Bekanntmachung des
Sächsischen Staatsministeriums für Soziales und
Gesellschaftlichen Zusammenhalt
über einen
Aufruf zur Interessenbekundung
zur Förderung von Sozialen Orten nach der FRL Orte des Gemeinwesens
Vom 22. Juni 2021
1. Vorbemerkung
Im Koalitionsvertrag 2019 bis 2024 „Gemeinsam für Sachsen“ wurde vereinbart, Soziale Orte
und Orte der Demokratie zu etablieren.
Ziele sind vor allem die Stärkung des Gemeinwesens und der Demokratiearbeit sowie die För-
derung des gesellschaftlichen Zusammenhalts.
Wegen des Sachzusammenhangs und der gemeinsamen Zielrichtung erschien es sinnvoll, die
beiden Vorhaben in einer gemeinsamen Richtlinie zu bündeln.
Soziale Orte sollen den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken, indem sie im öffentlichen
kommunalen Raum Orte der Begegnung, der Kommunikation und der sozialen Dienstleistung
etablieren (vgl. Koalitionsvertrag S. 92).
Das Staatsministerium für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt ruft mit dieser Be-
kanntmachung zur Interessenbekundung nur für den Richtlinienteil 2, Teil A: Landesprogramm
Soziale Orte, der FRL Orte vom 22. Juni 2021, (SächsABl. S. 874) auf.
Für den Teil B: Landesprogramm Orte der Demokratie erfolgt eine Bekanntmachung durch
das Staatsministerium der Justiz und für Demokratie, Europa und Gleichstellung.
2.
Anlass der Förderung
Der demografische Wandel zeigt in Sachsen massive Auswirkungen, insbesondere im ländli-
chen Raum. Demgegenüber zeigt sich in den städtischen Zentren Sachsens, insbesondere in
Leipzig und Dresden, eine zunehmende urbane Segregation zwischen begehrten Wohnlagen
und benachteiligten Quartieren.
In der Fläche sorgen Abwanderung und demografische Entwicklung zu einer stetigen Verrin-
gerung sowohl der öffentlichen als auch der sozialen und wirtschaftlichen Infrastruktur. Zurück
bleiben überwiegend ältere Menschen, es fehlen die Familien und die aktiven jungen Erwach-
senen.
Zentrale Orte des sozialen Miteinanders im ländlichen Raum, wie Geschäfte, Gaststätten oder
Kirchen, sind verwaist. Ohne Orte der (zufälligen) Begegnung nimmt kurzfristig der Austausch
innerhalb der Dorfgemeinschaft ab. Langfristig wird damit der innere Zusammenhalt und die
Vitalität der Gemeinde geschwächt. Damit kann das vorhandene Potenzial für bürgerschaftli-
ches Engagement nicht ausgeschöpft werden.
Zivilgesellschaftliche Strukturen wie Vereine oder Kirchgemeinden verlieren Nachwuchs und
engagierte Mitglieder, auch, weil Berufstätige durch lange Pendelwege zu ihren Arbeitsplätzen
zeitlich stark gefordert sind. Die Menschen verlieren das Gefühl, etwas ausrichten zu können.
In städtischen benachteiligten Quartieren belasten soziale Problemlagen den Zusammenhalt
und lassen den Bewohnerinnen und Bewohnern zu wenig Ressourcen für lebendiges bürger-
schaftliches Engagement.

 
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Die Förderung des gesellschaftlichen Zusammenhalts durch Förderung von Orten der sozialen
Begegnung und des Engagements, das heißt von sogenannten „Sozialen Orten“, ist deshalb
dringend geboten.
3.
Ziele der Förderung
Ziel der Zuwendung ist die Stärkung des lokalen Gemeinwesens. Der Schwerpunkt liegt auf
entwicklungsbedürftigen Räumen, vor allem im ländlichen Bereich, aber auch benachteiligte
1
Quartiere in Städten werden gefördert. Durch die Zuwendung können vornehmlich lokale
Gruppen darin unterstützt werden, Orte der Begegnung und des Austausches zu etablieren.
Mit der Schaffung von Sozialen Orten soll vorhandenes bürgerschaftliches Engagement ge-
stärkt und stabilisiert werden.
Es wird der Aufbau Sozialer Orte, aber auch die Erweiterung bereits bestehender Orte ange-
strebt, zum Beispiel die Nutzung eines Dorfgemeinschaftshauses als Ort des Gemeinwesens.
Soziale Orte werten vor allem den ländlichen Raum mit all seinen Facetten auf und dienen
damit dem Bemühen um gleichwertige Lebensverhältnisse. Durch vernetzte, integriert ange-
botene Leistungen der Daseinsfürsorge soll die Lebensqualität verbessert werden.
In benachteiligten städtischen Gebieten sollen durch Soziale Orte die Menschen unterstützt
werden, sich mit ihren Ressourcen für das Gemeinwesen einzubringen.
Diese Orte sollen in möglichst zentraler öffentlicher Lage und möglichst barrierefrei geschaffen
werden. Für alle Bevölkerungsgruppen soll der Zugang niedrigschwellig sein.
4.
Gegenstand der Förderung
4.1. Die Förderung erfolgt nach Teil 2, Landesprogramm A „Soziale Orte“ der FRL Orte vom
22. Juni 2021. Ausschlaggebend für die Förderung sind die Regelungen der FRL Orte.
Für weitere Einzelheiten zur Förderung siehe die gleichzeitig veröffentlichte FRL Orte.
4.2. Die Förderung kann den Aufbau, die Sicherung, Erweiterung oder Fortführung beste-
hender oder neuer Sozialer Orte beinhalten. Darüber hinaus ist der Betrieb der Orte zu
finanzieren. Dabei werden vorrangig Personal- und Sachkosten übernommen, siehe
Nummer 8.
4.3. Die Förderung von Investitionen mittels dieser Richtlinie soll nur dazu dienen, vorhan-
dene Gebäude so zu ertüchtigen, dass der Betrieb eines Sozialen Ortes ermöglicht wird.
Investitionskosten sind nur insoweit förderfähig, wie sie für die Maßnahme unbedingt
erforderlich sind, siehe Nummer 8.
4.4. Mit den Orten der Demokratie soll eine enge Vernetzung und Kooperation sichergestellt
werden, wo immer dies möglich ist.
5.
Inhaltliche Kriterien für Soziale Orte
Unter ihrem Dach vereinen Soziale Orte verschiedene Funktionen. Da Soziale Orte möglichst
breit aufgestellt sein sollten, ist es anzustreben, möglichst viele dieser Funktionen abzude-
cken. Je umfassender ein Sozialer Ort diesen Merkmalskatalog umsetzen kann, desto stärker
wird die Priorisierung für diesen Ort ausfallen.
1
Der Begriff der Benachteiligung bezieht sich vor allem auf soziale Indikatoren wie zum Beispiel den Anteil der
Bezieher von Leistungen nach SBG II.

 
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Soziale Orte entstehen vorrangig im ländlichen öffentlichen Raum oder weisen einen
konkreten Stadtteilbezug auf.
Soziale Orte entstehen in Räumlichkeiten, die möglichst zentral liegen, leicht zugänglich
sind und in denen sich alle Bevölkerungsgruppen wohl fühlen können. Sie sind möglichst
barrierefrei.
Soziale Orte beruhen nach Möglichkeit auf lokalen Initiativen der Zivilgesellschaft.
Soziale Orte ermöglichen Austausch und Begegnung von:
o
Menschen unterschiedlichen Alters
o
Menschen unterschiedlicher Herkunft
o
Menschen unterschiedlicher sozialer und familiärer Hintergründe.
Soziale Orte arbeiten vernetzt, zielgruppen- und themenübergreifend, sie arbeiten mit
einem integrierten Ansatz in der Gemeinde bzw. im Quartier.
Soziale Orte sind an den lokalen, gemeinwesenorientierten Erfordernissen ausgerichtet.
Soziale Orte fungieren als Plattform für bürgerschaftliches Engagement. Sie aktivieren
Bürgerinnen und Bürger für gemeinschaftliche Beteiligung am lokalen Gemeinwesen.
Sie fördern einen partizipativen Ansatz und stoßen Prozesse an, um gemeinsam mit
Netzwerken und Kooperationen die Attraktivität des lokalen Raums zu steigern.
Soziale Orte aktivieren Bürgerinnen und Bürger durch gezieltes und professionelles Eh-
renamtsmanagement, Öffentlichkeitsarbeit oder auch direkte Ansprache im Gemeinwe-
sen.
Soziale Orte sind in lokale oder auch regionale Netzwerke und Kooperationen eingebun-
den und/oder erneuern, festigen bestehende, oder schaffen neue Netzwerke und stabi-
lisieren diese.
Soziale Orte binden lokale Partner aus Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Verwaltung ein.
Dies eröffnet Möglichkeiten für neuartige Akteurskonstellationen.
Soziale Orte werden von der lokalen Verwaltung der Kommune unterstützt und koope-
rieren mit ihr.
Soziale Orte nehmen für die Förderung bürgerschaftlichen Engagements auch die sozi-
alen Medien in den Blick.
Soziale Orte stellen ihre Räumlichkeiten nach Möglichkeit auch anderen Nutzergruppen,
lokalen Vereinen oder Initiativen zur selbstorganisierten Nutzung zur Verfügung. Sie ste-
hen auch als Orte für soziale Dienstleistungen zur Verfügung.
6.
Zuwendungsempfänger und Zuwendungsvoraussetzungen
6.1. Zuwendungsempfänger können gemeinnützige Vereine, Verbände und gemeinnützige
Gesellschaften, die juristische Personen des Privatrechts sind, oder juristische Personen
des öffentlichen Rechts, zum Beispiel Kommunen, sein.
6.2. Förderfähig sind Maßnahmen, die im Freistaat Sachsen durchgeführt werden. Der Trä-
ger muss im Freistaat ansässig sein und seine lokale Verankerung darstellen.

 
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6.3. Es sollen vornehmlich lokale Gruppen gefördert werden. Dies hat der Träger in seinem
Projektkonzept darzulegen.
6.4. Die Maßnahmen werden grundsätzlich in Gemeinden mit weniger als 40 000 Einwohne-
rinnen und Einwohnern durchgeführt oder weisen einen konkreten bedarfsorientierten
Stadtteilbezug auf. Dieser Stadtteilbezug ist im Projektkonzept zu beschreiben. Die För-
derung erfolgt schwerpunktmäßig in entwicklungsbedürftigen Bereichen, das heißt Räu-
men, die durch sozialstrukturelle Belastungen, infrastrukturelle oder städtebauliche De-
fizite gekennzeichnet sind.
6.5. Es können nur Maßnahmen gefördert werden, für die keine Förderung nach anderen
Programmen des Freistaates Sachsen beantragt werden kann. Besteht für die zu för-
dernden Maßnahmen auch eine Förderung durch Programme des Bundes oder der Eu-
ropäischen Union (EU), erfolgt die Förderung nach dieser Richtlinie grundsätzlich nach-
rangig.
6.6. Die Träger aller geförderten Maßnahmen müssen auf dem Boden der freiheitlichen de-
mokratischen Grundordnung stehen und haben eine den Zielen des Grundgesetzes för-
derliche Arbeit zu gewährleisten, siehe FRL Orte, Teil 1, Ziffer IV.
7.
Laufzeit
Maßnahmen können mit einer maximalen Dauer von bis zu drei Jahren bewilligt werden. Eine
einmalige Verlängerung um bis zu zwei Jahre bis längstens 31. Dezember 2024 ist auf Antrag
möglich.
8.
Art, Höhe und Umfang der Förderung
8.1. Die Zuwendung wird im Rahmen einer Projektförderung als Anteilsfinanzierung in Form
eines Zuschusses gewährt.
8.2. Zuwendungsfähig sind projektbezogene Personal- und Sachausgaben sowie Investitio-
nen, siehe 8.4.
8.3. Der Fördersatz beträgt bis zu 90 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben. In der Re-
gel soll ein Eigenanteil eingebracht werden.
In detailliert begründeten Ausnahmefällen ist eine Förderung bis zu 100 Prozent möglich.
Hierfür hat der Zuwendungsempfänger nachzuweisen, dass die Erbringung des Eigen-
anteils wegen fehlender Eigenmittel unmöglich und die Erbringung von unbaren Leistun-
gen unzumutbar ist.
Der Eigenanteil im Projekt kann durch projektbezogene unbare Leistungen des Zuwen-
dungsempfängers erbracht werden. Diese können als Arbeitsleistungen in Form von un-
bezahlten freiwilligen Arbeitsstunden erfolgen; die Stundenbewertung entspricht der
Höhe des jeweils gültigen Mindestlohns, vergleiche FRL Orte Teil 2, Buchstabe A, Ziffer
V Absatz 5. Der Wert der unbaren Leistungen darf 5 000 Euro pro Projekt nicht überstei-
gen.
Die unbaren Leistungen müssen in der späteren Antragstellung im zweiten Verfahrens-
schritt konkret geplant werden, so dass bereits bei Antragstellung ersichtlich wird, wel-
che Leistungen im Rahmen des Projektes konkret erbracht werden sollen.
Ziel der Sozialen Orte ist die Aktivierung der lokalen Bevölkerung, so dass gerade der
Beitrag der lokalen Gemeinschaft durch Eigenleistungen das Engagement für den Ort
zeigt. Die Träger können im Hinblick auf die Akquise von möglichen Kofinanzierungen
von der Sächsischen Aufbaubank - Förderbank (SAB) beraten werden.
8.4. Investitionen können gefördert werden, wenn sie zur Gestaltung des Sozialen Ortes
zwingend notwendig sind. Darüber entscheidet die Bewilligungsbehörde im Einverneh-
men mit dem Staatsministerium für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt. Zu-
wendungsfähig sind grundsätzlich Instandsetzung, Modernisierung und Erneuerung
(Umbau beziehungsweise Ausbau) von vorhandenen, gegebenenfalls vorher un- oder

 
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untergenutzten Bestandsgebäuden. Die notwendige Ausstattung der Gebäude, soweit
sie für den Betrieb eines Sozialen Ortes erforderlich ist, ist ebenfalls zuwendungsfähig.
Investitionen sind nachrangig zu den Personal- und Sachkosten und nur bis zu einer
Höhe von maximal 50 000 Euro je Maßnahme zuwendungsfähig.
9.
Evaluation und Erfolgskontrolle
Sozialer Zusammenhalt ist ein komplexes Phänomen, das sich einer rein quantifizierenden
Beurteilung entzieht. Ziel des Staatsministeriums für Soziales und Gesellschaftlichen Zusam-
menhalt ist es, die mittel- und langfristige Wirkung der Förderung zu erheben. Dafür wird die
Entwicklung der geförderten Maßnahmen dokumentiert („Wirkungsdokumentation“) und hin-
sichtlich ihrer Potentiale auf Basis der durch die Träger vorgelegten Dokumentationen evalu-
iert.
9.1. Die Träger der Projekte legen der Bewilligungsbehörde jährlich einen Zwischenverwen-
dungsnachweis vor, der einen wirkungsorientierten Sachbericht enthalten soll.
In den Sachberichten ist auf die oben genannten Funktionen der Sozialen Orte einzuge-
hen und zu beschreiben, welche Funktionen mit welchem Ergebnis erfüllt und welche
Funktionen aus welchen Gründen weniger umfassend erfüllt werden können. Es ist die
Entwicklung des gesellschaftlichen Zusammenhalts vor Ort zu beschreiben, insbeson-
dere im Hinblick auf qualitative Veränderungen, die sich aus dem Wirken der neu ge-
schaffenen Sozialen Orte ergeben haben.
9.2. Diese qualitativen Angaben sollen durch quantitative Daten unterlegt werden. Dafür sind
Zahlen zu Nutzerinnen und Nutzern, durchgeführten Aktivitäten (Kurse, regelmäßige An-
gebote, Veranstaltungen), bestehenden beziehungsweise durch die Sozialen Orte auf-
gebauten Kooperationen und Netzwerken sowie deren jeweiligen Reichweiten (lokal,
landkreisweit, überregional) aufzuführen. Außerdem soll die Größe der genutzten Räum-
lichkeiten, die Anzahl der neu geschaffenen Stellen sowie die Anzahl der kurzfristig wie
auch der regelmäßig ehrenamtlich Engagierten angegeben werden.
Seitens des Staatsministeriums für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt wird ein
landesweiter Erfahrungsaustausch der Träger der Sozialen Orte zur Qualitätssicherung der
Arbeit in den Projekten und zum gegenseitigen Austausch angestrebt.
10. Verfahren
Das Staatsministerium für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt fordert Initiativen,
Gruppen oder Träger auf, ihr Interesse an einer Förderung nach der FRL Orte für den Pro-
grammteil 2, Landesprogramm A: Soziale Orte mittels eines Projektkonzeptes zu bekunden.
10.1. Die Interessenbekundung auf der Grundlage dieser Bekanntmachung ist bei der SAB
als Bewilligungsbehörde
bis zum 09.08.2021
vollständig und von der zeichnungsbefugten Person unterschrieben elektronisch (bevor-
zugt) an folgende Mail-Adresse:
soziales@sab.sachsen.de
oder per Post an:
Sächsische Aufbaubank – Förderbank
Pirnaische Straße 9
01069 Dresden, einzureichen.
Ein verspäteter Eingang der Interessenbekundung führt zum Ausschluss aus dem Inte-
ressenbekundungsverfahren. Eine Beteiligung an späteren erneuten Aufrufen zu einer

 
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Interessenbekundung bleibt möglich. Individuelle Fristverlängerungen oder das Nach-
reichen von Unterlagen (Ausnahme: Unterstützungsschreiben der Kommune, siehe
Nummer 10.5.6.4) sind ausgeschlossen.
Als Ansprechpartnerin für Rückfragen steht Ihnen bei der SAB Frau Winkler unter der
oben genannten Mailadresse oder folgender Telefonnummer zur Verfügung: 0351 4910
5457.
10.2. Die Interessenbekundung ist formlos einzureichen. Es sind ein Projektkonzept sowie ein
grober Ausgaben- und Finanzierungsplan als Anlage beizufügen.
10.3. Es besteht kein Rechtsanspruch auf Gewährung von Zuwendungen. Die Auswahl der
Projektträger erfolgt unter Berücksichtigung der vorhandenen Haushaltsmittel.
10.4. Die Auswahl der zu fördernden Projekte erfolgt in einem zweistufigen Auswahlverfah-
ren. Die im ersten Schritt eingereichten Projektkonzepte werden bewertet. Auf Basis
dieser Bewertung erfolgt eine Aufforderung an die ausgewählten Maßnahmenträger, in
einem zweiten Schritt einen formalen Antrag bei der SAB einzureichen. Mit Aufforde-
rung zur Antragstellung wird eine Frist genannt, bis zu der der Antrag einzureichen ist.
Sofern noch kein unterstützendes Schreiben der Kommune (siehe Nummer 10.5.6.4)
vorliegt, ist den kommunalen Behörden vor der Entscheidung über den Antrag Gele-
genheit zur schriftlichen Stellungnahme zu geben.
10.5. Die Interessenbekundung inklusive Projektkonzept, zuzüglich Ausgaben- und Finanzie-
rungsplan sowie Anlagen sollen
nicht länger als zehn Seiten
sein und sind übersicht-
lich anhand der nachfolgend genannten Punkte zu strukturieren. Es werden klare, aus-
sagekräftige und konkrete Ausführungen zur geplanten Projektumsetzung erwartet.
10.5.1. Darstellung des Trägers
Kurzdarstellung des Trägers (unter anderem Name, Adresse, Rechtsform, Grün-
dungsjahr, Arbeitsschwerpunkte)
10.5.2. Erfahrungen und Kompetenz des Trägers
Erfahrungen im Bereich der Gemeinwesenarbeit, der generationenübergrei-
fenden Arbeit oder im Bereich der Bürgerbeteiligung und Partizipation
Bisherige Erfahrungen des Trägers bei der Umsetzung von Förderprojekten
Darstellung der in der Richtlinie genannten lokalen Verankerung
10.5.3. Beschreibung der lokalen Gegebenheiten
Kurze Situationsanalyse mit Beschreibung der vorhandenen Defizite, aber auch der
lokalen Ressourcen sowie der aussagekräftigen Analyse des Bedarfes an einem
Sozialen Ort.
10.5.4. Angaben zum Projektort
Ist-Zustand in der Gemeinde sowie der geplante Standort
Beschreibung der vorgesehenen Räumlichkeiten (Alt-/Neubau, Bestandsge-
bäude, Größe, Anzahl Räume) im Hinblick auf die vorgesehene Nutzung
Beschreibung des Ist- sowie des Soll-Zustandes des Gebäudes und der da-
raus abgeleitete Investitionsbedarf
Erläuterung der geplanten Baumaßnahmen
Eigentumsverhältnisse der vorgesehenen Räumlichkeiten/Gebäude

 
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10.5.5. Gesamtzielsetzung des Projektes
Die Ziele, die der Träger mit dem Aufbau eines Sozialen Ortes erreichen möchte,
sind darzulegen. Daraus soll die Gemeinwesenorientierung der Zielsetzung und die
Ausrichtung an den lokalen Bedarfen deutlich werden.
10.5.6. Projektinhalt
Beschreibung der geplanten Aktivitäten und Darstellung, welche der unter Nummer
5 genannten Kriterien Sozialer Orte in welcher Art und Weise umgesetzt werden
sollen. Darunter sind insbesondere die folgenden Mindestanforderungen (Nummer
10.5.6.1. bis 10.5.6.4.) darzustellen:
10.5.6.1. Austausch, Begegnung und Angebote
Die angedachten Angebote des Ortes, wie Freizeitkurse oder Veranstaltungen
sowie die Formen und Aktivitäten für Begegnung und Austausch der Menschen
unterschiedlichen Alters, Herkunft oder familiärer oder sozialer Hintergründe
sind zu beschreiben.
10.5.6.2. Aktivierung, Engagement und Partizipation
Anknüpfend an eventuell bereits vorhandene Initiativen ist darzulegen, wie die
Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde durch den Sozialen Ort zu aktivieren
sind, welche partizipativen Prozesse innerhalb des Projektes, aber auch für das
Gemeinwesen geplant sind. Die angestrebte Förderung des bürgerschaftlichen
Engagements ist auszuführen. Die Ausgangslage des bürgerschaftlichen En-
gagements vor Ort sollte beschrieben werden.
10.5.6.3. Ehrenamtsmanagement und Ansprache der Bürgerinnen und Bürger
Der Träger hat die Methoden der Ansprache der Bürgerinnen und Bürger sowie
das Ehrenamtsmanagement zu beschreiben. Hierbei sind auch kurze Angaben
zur Öffentlichkeitsarbeit des Sozialen Ortes anzufügen.
10.5.6.4. Netzwerke, Kooperationen und Unterstützung durch die Kommune
Im Projektkonzept ist eine Situationsanalyse der bisher vorhandenen Träger
und Netzwerke sowie die bisherige lokale Einbettung des Trägers darzustellen.
Ergänzend sind die Kooperationen mit bestehenden Regelangeboten zu erläu-
tern. Die geplanten, gegebenenfalls neu aufzubauenden Netzwerkstrukturen
oder Kooperationen sollen aussagekräftig beschrieben werden.
Um die Unterstützung durch die Kommune darzulegen, sollte ein unterstützen-
des Schreiben der Kommune mit eingereicht werden, beziehungsweise kann
nachgereicht werden.
10.5.7. Personal
Anzahl sowie Qualifikation und Kompetenzen des für den Einsatz im Projekt geplan-
ten Personals sind zu beschreiben.
10.5.8. Zeitplan
Ein grober Zeitplan mit geplanten Etappenzielen ist zu erstellen.
10.5.9. Nachhaltigkeit
Erläuterung, wie die Nachhaltigkeit, d.h. eine mögliche Finanzierung nach Auslaufen
der Förderung, gesichert werden kann.
10.5.10.
Ausgaben- und Finanzierungsplan

 
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Grobe Darstellung der Gesamtausgaben gegliedert nach geplanten Personal-,
Sach- sowie Investitionskosten je Jahr.
Gegebenenfalls geplante Investitionskosten sind zu untergliedern, so dass erkenn-
bar ist, welche Baumaßnahmen anfallen, siehe Nummer 8.4.
Der Eigenanteil ist inkl. gegebenenfalls geplanter unbarer Leistungen (Art und Höhe)
darzustellen.
10.6. Kriterien der Gewichtung
Für eine bessere Vergleichbarkeit werden Kriterien zur Gewichtung festgelegt. Diese
sind wie folgt bemessen:
Fachliche Qualität des Projektes entsprechend Nummer 10.5.5., 10.5.6.
10.5.9. beziehungsweise Bezug nehmend auf die in Nummer 5 genannten
Kriterien
60%
Aussagen zum Ort entsprechend Nummer 10.5.3 und 10.5.4.
10%
Eignung Träger sowie Personal und Angemessenheit Finanzierungskon-
zept entsprechend Nummer 10.5.2., 10.5.7., 10.5.8. und 10.5.10.
30%
Für die Förderentscheidung wird darüber hinaus auch die regionale Verteilung
der Projekte sowie die angestrebte Trägervielfalt berücksichtigt.
Dresden, den 22. Juni 2021
Sächsisches Staatsministerium für Soziales und
Gesellschaftlichen Zusammenhalt
Sebastian Vogel
Abteilungsleiter