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Das neue Anerkennungsgesetz
des Bundes
Informationen zur Bewertung ausländischer
Berufsabschlüsse
Wie lange geht das Verfahren?
Wenn alle erforderlichen Unterlagen vorliegen, entscheidet
die zuständige Stelle innerhalb von drei Monaten (gilt ab
1. Dezember 2012). Nur in komplizierten Fällen oder wenn
zusätzliche wichtige Informationen benötigt werden, kann
die Frist verlängert werden.
Was kostet das Verfahren?
Die Verfahren sind gebührenpflichtig. Anspruchsberech
tigte auf Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch (SBG II
und III) können die Kosten erstattet bekommen. Die Höhe
der Gebühren legen die zuständigen Stellen fest. Sie richten
sich nach dem Aufwand im Einzelfall.
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Wer ist zuständig?
Für die Ausbildungsberufe sind je nach Beruf die Kammern
(z.B. IHK­Fosa, Handwerkskammern vor Ort), für die regle
mentierten Berufe die jeweiligen Länderbehörden zustän
dig. Sie finden Ihre zuständige Stelle über das Anerken
nungsportal
www.anerkennung­in­deutschland.de.
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Beratung und Information
●●
Anerkennungsportal des Bundes
Y
www.anerkennung-in-deutschland.de
(ab 1. April 2012)
●●
Beratungsstellen vor Ort, die bei Fragen zur Anerkennung
weiterhelfen
Y
www.netzwerk-iq.de
●●
Telefon-Hotline
03018-15-1111
(ab 1. April 2012, üblicher Tarif ins deutsche Festnetz)
Dieser Flyer ist Teil der Öffentlichkeitsarbeit des Bundes
ministeriums für Bildung und Forschung; er wird kostenlos
abgegeben und ist nicht zum Verkauf bestimmt.
-
Impressum
Herausgeber
Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
Referat Integration durch Bildung
Bestellungen
schriftlich an den Herausgeber,
Postfach 30 02 35, 53182 Bonn
oder per Tel.: 01805-262 302
Fax: 01805-262 303
(Festnetzpreis 14 ct/Min., höchstens 42 ct/Min. aus Mobilfunknetzen)
E-Mail:
books@bmbf.bund.de
Internet:
www.bmbf.de
Konzeption und Gestaltung
W. Bertelsmann Verlag, Bielefeld, Christiane Zay, Potsdam
Berlin, Bonn 2012
Bildnachweis
Titlefoto und Flyer innen: Thinkstock
Flyer außen: Fotolia

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Deutschland braucht Fachkräfte!
In vielen Bereichen gibt es schon heute einen Fachkräfteman­
gel, der sich durch den demografischen Wandel in Deutsch­
land weiter verschärfen wird. Viele Unternehmen, Hand­
werksbetriebe, Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen sind
auf ausländische Fachkräfte angewiesen.
Deshalb ist es wichtig, alle Qualifikationspotenziale im
Inland zu aktivieren und zu nutzen. Zugleich muss Deutsch­
land für ausländische Fachkräfte attraktiver werden.
Die Bundesregierung hat dafür ein neues Gesetz auf den Weg
gebracht, mit dem die Chancen zur Anerkennung von im
Ausland erworbenen Berufsqualifikationen erheblich verbes­
sert werden. Das Anerkennungsgesetz tritt am 1. April 2012
in Kraft.
Herzlich willkommen in Deutschland!
Anerkennung von Qualifikationen bedeutet Respekt vor der
Lebensleistung der Zuwanderer und ist Voraussetzung, dass
Integration erfolgreich ist. Menschen mit ausländischen
Abschlüssen können einfacher in ihrem erlernten Beruf arbei­
ten, werden schneller in ihrem Umfeld respektiert und kön­
nen so besser am gesellschaftlichen Leben teilnehmen.
●●
In Deutschland leben rund 16 Millionen Menschen mit
Migrationshintergrund.
●●
2,9 Millionen haben ihren Abschluss im Ausland gemacht.
●●
Rund 300.000 Menschen in Deutschland können vom
neuen Anerkennungsgesetz profitieren, weil sie unter­
halb ihrer Qualifikation beschäftigt oder arbeitslos sind
und weil sie bisher keinen Anspruch auf ein Verfahren
hatten.
Was ist neu?
●●
Ab dem 1. April erhalten alle Personen einen Rechtsanspruch
auf Überprüfung der Gleichwertigkeit ihrer ausländischen
Berufsqualifikation mit einem deutschen Berufsabschluss.
Neu ist dies für alle Ausbildungsberufe im dualen System.
●●
Die Gleichwertigkeitsprüfung wird mittels einfacher und
einheitlicher Kriterien durchgeführt. Entscheidend ist, ob
wesentliche Unterschiede zwischen der ausländischen
Berufsqualifikation und dem deutschen Abschluss bestehen.
Berufserfahrung wird stärker berücksichtigt.
●●
Die Staatsangehörigkeit ist für die Berufszulassung nicht
mehr entscheidend. Auch Personen aus Nicht­EU­Staaten
können grundsätzlich zu einem Beruf zugelassen werden.
Ausschlaggebend ist nur noch Inhalt und Qualität der Be­
rufsqualifikationen.
●●
Schnelle und transparente Verfahren werden durch eine
gesetzlich festgelegte Bearbeitungsfrist von maximal
3 Monaten gewährleistet.
Welche Berufe umfasst das Anerkennungs-
gesetz?
●●
Ausbildungsberufe im dualen System (z.B. Kfz­Mecha­
troniker, Industriemechaniker, Kaufmann, Bäcker usw.)
●●
Reglementierte Berufe auf Bundesebene (z.B. Ärzte,
Psychotherapeuten, Krankenschwestern, Physio­
therapeuten)
Liste anerkannter Ausbildungsberufe im dualen System
Deutschland:
Y
http://www2.bibb.de/tools/aab/aab_start.php
Liste aller reglementierten Berufe in Deutschland:
Y
http://ec.europa.eu/internal_market/qualifications/
regprof/
Welche Berufe sind nicht umfasst?
●●
Berufe in Länderzuständigkeit (z.B. Lehrer, Erzieher,
Ingenieure, Berufsfachschulabschlüsse). Die Länder passen
ihre Gesetze aktuell an das Bundesgesetz an.
●●
Hochschulabschlüsse, die nicht zu reglementierten Berufen
führen (z.B. Physiker, Journalist, Ökonom). Hier hilft die
Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen der KMK
(ZAB)
(www.kmk.org/zab/zeugnisbewertungen.html).
●●
Hochschulzugang/Studium. Wenn Sie in Deutschland
studieren möchten oder Studien­ und Prüfungsleistungen
anrechnen lassen wollen, ist jeweils die Hochschule Ihrer
Wahl zuständig
(www.hochschulkompass.de).
Wie geht das Verfahren?
●●
Antragsberechtigt sind alle Personen, die einen Abschluss
im Ausland erworben haben und die in Deutschland arbei­
ten wollen. Anträge sind aus dem In­ und Ausland möglich.
●●
Die zuständige Stelle prüft, ob wesentliche Unterschiede
zwischen der Berufsqualifikation und dem deutschen
Abschluss bestehen. Neben der Ausbildung wird auch im
In­ oder Ausland erworbene Berufspraxis berücksichtigt.
●●
Am Ende des Verfahrens steht bei positiver Prüfung eine
Gleichwertigkeitsfeststellung mit den gleichen Rechts­
folgen wie ein deutscher Abschluss. Gibt es wesentliche
Unterschiede, stellt die zuständige Stelle bei nicht­regle­
mentierten Berufen die vorhandenen Qualifikationen dar
und beschreibt die Unterschiede zum deutschen Abschluss.
Auch mit diesem Bescheid können sich Fachkräfte bei Unter­
nehmen bewerben oder gezielt weiterbilden. Bei reglemen­
tierten Berufen sind bei festgestellten wesentlichen Unter­
schieden formalisierte Ausgleichsmaßnahmen (Prüfung,
Anpassungslehrgang) vorgesehen.