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INTERNAT DES SÄCHSISCHEN LANDESGYMNASIUM FÜR SPORT LEIPZIG | MARSCHNERSTRAßE 30 | 04109 LEIPZIG
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KONZEPTION DES INTERNATES DES
SÄCHSISCHEN LANDESGYMNASIUMS
FÜR SPORT LEIPZIG
STAND: Januar 2022
INHALT
1) Vorwort
2) Geschichte der Einrichtung
3) Rahmenbedingungen
4) Pädagogische Arbeit des Internates
4.1 Leitbild
4.2 Inhalte der pädagogischen Arbeit
4.3 Betreuung im Ü18-Wohnbereich der Kolonnadenstraße 28
4.3 Öffentlichkeitsarbeit
4.4 Anforderungen an die Pädagoginnen und Pädagogen
5) Prävention
5.1 Präventionsarbeit mit den Bewohnerinnen und Bewohnern
5.2 Handlungs- und Verfahrensgrundsätze bei Kindeswohlgefährdung
5.2.1 Handlungsgrundsätze
5.2.2 Verfahrensgrundsätze
5.3 Notfallplan
5.4 Verhaltenskodex für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
5.5 Verhaltenskodex für Internatsbewohnerinnen und -bewohner
6) Organigramm

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1) VORWORT
Das Sportinternat Leipzig in der Marschnerstraße 30 ist inhaltlich und baulich mit dem
Landesgymnasium für Sport Leipzig (Eliteschule des Sports und Eliteschule des DFB) verbunden. Beide
Einrichtungen befinden sich in Trägerschaft des Sächsischen Staatsministerium für Kultus.
Mit dem Sportinternat bietet der Sportstandort Leipzig auswärtigen Schülerinnen und Schülern die
Möglichkeit, Leistungssport und Schulausbildung zu verknüpfen.
Dabei stellt das Sportinternat für die Bewohnerinnen und Bewohner, außerhalb von Schule und Sport,
eine Schnittstelle zur ganzheitlichen, altersspezifischen Entwicklung der Kinder und Jugendlichen dar.
Zugleich wird während des Internatsaufenthaltes durch das pädagogische Team der Austausch und die
Kooperation zwischen Familie, Schule und Sport sichergestellt.
Um diese Erziehungspartnerschaften für alle Beteiligten auf einem qualitativ hohen Niveau mit Leben
zu erfüllen, bedarf es für die alltägliche Arbeit entsprechend guter Rahmenbedingungen sowie
inhaltlicher Schwerpunkte und Zielsetzungen. Diese sind in den Punkten 3 bis 5 näher beschrieben.
2) GESCHICHTE DER EINRICHTUNG
Die Geschichte des Sportinternates ist eng mit der Entwicklung des Sportschulstandortes Leipzig
verbunden. Nachdem am 1. September 1952 in Leipzig-Dölitz die Kindersportschule Leipzig gegründet
wurde, wurden im Jahre 1958 die ersten 10 Internatsplätze in der Funkenburgstraße geschaffen. Mit
dem Anwachsen der Schülerzahlen der KJS (Kinder- und Jugendsportschule), wie sie seit 1953 genannt
wurde, erweiterte sich auch die Kapazität der Internatsplätze auf 140 Schüler durch Internate in der
Mottelstraße, der Karl-Tauchnitz-Straße und der Demmeringstraße.
Im Jahr 1971 wurde die neue KJS in der Marschnerstraße 30, dem heutigen Standort des
Landesgymnasiums für Sport Leipzig, eingeweiht. Einschließlich Demmeringstraße und Poetenweg
standen nun 360 Internatsplätze zur Verfügung. Im Jahre 1992 wurde aus der 'KJS - Ernst Thälmann'
das Sportgymnasium Leipzig. Mit dem Beginn einer Kooperation mit der 43. Mittelschule (ab 2003
Sportmittelschule, ab 2016 Sport0berschule) im Jahr 1995 wurden auch Schülerinnen und Schüler der
Sportmittelschule im Internat Marschnerstraße aufgenommen.
Für den Zeitraum zwischen August 1998 und Februar 2000 wurde das Internat aufgrund von
Sanierungsarbeiten am Gebäude in der Marschnerstraße in die Kolonnadenstraße ausgelagert. Im
Februar 2000 erfolgte der Wiedereinzug in das vollständig sanierte Internatsgebäude in der
Marschnerstraße 30. Da die Kapazität in der Marschnerstraße nicht für alle auswärtigen
Sportoberschüler und Sportgymnasiasten ausreichte, wurden in der Kolonnadenstraße ab dem Jahr
2015 60 Plätzen für Schülerinnen und Schüler über 16 Jahren vorgehalten. Die pädagogische
Betreuung übernahm städtische Eigenbetrieb „Verbund kommunaler Kinder- und Jugendhilfe“ (VkKJ).
An beiden Standorten wurden bis zum Sommer des Jahres 2020 Sportgymnasiasten und Sportmittel-
bzw. Sportoberschüler in einer Mischunterbringung betreut.
Mit
dem
Beginn
des
Schuljahres
2020-2021
endete
die
Mischunterbringung
und
die
Internatsschülerinnen und Internatsschüler der Sportoberschule zogen in das neugebaute
Sportinternat der Stadt Leipzig in der Philipp-Rosenthal-Straße 59 um.
Seitdem finden in der Marschnerstraße 124 auswärtige Sportgymnasiasten Platz. In der Außenstelle
Kolonnadenstraße 28 stehen zudem 40 Plätze für volljährige Sportgymnasiasten zur Verfügung.

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3) RAHMENBEDINGUNGEN
Das Sportinternat bietet auf insgesamt vier Etagen 124 Schülerinnen und Schülern des Sächsischen
Landesgymnasiums für Sport Leipzig Platz. Die Internatsschülerinnen und Schüler bewohnen Einzel-
oder Doppelzimmer in Wohneinheiten, welche von den zentralen Etagenfluren abgehen. Jeweils sechs
Bewohnerinnen und Bewohner bilden eine Wohneinheit. Diese setzt sich aus zwei Doppelzimmern
und zwei Einzelzimmern bzw. aus drei Doppelzimmern zusammen.
Auf den drei oberen Etagen wohnen jeweils 36 Schülerinnen und Schüler in sechs Wohneinheiten.
Diese Wohneinheiten werden neben den Schlafräumen durch einen WE-Flur mit Waschecke (2
Waschbecken) und zwei separaten Toiletten ergänzt. Duschen können die Bewohnerinnen und
Bewohner in der jeweiligen Etagendusche. Außerdem verfügen die drei oberen Etagen jeweils über
zwei Gesellschaftsräume (1x groß / 1x klein), in welchen die Schülerinnen und Schüler den Fernseher
oder die vorhandenen Computer nutzen können, sowie über ein Mehrzweckzimmer. Dieses
Mehrzweckzimmer kann beispielsweise als Hausaufgabenzimmer, als Rückzugszimmer für Telefonate
mit den Eltern oder als Gästezimmer für Probeschülerinnen und -schüler genutzt werden. Durch die
jeweilige Etagenküche ist auch die Selbstverpflegung am Wochenende gesichert.
Im Erdgeschoss wohnen 16 Schülerinnen und Schüler verteilt auf drei Wohneinheiten. Auch hier
werden die Wohneinheiten neben den Schlafräumen der Bewohnerinnen und Bewohner durch einen
WE-Flur mit Waschecke (2 Waschbecken) ergänzt. Hier steht eine separate Toilette, sowie eine Dusche
in der Wohneinheit zur Verfügung. Ansonsten verfügt das Erdgeschoss über zwei Gesellschaftsräume
sowie über eine Etagenküche.
Im Untergeschoss befinden sich diverse Funktionsräume sowie der Fahrradkeller. So stehen den
Bewohnerinnen
und
Bewohnern
neben
einem
Wasch-
und
Trockenraum
sowie
einem
Entspannungsraum
auch
Räume
zur
Freizeitgestaltung
(Kegelbahn,
Tischkickerraum
und
Tischtennisraum) zur Verfügung.
Für volljährige Schülerinnen und Schüler stehen im Ü18-Bereich in der Kolonnadenstraße 28 vierzig
Wohnplätze zur Verfügung. Die Unterbringung erfolgt hier in Wohngemeinschaften mit 3 – 5
Bewohnerinnen und Bewohnern. Die Zimmer sind möbliert, darüber hinaus stehen in allen
Wohnungen voll ausgestattete Küchen und ein Gemeinschaftsbad zur Verfügung.
Von Montag früh bis Freitagmittag gibt es eine verpflichtende Vollverpflegung für alle
Internatsbewohnerinnen und -bewohner der Marschnerstraße 30. Die Mahlzeiten werden in der
hauseigenen Mensa eingenommen.
Die Regeln des Zusammenlebens sind in der Hausordnung fixiert. Die Unterbringung auf den
Wohnetagen erfolgt in einer altersspezifischen Ordnung, nach welcher die jüngsten Bewohnerinnen
und Bewohner in der obersten Etage wohnen.
Der Internatsbetrieb wird durch einen Internatsleiter sowie zehn Internatspädagoginnen und -
pädagogen im Schichtsystem abgesichert, wobei die Betreuungsleistung vorrangig im Nachmittags-
und Abendbereich erfolgt. Entsprechend der Anzahl und des Alters der Etagenbewohnerinnen und -
bewohner wird die Betreuung gewährleistet. So arbeiten auf der dritten und der zweiten Etage drei
Bezugspädagoginnen und -pädagogen, um eine altersentsprechend intensivere Betreuung zu
gewährleisten. Auf der ersten Etage und im Erdgeschoss sind jeweils zwei Bezugspädagoginnen und -
pädagogen eingesetzt, von denen in der Regel jeweils eine Kollegin / ein Kollege im Abendbereich auf
der Etage anwesend ist.
Durch die bauliche Verbindung zwischen dem Internat und dem Landesgymnasium für Sport sind den
Bewohnerinnen und Bewohnern kurze Wege garantiert. Insgesamt ist das Internat aufgrund seiner
zentrumsnahen Lage sehr gut angebunden. So stehen mehrere Linien der öffentlichen Verkehrsmittel

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zur Verfügung, der Weg ins Zentrum ist auch bequem zu Fuß zu bewältigen und etliche
Trainingsstätten befinden sich in der näheren Umgebung.
Zusätzlich der pädagogischen Betreuung stehen den Internatsschülerinnen und Internatsschülern
unter anderem eine Ernährungsberatung, eine Physiotherapie sowie eine Laufbahnberatung zur
Verfügung. Zudem arbeiten wir bei Bedarf mit externen Partnerinnen und Partnern wie zum Beispiel
der Sportpsychologie der Uni Leipzig sowie unserem langjährigen Hausarzt Herrn Professor Dr. Brock
(Kinder- und Jugendsportmedizin) zusammen.
Derzeit werden die Sportarten Fechten, Fußball, Handball, Judo, Kanu-Rennsport, Kanu-Slalom,
Leichtathletik, Radrennsport, Rhythmische Sportgymnastik, Ringen, Rudern, Schwimmen, Tauchsport,
Triathlon, Turnen, Volleyball sowie Wasserspringen betreut.
Die Schülerinnen und Schüler des Sächsischen Landesgymnasiums für Sport Leipzig, deren
Hauptwohnsitz sich im Bundesland Sachsen befindet, erhalten auf Antrag eine Zuwendung zur
Deckung der Internatskosten beim Freistaat Sachsen. Schülerinnen und Schüler mit Hauptwohnsitz in
anderen Bundesländern haben die Möglichkeit, eine Förderung über den Landessportbund Sachsen
bei entsprechendem Kaderstatus zu beantragen.

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4) PÄDAGOGISCHE ARBEIT DES INTERNATES
4.1 Leitbild
Das Sportinternat unterstützt und begleitet in seiner engen Zusammenarbeit mit dem Sächsischen
Landesgymnasium für Sport Leipzig seine Bewohnerinnen und Bewohner auf dem Weg zu sportlichen
Höchstleistungen sowie schulischen Erfolg.
Durch das geschulte Betreuerteam, zusammengesetzt aus Erzieherinnen und Erziehern sowie Heil- und
Sozialpädagoginnen und -pädagogen, werden unsere Bewohnerinnen und Bewohner bei der
Bewältigung ihres schulischen, sportlichen und privaten Alltages unterstützt. Wir stellen so einen
wichtigen
Kooperationspartner
für
die
Internatsschülerinnen
und
-schüler,
die
Personensorgeberechtigten, die Lehrerinnen und Lehrer sowie für die Trainerinnen und Trainer dar.
Dabei begegnen wir unseren Bewohnerinnen und Bewohnern in ihrer individuellen Besonderheit und
unterbreiten entsprechende Angebote zur Unterstützung sowie zur Ausgestaltung des Alltages.
Bei all unserem Wirken stehen Fairness, ein respektvoller Umgang miteinander und die gelebte
Toleranz als unverrückbare Werte im Vordergrund.
4.2 Inhalte der pädagogischen Arbeit
Die Betreuung der Kinder und Jugendlichen im Sportinternat sowie deren Unterstützung bei der
Bewältigung ihres Alltages zählt zu den Kernaufgaben unseres Betreuerteams. Dazu gehört vor allem
die Unterstützung bei der Entwicklung von Selbstständigkeit und Eigenverantwortung in der
Wahrnehmung
der
Trainings-
und
Schulzeiten,
der
Freizeitgestaltung
und
Klärung
von
Alltagsangelegenheiten.
Dazu zählt aber auch die Unterstützung in schulischen Belangen, zum Beispiel durch Einrichten
individueller Lernzeiten und Besprechen von Lerninhalten oder der Vermittlung von Förderunterricht
sowie der Kontrolle der schulischen Leistung durch regelmäßige Einsichtnahme in der Notenübersicht.
Voraussetzung für diese Angebote ist die enge Zusammenarbeit und Unterstützung der
Internatspädagogik durch die Personensorgeberechtigten.
Neben diesen Hilfsangeboten unterbreitet das pädagogische Team aber auch altersspezifische
Freizeitangebote, wie Kochen und Backen, Kinoabende oder gemeinsame Spielabende und planen und
gestalten Feiern und Feste aus. Außerdem werden die Freizeiträume des Internates intensiv genutzt,
in welchen beispielsweise Kegel- oder Tischtennisturniere ausgetragen werden oder regelmäßig
Entspannungsangebote stattfinden.
Die Internatspädagoginnen und -pädagogen arbeiten zudem bei weitergehendem Bedarf mit externen
psychologischen und pädagogischen Partnerinnen und Partnern zusammen.
Auch administrative Aufgaben gehören zur pädagogischen Arbeit der Internatspädagoginnen und -
pädagogen. Neben der alltäglichen Dokumentation spielen zum Beispiel auch die Überarbeitung der
Konzeption sowie die regelmäßige Überprüfung des Schutzkonzeptes eine Rolle. In diesem Kontext
unterbreiten die Pädagoginnen und Pädagogen auf ihren Etagen auch regelmäßig Angebote zu
Präventionsveranstaltungen,
wie
zum
Beispiel
sexualpädagogische
Veranstaltungen
oder
Veranstaltungen zur Aufklärung über Drogenmissbrauch oder Cybermobbing.
Bei der täglichen Dienstübergabe werden wichtige Informationen zu den Belangen des gesamten
Internates aber auch zu den einzelnen Etagen ausgetauscht und an die Kolleginnen und Kollegen sowie
die Internatsleitung weitergegeben und entsprechend dokumentiert. So wird sichergestellt, dass alle
Kolleginnen und Kollegen auch über die wesentlichen Aspekte anderer Etagen informiert sind und
entsprechend handlungsfähig sind.

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Um der Rolle des Kooperationspartners gerecht zu werden, informieren die Pädagoginnen und
Pädagogen auch regelmäßig die Eltern der Bewohnerinnen und Bewohner über einzelne Vorhaben der
Etage oder regen Gespräche zwischen den Beteiligten an, wenn diese als notwendig erscheinen. Auch
regelmäßige Trainingsstättenbesuche oder die Teilnahme an Elternabenden sind Bestandteile der
pädagogischen Arbeit und helfen dabei, mit allen Beteiligten in Kontakt zu bleiben.
Und auch die Internatsbewohnerinnen und -bewohner selbst haben einen wesentlichen Einfluss auf
die Arbeit des pädagogischen Teams. So werden die Bewohnerinnen und Bewohner durch den jährlich
neu gewählten Internatsrat auch an der Entscheidungsfindung bezüglich des Internatslebens beteiligt.
Wünsche und Vorstellungen zur Ausgestaltung können über dieses Gremium an die Internatsleitung
herangetragen, diskutiert und nach Beschluss umgesetzt werden.
4.3 Betreuung im Ü18-Wohnbereich der Kolonnadenstraße 28
Da im Ü-18-Projekt eine Verselbständigung und ein eigenverantwortliches Wohnen angestrebt wird,
ist eine intensive, permanente pädagogische Betreuung vor Ort nicht angedacht. Die Pädagoginnen
und Pädagogen der Marschnerstraße verstehen sich als Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner
sowie Begleiterinnen und Begleiter bei Bedarf. Sie stehen im regelmäßigen Austausch mit den
Bewohnerinnen und Bewohnern und den beteiligten Netzwerkpartnern.
Im Zuge der Verselbständigung, verpflegen sich die Bewohnerinnen und Bewohner eigenständig.
4.4 Öffentlichkeitsarbeit
Für die öffentlichkeitswirksame Arbeit verfügt das Internat über einen Internetauftritt, der in
regelmäßigen Abständen überarbeitet und aktualisiert wird. Hier finden alle Interessenten die
wesentlichen Informationen zum Sportinternat sowie die Kontaktdaten.
Außerdem besteht für Interessenten die Möglichkeit über den Sport einen Gastaufenthalt zu
beantragen. Somit können die Gastschülerinnen und -schüler eine Woche im Internat wohnen und
während dieser Zeit am Unterricht des Sportgymnasiums teilnehmen und den Trainingsumfang an den
Trainingsstätten miterleben.
Eine Besichtigung des Internats für interessierte Trainerinnen und Trainer, Sportlerinnen und Sportler
sowie deren Angehörige ist nach telefonischer Absprache möglich.
4.5 Anforderungen an die Pädagoginnen und Pädagogen
Eine Grundvoraussetzung, um am Sportinternat als Pädagogin / Pädagoge arbeiten zu können, ist die
abgeschlossene Ausbildung zur staatlich anerkannten Erzieherin / zum staatlich anerkannten Erzieher
oder ein vergleichbarer Berufsabschluss. Neben der beruflichen Qualifikation wird vor der Einstellung
eines neuen Mitarbeiters auch dessen persönliche Unbescholtenheit hinterfragt. Dafür wird eine
Abschrift des polizeilichen Führungszeugnisses verlangt.
Für die Arbeit als Internatspädagogin / Internatspädagoge werden außerdem eine Bereitschaft zur
regelmäßigen Weiterbildung und die Fähigkeit zur kooperativen Zusammenarbeit mit den
Netzwerkpartnern vorausgesetzt. Ein Bezug zum Leistungssport ist von Vorteil, die Bereitschaft sich mit
der Thematik intensiv auseinanderzusetzen, ist Voraussetzung.

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5) PRÄVENTION
5.1 Präventionsarbeit mit den Bewohnerinnen und Bewohnern
Präventionsarbeit
im
Internat
beginnt
mit
dem
regelmäßigen
Austausch
zwischen
den
Kooperationspartnern, Internatspädagoginnen und -pädagogen, Internatsbewohnerinnen und -
bewohnern, Eltern, Personensorgeberechtigten, Trainerinnen und Trainern sowie Lehrerinnen und
Lehrern.
Dazu werden informelle wie formelle Kommunikationswege genutzt. Außerdem bieten die
Internatspädagoginnen und -pädagogen auf ihren Etagen regelmäßige Präventionsveranstaltungen
an. Sexualpädagogische Thematiken oder Themen wie Cybermobbing und Drogenmissbrauch stehen
hier beispielsweise besonders im Fokus.
5.2 Handlungs- und Verfahrensgrundsätze bei Kindeswohlgefährdung
5.2.1 Handlungsgrundsätze
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Internates sind zum Schutz der seelischen und körperlichen
Unversehrtheit, der geistigen Freiheit und der Entfaltungsmöglichkeiten der Kinder und Jugendlichen
verpflichtet.
Die Sorge für das Wohl der im Internat lebenden Kinder und Jugendlichen erfordert es auch, jedem
Anhaltspunkt für Vernachlässigung oder Misshandlung nachzugehen.
Die Internatsleitung entscheidet in Absprache mit der Schulleitung rechtzeitig über die Einbeziehung
des Jugendamtes oder anderer Stellen.
5.2.2 Verfahrensgrundsätze
Erhält eine Mitarbeiterin / ein Mitarbeiter des Internates Hinweise auf eine Kindswohlgefährdung,
informiert diese / dieser umgehend die Internatsleitung. Die Internatsleitung beruft zur Abschätzung
des Gefährdungsrisikos unverzüglich eine Fallberatung ein und sorgt eigenverantwortlich für die
Information und Einbeziehung von Fachkräften anderer Bereiche.
An dieser ersten Fallberatung nehmen mindestens teil: Internatsleitung sowie alle Erzieherinnen und
Erzieher der Etage. Eine insoweit erfahrene Fachkraft kann im Bedarfsfall gemäß Artikel 1, §4 Absatz
2 Bundeskinderschutzgesetz (BKiSchG) in jeder Phase der Risikoeinschätzung hinzugezogen werden.
Auch andere externe Fachkräfte aus dem Internatsnetzwerk Kinderschutz können nach Bedarf des
Einzelfalls an der Fallberatung beteiligt werden.
Im Ergebnis ist ein Protokoll der Fallberatung zu fertigen, in dem u.a. zu dokumentieren ist, welche
Anzeichen einer Kindeswohlgefährdung mit welcher Häufigkeit aufgetreten sind und welche
Maßnahmen bereits veranlasst und welche weiteren vereinbart wurden.
Liegt eine Gefährdung des Kindes vor, wird festgelegt, wer in welchem Zeitraum was tut, so zum Bsp.
gemäß Artikel 1, Abs.2 BKiSchG Gespräche mit Eltern führt bzw. notwendige Hilfsangebote
unterbreitet oder Kontakt zu anderen Bereichen des Verbundes (Schule, Sport) aufnimmt. Hierzu wird
ein verbindlicher Schutzplan erstellt, der konkrete Maßnahmen nach dem Muster enthält:
Wer....macht was...bis wann? Diese Maßnahmen sind innerhalb von zwei Wochen durch die
Internatsleitung zu kontrollieren und ggf. fortzuschreiben.
Werden Hilfsangebote durch Kinder bzw. Eltern nicht angenommen bzw. stellt sich heraus, dass diese
nur bedingt wirksam werden, erfolgt durch die Internatsleitung gemäß 1. Abs.3 BKiSchG eine Meldung

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an das Jugendamt auf dem dafür vorgesehenen Formblatt. Die Eltern sind grundsätzlich darüber zu
informieren, wenn sich dadurch nicht eine zusätzliche Gefährdung für das betroffene Kind ergibt.
Über die Meldung an das Jugendamt ist das Landesamt für Schule und Bildung in Kenntnis zu setzen.
Bei akuter Gefährdung ist das Jugendamt bzw. der Kinder- und Jugendnotdienst sofort zu informieren
oder die Polizei im Zuge von Amtshilfe unmittelbar um Unterstützung zu ersuchen. Bei gravierender
und andauernder Kindeswohlgefährdung bzw. Gefahr in Verzug kann die Internatsleitung das
Familiengericht direkt anrufen. Das Jugendamt wird davon unmittelbar in Kenntnis gesetzt.
5.3 Notfallplan
VORGANG
INFORMATIONSKETTE
MAßNAHMEN
Brand
. Feuerwehr 112
. Pädagoginnen / Pädagogen
. Bewohnerinnen / Bewohner
. Internatsleitung I Schulleitung
. Personensorgeberechtigte
. wie Belehrung
. Dokumentation
Amok
Geiselnahme
Waffengebrauch
. Polizei 110 I Notarzt 112
. Internatsleitung I Schulleitung
. Pädagoginnen / Pädagogen
. Bewohnerinnen / Bewohner
. Personensorgeberechtigte
(Todesnachrichten durch Polizei)
. 1. Hilfe leisten I Eigensicherung beachten
. Täter und Opfer trennen
. Einweiser mit Lageplan und
Detailkenntnissen vor dem Internat
. Dokumentation
Amokdrohung
Sprengstoffdrohung
Verdächtiger Gegenstand
Morddrohung
. Polizei 110 I Notarzt 112
. Internatsleitung I Schulleitung
. Pädagoginnen / Pädagogen
. Personensorgeberechtigte
. evtl. Betroffene*r
. mit Internatsleitung Maßnahmen
absprechen
. mit Polizei sprechen
. Dokumentation
Selbstmorddrohung
. Polizei 110 I Notarzt 112
. Internatsleitung I Schulleitung
. Pädagoginnen / Pädagogen
. Personensorgeberechtigte
. Betroffene / Betroffenen betreuen
. gefährliche Gegenstände sichern
. Einweiser vor dem Internat bereitstellen
. Dokumentation
Waffenbesitz
. Internatsleitung I Schulleitung I Polizei
. Pädagoginnen / Pädagogen
. Personensorgeberechtigte
. Eigensicherung
. evtl. Taschenkontrolle unter Zeugen
. Waffen an die Polizei übergeben
. Dokumentation
Körperverletzung
Unfälle
. Polizei 110 I Notarzt 112
. Internatsleitung I Schulleitung
. Personensorgeberechtigte
. 1. Hilfe I Eigensicherung beachten
. Beruhigung des Opfers
. Einweiser bereitstellen
. Begleitung ins Krankenhaus
. Dokumentation
Sexuelle Übergriffe
. Internatsleitung I Schulleitung
. Pädagoginnen / Pädagogen
. Personensorgeberechtigte in Absprache
mit dem Opfer
. Handlungs- und Verfahrensgrundsätze
KWG benutzen
. Opfer schützen
. Beistand
. Dokumentation
Extremismus
Rechtsradikale Tendenzen
. Internatsleitung I Schulleitung
. Pädagoginnen / Pädagogen
. Polizei zur Beweissicherung
. verbal entgegentreten
. Material einbeziehen
. Anzeige I Prävention
. Dokumentation
Mobbing
Kränkung
Gewalt
. Internatsleitung I Schulleitung I Polizei
. Pädagoginnen / Pädagogen
. Personensorgeberechtigte
. unterbinden
. Opfergespräch
. Maßnahmen mit Kollegium und
Personensorgeberechtigten abstimmen
. Dokumentation
Todesfall im schulischen
Umfeld
. Internatsleitung I Schulleitung I Polizei
. Pädagoginnen / Pädagogen
. Personensorgeberechtigte
. Maßnahmen mit Internatsleitung und
Kollegium abstimmen
. Dokumentation

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5.4 Verhaltenskodex für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Im Folgenden werden für die Internatspädagoginnen und Internatspädagogen Verhaltensweisen
beschrieben, welche für die alltägliche Arbeit im Internat bindend sind.
• Bezugspersonen bauen keine privaten Freundschaften zu betreuten Kindern oder Jugendlichen auf.
Es findet keine Fortführung der professionellen Beziehung im privaten Rahmen statt (z.B. private
Treffen, private Urlaube).
• Private
Sorgen
und
Probleme
von
Bezugspersonen
haben
in
der
professionellen
Beziehungsgestaltung nur einen Platz, wenn sie dem pädagogischen Prozess dienlich sind (z.B. als
thematischer Anknüpfungspunkt).
• Verwandtschaftsverhältnisse und Privatbeziehungen/-kontakte zu betreuten Kindern oder
Jugendlichen bzw. deren Familien sind offenzulegen.
• Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verwenden in keiner Form von Interaktion und Kommunikation
eine sexualisierte Sprache oder Gestik (z.B. sexuell getönte Kosenamen oder Bemerkungen,
sexistische 'Witze'), ebenso keine abfälligen Bemerkungen oder Bloßstellungen.
• Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter pflegen keine privaten Internetkontakte mit Kindern oder
Jugendlichen der Einrichtung (z.B. soziale Netzwerke, Email, WhatsApp), zulässig sind lediglich
dienstliche und pädagogisch begründete. Sie grenzen sich von medialen Kontaktanfragen der ihnen
anvertrauten jungen Menschen grundsätzlich ab (z.B. Freundschaftsanfragen Facebook).
• Es wird respektiert, wenn Kinder oder Jugendliche nicht fotografiert oder gefilmt werden wollen.
Die Veröffentlichung von Ton- und Bildaufnahmen bedarf ihrer und der Zustimmung der
Sorgeberechtigten.
• Berufliche und ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dürfen grundsätzlich auf ihr
Verhalten gegenüber Kindern und Jugendlichen und dessen Wirkung angesprochen werden.
• Berufliche und ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter machen eigene Übertretungen des
Verhaltenskodex und die von Kolleginnen und Kollegen gegenüber der Einrichtungsleitung
transparent.
Wir verzichten auf verbales und nonverbales abwertendes Verhalten und beziehen gegen
gewalttätiges, diskriminierendes, rassistisches und sexistisches Verhalten aktiv Stellung.
• Wir nehmen die Intimsphäre, das Schamgefühl und die individuellen Grenzempfindungen der uns
anvertrauten Kinder und Jugendlichen wahr und ernst.

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5.5 Verhaltenskodex für Bewohnerinnen und Bewohner
Das Team des Sportinternates Leipzig sieht es als seine Aufgabe an, Vorsorge gegen nichttolerierbare
Verhaltensweisen zu treffen bzw. diese zu verhindern.
Die Bewohnerinnen und Bewohner des Sportinternats Leipzig bekennen sich zu den
Menschenrechten und den Werten der Demokratie. Sie sind untereinander solidarisch und
erklären ausdrücklich ihre Zustimmung zu den folgenden Punkten:
• Wir achten jede Bewohnerin und jeden Bewohner als eigene Persönlichkeit und verachten oder
demütigen niemanden aufgrund ihrer / seiner Herkunft, Religion, sexuellen Orientierung und /
oder des Aussehens.
• Wir pflegen ein friedliches Miteinander und verzichten auf körperliche Gewalt und gegenseitige
Beschimpfungen.
• Wir zwingen niemanden zu Verhaltensweisen, die für diejenige / denjenigen peinlich,
erniedrigend, ekelauslösend oder belästigend sind. Wir machen niemanden lächerlich.
• Wir nutzen das Internet und die sozialen Medien nicht, um andere Personen zu schädigen, zu
bedrohen, zu beleidigen oder lächerlich zu machen.
• Wir unterstützen einander und nehmen aufeinander Rücksicht.
• Wir respektieren die Privatsphäre der anderen Bewohnerinnen und Bewohner und achten
deren Eigentum.
• Wir zeigen Zivilcourage und treten für Schwächere ein.
• Probleme und Konflikte sprechen wir offen an und suchen gemeinsam mit allen Beteiligten nach
einer guten Lösung.
Verstöße gegen diese Erklärung werden vom Team des Sportinternats Leipzig nicht toleriert und
geahndet. Athletinnen und Athleten, Personensorgeberechtigte, Eltern und andere Verwandte,
Trainerinnen und Trainer sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Sportinternats werden
aufgefordert, entsprechende Verhaltensweisen der Leitung des Sportinternats Leipzig zur Kenntnis
zu bringen.

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