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Nummer 55, seit 1999
1
2

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Mutter – Kind – Tag am
18.11.2017 in der JVA Chemnitz
„HaftLeben“ sprach dazu kurz mit Frau
Parthum vbom Sozialdienst.:
Soziale Kontakte können nur sehr
eingeschränkt aufrechterhalten werden, so
dass sich das "Familienleben" zumeist auf
die Besuchszeiten beschränkt.
Straffälligkeit und Inhaftierung bedeuten für
die
Eltern
eine
enorme
psychische
Belastung, die wiederum die Kinder zu
spüren bekommen. Die Inhaftierung der
Mutter
bedeutet
einen
gravierenden
Einschnitt für die Lebenswelt eines Kindes.
Deshalb sollten die Rahmenbedingungen,
insbesondere im geschlossenen Vollzug, für
den Kontakt des Kindes mit der inhaftierten
Mutter
an
den
Bedürfnissen
des
Kindes
ausgerichtet werden. ...
In der nächsten Ausgabe dazu mehr.
Catleen,
M.
schrieb:
(HL-Red.
gekürzt)
Vier
Stunden
des
Eingesperrtseins
und
die
Trennung
von
der
Familie
vergessen.
Das
Zusammensein genießen. Die Vorbereitungen dafür
liefen schon lange. Geld und Zeit wurde investiert,
Kuchen
gebacken,
umgeräumt,
Bastelecken
eingerichtet und jede Kleinigkeit liebevoll vorbereitet.
Der Anspruch war groß, die Freude noch größer.
Nach gemeinsamem Kaffee trinken und Kuchen
essen, ging es auf zu einer Überraschung. Alle
gemeinsam durften wir den Auftritt eines Clowns
bewundern, und das hatte seine Auswirkungen. So
viel und so herzlich gelacht wird an so einem Ort
wahrscheinlich eher selten. Überraschung gelungen!
Nach Gemüse, Frikadellen, lecker Knoblauchbutter
und Baguette konnten die Mütter mit ihren Kindern
spielen, Kekse bemalen und basteln. Die Zeit
verging viel zu schnell, aber wir konnten für
4 Stunden unsere Liebsten sehen, in den Arm
nehmen und die Gitter vergessen.
Ein großer Dank an Frau Parthum und Frau Göbel
Jenifer K. sagte:
(HL) Welche Freude, wir haben die Tage
gezählt bis zum 18.11.2017. Die Vorfreude auf unsere
geliebten Kinder, bei mir, mein Sohn - Colin Maurice
11 Jahre -, nach den ganzen letzten Wochen, die viel
Tränen und Sehnsucht mitbrachten, endlich ein Lichtblick.
Die fast 4 Stunden waren wundervoll. Kurzeitig hätte man
fast vergessen können, wo wir sind. Jede Sekunde haben
wir ausgekostet, ob bei der (Clown) Augustine oder beim
Essen und bei den Gesellschaftsspielen. Es ist richtig toll,
dass man in der JVA solche Möglichkeiten bekommt. Ich
werde den Tag in fröhlicher Erinnerung halten. Danke.
Kathleen O. meinte
: (HL) Am schönsten fand ich
diesmal die "unbeschwerte" Zeit mit meiner
Familie und die „normale“ Atmosphäre. Clown
Augustine hat ein tolles Mitmach-Programm für
die Kinder gemacht. Danke!
Alle Fotos JVA Chemnitz, auf Wunsch und zum Schutz der
Kinder wurden die Gesichter durch die Red. HL „verändert“.

Haft Leben
3
Ellis
Kaffeekränzchen“……..…..……………….. 4
Grüße zum Jahreswechsel ………………………
5
Anstaltsleitung…..………………………….……… 6
Die neue Torwache…………...…….……... 7 und 8
Begegnungen ……….………………….….
9 bis 12
Fragen an den Anstaltsbeirat, Teil 2… 13 bis 15
GMV und Gef.-Gewerkschaft.……..……………. 15
Auch Fragen an Deine Zukunft?…..……….…... 16
HL-Jahreshoroskop 2018 .……..………
17 und 20
HL-Kalender 2018…..……..………..…… 18 und 19
Ausgang in Chemnitz, Teil 1…….…….
21 und 22
HL-Kleine Regelkunde, Tischtennis...23 und 24
Weihnachten im Knast…...………………………. 25
HL - Preisrätsel...….……..……………… 26 und 27
Kirche 2017….......…………………………...…….. 24
Impressum….………...…………………………..... 29
HL - Rezepte…….……….………………………….
31
Rätsel…….………………………... 30 und 32 bis 34
Inhaltsverzeichnis
Die Redaktion „HaftLeben“
bedankt sich bei Colin
Maurice,
11 Jahre (1) und
Anna Sophie, 8 Jahre (2) für
die handgemalten Titelbilder.
Wir wünschen Kerstin und
Manuela alles Gute für die
Zukunft!
Danke für eure Mitarbeit in
der Redaktion „HaftLeben“.
Ihnen liebe Leserinnen und
Leser und all jenen die
mitgewirkt haben, dass diese
Gefangenenzeitung überhaupt
entsteht, wünscht die
Redaktion ein schönes
Weihnachtsfest und ein
gesundes neues Jahr 2018.
Danke für Ihre Hilfe!
„Strafvollzug ohne Perspektive
ist ein schweres Verbrechen.“
Andreas Tenzer, deutscher Philosoph
und Pädagoge

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4
Gefangenenzeitung „Haft Leben“, JVA Chemnitz
Nr. 55, Weihnachten 2017
„Ellis“ Kaffeekränzchen
Ellis Weihnachtswünsche
Tipp, Tapp - schnell lief Elli die verschneiten Stufen
nach oben ins Warme. Huhh, ist es hier schön
warm. Elli schüttelte sich den Schnee vom Fell und
lief den Gang entlang. In der Mitte sah sie einen
bunt geschmückten Baum. ER sah sehr schön aus,
es hingen viele bunte Kugeln daran, kleine Sterne
und die Lichterkette brachten den Baum zum
Glänzen. Sie hielt eine Minute inne und bestaunte
den Baum - so muss es wohl sein, wenn die
Menschenkinder den Weihnachtsbaum bestaunen,
so wie die Frauen es immer erzählen. Dann hörte
Elli auch ein leises Singen: „Alle Jahre wieder...“.
Sie schlich sich langsam an die Tür nebenan und
hörte dem Chor zu. Ihr wurde immer wärmer ums
Herz und sie genoss diese besinnliche Stimmung.
Doch dann erschrak sich Elli, sie hörte wieder
dieses Schlüsselgeräusch, das auf sie zu kam -
sogleich dachte sie daran, wie sie aus dieser
schönen Stimmung eben gerissen wurde und wie
sich die Frauen denn jetzt so fühlen müssen. Es ist
doch die schönste Zeit im Jahr. Schnell versteckte
sich Elli hinter dem schön geschmückten Baum und
beobachtete, wie eine Bedienstete mit einer Frau
den Gang entlang kam. Die Frau weinte, es liefen
dicke Tränen über ihr Gesicht. Sie verschwand in
einem Zimmer und wurde eingeschlossen. Elli
wartete, bis die Bedienstete wieder weg war und
lief zu der Frau. Elli ist immer wieder froh darüber,
dass sie durch die geschlossenen Türen gehen
kann. Vorsichtig näherte sie sich der Frau. Ihr
Gesicht war in den Händen verborgen. Elli schlich
sich um die Beine der Frau. Langsam schaute
diese hoch und sagte vertraut: „Ach Elli. Es ist
wieder soweit. Weihnachten steht vor der Tür - das
Fest der Liebe. Nur leider wird es auch dieses Jahr
wieder sehr schwer. Ich hatte eben Besuch. Meine
Kinder waren da. Sie sind schon so groß geworden
und haben so kleine Wünsche. Doch die wichtigste
Frage war wieder, wann ich endlich nach Hause
komme.“ Die Frau schwieg. Elli sah, wie wieder
dicke Tränen über ihre Wangen liefen. Elli wusste
gar nicht, wie sie jetzt reagieren sollte. Es ist
gefühlt die schlimmste Zeit - dieses Weihnachten.
Jetzt fließen immer so viele Tränen in dieser Zeit,
die Frauen haben gefühlt am wenigsten Hoffnung.
Sie
erinnerte
sich
an
die
vergangenen
Weihnachten. Die Frauen waren leider auch in
dieser
Zeit
der
Liebe
und
Hoffnung
viel
eingeschlossen.
Man
hörte
nur
wenige
Weihnachtslieder
oder
schönes
besinnliches
Lachen - so wie man dies doch gerne hätte. Aber
sie erinnerte sich auch, wie sie als kleines
Kätzchen Weihnachten bei ihrer Katzenmama
verbrachte. Da war immer so ein Gefühl von
Wärme,
von
Glück
und
dieser
tolle
Lebkuchengeruch. All das vermisste sie hier. Und
wahrscheinlich haben es die Frauen dieses Jahr
noch schwerer. Es muss wohl seit Monaten so
sein, dass die Frauen viel öfter in ihren Räumen
eingeschlossen sind. Es gibt keine oder nur wenige
lustige Runden mehr, keine Kochszenarien, wo es
immer so lecker riecht. Das war Elli auch schon
aufgefallen. Jetzt in dieser Zeit der Geborgenheit
scheint es wirklich noch viel schlimmer. Die
Einsamkeit ist wirklich erdrückend. Sie schaute
wieder zu der Frau auf. Vorsichtig fragte sie, was
sich die Frau wünschen würde zu Weihnachten.
Die Frau überlegte sehr lange, dann sagte sie „Zeit
- mit meiner Familie, wäre unbezahlbar. Nur ein
paar Stunden wären so schön. So hätte ich
vielleicht das Gefühl, nicht nur weggesperrt zu sein.
Selbst ein paar gemeinsame Stunden mit den
Frauen hier wären besser als nur die Sekunden in
der Zelle zu zählen und hoffnungslos aus dem
Fenster zu schauen!“ Es sollte doch sicherlich
möglich sein, denkt Elli und verabschiedet sich. Sie
möchte schnell noch zu Frau König-Bender und
schauen, ob es nicht zu Weihnachten möglich
wäre, die Frauen ein wenig mehr Zeit zusammen
verbringen können. Auf dem Weg zu ihr kam sie
jedoch auch an einer Gruppe von Frauen vorbei.
Sie musste auch hier noch ein wenig inne halten
und beobachtete die Frauen. Nach einer Weile
begriff sie, dass die Frauen ein Krippenspiel übten.
Wie schön - dachte sie. Sie erkannte schnell, dass
die Frauen viel Engagement und Freude in dieses
Stück steckten. Und sie bedankte sich innerlich
auch bei den vielen ehrenamtlichen Personen, die
das ganze Jahr für die Frauen da sind. Sie
unterstützen, ihnen Möglichkeiten geben und eben
solche tollen Projekte ermöglichen. Dann erinnerte
sie sich, dass sie auf dem Weg weiter musste,
denn auch sie wollte den Frauen gerade zur
Weihnachts-zeit viel schenken - nämlich Zeit,
Hoffnung und Liebe. In dieser schweren, schönen
Weihnachtszeit.
Elli
legte
sich
am
Abend
unter
dem
Weihnachtsbaum, sie summte ein Lied und
wünscht
allen
Frauen
ein
paar
besinnliche
Weihnachtstage und viel Hoffnung und Kraft für das
noch Kommende.
Ein katzenfröhliches Weihnachten - eure Elli

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Haft Leben
5
Grüße zum Jahreswechsel
Sehr geehrte Damen,
ich grüße Sie und wünsche Ihnen trotz der
gegebenen Umstände, unter denen Sie gerade
leben, ein ruhiges Weihnachtsfest. Ich glaube, dass
Ihre Angehörigen Sie besuchen werden, und sollte
dies aus welchen Gründen auch immer persönlich
nicht möglich sein, so werden Sie doch mit Ihnen
telefonisch oder schriftlich in Kontakt treten. Mein
Eindruck ist, dass Frauen den Gefängnisaufenthalt
schwerer als Männer ertragen, besonders dann,
wenn sie Mütter von kleinen Kindern sind. Deshalb
fahre ich regelmäßig in die JVA Chemnitz und
werde dies auch im Jahr 2018 fortsetzen.
Erreichbar bin ich telefonisch (dienstags 8:00 -
12:00 h, freitags 13:00 - 16:00 h), aber auch per
Post unter der folgenden Adresse: EBS Dresden,
Schandauer Str. 4A, 01796 Pirna, Tel.
03501/5091890. Es besteht für Ihre Angehörigen
und Freunde darüber hinaus auch die Möglichkeit,
mich mittwochs von 9:00 - 12:30 h in der
tschechischen Außenstelle meines Büros in 405 02
Děčín, Zbrojnická 7, Tel. 412 517 368 zu erreichen.
Ich wünsche Ihnen viel Glück für das Jahr 2018.
Martin Loukota, Sozialarbeiter, Ihr
Ansprechpartner der EBS
Vážené dámy,
chtěl bych Vás tímto pozdravit a popřát Vám v
rámci Vaší situace klidné vánoce. Věřím, že Vás
Vaši blízcí navštíví buď osobně,a nebo, pokud to
není z různých důvodů možné, s Vámi budou v
telefonickém nebo písemném kontaktu.Myslím si,
že ženy pobyt vězení snášejí hůř než muži,
zejména pokud jsou matkami a mají malé děti. I
proto do JVA Chemnitz pravidelně jezdím a nadále
i v roce 2018 jezdit budu. K zastižení jsem i
telefonicky, případně poštou na adrese:EBS
Dresden, Schandauer Straße 4A, 01796 Pirna, Tel.
03501/509 1890 (úterý 08.00-12.00 hod., pátek
13.00-16.00 hod.).Případně mě Vaši rodinní
příslušníci a přátelé zastihnou každou středu od
09.00 hod. do 12.30 hod. v externí české kanceláři
v 405 02 Děčín, Zbrojnická 7, Tel. 412 517 368.
Přeji Vám hodně štěstí v novém roce 2018!
Martin Loukota, sociální pracovník EBS
Dresden
Sehr geehrte Damen und Herren,
zu Weihnachten und Neujahr 2018 wünscht Ihnen,
Ihren Familien und Ihren Angehörigen die
Europäische Beratungsstelle für Straffälligen- und
Opferhilfe alles Gute, viel Gesundheit und dass alle
Ihre täglichen Entscheidungen immer richtig
getroffen werden.
Kontakt: Europäische Beratungsstelle für
Straffälligen- und Opferhilfe, Rothenburger Str. 3,
02826 Görlitz, Tel. 03581 879819, E-Mail:
ebs.goerlitz@freenet.de
Szanowni Państwo!
Na Święta Bożego Narodzenia i Nowy Rok 2018
Europejski Punkt Pomocy Osobom Podlegającym
Karze i Ofiarom Przestępstw życzy Państwu oraz
Państwa rodzinom i wszystkim bliskim wszelkiego
dobra, dużo zdrowia oraz aby wszelkie codziennie
podejmowane przez Państwa decyzje były zawsze
właściwe.
Kontakt: Europejski Punkt Pomocy Osobom
Podlegającym Karze i Ofiarom Przestępstw,
Rothenburger Str. 3, 02826 Görlitz, Tel. 03581
879819, E-Mail: ebs.goerlitz@freenet.de
Fotos, frei: pexels.com/photos/236586 und 160554

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6
Gefangenenzeitung „Haft Leben“, JVA Chemnitz
Nr. 55, Weihnachten 2017
Der Weihnachtsmann kommt in den
Knast
(Gedicht)
Lieber guter Weihnachtsmann,
jetzt ist`s soweit, jetzt bist du dran.
Mein Chef ist nämlich Rechtsanwalt.
Der klagt dich an, der stellt dich kalt.
Schon seit vielen hundert Jahren,
bist du nun durch das Land gefahren,
ohne Nummernschild und Licht.
Auch TÜV und ASU gab es nicht.
Dein Schlitten eignet sich nur schwer,
zur Teilnahme am Luftverkehr.
Es wird vor Gericht zu klären sein:
Besitzt du 'nen Pilotenschein?
Durch den Kamin ins Haus zu kommen,
ist rein rechtlich streng genommen
Hausfriedensbruch - Einbruch sogar.
Das gibt Gefängnis, das ist klar.
Und stiehlst du nicht bei den Besuchern,
von fremden Tellern Obst und Kuchen?
Das wird bestraft, das muss man ahnden.
Die Polizei lässt nach dir fahnden.
Es ist auch allgemein bekannt,
du kommst gar nicht aus diesem Land.
Wie man so hört, steht wohl dein Haus
am Nordpol, also sieht es aus,
als kämmst du nicht aus der EU.
Das kommt zur Klageschrift dazu!
Hier kommt das Deutsche Recht zum Tragen.
Ein jeder Richter wird sich fragen,
ob deine Arbeit rechtens ist,
weil du ohne Erlaubnis bist.
Der Engel, der dich stets begleitet,
ist minderjährig und bereitet
uns daher wirklich Kopfzerbrechen.
Das Jugendamt will mit dir sprechen!
Jetzt kommen wir zu ernsten Sachen.
Wir finden es gar nicht zum Lachen,
dass Kindern du mit Schläge drohst.
darüber ist mein Chef erbost.
Nötigung heißt das Vergehen
und wird bestraft, das wirst du sehen,
mit Freiheitsentzug von ein paar Jahren.
Aus ist's bald mit dem Schlittenfahren.
Das Handwerk ist dir bald gelegt,
es sei denn dieser Brief bewegt dich,
die Kanzlei reich zu beschenken.
Dann wird mein Chef es überdenken.
von Fred Staffen aus "Zusammen" Lehrbuch für Sprachen Otava 2001
Gedicht
(HL/Red.) Leider ist die angekündigte E-Mail der Anstaltsleitung nicht vor der Drucklegung in der Redaktion „HaftLeben“ angekommen.
Deshalb wurde hier eine Ersatzseite hier eingefügt.
Foto: Archiv „HaftLeben“, 12/2015

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Haft Leben
7
Die neue Torwache
Ausschnitt
vom
Grundriss
des
Besucherbereiches der neuen Torwache
(Erste Veröffentlichung, Gefangenenzeitung „HaftLeben“, Weihnachten 2015)
Alle Texte und Bilder dieser Seite,
Stand 09/2015)
Die Redaktion bedankt sich beim Architekturbüro Kerstin Bochmann,
Chemnitz, und bei der Anstaltsleitung für die Unterstützung!
Sitzgruppe im Freien,
Spielfläche mit Spielgeräten
für Kinder
(HL/Red.) Leider ist die angekündigte E-Mail der Anstaltsleitung nicht vor der
Drucklegung
in
der
Redaktion
„HaftLeben“
angekommen.
Deshalb wurde hier eine Ersatzseite hier eingefügt.

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8
Gefangenenzeitung „Haft Leben“, JVA Chemnitz
Nr. 55, Weihnachten 2017
Die neue Torwache
(HL/Red.) Leider ist die angekündigte E-Mail der Anstaltsleitung nicht vor der
Drucklegung
in
der
Redaktion
„HaftLeben“
angekommen.
Deshalb wurde hier eine Ersatzseite hier eingefügt.
Diese drei Originalbilder von der
neuen
Torwache
wurden
der
Redaktion „HaftLeben“ von der
Anstaltsleitung am 14.11.2017 zur
Verfügung gestellt.

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Haft Leben
9
Begegnungen „Riegel“ vs. „HaftLeben“
Treffen mit der „Riegel“-Redaktion
(HL/PJO) Am 28.09. war es endlich wieder soweit,
unser jährliches Treffen mit den Jungs von der „Der
Riegel“-Redaktion aus der JVA Dresden stand
bevor. Pünktlich 09:00 Uhr kam der Schubbus bei
uns an. Wir hatten dank unseres Lutz Richters
Kaffee und etwas zum Knabbern vorbereitet. Nach
einer kurzen Vorstellungsrunde waren schnell die
Themen gefunden. So tauschten wir uns nicht nur
über die Redaktionsarbeit aus. Gleich haben wir
uns auch darauf verständigt, dass wir unsere
erarbeiteten Texte austauschen könnten - nicht nur
einmal im Jahr. Für das nächste Heft der
„HaftLeben“ und des „Der Riegel“ haben wir das
gemeinsame Thema „Begegnungen“ festgelegt, so
schreiben wir Frauen und die Dresdner Jungs zu
einem Thema in beiden Gefangenenzeitungen.
Ein weiteres Gesprächsthema waren natürlich auch
die Aufschlusszeiten. Leider bestätigten auch die
Jungs, dass auch bei ihnen der Aufschluss
momentan sehr eingeschränkt ist. Schade, denn
eigentlich sollte es, auch im Interesse unserer
Resozialisierung, so etwas nicht mehr geben. Wir
alle hoffen dennoch, dass für uns Frauen und
Mädchen hier und die Jungs in der JVA Dresden
bald hier eine bessere Lösung gefunden wird.
Wir alle sind der Meinung, dass das Treffen der
beiden
Redaktionen
für
uns
alle
sehr
gewinnbringend war und bedanken uns nochmals
ausdrücklich bei den Anstaltsleitungen und den
Mitarbeitern beider JVA‘s, die dieses Treffen
möglich gemacht und mit vorbereitet haben. Danke!
Wir jedenfalls freuen uns schon auf das nächste
Treffen.
Ach ja, was ich noch schreiben wollte: „Ein
zweimaliges Treffen unserer Redaktionen im Jahr
wäre auch nicht schlecht…“, was meinen Sie als
Verantwortliche?
Riegel trifft Haftleben
(Riegel/P.S. und Cuba) Am 28.09.2017 begaben
wir, die Riegelredaktion, uns auf den abenteuer-
lichen Weg zur JVA Chemnitz, um mit unseren
Kolleginnen der Haftleben-Redaktion einen frucht-
baren
Gedankenaustausch
vorzunehmen.
Die
Reise startete, wie die meisten durch die Justiz
organisierten, mit dem Warten in einer schäbigen
Transportzelle - was für ein Aushängeschild.
Sei‘s drum. Die Fahrt verging schnell und der
Empfang in Chemnitz durch die Schlüsselträger war
herzlicher
als
erwartet.
Auch
die
Gesamt-
erscheinung der Chemnitzer Anstalt ist über-
raschenderweise,
trotz
ihres
Alters,
weitaus
angenehmer als unser schöner nagetierbefallener
Bunkerbau. Auch der Raum samt Gebäude, in dem
die Sitzung stattfand, war so strahlend heraus-
geputzt, dass wir, neidisch geworden, nachfragten,
ob hier alles so schön sei.
Ernüchternd wurde uns mitgeteilt, dass dies, wie so
oft, nur ein weiteres Potemkin’sches Dorf der
sächsischen Justiz ist.
Nun ja … einem geschenkten Gaul …
Die Mädels hingegen waren pur und echt darauf
bedacht, uns allen die paar Stunden so angenehm
wie möglich zu gestalten. Es gab Kaffee, Kuchen,
Obst, Süßigkeiten für Aug und Mund und alles aus
ihrer eigenen Tasche.
Die Sitzung selbst verlief - Schande dem, der Übles
denkt - fruchtbar, erregend und humorvoll. Die
durch Herrn Richter (Haftleben) und Herrn Prof.
Kleinert
vorbereiteten
Gesprächsthemen
-
Installation eines Resozialisierungsgesetzes und
der
diesen
Riegel
bestimmende
Gegenstand
Begegnung - wurden von uns gut aufgenommen
und freudig diskutiert.
Leider - lag es an der schönen Atmosphäre oder
etwa
an
dem
unbewachten
Austausch
der
Gefangenen
unterschiedlicher
Haftanstalten?
-
verflog die Zeit viel zu schnell.
Nichts desto trotz, wollen wir - Daniel, Sascha,
Peter, Falko und Herr Kleinert - uns bei euch Astrid,
Jenifer, Kathleen, Peggy, Gabriele und allen guten
Geistern, die dieses Treffen möglich machten,
bedanken.
Und wir hoffen - ungeachtet des kleinen Seiten-
hiebes, s.o. - auf eine Fortsetzung im nächsten
Jahr.
Bild ähnlich, zur Veranstaltung wurden keine Bilder gemacht .
Quelle: pixabay.com

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10
Gefangenenzeitung „Haft Leben“, JVA Chemnitz
Nr. 55, Weihnachten 2017
HL- Thema: Begegnungen
Begegnungen... passieren jeden Tag
(HL/PJO) Begegnungen - sie betreffen uns alle,
jeden Tag begegnen wir Personen. Mit einigen
fühlen wir uns von der ersten Minute an verbunden,
andere können wir nicht „riechen“. Die meisten
Begegnungen sind Zufälle im Leben, Schicksal
irgendwie. Einige Menschen begleiten uns ein Leben
lang, andere über einen gewissen Zeitabschnitt,
andere vielleicht nur ein paar Stunden. Mit wem wir
unser Leben teilen, bleibt im Großen und Ganzen
uns überlassen und auch ob aus einer Begegnung
mehr wird als nur ein Gespräch, ein Blick. Wen wir
an unserem Leben teilhaben lassen, können wir
selbst entscheiden. Auch hier, in diesen oft
schwierigen Stunden im Gefängnis, entscheidet
jeder von uns selbst, wen wir mehr als nur begegnen
möchten. Es ist hier eine besondere Situation, denn
die Entscheidung liegt nicht in unserer Hand, wen wir
hier begegnen. Das Schicksal fügt uns irgendwie
zusammen. Jedoch - ob es mehr wird als nur ein
„Hallo“ auf der Piste oder ein paar ungläubige Blicke,
das liegt bei jedem von uns selbst. Denn auch hier
findet man Menschen, die gleich „ticken“ wie man
selbst. Mit denen man auch in diesen schwierigen
Situationen hier viel teilen kann. Die einem helfen
über viele schwere Stunden, über die eine oder
andere Träne, aber auch - man glaubt es kaum -
über die ein oder andere Fröhlichkeit.
Nutzt die Begegnungen hier, um euch das Leben
so angenehm wie möglich zu machen. Das Leben
ist schwer genug.
Begegnung des Schicksals
(HL/JeCo) Mein Name ist Jenifer (27), aus W.
Wo fange ich bei all den Begegnungen nur an?
Ich wurde am 2017 in meiner Wohnung
aufgegriffen, nachdem gegen mich Haftbefehl
erlassen wurde.
Auf dem Weg nach Chemnitz in die JVA begegnete
ich bereits zahlreichen Emotionen meinerseits,
Ungewissheit, Trauer, Sehnsucht und vor allem
Ehrfurcht sind wohl die stärksten in diesem Moment
gewesen.
Ich hatte so wahnsinnige Angst vor der
kommenden Zeit.
Doch nach kürzester Zeit legten sich diese
Befürchtungen, zum Glück.
Hier in der JVA begegnete ich vielen starken
Persönlichkeiten, die jede ihre eigene Geschichte
hat.
Dennoch möchte ich Euch an einer ganz
bestimmten Begegnung teilhaben lassen.
Als ich nach 3 Tagen vom Zugang auf die 5. Station
verlegt wurde, begegnete ich einem faszinierenden
Menschen "Gabriele". Sie hat wenig später ein paar
Gespräche mit mir geführt und bald begann ich
dadurch, alles in einem ganz anderen Licht zu
sehen.
Ihre enorme Lebenserfahrung und ihre
unterschiedlichen Sichtweisen gegenüber dem
Leben verblüfften mich.
Darüber hinaus halfen mir die Gespräche sehr, vor
allem um mit der derzeitigen Situation besser
umgehen zu können und unbeschwerter diese Zeit
zu überstehen, ohne mir meinen Kopf mit all den
schlechten Gedanken zu zerbrechen.
Jedenfalls war diese Begegnung die einfluss-
reichste und vielleicht auch die wichtigste
Begegnung für mich, ebenso wie für meine Familie
und besonders für meinen Sohn, da ich nun fest an
Veränderung und Besserung von mir festhalte.
Danke dir, Gabi!!!
Es passiert vielleicht doch nichts ohne Grund.
Bild ähnlich, zur Veranstaltung wurden leider keine Bilder gemacht .
Quelle: 2x pixabay.com

Haft Leben
11
HL- Thema: Begegnungen
Begegnungen mit der Justiz und dem
Strafvollzug
HL/GKR) Ein sehr persönlicher Vergleich zwischen
Bayern und Sachsen
BAYERN:
Einmal in den „Mühlen“ gefangen, erfährt man
zumeist nicht das rechtsstaatliche Verfahren das
man sich vorstellt, sondern eher das Recht des
Staates; einseitige Ermittlungen, Vorverurteilung
und wenn es dienlich ist, wird die Presse bereits im
Ermittlungsverfahren hinzugezogen, bei mir sogar
ohne Wahrung der Identität. Fairness, Chancen -
Fehlanzeige! Ich zweifele sogar manchmal die
richterliche Unabhängigkeit an, da sich die Justiz in
meinem Fall als allwissend präsentiert - da werden
Juristen zu Experten in allen Bereichen der
Wirtschaft, des Finanz- und Bankenbereichs, der
Psychologie. Mir stellt sich die Frage: warum sich
Menschen spezialisieren, lernen, studieren, wenn
doch EINER alles weiß!
Kommunikation fand bei mir leider nicht statt!
Für mich ist dort die Kultur des Wegsperrens
angesagt und ich habe den Eindruck, dass die
menschliche Seele zerstört werden soll. Ich
betrachte das als eine unwürdige Behandlung, die
gegen alle Menschenrechte verstößt. Leider war
die Herabwürdigung nicht nur meiner Person an
der Tagesordnung. Alte Hafträume, kaltes Wasser,
sogar das Wiederaufleben von Krankheiten, wie
der Krätze und Kopfläuse habe ich erlebt, leider
war auch die Resozialisierung meist ein
unbekanntes Wort und ein Recht darauf hatte ich
schon gar nicht. Ja, es gab Essen - doch dieses
würde ich nicht mal meinen Tieren zumuten.
SACHSEN:
Hier erlebt man das Interesse am Menschen, am
Schicksal, die Resozialisierung steht im
Vordergrund, Bedienstete - die auch im größten
Stress Zeit finden für ein freundliches Wort und ein
Lächeln; die Hafträume sind sauber; das Essen ist
frisch und von guter Qualität - sowie abwechslungs-
reich; Staatsanwälte und Richter sind keine fernen
Herrenmenschen - sondern Menschen, die für
Kommunikation zur Verfügung stehen, selbst
Schreiben werden beantwortet und man nimmt die
Rückkehr ins Leben, zur Familie ernst, befasst sich
mit dem Menschen. Die Unterstützung und
psychologische Hilfe von Einzelgesprächen bis zu
Gruppentherapien ist vorhanden.
Der Jurist bleibt Jurist und holt sich die fachliche
Meinung vom Experten, wenn es sein muss bis ins
Detail. Man achtet auf die Gesundheit und
Sauberkeit; von Sport bis hin zu verschiedenen
Kursen versucht man Ablenkung und Abwechslung
zu bieten.
Bedauerlich stellt sich die Personalproblematik -
hier wurde wohl der „Nachwuchs“ etwas
vernachlässigt.
Begegnungen sind so eine Sache
(HL-ASP) Alles was man so von draußen kennt,
kann man hier im Gefängnis vergessen! Eine
Tatsache, die mich in den Monaten die ich hier bin,
deshalb bin ich hier oft auf die „Schnauze“
geflogen. Hier ist einfach alles anders! Man trifft auf
so viele verschiedene Nationen und Charaktere.
Leute, denen man im „normalen Leben“ nie
begegnen würde. Den meisten sollte man einfach
aus dem Weg gehen, doch das geht hier leider
nicht, andere dagegen schließt man gleich ins
Herz.
Manche sind anfangs nett... bis man entweder nix
mehr hat, nicht mehr macht was sie wollen oder
einfach nur das „wahre Gesicht“ zeigen. Mir als
Ersttäter geht das echt an die Psyche! Denn wenn
man merkt, dass über einen gelästert wird,
Gerüchte in den Raum gestellt werden oder „kleine“
Fehler riesige Kreise ziehen, ist es meist zu spät.
Auch privates, das im Vertrauen erzählt wurde,
dass dann aber jeder weiß, ist alles andere als
schön - das ist Scheiße! Hier ist alles gar nicht so
einfach, wie ihr sicher auch schnell feststellt habt.
Einige von euch verstellen sich nicht, die meisten
davon sind lieb und nett, hören zu, halten zu einem
und stehen mit Rat und Tat zur Seite, wenn du sie
brauchst! Danke. Leider gibt es davon sehr wenige
und diese zu finden ist echt schwer - aber nicht
unmöglich! Beim „Weggehen“ hat man dann meist
ein weinendes und ein lachendes Auge. Man freut
sich natürlich für sie, aber ist trotzdem todtraurig.
Weil einfach der gewohnte Halt und die
Unterstützung fehlt.
Ob wirkliche Freundschaften hier möglich sind?
Eine schwierige Frage, die ich euch so nicht
beantworten kann, das wird die Zeit zeigen. „That‘s
Life“ - so ist das Leben!
Mir hat einmal jemand gesagt: „Du kommst alleine
und du gehst alleine“. Ich für meinen Teil denke,
dieser Satz sagt alles! Sollte es anders sein, schön,
aber diese Aussage ist für mich zu einem Motto
geworden! Denn mit Begegnungen ist das eben so
eine Sache.

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Gefangenenzeitung „Haft Leben“, JVA Chemnitz
Nr. 55, Weihnachten 2017
HL- Thema: Begegnungen, die Riegel-Seite
Eine Reise
(Riegel/Cuba) An schönen Novembertagen kann
man vom Fenster des Freizeitbereiches meiner
Station aus, hinter der stacheldrahtgekrönten
Mauer, vor dem villenartigen Polizeigebäude einen
Baum in der Sonne sehen. Er, dessen Art zu
bestimmen ich von hier aus unfähig bin, ist zu
dieser Jahreszeit so entflammt vom Herbst, ein so
verheißungsvoller rot-goldener Fleck vor der
grauen Wüste aus Stahlbeton, dass er aussieht, als
wäre er eine Fackel, die Justitia fallengelassen hat.
Und an Tagen, an denen es mir gewährt wird,
meine Familie für eine kurze Stunde zu sehen,
brennt er so hell, dass es scheint, als könnte ihn
kein Vorbote des kommenden Winters zum
Erlöschen bringen.
Ich stehe am Fenster, die Besuchszeit liegt schon
eine halbe Stunde im Reich der Erinnerung und ich
versuche mir im Licht der Fackel klar zu machen,
was gerade geschehen ist.
Ich habe mir vor dem Besuch zu viel Zeit gelassen.
Damit hat es angefangen. Und wer sich zu viel Zeit
nimmt, wer zu spät kommt, den bestraft das Leben
in dieser Welt mit einem Besuchsraum, der wenig
kindgerecht ist. Vier Holzstühle und ein Tisch, den
vier karge Wände umschließen, sonst nichts.
Nichts, was die Phantasie anregen könnte. Nichts
im Vergleich zu den begehrten bunten Spiele-
zimmern. Nichts außer der traurigen Klarheit.
Es war das erste Mal, dass mein Besuch in einem
dieser
tristen
Zimmer
stattfand,
die
jedem
unverblümt zeigen wo er sich befindet.
Und ich dachte:
„Scheiße was machst du hier mit einer
Fünfjährigen? Verstecken? Hascher? Reise nach
Jerusalem, während Mama singt? Nein. Nein! Alles
scheiße.“ Kein Gedanke, keine Idee reichte, so
sehr sich mein Geist auch streckte, hinauf zur
Heiligkeit der bevorstehenden Stunde. Es war zum
Verzweifeln. Und als die Stimme meiner Tochter
durch die Tür drang, gab ich mich mit dem
Vorhaben, ihr eine Geschichte zu erzählen, völlig
unbefriedigt zufrieden.
Doch es kam anders. Als die Türe aufgeschlossen
wurde und mein kleiner Engel hineinschwebte,
veränderte sich nach ein paar Minuten der Raum.
Die kargen Wände nahmen alle möglichen Farben
an. Wurden Meer und Schloss, Krämerei und
Ponyhof. Tisch und Stuhl waren plötzlich lebendig,
sprachen und spielten mit uns. Das Reich der
Phantasie, der reinen kindlichen Fantasie, zog ein
und ich alter Gangster schmolz dahin, vergaß für
die Dauer dieser Stunde die Welt, die uns hier
gefangen hält.
Und nun, im Licht des Baumes vor dem Fenster,
verstehe ich, dass die Leichtigkeit der Kinder alle
Grenzen aufzuheben vermag. Dass ich den
Jungen, der ich einmal war, nicht verloren habe,
sondern mit ein wenig Hilfe meiner Tochter
problemlos, selbst hier in dieser Welt und ihren
kalten
Umständen,
wieder
finden
und
neu
entdecken kann.
Später, ich hatte diese paar Zeilen gerade fertig
geschrieben, die Sonne war schon lange hinter den
Horizont gekrochen, sagte ich mir „Gute Nacht“.
Das Wort stand im Raum, schaute sich seine
Klarheit an und verkroch sich schließlich unter
meiner Pritsche. Ich war wieder da.
Die Ehrenamtliche Mitarbeiterin Ilona
B. schrieb für den „Der Riegel“:
In den Jahren meiner ehrenamtlichen Arbeit im
Strafvollzug gab es die unterschiedlichsten
Begegnungen.
Die Begleitung eines Inhaftierten in seiner Haftzeit
ist für mich jedes Mal etwas Besonderes.
Ich lasse mich auf Menschen ein, die individueller
gar nicht sein könnten.
Bei einem meiner Besuche in den letzten Monaten
wurde ich gefragt, ob ich ein Stück Lebens-
geschichte erfahren möchte.
Noch bevor ich antworten konnte, begann der
Inhaftierte einen selbst geschriebenen Rap
vorzutragen. Ich saß da und ein Stück seines
Lebens zog an mir vorbei. Ungeschminkt, düster,
kalt. Ich konnte seine Wut, seine Zerrissenheit
erahnen, war hineingenommen in ein zerbrochenes
Leben. Er gestattete mir einen Blick in sein
Innerstes. Auf der Fahrt nach Hause halten die
Worte im Takt in mir nach.
Es war ein Schlüsselerlebnis!
Manches konnte ich seitdem anders einordnen und
besser verstehen.
Wir können uns immer mit Respekt begegnen!
Freies Bild,
Quelle:
pixabay.com

Haft Leben
13
Fragen an den Anstaltsbeirat, Teil 2
Fortsetzung der Serie vom September Heft der
Chemnitzer Gefangenenzeitung „HaftLeben“
9.
Was müsste Ihrer Meinung nach geändert
werden, um suchtkranken Gefangenen einen
besseren Start in ihr neues Leben zu
ermöglichen?
Die Behandlung einer Suchterkrankung obliegt
vorrangig
den
stationären
und
ambulanten
Therapieeinrichtungen außerhalb des Vollzuges.
Suchttherapie im Vollzug kann grundsätzlich nur
nachrangig
in
Betracht
kommen,
sofern
entsprechende Suchtstationen eingerichtet sind, die
jedoch
einen
erheblichen
materiellen
und
personellen Aufwand hervorrufen. Den gesetzlichen
Vorgaben
entsprechend
bedarf
es
einer
konsequenten
Umsetzung
des
Grundsatzes
"Therapie vor Strafe", wie er in den §§ 35ff. BtMG
sowie § 56c Abs. 3 Nr. 1 StGB zum Ausdruck
kommt.
Die
Justizvollzugsanstalt
Chemnitz
unterstützt den gesetzlichen Auftrag durch das
Angebot der externen Suchtberatung und die
Vorhaltung einer Motivationsstation im Hafthaus 3,
in der sich die motivierten Gefangenen auf die an
den
Vollzug
anschließende
stationäre
bzw.
ambulante Suchtentwöhnungstherapie vorbereiten
können. Die Mitarbeiter der externen Suchtberatung
unterstützen die Gefangenen bei der Beantragung
der Kostenübernahme durch die gesetzlichen
Sozialversicherungsträger sowie eine Anbindung an
Suchtberatungsstellen nach der Entlassung und
wirken in Beratungsgesprächen daran mit, die
Gefangenen auf ein suchtmittelabstinentes Leben
vorzubereiten bzw. sie darin zu stärken. Der
Justizvollzugsanstalt Chemnitz ist jedoch bewusst,
dass es zur Effektivierung des Angebots einer
personellen Verstärkung der Suchtberatung bedarf.
10. Gibt es eine Möglichkeit, psychologische
Hilfe zu erhalten, um die eigene Tat aufzu-
arbeiten (keine Gewalttat, keine BTM) - momen-
tan ist der psychologische Dienst nur für
Gewaltstraftäter zuständig.
Der Psychologische Dienst der Anstalt ist in
vielfältiger
Weise
in
den
Vollzugsalltag
eingebunden. Er hilft unter anderem bei der
Überwindung von schweren psychischen Krisen und
trägt zur Suizidprävention maßgeblich bei. Eine
Beschränkung auf eine bestimmte Gefangenen-
klientel
ist
diesbezüglich
nicht
vorgesehen.
Darüber hinaus obliegen ihm die Diagnostik und die
Bearbeitung/Behandlung
von
Ursachen
der
Kriminalität bei Gewalt- und Sexualstraftäterinnen
mit Freiheitsstrafen von mehr als zwei Jahren. Die
personellen
Ressourcen
und
der
mit
der
Behandlung sowie Diagnostik verbundene Aufwand
lassen
eine
Ausweitung
der
Zuständigkeit
grundsätzlich nicht zu. Gleichwohl bieten die
Psychologinnen und Psychologen der Justiz-
vollzugsanstalt Chemnitz überobligatorisch auch
Einzel- und Gruppenangebote für ausgewählte
andere
Gefangene
an,
die
einer
störungs-
spezifischen Intervention durch den Psycholo-
gischen Dienst bedürfen.
11. Wie kann die derzeitige Überbelegung bei
gleichzeitig fehlendem Personal geändert
werden?
Die Belegungssituation der Justizvollzugsanstalt
Chemnitz gestaltet sich seit Jahren gleichförmig. Es
sind ununterbrochen Belegungszahlen von teils weit
mehr als 100 % gegenüber der statistischen
Haftplatzkapazität
von
241
Haftplätzen
im
geschlossenen
Vollzug
zu
verzeichnen.
Die
Belegungsfähigkeit,
welche
Grundlage
der
Personalbemessung ist, fußt auf der von der Praxis
dauerhaft
abweichenden
Annahme,
dass
im
Hafthaus 1
ausschließlich
Einzelhafträume
zur
Verfügung gestellt werden. Eine Entspannung der
Belegungssituation ist auch nach Eröffnung des
offenen Vollzuges in Chemnitz nicht zu erwarten.
Die 80 zu eröffnenden Haftplätze entfallen nur im
Anteil von 40 Haftplätzen auf weibliche Gefangene.
Davon sind 5 Haftplätze für Mütter mit Kindern
vorgesehen, die derzeit im Hafthaus 4 unter-
gebracht sind. Die damit eintretende Erweiterung
um 35 Haftplätze wird zu wesentlichen Teilen
dadurch aufgezehrt, dass der offene Vollzug in den
Justizvollzugsanstalten Waldheim und Zwickau für
weibliche Gefangene geschlossen wird.
12. Welche Frist muss die JVA einhalten, wenn
Stellungnahmen, z. B. zum 2/3 Termin, ans
Gericht geschickt werden? Momentan wird die
Ausfertigung zeitgleich an den Inhaftierten und
an das Gericht gegeben, so dass bei einem
Einspruch dem Gericht bereits die
Stellungnahme unter Vorbehalt vorliegt.
Die von den anfordernden Staatsanwaltschaften
vorgegebenen Äußerungsfristen variieren, so dass
eine generelle Aussage nicht getroffen werden
kann. In nicht wenigen Fällen müssen die
Stellungnahmen
binnen
sehr
kurzer
Fristen
übermittelt werden.
Es trifft zu, dass eine Vorlage des Entwurfes der
Äußerung
der
Justizvollzugsanstalt
an
die
Gefangene nicht erfolgt. Vielmehr erhält sie eine
Abschrift der abgesandten, schriftlichen Stellung-
nahme.

14
Gefangenenzeitung „Haft Leben“, JVA Chemnitz
Nr. 55, Weihnachten 2017
Fragen an den Anstaltsbeirat, Teil 2
Weiter:
Die Eröffnung erfolgt im Regelfall am Tag nach der
Absendung. Insofern ist es der betroffenen
Gefangenen
ohne
weiteres
möglich,
sich
abweichend
unmittelbar
gegenüber
den
Strafvollstreckungsbehörden oder dem Gericht
noch im Vorfeld der mündlichen Anhörung zu
äußern. Über diese Möglichkeit werden die
Gefangenen auch schriftlich belehrt. Sie werden
informiert, dass sie die Stellungnahme bei der
Justizvollzugsanstalt Chemnitz abgeben können
und diese dem Gericht dann zugeleitet wird. Zudem
kann sich die Gefangene unmittelbar an den
Vollzugsabteilungsleiter, den Sozialdienst oder
aber auch an den Vollzugsleiter bzw. die
Anstaltsleiterin im Rahmen der Sprechstunden
wenden. Soweit angezeigt, würde dann eine
sachliche Korrektur erfolgen.
13. Stimmt es wirklich, dass kein Besuch
durchgeführt werden kann, wenn die Pflege-
mutter ein weiteres fremdes Kind betreut und
dieses auch zum Besuch mitbringen müsste.
Derartige
Besuche
sind
nicht
generell
ausgeschlossen. Allerdings sind Konstellationen
denkbar, die aus sozialpädagogischen Gründen
eine Ablehnung des Besuchswunsches begründen.
Dies gilt insbesondere dann, wenn die Pflegemutter
Kinder zweier oder mehrerer inhaftierter Frauen
betreut und in Erwägung gezogen wird, Besuche
gleichzeitig mit den Kindern und den jeweiligen
Müttern durchzuführen.
Der Mutter-Kind-Tag ist nach der Konzeption für die
minderjährigen Kinder langjährig inhaftierter Frauen
vorgesehen. Sofern ein minderjähriges Kind in
einer Pflegefamilie untergebracht ist, in der noch
ein anderes betreuungsbedürftiges Kind lebt, kann
geprüft werden, ob die Pflegemutter mit diesem
Kind am Mutter-Kind-Tag teilnimmt. Es kommt,
auch mit Blick auf die beschränkten räumlichen
Kapazitäten, zu einer gleichwohl wohlwollenden
Einzelfallprüfung. Auch in diesem Fall können die
zuvor genannten Erwägungen aber zu einer
Ablehnung führen.
14. Darf ein Besuch von über 2 Stunden und
mehr wirklich nicht durch einen Toilettengang
unterbrochen werden?
Zum Zweck der Aufrechterhaltung der Sicherheit in
der Justizvollzugsanstalt Chemnitz, insbesondere
zur Eindämmung von Suchtmittelmissbrauch, wird
an den Regelungen der Haus- und Besucher-
ordnung festgehalten.
15. Ist eine Belehrung von Bezugspersonen
wirklich nur von montags bis samstags
möglich?
Die Prüfung der von der Gefangenen angegebenen
Kontaktperson(en) auf Eignung für die Begleitung
in
Ausgängen
führen
aufgrund
der
sozial-
pädagogischen Kompetenzen die zuständigen
Mitarbeiter des Sozialdienstes durch. Nur während
deren Dienstzeit kann damit das Gespräch
stattfinden. Im Regelfall finden die Gespräche
montags bis freitags statt. In Ausnahmefällen ist
eine gesonderte Regelung, auch an Besuchstagen
am Wochenende, möglich und wurde auch bereits
praktiziert. Im Dialog mit den Sozialarbeiter(innen)
kann im Regelfall eine für alle Seiten vertretbare
Terminvereinbarung getroffen werden.
16. Ist es unter Berücksichtigung der vorge-
gebenen Kosten nicht möglich, die Essens-
versorgung auf frischere und abwechslungs-
reichere Ernährung umzustellen?
Die Verpflegung der Gefangenen orientiert sich an
den Vorgaben der Deutschen Gesellschaft für
Ernährung (DGE). Im Rahmen einer Studie der
DGE,
welche
in
den
Jahren
2016/2017
durchgeführt wurde und welche auch eine Analyse
der Verpflegung vor Ort beinhaltete, wurde
festgestellt,
dass
das
Verpflegungsangebot
qualitativ und quantitativ die Anforderungen an die
Gemeinschaftsverpflegung erfüllt sowie genügend
Abwechslung angeboten wird. Der Speiseplan
basiert auf einem 12-Wochen-Rhythmus. Dabei
wird mit saisonalen Variationen gearbeitet, um das
Verpflegungsangebot zusätzlich noch abwechs-
lungsreicher zu gestalten. Allerdings können
bestimmte Gerichte bzw. Obst-/Gemüsesorten
aufgrund der finanziellen Rahmenbedingungen
bzw. der technologischen Besonderheiten im
Rahmen
der
Gemeinschaftsverpflegung
nicht
angeboten werden. Um ein stärkeres Einbringen
der
Gefangenen
in
die
Gestaltung
des
Speiseplanes zu ermöglichen, besteht bereits seit
einigen Jahren die sogenannte Küchenkommission.
Die Mitwirkung in diesem Gremium ist auf Antrag
für jede interessierte Gefangene möglich. Im
Rahmen der Küchenkommission werden auch
mögliche
negative
Entwicklungen
im
Verpflegungsangebot diskutiert und Verbesse-
rungsmöglichkeiten erörtert. In der Vergangenheit
war das Feedback der teilnehmenden Gefangenen
zur Gemeinschaftsverpflegung in der Anstalt in
diesem Gremium jedoch ausnahmslos positiv.

Haft Leben
15
Fragen Anstaltsbeirat, GMV und Gefangenengewerkschaft
Fortsetzung und Ende der Serie vom September Heft der Chemnitzer Gefangenenzeitung
„HaftLeben“
17. Dürfen alle Inhaftierten bestraft werden, wenn im Sportbereich unerlaubt geraucht wurde und
die Raucher bekannt sind?
Das Rauchen im Sportbereich ist den Teilnehmerinnen untersagt. Im Fall des Verstoßes sollte jedoch
allein der bekannte Verursacher von der weiteren Teilnahme ausgeschlossen werden.
Alle Fragen wurden von den Inhaftierten so oder ähnlich gestellt und von der Redaktion
zusammengefasst.
Die
Reihenfolge
ist
ausdrücklich
ohne
Wertstellung
gewählt.
Die Redaktion bedankt sich nochmals für die Möglichkeit des persönlichen
Gespräches mit dem Anstaltsbeirat!
Beamtenmangel und neuer
Tagesablaufplan
(HL/NuNu/Red.gekürzt) In den letzten Wochen
hörte man immer wieder „verkürzter Aufschluss“ ,
„keine Beamten“, „Beamtenmangel“, ein neuer
Tagesplan - A und B -Wochen wurden eingeführt,
mit festen (aber verkürzten) Aufschlusszeiten.
Auch wir als GG/ BO (Gefangenen-Gewerkschaft/
Bundesweite
Organisation)
haben
uns
der
Problematik
angenommen
und
versuchen
Antworten, aber auch Lösungen zu finden. Schon
seit längerer Zeit ist es präsent und bekannt, auch
von seitens des Ministeriums, dass es in den
sächsischen Justizvollzugsanstalten zu wenig
Beamte gibt -
die JVA Chemnitz ist eine von
vielen Betroffenen. Der Grund dafür ist ein hoher
Krankenstand, Weiterbildungen, Elternzeiten etc.
Das hat zur Folge, dass Mitarbeiter für ihre
Kollegen einspringen müssen, viele Überstunden
sich anhäufen, Bedienstete zum Teil zwei
Stationen oder mehr zu versorgen haben. Man
darf auch nicht vergessen, dass noch zusätzlich
lange Anfahrten zu Gerichten, Ausführungen zu
Ärzten,
aber
auch
unverhoffte
Krankenhausbewachungen
hinzukommen.
Für
einen reibungslosen Tagesablauf wurde nach
einer Lösung gesucht - das Resultat: ein
veränderter Tagesablaufplan. Dies stößt auf
Unverständnis bei den Gefangenen, doch man
sollte vielleicht auch mal beide Seiten genauer
betrachten, z. Bsp. die der Bediensteten. Es
sollten Lösungen gefunden werden, mit denen alle
leben können. Besprecht eure Anliegen mit der
Anstaltsleitung, stellt eure Fragen - auch steht die
GMV,
aber
auch
wir,
als
Gefangenengewerkschaft, immer an eurer Seite -
für offene Fragen und Antworten, denn auch wir
wünschen uns, dass eine zeitnahe Lösung
gefunden wird, damit diese „Notlösung“ kein
Dauerzustand wird.
Neues zur GMV
(Gefangenenmitverantwortung)
(HL-AL) Die GMV sollte im Oktober 2017 von euch
neu gewählt werden. Leider wurde nur eine
Gefangene zur Wahl vorgeschlagen, sei es aus
Desinteresse,
Unwissenheit
oder
anderen
persönlichen Gründen. Aber jetzt mal im Ernst: wir
können natürlich nur etwas bewegen, wenn von
euch etwas mehr Einsatz kommt.
In regelmäßigen vierwöchigen Abständen finden
Sitzungen zwischen der Anstaltsleitung und den
Mitgliedern der GMV statt. Wir bereiten uns auf
jede dieser GMV-Sitzungen gründlich vor, indem
wir mit vereinzelten Gefangenen über spezielle
Anliegen, welche zum Beispiel den Vollzugsalltag
betreffen, persönlich sprechen.
Ihr könnt euch jederzeit, entweder per Briefkasten
oder per Hauspost an uns wenden und wir werden
jedes Anliegen besprechen und euch Rückmeldung
geben. Die Interessenvertreter haben das Recht,
eure Wünsche, Anregungen und Beanstandungen
sowie Angelegenheiten von allgemeinem Interesse
an die Anstaltsleitung und den Anstaltsbeirat heran
- zutragen. Allerdings sollte darauf hingewiesen
werden, dass auch wir bzw. die Mitglieder der
Sitzung der GMV keine Wunder vollbringen
können.
Soll heißen: Einzelprobleme müsstet ihr bitte zuerst
direkt mit den betreffenden Stellen besprechen.
Am 05.01.2018 findet der nächste Termin der GMV
mit einem Vertreter von Massak statt, wer
Anregungen
oder
Fragen
an
unseren
Anstaltskaufmann hat, sollte dies schriftlich tun
über unseren GMV-Briefkasten im Erdgeschoss-
Vorraum.
Wir hoffen natürlich sehr, dass wir zur nächsten
GMV-Sitzung Anfang Dezember mit Verstärkung
von euch rechnen können!

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16
Gefangenenzeitung „Haft Leben“, JVA Chemnitz
Nr. 55, Weihnachten 2017
Auch Fragen an deine Zukunft?
„HaftLeben“ hat für Euch in die Zukunft geblickt!
(HL/GKR) Die Zeit in Haft ist für jede Einzelne schon
ein drastischer Einschnitt - nicht nur für das private
Leben, die sozialen Bindungen, sondern auch in
Bezug zur künftigen Lebensplanung wie unter
anderem Arbeit, Einkommen, Zukunftssicherung.
Dies betrifft besonders Inhaftierte mit Langzeitstrafen
und deren Eintragungen in das Führungszeugnis.
Daher ist man gut beraten, sich baldmöglichst
Gedanken zu machen.
Während der Zeit in Haft:
Berufliche Chancen, Weiterbildung, Fortbildung: Hier
gibt es die Möglichkeit des Fernstudiums. Da im
geschlossenen Vollzug die Nutzung des Internets
bzw. des Laptops noch nicht möglich ist, bieten
diverse Universitäten das Fernstudium über die
Papierform. Hier z. B. die Fernuni Hagen, die Euro
FH, die Apollon Hochschule und einige weitere. Die
Redaktion hat nun die JVA-Leitung angefragt, um
eine Stellungnahme bzw. Auskunft gebeten, uns die
Bedingungen mitzuteilen sowie die Voraussetzungen
ein solches Fernstudium bzw. einer Weiterbildung zu
ermöglichen, dies unter Berücksichtigung der Reso-
zialisierung, der Wiedereingliederung und zu den
Zukunftschancen. Eine Antwort war sicher aus den
bekannten Personalgründen leider nicht möglich.
Hier einige der weiteren Möglichkeiten: Betriebs-
wirtschaft, Wirtschaftspsychologie, Abitur im Fern-
studium,
Wirtschaftsrecht.
Logistikmanagement,
Gesundheitsmanagement, Kunst, Heilpraktiker/in,
Tierheilpraktiker/in Buchhalter, Bürosachbearbeiter,
Call Center Manager, „Feng Shui“-Berater, Web-
designer und vieles mehr. Bei allen Möglichkeiten
besteht
selbstverständlich
die
Möglichkeit
der
Fortführung nach der Entlassung!
Finanzielle Unterstützung und Hilfen:
Arbeitslosengeld I oder Arbeitslosengeld II, Sozial-
hilfe, diese Möglichkeiten sind bekannt. Wichtig ist,
die weiteren Möglichkeiten zu kennen. Denn je nach
Haftdauer und Alter des Betroffenen gibt es bis zu
100 % Förderung der Lohn- und Gehaltszahlung an
einen
Arbeitgeber,
wenn
dieser
die
Wieder-
eingliederung und Resozialisierung unterstützt. Es
gibt dafür bei der Agentur für Arbeit Berater für den
Arbeitgeber!
Darüber hinaus gibt es den Europäischen Sozial-
fonds
(ESF):
Hier
besteht
die
Möglichkeit,
zusätzliche Gelder und Förderprogramme zu nutzen,
die von Bundesland zu Bundesland variieren. Es gibt
auch eine Fördermöglichkeit für Haftentlassene!
Weiterhin gibt es Fördermöglichkeiten für Nicht-
leistungsempfänger, Wiedereinsteigende und Berufs-
rückkehrende,
Auszubildende,
Berufsfachschüler
und geringfügig Beschäftigte sowie Gelder für
Weiterbildung für Arbeitnehmer.
In Sachsen sind diese finanziellen Hilfeleistungen
über
die
Sächsische
AufbauBank
(SAB)
zu
beantragen. Man wird hier freundlich und kompetent
beraten
und
bekommt
einen
Ansprechpartner
benannt.
Die
Zuständigkeit
für
Thüringen
und
andere
Bundesländer ist über die Website des ESF zu
erfragen.
Die Redaktion „HaftLeben“ empfiehlt euch, zuerst
Kontakt
mit
den
Sozialarbeitern
bzw.
den
Schulbeamten oder auch der Anstaltsleitung der JVA
aufzunehmen. Auf Grund ihrer Erfahrungen werden
sie euch sicher kompetent beraten und an die
zuständigen Stellen weitervermitteln können.
Eventuell kann euch auch noch ein Fachanwalt für
Sozialrecht mit seinen Kenntnissen von den vielen
Gesetzen und Fördermöglichkeiten, die für den
Einzelnen von euch sicher sehr schwierig sind,
helfen. Wichtig ist in diesem Fall, dass die
Beratungskosten auf Antrag eventuell durch das
Amtsgericht des Wohnortes übernommen werden.
Diesen Antrag kann man direkt von der Website des
AG herunterladen oder sich durch den Fachanwalt
zusenden lassen.
R_K_by_Klaus-Uwe Gerhardt_pixelio.de

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Haft Leben
17
Jahreshoroskop 2018
Steinbock: 22.12.-20.01.
2018 wird ein sehr spannendes Jahr für
Sie, ein Jahr voller Glück und voller
Veränderungen. Trotzdem ist aufzupassen, die
Sterne mahnen Sie klug zu sein, weitsichtig und
verantwortungsvoll zu denken, aber auch so zu
handeln,
denn
man
verlässt
sich
auf
Ihre
Fähigkeiten.
Liebe:
2018...ein Jahr voller Abwechslung, Zeit
gemeinsame Vorhaben zu planen, denn diese sind
von Erfolg gekrönt. Sie sind auf der Suche nach
einem gleichgesinnten Geist. Sollte Ihnen der Alltag
dabei ein bisschen dazwischen funken, lassen Sie
sich nicht beirren, denn Sie haben die Sterne auf
Ihrer Seite.
Wassermann: 21.01. bis 19.02.
2018 macht sie bärenstark. Es ist das
Jahr der Risiken und Grenzen,
Verleitungen und Auseinandersetzungen...radikale
Lösungen sind nicht immer die Besten. Aber
fürchten Sie sich nicht, die Sterne stehen Ihnen zur
Seite und werden Sie dabei stärken.
Liebe:
Ein großer Liebeswunsch könnte in Erfüllung
gehen. Nachwuchsplanung? Jetzt ist die beste Zeit
dafür. Somit ein Jahr voller Abwechslung und
Überraschungen. Vergebene Wassermänner haben
dieses Jahr wenig zu befürchten. Viele Monate
voller Liebe und Harmonie.
Fische: 20.02. bis 20.03
2018 gehen Sicherheit und Fortschritt
Hand in Hand. Sie profitieren davon,
dass die Sterne positiv wirken. Es ist ein Jahr voller
Chancen. Sie nähern sich Ihren Zielen und können
Träume in die Tat umsetzen. Trauen Sie sich, Dinge
zu verändern und Sie werden Ihre neue Freiheit
genießen.
Liebe:
Sie starten mit viel Freude ins neue Jahr und
die bleibt Ihnen auch lange erhalten. Danach wird
die harmonische Stimmung etwas getrübt. Eine
weitere gute Chance haben Sie im Herbst.
Widder: 21.03 bis 20.04
2018 profitieren Sie davon, dass die
Sterne positiv wirken. Ziele kommen
näher und Träume können zur Tat umgesetzt
werden. Trauen Sie sich, Dinge zu verändern und
Sie werden Ihre neue Freiheit genießen. Ihre
Intuition wird Sie dabei unterstützen. Die Sterne
sorgen zudem dafür, dass Sie immer schön
diszipliniert am Ball bleiben.
Liebe:
Auch ist es die beste Zeit, Zukunftspläne zu
schmieden, denn 2018 ist das Jahr der Liebe, aber
auch der Wellness, der Balance und Pflege.
Vielleicht verlieben Sie sich ganz unverhofft und
genießen das Jahr.
Stier: 21.04 bis 20.05
Die perfekte Mischung aus bewährten
und neuen Ideen erwartet Sie im Jahr
2018. Ihren Weg werden Sie sicher finden. Für neue
Eindrücke sorgen die Sterne mit positiver Energie,
so dass es auch einige schöne Überraschungen
geben wird.
Liebe:
Auch da erwartet Sie die Abwechslung, aber
bitte nur im gewissen Tempo. Sollten Sie nicht ganz
einfach zu verstehen seien, ein offenes Gespräch
hilft immer. Die schöne Überraschung erwartet Sie
zu Weihnachten und die Sterne sorgen für ein
echtes Feuerwerk der Liebe.
Zwilling: 21.05 bis 21.06
2018
das
Jahr
vieler
neuen
Möglichkeiten. Probleme sind eine
Seltenheit. In neue Gewässer wird sich gewagt,
auch wenn nicht jede Idee von Erfolg gekrönt ist,
die Abwechslung bleibt trotzdem spannend, Als
quirliger Zwilling brauchen Sie das auch.
Liebe:
Auch ist dieses Jahr die beste Zeit, um Ihren
Marktwert zu testen, somit halten Sie die Augen
offen! Dank den Sternen wird es aufregend und
spannend. Das Jahr klingt dann auch besonders
heiß und prickelnd aus. Ihr Partner sorgt bei Ihnen
immer noch für Herzklopfen

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18
Gefangenenzeitung „Haft Leben“, JVA Chemnitz
Nr. 55, Weihnachten 2017
Haft Leben - 2018

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Haft Leben
19
Fotos S. 18 und 19, unten, HL/LR, 08/2017
Haft Leben - 2018
Gefangenenzeitung der JVA Chemnitz
Thalheimer Straße 29
09125 Chemnitz
E-Mails an die Redaktion bitte an: HaftLeben@T-Online.de

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20
Gefangenenzeitung „Haft Leben“, JVA Chemnitz
Nr. 55, Weihnachten 2017
Jahreshoroskop 2018
Krebs : 22.06. - 22.07.
Neue Chancen sorgen für mehr
Motivation in 2018. Während sich eine
tolle Möglichkeit nach der anderen bietet und Sie
auf völlig neue Wege geführt werden, wird Ihre
Intuition gestärkt. Doch vergessen Sie nie, was
wirklich erreichbar ist und was nicht. Handeln Sie
klug und verlassen Sie sich auf Ihre Erfahrungen.
Liebe:
In 2018 wird es viele Chancen auch in
Sachen Liebe geben, dennoch sollten Sie es hier
vorsichtig und zurückhaltend angehen lassen.
Leidenschaft ist genauso vorhanden wie tiefe
Gefühle.
Löwe: 23.07. - 23.08.
Auch in 2018 müssen Sie flexibel sein,
aber das sollte kein Problem sein. Es
gibt ein Wort, dass Ihr Jahr 2018 bestens
beschreibt: aufregend. Sie erwarten so einige
Überraschungen. Je spontaner Sie auf diese
reagieren, umso besser wird es laufen.
Liebe:
Wenn Sie die Grenzen Ihrer Beziehung zu
sehr austesten, könnten Sie es hinterher bereuen.
Zum Ende des Jahres geht es wieder bergauf und
es gibt tolle Liebeschancen. Vergebene Löwen
könnten die Krisenzeit überstehen und somit Ihre
Beziehung stärken. Dennoch läuft es in Sachen
Liebe ziemlich gut.
Jungfrau: 24.08. - 23.09.
2018 wird ein Jahr voller Glück für Sie.
Die Planeten stehen auf Ihrer Seite und
helfen Ihnen dabei, all Ihre Ziele zu erreichen und
Ihre Wünsche in die Tat umzusetzen. 2018 können
Sie sich endlich von Ihren alten Problemen trennen
und gewinnen wieder mehr Freude am Leben.
Liebe:
2018 haben Sie einen verlässlichen Partner
an Ihrer Seite, daran lassen die Sterne auch keine
Zweifel. Sie haben eine tolle Ausstrahlung und die
Verehrer liegen Ihnen zu Füßen. Aber nur der
richtige Partner hat auch eine Chance bei Ihnen.
Waage: 24.09. - 23.10
.
2018 ist die beste Zeit für positive
Veränderungen. Sie planen Ihr Leben
zu verändern. Lösen Sie sich von allen Dingen, die
nicht mehr zu Ihnen und Ihrem Leben passen. Es ist
Zeit für eine neue, selbstbewusstere Version Ihres
Ichs.
Liebe:
2018 ist Ihr Jahr der Liebe. Die Venus
Momente wirken vor allem im Spätsommer, dass ist
die beste Zeit für eine intensive Liebe. Sie können
gemeinsam nun die Zukunft planen. Das Jahr hält
viele Kuschelmomente für Sie bereit. Sie nehmen
sich Zeit für Ihren Partner.
Skorpion: 24.10. - 22.11.
Das Jahr 2018 bietet Ihnen viel-
versprechende Erfolgschancen. So
wird es einige tolle Chancen mit langfristiger
Wirkung geben. 2018 haben Sie die Möglichkeit, Ihr
Leben langfristig zu verändern. Sie könnten die
echte Zufriedenheit finden.
Liebe:
2018 ist Ihr Jahr. Das bewirkt, dass Sie in
Ihrer Beziehung besonders verständnisvoll und
großzügig sind. Außerdem wird der Zusammenhalt
gestärkt. Ungebundene Skorpione üben 2018 eine
ungemeine Anziehungskraft aus, die das Finden
nach dem Seelenverwandten unterstützen.
Schütze: 23.11. - 21.12.
2018 folgt eine Chance auf die andere.
Sie sind sehr flexibel und die Sterne
versprechen viele Erfolge bei geschäftlichem. Zum
Ende des Jahres erfolgt eine Überraschung. Bleiben
Sie weiterhin optimistisch und nutzen Sie die
Chancen, die Ihnen die Sterne bieten.
Liebe:
Die erste Jahreshelfe wird ein tolles
Liebeshoch für Sie. Erst danach könnten
Alltagsprobleme für eine angespannte Stimmung
sorgen. Doch zum Ende des Jahres stehen die
Chancen wieder gut für positive Liebeserfahrungen.
Die Redaktion „HaftLeben“ schaute für euch in die Zukunft:
Beachtet dabei, durch jede Glaskugel sieht „Euer Leben“ anders aus!
Es gibt von uns keine Garantie auf die Richtigkeit „Eures Horoskopes“!

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Haft Leben
21
Ausgang in Chemnitz, Teil 1
(PJO) Ausgänge mit und ohne Kind innerhalb des Stadtgebietes Chemnitz
Da es jede von uns früher oder später betrifft, haben wir eine kleine Auswahl getroffen, welche Möglichkeiten es gibt
innerhalb von Chemnitz, einen Ausgang / Ausführung zu machen. Wir hoffen, ihr findet etwas Interessantes. In der
nächsten Ausgabe gibt es dann weitere Möglichkeiten.
Museen:
Deutsches SPIELEmuseum
Neefestraße 78a
09119 Chemnitz
Preise: Kinder 4-18 Jahre: 2 €, Erwachsene: 5 €
Das Museum bietet seinen Besuchern das Spielen mit aktuellen Spielen inklusive
Computer- und Videospielen, historische Spiele aus aller Welt als Ausstellung sowie
die Möglichkeit für Boule und Schach im Außenbereich. Ständig ausgestellt sind
Spiele der DDR und erzgebirgische Volkskunst.
Kosmonautenzentrum Sigmund Jähn
Küchwaldring 20
09113 Chemnitz
Preise:
2,- € ohne simulierten Raumflug, 2,50 € mit simulierten Flug
Infos zum Alter:
Der simulierte Raumflug ist für Kinder unter 6 Jahren nicht geeignet!
Seit 1964 können sich kleine und große Raumfahrtinteressierte ausführlich in einer Ausstellung informieren, einen
von Kindern durchgeführten simulierten Raumflug erleben und verschiedene Tests durchführen (nach Altersstufen
eingeteilt, z. B. Sehtest, Wissenstest, Konditionstest, Gleichgewichts- und Reaktionstest).
Sächsisches Eisenbahnmuseum
An der Dresdener Bahnlinie 130c
09131 Chemnitz
Preise:
Kinder bis 4 Jahre: frei,
Kinder 4-12 Jahre: 3 €, Erwachsene: 6 €
Historische Gebäude, technische Anlagen und Fahrzeuge, die unter Denkmalschutz
stehen, repräsentieren das Museum. Hierzu gehören insbesondere zwei
Rundheizhäuser mit 20 m Drehscheiben, Bekohlungs- und Besandungsanlagen,
Fahrzeugpark mit 14 Dampf-, 4 Großdiesel- und 3 Elektrolokomotiven
Museum für Naturkunde Chemnitz
Moritzstraße 20
09111 Chemnitz
Preise: Erwachsene: 4 €, Freier Eintritt für Kinder und Jugendliche
Im Museum für Naturkunde sind über 270.000 Exponate zu sehen. Besucher können
die Ausstellungen "Natur und Landschaft der Region Chemnitz" und "Insektarium"
erkunden. Die umfangreiche Kieselholzsammlung gehört weltweit zu den wertvollsten
Kollektionen anatomisch erhaltener fossiler Pflanzen.
Museum für Sächsische Fahrzeuge
Zwickauer Straße 77
09123 Chemnitz
Preise: Erwachsene: 4,90 €, Kinder 6 – 16
Jahre: 2,50€
Die „Stern-Garagen“ bieten als eine der ältesten erhaltenen deutschen
Hochgaragen die historische Kulisse für etwa 200 Exponate von mehr als 70
Herstellern. Auf nunmehr 1.000 Quadratmetern entdecken die Besucher über 150 Automobile, Motorräder und
Fahrräder.
R_K_B_by_knipseline_pixelio.de
R_by_Dieter Knoll_pixelio.de
R_B_by_Marco Barnebeck_pixelio.de

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Gefangenenzeitung „Haft Leben“, JVA Chemnitz
Nr. 55, Weihnachten 2017
Ausgang in Chemnitz, Teil 1
Tierpark Chemnitz
Nevoigtstraße 18
09117 Chemnitz
Preise: Kinder bis 3 Jahre frei, Kinder 3-16 Jahre 3,- €, Erwachsene
6,- €, Familienkarte: ab 9,- €
Rund 1.000 Tiere in 180 Arten leben im Tierpark, hauptsächlich bedrohte
und gefährdete Arten. Besonderheiten sind das Vivarium, ein Amphibien-
Haus mit über 70 interessanten Frosch- und Lurcharten und das
Tropenhaus. Ein Abenteuerspielplatz und ein Streichelgehege vervollständigen das
Angebot.
Wildgatter Oberrabenstein
Thomas-Müntzer-Höhe
09117 Chemnitz
Preise: Kinder bis 3 Jahre frei, Kinder 3-16 Jahre 2,- €, Erwachsene 3,- €
Auf einer Fläche von 36 ha sind zahlreiche Tiere des Waldes zu sehen. Eingebettet in das Naherholungs-
gebiet Oberrabenstein und nur ca. zehn Autominuten vom Tierpark Chemnitz entfernt, befindet sich das
Wildgatter mit etwa 90 Tieren. Zu beobachten - auch von Beobachtungskanzeln - sind Huftiere, Wildkatzen
und Wildschweine. Aber auch Uhus, Mäusebussarde, Schleiereulen, Fasane und Waldvögel haben hier ein
Zuhause gefunden. Hirsche und Mufflons dürfen mit dem Futter aus dem Automaten gefüttert werden.
Botanischer Garten Chemnitz mit Tiergehege
Leipziger Straße 147
09114 Chemnitz
Preise: frei (Eintrittspreise bei Sonderausstellungen möglich)
Besonders für Kinder ist der Besuch ein Erlebnis. Auf einer Fläche von 12 ha verbindet die Einrichtung die
drei Bereiche Botanischer Garten, Schulbiologie- und das Naturschutzzentrum. Zusätzlich zu den
botanischen Flächen sind im Botanischen Garten auch einige Tiergehege (z. B. Waschbären, Gänse,
Schafe, Pferde, Zwergziegen) zu besichtigen.
Indoorspielplätze:
Chemnitz-Rathauspassagen: Spielewelt Pingu-du
Börnichsgasse 3
09111 Chemnitz
Preise: erste Stunde (mit und ohne Betreuung): 3 €; jede
weitere Stunde: 2 €
Ein lustiger großer Pinguin am Eingang lädt Kinder bis 12 Jahre ein, die große helle
Spielewelt zu erkunden. Für die Kleinen gibt's eine Rutsche, ein Bällebad und jede Menge Gelegenheit,
viele andere Spielmöglichkeiten auszuprobieren. Die Größeren können zum Beispiel ihr Talent zum Klettern
testen oder Video-Spiele nutzen.
Wer das möchte, kann Kinder ab 3 ohne Voranmeldung betreuen lassen. Wer nicht, bleibt einfach dabei,
spielt mit oder erfreut sich am aktiven Spaß der Sprösslinge. Diese erhalten hier auch kostenlose Getränke.
Indoorspielplatz Kuddeldaddeldu Chemnitz
Ringstraße 17b
09116 Chemnitz
Preise: Kind unter 1 Jahr - FREI; dazu 1 Erwachsener - FREI
Kind 1 bis 5 Jahre - 3,50 €; dazu 1 Erwachsener Frei, Kind ab 6 Jahre – 3,50 €; Erwachsener - 3,50 €
Auf über 3.000 qm Fläche bietet das Kuddeldaddeldu Chemnitz seinen kleinen Besuchern vielfältige
Spielideen und jede Menge Platz zum Toben.
Quelle: frei, pixelio.de

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Haft Leben
23
Bild:
Deutscher Tennisbund
Kleine Regelkunde - Tischtennis
Auf Spiel, Satz und Sieg
(HL-PJO)
Satz
- Ein Satz wird von dem Spieler gewonnen, der
zuerst 11 Punkte erzielt hat.
- Haben beide Spieler 10 Punkte erreicht, geht es
in die Satzverlängerung.
- Es gewinnt derjenige den Satz, der zuerst mit 2
Punkten Vorsprung führt (Beispiel: 12:10, 13:11
etc.).
- Nach jedem Satz werden die Seiten gewechselt.
Im entscheidenden letzten Satz findet der
Seitenwechsel statt, sobald einer der Spieler 5
Punkte erreicht.
Spiel
- Im Mannschaftsspielbetrieb wird ein Spiel solange
gespielt, bis ein Spieler zuerst drei Sätze
gewonnen hat.
- Im Höchstfall können also fünf Sätze gespielt
werden. Bei einem 2:2 Satzgleichstand bringt der
fünfte Satz die Entscheidung.
- Bei anderen Veranstaltungen, z. B. Turnieren,
können aber auch zwei oder vier Gewinnsätze
gespielt werden.
Aufschlag
- Das Recht der Aufschlag-, Rückschlag- und
Seitenwahl wird durch das Los entschieden.
- Der Gewinner des Loses kann sich für Auf- oder
Rückschlag entscheiden oder eine Seite wählen.
- Der Aufschlag beginnt damit, dass der Ball frei
auf der geöffneten Hand liegt.
- Der Ball muss hinter dem Tisch, oberhalb der
Spielfläche, mindestens 16 cm senkrecht
hochgeworfen werden.
- Bevor der Ball geschlagen wird, darf er nichts
berühren (z. B. Boden oder Körper).
- Der Aufschläger muss den Ball mit dem Schläger
so spielen, dass er zuerst auf der eigenen und
dann auf der gegnerischen Tischhälfte aufspringt.
- Hierbei darf der Ball nicht von einem Körper-,
Kleidungsteil oder vom Doppelpartner verdeckt
sein.
- Berührt der Ball dabei das Netz, so ist dies ein
"Netzaufschlag" und muss wiederholt werden.
- Voraussetzung ist aber, dass der Aufschlag
ansonsten regelgerecht ist.
- Berührt der Ball beispielsweise erst das Netz und
geht dann ins Aus, bekommt der Rückschläger
einen Punkt.
Wird der hochgeworfene Ball beim Aufschlag nicht
getroffen, ist dies ein Fehler, und der Gegner erhält
einen Punkt.
Beim Einzel darf der Aufschläger entscheiden, ob
er den Aufschlag mit der Rückhand oder der
Vorhand und von welcher Seite er den Aufschlag
ausführt. Ebenfalls gibt es keine Vorschriften, auf
welcher gegnerischen Hälfte der Aufschlag
aufkommen muss.
Es muss gewartet werden, bis der Gegner zum
Rückschlag bereit ist. Ansonsten muss der
Aufschlag wiederholt werden.
Jeder Spieler schlägt je zweimal auf, dann
wechselt das Aufschlagrecht zum Gegner.
Eine Ausnahme gibt es in der Satzverlängerung:
Ab einem Spielstand von 10 zu 10 wird
abwechselnd aufgeschlagen.

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Gefangenenzeitung „Haft Leben“, JVA Chemnitz
Nr. 55, Weihnachten 2017
Kleine Regelkunde - Tischtennis
Der Aufschlag
- Anders als beim Aufschlag muss der Ball direkt
auf die gegnerische Tischhälfte gespielt werden.
- Bevor der Ball gespielt wird, darf er nur einmal auf
der eigenen Tischhälfte aufgesprungen sein.
- Es ist nicht erlaubt, den Ball wie beim Tennis
"volley" aus der Luft anzunehmen.
- Bevor der Ball auf die gegnerische Tischhälfte
auftrifft, darf er nur das Netz oder den Netzpfosten
berühren. Berührt der Ball hingegen andere
Gegenstände wie Kleidung, die Decke oder die
Wand, gilt dies als Fehler.
- Ein Ball zählt nur dann, wenn er die gegnerische
Spielhälfte, inkl. Oberkante, trifft. Als Fehler gilt es,
wenn er die Seite des Tisches berührt.
- Es ist nicht erlaubt, den Ball zu spielen und sich
gleichzeitig mit der anderen Hand aufzustützen.
Die Schlägerhaltung
- Die abgebildete Schlägerhaltung, nennt man
Shakehand. Dies heißt übersetzt jemandem „die
Hand geben“. Fass den Schläger also so an, als ob
du jemandem die Hand gibst. Achte darauf, dass
du das Schlägerblatt zwischen Daumen und
Zeigefinger festhältst und sich beide Finger auf
Vorder-
und
Rückseite
des
Schlägerblattes
gegenüberliegen.
Die
anderen
drei
Finger
umfassen den Schlägergriff. Beachte hierbei, dass
der Griff locker und unverkrampft umschlossen
wird. Der Unterarm und die Längsseite des
Schlägers sollten eine Linie bilden.
- Mit der korrekten Shakehand-Schlägerhaltung
kannst du alle Grundtechniken gleichermaßen gut
erlernen.
Um
im
nächsten
Kapitel
die
Schlagtechniken zu verstehen, merke dir bitte,
dass die Seite, auf der dein Daumen liegt, als
Vorhand bezeichnet wird und die Rückhand die
Seite ist, auf der sich dein Zeigefinger befindet. Die
Tischseiten
werden
in
Vorhand-
(VH)
und
Rückhandseite (RH) eingeteilt. Auf der RH-Seite
werden die Rückhandschläge ausgeführt und auf
der VH-Seite die Vorhandschläge.
Beide Bilder: Deutscher Tennisbund

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Haft Leben
25
Weihnachten im Knast
Das Weihnachtsfest steht vor der Tür…
(HL/???)...
anfangs habe auch ich nicht, darüber
schreiben wollen. Da es aber allen nicht sonderlich
gut geht mit der Tatsache, Weihnachten hinter
Gittern zu sein, habe ich mich doch dafür
entschieden, damit ihr lesen könnt, dass es uns
allen mies damit geht und ihr trotz allem nicht allein
seit.
Als ich mich schlussendlich nun dafür entschieden
habe, darüber zu schreiben, war mir nicht bewusst,
wie schwierig dieses Thema ist.
Für jede von uns ist es wohl das schlimmste, seine
Weihnachtsfeiertage hier drin zu sitzen, und das
leider ohne all seine lieben und teuren Freunde &
Familienangehörigen zu überstehen.
Auch mich zwingt der Gedanke an meinen Partner
& unsere Kids, welche die Feiertage ohne mich
dasitzen müssen, in die Knie. Auch meiner
restlichen Familie fällt es sichtlich schwer, die Tage
ohne mich zu sein. Ich glaube, dies ist auch das
härteste an der gesamt Situation:
- das meine Familie durch meine Haftzeit ebenso
bestraft wird.
Ich werde aber stets in Gedanken bei ihnen und im
Herzen mit ihnen vereint sein.
Machen wir alle am besten fröhliche Miene zum
traurigen Spiel, so können unsere Lieben die
Festtage
vielleicht
etwas
unbeschwerter
und
zufriedener verbringen.
Und wir? ... Lasst uns hier in Haft einfach etwas
näher zusammenrücken.
Um es uns erträglicher zu machen, macht euch
untereinander vielleicht kleine Überraschungen oder
nehmt euch in die Arme; seid füreinander da in
dieser schmerzlichen Zeit!!!
Es kommen für jede von uns bald wieder bessere
Zeiten. Lasst uns zusammenhalten, gemeinsam
sind wir stark. Wir sitzen alle im selben Boot... somit
ist niemand allein - auch nicht an Weihnachten.
Ich wünsche euch weitestgehend eine unbe-
schwerte Weihnachtszeit, viel Kraft, Mut sowie
Glück und Durchhaltevermögen (lasst den Kopf
nicht hängen).
Gedanken zum Weihnachtsfest
Das Weihnachtsfest ist da und es wird klar
wieder ist ein Jahr vorbei.
Wie schnell das geht.
Nach hektischer und rastloser Zeit
die Hast und Oberflächlichkeit
ihren Höhepunkt nun erreicht.
Noch schnell ein paar Geschenke gekauft
und dann ist es vorbei mit dem Geschnauf.
Schnell noch wird resümiert,
was in diesem Jahr ist passiert.
Ruhe und Besinnlichkeit kehrt ein,
das Leben nun in einem anderen Lichte erscheint,
wenn auch nur für kurze Zeit, aber so viel Zeit
muss sein.
Ich wünsche, es wird gelingen,
diesem Kreislauf zu entrinnen und
nicht nur zum Jahresende hin
sich Zeit zu nehmen zum Innehalten und
über die großen Dinge des Lebens,
Recht und Unrecht,
Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit
Nachzudenken und
sich selbst und seinen Lieben ,
sowie denen, die in Vergessenheit geraten sind,
Zeit zu schenken.
Von Klaus D., Quelle: Sägeblatt / JVA Gelsenkirchen
R_by_www.JenaFoto24.de_pixelio.de
Der Geist der Weihnacht
Die Sonne weicht der dunklen Nacht,
viel Kummer hat sie mitgemacht.
Und unsere Erde leise weint!
Wann hört der Mensch ihr einmal zu?
Gibt das Böse endlich Ruh?
Und unsere Erde leise weint!
Doch da erhellt ein großer Stern,
bringt warmen Glanz aus weiter Fern.
Und ein kleines Kindlein lacht!
Hoffnung zieht in die Welt hinaus,
bringt helles Licht von Haus zu Haus.
Und unsere Erde trocknet Tränen!
Der Geist der Weihnacht bringt uns Licht,
in jedes Herz und ins Gesicht
und unsere Erde Zuversicht!
Quelle: Sägeblatt / JVA Gelsenkirchen

26
Gefangenenzeitung „Haft Leben“, JVA Chemnitz
Nr. 55, Weihnachten 2017
Haft Leben-Preisrätsel
1. Wenn sich die Ehefrau am Gatten rächt, dann
zahlt sie es dem ...?
A: Frank furt
B: Stutt gart
C: Mann heim
D: Pots dam
2. Was ist eine simple, aber bewährte Art, Musik
zu machen?
A: Spiegel streichen
B: Bürste zupfen
C: Lockenstab schlagen
D: Kamm blasen
3. Bei dem Brettspiel Cluedo geht es darum, ...?
A: an der Börse zu spekulieren
B: eine Kirche zu bauen
C: einen Mord aufzuklären
D: ein Essen zusammenzustellen
4. Die weltweite Finanzkrise wurde unter
anderem ausgelöst durch ...?
A: faule Kredite
B: arbeitsscheue Depots
C: phlegmatische Fonds
D: lethargische Zinsen
5. Was machen Eltern manchmal mit ihrem
renitenten Nachwuchs?
A: aufdatteln
B: anpflaumen
C: abfeigen
D: zukirschen
6. Was zählt zur heimischen Fauna?
A: Pikfalter
B: Herzschnecke
C: Karokäfer
D: Kreuzspinne
7. Was steht nicht nur bei einem Pfarrer
sonntags auf dem Frühstückstisch?
A: Butterturm
B: Brotgewölbe
C: Käseglocke
D: Wurstaltar
8. "Tausendmal berührt, tausendmal ist nix
passiert, tausend und eine Nacht" und es hat
wie gemacht?
A: Zoom
B: Bumm
C: Peng
D: Boing
9. Wie wachsen viele Kinder in ihren Familien
auf?
A: gut behütet
B: fein beschlipst
C: schick bemäntelt
D: sorgsam beschuht
10. Wobei handelt es sich um korrektes
Deutsch?
A: er hatt
B: du hasst
C: wir habben
D: ich habbe
11. Tick, Trick und Track, die Neffen von Comic-
Held Donald Duck, sind begeisterte ...?
A: Messdiener
B: Schützenbrüder
C: Feuerwehrmänner
D: Pfadfinder
12. Welcher dieser Namen ist kein italienischer
Männername?
A: Simone
B: Beate
C: Nicola
D: Andrea
13. Wo spielt die amerikanische Sitzordnung
eine Rolle?
A: Orchester
B: Gerichtssaal
C: Bundestag
D: Passagierflugzeug

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Haft Leben
27
14. Der russische Bär, das Waldbrettspiel und
der Nierenfleck sind ...?
A: Süßwasseralgen
B: Spechtvögel
C: Waldpflanzen
D: Schmetterlinge
15. Worauf betten sich nicht nur Japaner
gerne?
A: Anton
B: Beton
C: Karton
D: Futon
Verschiedene Preise u.a.
(Produktbeispiele)
Aus allen Einsendungen mit mindestens
acht richtigen Antworten werden die Gewinner
gezogen. Meistens eine Gewinnerin pro Station.
Leider nur für die JVA Chemnitz!
Wie mache ich mit?
Die Lösungen bitte auf dem Lösungsbogen
ankreuzen und mit Name, Haftraumnummer,
Alter sowie ob Raucher oder Nichtraucher
angeben.
Lösungsblatt
ausschneiden
und
in
den
Briefkasten der Redaktion (z. B. Ausgang zum
Hof) bis zum
15.02.2018
einwerfen.
Name, Vorname:
________________________________________
Haftraum: __________
Alter:
__________
Nichtraucher
Raucher
Dez.
2017
A
B
C
D
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
Die Redaktion dankt dem Sponsor Rudolf H.
für die zur Verfügung gestellten Preise!
Haft Leben-Preisrätsel

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28
Gefangenenzeitung „Haft Leben“, JVA Chemnitz
Nr. 55, Weihnachten 2017
Kirche 2017
Begegnungen ...
sind mit manchen Menschen unangenehm oder
fühlen sich sogar bedrohlich an, wenn das eigene
Bedürfnis nach Abgrenzung nicht oder nur teilweise
gelingt oder vom Gegenüber nicht akzeptiert bzw.
nicht wahrgenommen wird. Auf der „Piste“ kann
Frau sich oft nur schwer aus dem Weg gehen.
Begegnungen beim Essen- oder Postholen, beim
Gang zur Dusche, bei der Arbeit oder auf dem Hof
sind unvermeidlich. Dabei sind Begegnungen an
sich etwas Schönes, das zum Leben gehört. Der
jüdische Philosoph Martin Buber hat gesagt:
„Alles
wirkliche Leben ist Begegnung.“
Und dennoch fällt
es manchmal schwer, einander zu begegnen.
Menschen,
die
emotional
oder
körperlich
missbraucht, verletzt und immer wieder enttäuscht
worden sind, haben ein großes Bedürfnis nach
Kontrolle und können vielleicht nur sehr wenigen
ausgewählten Menschen vertrauen. Andere werden
sehr genau „abgecheckt“ und dabei oft abgewertet,
um sich selbst größer fühlen zu können. Dadurch
wird Begegnung gestört oder gar verhindert. Dabei
denke ich an folgende Geschichte:
Eine Frau bittet Gott, den Himmel und die Hölle
sehen zu dürfen. Gott erlaubt es ihr und führt sie in
einen großen Raum. In seiner Mitte steht auf dem
Feuer ein Topf mit einem köstlichen Gericht.
Rundherum sitzen Leute mit langen Löffeln, alle
stochern in dem Topf, aber die Menschen sehen
blass aus, mager und elend. So sehr sie sich auch
bemühen, die Stiele der Löffel sind zu lang. Sie
können das herrliche Essen nicht in den Mund
bringen. „Was für ein seltsamer Ort“, sagt die Frau.
„Das“, antwortet Gott, „ist die Hölle.“
Sie gehen in einen zweiten Raum, der genauso
aussieht wie der erste. Auch hier brennt ein Feuer,
und darüber kocht ein köstliches Essen. Leute
sitzen rundherum, auch sie haben Löffel mit langen
Stielen, aber sie sind alle gut genährt, lachen und
scherzen. Einer gibt dem anderen mit seinem
langen Löffel zu essen. „Und dies“, sagt Gott, „ist
der Himmel.“
Ich halte die himmlische Variante in der
Geschichte: dass Menschen mit ihren begrenzten
Möglichkeiten einander unterstützen, auch in der
JVA für eine praktikable Variante. Ich höre übrigens
immer wieder von beiden Varianten - wenn ich im
Gespräch mit einzelnen Frauen bin. Wir feiern bald
Weihnachten: das Fest, an dem wir daran denken,
dass Gott in Jesus Mensch wurde.
Da liegt mir auf der Zunge zu sagen: „Machs wie
Gott, werde Mensch!“ Die Botschaft der Geburt
Jesu Christi als eines der ärmsten schutzlosen
Menschen in dieser Welt ist kein kunstvoll erdachtes
Märchen. Sie sagt: Gott begibt sich unter die
Menschen und verzichtet dabei auf seine All-Macht.
Gott kommt zu den Menschen also nicht als einer,
der seine Überlegenheit beweisen will, sondern er
lässt sich auf die Welt ein wie er sie und die
Menschen in ihr schuf: ausgestattet mit seinem
Geist der Liebe und der Annahme - so, wie wir sind,
ohne Be- oder gar Abwertung. Vielleicht springt ein
Funke davon in den kommenden Wochen in unsere
Herzen hinein. Daran könnten wir selbst und andere
spüren, dass Weihnachten ist.
Ich wünsche Ihnen eine gesegnete Zeit und
bleiben Sie behütet - auch im neuen Jahr 2018.
Anne Straßberger,
evangelische Seelsorgerin in der JVA

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Haft Leben
29
HL - Impressum
Auflösung des Rätsels aus „HaftLeben“ 03-2017
1 - A, 2 - A, 3 - C,
4 - B, 5 - D, 6 - D,
7 - B, 8 - C, 9 - B,
10 - A, 11 - B, 12 - C,
13 - C, 14 - A, 15 - D
Gewonnen haben diesmal:
EG: Keine Beteiligung
Stat. 1:Katja S.
Stat. 2: Denise G.
Stat. 3: Sabine H.
Stat. 4: Monique H.
Stat. 5: Keine Beteiligung
Stat. 6: Keine Beteiligung
Stat. 7: Keine Beteiligung
Haus III: Keine Beteiligung
Sandra E.
(Alle Stationsangaben gültig zum Zeitpunkt der
Abgabe)
Herzlichen Glückwunsch!
Reproduktionen von Artikeln, auch nur auszugs-
weise, nur mit schriftlicher Genehmigung der
Redaktion „HaftLeben“ und gegen kostenfreie
Zusendung eines Belegexemplars.
Für namentlich gekennzeichnete Beiträge (alle
angegebenen Kürzel sind mit Klarnamen hinter-
legt), übernimmt die Redaktion lediglich die presse-
rechtliche Verantwortung, diese müssen nicht
unbedingt die Meinung der Redaktion wiedergeben.
Bei eingesandten Manuskripten und Leserbriefen
setzen wir das Einverständnis zum honorarfreien
Abdruck und zur sinnwahrenden Kürzung voraus.
Für eingesandte Manuskripte, Briefe und Unter-
lagen jeglicher Art wird keine Haftung über-
nommen.
Herausgeberin:
Frau König-Bender,
Anstaltsleiterin der JVA Chemnitz (V. i. S. d. P.)
HL-Redaktionsteam: AL, PJO, GKR, JeCo, ASP,
Nunu
Betreuer:
Herr Richter
ehrenamtlicher Betreuer
Frau Gläser
ehrenamtliche Betreuerin
Frau Böttcher
Bedienstete, JVA-Chemnitz
E-Mail:
HaftLeben@T-Online.de oder
HaftLeben@Live.de
Redaktionsschluss für die Ausgabe 01/2018:
15.02.2018
Bild: Lizenzfrei Pixelio.de
Achtung neue Anschrift der JVA
und der Redaktion:
Redaktion „HaftLeben“ -
Gefangenenzeitung der JVA Chemnitz
Thalheimer Straße 29
09125 Chemnitz

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Gefangenenzeitung „Haft Leben“, JVA Chemnitz
Nr. 55, Weihnachten 2017
HL - Rätsel
HL -
Rätsel

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Haft Leben
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HL - Rezepte
Omas Wattekuchen
Zutaten
Teig:
200 g Zucker
5 Eier
4 EL Wasser
200 g Mehl
Creme:
1 Pck. Sahnepudding oder Vanillepudding
½ Stk. geschmolzene Butter
Belag:
100 g Kokosraspeln
100 g Zucker
100 g Butter
Zubereitung
Eiweiß vom Eigelb trennen und steif schlagen. Restliche Zutaten für den Teig in einer Schüssel
verrühren, im Anschluss das steif geschlagene Eiweiß unterheben. Danach auf ein mit Backpapier
ausgelegtes Backblech geben und in den vorgeheizten Backofen, bei ca. 160°C goldbraun backen.
1 Päckchen Puddingpulver wie gewohnt zubereiten, während des Abkühlens des Puddings die Butter
schmelzen, welche dann mit dem Pudding verrührt wird. Danach abkühlen lassen!
Alle Zutaten für den Belag in eine Pfanne geben und leicht anrösten.
Zum Schluss die Creme auf den Kuchen geben, welcher dann mit den gerösteten Kokosraspeln
belegt wird.
(HL/JeCo)
Ofen-Gnocchi mit Pilzen
Zutaten:
300 g Champignons (oder Mischpilze aus der Dose)
250 g Kirschtomaten
1
Knoblauchzehe
150 g Käse am Stück
50 g Kürbiskerne
3 EL Öl
250 ml heiße Gemüsebrühe
200 g Schlagsahne
Salz, Pfeffer
1 Packung frische Gnocchi
1 Bund Schnittlauch
Backofen mit eingeschobenen tiefen Backblechen vorheizen (E-Herd: 220 °C, Umluft: 200 °C). Alle
Pilze putzen, säubern und klein schneiden. Tomaten waschen und abtropfen lassen. Knoblauch
schälen und hacken. Käse grob reiben.
Kürbiskerne auf dem Blech verteilen und im Ofen 3 bis 4 Minuten rösten, vom Blech nehmen und
abkühlen lassen. Öl auf dem Blech verteilen und im Ofen erhitzen. Pilze draufgeben und ca.
3 Minuten braten. Dann Knoblauch zugeben, Pilze wenden und weitere 3 Minuten braten.
Gemüsebrühe und Sahne mischen. Mit Salz und Pfeffer würzen. Gnocchi auf das Blech geben und mit
Sahnemix angießen. Im Backofen ca. 10 Minuten garen.
Kürbiskerne hacken. Schnittlauch waschen, trocken schütteln und in Röllchen schneiden. Tomaten zu
den Gnocchi geben, Käse aufstreuen. Weitere 10 Minuten backen. Mit Kürbiskernen und Schnittlauch
bestreuen.
Zubereitungszeit: 40 Minuten
(HL/PJO)
Bilder ähnlich, Quelle:
www.Chefkoch.de

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Gefangenenzeitung „Haft Leben“, JVA Chemnitz
Nr. 55, Weihnachten 2017
HL - Rätsel
HL -
Rätsel

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Haft Leben
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HL - Rätsel

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Gefangenenzeitung „Haft Leben“, JVA Chemnitz
Nr. 55, Weihnachten 2017
HL - Rätsel

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Haft Leben
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HaftLeben 04-2017 (Foto-Quelle:
www.froheweihnachten.de)
HaftLeben 04-2017 (Foto-Quelle: R_by_Rike_pixelio.de
HaftLeben 04-2017
HaftLeben 04-2017 (Foto-Quelle: pixabay, powerd by „HaftLeben“)

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Wir halten zusammen!
Egal was kommt!
Happy New Year!
Es gibt zwei Arten von
Freunden, die einen sind
käuflich, die anderen
sind unbezahlbar.
Art van Rheyn
, (1939 - 2005), niederrheinischer Dichter