinweis nachgehen und den
betreffenden Baum auf Auffälligkeiten untersu-
chen. Bei einer Gefahr ist der Baum zurückzu-
schneiden oder zu fällen. Bei neuerer Bebauung
ist davon auszugehen, dass der Bebauungsab-
stand zum Waldrand (30 Meter – § 25 Abs. 3
SächsWaldG) eingehalten ist. Bei älterer Bebau-
ung ist dies unter Umständen nicht der Fall.
Dies kann aber in der Regel nicht zu Lasten des
Waldbesitzers gehen, da die Waldbestände oft
älter als die Bebauung sind.
Im Bestand
Auch Rechtsprechung zur Situation in Wald-
beständen ist bislang nicht ergangen, zumin-
dest nicht veröffentlicht worden. Innerhalb
des Bestandes bestehen keine Verkehrssiche-
rungspflichten für von Bäumen ausgehende
Gefahren. Die Pflicht zum Selbstschutz, insbe-
sondere bei extremen Witterungsbedingungen
wie Sturm oder starkem Niederschlag, steht
eindeutig im Vordergrund. Der Waldbesucher
hat den Wald mit den waldtypischen Gefah-
ren so hinzunehmen, wie er sich ihm darbietet.
Regelmäßige Kontrollen des Bestandes kön-
nen nicht erwartet werden. Insbesondere die
mangelnde Standfestigkeit von Bäumen im
Bestand ist eine typische Gefahr, für die keine
Verkehrssicherungspflicht besteht.
Sonstige Anlagen und Erholungseinrich-
tungen
Werden Anlagen und Einrichtungen (z. B.
Wanderparkplätze im Wald, Kinderspielplätze,
Grillplätze, Liegewiesen, Schutzhütten, Loi-
pen, Waldlehr- und Walderlebnispfade) für
die Benutzung durch jedermann angelegt, so
müssen diese bei bestimmungsgemäßem bzw.
nicht ganz fern liegendem Gebrauch gefahrlos
benutzt werden können. Da der Waldbesitzer
den verstärkten Publikumsverkehr selbst ver-
ursacht, bestehen hier gesteigerte Verkehrssi-
cherungspflichten.
Beim Schutz spielender Kinder gelten beson-
dere Maßstäbe. So müssen besondere Vor-
kehrungen getroffen werden, da die Einsicht in
den Selbstschutz und die spezifischen Gefah-
ren des Waldes bei Kindern nicht vorhanden
ist oder leicht verdrängt wird, zumindest aber
nicht im selben Maß erwartet werden kann wie
von Erwachsenen. Wo ein besonderer Anreiz
für den kindlichen Spieltrieb besteht, muss
der Gefahr, die das Kind nicht erkennen kann,
durch entsprechende Sicherungsmaßnahmen
begegnet werden, und sei es durch Aufstel-
len von Schildern, die allerdings geeignet, d.h.
auch für Kinder einprägsam sein müssen.
Forstarbeiten
Welche Vorkehrungen insbesondere bei Holz-
fällarbeiten notwendig sind, ergibt sich aus der
jeweiligen Situation an der Arbeitsstelle. An ab-
gelegenen Stellen wird es genügen, das Arbeits-
feld zu beobachten und Personen, die sich im
Gefahrenbereich aufhalten, zu verweisen. Bei
Bereichen, wo höherer Verkehr herrscht bzw.
mit diesem zu rechnen ist, sind zusätzlich Si-
cherungsmaßnahmen zu treffen (z.
B. Hinweis
durch Schilder, Aufstellung von Posten zur Absi-
cherung, Absperrung). Bei rechtlichen Auseinan-
dersetzungen wird dabei auch von den Gerichten
oft die Beachtung der Unfallverhütungsvor-
schriften gefordert. Dies ist systematisch nicht
ganz korrekt, da sich die Unfallverhütungsvor-
schriften der Unfallkassen /Berufsgenossen-
schaften an die Versicherten, d. h. an den Betrieb
und seine Beschäftigten, richten. Die Verkehrs-
sicherungspflicht besteht hingegen gegenüber
Dritten und hat mit den Unfallverhütungsvor-
schriften zunächst nichts zu tun. Da jedoch für
die Entscheidung über eine mögliche Verletzung
der Verkehrssicherungspflicht oft Richtlinien o. ä.
fehlen, werden dafür auch in der Rechtspre-
chung die Unfallverhütungsvorschriften her-
angezogen. Es gilt daher, die bestehenden Un-
fallverhütungsvorschriften zu beachten sowie
Sicherungsmaßnahmen zu ergreifen und zu do-
kumentieren (z. B. entsprechender Arbeitsauftrag
an die Waldarbeiter).
Nach Abschluss von Holzfällarbeiten sind ins-
besondere die Randbereiche entlang von öf-
fentlichen Straßen zu kontrollieren (z. B. auf
angeschobene oder beschädigte Bäume, hän-
gengebliebene Äste oder Kronenteile etc.).
Verschuldensunabhängige Haftung des Waldbesitzers
Während es bei der Verletzung der Verkehrs-
sicherungspflicht auf ein Verschulden (Vor-
satz oder Fahrlässigkeit; z. B. pflichtwidriges
Unterlassen der Verkehrssicherungskontrollen
bzw. unzureichender Kontrollen) ankommt,
kann der Waldbesitzer unter Umständen
auch unabhängig vom Verschulden haften.
Hierbei geht es um den nachbarrechtlichen
Ausgleichsanspruch, den ein geschädigter
Grundstücksnachbar (nicht der vorbeifahren-
de Autofahrer!) beim Umsturz eines Baumes
hat. Voraussetzung für den Anspruch ist die
Störer eigenschaft des Waldbesitzers. Dieser
kann entweder Handlungsstörer oder Zu-
standsstörer sein. Als Handlungsstörer gilt,
wer die Eigentumsstörung durch eine Hand-
lung herbeiführt, sei es durch ein positives Tun
oder pflichtwidriges Unterlassen (z. B. Unter-
lassen der Sicherung des Baumbestandes im
Rahmen einer ordnungsgemäßen Bewirtschaf-
tung des Grundstücks). Die Zustandsstörerei-
genschaft des Waldbesitzers ergibt sich aus
dem Eigentum am Baum, von dem ggf. die
Störung ausgeht. Allerdings muss für eine
Haftung die Eigentumsbeeinträchtigung des
Nachbarn wenigstens mittelbar auf den Wil-
len des Waldbesitzers zurückzuführen sein.
Dies ist etwa der Fall, wenn der Waldbesit-
zer die Gefahrenlage selbst schafft oder die
von einem Dritten geschaffene Gefahrenlage
aufrechterhält. Der Waldeigentümer ist dann
nicht Störer, wenn z. B. jemand den Baum
ohne sein Wissen beschädigt. Erlangt er da-
von Kenntnis, muss er jedoch die Gefahrenla-
ge beseitigen, da er für den Zustand, d. h. für
die Sicherheit des Baumes verantwortlich ist.
Die Rechtsprechung geht teilweise dazu über,
auch durch Naturereignisse ausgelöste Stö-
rungen dem Eigentümer zuzurechnen. Bei dem
Einwirken von Naturkräften wird darauf ab-
gestellt, ob die Störung auf einem pflichtwid-
rigen Unterlassen beruht, es sich also aus der
Art der Nutzung des Grundstücks, von dem
die Störung ausgeht, eine Sicherungspflicht,
d. h. eine Pflicht zur Verhinderung möglicher
Abb. 20: Fäule ist nicht immer so offensichtlich zu
erkennen wie in diesem Fall.

18 |
Beeinträchtigungen des Nachbargrundstücks
ergibt. Allerdings muss sich die Rechtspre-
chung angesichts des Klimawandels und der
nachweisbaren Zunahme von extremen Wit-
terungsverhältnissen und dadurch bedingten
häufigen Baumstürzen vermehrt mit der Frage
auseinandersetzen, wo die Grenzen zwischen
Weitere Folgen für den Waldbesitzer
Welche weiteren Folgen können auf den Wald-
besitzer zukommen, wenn ein Baum aus sei-
nem Bestand umstürzt?
Ausgangssituation
Der Umsturz eines Waldbaumes kann un-
ter den aufgezeigten Voraussetzungen nicht
nur privatrechtliche Schadensersatzansprü-
che auslösen, wenn ein Dritter hierdurch zu
Schaden kommt.
Stürzt der Waldbaum beispielsweise auf eine
öffentliche Straße oder ein Gebäude und
schädigt oder gefährdet Menschen, Tiere,
Sachwerte und die Umwelt, kann dies gleich-
zeitig den Anlass für einen Einsatz der Frei-
willigen Feuerwehr bilden. Die Feuerwehrleute
sorgen im Rahmen einer technischen Hilfe-
leistung für die Absicherung der Unfallstelle
und für die Beseitigung des umgebrochenen
Baumes. Die Kosten für einen solchen Ein-
satz werden von den Gemeinden oftmals dem
Waldbesitzer auf der Grundlage eines Kosten-
bescheides in Rechnung gestellt.
Rechtslage
Der Kostenbescheid bezieht sich dabei regel-
mäßig auf das Sächsische Gesetz über den
Brandschutz, Rettungsdienst und Katastro-
phenschutz (SächsBRKG) als Rechtsgrundla-
ge, ggf. in Verbindung mit einer kommunalen
Satzung zur Regelung des Kostenersatzes und
zur Gebührenerhebung für Leistungen der Frei-
willigen Feuerwehr. Nach § 69 Absatz 1 Sächs-
BRKG sind die Einsätze der technischen Hilfe
grundsätzlich unentgeltlich, die Absätze 2 und
3 beinhalten allerdings unterschiedliche Tatbe-
stände, die im Einzelfall Anknüpfungspunkt für
einen solchen Kostenbescheid sein können.
höherer Gewalt, also unabwendbarem Ereig-
nis, und der eventuellen Verantwortlichkeit
des Baumeigentümers für ein Baumversagen
bei extremen Witterungsverhältnissen liegen.
Dies kann in der Praxis mitunter schwer zu
belegen sein. Kann der Waldbesitzer allerdings
nachweisen, dass der Baum gesund oder zu-
mindest nicht erkennbar krank war, wird in
der Regel seine Haftung ausgeschlossen sein.
Eine vorschnelle Berufung allein auf Naturge-
walten (z. B. Schneebruch, starker Sturm) als
Gründe für den Schaden, wird aber in der Re-
gel nicht ausreichen.
So ist gemäß § 69 Abs. 2 Nr. 1 SächsBRKG zum
Ersatz der Kosten eines Feuerwehreinsatzes
zunächst derjenige verpflichtet, der die Gefahr
oder den Schaden vorsätzlich oder grob fahr-
lässig verursacht hat. Verletzt der Waldbesitzer
die ihm obliegenden Verkehrssicherungspflich-
ten demnach wissend- und willentlich oder
lässt die erforderliche Sorgfalt in besonders
schwerem Maße außer Acht und verantwortet
dadurch einen Baumumsturz, so haftet er für
die Kosten eines Feuerwehreinsatzes nach dem
Verursacherprinzip.
Scheidet eine schuldhafte Verletzung der Ver-
kehrssicherungspflichten aus, kann der Ei-
gentümer oder Besitzer eines Baumes, dessen
Zustand einen Feuerwehreinsatz erforderlich
gemacht hat, nach § 69 Abs. 3 Nr. 3 Sächs-
BRKG gleichwohl zu den Kosten des Feuer-
wehreinsatzes herangezogen werden. Maß-
geblich für die Kostenersatzpflicht ist allein
die Verfügungs- und Nutzungsbefugnis des
Waldbesitzers an dem umgestürzten Baum.
Ob ein schuldhaftes Verhalten seinerseits oder
aber von menschlichen Einflüssen unabhängi-
ge Naturgewalten wie Sturm, Schnee oder Eis
zu dem Umsturz des Baumes geführt haben,
bleibt bei dieser Regelung außer Betracht.
Die Höhe der Kostenbescheide kann – je nach
Anzahl der ausgerückten und am Einsatz be-
teiligten Feuerwehrleute sowie der eingesetz-
ten Technik – sehr unterschiedlich ausfallen.
Dem Personal- und Technikeinsatz setzt al-
lerdings das Gesetz mit seinem Verhältnis-
mäßigkeitsgebot Grenzen. Bei einem Feuer-
wehreinsatz, der sich nach den tatsächlichen
Verhältnissen vor Ort als überdimensioniert
erweist, führt das gegebenenfalls zu der Not-
wendigkeit, die zu erstattenden Kosten auf das
objektiv erforderliche Maß zu reduzieren.
Mit der Frage der Rechtmäßigkeit von Kos-
tenbescheiden, die ausschließlich auf die
Verantwortlichkeit des Waldbesitzers abstel-
len, haben sich die Verwaltungsgerichte des
Freistaates Sachsen bis hin zum Sächsischen
Oberverwaltungsgericht in den letzten Jah-
ren verstärkt auseinandergesetzt. Alle Ge-
richte kamen bislang zu dem Ergebnis, dass
eine Kostenerhebung auf der Grundlage des
§ 69 Abs. 1 und 3 SächsBRKG rechtswidrig
ist. Die Begründungen hierfür weichen aller-
dings erheblich voneinander ab. Eine Ansicht,
der sich auch das Oberverwaltungsgericht an-
geschlossen hat, sieht im Wortlaut des § 69
SächsBRKG derartige Widersprüchlichkeiten,
dass dieser Rechtsvorschrift gar kein Rege-
lungsgehalt entnommen werden kann. Eine
andere Meinung kommt durch Auslegung der
Bestimmung zu dem Ergebnis, dass die Kosten
von technischen Hilfeleistungen dem Waldbe-
sitzer gegenüber unentgeltlich sind. Weitere
Rechtsansichten stellen die Rechtmäßigkeit
der kommunalen Gebührensatzung oder de-
ren Voraussetzungen in Abrede.
Nach alledem bleibt festzuhalten, dass die
derzeitige Rechtslage einer Heranziehung
des Waldbesitzers für die Kosten eines Feuer-
wehreinsatzes allein auf Grund seiner Eigen-
tümer- bzw. Besitzerbefugnisse wohl entge-
gensteht. Die Rechtmäßigkeit eines solchen
Kostenbescheides kann im Wege des Wider-
spruches, gegenüber einer zurückweisenden
Widerspruchsentscheidung durch Klageerhe-
bung einer Prüfung unterzogen werden.
in der Krone:
Astab- bzw. Astausbrüche;
Astrisse;
Astungswunden oder –fäulen;
baumfremder Bewuchs;
Belaubung (Auffälligkeiten z. B. schütter,
zu kleine Blätter, vorzeitige Herbstfär-
bung/Laubfall), Blattkrankheiten;
Auszug aus der FLL-Baumkontrollrichtlinie
5.3.2.1 Umfang, Durchführung
Bei der Regelkontrolle ist insbesondere auf
Folgendes zu achten:
Fehlentwicklungen in der Krone;
Höhlungen;
Kappungsstellen;
Kronensicherungen;
Lichtraumprofil;
Pilzbefall, ggf. Pilzart;
Rindenschäden;
Totholzbildung;

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| 19
Vergabelungen, Zwiesel
(mit eingewachsener Rinde, Rissen);
Wipfeldürre.
am Stamm:
Anfahrschäden;
Astungswunden;
baumfremder Bewuchs;
Fäulen;
Gewindestangen, Plomben, Entwässe-
rungsrohre;
Höhlungen;
Pilzbefall, ggf. Pilzart;
Rindenschäden;
Schadinsekten (z. B. Bohrmehl);
Schrägstand;
Verletzungen;
Wuchsanomalien (z. B. Wachstumsdefizi-
te, Einwallungen, Rippen, Beulen);
Zwiesel (mit eingewachsener Rinde, Ris-
sen).
am Stammfuß / Wurzelanlauf:
Adentiv-, Würgewurzeln;
Höhlungen;
Pilzbefall, ggf. Pilzart;
Rindenschäden;
Risse;
Stammfußverbreiterung;
Stockaustriebe;
Wuchsanomalien (z. B. Wachstumsdefizi-
te, Einwallungen, Rippen, Beulen).
Wurzelbereich:
Bodenaufwölbungen;
Bodenrisse;
Pilzbefall, ggf. Pilzart.
Veränderungen im Baumumfeld:
Baugruben, -gräben;
Bodenauf- oder –abtrag;
Bodenverdichtung;
Bodenversiegelung;
Freistellung (Entfernung von Nachbar-
bäumen, Bauwerke);
Grundwasserabsenkung oder –anstauun-
gen.
Die Autorinnen dieses Artikels, Frau Anne Sense und Frau Sabine
Bach, sind Referentinnen für Rechtsangelegenheiten im Referat
Recht, Innerer Dienst, zentrale Vergabestelle in der Geschäftsleitung
des Staatsbetriebes Sachsenforst.
Der sächsische Wald bietet seinen Tieren und
Pflanzen eine Vielzahl an Lebensräumen. Wer
profitiert davon? Zum einen „Allerweltsarten“
wie Buschwindröschen und Buchfink oder im
schlimmsten Fall sogar unerwünschte Ein-
dringlinge, wie das Indische Springkraut oder
die Spätblühende Traubenkirsche. Dazu zählen
aber auch Vorkommen heimischer, hoch spe-
zialisierter und deshalb oft seltener, mitunter
(stark) gefährdeter Arten wie Türkenbundlilie
oder der scheue Schwarzstorch. Das sind die
Arten, deren Vorkommen es in ihrem Lebens-
raum zu erhalten gilt.
Der Waldbesitzer prägt seinen Wald wesent-
lich. Als steuernde Kraft trägt er durch sein
Handeln eine besondere Verantwortung nicht
nur für die Zukunft seines Eigentums, sondern
auch für seine Bewohner. „Vielfalt gestalten,
Strukturen erhalten“ lautet das Motto, das
ihm eine Vielzahl an Möglichkeiten eröffnet.
Das gilt auch für das Thema „Naturschutz im
Wald“. Was zählt dazu?
Langfristiges Arbeiten sichert Erfolg
Bestände langfristig verjüngen heißt, das
hiebsreife Holz in einem Zeitraum zu ernten,
der sich über viele Jahre erstreckt. Die nach-
folgende Waldgeneration, natürlich gewach-
sen und gegebenenfalls durch Pflanzung er-
gänzt, entwickelt sich stufig und differenziert,
ihrer Wuchsdynamik und dem Lichtbedürf-
nis entsprechend. Mischbaumarten etablie-
ren sich. Ein stabiler und gesunder Bestand
wächst heran. Schon wenige, stark dimensio-
nierte, alte Bäume bieten dann, wenn sie als
Naturschutz im Wald
Hinweise und Tipps für private Waldbesitzer
Abb. 21: Die Rote Liste Art Türkenbundlilie
Abb. 22: Schwarzstorch, Jungvogel im Horst
Nachhiebsreste, Überhälter oder Altholzinseln
im Folgebestand eingesprengt sind, auf Grund
ihrer vielfältigen Strukturen an Stamm oder
Krone jede Menge ökologische Nischen. Sie
sind wichtige, teils unersetzbare Lebensgrund-
lagen für Spechte und deren Nachmieter, für
Fledermäuse, seltene Totholzkäfer, aber auch
für Moose, Flechten, Pilze und weitere Bewoh-
ner mit speziellen ökologischen Anforderun-
gen an ihren Lebensraum.
Lichte Bereiche sind ideal für Wärme lie-
bende Spezialisten
Kleine lichte Bereiche am Weges- oder Wald-
rand zu schaffen, nicht jede kleine Schnee-
bruch- oder Sturmwurflücke wieder zu be-
stocken oder einen Wurzelteller einmal nicht
zurückzuklappen, bedeutet, besondere ökolo-
gische Bedingungen zu gewährleisten. Wärme
liebende Baum-, Strauch- und Saumarten sind
Nutznießer, ebenso wie viele Schmetterlinge,
Eidechsen, Kreuzottern oder die Haselmaus.
Die Erhaltung und Schaffung solcher wert-
voller Strukturen sind nicht nur ein Beitrag
zur Biodiversität, sondern steigern auch die
ökologische Stabilität der Bestände.
Sonderbiotope schützen, pflegen oder so-
gar entwickeln
Moore, Heiden, Still- und Fließgewässer und
die anderen im Naturschutzrecht geschützten
Biotope erfordern ein achtsames Auge, damit

image
20 |
sie im Zuge der Waldbewirtschaftung nicht
beeinträchtigt oder gar zerstört werden. Da-
rüber, wie dieses Ziel am besten mit den In-
teressen des Waldbewirtschafters in Einklang
gebracht werden kann, informiert der Revier-
leiter im Forstbezirk. Er verfügt über wichti-
ge Unterlagen wie die Waldbiotopkarten und
zugehörige Biotopblätter, die Auskunft geben
über die Art des Biotopes, dessen Lage, Zu-
stand und möglicherweise Beeinträchtigung.
Als Ansprechpartner dient er auch beim Thema
„Flora-Fauna-Habitat – Schutzgebiete“.
„FFH-Gebiete, was geht mich das an?“
In Sachsen gibt es 270 FFH-Gebiete (FFH:
Flora-Fauna-Habitat) von europäischer Be-
deutung. In ihnen befinden sich besonders
schützenswerte Lebensräume verschiedener
Ausprägung, so genannte Lebensraumtypen
(LRT) wie beispielsweise die bodensauren Bu-
chenwälder (LRT 9110) und ausgewählte Arten,
gelistet im Anhang II der FFH–Richtlinie wie
z. B. der Kammmolch. An die Meldung einer
sächsischen Gebietsliste anschließend, wur-
den diese Schutzgüter in den vergangenen
Jahren landesweit vor Ort erfasst und bewer-
tet. Regionale Arbeitsgremien erörterten die
Ergebnisse und zukünftige Maßnahmen, die
von Planungsbüros in den FFH-Management-
plänen beschrieben wurden. Die betroffenen
Waldbesitzer wurden informiert. Ihre Meinung
wurde gefragt.
Was sind die Konsequenzen?
FFH-Lebensräume und Arthabitate sollen so
bewirtschaftet werden, wie es im Manage-
mentplan beschrieben ist. Beachten Sie als
Waldbesitzer die Managementpläne, sind Sie
dann immer auf der sicheren Seite, auch wenn
Sie die Axt anlegen. Werden hingegen Lebens-
raumtypen oder Artvorkommen erheblich be-
einträchtigt oder gar beseitigt, so handelt der
Verursacher ordnungswidrig. Es droht eine
Geldbuße von bis zu 50.000 Euro.
Im Zweifel sollten vorgesehene Maßnahmen
der Unteren Naturschutzbehörde angezeigt
werden. Immer anzuzeigen sind geplante In-
frastruktur-Projekte, wie zum Beispiel der We-
geaus- oder -neubau oder permanente Nass-
lagerplätze für Kalamitätsholz. Angemessen ist
in aller Regel eine Frist von vier Wochen. In
solchen Fällen ist es ratsam, sich mit Ihrem
Förster vom Staatsbetrieb Sachsenforst in Ver-
bindung zu setzen.
Wo bekomme ich Informationen?
Weitere Hinweise, wie Sie Ihren Wald im Ein-
klang mit den Belangen des Naturschutzes
bewirtschaften, erhalten sie von Ihrem Re-
vierleiter „Privat- und Körperschaftswald“
beim Staatsbetrieb Sachsenforst. Die Revier-
leiter geben Ihnen auch Informationen darü-
ber, ob sich Ihr Wald in einem Schutzgebiet
befindet.
Ansprechpartner für spezielle Fragen finden
Sie an der Unteren Naturschutzbehörde in
Ihrem Landkreis oder Ihrer kreisfreien Stadt.
Im Internet finden Sie zusätzliche Informati-
onen unter
www.wald.sachsen.de.
Der Menü-
punkt „Lebensraum Wald“ beinhaltet das
Feld „Waldnaturschutz“. Dort werden Themen
wie „Natura 2000“, „Biotopkartierung“ und
„Schutzgebiete“ vorgestellt und erläutert. Da-
rüber hinaus bieten die Umweltseiten unter
www.smul.sachsen.de
weitere Recherchemög-
lichkeiten.
Fazit:
Naturschutz im Wald steht nicht sel-
ten im Spannungsfeld unterschiedlicher Inter-
essen. In jedem Fall dient er dem Erhalt der
heimischen Tier- und Pflanzenwelt. Dafür ha-
ben wir eine besondere Verantwortung. Häufig
kann man schon ohne viel Aufwand etwas für
den Naturschutz tun. Ihr Förster unterstützt
Sie auf Wunsch dabei, das Richtige zu tun,
ohne das Notwendige zu missachten.
Der Autor dieses Artikels, Herr Sebastian Krüger, ist Referent für Na-
turschutz im Wald / hoheitliche Aufgaben im Referat Naturschutz im
Wald/Natura 2000 in der Oberen Forst- und Jagdbehörde des Staats-
betriebes Sachsenforst.
Was ist Waldpädagogik?
Den Wald mit allen Sinnen zu genießen, ihn
dabei zu verstehen und seine Geheimnisse zu
erkunden – das wollen waldpädagogisch tä-
tige Förster mit ihrer Arbeit erreichen. Auch
jeder Waldbesitzer kann seinen Beitrag dazu
leisten, dass Maßnahmen der Waldbewirt-
schaftung von der Bevölkerung akzeptiert
und das Umweltwissen in der Bevölkerung
gestärkt wird.
Authentische Waldführungen durch den
Waldbesitzer können dazu beitragen, über
persönliche Sinneseindrücke das Interesse an
der Natur zu wecken und für eine nachhaltige
Nutzung der heimischen Wälder zu werben.
Mit Hilfe von Walderlebnisführungen oder
klassischen Försterwanderungen ist es mög-
lich, das Verständnis für die nachhaltige Be-
wirtschaftung des Waldes und die Nutzung
des Rohstoffes Holz zu fördern. Häufig geht
es auch um ganz simple Dinge, z. B. den Un-
terschied zwischen Kiefer und Fichte zu er-
läutern.
Waldwirtschaft erleben
Abb. 23: Früh übt sich

image
| 21
So gestalten Sie eine Waldexkursion alters-
gerecht und spannend
Kinder wollen den Wald entdecken und erle-
ben. Über positive Erfahrungen und Erlebnis-
se sind sie offen für fachliche Informationen,
sie interessieren sich für die Arbeit der Förster
und begreifen die Zusammenhänge der Natur.
Eine Waldführung mit diesem Ziel sollte gut
vorbereitet werden. Das Thema wird entspre-
chend der Zielgruppe gewählt und altersge-
recht aufgearbeitet.
Für jüngere Kinder bieten sich Programme
zum Thema „Wald und Sinne“ an. Hier werden
der Tastsinn beim Barfußpfad, der Geruchs-
sinn beim Schnuppern von Baumrinde, Moos,
Zapfen oder Nadeln, sowie der Hörsinn beim
Lauschen auf die Waldgeräusche gefördert.
Die Kinder erleben den Wald, erfahren span-
nende Dinge über ihn und erhalten Erklärun-
gen zur Waldbewirtschaftung.
Baumpflanzungen, einfache Pflegemaßnah-
men oder der Bau von Nistkästen können ge-
meinsam mit Schulklassen organisiert und
umgesetzt werden. Die Jugendlichen sind be-
geistert dabei, wenn sie mit einer Bügelsäge
dünne Bäume fällen dürfen oder dem Wald-
arbeiter bei der Arbeit mit der Motorsäge zu-
schauen können.
Zur Auswertung gemeinsamer Waldaktionen
eignet sich ein Waldsofa sehr gut: Aus vie-
len Zweigen, kleinen Ästen, Blättern und Moos
bauen sich alle zusammen ein kreisförmiges
Waldsofa. Diese Gemeinschaftsaktion schafft
Zusammenhalt, lockert den Waldtag auf und
gibt dem Waldpädagogen die Möglichkeit, mit
den Kindern und Jugendlichen ins Gespräch
zu kommen.
Für die Durchführung von Waldführungen
sollten einige didaktische Grundsätze beach-
tet werden:
zielgruppenspezifisch arbeiten (Themen ent-
sprechend dem Alter aufarbeiten und dar-
stellen),
Fragen und Anmerkungen der Zuhörer ernst
nehmen,
mit verschiedenen Aktivitäten fordern und
herausfordern,
Aktionen zum Mitmachen motivieren zum
Zuhören,
Erleben und eigenes Entdecken fördern,
gemeinschaftliche Erlebnisse fördern,
Fachwörter kaum gebrauchen; wenn doch,
dann immer erklären,
klar und deutlich, in angemessener Lautstär-
ke sprechen,
klare Aufträge und Zeitangaben bei aktiven
Teilen der Waldführung formulieren,
alle Teilnehmer bewusst einbeziehen,
Abwechslung von Bewegungsaktionen und
Wissensvermittlung, aktiven und passiven
Teilen in die Exkursion einplanen.
Die erfolgreiche Umsetzung einer waldpäda-
gogischen Exkursion hängt in großem Maße
von der Planung des zeitlichen und inhalt-
lichen Ablaufs ab. Dabei sollte jede Wald-
führung mit einer Begrüßung beginnen. Ein
Einstieg kann eine gemeinsame Vorstellungs-
runde sein, aber auch eine verblüffende Aus-
sage oder ein interessantes Mitbringsel (z. B.
eine Abwurfstange), welches auf das Tages-
thema einstimmt. Dies alles macht neugierig
auf den Waldtag.
Anschließend wird den Zuhörern der Tagesab-
lauf, das Ziel und der Sinn der Veranstaltung
erklärt. An dieser Stelle ist es gegebenenfalls
sehr wichtig, Regeln festzulegen und Din-
ge anzusprechen, auf die jeder achten sollte
(Gefahren im Wald, gemeinsames Rufzeichen,
Aktionsradius, usw.).
Im Hauptteil der Waldexkursion sollten sich
Eigenaktivitäten, spielerische Elemente sowie
Wissensvermittlung abwechseln.
Alle Ergebnisse werden am Ende der Waldfüh-
rung ausgewertet. In diesem Abschnitt haben
die Zuhörer die Möglichkeit, ihre Erlebnisse
zusammenzufassen, eine Rückschau des Ta-
ges vorzunehmen oder weitere Fragen zu stel-
len. Damit jeder zu Wort kommen kann, hat
sich die Methode des Zapfenmikrofons für
Kinder und Jugendliche bewährt. So hat jeder
die Chance, gehört zu werden und seine Mei-
nung zu äußern. Diese Schlussrunde wird dann
durch die Verabschiedung der Gruppe beendet.
Die Mitarbeiter des Staatsbetriebes Sach-
senforst bieten in allen Forstbezirken und
Schutzgebietsverwaltungen waldpädagogi-
sche Führungen für Kinder, Jugendliche und
Erwachsene an. Sie sind dabei auch Ansprech-
partner für Waldbesitzer, die sich in diesem
Bereich engagieren möchten.
Der Staatsbetrieb Sachsenforst betreibt meh-
rere waldpädagogische Einrichtungen, in de-
nen Kinder und Jugendliche waldpädago-
gische Programme erleben können. Die drei
Waldschulheime im Westerzgebirge (Conrads-
wiese), im Osterzgebirge (Wahlsmühle) und in
der Oberlausitz (Stannewisch) laden zu mehr-
tägigen Aufenthalten mit verschiedenen, auf
die Lehrpläne der Schulen und die Interessen
der Besucher abgestimmten, Waldprogram-
men ein. Dabei reicht das Angebot vom Ent-
decken des Waldes als Lebensraum bei spiele-
rischen Aktionen über praktische Arbeiten im
Wald bis hin zu Experimenten und Exkursionen
im Wald. Die Waldschulheime bieten darüber
hinaus Übernachtungsmöglichkeiten und Voll-
verpflegung für die Zeit des Aufenthaltes (zu-
meist 1 Woche) an.
Für einen eintägigen Waldausflug eignen
sich die Walderlebnisscheune in Taura (Dah-
lener Heide), der Walderlebnisgarten in Eich
(bei Plauen) oder die Bildungsstätte Sellnitz
des Nationalparks Sächsische Schweiz. In die-
sen Tageseinrichtungen können interessierte
Gruppen spielerisch und informativ den Wald
und seine Lebewesen kennen lernen. Dort wer-
den Kenntnisse über die Forstwirtschaft und
die Jagd vermittelt, aber auch Zusammenhän-
ge in Natur und Umwelt erklärt. Auch hier ori-
entieren sich die Programme, in denen es oft
darum geht, den Wald mit verschiedenen Sin-
nen zu entdecken, an den sächsischen Lehr-
plänen.
Weitere waldpädagogische Angebote verbun-
den mit Erlebnispfaden und kleineren Schu-
lungsräumen gibt es in verschiedenen Forst-
bezirken des Staatsbetriebes Sachsenforst.
Weiterführende Informationen sowie Kontakt-
daten und Ansprechpartner zu allen waldpä-
dagogischen Angeboten des Staatsbetriebes
Sachsenforst sind unter
www.sachsenforst.de
zu finden.
Die Autorin dieses Artikels, Frau Simona Kahle, ist Referentin für Aus- und Fortbildung / Waldpädagogik im Referat Aus- und Fortbildung, Waldpädagogik in der Geschäftsleitung des Staatsbetriebes Sachsenforst.
Abb. 24: Lebendige Wissensvermittlung bei prakti-
schen Arbeiten im Wald

22 |
Forstliche
Förderung
Für forstliche Maßnahmen im nächsten Jahr
ist der 31. Oktober 2011 der Antragsschluss für
Förderanträge zur Förderrichtlinie Wald und
Forstwirtschaft (RL WuF/2007). Die aktuellen
Formulare sind unter der Internetadresse
www.smul.sachsen.de/foerderung/357.htm
verfügbar. Bitte verwenden Sie ausschließlich
diese Formulare. Hinweise zur Förderfähigkeit
forstlicher Maßnahmen und zum Verfahren
erteilt Ihnen der zuständige Forstbezirk oder
die Bewilligungsstelle (Staatsbetrieb Sachsen-
forst, Obere Forst- und Jagdbehörde - Außen-
stelle Bautzen, Paul-Neck-Straße 127, 02625
Bautzen, Tel.: 035 91 / 21 60).
Bitte beachten Sie auch, dass die laufende
Förderperiode 2013 endet. Das heißt, für das
Ausführungsjahr 2013 können dann letztmalig
bis zum 31. Oktober 2012 Förderanträge nach
der RL WuF/2007 gestellt werden.
Kurz notiert
Bundeswaldinventur
gestartet
Gegenwärtig läuft die dritte Bundeswaldin-
ventur (BWI
3
). Ziel der Bundeswaldinventur
ist es, die großräumigen Waldverhältnisse und
forstlichen Produktionsmöglichkeiten nach ei-
nem einheitlichen Stichprobenverfahren und
für alle Waldeigentumsarten zu erfassen. Das
geschieht in einem Netzraster von 2,83 km x
2,83 km an den so genannten Inventurtrak-
ten. Ein Inventurtrakt stellt ein Quadrat mit
einer Kantenlänge von 150 m x 150 m dar.
An den Traktecken finden die eigentlichen
Messungen statt. Gemäß § 41 a Abs. 4 sind
die mit der Vorbereitung und Durchführung
der Bundeswaldinventur beauftragten Perso-
nen berechtigt, zur Erfüllung ihres Auftrages
Grundstücke zu betreten sowie die erforder-
lichen Inventurarbeiten auf diesen Grundstü-
cken durchzuführen. Die Aufnahmen werden
bis Ende 2012 abgeschlossen sein. Erste Er-
gebnisse sollen ab 2014 vorliegen.
Vier Unternehmen und zwei Vereine sind mit
dem Sächsischen Umweltpreis 2011 ausge-
zeichnet worden. Einen der beiden Sonderprei-
se erhielt mit Herrn Konrad von Posern erfreu-
licherweise ein Waldbesitzer. Damit wurde das
Projekt „Flächenpool / Ökokonto von Posern“
honoriert.
Inhalt des Projekts ist ein Maßnahmenpool auf
einer Fläche von insgesamt 230 ha in drei Na-
turräumen (Osterzgebirge, Erzgebirge und Erz-
gebirgsvorland). Das flexibel aufgebaute Maß-
nahmenkonzept umfasst u. a. die Entwicklung
und Unterstützung der Erhaltungsziele von
NATURA 2000 – Gebieten und dort insbeson-
dere den Bestockungswechsel zu naturnahen
Laubwäldern. Weitere Maßnahmen umfassen
die Entsiegelung, Maßnahmen des Gewässer-
schutzes, die Förderung von Bodenbrütern so-
wie die Gliederung des Landschaftsbildes.
Auf Grund der Vielfalt der Maßnahmen und
der Einbeziehung verschiedener Regionen
kann das Projekt auch auf andere Gebiete
übertragen werden und regt vielleicht auch
weitere Waldbesitzer an, sich mit der relativ
neuen Thematik zu beschäftigen.
Buch für private
Waldbesitzer
Kürzlich erschien ein Buch, das sich speziell
an die privaten Waldbesitzer wendet. „Privat-
wald optimal bewirtschaften“ (Eugen Ulmer KG,
Stuttgart, ISBN 978-3-8001-5902-4, 24,90 Euro)
heißt das sehr praxisbezogene Werk.
Der Autor, Peter Wohlleben, ist kommunaler
Revierleiter der Eifelgemeinde Hümmel und
wendet sich auf 149 kurzweiligen Seiten spe-
ziell an die Besitzer kleiner Waldflächen. Dabei
ist das Buch auch für einen forstlichen Laien
verständlich geschrieben.
Neben klassisch forstlichen Themen wie Verjün-
gung, Pflege und Durchforstungen bis hin zur
Ernte und zum Holzverkauf werden auch ver-
gleichsweise neue Themen wie Ökokontomaß-
nahmen beleuchtet. Brisante Themen wie Jagd
und Wildschäden werden nicht ausgespart.
Das Buch weckt die Lust, sich mit dem eigenen
Wald zu beschäftigen und kann jedem Waldbe-
sitzer zur Lektüre empfohlen werden.
Sächsischer
Umweltpreis 2011
Im Rahmen der Mitgliederversammlung des
Sächsischen Waldbesitzerverbandes am 2. Juli
2011 in Tharandt erfolgte auch eine turnus-
mäßige Neuwahl des Vorstandes.
Als neuer Vorsitzender wurde Herr Prof. Dr.
Andreas W. Bitter gewählt, der damit Herrn
Am 8. Oktober 2011 wird auf der Messe „Jagd
& Angeln“ auf dem agra-Veranstaltungsgelän-
de in Markkleeberg bei Leipzig ein Fachpro-
gramm für Waldbesitzer und Jäger angeboten.
In diesem Rahmen findet der nunmehr 3. Mit-
teldeutsche Waldbesitzertag statt.
Ab 10 Uhr starten, fachlich vorbereitet von
den Waldbesitzerverbänden der drei mittel-
deutschen Bundesländer, Fachvorträge rund
um den Wald.
Themenschwerpunkte sind:
„Der Wald-Wild-Konflikt“ mit Vorträgen zu
Positionen aus verschiedenen Perspektiven.
„Versicherungsträger und Verbände“ mit Vor-
trägen zur Beitragsentwicklung der Land-
wirtschaftlichen Berufsgenossenschaft so-
wie der Wasser- und Bodenverbände.
„Naturschutz im Wald“ mit Vorträgen zu
Naturschutzvorhaben in Thüringen und zur
Umsetzung von FFH-Management-Plänen
und deren Auswirkungen auf den Privatwald.
Parallel dazu finden im Außengelände mode-
rierte Vorführungen zu Pflanzverfahren, zum
sicheren Umgang mit der Motorsäge oder
zum Bau von Hochsitzkonstruktionen für Jä-
ger statt. An einem mobilen Sägewerk kann
die Produktion von Schnittholz beobachtet
werden. Nähere Informationen zur Messe und
zum Mitteldeutschen Waldbesitzertag stehen
unter
www.waldbesitzerverband.de,
www.
sachsenforst.de und
www.jagd-und-angeln.de.
3. Mitteldeutscher Waldbesitzertag
Sächsischer Waldbesitzerverband mit neuem
Vorstand
Bürgermeister Silvio Ziesemer im Amt folgt.
Stellvertretender Vorsitzender ist wie bisher
Herr Benno von Römer.
Die Mitglieder des Vorstandes sind im Internet
unter
www.
waldbesitzerverband.de vorgestellt.

image
| 23
Seit dem 1.4.2011 ist Herr Alexander Jäkel
Geschäftsführer des Sächsischen Waldbe-
sitzerverbandes e. V. Dies möchten wir zum
Anlass für ein Interview nehmen.
Herr Jäkel, was sind die Hauptaufgaben des
Verbandes, was bietet der Verband seinen
Mitgliedern?
Den sächsischen Privat- und Körperschafts-
waldbesitzern eine Stimme zu geben, ist
Hauptanliegen des Verbandes. Die stetig stei-
genden Ansprüche vieler Interessensgruppen
und der Gesellschaft an den Wald bedingen
eine fachlich kompetente aber auch nach-
drückliche Auseinandersetzung. Auf Landes-
ebene wird sich der Sächsische Waldbesitzer-
verband weiter für den Schutz des Eigentums,
der Eigentümerrechte und für die Verbes-
serung der Rahmenbedingungen forstwirt-
schaftlichen Handelns einsetzen. Hierbei gibt
es unterschiedlichste Anforderungen an den
Verband.
Welche Rolle spielt der Kleinprivatwald?
Der Kleinprivatwald wird mit seinem hohen
Flächenanteil hauptsächlich für die Eigen-
versorgung oder vielfach auch nicht genutzt.
Hier muss der Verband Nutzungsoptionen bzw.
Möglichkeiten zur Erhöhung der Wertschöp-
fung aufzeigen. Parallel hierzu sollten der
Sächsische Waldbesitzerverband, die Forst-
wirtschaftlichen Zusammenschlüsse (FWZ)
und der Staatsbetrieb Sachsenforst gemeinsam
über die Vorteile von Forstwirtschaftlichen Zu-
sammenschlüssen informieren und aktiv auf
die Einbeziehung des Kleinprivatwaldes hinar-
beiten. Gleichzeitig wird sich der Sächsische
Waldbesitzerverband für die Anpassung vor-
handener Förderinstrumente an die Bedürf-
nisse des Kleinprivatwaldes einsetzen und die
fachliche Weiterbildung voranbringen.
Welchen Handlungsbedarf sehen Sie im Be-
reich Körperschaftswald?
Für die Wald besitzenden Körperschaften und
gleichzeitig auch als Unterstützung für FWZ
Interview mit Alexander Jäkel
Geschäftsführer des Sächsischen
Waldbesitzerverbandes e. V.
ist die Wahlfreiheit bei der forsttechnischen
Betriebsführung und dem Revierdienst einzu-
räumen. Die Einbeziehung körperschaftlicher
Waldbesitzer bietet die Chance zur besseren
finanziellen Ausstattung der FWZ und bildet
gleichzeitig die Voraussetzung für eine Profes-
sionalisierung der Geschäftsführung. Dieses
Ziel wird von Kommunen und FWZ gleicher-
maßen verfolgt, somit sollte diese Möglichkeit
zur Verbesserung der strukturellen Gegeben-
heiten genutzt werden. Die körperschaftlichen
Waldbesitzer sehe ich hierbei als Bindeglied zu
einer Vielzahl an kleinen Privatwaldbesitzern,
sozusagen als Kristallisationskerne für inter-
essierte Waldbesitzer. Ob dies über die Bildung
von Gemeinschaftsrevieren mit anderen kör-
perschaftlichen oder privaten Waldbesitzern
bzw. über die Beförsterung durch forstlich
qualifizierte Dritte geschieht, sollte den Ak-
teuren freigestellt werden.
Aus der momentanen Situation der FWZ mit
sehr unterschiedlichen Strukturen, einer stark
variierenden Marktbeteiligung und Profes-
sionalisierung ergeben sich für den Sächsi-
schen Waldbesitzerverband vielfältige Aufga-
benfelder. Vorrangiges Ziel des Verbandes ist
die Erhaltung und Stärkung der momentanen
Struktur der FWZ. Im Zusammenhang mit ei-
ner eigens zu diesem Thema gegründeten Ar-
beitsgruppe werden aktuell Fragen zur Struk-
tur, vorhandenen Problemen und zukünftigen
Handlungsfeldern eruiert. Die Ergebnisse der
Arbeitsgruppe werden in die weitere Arbeit
des Verbandes integriert.
Mit welchen anderen Themenbereichen be-
schäftigen Sie sich derzeit?
Die Beitragserhebung der Landwirtschaftli-
chen Berufsgenossenschaft und die erfolgrei-
che Klage der ostdeutschen Landesverbände
zur Aufstellung einer eigenen Kandidatenliste
für die Vertreterversammlung belegen, dass
der Verband handlungsfähig ist und zeitnah
agiert. Im Ergebnis der Sozialwahl sind jetzt
5 Vertreter der Waldbesitzerverbände in die
12-köpfige Vertreterversammlung gewählt,
ein Ergebnis, auf das die Waldbesitzer stolz
sein können. Nur durch gemeinsames Handeln
und ein hohes ehrenamtliches Engagement
des Vorstandes wurde das Ziel zur Schaffung
einer starken Interessenvertretung innerhalb
der Vertreterversammlung der Landwirtschaft-
lichen Berufsgenossenschaft erreicht.
Darüber hinaus begleitet gerade eine Arbeits-
gruppe die Novellierung des Sächsischen Lan-
desjagdgesetzes, um hier die Interessen der
Privat- und Körperschaftswaldbesitzer ver-
treten zu können. Auch im Rahmen des Ent-
wicklungsprogramms für den ländlichen Raum
(EPLR) ist der Verband bei der Ausgestaltung
der Förderinstrumente aktiv tätig, so z. B. bei
der Anpassung der Förderkriterien zum Wald-
wegebau. Hier ist es uns wichtig, dass zukünf-
tig nicht nur 40 t-befahrbare Waldwege ge-
fördert werden. Dies sind nur einige wenige
Beispiele für die Verbandsarbeit auf Landes-
ebene.
Mit der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Wald-
besitzerverbände erfolgt darüber hinaus auf
Bundesebene aktuell z. B. die Abstimmung zum
Beschluss des Bundestages zur Biodiversitäts-
strategie und somit auch zur Waldstrategie
2020. Einseitige und pauschale Forderungen
des Naturschutzes nach Flächenstilllegungen
im Wald können und werden wir nicht hin-
nehmen. So sehe ich bei den Zielen des Na-
turschutzes eine Diskrepanz zwischen An-
spruch und Realität. Für den Wald wird mit
der Stilllegung von Waldflächen für eine dy-
namische und natürliche Entwicklung gewor-
ben, um evolutionäre Prozesse zu schützen,
auf der anderen Seite wird jedoch mit hohem
finanziellen Aufwand natürliche Entwicklung
behindert und anthropogen entstandene Bio-
diversität konserviert.
Diese Gremientätigkeit des Sächsischen Wald-
besitzerverbandes wird leider nur am Rande
wahrgenommen, hat aber direkten Einfluss
auf die sächsischen Privat- und Körper-
schaftswaldbesitzer. Dieses Informationsdefi-
zit wird der Verband zukünftig abbauen, damit
auch die indirekten Leistungen des Verbandes
Abb. 25: Alexander Jäkel ist Geschäftsführer des
Sächsischen Waldbesitzerverbandes

image
image
24 |
für seine Mitglieder ersichtlich werden. Über
die Interessenvertretung hinaus stellt der Ver-
band natürlich auch exklusive Leistungen für
seine Mitglieder zur Verfügung. Über die ei-
gene Homepage und im Magazin der „Säch-
sischer Waldbesitzer“, welches quartalsweise
erscheint, informiert der Verband z. B. über
aktuelle Entwicklungen, rechtliche und fiska-
lische Fragen sowie über die Verbandsarbeit.
Sonderkonditionen für rechtliche Beratung,
Versicherungen und aktuell Angebote für den
Neuerwerb von Fahrzeugen, runden die über
die Interessensvertretung hinausgehenden
Leistungen ab.
Im vergangenen Jahr feierte der Verband
sein 20-jähriges Jubiläum – wo sehen Sie
den Verband in 20 Jahren?
Ich würde die Frage vielleicht anders formu-
lieren. Wo muss der Verband in 20 Jahren ste-
hen?
Der Blick in die Zukunft ist mit Hinblick auf
die sich immer schneller ändernden Rahmen-
bedingungen schwierig. Fakt ist, dass die An-
sprüche an den Wald und somit auch an seine
Besitzer zunehmen. Die Aufgaben des Säch-
sischen Waldbesitzerverbandes werden somit
ebenfalls steigen. Der Verband lebt von seinen
Mitgliedern, nicht der Vorstand und die Ge-
schäftsstelle sind der Verband, sondern sei-
ne Mitglieder. Wir müssen es schaffen, näher
zusammenzurücken und als Gemeinschaft zu
agieren. Ich denke, es ist unerlässlich, dass die
Mitglieder und noch „Nichtmitglieder“ hier die
Zeichen der Zeit erkennen.
Der Sächsische Waldbesitzerverband muss in
den nächsten Jahrzehnten als starke Interes-
senvertretung der Privat- und Körperschafts-
waldbesitzer deutlich mehr leisten. Momentan
sehe ich eine starke Diskrepanz zwischen den
Anforderungen an den Verband und den dem
Verband zur Verfügung stehenden Ressour-
cen. Diesen Widerspruch muss der Verband
mit der Einbindung neuer Mitglieder und ei-
nem gleichzeitigen Mehrwert für die Mitglie-
der auflösen.
Der Verband hat seinen Sitz in der tradi-
tionsreichen Forststadt Tharandt. Welche
Impulse ergeben sich daraus für die Ver-
bandsarbeit?
Das Erfolgsmodell der nachhaltigen und mul-
tifunktionalen Forstwirtschaft wurde in Tha-
randt begründet und wird auch zukünftig das
Handeln der sächsischen Privat- und Körper-
schaftswaldbesitzer bestimmen.
Die Fachrichtung Forstwissenschaften ist nicht
nur durch die räumliche Nähe ein wichtiger
Partner, sondern vor allem durch die Ressour-
ce Wissen. Als Impulsgeber verstehe ich die
Fachrichtung vor allem im Hinblick auf die Be-
gleitung von Entscheidungsprozessen inner-
halb des Verbandes. Darüber hinaus ist und
bleibt die Fachrichtung ein wichtiger Partner
für die Zusammenarbeit in Gremien und Aus-
schüssen.
Ganz zum Schluss: Was möchten Sie den Le-
sern dieser Ausgabe mit auf den Weg geben?
Um es kurz auf den Punkt zu bringen, treten
Sie als Waldbesitzer in den Sächsischen Wald-
besitzerverband ein.
Der Verband leistet schon jetzt eine umfang-
reiche Interessensvertretung für die sächsi-
schen Privat- und Körperschaftswaldbesitzer.
Gleichzeitig möchte ich aber nochmals darauf
hinweisen, dass dies auch durch eine intensive
Gremienarbeit im Sinne seiner Mitglieder ge-
schieht. Gleichzeitig übernimmt der Vorstand
viele ehrenamtliche Aufgaben. Bei ca. 85.000
Privat- und Körperschaftswaldbesitzern ist
aber eine direkte Beratung und einzelfallweise
Interessenvertretung mit den aktuellen perso-
nellen und finanziellen Ressourcen nur einge-
schränkt möglich.
Deshalb fordere ich alle Privat- und Körper-
schaftswaldbesitzer auf, Mitglied im Sächsi-
schen Waldbesitzerverband zu werden. Nur ein
starker Verband mit vielen engagierten Mit-
gliedern wird die Interessen seiner Mitglieder,
vor dem Hintergrund wachsender Ansprüche,
wahrnehmen können. Wo immer der Sächsi-
sche Waldbesitzerverband seine Stimme für
die Privat- und Körperschaftswaldbesitzer er-
hebt, kommt dies nicht nur den Mitgliedern
des Verbandes zugute. Hier sind die Privat-
und Körperschaftswaldbesitzer als geistige
und finanzielle Solidargemeinschaft gefordert.
In diesem Sinne stehen Ihnen der Vorstand
und ich als Ansprechpartner gerne zur Verfü-
gung. Wir würden uns freuen, Sie schon bald
als neues Mitglied im Sächsischen Waldbesit-
zerverband begrüßen zu können.
Ihr Alexander Jäkel
Der Staatsbetrieb Sachsenforst zählt aktuell
1.272 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Typi-
sche Berufszweige liegen dabei auf der Hand:
Forstwirte, Diplom-Forstingenieure und Di-
plom-Forstwirte. Aber es gibt auch Diplom-
Biologen, Juristen, Vermessungsingenieure
und viele andere Berufe. Einer, der über die
Grenzen einzelner Forstbezirke oder gar über
die Grenzen Sachsens hinaus bekannt ist, ist
Torsten Nimsch, seines Zeichens Leiter der
Forstlichen Ausbildungsstätte im vogtländi-
schen Morgenröthe-Rautenkranz .
Torsten Nimsch trägt seit 1998 Verantwortung
für aktuell 130 Auszubildende zum Forstwirt/
-in, die in drei Lehrjahren ausgebildet wer-
Der Sachsenforst hat viele Gesichter
Torsten Nimsch vorgestellt
den. Der 44-jährige Diplom-Forstingenieur ist
Schulleiter an der einzigen Ausbildungsstätte
in Sachsen, welche die Berufsausbildung zum
Forstwirt anbietet. Neben der betrieblichen
Ausbildung in den Forstbezirken des Staats-
betriebes Sachsenforst und einzelnen privaten
oder kommunalen Forstbetrieben absolvieren
die Auszubildenden in Morgenröthe die über-
betriebliche theoretische und spezielle prakti-
sche Ausbildung. Zudem ist am Standort Mor-
genröthe eine Außenstelle der Berufsschule
integriert, die in zwei Landesfachklassen je
Lehrjahr die schulische Ausbildung sichert.
„Die Tätigkeit des Forstwirts/der Forstwirtin ist
abwechslungsreich und verlangt sowohl geis-
Das Interview führte Bert Schmieder. Er ist Referatsleiter im Referat
Privat- und Körperschaftswald / Forstpolitik in der Oberen Forst- und
Jagdbehörde
Abb. 26: Torsten Nimsch, Schulleiter der forstlichen
Ausbildungsstätte Morgenröthe

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tige Beweglichkeit als auch biologische, forst-
und betriebswirtschaftliche sowie technische
Kenntnisse. Die Arbeit in der Natur und die
trotz zunehmender Mechanisierung vorhan-
dene schwere körperliche Arbeit erfordern
eine stabile Gesundheit“, umschreibt Torsten
Nimsch die Anforderungen an die Auszubil-
denden. Wer sich spezialisieren will, kann sich
zum Zapfenpflücker oder Baumpfleger ausbil-
den lassen. Arbeitsplätze gibt es später zum
Beispiel im Staatsbetrieb Sachsenforst selbst,
der 2011 nach vielen Jahren ohne Neuein-
stellungen drei Forstwirte unbefristet und 14
befristet für zwei Jahre einstellt. Aber auch
private Garten- und Landschaftsbau-Firmen,
Forstdienstleistungsunternehmen oder Natur-
schutzbehörden schätzen die gut ausgebilde-
ten Forstwirte aus Sachsen.
„Unsere Forstwirte müssen beweisen, dass
sie gelernt haben, wie ein Baum mit der Mo-
torsäge gefällt wird. Danach wird der Stamm
vermessen und nach Qualität und Abmessung
sortiert, um das Holz optimal zu verwerten.
Zuvor muss der Stamm mit Rücketechnik aus
dem Wald geholt werden. Dann folgt die Be-
stimmungsprüfung. Hier gilt es, zahlreiche
Holz- und Pflanzenarten zu erkennen“, stellt
Torsten Nimsch eine typische Prüfungssituati-
on zum Ende der Ausbildung dar. Er wirkt da-
bei sehr ausgeglichen, kompetent und freund-
lich. Kein Wunder also, dass er von den Azubis
akzeptiert und geschätzt wird. „Ich arbeite
gern mit jungen Menschen zusammen und
bin beruflich als auch privat sehr oft in der
Natur unterwegs“, beschreibt er seine Grund-
motivation. „Zum Försterberuf bin ich durch
meinen Großvater gekommen.“
Die Liste seiner beruflichen und privaten Akti-
vitäten scheint nicht zu enden: Der gebürtige
Vogtländer ist Verbandsvorsitzender des Wald-
arbeitsmeisterschaften Sachsen e. V., eines
Vereins, der sich um die Berufsleistungsver-
gleiche der Forstwirte im Freistaat kümmert
und gleichzeitig eine stringente und erfolg-
reiche Öffentlichkeitsarbeit für das Berufs-
bild Forstwirt leistet. Der größte Vereinserfolg
konnte 2010 mit einem Vizeweltmeistertitel
der Junioren bei den Waldarbeitsmeisterschaf-
ten durch Vereinsmitglied Florian Huster ver-
bucht werden. „Florian hat mit seinem Erfolg
dazu beigetragen, das Berufsbild des Forstwir-
tes positiv in die Öffentlichkeit zu rücken. Zu-
dem wirkte sein Erfolg stark motivierend für
unsere Auszubildenden.“
Torsten Nimsch ist zudem Vorsitzender des
Sächsischen Berufsbildungsausschusses für
landwirtschaftliche Berufe. Seine Freizeit
widmet er sehr intensiv dem Vereinsleben des
Waldarbeitsmeisterschaften Sachsen e. V. In-
sofern es die Zeit zulässt, ist er als Laiendar-
steller mit dem Bauerntheater Anfissa unter-
wegs.
„Für eine professionelle Ausbildung ist natür-
lich auch das Umfeld und die vorhandene In-
frastruktur von entscheidender Bedeutung“,
betont der Schulleiter. Die Ausbildungsstätte
ist in nahezu endlose vogtländische Wälder
eingebettet. Damit sind die Grundgegeben-
heiten für die spezielle praktische Ausbildung
wie das Bedienen von Harvestern und Forwar-
dern gegeben. Der jetzige bauliche Zustand
der überbetrieblichen Ausbildungsstätte ist
jedoch nicht weiter tragbar. Deshalb wird in
den Jahren 2013/2014 eine moderne und den
heutigen fachlichen Anforderungen entspre-
chende Ausbildungsstätte im benachbarten
Bad Reiboldsgrün entstehen. Torsten Nimsch
betrachtet diese Tatsache mit einem weinen-
den und einem lachenden Auge. Ein Stück
Forstgeschichte geht am Standort Morgenrö-
the Rautenkranz zu Ende. Keine fünf Kilometer
entfernt entsteht dann jedoch eine moderne
Aus- und Fortbildungsstätte für Waldarbeit als
Basis für eine nachhaltige und zukunftsorien-
tierte Berufsausbildung.
Hintergrundinformationen zur Berufsausbildung zum Forstwirt / zur Forstwirtin
Anforderungen:
Keine gesetzlich festgelegten Anforderungen, empfohlen wird der Realschulabschluss
Ausbildungsorte: Die Ausbildung wird in dualer Form durchgeführt, d. h. betriebliche und schulische Ausbildung ergänzen sich
und verlaufen parallel.
Die praktische (betriebliche) Ausbildung erfolgt durch anerkannte Ausbilder in einem der Lehrforstbezirke des Freistaates oder in einem privaten,
kommunalen oder kirchlichen Ausbildungsbetrieb.
Die berufstheoretische Ausbildung findet in Morgenröthe-Rautenkranz statt.
Ausbildungsdauer: Die Ausbildungszeit beträgt in der Regel 3 Jahre.
Bewerber mit Abitur können eine Verkürzung der Ausbildungszeit auf 2 Jahre beantragen.
Bewerbung:
Die Bewerbungen sind bis Anfang März des Einstellungsjahres schriftlich an einen Ausbildungsbetrieb /-forstbezirk zu richten.
Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an die zuständigen Stellen für die Ausbildung zum Forstwirt.
Staatsbetrieb Sachsenforst
Geschäftsleitung
Bonnewitzer Str. 34, 01796 Pirna OT Graupa
Tel. 035 01 / 542-195 / -197
E-Mail: poststelle.sbs@smul.sachsen.de
Staatsbetrieb Sachsenforst
Überbetriebliche Ausbildungsstätte Morgenröthe
Markersbacher Str. 3, 08262 Muldenhammer
Tel.: 03 74 65 / 25 03
Weitere Informationen unter
www.sachsenforst.de.
Der Autor des Artikels, Herr Thomas Rother, ist Leiter des Büros der Geschäftsleitung und Pressesprecher des Staatsbetriebes Sachsenforst.

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Übersichtskarte der Organisationseinheiten des
Staatsbetriebes Sachsenforst
Staatsbetrieb Sachsenforst
Geschäftsleitung
Amt für Großschutzgebiete
Obere Forst- und Jagdbehörde
Kompetenzzentrum Wald und Forstwirtschaft
Bonnewitzer Str. 34
01796 Pirna OT Graupa
Telefon: + 49 35 01 542- 0
Telefax: + 49 35 01 542 - 213
E-Mail: poststelle.sbs@smul.sachsen.de
www.sachsenforst.de
Staatsbetrieb Sachsenforst
Forstbezirk Taura
Neußener Straße 28
04889 Schildau OT Taura
Telefon: + 49 342 21 54 19 - 0
Telefax: + 49 342 21 518 - 69
E-Mail: poststelle.sbs-taura@smul.sachsen.de
www.sachsenforst.de
Staatsbetrieb Sachsenforst
Forstbezirk Leipzig
Heilemannstraße 1
04277 Leipzig
Telefon: + 49 341 860 80 - 0
Telefax: + 49 341 860 80 - 99
E-Mail: poststelle.sbs-leipzig@smul.sachsen.de
www.sachsenforst.de
Staatsbetrieb Sachsenforst
Amt für Großschutzgebiete
NSG-Verwaltung Königsbrücker Heide /
Gohrischheide Zeithain
Weißbacher Straße 30
01936 Königsbrück
Telefon: + 49 357 95 49 90 - 100
Telefax: + 49 357 95 49 90 - 109
E-Mail: poststelle.sbs-nsg@smul.sachsen.de
www.nsgkoenigsbrueckerheide-gohrischheide.eu
Staatsbetrieb Sachsenforst
Forstbezirk Dresden
Nesselgrundweg 4
01109 Dresden
Telefon: + 49 351 253 08 - 0
Telefax: + 49 351 253 08 - 25
E-Mail: poststelle.sbs-dresden@smul.sachsen.de
www.sachsenforst.de
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Staatsbetrieb Sachsenforst
Amt für Großschutzgebiete
Biosphärenreservatsverwaltung
Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft
Dorfstr. 29
02694 Guttau OT Wartha
Telefon: + 49 359 32 365 - 0
Telefax: + 49 359 32 365-50
E-Mail: poststelle.sbs-broht@smul.sachsen.de
www.biosphaerenreservat-oberlausitz.de
Staatsbetrieb Sachsenforst
Forstbezirk Oberlausitz
Paul-Neck-Str. 127
02625 Bautzen
Telefon: + 49 35 91 21 60
Telefax: + 49 35 91 21 61 23
E-Mail: poststelle.sbs-oberlausitz@smul.sachsen.de
www.sachsenforst.de
Staatsbetrieb Sachsenforst
Amt für Großschutzgebiete
Nationalparkverwaltung
Sächsische Schweiz
An der Elbe 4
01814 Bad Schandau
Telefon: + 49 350 22 9 00 - 712
Telefax: + 49 350 22 9 00 - 666
E-Mail: poststelle.sbs-nationalparkverwaltung@smul. sachsen.de
www.nationalpark-saechsische-schweiz.de
Staatsbetrieb Sachsenforst
Forstbezirk Neustadt
Karl-Liebknecht-Str. 7
01844 Neustadt i. Sa.
Telefon: + 49 35 96 58 57 - 0
Telefax: + 49 35 96 58 57 - 99
E-Mail: poststelle.sbs-neustadt@smul.sachsen.de
www.sachsenforst.de
Staatsbetrieb Sachsenforst
Forstbezirk Bärenfels
Alte Böhmische Straße 2
01773 Altenberg OT Bärenfels
Telefon: + 49 350 52 613-0
Telefax: + 49 350 52 613-28
Telefax: + 49 350 52 613-29
E-Mail: poststelle.sbs-baerenfels@smul.sachsen.de
www.sachsenforst.de
Staatsbetrieb Sachsenforst
Forstbezirk Chemnitz
Am Landratsamt 3, Haus 5
09648 Mittweida
Telefon: + 49 37 27 95 66 - 01
Telefax: + 49 37 27 95 66 - 09
E-Mail: poststelle.sbs-chemnitz@smul.sachsen.de
www.sachsenforst.de
Staatsbetrieb Sachsenforst
Forstbezirk Marienberg
Markt 3
09496 Marienberg
Telefon: + 49 37 35 66 11 - 0
Telefax: + 49 37 35 66 11-18
E-Mail: poststelle.sbs-marienberg@smul.sachsen.de
www.sachsenforst.de
Staatsbetrieb Sachsenforst
Forstbezirk Neudorf
Siebensäurestraße 21
09465 Sehmatal-Neudorf
Telefon: + 49 373 42 14 11 - 0
Telefax: + 49 373 42 14 11 - 10
E-Mail: poststelle.sbs-neudorf@smul.sachsen.de
www.sachsenforst.de
Staatsbetrieb Sachsenforst
Forstbezirk Eibenstock
Schneeberger Str. 3
08309 Eibenstock
Telefon: + 49 377 52 55 29 - 0
Telefax: + 49 377 52 55 29 - 30
E-Mail: poststelle.sbs-eibenstock@smul.sachsen.de
www.sachsenforst.de
Staatsbetrieb Sachsenforst
Forstbezirk Adorf
Kärrnerstr. 1
08261 Schöneck
Telefon: + 49 374 64 33 09 - 0
Telefax: + 49 374 64 33 09 - 226
E-Mail: poststelle.sbs-adorf@smul.sachsen.de
www.sachsenforst.de
Staatsbetrieb Sachsenforst
Forstbezirk Plauen
Europaratstr. 11 (Behördenzentrum)
08523 Plauen
Telefon: + 49 37 41 10 48 - 00
Telefax: + 49 37 41 10 48 - 20
E-Mail: poststelle.sbs-plauen@smul.sachsen.de
www.sachsenforst.de
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Herausgeber:
Staatsbetrieb Sachsenforst
Verantwortlicher Redakteur:
Thomas Rother
Redaktionskollegium:
Anke Findeisen, Forstbezirk Neustadt; Holm Karraß, Forstbezirk Oberlausitz; Mathias Stahn, Forstbezirk
Leipzig; Sven Martens, Kompetenzzentrum Wald und Forstwirtschaft; Bert Schmieder, Obere Forst-
und Jagdbehörde; Thomas Brezina, Sebastian Förster, Christiane Reinel, Anne Sense, Geschäftsleitung
des Staatsbetriebes Sachsenforst
Redaktionsanschrift:
Redaktion Waldpost
Staatsbetrieb Sachsenforst
Bonnewitzer Str. 34
01796 Pirna OT Graupa
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Gestaltung und Satz:
Initial Werbung und Verlag
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