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Tätigkeitsbericht 2015
Messen. Analysieren. Beobachten.

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Vorwort
Unser Tätigkeitsbericht für das Jahr
2015 bietet Ihnen einen Überblick über
die Schwerpunkte unserer Arbeit und
besondere Herausforderungen in die-
sem Zeitraum.
Unser umfangreiches integriertes Mana-
gementsystem garantiert fortlaufend
höchste Zuverlässigkeit unserer Mess-
werte. Deshalb kam den Überwachun-
gen zur Akkreditierung nach ISO/IEC
17025 sowie dem Umweltaudit zur Re-
validierung nach EMAS und die Rezerti-
fizierung nach ISO 14001 wiederum eine
große Bedeutung zu.
In den Geschäftsbereichen gab es eine
Vielzahl komplexer Aufgaben, die nur
durch ein hohes Engagement der Mitar-
beiterinnen und Mitarbeiter bewältigt
werden konnten. Dabei hat die ge-
schäftsbereichsübergreifende Arbeit
weiter zugenommen. Die Anwendung
und Weiterentwicklung moderner Mess-
und Analysetechnik sowie –verfahren
spiegelt die Innovationskraft in unserer
Einrichtung wider.
Dafür stehen stellvertretend folgende
Beispiele:
Im Rahmen des Totalabbruchs des
Rossendorfer Forschungsreaktors wur-
den auf der Grundlage des vom VKTA
vorgelegten Freimessprogramms durch
den GB 2 eine größere Anzahl von Kon-
trollmessungen durchgeführt. Mit ihnen
konnten die Aussagen des VKTA zur
Freigabefähigkeit bestätigt werden.
Mit der Beschaffung eines ADCP-Mess-
bootes „RDi-RiverPro“ im GB 3 können
mit dieser Technik jetzt auch Durch-
flussmessungen bei Wasserständen im
Bereich zwischen 0,50 m bis 10 m aus-
geführt werden. Im agrarmeteorologi-
schen Messnetz kann der Datenabruf
jetzt mit der schrittweisen Umrüstung auf
einen moderneren Stationstyp stündlich
erfolgen.
Die Untersuchungen mit erweitertem
Messprogramm für Mercaptane, Sulfide
und Disulfide starteten in Verantwortung
des GB 4 im 4. Quartal 2015. Damit
wurde ein neues Kapitel von Analyse-
verfahren mit dem Ziel aufgeschlagen,
die Ursachen für die Geruchsbelastun-
gen im Erzgebirge zu identifizieren.
Vertreter der Projektgruppe Standge-
wässer im GB 5 leisteten einen wesentli-
chen Beitrag zur Normung mehrerer
Methoden. Sie fanden Eingang in die
DIN ISO 16695, DIN ISO 16698 und in
den Weißdruck des LAWA-Merkblattes
„Probenahme in Seen“.
Aufgrund von neuen Erkenntnissen und
den hinzu gewonnenen Erfahrungen in
der Analyse im Rahmen eines Projektes
zu Bioaerosolen ist die Mikrobiologie
des GB 6 in die KRdL-Arbeitsgruppen
„Bioaerosole und biologisch Agenzien-
Luftgetragene Mikroorganismen und
Viren“ sowie „Endotoxine“ des VDI beru-
fen worden.
Ich möchte an dieser Stelle wiederum
die Gelegenheit nutzen und mich bei
allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern
der BfUL für die fortlaufende engagierte
Arbeit bedanken.
Dr. Mathias Böttger
Geschäftsführer
Radebeul, im Juni 2016

Inhalt
1.
Auf einen Blick
1
2. Integriertes Umwelt- und Qualitätsmanagementsystem
2
3. Arbeitssicherheit
3
4.
Justiziariat / Innenrevision / Datenschutz
5.
Aufgaben und ausgewählte Arbeitsschwerpunkte
5
5.1
Geschäftsbereich 1 – Verwaltung
5
5.2
Geschäftsbereich 2 – Umweltradioaktivität
6
5.3
Geschäftsbereich 3 - Messnetzbetrieb Wasser und Meteorologie
13
5.4
Geschäftsbereich 4 - Messnetzbetrieb Luft
22
5.5
Geschäftsbereich 5 - Labore Umwelt
28
5.6
Geschäftsbereich 6 - Labore Landwirtschaft
41
6.
Organigramm der BfUL
52
7. Abkürzungsverzeichnis
53
4

| 1
1. Auf einen Blick
Überwachung von Umwelt und Landwirtschaft
Die Staatliche Betriebsgesellschaft für
Umwelt und Landwirtschaft (BfUL) be-
treibt Umweltanalytik und Umweltmes-
sungen sowie landwirtschaftliche Unter-
suchungen und Analytik für die Dienst-
stellen der Umwelt- und Landwirt-
schaftsverwaltung, insbesondere auf-
grund folgender rechtlicher Grundlagen:
Europäisches Recht
EG-Düngemittelverordnung
Richtlinie 92/43/EWG des Rates zur
Erhaltung der natürlichen Lebens-
räume sowie wildlebender Tiere und
Pflanzen (Fauna-Flora-Habitat-Richt-
linie (FFH-Richtlinie))
Richtlinie 79/409/EWG (Vogelschutz-
richtlinie)
Europäische
Wasserrahmenrichtlinie
(EU-WRRL).
Bundesrecht
Gesetz über die friedliche Verwen-
dung der Kernenergie und den
Schutz gegen ihre Gefahren (AtG)
Bundesbodenschutzgesetz
(BBodSchG)
Bundes-Immissionsschutzgesetz
(BImSchG)
Saatgutverkehrsgesetz (SaatG)
Gesetz zum vorsorgenden Schutz der
Bevölkerung gegen Strahlenbelas-
tung (StrVG)
Gesetz zur Ordnung des Wasser-
haushalts (WHG)
Klärschlammverordnung (AbfKlärV)
Bioabfallverordnung (BioAbfV).
Landesrecht
Sächsisches Abfallwirtschafts- und
Bodenschutzgesetz (SächsABG)
Sächsisches Gesetz zur Ausführung
strahlenschutzvorsorgerechtlicher
Vorschriften (SächsStrVAG)
Sächsisches Umweltinformationsge-
setz (SächsUIG)
Sächsisches Wassergesetz
(SächsWG)
Sächsische Badegewässer-Verord-
nung (SächsBadegewVO)
Sächsische Eigenkontrollverordnung
(EigenkontrollVO).
Die BfUL hat dabei insbesondere fol-
gende Aufgaben:
Datenerhebungen über den Zustand
von Boden, Wasser (Menge und Be-
schaffenheit), Luft sowie der Umwelt-
radioaktivität
Untersuchungen von Pflanzen, land-
wirtschaftlichen Erzeugnissen, Saat-
gut, Futtermitteln, Düngemitteln sowie
sonstigen Produktionsmitteln und Bö-
den, insbesondere die Analyse von
Inhaltsstoffen, unerlaubten, uner-
wünschten und verbotenen Stoffen
zur Sicherung des Verbraucherschut-
zes
Datenaufbereitung und Erarbeitung
qualifizierter Stellungnahmen zur Da-
tenbewertung
Durchführung der Düngemittelver-
kehrskontrolle, der Futtermittelver-
ordnung und die Untersuchung von
gentechnisch veränderten Organis-
men sowie Führung und Kontrolle
des privaten landwirtschaftlichen Un-
tersuchungswesens
Durchführung von Ringanalysen und
Bewertung von Antragsunterlagen im
Rahmen der Bestimmungen von Un-
tersuchungsstellen.
Die Qualität der erbrachten Leistungen
wird ständig im Rahmen eines inte-
grierten Umwelt- und Qualitätsmanage-
mentsystems (IMS) kontrolliert.
Hierzu verweisen wir auf unseren Inter-
netauftritt sowie unsere Imagebroschüre
unter
www.smul.sachsen.de/bful.

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2 |
2. Integriertes Umwelt- und Qualitätsmanagement-
system
Die Erfüllung der Anforderungen an das
Umweltmanagementsystem und an die
Kompetenz als Prüflabor wurde an ins-
gesamt fünf Gutachtertagen extern ge-
prüft und bestätigt.
Das Umweltaudit zur Revalidierung nach
EMAS und Rezertifizierung nach ISO
14001 für den bereits vierten Zyklus
fand im April 2015 an fünf Standorten
statt:
GB 5 in Nossen
GB 5 in Bad Düben sowie GB 3 in
Leipzig und Brandis
GB 1 in Radebeul
Das Audit war erfolgreich. Die neuen
Urkunden wurden bis April 2018 erteilt.
Im Rahmen der zweiten von drei Über-
wachungen zur Akkreditierung nach
ISO/IEC 17025 wurden im Juni 2015
folgende Tätigkeiten der Begutachtung
unterzogen:
Fachbegutachtung des FB 55 Natur-
schutz
Fachbegutachtung der GB 2, 3, 5 und
6 zur Probenahme sowie des GB 3
zu OW- und GW-Messung
Dabei wurde lediglich eine nicht kritische
Abweichung erteilt und die Aufrechter-
haltung der Akkreditierung bestätigt.
Das IMS-Handbuch hat im Teil 3 Ergän-
zungs- und Aktualisierungsbedarf: Die
Regelungen zu Aktivierung, Abschrei-
bung und Aussonderung von Vermö-
gensgegenständen wurden in der
Dienstanweisung Anlagevermögen zu-
sammengefasst und zum Jahresbeginn
in Kraft gesetzt.
Die umfangreiche Überarbeitung der
Geschäftsordnung mit derzeitigem
Stand von August 2008 wurde im 2.
Halbjahr 2015 begonnen und soll bis
Mitte 2016 abgeschlossen werden.
Abb. 1: EMAS-Urkunde
Abb. 2: ISO 14001-Zertifikat
Abb. 3: ISO 14001-Zertifikat-Anlage

| 3
3. Arbeitssicherheit
Der im Integrierten Managementsystem
festgeschriebene Zweijahresturnus für
gemeinsame Arbeitsplatzbegehungen
durch Betriebsarzt und die jeweils zu-
ständige Fachkraft für Arbeitssicherheit
konnte auch 2015 weitestgehend einge-
halten werden.
In Auswertung der Begehungen zeigte
sich im Berichtsjahr ein insgesamt ho-
hes arbeitssicherheitstechnisches Ni-
veau. Das spiegelt sich auch im Un-
fallgeschehen wider. So ist seit Beginn
der statistischen Auswertung im Jahre
2005 dieses Berichtsjahr das Jahr mit
der niedrigsten Anzahl an Arbeits- (3)
und Wegeunfällen (2). Bei keinem die-
ser Unfälle waren sicherheitstechnische
Mängel oder Fehlverhalten der Beschäf-
tigten erkennbar.
Folgende wesentliche Vorhaben haben
zur Verbesserung von Arbeits- und Ge-
sundheitsschutz beigetragen:
Am Standort Nossen konnten ver-
schiedene bauliche Maßnahmen zur
Verbesserung von Gesundheits-
schutz und Arbeitssicherheit abge-
schlossen werden. Hierzu gehören
insbesondere die Verlegung der
Luftansaugung und die Abgasrohr-
verlängerung der lüftungstechnischen
Anlagen.
Zur Erhöhung der relativen Raumluft-
feuchte, vor allem bei niedrigen Au-
ßentemperaturen, wurden für zwei
Lösungsansätze Piloteinrichtungen
installiert.
In einem überarbeiteten Explosions-
schutzdokument wurden die beste-
henden Explosionsschutzmaßnah-
men für das Abfalllösungsmittellager
im Haus 5a überprüft und für die pas-
sive Lagerung bestätigt.
Ende 2015 konnte die Radonproble-
matik in Wahnsdorf, Haus 4 gelöst
werden.
Zur Verbesserung des Brandschut-
zes waren für die Beschäftigten eini-
ger Dienststellen der BfUL bereits
2014 Übungen mit Handfeuerlö-
schern durchgeführt worden, im Be-
richtsjahr folgten die verbliebenen
Dienststellen sowie die Benennung
und Schulung von Brandschutzhel-
fern.

4 |
4. Justiziariat / Innenrevision / Datenschutz
Der Justiziar betreut die Bereiche
Rechtsangelegenheiten, interne Revi-
sion und Datenschutz. Außerdem nimmt
er die Aufgaben des Beauftragten für
Informationssicherheit wahr.
In den vier Bereichen gab es 2015 fol-
gende Schwerpunkte:
Rechtsangelegenheiten
Gestaltung von Werk-, Leih- und
Wartungsverträgen,
Rechtsfolgen und Ansprüche, die aus
bestehenden Verträgen erwachsen
können,
vergaberechtliche Belange bei öffent-
lichen Ausschreibungen nach der
VOL/A,
rechtliche Themen im Rahmen der
Verwaltungstätigkeiten,
Praxisprobleme bei der Anwendung
des Urheberrechts.
Innenrevision
Die im Vorjahr begonnene Prüfung
der sicheren Aufbewahrung von
Edelmetallen und ihr ordnungsgemä-
ßer Umgang in der BfUL konnte im
Jahr 2015 erfolgreich abgeschlossen
werden. Die empfohlenen Maßnah-
men wurden alle vollständig umge-
setzt.
Prüfung über die Anzahl, die rechtli-
che Basis und die Organisation der
Gremienarbeit durch Beschäftigte der
BfUL.
Nachprüfung der Umsetzung der im
Prüfungsbericht von 2014 festgeleg-
ten Maßnahmen zur Optimierung der
Brandvorsorgemaßnahmen.
Datenschutz
Im Hinblick auf die Informationspflicht
nach dem Sächsischen Umweltinforma-
tionsgesetz wurden im Jahr 2015 zur
Durchführung des Radonmesspro-
grammes in privaten und öffentlichen
Schulen gesonderte Teilnahme- und Da-
tenschutzerklärungen ausgearbeitet.
Im Rahmen eines weiteren Radonpro-
jektes wurde zudem mit einem Unter-
nehmen ein Datennutzungsvertrag über
die gesammelten Messergebnisse ab-
geschlossen, da diese den Charakter
von geschützten Datenbankwerken im
Sinne des Urheberrechtsgesetzes tru-
gen.
Informationssicherheit
Nachdem im September 2014 mit maß-
geblicher externer Unterstützung im
Rahmen des vom Sächsischen Staats-
ministerium für Umwelt und Landwirt-
schaft initiierten Projektes AdlZIS (=
Aufnahme des IST-Zustandes des In-
formationssicherheitsprozesses) den
erfolgreichen Abschluss der Struktur-
analyse in der BfUL bestätigt hatte, wur-
den in der BfUL im Jahr 2015 zur Er-
stellung des Sicherheitskonzeptes wei-
terführend die „Schutzbedarfsfeststel-
lung“ für die betroffenen Objekte und die
„Modellierung“ mit Zuordnung von IT-
Grundschutz-Bausteinen vorangetrie-
ben.
Relevante Vorfälle in Bezug auf die In-
formationssicherheit sind in der BfUL im
Jahr 2015 nicht aufgetreten.

| 5
5. Aufgaben und ausgewählte Arbeitsschwerpunkte
5.1 Geschäftsbereich 1 - Verwaltung
Der Geschäftsbereich 1 besteht aus drei
Fachbereichen und ist wichtiger An-
sprechpartner für alle Fragen der Allge-
meinen Verwaltung, Personal, Haushalt
und Finanzen, Informations- und Kom-
munikationstechnik, Bau- und Liegen-
schaften.
Insbesondere sei darauf hingewiesen,
dass zur rechtlichen Liegenschaftssiche-
rung und Betreuung
ca. 1.550 Grundwassermessstellen in
verschiedenen Messnetzen,
ca. 190 Oberflächenwasserpegel,
34 Messstationen des Agrarmeteo-
rologischen Messnetzes,
22 Ombrometer (Niederschlagsmes-
ser),
29 stationäre sowie eine mobile Luft-
gütemessstation,
5 Gewässergütemessstationen sowie
4 Bodendauerbeobachtungsflächen
(BDF) II.
gehören.
Aufgabenschwerpunkte 2015
Jahresabschluss 2014
Im Jahr 2015 erfolgte ein Wechsel der
mit der Prüfung beauftragten Wirt-
schaftsprüfungsgesellschaft. Der han-
delsrechtliche Jahresabschluss für das
Jahr 2014 wurde durch die neue Prü-
fungsgesellschaft mit Testat vom
20.05.2015 uneingeschränkt bestätigt.
Der Prüfbericht wurde dem Verwal-
tungsrat vorgelegt und von diesem zu-
stimmend zur Kenntnis genommen.
Dem Geschäftsführer wurde damit die
Entlastung für das abgelaufene Ge-
schäftsjahr erteilt.
Haushalt 2015
Für das Wirtschaftsjahr 2015 standen
der BfUL ca. 18,7 Mio. € für den laufen-
den Betrieb und 5,1 Mio. € für Investitio-
nen zur Verfügung. Der Erfolgsplan
wurde wieder nahezu vollständig ausge-
schöpft, während vom Vermögensplan
nur etwa 3,2 Mio. € verausgabt wurden.
Hinzu kamen knapp 700 T€ Projektmit-
tel, die für die Umsetzung diverser Pro-
jekte wie EU-WRRL, Maßnahmen zur
Optimierung des Hochwassermelde-
systems oder zur Schadensbeseitigung
nach dem Hochwasser 2013 eingesetzt
wurden.
Planung 2017/2018
Für den Doppelhaushalt 2017/18 er-
folgte im IV. Quartal 2015 die erste Vor-
anmeldung des Wirtschaftsplans mit
Erfolgs-, Finanz- und Vermögensplan
sowie des Stellenplans gegenüber dem
SMUL.
Große Baumaßnahme Chemnitz
Mit der baulichen Ausführung wurde im
2. Halbjahr 2015 begonnen. Die künfti-
gen Nutzer - das Gewässergütelabor
und der Messnetzbetrieb Wasser und
Meteorologie - können voraussichtlich
im 2. Halbjahr 2017 in den Neubau ein-
ziehen. Damit kann die Konzentration
am Standort in Chemnitz abgeschlossen
werden.

6 |
5.2 Geschäftsbereich 2 – Umweltradioaktivität
Aufgaben und Struktur
Der Geschäftsbereich „Umweltradioakti-
vität“ (GB 2) ist gemäß der Verwal-
tungsvorschrift über die Errichtung einer
Staatlichen Betriebsgesellschaft für
Umwelt und Landwirtschaft für die Erhe-
bung von Daten über die Umweltradio-
aktivität zuständig.
Routineaufgaben 2015
Die nachstehende Tab. 1 gibt einen
Überblick über die Schwerpunkte des
Jahres 2015, besonders über große
Veränderungen gegenüber den drei Vor-
jahren. Wegen der im Jahr 2012 stattge-
fundenen einwöchigen IMIS-Übung ist
eine Bewertung der Fallzahlen am bes-
ten im Vergleich mit allen fünf Jahren
möglich. Die zum Teil deutlichen Verän-
derungen bei den Probenzahlen erge-
ben sich im Einzelnen aus dem Mess-
programm „Cäsium-137 in Böden“
(2011-2013), den Untersuchungen an
Schwarzwild und der im November 2012
durchgeführten Übung. Die Fallstudien
zu Radon in Schulen ergeben ein An-
steigen verschiedener Radonmessun-
gen, das durch eine reduzierte Bepro-
bung der Referenzfläche kompensiert
wurde. Ab 2015 konzentriert sich die
Bearbeitungskapazität der Radonbera-
tungsstelle vor allem auf das Schul-
messprogramm. Besonders deutlich ist
auch der Anstieg durch die Wilduntersu-
chungen erkennbar.
Bei den darüber hinaus durchgeführten
Messungen dominieren die Messungen
der Ortsdosisleistung, verschiedener
Wasserhaushaltsgrößen sowie von Ra-
don (als Messung vor Ort oder als Pro-
benahme mit anschließender Messung
im Labor).
Tab. 1: Schwerpunkte und Veränderungen im Geschäftsbereich Umweltradioaktivität
2011
2012
2013
2014
2015
Bewertung
Stand der Eingangsbücher am 31.12
.
Radebeul
978
1.544
1.119
1.339
1.308
Zunahme des Wildpro-
gramms
Chemnitz
659
801
684
773
851
Zunahme des Wildpro-
gramms
Einige Highlights
Untersuchte Bö-
den
74
176
73
51
55
2011-2013: „Cs-137 in
Böden“
Gammaspektro-
metrie
1.226
1.984
1.419
1.716
1.736
Zunahme des Wildpro-
gramms
Zeitaufgelöste
Radonmessungen
158
290
254
186
102
Fallstudien in öffentlichen
Gebäuden
Radonexposimeter
276
392
597
434
1.232
u. a. Übernahme der Frei-
luftmessnetze in Johann-
georgenstadt und ab 2015
Messprogramm in Schulen
Beprobung der
Referenzfläche
361
190
0
0
0
Einstellung wegen zuneh-
mender Messaufgaben in
öffentlichen Gebäuden

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| 7
Schwerpunkte der Analytik sind die Ge-
wässerüberwachung mit ca. 370 Proben
und die Nahrungs- und Futtermittel-
überwachung (inkl. Indikatorpflanzen)
mit ca. 1.310 Proben. Schwerpunkte der
Laboranalytik sind zahlenmäßig die
gammaspektrometrische Bestimmung
der Parameter Cäsium-137 etc. sowie
die Einzelbestimmung von Uran und
Radium-226. Der Schwerpunkt der zeit-
aufwändigen radiochemischen Analysen
liegt im Medium Wasser.
Nachstehend wird auf einzelne Aufga-
benbereiche näher eingegangen:
Die Überwachung der allgemeinen Um-
weltradioaktivität besteht vor allem aus
dem Routinemessprogramm nach dem
Strahlenschutzvorsorgegesetz (inkl. Er-
weiterungen zur Erhaltung der Analy-
senkompetenz und zur Untersuchung
von Spontanproben, überwiegend Wild-
pilze) sowie aus Untersuchungen in der
Elbe. Dieses Aufgabengebiet wurde im
geforderten Umfang bearbeitet. Ergän-
zend zu den laufenden Überwachungs-
programmen wurden folgende weiterfüh-
rende Studien durchgeführt:
Untersuchungen von Fichtennadeln
aus Level-II-Flächen des Staatsbe-
triebs Sachsenforst
Eignungstests verschiedener Proben-
entnahmeverfahren zu Schwebstof-
fen in Standgewässern in Zusam-
menarbeit mit der Landestalsperren-
verwaltung
kontinuierliche Messung der Ra-
donaktivitätskonzentration in der bo-
dennahen Luft am Standort eines
Messcontainers des GB 4
Probenentnahmen zu Tritium im Nie-
derschlag in Zusammenarbeit mit
dem VKTA
Betreuung der Philion-Experimentier-
Sets für Lehrer und Schüler zur
Kernphysik/Radioaktivität in derzeit
neun sächsischen Schulen.
Vom 23.-24.06.2015 führte das Bundes-
amt für Strahlenschutz im Raum Zwick-
au / Seelingstädt
eine
Vergleichs-
messung durch, an der die BfUL mit
zwei Messfahrzeugen beteiligt war.
Schwerpunkte der Übung waren Ver-
gleichsmessungen von in-situ-Gamma-
spektrometern und die Einsatzsteuerung
von in-situ-Messfahrzeugen.
Abb. 4: In-situ-Gammaspektrometer (links) und Messfahrzeuge (rechts) bei einer Vergleichsmessung im
Raum Zwickau / Seelingstädt.
Der fortschreitende Rückbau der kern-
technischen Anlagen am Forschungs-
standort Rossendorf wurde weiter durch
Kontroll- und Abschlussmessungen be-
gleitet. Hierzu wurden zwei Messpro-
gramme im Rückbaukomplex 1 „Ros-
sendorfer Forschungsreaktor“ und ein
Messprogramm im Rückbaukomplex 3
„Altanlagen zur Behandlung fester und
flüssiger radioaktiver Abfälle“ durchge-
führt. Ferner wurden auch wieder Fach-
anweisungen des VKTA zu verschiede-
nen Aspekten der Freigabe am For-
schungsstandort Rossendorf begutach-
tet.
Die Überwachung von Lebensmitteln
erfolgt vor allem in Amtshilfe für die
Landesuntersuchungsanstalt für das
Gesundheits- und Veterinärwesen
Sachsen sowie für die Landesdirektion
Sachsen. Neben den routinemäßigen

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8 |
Aufgaben wurde - wie bereits 2014 - im
Auftrag der Landesdirektion eine Pro-
benentnahme mit anschließender Ana-
lytik der Heilwässer in Bad Brambach
und Bad Schlema durchgeführt. Im Zu-
sammenhang mit der Novellierung der
Trinkwasserverordnung wurde ein
Messprogramm zur Bestimmung von
Radon in Trinkwasser begonnen. Das
Programm läuft noch bis zum II. Quartal
2016. Die laufenden Untersuchungen
zur Radiocäsiumbelastung von
Schwarzwild wurden fortgeführt. Im Er-
gebnis des darin enthaltenen Monito-
rings wird 2016 das so genannte Pflicht-
untersuchungsgebiet erweitert.
Einer der Schwerpunkte der Tätigkeit
des Fachbereichs 22 ist der Betrieb der
Radonberatungsstelle. Auch im Jahr
2015 wurde wieder eine große Anzahl
von Bürgeranfragen bearbeitet. Seit
dem 01.01.2009 werden von der Ra-
donberatungsstelle weitergehende Bera-
tungen in Form von Messungen vor Ort
im Rahmen des „Messprogramms zur
Erweiterung der Datengrundlage zur
Radonsituation in Sachsen“ durchge-
führt. In diesem Messprogramm werden
Objekte hinsichtlich ihrer Radonsituation
vollständig charakterisiert. Mit diesem
Messprogramm soll das Verständnis der
Radonsituation vertieft werden.
Gemäß dem Konzept der Beratungs-
stelle ist neben der Information des Bür-
gers auch die fachliche Unterstützung
von Kommunen und anderen öffentli-
chen Bauherren zu berücksichtigen.
Ferner sind die Aktivitäten im Hinblick
auf eine Information konkreter Zielgrup-
pen zu verstetigen. In diesem Zusam-
menhang war der GB 2 wieder auf drei
Messen vertreten und wirkte aktiv an
mehreren Fortbildungsveranstaltungen
mit (u. a. auch wieder an der Weiterbil-
dung zur Radonfachperson).
Aufgrund der in der Fachöffentlichkeit
diskutierten Richtlinie 2013/59/Euratom
des Rates vom 05.12.2013 zur Festle-
gung grundlegender Sicherheitsnormen
für den Schutz vor den Gefahren einer
Exposition gegenüber ionisierender
Strahlung, in der auch Regelungen zur
Begrenzung von Radon in Innenräumen
enthalten sind, äußerten mehrere öffent-
liche Schulträger Interesse an einer
Teilnahme am „Messprogramm zu Ra-
don in öffentlichen Gebäuden“. Seit
Sommer 2015 wird daher den öffentli-
chen Schulträgern die Teilnahme an
einem Messprogramm zur Gewinnung
eines Überblickes über die Radonsitua-
tion an sächsischen Schulen angeboten.
Die an den Sanierungsstandorten der
Wismut GmbH von der BfUL durchge-
führten Überwachungsprogramme wur-
den im gewohnten Umfang durchge-
führt. Im Jahr 2015 wurde auch wieder
von den Fachbereichen 20 und 21 eine
Stichtagsbeprobung durchgeführt. Die
Stichtagsbeprobung stellt eine Ver-
gleichsanalyse zur Bestimmung natürli-
cher Radionuklide an natürlich vorkom-
menden, unveränderten Wässern dar.
Überwiegend wurden bisher Wässer der
Einleitstellen der Wismut GmbH unter-
sucht. Analysiert werden von allen Teil-
nehmern mindestens die Radionuklide
Radium-226 und Uran-238. Die Bepro-
bung fand im Jahr 2015 an der Mess-
stelle k-77033, einer tiefen Grundwas-
sermessstelle am Sanierungsstandort
Königstein statt.
Abb. 5: Stichtagsbeprobung an der tiefen Grund-
wassermessstelle k-77033 am Sanie-
rungsstandort Königstein
Auch die Überwachungsprogramme an
den so genannten Altstandorten des
Uranbergbaus wurden wie beauftragt
durchgeführt.

| 9
Die Unterstützung der atomrechtlichen
Aufsicht beinhaltete Kontrollmessungen
mit Probenentnahme und Laboranalytik
in zwei kleineren Aufträgen („Sta-
linschacht“ Oberwiesenthal; Sinterofen-
steine aus Lingen). Ferner führte der
GB 2 zusammen mit LfULG und LKA
Trainingseinheiten zum Aufbau einer
Schleuse und zur Messung mit Hilfe
eines Fernlenkmanipulators durch.
Im Rahmen der Qualitätssicherung der
Prüfverfahren nahm der Geschäftsbe-
reich an insgesamt sieben Ringversu-
chen oder Vergleichsmessungen teil (in
Klammern: teilnehmende FB).
„Vergleichsmessungen von ODL-
Messgeräten auf den Referenzflä-
chen der Wismut GmbH“ (FB 20)
Ringversuch in 2015 zur Bestimmung
des Radionuklidgehaltes im Abwas-
ser aus kerntechnischen Anlagen (FB
21)
Kontrolle der Eigenüberwachung ra-
dioaktiver Emissionen aus Kern-
kraftwerken (Abluft), 37. Ringversuch
„Fortluft 2015“ (FB 21)
Ringversuch zur Bestimmung von
Alpha- und Beta-Strahlern in Wasser
2/2015 (FB 21, FB 22)
In-vitro-Ringversuch 2015 (FB 21)
Proficiency Test IAEA-TEL-2015-03
on the determination of gamma, beta
and alpha emitting radionuclides in
water, rice and soil samples (FB 21,
FB 22)
Ringversuch Rohmilch (FB 21, FB
22).
Der letzte Ringvergleich wurde vom
Max-Rubner-Institut, Kiel und der vor-
letzte von der Internationalen Atom-
energiebehörde IAEA, Wien veranstal-
tet, die übrigen vom Bundesamt für
Strahlenschutz.
Neben diesen Maßnahmen der Quali-
tätssicherung durch Externe wurden wie
in den Vorjahren eine ganze Reihe von
Maßnahmen der internen Qualitätssi-
cherung durchgeführt (z. B. interne Ver-
gleichsmessungen oder Vergleichs-
analysen; Messungen und Analysen
zum Nachweis der Stabilität der Prüfver-
fahren und der eingesetzten Mess- und
Prüfmittel).
Aufgabenschwerpunkte 2015
Kontrolle der Freigabe des Reaktor-
gebäudes am Forschungsstandort
Rossendorf
Mit Beschluss des Ministerrats der DDR
am 10.11.1955 erfolgte der Aufbau des
Zentralinstituts für Kernphysik (ZfK)
Rossendorf zur friedlichen Nutzung der
Kernenergie. Am 16.12.1957 konnte der
Rossendorfer Forschungsreaktor (RFR)
als erster Kernreaktor der DDR mit
2 MW thermischer Leistung eingeweiht
werden. 1991 wurden sämtliche Reakto-
ren außer Betrieb genommen und am
31.12.1991 das ZfK Rossendorf aufge-
löst.
Am 01.01.1992 erfolgte die Gründung
des Forschungszentrums Rossendorf e.
V. (FZR) sowie des Vereins für Kern-
verfahrenstechnik und Analytik (VKTA)
Rossendorf e. V. am Standort. Der
VKTA hat die Aufgabe, alle kerntechni-
schen Anlagen rückzubauen. Seither
erfolgt der Rückbau im wesentlichen in
drei Rückbaukomplexen (RK).
RK 1 - Rossendorfer Forschungsre-
aktor: Neben dem Rückbau des Re-
aktors sind u. a. der Labortrakt, die
Warte und das Ventilations- und Fil-
terhaus zurückzubauen.
RK 2 - Anlagen zur Isotopenproduk-
tion: Die Isotopenproduktion bestand
aus einem Gebäudekomplex mit ver-
schiedenen „heißen“ und „warmen“
Zellen sowie den erforderlichen Ne-
beneinrichtungen und den Betriebs-
höfen.

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10 |
RK 3 - Altanlagen zur Behandlung
radioaktiver Abfälle: Die Anlagen be-
standen aus einer Neutralisationsan-
lage, einem Lager für feste radioak-
tive Abfälle, radioaktiven Abwasser-
behältern und einem Lager für radio-
aktive Abwässer.
Der GB 2 ist schon seit Jahren mit der
Begleitung des Rückbauprozesses vom
SMUL beauftragt. Die Begleitung erfolgt
mittels Begutachtung von Dokumenten
(z. B. Fachanweisungen) und mittels der
Durchführung von Vor-Ort-Kontrollen
und -Messungen. In Vorbereitung der
Vor-Ort-Tätigkeiten sind hierbei im
Wechselspiel mit VKTA, SMUL und
BfUL auch weitere Dokumente wie
Freimessprogramme oder Ergebnisbe-
richte zu begutachten. Das nachste-
hende Schema verdeutlicht den prinzi-
piellen Ablauf.
Abb. 6: Ablaufschema zur Vor-Ort-Kontrolle von Freigaben am Forschungsstandort Rossendorf.
Im Rahmen des geplanten Totalab-
bruchs der RFR-Restanlage und der
Entlassung aus dem Geltungsbereich
des Atomgesetzes (AtG) sollte das Ge-
bäude 790 (Reaktorgebäude) mittels
Messungen radiologisch bewertet und
die Freigabe nach § 29 StrlSchV vorbe-
reitet werden. Die Entscheidungsmes-
sungen erfolgten nach Abschluss der
Dekontamination und der Entkernung in
den jeweiligen Räumen des Gebäudes
790. Im Rahmen dieser Entschei-
dungsmessungen sollte nachgewiesen
werden, dass für die Gebäudestrukturen
die Freigabewerte gemäß Anlage III
Tabelle 1 Spalten 10 StrISchV und für
Sonderstrukturen wie Stahlträger und
Türen im ehemaligen Kontrollbereich
des Gebäudes, Fenster, Geländer u. ä.
die Freigabewerte gemäß Anlage III
Tabelle 1 Spalten 4 und 5 StrISchV ein-
gehalten werden.
Die Vorgehensweise bei den Entschei-
dungsmessungen wurde in einem be-
hördlich bestätigten Freimessprogramm
festgelegt. Die Ergebnisse des Frei-
messprogramms wurden dem SMUL
vorgelegt und der BfUL zur Vorbereitung
von Kontrollmessungen übergeben.
Die Messungen erfolgten im Zeitraum
vom 17.03.-02.04.2015 an insgesamt
neun Messtagen.
Auf der Grundlage des vom VKTA vor-
gelegten Freimessprogramms wurde
festgelegt, in zwölf Räumen und an vier
Sonderstrukturen (Türen, Stahlträger)
Kontrollmessungen durchzuführen.

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| 11
In allen Räumen und an den Sonder-
strukturen wurden im Fußboden- und
Wandbereich bis in eine Höhe von zwei
Metern bzw. an den Strukturen direkt in
einem 1-Meter-Raster Messungen der
Oberflächenkontamination durchgeführt.
Diese Messungen sollten der Verifizie-
rung der ausreichenden Homogenität
der Fußboden- und Wandflächen die-
nen. In großen Räumen sowie in der
Reaktorkrypta erfolgten die Messungen
nur im Bereich des Detektoraufpunktes.
Eine Bewertung dieser Messungen er-
folgte mit dem Kalibrierfaktor für das
Radionuklid Co-60.
In allen Räumen, außer der Reak-
torkrypta, wurden unkollimierte, in-situ-
gammaspektrometrische Messungen mit
den mathematisch kalibrierten Syste-
men durchgeführt. Die Detektoren wur-
den hierbei auf dem Dreibein montiert.
In der Raummitte bzw. an den vom
VKTA gekennzeichneten Messpunkten
wurden in der Regel je zwei Messungen
(Blickrichtung nach oben und nach un-
ten) vorgenommen. In einem Raum er-
folgten auch Messungen mit Blickrich-
tung an die Wand.
In der Reaktorkrypta wurde nur kollimiert
(90°-Kollimator, Sichtbereich 1 m²) mit
Blickrichtung auf ausgewählte Mess-
punkte gemessen.
Probenahmen erfolgten in Form von
Wischtesten lediglich an ausgewählten
Sonderstrukturen in der Reaktorhalle
(Stahlträger und Ausgangstüren aus
dem ehemaligen Kontrollbereich).
Abb. 7: Unkollimierte Messung mit Blick auf die Wand (links) und mit Blick auf den Boden (Mitte). Kolli-
mierte Messung mit Blick auf den Boden der Reaktorkrypta (rechts).
Insgesamt wurden 656 Messungen der
Oberflächenkontamination und 34 in-
situ-gammaspektrometrische Messun-
gen durchgeführt. Es wurden keine auf-
fälligen Inhomogenitäten der Restkon-
tamination festgestellt. Aus der Gamma-
spektrometrie wurden Oberflächenkon-
taminationen ermittelt und mit den zu-
lässigen Freigabewerten verglichen. Die
Ausschöpfung betrug maximal 15 % des
Freigabewertes.
Die Ergebnisse der Kontrollmessungen
waren zwar im Detail geringfügig abwei-
chend von den Daten des Ergebnisbe-
richtes des VKTA, die Aussagen zur
Freigabefähigkeit der kontrollierten
Räume und Strukturen konnten aber voll
bestätigt werden. Mit dem Abriss des
Reaktorgebäudes ist zwischenzeitlich
begonnen worden.

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12 |
Messprogramm „Radon in Schulen“
Mit einem gemeinsamen Schreiben des
SMUL und des SMK vom 20.07.2015 an
die Schulträger der öffentlichen Schulen
im Freistaat Sachsen wurde ein Mess-
programm „Radon in Schulen“ initiiert.
Hintergrund des Messprogramms ist die
neue EU-Richtlinie 2013|59|EURATOM,
die bis zum 06.02.2018 in deutsches
Recht umzusetzen ist. Sie sieht einen
Referenzwert von 300 Bq/m
3
für Radon
in lnnenräumen vor. Dabei handelt es
sich nach der Definition um einen Wert,
„...oberhalb dessen Expositionen als
unangemessen betrachtet werden, auch
wenn es sich nicht um einen Grenzwert
handelt, der nicht überschritten werden
darf“. Für die Praxis wird es deshalb
Regelungen geben, die beschreiben,
welche Maßnahmen zur Reduzierung
der Radonkonzentration zu welchem
Zeitpunkt in angemessenem Umfang
durchgeführt werden sollen. Die Richt-
linie sieht u. a. Radonmessungen an
Arbeitsplätzen vor.
ln Schulen, die als Aufenthaltsort für
Kinder und Jugendliche, aber auch als
Arbeitsplatz für Lehrer einen besonders
sensiblen Bereich darstellen, wurden in
einigen europäischen Ländern in den
vergangenen Jahren bereits Messpro-
gramme durchgeführt. Dazu gehören
zum Beispiel die Schweiz, Österreich,
lrland, Tschechien, Serbien und Slowe-
nien. In einigen Schulen in Sachsen in
öffentlicher Trägerschaft wurden in den
vergangenen Jahren durch die BfUL
systemische Messungen durchgeführt.
Sie zeigten, dass zwar in einzelnen
Räumen erhöhte Radonwerte vorgefun-
den wurden, dass dort aber auch relativ
einfach Abhilfe geschaffen werden kann.
Abb. 8: Beispiel für die auszulegenden Dosime-
ter (Messprogramm „Radon in Schulen).
ln einigen Schulen in Sachsen in öffent-
licher Trägerschaft wurden in den ver-
gangenen Jahren durch die BfUL sys-
temische Messungen durchgeführt. Sie
zeigten, dass zwar in einzelnen Räumen
erhöhte Radonwerte vorgefunden wur-
den, dass dort aber auch relativ einfach
Abhilfe geschaffen werden kann.

| 13
5.3 Geschäftsbereich 3 –
Messnetzbetrieb Wasser und Meteorologie
Aufgaben und Struktur
Der Geschäftsbereich „Messnetzbetrieb
Wasser und Meteorologie“ (GB 3) er-
hebt im Rahmen der Umweltüberwa-
chung im Auftrag des Landesamtes für
Umwelt, Landwirtschaft und Geologie
(LfULG) in Sachsen Daten zum Was-
serhaushalt, zur Wasserbeschaffenheit
und zur Agrarmeteorologie.
Aktuelle Aufgaben und Routine-
aufgaben 2015
Oberflächenwassermessnetz
Das Oberflächenwassermessnetz setzt
sich aus Pegeln unterschiedlicher Mess-
netze und Messnetzkategorien zusam-
men:
Das Basismessnetz dient dem Hoch-
wassermeldedienst sowie der langjähri-
gen Erfassung der Variabilität des Was-
serdargebotes. Außerdem betreibt der
GB 3 vier Sondermessnetze für spezifi-
sche Aufgabenstellungen des LfULG.
Das Kontroll- und Steuermessnetz dient
zur Steuerung von Anlagen der LTV und
von Energieversorgungsunternehmen.
In deren Auftrag übernimmt der GB 3
territorial und zeitlich begrenzte Mess-
aufgaben an ausgewählten Pegeln, die
jährlich neu vereinbart werden. An allen
Pegeln sind mindestens vier Durch-
flussmessungen pro Jahr bei möglichst
unterschiedlichen Wasserständen
durchzuführen.
Die Anzahl der Pegel aus vorgenannten
Messnetzen, die im Berichtszeitraum
durch den GB 3 betrieben wurden, ist
nachfolgend zusammengestellt (Tab. 2).
Tab. 2: Messnetze im Oberflächenwasser
Messnetz
durch BfUL
betriebene
Pegel
Basismessnetz
davon Hochwassermelde-
pegel
176
94
5 Sondermessnetze
12
Kontroll- und Steuermess-
netz
51
Grenzgewässerpegel
8
Summe
247
In den Messnetzen „Oberflächenwasser“
sind insbesondere folgende Aufgaben
zu erfüllen:
Messung von Wasserständen und
Durchflüssen an Fließgewässern
Erstellung, Kontrolle und Korrektur
der Wasserstands-Durchflussbezie-
hungen (WQB)
Prüfung und statistische Aufbereitung
der gewonnenen hydrologischen Da-
ten und Übergabe an die Auftrag-
geber
Erfassung und Pflege der Pegel-
stammdaten
Betrieb, Wartung und Instandhaltung
der Pegel, Beseitigung von Hoch-
wasserschäden
Beauftragung und Betreuung von
Bau- und Ausrüstungsmaßnahmen
einschließlich Energieversorgung und
Datenfernübertragung (DFÜ)
Schulung und Betreuung von ca. 200
ehrenamtlichen Pegelbeobachtern.

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14 |
Im Jahr 2015 wurden im Auftrag des
LfULG 1.195 Durchflussmessungen rea-
lisiert, davon insgesamt 204 für die LTV
und die LMBV. Parallel dazu erfolgten
191 nivellitische Höhenüberprüfungen.
Aufgrund der ausgeprägten Niedrigwas-
serperiode konnten in diesem Jahr nur
Messungen im NW- und MW-Bereich
durchgeführt werden (Abb. 9).
Abb. 9:
Niedrigwasserabfluss der Würschnitz
am Pegel Harthau
Mit der Beschaffung eines ADCP-Mess-
bootes RD-RiverPro für den FB 33 kön-
nen mit dieser Technik jetzt auch Durch-
flussmessungen bei Wasserständen im
Bereich zwischen 0,50 m bis 10 m aus-
geführt werden.
Neben der Durchflussermittlung mittels
mobiler Messtechnik und WQB verwen-
det der GB 3 bereits an mehreren Pe-
geln stationäre Messanlagen zur direk-
ten Durchfluss(Q-)messung. Nachdem
im vergangenen Jahr am Pegel Kössern
ein Radarsensor installiert wurde, er-
hielten im Jahr 2015 der Pegel Melpitz
am Schwarzen Graben („Jeschke-Pe-
gel“) und der Basis-Pegel Thekla an der
Parthe stationäre Q-Messanlagen.
Für die Pegelnullpunktbestimmung ver-
anlasste der FB 33 an allen Pegelanla-
gen in seinem Zuständigkeitsbereich
mittels Fein- bzw. Präzisionsnivellement
eine Überprüfung der höhenmäßigen
Anbindung der Messbolzen.
Grundwassermessnetz
Das landesweite Messnetz dient der
Überwachung des Grundwasserzustan-
des, des Wasserhaushaltes sowie deren
Trendentwicklung. Etwa 540 Messstel-
len dienen der Untersuchung der
Grundwasserbeschaffenheit.
Auch bei der Grundwasserbeobachtung
betreibt der GB 3 im Auftrag des LfULG
unterschiedliche Messnetze. Im Bereich
der „Messnetzgruppe Menge/Stand“
sind es die Messnetze „Menge/WRRL“
und „Hochwasser im Grundwasser“.
Hinzu kommen die „Messnetze zu Er-
mittlungszwecken“ sowie „Verdichtete
Messnetze in risikobehafteten Grund-
wasserkörpern“. Zum Bereich der
Messnetzgruppe „Beschaffenheit/chemi-
scher Zustand des Grundwassers“ zäh-
len das Messnetz „Überblicksweise
Überwachung“, das „Operative Mess-
netz zur Überwachung diffuser Quellen
und Stoffeinträge“, das Messnetz
„Braunkohlebergbau bedingte Belastun-
gen“, ein Messnetz zur „Operativen
Überwachung punktueller Belastungen“
und das „Ermittlungsmessnetz SchAVO“
(Messnetzkonzeption des LfULG, Stand
2015).
Abb. 10: Neu errichtete Grundwassermessstelle
Im Berichtszeitraum wurden durch die
Mitarbeiter des GB 3 an 1.106 Mess-
stellen 2.679 Grundwasserstandsmes-
sungen durchgeführt. Hinzu kommen die
Messungen der ehrenamtlichen Be-
obachter sowie Daten, die digital mittels
Datensammler erhoben werden. Parallel
dazu erfolgte an 561 Messstellen teils
2mal jährlich eine Grundwasserproben-
nahme (insgesamt 776 Probennahmen).

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| 15
Messnetz Bodenwasserhaushalt /
Bodenwasserbeschaffenheit, Teilbe-
reich Lysimeterstation Brandis und
Sondermessnetz Parthe
Bestandteil dieser Messnetze sind 21
Lysimeter mit natürlichen Ackerböden,
sieben Lysimeter mit Böden von Kippen
der ehemaligen Tagebaue Espenhain
und Witznitz sowie zwei Lysimeter im
Forst Naunhof. Ergänzend dazu werden
zwei bodenhydrologische Messplätze in
Brandis und Naunhof betrieben.
Abb. 11: Einzellysimeter mit Waage und Sicker-
wasserauslauf im Lysimeterkeller
Brandis
Neben verschiedenen Bewirtschaf-
tungsdaten werden täglich die Mess-
werte für Verdunstung, Sickerwasserbil-
dung und Bodenwasservorrat erhoben.
Die Sickerwassergüte wird monatlich
analysiert. Ergänzend dazu werden auf
den Lysimeterfeldern in Brandis und
Witznitz die Daten einer Klimastation
und im Einzugsgebiet der Parthe Was-
serhaushalts- und Beschaffenheitsdaten
(Sondermessnetz „Parthe“) erfasst. Be-
standteil des Sondermessnetzes sind
sowohl Niederschlags- als auch Grund-
und Oberflächenwassermessstellen.
Bodendauerbeobachtungsflächen
(BDF II) und bodenhydrologische
Messplätze
Im Jahr 2013 erfolgte die offizielle Über-
gabe des Betriebsdienstes von fünf
BDF II-Flächen mit jeweils einer Kli-
mastation und einer bodenhydrologi-
schen Messstation vom LfULG an den
GB 3. Die Messplätze werden zum Aus-
lesen der Klima- und Bodenfeuchteda-
ten, zur Entnahme von Bodenwasser
und zur Ermittlung der Deposition im
14tägigen Rhythmus befahren. Zusätz-
lich dazu betreibt der GB 3 bodenhy-
drologische Messplätze in Diehsa, der
Jahnaaue und in Schleinitz.
Ombrometermessnetz
Die 22 Stationen des landeseigenen
automatischen Niederschlagsmessnet-
zes (Ombrometermessnetz) werden
entsprechend ihrer territorialen Lage
betreut.
Nach dem Hochwasser im August 2010
kam es erneut zur Untersuchung des
Hochwassernachrichten- und –melde-
wesens. Im Ergebnis der Untersuchun-
gen wurde ein Frühwarnsystem für klei-
ne Einzugsgebiete gefordert, welches
u. a. eine Verdichtung des Ombrome-
termessnetzes vorsieht. Dazu wurde in
diesem Jahr mit dem Aufbau von
Ombrometer-Stationen in Hirschfeld und
Hartmannsdorf begonnen.
Agrarmeteorologisches Messnetz
(AMN)
Dieses Messnetz mit seinen 34 Statio-
nen liefert die meteorologischen Ein-
gangsdaten für Berechnungen von
Schaderregerprognosen, abgestimmt
auf die realen Anbaubedingungen. Von
11 weiteren Stationen externer Betreiber
werden nur Daten abgerufen. Der Da-
tenabruf erfolgt einmal täglich, wobei mit
der schrittweisen Umrüstung auf einen
moderneren Stationstyp eine stündliche
Bereitstellung der Daten möglich wird. In
diesem Berichtsjahr betraf die Umstel-
lung die fünf Stationen Christgrün, See-
litz, Königswartha (Abb. 12), Coswig und
Pommritz. Die Stationen Wurzen und
Pohritzsch erhielten eine komplett neue
messtechnische Ausrüstung.

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16 |
Abb. 12: Agrarmeteorologische Station
Königswartha nach Umrüstung
auf UK vario
Qualitätssicherung
Im Juni 2015 fand in allen Fachberei-
chen eine externe Fachbegutachtung
der akkreditierten Verfahren durch
die DAkkS statt. Der Begutachter lob-
te die beeindruckende technische
Ausrüstung der GW-Probenahme-
fahrzeuge und die hohe Qualität der
erfassten hydrologischen Parameter
(Wasserstand und Fließgeschwindig-
keit).
Am 23.06.2015 fand am Pegel
Zwickau-Pölbitz eine Vergleichsmes-
sung im Bereich Oberflächenwasser
statt, an der erstmalig externe Mess-
betriebe teilnahmen (Abb. 13). Auf
Einladung der BfUL schlossen sich
Messteilnehmer der ThLG Thüringen,
des LHW Sachsen-Anhalt und der
LTV Sachsen der Vergleichsmessung
an. Es hat sich gezeigt, dass ein Er-
fahrungsaustausch mit anderen
Messdiensten sehr wichtig ist. Daher
wird angestrebt, den „Vergleichs-
messtag“ in dieser Form in regelmä-
ßigen Abständen zu wiederholen.
Um den Mitarbeitern einen ständigen
Zugriff auf die aktuellen IMS-Doku-
mente auch im Außendienst zu er-
möglichen, wurden alle Fachbereiche
mit UMTS-fähigen Laptops ausge-
stattet.
Abb. 13: Vergleichsmessung am Pegel
Zwickau-Pölbitz (Zwickauer Mulde)
Die ermittelten Kennzahlen verdeutli-
chen auch für dieses Jahr eine über-
durchschnittlich hohe Datenverfügbar-
keit (Zielstellung ist 95 %):
DFÜ-OW-Pegel (99,9 %),
„Erfüllungsquote Grundwasserpro-
benahme“ (98,6 %),
Datenverfügbarkeit im Messnetz „HW
im GW“ (98,8 %),
Datenverfügbarkeit im agrarmeteoro-
logischen Messnetz (99,5 %) und
Datenverfügbarkeit Ombrometer-
Messnetz (99,4 %).
Aufgabenschwerpunkte 2015
Bau, Ausrüstung und Betrieb der
Oberflächenwasserpegel
Der Schwerpunkt der Arbeiten lag auch
im Berichtsjahr 2015 bei der fachtechni-
schen Begleitung der Pegelbaumaß-
nahmen im Rahmen des regulären Pe-
gelbauprogramms (a) und bei der Um-
setzung der Vorschläge der Experten-
kommission der Sächsischen Staats-
regierung (sog. „Jeschke-Kommission“)
nach dem Hochwasser 2010 in Bezug
auf den Bau von weiteren Pegeln, ein-
schließlich der Standortsuche (b).

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| 17
a) Am Pegel Johanngeorgenstadt 4
(Schwarzwasser) erfolgten umfang-
reiche Instandsetzungsmaßnahmen
einschließlich des Aufbaus einer
Berme (Abb. 14). Auch die Pegel
Görlitz (Lausitzer Neiße) (Abb. 15),
Pietzschwitz (Langes Wasser) und
Drehsa (Am Drehsaer Wasser) erfuh-
ren umfangreiche Sanierungen.
Desweiteren liefen die Planungsar-
beiten für sechs Pegel, deren Bau im
Jahr 2016 erfolgen soll.
b) Folgende, potentielle Pegelstandorte
wurden mit einer Compactstation
ausgerüstet: Pegel Werdau (Pleiße),
Pegel Röhrsdorf (Pleißenbach), Pe-
gel Schlößchen (Weissbach) und Pe-
gel Kleinvoigtsberg (Freiberger Mul-
de). Für sieben weitere geplante Pe-
gel konnte die Standortsuche abge-
schlossen und mit den Voruntersu-
chungen für den eigentlichen Pegel-
bau begonnen werden. Dazu erfolgte
die Installation von Datensammlern,
teilweise mit Datenfernübertragung.
Für zwei Pegel begann die Baupla-
nung.
Abb. 14: Neu errichtete Berme am Pegel Jo-
hanngeorgenstadt 4 (Schwarzwasser)
Abb. 15: Pegel Görlitz (Lausitzer Neiße) vor und
nach der Sanierung
Im Zuge des Ersatzneubaus der
Pegelanlage Tauchritz an der Lausitzer
Neiße wurde eine elektrische
Seilkrananlage mit hydraulischer
Seilspannung installiert. Mit dieser
Anlage können nunmehr
Durchflussmessungen über die gesamte
Profilbreite des Gewässers erfolgen. Die
Spannweite beträgt 45 m. Windenstütze
und sämtliche Bedienelemente sind im
Pegelhaus montiert, so dass eine si-
chere Beobachtung des Gewässers
während der Messungen, insbesondere
bei Hochwasser, möglich ist. Die Seil-
krananlage ist für den Einsatz eines 100
kg Belastungsgewichts für den Messflü-
gel ausgelegt.

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18 |
Am 22.07.2015 filmte ein Team des
MDR-Sachsenspiegel die Q-Messungen
am neuen Pegel Lauenstein 4 an der
Müglitz (Abb. 16). Der Bericht wurde am
darauf folgenden Tag im MDR-Fernse-
hen gezeigt.
Abb. 16: Team des MDR- Sachsenspiegel am
Pegel Lauenstein 4
In Zusammenarbeit mit der Stadt Rade-
burg und einem Großenhainer Graffiti-
Künstler wurde die alte Fassade des
Pegels Radeburg 3 an der Pommritz
von Großenhainer Schülern neu gestal-
tet (Abb. 17). Die ungewöhnliche Ge-
staltung fand in Presse und Öffentlich-
keit ein positives Echo.
Abb. 17: Von Großenhainer Schülern gestaltete
Fassade Pegel Radeburg 3 (Pommritz)
Rekonstruktion des Grundwasser-
standsmessnetzes
In diesem Berichtsjahr wurden an 60
Messstellen geophysikalische Untersu-
chungen durchgeführt. Daraus und aus
Untersuchungen der Vorjahre resultierte
wiederum ein erheblicher Sanierungs-
und Neubaubedarf. So erfolgten 2015
Instandhaltungsmaßnahmen an insge-
samt 55 Messstellen, sowie an den
Messstellen Lauterbach (Abb. 18) und
Niederlichtenau eine Komplettsanierung.
22 Messstellen wurden im Zuge der In-
standhaltungsmaßnahmen gereinigt,
eine weitere Messstelle mit Datenfern-
übertragung und drei mit Datensamm-
lern ausgerüstet. Vollständig neu er-
richtet wurden 10 Messstellen.
Abb. 18: Komplett sanierte Grundwassermess-
stelle Lauterbach
Im Zuge einer angrenzenden Straßen-
ausbaumaßnahme musste im Raum
Aue eine umfangreiche bauliche Anpas-
sung der Quelle Oberpfannenstiel vor-
genommen werden.
Im FB 33 erhielt das Grundwasserpro-
benahmefahrzeug eine neue digitale
Messtechnik einschließlich einer ver-
besserten Software für die Online-Auf-
zeichnungen während des Abpumpvor-
ganges.

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| 19
Ein Kfz-Anhänger wurde so konzipiert,
dass die zur Grundwasserprobenahme
erforderliche Messtechnik sicherer
transportiert und vor Ort besser ge-
handhabt werden kann (Ausrollen von
Kabel und Wasserschläuchen, Handha-
bung des Stromaggregates).
Das LfULG organisierte für den Zeit-
raum 05.-16.10.2015 eine sachsenweite
Stichtagsmessung, bei der erstmals in-
nerhalb von 14 Tagen an über 3.000
Messstellen der Grundwasserstand er-
fasst wurde. Der GB 3 beteiligte sich mit
252 Messungen durch die Mitarbeiter
der Fachbereiche sowie durch Be-
reitstellung der Messwerte, die von eh-
renamtlichen Beobachtern oder mittels
Datensammlern turnusmäßig erhoben
werden. Da der Messzeitraum in eine
Niedrigwasserperiode fiel und das
Grundwasser jährlichen Schwankungen
unterliegt, ist für das Frühjahr 2016 eine
zweite Stichtagsmessung geplant.
Am 18.06.2015 besuchten zwei Mitar-
beiter des Geologischen Dienstes von
Namibia im Rahmen einer Kooperation
mit einer sächsischen Firma das LfULG
und den GB 3 der BfUL in Radebeul-
Wahnsdorf. Auf Wunsch der Gäste wur-
de die Messtechnik zur Grundwasser-
probenahme ausführlich erläutert und
eine Grundwasserprobennahme vorge-
führt (Abb. 19). Die Gäste zeigten gro-
ßes Interesse, fachlichen Sachverstand
und nahmen, nach eigenem Bekunden,
viele Eindrücke und praktische Tipps mit
in ihre Heimat.
Abb. 19: Grundwasserprobennahme mit Gästen
aus Namibia
Ersatzneubau BDF-II-Messtelle in Köl-
litzsch
Nachdem das Hochwasser der Mulde im
Juni 2013 den Messplatz Colditz voll-
ständig zerstörte, musste für den Er-
satzneubau ein Standort mit vergleich-
baren bodenhydrologischen Eigen-
schaften gefunden werden. Die Wahl
des LfULG fiel auf eine Fläche im Be-
reich der Flussaue der Elbe im Ver-
suchsgut Köllitsch. Der Aufbau der neu-
en Station konnte durch den FB 34 bis
zum Jahresende realisiert werden. Der-
zeit läuft der Messplatz im Probebetrieb,
der voraussichtlich im Frühjahr 2016
seinen Abschluss findet. Dann kann der
Schurf (Abb. 20) geschlossen werden.
Nach einem Blitzeinschlag ist an der
Station Schmorren der Austausch aller
Sonden erforderlich. Die Vorbereitungen
dazu liefen ebenfalls im Jahr 2015 im
FB 34.
Abb. 20: Stationsgebäude und offener Schurf
mit Sonden auf der neu errichteten
BDF II-Fläche Köllitzsch
An den bodenhydrologischen Messplät-
zen Diehsa, Jahnaaue und Schleinitz
erfolgten Wartungsarbeiten und der
Tausch von Saugkerzen und Boden-
feuchtesonden durch eine Fachfirma.

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20 |
Lysimeterstation Brandis
Die diesjährige Ackerfrucht auf den Ly-
simetern und dem umliegenden Feld
war Winterweizen der Sorte Akteur. Die
Aussaat erfolgte am 14.10.2014. Aus-
bleibende Niederschläge führten im Zeit-
raum von Juli bis Dezember 2014 zu
einer überdurchschnittlich hohen Inan-
spruchnahme der Bodenwasservorräte,
die selbst die leicht überdurchschnittli-
chen Niederschläge im Dezember 2014
und Januar 2015 nicht wieder auffüllen
konnten. So entfiel die Grundwasser-
neubildung unter Geschiebelehmböden
auch im Winter 2014/15 wieder vollstän-
dig (Abb. 21).
Die Vegetationsruhe setzte am 30.11.
2014 ein, wurde aber mehrfach von Ve-
getationstagen (Tagesmitteltemperatur
> 5 °C) unterbrochen. Im Frühjahr 2015
zögerten kühle Nachttemperaturen den
Vegetationsbeginn noch bis zum 28.03.
hinaus.
Ein außergewöhnlich hohes Nieder-
schlagsdefizit bei gleichzeitig hohem
Wasserbedarf der Pflanzen, führte von
Februar bis einschließlich Mai zu einem
Bodenwasserdefizit von maximal 160
mm. Normal ist auf diesem Standort
eine Ausschöpfung von 100 mm.
Während der extremen Frühjahrstro-
ckenheit trat der Einfluss von Stand-
orteigenschaften, vor allem der Boden-
wasserspeicher, auf die Bestandsent-
wicklung sehr deutlich zutage (hier nicht
dargestellt). Auf den flachgründigen
Sandböden mit geringer Wasserspei-
cherkapazität zeigte der Weizenbestand
bereits im Mai erhebliche Trockenschä-
den, schon im Juni kam es zur Notreife.
Den Pflanzen fehlte nicht nur Wasser,
auch der wasserlösliche mineralische
Dünger konnte die Pflanzenwurzeln
nicht erreichen. Auf den ertragreichen
tiefgründigen Lößböden mit großem
Wasserspeicher entwickelte sich der
Winterweizen trotz fehlender Nieder-
schläge dagegen gut.
Erst die Niederschläge im Juli und Au-
gust beendeten die extreme landwirt-
schaftliche Dürre und führten vielerorts
zu einer Erholung der Bestände. Letzt-
lich wurde, trotz der ungünstigen Witte-
rung, standortabhängig eine mittlere bis
gute Getreideernte eingebracht.
Abb. 21: Wasserhaushaltsgrößen (Monatswerte) am Beispiel eines Braunerde-Pseudogley am
Standort Brandis (angebaute Fruchtarten 2013-2015: Winterweizen, Ölrettich als Zwischen-
frucht, Mais, Winterweizen)

| 21
Nach der Ernte wurden die Lysimeter
und das Feld umgebrochen, der Stroh-
rest in den Boden eingearbeitet und am
27.08.2015 Winterraps der Sorte „DK
Eximus“ ausgesät, dessen Auflaufen
neun Tage später beobachtet werden
konnte. Bis zum Jahresende 2015 trat
praktisch keine Wachstumspause ein.
Auf Grund der anhaltend hohen Tempe-
raturen waren die Monatswerte der rea-
len Verdunstung im November und De-
zember nahezu doppelt so hoch wie das
langjährige Mittel. Ende Dezember 2015
war das Bodenwasserdefizit bei den Ge-
schiebelehmböden nahezu wieder auf-
gefüllt, auf Standorten mit tiefgründigem
Löß bestand dagegen am Jahresende
noch ein Bodenwasserdefizit von mehr
als 100 mm.

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22 |
5.4 Geschäftsbereich 4 - Messnetzbetrieb Luft
Aufgaben und Struktur
Der Geschäftsbereich Messnetzbetrieb
Luft ist als Dienstleister für das LfULG
und das SMUL tätig und ermittelt in de-
ren Auftrag Daten zur Luftgütequalität
und zur Abgabe von Stoffen aus Abgas-
quellen in die Luft. Dafür stellen wir die
entsprechende Gerätetechnik, Ar-
beitsumgebung und Infrastruktur mit
hoher Fachkompetenz zur Verfügung.
Routineaufgaben 2015
Die Aufgabenstellungen und zugehörige
Ausstattung des stationären Immis-
sionsnetzes sind in der nachfolgenden
Tabelle zusammengefasst.
Neben den Routineaufgaben auf der
Grundlage der vorgestellten Leistungen
sowie der technischen und infrastruktu-
rellen Ausstattungsmerkmale übernimmt
der Geschäftsbereich 4 auf verschiede-
nen Gebieten weitere Anstrengungen,
um Sonderaufgaben zu realisieren, die
Qualität der eingesetzten Verfahren zu
verbessern, neue Verfahren zu erproben
und einzuführen, die Basis für zukünftige
Anforderungen zu sichern.
Abb. 22: Messstationen des stationären Immissionsmessnetzes

| 23
Tab. 3: Messgrößen und Spezifikationen des Immissionsmessnetzes
Für die in der Tabelle grün hinterlegten Methoden ist die BfUL akkreditiert.
Station
DM
Messgröße*
SO
2
NO
x
O
3
B PM
10
PM
10
PM
2,5
Ruß
PAK B/W
Spezifikation
TEOM HVS HVS
Pb Cd As Ni Cr
Klingenthal
Plauen-Süd
Plauen DWD
W
Zwickau
B
Glauchau
B
Annaberg-Buchholz
Marienberg
W
Chemnitz-Mitte
B
Chemnitz-Leipz. Str.
Chemnitz DWD
W
Freiberg
B
Fichtelberg
Carlsfeld
W
Schwartenberg
Dresden-Winckelm.
B
Dresden-Nord
B
Dresden-Bergstr.
Zittau-Ost
B
Görlitz
B
Görlitz DWD
W
Niesky
Radebeul-Wahnsd.
B, W
Bautzen
Mittelndorf
W
Zinnwald
B, W
Leipzig-Mitte
B
Leipzig-West
B
Leipzig-Lützner Str.
Leipzig-Thekla
Schkeuditz
Schkeuditz DWD
W
Borna
B
Oschatz DWD
W
Collmberg
Brockau
D= Deposition, M = Meteorologie, W= w etonly Sammler, B = Bergerhoffgerät
TEOM = Staub-Automat, HVS= diskontin. PM
10
-Probenahme, PAK = plyzyklische aromatrische Kohlenw assw erstoffe,
Gase & Dämpfe
Schwebstaub
Inhaltsstoffe im PM
10
Schwermetalle
* SO
2
= Schwefeldioxid, NO
x
= Stickstoffoxide, O
3
= Ozon, B = Benzol, PM
10
= Feinstaub < 10 μm, PM
2,5
= Feinstaub < 2,5 μm,

24 |
Tab. 4: Emissionsmessungen durch den Fachbereich 42
Messobjekt
Bezeichnung, Norm bzw. Richtlinie
Fremdlabor
staubförmige Stoffe (Gesamtstaub, Feinstaub,
partikelförmige und filtergängige Stoffe)
Gesamtstaub
Gravimetrie; VDI 2066/1; DIN EN 13284-1
Schwermetalle (partikelförmig und filtergängig)
Gravimetrie, Absorption, AAS, ICP; DIN EN
14385, VDI 3868/1, 2268/1-4
x
Quecksilber
Absorption AAS; DIN EN 13211
x
Asbest/ künstliche Mineralfasern
REM; VDI 3861/ 2
x
Bioaerosole
VDI 4257 Bl. 1-2
Gerüche
Olfaktometrie; VDI 3881/1-4, DIN EN 13725
x
gas- und aerosolförmige anorganische Stoffe
Schwefeldioxid
UV-Analysator
Schwefeloxide
Absorption, IC; DIN EN 14791
x
Kohlenmonoxid
IR-Analysator, DIN EN 15058
Stickstoffmonoxid
IR-Analysator, DIN EN 14792
Stickstoffdioxid
UV-Analysator
Kohlendioxid
IR-Analysator
Sauerstoff
Paramagnetisch, DIN EN 14789
Fluorwasserstoff
Absorption, IC; VDI 2452/1
x
Chlorwasserstoff
Absorption, IC; DIN EN 1911
x
Ammoniak Absorption, VDI 2461/1+2 x
basische Stickstoffverbindungen
Absorption, VDI 3496/1+2
x
Schwefelwasserstoff V 3486/1+2 x
Cyanwasserstoff, Cyanide
Absorption, Photometrie; VDI 2452/1
x
gas- und aerosolförmige organische Stoffe
Ges-C - mit und ohne Methan
FID; DIN EN 12619, VDI 3481/3+4
aliphatische Kohlenwasserstoffe
Adsorption, GC; VDI 2457/1
x
aromatische Kohlenwasserstoffe
Adsorption, GC; VDI 2457/1
x
Amine
Ad-/ Absorption, GC; VDI 2467/2
x
Phenole
Ad-/ Absorption, GC, IC; VDI 3485/1, 2457/4
x
Formaldehyd, Aldehyde
FTIR, Ad-/ Absorption, VDI 3862/3
x
PAK
Ad-/ Absorption, DIN ISO 12884
x
PCDD/F
Ad-/ Absorption, HR/LRMS; DIN EN 1948
x
Alle beschriebenen Leistungen gehen aus den Anforderungen in den Fachaufsichtspa-
pieren des LfULG hervor. Eine Anpassung erfolgt im Rahmen der jährlichen Arbeit an
Schwerpunktthemen und neuen Aufgabenstellungen.

| 25
Aufgabenschwerpunkte 2015
Im Jahr 2015 stellte die Bestimmung
geruchsintensiver Mercaptane in der
Station am Schwartenberg ein Schwer-
punktthema dar. Verstärkt durch eine
Projektstelle, die durch das Bundesmi-
nisterium für Umwelt, Naturschutz, Bau
und Reaktorsicherheit gefördert wurde,
erfolgte die gezielte Entwicklung von
Probenahme- und Analysenmethoden
zur Sammlung und Analyse von Luft-
proben mit dem Ziel, in diesen geruchs-
intensive Mercaptane und andere
schwefelorganische Verbindungen zu
bestimmen. Auf diese Weise sollte ab-
geklärt werden, ob die vielen Beschwer-
den über Geruchsbelästigungen und
Gesundheitsbeschwerden ursächlich mit
den genannten Verbindungen in Zu-
sammenhang stehen. Für das Projekt
gab es eine enge Zusammenarbeit zwi-
schen dem GB 4 und dem GB 6, die es
erst ermöglicht hat, die analytischen
Arbeiten in der erforderlichen Ar-
beitsumgebung und Infrastruktur durch-
zuführen.
Die Anrufregistrierung der Beschwerden
aus dem Erzgebirgskreis beim LfULG
umfasst für das Jahr 2015 831 Be-
schwerden, die sich auf 92 Tage mit
mindestens 3 und auf 28 Tage mit min-
destens 10 Beschwerdeführern vertei-
len. Damit war in 2015 jeder dritte Tag
ein Beschwerdetag. Die Geruchsstun-
denhäufigkeit liegt vereinfacht kalkuliert
bei etwa 30 %.
Die Untersuchungen mit erweitertem
Messprogramm für Mercaptane, Sulfide
und Disulfide starteten am 01.09.2015.
Sie erstreckten sich auf das gesamte IV.
Quartal 2015. Die Tab. 5 zeigt die Be-
schwerdestunden abhängig von der An-
zahl der Beschwerdeführer. Die An-
gaben sind in Stunden bzw. dem pro-
zentualen Stundenanteil an den Ge-
samtstunden dargestellt. Durch den Be-
zug auf die Stunden des Tages ist der
abgeleitete Stundenanteil verlässlicher
ermittelt als für die Angaben weiter
oben, das ganze Jahr und die Ge-
ruchstage betreffend.
Häufigkeit
Kriterium
Stundenzahl
Stundenanteil
Quartal
ohne
Beschwerden = 0
1.083 69,6 %
selten
≤ 10 Beschwerden
359
23,1 %
mittel
> 10; < 20 Beschwerden
60
3,9 %
stark
> 20; < 50 Beschwerden
14
1,0 %
sehr stark
> 50 Beschwerden
41
2,6 %
Gesamtstunden mit Be-
schwerde
474 30,4 %
Gesamtstunden
1.557 100 %
Tab. 5: Häufigkeit von Beschwerden im IV. Quartal 2015

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26 |
Im Vergleich zum Gesamtjahr 2015
zeigt das IV. Quartal damit ähnliche
Merkmale bezüglich der Häufigkeit von
Beschwerden bzw. Geruchsstunden und
liefert einen Stundenanteil von 30,4 %.
Im Rückblick auf die vorangegangenen
Jahre 2013 und 2014 ordnet sich 2015
bezüglich der Beschwerden wie folgt
ein:
Tab. 6: Beschwerdeanteile 2013- 2015
Kalenderjahr
Beschwerdetage Beschwerdeanteil Monat des Beschwerdemaximums
2013
54
14,8 %
11/2013 (120 Beschwerden)
2014
134
36,7 %
11/2014 (450 Beschwerden)
2015
120
32,9 %
12/2015 (180 Beschwerden)
Zur Repräsentativität der Beschwer-
desituation des Untersuchungszeit-
raums kann man anhand der Zahlen
einschätzen, dass es im Vergleich zum
Vorjahr ähnlich viele Beschwerden ge-
geben hat und sich diese beiden Jahre
deutlich von 2013 abheben, wo nur etwa
der halbe Anteil verzeichnet wurde.
Der in 2014 gefundene, sehr rapide An-
stieg von Beschwerden im November ist
2015 auf Dezember verschoben und mit
180 Beschwerden deutlich geringer
ausgefallen. Die nachfolgende Abbil-
dung zeigt den Verlauf des Beschwer-
deaufkommens im IV. Quartal 2015 in
Form einer Zeitreihe. In Abb. 25 sind
drei Stark-Ereignisse mit einem Auf-
kommen von über 20 Beschwerden pro
Stunde erkennbar. Die jeweils zu be-
rücksichtigenden Beschwerdestunden
sind an der Y-Achse (Beschwerden)
ablesbar. Die Zahlen beziehen sich auf
Stunde MEZ des Datums an der X-
Achse.
Abb. 23: Zeitreihenanalyse Beschwerdestunden IV. Quartal

| 27
Der Zusammenhang zwischen Be-
schwerde und Luftzustand ist von be-
sonderer Bedeutung und wurde aus-
führlich untersucht. Die Ergebnisse wur-
den in einem ersten Bericht zusammen-
gefasst und den Bürgern aus der Region
Seiffen sowie den Medien am
18.03.2016 vorgestellt. Im Internet ist er
unter
www.luft.sachsen.de
abrufbar.
In einem zweiten Abschnitt der Untersu-
chung von Februar bis April 2016 kann
der Erkenntnisstand verbessert werden,
wenn es Starkereignisse für die Be-
schwerden gibt und in deren Zeitfens-
tern ein unabhängiges Zweitverfahren
zur Verfügung steht, das die exakte
stoffliche Zuordnung zu den gesuchten
Mercaptanen, Sulfiden und Disulfiden
ermöglicht. Zwei Lösungen dazu sind in
Vorbereitung.

28 |
5.5 Geschäftsbereich 5 – Labore Umwelt
Aufgaben und Struktur
Der Geschäftsbereich 5 „Labore Um-
welt“ erhebt die für die Umweltüberwa-
chung erforderlichen chemischen, phy-
sikalischen und biologischen Daten und
stellt diese grundsätzlich dem LfULG zur
Verfügung. 86 Mitarbeiter sind im
Zentrallabor Nossen, den Gewässergü-
telaboren in Chemnitz, Bad Düben und
Görlitz sowie der Vogelschutzwarte Ne-
schwitz beschäftigt. Die Untersuchung
der sächsischen Standgewässer erfolgt
durch eine fachbereichsübergreifende
Projektgruppe Standgewässer.
Routineaufgaben 2015
Die Arbeiten konzentrierten sich 2015
auf die Datenerhebung im Rahmen der
überblicksmäßigen und operativen
Überwachung nach EU-WRRL, das
FFH- und SPA-Monitoring sowie die
Bearbeitung von Bodenproben für die
Generallegende. Des Weiteren war die
Übernahme der Analytik des Luftmess-
netzes vorzubereiten. Dies beinhaltete
organisatorische und vor allem methodi-
sche Arbeiten. Trotzdem konnten wie in
den Vorjahren die Aufträge des LfULG
durch den GB 5 erfüllt werden.
Allgemeine Wasseranalytik
Analyse der Hauptinhaltsstoffe, Verun-
reinigungen und Nebenbestandteile so-
wie der wichtigsten Summen- und Ein-
zelparameter:
Mit 522 meldepflichtigen Schwellenwert-
überschreitungen kam es gegenüber
2014 (486) zu einer leichten Steigerung.
Hintergrund dieser Zunahme ist u. a. die
Ausrichtung der Messnetze auf kleinere
Gewässer mit starker landwirtschaftli-
cher Nutzung im Einzugsgebiet sowie
Belastungsschwerpunkte des bisherigen
Monitorings. So ging es bei mehr als
einem Viertel der Überschreitungen um
Ammonium-Stickstoff und Gesamt-
Phosphor.
Mehrfach erfolgte eine Alarmauslösung
über den internationalen Warnplan
„SOS-Elbe“, wobei durch die tschechi-
schen Kollegen stets mitgeteilt wurde,
dass aufgrund getroffener Maßnahmen
oder Geringfügigkeit der Kontamination
keine Auswirkungen für Sachsen zu
erwarten sind. Diese Einschätzungen
können durch die Biotests und physiko-
chemischen Messsysteme der Gewäs-
sergütemessstation Schmilka indirekt
bestätigt werden, da während dieser
gemeldeten Ereignisse keine Auffällig-
keiten festgestellt wurden.
Proben
Anzahl
Bemerkung
Wasserproben
insgesamt
9.148
Fließgewässer
6.230
Wochenmisch-
proben
268 aus 5 Gewässergü-
temessstationen
Grundwasser
977
Standgewässer
282 mit chemischen Un-
tersuchungen
Sonstige
727 BDF, IAA, Sonder-
proben
Sedimente
557 TOC, AOX
Standgewässer
(Tiefenprofil)
8.069 Sondenparameter

image
| 29
Erstmals seit mehreren Jahren löste
Sachsen auf Grund einer Havarie in der
Sebnitz „SOS-Elbe“ aus. Zur Beurteilung
der Kontamination und dem schrittwei-
sen Abklingen der Umweltbelastung
wurden über mehrere Wochen Sonder-
proben in der Sebnitz und dem Mün-
dungsbereich in der Elbe genommen
und analysiert.
Im Zeitraum März bis Mai wurden in
Elbe und Vereinigter Mulde deutliche
Tagesgänge bei pH-Werten inklusive
des Überschreitens des Schwellenwerts
von 9 registriert. Die Amplitude reichte
im Tagesgang bis zu 0,8 pH-Einheiten.
Zu Überschreitungen des Schwellen-
werts der Trübung kam es an den
Messstationen nach Starknieder-
schlagsereignissen in den Einzugsge-
bieten von Elbe und Lausitzer Neiße.
In
der Pleiße (Sonde Böhlen) wurden
mehrfach Überschreitungen des
Schwellenwertes der Leitfähigkeit fest-
gestellt. Ursache war hier das Abschla-
gen von Bergbauwässern.
Durch die Projektgruppe Standgewässer
erfolgte 2015 die Untersuchung von
Standgewässern nach EU-WRRL und
EU-Badegewässerverordnung. Dabei
wurden auch umfangreiche methodische
Untersuchungen zur Klärung der Ursa-
chen von Makrophytenverödungen in
einigen untersuchten Gewässern vorge-
nommen. Diese erfolgreichen Arbeiten
werden 2016 verfeinert und fortgesetzt.
Vertreter der Projektgruppe leisteten
einen wesentlichen Beitrag zur Normung
mehrerer Methoden (abgeschlossen
DIN ISO16695 (Biovolumen) und DIN
ISO 16698 (Probenahme Phytoplankton
Fließ- und Standgewässer), Weißdruck
LAWA-Merkblatt Probenahme in Seen,
Entwurf-ISO: Sichttiefe).
In Bezug auf das Qualitätsmanagement
wurden Vergleichsmessungen u. a. mit
der BTU Cottbus vorgenommen.
Abb. 24: Entwicklung Probendurchsatz Allgemeine Wasseranalytik
0
2500
5000
7500
10000
2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015
Sonstige
GW
OW

30 |
Spezielle Wasseranalytik
Analyse organischer Spurenstoffe sowie
der Konzentrationen von im Wasser
gelöst oder partikulär vorliegenden Ka-
tionen und Schwermetalle:
Die durchschnittliche Probenzahl im
Bereich der Organik lag bei 341 pro Mo-
nat und damit erneut über dem Niveau
des Vorjahres (311). Die Zahl der an
diesen Proben analysierten Einzelpara-
meter ist mit 830895 gegenüber dem
Vorjahr deutlich gestiegen (siehe Abb.
25).
296000
415000
536000
592000
537000
589000
675000
731000
754806
755477
830895
0
100000
200000
300000
400000
500000
600000
700000
800000
900000
2005
2006
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
Anzahl Einzelparameter Organik
Abb. 25: Ermittelte Einzelparameter Organik 2005-2015
Der Bereich Metallanalytik lag mit 541
Proben im Monat wieder im üblichen
Bereich.
Die Gesamtanzahl der im Fachbereich
ermittelten Einzelparameter (Organik
und Metalle) liegt inzwischen bei deut-
lich über 1 Mio. (siehe Abb. 26). Neben
der gestiegenen Probenanzahl ist vor
allem die Aufnahme zahlreicher neuer
Einzelparameter (Pharmawirkstoffe,
PSM) in das Messprogramm dafür ver-
antwortlich.
0
200000
400000
600000
800000
1000000
1200000
804000
881000
933000
952000
1012545
975039
1103062
2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015
Abb. 26: Ermittelte Einzelparameter FB 52
2009-2015

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image
| 31
Der Fachbereich Spezielle Wasserana-
lytik arbeitete methodisch wieder an der
weiteren Anpassung des Parameter-
und Methodenspektrums an die Anfor-
derungen der EU-Wasserrahmenrichtli-
nie. 15 neue Organikparameter wurden
in bestehende Methoden integriert bzw.
es wurden neue Methoden erarbeitet (z.
B. eine Methode zur Bestimmung von β-
Lactam-Antibiotika mittels LC/MS/MS).
Darüber hinaus wurden zahlreiche Be-
stimmungsgrenzen an die gestiegenen
Anforderungen angepasst.
Das ICP/MS zur Analyse von Schwer-
metallen wurde durch ein modernes
System ersetzt (Abb. 27).
Abb. 27: ICP-Massenspektrometer
Gewässerökologie
An Fließgewässern wurden an 187
Messstellen Makrozoobenthosuntersu-
chungen durchgeführt (AQEM-Methode
und Bewertung) und an 159 Messstellen
benthische Diatomeen und andere Al-
gen sowie Makrophyten erfasst (davon
86 Vergaben an Dritte).
Das Messprogramm für Phytoplankton
in Fließgewässern umfasste im Jahr
2015 120 Proben an 15 Messstellen in
acht Flüssen.
Daneben wurden 35 Dia-
tomeenpräparate von fünf Messstellen
unterschiedlicher Gewässer angefertigt.
Die Auswertung dieser Präparate soll
zusätzliche Informationen für die ge-
genwärtige Überarbeitung der Indi-
katortaxa für Fließgewässer liefern und
darüber hinaus zeigen, ob es sinnvoll
und praktikabel ist, die planktischen Dia-
tomeen standardmäßig in die Bewertung
der Fließgewässer einzubeziehen. Die-
se Analysen werden durch 225 fluo-
rometrische und 120 nasschemische
Chlorophyllbestimmungen ergänzt.
Als
Besonderheit im Jahr 2015 ist der un-
gewöhnliche Rückgang der Chlorophyll-
Konzentration und der Phytoplankton-
biomasse in der Elbe im Sommer zu er-
wähnen. In Schmilka begann dies im
Juli mit Chlorophyllwerten von 3,6 μg/l,
die im Verlauf auf 1,3 μg/l sanken und
sich danach nicht wieder erholten. Als
Ursache kommt möglicherweise eine
hohe PCB-Belastung der Elbe in Kom-
bination mit Niedrigwasser in Frage.
Die Erfassung und Bewertung dreier
Oberflächenwasserkörper der Elbe er-
folgte anhand der PTI-Methode.
12 Fließgewässeruntersuchungen (Sa-
probieindex) fanden in FFH-Gebieten
des Elbtals sowie an Badegewässerzu-
läufen und in Ortschaften statt.
Im Rahmen des Monitorings an versau-
erten Bächen des Erzgebirges wurden
in 12 Gewässern das Arteninventar
quantitativ erfasst und die daraus resul-
tierenden Säurezustandsklassen be-
rechnet.
Abb. 28: Die 1999 noch als „Ausgestorben oder
verschollen“ eingestufte Steinfliegenart
Brachyptera braueri, welche aktuell in
allen größeren Flüssen Sachsen zu
finden ist (Foto: B. Plesky, LfULG,
2015)
Seit nunmehr 25 Jahren werden inner-
halb des internationalen ECE Versaue-
rungsmonitorings durch Schwefeldioxid-
Immissionen stark versauerte Fließge-
wässer biologisch und chemisch unter-
sucht. In den letzten 15 Jahren haben
sich diese höher gelegenen erzgebirgi-
schen Gewässerabschnitte erheblich
erholt, insbesondere was die Zunahme
des ehemals ausgedünnten aquatischen
Arteninventares betrifft. Detaillierte
Auswertungen und Langzeittrends von
relevanten biologischen und chemi-
schen Parametern wurden auf der 9.

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32 |
ACID RAIN Conference in Rochester,
USA dem Fachpublikum vorgestellt.
An 19 Standgewässern mit 21 Mess-
stellen wurden insgesamt 160 Phyto-
planktonproben untersucht, 144 davon
nach WRRL, 16 nach Badegewässer-
RL. Außerdem wurden 63 Diatomeen-
präparate hergestellt und 102 Pico-
planktonproben ausgewertet. Zusätzlich
erfolgte die Bearbeitung von 165 nass-
chemischen und 361 fluorimetrischen
Chlorophyllproben.
An verschiedenen Standgewässern
wurde neben dem routinemäßigen Mo-
nitoring nach EU-WRRL 2015 wieder
eine Ursachenforschung hinsichtlich des
Ausbleibens von Wasserpflanzen (sog.
Makrophytenverödung) durchgeführt.
Hierfür wurden an drei Standgewässern
Käfige (Exclosures) ausgebracht, um die
Auswirkungen von großen Fischen
(Karpfen und Graskarpfen) auf den
Pflanzenbestand ausschließen zu kön-
nen. An allen Gewässern stellte sich
dabei ein mehr oder weniger großer
Einfluss der Fische auf den Pflanzenbe-
stand heraus.
Abb. 29: Fund des seltenen Blattkäfers
Macroplea appendiculata
im Schladit-
zer See (Foto: H. Meinelschmidt)
An 11 Fließgewässermessstellen wur-
den zur Charakterisierung der normalen
mikrobiellen Belastung großer Flüsse
bakteriologische Analysen vorgenom-
men, insgesamt jeweils 107 Bestim-
mungen von Koloniezahl, E. coli und
Coliformen Bakterien sowie 88 Entero-
kokken-Bestimmungen. An 20 Fließge-
wässermessstellen wurde insgesamt
158mal die Giftigkeit gegen Leuchtbak-
terien und Daphnien bestimmt, darunter
waren einige Havarieproben (Sebnitz,
Lachsbach, Polenz, Oelsabach). Es
konnte jedoch in allen Fällen das erfreu-
liche Ergebnis gemeldet werden, dass
keine toxischen Beeinträchtigungen
nachgewiesen wurden.
Wie in den Vorjahren lag der Schwer-
punkt bei der Untersuchung des Grund-
wassers. Proben aus 296 Grundwas-
sermessstellen wurden zur Charakteri-
sierung der Messstellen bezüglich des
Einflusses von Oberflächenwasser mi-
krobiologisch untersucht.
Bodenanalytik
Im Bereich der Feststoffuntersuchungen
wurden durch den Fachbereich Bo-
denanalytik 2015 folgende Probenum-
fänge bearbeitet:
Proben
Anzahl
Bemerkung
Aufbereitung
Analysenfein
1.758
Stechzylinder
872
Kornverteilung
1.365
Bodenchemie
komplett
1.554 pH, C, N, KAK,
Nährstoffe, oxalat
und dith.
Elementtotal-
gehalte
1.321
Königswasser-
extrakt
2.093
Ammonium-
nitratextrakt
1.679
Sedimente
496 Schwermetalle und
Organik
BDF
544 Bodenwasser und
Deposition

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image
| 33
Die erzielten Analysenzahlen der Bo-
denproben mit komplettem Untersu-
chungsprogramm lagen auf dem hohen
Niveau des Vorjahres. Gleichzeitig ist es
gelungen, parallel dazu die Probenzah-
len bei planmäßigen Sedimenten und
Stechzylindern aufrecht zu erhalten,
eine große Zahl Schwebstoffsonderpro-
ben auf Grund der erhöhten PCB-Ge-
halte in der Elbe (s. u.) mit höchster Pri-
orität zu untersuchen, neue Methoden
zur Bestimmung organischer Schad-
stoffe in Fischen einzuarbeiten und am
Jahresende an 28 Proben anzuwenden
und vor allem die Übernahme der Ana-
lytik Luftmessnetz vorzubereiten (s. u.).
Analytik Luftmessnetz
Ab 01.01.2016 übernimmt der GB 5 die
bisher an Dritte vergebene Analytik für
das Luftmessnetz. Dazu gehören Unter-
suchungen an Schwebstaub (Filter:
Schwermetalle, PAK, Ruß), Staubnie-
derschlag (Bergerhoff: Masse, Schwer-
metalle) sowie der Nassen Deposition.
In Vorbereitung erfolgte die Neuinvesti-
tion in ein Ionenchromatografiesystem
zur Bestimmung der Kationen und Anio-
nen im sehr niedrigen Bereich (Abb. 30)
sowie die Umrüstung eines ehemaligen
Titrationssystems zur Serenbestimmung
von pH-Werten und der elektrischen
Leitfähigkeit in ionenarmen Wässern.
Nach methodischen Arbeiten und Einar-
beitung der Mitarbeiterinnen konnte im
Dezember die Messbereitschaft der
Analysengeräte hergestellt werden.
Abb. 30: Ionenchromatograph zur Bestimmung
von Anionen und Kationen in Proben
der Nassen Deposition
Für die Analytik am Schwebstaub und
Staubniederschlag wurden diverse me-
thodische Arbeiten (Aufschlüsse, Ex-
traktionen, Messung) durchgeführt, da
matrixspezifische Besonderheiten und
VDI-Vorschriften zu beachten sind. Eine
große Herausforderung stellte die Ein-
führung des OCEC-Analysators zur
Rußbestimmung dar (Abb. 31). Umbau-
und Investitionsmaßnahmen im Wert
von 30 T€ waren erforderlich, um die
verschiedenen technischen Gase zur
Verfügung stellen zu können. Die Inbe-
triebnahme erwies sich als erfreulich
unkompliziert.
Über die Schaffung der reinen Labor-
voraussetzungen hinaus wurden Anpas-
sungen am LIMS vorgenommen
(Schnittstellen zur Datenbank des Luft-
messnetzes, neue Methoden und Para-
meter), Unterlagen für das QM-System
erstellt (SOP, Verfahrensanweisungen)
und logistische und datentechnische
Fragen mit dem GB 4 abgestimmt.
Abb. 31: OCEC-Analysator zur Bestimmung
von organischem, elementarem und
gesamten Kohlenstoff im Schweb-
staub (Filterprobenahme)
Messnetz Naturschutz
Das FFH-Grobmonitoring umfasste
2015 die Ersterfassung von FFH-Le-
bensraumtypen (LRT) im Bereich von 16
Topographischen Karten (Maßstab
1:25.000) und die Wiederholungskartie-
rung (Änderungsdetektion) in 25 FFH-
Gebieten. Auf Grund des ermittelten
Kartierungsumfanges war ein Großteil
der Kartierung an Auftragnehmer zu
vergeben. Insgesamt wurden 4.155 Flä-
chen begutachtet.

image
34 |
Abb. 32: Kartierkulisse 2015 für das Grobmonitoring der FFH-Lebensraumtypen und
Bearbeitungsstand insgesamt
Im FFH-Feinmonitoring der Lebens-
raumtypen waren 2015 auf insgesamt
249 sachsenweit verteilten Probeflä-
chen unterschiedlicher Lebensraumty-
pen Daten zu erheben, insbesondere
zur Vegetation und im Fall der dystro-
phen Gewässer teilweise auch zu den
Libellen (10 Flächen). Neben weit ver-
breiteten Lebensraumtypen wie „Fließ-
gewässer mit Unterwasservegetation“
und „Flachland-Mähwiesen“ gehörten
seltene und hoch gefährdete Lebens-
raumtypen wie „Lebende Hochmoore“,
„Brenndolden-Auenwiesen“ und
„Schwermetallrasen“ zum Untersu-
chungsprogramm. Im Bereich der Moore
konnte durch die Einbindung hydrologi-
scher Daten eine Verbesserung der
Qualität erzielt werden, u. a. wurden
zwei Flächen mit „Regenerierbaren
Hochmooren“ neu erfasst und mehrere
Flächen mit „Moorwäldern“ sowie „Le-
benden Hochmooren“ vollständig neu
bewertet.
Im FFH-Feinmonitoring-Arten wurden
2015 zwei neue Arbeitspakete in Zu-
sammenarbeit mit den Kartierernetzwer-
ken des NABU-Landesverbandes Sach-
sen begonnen (insgesamt 24 Untersu-
chungsgebiete (UG) zu Schmaler und
Bauchiger Windelschnecke sowie 141
Fledermaus-Sommerquartiere).
Das in Zusammenarbeit mit dem Kartie-
rernetz der Entomofaunistischen Gesell-
schaft e. V. seit 2014 laufende Feinmo-
nitoringprogramm zu 12 Schmetterlings-
und Libellenarten wurde 2015 in insge-
samt 204 Untersuchungsgebieten fort-
gesetzt. Die bereits seit dem Winter-
halbjahr 2012/2013 laufenden Sicht-
zählungen in 14 Fledermaus-Winter-
quartieren wurden im Rahmen eines für
2014-2016 neu aufgelegten Werkvertra-
ges mit dem NABU-Landesverband
Sachsen im Winterhalbjahr 2014/15
wiederholt durchgeführt. Mittels Fotofal-
len-Lichtschranken-Anlagen konnten
zudem in drei Fledermaus-Winterquar-
tieren die durch standardmäßige Sicht-
zählung ermittelten Bestandszahlen
überwinternder Fledermausarten über-
prüft und der methodenbedingte Fehler
eingeschätzt werden. Mittels 52 HOBO-

image
image
| 35
Mikroklima-Datenloggern wurden in al-
len 14 Winterquartieren Verlaufsmes-
sungen von Luft-Temperatur und relati-
ver Luftfeuchtigkeit über die Wintersai-
son 2014/15 aufgezeichnet und zur Ein-
schätzung der Quartierqualitäten heran-
gezogen. Zudem wurde im Dezember
2015 ein Kartiererworkshop zum Erfah-
rungsaustausch zum Handling der Foto-
fallen-/ Lichtschrankenanlagen und zur
Nutzung der Auswertungssoftware
durchgeführt.
Im Amphibien-Feinmonitoring wurde im
Frühjahr 2015 eine Kartiererschulung
durchgeführt und in einem zweiten Un-
tersuchungsdurchgang 62 UG mit 520
Gewässern zu fünf Amphibien-Arten ab-
schließend kartiert und bewertet.
Abb. 33: Kartiererschulung im Amphibien-Fein-
monitoring im LUZ Nossen am
21.03.2015
Im Feinmonitoring zur Haselmaus wur-
den 2015 in einem dritten Untersu-
chungsdurchgang 18 Kastenreviere un-
tersucht, zusammenfassend bewertet
und auf einem Kartierertreffen im Natio-
nalparkhaus Sächsische Schweiz für die
aktuell laufende Berichtsperiode ab-
schließend ausgewertet.
Im Rahmen des SPA-Monitorings wur-
den auf einer Fläche von insgesamt et-
wa 34.500 ha, verteilt auf 25 Gebiete,
ausgewählte Brutvogelarten kartiert.
Abb. 34: Im Jahr 2015 kartierte SPA-Gebiete in Sachsen

image
36 |
Darüber hinaus wurden in 14 Gebieten
mit insgesamt 3.469 ha mit einem neuen
Durchgang des Wasservogelbrutmonito-
rings begonnen bzw. die Erfassungen
des Vorjahres fortgeführt.
An der internationalen Wasservogel-
zählung in Sachsen, die von der Vogel-
schutzwarte koordiniert und ausgewertet
wird, beteiligten sich im Winterhalbjahr
2014/2015 etwa 165 Ornithologen. Die-
se führten 957 Zählungen durch, mit
denen eine Erfassung von 168 Zählge-
bieten in ganz Sachsen gelang. Die mo-
natlich von September bis April erfolgten
Zählungen erbrachten Gesamtzahlen
zwischen 22.000 (April 2015, 60 ge-
zählte Gebiete) und 103.000 (Dezember
2014, 118 gezählte Gebiete) Wasser-
vögeln. Ergänzend wurden an 18 poten-
ziellen Gänse-Übernachtungsgewässern
an je vier Terminen Sonderzählungen
durchgeführt, bei denen insgesamt zwi-
schen 4.000 (März 2015) und 50.000
(November 2014) Vögel festgestellt
wurden.
Im Jahr 2015 wurde der Bericht über die
Ergebnisse des Monitorings von Kormo-
ran, Graureiher und Silberreiher in
Sachsen 2014 fertiggestellt. Bei den
Schlafplatzzählungen wurde im Zeit-
raum von Ende August bis Mitte De-
zember ein maximaler Bestand von
3.900 Kormoranen (Oktober) festge-
stellt. Der sächsische Brutbestand die-
ser Art im Jahr 2014 umfasste etwa 170
Paare. Die im September und Oktober
durchgeführten Synchronzählungen des
Graureihers an den Nahrungsgewäs-
sern ergaben 855 bzw. 1.291 rastende
Vögel. Der Brutbestand dieser Art lag
bei 1.400 Paaren und war somit gerin-
ger als in zurückliegenden Jahren. Beim
herbstlichen Rastbestand des Silberrei-
hers war eine weitere Zunahme zu ver-
zeichnen. Mit 2.373 Vögeln war dieser
deutlich höher als im Vorjahr.
Abb. 35: Silberreiher (
Casmerodius albus
) wäh-
rend der Herbstrast in der Oberlausitz
Mit 79 ehrenamtlichen Kartierern konn-
ten im Monitoring häufiger Brutvogelar-
ten, einem nationalen Monitoringpro-
gramm des Bundes, 103 Flächen bear-
beitet werden. Die Erfassung der häufi-
gen Brutvogelarten auf den Probeflä-
chen lieferte einschließlich der Einzel-
nachweise seltener Arten insgesamt ca.
4.600 Datensätze mit ca. 16.000 Revie-
ren zu über 130 Vogelarten.
Wie in den vergangenen Jahren führte
die Vogelschutzwarte auch 2015 die
Erfassung des Wiedehopfes im Gebiet
Bergbaufolgelandschaft Lohsa fort. Es
wurden 50 Nisthilfen untersucht. Die 10-
11 festgestellten Brutpaare zogen im
Jahr 2015 insgesamt 39 Jungvögel auf.
2015 wurden im Rahmen der Todesur-
sachenanalyse des Seeadlers fünf in
Sachsen tot aufgefundene Seeadler im
Institut für Zoo- und Wildtierforschung
Berlin (IZW) untersucht. Festgestellte
Todesursachen waren einmal Bleiver-
giftung, einmal Straßenopfer und einmal
innerartliche Auseinandersetzung. Bei
zwei Vögeln ist die Todesursache unbe-
kannt. Der Förderverein Sächsische
Vogelschutzwarte Neschwitz e. V. unter-
stützt die Vogelschutzwarte bei der Ber-
gung der Seeadler sowie bei der Einbe-
ziehung aller zu beteiligenden Behörden
und Jagdrechtinhaber.

| 37
Eine Publikation zu diesem Thema be-
findet sich im Druck.
Ringversuche
Das Sachgebiet QM ist über die LAWA-
Arbeitsgruppen in das System der Län-
derübergreifenden Ringversuche nach
Fachmodul Wasser eingebunden. 2015
wurden zwei Ringversuche ausgerichtet
und bei der Durchführung weiterer Ring-
versuche Unterstützung geleistet:
Tab. 7: Ringversuche
Ring-
versuch
Ausgabe-
datum
Matrix
Parameter
Ausrichtendes
Bundesland für
sächs. Labore
Teilnehmer
bei der
BfUL
Anzahl
sächs. Teil-
nehmer
37.
LÜRV
10.03.2015
Abwasser
Aluminium, Arsen, Blei,
Cadmium, Chrom, Ei-
sen, Kupfer, Nickel,
Zink, Quecksilber
Sachsen
72
38
38.
LÜRV
05.05.2015
Abwasser
Kohlenwasserstoff-In-
dex
Baden-Würt-
temberg
-
21
39.
LÜRV
10.09.2015
Abwasser
Chlorbenzole
Nordrhein-
Westfalen
-
9
40.
LÜRV
10.11.2015
Abwasser
AOX, CSB, TNb, TOC,
TNb
Sachsen
41
38
Des Weiteren wurde im August 2015 ein
Validierungs-Ringversuch zur Analytik
von Chlorophyll in Oberflächenwasser
durchgeführt. Die Auswertung wurde
dem DIN-Arbeitskreis zur weiteren Be-
arbeitung der Norm zur Verfügung ge-
stellt.

38 |
Ausgewählte Schwerpunkte 2015
Badesee Halbendorf
Bei Untersuchungen von Standgewäs-
sern ist die Aufnahme entsprechender
Tiefenprofile der Vor-Ort-Parameter und
Sichttiefe für die Festlegung des Probe-
schemas Voraussetzung. Die Sichttiefe
dient der Festlegung der Lage der eu-
photischen Zone. In dieser Zone kommt
es aufgrund der Lichtverhältnisse zu
einer Primärproduktion z. B. durch Al-
gen. Dies spiegeln die Chlorophyllge-
halte wider. Neben dem Licht benötigen
die Algenzellen für die Photosynthese
auch Nährstoffe wie Stickstoff und Phos-
phor sowie anorganischen Kohlenstoff
(z. B. Hydrogenkarbonat). Bei geringen
pH-Werten wie in der oberen Wasser-
schicht des Badesees Halbendorf (pH-
Werte bei 3,3) fehlen aber Hydrogen-
karbonat oder Karbonat. Das wird in
Abb. 36 erkennbar - die Differenz zwi-
schen totalem Kohlenstoff und dem or-
ganischem Kohlenstoff ist im Epilimnion
außer im März kleiner der Bestim-
mungsgrenze von 0,5 mg/l.
Abb. 36: Gehalte des totalen Kohlenstoffs und organischen Kohlenstoffs
Die Tiefenprofilaufnahmen der Sauer-
stoffsättigung und der Chlorophyll-
gehalte des Badesees Halbendorf
(Abb. 37) zeigen, dass die verstärkte
Planktonentwicklung nicht zu einer Zu-
nahme der Sauerstoffsättigung geführt
hat.
0,0
0,5
1,0
1,5
2,0
2,5
3,0
3,5
TC bzw. TOC (mg/l)
1.5.
1.7.
1.9.
Datum
TC (mg/l)
TOC (mg/l)

| 39
Abb. 37: Sauerstoffsättigung in % (oben) und
Chlorophyllgehalte in μg/l (Messbe-
reich bis 50 μg/l) (unten) im Badesee
Halbendorf 2015
In Abb. 38 ist die euphotische Zone als
schwarzes Kreissymbol in der Grafik der
Chlorophyllgehalte dargestellt. Hier wird
erkennbar, dass die höchsten Chloro-
phyllkonzentrationen in Bereichen un-
terhalb der euphotischen Zone, also
dunkleren Bereichen auftreten.
Abb. 38: Chlorophyllgehalte (μg/l) und euphoti-
sche Zone (schwarze Punkte) im Ba-
desee Halbendorf
Erhöhte PCB-Werte in der Elbe
Im Frühjahr 2015 wurden durch die
BfUL in der Elbe stark erhöhte PCB-
Konzentrationen sowohl in der Wasser-
als auch der Sedimentphase gemessen.
Lagen die Jahresmittelwerte der Sum-
men der 6 Indikator-PCB im schweb-
stoffbürtigen Sediment der Gewässer-
gütemessstation Schmilka in den letzten
Jahren unter 100 μg/kg (bisheriger Spit-
zenwert 1997: 200 μg/kg), wurden in der
Märzprobe 2015 bereits über 600 μg/kg
gefunden. Als die Konzentrationen in
den Aprilproben weiterstiegen, wurde
das LfULG informiert, das umgehend
Kontakt zu den zuständigen tschechi-
schen Institutionen aufnahm. Ab Juni
2015 wurde mit dem LfULG ein umfas-
sendes zusätzliches Überwachungspro-
gramm abgestimmt. Die maximale PCB-
Summe mit über 6.000 μg/kg wurde in
der Probe des Monats Mai detektiert
(siehe Abb. 39). Danach sanken die
Werte bis zum Jahresende kontinuierlich
ab.
10
30
30
40
50
50
60
60
70
70
80
80
80
90
90
90
90
100
100
100
110
110
110
110
-25
-20
-15
-10
-5
-25
-20
-15
-10
-5
Tiefe (m)
1.5.
1.7.
1.9.
1.11.
1.5.
1.7.
1.9.
1.11.
Datum
0
10
20
30
40
50
60
70
80
90
100
110
120
Sauerstoffsättigung (%)
-25
-20
-15
-10
-5
-25
-20
-15
-10
-5
Tiefe (m)
1.5.
1.7.
1.9.
1.11.
1.5.
1.7.
1.9.
1.11.
Datum
0
6
12
18
24
30
36
42
48
Chlorophyll (μg/l)
-25
-20
-15
-10
-5
-25
-20
-15
-10
-5
Tiefe (m)
1.5.
1.7.
1.9.
1.11.
1.5.
1.7.
1.9.
1.11.
Datum
0
6
12
18
24
30
36
42
48
Chlorophyll (μg/l)

40 |
Abb. 39: Summe der 6 Indikator-PCB in μg/kg in Monatssammelproben schwebstoffbürtigen Sediments
der Gewässergütemessstationen Schmilka, Zehren und Dommitzsch (Quelle: LfULG)
Im Dezember stellte die Tschechische
Umweltinspektion ihren Abschlussbe-
richt zu diesem Thema vor. Hauptursa-
che der Freisetzung und Remobilisie-
rung der PCB sind demnach Unterhal-
tungsarbeiten in der Fahrrinne (Bagge-
rungen), untergeordnet auch die Entfer-
nung (Sandstrahlen) des ursprünglichen
Anstrichs der Eisenbahnbrücke in Ústí
nad Labem.
0
1000
2000
3000
4000
5000
6000
7000
Summe PCB μg/kg Schmilka
Summe PCB μg/kg Zehren
Summe PCB μg/kg Dommitzsch
Elbe, Längsschnitt Schwebstoffgehalte in der Monatsmischprobe

| 41
5.6 Geschäftsbereich 6 – Labore Landwirtschaft
Aufgaben und Struktur
In der Landwirtschaft werden moderne
Anbaumethoden fortlaufend in die Pro-
duktion überführt. So werden im Pflan-
zenbau zur Verringerung des Faktorein-
satzes neue Sorten etabliert. Methoden
und Verfahren des präzisen Ackerbaus
bilden die Grundlage für eine umweltge-
rechte Produktion und die Vorausset-
zung für eine effiziente Dokumentation
der Produktionsprozesse. Es werden
modernste Zucht-, Haltungs- und Fütte-
rungsverfahren eingesetzt, die neben
der Sicherung der Leistungsfähigkeit ein
hohes Niveau des Verbraucher-, Um-
welt- und Tierschutzes gewährleisten.
Zur Überwachung und Kontrolle dieser
Entwicklungen widmet sich der Ge-
schäftsbereich „Labore Landwirtschaft“
folgenden Schwerpunkten:
Sachgerechte und effiziente Unter-
stützung des Hoheitsvollzuges bei
der Umsetzung der Europa-, Bundes-
und Landesgesetze im Bereich der
Landwirtschaft
Sicherung der Qualitätsstandards
landwirtschaftlicher Produkte
Schutz der Ressourcen Boden, Was-
ser, Luft und Fauna für eine nachhal-
tige Produktion
Abwehr von Gefahren für Mensch,
Tier und Pflanzen.
Im europäischen Netzwerk von Untersu-
chungseinrichtungen ist der GB 6:
Nationales Referenzlaboratorium für
die Zulassung von Zusatzstoffen zur
Verwendung in der Tierernährung
(VO (EG) Nr. 1831/2003)
Referenzlabor für gentechnisch ver-
änderte Organismen (VO(EG) Nr.
1981/2006)
Akkreditiertes Laboratorium zur Kon-
trolle für EG-Düngemittel (VO(EG)
Nr. 2003/ 2003).
Im Bereich des landwirtschaftlichen Un-
tersuchungswesens besteht seit 2005
eine Kooperationsvereinbarung zwi-
schen Sachsen, Thüringen und Sach-
sen-Anhalt über die arbeitsteilige Zu-
sammenarbeit dieser Einrichtungen.
Untersuchungen werden mit modernster
Analysentechnik, hohem Fachwissen
und unter Anwendung umfangreicher
Qualitätssicherungsmaßnahmen durch-
geführt, denn sie sind die Grundlage für
verwaltungsrechtliche Maßnahmen, die
dem Verursacher bei Verletzung der
gesetzlichen Regelungen auferlegt wer-
den können.
Routineaufgaben 2015
Düngemittelverkehrskontrolle in
Sachsen
Aufgabe der amtlichen Düngemittelver-
kehrskontrolle (DVK) ist es, die Einhal-
tung der Vorschriften des Düngemittel-
rechts beim Hersteller oder Händler (In-
verkehrbringer) der Düngemittel, Bo-
denhilfsstoffe, Kultursubstrate oder
Pflanzenhilfsmittel zu überwachen. Ne-
ben dem Schutz der Verbraucher vor
Täuschungen im Düngemittelhandel ist
es vor allem eine Aufgabe der DVK si-
cherzustellen, dass es bei sachgerech-
ter Anwendung der Düngemittel zu kei-
ner Schädigung der Fruchtbarkeit des
Bodens, der Gesundheit von Menschen,
Haustieren und Nutzpflanzen kommt.
Art und Häufigkeit der Kontrollen erge-
ben sich in Abhängigkeit vom Dünge-
mittelabsatz, den aktuell festgestellten
Beanstandungen aus den Vorjahren
sowie auf der Basis von jährlich aktua-
lisierten Kontrollplänen. Zusätzlich kön-
nen anlass- und verdachtsbezogene
Probenahmen nach Kenntnisnahme
entsprechender Sachverhalte durchge-
führt werden.

42 |
Die Überprüfungen umfassen die Kon-
trolle der düngemittelrechtlichen Kenn-
zeichnung, die analytische Bestimmung
und Bewertung der zu kennzeichnenden
Gehalte, die Prüfung der Einhaltung der
Schadstoffgehalte, der Seuchen- und
Phytohygiene sowie Buchprüfungen
(z. B. Kontrolle der Ausgangsstoffe). Je
nach Düngemitteltyp sind Analysenme-
thoden nach nationalem oder europäi-
schem Recht anzuwenden.
Im Jahr 2015 wurden insgesamt 361
amtliche Beprobungen und Untersu-
chungen durch die Düngemittelver-
kehrskontrolle vorgenommen (Tab. 8).
Die am häufigsten kontrollierten Dün-
gemittel waren mineralische NP-, NPK-
Düngemittel und organische sowie or-
ganisch-mineralische Düngemittel. Ei-
nen Schwerpunkt der Kontrolle bildete,
wie in den vergangenen Jahren auch,
die Überprüfung der Düngemittel, die
zusätzlich abfall- oder tierseuchenrecht-
lichen Bestimmungen unterliegen.
Insgesamt waren 47 (13,0 %) der analy-
sierten Proben zu beanstanden. Die
Beanstandungsquote lag geringfügig
über dem Niveau des Vorjahres.
Die Beanstandungsgründe waren:
Unterschreitung der geforderten Min-
destnährstoffgehalte, d. h. das Dün-
gemittel entsprach nicht dem dekla-
rierten Düngemitteltyp
Überschreitung der zulässigen Tole-
ranz der deklarierten Nährstoffgeh-
alte, Nährstoffformen und Nährstoff-
löslichkeiten sowie Nebenbestand-
teile
Überschreitung der zulässigen
Schwermetallgehalte
positive Salmonellenbefunde
Überschreitung des Grenzwertes für
Fremdstoffe und Steine.
Tab. 8: Amtliche Probenahmen und Untersuchungen im Rahmen der DVK 2015
Proben
Anzahl analy-
sierter Proben
Anzahl Beanstan-
dungen
EG-Düngemittel
133
10 (7,52 %)
Düngemittel nach VO (EG) Nr. 764/2008
(freier Warenverkehr)
11
0
Mineraldüngemittel (national)
38
10 (26,3 %)
Organisch und organisch-mineralische Dünge-
mittel (Kleinverpackungen, Garten- und Bau-
marktprodukte)
34
7 (20,6 %)
Organische Düngemittel (u. a. Komposte, Klär-
schlämme, Gärrückstände, tierische Nebenpro-
dukte)
81
11 (13,6 %)
Kultursubstrate
35
6 (17,1 %)
Bodenhilfsstoffe
2
1
Wirtschaftsdünger
27
2 (7,4 %)

| 43
Im Jahr 2015 wurden insgesamt 454
Kontrollen der düngemittelrechtlichen
Kennzeichnung durchgeführt. Insgesamt
waren 81 (17,8 %) Kennzeichnungen zu
beanstanden. Die Beanstandungsquote
lag um 2 % höher als im Vorjahr.
Beanstandungsgründe waren:
fehlende oder fehlerhafte Kennzeich-
nung (keine Typenbezeichnung der
Düngemittel, keine Angaben zu den
Nährstoffgehalten, oder -löslichkei-
ten, Nebenbestandteilen, Ausgangs-
stoffen, zur Anwendung und Lage-
rung)
keine Angaben zum Hersteller/Inver-
kehrbringer.
Am 31.12.2014 endete eine Übergangs-
vorschrift der Düngemittelverordnung,
nach der abfallrechtliche Festlegungen
von Schwermetallgrenzwerten Vorrang
hatten. Seit dem 01.01.2015 gelten ne-
ben den abfallrechtlichen Vorgaben
auch die Schadstoffanforderungen der
Düngemittelverordnung uneingeschränkt
für Düngemittel aus Bioabfällen und aus
Klärschlämmen.
Die Einhaltung der Schadstoffgrenz-
werte der Düngemittelverordnung für
Düngemittel aus Bioabfällen und Klär-
schlämmen wird auch im Jahr 2016 ein
Kontrollschwerpunkt sein.
Weiter sind verstärkte Kontrollen der
phosphathaltigen Düngemittel, Dünge-
mittel aus Rückständen von Produkti-
onsprozessen (Abfallschlämme,
Aschen), vertiefte Kontrollen in Biogas-
anlagen (einschließlich der eingesetzten
Ausgangsprodukte und Nebenbestand-
teile) sowie von Düngemitteln und Kul-
tursubstraten aus Bau- und Garten-
märkten erforderlich. Auch die Einhal-
tung der umfangreichen Kennzeich-
nungsauflagen erfordert verstärkte Kon-
trollen.
Untersuchungen im Rahmen der amt-
lichen Futtermittelüberwachung
Der GB 6 ist vom Sächsischen Staats-
ministerium für Soziales und Verbrau-
cherschutz mit den Untersuchungen im
Rahmen der amtlichen Futtermittel-
überwachung beauftragt.
Das Kontrollprogramm Futtermittel ist
bundesweit koordiniert und als Be-
standteil des Mehrjährigen Nationalen
Kontrollplans 2012-2016 (MNKP) unter
dem Stichwort "Futtermittelüberwa-
chung" beschrieben. Damit wird der
Forderung gemäß Artikel 41 der Verord-
nung (EG) Nr. 882/2004 des Europäi-
schen Parlamentes und des Rates vom
29.04.2004 über amtliche Kontrollen zur
Überprüfung der Einhaltung des Le-
bensmittel- und Futtermittelrechts sowie
der Bestimmungen über Tiergesundheit
und Tierschutz, wonach jeder Mitglied-
staat einen solchen Kontrollplan erstel-
len soll, Rechnung getragen.
Im Rahmen eines ziel- und risikoorien-
tierten Ansatzes werden analytische
Bestimmungen sowohl der deklarierten,
als auch der unerwünschten und ver-
botenen Stoffe in Futtermitteln durch-
geführt. Ziel ist die Überprüfung der De-
klaration und der Einhaltung der gesetz-
lichen Vorgaben.
Zu diesem Zweck können über 90 ver-
schiedene Parameter in Futtermitteln
untersucht werden.
Im Jahr 2015 wurden unangekündigt
und stichprobenartig 963 Proben
(Tab. 9) bei Herstellern, Händlern und
Landwirten gezogen. Wie in den Vorjah-
ren lag der Schwerpunkt wieder bei der
Untersuchung auf unerwünschte und
verbotene Stoffe. Im Durchschnitt wurde
auf 6,8 Parameter pro Probe untersucht.

44 |
Tab. 9: Anzahl der Untersuchungen des GB 6 an Pflanzen- und Futtermittelproben:
2013
2014
2015
Matrix
Proben-
anzahl
Para-
meter
Proben-
anzahl
Para-
meter
Proben-
anzahl
Para-
meter
Pflanze /
Futter-
mittel
gesamt
11.876
95.721
13.881
113.415
11.047
94.473
davon:
Amtliche
Futter-
mittel
gesamt
1.039
5.674
1.082
7.176
963
6.542
Grund-
futter
gesamt
346
6.920
491
9.820
453
10.419
Pflanzen
gesamt
10.491
83.127
12.308
96.419
9.631
77.512
davon:
Dritte
166
166
210
210
209
210
DLG/VFT
22
136
23
109
24
93
Abt. -LfULG
10.303
82.825
12.075
96.100
9.398
77.209
Sächsisches Messnetz Futtermittel
Das LfULG betreibt seit 2014 ein Mess-
netz „Futtermittel“. Dieses Messnetz
dient der sächsischen Agrarverwaltung
als ein Instrument zur vorausschauen-
den Risikobewertung in der Lebensmit-
telkette und in der Umweltwirkung der
Tierhaltung. Durch ein Monitoring von
Grundfuttermitteln soll die Situation und
die Qualität dieser wirtschaftseigenen
Futtermittel im Freistaat widergespiegelt
werden, um gegebenenfalls rechtzeitig
Handlungsempfehlungen ableiten zu
können. Im vergangenen Jahr wurden
im Rahmen des Messnetzes „Futtermit-
tel“ 453 Grundfuttermittel durch den FB
62 untersucht (Tab. 10). Im Fokus der
Analytik stand neben einer sensorischen
Bewertung und der Untersuchung auf
Futterwert bestimmende Inhaltsstoffe
auch die Analyse von unerwünschten
Stoffen wie Schwermetalle oder My-
kotoxine.
Aussagen zum Konserviererfolg und zur
mikrobiologischen Qualität von Silagen
konnten ebenfalls aus den Untersu-
chungen abgeleitet werden. Die Unter-
suchung zum Futterwert von heimischen
Körnerleguminosen wurde 2015 neu in
das Programm aufgenommen. Die Er-
gebnisse dieser Futtermittelanalysen
wurden im Rahmen der Ausbildung an
den sächsischen Fachschulen für
Landwirtschaft genutzt, um theoretische
Inhalte mit konkreten praktischen An-
wendungen zur Futterqualität in der re-
gionalen Landwirtschaft zu verbinden.

| 45
Tab. 10: Probenumfang Messnetz „Futtermittel“
für 2015
Untersuchungs-
gegenstand
Proben-
anzahl
Sensorik
453
Inhaltsstoffe – Futterwert
453
Mineralstoffe
453
Spurenelemente
453
Schwermetalle
38
Mykotoxine
53
Konserviererfolg
289
Mikrobiologische Qualität
57
Körnerleguminosen
17
Untersuchungen zur Fleischqualität
Im Berichtszeitraum sind im Fachbe-
reich 63 (Landwirtschaftliche Erzeug-
nisse, Veredlungsprodukte) der BfUL
insgesamt 287 Proben tierischer Her-
kunft eingegangen (Tab. 11). Diese
Proben waren unter Mitwirkung der
Fachbereiche 61 (Produktionsmittel) und
62 (Pflanzen, Futtermittel) auf verschie-
dene Parameter der Fleischqualität zu
prüfen.
Tab. 11: Untersuchungsumfang an Proben tierischer Herkunft 2015
Auftraggeber
Probenart
Probenanzahl Parameter
LfULG, Referat 92
Geflügelschlachtkörper und -teilstü-
cke
36
96
LfULG, Referat 75
Fleisch verschiedener Tierarten
19
393
LfULG, Referat 76
Fisch
207
*)
8.487
LfULG, Referat 76
Otter
22
*)
902
Laborvergleichsun-
tersuchungen GbR
Fleischwaren
3
6
*)
Aufgrund des Probeneingangs im 4. Quartal konnten 2015 die Untersuchungen nicht vollständig abgeschlossen werden.
Im Auftrag des LfULG wurden 8
Fleischproben der Tierarten Rind und
Alpaka sowie 11 Schlachtkörper der
Tierart Nutria auf ausgewählte Fleisch-
qualitätsparameter (u. a. pH-Wert, Far-
be, Tropfsaftverlust, Scherkraft,
Hauptinhaltsstoffe, Fettsäuremuster,
Spurenelemente) untersucht.
Bei den als Schlachtkörper eingesand-
ten Nutriaproben wurde zusätzlich zur
Fleischqualität die Schlachtkörperzu-
sammensetzung ermittelt. Durch völlige
Entbeinung erfolgte die Bestimmung des
Fleisch-Knochen-Verhältnisses der Teil-
stücke.
Im Rahmen der Kontrolle der Einhaltung
der Vermarktungsnormen für Geflügel-
fleisch nach Verordnung (EG) Nr.
543/2008 wurden vom Kontrolldienst
Agrarwirtschaft des LfULG insgesamt 36
Geflügelproben (6 Proben tiefgefrorene
Geflügelschlachtkörper und 30 Proben
Geflügelteilstücke) zur Untersuchung
eingesandt. Diese Untersuchungen be-
inhalten bei tiefgefrorenen Geflügel-
schlachtkörpern die Bestimmung des
Auftauverlustes an jeweils 20 Schlacht-
körpern pro Probe und bei Geflügelteil-
stücken die Bestimmung des Fremd-
wassergehaltes anhand des Was-
ser/Rohprotein-Verhältnisses. In der
Verordnung festgelegte Werte für den
Auftauverlust bzw. das Was-
ser/Rohprotein-Verhältnis dürfen nicht
überschritten werden.

46 |
Für das Referat Fischerei des LfULG
erfolgte im Jahr 2015 die Untersuchung
von 207 Proben verschiedener Fischar-
ten und 22 Proben von Wildvögeln auf
Spurenelemente und unerwünschte
Stoffe (Schwermetalle, CKW, PCB).
Zusätzlich zu den Fleischqualitätsunter-
suchungen wurden in der BfUL im Be-
richtszeitraum insgesamt 180 Liter
Spermaverdünner in neun Ansätzen für
die Sächsische Gestütsverwaltung her-
gestellt.
GVO-Saatgutmonitoring 2015
Im Rahmen des sächsischen Saatgut-
monitorings auf gentechnisch verän-
derte Organismen (GVO) kamen insge-
samt 37 Saatgutproben der Fruchtarten
Mais und Raps zur Untersuchung (Tab.
12).
Die Untersuchungen erfolgten nach dem
in der amtlichen Sammlung von Unter-
suchungsverfahren nach § 28b GenTG
beschriebenen Untersuchungsablauf
zum Nachweis gentechnischer Verände-
rungen in Saatgut [Dokument G 30.00-2,
Juli 2012]. Zum Nachweis gentechni-
scher Veränderungen kamen moleku-
larbiologische Methoden, basierend auf
der real-time PCR, zum Einsatz.
Tab. 12: Untersuchungsumfang an Proben
tierischer Herkunft 2015
Fruchtart
Probenanzahl
Mais
35
Winterraps
2
Untersuchung von Pflanzkartoffeln
auf Sortenechtheit und -reinheit
Bedingt durch die Erbanlagen hat jede
Kartoffelsorte im Presssaft ein charakte-
ristisches Proteinspektrum, das über
eine Elektrophorese im Gel aufgetrennt
wird. Man erhält ein für jede Sorte typi-
sches Proteinbandenmuster. Die Ban-
denmuster der Probenknollen lassen
sich mit dem Bandenmuster des auf
demselben Gel aufgetragenen Press-
saftes einer Referenzkartoffelknolle der
deklarierten Sorte vergleichen und somit
die Sortenechtheit und -reinheit bestim-
men.
Für das LfULG wurden im Rahmen der
Saatgutverkehrskontrolle sowie des An-
erkennungsverfahrens von Pflanz-
kartoffeln insgesamt 15 Proben unter-
sucht (Tab. 13). Je nach Anforderungen
umfasst die Untersuchung 6 (Sor-
tenechtheit) oder 15 Kartoffelknollen
(Sortenreinheit). Beim Vorliegen einer
Fremdsorte in der Probe besteht zusätz-
lich die Möglichkeit, die Fremdsorte
identifizieren zu lassen.
Tab. 13: Untersuchungsumfang Sortenbestim-
mung von Kartoffeln 2015
Auftrag-
geber
Probenzahl
ges. Sorten-
echt-
heit
Sorten-
rein-
heit
Sorten-
identi-
fizierung
LfULG,
Referat 93b
15
13
2
6
Dritte
2
2
-
-
Beschaffenheitsprüfung - Saatgut
Die Beschaffenheitsprüfung von Saatgut
ist nach der Feldprüfung eine wichtige
Voraussetzung für die amtliche Aner-
kennung und Zertifizierung durch das
LfULG. Die dafür notwendigen Untersu-
chungen werden durchgeführt. Neben
den Untersuchungen für die Saatgutan-
erkennung werden Beschaffenheitsprü-
fungen für die Saatgutverkehrskontrolle
(SVK), für die Produktions-, Prozess-,
Liefer- und Überlagerungskontrolle
(PPLÜ) sowie für Projekte des LfULG
vorgenommen.
Nach dem AgrStaG sind die Bundeslän-
der verpflichtet, Erhebungen über die
Erntemengen u. a. von Getreide vorzu-
nehmen. Dafür werden Proben von Ge-
treideschnitten bearbeitet; die Ertrags-
abschätzung erfolgt durch das StaLA in
Kamenz.
Weitere Aufgaben im Saatgutlabor sind
versuchsbegleitende Untersuchungen
für das LfULG:
Saatwareanteil und Keimfähigkeit von
Getreide und Gräsern,
Fruchtinhaltsstoffe und Festigkeit von
Äpfeln und Tomaten sowie
Nitratgehalte in Kartoffeln.

| 47
Infolge der klimatischen Gegebenheiten
und noch zahlreich vorhandenen Über-
lagerungsproben aus den Vorjahren hat
sich der Untersuchungsumfang für die
Saatgutanerkennung gegenüber dem
Vorjahr um 5 % erhöht.
Das Saatgutlabor ist von der Internatio-
nal Seed Testing Association (ISTA)
akkreditiert und führt nach deren vorge-
schriebenen Methoden die nach Saat-
gutV geforderten sowie weitere Prüfun-
gen durch. Im Akkreditierungsumfang ist
die Teilnahme an den ISTA-Ringversu-
chen vorgeschrieben. Das Saatgutlabor
hat 2015 wieder an drei ISTA Profi-
ciency Tests teilgenommen und Best-
noten erhalten. Die ISTA-Akkreditierung
ist Voraussetzung für die Erstellung von
Zertifikaten für den internationalen
Saatguthandel (außerhalb der EU). Ins-
gesamt wurden im Vorjahr 92 ISTA In-
ternationale Zertifikate ausgestellt.
Der FB 64 ist Mitglied der Fachgruppe
Saatgut des VDLUFA. Hier werden ge-
meinsam Methoden entwickelt, in me-
thodischen Ringanalysen geprüft, be-
wertet und zur Validierung bei der ISTA
vorgeschlagen.
Die Fachgruppe hat 2015 verschiedene
Workshops ausgerichtet, an denen Mit-
arbeiter des Saatgutlabors teilgenom-
men haben:
Zeiligkeit Gerste: Unterscheidung von
Samen zwei- und mehrzeiliger Gerste
Kleeworkshop: Unterscheidung von
Samen feinsamiger Leguminosen.
Phytopathologische Untersuchungen
Es wurden Pflanzen und Bodenproben
auf pflanzenpathogene Schadorganis-
men wie Insekten, Nematoden, Phyto-
plasmen, Bakterien, Pilze, Viren und
Viroide untersucht. Ein großer Teil der
Proben stammte 2015 aus der Kontroll-
tätigkeit des LfULG. Diese Leistungen
umfassten die Diagnosen von Quaran-
täne-Schaderregern in den Bereichen
Virologie, Bakteriologie, Mykologie und
Zoologie. Spezielle Untersuchungen
erfolgten im Rahmen von Ex- und Im-
porten bzw. von EU-Monitoring-Pro-
grammen. Gesundheitsprüfungen bei
Pflanzgut gehörten ebenso zum Unter-
suchungsspektrum wie Untersuchungen
hinsichtlich meldepflichtiger Schaderre-
ger im Garten- und Obstbau (Feuer-
brand, Apfeltriebsucht,
Phytophthora
ramorum
) sowie bei land- und forstwirt-
schaftlichen Kulturen (Kartoffelzysten-
nematoden, Kiefernholznematoden).
Ein weiterer großer Teil der Diagnose-
anforderungen ergibt sich alljährlich aus
den vielfältigen Anforderungen der
Schaderregerüberwachung des LfULG
im Acker- und Gartenbau sowie aus
pflanzenbaulichen Versuchen. Hier
standen vor allem zoologische und my-
kologische Spezialdiagnosen, wie z. B.
ein umfangreiches
Fusarium
- / DON-
Monitoring und Untersuchungen auf
Steinbrand (
Tilletia caries / controversa
)
für den ökologischen und konventionel-
len Anbau sowie Zuarbeiten für die Da-
tenerhebung für den Pflanzenschutz-
warndienst (ZEPP, ISIP) im Fokus. Dar-
über hinaus erfolgten zahlreiche Ge-
sundheitsprüfungen von Saatgut im
Rahmen des amtlichen Anerkennungs-
verfahrens.
Im Dienstgebiet liegen wichtige garten-
bauliche Spezial- und Pflanzenzuchtbe-
triebe, die gleichfalls Diagnoseleistun-
gen in Anspruch nahmen.
Wie bereits im Vorjahr war 2015 eine
erneute Steigerung des Gesamtproben-
volumens im Fachbereich zu verzeich-
nen.

48 |
Tab. 14:
Untersuchungsumfang Sortenbestimmung von Kartoffeln 2015
Untersuchungsjahr
2013
2014
2015
Probenanzahl FB 65 gesamt:
5.395
8.571
9.720
Im Rahmen der Qualitätssicherung nahmen die Mitarbeiter/innen des Fachbereiches
2015 insgesamt an acht Laborvergleichsuntersuchungen erfolgreich teil.
Untersuchungen von Kartoffelproben
und Vermehrungsflächen auf Quaran-
täneschaderreger
Pflanz- und Speisekartoffeln wurden auf
die Quarantänebakteriosen
Clavibacter
michiganensis ssp. sepedonicus
und
Ralstonia solanacearum
mit Hilfe mole-
kularbiologischer Methoden (PCR-Ana-
lytik) untersucht. Es wurden 334 Pflanz-
und 192 Speisekartoffel-Proben mittels
Real-time-PCR auf beide Quarantä-
nebakteriosen im Simultanverfahren
untersucht. Im Bedarfsfall wurden die
Untersuchungen durch die Standard-
PCR und durch den Immunfluores-
zenztest ergänzt. Im Berichtszeitraum
traten keine Fälle eines Befallsverdach-
tes mit Bakterieller Ringfäule oder
Schleimkrankheit auf.
In der Saison 2014/2015 wurden 2.114
Bodenproben von 1.053 ha Pflanzkar-
toffel-Vermehrungsflächen auf zysten-
bildende Kartoffelnematoden untersucht.
Im Berichtszeitraum gab es keinen Be-
fallsverdacht mit Kartoffelzystennemato-
den (
Globodera pallida / rostochiensis
).
30 Bodenproben wurden zusätzlich von
einer 185 ha großen Speisekartoffelan-
baufläche untersucht. Alle Untersuchun-
gen ergaben keinen positiven Nemato-
den-Nachweis.
Ausgewählte Schwerpunkte 2015
Untersuchung von Bioaerosolen aus
der Landwirtschaft
Mit einer Emissionsmessung am
15.12.2015 ging das Projekt des LfULG
„Bioaerosole aus Tierhaltungsanlagen“
in Kooperation mit den GB 4 und 6 der
BfUL sowie dem Albrecht-Daniel-Thaer-
Institut Leipzig zu Ende. Der FB 63 war
in dieses Projekt neben der Teilnahme
an der Probennahme zu Immissions-
messungen mit der gesamten mikrobio-
logischen Probenvor- und aufbereitung
sowie der Auswertung betraut. In einer
Putenmastanlage sowie zwei Legehen-
nenbetrieben erfolgten an jeweils 17
Emissionsmesstagen je drei Einzelmes-
sungen. Das Bioaerosol wurde auf die
Parameter Gesamtbakterienzahl bei
37°C, Staphylokokken,
Staphylococcus
aureus,
Enterokokken, Enterobakterien,
Schimmelpilze und Endotoxingehalt un-
tersucht. In Kooperation mit dem GB 5
konnte das Verfahren zur Bestimmung
der Gesamtzellzahl in Bioaerosolen
etabliert werden, das auch für zukünftige
Untersuchungsaufträge nutzbar ist. Ins-
gesamt 20 Immissionsmessungen an
den beiden Legehennenställen in
150 m, 250 m, 350 m und 500 m Entfer-
nung zum Stall sowie im Luv der Anla-
gen komplettierten den Untersuchungs-
auftrag.
Staphylokokken gelten als Leitparame-
ter in der Geflügelhaltung. Zur Erfas-
sung der Diversität dieses Parameters
wurden kulturmorphologisch als
„Staphylokokken“ bezeichnete Kolonien
von Mannit-Kochsalz Agar subkultiviert
und mittels MALDI-TOFF an der Veteri-
närmedizinischen Fakultät der Univer-
sität Leipzig sowie in einem Privatlabor
differenziert. 575 Isolate der beiden Le-
gehennenställe sowie 444 Subkulturen
aus der Putenmast gelangten zur Diffe-
renzierung. Die Abb. 40 zeigt eine typi-
sche Zusammensetzung der Staphylo-
kokkenflora in 500 m Entfernung zu ei-
nem der Legehennenställe. Derartige
Betrachtungen werden zukünftig für eine
mögliche Abschätzung des gesundheit-
lichen Risikos im Falle eines Beschwer-
deverfahrens
notwendig – der
Sum-
menparameter „Staphylokokken“ ist in
dem Falle nicht ausreichend.
S. nepa-

image
image
| 49
lensis
gehört aufgrund seines Infekti-
onspotentials zur Risikogruppe 2 und
wurde in diesem Beispiel zu 3 % nach-
gewiesen. Als dominierende Spezies
konnte in beiden Anlagen
S. equorum
identifiziert werden.
Abb. 40: Prozentuale Zusammensetzung der
kultivierbaren Staphylokokkenflora des
Bioaerosols in 500 m Entfernung zum
Legehennenstall 2 (n = 109)
Mit allen Einzelmessungen, Verdün-
nungsreihen, Filtrationen, zusätzlichen
Qualitätsmessungen, Differenzierungen
und Blindwertproben passierten in
knapp zwei Jahren ca. 9.100 Nährme-
dienplatten das mikrobiologische Labor.
Die Ergebnisse werden in der Schriften-
reihe des LfULG veröffentlicht. Parallel
dazu konnte zu einem Teilgebiet des
Projektes eine Bachelorarbeit der Hoch-
schule Zittau/Görlitz zur Differenzierung
von Staphylokokken aus Emissions- und
Immissionsmessungen erfolgreich ab-
geschlossen werden. Derzeit finden in
Kooperation mit der Bundesanstalt für
Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin Berlin
Untersuchungen zur Identifizierung von
Prokaryonten in Bioaerosolen der Pu-
tenmast mittels molekularbiologischer
Methoden im Rahmen einer Masterar-
beit der FH Mittweida statt.
Entwicklung von Methoden zur routi-
nemäßigen Speziesanalytik ausge-
wählter Elemente
Der zulässige Gesamtgehalt an Ele-
menten mit einem wahrscheinlichen
Gefährdungspotential in landwirtschaft-
lich relevanten Matrices ist zumeist ge-
setzlich reguliert (Futtermittelverord-
nung, Kontaminantenverordnung, Bun-
desbodenschutzverordnung). Jedoch
kann aus dem Gesamtgehalt häufig
nicht auf wichtige Eigenschaften wie die
Toxizität oder das Aufnahmerisiko eines
Elements durch Mensch und Nutztier
geschlossen werden, da diese stark von
der jeweiligen Bindungsform determi-
niert werden. So sind z. B. anorgani-
sche Arsenverbindungen um mehrere
Zehnerpotenzen toxischer als organi-
sche Arsenspezies; die Resorption von
organischen Selenverbindungen im
Verdauungstrakt von Nutztieren unter-
scheidet sich deutlich von Selenit oder
Selenat. Der Gesetzgeber hat dieses
Problem erkannt und arbeitet an einer
mehr speziesabhängigen Regulierung
von Höchstgehalten und Grenzwerten.
Jedoch fehlen dazu generell aussagefä-
hige Ergebnisse von Felduntersuchun-
gen. Durch die sehr gute apparative
Ausstattung war es 2015 möglich, ne-
ben den Routineaufgaben Arbeiten zur
Entwicklung von zwei Methoden zur
Arsen- bzw. Selenspeziesbestimmung in
Futtermitteln und pflanzlichem Material
durchzuführen. Durch eine geeignete
Extraktion werden dabei die interessie-
renden Spezies aus der Matrix gelöst
und mittels Hochdruckflüssigkeitschro-
matographie zeitlich getrennt. Die Be-
stimmung erfolgt anschließend mittels
ICP-MS. Die Arbeitsschritte zur Arsen-
speziesbestimmung wurden als
VDLUFA-Methodenentwurf zusammen-
gefasst. Die Speziesanalytik der ge-
nannten Elemente kann ab 2016 zum
Monitoring im Bereich Pflanzen und Fut-
termittel eingesetzt werden.
Kooperationsvereinbarung im Land-
wirtschaftlichen Untersuchungswe-
sen Sachsen –Thüringen – Sachsen-
Anhalt
Kontrollanalysen bei Grenzwertüber-
schreitungen und Beanstandungen so-
wie gegenseitige Hilfe zur Absicherung
der Termineinhaltung in der Amtlichen
Futtermittelüberwachung, Düngemittel-
sowie Saatgutverkehrskontrolle im Ha-
variefall
Im Ereignisfall sichert mindestens einer
der Kooperationspartner verbindlich eine
kurzfristige Gegenuntersuchung des
Analysenwertes ab.
Auch im Jahr 2015 ergab sich die Not-
wendigkeit einer Absicherung von Un-

image
image
50 |
tersuchungsdaten zu amtlichen Kon-
trolluntersuchungen. Es wurden kurz-
fristige Kontrollanalysen (Gegenproben)
in brisanten Ereignisfällen / Havarien bei
Beanstandungen zu den gesetzlich ge-
regelten Untersuchungsaufträgen (Amt-
liche Futtermittelüberwachung, Dünge-
mittelverkehrskontrolle und PSM-Kon-
trollprogramme) durchgeführt.
Arbeitsteilige Übernahme von
Spezialanalysen
Zur Erhöhung der Effizienz von Analy-
sen, die entweder methodisch aufwen-
dig bzw. gerätetechnisch sehr kosten-
intensiv sind oder aber nur in geringer
Probenanzahl beauftragt werden, ist
eine arbeitsteilige Übernahme dieser
Spezialuntersuchungen durch eine Un-
tersuchungsstelle für die jeweils ande-
ren beiden vereinbart worden.
So findet beispielsweise die sehr auf-
wendige Analyse der perfluorierten Ten-
side (PFT) in Klärschlämmen im Rah-
men der Düngemittelverkehrskontrolle
ausschließlich in der BfUL statt
(Abb. 41). In 2015
wurden dort sieben
Klärschlammproben aus dem Kontroll-
programm des Landes Thüringen (TLL)
untersucht.
Die TLL führt für beide Partner boden-
chemische und bodenphysikalische
Spezialuntersuchungen durch. Außer-
dem wurde vereinbart, dass die TLL für
die LLG ab sofort alle analytischen Auf-
träge zum Hohenheimer Futterwert-
Test (HFT) übernimmt.
Traditionsgemäß ist das Labor der LLG
in Bernburg auf die Analyse von wichti-
gen Qualitätsparametern der Back- und
Malzeigenschaften von Getreide spezia-
lisiert (Abb. 42). Der Untersuchungsum-
fang für die beiden Partner betrug 2015
insgesamt 206 Proben. Diese weitere
Steigerung in der Probenanzahl ist
durch zusätzliche Versuchsfragestellun-
gen aus den Bereichen Acker- und
Pflanzenbau zur Wirkung der N-Dün-
gung auf die Backqualität begründet.
Abb. 41: Analytik Perfluorierter Tenside (PFT)
im Labor der BfUL
Mit der arbeitsteiligen Durchführung von
Analysen wurden 2015 insgesamt 268
Proben
abgesichert.
Abb. 42: Backversuche in der LLG zur Bewertung
von neuen Sorten oder der Wirkung von
N-Düngungsstufen

| 51
Kompetenzprüfung privater Untersu-
chungsstellen nach AbfKlärV, Bio-
AbfV und DüV
Die enge Kooperation zwischen der TLL
und der BfUL wurde mit der arbeitsteili-
gen Organisation, Durchführung und
Auswertung des Länderübergreifenden
Ringversuchs nach Fachmodul Abfall
(LÜRV-A) 2015 fortgesetzt. Die Aus-
richtung des sehr aufwendigen Teilring-
versuchs Bioabfall 2015 erfolgte wie in
den Vorjahren gemeinsam durch die
BfUL und die TLL (Probenvorbereitung:
BfUL und TLL; Durchführung und Aus-
wertung: TLL). Hier sind zusätzlich das
LHL Hessen und die Universität Hohen-
heim an der Organisation und Durchfüh-
rung beteiligt.
Die Diskussion der Ergebnisse der Teil-
ringversuche Boden, Klärschlamm und
Bioabfall des LÜRV-A 2015 erfolgte auf
dem gemeinsamen Labortag Sach-
sen/Thüringen am 27.01.2016 in Nos-
sen.
Saatgutprüfung und -anerkennung
Schwerpunkt der Zusammenarbeit im
Bereich der Saatgutprüfung und -aner-
kennung war und ist die Einführung des
neuen webbasierten Fachanwenderpro-
grammes zur Anerkennung von Saatgut
und Pflanzkartoffeln (SaproKapro 2012).
LLG und BfUL haben seit 2014 das
neue Programm in den Routinebetrieb
überführt. Die TLL steigt zum
01.01.2016 in die Routinenutzung ein.
Das Programm wird mittlerweile bun-
desweit von den meisten Anerken-
nungs- bzw. Prüfstellen genutzt.
Methodenentwicklung in der landwirt-
schaftlichen Analytik
Die kosten- und arbeitsintensive Ent-
wicklung, Adaption und Validierung
neuer amtlicher Untersuchungsverfah-
ren sowie deren Umsetzung in die Rou-
tineanalytik gehören zu den Schwer-
punktaufgaben der staatlichen Untersu-
chungslabore. Im Jahr 2015 wurden
wiederum gemeinsame Methodenvali-
dierungen durchgeführt bzw. konzeptio-
nelle Arbeiten weitergeführt.
Schwerpunkte 2015 waren dabei die
Ergänzung der VDLUFA-Methode zur
Bestimmung von Fluor in Pflanzen und
Futtermitteln mit ISE (Federführung:
LLG), die Validierung der Thalliumbe-
stimmung in organischen Düngemitteln,
Pflanzen und Nahrungsmitteln mit
GFAAS und ICP-MS (Federführung:
LTZ Baden-Württemberg), die Validie-
rung einer Multimethode zur Bestimmung
von ausgewählten Elementen in Misch-
und Mineralfutter sowie Düngemitteln
mittels ICP-MS (Federführung: BfUL)
und einer Multimethode zur Ultraspu-
renbestimmung der ndl-PCB in Futter-
mitteln (Federführung: LAVES Nieder-
sachsen) sowie der Erfahrungsaus-
tausch zur Stabilität von Standards im
Bereich der organischen Rück-
standsanalytik (Federführung: LLBB)
und zur Faseranalytik, insbesondere
zum Faser gebundenen Protein
(NDLXP) in Futtermitteln (Federführung:
Uni Bonn).
Das Landwirtschaftliche Untersu-
chungswesen der LLG wurde in 2015
beauftragt, die PCR-Analytik für den
Nachweis tierischer DNA in Futtermitteln
in Halle aufzubauen. Da hierzu bereits
praktische Erfahrungen in Nossen und
Jena vorliegen, wurde die Möglichkeit
der Konsultation genutzt und die vorge-
sehene technische Ausstattung in ver-
gleichbarer Weise vorgenommen.

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52 |
6. Organigramm der BfUL
Geschäftsführer
Radebeul
Stabstellen
- Controlling/NSM
- Integriertes Managementsystem (IMS)
- Arbeitssicherheit
-
Justitiariat, Innenrevision, Datenschutz
Geschäftsbereich 1
Verwaltung
Radebeul
Geschäftsbereich 2
Umwelt-
radioaktivität
Radebeul
Geschäftsbereich 3
Messnetzbetrieb
Wasser und
Meteorologie
Radebeul
Geschäftsbereich 4
Messnetzbetrieb
Luft
Radebeul
Geschäftsbereich 5
Labore Umwelt
Nossen
Geschäftsbereich 6
Labore Landwirt-
schaft
Nossen
Fachbereich 11
Allgemeine
Verwaltung/
Bau- und Liegen-
schaften
Fachbereich 12
Personal/
Information und
Kommunikation
Fachbereich 13
Kaufmännischer
Bereich
Fachbereich 20
Zentrale Fach-
aufgaben
Fachbereich 21
1. Landesmess-
stelle
Fachbereich 22
2. Landesmess-
stelle
Chemnitz
Fachbereich 31
Lysimeterstation
Brandis
Fachbereich 32
Messnetzbetrieb
Wasser und
Meteorologie
Radebeul, Görlitz
Fachbereich 33
Messnetzbetrieb
Wasser und
Meteorologie
Chemnitz
Fachbereich 34
Messnetzbetrieb
Wasser und
Meteorologie
Leipzig
Fachbereich 41
Immissions-
messungen
Sachgebiet
Qualitäts-
management
Fachbereich 52
Spezielle
Wasseranalytik
Fachbereich 53
Allgemeine
Wasseranalytik
Fachbereich 54
Gewässerökologie
Bad Düben,
Chemnitz, Görlitz,
Nossen
Fachbereich 55
Messnetz
Naturschutz
Nossen,
Neschwitz
Fachbereich 61
Produktionsmittel
Fachbereich 63
Landwirtschaftli-
che Erzeugnisse,
Veredlungspro-
dukte
Fachbereich 64
Saatgut
Fachbereich 65
Phytopathologie
Fachbereich 42
Emissions-
messungen
Fachbereich 51
Bodenanalytik
Fachbereich 62
Pflanzen,
Futtermittel

| 53
7. Abkürzungsverzeichnis
Abt. = Abteilung
ADCP = Akustischer Doppler-Strömungsmesser (Acoustic Doppler Current Profiler)
AOX
= Adsorbierbare organisch gebundene Halogene
AMN = Agrarmeteorologisches Messnetz
AQS = Analytische Qualitätssicherung
ARGE-ELBE = Arbeitsgemeinschaft-Elbe
BEE = Besondere Ernteermittlung
BDF = Bodendauerbeobachtungsfläche(n)
BfS
= Bundesamt für Strahlenschutz
BImSchG = Bundesimmissionsschutzgesetz
BLE
= Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung
CSB = Chemischer Sauerstoffbedarf
DAP = Deutsche Akkreditierungssystem Prüfwesen GmbH
DAKKS = Deutsche Akkreditierungsstelle GmbH
DDP = Deskriptives Datenprotokoll
DFÜ = Datenfernübertragung
DLG = Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft
DVK = Düngemittelverkehrskontrolle
EG = Europäische Gemeinschaft
EMAS
= Eco Management and Audit Scheme/Umwelt-Audit
EU-WRRL
= Wasserrahmenrichtlinie der EU
ESA = Emissionssimulationsanlage
FAG = Facharbeitsgruppe
FB = Fachbereich
FM = Frischmasse
FFH = Flora-Fauna-Habitat
FuE-Vorhaben
= Forschungs- und Entwicklungs-Vorhaben
FIS = Fachinformationssystem
GBZ = Gesamtbakterienzahl
GC/MS
= Gaschromatograph mit Massenspektrometer
GIS = Geoinformationssystem
GPS
= Global Positioning System
GVO = Gentechnisch veränderter Organismus
GW = Grundwasser
HVS = High-Volume-Sampler
HPLC
= High Performance Liquid Chromatography
KBM = Kleine Baumaßnahme
KLR
= Kosten- und Leistungsrechnung
IfT
= Institut für Troposphärenforschung
IKSE
= Internationale Kommission zum Schutz der Elbe
IMIS
= Integriertes Mess- und Informationssystem des Bundes zur Überwachung der
Radioaktivität in der Umwelt
IMS
= Integriertes Management System
ISTA
= International Seed Testing Association

54 |
LLFG
= Landesanstalt für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (Sachsen-Anhalt)
LAWA = Länderarbeitsgemeinschaft Wasser
LAG = Länderarbeitsgemeinschaft
LC/MS/MS
= Flüssigchromatograph mit Tandem-Massenspektrometer
LKA = Landeskriminalamt
LfULG
= Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie
LHWZ = Landeshochwasserzentrum
LTV = Landestalsperrenverwaltung
LUA
= Landesuntersuchungsanstalt für das Gesundheits- und Veterinärwesen Sachsen
LIMS
= Labor-Informations- und Managementsystem
LPA = Leistungsprüfanstalt
NSM = Neues Steuerungsmodell
ODL = Ortsdosisleistung
OW = Oberflächenwasser
PFT = Perflourierte Tenside
QM = Qualitätsmanagement
SäHO = Sächsische Haushaltsordnung
SIB
= Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement
SID
= Staatsbetrieb Sächsische Informatik Dienste
SMF
= Sächsisches Staatsministerium für Finanzen
SMUL
= Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft
SOP
= Standard Operating Procedure (Standardarbeitsvorschrift)
SVK = Saatgutverkehrskontrolle
TLL
= Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft
UFZ = Umweltforschungszentrum
UG = Untersuchungsgebiete
UMS = Umweltmanagementsystem
UIS = Umweltinformationssystem
VA = Verfahrensanweisung
VDLUFA
= Verband Deutscher Landwirtschaftlicher Untersuchungs- und Forschungsan-
stalten
VFT
= Verein Futtermitteltest e. V.
WISKI
= Wasserwirtschaftliches Informationssystem Kisters
ZIEL
= Zentralinstitut für Ernährungs- und Lebensmittelforschung

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Herausgeber:
Staatliche Betriebsgesellschaft für Umwelt und Landwirtschaft
Altwahnsdorf 12, 01445 Radebeul
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Telefax: +49 351 8312-509
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André Thomaschewski
George-Bähr-Straße 8
01069 Dresden
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