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Erfolgreich in die Zukunft
Berufliche Bildung
www.bmwi.de
mit einer betrieblichen Ausbildung

Konzeption, Redaktion,
Gestaltung
FLASKAMP AG, Berlin
Bildnachweis
Fotolia (Titelfoto, S. 6/7, S. 12/13,
S. 18/19, S. 24/25, S. 30)
Druck
Wagemann Medien GmbH, Berlin
Herausgeber
Bundesministerium für
Wirtschaft und Technologie (BMWi)
Scharnhorststraße 34–37
10115 Berlin
www.bmwi.de
Stand
Februar 2009
Das Bundesministerium für
Wirtschaft und Technologie ist
mit dem audit berufundfamilie
®
für seine familienfreundliche
Personalpolitik ausgezeichnet
worden. Das Zertifikat wird von
der berufundfamilie GmbH, einer
Initiative der Gemeinnützigen
Hertie-Stiftung, verliehen.

Vorwort
Eine abgeschlossene Ausbildung ist der erste Schritt in ein erfolgreiches
Berufsleben. 2008 sind 617.000 junge Menschen in Deutschland diesen
Schritt gegangen und haben in mehr als 340 Berufen im dualen System
eine Ausbildung gemacht.
Ob Anlagenmechaniker, Stukkateur oder Fleischer – es gibt
jede Menge
gute Gründe für eine gute Berufsausbildung: Beispielsweise
wird es in der
Zukunft immer weniger Arbeitsplätze für Ungelernte geben. Sich beruf-
lich zu qualifizieren oder einen beruflichen Abschluss nachzuholen lohnt
sich, denn die damit erworbenen Fertigkeiten und Kenntnisse bringen
viele Vorteile: Sie sichern die Existenz, bilden eine solide Grundlage für
die berufliche Fortbildung und erleichtern den Wechsel in eine andere
berufliche Position oder in einen anderen Beruf.
Eine moderne Ausbildungsordnung
Im Bereich der beruflichen Bildung stehen wir vor einem Paradigmen-
wechsel: Einerseits bleiben immer noch viele Jugendliche ohne betriebli-
che Lehrstelle und müssen in Ersatzmaßnahmen untergebracht werden.
Andererseits klagen Unternehmen zunehmend, dass Ausbildungsplätze
unbesetzt blieben, weil Bewerber den Anforderungen der Ausbildungs-
ordnungen nicht gewachsen seien.
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Zukünftig kann es nicht mehr nur darum gehen, die duale Berufsausbil-
dung immer anspruchsvoller und komplizierter zu gestalten.
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie hat in diesem
Zusammenhang unter anderem die Ausbildungsordnungen moderni-
siert, was nicht nur den jungen Menschen zugute kommt, die sich im
dualen System ausbilden lassen wollen, sondern auch den Betrieben und
den Lehrkräften in den Berufsschulen. All dies soll dafür sorgen, dass der
Wirtschaft in Zukunft genügend Fachkräfte zur Verfügung stehen.
Berufliche Chancen im Einzelhandel und im Handwerk
Der Wirtschaftsstandort Deutschland ist auf qualifizierte und motivierte
Mitarbeiter angewiesen – aufgrund des Fachkräftemangels mehr denn
je. Daher ist es wichtig, jungen Menschen attraktive und zukunftsfähige
Ausbildungen anzubieten.
In dieser Broschüre stellen wir Ihnen einige noch eher unbekannte Berufe
vor, bei denen das Angebot an Lehrstellen besonders hoch ist.
Zusammen mit dem Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE)
und dem Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) haben wir
eine kleine Auswahl der mehr als 340 Ausbildungsberufe aus diesen
Bereichen ausgewählt.

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Wir zeigen Voraussetzungen auf, die der jeweilige Beruf fordert, und
beschreiben worauf es in der Ausbildung ankommt.
Eine gute Berufsausbildung beginnt stets mit der Wahl des richtigen
Berufes.
Weitere Informationen zu den Berufen sowie Tipps rund um die Bewer-
bung finden Sie immer aktuell auf den Internetseiten des Bundeswirt-
schaftsministeriums unter
www.bmwi.de
in der Rubrik Ausbildung und
Beruf.
Viel Erfolg wünscht
Ihr Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie

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Einzelhandelsberufe

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Eine Ausbildung eröffnet
viele Möglichkeiten

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Einzelhandelsberufe
Bürokaufmann/-frau
Nahezu jedes Unternehmen benötigt Bürokaufleute. Sie sorgen dafür,
dass die vielfältigen Aufgaben im Büro erledigt werden und niemand den
Überblick verliert. Briefe und Rechnungen schreiben, Verkaufszahlen
zusammenstellen, Konten führen, Reklamationen bearbeiten, Transporte
organisieren, die Chefs an Termine erinnern oder Gehaltsabrechnungen
vorbereiten – Bürokaufleute sind Allround-Profis. Selbst in der größten
Hektik behalten sie einen kühlen Kopf und wissen genau: Organisation
ist alles. Bürokaufleute arbeiten für Unternehmen aller Branchen. Dort
werden sie auch ausgebildet.
Ausbildung
Besonders gut ist die vielseitige Tätigkeit und die Möglichkeit, in allen
Branchen zu arbeiten. Bewerber sollten die deutsche Rechtschreibung
beherrschen, freundlich und aufgeschlossen sein, genau und sorgfältig
arbeiten, flexibel sein sowie gerne im Team arbeiten. Die Ausbildung
dauert drei Jahre.
Chancen
Ausbilder/-in, Betriebswirt/-in (staatlich geprüft), Fachkaufmann/-frau für
Marketing, Geschäfts- und Finanzbuchführung, Dipl.-Betriebswirt/-in.

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Kosmetiker/-in
Fältchen im Gesicht und Orangenhaut bereiten vielen Menschen Prob-
leme. In solchen Fällen können kosmetische Mittel helfen, Schönheits-
fehler zu beseitigen. Kosmetiker sind Experten auf allen Gebieten der
dekorativen und pflegenden Kosmetik sowie kosmetischer Massagen.
Sie kennen und beherrschen die Verwendungsmöglichkeiten und den
Einsatz kosmetischer Produkte. Sie organisieren die Warenwirtschaft,
kalkulieren Preise und beraten die Kunden. Durch den unmittelbaren
körperlichen Kontakt benötigen Kosmetiker eine ausgeprägte Fähigkeit
zum behutsamen und einfühlsamen Umgang mit Menschen. Kosmetiker
arbeiten in Kosmetikinstituten, Beauty-Centren, Wellnesseinrichtungen,
Kur- und Reha-Kliniken, Parfümerien, gelegentlich auch bei Friseuren.
Dort werden sie in der Regel auch ausgebildet.
Ausbildung
Bewerber sollten freundlich und kontaktfreudig sein, Einfühlungsver-
mögen besitzen sowie gepflegt auftreten. Die Ausbildung dauert drei-
einhalb Jahre.
Chancen
Maskenbildner/-in, Kaufmann/-frau im Einzelhandel, Podologe/-in.

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Einzelhandelsberufe
Fachkraft für Möbel-, Küchen- und
Umzugsservice
Ob man umzieht, eine Wohnung neu einrichtet oder nur einzelne Möbel
ersetzt. Überall kommt die Fachkraft für Möbel-, Küchen- und Umzugs-
service zum Einsatz. Fachkräfte für Möbel-, Küchen- und Umzugsservice
montieren und bauen Küchen und sonstige Möbel auf und ab. Hierbei
führen sie auch die notwendigen Anschluss- und sonstigen Nebenarbei-
ten durch.
Fachkräfte für Möbel-, Küchen- und Umzugsservice arbeiten für Möbel-
häuser, Möbelspeditionen und Umzugsspeditionen. Dort werden sie in
der Regel auch ausgebildet.
Ausbildung
Bewerber sollten technisches Interesse haben, zupacken können, kom-
munikationsfreudig sein und gerne im Team arbeiten. Die Ausbildung
dauert drei Jahre.
Chancen
Ausbilder/-in, Industriemeister/-in, Techniker/-in Fachrichtung Holz-
technik.

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Musikalienhändler/-in
Wo spielt die Musik? Musikalienhändler wissen es. In erster Linie beraten
sie ihre Kunden natürlich beim Kauf von Musikinstrumenten und allem,
was dazugehört: Ist die Gitarre für Anfänger geeignet? Wie unterscheiden
sich die verschiedenen Klaviere voneinander? Wo kann man die Noten
für das Cellokonzert B-Dur von Carl Philipp Emanuel Bach bestellen?
Welche Notenbücher gibt es von Keith Jarret? Musikalienhändler sind
Profis in Sachen Musik. Klar, dass sie auch genau wissen, welche CDs
gerade besonders gefragt sind. Bei aller Leidenschaft für die Musik sind
sie aber auch kühle Rechner: Eingehende Waren prüfen, Rechnungen
schreiben, Bestellungen aufgeben und viele andere kaufmännische
Aufgaben gehören daher ebenfalls zu ihrem Arbeitsalltag. Musikalien-
händler arbeiten für Musikaliengeschäfte, Musikaliengroßhandel,
Musik-Antiquariate sowie Musikabteilungen von Kaufhäusern. Dort
werden sie in der Regel auch ausgebildet.
Ausbildung
Bewerber sollten Noten lesen können und mindestens ein Instrument
spielen, gute Noten in Musik und Englisch haben, kontaktfreudig sein
und gerne im Team arbeiten. Die Ausbildung dauert drei Jahre.
Chancen
Handelsfachwirt/-in, Fachkaufmann/-frau für Marketing.

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Einzelhandelsberufe

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Eine Ausbildung sorgt
für Kompetenz

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Einzelhandelsberuf/Handwerksberuf
Fahrradmonteur/-in
Vom ultraleichten Rennrad bis zum geländegängigen Mountainbike –
für alle Arten und Sorten von Bikes sind Fahrradmonteure Spezialisten.
Fahrräder zusammenbauen, aus- und umrüsten, warten und instand-
setzen ist ihr Geschäft. Sie nehmen Kundenwünsche entgegen und ken-
nen sich aus in Gewährleistung, Garantie- und Kulanzabwicklung. Die
Auszubildenden arbeiten in Fahrradgeschäften und Zweiradwerkstätten.
Dort werden sie in der Regel auch ausgebildet.
Ausbildung
Besonders gut sind die kurze Ausbildungsdauer, die praktische Tätigkeit
am Rad sowie der Umgang mit Kunden. Bewerber sollten handwerklich
geschickt sein, technisches Interesse haben sowie kontaktfreudig sein.
Die Ausbildung dauert zwei Jahre.
Chancen
Zweiradmechaniker/-in, Ausbilder/-in, Zweiradmechanikermeister/-in,
Industriemeister/-in Metall- oder Aluminiumbearbeitung, Techniker/-in
Maschinenbau/Maschinentechnik, Dipl.-Ing. Maschinenbau.

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Anlagenmechaniker/-in für SHK-Technik
Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik sind echte
Allrounder der Versorgungstechnik von Gebäuden. Das bringt reichlich
Abwechslung mit sich. Die Auszubildenden planen, montieren und in-
stallieren Heizungs- und Solaranlagen und Wasser- und Luftversorgungs-
systeme. Gerade in Zeiten hoher Energiepreise ist ihr Wissen besonders
gefragt. Heizungs- und Versorgungstechnik liegen in ihrer Hand: von
den Sanitäranlagen rund um Küche und Bad über die unterschiedlichs-
ten Heizungsanlagen bis zur Klimatechnik. Bei der Installation müssen
sie Rohre und Leitungen verlegen oder Anschlüsse herstellen, elektrische
Bauteile anschließen und in Betrieb nehmen sowie die Anlagen program-
mieren. Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik
arbeiten für Installations- und Heizungsbau-Unternehmen sowie Sanitär-
betriebe. Dort werden sie in der Regel auch ausgebildet.
Ausbildung
Bewerber sollten an Technik interessiert sein und gute Noten in Mathe-
matik und Physik haben. Die Tätigkeit ist technisch ausgerichtet und
leistet einen Beitrag zum Energiesparen und damit zum Umweltschutz.
Die Ausbildung dauert dreieinhalb Jahre.
Chancen
Ausbilder/-in, Meister/-in oder Techniker/-in Betriebswissenschaft.

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Handwerksberufe
Bootsbauer/-in
Ob Motor- oder Segelboote, Yachten, Sportboote oder Fischereiboote:
Für jeden Bedarf gibt es das passende Wasserfahrzeug, egal ob es auf
Flüssen, Seen oder auf dem offenen Meer genutzt wird. Bootsbauer bear-
beiten Materialien wie Kunststoff, Holz und Metall. Daraus fertigen sie
Rümpfe, Decks- und Aufbauten und fügen diese Teile dann zu kompletten
Booten oder Yachten zusammen. Sie stellen nicht nur Boote und Yachten
her, sondern bauen auch Boote und Yachten um. Auch für den Einbau von
technischen Anlagen und Systemen sind die vielseitigen Bootsbauprofis
zuständig. Bootsbauer arbeiten für kleine Handwerks- und Industriebe-
triebe des Bootsbaus, Bootswerften, Bootscenter, Wassersportvereine
und Bootswerkstätten. Dort werden sie in der Regel auch ausgebildet.
Ausbildung
Bewerber sollten Freude am Umgang mit den Materialien Kunststoff,
Holz und Metall haben sowie über räumliches Vorstellungsvermögen
verfügen. Die Tätigkeit ist vielseitig und kreativ. Die Auszubildenden
können das Entstehen des Produktes beobachten. Der Erwerb von breit
angelegten Fertigkeiten und Kenntnissen ermöglicht einen problem-
losen Wechsel in einen anderen Beruf (z. B. Tischler). Die Ausbildung
dauert dreieinhalb Jahre.
Chancen
Bootsbaumeister/-in oder Dipl.-Ing. Schiffbau/Schiffstechnik.

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Elektroniker/-in
Elektroniker übernehmen je nach Fachrichtung vielfältige Aufgaben
rund um die Elektrik. Sie planen elektrische Anlagen nach den Wünschen
ihrer Kunden, installieren sie und nehmen sie in Betrieb.
Elektroniker der Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik konzipieren
Systeme der Energieversorgung und Gebäudetechnik. Elektroniker der
Fachrichtung Automatisierungstechnik konzipieren Automatisierungs-
anlagen, montieren sie und nehmen sie in Betrieb. Elektroniker der Fach-
richtung Informations- und Telekommunikationstechnik konzipieren
Datenübertragungssysteme, analysieren Gefahrenpotenziale und konzi-
pieren sicherheitstechnische Anlagen wie Brand- und Einbruchmelder.
Elektroniker arbeiten für Betriebe des Elektrohandwerks. Dort werden sie
in der Regel auch ausgebildet.
Ausbildung
Bewerber sollten gute Kenntnisse in Mathematik und Physik haben,
zuverlässig arbeiten, räumliches Vorstellungsvermögen besitzen und
schwindelfrei sein. Besonders geeignet ist der Beruf für alle, die in Sachen
Technik die Nase vorn haben. Die Ausbildung dauert dreieinhalb Jahre.
Chancen
Ausbilder/-in, Elektrotechnikermeister/-in, Kraftwerksmeister/-in,
Industriemeister/-in, Dipl.-Ing. Elektrotechnik.

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Handwerksberufe

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Eine Ausbildung gibt Sicherheit

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Handwerksberufe
Feinwerkmechaniker/-in
Den Ausbildungsberuf Feinwerkmechaniker gibt es seit 1. August 2002.
Er hat die Handwerksberufe Dreher, Feinmechaniker, Werkzeugmacher
und Maschinenbaumechaniker ersetzt. Feinwerkmechaniker nehmen
es ganz genau, denn bei ihrer Arbeit kommt es auf jeden Millimeter an.
Sie stellen Achsen, Wellen, Zylinder und Trommeln her, sie reparieren
und montieren Maschinen, sie produzieren Schneid-, Umform- und
Bearbeitungswerkzeuge sowie Waagen und Feingeräte. Mithilfe von
computergesteuerten Maschinen drehen, fräsen, bohren und schleifen
sie die Werkstücke und überprüfen danach, ob die Form detailgenau
stimmt. Feinwerkmechaniker arbeiten für Drehereien und Schleifereien,
Hersteller von Stanzwerkzeugen und Vorrichtungen, Feingeräteher-
steller, Maschinenbau-Unternehmen. Dort werden sie in der Regel auch
ausgebildet.
Ausbildung
Die Tätigkeit ist vielseitig und anspruchsvoll. Bewerber sollten sehr genau
arbeiten sowie technisches Verständnis haben. Die Ausbildung dauert
dreieinhalb Jahre.
Chancen
Techniker/-in Fachrichtung Maschinentechnik, Feinwerkmechaniker-
meister/-in.

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Fleischer/-in
Ob saftige Holzfällersteaks für zünftige Grillabende, ob Schaschlik,
Eisbein, Gulasch, Sauerbraten oder Hackfleisch fürs Büffet: Fleischer sind
Spezialisten für Bestes aus Fleisch. Sie stellen leckere Würste in vielen
Varianten und Geschmacksrichtungen her. Sie produzieren die ver-
schiedensten Pökelwaren, fertigen gar- und küchenfertige Gerichte und
präsentieren sie. Sie beraten ihre Kunden und unterstützen das Verkaufs-
personal beim Anbieten ihrer Waren. Je nach betrieblichem Bedarf wer-
den Fleischer während ihrer Ausbildung in zwei der folgenden Bereiche
besonders spezialisiert: Schlachten, Herstellen besonderer Fleisch- und
Wurstwaren oder Gerichte, Veranstaltungsservice, Kundenberatung und
Verkauf sowie Verpacken von Produkten. Fleischer arbeiten für Fleischer-
handwerk, Fleischerfachgeschäfte und Einzelhandel, Ernährungsindus-
trie, Fleischgroßhandel, Schlachthöfe und Zerlegebetriebe. Dort werden
sie in der Regel auch ausgebildet.
Ausbildung
Bewerber sollten einen guten Geruchs- und Geschmackssinn haben, kräf-
tig sein und in kühlen Räumen arbeiten können. Die Ausbildung dauert
drei Jahre.
Chancen
Fleischermeister/-in, Spezialisierung zum Fachverkauf oder zur Anlagen-
bedienung.

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Handwerksberufe
Hörgeräteakustiker/-in
Ein schlechtes Gehör ist nicht nur ein Problem für viele alte Menschen.
Auch junge Erwachsene oder Kinder können unter Hörschwierigkeiten
leiden. Ein schlimmes Handicap, denn dadurch verlieren sie nicht selten
den Kontakt zu Freunden und Bekannten. Hörgeräteakustiker helfen
ihren Kunden, wieder besser hören zu können. Je nach Hörfehler wählen
sie die geeigneten Hörgeräte aus und passen sie der Ohrform an. Hör-
geräteakustiker arbeiten in Handwerksbetrieben für Hörgeräteakustik.
Dort werden sie in der Regel auch ausgebildet.
Ausbildung
Bewerber sollten gerne hörbehinderten Kindern und Erwachsenen hel-
fen, sie sollten gut hören und sehen können, eine deutliche Aussprache
haben, Fingerspitzengefühl und Einfühlungsvermögen besitzen sowie
technisches Verständnis haben. Das Schöne an dem Beruf ist unter
anderem, Menschen durch ein passendes Hörsystem zu mehr Lebens-
qualität zu verhelfen sowie weitgehend selbstständig zu arbeiten. Die
Ausbildung dauert drei Jahre.
Chancen
Hörgeräteakustikermeister/-in, Techniker/-in Fachrichtung Elektro-
technik oder Medizintechnik.

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Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker/-in
Sie sind Spezialisten für Unfallreparaturen und für Fahrzeuge nach Maß:
Behindertenfahrzeuge mit Hebebühnen, gepanzerte Geldtransporter,
ob rollende Imbissbuden oder Wohnmobile – Karosserie- und Fahrzeug-
bauer bauen für jeden Zweck das richtige Fahrzeug. Klar, dass sie
auch
Unfallschäden sauber reparieren. Die Arbeit an Karosserie und Fahrzeug-
rahmen erfordert viel Spezialwissen. Karosserie- und Fahrzeugbaume-
chaniker werden daher in einer der drei Fachrichtungen ausgebildet:
Karosserieinstandhaltungstechnik, Karosseriebautechnik, Fahrzeugbau-
technik. Karosserie- und Fahrzeugbauer arbeiten für Kfz-Werkstätten
oder Fahrzeughersteller. Dort werden sie in der Regel auch ausgebildet.
Ausbildung
Die Tätigkeit ist vielseitig, vor allem wenn es um Sonderanfertigungen
geht. Bewerber sollten handwerklich geschickt sein und technisches
Interesse haben, gut sehen und hören können, zuverlässig und genau
arbeiten. Die Ausbildung dauert dreieinhalb Jahre.
Chancen
Ausbilder/-in, Geprüfter Kfz-Servicetechniker, Karosserie- und
Fahrzeugbauermeister/-in, Techniker/-in Betriebswissenschaft,
Dipl.-Ing. Fahrzeugtechnik.

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Handwerksberufe

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25
Eine Ausbildung ebnet
den Weg nach oben

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Handwerksberufe
Mechaniker/-in für Land- und
Baumaschinentechnik
Um einen landwirtschaftlichen Betrieb zu bewirtschaften, brauchen
Bauern nicht nur einen Traktor: Mähdrescher, Pflug, Düngerstreuer,
Häcksel-, Sä- und Drillmaschinen usw. kombiniert mit Hightech gehören
ebenfalls auf viele Höfe. Land- und Baumaschinentechniker schrauben
also nicht nur in der Werkstatt, sondern auch auf dem Acker oder im
Stall an „schwerem Gerät“. In der Forstwirtschaft warten und reparieren
sie Maschinen und Anlagen. Technisch sind sie immer auf dem neuesten
Stand und setzen bei ihrer Arbeit moderne Messinstrumente ein.
Mechaniker für Land- und Baumaschinentechnik arbeiten für Land-
maschinen-Werkstätten, Land- und Baumaschinen- Hersteller, Land- und
Baumaschinen handel, kommunale Forst- und Landwirtschaft. Dort
werden sie in der Regel auch ausgebildet.
Ausbildung
Bewerber sollten technisches Verständnis und räumliches Vorstellungs-
vermögen haben, verantwortungsbewusst arbeiten und Interesse an
Mathematik und Physik haben. Die Ausbildung dauert dreieinhalb Jahre.
Chancen
Ausbilder/-in, Meister/-in für Land- und Baumaschinentechnik,
Techniker/-in, Dipl.-Ingenieur/-in.

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Mechatroniker/-in für Kältetechnik
Wer hat schon Lust auf geschmolzenes Schokoladeneis oder lauwarmes
Bier? Kälte ist aber nicht nur bedeutsam für den Geschmack. Viel wichti-
ger ist, dass in Kühlräumen und Truhen leicht verderbliche Lebensmittel
länger halten. Deshalb besitzen Bäckereien, Gaststätten, Fleischereien
und Supermärkte Kälteanlagen. Aber auch die Industrie benötigt Klima-
anlagen und Kühlräume. In Laboren oder Büros sollen jahreszeitenun-
abhängig bestimmte Temperaturen herrschen. In der Landwirtschaft
muss beispielsweise Milch vom Melken bis zur Verarbeitung ständig kühl
gehalten werden. In Brauereien ist frisches Bier herunterzukühlen und
anschließend kalt zu halten. Kälteanlagenbauer bauen und montieren
diese Anlagen. Mechatroniker für Kältetechnik arbeiten für Servicebe-
triebe der Kälte- und Klimatechnik, Hersteller von kälte- und klimatech-
nischen Anlagen. Dort werden sie in der Regel auch ausgebildet.
Ausbildung
Bewerber sollten gute Noten in Mathematik, Physik und Chemie mit-
bringen, technisches Verständnis und räumliches Vorstellungsvermögen
haben. Die Ausbildung dauert dreieinhalb Jahre.
Chancen
Ausbilder/-in, Kälteanlagenbauermeister/-in, Industriemeister/-in für
Wärme- und Kälteschutz, Techniker/-in Fachrichtung Versorgungs-
technik, Dipl.-Ingenieur/-in.

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Handwerksberufe
Metallbauer/-in
Metall ist überall: Fahrzeuge, Eisengitter und kunstvolle Geländer,
Stahlgerüste, Halterungen für Fassaden, Konstruktionen für Bauwerke
und vieles mehr wird aus Metall oder Stahl hergestellt. Die Aufgaben der
Metallbauer sind sehr unterschiedlich: Sie entwerfen, schmieden, biegen
und schweißen Gitter und Geländer. Je nach Einsatzbereich bauen sie
Anlagen und Fahrzeugteile zusammen. Aufgrund der unterschiedlichen
Anforderungen werden Metallbauer in einer der drei Fachrichtungen
ausgebildet: Konstruktionstechnik, Metallgestaltung, Nutzfahrzeugbau.
Je nach Fachrichtung arbeiten die Auszubildenden bei Herstellern und
Reparaturbetrieben für Land-, Forst- und Baumaschinen; bei Stahl- und
Metallbaubetrieben, Betrieben der Bauwirtschaft oder bei Herstellern
von Anlagen- und Fördertechnik; bei Betrieben des Metallhandwerks, bei
Nutzfahrzeug-Herstellern oder in Reparaturbetrieben für Nutzfahrzeuge.
Ausbildung
Bewerber sollten gerne mit schweren Materialien umgehen, gute Noten
in Mathematik, Physik und Chemie haben, technisches Verständnis sowie
räumliches Vorstellungsvermögen besitzen. Die Ausbildung dauert
dreieinhalb Jahre.
Chancen
Metallbauermeister/-in, Industriemeister/-in Fachrichtung Metall,
Techniker/-in Fachrichtung Maschinentechnik, Dipl.-Ingenieur/-in.

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Stukkateur/-in
Stukkateure verschönern die Fassaden von Gebäuden und die Wände
von Innenräumen. Sie fertigen feine Gipsornamente (Stuck) als Dekor für
Decken und Wände an. Sie haben Sinn für traditionelle und künstlerische
Elemente am Bau. Damit tragen sie auch große Verantwortung bei der
Restaurierung alter und erhaltenswerter Gebäude und Denkmäler. Sie
betreiben ein vielseitiges traditionelles Handwerk, das wieder voll im
Kommen ist. Gebäude und Räume erhalten durch Stuck eine individuelle
und unverwechselbare Note. Stukkateure arbeiten sowohl im Woh-
nungsausbau als auch im Neubau, bei der Modernisierung und Instand-
setzung von Bauten, öffentlichen Gebäuden, Gewerbe- und Industrie-
bauten. Ebenso sind Stukkateure für Stukkateurbetriebe im Handwerk,
in Wohnungsbau-, Ausbau- sowie Industriebaufirmen tätig. Dort werden
sie in der Regel auch ausgebildet.
Ausbildung
Bewerber sollten körperlich fit und handwerklich geschickt sein und vor
allem „mit Köpfchen“ arbeiten. Die Ausbildung dauert drei Jahre.
Chancen
Dipl.-Ingenieur/-in, Polier/-in, Meister/-in.

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Service

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Service/Internet
Die Suche nach einer passenden Ausbildung ist für viele Schulabgänger
der erste Schritt ins Berufsleben. Das Bundesministerium für Wirtschaft
und Technologie stellt auf seiner Internetseite
www.bmwi.de
unter der
Rubrik Ausbildung und Beruf die mehr als 340 Ausbildungsberufe im
dualen System vor.
Die Internetseite bietet einen ersten Überblick zu den jeweiligen Berufen
und informiert über Voraussetzungen sowie Aufstiegschancen. Außer-
dem bietet die Internetseite Informationen zu folgenden Themen:
• Ausbildungspakt
• Ausbildungsberufe
• Integration durch Ausbildung
• Weiterbildung
• Gleichstellung ausländischer Prüfungszeugnisse
• Bewerbungstipps
Unterschiedliche Publikationen und Links runden das Angebot ab.

Diese Druckschrift wird im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit des Bundes-
ministeriums für Wirtschaft und Technologie herausgegeben. Sie wird kosten-
los abgegeben und ist nicht zum Verkauf bestimmt. Sie darf weder von Parteien
noch von Wahlwerbern oder Wahlhelfern während eines Wahlkampfes zum
Zwecke der Wahlwerbung verwendet werden. Missbräuchlich ist insbeson dere
die Verteilung auf Wahlveranstaltungen, an Informationsständen der Parteien
sowie das Einlegen, Ausdrucken und Aufkleben parteipolitischer Informatio-
nen oder Werbemittel. Untersagt ist gleichfalls die Weitergabe an Dritte zum
Zwecke der Wahlwerbung. Unabhängig davon, wann, auf welchem Weg und
in welcher Anzahl diese Schrift dem Empfänger zugegangen ist, darf sie auch
ohne zeitlichen Bezug zu einer Wahl nicht in einer Weise verwendet werden,
die als Parteinahme der Bundesregierung zugunsten einzelner politischer
Gruppen verstanden werden könnte.