Allgemeines Rundschreiben Straßenbau Nr. 21/2012
Sachgebiet 10.3 Straßenbetriebsdienst – Winterdienst
Leistungsheft für den Straßenbetriebsdienst auf Bundesfernstraßen „Leistungsbe-
reich 5: Winterdienst
Neufassung September 2012
Bezug:
Erlass SMWA vom 27. Januar 2006; Az.: 61-3910.10/fbg
Sächsische Ergänzungen
Mit beigefügtem Allgemeinem Rundschreiben Nr. 21/2012, Sachgebiet 10.3 Straßenbe-
triebsdienst – Winterdienst führt das Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Stadtentwick-
lung die Fortschreibung des Leistungsbereiches 5: Winterdienst des Leistungsheftes für den
Straßenbetriebsdienst auf Bundesfernstraßen ein.
Hinweis:
Durch die Zusammenfassung der bisherigen Leistungspositionen 5.08 „Schneezäune auf-
und abbauen“ und 5.09 „Gefahr- und Schneezeichen auf- und abbauen zur neuen Position
5.08 „Sonstige Winterdienstleistungen“ entsteht in der Leistungserfassung und Kosten-
Leistungsrechnung ein Problem, weil für die beiden Leistungen unterschiedliche Aufmaße
verwendet werden (km und Stück). Würden beide Leistungen mit einem gemeinsamen Auf-
maß erfasst, wäre eine sinnvolle Kosten- und Leistungsdarstellung nicht mehr möglich.
Deshalb wird auf die Zusammenfassung verzichtet.
Im Auftrag
Kerstin Peuker
Referentin
_______________________________________________________________________________
SÄCHSISCHES STAATSMINISTERIUM FÜR WIRTSCHAFT, ARBEIT UND VERKEHR
SAXON STATE MINISTRY FOR ECONOMIC AFFAIRS, LABOUR AND TRANSPORT
Referat 64
Wilhelm-Buck-Straße 2 | 01097 Dresden | Postanschrift: PF 10 03 29 | 01073 Dresden
Tel.: +49 351 564-8674 | Fax: +49 351 564-8609
kerstin.peuker@smwa.sachsen.de
|
www.sachsen.de
Kein Zugang für elektronisch signierte sowie für verschlüsselte elektronische Dokumente.

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Bundesministerium
für Verkehr, Bau
und Stadtentwicklung
Bundesministerium für Verfehr, Bau und Sladtentwicklung • Postfach 20 01 00, 53170 Bonn
Oberste Straßenbaubehörden
der Länder /
nachrichtlich: .
Bundesanstalt für Straßenwesen
Brüderstraße 53
51427 Bergisch Gladbach.
Bnndesrechmongshof
Außenstelle Potsdam
Dortussstraße 30/34
14467 Potsdam
yr//.
.-im ccru
.Zl-ff-tü iA';:
Prof. Dr.-Ing. Dr,-Ing. E.h. JosefKünz
Leiter der Abteilung Straßenbau
HAUSANSCHRIFT
Robert-Schuman-Platz 1
53175 Bonn
POSTANSCHRIFT
Postfach 20 01 00
53170 Bonn
TEL +49 (0)228 99-300-5000
FAX +49 (0)228 99-300-5099
al-stb@bmvbs,bund,de
www.bmvbs.de
Allgemeines Rundschreiben Straßenbau Nr. 21/2012
Sachgebiet 10.3 Straßenbetriebsdienst - Winterdienst
Leistungsheft für den Straßenbetriebsdienst
auf Bundesfernstraßen „Leistungsbereich 5: Winterdienst"
(Dieses ARS wird im Verkehrsblatt veröffentlicht)
Bezug:
1. Dienstbesprechung „Betriebsdienst" am 14.03./18.09.2012 Bonn
2. Mein Schreiben vom 11.07.2012 AZ.: StB 16/7243.7/10/1730290
3. Emfuhrung Leistungsheft für den Straßenbetriebsdienst .auf Bundes¬
fernstraßen Version 1.1, Dezember 2004
Mein Schreiben vom 14.02.2005 AZ.: S27/38.58.00/52Va2004
Aktenzeichen: StB 16/7243.7/10/1730290
Datum: Bom, 08.11.2012
Seite 1 von 2
Die Länderfachgruppe Straßenbetrieb hat den „Leistungsbereich. 5: -
Winterdienst" des Leistimgsheftes für den Straßenbetriebsdienst fort¬
geschrieben und mir zur Einführung übersandt. Ihre Stellungnahmen
und Anregungen im Nachgang zu meinem Schreiben vom 11.07.2012
und im Rahmen der gemeinsamen Dienstbesprechungen am
14.03 ./18.09.2012 sind bei der nachfolgenden Überarbeitimg weitest¬
gehend mit aufgenommen worden.
ZUSTELL- UND LIEFERANSCHRIFT: Heinrich-von-Slephan-Straße
VERKEHRSANBINDUNG: Bus: 631,637,638, Bahn: 66, Haltestelle: Robert-Schuman-Platz
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Zertifikat seftaoog
audit beaifundfämllle

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Bundesministeriüm
für Verkehr, Bau
und Stadtentwicklung
Seite 2 von 2
•Für den Bereich der Bundesfernstraßen fahre ich das überarbeitete
Leistungsheft für den Straßenbetriebsdienst auf Bundesfernstraßen
„Leistungsbereich 5: Winterdienst" - (Neufassung September 2012)
ab sofort ein.
Im Interesse eines einheitlichen Leistungsniveaus empfehle ich, das
Leistungsheft für den Straßenbetriebsdienst auf Bundesfernstraßen,
„Leistungsbereich 5: Winterdienst" auch für die in Ihrem Zuständig¬
keitsbereich liegenden Straßen anzuwenden.
Ich bitte mir von Ihrem Einführungserlass eine Kopie zu übersenden.
Im Auftrag
Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E.h. Josef Kunz
Anlagen: - Leistungsheft für den Straßenbetriebsdienst auf Bundes¬
fernstraßen „Leistungsbereich 5: Winterdienst"
(Neufassung S eptember 2012)
Beglaubigt:

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Leistungsheft für den Straßenhetriebsdienst
auf Bundesfernstraßen
Leistungsbereich 5:
Winterdienst
Neufassung September 2012
Neufassung 2012
Stand: September 2012

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Leistungsheft für den Straßenbetriebsdienst auf Bundesfernstraßen
Leistungsbereich 5: Winterdienst
Seite 5.1
Übersicht
Aligemeine Anforderungen
Streuen
5
Leistung 5.01: Fahrbahnen einschließlich befestigten Seitenstreifen streuen 5
Leistung 5.02: Radwegestreuen 6
Leistung 5.03: Sonstige Verkehrsflächen streuen 6
Räumen und Streuen ^
Leistung 5.04: Fahrbahnen einschließlich befestigtem Seitenstreifen räumen und streuen 7
Leistung 5.05: Radwege räumen und streuen 9
Leistung 5.06: Sonstige Verkehrsfiächen räumen und streuen 9
Leistung 5.07: Erhebliche Schneeverwehungen und Randwälle beseitigen 9
Sonstige Winterdienstleistungen 10
Leistung 5.08: Sonstige Winterdienstleistungen
10
Neufassung 2012
Stand: September 2012

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Lqistungsheft für den Straßenbetriebsdienst auf Bundesfernstraßen
Leistungsbereich 5: Winterdienst
Seite 5.2
Allgemeine Anforderungen
(1) ' Zielsetzung des Winterdienstes ist es, die Sicherheit des Straßenverkehrs und die
Leistungsfähigkeit des vorhandenen Straßennetzes sicherzustellen. Daher besteht die
Aufgabe, Verkehrsgefährdungen und Verkehrsbehinderungen infolge winterlicher Ein¬
flüsse zu vermeiden oder, sofern dies nicht möglich ist, zu beseitigen oder zumindest
zu reduzieren. Dies bedeutet, dass der Winterdienst so frühzeitig wie möglich, bei ent¬
sprechender Wetterprognose möglichst vor Einsetzen der Glätte durchgeführt werden '
soll. .
(2) Bei Leistungen des Winterdienstes sind die im „Merkblatt für den Winterdienst auf
Straßen" gegebenen Hinweise und Empfehlungen entsprechend zu berücksichtigen,
Insbesondere betrifft dies Hinweise zur Organisation, Vorbereitung und Durchführung
des Winterdienstes sowie zum Einsatz von Fahrzeugen, Geräten und Streustoffen.
(3) Der zeitliche Umfang und die Intensität des Winterdienstes soll sich an den tatsächli¬
chen Verkehrsbedürfnissen sowie der vorherrschenden Witterung orientieren, um ein
verlässliches Serviceniveaü für den Verkehr zu erreichen.
Dies ist im „Anforderunqsniveau Winterdienst" (siehe untenstehende Tabelle) fixiert.
Dabei sind anzustrebende-Niveaus für Zeitraum, Qualität und Befahrbarkeit der Straße
in Abhängigkeit von ihrer Verkehrsfunktion und den vorherrschenden Witterungsver¬
hältnissen festgelegt. Die Zuordnung der Straßen zu der Verkehrsfunktion ist regel¬
mäßig zu überprüfen.
Das Anforderungsniveau ist als Anforderung zu verstehen, aufweiche die organisato¬
rischen Maßnahmen des Winterdienstes auszurichten sind. Über das Anforderungsni¬
veau hinaus können allerdings im Rahmen der zur Verfügung stehenden Kräfte Win¬
terdienst-Leistungen erbracht werden, soweit dies im Einzelfall technisch oder wirt¬
schaftlich sinnvoll ist.
Das Anforderungsniveau Winterdienst erfüllt die rechtlichen Vorgaben und geht teil¬
weise darüber hinaus. Es dient als interne Orientierung für die Winterdienstorganisatj-
on, begründet aber keinen Rechtsanspruch für die Verkehrsteilnehmer.
Neufassung 2012
Stand: September 2012

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Leistungsheft für den Straßenbetriebsdienst auf Bundesfernstraßen
Leistungsbereich 5: Winterdienst
Seite 5.3
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i5hrt wird.
Neufassung 2012
Stand: September 2012

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Leistungsheft für den Straßenbetriebsdienst auf Bundesfernstraßen
Leistungsbereich 5: Winterdienst
Seite 5.4
(4) Maßgeblich für den Zeitbedarf zum Räumen bzw. Streuen des Netzes sowie für das
wiederholte Räumen und Streuen aller Strecken sind die jeweiligen Umlaufzeiten. Sie
sind im Rahmen der Einsatzplanung gemäß Merkblatt Winterdienst zu ermitteln und
sollen den jeweiligen Anforderungen der nachfolgenden Leistungspositionen entspre¬
chen. -
(5) Auf den Verkehrsflächen sollen im Regelfall' auftauende Streustoffe gennäß den
„Technischen Lieferbedingungen für Streustoffe des Straßenwinterdienstes" (71-
Streu) eingesetzt werden, dabei ist in der Regel Feuchtsalz, für vorbeugende Streuun¬
gen auch reine Salzlösung zu verwenden. Die Streudichte ist so zu wählen, dass eine
ausreichende Gefrierpunktabsenkung bzw. eine schnelle Tauwirkung erzielt sowie das
Festhaften von Schnee verhindert wird. Bei der Wahl der Menge ist die zu erwartende
Wetterentwicklung zu.berücksichtigen. Aus wirtschaftlichen wie ökologischen Gründen
ist die eingesetzte Streustoffmenge so gering wie möglich zu wählen. Anhaltswerte für
situationsgerechte Streudichten sind im Winterdienst-Merkblatt sowie in den ergän-'
zenden Praktischen Empfehlungen für ein effektives Räumen und Streuen im Stra¬
ßenwinterdienst enthalten.-
(6) Zur Gewährleistung des o.g. Anforderungsniveaus ist eine Winterdienstorqanisation
notwendig. Um den unverzüglichen Einsatz während der angegebenen Zeiten im.Be¬
darfsfall sicherzustellen, sind insbesondere folgende vorbereitende bzw. unterstützen¬
de Arbeiten erforderlich:
- Aufstellung von Räum- und Streuplänen-
- Personal-Einsatzpläne (auch außerhalb der regelmäßigen Arbeitszeiten)
- Stre'ustoffbevorratung
- Straßenzustands- und Wetterbeobachtungen sowie -auswertungen
- Einsatzleitung
Diese Arbeiten sind Voraussetzung für die nachfolgend aufgeführten LeistungsPositio¬
nen des Winterdienstes und mit ihnen eng verbunden, ebenso wie die Dokumentation
des Winterdienstes.
Neufassung 2012
Stand: September 2012

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Leistungsheft für den Straßenbetriebsdienst auf Bundesfernstraßen
Leistungsbereich 5: Winterdienst
Seite 5,5
Streuen
Leistung 5.01: Fahrbahnen einschließlich befestigten Seitenstreifen streuen
(1) Bei winterlicher Straßenglätte sind die Fahrbahnen einschließlich befestigter Seiten¬
streifen sowie bei Rastanlagen die Durch-, Zu-, und Abfahrten zu streuen.
(2) Der Ersteinsatz soll bei sicherer Straßenzustands- und Wetterprognose rechtzeitig vor
Einsetzen der Glättebildung beginnen und möglichst auch abgeschlossen sein. An¬
sonsten soll der Ersteinsatz spätestens eine halbe Stunde nach Feststellung der
Glättebildung beginnen.
(3) Die Reihenfolge der Bedienung ist entsprechend der verkehrlichen Dringlichkeit fest¬
zulegen, Das Streuen der Fahrstreifen der durchgehenden Fahrbahnen hat in der Re¬
ge! Vorrang vor dem Streuen anderer Flächen. '
(4) Auf Richtungsfahrbahnen und mehrstreifigen Rampen sind alle Fahrstreifen gleichzei¬
tig zu streuen, um sicherzustellen, dass Verkehrsteilnehmer beim Fahrstreifenwechsel
nicht durch unerwartete Fahrbahnglätte gefährdet werden.
(5) Innerhalb der Zeiten des Anforderungsniveaus sollen alle durchgehenden Fahrbahnen
und Rampen der Autobahnen und wichtigen Straßen (Verkehrsfunktionsstufen der
Zeilen 1 und 2 des Änforderurigsniveaus) innerhalb von 2 Stunden abgestreut sein,
die der sonstigen Straßen des überörtlichen Verkehrs (Zeile 3 des Anforderungsni¬
veaus) innerhalb von 3 Stunden. Bei.Anforderungsniveaus mit zeitlicher Unterbre¬
chung der Einsätze in der Nacht soll der Streueinsatz morgens mit Beginn des Zeit¬
raums des Qualitätsniveaus abgeschlossen sein.
Bei starken Längsneigungen in Verbindung mit hohen Verkehrsbelastungen, hohem
Schwerverkehrsanteil oder Autobahnabschnitten ohne befestigten Seitenstreifen so¬
wie auf anderen Streckenabschnitten, auf denen Sicherheit oder Leistungsfähigkeit bei
winterlichen Einflüssen in besonderem Maße gefährdet sind, sind kürzere Umlaufzei-
ten anzustreben. ..
Neufassung 2012
Stand: September 2012

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Leistungsheft für den Straßenbetriebsdienst auf Bundesfernstraßen
Leistungsbereich 5: Winterdienst
Seite 5.6
(6) Besonders glättegefährdete Abschnitte des Netzes, auf denen es erfahrungsgemäß
insbesondere durch Reifglätte oder überfrierende. Nässe zur frühzeitigen Bildung von
Glätte kommt,' sind besonders im Winterdienst zu beobachten. Zur Überwachung sol¬
cher'glättegefährdeter Abschnitte eignen sich Glättemeldeanlagen.
Im Falle möglicher Glätte sind diese Abschnitte besonders zu kontrollieren und ggf.
abzustreuen. Dies sollte im Rahmen von Kontrolleinsatzfahrten mit einem beladenen
Streufahrzeug erfolgen. In besonderen Fällen kann auch mittels Taumittelsprühanla-
gen eine automatisierte Streuung erfolgen.
Leistung 5,02: Radwege streuen
(1) Wenn Radwege und kombinierte Rad-/Gehwege auch bei winterlicher Witterung ver¬
kehrswichtig sind, sollen sie bei Glättebildung auf der durch den Verkehrsteilnehmer
genutzten Breite nach besten Kräften gestreut werden.
(2) Die Zeiten der Offenhaltung und die Umlaufzeiten sollten sich an den örtlichen' Ver¬
kehrsbedürfnissen orientieren.
Der Ersteinsatz soll bei sicherer Straßenzustands- und Wetterprognose rechtzeitig vor
Einsetzen^ der Glättebildung beginnen und möglichst auch abgeschlossen sein. An¬
sonsten soll der Ersteinsatz möglichst zeitnah nach Feststellung der Glättebildung be¬
ginnen.
Leistung 5,03: Sonstige Verkehrsflächen streuen
(1) Sonstige Verkehrsflächen sind z.B. Busbuchten und Abstellfiächen für Fahrzeuge.
Weiterhin sind den sonstigen Verkehrsflächen begehbare Flächen, die nicht als Rad¬
wege gemäß Leistung 5.02 betreut werden, zuzuordnen, z. B. wichtige Zugangs- und
Verbindungswege auf Rastanlagen und Zugänge zu Notrufsäulen.
Neufassung 2012
Stand: September 2012

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Leistungsheft für den Straßenbetriebsdienst auf Bundesfernstraßen
Leistungsbereich 5: Winterdienst
Seite 5.7
(2) Die sonstigen Verkehrsflächen sind bei winterlicher Glättebildung zur Sicherstellung
der Benutzbarkeit entsprechend ihrer Verkehrsbedeutung im Anschluss an die unter
5,01 und 5.02 genannten Flächen zu streuen. Begehbare Wege sind auf einer Breite
von etwa einem Meter zu streuen.
Räumen und Streuen
Leistung 5,04: Fahrbahnen einschließlich befestigtem Seitenstreifen räumen und
streuen
(1) Bei Schneefall sind die Fahrbahnen einschließlich befestigter Seitenstreifen sowie bei
Rastanlagen die Durch-, Zu- und Abfahrten zu räumen und zu streuen, um die Bildung
einer Schneedecke.zu verhindern bzW. eine vorhandene zu beseitigen.
Das Räumen mit rotierenden Schneeräummaschinen im Falle von größeren Schnee¬
verwehungen auf die Fahrbahn gehört in die Leistungsposition 5.07.
(2) Der Ersteinsatz soll spätestens eine halbe Stunde nach Feststellung des Einsetzens,
des Schneefalls beginnen. Die gleiche Frist gilt auch für einen Wiederholungseinsätz
nach dem Ende eines Räum- und Streueinsatzes.
Im Falle sicher zu erwartender Glätte kann es aücH sinnvoll sein, die Fahrbahn vor
dem Einsetzen des Schneefalls vorbeugend abzustreüen, um ein Festfrieren des
Schnees auf der Fahrbahn zu verhindern bzw. zu'erschweren.
(3) Die Reihenfolge der Bedienung ist entsprechend der verkehrlichen Dringlichkeit fest¬
zulegen. Das Räumen und Streuen der Fahrstreifen der durchgehenden Fahrbahnen
hat in-der Regel Vorrang vor dem Räumen und Streuen anderer Flächen. Das Räu¬
men und Streuen von Autobahnknoten hat in der Regel Vorrang vor dem Räumen und
Streuen von Anschlussstellen und Rastanlagen.
(4) Randwälle und Schneereste sollen nach Beendigung aller Räumeinsätze soweit ent¬
fernt werden, dass davon ausgehendes Schmelzwasser nicht mehr auf Verkehrsflä-
chen, Zugangs- oder Verbindungswege gelangen kann und zur Glättebildung führt o-
der es durch Randwälle zu keinen Sichtbehinderungen kommt. ' .
Neufassung 2012
Stand: September 2012

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Leistungsheft für den Straßenbetriebsdienst auf Bundesfernstraßen Seite 5.8
Leistungsbereich 5: Winterdienst
(5) Arbeiten zur Wiederherstellung der Erkennbarkeit, Lesbarkeit und Funktionstüchtigkeit
von Verkehrszeichen und Verkehrseinrichtungen sowie zum Freimachen von Sichtfel¬
dern sind nach Beendigung aller Räumeinsätze'durchzuführen.
(6) Auf Bundesautobahnen sowie auf Bundesstraßeh, die im Zusammenhang mit dem
Netz der Bundesautobahnen eine herausragende Verkehrsfunktion erfüllen, ist bei
Räumeinsätzen sicherzustellen, dass die Umlaufzeit für die Bedienung aller Fahrstrei¬
fen der Hauptfahrbahnen, sowie der Rampen und Parallelfahrbahnen von Autobahn¬
knoten und Anschlussstellen sowie der Zu-, Durch- und Ausfahrten von Rast- und
Parkplätzen maximal 3 Stunden beträgt. Die Routenplanung ist so zu gestalten, dass
die durchgehenden Fahrbahnen innerhalb von 2 Stunden- nach Einsatzbeginn geräumt
sind. • > v.
Für die Fahrstreifen und Rampen der wichtigen Straßen für den überörtlichen Verkehr
ist anzustreben, sie zwischen 6.00 und 22.00 Uhr innerhalb von 3 Stunden zu räumen.
Bei Schneefall in der Nacht soll der Räumeinsatz um 6.00 Uhr bereits abgeschlossen
sein.
Die befestigten Seitenstreifen können nachrangig geräumt werden, wenn das Räumen
aller übrigen Fahrbahnen abgeschlossen ist und keine Wiederholungseinsätze erfor¬
derlich sind.
Bei starken Längsneigungen in Verbindung mit hohen Verkehrsbelastungen, hohem
S-chwerverkehrsanteil oder Autobahnabschnitten ohne befestigten Seitenstreifen so¬
wie auf anderen Streckenabschnitten, auf denen Sicherheit oder Leistungsfähigkeit bei
winterlichen Einflüssen in besonderem Maße gefährdet sind, sind kürzere Umlaufzei-
ten anzustreben. • .
(7) Wenn bei starkem', lang anhaltendem Schneefall die oben angegebenen Umlaufzeiten
nicht ausreichen; um auf mehrstreifigen Richtungsfahrbahnen und Rampen alle Fahr¬
streifen weitgehend schneefrei zu halten, kann zur Verkürzung der Umlaufzeiten auf
das Räumen eines oder mehrerer Fahrstreifen vorübergehend verzichtet werden.
Neufassung 2012
Stand: September 2012

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Leistungsheft für den Straßenbetriebsdienst auf Bundesfernstraßen
Leistungsbereich 5: Winterdienst
Seite 5.9
Leistung 5,05: Radwege räumen und streuen
' (1) Wenn Radwege und kombinierte Rad-/Gehwege auch bei winterlicher Witterung ver¬
kehrswichtig sind, sind sie bei Schneefall auf einer Breite von mindestens 1,50 m zu
räumen und zu streuen.
(2) Die Zeiten der Offenhaltung und die Umlaufzeiten seilten sich an den örtlichen' Ver¬
kehrsbedürfnissen orientieren.
Der Ersteinsatz soll möglichst zeitnah nach dem Einsetzen des Schneefalls beginnen.
Leistung 5,06: Sonstige Verkehrsflächen räumen und streuen
(1) Sonstige Verkehrsflächen sind z. B. Busbuchten und Abstellflächen für Fahrzeuge.
Weiterhin sind den sonstigen Verkehrsflächen begehbare Flächen, die nicht als Rad¬
wege gemäß Leistung 5.05 betreut werden, zuzuordnen, z. B. wichtige Zugangs- und
Verbindungswege auf Rastanlagen und Zugänge zu Notrufsäulen.
(2) Die sonstigen Verkehrsflächen sind bei Schneefall zur Sicherstellung der Benutzbar-
keit entsprechend ihrer Verkehrsbedeutung im Anschluss an die unter 5.04 und 5.05,
genannten Flächen zu räumen und zu streuen. Begehbare Wege sind auf einer Breite
von etwa einem Meter zu räumen und zu streuen.
Leistung 5.07: Erhebliche Schneeverwehungen und Randwälle beseitigen
(1) Unter erheblichen Schneeverwehungen werden alle Schneemengen verstanden, die
nicht mittels Schneepflug zu .räumen sind, sondern zu deren Beseitigung rotierende
Schneeräummaschinen oder Baumaschinen, zum Einsatz kommen.
(2) Von Verkehrsflächen sind Schneeverwehungen und Randwälle zu beseitigen, um die
Befahrbarkeit bzw. Benutzbarkeit wiederherzustellen oder die Sichtverhältnisse zu
verbessern.
(3) Dieser Leistung sind alle Aufwendungen zuzuordnen, die notwendig sind, um die Be-
• fahrbarkeit bzw. Benutzbarkeit der Verkehrsfiäche wiederherzustellen, d.h. auch Auf¬
Neufassung 2012
Stand: September 2012

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Leistungsheft für den'Straßenbetriebsdienst auf Bundesfernstraßen
Leistungsbereich 5: Winterdienst
Seite 5.10
Wendungen für Abfuhr, Transport und Lagerung des Schnees. Ebenso sind die Auf¬
wendungen für verkehrsregelnde Maßnahmen zu berücksichtigen, die notwendig sind,
bis die Befahrbarkeit bzw. Benutzbarkeit wiederhergestellt ist. •
Sonstige Winterdienstleistungen
Leistung 5.08: Sonstige Winterdienslleistungen
(1) Schneezäune sind an Stellen mit besonderer Anfälligkeit von Schneeverwehungen vor
Beginn der Winterdienstperiode auf- und nach deren Ende wieder abzubauen.
(2) ' Gefahrzeichen zur Warnung'vor "Schnee- und Eisglätte" sind entsprechend den Rege¬
lungen der Straßenverkehrsordnung (StVO) vor Beginn der Winterdienstperiode auf¬
zustellen und im Frühjahr wieder zu entfernen.
(3) • Schneezeichen sind für die Dauer der Winterperiode an Abschnitten zu errichten, an
denen im Winter mit Schneehöhen über 50-cm oder der Bildung.von Randwällen zu
rechnen ist. Bei vorhandenen Straßenabläufen sollten sie in Höhe der Abläufe stehen,
um diese bei Bedarf leichter finden zu können.
Bezugsquellen der zitierten Regelwerke
Merkblatt für den Winterdienst auf Straßen2)
Technische Lieferbedingungen für Streustoffe des Straßenwinterdienstes2'
Hinweise und .Empfehlungen zur Beschaffung von Streustoffen (Kommentar)2) •
Praktische Empfehlungen für ein effektives Räumen und Streuen im Straßenwinterdienst2
Straßenverkehrsordnung (StVO)10)
Bezugsquellen:
2) FGSV Verlag GmbH, Postfach 50 13 62, 50973 Köln
10) Bundesanzeiger Verlagsgesellschaft mbH, Breite Straße 78-80, 50667 Köln
Neufassung 2012
Stand: September 2012