STADT GÖRLITZ
LANDKREIS GÖRLITZ
UMWELTBERICHT
ZUM VORHABENBEZOGENEN BEBAUUNGSPLAN NR. 43
„EKZ GÖRLITZ - PV ANLAGEN
Der Umweltbericht ist Bestandteil der Begründung des Bebauungsplanes.
Vorhabenträger:
Marktkauf GVG Görlitz GmbH
& Co. KG
New-York-Ring 6
22297 Hamburg
Umweltbericht gemäß
Anlage 1 des Bauge-
setzbuches (BauGB)
bearbeitet durch:
Richter + Kaup
Ingenieure I Planer
Berliner Straße 21
02826 Görlitz
Görlitz, 27. August 2019

RICHTER + KAUP
INGENIEURE
PLANER
UMWELTBERICHT ZUM VORHABENBEZOGENEN BEBAUUNGSPLAN NR.43 „EKZ GÖRLITZ - PV ANLAGEN
Seite 2
INHALTSVERZEICHNIS
1.
EINLEITUNG
4
1A)
PLANUNGSZIELE, LAGE DES VORHABENSTANDORTES
4
1B)
EINSCHLÄGIGE FACHGESETZE / FACHPLÄNE ZUM UMWELTSCHUTZ UND BERÜCKSICHTIGUNG DESSEN ZIELE IM
BEBAUUNGSPLAN
5
2.
BESCHREIBUNG UND BEWERTUNG DER UMWELTAUSWIRKUNGEN
8
2A)
BESTANDSAUFNAHME DES DERZEITIGEN UMWELTZUSTANDES
8
2AA)
BIOTOPE, SCHUTZGEBIETE & POTENTIELL NATÜRLICHE VEGETATION
8
2AAA)
BIOTOPE
8
2AAB)
SCHUTZGEBIETE / SCHUTZOBJEKTE
10
2AAC)
WALD IM SINNE DES SÄCHSWALDG
10
2AAD)
POTENTIELL NATÜRLICHE VEGETATION
11
2AB)
FAUNA
11
2AC)
BODEN & ALTLASTEN
12
2AD)
WASSER
12
2AE)
KLIMA
13
2AF)
ARCHÄOLOGIE UND DENKMALSCHUTZ
15
2AG)
SCHUTZGUT MENSCH
15
2AH)
SCHUTZGUT LANDSCHAFTSBILD
16
2AI)
PROGNOSE DER ENTWICKLUNG DES UMWELTZUSTANDES BEI NICHTDURCHFÜHRUNG DER PLANUNG
16
2B)
PROGNOSE DER ENTWICKLUNG DES UMWELTZUSTANDES BEI DURCHFÜHRUNG DER PLANUNG
16
2BA)
BIOTOPE, SCHUTZGEBIETE & POTENTIELL NATÜRLICHE VEGETATION
16
2BAA)
BIOTOPE
16
2BAB)
SCHUTZGEBIETE / SCHUTZOBJEKTE
17
2BAC)
WALD IM SINNE DES SÄCHSWALDG
17
2BAD)
POTENTIELL NATÜRLICHE VEGETATION
17
2BB)
FAUNA
17
2BC)
BODEN & ALTLASTEN
17
2BD)
WASSER
18
2BE)
KLIMA
18
2BF)
ARCHÄOLOGIE UND DENKMALSCHUTZ
19
2BG)
SCHUTZGUT MENSCH
19
2BH)
SCHUTZGUT LANDSCHAFTSBILD
19
2BI)
KUMULIERUNG VON VORHABEN BENACHBARTER PLANGEBIETE
20
2C)
GEPLANTE AUSGLEICHS-, VERMEIDUNGS- UND MINDERUNGSMAßAHMEN
20
2CA)
BIOTOPE, SCHUTZGEBIETE & POTENTIELL NATÜRLICHE VEGETATION
20
2CAA)
BIOTOPE
20
2CAB)
SCHUTZGEBIETE / SCHUTZOBJEKTE
21
2CAC)
WALD IM SINNE DES SÄCHSWALDG
21
2CAD)
POTENTIELL NATÜRLICHE VEGETATION
21
2CB)
FAUNA
21
2CC)
BODEN & ALTLASTEN
22
2CD)
WASSER
23

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2CE)
KLIMA
23
2CF)
ARCHÄOLOGIE UND DENKMALSCHUTZ
23
2CG)
SCHUTZGUT MENSCH
24
2CH)
SCHUTZGUT LANDSCHAFTSBILD
24
2D)
IN BETRACHT KOMMENDE ANDERWEITIGE PLANUNGSMÖGLICHKEITEN
25
2E)
BESCHREIBUNG DER ERHEBLICHEN NACHTEILIGEN UMWELTAUSWIRKUNGEN
25
2EA)
BIOTOPE, SCHUTZGEBIETE & POTENTIELL NATÜRLICHE VEGETATION
25
2EAA)
BIOTOPE
25
2EAB)
SCHUTZGEBIETE / SCHUTZOBJEKTE
25
2EAC)
WALD IM SINNE DES SÄCHSWALDG
25
2EAD)
POTENTIELL NATÜRLICHE VEGETATION
25
2EB)
FAUNA
26
2EC)
BODEN & ALTLASTEN
26
2ED)
WASSER
26
2EE)
KLIMA
26
2EF)
ARCHÄOLOGIE UND DENKMALSCHUTZ
26
2EG)
SCHUTZGUT MENSCH
27
2EH)
SCHUTZGUT LANDSCHAFTSBILD
27
3.
ZUSÄTZLICHE ANGABEN
27
3A)
MERKMALE DER VERWENDETEN TECHNISCHER VERFAHREN / SCHWIERIGKEITEN
27
3B)
GEPLANTE MAßNAHMEN ZUR ÜBERWACHUNG DER ERHEBLICHEN AUSWIRKUNGEN
28
3C)
ALLGEMEIN VERSTÄNDLICHE ZUSAMMENFASSUNG
28
3D)
QUELLEN, DIE FÜR DIE BEWERTUNG HERANGEZOGEN WURDEN
28
ANLAGENVERZEICHNIS
ANLAGE 1
EINGRIFFS- UND AUSGLEICHSBILANZIERUNG
ANLAGE 2
ÜBERSICHTSPLAN BIOTOPE BESTAND
ANLAGE 3
ARTENSCHUTZFACHBEITRAG

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1.
Einleitung
1a)
Planungsziele, Lage des Vorhabenstandortes
Ziele
Der Vorhabenträger der Bebauungsplanung, die Marktkauf GVG Görlitz GmbH & Co. KG, beabsichtigt im
Bereich des Flurstückes 229/123 der Gemarkung Görlitz Flur 35 eine Photovoltaikanlage (PVA) mit einer
Leistung von ca. 750 Kilowatt peak (kWp) zum CO
2
neutralen Betrieb des SB-Warenhaus (Marktkauf), welches
sich im NeißePark befindet, zu errichten. Der überschüssige Strom soll als Eigenstrom für technische Anlagen
genutzt bzw. in das öffentliche Netz eingespeist werden. Jährlich können durch den Betrieb der PVA ca. 356 t
CO
2
vermieden werden.
Um den Eingriff in den Naturhaushalt, welcher durch die Errichtung der PVA und dessen Nebenanlagen
hervorgerufen wird, soweit wie möglich zu minimieren, werden verschiedene grünordnerische Maßnahmen
innerhalb des Bebauungsplangebietes umgesetzt.
Lage und Größe des Vorhabenstandortes
Das Plangebiet, welches eine Teilfläche des Flurstückes 229/123 der Gemarkung Görlitz Flur 35 mit einer
Größe von ca. 2,38 ha umfasst, befindet sich am nordwestlichen Stadtrand von Görlitz und grenzt im Süden
direkt an das Einkaufzentrum „NeißePark“ an. Im Westen wird das Plangebiet durch einen Garagenkomplex,
im Osten durch den Florinusweg bzw. ein zusammenhängendes Wohngebiet und im Norden durch eine
Ackerfläche begrenzt.
Festsetzungen der geplanten Nutzungen im Bebauungsplan
Um die geplanten bzw. schon bestehenden Nutzungen baurechtlich umsetzen zu können, werden
Teilflächen des Vorhabenstandortes als
sonstiges Sondergebiet (SO) mit der Zweckbestimmung „Photovoltaikfreiflächenanlage“ im
Sinne des § 11 BauNVO
private Grünflächen
private Verkehrsflächen
festgesetzt.

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1b)
einschlägige Fachgesetze / Fachpläne zum Umweltschutz und Berücksichtigung dessen
Ziele im Bebauungsplan
Verwendete Fachgesetze und Fachpläne
1. Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) vom 29. Juli 2009 (BGBl. I S. 2542), das zuletzt durch Artikel 1
des Gesetzes vom 15. September 2017 (BGBl. I S. 3434) geändert worden ist
2. Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV) vom 16. Februar 2005 (BGBl. I S. 258, 896), die zuletzt
durch Artikel 10 des Gesetzes vom 21. Januar 2013 (BGBl. I S. 95) geändert worden ist
3. Sächsisches Naturschutzgesetz (SächsNatSchG) vom 6. Juni 2013 (SächsGVBl. S. 451), das zuletzt
durch Artikel 8 des Gesetzes vom 14. Dezember 2018 (SächsGVBl. S. 782) geändert worden ist
4. Bundes-Bodenschutzgesetz (BBodSchG) vom 17. März 1998 (BGBl. I S. 502), das zuletzt durch Artikel
3 Absatz 3 der Verordnung vom 27. September 2017 (BGBl. I S. 3465) geändert worden ist
5. Waldgesetz für den Freistaat Sachsen (SächsWaldG) vom 10. April 1992 (SächsGVBl. S. 137), das
zuletzt durch Artikel 5 des Gesetzes vom 29. April 2015 (SächsGVBl. S. 349) geändert worden ist
6. Sächsisches Denkmalschutzgesetz (SächsDSchG) vom 3. März 1993 (SächsGVBl. S. 229), das zuletzt
durch Artikel 12 des Gesetzes vom 15. Dezember 2016 (SächsGVBl. S. 630) geändert worden ist
7. Bundes-Immissionsschutzgesetz in der Fassung der Bekanntmachung vom 17. Mai 2013 (BGBl. I S.
1274), das zuletzt durch Artikel 1 des Gesetzes vom 8. April 2019 (BGBl. I S. 432) geändert worden ist
8. Strahlenschutzgesetz (StrlSchG) vom 27. Juni 2017 (BGBl. I S. 1966), das durch Artikel 2 des Gesetzes
vom 27. Juni 2017(BGBl. I S. 1966) geändert worden ist
9. Strahlenschutzverordnung (StrlSchV) vom 29. November 2018 (BGBl. I S. 2034, 2036)
10. Wasserhaushaltsgesetz (WHG) vom 31. Juli 2009 (BGBl. I S. 2585), das zuletzt durch Artikel 2 des
Gesetzes vom 4.Dezember 2018 (BGBl. I S. 2254) geändert worden ist
11. Sächsisches Wassergesetz (SächsWG) vom 12. Juli 2013 (SächsGVBl. S. 503), das zuletzt durch Artikel
2 des Gesetzes vom 8. Juli 2016 (SächsGVBl. S. 287) geändert worden ist
12. Landesentwicklungsplan 2013 (LEP 2013) – Verordnung der Sächsischen Staatsregierung über den
Landesentwicklungsplan Sachsen (Landesentwicklungsplan 2013 -LEP2013) vom 14. August 2013
13. Erste Gesamtfortschreibung Regionalplan Oberlausitz-Niederschlesien, in Kraft getreten am
04.02.2010 (Öffentliche Bekanntmachung im Amtlichen Anzeiger Nr. 5 des Sächsischen Amtsblattes
vom 4. Februar 2010, Seite A 49)
14. „Integriertes Stadtentwicklungskonzept INSEK 2012 – Fachkonzept 4.5 Umwelt“ der Stadt Görlitz

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Folgende Ziele der o.g. Fachgesetze und Fachplanungen wurden in der Aufstellung des Bebauungsplanes
berücksichtigt:
Erhalt und dauerhafte Sicherung der Vielfalt, Eigenart und Schönheit sowie der Erholungswert von Natur und
Landschaft
keine Überplanung geschützter Biotope
teilweise Erhalt des landschaftsbildprägenden Gehölzbestandes
Erhalt lebensfähiger Populationen wild lebender Tiere und Pflanzen einschließlich ihrer Lebensstätten
keine Überplanung geschützter Biotope
Festlegung von Vermeidungsmaßnahmen vor Durchführung von Gehölzentfernungen und Boden-
eingriffen zum Schutz der Fauna
Festlegungen von Maßnahmen zur Herstellung bzw. Entwicklung wertvoller Biotope für die Fauna
Begrenzung der Versieglung durch Festsetzung der Größe des Baugebietes, der Lage der
Verkehrsflächen sowie der Größe und Ausprägung der Grünflächen
sparsame Nutzung von Naturgütern, welche sich nicht erneuern
Nutzung anthropogen veränderter Böden (ehemalige Bodendeponie)
Festlegung der zulässigen Neuversieglung durch Festsetzung der Grundflächenzahl
Schutz von Flächen mit günstiger lufthygienischer oder klimatischer Wirkung
Nur teilweise Überplanung von Flächen, welche im INSEK 2012 der Stadt Görlitz als klimarelevant
dargestellt wurden
Begrünung der unversiegelten Flächen des Baugebietes mit anschließender extensiver Wiesen-
nutzung
Bewahrung historisch gewachsener Kulturlandschaften vor Verunstaltung, Zersiedelung und sonstigen
Beeinträchtigungen, Sicherung der nachhaltigen Funktionen des Bodens / Vermeidung von Beeinträchtig-
ungen des Bodens als Archiv der Natur- und Kulturgeschichte / Lenkung der unvermeidbaren Neuinan-
spruchnahme von Flächen auf anthropogen vorbelastete Böden mit geringer Bedeutung für die
landwirtschaftliche Produktion
keine Beanspruchung von Denkmalen
keine Zerstörung der historisch gewachsenen Kulturlandschaft
Bodeneingriffe sind durch das Landesamt für Archäologie zu begleiten
keine Überplanung landwirtschaftlich oder forstwirtschaftlich genutzter Flächen
Festlegung der zulässigen Neuversieglung durch Festsetzung der Grundflächenzahl

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Konzentration der zulässigen Bebauung auf eine anthropogen veränderte Fläche (ehemalige
Bodendeponie)
Berücksichtigung einer natur- und landschaftsverträglichen Land- und Forstwirtschaft
keine Überplanung landwirtschaftlich bzw. forstwirtschaftlich genutzter Flächen – Beibehaltung der
aktuellen Bewirtschaftung
Erhalt der zur Vernetzung von Biotopen erforderlichen Landschaftselemente
ohne Betrachtung, da die Fläche weitestgehend isoliert im Bereich bestehender Bebauung liegt und
nur ausschließlich eine Teilfläche des Vorhabenstandortes für die Errichtung einer Freiflächen-
photovoltaikanlage vorgesehen ist
Vermeidung und Verminderung schädlicher Umwelteinwirkungen durch Emissionen / Schutz und Vorsorge
gegen Gefahren
der Standort des Wechselrichters / Trafos ist so zu wählen, dass keine Emissionen die angrenzende
Wohnbebauung beeinträchtigen
Schutz der menschlichen Gesundheit vor schädlichen Wirkungen ionisierender Strahlung
der Standort des Wechselrichters / Trafos ist so zu wählen, dass keine Emissionen die angrenzende
Wohnbebauung beeinträchtigen
bei der Errichtung baulicher Anlagen (hier Nebengebäude / Betriebsstätten) sind die Empfehlungen
des LfULG zum Radonschutz zu berücksichtigen
Vermeidung von Beeinträchtigungen des Wasserhaushaltes und der direkt von den Gewässern abhängenden
Landökosysteme / Gewährleistung schadloser Abflussverhältnisse
keine wesentliche Erhöhung der Neuversieglung, da die PVA aufgeständert werden / erforderliche
innerbetriebliche Wege werden mit einer wasserdurchlässigen Wegedecke hergestellt
Beibehaltung der aktuellen Entwässerung des Vorhabenstandortes - anfallendes Niederschlags-
wasser wird innerhalb des Vorhabenstandortes oberflächlich zur Versickerung gebracht

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2.
Beschreibung und Bewertung der Umweltauswirkungen
2a)
Bestandsaufnahme des derzeitigen Umweltzustandes
Die Darstellung des derzeitigen Umweltzustandes erfolgt abweichend der Anlage 1 Nr. 2a) zum
Baugesetzbuch. Die Gliederung wird in die Kapitel „Biotope, Schutzgebiete & potentiell natürliche
Vegetation“, „Fauna“, „Boden & Altlasten“, „Wasser“, „Klima“, „Archäologie & Denkmalschutz“,
„Schutzgut Mensch“, „Landschaftsbild“ sowie „Prognose der Entwicklung des Umweltzustandes bei
Nichtdurchführung der Planung“ unterteilt. Insofern relevante Festlegungen in übergeordneten
Planungen für das Plangebiet vorliegen, werden diese dargestellt und beschrieben.
2aa)
Biotope, Schutzgebiete & potentiell natürliche Vegetation
2aaa)
Biotope
Im Vorfeld der Aufstellung des Bebauungsplanes (11/2018) sowie im Rahmen der Vorentwurfs-
erarbeitung (07/2019) wurden die Flächen des Vorhabenstandortes hinsichtlich der Strukturen erfasst
und entsprechend der der Roten Liste Sachsens – Biotoptypen (2010) zugeordnet. Wesentliche
Strukturen innerhalb des Vorhabenstandortes sind Ruderalflur- und Gebüschflächen.
Abbildung 1: Bestandserfassung Biotope, Quelle Luftbild:
https://geoportal.sachsen.de

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Vorkommende Sträucher, Bäume bzw. Baumgruppen innerhalb
dieser Strukturen wurden den o.g. Biotoptypen zugeordnet, da
eine separate Erfassung z.T. nicht möglich ist. In Bezug zur
Eingriffsbewertung
gemäß
der
Handlungsempfehlung
zur
Bewertung und Bilanzierung von Eingriffen im Freistaates
Sachsen (BRUNS) wird dies berücksichtigt. U.a. wird der
Biotopwert der Ruderalflur von 15 WE auf 17 WE erhöht, da ca.
25 % der Fläche aus Gebüschen besteht. Eine Erhöhung des
Biotopwertes von 23 WE für die erfassten Gebüschflächen ist
nicht erforderlich, da der Biotopwert für Einzelbäume und
Baumgruppen mit einem Alter bis 25 Jahre identisch ist. Die
Einschätzung des Alters der Gehölze wurde unter Auswertung
historischer Luftbilder (Abb. 2) getroffen. 1996 war der Vorhabenstandort weitestgehend frei von
Gehölzen. Der Großteil des Gehölzaufwuchses resultiert aus Samenanflug bzw. durch die Ablagerung
von Gartenabfällen.
Beschreibung der erfassten Biotope
vollversiegelte Verkehrsflächen (Flächenumfang: 689 m²)
Ein Teilabschnitt des östlich verlaufenden Florinus-
weges wird dem Biotoptyp „vollversiegelte Ver-
kehrsfläche“ zugeordnet, da dieser mit Beton-
schwellen befestigt ist. Das Begleitgrün wurde ent-
sprechend dem vorgefundenen Pflegezustand der
Ruderalflur bzw. dem Gebüsch zugeordnet sowie
separat als Verkehrsbegleitgrün erfasst.
wassergebundene Verkehrsfläche (Flächenumfang: 248 m²)
Ein Teilabschnitt des östlich verlaufenden Florinus-
weges wird dem Biotoptyp „wassergebundene
Verkehrsfläche“ zugeordnet, da dieser mit einem
bindigen
Substrat
befestigt
ist
und
einen
Mittelgrünstreifen
aufweist.
Das
Begleitgrün
wurde
entsprechend
dem
vorgefundenen
Pflegezustand der Ruderalflur bzw. dem Gebüsch
zugeordnet.
Ausdauernde Ruderalflur (Flächenumfang: 12.216 m²)
Der flächenmäßig größte Anteil des Plangebietes
wird durch die vorkommende Ruderalflur geprägt.
Diese setzt sich im Wesentlichen durch Reinbe-
stände von Landreitgras, Goldrute bzw. Brennessel
zusammen. Innerhalb dieser Flächen sind z.T.
Gehölze (Sträucher, Einzelbäume) eingestreut,
Abbildung 1: Luftbild von 1996, Quelle:
https://geoportal.sachsen.de

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welche dem Biotoptyp „ausdauernde Ruderalflur“ zugeordnet werden. Der Flächenanteil beträgt ca. 25
%. Flächige Gehölzbestände wurden separat erfasst und dem Biotoptyp „Gebüsch“ zugeordnet.
Gebüsch (Flächenumfang: 10.670 m²)
Alle
im
Plangebiet
vorkommenden
charakt-
eristischen
Gehölze
(Sträucher
und
Bäume),
welche
linear,
punktuell
bzw.
in
Gruppen
vorkommen und das Plangebiet strukturieren bzw.
umgrenzen, wurden dem Biotoptyp „Gebüsch“
zugeordnet. Eine Differenzierung wurde nicht
vorgenommen, da die vorkommenden Bäume in
der Regel von Strauchbewuchs begleitet werden.
Das durchschnittliche Alter der Gehölze kann auf
ca. 25 Jahre beziffert werden, wobei sich das
Artenspektrum aus Weiden, Birken, Brombeere, Sanddorn, Apfel, Holunder, Liguster, Walnuß, Kirschen,
Eichen, Ebereschen, Schlehen, Linden, Rosen, Hartriegel, Haselnuß, Pfirsich, Pflaume sowie Flieder
zusammensetzt. Das Artenspektrum bzw. dessen Vielfalt lässt sich u.a. auf die Ablagerung von
Gartenabfällen zurückführen.
2aab) Schutzgebiete / Schutzobjekte
Unter Auswertung der digitalen Daten des Landkreises Görlitz (Quelle: https://gis-lkgr.de, Stand: Juli
2019) sowie des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (Quelle:
https://www.umwelt.-
sachsen.de, Stand Juli 2019) befinden sich im Plangebiet keine festgesetzten Schutzgebiete bzw. keine
gesetzlich geschützten Biotope.
2aac)
Wald im Sinne des Sächsischen Waldgesetzes (SächsWaldG)
Unter Auswertung der digitalen Daten des Staatsbetriebes Geobasisinformation und Vermessung
Sachsens (Quelle: https://geoportal.sachsen.de, Stand Juli 2019) befinden sich im Plangebiet keine
Waldflächen im Sinne des SächsWaldG.

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2aad) potentiell natürliche Vegetation
Unter Auswertung der digitalen Daten des Staatsbetriebes Geobasisinformation und Vermessung
Sachsens (Quelle: https://geoportal.sachsen.de, Stand Juli 2019) wäre die potentiell natürliche
Vegetation des Plangebietes ein Grasreicher Hainbuchen-Traubeneichenwald.
Abbildung 2: Potentiell natürliche Vegetation des Plangebietes, Quelle Grafik: https://geoportal.sachsen.de
2ab)
Fauna
Zur Beurteilung der vorkommenden Fauna (hier Avifauna und Reptilien / Zauneidechse) im Plangebiet
wurde ein Artenschutzfachbeitrag (siehe Anlage zum Umweltbericht) erarbeitet. Im Rahmen dieser
Erarbeitung fand u.a. eine Flächenbegehung des Plangebietes statt und vorhandenes Datenmaterial
wurde ausgewertet. Eine angepasste Brutvogelkartierung nach den Methodenstandards wurde
aufgrund des Erfassungszeitraumes (August 2018) nicht durchgeführt. Daneben wurde die Fläche im Juli
2019 nochmals auf ein Vorkommen der Zauneidechse kontrolliert.
Folgende Angaben können zusammengefasst zur Fauna gemacht werden:
1. Im Plangebiet brüten (potentiell) 28 Vogelarten, wobei unter den Arten etliche ubiquitäre Arten
der halboffenen Strukturen und Siedlungen sind.
2. Sichere Brutvogelarten sind Amsel, Elster und Ringeltaube aufgrund gefundener Nester.
3. Für die Nachtigall gibt es einen Nachweis (05/2017) eines singenden Männchens an der
nordwestlichen Grenze des Plangebietes.
4. Potentielle Brutvogelarten im Plangebiet, welche im Artenschutzfachbeitrag vertieft betrachtet
wurden und u.a. der sächs. bzw. bundesdeutschen Rote Liste bzw. der Vogelschutzrichtlinie
Anhang I zugeordnet werden, sind Neuntöter, Gelbspötter, Bluthänfling, Star, Gartenrot-
schwanz, Goldammer, Fitis und Gartengrasmücke. Für einen Teil der genannten Arten liegen
Nachweise aus der Eigenheimsiedlung Königshufen vor.

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5. Häufige, potentielle Brutvogelarten im Plangebiet, welche nicht vertieft betrachtet wurden, sind
Stieglitz, Dorn-, Garten- und Mönchsgrasmücke, Heckenbraunelle, Grünfink, Ringeltaube,
Buntspecht, Nachtigall, Zaunkönig und Zilpzalp.
6. Die Zauneidechse wurde im Rahmen der Flächenbegehung im August 2018 und Juli 2019 nicht
festgestellt.
2ac)
Boden & Altlasten
Zur Angabe der im Bereich des Vorhabenstandortes vorkommenden Böden wurden die digitalen Daten
des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (Quelle:
https://www.umwelt.sachsen.de,
Stand Juli 2019) ausgewertet. Folgende Aussagen können getroffen werden:
Boden
Der Vorhabenstandort wird gemäß der Bodenübersichtskarte des Freistaates Sachsen durch die
Leitbodenform „Parabraunerde aus periglaziärem Kies führendem Schluff über periglaziärem Kies führendem
Sand“ geprägt. Der Boden ist in Bezug zur ökologischen Feuchtestufe frisch und mäßig frisch und weist einen
schwach sauren pH-Wert auf.
Aufgrund der Nutzungsgeschichte des Standortes, hierbei als Lagerfläche für Bodenaushub, ist das Plangebiet
stark anthropogen überformt worden. Dies wird insbesondere durch die Aufschüttungen ersichtlich, welche
die gesamte Fläche prägen.
Altlasten
Aktuell liegen keine Erkenntnisse vor, dass es sich bei dem Vorhabenstandort um eine Altlast handelt.
Die Fläche diente als Bodenlagerfläche für den Aushub, welcher bei der Errichtung des Einkaufmarktes
anfiel. Daneben wurden missbräuchlich Gartenabfälle sowie teilweise Sperrmüll innerhalb der Fläche
abgelagert.
2ad)
Wasser
Zur Angabe der Bestandssituation des Wasserhaushaltes im Bereich (angrenzend) des Vorhaben-
standortes wurden die digitalen Daten des Landkreises Görlitz (Quelle: https://gis-lkgr.de, Stand: Juli
2019) sowie des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (Quelle:
https://www.-
umwelt.sachsen.de, Stand: Juli 2019) ausgewertet. Folgende Aussagen können getroffen werden:
Grundwasser
Die Grundwasserflurabstände innerhalb des Plangebietes sind unbekannt. Im Bereich der Einmündung der
Straße am Hopfenfeld in der Nieskyer Straße (Abstand ca. 200 m zur Plangebietsgrenze) befindet sich eine
Grundwassermessstelle (Bohrung: HYP Gio 8/1991, Endtiefe: 16,00 m). Die Daten können bei Bedarf unter
bohrarchiv.lfulg@smul.sachsen.de erfragt werden.

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Oberflächengewässer
Im Plangebiet befinden sich keine Oberflächengewässer. Der Vorhabenstandort selbst wird dem
Einzugsgebiet des „Lausitzer Neiße“ zugeordnet.
Schutzgebiete
Das Plangebiet befindet sich außerhalb festgesetzter Überschwemmungsgebiete bzw. Trinkwasser-
schutzgebiete.
Aktuelle Entwässerungssituation des anfallenden Niederschlagswassers
Nach aktuellem Kenntnisstand wird das anfallende Niederschlagswasser innerhalb der Grünflächen zur
Versickerung gebracht.
2ae)
Klima
Zur Angabe der klimatischen Situation im Bereich des Vorhabenstandortes (angrenzend) werden die
Referenzreihen des Deutschen Wetterdienstes (Wetterwarte Görlitz) herangezogen. Daneben wird die
klimatische Bedeutung des Vorhabenstandortes entsprechend den Darstellungen im „Integrierten Stadt-
entwicklungskonzept INSEK 2012 – Fachkonzept 4.5 Umwelt“ beurteilt.
Folgende Aussagen können getroffen werden:
Das Plangebiet wird innerhalb des Ostdeutschen Binnenklimas dem Oberspree-Bezirk zugeordnet.
1
Die Jahresschwankungen der Monatsmitteltemperaturen gehören zu den größten Deutschlands. So
liegen die jährlichen Temperaturschwankungen um 18 K. Warme Sommer mit längeren Schönwetter-
perioden und relativ kalte Winter zeichnen dieses Gebiet aus.
Die Niederschläge sind mit Werten um 650 mm für das Gebiet des Ostdeutschen Binnenlandklimas
auffallend hoch. Der niederschlagreichste Monat ist der August.
Wetterwarte Görlitz
Jahresmittel
Monatsmittel Januar
Monatsmittel Juli
Temperaturmittel (gemessen 2 m
über Erdboden)
8,2 °C
-1,5 °C
Jahresschwankung der
Lufttemperatur 18,8 K.
17,3 °C
Mittlere Niederschlagsmenge
657 mm
47 mm
70 mm
Mittlere Sonnenscheindauer
1.649 Std.
56 Std.
222 Std.
Mittlere Dauer des
Bedeckungsrades
6,7 Zehntel
7,5 Zehntel
6,2 Zehntel
Tabelle 1: Durchschnittswerte der Messreihe 1961 – 1990 des DWD (Wetterwarte Görlitz)
1
nach Pelz 1954.

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Abbildung 3: Übersicht Jahrestemperatur der Wetterstation Görlitz
Abbildung 4: Übersicht Jahresniederschlagsverteilung der Wetterstation Görlitz
Lokalklimatische Einordnung des Vorhabenstandortes
Lokalklimatisch kann das Plangebiet aufgrund der Lage und der vorhandenen Vegetationsstrukturen
dem Grünanlagenklimatop zugeordnet werden. Die Grünflächen wirken aufgrund des relativ extremen
Temperatur- und Feuchte-Tagesganges und der damit verbundenen Kalt- und Frischluftproduktion
ausgleichend auf die bebaute und meist überwärmte Umgebung.
Entsprechend den Angaben im „Integrierten Stadtentwicklungskonzept INSEK 2012 – Fachkonzept 4.5
Umwelt“ der Stadt Görlitz wird der Vorhabenstandort (schwarz in Abb. 5 markiert) einem
Ausgleichsraum
mit hoher
Intensität sowie einem
Klimavorranggebiet (Planungsempfehlung)
zugeordnet. U.a. soll die Fläche für den Kaltluftabfluss der nördlich gelegenen Ackerfläche fungieren.
Unter Berücksichtigung der bestehenden Vegetationsstrukturen im Randbereich zum Acker ist jedoch
festzustellen, dass diese als natürliches Hindernis für den Kaltluftabfluss zu betrachten sind.

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Abbildung 5: Auszug der Karte 5a des Integrierten Stadtentwicklungskonzept INSEK 2012 – Fachkonzept 4.5 Umwelt, Quelle:
https://www.-
goerlitz.de/Stadtentwicklungskonzept
2af)
Archäologie und Denkmalschutz
Die denkmalpflegerischer Belange im Bereich des Vorhabenstandortes werden unter Einbeziehung der
digitalen Daten des Landamtes für Denkmalpflege (Quelle: https://denkmalliste.denkmalpflege.sach-
sen.de, Stand: Juli 2019) betrachtet.
Archäologie
Derzeit ist nicht bekannt, ob sich der Vorhabenstandort innerhalb eines archäologischen Relevanz-
bereiches befindet.
Denkmalschutz
Innerhalb des Vorhabenstandortes befinden sich keine unter Denkmalschutz stehenden Gebäude bzw.
bauliche Anlagen.
2ag)
Schutzgut Mensch
Bestehende Immissionssituation
Nach derzeitigem Kenntnisstand wirken innerhalb des Plangebietes ausschließlich Immissionen ein,
welche durch Geräusche der angrenzenden Nutzungen (Wohnbebauung, Gewerbebetriebe, Garagen-
anlage) verursacht werden. Da keine wohnbauliche Nutzung vorhanden ist, kann eine detaillierte
Betrachtung vernachlässigt werden.
Strahlenschutz
Das Plangebiet befindet sich in einem Gebiet, für den die aktuelle Radonkonzentrationssituation (Quelle:
https://www.umwelt.sachsen.de/umwelt/download/strahlenschutz)
nicht bewertet ist.

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Bestehende Emissionssituation
Vom Vorhabenstandort wirken aktuell keine Emissionen auf benachbarte Grundstücke ein.
2ah)
Schutzgut Landschaftsbild
Das Landschaftsbild im Bereich des Vorhabenstandortes wird aktuell durch die Ruderalflur sowie durch
den Gehölzbewuchs (weitestgehend flächenhaft) geprägt. Aufgrund der Lage des Vorhabenstandortes
sowie der Höhe des Bewuchses wird jedoch keine Fernwirkung erzielt.
2ai)
Prognose der Entwicklung des Umweltzustandes bei Nichtdurchführung der Planung
Insofern die Planung nicht umgesetzt wird, kann folgendes Szenario für die Entwicklung des
Umweltzustandes im Bereich des Vorhabenstandortes skizziert werden:
Aufgrund des bestehenden Gehölzaufwuchses wird sich die Fläche tendenziell zu einer
geschlossenen Gehölzfläche entwickeln, welche u.a. durch Weiden und Walnussbäume geprägt
wird.
2b)
Prognose der Entwicklung des Umweltzustandes bei Durchführung der Planung
Die Darstellung der Prognose der Entwicklung des Umweltzustandes bei Durchführung der Planung
erfolgt abweichend der Anlage 1 Nr. 2b) zum Baugesetzbuch. Die Gliederung wird in die Kapitel
„Biotope, Schutzgebiete & potentiell natürliche Vegetation“, „Fauna“, „Boden & Altlasten“, „Wasser“,
„Klima“, „Archäologie & Denkmalschutz“, „Schutzgut Mensch“ sowie „Kumulierung von Vorhaben
benachbarter Plangebiete“ unterteilt.
2ba)
Biotope, Schutzgebiete & potentiell natürliche Vegetation
2baa) Biotope
Entsprechend des Planvorhabens und der damit verbundenen Nutzungen werden sich die
Biotopstrukturen entsprechend der Zuordnung gemäß der Roten Liste Sachsens – Biotoptypen (2010)
zukünftig wie folgt darstellen:
1.
Photovoltaikfreiflächenanlage mit integrierten Erschließungswegen und Grünflächen
-
Flächenumfang 10.140 m²
2.
extensiv genutztes Grünland
- Flächenumfang 5.196 m²
3.
Hecken und Gehölze
- Flächenumfang 7.312 m²
4.
Wassergebundene Verkehrsfläche
- Flächenumfang 288 m²
5.
vollversiegelte Verkehrsfläche
- Flächenumfang 689 m²
6.
Ruderalflur
- Flächenumfang 175 m²

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Im Vergleich zur Bestandssituation kann konstatiert werden, dass sich der Charakter des Vorhaben-
standortes im südlichen Bereich (Standort der PVA) ändern wird. Die Randflächen bleiben in der jetzigen
Form z.T. erhalten, wobei die Ruderalflur durch Pflegemaßnahmen in eine andere Nutzungsform
(extensives Grünland) überführt wird.
2bab) Schutzgebiete / Schutzobjekte
- ohne Betrachtung, da durch das Vorhaben keine Schutzgebiete / Schutzobjekte betroffen sind bzw.
beeinträchtigt werden -
2bac)
Wald im Sinne des SächsWaldG
- ohne Betrachtung, da durch das Vorhaben keine Waldflächen im Sinne des SächsWaldG betroffen sind
bzw. beeinträchtigt werden -
2bad) potentiell natürliche Vegetation
- ohne Betrachtung -
2bb)
Fauna
Da durch das Planvorhaben dauerhaft die Strukturen innerhalb der Fläche der geplanten PVA verändert
(Verlust der Ruderalflur / Gehölze) werden, ist von einer Reduzierung der Lebensraumqualität für Arten
der Avifauna, welche halboffene Strukturen mit Ruderalflurelementen als Brut- und Nahrungshabitat
nutzen, auszugehen. Daneben erzeugt der Betreib eines Wechselrichters hochfrequente Töne, sodass
dessen unmittelbarer Bereich gemieden wird. Ob Reptilien, u.a. Zauneidechsen, vom Planvorhaben
betroffen sind, kann derzeit nicht abschließend beurteilt werden, da bei den Flächenbegehungen keine
Individuen festgestellt wurden.
Zur Reduzierung der Eingriffstiefe, der Verbesserung der Habitatqualität für die potentiell vorkommende
Zauneidechse sowie zum Erhalt bzw. der Aufwertung halboffener Strukturen für die Avifauna sind
umfangreiche Ausgleichs- und Vermeidungsmaßnahmen umzusetzen, welche im Pkt. 2 caa und 2 cb des
Umweltberichtes beschrieben und im Bebauungsplan in den grünordnerischen Festsetzungen Pkt. 3
festgesetzt sind.
Werden die Maßnahmen umgesetzt, lassen sich keine artenschutzrechtlichen Verbotstatbestände
gemäß § 44 BNatSchG herleiten und die Strukturvielfalt wird innerhalb des Plangebietes langfristig
erhalten bzw. z.T. erhöht.
2bc)
Boden & Altlasten
Boden
Im Vergleich zur Bestandssituation kann konstatiert werden, dass sich der Versieglungsgrad im Bereich
des Vorhabenstandortes um ca. 5.110 m² erhöht, wenn die festgesetzte GRZ von 0,5 ausgeschöpft wird
und die Zufahrt eine Breite von 5 m aufweist. Da die Photovoltaikmodule jedoch in aufgeständerter
Bauweise errichtet werden, ist von einer deutlich geringeren Versieglung auszugehen, da die unter den
Modulen
befindlichen
Flächen
unversiegelt
bleiben.
Unabhängig
der
Betrachtung
des

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Versieglungsgrades muss der gesamte Standort der PVA und dessen Zufahrt aufgrund der vorhandenen
Topographie begradigt werden. Dementsprechend findet der Eingriff auf einer Fläche von ca. 10.180 m²
statt. Betroffen von der Baumaßnahme (Versieglung, Begradigung) sind im Wesentlichen anthropogen
veränderte Böden, welche durch Aufschüttungen entstanden sind. Ein Verlust wertvoller bzw.
natürlicher Böden tritt nicht ein.
Altlasten
- ohne Betrachtung, da nach aktuellem Kenntnisstand der Vorhabenstandort nicht als Altlast erfasst ist -
2bd)
Wasser
Grundwasser
Aufgrund der voraussichtlichen geringfügigen Erhöhung des Versieglungsgrades innerhalb des Bauge-
bietes, hierbei durch die Errichtung innerbetrieblicher Wege in wassergebundener Bauweise, kann keine
Verschlechterung
des
Grundwasserhaushaltes
prognostiziert
werden,
da
anfallendes
Nieder-
schlagswasser analog der Bestandssituation innerhalb des Vorhabenstandortes zur Versickerung
gebracht wird.
Oberflächengewässer
- ohne Betrachtung, da nach aktuellem Kenntnisstand keine Oberflächengewässer durch das Vorhaben
betroffen sind bzw. beeinträchtigt werden -
Schutzgebiete
- ohne Betrachtung, da durch das Vorhaben keine Schutzgebiete / Schutzobjekte betroffen sind bzw.
beeinträchtigt werden -
2be)
Klima
Das Vorhaben erzeugt eine lokale Veränderung des Klimas, welches durch die Entfernung von Gehölzen
sowie durch die großflächige Überbauung mit Photovoltaikmodulen
2
verursacht wird. Entsprechend der
vorgefundenen Situation sowie unter Berücksichtigung der angrenzenden Bebauung ist jedoch
festzuhalten, dass das Bauvorhaben nicht zu einer erheblichen Verschlechterung des Kaltluftabflusses in
südliche Richtung führt, da bereits jetzt natürliche und künstliche Hindernisse (Bäume, Sträucher,
Bebauung) vorhanden sind, welche den Kaltluftabfluss der im Norden befindlichen Ackerflächen
behindern.
2
U.a. wurde in Messungen nachgewiesen, dass die Temperaturen unter den Modulreihen durch die Überdeckungseffekte tagsüber deutlich
unter den Umgebungstemperaturen liegen. In den Nachtstunden liegen die Temperaturen unter den Modulen dagegen einige Grade über den
Umgebungstemperaturen. Die Wärmestrahlung wird durch die Module im Raum darunter gehalten und kann von dort nicht wegströmen.
Auf den Flächen einer Photovoltaikfreiflächenanlage erfolgt somit nie die gleiche Abkühlung wie auf einer unbebauten Freifläche (beispiels-
weise Grünland). Diese veränderte Wärmeabstrahlung hat eine verminderte Kaltluftproduktion zur Folge. Eine Beeinträchtigung des Schutz-
gutes Klimas ist daraus nicht generell abzuleiten. Konflikte sind nur dann zu erwarten, wenn durch ein Vorhaben Flächen mit vorhandener Kalt-
luftproduktion überbaut werden und die dort produzierte Kaltluft eine klimatische Ausgleichsfunktion besitzt. Eine derartige Ausgleichsfunktion
ist immer dann gegeben, wenn die Kaltluft in Richtung eines Belastungsraumes abfließen konnte, um dort einer klimatischen bzw. luft-
hygienischen Belastung entgegenzuwirken.

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In Bezug zum globalen Klimaschutz trägt die Errichtung der PVA zu einer jährlichen Reduzierung von 356
t CO
2
bei.
2bf)
Archäologie und Denkmalschutz
Archäologie
Entsprechend der Planungskonzeption (Begradigung der vorhandenen Aufschüttungen, Errichtung
wassergebundener Wege, Errichtung der Photovoltaikanlage mit Aufständerung – Herstellung dieser im
Rammverfahren) sowie unter Beachtung der Vermeidungsmaßnahmen (siehe Pkt. 2cf) / des anthro-
pogen veränderten Standortes sind vorerst keine Beeinträchtigungen archäologischer Belange zu
erwarten.
Denkmalschutz
- ohne Betrachtung, da durch das Vorhaben keine Denkmale (bauliche Anlagen) betroffen sind bzw.
beeinträchtigt werden -
2bg)
Schutzgut Mensch
Nach derzeitigem Kenntnisstand ist davon auszugehen, dass durch den Betrieb der Photovoltaikanlage
keine negativen Auswirkungen auf das Schutzgut Mensch zu erwarten sind, da:
1. keine Geruchsemissionen entstehen
2. die Modulflächen in Richtung Süden ausgerichtet sind und keine Blendwirkungen auf die
angrenzende Wohnbebauung auftreten
3. der Mindestabstand der Wechselrichter / Trafos mind. 40 m zur angrenzenden Wohnbebauung
betragen muss, damit die Einhaltung der Immisssionsrichtwerte für reine Wohngebiete
gewährleistet werden kann
Im Zeitraum der Errichtung der PVA ist mit temporär auftretenden Emissionen im Bereich der
angrenzenden Wohnbebauung zu rechnen. Diese werden durch den Einsatz von Baumaschinen bzw.
durch die Anwendung des Rammverfahrens zur Errichtung der Aufständerung hervorgerufen.
Strahlenschutz
Derzeit ist nicht mit Sicherheit auszuschließen, dass auf Grund lokaler Gegebenheiten und der
Eigenschaften der geplanten Gebäude (Nebengebäude) hinsichtlich eines Radonzutrittes dennoch
erhöhte Werte der Radonkonzentration in der Raumluft auftreten können.
2bh)
Schutzgut Landschaftsbild
Mit der Umsetzung der Baumaßnahme tritt eine Veränderung des Landschaftsbildes ein, da
1. bestehende Vegetationsstrukturen (Gehölze) entfernt werden
2. die Topographie des Geländes (Bodenaufschüttungen) teilweise begradigt wird
3. die Module der aufgeständerten Photovoltaikanlagen eine Silhouette / Kontur sowie
Lichtreflexionen erzeugen, welche in Richtung Süden und Südwesten ersichtlich werden

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Eine Beeinträchtigung des Landschaftsbildes in östlicher, nordwestlicher bzw. nördlicher Richtung kann
ausgeschlossen werden, da die Photovoltaikanlage durch Gehölzbestand bzw. Gehölzanpflanzungen
umschlossen wird.
2bi)
Kumulierung von Vorhaben benachbarter Plangebiete
Aktuell befinden sich in unmittelbarer Nähe des Vorhabenstandortes keine Planungen, welche eine
kumulierende Wirkung mit dem Planvorhaben erzeugen. Die nächstliegende, raumbedeutsame Planung
(B-Plan Nr. 47 „Am Ziegeleiweg“) befindet sich südöstlich des Vorhabenstandortes in einem Abstand von
ca. 1 km.
2c)
Geplante Ausgleichs-, Vermeidungs- und Minderungsmaßahmen
Die Darstellung geplanter Ausgleichs-, Vermeidungs- und Minderungsmaßnahmen erfolgt abweichend
der Anlage 1 Nr. 2c) zum Baugesetzbuch. Die geplanten Maßnahmen werden in den Kapiteln „Biotope,
Schutzgebiete & potentiell natürliche Vegetation“, „Fauna“, „Boden & Altlasten“, „Wasser“, „Klima“,
„Archäologie & Denkmalschutz“, „Schutzgut Mensch“ sowie „Schutzgut Landschaftsbild“ beschrieben.
2ca)
Biotope, Schutzgebiete & potentiell natürliche Vegetation
2caa)
Biotope
Im Rahmen der Ermittlung des Eingriffs in Natur und Landschaft wurde eine Eingriffs- und Ausgleichs-
bilanz (siehe Anlage 1 zum Umweltbericht) entsprechend der Handlungsempfehlung zur Bewertung und
Bilanzierung von Eingriffen im Freistaat Sachsen
3
erarbeitet. Ziel ist es, den Eingriff innerhalb des
Vorhabenstandortes zu minimieren, auf Teilflächen qualitativ höherwertige Biotope gegenüber der
Bestandssituation zu entwickeln sowie wertvolle Strukturen zu erhalten. Entsprechend dieser Prämisse
werden im Bereich des Vorhabenstandortes folgende Maßnahmen umgesetzt:
1. Umwandlung von Teilflächen der bestehenden Ruderalflur (bewertet mit 17 WE) in extensiv
genutzte Wiesen (bewertet mit 22 WE)
Flächenumfang: ca. 5.196 m²
2. Umwandlung bestehenden Gebüsch- und Ruderalflächen (bewertet mit 23 WE bzw. 17 WE) in
Hecken (bewertet mit 21 WE)
Flächenumfang: ca. 3.605 m²
3. Umwandlung bestehenden Gebüsch- und Ruderalflächen (bewertet mit 23 WE bzw. 17 WE) in
eine locker bewachsene Gebüschfläche mit integrierten Zauneidechsenhabitaten (bewertet mit
21 WE)
Flächenumfang: ca. 665 m²
3
Die Bewertung der Biotope erfolgt anhand von nummerischen Werten (Werteinheiten = WE) und wird gegliedert in Bestands- und Planwerte.
Beispielsweise wird die bestehende Ruderalflur aufgrund von Gehölzaufwuchs mit 17 WE und die Gehölzflächen mit einem Alter von < 25 Jahre
mit 23 WE bewertet.

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4. Erhalt des charakteristischen Gehölzbestandes
4
Flächenumfang: ca. 3.042 m²
Um die Entwicklungsziele zu erreichen bzw. den Bestand an wertvollen Habitaten zu sichern, wurden
umfangreiche grünordnerische Festsetzungen (siehe Pkt. 3.1 M1 bis M5 und Pkt. 3.3 der grün-
ordnerischen Festsetzungen) getroffen, welche u.a. die Nutzungszeiträume (beispielsweise die Mahd)
sowie die Maßnahmen zur Herstellung der Flächen regeln.
Da der Eingriff im Plangebiet nicht ausgeglichen werden kann, muss das ermittelte Kompensationsdefizit
von ca. 94.390 WE an anderer Örtlichkeit ausgeglichen werden. Der Vorhabenträger beabsichtigt
hierbei, die erforderlichen Ökopunkte von den SWG Görlitz AG abzulösen. Die Klärung der Problematik
erfolgt im weiteren Bebauungsplanverfahren.
2cab)
Schutzgebiete / Schutzobjekte
Es sind keine Maßnahmen erforderlich, da die Schutzgüter von der Planung unberührt bleiben.
2cac)
Wald im Sinne des SächsWaldG
Es sind keine Maßnahmen erforderlich, da forstwirtschaftliche Belange von der Planung unberührt
bleiben.
2cad)
potentiell natürliche Vegetation
- ohne Betrachtung -
2cb)
Fauna
Zum Schutz der potentiell im Plangebiet vorkommenden Fauna sind umfangreiche Vermeidungs- und
Kompensationsmaßnahmen (Orientierung an den Ergebnissen des Artenschutzfachbeitrages umzu-
setzen, damit temporäre / dauerhafte Beeinträchtigungen reduziert bzw. ausgeschlossen werden
können und verbleibende Habitate aufgewertet bzw. deren Bestand langfristig gesichert werden.
Einerseits werden direkte Vermeidungsmaßnahmen (Regelungen siehe textliche Festsetzungen Pkt. 3.1
– M6 & M7) zum Schutz der Fauna festgelegt, andererseits werden mit Umsetzung der grün-
ordnerischen Festsetzungen (siehe textliche Festsetzungen Pkt. 3.1 – M1 bis M5, Pkt. 3.3 sowie Pkt. 1.6)
Maßnahmen umgesetzt, welche zur Aufwertung artspezifischer Lebensräume beitragen.
Folgende Maßnahmen / Wirkungen werden umgesetzt / erzielt:
1. Die nicht überbaubaren Grundstücksflächen der Photovoltaikanlage sind als extensiv genutzte
Grünflächen zu entwickeln (ein- bis zweischürige Mahd, erster Schnittzeitpunkt ab dem 15.7.).
Die Maßnahme dient zur Schaffung potentiell wertvoller Habitate für die Avifauna, die
Zauneidechse sowie für Insekten im Bereich der PVA.
4
Gebüschflächen mit integrierten Einzelbäumen & Baumgruppen

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2. Im Bereich der Flächen M1 und M2 (siehe Planzeichnung Teil A) sind extensiv genutzte
Grünflächen mit integrierten Gebüschflächen und Zauneidechsenhabitaten (jeweils 4 Winter-
quartiere / 4 Eiablageplätze pro Maßnahmenfläche) zu entwickeln.
Die Maßnahme dient zur Schaffung potentiell wertvoller Habitate für die Avifauna, die
Zauneidechse sowie für Insekten.
3. Im Bereich der Fläche M3 (siehe Planzeichnung Teil A) ist eine extensiv genutzte Grünfläche mit
integrierten Gebüschflächen und Zauneidechsenhabitaten (4 Winterquartiere / 4
Eiablage-
plätze) zu entwickeln.
Die Maßnahme dient zur Schaffung potentiell wertvoller Habitate für die Avifauna, die
Zauneidechse sowie für Insekten.
4. Im Bereich der Fläche M4 (siehe Planzeichnung Teil A) ist eine Hecke mit einer Breite bis 8 m
herzustellen, in der bestehende Sträucher integriert werden.
Die Maßnahme dient zur Schaffung potentiell wertvoller Habitate für die Avifauna.
5. Im Bereich der Fläche M5 (siehe Planzeichnung Teil A) ist eine Baumhecke anzulegen, deren
Deckungsgrad der Gehölzbepflanzung ca. 50 % aufweisen soll. Die restliche Fläche ist als
Ruderalflur zu erhalten.
Die Maßnahme dient zur Schaffung potentiell wertvoller Habitate für die Avifauna, die
Zauneidechse sowie für Insekten.
2cc)
Boden & Altlasten
Boden
Um die Versieglung innerhalb des Baugebietes (festgesetztes Sondergebiet) einzuschränken, wird die
zulässige Grundflächenzahl (GRZ) auf 0,5 begrenzt. Daneben wird bestimmt (siehe textl. Festsetzungen
Pkt. 1.1), dass die zu errichtenden innerbetrieblichen Weg mit einem wasserdurchlässigen Belag herzu-
stellen sind und der Oberboden im Bereich der geplanten Baumaßnahmen im Vorfeld zu sichern und
anschließend einer Wiederverwertung zuzuführen ist.
Altlasten
Direkte Vermeidungsmaßnahmen sind nicht erforderlich, da es sich bei dem Vorhabenstandort nicht um
eine Altlast bzw. um eine altlastenverdächtige Fläche handelt.
Vorsorglich wird jedoch darauf hingewiesen, dass bei der Umsetzung der Planung folgende Hinweise zu
berücksichtigen sind:
1. Werden während der Bautätigkeit nicht unerhebliche Bodenbelastungen bekannt oder
verursacht, ist das Umweltamt des Landkreises Görlitz - Untere Abfall- und Bodenschutzbehörde
unverzüglich davon in Kenntnis zu setzen.
2. Alle im Zuge der Baumaßnahme anfallenden Abfälle sind getrennt zu erfassen und einer ord-
nungsgemäßen und schadlosen Entsorgung gemäß dem Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG)
zuzuführen. Abfälle sind gemäß des KrWG vorrangig zu verwerten. Abfälle, die nicht einer

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Verwertung zugeführt werden können, sind entsprechend des KrWG gemeinwohlverträglich zu
beseitigen. Zur Zulässigkeit und Durchführung der Entsorgung gefährlicher Abfälle sind Nach-
weise unter Beachtung der KrWG und NachwV zu führen. Bei der Sammlung, Aufbereitung und
Beseitigung der anfallenden festen, flüssigen und gasförmigen Abfall- und Verwertungsstoffe
sind die Vorschriften, Grundsätze und Normative einzuhalten.
2cd)
Wasser
Grundwasser
Die Vermeidungsmaßnahmen zum Schutz des Grundwassers orientieren sich an den Pkt. 2cc) „Boden“
und Pkt. 2cc) „Altlasten – Nr. 1“.
Oberflächengewässer
Direkte Vermeidungsmaßnahmen werden nicht festgelegt, da sich innerhalb des Vorhabenstandortes
keine Oberflächengewässer befinden.
Schutzgebiete
Es sind keine direkten Maßnahmen erforderlich.
2ce)
Klima
Direkte Vermeidungsmaßnahmen zum Schutz des Klimas werden nicht festgelegt. Indirekt tragen die
textlichen Festsetzungen Pkt. 3.1 – M1 bis M5 und Pkt. 3.3 zum Erhalt der Bestandssituation des lokalen
Klimas auf Teilflächen des Plangebietes bei.
2cf)
Archäologie und Denkmalschutz
Archäologie
Zur Vermeidung von Beeinträchtigungen ist das Landesamt für Archäologie (LfA) vom exakten
Baubeginn (Erschließungs-, Abbruch-, Ausschachtungs- oder Planierarbeiten) mindestens drei Wochen
vorher zu informieren. Die Erdarbeiten werden archäologisch begleitet, woraus sich archäologische
Untersuchungen ergeben können. Werden bei Bau- und Erschließungsarbeiten Sachen, Sachgesamt-
heiten, Teile oder Spuren von Sachen entdeckt, von denen anzunehmen ist, dass es sich um Kultur-
denkmale handelt, ist dies unverzüglich der Denkmalschutzbehörde anzuzeigen. Der Fund und die
Fundstelle sind bis zum Ablauf des vierten Tages nach der Anzeige im unveränderten Zustand zu
erhalten und vor weiterer Zerstörung zu sichern, sofern nicht das zuständige LfA mit einer Verkürzung
der Frist einverstanden ist. Archäologische Funde (das sind auffällige Bodenfärbungen, Gefäßscherben,
Gräber, Knochen, Geräte aus Stein und Metall, bearbeitete Hölzer, Steinsetzungen aller Art, v.u.a.) sind
sofort dem LfA zu melden.
Denkmalschutz (Baudenkmale)
Es sind keine Maßnahmen erforderlich, da das Schutzgut von der Planung unberührt bleibt.

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2cg)
Schutzgut Mensch
Lärmschutz
Zum Schutz vor hochfrequenten Tönen ist der Wechselrichter / das Trafo mit einem max. Schall-
leistungspegel von 90 dB(A) in einem Abstand von mind. 40 m zur angrenzenden Wohnbebauung zu
errichten.
Radonschutz
Auf der Grundlage der EU-Richtlinie 2013/59/EURATOM vom 5.12.2013 wurde im Juni 2017 das neue
Strahlenschutzgesetz (StrlSchG) verabschiedet. In diesem wurde zum Schutz vor Radon für Aufenthalts-
räume und Arbeitsplätze in Innenräumen erstmalig ein Referenzwert für die über das Jahr gemittelte
Radon-222-Aktivitätskonzentration in der Luft von 300 Bq/m
3
festgeschrieben. Dieser Referenzwert tritt
zum 31. Dezember 2018 in Kraft.
Zum vorsorgenden Schutz vor erhöhter Strahlenbelastung durch Zutritt von Radon in Aufenthalts-
räumen empfiehlt das LfULG, bei geplanten Neubauten generell einen Radonschutz vorzusehen oder
von einem kompetenten Ingenieurbüro die radiologische Situation auf dem Grund-stück und den Bedarf
an Schutzmaßnahmen abklären zu lassen. Bei geplanten Sanierungsarbeiten an bestehenden Gebäuden
empfiehlt das LfULG, die Radonsituation durch einen kompetenten Gutachter ermitteln zu lassen und
ggf. Radonschutzmaßnahmen bei den Bauvorhaben vorzusehen.
Bei Fragen zu Radonvorkommen, Radonwirkung und Radonschutz ist die Radonberatungsstelle des
Freistaates Sachsen zu kontaktieren:
Staatliche Betriebsgesellschaft für Umwelt und Landwirtschaft- Radonberatungsstelle:
Ansprechpartner- Stefan Gatermann
Telefon: (0371) 46124-221
Telefax: (0371) 46124-299
E-Mail: radonberatung@smul.sachsen.de
Internet:
www.smul.sachsen.de/bful
2ch)
Schutzgut Landschaftsbild
Da die vorhandene Begrünung des Grundstückes eine Bedeutung als lokale Eingrünung des Stadtrandes
in Richtung Norden (Nahwirkung) aufweist, wurde bei der Planung der künftigen Begrünung darauf
geachtet, dass die PVA-Anlagen aus nördlicher Richtung durch die Randbegrünung verdeckt werden
bzw. bleiben. Folgende Festsetzungen tragen zur Minimierung der Beeinträchtigungen des
Landschaftsbildes bei:
1. zeichnerische und textliche Festsetzung der zu erhaltenden Gehölzflächen (pfg1 – Pkt. 3.3 der
textl. Festsetzungen)
2. Begrenzung der baulichen Höhen (siehe Pkt. 1.4 der textl. Festsetzungen)
3. zeichnerische und textliche Festsetzung der umzugestaltenden Grünflächen (M1 bis M5 - Pkt.
3.1 der textl. Festsetzungen)

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2d)
In Betracht kommende anderweitige Planungsmöglichkeiten
Wie in der Begründung unter Pkt. 3.1 „Konzeptionelle Beschreibung der Planung und städtebauliche
Ziele - Alternativvariantenprüfung für die Errichtung der PVA“ ausführlich erläutert und dargestellt,
wurde im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens eine Alternativvariantenprüfung durchgeführt, ob auf
anderweitigen Flächen / Grundstücken des Vorhabenträgers die PVA errichtet werden kann, damit die
vorhandenen Grünstrukturen nicht beansprucht werden müssen. Im Ergebnis wurde festgehalten, dass
eine Umsetzung des Vorhabens auf Alternativflächen des Vorhabenträgers nicht möglich ist.
2e)
Beschreibung der erheblichen nachteiligen Umweltauswirkungen
Die Darstellung der erheblichen nachteiligen Umweltauswirkungen erfolgt abweichend der Anlage 1 Nr.
2e) zum Baugesetzbuch und wird in den Kapiteln „Biotope, Schutzgebiete & potentiell natürliche
Vegetation“, „Fauna“, „Boden & Altlasten“, „Wasser“, „Klima“, „Archäologie & Denkmalschutz“,
„Schutzgut Mensch“ sowie „Schutzgut Landschaftsbild“ beschrieben. Die Maßnahmen zur Verhinderung
und Vermeidung nachteiliger Auswirkungen, welche durch die Umsetzung des Planvorhabens verursacht
werden, sind dem Pkt. 2c) zu entnehmen.
2ea)
Biotope, Schutzgebiete & potentiell natürliche Vegetation
2eaa)
Biotope
Die erheblichsten Umweltauswirkungen auf das Schutzgut „Biotope“ sind durch die Errichtung der PVA
im Bereich bestehender Ruderalflur- und Gebüschflächen zu erwarten, da mit Umsetzung der
Maßnahme ein Strukturverlust sowie eine Veränderung des Wasserregimes für die Vegetation eintritt.
Zur Reduzierung des Eingriffs werden die nicht überbaubaren Flächen des Baugebietes als
Wiesenflächen hergestellt, welche zukünftig extensiv zu pflegen sind. Zur Herstellung der
Vegetationstragschicht
ist
ausschließlich
standortgerechtes
Saatgut
zu
verwenden,
welches
wildkräuterreich sein sollte.
2eab) Schutzgebiete / Schutzobjekte
Aus der Planung resultieren keine erheblichen nachteiligen Umweltauswirkungen auf das Schutzgut
„Schutzgebiete / Schutzobjekte“.
2eac)
Wald im Sinne des SächsWaldG
Aus der Planung resultieren keine erheblichen nachteiligen Umweltauswirkungen auf das Schutzgut
„Wald“.
2ead) potentiell natürliche Vegetation
- ohne Betrachtung -

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2eb)
Fauna
Innerhalb des Bauzeitraumes (Bodenarbeiten) muss von einer Störung der Fauna durch Lärm im Umfeld
der Baumaßnahme bzw. durch direkten Habitatverlust ausgegangen werden. Betroffen hierbei sind
Arten der Avifauna sowie ggf. von Reptilien. Um artenschutzrechtliche Verbotstatbestände
auszuschließen,
sind
artspezifische
Vermeidungsmaßnahmen
(siehe
Pkt.
2cb)
umzusetzen.
Betriebsbedingt lassen sich durch das Vorhaben keine erheblichen nachteilige Umweltauswirkungen auf
das Schutzgut „Fauna“ ableiten, insofern die artspezifischen Vermeidungsmaßnahmen (siehe Pkt. 2cb)
berücksichtigt werden.
2ec)
Boden & Altlasten
Boden
Bei fachgerechter Ausführung der geplanten Baumaßnahmen sowie unter Einhaltung der planungs-
relevanten Hinweise lassen sich keine erheblichen nachteiligen Umweltauswirkungen auf das Schutzgut
„Boden“ ableiten.
Altlasten
- ohne Betrachtung, da der Vorhabenstandort nicht als Altlast erfasst ist -
2ed)
Wasser
Grundwasser
Bei
fachgerechter
Ausführung
der
geplanten
Baumaßnahmen
sowie
unter
Einhaltung
der
planungsrelevanten Hinweise lassen sich keine erheblichen nachteiligen Umweltauswirkungen auf das
Schutzgut „Grundwasser“ ableiten.
Oberflächengewässer
- ohne Betrachtung, da sich innerhalb Vorhabenstandortes keine Gewässer befinden -
Schutzgebiete
- ohne Betrachtung, da sich der Vorhabenstandort außerhalb festgesetzter Schutzgebiete befindet -
2ee)
Klima
Aus der Planung resultieren standortbezogene Veränderungen des lokalen Klimas. Eine Veränderung
der klimatischen Verhältnisse in den angrenzenden Wohngebieten lassen sich nicht herleiten, da der
Kaltluftabfluss der nördlich angrenzenden Flächen durch die bestehenden Strukturen gestört ist.
2ef)
Archäologie und Denkmalschutz
Archäologie
Aus der Planung resultieren keine erheblichen nachteiligen Umweltauswirkungen auf das Schutzgut
„Archäologie“, wenn die zu berücksichtigenden Vermeidungsmaßnahmen (siehe Pkt. 2cf) umgesetzt
werden.

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Denkmalschutz (Baudenkmale)
- ohne Betrachtung, da sich innerhalb Vorhabenstandortes keine baulichen Denkmale befinden -
2eg)
Schutzgut Mensch
Aus der Planung resultieren keine erheblichen nachteiligen Umweltauswirkungen auf das Schutzgut
„Mensch“, wenn die Mindestabstände von 40 m zur angrenzenden Wohnbebauung bei der Errichtung
der Wechselrichter / Trafos eingehalten werden.
2eh)
Schutzgut Landschaftsbild
Bei Einhaltung der in Pkt. 2ch) genannten Festsetzungen lassen sich keine erheblichen nachteiligen
Umweltauswirkungen auf das Schutzgut „Landschaftsbild“ ableiten.
3.
Zusätzliche Angaben
3a)
Merkmale der verwendeten technischer Verfahren / Schwierigkeiten
Für die Umweltprüfung wurden folgende technische Verfahren angewandt:
1. Die Ermittlung der Beeinträchtigungspotentiale auf das Schutzgut „Biotope“ erfolgte durch die
Gegenüberstellung des Ist- und Planzustandes. Hierbei wurde die Handlungsempfehlung zur
Bewertung und Bilanzierung von Eingriffen im Freistaates Sachsen verwendet.
2. Für die Ermittlung der Beeinträchtigungspotentiale auf das Schutzgut „Fauna“ wurde ein
Artenschutzfachbeitrag erarbeitet, in dem die Auswirkungen des geplanten Vorhabens auf die
Avifauna sowie auf die Zauneidechse betrachtet wurde. Da keine Erfassung der Avifauna nach
den Methodenstandards durchgeführt wurde, wurde das potentiell vorkommende Arten-
spektrum anhand vorkommender Strukturen sowie vorliegender Daten aus der Umgebung des
Vorhabenstandortes abgeleitet.
3. In Anlehnung an der Handlungsempfehlung zur Bewertung und Bilanzierung von Eingriffen im
Freistaates Sachsen wurden die Beeinträchtigungspotentiale auf die Schutzgüter „Boden“,
„Wasser“ und „Landschaftsbild“ ermittelt. Die Betrachtung zielt immer darauf ab, dass bauliche
Maßnahmen nach dem Stand der Technik sowie unter Berücksichtigung der Festsetzungen des
Bebauungsplanes ausgeführt werden.
4. Für die Ermittlung der Beeinträchtigungspotentiale auf das Schutzgut „Archäologie / Denkmale“
wurde der Bestand an Baudenkmalen innerhalb des Baugebietes geprüft. Da keine Bau-
denkmale innerhalb des Baugebietes vorhanden sind, ist eine detaillierte Betrachtung des
Schutzgutes nicht erforderlich. In Bezug zu archäologischen Kulturdenkmalen ist festzuhalten,
dass aktuell nicht bekannt, ob sich der Vorhabenstandort in einem archäologischen

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Relevanzbereich befindet. Insofern sich Erkenntnisse ergeben, werden die Hinweise in der
weiteren Planung berücksichtigt.
5. Die Ermittlung der Beeinträchtigungspotentiale auf das Schutzgut „Mensch“ erfolgte unter
Berücksichtigung des Planvorhabens. Da aktuell nicht bekannt ist, wo der Wechselrichter / Trafo
errichtet werden soll, wurde als Vermeidungsmaßnahme festgelegt, dass der Abstand dieser
Anlagen mind. 40 m zur nächstliegenden Wohnbebauung betragen muss.
3b)
geplante Maßnahmen zur Überwachung der erheblichen Auswirkungen
Zur Vermeidung erheblicher Umweltauswirkungen, hierbei in Bezug zur Fauna, sind:
erforderliche Geländemodellierungs-/regulierungsarbeiten / Baumfällungen im Bereich
bestehender Grünflächen des Vorhabenstandortes sind im Rahmen der ökologischen
Bauüberwachung zu begleiten
ggf. ist bei Vorkommenden der Zauneidechse ein Abfang erforderlich
3c)
allgemein verständliche Zusammenfassung
Der Vorhabenträger der Bebauungsplanung, die Marktkauf GVG Görlitz GmbH & Co. KG, beabsichtigt im
Bereich des Flurstückes 229/123 der Gemarkung Görlitz Flur 35 eine Photovoltaikanlage (PVA) mit einer
Leistung von ca. 750 Kilowatt peak (kWp) zum CO
2
neutralen Betrieb des SB-Warenhaus (Marktkauf), welches
sich im NeißePark befindet, zu errichten. Um die Beeinträchtigungspotentiale auf die Schutzgüter
„Biotope, Schutzgebiete & potentiell natürliche Vegetation“, „Fauna“, „Boden & Altlasten“, „Wasser“,
„Klima“, „Archäologie & Denkmalschutz“, „Schutzgut Mensch“ sowie „Schutzgut Landschaftsbild“ zu
ermitteln, wurden die in Pkt. 1b) genannten Fachgesetze / Fachplanungen sowie die zur Verfügung
stehenden Daten (siehe Pkt. 3d)) ausgewertet bzw. herangezogen. Im Ergebnis wurde festgehalten, das
für eine umweltverträgliche Umsetzung der Planung Belange des Immissionsschutzes, des Bodenschutzes,
des Artenschutzes, der Denkmalpflege sowie des Biotopschutzes (hier Maßnahmen zur Kompensation)
umzusetzen sind. Diese sind in den Pkt. 2caa), 2cb), 2cc), 2cf) und 2cg) umfassend beschrieben. Im
Vorentwurfsstadium zum Bebauungsplan konnte jedoch noch nicht abschließend geklärt werden, wie das
Kompensationsdefizit ausgeglichen wird. Angestrebt wird eine Ablösung von Ökopunkten von der SWG
Görlitz AG. Des Weiteren wird darauf hingewiesen, dass die Alternativvariantenprüfung zur Errichtung der
geplanten PVA auf Grundstücken des Vorhabenträgers negativ ausfiel, da die Freiflächen und Gebäude für
eine Errichtung der PVA ungeeignet sind.
3d)
Quellen, die für die Bewertung herangezogen wurden
1. Flächenbegehung im Rahmen der Biotopkartierung / Erfassung artspezifischer Lebensräume
durch das Planungsbüro Richter+Kaup (Stand: 11/2018 und 07/2019)
2. digitale Daten des Landkreises Görlitz (Quelle: https://gis-lkgr.de)

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3. digitale Daten des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (Quelle: https:-
//www.umwelt.sachsen.de)
4. digitale Daten des Staatsbetriebes Geobasisinformation und Vermessung Sachsens (Quelle:
https://geoportal.sachsen.de)
5. digitale Daten des Landesamtes für Denkmalpflege (Quelle: https://denkmalliste.denkmal-
pflege.sachsen.de)
6. Referenzreihe des Deutschen Wetterdienstes (DWD) – Messstation Görlitz
7. Handlungsempfehlung zur Bewertung und Bilanzierung von Eingriffen im Freistaates Sachsen (in
der Fassung vom Mai 2009) – BRUNS
8. Leitfaden zur Berücksichtigung von Umweltbelangen bei der Planung von PV-Freiflächenanlagen,
erarbeitet im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit
(Stand 28.11.2007)
9. Naturschutzfachliche Bewertungsmethoden von Freilandphotovoltaikanlagen, erarbeitet im
Auftrag des Bundesministeriums für Naturschutz (Stand Januar 2006)
10. Artenschutzfachbeitrag zum Bebauungsplan „EKZ Görlitz – PV Anlagen“ (Stand: 30.10.2018)