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IBU Coswig
· Ingenieurbüro für Baugrund und Umwelttechnik
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Auerstraße 227
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01640 Coswig (bei Dresden)
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(03523) 61 021
· Telefax ·
(03523) 61 022
IBU Coswig ·
Ingenieurbüro für Baugrund und Umwelttechnik
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Katy Henniger & Arne Lasch-Paszkier GbR
Baugrunderkundung
·
Baugrundgutachten
·
Gründungsberatung
·
Geotechnische Fachbaubegleitung
·
Standsicherheitsuntersuchungen
Altlastenuntersuchung
·
Sanierungsbegleitung
·
Hydrologische Gutachten
·
Kontrollprüfungen im Erd-, Grund- und Verkehrswegebau
Bankverbindung ·
HypoVereinsbank ·
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DE80850200860022357042
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Umsatzsteuer ID ·
DE303957799
· Steuernummer ·
209/155/14414
GEOTECHNISCHE STELLUNGNAHME
ZU DEN VERSICKERUNGSVERHÄLTNISSEN
LAUBENSTRASSE IN 01689 WEINBÖHLA
Auftraggeber
HAMANN + KRAH stadtplanung architektur
Prießnitzstraße 7
01099 Dresden
Projekt
Ergänzungssatzung
Laubenstraße
01689 Weinböhla
Projektnummer
20-1070-1
Projektingenieur
Dipl.-Verk.wirtsch. Axel Hickethier
Dipl.-Ing. Katy Henniger
E-Mail
·
info@ibu-coswig.de
Telefon
·
(03523) 61 021
Datum
24.09.2020
M.Sc. Arne Lasch-Paszkier

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IBU Coswig
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Geotechnische Stellungnahme
Projekt ·
20-1070-1 (Ergänzungssatzung Laubenstraße in 01689 Weinböhla – Versickerung von Niederschlagswasser)
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INHALTSVERZEICHNIS
Seite
1
Bauvorhaben und Aufgabenstellung .................................................................................... 3
2
Durchgeführte Untersuchungen........................................................................................... 3
3
Ergebnisse der Baugrunduntersuchung .............................................................................. 4
3.1
Örtliche Verhältnisse .................................................................................................... 4
3.2
Baugrundschichtung..................................................................................................... 5
3.3
Eigenschaften der Baugrundschichten ......................................................................... 6
3.4
Grundwasserverhältnisse ............................................................................................. 6
4
Beurteilung und Empfehlungen ........................................................................................... 7
4.1
Versickerbarkeit im Untersuchungsgebiet .................................................................... 7
4.2
Ableitung des Bemessungswertes für die Durchlässigkeit ............................................ 7
4.3
Empfehlungen zu möglichen Versickerungsanlagen .................................................... 8
5
Hinweise ............................................................................................................................. 9
ANLAGENVERZEICHNIS
Anlagen 1
Lagepläne
Anlage 1.1
Übersichtslageplan
Anlage 1.2
Lage- und Aufschlussplan
Anlage 2
Aufschlussprofile
Anlage 3
Korngrößenverteilungen

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Geotechnische Stellungnahme
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20-1070-1 (Ergänzungssatzung Laubenstraße in 01689 Weinböhla – Versickerung von Niederschlagswasser)
Seite 3 von 9
UNTERLAGENVERZEICHNIS
U 1
Leistungsangebot Nr. LA 20-107, IBU Coswig, 01.07.2020 und Auftragserteilung am
17.07.2020, durch Email Fr. Gommlich (HAMANN+KRAH)
U 2
Lage- und Höhenplan mit eingetragenem Abgrenzungsvorschlag, BHB Vermessungs-
und Ingenieurgesellschaft mbH, 31.07.2020
U 3
Geologische Spezialkarte des Königreiches Sachsen, Blatt-Nr. 49, Sektion Kötzschen-
broda-Oberau, Maßstab 1:25.000, einschl. Erläuterungen, II. Auflage, 1904
U 4
Interaktive Karte Grundwasserstände/Quellschüttungen;
www.umwelt.sachsen.de
U 5
Arbeitsblatt DWA-A 138, Planung, Bau und Betrieb von Anlagen zur Versickerung von
Niederschlagswasser, Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall
e. V., April 2005
1 Bauvorhaben und Aufgabenstellung
Das Planungsbüro HAMANN + KRAH soll im Namen privater Auftraggeber eine Ergänzungs-
satzung zusammen mit einer Klarstellungssatzung für die östliche Laubenstraße in Weinböhla
erarbeiten. Die zu ergänzenden Grundstücksteile sind im Abgrenzungsvorschlag (U 2) gekenn-
zeichnet.
Das Ingenieurbüro für Baugrund und Umwelttechnik (IBU) Coswig GbR wurde durch U 1 beauf-
tragt, Baugrunduntersuchungen hinsichtlich der Versickerbarkeit durchzuführen und die Ergeb-
nisse in einer Geotechnischen Stellungnahme zu dokumentieren und zu bewerten.
2 Durchgeführte Untersuchungen
Am 28.08.2020 wurden zur Erkundung der Baugrundverhältnisse 5 Rammkernsondierungen
(RKS) bis in Tiefen zwischen 2,4 m und 4,2 m unter GOK nach DIN EN ISO 22475-1 niederge-
bracht. Dabei wurden im Untersuchungsbereich nordwestlich der Laubenstraße (nachfolgend
„AB 1“) 2 Aufschlüsse und südöstlich der Straße („AB 2“) 3 Aufschlüsse angeordet. Im AB 2
wurde zusätzlich zu den ursprünglich vorgesehenen 2 Aufschlüssen eine dritte RKS (RKS 3.2)
ausgeführt, da mit RKS 3.1 tiefreichende Auffüllungen angetroffen wurden, in denen i.d.R. nicht
versickert werden darf.
Die Lage der Untersuchungsstellen ist aus dem Lage- und Aufschlussplan (Anlage 1.2) ersicht-
lich.
Die angetroffenen Böden wurden nach DIN EN ISO 14688 beurteilt und nach DIN 18196 klassi-
fiziert. Von den für die Versickerung relevanten Baugrundschichten wurden 3 Korngrößenvertei-
lungen nach DIN 18123 ermittelt.

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Geotechnische Stellungnahme
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20-1070-1 (Ergänzungssatzung Laubenstraße in 01689 Weinböhla – Versickerung von Niederschlagswasser)
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3 Ergebnisse der Baugrunduntersuchung
3.1 Örtliche Verhältnisse
Das Untersuchungsgebiet befindet sich in der Gemeinde Weinböhla am Südwesthang der Elb-
talsenke im östlichen Bereich der Laubenstraße. Das Gelände fällt großräumig etwa von Nord-
ost nach Südwest ein.
Der AB 1 (Flurstücke 2782/25 und 2782/27) ist überwiegend mit Gras und vereinzelten Nadel-
und Obstbäumen bewachsen. Im nordwestlichen Teil befindet sich eine Weinanbaufläche, im
südwestlichen Teil ein ca. 2 m x 3 m großer Schuppen mit innenliegendem Brunnen. Die geo-
dätischen Höhen im AB 1 liegen etwa zwischen 179 m NHN und 183 m NHN. Die Laubenstraße
befindet sich in diesem Abschnitt in Einschnittslage mit Geländehöhen zwischen 178,5 m NHN
und 181,0 m NHN. Sie wird nach Norden zum Flurstück 2782/25 durch eine Mauer begrenzt.
AB 2 umfasst das Gelände eines ehemaligen Ferienlagers (Flurstücke 2817/1 und 2819/1). Hier
befinden sich ein Flachbau und ein 2- bzw. 3-geschossiges Gebäude sowie ein Container. Der
Bewuchs ist überwiegend durch Grasflächen, unterbrochen von vereinzelten Bäumen und ei-
nem Bereich starken Busch-/Baumbewuchses, gekennzeichnet. Die geodätischen Höhen liegen
etwa zwischen 181 m NHN und 184 m NHN (Gefälle etwa von Ost nach West).
Einen Eindruck von den derzeitigen örtlichen Verhältnissen vermitteln die Abbildungen 1 bis 4.
Abbildung 1: AB 1 nördlich der Laubenstraße,
RKS 1, Blick Richtung Osten, 28.08.2020
Abbildung 2: AB 1 nördlich der Laubenstraße,
RKS 2, Blick Richtung Südosten, 28.08.2020
RKS 1
RKS 2

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Abbildung 3: AB 2 südlich der Laubenstraße, RKS
3.1 und 3.2, Blick Richtung Südosten, 28.08.2020
Abbildung 4: AB 2 südlich der Laubenstraße,
RKS 4, Blick Richtung Nordwesten, 28.08.2020
3.2 Baugrundschichtung
Die Ergebnisse der Felduntersuchungen sind in den Aufschlussprofilen (Anlage 2) dargestellt
und in nachfolgender Tabelle 1 zusammengefasst.
Tabelle 1: Erkundete Baugrundschichtung
Baugrundschicht
Dicke
Schichtunterkante
[m]
[m unter GOK]
[m NHN]
Mutterboden (aufgefüllt)
0,05 … 0,25
0,05 … 0,25
-
Auffüllung
)1
(nur AB 2, RKS 3.1 und RKS 4)
1,1 … 3,2
1,3 … 3,4
177,5 … 180,9
Heidesand, umgelagert
(nicht RKS 3.1)
0,35 … 1,45
1,15 … 1,65
179,7 … 180,5
Heidesand
(nicht RKS 3.1)
0,1 … 2,2
1,25 … 3,8
178,3 … 179,7
Felszersatz
> 0,4 … 2,2
)2
> 2,4 … 4,2
)2
< 176,5 … 178,4
)2
)1
Abweichungen möglich
)2
max. erkundet
Der Untergrund wird durch Syenit in seinen Verwitterungsstufen gebildet. Die Fels-OK ist unre-
gelmäßig und stufig ausgebildet. Mit zunehmender Tiefe nimmt der Verwitterungsgrad ab. Der
Übergang zum mäßig verwitterten Fels ist wenige Dezimeter bis Meter unter den erreichten
Aufschlusstiefen anzunehmen.
Der Felszersatz wird i.d.R. von Heidesand bedeckt. Dieser wurde örtlich vollständig durch Auf-
füllung ersetzt (siehe RKS 3.1).
RKS 3.2
RKS 3.1
RKS 4

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3.3 Eigenschaften der Baugrundschichten
In Tabelle 2 ist eine Beschreibung der angetroffenen Baugrundschichten enthalten.
Tabelle 2: Beschreibung der erkundeten Baugrundschichten nach DIN EN ISO 14688-1
Baugrundschicht
Beschreibung
Lagerungsdichte /
Konsistenz
Auffüllung
Mutterboden-Sand-Gemische in den oberen dm
Kies, stark sandig, tlw. schwach schluffig, Beimen-
gungen von Müll
Sand, kiesig, Bauschuttbeimengungen
umgelagerter Heidesand mit Beimengungen von
Bauschutt und Bauabfällen (u.a. Dämmwolle)
abweichende Zusammensetzung möglich!
sehr locker bis
mitteldicht
Heidesand,
umgelagert
enggestufter Sand, tlw. schwach kiesig, lokal
schwach schluffig
dunkelbraun, hellgrau
sehr locker bis
mitteldicht
Heidesand
enggestufter Sand, tlw. schwach schluffig
üw. hellbraun, tlw. braun
locker bis
mitteldicht
Felszersatz – Syenit
Bohrgut:
Kies-Sand-Gemische, schwach schluffig bis schluf-
fig, örtlich stark schluffig
Steine möglich
mitteldicht
bis sehr dicht
Die laborativ ermittelten Körnungslinien von ausgewählten, für die Versickerung relevanten
Baugrundschichten sowie die daraus korrelativ abgeleiteten Durchlässigkeitsbeiwerte sind in
Anlage 3 enthalten. Unter Berücksichtigung regionaler Erfahrungen lassen sich für die hinsicht-
lich Versickerung relevanten Baugrundschichten folgende Durchlässigkeitsbeiwerte angeben:
Heidesand:
k
f
= 5 ∙ 10
-5
… 1 ∙ 10
-4
m/s
Felszersatz:
k
f
≤ 1 ∙ 10
-6
… 1 ∙ 10
-4
m/s
3.4 Grundwasserverhältnisse
Bei der Erkundung am 28.08.2020 wurde in RKS 2 und RKS 4 Grundwasser in Tiefen von
2,6 m und 3,6 m unter GOK angetroffen, das entspricht ca. 178,6 m NHN. Die RKS 1, RKS 3.1
und RKS 3.2 waren bis zu ihren Endteufen grundwasserfrei.
Der dauerhaft zusammenhängende Grundwasserspiegel liegt im Untersuchungsgebiet nicht im
versickerungsrelevanten Bereich (unterhalb Felsoberfläche). Bei dem angetroffenen Wasser
handelt es sich um Schichten-/Sickerwasser, welches auf schwach durchlässigen Zonen auf-
staut bzw. sich in mit Heidesand gefüllten Rinnen / Senken sammelt.
In dem in AB 1 befindlichen Brunnen wurde das – sich im/auf dem Fels sammelnde – Grund-
wasser am 28.08.2020 etwa bei 176,8 m NHN eingemessen, d.h. ca. 2 m unter Straßenniveau.

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Es wird eingeschätzt, dass zur Erkundungszeit relativ hohe Niederschläge zu verzeichnen wa-
ren (etwa entsprechend einem MHW), so dass das Grundwasser zu anderen Zeiten deutlich
tiefer liegt bzw. im relevanten Tiefenbereich gar nicht vorhanden ist.
4 Beurteilung und Empfehlungen
4.1 Versickerbarkeit im Untersuchungsgebiet
Für eine Versickerung müssen gemäß Arbeitsblatt DWA-A 138 (U 5) insbesondere folgende
Voraussetzungen erfüllt sein:
ausreichend große Durchlässigkeit des Sickerraumes: 1 · 10
-6
m/s ≤ k
f
≤ 1 · 10
-3
m/s
ausreichend große Mächtigkeit des Sickerraumes: mind. 1 m, bezogen auf den mittleren
höchsten Grundwasserstand bzw. den Grundwasserstauer
Im Untersuchungsgebiet sind hinsichtlich der Anforderungen an die Durchlässigkeit der Heide-
sand (natürlich oder umgelagert) und überwiegend auch der Felszersatz für eine Versickerung
von Niederschlagswasser geeignet. Stark schluffiger Felszersatz ist dagegen auf Grund der
geringen Durchlässigkeit nicht geeignet. In Auffüllungen darf i.d.R. nicht versickert werden.
Hinsichtlich der 2. Randbedingung sollte im Untersuchungsgebiet mit Bezug auf Abschnitt 3.4
MHW ~ 178,5 m NHN zugrunde gelegt werden.
4.2 Ableitung des Bemessungswertes für die Durchlässigkeit
Nach Arbeitsblatt DWA-A 138 (U 5) sollten die aus Körnungslinien abgeleiteten Durchlässig-
keitsbeiwerte für die Festlegung der Bemessungswerte mit dem Korrekturfaktor 0,2 abgemin-
dert werden. Für den Heidesand wird auf der Grundlage umfangreicher örtlicher Erfahrungen
sowie der Bodenansprache ein Korrekturfaktor von 0,8 als ausreichend eingeschätzt. Damit
ergeben sich für die anstehenden versickerungsrelevanten bzw. versickerungsfähigen Schich-
ten folgende Bemessungswerte der Durchlässigkeit:
Heidesand:
k
f,d
= 4 ∙ 10
-5
… 8 ∙ 10
-5
m/s
Felszersatz:
k
f,d
= 1 ∙ 10
-6
… 2 ∙ 10
-5
m/s
Die Durchlässigkeit des umgelagerten Heidesandes kann auf Grund der geringeren Lagerungs-
dichte mindestens genauso groß wie die des natürlich anstehenden Heidesandes angesetzt
werden.

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Geotechnische Stellungnahme
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4.3 Empfehlungen zu möglichen Versickerungsanlagen
Grundsätze zu Versickerungsanlagen sind DWA-A 138 (U 5) zu entnehmen. Insbesondere ist
sicherzustellen, dass von Versickerungsanlagen keine Schäden an Gebäuden und Anlagen
ausgehen, was durch die angegebenen Mindestabstände zu gewährleisten ist.
Generell sollte in AB 1 eine Versickerung südlich-südwestlich (talseitig) einer neuen Bebauung
angeordnet werden. Bei der Anordnung der beiden Aufschlüsse in diesem Bereich wurde dies
berücksichtigt.
Bei den Aufschlüssen in AB 2 wurde die Lage zu den vorhandenen Gebäuden ebenfalls be-
rücksichtigt. Auf Grund der großen Auffüllungsdicke südwestlich des Whs‘ I (RKS 3.1) sollte
eine mögliche Versickerungsanlage nordwestlich des Gebäudes angeordnet werden (RKS 3.2).
Die Wahl des Versickerungssystems richtet sich u.a. nach dem Flächenbedarf und der Spei-
cherfähigkeit. Auf Grund der wechselhaften Verhältnisse im Untersuchungsgebiet sind unter-
schiedliche Systeme sinnvoll bzw. möglich. Es eignen sich z.B. Rigolen- oder Rohr-Rigolenver-
sickerungen. In Abbildung 5 ist eine Rohr-Rigolenversickerungsanlage schematisch dargestellt.
Abbildung 5: Prinzipdarstellung einer Rohr-Rigolenversickerungsanlage (U 5)
Bei der Rohr-Rigolenversickerung erfolgt die Niederschlagswasserzuleitung unterirdisch in ei-
nem in Kies oder anderem geeignetem Material gebetteten perforierten Rohrstrang (Rohrrigo-
lenelement), der zur Geländeoberfläche hin mit einem Füllboden im Rohrgraben abgedeckt ist.
Die Speicherkapazität ergibt sich aus den Querschnittsabmessungen der Rigole bzw. des Roh-
res, aus dem Porenvolumen des Füllmaterials und der beabsichtigten oder zur Verfügung ste-
henden Länge des Versickerungsstranges.
Eine deutliche Erhöhung der Speicherkapazität einer Rigole kann mit vorgefertigten Versicke-
rungssystemen (z.B. Rausikko Boxen der Fa. REHAU) erreicht werden. Hierbei wird die in Ab-
bildung 5 dargestellte (Kies-) Rigole durch Kunststoffelemente ersetzt. In Abbildung 6 ist ein
schematischer Querschnitt für so ein System dargestellt.

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Geotechnische Stellungnahme
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20-1070-1 (Ergänzungssatzung Laubenstraße in 01689 Weinböhla – Versickerung von Niederschlagswasser)
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Abbildung 6: Prinzipdarstellung Querschnitt Rigole mit Füllkörpern (Kunststoffelemente)
Die Unterkante von Versickerungsanlagen sollte in den erkundeten Bereichen nicht tiefer als
179,5 m NHN liegen, um den nötigen Abstand zum Grundwasserstand bzw. zum Grundwas-
serstauer (Fels) einzuhalten.
Auf Grund des oberflächlich anstehenden, durchlässigen Heidesandes stellen – insbesondere
in AB 1 – auch Flächen- oder Muldenversickerungen eine mögliche Alternative dar.
5 Hinweise
Von den untersuchten Stellen wird im AB 1 (nördlich der Laubenstraße) aus derzeitiger Sicht
der Bereich um RKS 2 für eine Versickerung empfohlen. Der mit RKS 1 erkundete, z.T. stark
schluffige Felszersatz ist auf Grund seiner geringen Durchlässigkeit nicht für eine Versickerung
mittels Rigolen geeignet. Hier kämen nur Flächen- oder Muldenversickerungen in Frage.
In AB 2 (südlich der Laubenstraße) ist der Bereich um RKS 4 auf Grund des bis 3,8 m Tiefe
anstehenden Heidesandes sehr gut für die Versickerung von Niederschlagswasser geeignet.
Eine Versickerung ist jedoch auch im Felszersatz – wie mit RKS 3.2 erkundet – möglich.
Im Hinblick auf die wechselhaften Verhältnisse (Felsoberkante, Feinkornanteil Felszersatz)
werden für endgültige Bemessungen vertiefende Untersuchungen an den tatsächlichen Versi-
ckerungsstandorten empfohlen (sofern diese von den Untersuchungsstellen abweichen).

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11.09.2020
-
Höhenbezug
geprüft
Maßstab
Benennung
bearbeitet
Datum
Projekt
20-1070-1
1.1
Henniger
Projekt-Nr.
Übersichtslageplan
Anlage-Nr.
1 : 10.000
Untersuchungsgebiete
Hickethier
Ergänzungssatzung
Laubenstraße in 01689 Weinböhla
- Geotechnische Stellungnahme zur Versickerbarkeit -
Weinböhla

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RKS 1
181,27
RKS 4
182,16
RKS 3.2
180,83
RKS 3.1
180,95
RKS 2
181,22
Brunnen
Höhenbezug
geprüft
Maßstab
Benennung
bearbeitet
Datum
Projekt
1.2
Projekt-Nr.
Lage- und Aufschlussplan
Anlage-Nr.
DHHN 2016
1 : 400
Lasch-Paszkier
Henniger
20-1070-1
11.09.2020
Ergänzungssatzung
Laubenstraße in 01689 Weinböhla
- Geotechnische Stellungnahme zur Versickerbarkeit -

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Grundwasser
Grundwasser nach Bohrende
Tiefe unter GOK
Datum
2.60
28.08.2020
m NHN
177.00
178.00
179.00
180.00
181.00
182.00
0.10
Mutterboden
Heidesand umgelagert
Mittelsand, feinsandig, schwach
grobsandig, humos, dunkelbraun
1.60
Heidesand
Mittelsand, feinsandig, schwach
grobsandig, hellbraun
3.60
Felszersatz
Sand, stark kiesig,
schluffig, braun
Zv
Zv
Zv
Zv
Zv
Zv
Zv
3.80
Felszersatz
Bohrgut: Kies, stark sandig,
(schwach) schluffig, grau
Zv
Abbruch, kein Sondierfortschritt
0.05
Mutterboden
Mu
Heidesand umgelagert
Mittelsand, feinsandig, schwach
grobsandig, schwach kiesig,
schwach schluffig, Wurzeln,
1.60
Heidesand
Mittelsand, feinsandig, schwach
grobsandig, hellbraun
3.30
Felszersatz
Sand, stark kiesig,
schluffig bis stark
schluffig, braun
Zv
Zv
Zv
Zv
Zv
Zv
Zv
Abbruch, kein Sondierfortschritt
0.25
Mutterboden
Mu
0.70
Auffüllung
Kies, stark sandig, tlw.
schwach schluffig, Müll, grau
A
3.40
Auffüllung
Sand, kiesig, (gering)
Bauschutt, braun
A
Felszersatz
Bohrgut: Kies, Sand, tlw.
schwach schluffig, braun
Zv
Zv
Zv
0.10
Mutterboden
Mu
Heidesand umgelagert
Mittelsand, feinsandig,
schwach grobsandig, tlw.
schwach kiesig, dunkelbraun
1.25
Heidesand
Mittelsand, feinsandig, schwach
grobsandig, hellbraun
2.40
Felszersatz
Bohrgut: Kies, Sand,
schwach schluffig, braun
Zv
Zv
Zv
Abbruch, kein Sondierfortschritt
0.20
Mu
Mutterboden
Auffüllung
Sand, schwach kiesig,
schwach schluffig, schwach
humos, gering Bauschutt,
A
1.65
Heidesand, umgelagert
Mittelsand, feinsandig,
schwach grobsandig, hellgrau
3.80
Heidesand
Mittelsand, feinsandig,
grobsandig, schwach
schluffig, braun
4.20
Felszersatz
Bohrgut: Kies, stark sandig,
schluffig, braun
Zv
RKS 1
RKS 2
RKS 3.1
RKS 3.2
RKS 4
181,27 m NHN
181,22 m NHN
180,95 m NHN
180,83 m NHN
182,16 m NHN
3.60
28.08.2020
1.50
kein Grundwasser am 28.08.2020
1.15
4.20
1.15
kein Grundwasser am 28.08.2020
kein Grundwasser am 28.08.2020
1.30
dunkelbraun
Mu
A
A
Dämmwolle, dunkelbraun
nördlich Laubenstraße
südlich Laubenstraße
Höhenbezug
geprüft
Maßstab
Benennung
bearbeitet
Datum
Projekt
2
Projekt Nr.
Aufschlussprofile
Anlage-Nr.
DHHN 2016
1 : 50
Hickethier
Henniger
20-1070-1
01.09.2020
Ergänzungssatzung
Laubenstraße in 01689 Weinböhla
- Geotechnische Stellungnahme zur Versickerbarkeit -

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Schlämmkorn
Siebkorn
Schluffkorn
Sandkorn
Kieskorn
Feinstes
Steine
Fein-
Mittel-
Grob-
Fein-
Mittel-
Grob-
Fein-
Mittel-
Grob-
Korndurchmesser d in mm
Massenanteile der Körner < d in % der Gesamtmenge
0
10
20
30
40
50
60
70
80
90
100
0.001
0.002
0.006
0.01
0.02
0.06
0.1
0.2
0.6
1
2
6
10
20
60
100
Signatur
Baugrundschicht:
Entnahmestelle:
Entnahmetiefe:
Bodenart:
Bodengruppe:
k [m/s] korrelativ:
T/U/S/G [%]:
Felszersatz
RKS 2
1,6 - 3,6 m
Sand, stark kiesig, schluffig
SU*
-
6.6/15.0/42.5/35.9
Felszersatz
RKS 3.2
1,25 - 2,4 m
Kies, Sand, schwach schluffig
GU
-
- /12.3/41.2/46.5
Heidesand
RKS 4
1,65 - 3,8 m
Mittelsand, feinsandig, grobsandig, schwach schluffig
SU
1.2 · 10
-4
- /5.2/91.8/3.0
Projekt-Nr.:
20-1070-1
Anlage:
Bemerkungen:
IBU Coswig GbR
Ingenieurbüro für Baugrund und Umwelttechnik
Auerstraße 227
01640 Coswig
Tel.: 03523/61021 E-Mail: info(at)ibu-coswig.de
Projekt: Ergänzungssatzung Laubenstraße in 01689 Weinböhla
Probe entnommen am: 28.08.2020
Art der Entnahme: gestört
Arbeitsweise: Nasssiebung
Bestimmung der Korngrößenverteilung
nach DIN 181230 und Kornband
Die dargestellten Korngrößenverteilungen
stellen nur den vorhandenen Korngrößenbereich
bis Kies dar. Vorhandene Steine und evtl.
vorh. Blöcke können mit den verwendeten
Sieben nicht erfasst werden.
3
~ 5*10-6
~ 8*10-5