image
Stadt Hoyerswerda
Frühzeitige Beteiligung
Bebauungsplan
Nr. BM6 „PV-Anlage Bröthen“, Gemarkung Bröthen Flur 1
Wobtwarjenski plan čo. BM6 „pv-připrawa Brětnja“
Planteil C – Begründung mit Umweltbericht
Planungsstand:
Vorentwurf
Planfassung:
25.03.2022
Gemeinde:
Stadt Hoyerswerda
S.-G.-Frentzel-Straße 1
02977 Hoyerswerda
Gemarkung:
Bröthen Flur 1

Stadt Hoyerswerda
Planteil C Begründung mit Umweltbericht
Bebauungsplan BM6 „PV-Anlage Bröthen“
Wobtwarjenski plan čo. BM6 „pv-připrawa Brětnja“
Vorentwurf
Inhaltsverzeichnis
1. Anlass, Erfordernis und allgemeine Ziele der Planaufstellung ..................................................................... 1
2. Standortentscheidung ...................................................................................................................................... 1
3. Lage des räumlichen Geltungsbereiches ........................................................................................................ 2
4. Übergeordnete planerische Vorgaben ............................................................................................................. 4
4.1 Landesentwicklungsplan ................................................................................................................................ 4
4.2 Regionalplan .................................................................................................................................................... 4
4.3 Photovoltaik-Freiflächenverordnung ............................................................................................................. 4
4.4 Flächennutzungsplan ...................................................................................................................................... 4
5. Schutzgebiete und –bestimmungen ................................................................................................................ 5
5.1 Natur- und Landschaftsschutz ....................................................................................................................... 5
5.2 Wasserschutzgebiete ...................................................................................................................................... 6
5.3 Denkmalschutz ................................................................................................................................................ 6
5.4 Bodenschutz / Baugrund / Abfall / Altlasten ................................................................................................. 6
5.5 Immissionsschutz ........................................................................................................................................... 7
5.6 Bergrecht.......................................................................................................................................................... 7
5.7 Versorgungsleitungen .................................................................................................................................... 7
5.8 Forstrecht ......................................................................................................................................................... 7
5.9 Gewässerschutz .............................................................................................................................................. 7
6. Städtebauliche Konzeption .............................................................................................................................. 8
6.1 Planungskonzept – Grundzüge der Planung (§ 9 (1) BauGB; BauNVO) ..................................................... 8
6.2 Erschließung .................................................................................................................................................... 8
6.2.1 Verkehrliche Erschließung .............................................................................................................................. 8
6.2.2 Anbauverbots-/Anbaubeschränkungszone ..................................................................................................... 8
6.2.3 Medientechnische Erschließung ..................................................................................................................... 9
7. Begründung der Festsetzungen..................................................................................................................... 10
7.1 Bauplanungsrechtliche Festsetzungen - Begründung .............................................................................. 10
7.1.1 Art der baulichen Nutzung ............................................................................................................................ 10

Stadt Hoyerswerda
Planteil C Begründung mit Umweltbericht
Bebauungsplan BM6 „PV-Anlage Bröthen“
Wobtwarjenski plan čo. BM6 „pv-připrawa Brětnja“
Vorentwurf
7.1.2
Maß der baulichen Nutzung.......................................................................................................................... 10
7.1.3 Baugrenze .................................................................................................................................................... 10
7.1.4 Verkehrsflächen ............................................................................................................................................ 10
7.2 Bauordnungsrechtliche Festsetzungen – Begründung ............................................................................. 10
8. Bodenordnung ................................................................................................................................................. 11
9. Flächenbilanz ................................................................................................................................................... 12
10. Umweltbericht mit Eingriffs-Ausgleichs-Bilanzierung ............................................................................... 16

Stadt Hoyerswerda
Planteil C Begründung mit Umweltbericht
Bebauungsplan BM6 „PV-Anlage Bröthen“
Wobtwarjenski plan čo. BM6 „pv-připrawa Brětnja“
Vorentwurf
1
1. Anlass, Erfordernis und allgemeine Ziele der Planaufstellung
Der Stadtrat der Stadt Hoyerswerda fasste am 17.02.2022 den Aufstellungsbeschluss für den
Bebauungsplan Nr. BM6 „PV- Anlage Bröthen“ (Beschluss- Nr.: 0519-1-21/377/27).
Dieser Bebauungsplan enthält verbindliche städtebauliche Regelungen zur Aufstellung von Photovoltaik-
Modulen (PV-Module) in der Gemarkung Bröthen Flur 1 im Stadtgebiet der Stadt Hoyerswerda.
An der Stadtgrenze zur Gemeinde Elsterheide, erschlossen durch die Bundesstraße B 96 und die
Flugplatzstraße setzt dieser Bebauungsplan einen temporären Solarpark und die dafür notwendigen
naturschutzfachlichen Ausgleichsflächen fest.
Der Geltungsbereich, mit einer Fläche von 73,98 ha, liegt nördlich der Bahnstrecke „Węgliniec-Roßlau“
und grenzt an den benachbarten Bebauungsplan „Freiflächen-Photovoltaikanlage Gemarkung Nardt“ an,
den die Gemeinde Elsterheide aufstellt. Er dient als Aufstellfläche für die PV-Module des geplanten
Solarparks.
Mit den Regelungen dieses Bebauungsplanes leistet die Stadt Hoyerswerda einen Beitrag zum
Klimaschutz und gestaltet aktiv die Energiewende vor Ort. Damit steht dieser Bebauungsplan im Kontext
zur Energiepolitik des Bundes, welche mit der Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG)
auf den beschleunigten Ausbau und die Erhöhung des Anteils der Stromerzeugung aus erneuerbaren
Energien ausgerichtet ist. Damit soll dem Klimawandel gemäß dem 2016 vom Bundeskabinett
beschlossenen „Klimaschutzplan 2050“ Rechnung getragen werden und ein Beitrag zur raschen CO
2
-
Reduzierung geleistet werden.
Aufgrund der topografischen Lage und der gegebenen Erschließungsvoraussetzungen soll die Fläche
des Geltungsbereiches in der Gemarkung Bröthen Flur 1 temporär zur Erzeugung erneuerbarer Energien
als Wirtschaftsfaktor in der Stadt Hoyerswerda genutzt werden. Gemäß der Photovoltaik-
Freiflächenverordnung (PVFO) des Sächsischen Staatsministeriums für Energie, Klimaschutz, Umwelt
und Landwirtschaft ist das Plangebiet für die Solarenergiegewinnung geeignet. Die alternative
Energiegewinnung wird mit diesem Bebauungsplan städtebaulich geordnet festgesetzt.
2. Standortentscheidung
Der Standort des Geltungsbereichs dieses Bebauungsplanes BM6 „PV-Anlage Bröthen“ wurde in der
PVFO vom September 2021 als potenzieller Standort für Photovoltaik-Freiflächenanlagen mit möglicher
EEG-Förderung gekennzeichnet. Es gibt derzeit keine vorzuziehende Alternative bei der
Standortauswahl.
Konversionsflächen im Sinne des EEG aus militärischer Vornutzung befinden sich nicht im Stadtgebiet.
Ehemalige Deponieflächen scheiden wegen Eingriffen in sensible Böden und nicht vorhersehbarer
umweltschutzfachlicher Auswirkungen als Alternativstandort aus. Bereits versiegelte, erschlossene
Flächen in Gewerbegebieten stehen aus eigentumsrechtlichen Gründen, wegen zu geringer
Flächengröße oder wegen dem Vorhalten von Gewerbeflächen für Firmenexpansion bzw. Neuansiedlung
mittelständischer Unternehmen nicht zur Verfügung.

Stadt Hoyerswerda
Planteil C Begründung mit Umweltbericht
Bebauungsplan BM6 „PV-Anlage Bröthen“
Wobtwarjenski plan čo. BM6 „pv-připrawa Brětnja“
Vorentwurf
2
Die verkehrliche Erschließung ist über die „Flugplatzstraße“ östlich des Geltungsbereiches gegeben.
Die Flurstücke des Geltungsbereichs in der Gemarkung Bröthen Flur 1 werden derzeit als Ackerland und
Grünland genutzt. Die 1. Gesamtfortschreibung und der Planentwurf der 2. Gesamtfortschreibung (Stand
09.12.2019) des Regionalplanes Oberlausitz-Niederschlesien trifft für den Geltungsbereich des
Bebauungsplanes in der Raumnutzungskarte keine Ausweisungen.
Der Geltungsbereich steht im Planentwurf der 2. Gesamtfortschreibung des Regionalplanes Oberlausitz-
Niederschlesien als Vorranggebiet für Wind zur Debatte. Durch den nahegelegenen Sonderlandeplatz
Nardt konnte dieser Vorschlag nicht umgesetzt werden. Die städtebauliche Entwicklung eines Solarparks
auf dieser Fläche erfüllt auch deren Intention, einen Standort für erneuerbare Energien zu etablieren.
Eine Existenzgefährdung von Landwirtschaftsbetrieben durch das geplante Vorhaben ist nicht zu
erwarten. Es liegt die Zustimmung des Landwirts in Form eines langfristigen Pachtvertrags zur Nutzung
als Fläche für eine PV-Freiflächenanlage vor. Die bisher ackerbaulich genutzte Fläche wird zukünftig als
Grünland frischer Standorte (extensive Nutzung) ausgewiesen. Dadurch steht die Nutzung der Fläche
weiter für die Erwerbstätigkeit der Landwirtschaft zur Verfügung und es ergeben sich über die Pflege der
Fläche durch Schafbeweidung oder Mahd weiterhin Verdienstmöglichkeiten in der Landwirtschaft.
Auch die Standortentscheidung für das Errichten und Betreiben einer PV-Freiflächenanlage in den
Geltungsbereichen des Bebauungsplans BM6 „PV-Anlage Bröthen“ wird durch den in Aufstellung
befindlichen benachbarten Bebauungsplan „Photovoltaik-Freiflächenanlage Gemarkung Nardt“ der
Gemeinde Elsterheide begünstigt. Im Sinne des Umweltschutzes verhindert die Standortkonzentration
der in Anspruch genommen Flächen eine Zergliederung des Landschaftsraumes.
Aufgrund der im Umgriff der Planung vorhandenen Topografie bieten sich die Flächen für eine
landschaftsbildschonende Nutzung mit Photovoltaik an
, die Planung berücksichtigt das Ziel 5.1.1 des
Landesentwicklungsplans (LEP), nach dem die Nutzung der Erneuerbaren Energien flächensparend,
effizient und umweltverträglich ausgebaut werden kann.
3. Lage des räumlichen Geltungsbereiches
Hoyerswerda ist eine Stadtim Landkreis Bautzen im Nordosten von Sachsen. Sie ist die drittgrößte Stadt
der Oberlausitz und liegt nördlich von Bautzen in der Nähe von Senftenberg und Weißwasser. Umgeben
ist Hoyerswerda von forst- und landwirtschaftlichen Flächen.
Das Gebiet der Stadt Hoyerswerda erstreckt sich auf einer Fläche von ca. 95,44 km
2
(Stand 31.12.2019)
mit einer Gesamtbevölkerung von 31.714 (Stand 31.12.2021).
1
Die Fläche des Geltungsbereiches der Planung wird gegenwärtig für die Landwirtschaft
genutzt.
In den
Geltungsbereichen des Bebauungsplans befinden sich keine Flächen, die als Vorrang- oder
Vorbehaltsflächen für die Landwirtschaft definiert sind.
1
Stadt Hoyerswerda, online zu finden unter:
https://www.hoyerswerda.de/stadtleben/stadtportrait/zahlen-daten-fakten/,
Stand 07.03.2022.

image
image
image
image
image
image
Stadt Hoyerswerda
Planteil C Begründung mit Umweltbericht
Bebauungsplan BM6 „PV-Anlage Bröthen“
Wobtwarjenski plan čo. BM6 „pv-připrawa Brětnja“
Vorentwurf
3
Abbildung 1: Topographische Karte mit Lage des Plangebietes (roter Kreis) (Quelle: geoportal.sachsen.de, Stand 08.03.2022,
bearbeitet durch LA Panse)
Das Plangebiet erstreckt sich südlich der Gemeindegrenze von der Gemeinde Elsterheide und der Stadt
Hoyerswerda im Ortsteil Bröthen/ Michalken.
Abbildung 2: Luftbild mit Geltungsbereich (rot gestrichelt) des Plangebietes (Quelle: geoportal.sachsen.de, Stand 08.03.2022,
bearbeitet durch LA Panse)
Der Geltungsbereich umfasst die Flurstücke gemäß Punkt 9 Flächenbilanz dieses Planteiles C
(Begründung) in der Gemarkung Bröthen Flur 1 mit einer Flächengröße von insgesamt 73,98 ha.
Geltungsbereich
ohne Maßstab

Stadt Hoyerswerda
Planteil C Begründung mit Umweltbericht
Bebauungsplan BM6 „PV-Anlage Bröthen“
Wobtwarjenski plan čo. BM6 „pv-připrawa Brětnja“
Vorentwurf
4
4. Übergeordnete planerische Vorgaben
4.1 Landesentwicklungsplan
2
Der Landesentwicklungsplan Sachsen (LEP 2013) als landesplanerisches Gesamtkonzept für die
räumliche Ordnung und langfristige Entwicklung Sachsens und seiner Teilräume setzt den Rahmen für
fachliche Planungen. Im LEP 2013 ist die Stadt Hoyerswerda als Teil des Oberzentralen Städteverbunds
Bautzen-Görlitz-Hoyerswerda gekennzeichnet und die Umgebung als verdichteter Bereich im ländlichen
Raum dargestellt (s. Karte 1 – Raumstruktur).
4.2 Regionalplan
3
Die 1. Gesamtfortschreibung des Regionalplans Oberlausitz Niederschlesien trifft für den
Geltungsbereich des Bebauungsplanes BM6 „PV-Anlage Bröthen“,
Gemarkung Bröthen Flur 1 in der
Raumnutzungskarte keine Ausweisungen. Die Stadt Hoyerswerda liegt im sorbischen Siedlungsgebiet.
Des Weiteren liegt im Geltungsbereich der Planung keine Vorrang- oder Vorbehaltsfläche für
Landwirtschaft vor.
Darüber hinaus trifft der Regionalplan keine anderen Zielvorgaben. Es wird davon
ausgegangen, dass der Bebauungsplan keine Auswirkungen auf die Grundsätze und Ziele des
Regionalplanes haben wird. Der Entwurf der 2. Gesamtfortschreibung des Regionalplanes Oberlausitz
Niederschlesien trifft dieselben Aussagen wie in der 1. Gesamtfortschreibung des Regionalplanes
Oberlausitz Niederschlesien.
4.3 Photovoltaik-Freiflächenverordnung
4
Die PVFO des Sächsischen Staatsministeriums für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft
zeigt die Gebietskulisse für PV-Freiflächenanlagen mit möglicher Erneuerbaren-Energie-Gesetz-
Förderung (EEG-Förderung) auf. Sie betrifft benachteiligte, landwirtschaftliche als Acker- oder Grünland
genutzte Flächen abzüglich des Nationalparks sowie von Naturschutz- und Natura-2000-Gebieten. In der
PVFO befindet sich auch das Gebiet der Stadt Hoyerswerda. So fällt der Geltungsbereich des
Bebauungsplanes BM6 „PV-Anlage Bröthen“ unter benachteiligte, landwirtschaftliche Acker- oder
Grünfläche und stellt eine PV-Freiflächenanlage mit potenzieller EEG-Förderung dar.
4.4 Flächennutzungsplan
5
Bei der Aufstellung eines Bebauungsplanes nach § 8 Abs. 2 müssen die verbindlichen Ziele der
Raumordnung und das Entwicklungsgebot aus dem Flächennutzungsplan berücksichtigt werden.
2
Verordnung der Sächsischen Staatsregierung über den Landesentwicklungsplan Sachsen (LEP 2013) vom 12. Juli 2013, bekannt gemacht
am 14. August 2013.
3
Regionalplan Region Oberlausitz-Niederschlesien, Erste Gesamtfortschreibung gemäß § 6 Absatz 5 SächsLPlG, Satzungsbeschluss nach
§ 7 Absatz 2 SächsLPlG vom 9. April 2009, in der Fassung des Genehmigungsbescheides vom 27. Oktober 2009, in Kraft getreten am 4.
Februar 2010.
4
Photovoltaik-Freiflächenverordnung (PVFO) 09.2021, Interaktive Karte, online zu finden unter:
https://geoportal.sachsen.de/?map=9409b835-e889-44de-8e6a-3b75d3711fbe, Stand: 07.03.2022
5
Flächennutzungsplan der Großen Kreisstadt Hoyerswerda von Juli 2020

image
image
image
Stadt Hoyerswerda
Planteil C Begründung mit Umweltbericht
Bebauungsplan BM6 „PV-Anlage Bröthen“
Wobtwarjenski plan čo. BM6 „pv-připrawa Brětnja“
Vorentwurf
5
Die StadtHoyerswerda verfügt über einen rechtswirksamen Flächennutzungsplan (FNP).
Die Flächen für
die geplante PV-Freiflächenanlage befinden sich im planungsrechtlichen Außenbereich.
Abbildung 3: Auszug des wirksamen Flächennutzungsplanes der Stadt Hoyerswerda mit Stand vom Juli 2020, rote Strichellinie
= Geltungsbereich (bearbeitet durch LA Panse)
Der Geltungsbereich des Bebauungsplanes ist im FNP (Juli 2020) der Stadt Hoyerswerda als Ackerfläche
(gelb) dargestellt.
Da es sich bei dem Bebauungsplan BM6 „PV-Anlagen Bröthen“ um einen zeitlich beschränkten
(temporäre Nutzung) Bebauungsplan handelt, ist eine Flächennutzungsplanänderung nicht notwendig.
Nach Nutzungsaufgabe für Solarenergie werden auf den Flächen die vorherige Nutzung wieder
aufgenommen.
5. Schutzgebiete und –bestimmungen
5.1 Natur- und Landschaftsschutz
Im Geltungsbereich des Bebauungsplanes sind keine Naturschutzobjekte und -gebiete im Sinne der §§
13 bis 19 SächsNatSchG vorhanden oder werden durch die Planung beeinflusst. Besonders geschützte
Biotope nach § 30 BNatschG i.V.m. § 21 SächsNatSchG liegen nicht innerhalb des Geltungsbereiches.
Schutzgebiete gemeinschaftlicher Bedeutung und Europäische Vogelschutzgebiete sind von dem
Bebauungsplan nicht betroffen. Die artenschutzfachlichen Untersuchungen finden gegenwärtig (März
2022) durch MEP Plan Dresden statt.

image
Stadt Hoyerswerda
Planteil C Begründung mit Umweltbericht
Bebauungsplan BM6 „PV-Anlage Bröthen“
Wobtwarjenski plan čo. BM6 „pv-připrawa Brětnja“
Vorentwurf
6
Abbildung 4: Wald (blau oder grün hinterlegt) nach SächsWaldG (Quelle: Landratsamt Bautzen, Untere Forstbehörde, Stand:
17.03.2022)
Im Westen, Südwesten, Osten und Nordosten befindet sich außerhalb des Geltungsbereiches Wald nach
SächsWaldG. Mit dem Errichten der PV-Freiflächenanlage entstehen baulichen Anlagen nach § 8 Abs. 2
BauGB. Bei den PV-Modulen handelt es sich um bauliche Anlagen, die keine Feuerstätten beinhalten.
Somit ist gemäß § 25 Abs. 3 SächsWaldG kein Abstand von 30 m einzuhalten.
5.2 Wasserschutzgebiete
Im Plangebiet sind keine Wasserschutzgebiete ausgewiesen.
5.3 Denkmalschutz
Im Geltungsbereich des Bebauungsplanes BM6 „PV-Anlage Bröthen“ der Stadt Hoyerswerda sind keine
archäologischen Kulturdenkmale ausgewiesen.
5.4 Bodenschutz / Baugrund / Abfall / Altlasten
Nach derzeitigem Kenntnis- und Erfassungsstand ist keine Eintragung als altlastverdächtige Fläche im
Sächsischen Altlastenkataster vorhanden.
Ergeben sich nachfolgend Hinweise auf das Vorliegen von Bereichen mit schädlichen Boden- oder
Bauwerksverunreinigungen oder Altlasten im Sinne des § 2 Abs. 3 bis 7 des Bundesbodenschutzgesetzes
(BBodSchG), so haben die Verpflichteten nach § 4 BBodSchG unverzüglich die notwendigen
Maßnahmen zur Gefahrenabwehr und zur Sanierung zu ergreifen. Gemäß § 13 Abs. 3 des Sächsischen
Kreislaufwirtschafts- und Bodenschutzgesetzes (SächsKrWBodSchG) vom 22.02.2019 ist in diesem Falle
umgehend das Landratsamt Bautzen/Umweltamt zu benachrichtigen.

Stadt Hoyerswerda
Planteil C Begründung mit Umweltbericht
Bebauungsplan BM6 „PV-Anlage Bröthen“
Wobtwarjenski plan čo. BM6 „pv-připrawa Brětnja“
Vorentwurf
7
5.5 Immissionsschutz
Sowohl die Straßenverkehrsteilnehmer als auch die Benutzer des Sonderlandeplatzes Nardt dürfen durch
die Module nicht geblendet werden. Sollte sich nach der Inbetriebnahme der Anlage eine Blendwirkung
herausstellen, ist eine Abschirmung anzubringen. Diese kann entweder in Form von entsprechend
dimensionierten Gehölzpflanzungen oder baulichen Maßnahmen am Zaun durchgeführt werden.
Die von der Anlage ausgehenden Geräusche oder der Lärm, welcher durch Wartungsarbeiten verursacht
wird, muss die Anforderungen der TA Lärm an die nächstgelegene Ortschaft Bröthen erfüllen.
Gegenwärtig wird durch ifb- Deggendorf ein Blendgutachten erstellt. Darin wird untersucht, ob und wie
die Solarmodule mit ihrem Aufstellwinkel zwischen 12 und 15° auf den frequentierenden Verkehr
emittieren. Vorsorglich ist für die gesamte Nutzungsdauer der PV-Anlage eine Immissionsgrenze
festzulegen, um eine evtl. heranrückende Wohnbebauung zu schützen.
5.6 Bergrecht
Der Geltungsbereich befindet sich im Braukohlegebiet. Bei allen Planungen und Maßnahmen innerhalb
des Grundwasserabsenkungsgebietes des Braunkohletagebaus sind die räumlichen und zeitlichen
Auswirkungen der Grundwasserabsenkung und des -wiederanstiegs zu beachten.
5.7 Versorgungsleitungen
Bei der Errichtung von Bauwerken und Gehölzanpflanzungen ist auf die erforderlichen Schutzstreifen und
Mindestabstände gegenüber den Versorgungsleitungen zu achten.
5.8 Forstrecht
Das Plangebiet ist teilweise von Wald umgeben. Gemäß § 25 Abs. 3 SächsWaldG müssen Gebäude
sowie bauliche Anlagen mit Feuerstätten einen Mindestabstand von 30 m zu Wäldern einhalten. Bei der
geplanten Photovoltaikanlage handelt es sich nicht um bauliche Anlagen bzw. Gebäude mit Feuerstätten,
welche dem dauerhaften Aufenthalt von Personen dienen. Ungeachtet dessen besteht ein Risiko durch
umstürzende Bäume in einem 30 m breiten Randstreifen entlang der Waldbestockung.
Mit dem Errichten der PV-Freiflächenanlage entstehen bauliche Anlagen ohne Feuerstätten nach § 8 Abs.
2 BauGB. Bei den PV-Modulen handelt es sich um bauliche Anlagen, die keine Feuerstätte beinhalten.
Somit ist gemäß § 25 Abs. 3 SächsWaldG kein Abstand von 30 m einzuhalten.
Mit diesem Vorentwurf wird der Antrag auf Unterschreitung des Waldabstandes auf 3 m bis 5 m gestellt.
5.9 Gewässerschutz
Innerhalb des Geltungsbereiches sind zwei Gräben (Gewässer II. Ordnung) vorhanden. Bei der
Aufstellung der Solarmodule ist an den Gewässerrändern gemäß § 38 WHG i. V. m. § 24 SächsWG ein
Gewässerrandstreifen von 10 m Breite ab Böschungsoberkante von baulichen und sonstigen Anlagen
(Überbauung, Versiegelung, Aufschüttung, etc.) freizuhalten. Darüber hinaus besteht gemäß § 5 Abs. 1
WHG eine prinzipielle Sorgfaltspflicht insbesondere beim Umgang mit wassergefährdenden Stoffen.

Stadt Hoyerswerda
Planteil C Begründung mit Umweltbericht
Bebauungsplan BM6 „PV-Anlage Bröthen“
Wobtwarjenski plan čo. BM6 „pv-připrawa Brětnja“
Vorentwurf
8
6. Städtebauliche Konzeption
6.1 Planungskonzept – Grundzüge der Planung (§ 9 (1) BauGB; BauNVO)
Die Aufstellung des Bebauungsplanes erfolgt, um einen Beitrag zur Energiewende zu leisten. Dieser
Bebauungsplan schafft die planungsrechtlichen Voraussetzungen für die Realisierung einer
festaufgeständerten PV-Freiflächenanlage.
Die Errichtung von PV-Modulen ist nur innerhalb der Baugrenze möglich.
Zwischen der Bahnstrecke
„Węgliniec-Roßlau“
und den PV-Modulen wird ein Mindestabstand von 15 m festgelegt. Entsprechend
der Regelungen des Bebauungsplanes können die PV-Module auf Trägergestelle befestigt und wenn
nötig punktuell gegründet werden. Die Ständerkonstruktion der Modultische soll so beschaffen sein, dass
eine extensive Grünlandnutzung der überbauten Grundstücksfläche gesichert wird. Die Höhe der Module
ist auf 3 m über dem Boden begrenzt. Um eine möglichst hohe Effizienz zu erreichen, ist eine Ausrichtung
der PV-Module nach Süden erforderlich. Daraus resultiert eine parallele Ausrichtung der Modulreihen in
Süd-Nord-Richtung. Der Modulreihenabstand bestimmt sich nach der Bauhöhe der Anlagen, um
Verschattungen auf den PV-Modulen zu vermeiden. Aufgrund der Aufständerung der PV-Module und der
Abstände der Modulreihen untereinander wird davon ausgegangen, dass die beschatteten Bereiche unter
den Modulen nicht vegetationsfrei bleiben bzw. werden
.
Die Festsetzung des Sondergebietes im Geltungsbereich erfolgt nach § 9 Abs. 2 Nr. 1 BauGB auflösend
bedingt bis zur Aufgabe der Nutzung. Nach Ablauf dieser Frist wird als Folgenutzung Fläche für die
Landwirtschaft festgesetzt.
6.2 Erschließung
6.2.1 Verkehrliche Erschließung
Die verkehrliche Erschließung erfolgt über die in Nord-Süd-Richtung verlaufende „Flugplatzstraße“, die
östlich des Geltungsbereichs liegt. Über die „Flugplatzstraße“ besteht Anbindung nach Bröthen im Süden
und an die Bundesstraße B 96 im Norden und die Flugplatzstraße im Süden. (siehe Anlage 2
Verkehrstechnische Erschließung, Ingenieurbüro Hufeland).
6.2.2 Anbauverbots-/Anbaubeschränkungszone
Gegenwärtig liegt das Plangebiet außerhalb des Ortsdurchfahrtskennzeichens des Hoyerswerdaer
Ortsteils Bröthen. Grundsätzlich gilt an Bundesstraßen außerhalb der Ortsdurchfahrt die Anbauverbots-
/Anbaubeschränkungszone (20 m / 40 m) nach § 24 (1), (2) Sächsisches Straßengesetz (SächsStrG). Ob
sich eine Fläche entlang einer Bundesstraße, außerhalb oder innerhalb der Ortsdurchfahrt befindet,
bestimmt die Ortsdurchfahrtsgrenze. Diese ist durch das Ortsdurchfahrtskennzeichen markiert.
Die Anbauverbotszone bestimmt, dass außerhalb der Ortsdurchfahrten in 20 m Entfernung, gemessen
vom äußeren Fahrbahnrand, keine baulichen Anlagen errichtet werden dürfen. Dies gilt auch für
Abgrabungen und Aufschüttungen größeren Umfanges sowie für die Errichtung von Außenwerbeanlagen.

Stadt Hoyerswerda
Planteil C Begründung mit Umweltbericht
Bebauungsplan BM6 „PV-Anlage Bröthen“
Wobtwarjenski plan čo. BM6 „pv-připrawa Brětnja“
Vorentwurf
9
Die Stadt Hoyerswerda prüft die angestrebte Unterschreitung von der im § 24 (1) SächsStrG festgelegten
Anbauverbotszone (20 m) angestrebt. Die Baugrenze ist mit einem Abstand von 15 m festgesetzt.
6.2.3 Medientechnische Erschließung
Stromversorgung
Für die Energieeinspeisung der geplanten PV-Freiflächenanlage im Sondergebiet ist eine noch
festzulegende Übergabestation notwendig.
Die Energieeinspeisung in das (über-) regionale
Energieversorgungsnetz erfolgt an einem externen Umspannwerk. Die Kabel werden von den Enden der
Modultische unterirdisch zum Technikraum verlegt.
Oberflächenwasser
Das von der PV-Freiflächenanlage abfließende Niederschlagswasser ist auf dem Baugebiet breitflächig
über die belebte Bodenzone zu versickern. Falls Erosionen und Abflussverlagerungen oder
Abflussverschärfungen auftreten, sind diesen geeignete Maßnahmen wie z.B. Bepflanzung oder
Rückhaltemulden entgegenzusetzen.
Weitere Erschließungsmaßnahmen (wie z.B. für Wasser, Abwasser oder Telekommunikationsanlagen)
sind für das geplante Vorhaben nicht erforderlich.
6.3 Brandschutz/Löschwasser
Die PV-Module sind so anzuordnen, zu errichten, zu ändern und instand zu halten, dass der Entstehung
eines Brandes und der Ausbreitung von Feuer und Rauch vorgebeugt wird und bei einem Brand die
Rettung von Menschen und Tieren, sowie wirksame Löscharbeiten möglich sind. Durch die geplanten
Wiesenflächen ist die Ausbreitung eines Brandes nicht auszuschließen. Eine Grundsicherung mit
Löschwasser ist deshalb erforderlich. Im Brandfall ist über einen Hauptschalter und entsprechende
Sicherungen zu gewährleisten, dass die PV-Freiflächenanlage abgeschaltet werden kann.
Nach DVGW Regelwerk Arbeitsblatt W 405 Tabelle 1 wird für eine geringe Gefahr der Brandausbreitung
eine Löschwassermenge von 48 m³/h ermittelt. Der ermittelte Löschwasserbedarf ist für 2 Stunden
sicherzustellen. Die angegebene Löschwassermenge ist bei Erschließung zu realisieren. Sollte eine
Löschwasserbereitstellung aus dem Trinkwassernetz erforderlich sein, ist die Bereitstellung der
geforderten Löschwassermenge sowie der notwendige Fließdruck mit dem örtlichen Versorger zu
erörtern. Die Löschwassermenge muss im Löschbereich von 300 m zur Verfügung stehen. Ist die
Bereitstellung von Löschwasser über einen Zeitraum von 2h aus dem Trinkwassernetz in einem Bereich
von 300 m nicht möglich, so müssen andere Bereitstellungsmöglichkeiten für Löschwasser, wie Teiche,
Brunnen, Löschwasserbehälter und ähnliches, mit einbezogen werden. Um im Notfall den Zugang zum
Gelände zu gewährleisten, ist mit der inneren Erschließung eine Zufahrt, welche jederzeit für die
Feuerwehr öffenbar und nutzbar ist, an die Bundesstraße B96 durch die öffentliche Verkehrsfläche des
benachbarten in Aufstellung befindlichen Bebauungsplanes „Freiflächen-Photovoltaikanlage Gemarkung
Nardt“ der Gemeinde Elsterheide eingeplant.
Damit bei einem Brand wirksame Löscharbeiten möglich sind, müssen Zufahrtsstraßen vorhanden und
die erforderliche Bewegungsfreiheit und Sicherheit für den Einsatz der Feuerlösch- und Rettungsgeräte
gewährleistet sein. Für die Planung und Ausführung sind in der SächsBO § 5, der VwVSächsBO Nr. 5,

Stadt Hoyerswerda
Planteil C Begründung mit Umweltbericht
Bebauungsplan BM6 „PV-Anlage Bröthen“
Wobtwarjenski plan čo. BM6 „pv-připrawa Brětnja“
Vorentwurf
10
der DIN 14090 sowie der Muster Richtlinie über Flächen für die Feuerwehr und den Erläuterungen
aufgeführten Kriterien heranzuziehen. Die Nachweise sind mit einer exakten Baubeschreibung im
nachgeordneten Bauantragsverfahren zu erbringen.
7. Begründung der Festsetzungen
7.1 Bauplanungsrechtliche Festsetzungen - Begründung
7.1.1 Art der baulichen Nutzung
Die Art der baulichen Nutzung wird festgesetzt als sonstiges Sondergebiet gem. § 11 BauNVO. Innerhalb
des sonstigen Sondergebietes ist die Nutzung von PV-Freianlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien
möglich. Die Errichtung von notwendigen Nebenanlagen für die Betreibung der Anlage (z.B. Trafo- und
Wechselrichterstationen) ist zugelassen.
7.1.2 Maß der baulichen Nutzung
Die maximale Höhe der Solar-Module wird mit 3,00 m im Bezug zum natürlichen Gelände (Modul-Höhe)
und die Modulneigung mit 12° bis 15° festgelegt. Aufgrund der vorgesehenen Modulfläche sowie den
weiteren Wechselrichter- und Trafostation sowie weiteren Nebenanlagen ergibt sich eine GRZ von
0,8.
Die GRZ bezieht sich hier in erster Linie auf die von den Modulen überdeckbare Fläche und begrenzt die
bauliche Nutzung auf ein minimales Maß.
7.1.3 Baugrenze
Die festgesetzte Baugrenze erstreckt sich um das gesamte sonstige Sondergebiet, sodass die Fläche
wirtschaftlich nachhaltig genutzt werden kann. Die rechtlich vorgeschriebenen Abstandsflächen zu
Straßen und zu Wald sollen gemäß Antrag unterschritten werden. Zu benachbarten Grundstücken sind
die Abstände gemäß Sächsischer Bauordnung (SächsBO) einzuhalten.
7.1.4 Verkehrsflächen
Zur äußeren Erschließung des Sondergebietes dient die vorhandene, nördlich gelegene, öffentlich
gewidmete Bundesstraße B96.
7.2 Bauordnungsrechtliche Festsetzungen – Begründung
Zur Sicherung des Geländes wird eine max. 2,30 m hohe Einzäunung des Plangebietes festgesetzt. Die
festgelegte Bodenfreiheit von mindestens 0,15 m dient Klein- und Kleinstlebewesen als Durchlass.
Zusätzlich ist der Mindestabstand von 15 m gemessen von der Fahrbahnkante einzuhalten, um die
Sicherheit und Leichtigkeit des Verkehrs nicht zu gefährden.

Stadt Hoyerswerda
Planteil C Begründung mit Umweltbericht
Bebauungsplan BM6 „PV-Anlage Bröthen“
Wobtwarjenski plan čo. BM6 „pv-připrawa Brětnja“
Vorentwurf
11
8. Bodenordnung
Der Geltungsbereich umfasst die Flurstücke gemäß Punkt 9. Flächenbilanz des Planteil C - Begründung
der Gemarkung Bröthen Flur 1.
Abbildung 5: Auszug ALK mit Geltungsbereich (bearbeitet
durch LA Panse)
Gemäß § 6 des Sächsischen Vermessungs- und Katastergesetzes (SächsVermKatG) sind Grenz- und
Vermessungsmarken besonders geschützt. Insbesondere dürfen diese nicht entfernt oder verändert
werden. Gefährdete Grenzmarken sollten durch einen öffentlich bestellten Vermessungsingenieur (ÖbV)
gesichert werden. Eine Gefährdung des im Planungsgebiet vorhandenen Aufnahmepunktes ist dem Amt
für Bodenordnung, Vermessung und Geoinformation unverzüglich anzuzeigen. Da die Aufnahmepunkte
ständigen Veränderungen durch Neuschaffung, Ergänzung oder auch Vernichtung einschließlich deren
Versicherungen unterworfen sind, empfiehlt es sich, vor Beginn der Bauarbeiten diesbezüglich aktuelle
Auskünfte einzuholen.

Stadt Hoyerswerda
Planteil C Begründung mit Umweltbericht
Bebauungsplan BM6 „PV-Anlage Bröthen“
Wobtwarjenski plan čo. BM6 „pv-připrawa Brětnja“
Vorentwurf
12
9. Flächenbilanz
Tabelle 1: Geltungsbereich – Aufstellung des Bebauungsplans für Bereich der folgenden Flurstücke und Flurstückteile der
Gemarkung Bröthen Flur 1
Gemarkung
Flur
Flurstück
tlw.
Teilfläche in m
2
34/2
x
27
66
x
4.673
70
x
401
71
x
5.910
72
x
347
74
1.170
77
760
78
1.730
82
1.360
83
x
3.544
85
x
10.934
86
x
81
87
x
3.746
88
2.580
89
4.760
90
5.190
91
4.260
92
5.240
93
5.030
94
3.600
95
x
998
96
x
1.326
97
1.060
98
4.510
99
17.860
100
6.110
101
3.750
102
5.920
103
4.810
104
5.982
106
4.218
107
4.480
108
32.430
109
53.281

Stadt Hoyerswerda
Planteil C Begründung mit Umweltbericht
Bebauungsplan BM6 „PV-Anlage Bröthen“
Wobtwarjenski plan čo. BM6 „pv-připrawa Brětnja“
Vorentwurf
13
Gemarkung
Flur
Flurstück
tlw.
Teilfläche in m
2
34/2
x
27
110
41.480
111
56.598
112
49.602
113
x
394
117
417
119
680
121
1.790
122
20.864
123
818
124
87
125
1.715
126
5.030
127
23.600
128
18.400
129
24.960
130
4.162
133
x
30.313
134
x
46.252
135
14.586
136
12.743
137
2.179
138
6.464
139
7.436
140
8.896
114/1
63.234
114/2
62
115/1
2.972
115/2
688
116/1
2.431
116/2
2.019
118/1
1.685
118/2
3.525
120/1
22.559
120/2
306
142/1
6.801
143/3
4.341
143/6
24

Stadt Hoyerswerda
Planteil C Begründung mit Umweltbericht
Bebauungsplan BM6 „PV-Anlage Bröthen“
Wobtwarjenski plan čo. BM6 „pv-připrawa Brětnja“
Vorentwurf
14
Gemarkung
Flur
Flurstück
tlw.
Teilfläche in m
2
34/2
x
27
144/1
2.256
146
x
28
Bröthen
1
65/1
x
4.796
67/1
x
3.747
69/1
x
3.947
73/2
x
679
73/3
x
8.318
75/1
x
2.265
75/2
x
552
76/1
1.528
76/2
x
539
79/1
3.306
79/2
x
1.552
80/1
1.881
80/2
x
1.204
84/1
x
393
84/2
720
Flächengröße des Geltungsbereiches:
739.847
m
2
Die Flächengröße des Geltungsbereiches wird aufgeteilt in folgende geplante Flächen:
Verkehrsflächen
3.951 m²
Bauflächen
729.555 m²
Grünflächen
6.334 m²

Stadt Hoyerswerda
Planteil C Begründung mit Umweltbericht
Bebauungsplan BM6 „PV-Anlage Bröthen“
Wobtwarjenski plan čo. BM6 „pv-připrawa Brětnja“
Vorentwurf
15
10.
Umweltbericht mit Eingriffs-Ausgleichs-Bilanzierung
Beschreibung der Umwelt und Bewertung der Auswirkungen
Die Aufstellung dieses Bebauungsplans BM6 „PV-Anlage Bröthen“ erfolgt im Regelverfahren nach § 8
Abs. 2 BauGB. Für Bauleitpläne ist nach § 2 Abs. 4 BauGB i.V.m. § 2a BauGB eine Umweltprüfung mit
zugehörigem Umweltbericht durchzuführen. Laut § 14b UVPG i.V.m. Anlage 3 unterliegen Bauleitpläne
der Pflicht zur Durchführung der Strategischen Umweltprüfung. Diese Umweltprüfung erfolgt gemäß § 17
UVPG nach den Vorgaben des BauGB.
Die Umweltprüfung wird im Zuge des Bauleitplanverfahrens BM6 „PV-Anlage Bröthen“, Gemarkung
Bröthen Flur 1 durchgeführt. Der Umweltbericht bildet einen gesonderten Teil der Begründung und ist in
der Abwägung zu berücksichtigen.
Im Umweltbericht werden die Belange des Umweltschutzes nach § 1 Abs. 6 Nr. 7 und § 1a BauGB
beschrieben und bewertet.
Im Umweltbericht erfolgt die aktuelle Bestandsaufnahme und Ermittlung der abiotischen und biotischen
Verhältnisse, die Bestandsbewertung, die Beschreibung der Umweltauswirkungen, die Aufstellung einer
Eingriffs-Ausgleichs-Bilanzierung und die Festlegung von geeigneten grünordnerischen Maßnahmen.
Bei dem Umweltbericht zum Vorentwurf handelt es sich um eine Kurzfassung für die frühzeitige
Beteiligung. Der Umweltbericht wird zum Entwurf des Bebauungsplanes BM6
PV-Anlage
Bröthen“ konkretisiert.
Beschreibung der Umwelt und Bewertung der Auswirkungen
Naturräumliche Einordnung
Das Plangebiet befindet sich gemäß der naturräumlichen Gliederung von Sachsen im Naturraum
„Bergbaufolgelandschaft der Oberlausitz“ und liegt an der Grenze zum anliegenden Naturraum
„Königsbrück-Ruhlander Heiden“
6
.
Die Bergbaufolgelandschaft der Oberlausitz ist gekennzeichnet von
künstlichen Hohlformen (Restlöchern, nach Grundwasseraufgang Restseen), Vollformen (Halden,
Kippen) und Resten naturbedingter Reliefformen. Insbesondere ist die Landschaft von künstlichen
Standgewässern, sogenannten Restseen, die als Stausee oder als Badesee genutzt werden, geprägt.
7
Die potenziell natürliche Vegetation ist der typische Kiefern-Eichenwald.
8
Das Plangebiet liegt auf Höhen bei ca. 120 m ü NN (Höhenreferenzsystem DHHN2016). Das Gelände ist
relativ eben.
6
Landesentwicklungsplan 2013, Karte 6 (Erläuterungskarte) Landschaftsgliederung
7
Landesentwicklungsplan Fachbeitrag zum Landschaftsprogramm – Naturraum und Landnutzung – Streckbrief „Bergbaufolgelandschaft
der Oberlausitz“
8
Interaktive Karte Geoportal Sachsen, online zu finden unter: https://geoportal.sachsen.de/, Stand: 08.03.2022.

Stadt Hoyerswerda
Planteil C Begründung mit Umweltbericht
Bebauungsplan BM6 „PV-Anlage Bröthen“
Wobtwarjenski plan čo. BM6 „pv-připrawa Brětnja“
Vorentwurf
16
Schutzgutbewertung
In dem Geltungsbereich des Bebauungsplanes BM6 „PV-Anlage Bröthen“ wird ein Standort zur
Gewinnung von erneuerbarer Energie durch Sonneneinstrahlung gesichert. Der Bebauungsplan regelt
die städtebauliche Ordnung der Entstehung des Sonstigen Sondergebietes innerhalb eines Zeitraums
von 30 Jahren. Als Art der baulichen Nutzung ist für die Geltungsbereiche PV-Module und Trafohäuschen
vorgesehen. Durch den Bebauungsplan BM6 „PV-Anlage Bröthen“, Gemarkung Bröthen Flur 1 werden
die Flurstücke gemäß Punkt 9 Flächenbilanz im Planteil C (Begründung) überplant. Der Geltungsbereich
umfasst intensiv genutzte Acker- und Grünlandflächen.
Bestandsaufnahme
Voraussichtliche Beeinträchtigungen
Mensch und Kulturgüter
geringe Beeinträchtigung
-
keine Boden- und Kulturdenkmale vorhanden
-
Emissionen während der Bauphase (Schall,
Schadstoffe: Staub, Abgase der Baufahrzeuge)
-
keine Erhöhung der Schallimmissionen durch
Photovoltaik-Module im angrenzenden Gebiet
Arten und Biotope
geringe bis mittlere Beeinträchtigung
-
intensiv genutztes Ackerland
-
Umgebung: Verkehrsflächen (Bahnstrecke,
Anliegerstraße), Wald und Bebauung (Wohn-,
Gewerbegebiet)
-
keine Schutzgebiete gem. §§ 13-19
SächsNatSchG sowie geschützte Biotope gem.
§ 21 SächsNatSchG innerhalb der Fläche
-
Verlust der landwirtschaftlichen Nutzung
(Ackerland) für ca. 30 Jahre durch geplante
Bebauung
-
Nutzung der teilweisen überbauten Fläche als
extensives Grünland (Entwicklungsbiotop) trotz
Verschattung unter den Modulen
-
Ausgleich des Eingriffs kann durch
naturschutzfachliche Maßnahmen innerhalb des
Plangebietes erfolgen
Boden und Geologie
mittlere Beeinträchtigung
-
vorhandener Boden: Fluvitaler Sand, Moorerde
(Humus sandig)
-
Böden mit mittlerer natürlicher
Bodenfruchtbarkeit/ Ertragsfähigkeit
-
Böden durch intensive landwirtschaftliche
Nutzung überprägt
-
oberflächennah kommen kaum noch natürliche
Böden vor, gewachsene Profile sind
z. B. durch Oberbodenabtrag, Umbruch,
Entwässerung, Verdichtung, intensive Düngung
verändert
-
geringe Bodenverdichtung und Flächenbelegung
durch Baufahrzeuge und Baustelleneinrichtung
-
temporäre Öffnung des Oberbodens zur
Verlegung von Kabeln
-
geringe Versiegelung, da Punktversieglung
-
veränderte Licht- und Niederschlagsverhältnisse
unter den Modulen, welche jedoch gering
ausfallen
-
Erholung der natürlichen Bodenfunktion und
Aufbringung natürlichen Bodensubstrates durch
die Entstehung von Grünland frischer Standorte
(extensiv)

Stadt Hoyerswerda
Planteil C Begründung mit Umweltbericht
Bebauungsplan BM6 „PV-Anlage Bröthen“
Wobtwarjenski plan čo. BM6 „pv-připrawa Brětnja“
Vorentwurf
17
Bestandsaufnahme
Voraussichtliche Beeinträchtigungen
-
Versickerung des Regenwassers und natürliche
Bewässerung des Entwicklungsbiotopes
-
Minderung der Winderosion durch stabilisierende
Oberflächenbefestigungen, Bewuchs durch
Grünland
Klima
geringe Beeinträchtigung
-
Vorbelastung durch Verkehrslärm der Bahnlinie
und Luftverunreinigungen Bundesstraße B 96
und die Anliegerstraße „Flugplatzstraße“
-
Hinzuweisen ist auch auf mögliche Vorbelastung
durch Emission des Sonderlandeplatz Nardt und
der Landesfeuerwehr- und
Katastrophenschutzschule Sachsen im
Nachbargemeindegebiet Elsterheide
-
bei Baubeginn kurzzeitige geringe
Beeinträchtigung der Lufthygiene
-
Funktion als Gebiet für nächtliche
Kaltluftentstehung, unmittelbar an die Ortslage
angrenzend, geht durch geringe Versiegelung
kaum verloren
-
Durch Überschirmung der Flächen ergeben sich
geringe Standortveränderungen aufgrund
veränderter mikroklimatischer Bedingungen
(Sonneneinstrahlung, Niederschlagsregime).
Wasserhaushalt
geringe Beeinträchtigung
-
Oberflächengewässer in Form von Gräben mit
Randbewuchs vorhanden
-
Grundwasser gegenüber flächenhaft
eindringenden Schadstoffen nicht geschützt
-
kein Wasserschutzgebiet vorhanden
-
potenzielle Versiegelung und Überbauung von
Teilflächen
-
Veränderungen des Oberflächenabflusses durch
streifenförmiges Abregnen
-
keine Abriebe ins Gewässer
Landschaftsbild und Erholung
geringe Beeinträchtigung
-
Aufgrund der Vorbelastungen durch die die in der
Nähe verlaufende Bahnlinie sowie die
Bundesstraße B 96 erfolgt keine
Erholungsnutzung
-
Intensivlandwirtschaft
-
geplante Eingrünung ermöglicht Nutzung als
extensives Grünland
-
Landschaftsbild durch bestehende
Vorbelastungen verändert
Tabelle 2: Schutzgutbewertung des Plangebietes
Menschen und Kulturgüter
Innerhalb des Geltungsbereiches des Bebauungsplanes BM6 „PV-Anlage Bröthen“ sind keine Boden-
und Kulturdenkmale im Flächennutzungsplan gekennzeichnet.
Um Emissionen während der Bauphase zu minimieren, sind Auflagen zur Bauzeit entsprechend der
Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zum Schutz gegen Baulärm (AW Baulärm) und der 32. BlmSchV
einzuhalten.
Arten und Biotope

Stadt Hoyerswerda
Planteil C Begründung mit Umweltbericht
Bebauungsplan BM6 „PV-Anlage Bröthen“
Wobtwarjenski plan čo. BM6 „pv-připrawa Brětnja“
Vorentwurf
18
Die Gehölzstrukturen außerhalb des Geltungsbereiches sind im Hinblick auf die Biotopstruktur als wertvoll
einzuordnen. Der Geltungsbereich ist durch die intensive landwirtschaftliche Nutzung weniger wertvoll für
den Arten- und Biotopschutz. Ausgenommen davon sind die naturnahen Gräben mit Randbepflanzung,
welche erhalten und geringfügig erweitert werden.
Die festgesetzte Begrünungsmaßnahme auf der zukünftigen Fläche der PV-Freiflächenanlage soll
Grünland frischer Standorte extensiver Nutzungen sein und gewährleistet somit einen hohen
Durchgrünungsgrad des Geltungsbereichs.
Aufgrund der landwirtschaftlichen Überprägung des Gebietes durch die vorhandene Ackerfläche ist der
Verlust als gering zu beurteilen. Durch die festgesetzte extensive Nutzung in Abhängigkeit von
Untergrund, Sonneneinstrahlung und Niederschlagsversickerung wird sich die Biotopstruktur innerhalb
des Gebiets des Bebauungsplans zum Positiven verändern.
Mit dem Erhalt und Schutz des anliegenden Waldes und der Gehölzstrukturen an den Gräben sollen
Beeinträchtigungen vermieden werden. Zudem wird eine Zunahme der Artenvielfalt aufgrund der
geplanten Nutzung als extensiv genutztes Grünland erwartet.
Den Geltungsbereich können Vogel- und Fledermausarten aus den angrenzenden Siedlungsbereichen
zur Nahrungs- und Lebensraumsuche nutzen. Mit der Veränderung des Bestandzustands werden
einzelne Strukturen, wie beispielsweise Lebensräume verändert. Für den Geltungsbereich des
Bebauungsplanes BM6 „PV-Anlage Bröthen“ der Stadt Hoyerswerda wird ein Artenschutzfachbeitrag
erbracht.
Boden und Geologie
Die Grundsätze des Bodenschutzes sind insbesondere während der Bauphase zu beachten. Es sind zum
Teil mit geringen Bodenverdichtungen und Flächenbelegungen durch Baufahrzeugen und
Baustelleneinrichtungen zu rechnen. Während der Bauphase kann es zu temporären Öffnungen des
Oberbodens für die Verlegung von Kabeln und zu einer geringen Versieglung (Punktversieglung) führen.
Der vorliegende Boden in dem Geltungsbereich ist durch die jahrelange intensive landwirtschaftliche
Nutzung überprägt. Oberflächennah kommen kaum noch natürliche Böden vor. Die gewachsenen
Bodenprofile sind durch Oberbodenabtrag, Verdichtung und intensive Düngung verändert. Durch die
Entstehung von extensivem Grünland frischer Standorte ist davon auszugehen, dass sich die natürliche
Bodenfunktionen erholt und natürlicher Bodensubstrat aufgebracht wird. Zudem führt die Ausbildung des
Entwicklungsbiotopes zur einer verringerten Erosionsanfälligkeit (Winderosion auf Ackerflächen).
Unter Berücksichtigung bestehender und vorangegangener Nutzungen ist die Beeinträchtigungsintensität
für den Boden als gering bis mittel einzuschätzen.
Klima
Emissionen während der Bauphase sind zeitlich begrenzt und haben aus diesem Grund nur geringe
Auswirkung auf die Lufthygiene.
Durch den extensiven Bewuchs und umfassende Durchgrünungsmaßnahmen wird das Fortbestehen
eines natürlichen Klimas gefördert. Aufgrund der PV-Module und der einhergehenden Überschirmung der

Stadt Hoyerswerda
Planteil C Begründung mit Umweltbericht
Bebauungsplan BM6 „PV-Anlage Bröthen“
Wobtwarjenski plan čo. BM6 „pv-připrawa Brětnja“
Vorentwurf
19
Fläche ergeben sich geringe Standortveränderungen durch neue mikroklimatische Bedingungen wie
Sonneneinstrahlung und Niederschlagsregime.
Die geplante Nutzung hat keine Auswirkung auf das Lokalklima. Die Funktion des Gebietes als nächtliche
Kaltluftentstehung, unmittelbar an die Ortslage angrenzend, geht durch die geringe Versiegelung kaum
verloren.
Wasserhaushalt
Durch die geplante temporäre Bebauung durch PV-Module und der Gebäude für Trafo und
Wechselrichter,
Umspannwerke,
Speicher
sowie
Gebäude
für
Pflegeutensilien,
wird
der
Oberflächenabfluss erhöht und verändert. Durch die Schräglage der PV-Module ist mit einem
streifenförmigen Abregen zu rechnen. Die Untergrundverhältnisse lassen aber zu, dass das anfallende
Niederschlagswasser innerhalb des Plangebietes versickert.
Im Geltungsbereich ist ein Graben mit angrenzender Baum- und Strauchbepflanzung zu finden und mit
einem hohen Grundwasserspiegel zu rechnen. Der Eintrag von Schadstoffen während der Bauphase ist
zu vermeiden, um eine Gefährdung des Grundwassers und dem anliegenden Graben auszuschließen.
Weitere Beeinträchtigungen des Grundwassers durch Mäh- oder Wartungsarbeiten sind ausgeschlossen.
Eine Beeinträchtigung des Wasserhaushaltes aufgrund der geplanten Nutzung ist nicht zu erwarten.
Landschaftsbild und Erholung
Die geplante Eingrünung des Geltungsbereiches ermöglicht die Nutzung als extensives Grünland. Es
erfolgt keine Veränderung der Erholungsnutzung. Im Hinblick auf die Naturhaushaltsfunktionen erfolgt mit
diesem Beitrag eine Aufwertung des Landschaftsbildes.
Im Bebauungsplan sind konkrete Maßgaben zur Anlage der geplanten Pflanzungen im Hinblick auf die
Pflanzqualität und Pflanzabstände getroffen. Die zeitliche Umsetzung der Pflanzmaßnahmen ist ebenso
festgelegt. Ziel ist es, die geplanten Eingriffe in angemessenem Maße, angemessener Qualität und im
zeitlichen Zusammenhang zu kompensieren.
Weitere Beeinträchtigungen für das Landschaftsbild und die Erholungsfunktion sind nicht ersichtlich.
10 Eingriffsregelung
10.1 Beeinträchtigungen
baubedingte Beeinträchtigungen
-
vereinzeltes Abschieben bzw. Anschütten und damit Zerstören von belebtem Oberboden
-
Bodenverdichtung und Flächenbelegung durch Baufahrzeuge und Baustelleneinrichtung
-
Emissionen während der Bauphase (Schall, Schadstoffe: Staub, Abgase der Baufahrzeuge)

Stadt Hoyerswerda
Planteil C Begründung mit Umweltbericht
Bebauungsplan BM6 „PV-Anlage Bröthen“
Wobtwarjenski plan čo. BM6 „pv-připrawa Brětnja“
Vorentwurf
20
anlagenbedingte Beeinträchtigungen
-
punktuelle Neuversiegelung und Überbauung
-
Verlust von Ackerflächen für ca. 30 Jahre
betriebsbedingte Beeinträchtigungen
-
Emissionen durch Nutzung/ Unterhaltung der Photovoltaikanlage
3.2 Maßnahmen zur Vermeidung und Minimierung
Eingriffe in Natur und Landschaft im Sinne der Naturschutzgesetzgebung sind, Veränderungen der
Gestalt oder Nutzung von Grundflächen oder Veränderungen des mit der belebten Bodenschicht in
Verbindung stehenden Grundwasserspiegels, die die Leistungs- und Funktionsfähigkeit des
Naturhaushalts oder das Landschaftsbild erheblich beeinträchtigen können.
Beeinträchtigungen auf die einzelnen Schutzgüter des Naturhaushaltes und Landschaftsbildes sind durch
die Aufstellung von PV-Modulen nur in geringem Umfang zu erwarten. Der Versiegelungsgrad wird durch
die Aufständerungen der Anlagenteile und die Verankerung mittels Rammpfostensystem so gering wie
möglich gehalten, sodass der überwiegende Teil der Fläche als extensive Wiese entwickelt werden kann.
Bei der Beurteilung der Auswirkungen auf die Schutzgüter Boden und Wasser ist zu berücksichtigten,
dass es sich bei der überplanten Fläche um eine anthropogen überprägte Fläche handelt. Die
Verankerung der PV-Module mittels Rammpfostensystem verhindert eine großflächige Versiegelung. Die
Entwicklung einer Wiesenfläche wird ermöglicht. Die Überspannung mit PV-Modulen führt zu einem
streifenförmigen Abfließen anfallenden Niederschlagswassers. Die Bildung von Erosionsrillen ist nicht
vollständig auszuschließen, kann aber durch den Bewuchs der Flächen minimiert werden.
Beeinträchtigungen für Arten und Biotope können durch extensive Wiesenflächen weitestgehend
vermieden werden. Der Erhalt der vorhandenen Gehölze wird als Vermeidungsmaßnahme textlich
festgesetzt.
Weitreichende Auswirkungen auf die bioklimatische Ausgleichsfunktion aufgrund des geplanten
Vorhabens sind auszuschließen. Die festgesetzten Begrünungsmaßnahmen tragen zum Ausgleich der
mikroklimatischen Beeinträchtigungen bei.
Von einer erheblichen und nachhaltigen Beeinträchtigung durch die Planung einer Photovoltaikanlage ist
bei Umsetzung ausreichender Kompensationsmaßnahmen nicht auszugehen.
3.3 Ermittlung des Kompensationsbedarfs, Maßnahmen zum Ausgleich
Der Geltungsbereich ist durch landwirtschaftliche Nutzung geprägt. Die vorhandenen Gehölzstrukturen
sind durch das Vorhaben nicht betroffen und bleiben erhalten. Sowohl die Grünlandflächen im Westen
und Osten des Geltungsbereiches als auch die Ackerfläche mittig werden nach dem Bau der PV-Anlage
als extensives Grünland genutzt. Hinsichtlich des Biotopwertes findet durch die geplante
Nutzungsänderung eine Aufwertung der betroffenen Fläche statt.

Stadt Hoyerswerda
Planteil C Begründung mit Umweltbericht
Bebauungsplan BM6 „PV-Anlage Bröthen“
Wobtwarjenski plan čo. BM6 „pv-připrawa Brětnja“
Vorentwurf
21
Eine weitere Maßnahme ist es, dass das Entwicklungsbiotop Grünland frischer Standorte extensiver
Nutzung zu einer Bienenweide weiterentwickelt wird.

Stadt Hoyerswerda
Planteil C Begründung mit Umweltbericht
Bebauungsplan BM6 „PV-Anlage Bröthen“
Wobtwarjenski plan čo. BM6 „pv-připrawa Brětnja“
Vorentwurf
22
Bienenweide
Der Geltungsbereich, welcher derzeit industriemäßig landwirtschaftlich genutzt wird, soll für den Zeitraum
des Bebauungsplanes von 30 Jahren als Grünland frischer Standorte (extensiv) umgewandelt werden
(Entwicklungsbiotop). Bei einer naturverträglichen Gestaltung der PV-Freiflächenanlage entsteht ein
Synergieeffekt zwischen der Gewinnung erneuerbarer Energien und dem Erhalt der biologischen Vielfalt
erreicht werden. Mit dem Umnutzen der Ackerfläche zu extensivem Grünland entsteht eine erhebliche
naturschutzfachliche Aufwertung der bisher intensiv genutzten Fläche.
Durchlässige Einzäunungen gewährleisten, im Sinne der Biodiversität, dass zukünftig Tiere bis zu einer
Größe eines Mittelsäugers auf das Gelände der PV-Freiflächenanlage gelangen. Das Einzäunen des
zukünftigen extensiven Grünlands schützt vor anthropogenen Störungen, mit der Ausnahme von Pflege-
und Wartungsarbeiten. Die Pflege des extensiven Entwicklungsbiotopes beschränkt sich auf eine
jährliche, sehr spät durchzuführende Mahd und das Freischneiden der PV-Module, um eine Beschattung
zu verhindern und den Brandschutz zu gewährleisten. Im Gegensatz zur intensiven landwirtschaftlichen
Nutzung werden zukünftig keine Düngung oder Pestizide eingesetzt und die Flächen können aushagern.
Das Entwicklungsbiotop Grünland frischer Standorte mit extensiver Nutzung kann gezielt zu einer
Bienenweide weiterentwickelt werden, wenn Pflanzen, die Nektar und/oder Pollen liefern und Pflanzen,
auf denen Honigtau erzeugt wird, vorhanden sind. Durch das Wachsen solcher Bienenweiden innerhalb
des Gebietes einer PV-Freiflächenanlage entstehen große Bestäubungsressourcen für Bienen auf
ehemaligen Landwirtschaftsflächen. Zudem wachsen die Trachtpflanzen in ihrem natürlichen
Jahreszeitenverlauf, welcher nicht unterbrochen wird. Wichtig ist hierbei eine sehr späte und einmalige
oder in etappenweise durchgeführte Mahd im August bis November, um ein Trachtfließband zu
garantieren.
Das Entwicklungsbiotop und die Weiterentwicklung zu einer Bienenweide sind nicht nur eine
Verbesserung für die Biodiversität, sondern ermöglichen dem Boden, sich in einem Zeitraum von 30
Jahren zu erholen und zu regenerieren. Da die einzige erhebliche Pflegemaßnahme eine Mahd ist, wird
der Boden nicht umgeackert oder gepflügt und kann so unter anderem seine Fruchtbarkeit erhöhen.
3.4
Eingriffs-Ausgleichs-Bilanzierung
innerhalb
der
Geltungsbereiche
des
Bebauungsplanes
Mit der Umsetzung des Bebauungsplanes BM6 „PV-Anlage Bröthen“ in der Stadt Hoyerswerda sind
Eingriffe in Natur und Landschaft zu erwarten. Eingriffe sind so weit wie möglich zu unterlassen oder zu
minimieren. Unvermeidbare Beeinträchtigungen sind durch entsprechende Maßnahmen auszugleichen.
Die durch den Bebauungsplan vorbereitenden Eingriffe in Natur und Landschaft gelten an diesem
Standort als unvermeidbar, da für das Vorhaben keine zumutbare Standortalternative besteht.
Der Bebauungsplan bildet die Grundlage für die städtebauliche Gestaltung eines Plangebietes.
Gemeinsam mit der Bilanzierung der zukünftig zu erwartenden Eingriffe und Zuordnungen geeigneter
Ausgleichmaßnahmen dokumentiert dieser Bebauungsplan
somit eine angemessene Berücksichtigung
der
Ziele und Grundsätze des Naturschutzes und der Landespflege lt. § 1 SächsNatSchG i.V.m. § 1 und
§ 2 BNatSchG sowie das Verursacherprinzip und die Kompensationsverpflichtung von Eingriffen gemäß
§§ 9 – 10 SächsNatSchG i.V.m. §§ 14 – 15 BNatSchG.

Stadt Hoyerswerda
Planteil C Begründung mit Umweltbericht
Bebauungsplan BM6 „PV-Anlage Bröthen“
Wobtwarjenski plan čo. BM6 „pv-připrawa Brětnja“
Vorentwurf
23
Die Eingriffs-Ausgleichs-Bilanzierung erfolgt nach der Sächsischen Handlungsempfehlung zur Bewertung
und Bilanzierung von Eingriffen (Verwendung Sächsischer Biotoptypennummern lt. Biotoptypenliste von
1994 mit entsprechend vergebenen Biotop- und Planungswerten). Die Bilanzierung erfolgt mit verbal-
argumentativer Ergänzung, um allen Schutzgütern gerecht zu werden. Eingriffe sind so weit wie möglich
zu unterlassen oder zu minimieren. Unvermeidbare Beeinträchtigungen sind durch entsprechende
Maßnahmen auszugleichen.
Im Geltungsbereich sind folgende Bestandsbiotoptypen vorzufinden:
03.04.110
Naturnaher Graben
Biotopwert 20
06.02.000
Grünland frischer Standorte (extensiv)
Biotopwert 25
10.01.200
Intensiv genutztes Ackerland
Biotopwert 5
06.03.200
Intensiv genutztes Dauergrünland frischer
Standorte
Biotopwert 10
--
Sonstige, extensiv genutzte Frischwiese
Biotopwert 25

Stadt Hoyerswerda
Planteil C Begründung mit Umweltbericht
Bebauungsplan BM6 „PV-Anlage Bröthen“
Wobtwarjenski plan čo. BM6 „pv-připrawa Brětnja“
Vorentwurf
24
Nutzungs-/ Biotoptyp nach
Biotopwertliste
Biotop-
wert
Planung
s-wert
Flächenanteil/Anzahl
Biotopwert
SP 1
SP 2
SP 3
SP 4
SP 5
SP 6
SP 7
Biotoptypen (Bestand)
vor Maßnahme nach Maßnahme
vorher
(Sp. 2 x Sp.
4)
nachher
(Sp.2 x Sp. 5)
03.04.11
0
Naturnaher
Graben
20
6.334
m
²
0
126.679
0
--
Sonstige, extensiv
genutzte
Frischwiese
25
25.113
m
²
0
627.820
0
06.02.00
0
Grünland frischer
Standorte
(extensiv)
25
126.270
m
²
0
3.156.750
0
10.01.20
0
intensiv genutztes
Ackerland
5
530.927
m
²
0
2.654.635
0
06.03.20
0
Intensiv genutztes
Dauergrünland
frischer Standorte
10
51.203
m
²
0
512.026
0
Biotoptypen (Entwicklung)
vor Maßnahme nach Maßnahme
vorher
(Sp. 2 x Sp.
4)
nachher
(Sp.3 x Sp. 5)
06.02.00
0
Grünland frischer
Standorte
(extensiv)
22
0
m
²
729.555
0
16.050.210
03.04.11
0
Naturnaher
Graben
17
0
m
²
6.334
0
107.678
--
Verkehrsfläche,
wasserdurchlässig
e Befestigung
3
0
m
²
3.957
0
11.870
Summe/Übertrag
739.846
m
²
739.846
7.077.910
16.169.758
Biotopwertdifferenz:
Summen der Sp. 7 minus
Sp. 6
Biotopwert-
differenz:
keine
Überhang:
9.091.848
Gesamtbeurteilung:
Kompensationsmaßnahme
n erforderlich
Tabelle 4: Biotoptypenbewertung des Plangebietes

Stadt Hoyerswerda
Planteil C Begründung mit Umweltbericht
Bebauungsplan BM6 „PV-Anlage Bröthen“
Wobtwarjenski plan čo. BM6 „pv-připrawa Brětnja“
Vorentwurf
25
11 Zusammenfassung und Fazit
Mit der Umsetzung des Bebauungsplanes BM6 „PV-Anlage Bröthen“ werden bisher unversiegelte
Bereiche überdeckt.
Die natürlichen Funktionen des Schutzgutes Boden und des Wasserhaushallt werden nur gering
beeinflusst. In Bezug auf den Wasserhaushalt wird insbesondere die Grundwasserneubildung durch
einen veränderten Oberflächenabfluss durch die PV-Module gering benachteiligt.
Durch die Begrenzung der überbaubaren Flächen und die zeitliche Begrenzung auf 30 Jahren werden
mögliche
negative
Auswirkungen
auf
die
Natur
und
Landschaft
minimiert.
Als
Kompensationsmaßnahmen sind Bepflanzungsmaßnahmen einschließlich Pflege innerhalb des
Plangebietes vorgesehen. Dazu gehört das Begrünen und Gestalten nicht überbauter Fläche sowie der
Erhalt von Baum- und Gehölzgruppen. Durch die angestrebte Versickerung des Regenwassers soll eine
grundwasserverträgliche Entwicklung gefördert werden.
Die Beeinträchtigungen für die Schutzgüter Klima, Landschaftsbild und Erholung sowie Mensch und
Kulturlandschaft sind als gering zu beurteilen.
Bei Einhaltung der vorgeschlagenen und in den Bebauungsplan übernommenen Maßnahmen zur
Minderung, Vermeidung und Kompensation von Beeinträchtigungen in Natur und Landschaft sind die
Auswirkungen des Bebauungsplanes aus landschaftsplanerischer Sicht als vertretbar einzustufen.

Stadt Hoyerswerda
Planteil C Begründung mit Umweltbericht
Bebauungsplan BM6 „PV-Anlage Bröthen“
Wobtwarjenski plan čo. BM6 „pv-připrawa Brětnja“
Vorentwurf
26
10. Quellen
Rechtsgrundlagen
BauGB
- Baugesetzbuch in der Fassung der Bekanntmachung vom 3. November 2017 (BGBl. I S. 3634), das
zuletzt durch Artikel 2 des Gesetzes vom 8. August 2020 (BGBl. I S. 1728) geändert worden ist.
BauNVO
- Baunutzungsverordnung in der Fassung der Bekanntmachung vom 21. November 2017 (BGBl. I S.
3786).
BNatSchG
- Bundesnaturschutzgesetz vom 29. Juli 2009 (BGBl. I S. 2542), das zuletzt durch Artikel 290 der
Verordnung vom19. Juni 2020 (BGBl. I S. 1328) geändert worden ist.
PlanZV
- Planzeichenverordnung vom 18. Dezember 1990 (BGBl. 1991 I S. 58), die zuletzt durch Artikel 3 des
Gesetzes vom 4. Mai 2017 (BGBl. I S. 1057) geändert worden ist.
SächsBO
- Sächsische Bauordnung in der Fassung der Bekanntmachung vom 11. Mai 2016 (SächsGVBl. S. 186),
die zuletzt durch Artikel 2 des Gesetzes vom 11. Dezember 2018 (SächsGVBl. S. 706) geändert worden ist.
SächsNatSchG
- Sächsisches Naturschutzgesetz vom 6. Juni 2013 (SächsGVBl. S. 451), das zuletzt durch Artikel
8 des Gesetzes vom 14. Dezember 2018 (SächsGVBl. S. 782) geändert worden ist.
SächsWaldG
- Waldgesetz für den Freistaat Sachsen vom 10. April 1992 (SächsGVBl. S. 137), das zuletzt durch
Artikel 21 des Gesetzes vom 11. Mai 2019 (SächsGVBl. S. 358) geändert worden ist.
SächsWG
- Sächsisches Wassergesetz vom 12. Juli 2013 (SächsGVBl. S. 503), das zuletzt durch Artikel 2 des
Gesetzes vom 8. Juli 2016 (SächsGVBl. S. 287) geändert worden ist.
WHG
- Wasserhaushaltsgesetz vom 31. Juli 2009 (BGBl. I S. 2585), das zuletzt durch Artikel 1 des Gesetzes vom
19.Juni 2020 (BGBl. I S. 1408) geändert worden ist.
Übergeordnete Planungen
Flächennutzungsplan der Stadt Hoyerswerda,
Stand: Juli 2020
Regionalplan Oberlausitz-Niederschlesien
in der Fassung zur 1. Gesamtfortschreibung, erstellt durch
Regionalen
Planungsverband
Oberlausitz-Niederschlesien;
Satzungsbeschluss:
09.04.2009
(öffentliche
Bekanntmachung im Amtlichen Anzeiger des Sächs.ABl., Jg. 2010, Bl.Nr. 5, S. A49).
Regionalplan Oberlausitz-Niederschlesien
in der Fassung des Entwurfes zur 2. Gesamtfortschreibung
Sonstige Quellen
Stadt Hoyerswerda,
online zu finden unter:
https://www.hoyerswerda.de/stadtleben/stadtportrait/zahlen-daten-
fakten/, Stand 07.03.2022.
Photovoltaik-Freiflächenverordnung (PVFO) 09.2021,
Interaktive Karte, online zu finden unter:
https://geoportal.sachsen.de/?map=9409b835-e889-44de-8e6a-3b75d3711fbe, Stand: 07.03.2022
Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie:
Interaktive Karten.