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Afrikanische Schweinepest (ASP) – Vorsorge- und Bekämpfungsmaß-
nahmen – Mitwirkung der sächsischen Jägerschaft
Stand: November 2019
Was tun „Wir Jäger in Sachsen“
In der Ausgabe vom Mai 2018 erschien der Artikel „Aktuelles ASP-Seuchengeschehen“. Mit Blick auf die
praktische Rolle der sächsischen Jägerschaft soll in dessen Fortsetzung eine kurze Übersicht zum Stand der
Vorsorge- sowie der geplanten tierseuchenrechtlichen Bekämpfungsmaßnahmen gegeben werden.
Das Risiko des Eintrags der ASP in die heimische Schwarzwild- und Hausschweinepopulation ist nach Risi-
kobewertung des Friedrich-Loeffler-Institutes nach wie vor hoch. Diese Bewertung gilt insbesondere für das
illegale Verbringen und Entsorgen von virushaltigen Materialien (Speiseabfälle, Schweinefleischerzeugnisse
et cetera) aus ASP-Seuchengebieten (menschliches Handeln). Mit dem aktuellen Vorkommen der Tierseu-
che in Belgien ist die Gefahr der Einschleppung durch infiziertes Schwarzwild nunmehr deutlich gestiegen.
In den zurückliegenden Monaten wurden in fachübergreifender Zusammenarbeit von allen Beteiligten (Vete-
rinär-, Jagd-, Verkehrs- und Ordnungsbehörden – unter Einbeziehung der Vertreter des Landesjagdverban-
des Sachsen e. V., der Landesarbeitsgemeinschaft der Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbesitzer im
Sächsischen Landesbauernverband. e. V., des Ökologischen Jagdvereins Sachsen e. V., des Sächsischen
Waldbesitzerverbandes e. V., des Sächsischen Landesbauernverbandes e. V. und der Interessengemein-
schaft der Schweinehalter in Sachsen e. V.) umfassende Maßnahmen zur Tierseuchenprophylaxe und zur
Vorbereitung auf einen möglichen ASP-Ausbruch veranlasst. Das Spektrum reicht von grundlegenden Ände-
rungen in den tierseuchen- und jagdrechtlichen Regularien über Öffentlichkeitsarbeit, Informationskampag-
nen bis hin zu Biosicherheitsmaßnahmen, Tierseuchenübungen, Krisenplanungen, Materialbeschaffungen
und intensivierter Bejagung des Schwarzwildes.
Besonders hervorzuheben ist die in den
Jagdjahren 2017/2018 und 2018/2019 in den sächsischen Jagd-
bezirken erreichte Schwarzwildstrecke von 45.318 Stück beziehungsweise 36.087 Stück
(im Vergleich
Jagdjahr 2016/2017: 33.285 Stück). Wissend um die natürliche Populationsdynamik ist dies ein deutliches
Ergebnis des hohen Engagements und der Anstrengungen der sächsischen Jägerschaft, welcher hierfür
Dank und Anerkennung gebührt. Die bis jetzt erreichte gute Zusammenarbeit, die gegenseitige Akzeptanz
und Unterstützung sowie den lebendigen Informationsaustausch zwischen der Jägerschaft und allen mit den
Präventions- und Bekämpfungsmaßnahmen der ASP befassten Behörden gilt es zu erhalten und weiter zu
verbessern.
Welche Aufgaben habe ich als Jäger in der Tierseuchenbekämpfung – wie kann
ich unterstützen?
Grundsätzlich sind hierbei die
Aufgaben vor dem Ausbruch der ASP („Friedenszeiten“)
und die
Aufga-
ben im Rahmen der Tierseuchenbekämpfung
zu unterscheiden.
In
„Friedenszeiten“
liegt der Schwerpunkt auf der
Früherkennung des Eintrags
des ASP-Erregers in die
Schwarzwildpopulation. Ein Monitoring auf die Klassische und Afrikanische Schweinepest wird im Freistaat
Sachsen seit dem Jahr 2014 durchgeführt. Mit Inkrafttreten der Schweinepest-Monitoring-Verordnung im No-
vember 2016 bildet diese den nationalen rechtlichen Rahmen.
In Abbildung 1 sind die Fall- und Unfallwildzahlen für die Jagdjahre 2016/2017 und 2017/2018 dargestellt.
Die Abbildungen 2 und 3 zeigen die territoriale Verteilung der virologischen Untersuchungen.

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Jagdjahr
Unfallwild
Fallwild
davon
virologisch
untersucht
2016/2017
1.388
320
75
2017/2018
1.807
446
231
Abbildung 1: Fall- und Unfallwildzahlen für die Jagdjahre 2016/2017 und 2017/2018
Abbildung 2: Untersuchungen 2017
Abbildung 3: Untersuchungen 2018

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Durch Ihre Mitwirkung, Bereitschaft und Unterstützung konnte die Anzahl der virologischen Untersuchungen
im Rahmen des vom Sächsischen Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz (SMS) verabschie-
deten Erlasses zum Monitoring der Klassischen und Afrikanischen Schweinepest (Einführung von Bluttup-
fern, Erhöhung der Aufwandsentschädigung) im Jahr 2018 auf
231
gesteigert werden.
Die Erfahrungen aus den von der ASP betroffenen Staaten zeigen, dass die Nachweisrate der ASP bei
Indi-
katortieren (insbesondere Fall- und Unfallwild, krank erlegte Stücke und Stücke, die beim Aufbrechen
Organveränderungen zeigen)
bei
bis zu 85 Prozent
liegt. Die Nachweisrate bei
gesund erlegtem
Schwarzwild liegt hingegen lediglich bei
bis zu einem Prozent.
Im Januar/Februar 2019 fand ein mehrtägiger Informationsbesuch der Europäischen Kommission „Zur Be-
wertung der Umsetzung der Überwachungsmaßnahmen und der Vorbereitung für den Notfall in Bezug auf
die ASP bei Wildschweinen“ im Freistaat Sachsen statt. Im Ergebnis des Informationsaustausches wurde
festgestellt, dass es sich
im Sinne einer effektiven Früherkennung
erforderlich macht, die
Untersu-
chungs-Quote der Indikatortiere möglichst auf 100 Prozent
zu steigern.
Zielsetzung
ist es daher im Rahmen des Monitorings
alle Indikatortiere zu untersuchen, um den ASP-
Eintrag frühestmöglich erkennen zu können.
In den Jahren 2017 und 2018 wurden 5.069 beziehungsweise 7.280 Proben von
gesund erlegtem Schwarz-
wild
zur virologischen Untersuchung eingesandt. Unter Beachtung der ASP-Nachweisrate von circa einem
Prozent ist hier hinsichtlich der Früherkennung eine auf die Jagdbezirksfläche oder Altersklassen bezogene
stichprobenartige
Probenauswahl und Einsendung ausreichend.
Setzen Sie sich bitte grundlegend
bei jedem Indikatortier
(Fall- und Unfallwild, Schwarzwild, das krank er-
legt wurde oder beim Aufbrechen spezifische Organveränderungen zeigt) mit Ihrem zuständigen Lebensmit-
telüberwachungs- und Veterinäramt (LÜVA) in Verbindung, um dieses zu informieren und die Modalitäten
der Probeentnahme, der situationsabhängigen Verfahrensweise und auch der Befundübermittlung an Sie
abzusprechen. Sofern Sie einen Rat und gegebenenfalls Unterstützung benötigen, wird Ihnen dies gewährt
werden.
Die Untersuchungsbefunde sollten im routinemäßigen Betrieb binnen 72 Stunden nach Probeneingang bei
der Landesuntersuchungsanstalt für das Gesundheits- und Veterinärwesen (LUA) vorliegen. Sollten beson-
dere Umstände (zum Beispiel gehäuftes Verenden im Jagdbezirk) oder Anzeichen beim Ansprechen des
Wildes (zum Beispiel Abgeschlagenheit, Hinterhandschwäche) oder beim Aufbrechen (zum Beispiel Einblu-
tungen, Milzschwellungen) auftreten, die ein Hinweis auf das Auftreten der ASP sein könnten, wird die ent-
sprechende Dringlichkeit der Abklärungsuntersuchung durch das LÜVA veranlasst.
Auf den aktuellen Monitoring-Erlass des SMS vom 20. Mai 2019 einschließlich der Ihnen bekannten „Hin-
weise für Jäger zur Entnahme und Versand von Probenmaterial von Wildschweinen“ und den „Probenbe-
gleitschein Wildschwein“ verweisen wir hier nochmals.
Die Höhe der Aufwandsentschädigung für die Probeentnahme bei gesund erlegtem Schwarzwild beträgt ak-
tuell 10 Euro. Die Höhe der Aufwandsentschädigung für die Information des LÜVA bei „Indikatortieren“ sowie
Unterstützung/Probeentnahme beträgt derzeit 30 Euro.
Die Aufgaben in „Friedenszeiten“ können wie folgt zusammengefasst werden:
1) ASP-Monitoring
2) Kommunikation und Zusammenarbeit
3) weiterhin intensive Bemühungen zur Reduktion der Schwarzwildpopulation
Bereits an dieser Stelle bedanken wir uns für die Unterstützung, da nur durch Früherkennung eines ASP-
Eintrages die Möglichkeit besteht, den Seuchenherd zeitnah zu bekämpfen – eine Ausbreitung möglichst zu
verhindern – und damit unsere heimische Schwarzwildpopulation gesund zu erhalten.

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Bei Ausbruch der ASP in der Schwarzwildpopulation
Die Anordnung der Restriktionszonen (schematische Darstellung in Abbildung 4) und aller tierseuchenrecht-
lich erforderlichen Maßnahmen erfolgt auf Grund der hohen wirtschaftlichen Bedeutung dieser anzeigepflich-
tigen Tierseuche und zur Gewährleistung einer landesweit einheitlichen Verfahrensweise ausschließlich
durch das einberufene Landestierseuchenbekämpfungszentrum (LTBZ) im Benehmen mit dem Krisenstab
des SMS.
Neben den lokalen Behörden (Veterinärämter, Jagdbehörden et cetera) werden in die Entscheidungspro-
zesse (insbesondere Gestaltung der Restriktionszonen) die unmittelbar betroffenen
Jagdausübungsbe-
rechtigten (JAB) und Forstbezirke et cetera mit ihren Orts- und Revierkenntnissen, ihrem Wissen um
die Populationsdynamik, Einstände, Wechsel et cetera
zwingend von Anfang an einbezogen. Hilfreich
und von Vorteil hierfür wäre, wenn auf Ebene der Jagdbezirke derartige Informationen auf aktuellem Stand
schriftlich vorgehalten würden (zum Beispiel: Kartenmaterial mit eingezeichneten Wechseln, Einständen, Kir-
rungen, Suhlen et cetera).
Abbildung 4: Schematische Darstellung der Restriktionszonen
Einfluss auf die Gestaltung der Restriktionszonen haben unter anderem die Schwarzwildstrecke als Weiser
für die Schwarzwilddichte, die Struktur und Dichte der Hausschweinebestände, topografische Verhältnisse,
die Infrastruktur, die Revierverhältnisse wie auch die Kenntnisse über die Einstands- und Rückzugsgebiete
des Schwarzwildes sowie dessen Streifverhalten.
Im zeitlichen Verlauf der geplanten Tierseuchenbekämpfung betrachten wir eine sogenannte Initial-Phase
und eine Tilgungs-Phase. Abbildung 5 zeigt eine schematische Darstellung der Maßnahmen.

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Das Zutreffende wird in der Tabelle mit x beziehungsweise x optional angesagt.
Phase
Kernzone
gefährdetes Gebiet
Pufferzone
Maßnahmen
Ziele
Anmerkungen
Kernzone
KeZ
optional
gefährdetes
Gebiet
gG
Pufferzone
PZ
Festlegung der Restriktionszo-
nen
Initial-
Phase
X
X
X
optional
vorübergehende
Jagdruhe
für
alle Wildarten
Verhinderung der Versprengung von Rotten und damit der
Seuchenverbreitung
X
X
intensive umfangreiche Fall-
wildsuche
mit kleinen Sucht-
rupps und Unterstützung durch
geeignete Hunde
Territoriale Erregeridentifizie-
rung, epidemiologische Situati-
onsanalyse
Unterstützung durch die orts-
kundige Jägerschaft/Revierin-
haber
X
X
X
individuelle regelmäßige
Fallwildsuche
(insbesondere
an Prädilektionsstellen wie
Wasserläufen, Sümpfen, Ein-
ständen, Suhlen et cetera)
durch die Jägerschaft/Revie-
rinhaber mit Unterstützung
X
X
X
Kennzeichnung, Probeent-
nahme, virologische Unter-
suchung von Fallwild
1
Erlangung epidemiologischer Erkenntnisse als Basis für die Ri-
sikobewertung und Situationsanalyse
X
X
X
Bergung und unschädliche
Beseitigung von Fallwild
1
über zentrale Kadaversam-
melpunkte
Dringend erforderliche Entfernung möglicher Infektionsquellen
X
optional
Absperrung/Umzäunung
Versuch infiziertes Schwarzwild in Kernzone zu halten/
Durchseuchung im Gebiet/Populationsdezimierung/
unschädliche Beseitigung der Infektionsquelle/
Unterbindung der Seuchenverbreitung
X
optional
Beschränkung des Perso-
nen- und Fahrzeugverkehrs
Verhinderung der Versprengung der Rotten und damit der
Seuchenverbreitung
X
optional
X
optional
Nutzungsbeschränkungen
land- und forstwirtschaftli-
cher Flächen
Ernteverbote und Erntegebote, Anlegen von Bejagungsschnei-
sen
X
Bejagung des Schwarzwil-
des
Einzel- und Gemeinschaftsansitz, jagdbezirksübergreifende
Drückjagden, Kirrjagd, Jagd mit Fangvorrichtungen
X
Aufbruch an zentraler Stelle
- Unschädliche Beseitigung
von Aufbrüchen über Kada-
versammelpunkte
Dringend erforderliche Entfernung möglicher Infektionsquellen
X
Kennzeichnung, Probeent-
nahme virologische Untersu-
chung
aller erlegten Wild-
schweine
Erhebung virologischer Befunde zur Situationsanalyse/Status
der Seuchenverbreitung/Basis für eventuelles Verbringen aus
der PZ über Wildkammern
Tilgungs-
Phase
X
Intensive Bejagung
des
Schwarzwildes in Verbindung
mit
virologischer Untersu-
chung
und
unschädlicher
Beseitigung über
zentrale
Kadaversammelpunkte
Drastische Reduktion –
mög-
lichst vollständige Auslö-
schung des Schwarzwildbe-
standes
X
Intensive Bejagung
des
Schwarzwildes in Verbindung
mit
virologischer Untersu-
chung und unschädlicher
Beseitigung über
zentrale
Kadaversammelpunkte
Drastische Reduktion – auf ein
Maß, welches die Seuchenver-
breitung unterbinden kann
X
Intensive Bejagung
des
Schwarzwildes in Verbindung
mit
virologischer Untersu-
chung
Gezielte Reduktion zur Verhin-
derung der Seuchenverbrei-
tung
Die in der Initial-Phase aufgeführten Maßnahmen gelten mit Ausnahme der Jagdruhe umfassend in der Tilgungs-Phase fort.
Abbildung 5: Schematische Darstellung der im Freistaat Sachsen grundsätzlich geplanten ASP-Bekämpfungsmaßnahmen
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„Indikatortiere“ – Fall- und Unfallwild sowie in PZ krank erlegte Stücke und Stücke mit spezifischen Organveränderungen

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Die Initial-Phase mit einer Jagdruhe dient im Sinne einer Orientierungs-Phase der unverzüglichen Erhebung
virologischer Befunde zur Situationsanalyse und Risikobewertung (bei Verhinderung der Versprengung der
Rotten) und darauf folgend der Planung und Organisation der schrittweise durchzuführenden jagdlichen und
tierseuchenrechtlichen Maßnahmen.
Bei ASP-Ausbruch werden durch die LÜVÄ umgehend
zentrale Kadaversammelpunkte
eingerichtet und
die Orte und Ansprechpartner bekanntgegeben.
Sie dienen der Anlieferung und Lagerung (gegebenenfalls Beprobung) von Fall- und Unfallwild (zeitlich fol-
gend von erlegtem Schwarzwild und Aufbrüchen in Kernzone und gefährdetem Gebiet) zur anschließenden
unschädlichen Beseitigung über die Tierkörperbeseitigungsanstalt.
Die Organisation, das Betreiben und die materiell-technische Absicherung erfolgt durch die LÜVÄ/lokalen
Tierseuchenbekämpfungszentren (lokTBZ).
Bei der
Fallwildsuche
unterscheiden wir zwei Durchführungsarten. Erstens die individuelle regelmäßige
(zweimal wöchentlich) Kontrolle auf Fallwild durch die Inhaber in den eigenen Jagdbezirken insbesondere an
Prädilektionsstellen in allen Restriktionszonen. Zweitens die zentral durch die LÜVÄ/lokTBZ organisierten
Fallwildsuchen in kleinen Suchtrupps von 10 bis 15 Personen insbesondere in Kernzone und gefährdetem
Gebiet.
Bei beiden Sucharten ist Ihre Mitwirkung und Unterstützung zwingend erforderlich.
Fallwild-
funde sind dem LÜVA/lokTBZ stets unverzüglich zu melden. Die erforderliche Bergung, das Verbringen in
die Kadaversammelpunkte sowie die Erregerreduktion am Fundort und die erforderlichen Desinfektionsmaß-
nahmen erfolgen in Koordination und Anleitung durch das LÜVA/lokTBZ.
Jegliches Schwarzwild
(erlegt, Fall- oder Unfallwild) in den Restriktionszonen ist mit dafür zur Verfügung
gestellten Wildmarken
zu kennzeichnen
und
zu beproben
. Einziger Unterschied zu „Friedenszeiten“ ist die
zwingende Notwendigkeit der Angabe der Koordinaten des Erlegungs- beziehungsweise Fundortes. Bei in
der Pufferzone erlegtem Schwarzwild ist ein negativer virologischer Untersuchungsbefund Voraussetzung
für die Verwendung zum eigenen Verzehr oder ein Inverkehrbringen des Wildbrets.
Alle Hinweise, Informationen und Anweisungen zu den Verfahrensabläufen und den hierbei zu beachtenden
Biosicherheitsmaßnahmen werden Sie von den LÜVÄ/lokTBZ erhalten.
Wie die Jagdruhe werden auch die
verstärkten jagdlichen Maßnahmen
durch das LTBZ für die Restrikti-
onszonen angeordnet. Die Koordination erfolgt durch die lokTBZ.
Als
jagdliche Maßnahmen
in der
Pufferzone
(bereits während der Initial-Phase) sollten vorzugsweise koor-
dinierte jagdbezirksübergreifende Drückjagden stattfinden, welche von Einzel- und Gemeinschaftsansitzen
ergänzt werden.
Im
gefährdeten Gebiet
und der darin optional ausgewiesenen
Kernzone
sind die jagdlichen Maßnahmen
unter Beachtung der Ziele (drastische Reduktion des Schwarzwildbestandes bei Verhinderung der Verspren-
gung der Rotten; in der Kernzone möglichst vollständige Auslöschung des Bestandes) umsichtig und koordi-
niert durchzuführen. Hier ist den Einzel- und Gemeinschaftsansitzen der Vorzug zu geben.
Ergänzt werden sollte dies durch die Jagd an der Kirrung und die Jagd mit Fangvorrichtungen (auch in Puf-
ferzone).
Speziell für die Bejagung in der Kernzone kann ein Einsatz von Nachtsichttechnik auf behördliche Anordnung
am Ende der Tilgungsphase ein mögliches Instrument zur Zielerreichung sein.
Ergänzt und unterstützt werden diese Maßnahmen durch entsprechende Anordnungen für den land- und
forstwirtschaftlichen Bereich sowie die optionalen Beschränkungen und Absperrungen (siehe Abbildung 5).

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Die Kernaufgaben im Rahmen des ASP-Ausbruchs sind zusammengefasst folgende:
1) Einbeziehung der ortskundigen Jägerschaft in die Festlegung der Restriktionszonen
2) Durchführung der regelmäßigen individuellen Fallwildsuche
3) Unterstützung bei der zentral organisierten Fallwildsuche
4) Unterstützung bei der Bergung von Fallwild und Verbringen zu den Kadaversammelpunkten
5) Kennzeichnung und Beprobung jeglichen Schwarzwildes (inklusive Koordinaten)
6) Durchführung, Mitwirkung und Unterstützung der jagdlichen Maßnahmen
7) Einhaltung von Biosicherheitsmaßnahmen
Mit der aktuellen Änderung des Tiergesundheitsgesetzes wurde der rechtliche Rahmen für die Gewährung
von Aufwandsentschädigungen geschaffen.
Ohne Zweifel stellen die dargestellten erforderlichen Maßnahmen eine große Herausforderung dar. Die ASP
als Wildtierseuche erfordert ein neues Denken, neue Bekämpfungsstrategien und ein in dieser Dimension
nie zuvor praktiziertes Zusammenwirken zwischen Jagd und Tierseuchenbekämpfung. Gemeinsam werden
wir uns diesen Herausforderungen stellen.
Für Ihre Mitwirkung und Unterstützung bedanken wir uns.
Für Fragen stehen Ihnen die Kolleginnen und Kollegen der LÜVÄ jederzeit gern zur Verfügung.
Insofern Bedarf und Interesse an Informationsveranstaltungen zur Thematik besteht (im Rahmen der regio-
nalen Jägervereinigungen, Hegegemeinschaften, Forstbezirke oder Ähnlichem), stehen Ihnen darüber hin-
aus die Mitarbeiter der Task-Force-Tierseuchenbekämpfung des SMS ebenfalls gern zur Verfügung
(
Taskforce.Tierseuchen@sms.sachsen.de
).
Sächsisches Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz (SMS)
Oberste Veterinärbehörde
Dr. Wolfram Fricke – Referent Taskforce-Tierseuchen