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INTERNAT DES SÄCHSISCHEN LANDESGYMNASIUM FÜR SPORT LEIPZIG | MARSCHNERSTRAßE 30 | 04109 LEIPZIG
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KONZEPTION DES INTERNATES DES
SÄCHSISCHEN LANDESGYMNASIUMS
FÜR SPORT LEIPZIG
STAND: Januar 2021
INHALT
1) Vorwort
2) Geschichte der Einrichtung
3) Rahmenbedingungen
4) Pädagogische Arbeit des Internates
4.1 Leitbild
4.2 Inhalte der pädagogischen Arbeit
4.3 Betreuung im Ü18-Wohnbereich der Kolonnadenstraße 28
4.3 Öffentlichkeitsarbeit
4.4 Anforderungen an die Pädagog*innen
5) Prävention
5.1 Präventionsarbeit mit den Bewohner*innen
5.2 Handlungs- und Verfahrensgrundsätze bei Kindeswohlgefährdung
5.2.1 Handlungsgrundsätze
5.2.2 Verfahrensgrundsätze
5.3 Notfallplan
5.4 Verhaltenkodex mit Mitarbeiter*innen
5.5 Verhaltenskodex für Internatsbewohner*innen
6) Organigramm

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1) VORWORT
Das Sportinternat Leipzig in der Marschnerstraße 30 ist inhaltlich und baulich mit dem
Landesgymnasium für Sport Leipzig (Eliteschule des Sports und Eliteschule des DFB) verbunden. Beide
Einrichtungen befinden sich in Trägerschaft des Sächsischen Staatsministerium für Kultus.
Mit dem Sportinternat bietet der Sportstandort Leipzig auswärtigen Schüler*innenn die Möglichkeit,
Leistungssport und Schulausbildung zu verknüpfen.
Dabei stellt das Sportinternat für die Internatsschüler*innen, außerhalb von Schule und Sport, eine
Schnittstelle zur ganzheitlichen, altersspezifischen Entwicklung der Kinder und Jugendlichen. Zugleich
wird während des Internatsaufenthaltes durch das pädagogische Team der Austausch und die
Kooperation zwischen Familie, Schule und Sport sichergestellt.
Um diese Erziehungspartnerschaften für alle Beteiligten auf einem qualitativ hohen Niveau mit Leben
zu erfüllen, bedarf es für die alltägliche Arbeit entsprechend guter Rahmenbedingungen sowie
inhaltlicher Schwerpunkte und Zielsetzungen. Diese sind in den Punkten 3 bis 5 näher beschrieben.
2) GESCHICHTE DER EINRICHTUNG
Die Geschichte des Sportinternates ist eng mit der Entwicklung des Sportschulstandortes Leipzig
verbunden. Nachdem am 1. September 1952 in Leipzig-Dölitz die Kindersportschule Leipzig gegründet
wurde, wurden im Jahre 1958 die ersten 10 Internatsplätze in der Funkenburgstraße geschaffen. Mit
dem Anwachsen der Schülerzahlen der KJS (Kinder- und Jugendsportschule), wie sie seit 1953 genannt
wurde, erweiterte sich auch die Kapazität der Internatsplätze auf 140 Schüler durch Internate in der
Mottelstraße, der Karl-Tauchnitz-Straße und der Demmeringstraße.
Im Jahr 1971 wurde die neue KJS in der Marschnerstraße 30, dem heutigen Standort des
Landesgymnasiums für Sport Leipzig, eingeweiht. Einschließlich Demmeringstraße und Poetenweg
standen nun 360 Internatsplätze zur Verfügung. Im Jahre 1992 wurde aus der 'KJS - Ernst Thälmann'
das Sportgymnasium Leipzig. Mit dem Beginn einer Kooperation mit der 43. Mittelschule (ab 2003
Sportmittelschule, ab 201 6 Sport0berschule) im Jahr 1995 wurden auch Sportmittelschüler*innen im
Internat Marschnerstraße aufgenommen.
Für den Zeitraum zwischen August 1998 und Februar 2000 wurde das Internat aufgrund von
Sanierungsarbeiten in die Kolonnadenstraße ausgelagert. Im Februar 2000 erfolgte der Wiedereinzug
in das vollständig sanierte Internatsgebäude in der Marschnerstraße 30.

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3) RAHMENBEDINGUNGEN
Das Sportinternat bietet auf insgesamt vier Etagen 124 Schüler*innen des Sächsischen
Landesgymnasiums für Sport Leipzig Platz. Die Internatsschüler*innen bewohnen Einzel- oder
Doppelzimmer in Wohneinheiten, welche von den zentralen Etagenfluren abgehen. Jeweils sechs
Bewohner*innen bilden eine Wohneinheit. Diese setzt sich aus zwei Doppelzimmern und zwei
Einzelzimmern bzw. aus drei Doppelzimmern zusammen.
Auf den drei oberen Etagen wohnen jeweils 36 Schüler*innen in sechs Wohneinheiten. Diese
Wohneinheiten werden neben den Schlafräumen durch einen WE-Flur mit Waschecke (2
Waschbecken) und zwei separaten Toiletten ergänzt. Duschen können die Bewohner*innen in der
jeweiligen Etagendusche. Außerdem verfügen die drei oberen Etagen jeweils über zwei
Gesellschaftsräume (1x groß / 1x klein), in welchen die Schüler*innen den Fernseher oder die
vorhandenen
Schülerrechner
nutzen
können,
sowie
über ein
Mehrzweckzimmer.
Dieses
Mehrzweckzimmer kann beispielsweise als Hausaufgabenzimmer, als Rückzugszimmer für Telefonate
mit den Eltern oder als Gästezimmer für Probeschüler*innen genutzt werden. Durch die jeweilige
Etagenküche ist auch die Selbstverpflegung am Wochenende gesichert.
Im Erdgeschoss wohnen 16 Schüler*innen verteilt auf drei Wohneinheiten. Auch hier werden die
Wohneinheiten neben den Schlafräumen der Bewohner*innen durch einen WE-Flur mit Waschecke (2
Waschbecken) ergänzt. Hier steht eine separate Toilette, sowie eine Dusche in der Wohneinheit zur
Verfügung. Ansonsten verfügt das Erdgeschoss über zwei Gesellschaftsräume sowie über eine
Etagenküche.
Im Untergeschoss befinden sich diverse Funktionsräume sowie der Fahrradkeller. So stehen den
Bewohner*innen neben einem Wasch- und Trockenraum sowie einem Entspannungsraum auch
Räume zur Freizeitgestaltung (Kegelbahn, Tischkickerraum und Tischtennisraum) zur Verfügung.
Für volljährige Schüler*innen stehen im Ü18-Bereich in der Kolonnadenstraße 28 vierzig Wohnplätze
zur Verfügung. Die Unterbringung erfolgt hier in Wohngemeinschaften mit 3 – 5 Bewohner*innen. Die
Zimmer sind möbiliert, darüber hinaus stehen in allen Wohnungen voll ausgestattete Küchen und ein
Gemeinschaftsbad zur Verfügung.
Von Montag früh bis Freitagmittag gibt es eine verpflichtende Vollverpflegung für alle
Internatsbewohner*innen der Marschnerstraße 30. Die Mahlzeiten werden in der hauseigenen Mensa
eingenommen.
Die Regeln des Zusammenlebens sind in der Hausordnung fixiert. Die Unterbringung auf den
Wohnetagen erfolgt in einer altersspezifischen Ordnung, nach welcher die jüngsten Bewohner*innen
in der obersten Etage wohnen.
Der Internatsbetrieb wird durch einen Internatsleiter sowie acht Internatspädagog*innen im
Schichtsystem abgesichert, wobei die Betreuungsleistung vorrangig im Nachmittags- und
Abendbereich erfolgt. Entsprechend der Anzahl und des Alters der Etagenbewohner*innen wird die
Betreuung gewährleistet. So arbeiten auf der dritten Etage drei Bezugspädagog*innen, um eine
altersentsprechend intensivere Betreuung zu gewährleisten. Auf der zweiten und ersten Etage sind
jeweils zwei Bezugspädagog*innen eingesetzt, von denen in der Regel jeweils ein/e Kolleg*in im
Abendbereich auf der Etage anwesend ist. Im Erdgeschoss, wo die ältesten Internatsschüler*innen
wohnen, arbeitet ein/e Bezugserpädagog*in, der bei Abwesenheit von den anderen Kolleg*innen im
Haus vertreten wird.
Durch die bauliche Verbindung zwischen dem Internat und dem Landesgymnasium für Sport sind den
Bewohner*innen mit gymnasialem Zweig kurze Wege garantiert. Insgesamt ist das Internat aufgrund
seiner zentrumsnahen Lage sehr gut angebunden. So stehen mehrere Linien der öffentlichen

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Verkehrsmittel zur Verfügung, der Weg ins Zentrum ist auch bequem zu Fuß zu bewältigen und etliche
Trainingsstätten befinden sich in der näheren Umgebung.
Zur zusätzlichen Betreuung der Internatsschüler*innen, stehen unter anderem im Haus
Ernährungsberatung, Physiotherapie und Laufbahnberatung zur Verfügung. Zudem arbeiten wir bei
Bedarf mit externen Partner*innen wie zum Beispiel den Sportpsycholog*innen der Uni Leipzig sowie
unserem langjährigen Hausarzt Herrn Professor Dr. Brock (Kinder- und Jugendsportmedizin)
zusammen.
Derzeit werden die Sportarten Fechten, Fußball, Handball, Judo, Kanu-Rennsport, Kanu-Slalom,
Leichtathletik, Radrennsport, Rhytmische Sportgymnastik, Ringen, Rudern, Schwimmen, Tauchsport,
Triathlon, Turnen, Volleyball sowie Wasserspringen betreut.
Die Schüler*innen der Sächsischen Landesschule für Sport Leipzig, deren Hauptwohnsitz sich im
Bundesland Sachsen befindet, erhalten auf Antrag eine Zuwendung zur Deckung der Internatskosten
beim Freistaat Sachsen. Schüler*innen mit Hauptwohnsitz in anderen Bundesländern haben die
Möglichkeit, eine Förderung über den Landessportbund Sachsen bei entsprechendem Kaderstatus zu
beantragen.

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4) PÄDAGOGISCHE ARBEIT DES INTERNATES
4.1 Leitbild
Das Sportinternat unterstützt und begleitet in seiner engen Zusammenarbeit mit dem Sächsischen
Landesgymnasium für Sport Leipzig seine Bewohner*innen auf dem Weg zu sportlichen
Höchstleistungen sowie schulischen Erfolg.
Durch das geschulte Betreuerteam, zusammengesetzt aus Erzieher*innen, Lehrer*innen, Heil- und
Sozialpädagog*innen, werden unsere Bewohner*innen bei der Bewältigung ihres schulischen,
sportlichen und privaten Alltages unterstützt. Wir stellen so einen wichtigen Kooperationspartner für
die Internatsschüler*innen, die Personensorgeberechtigten, die Lehrer*innen sowie für die
Trainer*innen dar. Dabei begegnen wir unseren Bewohner*innen in ihrer individuellen Besonderheit
und unterbreiten entsprechende Angebote zur Unterstützung sowie zur Ausgestaltung des Alltages.
Bei all unserem Wirken stehen Fairness, ein respektvoller Umgang miteinander und die gelebte
Toleranz als unverrückbare Werte im Vordergrund.
4.2 Inhalte der pädagogischen Arbeit
Die Betreuung der Kinder und Jugendlichen im Sportinternat sowie deren Unterstützung bei der
Bewältigung ihres Alltages zählt zu den Kernaufgaben unseres Betreuerteams. Dazu gehört vor allem
die Unterstützung bei der Entwicklung von Selbstständigkeit und Eigenverantwortung in der
Wahrnehmung
der
Trainings-
und
Schulzeiten,
der
Freizeitgestaltung
und
Klärung
von
Alltagsangelegenheiten.
Dazu zählt aber auch die Unterstützung in schulischen Belangen, zum Beispiel durch Einrichten
individueller Lernzeiten und Besprechen von Lerninhalten oder der Vermittlung von Förderunterricht
sowie der Kontrolle der schulischen Leistung durch regelmäßige Einsichtnahme in der Notenübersicht.
Voraussetzung für diese Angebote ist die enge Zusammenarbeit und Unterstützung der
Internatspädagogik durch die Personensorgeberechtigten.
Neben diesen Hilfsangeboten unterbreiten die Pädagoge*innen aber auch altersspezifische
Freizeitangebote, wie Kochen und Backen, Kinoabende oder gemeinsame Spielabende und planen und
gestalten Feiern und Feste aus. Außerdem werden die Freizeiträume des Internates intensiv genutzt,
in welchen beispielsweise Kegel- oder Tischtennisturniere ausgetragen werden oder regelmäßig
Entspannungsangebote stattfinden.
Die
Internatspädagog*innen
arbeiten
zudem
bei
weitergehendem
Bedarf
mit
externen
psychologischen und pädagogischen Partner*innen zusammen.
Auch administrative Aufgaben gehören zur pädagogischen Arbeit der Internatspädagog*innen. Neben
der alltäglichen Dokumentation spielen zum Beispiel auch die Überarbeitung der Konzeption sowie die
regelmäßige Überprüfung des Schutzkonzeptes eine Rolle. In diesem Kontext unterbreiten die
Pädagog*innen auf ihren Etagen auch regelmäßig Angebote zu Präventionsveranstaltungen, wie zum
Beispiel
sexualpädagogische
Veranstaltungen
oder
Veranstaltungen
zur
Aufklärung
über
Drogenmissbrauch oder Cybermobbing.
Bei der täglichen Dienstübergabe werden wichtige Informationen zu den Belangen des gesamten
Internates aber auch zu den einzelnen Etagen ausgetauscht und an die Kolleg*innen sowie die
Internatsleitung weitergegeben und entsprechend dokumentiert. So wird sichergestellt, dass alle
Kolleg*innen auch über die wesentlichen Aspekte anderer Etagen informiert sind und entsprechend
handlungsfähig sind.

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Um der Rolle als Kooperationspartner gerecht zu werden, informieren die Pädagog*innen auch
regelmäßig die Eltern der Bewohner*innen über einzelne Vorhaben der Etage oder regen Gespräche
zwischen den Beteiligten an, wenn diese als notwendig erscheinen. Auch der regelmäßige
Trainingsstättenbesuch oder die Teilnahme an Elternabenden sind Bestandteile der pädagogischen
Arbeit und helfen dabei, mit allen Beteiligten in Kontakt zu bleiben.
Und auch die Internatsbewohner*innen selbst haben einen wesentlichen Einfluss auf die
pädagogische Arbeit der Pädagog*innen. So werden die Bewohner*innen durch den Jährlich neu
gewählten Internatsrat auch an der Entscheidungsfindung bezüglich des Internatslebens beteiligt.
Wünsche und Vorstellungen zur Ausgestaltung können über dieses Gremium an die Internatsleitung
herangetragen, diskutiert und nach Beschluss umgesetzt werden.
4.3 Betreuung im Ü18-Wohnbereich der Kolonnadenstraße 28
Da im Ü-18-Projekt eine Verselbständigung und ein eigenverantwortliches Wohnen angestrebt wird,
ist eine intensive, permanente pädagogische Betreuung vor Ort nicht angedacht. Die Pädagog*innen
der Marschnerstraße verstehen sich als Ansprechpartner*innen und Begleiter*innen bei Bedarf. Sie
stehen im regelmäßigen Austausch mit den Schüler*innen und den beteiligten Netzwerkpartnern.
Im Zuge der Verselbständigung, verpflegen sich die Bewohner*innen eigenständig.
4.4 Öffentlichkeitsarbeit
Für die öffentlichkeitswirksame Arbeit verfügt das Internat über einen Internetauftritt, der in
regelmäßigen Abständen überarbeitet und aktualisiert wird. Hier finden alle Interessenten die
wesentlichen Informationen zum Sportinternat sowie die Kontaktdaten.
Außerdem besteht für Interessenten die Möglichkeit über den Sport einen Gastaufenthalt zu
beantragen. Somit können die Gastschüler*innen eine Woche im Internat wohnen und während dieser
Zeit am Unterricht des Sportgymnasiums teilnehmen und den Trainingsumfang an den
Trainingsstätten miterleben.
Eine Besichtigung des Internats für interessierte Trainer*innen, Sportler*innen und ihre Angehörigen
ist nach telefonischer Absprache möglich.
4.5 Anforderungen an die Pädagog*innen
Eine Grundvoraussetzung, um am Sportinternat als Pädagog*in arbeiten zu können, ist die
abgeschlossene
Ausbildung
zum
staatlich
anerkannten
Erzieher
oder
ein
vergleichbarer
Berufsabschluss. Neben der beruflichen Qualifikation Wird vor der Einstellung eines neuen Mitarbeiters
auch dessen persönliche Unbescholtenheit hinterfragt. Dafür wird eine Abschrift des polizeilichen
Führungszeugnisses verlangt.
Für die Arbeit als Internatspädagog*in werden außerdem eine Bereitschaft zur regelmäßigen
Weiterbildung und die
Fähigkeit zur kooperativen Zusammenarbeit mit den Netzwerkpartnern vorausgesetzt. Ein Bezug zum
Leistungssport ist von Vorteil, die Bereitschaft sich mit der Thematik intensiv auseinanderzusetzen, ist
Voraussetzung.

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5) PRÄVENTION
5.1 Präventionsarbeit mit den Bewohnern
Präventionsarbeit
im
Internat
beginnt
mit
dem
regelmäßigen
Austausch
zwischen
den
Kooperationspartnern, Internatspädagog*innen, Internatsbewohner*innen, Eltern, Personensorge-
berechtigten, Trainer*innen und Lehrer*innen.
Dazu werden informelle wie formelle Kommunikationswege genutzt. Außerdem bieten die
Internatspädagog*innen
auf
ihren
Etagen
regelmäßige
Präventionsveranstaltungen
an.
Sexualpädagogische Thematiken oder Themen wie Cybermobbing und Drogenmissbrauch stehen hier
beispielsweise besonders im Fokus.
5.2 Handlungs- und Verfahrensgrundsätze bei Kindeswohlgefährdung
5.2.1 Handlungsgrundsätze
Die Mitarbeiter*innen des Internates sind zum Schutz der seelischen und körperlichen Unversehrtheit,
der geistigen Freiheit und der Entfaltungsmöglichkeiten der Kinder und Jugendlichen verpflichtet.
Die Sorge für das Wohl der im Internat lebenden Kinder und Jugendlichen erfordert es auch, jedem
Anhaltspunkt für Vernachlässigung oder Misshandlung nachzugehen.
Die Internatsleitung entscheidet rechtzeitig über die Einbeziehung des Jugendamtes oder anderer
Stellen.
5.2.2 Verfahrensgrundsätze
Erhält ein/e Mitarbeiter*in des Internates Hinweise auf eine Kindswohlgefährdung, informiert diese/r
umgehend die Internatsleitung. Die Internatsleitung beruft zur Abschätzung des Gefährdungsrisikos
unverzüglich eine Fallberatung ein und sorgt eigenverantwortlich für die Information und
Einbeziehung von Fachkräften anderer Bereiche.
An dieser ersten Fallberatung nehmen mindestens teil: Internatsleitung und alle Erzieher*innen der
Etage. Eine insoweit erfahrene Fachkraft (i.e.Fk. im Sinne des
SGB VIII / Übersicht Anlage 2) kann im
Bedarfsfall gemäß Artikel 1, §4 Absatz 2 Bundeskinderschutzgesetz (BKiSchG) in jeder Phase der
Risikoeinschätzung hinzugezogen werden. Auch andere externe Fachkräfte aus dem Internats-
netzwerk Kinderschutz können nach Bedarf des Einzelfalls an der Fallberatung beteiligt werden.
Im Ergebnis ist ein Protokoll der Fallberatung (Dokumentationsbogen Kinderschutz - DB- KS, Anlage 1)
zu fertigen, in dem u.a. zu dokumentieren ist, welche Anzeichen einer Kindeswohlgefährdung mit
welcher Häufigkeit aufgetreten sind und welche Maßnahmen bereits veranlasst und welche weiteren
vereinbart wurden.
Liegt eine Gefährdung des Kindes vor, wird festgelegt, wer in welchem Zeitraum was tut, so zum Bsp.
gemäß Artikel 1, Abs.2 BKiSchG Gespräche mit Eltern führt bzw. notwendige Hilfsangebote
unterbreitet oder Kontakt zu anderen Bereichen des Verbundes (Schule, Sport) aufnimmt. Hierzu wird
ein verbindlicher Schutzplan (DB-KS, Anlage 1) erstellt, der konkrete Maßnahmen nach dem Muster
enthält: Wer....macht was...bis wann? Diese Maßnahmen sind innerhalb von zwei Wochen durch die
Internatsleitung zu kontrollieren und ggf. fortzuschreiben.
Werden Hilfsangebote durch Kinder bzw. Eltern nicht angenommen bzw. stellt sich heraus, dass diese
nur bedingt wirksam werden, erfolgt durch die Internatsleitung gemäß 1. Abs.3 BKiSchG eine Meldung
an das Jugendamt auf dem dafür vorgesehenen Formblatt (DB.KS, Anlage 1). Die Eltern sind

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grundsätzlich darüber zu informieren, wenn sich dadurch nicht eine zusätzliche Gefährdung für das
betroffene Kind ergibt.
Über die Meldung an das Jugendamt ist das Landesamt für Schule und Bildung in Kenntnis zu setzen.
Bei akuter Gefährdung ist das Jugendamt bzw. der Kinder- und Jugendnotdienst (Anlage 4) sofort zu
informieren oder die Polizei im Zuge von Amtshilfe unmittelbar um Unterstützung zu ersuchen. Bei
gravierender und andauernder Kindeswohlgefährdung bzw. Gefahr in Verzug kann die Internatsleitung
das Familiengericht direkt anrufen. Das Jugendamt wird davon unmittelbar in Kenntnis gesetzt.
5.3 Notfallplan
VORGANG
INFORMATIONSKETTE
MAßNAHMEN
Brand
. Feuerwehr 112
. Pädagog*innen
. Bewohner*innen
. Internatsleitung I Schulleitung
. Personensorgeberechtigte
. wie Belehrung
. Dokumentation
Amok
Geiselnahme
Waffengebrauch
. Polizei 110 I Notarzt 112
. Internatsleitung I Schulleitung
. Pädagog*innen
. Bewohner*innen
. Personensorgeberechtigte
(Todesnachrichten durch Polizei)
. 1. Hilfe leisten I Eigensicherung beachten
. Täter und Opfer trennen
. Einweiser mit Lageplan und
Detailkenntnissen vor dem Internat
. Dokumentation
Amokdrohung
Sprengstoffdrohung
Verdächtiger Gegenstand
Morddrohung
. Polizei 110 I Notarzt 112
. Internatsleitung I Schulleitung
. Pädagog*innen
. Personensorgeberechtigte
. evtl. Betroffene*r
. mit Internatsleitung Maßnahmen
absprechen
. mit Polizei sprechen
. Dokumentation
Selbstmorddrohung
. Polizei 110 I Notarzt 112
. Internatsleitung I Schulleitung
. Pädagog*innen
. Personensorgeberechtigte
. Betroffene*n betreuen
. gefährliche Gegenstände sichern
. Einweiser vor dem Internat bereitstellen
. Dokumentation
Waffenbesitz
. Internatsleitung I Schulleitung I Polizei
. Pädagog*innen
. Personensorgeberechtigte
. Eigensicherung
. evtl. Taschenkontrolle unter Zeugen
. Waffen an die Polizei übergeben
. Dokumentation
Körperverletzung
Unfälle
. Polizei 110 I Notarzt 112
. Internatsleitung I Schulleitung
. Personensorgeberechtigte
. 1. Hilfe I Eigensicherung beachten
. Beruhigung des Opfers
. Einweiser bereitstellen
. Begleitung ins Krankenhaus
. Dokumentation
Sexuelle Übergriffe
. Internatsleitung I Schulleitung
. Pädagog*innen
. Personensorgeberechtigte in Absprache
mit dem Opfer
. Handlungs – und Verfahrensgrundsätze
KWG benutzen
. Opfer schützen
. Beistand
. Dokumentation
Extremismus
Rechtsradikale Tendenzen
. Internatsleitung I Schulleitung
. Pädagog*innen
. Polizei zur Beweissicherung
. verbal entgegentreten
. Material einbeziehen
. Anzeige I Prävention
. Dokumentation
Mobbing
Kränkung
Gewalt
. Internatsleitung I Schulleitung I Polizei
. Pädagog*innen
. Personensorgeberechtigte
. unterbinden
. Opfergespräch
. Maßnahmen mit Kolleg*innen und
Personensorgeberechtigten abstimmen
. Dokumentation
Todesfall im schulischen
Umfeld
. Internatsleitung I Schulleitung I Polizei
. Pädagog*innen
. Personensorgeberechtigte
. Maßnahmen mit Internatsleitung und
Kolleg*innen abstimmen
. Dokumentation

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5.4 Verhaltenskodex für Mitarbeiter*innen
Im Folgenden werden für die Internatspädagog*innen Verhaltensweisen beschrieben, welche für die
alltägliche Arbeit im Internat bindend Sind.
• Bezugspersonen bauen keine privaten Freundschaften zu betreuten Kindern oder Jugendlichen auf.
Es findet keine Fortführung der professionellen Beziehung im privaten Rahmen statt (z.B. private
Treffen, private Urlaube)
• Private
Sorgen
und
Probleme
von
Bezugspersonen
haben
in
der
professionellen
Beziehungsgestaltung nur einen Platz, wenn sie dem pädagogischen Prozess dienlich sind (z.B. als
thematischer Anknüpfungspunkt).
• Verwandtschaftsverhältnisse und Privatbeziehungen/-kontakte zu betreuten Kindern oder
Jugendlichen bzw. deren Familien sind offenzulegen.
• Mitarbeiter*innen verwenden in keiner Form von Interaktion und Kommunikation eine sexualisierte
Sprache oder Gestik (z.B. sexuell getönte Kosenamen oder Bemerkungen, sexistische 'Witze'),
ebenso keine abfälligen Bemerkungen oder Bloßstellungen.
• Mitarbeiter*innen pflegen keine privaten Internetkontakte mit Kindern oder Jugendlichen der
Einrichtung (z.B. soziale Netzwerke, Email, WhatsApp), zulässig sind lediglich dienstliche und
pädagogisch begründete. Sie grenzen sich von medialen Kontaktanfragen der ihnen anvertrauten
jungen Menschen grundsätzlich ab (z.B. Freundschaftsanfragen Facebook).
• Es wird respektiert, wenn Kinder oder Jugendliche nicht fotografiert oder gefilmt werden wollen.
Die Veröffentlichung von Ton- und Bildaufnahmen bedarf ihrer und der Zustimmung der
Sorgeberechtigten.
• Berufliche und ehrenamtliche Mitarbeiter*innen dürfen grundsätzlich auf ihr Verhalten gegenüber
Kindern und Jugendlichen und dessen Wirkung angesprochen werden.
• Berufliche
und
ehrenamtliche
Mitarbeiter*innen
machen
eigene
Übertretungen
des
Verhaltenskodex und die von Kolleg*innen gegenüber der Einrichtungsleitung transparent.
Wir verzichten auf verbales und nonverbales abwertendes Verhalten und beziehen gegen
gewalttätiges, diskriminierendes, rassistisches und sexistisches Verhalten aktiv Stellung.
• Wir nehmen die Intimsphäre, das Schamgefühl und die individuellen Grenzempfindungen der uns
anvertrauten Kinder und Jugendlichen wahr und ernst.

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5.5 Verhaltenskodex für Bewohner*innen
Das Team des Sportinternates Leipzig sieht es als seine Aufgabe an, Vorsorge gegen nichttolerierbare
Verhaltensweisen zu treffen bzw. diese zu verhindern.
Die Bewohnerinnen und Bewohner des Sportinternats Leipzig bekennen sich zu den
Menschenrechten und den Werten der Demokratie. Sie sind untereinander solidarisch und
erklären ausdrücklich ihre Zustimmung zu den folgenden Punkten:
• Wir achten jede Bewohnerin und jeden Bewohner als eigene Persönlichkeit und verachten oder
demütigen niemanden aufgrund ihrer/seiner Herkunft, Religion, sexuellen Orientierung und /
oder des Aussehens.
• Wir pflegen ein friedliches Miteinander und verzichten auf körperliche Gewalt und gegenseitige
Beschimpfungen.
• Wir zwingen niemanden zu Verhaltensweisen, die für diejenige/denjenigen peinlich,
erniedrigend, ekelauslösend oder belästigend sind. Wir machen niemanden lächerlich.
• Wir nutzen das Internet und die sozialen Medien nicht, um andere Personen zu schädigen, zu
bedrohen, zu beleidigen oder lächerlich zu machen.
• Wir unterstützen einander und nehmen aufeinander Rücksicht.
• Wir respektieren die Privatsphäre der anderen Bewohnerinnen und Bewohner und achten
deren Eigentum.
• Wir zeigen Zivilcourage und treten für Schwächere ein.
• Probleme und Konflikte sprechen wir offen an und suchen gemeinsam mit allen Beteiligten nach
einer guten Lösung.
Verstöße gegen diese Erklärung werden vom Team des Sportinternats Leipzig nicht toleriert und
geahndet. Athletinnen und Athleten, Personensorgeberechtigte, Eltern und andere Verwandte,
Trainerinnen und Trainer sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Sportinternats werden
aufgefordert, entsprechende Verhaltensweisen der Leitung des Sportinternats Leipzig zur Kenntnis
zu bringen.

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