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Fallbeispiel¹: Erbschaftsteuer
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¹Bitte beachten:
Das Fallbeispiel soll als Anregung dienen und helfen, die komplexe Materie eigenständig zu erschließen. Es unterstützt die Vorbe-
reitung einer fachkundigen Beratung. Es wird kein Anspruch auf Vollständigkeit und Richtigkeit erhoben.
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1. Ausgangssituation
Einzelunternehmer U überträgt seinen ganzen Gewerbebetrieb zum 02.01.2010 unentgelt-
lich auf seinen Sohn S. In den vorangegangenen Jahren wurden durch den Gewerbebe-
trieb folgende Gewinne erzielt:
2007 2008 2009
Euro Euro Euro
Gewinn vor Steuern
2.000.000 2.400.000 2.800.000
Zum Betriebsvermögen gehört eine Halle (Steuerwert 200.000 Euro), die nicht mehr für
eigenbetriebliche Zwecke genutzt und daher vermietet wird. Im Gewinn des Gewerbebe-
triebs sind folgende Erträge und Aufwendungen der Halle enthalten:
2007 2008 2009
Euro Euro Euro
Mieterträge
20.000 25.000 30.000
Betriebskosten
5.000 5.000 5.000
Als angemessener Unternehmerlohn werden 300.000 Euro jährlich angesehen. Außer
dem Betriebsvermögen wird kein weiteres Vermögen unentgeltlich übertragen.
2.
Ermittlung des Steuerwerts des Unternehmens
Ertragswert nach vereinfachtem Ertragswertverfahren
2007 2008 2009
Euro Euro Euro
Gewinn vor Steuern
2.000.000 2.400.000 2.800.000
- Unternehmerlohn 300.000 300.000 300.000
- Mieterträge
20.000 25.000 30.000
+ Betriebskosten
5.000 5.000 5.000
____________ ____________ ____________
korrigierter Gewinn 1.685.000 2.080.000 2.475.000
durchschnittlich (1/3)
2.080.000
- pauschaler Ertragsteueraufwand (30%)
624.000
= durchschnittlicher Jahresertrag
1.456.000
Kapitalisierungsfaktor = 1/(3,98% (Basiszins 2010) + 4,5% (Zuschlag)) = 11,79

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Fallbeispiel¹: Erbschaftsteuer
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Das Fallbeispiel soll als Anregung dienen und helfen, die komplexe Materie eigenständig zu erschließen. Es unterstützt die Vorbe-
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Euro
Durchschnittlicher Jahresertrag
1.456.000
x Kapitalisierungsfaktor
11,79
____________
=
Ertragswert des Unternehmens
17.169.811
Gesamter Steuerwert des Unternehmens
Euro
Ertragswert des Unternehmens
17.169.811
+
Steuerwert der Halle
200.000
____________
=
Steuerwert des Unternehmens
17.369.811
3.
Ermittlung des steuerpflichtigen Erwerbs
Prüfung von Voraussetzungen für Steuerbefreiungen
Euro
Gemeiner Wert des Unternehmens
17.369.811
Verwaltungsvermögen (vermietetes Grundstück)
200.000
Anteil des Verwaltungsvermögens
1,15%
Folge:
Erwerber kann die Steuerbefreiungen für das gesamte Betriebsvermögen in
Anspruch nehmen und stellt keinen Antrag auf Vollverschonung.
Steuerpflichtiger Erwerb
Euro
Steuerwert des Unternehmens
17.369.811
- Verschonungsabschlag (85%)
14.764.340
____________
2.605.472
- Abzugsbetrag
0
____________
2.605.472
-
persönlicher Freibetrag (Sohn: maximal: 400.000 Euro)
400.000
____________
= Steuerpflichtiger Erwerb
2.205.472
abgerundet
2.205.400

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4.
Ermittlung der Steuer
Euro
Steuerpflichtiger Erwerb
2.205.400
x
Steuersatz (Sohn)
19 Prozent
____________
= Schenkungsteuer
419.026
5.
Folgen bei Verletzung der Lohnsummenklausel
Prüfung der Lohnsummenklausel
Euro
Durchschnittliche Lohnsumme in den 5 Jahren vor der Übertragung 5.000.000
hiervon 400 Prozent
20.500.000
Tatsächliche Lohnsumme in den 5 Jahren nach der Übertragung 16.000.000
Dies sind 80 Prozent der geforderten Lohnsumme. Der ursprünglich angesetzte Verscho-
nungsabschlag wird daher rückwirkend entsprechend auf 80 Prozent gekürzt.
Euro
Ursprünglicher Verschonungsabschlag (vgl. 3.)
14.764.340
x
Kürzung auf 80 Prozent
80 Prozent
____________
= gekürzter Verschonungsabschlag
11.811.472
Steuerpflichtiger Erwerb nach Kürzung
Euro
Steuerwert des Unternehmens
17.369.811
- gekürzter Verschonungsabschlag
11.811.472
____________
5.558.340
- Abzugsbetrag
0
____________
5.558.340
-
persönlicher Freibetrag (Sohn: maximal: 400.000 Euro)
400.000
____________
= Steuerpflichtiger Erwerb
5.158.340
abgerundet
5.158.300

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Zusätzlich zu entrichtende Schenkungsteuer
Euro
Steuerpflichtiger Erwerb
5.158.300
x
Steuersatz (Sohn)
19 Prozent
____________
= Schenkungsteuer
980.077
-
Bereits entrichtete Schenkungsteuer (vgl. 4.)
419.026
____________
= Nachsteuer
561.051