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15
Heft
Sächsische Landesanstalt für Landwirtschaft
SONNENBLUME
Ein Journal für Schule und Schulgarten 2004

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2
3
Inhalt
Gesunde Ernährung pur! Projekttage zur Ernährungserziehung
im Ernährungs- und Kräuterzentrum im Kloster St. Marienstern, Panschwitz-Kuckau
2 – 3
Sächsischer Landessieger im 5. Sächsischen Schulgartenwettbewerb: Hugo-Ament Grundschule in Bernsbach
4 – 5
Sächsischer Landessieger im 5. Sächsischen Schulgartenwettbewerb: Grundschule Wurzen Nord
6 – 7
Ermittlung der Landessieger im 5. Sächsischen Schulgartenwettbewerb
8
Aufruftext und Anmeldeformular für den 6. Sächsischen Schulgartenwettbewerb
10 – 13
Jahrtausendpflanzen: „Von der Wiederentdeckung des Leins/Flachses“
14 – 15
Landessieger im 5. Sächsischen Schulgartenwettbewerb: Mittelschule Sonnenleithe in Schwarzenberg
16
Buchvorstellung: „Gärten für Kinder“ (Alex Oberholzer; Lore Lässer)
17
Ein sächsischer „Motor“ der Schulgartenbewegung: Prof. Dr. Steffen Wittkowske – Gestalter des Journals
„Sonnenblume“
18 – 19
Ausblick auf den Internetauftritt des Schulgartenwettbewerbes
20
Gesunde Ernährung pur!
Projekttage zur Ernährungserziehung im Ernährungs- und Kräuterzentrum
im Kloster St. Marienstern, Panschwitz-Kuckau
Seit 1995 führt das Christlich-Soziale Bil-
dungswerk Sachsen e.V. (CSB) lehr plan-
bezogenen, ergänzenden sowie hand lungs-
orientierten Projektunterricht in seinem
Er nährungs-
und
Kräuterzentrum
mit
Umwelt- und Lehrgarten im Kloster St.
Marien stern in Panschwitz-Kuckau durch.
Darüber hinaus wird das CSB durch die
Sächsische Landesanstalt für Landwirtschaft
fachlich unterstützt und arbeitet außerdem
eng mit der Deutschen Gesellschaft für
Ernährung e.V. und dem Regionalschulamt
Bautzen zusammen. Aufgrund der guten
Zusammenarbeit konnte das CSB im Jahr
2004 auch erstmals Fortbildungs- und Infor-
mationsveranstaltungen für Lehrer anbieten.
Das Ernährungs- und Kräuterzentrum mit
Umwelt- und Lehrgarten im Klos ter St.
Marienstern kann von der Öffent lichkeit
zur Erholung, Entspannung und Frei zeit-
gestaltung, aber auch zur außerschulischen
Ernährungs- und Umweltbildung sowie zur
Verbraucherinformation
genutzt
werden.
Die Schüler haben hier die Möglichkeit, ihr
im Heimatkunde- und Biologieunterricht er-
lerntes Wissen praxisnah anzuwenden und zu
festigen. Der Umwelt- und Lehrgarten bietet
dazu mit seinen über 600 Pflanzenarten und
-sorten in unterschiedlichen gärtnerischen
Bereichen ideale Voraussetzungen.
Im August dieses Jahres wurde im Er-
nährungs- und Kräuterzentrum ein Lehr-
und Schaukabinett eröffnet. Für den Pro-
jektunterricht kann es u.a. als La bor genutzt
werden, in dem bestimmte physi kalische,
chemische und biologische Ex peri mente, die in
Bezug zum Projekt in halt stehen, durchgeführt
werden kön nen. Die praktischen Tätigkeiten
im Lehr- und Schaukabinett werden das An-
ge bot zur Ernährungserziehung und Ver brau-
cheraufklärung sinnvoll bereichern.
Im Rahmen der Projekttage im Ernährungs-
und Kräuterzentrum werden Themen an-
geboten, die angelehnt an den Lehrplan aus-
gearbeitet wurden.
2
Folgende Themen werden im Ernährungs-
und Kräuterzentrum angeboten:
Geeignet für Grundschulklassen
n
„Vom Korn zu unser täglich Brot“
n
„Wild, Würz- und Heilpflanzen für die
gesunde Lebensweise“
n
„Kartoffel und Lein – zwei bedeutende
Kulturpflanzen und ihre Nutzung zur
gesunden Ernährung“
n
„Durch gesunde Ernährung fit in den
Frühling“
n
„Früchte und Obst des Herbstes – wichtig
für eine gesunde Ernährung“
n
„Pfefferkuchen für die Fitness – Gesunde
Ernährung im Winter“
Das Thema „Vom Korn zu unser täglich Brot“
ist an den Lehrplan der Klasse 3 angelehnt.
Die Schüler erfahren mehr über die zehn
Regeln zur ausgewogenen Ernährung der
Deutschen
Gesellschaft
für
Ernährung
e.V. – zugleich bekommen sie Tipps zur
ge sunden
Ernährung
entsprechend
des
Ernährungskreises. Aber nicht nur die
Ernährung ist Schwerpunkt dieses Pro-
jektthemas, sondern auch Anbau, Ernte und
Verarbeitung von Getreide in Ver gangenheit
und Gegenwart. Beim Thema „Vom Korn
zu unser täglich Brot“ hat jeder Schüler die
Möglichkeit, sein Können als Bäcker unter
Beweis zu stellen.
Ein Rundgang durch den Umwelt- und
Lehrgarten
steht
im
Rahmen
dieses
Projektes ebenfalls auf dem Pro gramm.
Den Teilnehmern werden die unter schied-
lichen Gartenbereiche mit ihrer Pflan-
zenvielfalt
vorgestellt
und
sie
ler nen
ver schiedene Kräuter sowie ihre Ver wen-
dungs möglichkeiten kennen. Auch wer den
ge mein sam Kräuter gesammelt, mit denen
dann eine Kräuterbutter zubereitet wird, die
zum Abschluss mit frischem Vollkornbrot
verkostet werden kann.
Geeignet für Mittelschul- und Gymna sial-
klassen
n
„Vom Korn zu unser täglich Brot“
n
„Kartoffel und Lein – zwei bedeutende
Kulturpflanzen und ihre Nutzung zur
gesunden Ernährung“
n
„Von der Wurzel bis zur Blüte
Pflanzen
für
eine
gesunde
Lebensweise“
n
„Ökologisches Praktikum“
Neue Themen für Mittel-
schul- und Gym nasial-
klassen
(ab September 2004):
n
„Essen und Trinken im
Mittelalter“
n
„Essen beginnt im Kopf“
Die Dauer des Projektunterricht be trägt ca.
3 Stunden. Es wird dabei ein Un kostenbeitrag
in Höhe von 2,50 Euro je Schüler erhoben.
Wir würden uns sehr freuen, wenn auch
Sie unsere Angebote im Ernährungs- und
Kräuterzentrum im Kloster St. Marienstern
nutzen würden. Für weitere Informationen
rund um das Ernährungs- und Kräu ter-
zentrum sowie zu den Projekttagen stehen
wir Ihnen gern zur Verfügung.
Dirk Raffe
Sächsisches Landeskuratorium, Miltitz
Anmeldungen richten Sie bitte an das
Christlich-Soziale Bildungswerk Sachsen e.V.
Kurze Straße 8 | 01920 Nebelschütz OT Miltitz
Telefon: 035796/971-21 oder 971-0
Fax:
035796/971-16
„Vom Korn zu unser täglich Brot“
„Kartoffel und Lein – zwei bedeutende
Kulturpflanzen und ihre Nutzung zur
„Von der Wurzel bis zur Blüte
Pflanzen
für
eine
gesunde
„Ökologisches Praktikum“
„Essen und Trinken im
„Essen beginnt im Kopf“
E-Mail: ernaehrung@csb-miltitz.de
http://www.csb-miltitz.de

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4
5
einer Kräu ter spi rale ist neben der Schaffung
eines Feucht bio to pes ein kleiner Baustein
für den fächer über grei fenden Unterricht. Es
werden dabei umfangreiche Kenntnisse über
die Nut zung von Küchen- und Heilkräutern,
Wasserpflanzen und Kleinlebewesen erwor-
ben. Beobachtungsversuche („Vom Samen
bis zur Blüte bis zum Samen“ – Klasse 1
oder „Ernte von Zierkürbissen“ – Klasse 3),
Tätigkeitsbeschreibungen („Von der Aussaat
bis zur Ernte“ – Klasse 3), Lagerungen,
Herstellung (Herstellung von Kräuteressig
oder Holunderbeerfarben) und Verkauf,
sind für den fächerverbindenden Unterricht
einige Beispiele.
Beim Bepflanzen von Hochbeet, Pergola
oder Staudenbeet wird besonders auf den
ökologischen Aspekt im Schulgarten Rück-
sicht genommen. Zusammenhängend ler-
nen die Schüler aber auch die dekorative
Gestaltung und die Merkmale der Pflanzen
und deren Pflege kennen. Freundlich ge-
staltete Klassenzimmer und Korridore, die
der Jahreszeit entsprechend mit Blumen,
Zweigen und Früchten aus dem Schulgarten
geschmückt sind, schulen das ästhetische
Empfinden der Kinder. Naturerziehende
Ak tivitäten reichen außerdem weit über
das Schulgelände hinaus, z.B. durch die
Baumanzucht in einem kleinen Arboretum und
Waldpflege. Die Anforderungen der Agenda
21 bezüglich der Nachhaltigkeit wer den wei-
terhin durch die Einbeziehung der Eltern
und der Öffentlichkeit in besonderer Weise
berücksichtigt. Ökologische Gesichts punkte
sind überall erkennbar und ver deutlichen,
dass an dieser Schule dank des Schulgartens
die allseits befürwortete „Ökologisierung der
Schule“ auf dem besten Weg ist.
Der Weidengang, welcher das Hauptprojekt
für den Schulgartenwettbewerb war, wurde
in der letzten und entscheidenden Phase des
Wettbewerbes erweitert. Somit wurde auch
der Lebensraum für die Kleinstlebewesen
vergrößert. Um den Lebensraum für die
Tiere
ökologisch
wertvoll
zu
gestalten,
wurde eine Hecke zum Nisten von Sing-
vögeln,
eine
Wildblumenwiese
und
ein
Insektenhotel
angelegt.
Florfliegenkästen
und Lavendelbüsche tragen im Schulgarten zu
Sächsischer Landessieger im 5. Sächsischen Schulgarten-
wettbewerb: Hugo-Ament Grundschule in Bernsbach
Mit dem Projekt „Weidengang und Wei-
dentunnel – ein Haus aus grünen Bäu men“
gelang es der Hugo-Ament Grund schule
in Bernsbach beim 5. Sächsischen Schul-
gartenwettbewerb einen der drei Sieger-
preise zu erhalten.
Die Schule verfügt über einen Schulgarten,
der 1927 als „biologischer Garten“ angelegt
wurde und bis auf den heutigen Tag durch
fortwährende Gestaltung und Nutzung sich
den pädagogischen Aufgaben eines Schul-
gartens in überzeugender Weise stellt.
Durch die Umgestaltung des Schulgartens
im Jahre
1997 gelang es dem
ten, die zum Beobachten und Ent decken,
zum Erleben und Erkennen, zu Ver ant-
wortungsbewusst sein und Na tur ver bunden-
heit, zu Ordnungsliebe und Her zensbildung
erzieht.
Zusätzlich konnte sich die Landesjury des
5. Sächsischen Schulgartenwettbewerbes
am 24. Mai 2004 von der freudvollen Atmos-
phäre im Umgang mit anderen überzeugen.
Der 5. Sächsische Schulgartenwettbewerb
war An lass ge nug, um die schon ge leis tete,
schu lische Ar beit nach außen zu tragen. Der
Bau und die Be-
pflanzung
Grundschulteam einen Pausenhof mit einem
Spielplatz im Grünen fertig zu stellen. Zur
Verschönerung und Verbesserung dieser
Arbeit trugen Schüler, Lehrer und Eltern der
Schule selbst bei.
In der Umsetzung des Bildungs- und Er zie-
hungsauftrages des Grundschule wird der
Schulgarten zu einem bedeutungsvollen Mit-
tler in der Realisierung des Schulpro gram-
mes.
Es ist erklärtes Ziel der Schule, mit
den Kindern eine Umwelt zu ge stal-
natürlichen Bekämpfung von Blattläusen bei.
Schrittweise wurde in der Hugo-Ament
Grund schule das Schulgartenkonzept erfolg-
reich umgesetzt und erweitert, um zielstrebig
an das erreichte Ziel zu gelangen.
Als Höhepunkt der Präsentation wurde der
Landesjury ein Theaterstück in erzgebir-
gischer Mundart über die Aktivitäten im
Schulgarten vorgeführt, welches sowohl
Schau spielern, Jury und Gästen eine große
Freu de bereitete.
Für das kommende Schuljahr wünscht der
Schulgartenbeirat bei der Umgestaltung des
Gartens dem engagierten Lehrer-Schüler-
Team weiterhin großen Ideenreichtum und
Kreativität.
Adresse und Kontakt:
Hugo-Ament Grundschule
Schulstraße 9
08315 Bernsbach
Telefon: 03774/62139
E-Mail: grundschule.bernsbach@web.de
Susan Zumpe
Technische Universität Dresden
„Wir sind eine Schule, die Wert auf Natur-
verbundenheit, Pflege der erzgebirgischen
Traditionen und gesunde Lebensweise legt.“
Präampel des Schulprogramms

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6
7
Sächsischer Landessieger im 5. Sächsischen Schulgarten-
wettbewerb: Grundschule Wurzen Nord
„Schule und Schulhof gestalten“ – Sieger-
projekt der Grundschule Wurzen Nord
Besucher und Einheimische sind sich einig:
Mit ihren knapp 16 000 Einwohnern hat die
Große Kreisstadt Wurzen heute allerhand
zu bieten. Auf dem Markt, in angrenzenden
Straßen und Gassen findet man eine Vielzahl
von Geschäften und Einrichtungen. Zum
Einkaufen, Verweilen, Ausruhen oder auch
nur zum Bummeln ist genügend Platz und
auch Gelegenheit vorhanden. So gibt es vie-
les, was Wurzen beeindruckend und lie bens-
wert macht, die Stadt ist eben „Ein gutes
Stück Sachsen“.
Im Wurzener Norden befindet sich das gleich-
namige Wohngebiet. Es erstreckt sich von
der Lüptitzer Straße, die Georg-Schumann-
Straße entlang bis zur Querstraße und dem
Klesseweg sowie die Lessingstraße entlang
bis zur querenden Fr.-Ebert-Straße. Gebaut
wurden diese Gebäude zumeist in den
60iger Jahren des vergangenen Jahrhunderts,
eine komplette Modernisierung des Quartiers
fand von 1994–2000 statt.
Die hiesige Grundschule Wurzen Nord mach-
te nicht erst mit ihrer Teilnahme am 5. Lan-
deswettbewerb, sondern auch schon in den
vorangegangenen Sächsischen Schulgar ten-
wettbewerben mit vorderen Platz ierungen
auf sich aufmerksam. In dieser Schule ler-
nen zurzeit Mädchen und Jungen in sechs
Klassen. Sie teilen sich das Schulgebäude
und die Außenanlagen mit der Mittelschule
der Stadt.
Seit Anfang der neun-
ziger Jahre ist an die sem
Grundschulstandort
eine
konti nu ier liche
Ent wick lung in der
Schulgartenarbeit ab-
les bar.
Besonders im letz-
ten Wett bewerbs zyk-
lus wurde ein we-
sent licher qua litativer
Ent wick lungs schub in
kon zept ionel ler
und
per soneller
Hin sicht
deut lich.
Bei spielgebend ist die
Ein bindung schulgärt-
nerischer Ak tivitäten
unter dem Motto des
5. Sächsischen Schul-
gartenwettbewerbes
„Altes bewahren, Neu-
es ge stalten – Schul-
garten als Brücke zur
Welt“ in das päda-
gogische Konzept die-
ser Siegerschule.
Die erzielte und in
Ent wicklung befindliche Qualität des Schul-
gar tens be ein flusst die Bildungs- und Er-
ziehungsarbeit nach haltig. Immer mehr laden
Schule und Schul außenraum jetzt in Wurzen
zum aktiven Umgehen mit Natur ein.
Der ausgezeichnete Schulgarten bietet viel-
fältige Möglichkeiten zum Forschen und
Entdecken und lädt zu Begegnungen mit
Pflanzen, Tieren und Menschen ein.
An zahlreichen, gut durch-
dachten und aus geführ ten
gestalterischen
und
gärt-
ner ischen
Elementen
(bei-
spiels weise der Fas saden be-
grü nung, einem Kräuterbeet,
der
Trocken mauer,
dem
Stein hau fen und der Kom-
post an lage, dem Weidentipi,
einer Sitzgruppe und einem
Klassen zimmer
im
Freien,
einem „Pfad der Sinne“ und
ei nem „Insektenhotel“) wird ein modernes
Konzept von Umwelt- und Naturerziehung
sichtbar. Es wird ergänzt und bereichert
durch klassische Beetanlagen eines Ar-
beitsgartens. Lieblingsplatz der Wurzener
Grundschulkinder zum Lernen und in der
Pausengestaltung ist ein zum Schulgarten
gehörendes Feuchtbiotop mit Teichanlage,
das von einer Regenwassersammelanlage
ressourcenschonend mitversorgt wird.
Im Sinne einer Ökologisierung von Schu le
erhalten die an der Grund-
schule Wurzen Nord ler nen-
den Mädchen und Jungen
bei
ihren
Aktivitäten
im
Schulgarten so immer neue
Gelegenheiten, Erlebnis fähig-
keit, Wert bewusstsein sowie
Urteils- und Hand lungs fähigkeit zu erwerben
und zu vertiefen.
Ausgezeichnet wird auch das herausragende
Engagement des Lehrerkollegiums in Zu-
sam menarbeit mit Eltern und weiteren
am Schulleben beteiligten Personen, wie
dem Förderverein der Grundschule Nord,
ortsansässigen Unternehmen und dem Schul-
club des DRK. Von besonderem Wert und in
die Zukunft weisend sind schließlich die 2004
begonnenen Aktivitäten, die vom Schulgarten
ausgehend den gesamten Außenraum der
Grundschule Wurzen Nord neu ordnen
wer den. Hervorzuheben ist schließlich die
professionelle, kontinuierliche und in die Re-
gion ausstrahlende Öffentlichkeitsarbeit der
Schule.
oben: Ein neues großes Objekt wird in Angriff
genommen – Plan für die Umgestaltung des
Schulhofes
links: Abriss der 30 Jahre alten Betonmauer
Prof. Dr. Steffen Wittkowske
Hochschule Vechta
oben: Erntefreuden am Kartoffelfeuer
unten: Artenvielfalt im Kräuterbeet

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8
Ermittlung der Landessieger
im 5. Sächsischen Schulgartenwettbewerb
Am 24. und 25. Mai 2004 präsentierten die
neun Teilnehmer am Landeswettbewerb
ihre Projekte in Dresden einer hochrangig
besetzten Jury. Damit ging der unter dem
Motto „Altes bewahren, Neues gestalten –
Schulgarten als Brücke zur Welt“ gelaufene
Wettbewerb in seine entscheidende Phase.
Die mit Schulpädagogen, Hochschullehrern
und Gärtnern besetzte Jury wählte folgende
Landessieger aus:
n
Hugo-Ament Grundschule Bernsbach
n
Mittelschule „Sonnenleithe“
Schwarzenberg
n
Grundschule Nord Wurzen
Der 5. Schulgartenwettbewerb wurde 2001
gestartet und hatte insgesamt 268 Teilnehmer
aus Grund-, Förder- und Mittelschulen sowie
Gymnasien. Mehr als 14% der sächsischen
Schulen haben somit eine finanzielle Unter-
stützung von mindestens 250
erhalten.
Die drei Siegerschulen gehörten bereits zu
den Gewinnern in ihrem Regionalschulamts-
bereich Zwickau bzw. Leipzig und quali-
fizierten sich auf dem 4. Forum zur Natur-
und Umwelterziehung im Mai 2003 für diese
letzte Phase des 5. Wettbewerbs (vgl. Journal
Sonnenblume, Heft 13).
Die Sieger hoben sich gegenüber den an-
deren Teilnehmern am Landeswettbewerb
ab. Durch die Qualität der
n
aufgebauten Netzwerke zur Verschöne-
rung des Schulgeländes und des Schul-
alltages unter größtmöglicher Einbezie-
hung der Öffentlichkeit,
n
geschaffenen Erlebnisräume und Ange-
bote zum Experimentieren in der Natur,
n
fachübergreifenden Unterrichtsgestaltung
unter starker Mitbestimmung der Schü-
ler,
aber nicht zuletzt auch durch die auf das
Wesentliche gerichtete und doch viele Be-
züge zwischen unterrichtlicher und außer-
unterrichtlicher Arbeit aufzeigende Formen
der Präsentation vor der Landesjury.
Der während der Bereisung im September
2003 gewonnene Eindruck der Jury floss
in die Entscheidung am 25. Mai ein. Es
wurde bei den Siegerschulen deutlich, dass
die Kinder und Jugendlichen die Geschicke
in entscheidendem Maße mitbestimmen
und das gesamte Lehrerkollegium Hervor-
ragendes über das normale Maß hinaus leis-
tet. Diese Schulen entwickelten im Rahmen
des Projektes auch Strategien, um sich
nicht durch Vandalismus das Geschaffene
gefährden zu lassen. Anerkennend ist eben-
so, dass manche Schulen mehrere Male
Anlauf nahmen, um in die Gruppe der Sie-
ger zu gelangen. Sie geben anderen Schu-
len Beispiele von kontinuierlicher Qualitäts-
entwicklung und erfolgreichem Lernen von
der Natur in der Natur. So war die Landesjury
beeindruckt, wie sich Schule von
Jahr zu Jahr profiliert und immer
mehr Außenpartner einbezieht.
Die Landessieger werden von
Herrn Staatsminister Flath am
2. September 2004 in der Hugo-
Ament-Grundschule Bernsbach
ausgezeichnet.
Gleichzeitig wird an diesem Tag
der Start für den nächsten Säch-
sischen Schulgartenwettbewerb
gegeben. Allen sächsischen Schu-
len und Schulklassen wünschen
wir bei ihren weiteren Vorhaben
viel Erfolg und hoffen auf eine
rege Beteiligung am 6. Wettbewerb.
Heidemarie Franzke
Comenius-Institut
Aufruf zum 6. Sächsischen Schulgartenwettbewerb 2005–2008
„Unsere Schule – ein Garten“
Sächsiches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft
Sächsiches Staatsministerium für Kultus
9
Aufruf
zum 5. Sächsischen Schulgartenwettbewerb
2001–2004
Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft
Staatsministerium für Kultus
„Altes bewahren,
Neues gestalten–
Schulgarten als Brücke
zur Welt“
Schirmherrin
des Wettbewerbes:
Gräfin Sonja Bernadotte
Präsidentin der Deutschen Gartenbau-Gesellschaft 1822 e.V.
– Seiten zum herausnehmen – Seiten zum herausnehmen – Seiten zum herausnehmen – Seiten zum herausnehmen – Seiten zum herausnehmen – Seiten zum herausnehmen – Seiten zum herausnehmen –
Schirmherrin des Wettbewerbes: Sonja Gräfin Bernadotte
Präsidentin der Deutschen Gartenbau-Gesellschaft 1822 e.V.

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Aufruf zum 6. Sächsischen Schulgartenwettbewerb
Im Rahmen der Sächsischen Schulgartenwettbewerbe
möchten wir alle Interessenten einladen, im Schulgarten
weitere Kenntnisse über die Natur zu erwerben, eigene
praktische Erfahrungen zu sammeln und Vorhaben umzu-
setzen, die zur Verbesserung des Schulgeländes beitragen.
Mehr als 1500 Wettbewerbsbeiträge seit 1993 zeigen, dass
diese Einladung von vielen Schulen bereits angenommen
wurde.
Der 6. Sächsische Schulgartenwettbewerb steht deshalb
unter dem Motto:
„Unsere Schule – ein Garten“
Steffen Flath
Prof. Dr. Karl Mannsfeld
Sächsischer Staatsminister
Sächsischer Staatsminister
für Umwelt und Landschaft
für Kultus
Wer kann mitmachen?
Der Wettbewerb richtet sich an alle Schüler an Grundschulen,
Mittel schulen, Gymnasien und Förderschulen, die Freude an
gestalterischer, experimenteller Arbeit haben und ihre Schule
dadurch verschönern und erlebnisreicher gestalten möchten.
Auch Schulen, die sich bereits in den vergangenen Jahren am
Schulgartenwettbewerb beteiligt haben, können sich gern – unter
Berücksichtigung des aktuellen Mottos – wieder bewerben.
Wer kann Schulen und Schüler unterstützen?
Gefragt sind Lehrer, Eltern, Großeltern, Naturfreunde, Vereine, Gärt-
ner sowie öffentliche Verwaltungen der Städte und Gemeinden sowie
weitere Institutionen, die interessierte Schulen engagiert unterstützen
möchten.
Welche Schulprojekte können eingereicht
werden?
Gesucht sind Projekte, die dem Motto gerecht werden und innerhalb
des Wettbewerbszeitraumes verwirklicht werden.
Die Projekte sollten
W
einen ganzheitlichen Ansatz verfolgen,
W
den Schulalltag erlebnisreicher machen und
W
sich auf das gesamte Schulleben beziehen.
W
im Schulprogramm ihren Eingang finden
Wie kann man sich bewerben?
Welche Preise gibt es?
Der Wettbewerb findet in 3 Stufen statt und läuft über 3 Jahre!
1. Stufe: Anmeldung
Bewerbung mit folgenden Unterlagen sind einzureichen:
1. Projektbeschreibung:
Was soll wie und warum gemacht werden?
2. Lageplan zeichnen:
Wie ordnet sich das Projekt in die Umgebung ein?
3. Zeitplan erstellen:
Wann soll was umgesetzt werden?
4. Finanzierungsplan beifügen:
Welche Kosten entstehen und wer übernimmt diese?
5. ggf. Kooperationspartner/Unterstützer aufführen.
Bitte das vollständig ausgefüllte Anmeldeformular und die
Projektunterlagen an das jeweils zuständige Regionalschulamt
schicken!
(Das Anmeldeformular befindet sich auf der nächsten Seite.)
Bewerbungsschluss: 31. Mai 2005
Alle Bewerber erhalten – sofern die Bewerbungsunterlagen in guter
Qualität, termingerecht und vollständig eingegangen sind – eine
Starthilfe für das Projekt bis zu 250 !
Im November 2005 wählt eine Jury die besten Projekte
eines jeden Regionalschulamtsbereichs aus.
2. Stufe: Teilnahme am Fachforum auf Landesebene
April 2006
Eine Jury besucht und berät die ausgewählten besten Projekte der
einzelnen Regionalschulämter.
Mai 2006
Die besten Schulen stellen ihre Projekte auf einem Fachforum zur
Natur- und Umwelterziehung vor. Eine Jury wählt herausragende
Projekte aus und zeichnet die Sieger dieser Vorrunde auf
Landesebene aus.
September 2006
Vertreter der Landesjury besichtigen die ausgewählten
herausragenden Projekte. Sie beantworten Fragen und geben
Hinweise für die weitere Arbeit.

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3. Stufe: Ermittlung der Landessieger
Mai 2007
Die Endrunden-Teilnehmer präsentieren ihre Projekte der
Landesjury. Diese wählt die Landessieger die prämiert werden.
Wer organisiert diesen Wettbewerb?
Der 6. Sächsische Schulgartenwettbewerb wird durch die
Sächsischen Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft
sowie Kultus durchgeführt.
Als Partner unterstützen diesen Wettbewerb:
W
die Sächsische Landesanstalt für Landwirtschaft,
W
die Sächsische Landesstiftung für Natur und Umwelt,
W
das Comenius-Institut
W
die Regionalschulämter
Wer ist mein Ansprechpartner?
W
Frau Lehmann, Projektkoordinatorin im SMK, Ref. 36
Tel. 03 51 / 5 64-27 78
Email: Ina.Lehmann@smk.sachsen.de
W
Umweltkoordinatoren der Regionalschulämter:
RSA Bautzen:
Frau Besser-Wilke
Tel.: 03591/621-227
Email: gabriele.besser-wilke@rsab.smk.sachsen.de
RSA Chemnitz: Herr Sprunk
Tel.: 0371/5366-233
Email: siegfried.sprunk@rsac.smk.sachsen.de
RSA Dresden:
Frau Güldner
Tel.: 0351/8439-348
Email: kristine.gueldner@rsad.sachsen.de
RSA Leipzig:
Frau Gatzke
Tel.: 0341/4945728
Email: monika.gatzke@rsal.smk.sachsen.de
RSA Zwickau:
Frau Vogel
Tel.: 0375/4444-220
Email: rosmarie.vogel@rsaz.smk.sachsen.de
Weitere Informationen sind unter
www.sonnenblume.sachsen.de
zu finden!
Anmeldung zum 6. Sächsischen Schulgartenwettbewerb
„Unsere Schule – ein Garten“
Anschrift ihrer(s) Schule/Vereins
Anschrift des zuständigen Regionalschulamts
Diese Anmeldung dient auch als Abrechnung, Auszahlungsanforderung und Versicherung zum wettbewerbsgerechten Einsatz der Prämienmittel
Antragsteller ist
(bitte ankreuzen)
¨
Grundschule
¨
Mittelschule
¨
Förderschule
¨
Gymnasium
¨
Verein
Ansprechpartner
Telefon-Nummer
Bankverbindung der Schule (Schulträger oder Verein)
Anschrift des Kontoinhabers
Kontonummer
BLZ
bei
Titel des Projektes
Teilnehmerzahl
Bitte kreuzen Sie an, welche Ziele das Projekt in besonderem Maße verfolgt (Mehrfachnennungen möglich)
Das Projekt soll
¨
einen ganzheitlichen Ansatz verfolgen
¨
sich auf das gesamte Schulleben beziehen
¨
den Schulalltag erlebnisreicher machen
¨
im Schulprogramm ihren Eingang finden
Bitte kontrollieren Sie die Vollständigkeit der Unterlagen und kreuzen Sie an
¨
Beschreibung des Projektes
¨
Lageplan (mit vorhandener und geplanter Bepflanzung, Gebäuden und Himmelsrichtung)
¨
Zeitplan
¨
Finanzierungsplan
Hiermit versichern wir, die anlässlich des 6. Sächsischen Schulgartenwettbewerbes auf unser eingereichtes Konzept eingehenden Prämien für die Durchführung des Projektes zur Gestaltung und
möglichst vielfältigen Nutzung des Schulgartens und des Schulgeländes einzusetzen. Die Prämien werden überwiegend für Saat- und Pflanzgut, Geräte und Materialien für den gärtnerischen Bedarf
verwendet und im sächsischen Fachhandel gekauft. Es wird sichergestellt, dass bei der Auszahlung von Haushaltsmitteln 2004 die Anschaffungen bis zum 31.12.2004 erfolgt sind oder schriftliche Aufträge
vergeben worden sind. Bei Auszahlung von Haushaltsmitteln 2005 wird sichergestellt, dass die Anschaffungen
bis zum 31.12.2005 erfolgen oder schriftliche Aufträge vergeben worden sind. Uns ist bekannt, dass die Nicht-
einhaltung der o. a. Auflagen eine Rückforderung der Prämienmittel bewirkt. Die Rechnungen werden entsprechend
den gesetzlichen Bestimmungen für Kontrollzwecke sechs Jahre aufbewahrt. Wir nehmen zur Kenntnis, dass die
eingereichten Wettbewerbsunterlagen in das Eigentum der Wettbewerbsorganisatoren übergehen.
Unterschrift Schulleiter/Vereinsvorsitzender
Termin
Projektabschnitt
voraussichtliche Kosten in
Finanzierungsquellen
Beispiel für einen Zeit-/Finanzierungsplan

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15
Jahrtausendpflanzen:
„Von der Wiederentdeckung des Leins/Flachses“
15
Der Lein gehört zu den
ältesten Kultur pflanzen. Be-
reits vor mehr als 4.000
Jah ren erfolgte eine Doppel-
nutzung zur Öl- und Faser-
gewinnung. Im Laufe der Zeit
entstanden durch Züchtung zwei ver-
schiedene Typen derselben Kulturart, der
Öllein und der Faserlein. Der Öllein ist kurz-
strohig, verzweigt sich stärker und wird zur
Gewinnung von Leinsaat angebaut. Dem-
gegenüber sind Faserleinsorten langstrohig
und verzweigen sich weniger. Ziel ist ein
langer faserreicher Stängel.
Bis zum 19. Jahrhundert prägte der Faserlein
ganze Regionen. Dabei war Sachsen von
der Lausitz über das Osterzgebirge bis zum
Vogtland ein traditionelles Gebiet des Anbaus
und der Verarbeitung. Mit dem Aufkommen
günstiger Baumwollimporte und später von
synthetischen Fasern kam der Anbau in
Deutschland jedoch bis zur 2. Hälfte des 20.
Jahrhunderts fast vollständig zum erliegen.
Auch der Anbau als ölliefernde Pflanze ging
stark zurück, da der Raps den Öllein weit-
gehend verdrängte.
Mit der Rückbesinnung auf natürliche Roh-
stoffe wird auch der Anbau von Lein wieder
interessant. Die Vorteile liegen u.a. in der
Nachhaltigkeit der Verwertungsketten, der
Schonung fossiler Rohstoffe und der bio-
logischen Abbaubarkeit. Leinfasern haben
für viele Einsatzfelder sehr gute technische
Eigenschaften und sind leichter als z.B.
Glasfasern. Leinöl hat hervorragende Eigen-
schaften inbesondere als „trocknendes Öl“
für die Herstellung von Lacken und Firnis,
aber auch als Rohstoff für die chemische
Verarbeitung. Die Einsatzfelder des Öls und
der Fasern von Lein sind außerordentlich
vielfältig (Übersichten 1 und 2). Zusätzlich
zu den traditionellen und nunmehr wieder
stärker zu nutzenden Produktlinien werden
derzeit neue Möglichkeiten vor allem in tech-
nischen Bereichen erschlossen. Hier bestehen
noch erhebliche Ausbaupotenziale.
Da Ansprüche des Ölleins vergleichsweise
gering sind, kommt für den Anbau eine
Vielzahl sächsischer Standorte in Frage.
Demgegenüber erfordert der Faserleinanbau
insbesondere eine gleichmäßige Wasser ver-
sorgung in der Vegetationszeit. Der Anbau
erfolgt daher vor allem in den sächsischen
Vorgebirgsregionen. Der derzeitige Anbau-
umfang in Sachsen beträgt lediglich ca.
1.000 ha Öllein und ca. 100 ha Faserlein. So
sind die zumeist blau oder weiß blühenden
Leinfelder in Sachsen eher eine Seltenheit.
Aus den geernteten Leinsamen wird in
Ölmühlen Leinöl gepresst (in Sachsen in
Hoyerswerda, Oberbobritzsch und Dörnthal
u.a). Für die Aufbereitung von Faserlein
existiert in Sachsen derzeit eine Anlage in
Voigtsdorf (Osterzgebirge). Diese arbeitet
nach einer neuartigen modernen Technologie.
Das Produkt sind hier Kurzfasern für Tex-
tilien und technische Einsatzfelder. Die er-
forder lichen angepassten Anbauverfahren
wur den in der Sächsischen Landesanstalt
für Landwirtschaft entwickelt. Mit der Etab-
lierung dieser Verwertungskette ist die Hoff-
nung verbunden, den Faserleinanbau wieder
in Sachsen ansiedeln zu können.
14
Öllein
Stroh
Leinsamen
Presskuchen,
Extraktionsschrot
Leinöl
Speiseöl, Pharmazie
nachwachsender
Rohstoff
i
Dämm-
stoffe
i
Vliese
i
Back -
waren
i
Futtermittel
mit diätetischer
Wirkung
i
diätetisches
Speiseöl
i
Magen-Darm-
Therapeutikum
i
Farben, Lacke, Kitt
i
Linoleum
i
Weichmacher
i
Fettchemie u.a.
Übersicht 1:
Verwendungsmöglichkeiten von Öllein (Auswahl)
Übersicht 2:
Verwendungsmöglichkeiten von Faserlein (Auswahl)
Faserlein
Samen
Flachsstroh
Traditionelle Langfaserlinie
Moderne Kurzfasertechnologie
Langfasern
Schäben
verholzte Stängelteile
Spinnfähige
Kurzfasern
Technische
Kurzfasern
i
evtl. tech-
nische
Zwecke
i
Reinleinen-
Textilien
(Haushalt,
Heimtextilien;
Kleidung)
i
Tiereinstreu
i
Dämm-, Bau-
stoffe
i
energetische
Verwertung
i
Mischgarne für
Obertri kotagen
(mit Baum-
wolle, Viskose
u.a.)
i
Verbund werk-
stoffe
i
Formpress teile
i
Dämmstoffe
i
Geotextilien
Weitere Informationen erhalten Sie im
Inter netangebot der Sächsischen Landes-
an stalt für Landwirtschaft unter
www.landwirtschaft.sachsen.de
(weiter mit
8
Fachinformation
8
Pflanzen-
produktion
8
Nachwachsende Rohstoffe).
Dr. Michael Grunert
Landesanstalt für Landwirtschaft

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16
17
Landessieger im 5. Sächsichen Schulgartenwettbewerb
Mittelschule Sonnenleithe in Schwarzenberg
Mit der Gestaltung von Pausengelände und
Schulhaus werden gleichzeitig zwei Ziele
verfolgt, die auf Freizeitangebote orientieren:
Durch die kontinuierliche Tätigkeit der Schü-
ler in Arbeitsgemeinschaften werden gemein-
sam Werte geschaffen, aber gleich zeitig
kann dieses Geschaffene von den Kindern
und Jugendlichen in der Freizeit genutzt
wer den. Somit entwickelt sich diese Schule
immer mehr zum Begegnungsraum in einer
Plattenbausiedlung.
Alle Kollegen dieser Mittelschule und ehren-
amtlich Tätige arbeiten engagiert an der
Umsetzung des Gesamtplanes. Außer dem
konnten der Schulträger und eine orts-
ansässige Gärtnerei zur Unterstützung ge-
wonnen werden. Insgesamt war für die Jury
zu erkennen, dass die Idee des Gärtnerns
auch ins Schulhaus geholt wurde. Dort sind
z. B. Flure und selbstgebaute Pflanzkästen
künstlerisch-ästhetisch gestaltet.
Heidemarie Franzke
Comenius Institut
Buchvorstellung: „Gärten für Kinder“
(Alex Oberholzer, Lore Lässer)
Gärten für Kinder
Naturnahe Kindergarten- und Schul-
anlagen, Hausgärten und Spielplätze
Alex Oberholzer, Lore Lässer
Verlag Eugen Ulmer & Co.
Stuttgart 2003, 4., überarbeitete und
neu gestaltete Auflage
ISBN 3-8001-4138-8
Das Buch ist an alle gerichtet, die etwas
mit Kindern zu tun haben und sich für
die Gestaltung von kindgerechten und na-
turnahen Gärten interessieren. Ent standen
ist die Grundlage für das Buch bereits vor
30 Jahren, als der Autor damals die erste
nach dem „Naturgartenprinzip“ gestaltete
Schulanlage in der Schweiz ver wirklichte,
Ging es in der ersten Auflage darum die
Beziehung von Kindern und Jugendlichen
zur Natur zu fördern, so hat sich das zen-
trale Anliegen dahingehend erweitert, dass
Grünanlagen gefordert werden, welche die
körperliche, geistige und seelische Ent wick-
lung der Kinder fördern. Dies gelingt, in-
dem kindliche Bedürfnisse und Wünsche in
vorbildhafter Weise ernst genommen und
im Buch umgesetzt werden – eine gelungene
Anregung zum spielerischen und handelnden
Umgang von Kindern mit der Natur.
Lydia Stampe
seitdem betreute und dabei wesentliche
Gestaltungsgrundsätze für kindergerechte
Gär ten entwickelte. Diese langjährige Er-
fahrung in Planung, Ausführung und Pflege
solcher Gärten und entsprechende Argumente
für deren Anlage, die neueste Erkenntnisse
aus Medizin und Entwicklungspsychologie
beinhalten, möchte dieses Buch vermitteln.
Und zwar auf kindgerechte Weise, indem
das nötige Fachwissen für Kinder übersetzt
und für Eltern und alle, denen Kinder am
Herzen liegen, umsetzbar angeboten wird.
Am Anfang steht eine Einführung von
Dorothe Frutiger, die sich den aktuellen Be-
findlichkeiten und Bedürfnissen von Kin-
dern widmet. Es schließen sich einige Aus-
führungen an, warum Kinder naturnahe
Gärten brauchen, bevor in vielen detailliert
gegliederten Kapiteln biologische Grundlagen
und praktische Umsetzungshinweise dar ge-
stellt werden. Zunächst werden hilf reiche
Tipps zur Planung gegeben, wobei auf die
verschiedenen Gartentypen wie Familien-
gärten, Schulanlagen oder Spielplätze Be-
zug genommen wird. In einem weiteren
großen Abschnitt, der sich mit der kon-
kreten Ausführung beschäftigt, werden ver-
schiedene Gestaltungselemente wie Blu men,
Wasser, Spieleinrichtungen oder Sitz plätze
näher beschrieben.
Das gesamte Buch ist mit zahlreichen Fotos,
Abbildungen, Skizzen und Lageplänen sehr
anschaulich sowie anregend und hilfreich
für das praktische Tun mit und für Kinder
gestaltet.
„Eine Schule zum Wohlfühlen“
Die Mittelschule Sonnenleithe überzeugte die
Jury durch eine gut gestaltete Präsentation
von Lehrern und einem Schüler und durch
eine große, auf das Wesentliche konzentrierte
Bild-Fotowand. Das „grüne Projekt“ an dieser
Mittelschule zeichnet sich durch eine breite
Nutzung des großen Geländes (ca. 5.500 m²)
von Schulhof und Schulgarten aus, das in die
langfristige Planung und gemeinsame Ar-
beit einbezogen wird. Fassadenbegrünung
und Verschönerung des Pausenhofes waren
die ersten Vorhaben der Umgestaltung.
Dabei erscheint der Jury der Wechsel zwi-
schen Ruhe- und Bewegungsbereichen be-
sonders gut gelungen,
so wurden z. B. Ba lan-
cierelemente, verschiedene Sitzgruppen und
ein Basketballfeld eingerichtet.
Schwerpunkt der laufenden Umgestaltung
stellt der mit neuen Inhalten zu füllende
Schulgarten dar. Die Schulgartenarbeit an
dieser Mittelschule zeichnet sich durch ein
schülerorientiertes Herangehen und fach-
übergreifendes Arbeiten aus. Dabei stehen
sowohl Nachhaltigkeit der Projekte sowie
der
Bezug
zu
den
Fächern
Mathematik,
Geo graphie,
Biologie,
Chemie,
Physik
und
Kunst, aber auch das
neue Fach WTH im
Mittelpunkt. Mit den
Schülern wird kon zep-
tionell gearbeitet und
Einzelprojekte wer den
im
Gesamt plan
ver-
netzt. Beispiel haft sind Projekte zum Anlegen
einer Streuobstwiese im Zu sammen hang mit
ei nem Insektenhotel für Wildbienen unter
Einbeziehung vorhandener Hecken und einer
Wildpflanzenfläche. Weiter hin wurde im
Mathematikunterricht der Bau eines Ge räte-
hauses geplant und unter Mitwirkung weiterer
Fächer und Neigungs kurse reali siert.
links: Schüler der
9. Klasse betonieren
den Schattenstab der
Sonnenuhr ein
rechts: „sie geht wirk -
lich“ – es ist 11.30 Uhr
links: Reinigung des Teiches durch Schulgärtner der 7. Klasse
rechts: Bau des neuen Gerätehauses durch Hauptschulklasse 9

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18
19
Herausgeber:
Sächsische Landesanstalt für Landwirtschaft, August-Böckstiegel-Straße 1, 01326 Dresden, Telefon: (03 51) 2 61 24 11
Redaktion:
Anke Bechstädt, Neurologisches Reha-Zentrum für Kinder und Jugendliche Kreischa - Klinik Bavaria; Heidemarie Franzke, Grundschulreferentin im Sächsischen Staatsinstitut für Bildung und Schulentwicklung -
Comenius-Institut; Susan Zumpe, Koordinatorin des Sächsischen Schulgartenwettbewerbes; Gerd Großmann, Leiter der Gartenakademie der Sächsischen Landesanstalt für Landwirtschaft;
Prof. Dr. Steffen Wittkowske, Hochschule Vechta
Redaktionsschluss:
Juli 2004
Papier:
Bilderdruck, chlorfrei gebleicht
Gestaltung, Satz, Litho, Druck:
Druckerei Vetters GmbH, Radeburg
Auflage:
5.000 Stück
Verteilerhinweis:
Diese Druckschrift wird im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit des Freistaates Sachsen herausgegeben. Sie darf weder von Parteien noch von deren Kandidaten oder Helfern im Wahlkampf zum Zweck der
Wahlwerbung verwendet werden. Auch ohne zeitlichen Bezug einer bevorstehenden Wahl darf diese Druckschrift nicht in einer Weise verwendet werden, die als Parteinahme des Sächsischesn Staatsministerium
für Umwelt und Landwirtschaft zugunsten einzelner Gruppen verstanden werden könnte. Den Parteien ist es gestattet, diese Informationsschrift zur unterrichtung ihrer eigenen Mitglieder zu verwenden.
Der Freistaat im Internet:
http://www.sachsen.de
Das Journal „Sonnenblume“ im Internet:
http://www.smul.sachsen.de/de/wu/Landwirtschaft/lfl/Wir_fuer_Sie/Gartenakademie/index.html
Ein sächsischer „Motor“ der Schulgartenbewegung:
Prof. Dr. Steffen Wittkowske
– Gestalter des Journals „Sonnenblume“
so wurden fachliche Hinweise des Säch-
sischen Staatsinstituts für Bildung und
Schulent wicklung – Come nius-Institut
und
Impulse der Gesellschaft für Didaktik des
Sachunterrichts (GDSU) in die „Son nen-
blume“ eingebunden, die auch auf den
Sächsischen Schulgartenwettbewerb aus-
strahlten. Das Journal ermöglichte somit
Rückkopplungen auf die genannten Ein-
richtungen und auf andere Förderer der
Schulgartenbewegung.
Ein wesentliches Verdienst unseres „Mo-
tors“ besteht auch darin, dass er den Über-
gang der Veröffentlichungen rund um den
Sächsischen Schulgartenwettbewerb vom
Journal „Sonnenblume“ zukünftig ins Inter-
net mit vorbereitet hat.
Während diese letzte Ausgabe der „Sonnen-
blume“ in den zurückliegenden Wochen
Gestalt annahm, arbeitete sich Steffen
Wittkowske bereits an anderer Stelle in
neue Aufgaben ein. Im April 2004 wurde
er zum Professor an die Hochschule in
Vechta berufen. Das Redaktionskollegium
der „Sonnenblume“ gratuliert dazu, dankt
Professor Steffen Wittkowske und hofft auf
weitere gute Zusammenarbeit über Länder-
grenzen hinweg.
Für die neue Aufgabe wünschen alle Mitstrei-
ter des Sächsischen Schulgartenwettbewerbs
Ge sundheit und Schaffenskraft!
Heidemarie Franzke
Comenius-Institut
Gratulation von Freund und Kollege Prof. Dr. Schwier (MLU, Halle-Wittenberg)
Prof. Steffen Wittkowske bei der 5. Forschungs-
tagung der AG „Schulgartenunterricht“ in der
GDSU
Im Jahr 1993 wurde der 1. Sächsische Schul-
gartenwettbewerb vom Sächsischen Staats-
ministerium für Landwirtschaft, Ernährung
und Forsten initiiert und gemeinsam mit
dem Sächsischen Staatsministerium für Kul-
tus durchgeführt. Mit diesem Wettbewerb
begann auch die enge Zusammenarbeit
mit Steffen Wittkowske, zu jener Zeit wis-
senschaftlicher Mitarbeiter am Institut für
Schul- und Grundschulpädagogik der Tech-
nischen Universität Dresden. Steffen Witt-
kowske bildete Studenten im Fach Sach-
unterricht aus und gab, in dieser Funk tion
auf vielfältige Weise, dem Unter richten im
Schulgarten die fachliche Ba sis. Dabei rück te
er zugleich die organisatorischen Be dingungen
an den Schulen ins Blickfeld. Unter seiner Lei-
tung fand 1993 die erste studentische
Untersuchung an 2311 allge mein bilden-
den Schulen Sachsens in Form einer wissen-
schaftlichen Abschluss arbeit statt.
Steffen Wittkowske er-
kannte dabei den
Be darf der Lehrer-
innen und Leh-
rern, au ßer dem
Schaffen von ma-
teriellen und or-
ga nisa tori schen
Be dingungen
vor allem aber
auch die pä -
da go gisch-
gärt nerische
Be ratung zur Umgestaltung der Schulgärten
zu sichern. Unter seiner redaktionellen
Leitung wur den aus den Einsendungen der
ersten beiden Schulgartenwettbewerbe The-
men aus gewählt, kommentiert und unter
dem gleich namigen Titel der Wettbewerbe
„Projekte in der Natur“ in Form eines Jah-
res kalenders und einer Broschüre (1995/96)
herausgegeben.
Die Auflage beider Druckerzeugnisse war
schnell vergriffen und so überlegte Steffen
Wittkowske, auf welchem Wege weiteres Ma-
terial in die Schulen gelangen könnte.
Seine Vorstellungen wurden von dem im
Jahr 1997 eingerichteten Beirat für den
Sächsischen Schulgartenwett-
bewerb, dem er von An-
fang an angehörte, auf-
gegriffen.
Die Idee zur „Sonnen blu-
me“, ein Journal für Schule
und Schulgarten, wurde so
geboren und im Frühjahr 1997
erschien das erste Heft.
Von nun an suchte Steffen Witt-
kowske unermüdlich nach
The men und Autoren, um
dieses Heft abwechslungs-
reich zu gestalten, mit ei-
nem unverwechselbaren Pro-
fil und auf die Zielgruppe
der schulgartenverant wort-
lichen Lehrerin-
nen und Leh rer gerichtet. So entwickelte
er ent sprechende Serien, wie unter an-
de rem die Buchvorstellung, die Bekannt-
machung
außerschulischer
Lernorte
für
die Umwelterziehung und ein „Sächsischer
Motor“ für die Schulgartenbewegung. Damit
wurden Voraussetzungen geschaffen, dass
das Journal auch Anregungen zur Schul-
geländegestaltung liefern konnte.
Die Qualität des Journals gibt den Aus-
schlag, dass es weit über die sächsischen
Landesgrenzen Beachtung findet. Unserem
„Motor“ gelang es in besonderer Weise,
eine Redaktionsarbeit zu organisieren, die
landwirtschaftlichen, gärtnerischen, päda-
gogischen und umweltorientierten Sach-
verstand miteinander verband.
In die Hefte flossen die Ergebnisse und
Er fahrungen aus der angewandten For-
schung und Lehre der Sächsischen Lan-
des anstalt für Land wirt schaft, der Lehrer-
fort bildung im Rahmen der Foren zur
Natur- und Umwelterziehung ein. Eben-

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20
Ausblick auf den Internetauftritt
des Schulgartenwettbewerbes
Die „Sonnenblume“ im Internet
Ende September 2004 ist das Journal auch im Internet zu finden.
Unter
www.sonnenblume.sachsen.de
können dort alle aktuellen und
wichtigen Informationen zum Sächsischen Schulgartenwettbewerb
und zur „grünen“ Schule nachgelesen werden.