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Waldzustandsbericht 2012

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Inhaltsverzeichnis
Zusammenfassung
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Forstliches Umweltmonitoring
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Einflüsse auf den Waldzustand – Witterung der Bodenwasserhaushalt
...........................
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Stoffeinträge
...........................................................................................................
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Der aktuelle Kronenzustand – Allgemeine Situation und regionale Ausprägung
..............
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Allgemeine Situation ..........................................................................................
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Regionale Ausprägung des Kronenzustandes ..........................................................
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Kronenzustand der Nadelbäume ...........................................................................
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Kronenzustand der Laubbäume ............................................................................
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Tabellarische Übersichten
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39
Glossar
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Die Witterung vom Jahreswechsel bis August 2012 begann mit einem sehr
kalten, relativ schneereichen Winter, diesem folgten ein trocken-warmes
Frühjahr und ein durchschnittlicher Sommer, mit zeitlich unausgeglichener
Verteilung der Niederschläge. Während die reichlichen, örtlich bisweilen
sogar starken Niederschläge im Juni und Juli die Defizite des Vorjahres
und des Frühjahrs der Bodenwasservorräte wieder ausglichen, zog die
Trockenheit im August sichtbare Stresssymptome nach sich. Vor allem im
westsächsischen Tiefland fielen die sommerlichen Niederschläge deutlich
geringer aus und die Bodenwasservorräte blieben über die gesamte
Vegetationsperiode hinweg im kritischen Bereich.
Neben einer verfrühten Herbstfärbung und Blattfall bei einigen Baumar-
ten (Linde, Birke, Buche), wurde der Einfluss der Trockenheit auch an jun-
gen Bäumen und Kulturen sichtbar. Diese beschränken sich nicht nur auf
die Sandstandorte des Tieflandes und die flachgründigen und stark son-
nenexponierten Hänge im Hügelland, sondern reichen bis in die höheren
Berglagen. Da die Auswirkungen aber erst nach der Waldzustandserhe-
bung gegen Ende August sichtbar wurden, blieb die mittlere Kronenver-
lichtung mit 16,6 % während der letzten drei Jahre nahezu unverändert.
Entsprechend der Klassifizierung des Kronenzustandes in Kombinations-
stufen aus Verlichtung und Verfärbung werden 2012 in Sachsen 43 % der
Waldfläche als gesund (ohne erkennbar negative Beeinflussung der Kro-
nenstruktur; Schadstufe 0), 41 % als schwach geschädigt (Schadstufe 1)
und 16 % als deutlich geschädigt (Schadstufen 2 bis 4) eingestuft.
Für die Fichte weist die aktuelle Waldzustandserhebung einen mittleren
Nadelverlust von 16 % auf. Deutlich geschädigte Kronenstrukturen wurden
an 15 % der Fichten diagnostiziert, was eine leichte Abnahme gegenüber
2011 (16 %) bedeutet. In den Unteren und Mittleren Berglagen liegt die
mittlere Kronenverlichtung weiterhin merklich über dem Wert der Höheren
Berglagen.
Zu einem sehr entspannten Borkenkäferjahr führte offensichtlich die dies-
jährige Sommerwitterung in Verbindung mit einer situationsangepassten
Sanierung des insgesamt geringen Wurf- und Bruchholzanfalles aus dem
Winter. Die landesweit registrierten Zugänge an Stehendbefall lagen deut-
lich unter den bereits sehr geringen Vorjahresmengen.
Die mittleren Nadelverluste bei der Kiefer betragen in diesem Jahr 14,1 %.
In den letzten vier Jahren ist damit der Anteil deutlich geschädigter Kiefern
(7-8 %) auf einem vergleichsweise sehr geringen Niveau. Bei dieser
Baumart liegt die Dynamik in den Verschiebungen im Bereich von schwach
geschädigt (derzeit 46 %) zu ungeschädigt (derzeit 47 %).
Die Kiefer ist wiederholt Massenvermehrungen verschiedener forstlich
relevanter Schädlinge ausgesetzt, deren Populationsdichten kontinuierlich
überwacht werden. Die Überwachung der Forleule zeigt für 2012 vor allem
in den nördlichen Teilen der Landkreise Bautzen und Görlitz steigende
Populationsdichten. Ausgehend von den erreichten bzw. überschrittenen
kritischen Werten, bei denen mit bestandesbedrohendem Fraß zu rechnen
ist, wurden weitere Überwachungsmaßnahmen eingeleitet und Gegen-
maßnahmen vorbereitet. Letztere mussten jedoch schlussendlich nicht
angewandt werden. Der in den Vorjahren registrierte Populationsanstieg
der Nonne setzte sich in diesem Jahr nicht fort. Insgesamt traten damit
großflächig keine bestandesbedrohenden Schäden durch nadelfressende
Insekten auf.
Die mittlere Kronenverlichtung der sonstigen Nadelbäume ist mit 15,6 %
im Vergleich zum Vorjahr um 0,8 % angestiegen. Der Anteil der Bäume in
den Klassen deutlich negativer Kronenstrukturen ist dagegen von 18 %
auf 12 % gesunken. Zu den sonstigen Nadelbäumen zählen Baumarten,
die erst im Zuge der Umsetzung spezieller waldbaulicher Konzepte, wie z. B.
der Aufforstung des Erzgebirgskammes nach dem flächigen Absterben
der Fichte in den 1980er Jahren, angepflanzt wurden und meist nicht
autochthon sind. Die Europäische Lärche ist mit etwa 50 % die häufigste
Baumart in dieser Gruppe. Etwa 3/4 der begutachteten sonstigen Nadel-
bäume sind jünger als 40 Jahre.
Eichen zeigen innerhalb der Zeitreihe eine hohe Varianz in der Belaubung.
Der aktuelle Anteil der Bäume mit ungünstigem Kronenzustand von
43 % entspricht jedoch dem Wert des letzten Jahres. Der mittlere Blatt-
verlust stieg leicht auf 27,5 % an.
Als Ursache für die Belaubungsdefizite kommt in erster Linie Insektenfraß
in Betracht. So verstärkte sich der Befallstrend durch Frostspannerarten
und Eichenwickler. Mit 3.300 ha befallener Fläche, vorwiegend in West-
sachsen, erreicht der Frostspanner das Maximum im betrachteten Zeit-
raum seit 1990. In den stark befressenen Beständen konnten in Kombi-
nation mit Frostschäden (häufiges Auftreten von Frostrissen im sehr
kalten Februar) und der Trockenheit im August in diesem Jahr nur wenige
Reservestoffe von den Bäumen gespeichert werden. Verstärken sich die
ungünstigen Bedingungen und setzt sich der Fraß weiter fort, kann ein
vorübergehender Vitalitätsrückgang der Eiche in den kommenden Jahren
die Folge sein.
Die mittlere Kronenverlichtung der Rotbuche sank um fünf Prozentpunkte
von 29 auf 24 %. Der Anteil der Bäume mit ungünstigem Kronenzustand
Zusammenfassung

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ging um 20 Prozentpunkte von 56 % auf 36 % zurück. Als Grund kommt
der in diesem Jahr überaus geringe Fruchtbehang in Betracht. Lediglich
sechs Prozent der älteren Buchen wiesen geringen bis mittleren Frucht-
behang auf. An 94 % der Bäume wurden keine Früchte registriert.
Die Gruppe der sonstigen Laubbäume ist sehr heterogen und wird aus
vielen verschiedenen Baumarten gebildet, wobei jeder zweite Baum eine
Birke ist. Die Verteilung der Bäume auf die drei Zustandsklassen (Schad-
stufe 0 = 39 %; Schadstufe 1 = 40 %; Schadstufen 2 bis 4 = 21 %)
bleibt auf dem Niveau der letzten Jahre. Im Vergleich zum Vorjahr ver-
zeichnete der mittlere Blattverlust einen leichten Anstieg um 1,1 % auf
18,7 %. Im Vergleich zu Eiche und Buche ist die Mortalität der sonstigen
Laubbäume entsprechend der zumeist geringeren Lebenserwartung
erhöht.
Die Beobachtung von Absterbeerscheinungen an älteren Eschen, die wit-
terungs- und standortsabhängige Regenerationsfähigkeit geschädigter
Bäume und die zum Teil erheblichen individuellen Befallsunterschiede
benachbarter Bäume erweiterten 2012 den Kenntnisstand zum Eschen-
triebsterben. Auffällig ist ein zunehmendes Auftreten des Eschenbast-
käfers an erkrankten Bäumen, dessen Brutsystem in der Regel zum un-
mittelbaren Absterben der geschwächten Bäume führt.
In diesem Jahr treten wieder deutlichere regionale Unterschiede im Kro-
nenzustand hervor. Im Tiefland (Mittleres nordostdeutsches Altmoränen-
land / Düben-Niederlausitzer Altmoränenland) und im Bereich Westlau-
sitzer Platte und Elbtalzone / Lausitzer Löß-Hügelland ist der Anteil der
Bäume mit ungünstigem Kronenzustand vergleichsweise gering.
Das Bergland, mit den betrachteten Wuchsgebieten Erzgebirge, Vogtland
und den östlichen Gebirgen (Elbsandsteingebirge / Oberlausitzer Bergland /
Zittauer Gebirge) zeigt sich als relativ homogen. Im Erzgebirge, dem wald-
reichsten Wuchsgebiet, und im Vogtland stieg die mittlere Kronenverlich-
tung gegenüber dem Vorjahreswert leicht an. Im Vogtland erreicht die
mittlere Kronenverlichtung mit 18,5 % den höchsten Wert seit 1997. In
den östlichen Gebirgen (Elbsandsteingebirge / Oberlausitzer Bergland /
Zittauer Gebirge) setzt sich der positive Trend der letzten Jahre dagegen
fort.
Die mittlere Kronenverlichtung und der Anteil von Bäumen mit ungün-
stigem Kronenzustand liegen im Sächsisch-Anhaltinischen Lößhügelland
deutlich über dem Landesdurchschnitt. Die erneute Verschlechterung
resultiert aus der Streßsituation, denen die in diesem Wuchsgebiet domi-
nierenden Eichen aktuell unterliegen.

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Summary
The year 2012 started with a very cold and quite snowy winter followed
by a dry and warm spring and a rather normal and average summer with
an unbalanced distribution of rainfall over time until August 2012. Where-
as abundant and locally even heavy rainfalls in June and July made up for
the soil water deficits from previous year and spring, the drought period
in August caused visible stress symptoms. Mainly in the West Saxon bot-
tomlands, the amount of summer precipitation was clearly lower and the
amount of water stored in the soil remained within the critical range over
the entire vegetation period.
Apart from early autumn colours and early loss of leaves for certain tree
species (lime, birch, beech), the impact of the drought became visible on
young trees and crops as well. These impacts are not limited to the sandy
sites in the bottomlands and the shallow soils of the highly sun-exposed
lower hillsides, but reach into higher altitudes. However, since the impacts
did not become visible during the forest health survey until the end of
August, the average degree of crown defoliation of 16.6 % has remained
almost unchanged during the past three years.
The 2012 crown condition assessment for Saxony according to the com-
bined defoliation/discoloration damage classification shows 43 % of the
forest area to be healthy (no detectable harmful impact on crown struc-
ture; class 0), 41% mildly damaged (class 1), and 16 % clearly damaged
(classes 2 to 4).
The current forest survey shows an average degree of defoliation of 16 %
in spruce. Clearly damaged crown structures were detected in 15 % of
spruce; this is a slight decrease from 2011 (16 %). The average level of
crown defoliation in the lower and medium altitudes of the mountains
still remains clearly higher than what is found in the higher altitudes.
The summer weather in connection with low amounts of winter windfall
and well-adapted windfall clearance activities has led to very low bark
beetle activity this year. New infestation of standing wood all over Saxo-
ny was found to be clearly lower than prior year values, which were al-
ready very low themselves.
The average degree of defoliation in pine is 14.1 % this year. Therefore,
the level of clearly damaged spruce (7-8 %) has been comparably very
low during the past four years. This species shows a dynamic shift from
mildly damaged (at present 46 %) to healthy (currently 47 %).
Pine has repeatedly been exposed to mass propagation of various pests
that are highly detrimental to the forest and monitored for their popula-
tion densities. The 2012 monitoring results show rising population den-
sities of pine beauty moth
(Panolis flammea)
mainly in the northern parts
of the districts of Bautzen and Görlitz. As the results reached and partly
exceeded critical values implying severe threat potentials to the stands,
further monitoring actions were taken and counter-measures prepared.
In the end, however, there was no need to actually take the counter-
measures. The increase in nun moth populations from prior years didn’t
continue this year. So the feared critical damage to the viability of the
stands from needle-eating insects didn’t occur on a larger scale.
The average degree of crown defoliation in other conifers is 15.6 %, this
is a 0.8 % increase from the year before. The percentage of trees in the
damage classes of clearly negative crown structures, however, fell from
18 % to 12 %. The group of other conifers comprises tree species that are
not indigenous to the region and were planted during the implementati-
on of specific silvicultural concepts in the 1980-es, such as afforestation
of the ridge top of the Ore mountains, with the aim to make up for severe
spruce dieback. European larch accounts for 50 % and thus is the most
predominant species in this group. About 75 % of the surveyed other
conifers are younger than 40 years. Oak shows a high variance in foliage
within the time series. However, the current percentage of trees with
unfavourable crown condition is the same as last year: 43 %. The average
degree of defoliation shows a slight increase to 27.5 %.
Insect damage is considered the main cause for these foliage deficits. So
there was increased infestation by winter moth species and green oak
moth. A forest area of 3,300 hectares, mainly in the western parts of
Saxony, is infested by the winter moth, which has reached its maximum
during the observation period since 1990. Due to the absence of rain in
August in combination with winter frost damage (frequent occurrence of
frost cracking in very cold February), only few reserve substances could
be stored by the trees in the highly damaged stands, If the unfavourable
conditions and the insect damage should continue this way, oak might
suffer a temporary decline in vitality during the years to come.
The average degree of crown defoliation in copper beech fell by five per-
centage points from 29 to 24 %. The percentage of trees with poor crown

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condition decreased by 20 points from 56 % to 36 %. This year’s low
level of fructification may be the cause of this trend. Just six percent of
older beech showed low to medium fructification. 94 % of the trees had
no fruits at all.
The group of other broadleaved trees is very heterogeneous and compo-
sed of many different tree species, with every second tree being birch.
There has been no change in tree distribution across the three damage
classes (0=39 %; 1=40 %; 2 to 4=21 %) in comparison with the past few
years. Average defoliation shows a slight increase of 1.1 % to 18.7 % from
prior year. In comparison with oak and beech, the other broadleaved trees
show higher mortality due to their mostly shorter lifespan.
In 2012, the knowledge of ash dieback has increased due to the observations
of dieback in older ash, due to the weather-dependent and site-specific
regenerative capacities of damaged trees, and due to the partly consider-
able differences in infestation between individual neighbouring trees. What
is striking is the increasing occurrence of the ash bark beetle in diseased
trees, normally causing the immediate dieback of the infested trees.
This year again there are clear regional differences in tree crown condi-
tion. In the bottomlands (middle North-East German moraine country /
Dueben/Lower-Lusatian moraine country) and in the region of the West
Lusatian shelf and Elbe valley zone / Lusatian loess hill country, the
amount of trees with poor crown condition is comparatively low.
The mountainous regions – Ore mountains, Vogtland and the eastern
mountains (Elbe Sandstone, Upper Lusatia, Zittau mountains) – give a
relatively homogenous picture. The Ore mountains, i.e. the growth area
richest in forest, and the Vogtland mountains showed a slight increase in
average tree crown defoliation from prior year values. In Vogtland, the
average degree of crown defoliation is 18.5 %, this is the highest value
recorded since 1997. For the East Saxon mountains (Elbe Sandstone/Up-
per Lusatia/Zittau mountains), however, the positive trend of the past
few years continues.
In the loess hill country of Saxony-Anhalt, the average degree of crown
defoliation and the percentage of trees with poor crown condition are
clearly higher than the average values recorded for Saxony-Anhalt as a
whole. The renewed deterioration is due to the current stress situation
for oak as the dominant species in this growth area.

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Shrnutí
Počasí od přelomu roku do dubna 2012 začalo velmi studenou zimou
relativně bohatou na sníh, poté následovalo suché a teplé jaro
a průměrné léto, s časově nevyrovnaným rozdělením srážek. Zatímco
hojné, místně mnohdy dokonce silné srážky v červnu a červenci opět
vyrovnaly deficity v zásobách půdní vody z předchozího roku a jarního
období, přineslo srpnové sucho viditelné stresové symptomy. Zejména
v západosaské nížině byly letní srážky výrazně nižší a zásoby půdní vo-
dy zůstaly po celé vegetační období v kritické oblasti.
Kromě předčasného podzimního zbarvování a padání listů u některých
druhů stromů (lípa, bříza, buk) byl vliv sucha zjevný také na mladých
stromech a kulturách. Ty se neomezují pouze na písčité oblasti nížin
a mírné svahy intenzivně vystavené slunečnímu záření v oblasti vrcho-
vin, nýbrž zasahují také do vyšších horských poloh. Tyto vlivy však byly
zjevné až po průzkumu stavu lesa ke konci srpna, hodnota středního
prořídnutí korun 16,6 % zůstala proto během posledních tři let téměř
nezměněna.
V souladu s klasifikací stavu koruny ve stupních kombinovaných
z prořídnutí a zbarvení bylo v roce 2012 v Sasku klasifikováno 43 %
plochy lesů jako zdravých (bez znatelně negativního ovlivnění struktu-
ry koruny; stupeň poškození 0), 41 % jako lehce poškozených (stupeň
poškození 1) a 16 % jako výrazně poškozených (stupně poškození 2 až 4).
U smrků vykazuje aktuální průzkum stavu lesa střední ztrátu jehličí 16 %.
Výrazně poškozené struktury koruny byly diagnostikovány u 15 %
smrků, což představuje lehký pokles v porovnání s rokem 2011 (16 %).
V dolních a středních horských polohách se střední prořídnutí koruny
pohybuje i nadále znatelně nad hodnotou vyšších horských poloh.
Velmi klidný rok z hlediska kůrovce byl dán charakterem letního počasí
ve spojení se sanací celkově malého napadení vyvráceného a poláma-
ného dřeva ze zimního období. Celostátně registrované přírůstky v na-
padení stojících stromů se pohybovaly výrazně pod množstvím
předchozího roku, které také bylo již velmi nízké.
Střední ztráta jehličí u borovic činila v tomto roce 14,1 %. V uplynulých
čtyřech letech je tedy podíl významně poškozených borovic (7-8 %) na
srovnatelně velmi nízké úrovni. U tohoto druhu stromu se stav mění v
rozsahu slabě poškozené (v současnosti 46 %) po nepoškozené
(v současnosti 47 %).
Borovice jsou opakovaně vystavovány hromadnému množení lesních
škůdců, jejichž populační hustota je trvale kontrolována. Monitorování
sosnokaza borového vykazuje pro rok 2012 rostoucí hustotu populace
především v severních částech okresu Bautzen (Budyšín) a Görlitz
(Zhořelec). Vycházeje z dosažených resp. překročených kritických hod-
not, u kterých je nutno počítat s žírem ohrožujícím stav porostů, byla
přijata další monitorovací opatření a připravena protiopatření. Tato
opatření však nakonec nemusela být přijata. Nárůst populace bekyně
mnišky registrovaný v předchozích letech v tomto roce nepokračuje.
Celkově nezpůsobili škůdci ožírající jehličí žádné velkoplošné škody, kte-
ré by ohrožovaly stavy porostů.
Střední prořídnutí koruny ostatních jehličnanů činilo 15,6 % a v po-
rovnání s předchozím rokem vzrostlo o 0,8 %. Podíl stromů ve třídě
výrazně negativních struktur koruny naopak poklesl z 18 % na 12 %.
Mezi ostatní jehličnany patří druhy stromů, které byly vysázeny až
v rámci speciálních koncepcí tvorby lesa, jako např. zalesnění hřebene
Krušných hor po plošném odumření smrků v 80. letech minulého století,
a jsou většinou autochtonní. Evropský modřín je se zhruba 50 %
nejčastějším druhem stromu této skupiny. Zhruba dvě čtvrtiny posuzo-
vaných ostatních jehličnatých stromů jsou mladší 40 let.
Duby vykazují v rámci časové řady vysokou variabilitu olistění. Aktuální
podíl stromů s nepříznivým stavem koruny ve výši 43 % však odpovídá
hodnotě posledního roku. Střední ztráta listů se lehce zvýšila na
27,5 %.
Jako příčina deficitů v olistění přichází do úvahy v první řadě hmyzí žír.
Zvýšil se tak například trend napadení zástupci z čeledi píďalkovitých a
obalečem dubovým. S napadenou plochou o rozloze 3.300 ha, převážně
v západním Sasku, dosáhli píďalkovití maximum ve sledovaném období
od roku 1990. V silně napadených porostech v kombinaci se škodami
způsobenými mrazy (četný výskyt mrazových puklin ve velmi chladném
únoru) a suchem v srpnu si stromy v tomto roce uložily jen málo re-
zervních látek. Pokud dojde k posílení nepříznivých podmínek a k
pokračování žíru, může být důsledkem přechodný pokles vitality dubu
v následujících letech.
Střední prořídnutí koruny buku lesního pokleslo o pět procentních bodů
ze 29 na 24 %. Podíl stromů s nepříznivým stavem koruny se snížil o

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20 procentních bodů z 56 % na 36 %. Jako důvod přichází do úvahy
násada plodů, která byla v tomto roce neobyčejně nízká. Pouze šest
procent starších buků vykázalo nízkou až střední násadu plodů. Na 94
% stromů nebyly registrovány žádné plody.
Skupina ostatních listnatých stromů je velmi heterogenní a tvoří ji mno-
ho různých druhů stromů, přičemž každý druhý strom je bříza. Rozdělení
stromů do tří stavových tříd (0=39 %; 1=40 %; 2 až 4=21 %) zůstává
na úrovni uplynulých let. V porovnání s předchozím rokem zaznamena-
la střední ztráta listů lehký nárůst o 1,1 % na 18,7 %. V porovnání
s dubem a bukem je mortalita ostatních listnatých stromů v souladu
s kratší střední délkou života zvýšená.
Pozorování projevů odumírání na starších jasanech, regenerační
schopnost poškozených stromů závislá na počasí a lokalitě a zčásti
podstatné individuální rozdíly v napadení sousedních stromů rozšířily
v roce 2012 stav znalostí týkajících se odumírání výhonků jasanů.
Nápadný je rostoucí výskyt lýkohuba jasanového na nemocných stro-
mech, který zpravidla vede k bezprostřednímu odumření oslabených
stromů.
V tomto roce se opět vyskytly výrazné regionální rozdíly ve stavu korun.
V nížinách (Střední severovýchodní staromorénová oblast / Dybensko-
dolnolužická staromorénová oblast) a v oblasti Západolužické plotny
a území labského údolí / Lužické sprašové pahorkatiny je podíl stromů
s nepříznivým stavem koruny srovnatelně nízký.
Horské krajiny se sledovanými růstovými oblastmi Krušné hory, Vogtland
a východními pohořími (Labské pískovce / Hornolužická vrchovina /
Žitavské pohoří) se jeví jako relativně homogenní. V Krušných horách,
v růstové oblasti nejbohatší na lesy, a ve Vogtlandu střední prořídnutí
korun stromů v porovnání s hodnotou předchozího roku slabě vzrostlo.
Ve Vogtlandu dosahuje střední prořídnutí korun stromů s hodnotou
18,5 % nejvyšší hodnotu od roku 1997. Ve východním pohoří (Labské
pískovce / Hornolužická vrchovina / Žitavské pohoří) naopak pokračuje
pozitivní trend uplynulých let.
Střední prořídnutí koruny a podíl stromů s nepříznivým stavem koruny
je v Sasko-anhaltské sprašové pahorkatině výrazně nad zemským
průměrem. Nové zhoršování situace vyplývá ze stresové situace, které
jsou duby dominující v této růstové oblasti aktuálně vystaveny.

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Podsumowanie
Od początku roku do sierpnia 2012 r. pogoda charakteryzowała się
początkowo mroźną, obfitującą w stosunkowo duże opady śniegu zimą,
po której nastąpiła sucha i ciepła wiosna oraz przeciętne lato z nierów-
nomiernym podziałem opadów. Podczas gdy obfite, miejscowo czasem
nawet mocne opady w miesiącach czerwcu i lipcu wyrównały ponownie
deficyt w zakresie zapasów wód glebowych z roku ubiegłego i wiosny,
o tyle susza w miesiącu sierpniu pociągnęła za sobą widoczne objawy
stresowe. Przede wszystkim na obszarze niziny zachodniosaksońskiej
opady w lecie były znacznie mniejsze, przez co zapasy wód glebowych
pozostały przez cały okres wegetacji na poziomie krytycznym.
Obok przedwczesnego jesiennego zabarwienia i opadu listowia w przy-
padku niektórych rodzajów drzew (lipa, brzoza, buk) oddziaływanie su-
szy dało się zauważyć również wśród niektórych młodych drzew i kultur.
Zjawisko to nie ogranicza się wyłącznie do nizinnych obszarów piasz-
czystych oraz płytkich i mocno nasłonecznionych stoków terenów pa-
górkowatych, lecz sięga do wyżej położonych obszarów górzystych.
Ponieważ wpływ ten był widoczny dopiero po przeprowadzeniu badania
stanu obszaru leśnego z końcem sierpnia, średnia stanu przerzedzenia
koron drzew w wysokości 16,6 % pozostała w ciągu ostatnich trzech
lat niemal na tym samym poziomie.
Według klasyfikacji stanu koron drzew na poziomach połączeń
złożonych z przerzedzenia i przebarwienia ocenia się w 2012 r. w Sak-
sonii 43 % powierzchni leśnych jako zdrowe (bez widocznego negaty-
wnego wpływu na strukturę koron, poziom szkód 0), 41 % jako słabo
zniszczone (poziom szkód 1) oraz 16 % jako znacznie zniszczone (po-
ziom szkód 2 - 4).
W zakresie świerków aktualne badanie stanu lasu wykazało średnią
utratę igieł w wysokości 16 %. Znacznie uszkodzone struktury koron
zostały stwierdzone wśród 15 % ogółu świerków, co oznacza lekki spa-
dek w porównaniu z rokiem 2011 (16 %). W dolnych i średnich odcin-
kach obszarów górskich średnia przerzedzenia koron jest nadal wyraźnie
wyższa niż na wyżej leżących terenach obszarów górskich.
Na to, że rok był bardzo umiarkowany pod względem plagi korników,
miała wpływ pogoda w lecie w połączeniu z adekwatnym do sytuacji
uporządkowaniem ogółem znikomej ilości wiatrołomu i śniegołomu z
okresu zimy. Ujęte w skali krajowej przyrosty porażenia leżały znacznie
niżej niż bardzo znikome ilości w roku ubiegłym.
Średnie utraty igieł w przypadku sosen wynoszą w tym roku 14,1 %.
Przez to poziom udziału mocno uszkodzonych sosen (7-8%) w ciągu
ostatnich czterech lat kształtuje się stosunkowo na bardzo niskim po-
ziomie. W przypadku tego rodzaju drzew dynamika przesunięć leży w
obszarze od lekko uszkodzonych (obecnie 46 %) do zupełnie nieuszko-
dzonych (obecnie 47 %).
Sosna jest ponownie narażona na masowe rozmnażanie się różnych
istotnych w leśnictwie szkodników, których natężenie populacji syste-
matycznie się kontroluje. Kontrola strzygonia choinówki wykazuje w
2012 r. wzrastającą gęstość jego populacji przede wszystkim w
północnych częściach powiatów ziemskich Budziszyn/Bautzen i Görlitz.
Wychodząc od tych osiągniętych lub przekroczonych wartości krytycz-
nych, przy których należy się liczyć z żerem już niebezpiecznym dla
zasobów leśnych, wprowadzono dalsze środki kontroli oraz przygoto-
wano metody przeciwdziałania. Ostatecznie jednak zastosowanie tych
ostatnich nie było konieczne. Nie było w tym roku stwierdzonego w
latach ubiegłych wzrostu populacji brudnicy miniszki. W wyniku tego
ogółem nie stwierdzono żadnych rozległych szkód, zagrażających za-
sobom leśnym, a spowodowanych przez owady odżywiające się igłami.
Średnie przerzedzenie koron innych drzew iglastych w wysokości 15,6 %
wzrosło w porównaniu z rokiem ubiegłym o 0,8 %. W przeciwieństwie
do tego spadły wartości stosunkowe drzew w klasach o znacznie nega-
tywnych strukturach koron z 18 % do 12 %. Do pozostałych drzew
iglastych zalicza się takie rodzaje drzew, które zostały zasadzone dopie-
ro w wyniku realizacji specjalnych projektów w zakresie polityki leśnej,
jak np. zalesienie grani Gór Rudawskich po obumarciu świerków na tym
terenie w latach 1980., a które to drzewa przeważnie nie pochodzą
rdzennie z tych obszarów. Europejski modrzew, który stanowi ok. 50 %
tego drzewostanu, jest najczęściej spotykanym w tej grupie rodzajem.
Około trzy czwarte ocenianych pozostałych drzew iglastych nie
osiągnęło jeszcze 40 lat.
Dęby wykazują w przedziale czasowym wysoką wariancję w zakresie
ulistnienia. Aktualny udział drzew o niekorzystnym stanie korony w
wysokości 43 % odpowiada jednak wartości ubiegłego roku. Średnia
utrata ulistnienia wzrosła lekko do wartości 27,5 %.
Za przyczynę deficytu w zakresie ulistnienia przyjmuje się w pierwszym
rzędzie żer ze strony owadów. Wzrosła tendencja zagrożenia ze strony
różnych rodzajów piędzika i zwójki zieloneczki. Obszar o wielkości 3.300
ha, przede wszystkim w zachodniej Saksonii, jest największym terenem
opanowanym przez piędzika w rozważanym okresie od 1990 r. Wśród
mocno zżeranych zasobów w połączeniu ze szkodami spowodowanymi
mrozem (częste występowanie pęknięć mrozowych w bardzo zimnym
miesiącu lutym) oraz suszą w miesiącu sierpniu tego roku można było
nagromadzić jedynie niewiele substancji zapasowych tych drzew. Jeżeli
niekorzystne warunki jeszcze wzrosną i żer ze strony owadów będzie
występował dalej, wtedy w przyszłych latach może wystąpić przejściowy
spadek żywotności dębów.
Średnie przerzedzenie korony buków czerwonych spadło o pięć punk-
tów procentowych z 29 do 24 %. Udział drzew o niekorzystnym stanie

| 11
koron zredukował się o 20 % - z 56 % do 36 %. Za przyczynę tego
uważa się wyjątkowo niską w tym roku ilość owoców na drzewach.
Zaledwie sześć procent starszych buków posiadało od niewielkiej do
średniej ilości owoców. Wśród 94 % drzew nie stwierdzono żadnych
owoców.
Grupa pozostałych drzew liściastych jest bardzo heterogeniczna i tworzy
ją dużo różnych rodzajów drzew, przy czym co drugie drzewo jest
brzozą. Podział drzew w zależności od stanu na trzy klasy (0=39 %;
1=40 %; 2 do 4=21 %) utrzymuje się na poziomie ostatnich lat. W
porównaniu z rokiem ubiegłym średnia utraty ulistnienia wykazuje lek-
ki wzrost o 1,1 punktów procentowych - do wartości 18,7 %. W porów-
naniu z dębem i bukiem obumieralność pozostałych drzew liściastych
jest wyższa, co odpowiada przeważnie niskiej przewidywanej długości
życia.
Obserwacje w zakresie obumierania starszych jesionów, zależna od po-
gody i lokalizacji zdolność do regeneracji drzew uszkodzonych oraz
częściowo znaczne indywidualne różnice porażenia drzew sąsiednich
poszerzają w 2012 r. stan wiedzy nt. obumierania jesionów. Charakte-
rystyczny jest wzrost występowania jesionowca na drzewach chorych,
który zasadniczo prowadzi do bezpośredniego obumierania osłabionych
drzew.
W tym roku występują znowu znaczniejsze różnice regionalne w stanie
koron drzew. Na nizinie (kraina starych moren w środkowych Niemczech
Północno-Wschodnich / kraina starych moren w Düben-Łużyce Dolne)
oraz w obszarze Wyżyny Zachodniołużyckiej i strefy doliny Łaby/
Łużyckiego obszaru lessowo-pagórkowatego udział drzew o niekorzys-
tnym stanie koron jest stosunkowo niewielki.
Obszar górzysty z rozpatrywanymi tutaj obszarami zalesienia, jak Ru-
dawy, Vogtland oraz góry wschodnie (piaskowcowe Góry Połabskie /
Wyżyna Górnołużycka / Góry Żytawskie) prezentuje się relatywnie ho-
mogenicznie. W Górach Rudawach, obszarze o najbogatszym zalesieniu,
oraz w krainie Vogtland wzrosła lekko średnia przerzedzenia korony
drzew w porównaniu z wartością ubiegłoroczną. W Vogtlandzie średnia
przerzedzenia korony w wysokości 18,5 % osiąga najwyższą wartość od
1997 r. W przeciwieństwie do tego pozytywny trend rozwoju w tym
zakresie można stwierdzić w os-tatnich latach w górach wschodnich
(piaskowcowe Góry Połabskie / Wyżyna Górnołużycka / Góry Żytawskie).
Średnia przerzedzenia korony drzew oraz udział drzew o niekorzystnym
stanie korony kształtują się w obszarze lessowo-pagórkowatym Sakso-
nii Anhalt znacznie powyżej średniej krajowej. Ponowne pogorszenie
wynika z sytuacji stresowej, w której znajdują się obecnie dęby,
dominujące w tym obszarze wzrostu.

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12 |
Level I – Raster: 8x8 km
Level I – Raster: 4x4 km
Dauerbeobachtungsflächen (Level II)
Waldklimastationen
Waldfläche
0
5
10
20
30
40
Kilometer
Wälder werden durch eine Vielzahl von Umweltfaktoren beeinflusst.
Schadstoffeinträge, klimatische Veränderungen und biotische Schäden
stellen hohe Belastungen dar, welche die Vitalität und die vielfältigen
Schutzfunktionen der Wälder beeinträchtigen. Das forstliche Umwelt-
monitoring erfasst den Zustand der Wälder, auftretende Umwelteinflüsse
und die Reaktion der Waldökosysteme. Dadurch können langfristige Ent-
wicklungstrends aufgezeigt und gezielte Gegenmaßnahmen entwickelt
werden.
Die Einrichtung eines europaweiten Waldzustandsmonitorings geht zurück
auf die Ratifizierung des Übereinkommens über weiträumige Luftverun-
reinigungen (Genfer Luftreinhaltekonvention der UN/ECE) im Jahr 1979.
Damit wurden erstmalig die vielfältigen Auswirkungen von Luftverun-
reinigungen offiziell anerkannt, das Bemühen um eine Reduktion beschlos-
sen und gleichzeitig ein Exekutivorgan geschaffen, welches 1984 das
Internationale Kooperationsprogramm zur Erfassung von Luftverunreini-
gungen auf Wälder (ICP Forests) ins Leben rief. Im Jahre 1986 stimmten
die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union überein, ein europäisches
Waldzustandsmonitoring einzuführen.
Das forstliche Umweltmonitoring gliedert sich systematisch in die zwei
Aufnahmeebenen Level I und Level II.
Forstliches Umweltmonitoring
Abb. 1: Messnetz des forstlichen Umweltmonitorings

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| 13
Level I
In einem Raster von 16x16 km bilden systema-
tisch angelegte Stichprobenpunkte europaweit
die Grundlage für die Datenerfassung für die
jährliche Begutachtung der Baumkronen im
Rahmen der Waldzustandserhebung (WZE) und
die bisher zweimal durchgeführte Bodenzu-
standserhebung (BZE). Im Freistaat Sachsen
werden auf Basis eines verdichteten Rasters
(4x4 km) an 284 Stichprobenpunkten jährlich
Waldzustandsdaten erhoben, welche flächenre-
präsentative Ergebnisse für das Land liefern
(siehe Abb. 1). Ziel ist die Gewinnung von Er-
kenntnissen über die räumlichen und zeitlichen
Veränderungen des Waldzustandes und deren
Korrelation zu Stressfaktoren, insbesondere zu
Luftschadstoffen. Während die Waldzustands-
erhebung den aktuellen Zustand und die Ent-
wicklung des Kronenzustandes der Waldbäume
aufzeigt, wird im Rahmen der Bodenzustands-
erhebung der bodenchemische Zustand der
Waldböden untersucht. Die Entnahme von Bo-
den- und Humusproben, Nadel- und Blatternten
für chemische Analysen sowie Bestockungs-
und Vegetationsaufnahmen sind dabei Bestand-
teil der Bodenzustandserhebung.
Bodenzustandserhebung (BZE)
Waldzustandserhebung (WZE)

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14 |
An den Schnittpunkten des über ganz Sachsen angelegten Stichproben-
netzes werden bei der Waldzustandserhebung systematisch 24 Bäume
ausgewählt, ältere Bäume dauerhaft markiert und visuell begutachtet.
Dabei sind die Kronenverlichtung und der Anteil vergilbter Nadeln oder
Blätter wesentliche Parameter, die den äußerlich sichtbaren, aktuellen
Gesundheitszustand der Bäume charakterisieren. Als Referenzgröße dient
eine typische voll belaubte oder benadelte Baumkrone des Erhebungsge-
bietes. Aus beiden Schadsymptomen wird eine kombinierte Schadstufe
ermittelt (vgl. Tab. 1, Anhang). Die Vergilbung nimmt ab einem Anteil von
26 % der vorhandenen Blatt- bzw. Nadelmasse Einfluss auf die kombinierte
Schadstufe. Kronenverlichtungen von mehr als 25 % (ohne Vergilbung)
bzw. darunter mit entsprechendem Vergilbungsanteil werden als „deutliche
Schädigungen“ (Schadstufe 2 bis 4) klassifiziert. Die kombinierte Schad-
stufe findet vorrangig zur Darstellung der aktuellen Situation Verwendung.
Bei Untersuchungen zum Schadensverlauf wird sie durch die mittlere
Kronenverlichtung ergänzt. Das Erscheinungsbild eines Einzelbaumes ist
stets von einer Vielzahl von Einflussfaktoren geprägt.
Einige dieser Faktoren, wie Blüte, Fruchtbildung, biotische oder abiotische
Schäden und, soweit eindeutig zuzuordnen, Immissionen, werden bei der
Erhebung erfasst, bleiben jedoch bei der Bildung der kombinierten Schad-
stufen unberücksichtigt. Die detaillierten Ergebnisse der Erhebung für den
Freistaat Sachsen werden auf Grundlage des § 58 Absatz 2 des Waldge-
setzes für den Freistaat Sachsen in Form des vorliegenden Waldzustands-
berichtes dem Landtag sowie der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Die Ergebnisse von 19 sächsischen Stichprobenpunkten sind gleichzeitig
Bestandteil eines jährlich zu erstattenden Berichtes Deutschlands an das
Datenzentrum des ICP Forests.
Level II
Neben den Rasterstichproben der Level I-Ebene finden prozessorientierte
Untersuchungen auf speziell ausgewählten Versuchsflächen statt, welche
intensiv mit Messinstrumenten ausgestattet sind. Dieses intensive Moni-
toring wurde zur detaillierten Erforschung des Zustandes und der Ent-
wicklung typischer, repräsentativer Waldökosysteme in Europa unter dem
Einfluss von Luftverunreinigungen sowie klimatischen und anderen Stress-
faktoren etabliert. Sechs forstliche Dauerbeobachtungsflächen in Sachsen
liefern jährlich Daten, in teilweise monatlicher Auflösung, an das Bundes-
forschungsinstitut für Ländliche Räume, Wald und Fischerei, welches
wiederum mit insgesamt 88 Stationen internationale Datenbanken der
Genfer Luftreinhaltekonvention bedient. Das Messnetz des durch Sach-
senforst und seine Vorläuferinstitutionen seit 1991 aufgebauten und
betreuten forstlichen Umweltmonitorings wird komplettiert durch zwei
weitere regionale Dauerbeobachtungsflächen im Osterzgebirge und im
Nationalpark Sächsische Schweiz.
Sachsenforst stellt damit gut ein Drittel aller sächsischen Depositions-
messstationen, deren Daten periodisch vom Umweltbundesamt für die
Erstellung von nationalen Depositionskarten abgefragt werden.
Die Level II-Untersuchungen umfassen neben der Entwicklung der Depo-
sition bzw. der Stoffeinträge, die Beobachtung des Bodensicker- und
Quellwassers, des Streufalls, des Baumwachstums, der Baumernährung
Dauerbeobachtungsfläche

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| 15
Waldklimastation
und der Bodenvegetation. Zusätzlich betreibt Sachsenforst ein mit 18
Stationen über das Level II-Programm hinausgehendes Netz von Wald-
klimastationen. Diese sind auf Freiflächen in größeren Waldgebieten ein-
gerichtet worden und erheben den vollständigen Parametersatz meteo-
rologischer Untersuchungen, von der Lufttemperatur bis zur Global-
strahlung, und ergänzen damit effektiv die Messnetze des Landes und des
Bundes.
Andere Monitoringsysteme liefern ergänzende Informationen und helfen
die Ergebnisse der Level I- und Level II-Programme zu interpretieren. Bei-
spiele sind die Überwachung von bestimmten Schaderregern wie Borken-
käfern oder Mäusen und das Forstschutzmeldewesen, welches das Auf-
treten von Schäden, Schädlingen und Krankheiten im Wald erfasst und
auswertet.

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16 |
Witterungszustände und Bodenwassergehalte üben einen wesentlichen
Einfluss auf das Wachstum und den Gesundheitszustand der Bäume aus.
Die sächsischen Waldklimastationen erfassen stündlich entsprechende
meteorologische und hydrologische Messwerte auf 18 Standorten. Damit
wird für den konkreten Waldort und sein unmittelbares Umfeld ein we-
sentlicher Teil der Standortseigenschaften in ihrer Dynamik präzise ab-
gebildet.
Demgegenüber enthält die forstliche Standortskarte flächige Aussagen
zu den klimatischen Verhältnissen sowie weit reichende Informationen
über die Boden- und Geländebedingungen. Durch die Verschneidung bei-
Einflüsse auf den Waldzustand
Witterung und Bodenwasserhaushalt
Abb. 2: Netz der Waldklimastationen
Bergland
Hügelland
Tiefland
Obere Berglagen
Westliche Berglagen
Östliche Berglagen
Hügelland
Östliches Tiefland
Westliches Tiefland
Bodenwasser
Waldklimastation
Region
Trossin
Laußig
Laußnitz
Hoyerswerda
Weißwasser
Colditz
Siebenlehn
Pirna
Werdauer Wald
Nationalpark
Bielatal
Glashütte
Marienberg
Olbernhau
Rittersgrün
Schönheide
Morgenröthe
Lengenfeld
der Informationsebenen ist in gewissen Grenzen die Übertragung der
punktuellen Messungen in die Fläche möglich. Die betrachteten Klima-
stationen werden hierzu entsprechend ihrer Lage innerhalb der drei
Naturregionen – Tiefland, Lößhügelland und Mittelgebirge – mit jeweils
typischen klimatischen und geomorphologischen Verhältnissen (siehe
Abb. 2) in sechs Gruppen zusammengefasst:

| 17
Die Stationen Morgenröthe (830 m ü. NN), Rittersgrün (810 m ü. NN) und
Olbernhau (730 m ü. NN) stehen stellvertretend für die von Fichtenwäldern
geprägten oberen Berglagen. Die tiefer gelegenen Stationen im Bergland
werden in östliche (Glashütte – 390 m ü. NN, Bielatal – 410 m ü. NN,
Nationalpark – 265 m ü. NN) und westliche (Lengefeld – 450 m ü. NN,
Schönheide – 685 m ü. NN, Marienberg – 605 m ü. NN) Stationen unter-
schieden. Mit dieser Abgrenzung soll der nach Osten hin zunehmend
kontinentaleren Klimatönung Rechnung getragen werden.
Im waldarmen Hügelland konzentrieren sich die Stationen (Colditz – 200
m ü. NN, Siebenlehn – 335 m ü. NN, Werdauer Wald – 380 m ü. NN und
Pirna – 180 m ü. NN) auf größere Waldgebiete. Auf den Sandböden im
Tiefland können die westlichen Stationen Trossin (140 m ü. NN) und
Laußig (100 m ü. NN) und die östlichen Stationen Laußnitz (170 m ü. NN),
Hoyerswerda (155 m ü. NN) und Weißwasser (120 m ü. NN) wiederum
getrennt betrachtet werden.
Die Beurteilung der Witterungsverläufe hinsichtlich ihrer Wirkung auf den
Waldzustand ist aufgrund vielfältiger Wechselwirkungen und Anpassungs-
mechanismen der Bäume anspruchsvoll. Extreme, wie intensive Sonnen-
einstrahlung, die bei Trockenheit zu Hitzeschäden an den Blättern führt,
oder Windgeschwindigkeiten, die Bäume entwurzeln oder Stämme bre-
chen, sind sofort zu erfassen. Die Wirkung einzelner mehr oder weniger
über- oder unterdurchschnittlicher Perioden lässt sich jedoch nur schwer
bewerten. Besonders diffizil wird es, wenn sie in zeitlicher Folge zu einem
Ausgleich führen.
Ähnlich wie im Vorjahr folgte auf einen kalten Winter ein sehr trocken-
warmes Frühjahr, welches von einem zunächst niederschlagsreichen,
später trockenen Sommer abgelöst wurde. Damit reihen sich im Jahr 2012
einige extreme Witterungsperioden aneinander, die vielerorts zu insgesamt
eher ungünstigen Wachstumsbedingungen geführt haben.
Der Winter 2011/12 war der nunmehr vierte Winter in Folge, dessen Wit-
terung verglichen mit den langjährigen Mittelwerten von 1971–2000 zu
kalt und relativ niederschlagsreich ausfiel. Mit den Anfang Dezember 2011
einsetzenden Schneefällen bildete sich im Bergland eine geschlossene
Schneedecke aus, die bis zum Jahreswechsel auf 10 bis 30 cm, in den
Kammlagen auf bis zu 71 cm (Fichtelberg) anstieg. Im Januar erhöhten
sich die Schneedecken aufgrund der immer wieder von Nordwesten he-
rangeführten feuchten Luftmassen auf 20 bis 45 cm. Auf dem Fichtelberg
wurden am 31. Januar sogar 154 cm gemessen. Bis Ende Januar lag die
Schneefallgrenze überwiegend zwischen 200 und 600 m, sodass die Nie-
derschläge im Tiefland unvermittelt vom Boden aufgenommen wurden.
Nach der ausgedehnten Trockenperiode, die Mitte Oktober 2011 einsetzte
und den gesamten November (mit Niederschlagssummen unter 1 mm der
trockenste November seit 1881) anhielt, wirkte sich dies auf die Boden-
wasservorräte positiv aus.
Unter dem Einfluss von Hochdruckgebieten stellte sich Ende Januar/An-
fang Februar trockenes und sehr kaltes Winterwetter mit Dauerfrost ein.
Die bis Mitte Februar gefallenen Niederschläge blieben auch im Tiefland
als Schnee liegen. Im Februar wurden dabei die niedrigsten Temperaturen
gemessen. So unterschritten die am 6. Februar im Bereich der Station
Marienberg gemessenen -30,1 °C sogar den bisherigen Rekordwert der Mes-
sungen von -27,3 °C, der am 7. Januar 2009 im Zellwald auftrat.
Insgesamt führte die Frostperiode der ersten Monatshälfte zum deutlichen
Unterschreiten der langjährigen Monatsmitteltemperaturen um etwa
5 Kelvin. Von der Station Weißwasser wurde sogar eine Abweichung
von -7,3 Kelvin gemessen.
Mit dem Eintreffen milderer Meeresluft stieg die Schneefallgrenze Mitte
Februar auf 1.000 m. Das zunächst auf das Tiefland begrenzte Tauwetter
setzte in der dritten Monatsdekade auch im Bergland ein. Nur die Nieder-
schläge am 7. bzw. 30. März und am 8. April fielen noch als Schnee. An-
sonsten herrschte, wie bereits im vergangenen Jahr, im März weitgehend
trockenes Hochdruckwetter vor. Ende März waren die Schneedecken im
Gebirge bis auf die Kammlagen abgetaut.
Das weitgehend niederschlagsfreie, sonnige und milde Frühlingswetter
im März setzte sich auch im April und Mai fort. Der steigende Sonnen-
stand ließ die Tageshöchsttemperaturen in der zweiten Aprildekade erst-
mals auf 28 bis 31°C steigen. Dementsprechend hoch fielen die Monats-
mittel der Temperatur aus, die auf den Waldklimastationen von März bis
Mai durchschnittlich 1,5 Kelvin über dem langjährigen Mittel lagen. Nach
dem kalten Februar dauerte es im phänologischen Garten in Graupa
jedoch noch bis Ende April/Anfang Mai, bis alle Baumarten ihre Blatt-
entfaltung abgeschlossen hatten.
Damit blieb ein ausreichendes Zeitfenster zwischen Tauwetter und dem
Austrieb der Bäume, welches für die Frühjahrsaufforstungen genutzt
werden konnte, um ein gutes Anwachsen der Bäume zu ermöglichen.
Wenngleich im sehr warmen Mai kein extremes Spätfrostereignis wie 2011
auftrat, litten die Kulturen mancherorts unter den zu geringen Nieder-
schlägen.
Die mit den wiederholt auftretenden Tiefausläufern fallenden Nieder-
schläge konnten bereits im März die verdunstenden Wassermengen nicht
ausgleichen. Abbildung 3 zeigt dies anhand der auf der Basis von Luft-
temperatur, Globalstrahlung und Niederschlagssummen berechneten
klimatischen Wasserbilanz (KWB). Die klimatische Wasserbilanz ist ein
Referenzwert, der angibt, inwieweit der Wasserverbrauch einer Grasdecke
durch den Niederschlag ausgeglichen werden kann. Diese fiel in den Mo-
naten März, April und Mai deutlich negativer aus, als dies klimatisch zu
erwarten wäre. Rein rechnerisch fehlten gegenüber den klimatischen
Mittelwerten etwa 100 mm Niederschlag.
Vor allem nach dem Laubaustrieb, wenn sich die Verdunstung mit der
Transpiration der Bäume erhöht, näherte sich die Wasserversorgung den
kritischen Werten, die zu sichtbaren Symptomen von Schäden durch
Trockenheit führen.

18 |
Abb. 3: Monatsmittel der Lufttemperaturen und die klimatische Wasserbilanz von Januar bis August 2012 nach
Regionen (6 Diagramme entsprechend der Gruppen in Abb. 2)
Östliche Berglagen
Obere Berglagen
Östliches Tiefland
Westliche Berglagen
Hügelland
Westliches Tiefland
Die enge Aufeinanderfolge atlantischer Tief-
druckgebiete brachte im Juni eine Entspannung
der Wasserhaushaltssituation. Die zum Teil er-
giebigen Schauer und Gewitter summierten sich
im Juni auf etwa 120 % des Vergleichszeit-
raumes. Im Juli wurden sogar 140 % erreicht.
Extreme Niederschläge, die im Bereich einzelner
Wassereinzugsgebiete Bäche und Flüsse an-
schwellen ließen, traten Anfang Juli auf. Die
ermittelten Tagessummen lagen am 5. Juli in
Colditz bei 70 mm und am 6. Juli in Eich bei
60 mm. Damit erreichten die Niederschlags-
werte eines Tages das Niveau der üblichen
Monatsmengen, liegen aber bei etwa einem
Viertel des Maximums unserer Beobachtungen.
Dieses wurde im Zuge der Jahrhundertflut mit
249 mm am 12. August 2002 in Altenberg ge-
messen.
Die von einem kräftigen Tiefdruckgebiet über
den Britischen Inseln am 5. Juli hervorgeru-
fenen Schauer und Gewitter waren von Hagel
und/oder starken Windböen begleitet. Dies
führte lokal zu direkten Schäden an Waldbe-
ständen. Neben Blatt- und Nadelverlusten wur-
den durch Hagelschlag auch ganze Triebe ab-
gebrochen bzw. die Rinde z. B. von Kiefern in
der Laußnitzer Heide irreversibel geschädigt.
Damit verbundene Zuwachsverluste sind in
Verjüngungen relevant, weil sich damit die ins-
gesamt instabile Verjüngungsphase verlängert.
Vereinzelt ist durch die Rindenverletzungen mit
dem Absterben einzelner Bäume aller Alters-
klassen zu rechnen. Die Sturmschäden traten
vorwiegend in Form von Einzel- bzw. Nester-
würfen und -brüchen auf. In der Sächsischen
Schweiz kam es zu flächigen Schäden vorrangig
an Fichtenbeständen. Es entstand eine Schad-
holzmenge von ca. 7.900 m³.
Im westlichen Tiefland wurde das von März bis
Mai aufgetretene Niederschlagsdefizit jedoch
auch im Juni und Juli nicht ausgeglichen. Dies
zeigen auch die in Abbildung 4 dargestellten
Bodenwassergehalte ausgewählter Waldklima-
stationen.
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Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug
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Temperatur [°C]
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Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug
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Temperatur [°C]
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Temperatur [°C]
langjähriges Mittel der kWB
klimatische Wasserbilianz (kWB) mm
Temperatur °C
langjähriges Mittel der Temperatur

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| 19
Abb. 4: Verlauf der täglichen Minima der pflanzenverfügbaren Bodenfeuchte in 30 cm Tiefe an ausgewählten Wald-
klimastationen in Prozent [%] (dies entspricht Millimeter Niedeschlagsequivalent pro Kubikmeter Boden, blau ist
die Feldkapazität des Standorts dargestellt)
Östliche Berglagen – Bielatal
Obere Berglagen – Rittersgrün
Östliches Tiefland – Laußnitz
Westliche Berglagen – Schönheide
Hügelland – Siebenlehn
Westliches Tiefland – Trossin
Während die Bodenwassergehalte in Laußnitz
mit den stärkeren Niederschlägen Anfang Juli
wieder auf das Frühjahrsniveau anstiegen, lie-
gen die Gehalte in Trossin seit Anfang Juni un-
verändert auf einem sehr geringen Level. Die für
die Pflanzen verfügbaren Wasservorräte sind
hier sehr gering, da ein Teil des Wassers so fest
an den Bodenkörper gebunden ist, dass es von
Pflanzenwurzeln nicht mehr aufgenommen wer-
den kann. Dieser Wassergehalt wird deshalb
„Totwasser“ genannt.
Auf den anderen Vergleichsstandorten bewegen
sich die Wassergehalte im Juni/Juli im Bereich
der nutzbaren Feldkapazität. Damit ist der Be-
reich zwischen dem Totwassergehalt und der
Feldkapazität gemeint, in dem Wasser gegen die
Schwerkraft im Boden gehalten werden kann.
Beide Grenzwerte werden von den jeweiligen
Körnungs- und Porenverhältnissen des Bodens
bestimmt. Somit entscheidet die Verteilung grö-
ßerer und kleinerer Poren im Boden, inwiefern
sich relativ einheitliche Witterungsverläufe hin-
sichtlich der Wasserverfügbarkeit für die Bäume
eines konkreten Waldbestandes auswirken.
Die in den Diagrammen sichtbaren Spitzen wei-
sen auf Sickerwasserflüsse hin. Diese treten vor
allem zum Zeitpunkt der Schneeschmelze und
im Zuge von intensiven Sommerniederschlägen
auf, wenn die in den Boden gelangende Was-
sermenge die Feldkapazität kurzfristig über-
schreitet.
Der Verlauf der Bodenwassergehalte wies zwi-
schen Januar und August 2012 drei Phasen
abnehmender Bodenwassergehalte auf. Die
erste Phase setzte mit den starken Frösten An-
fang Februar ein. Sie zeigt an, dass auf allen
Standorten mindestens bis zur Messtiefe von
30 cm das Wasser gefroren war. Erst mit aufge-
tautem Boden stiegen die Wassergehalte wieder
an. Im Tiefland war dies bereits mit der Taupe-
riode in der letzten Februardekade der Fall, wäh-
rend in den Oberen Berglagen der Anstieg erst
mit der Schneeschmelze Anfang März erfolgte.
Dabei erreichten die Böden im Gebirge aufgrund
der im März ausbleibenden Niederschläge kaum
die üblicherweise auftretenden Werte der Früh-
jahrsbodenfeuchten.
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[%]
Bodenfeuchte
Feldkapazität

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20 |
Die zweite Phase setzte mit dem Laubaustrieb
ein und fiel damit in den Monat Mai. In dieser
Zeit fielen die Bodenwassergehalte auf allen Sta-
tionen kontinuierlich ab. Die Totwassergehalte
wurden jedoch nicht erreicht und so verhinder-
ten die im Juni und Juli einsetzenden Nieder-
schläge zunächst intensiven Trockenstress.
Erst mit dem erneuten Ausbleiben der Nieder-
schläge im August wurden die Wasserspeicher
in den oberen Bodenschichten, teilweise bis zu
einem Meter Tiefe, vielerorts vollständig aufge-
braucht. Damit setzte unmittelbar nach der
Waldzustandserhebung vor allem auf südexpo-
nierten Standorten im Hügel- und Bergland und
den Sandböden im Tiefland intensiver Trocken-
stress ein.
Erst mit den in der zweiten Septemberdekade
einsetzenden Niederschlägen trat eine Besse-
rung ein. Für einige Baumarten, wie Birke und
Linde, die durch frühzeitige Laubfärbung und
Laubfall auf die Trockenheit reagiert haben, war
dies jedoch zu spät (Abbildung 5 a, b).
Abb. 5 a: Herbstliche Laubfärbung im August – Robinie und Linde reagieren am Elbhang bei Pillnitz auf die wiederholte Trockenheit.
Abb. 5 b: Vorzeitig abgeworfene, noch grüne Rotbuchenblätter

| 21
Luftbürtige Stoffeinträge beeinflussen mit ihren Nähr- und Schadstoff-
gehalten insbesondere den Zustand nährstoffarmer und stark die Luft-
massen und Niederschläge filternder Ökosysteme. Diese Kriterien treffen
auf weite Teile der sächsischen Wälder zu. Derzeit sind akute „klassische“,
durch Schwefelsäureeintrag bedingte Schädigungen nicht mehr zu ver-
zeichnen. Grund hierfür ist die seit Anfang der 1990er Jahre forcierte
Luftreinhaltepolitik in Sachsen, Tschechien und Polen. Der Waldzustand
wird jedoch derzeit insbesondere von Stickstoffeinträgen und -anreiche-
rungen beeinflusst, die deshalb intensiv überwacht werden. Neben erklä-
renden Informationen für die Ergebnisse der alljährlichen Waldzustands-
erhebung können so auch wertvolle Hinweise zur Risikoabschätzung zur
potenziellen Gefährdung von Waldlebensraumtypen im Rahmen der 2013
von den Mitgliedsstaaten geforderten Berichterstattung nach Artikel 17
der Natura 2000 Verordnung der Europäischen Kommission gegeben
werden. Die Mitgliedsstaaten sollen zu einer qualifizierten Einschätzung
darüber gelangen, wie Stickstoffeinträge im Kanon der auf Lebensräume
einwirkenden Belastungen, der momentanen Struktur und Funktion oder
als mögliche Bedrohung bei deren zukünftiger Entwicklung, zu bewerten
sind. Im Rahmen des EU Projekts COST 729 zur Stickstoffdeposition in
Natura 2000-Gebieten wurde empfohlen, dass unter der Konvention für
weit reichende, grenzüberschreitende Luftverunreinigungen der UN-ECE
(engl. kurz CLRTAP) entwickelte Prinzip einer kritischen Belastungsrate
(
„Critical Load“
, kurz CL) als wissenschaftlich etablierte Methode zu ver-
wenden. Über internationale Versuchsergebnisse abgeleitete Critical Loads
sollen den Lebensraumtypen über Referenzlisten zugeordnet und die
angegebenen Wertespannen für kritische Belastungsgrenzen über kon-
krete Standortseigenschaften der betrachteten Ökosysteme eingegrenzt
werden. Dies entspräche dann in der Methodik nahezu den so genannten
„einfachen Massenbilanzen“ (engl.
simple mass balances,
kurz SMB) für
Säure und Stickstoff, die von 2000 bis 2004 auch an allen Punkten des
forstlichen Umweltmonitorings in Sachsen berechnet wurden. Vergleicht
man dann die gemessene oder modellierte Stickstoffdeposition mit dem
ermittelten Wert der kritischen Belastung, so werden bei Überschreitungen
der definierten „Unbedenklichkeitsschwelle“ Möglichkeiten zur Gefähr-
dungseinschätzung eröffnet.
Im Folgenden soll die derzeitige Situation der sächsischen Waldöko-
systeme am Beispiel der forstlichen Dauerbeobachtungsflächen doku-
mentiert und erörtert werden. Hier werden seit 1993 an fünf Fichten-
standorten und in jeweils einem Buchen-, Eichen- und Kiefernbestand
der atmosphärische Eintrag von Stoffen (Deposition), die Konzentration
von Luftverunreinigungen (Immissionen) sowie der Status der Vegetation,
der Böden und die Entwicklung der Stoffausträge in das Grund- und
Oberflächenwasser kontinuierlich beobachtet.
In Abbildung 6 sind die jährlichen Stickstoffgesamteinträge und -austräge
für den Zeitraum 1998 bis 2011 in Kilogramm pro Hektar (kg/ha) darge-
stellt. Als gelbe Linie ist jeweils die langfristig einzuhaltende, ökosy-
stemspezifische kritische Belastungsgrenze (Critical Load) eingetragen.
Stoffeinträge

image
22 |
Abb. 6: Jährlicher Stickstoffeintrag und -austrag der forstlichen Dauerbeobachtungsflächen
Den Stickstoffeintrag bestimmen überall zu annähernd gleichen Teilen
Ammonium- und Nitratstickstoff, während organischer Stickstoff ver-
nachlässigbar ist. Die Flächen lassen sich nach der Höhe der jährlichen
Einträge in drei Kollektive gruppieren.
Olbernhau und Bautzen zeigen im Mittel mit einem jährlichen Nitrateintrag
je Hektar von 14 Kilogramm und einem Ammoniumeintrag von bis zu 20
Kilogramm die höchsten Werte. Die Flächen Laußnitz (Kiefer), Colditz
(Eiche) und Bad Schandau – als Buchenfläche im Nationalpark – besitzen
im Mittel die geringsten Werte mit einem Eintrag von acht Kilogramm
Nitrat und etwa zehn Kilogramm Ammonium. Dazwischen ordnen sich
die Flächen Klingenthal, Cunnersdorf sowie Altenberg mit mittleren Nitrat-
einträgen von zehn und einem Ammoniumeintrag von 14 Kilogramm ein.
Die niedrigeren Werte von Laußnitz, Colditz und im Nationalpark sind auf
die Bestockung zurückzuführen, die durch winterlichen Laubfall und ge-
ringeres Kronenvolumen (Kiefer) eine geringere Filterwirkung als die Fich-
tenflächen besitzen. Die Flächen Klingenthal, Cunnersdorf und Altenberg
befinden sich darüber hinaus innerhalb relativ waldreicher Großlandschaf-
ten, während Olbernhau und Bautzen waldärmeren Landschaften zuzu-
ordnen sind, weshalb es hier zu einer verstärkten Auskämmung der Luft-
schadstoffe kommt.
Bei allen Flächen mit Ausnahme des Nationalparks ist seit 1998 ein Rück-
gang der Nitrateinträge feststellbar. Regulative Maßnahmen des Staates
zur Emissionsreduzierung entfalten erfreulicherweise ihre Wirksamkeit.
So ist in der Industrie und der Gebäudeheiztechnik der Ausstoß an
oxidierten Stickstoffverbindungen aufgrund von mannigfaltig durchge-
führten Entstickungsmaßnahmen wie der Verringerung der Ver-
brennungstemperatur, Stufenverbrennung oder Reduktions- und Oxi-
dationsverfahren rückläufig. Der Einsatz von Abgaskatalysatoren, welche
die Emissionen von Benzinmotoren reduzieren, leistete ebenfalls einen
Beitrag zu einer Reduzierung. Dass der verstärkte Einsatz von Diesel-
motoren im Pkw-Bereich und der gestiegene Lkw-Verkehr die vorgenann-
ten Effekte ausgleichen, kann mit den vorliegenden Daten nicht bestätigt
werden.
Der Nitrateintrag korreliert positiv mit der Niederschlagshöhe, weshalb in
Monaten mit viel Niederschlag, insbesondere Juli und August mehr Nitrat
eingetragen wird, als in Monaten mit weniger Niederschlag wie beispiels-
weise im Januar und Dezember.
Der Ammoniumeintrag erfuhr, mit Ausnahme der Fläche Klingenthal, seit
1998 keine Veränderung, was darauf hindeutet, dass es bisher in der Land-
wirtschaft, als Hauptemittenten von Ammoniak, zu keinem veränderten
Emissionsverhalten gekommen ist. In der weiteren Umgebung der Dau-
erbeobachtungsfläche Klingenthal scheint hingegen die landwirtschaft-
liche Nutzung eingeschränkt oder extensiviert worden zu sein, worauf die
rückläufigen Einträge hinweisen. Es ist jedoch in Klingenthal und im
Nationalpark eine Zunahme der Streuung innerhalb der Jahre erkennbar.
Die niedrigsten Werte finden sich stets in den Wintermonaten zwischen
Dezember und Februar. Ihren Höhepunkt erreichen die monatlichen Ein-
tragsraten im März und April, was mit entsprechenden Maßnahmen in
10 5
0
10
20
30
Kilometer
Leipzig
Colditz
Chemnitz
Plauen
Klingenthal
Olbernhau
Altenberg
Cunnersdorf
Nationalpark
Bautzen
Laußnitz
50
40
30
20
10
0
-10
-20
Eintrag
Austrag
1998–2011
(Nationalpark ab 1999,
Altenberg ab 2001)
[kg/ha]
Level-II-Fläche
Nitratstickstoff
Ammoniumstickstoff
organischer Stickstoff
kritische Belastungsgrenze
Bautzen
Dresden

image
| 23
der Landwirtschaft korreliert. Eine weitere Erhöhung findet sich darüber
hinaus Ende Juli bis Mitte August nach der Ernte und dem folgenden
Düngen zur Winterung.
Der organische Stickstoff weist in der Regel lediglich einen mittleren An-
teil von nur etwa 8 bis 15 % am Gesamteintrag auf. Eine Ausnahme stellt
hierbei die Fläche Colditz im Jahr 2011 dar, wo 17 kg/ha eingetragen
wurden, was einem Anteil von 47 % entspricht. Zurückzuführen ist dieser
Eintrag auf einen starken Fraß an den Eichen durch Vertreter der Eichen-
fraßgesellschaft (Frostspannerarten, Grüner Eichenwickler). Der Blattver-
lust auf der Fläche betrug dabei im Mittel 55 %. Das Ereignis beschränk-
te sich auf den Mai des Jahres, wobei neben dem organischen Stickstoff
auch ein großer Anteil Ammoniumstickstoff durch den Insektenkot mit in
den Boden eingetragen wurde. Es waren die höchsten Einträge seit Beginn
der Messungen, wobei es jedoch 2012 zu einem erneuten Fraßgeschehen
kam, mit einem mittleren Blattverlust von 50 %.
Die kritischen Belastungsgrenzen (CL) wurden nach dem Massenbilanzan-
satz berechnet. Sie setzen sich zusammen aus der Stickstoffaufnahme
durch den Bestand, die anteilig dem Zuwachs an Derbholz entspricht, der
Rate der mikrobiellen Stickstoffimmobilisierung, die mittels der Jahres-
durchschnittstemperatur geschätzt werden kann, der gasförmigen Stick-
stoffverluste über die sogenannte Denitrifikation sowie dem tolerierbaren
Stoffaustrag mit dem Sickerwasser. Es wird deutlich, dass die kritische
Belastungsgrenze bei allen Flächen regelmäßig überschritten wird. Die
Überschreitungen lagen beispielsweise im Jahr 2011 für Klingenthal und
Laußnitz bei über zehn Kilogramm pro Hektar, für die übrigen Flächen bei
über 20 Kilogramm. Eine Ausnahme stellt hierbei nur die Buchenfläche im
Nationalpark dar. Die niedrigen Werte der Fläche können wiederum auf
die geringere Filterwirkung der Rotbuche bei gleichzeitig sehr guten
Wuchsbedingungen und damit einer hohen Aufnahmekapazität für Stick-
stoff zurückgeführt werden. Darüber hinaus ist die Stickstoffbelastung
im Nationalpark, durch nur sehr geringe Einflüsse der Landwirtschaft und
eine weniger dichte verkehrstechnische Erschließung, niedriger als in an-
deren Gebieten Sachsens. Auch in Colditz konnten die Überschreitungen
mit im Mittel sieben Kilogramm bisher als gering eingeschätzt werden,
was ebenfalls auf die Laubholzbestockung zurückzuführen ist. Im Jahr
2011 überlagerte jedoch das Fraßgeschehen die Bestandeseigenschaften.
Betrachtet man den modellierten Stickstoffaustrag, so ist erkennbar, dass
dieser sich im Verhältnis zum Eintrag als äußerst gering darstellt und es
zu einer dauernden Anreicherung von Stickstoff im Ökosystem kommt.
Für den Waldzustand ist dabei einerseits von Bedeutung, dass ein erhöhtes
Stickstoffangebot für einen steigenden Zuwachs sorgt, wie es derzeit in
Sachsen zu beobachten ist, andererseits damit aber der Wasserbedarf der
Bestände steigt, was wiederum eine erhöhte Disposition gegenüber Tro-
ckenheit hervorrufen kann. Gleichzeitig vergrößern sich die Holzzellen,
was zu veränderten physikalischen Holzeigenschaften führt und poten-
tiell für eine erhöhte Anfälligkeit gegenüber Windbruch sorgt. Ein stei-
gender Stickstoffgehalt in Blättern und Nadeln konnte bisher auf den
Dauerbeobachtungsflächen nicht festgestellt werden. Eine weitere Auf-
sättigung bzw. Eutrophierung des Ökosystems wird sich jedoch auch in
den Blattorganen zeigen, was wiederum eine steigende Anfälligkeit ge-
genüber Fraßschädlingen und Frost befürchten lässt. Darüber hinaus ist
in der Pflanze und im Boden mit Nährstoffungleichgewichten zu rechnen,
beispielsweise mit einer gestörten Kalium- und Magnesiumaufnahme
durch die Ammoniumkonkurrenz. Es ist zusätzlich von einer langfristigen
Zunahme nitrophiler Arten in der Bodenvegetation auszugehen. So zeigte
sich bei den jährlichen Vegetationsaufnahmen auf den Dauerbeobach-
tungsflächen im Jahr 2011, dass in Olbernhau, von sieben neu aufgetre-
tenen Arten, vier als Stickstoffzeiger gelten (Bunter Hohlzahn, Dreinervige
Nabelmiere, Himbeere, Hirschholunder) sowie in Colditz die Stetigkeit und
Artenzahl nithrophiler Blatt- und Krustenflechten, wie
Physcia tenella,
Physcia adscendens
und
Candelariella reflexa
, weiter zugenommen hat
(Abb. 7).
Zusammenfassend können die anhaltend hohen, über die kritische Bela-
stungsgrenze hinausgehenden Stickstoffeinträge als problematisch für
die weitere Entwicklung des Waldzustandes eingeschätzt werden. Erste
Veränderungen und Beeinträchtigungen der Ökosysteme konnten beo-
bachtet werden. Der zu erwartende Umfang der eventuell entstehenden
Veränderungen und auftretende Wechselwirkungen können bisher nicht
abgeschätzt werden, wie auch der tatsächliche Ort der Stickstoffspeiche-
rung noch nicht bekannt ist. Hierzu sind umfassendere Untersuchungen
notwendig.
Abb. 7: Flechten als Zeiger hoher Stickstoffeinträge,
Xanthoria parietina
(gelb) und
Physcia tenella
(grau)

24 |
Allgemeine Situation
Bäume können sich Witterungsextremen und biotischen Angriffen sowie
durch den Menschen verursachten Veränderungen ihrer geochemischen
Umwelt nicht entziehen. Sie besitzen deshalb vielfältige Anpassungs-
mechanismen, welche es ihnen ermöglichen, als Individuum und Art
diesen Belastungen zu widerstehen. Biochemische Reaktionen, mit denen
Pflanzen ihrer Umwelt begegnen, sind kaum äußerlich wahrnehmbar und
somit nur durch aufwändige Untersuchungen im Labor aufzuklären. Chro-
nische Belastungen können lange Zeit die Widerstandskraft des pflanz-
lichen Organismus‘ unbemerkt schwächen und im Zusammentreffen mit
anderen ungünstigen Bedingungen zu abnehmender Konkurrenzkraft,
krankhaften Auswirkungen oder gar zum Absterben führen. Zudem kann
man, ausgehend von wenigen sichtbaren Symptomen, nicht unmittelbar
auf die Vitalität von Pflanzen schließen, da diese oftmals zugleich auch
die natürlichen Ausgleichreaktionen auf eine bestimmte Belastung zeigen
(z. B. Reduktion wasserverbrauchender Blattmasse als Anpassung an län-
gere Trockenperioden).
Die Waldzustandserhebung (WZE) erfasst die sichtbaren Veränderungen
im Belaubungs- bzw. Benadelungszustand. Diese Änderungen der Kro-
nendichte und ihrer Struktur sind Hinweise auf Stressbelastungen, die
nach dem Überschreiten eines individuellen Toleranzrahmens auftreten.
Vor allem im zeitlichen Verlauf der Entwicklung des Kronenzustandes
lassen sich, in Abhängigkeit von der Reaktionsfähigkeit der Baumart und
der akuten bis chronischen Wirkung des Stressfaktors, kritische Belastungs-
situationen erkennen.
Abb. 8: Schadstufenverteilung und mittlere Kronenverlichtung (KV) aller Baumarten von 1991 bis 2012 (in %)
Die Waldzustandserhebung wurde im Jahr 2012 auf 283 der 284 Probe-
punkte mit 6.792 Probebäumen des 4x4-km-Rasters durchgeführt. Ohne
regionale und baumartenspezifische Unterschiede zu berücksichtigen,
entspricht der mittlere Nadel-/Blattverlust mit 16,6 % dem Vorjahreswert
(16,5 %). Entsprechend der Auswertungsmethodik der Waldzustandser-
hebung wird jeder Baum aufgrund seiner Kronenverlichtung in Kombina-
tion mit dem Auftreten von Verfärbungen einer Schadstufe zugeordnet.
Die Verteilung der Bäume auf diese Stufen weist vor allem auf die Diffe-
renziertheit der Kronenverlichtung hin. Demnach weisen 2012 in Sachsen
16 % der Wälder eine deutliche Beeinflussung des Kronenzustandes
(Schadstufen 2-4), 41 % eine schwache Beeinflussung des Kronenzu-
standes (Schadstufe 1) und 43 % keine erkennbare Beeinflussung des
Kronenzustandes (Schadstufe 0) auf (vgl. Abb. 8; Tab. 1 und 3, Anhang).
Der aktuelle Kronenzustand
Allgemeine Situation und regionale Ausprägung
0 20
40
60 80
100
1991
1992
1993
1994
1995
1996
1997
1998
1999
2000
2001
2002
2003
2004
2005
2006
2007
2008
2009
2010
2011
2012
deutlich geschädigt
schwach geschädigt
ungeschädigt
KV (bis 60 Jahre)
KV (alle Alter)
KV (> 60 Jahre)

| 25
Abb. 9: Entwicklung der Mortalität aller Baumarten über 60 Jahre von 1993 bis 2012
Im 21-jährigen Beobachtungszeitraum zeichnen sich mehrere Phasen der
Verbesserung und Verschlechterung des Kronenzustandes ab. Außer-
gewöhnliche Witterungsverläufe (Winter 1995/96, Sommer 2003, Sommer
2006), deren Wirkungen zum Teil durch extreme atmosphärische Stoff-
konzentrationen (z. B. hohe Schwefeldioxidkonzentrationen im Winter
1995/96) verstärkt wurden, führten zu Phasen hoher Stressbelastung. In
den sich anschließenden Erholungsphasen verbesserte sich der Kronen-
zustand jeweils wieder.
Über den gesamten Beobachtungszeitraum unterliegt der Kronenzustand
aller Stichprobenbäume jedoch keiner eindeutigen positiven oder nega-
tiven Tendenz. Erst ein detaillierter Blick auf die verschiedenen Baumarten,
Wuchsgebiete und Baumalter lässt die Dynamik im Kronenzustand der
Bäume in Sachsen erkennen. So zum Beispiel bei der Betrachtung der
älteren Bäume (über 60 Jahre). Diese reagieren gegenüber vitaleren jün-
geren Bäumen deutlich sensitiver auf Umweltfaktoren. Veränderungen
der Stressbelastung zeigen sich deshalb am ehesten bei diesen Bäumen,
die zwischen 1991 und heute einen positiven Trend in der mittleren Kro-
nenverlichtung anzeigen.
Auch die Mortalität und die Entnahme von Bäumen im Rahmen der forst-
wirtschaftlichen Bewirtschaftung geben Hinweise auf die genannten au-
ßergewöhnlichen Situationen. Wenn die Bäume zum Zeitpunkt der Stich-
probe noch im Bestand vorhanden sind oder sich eindeutige Hinweise auf
eine Schadursache (z. B. Wurzelteller) finden, können Ursachen benannt
werden. In der Zeitreihe traten außerplanmäßige Nutzungen bis 1996 vor
allem in Folge von Immissionen, ab 2003 vorwiegend als Insektenbefall
(Borkenkäfer) und 2007 in hoher Zahl nach Stürmen auf. Nach den relativ
feuchten Vegetationsperioden 2010 und 2011 fiel die Mortalitätsrate
dagegen wieder auf ein geringes Niveau.
Darüber hinaus werden Stichprobenbäume im Rahmen der regulären
forstlichen Bewirtschaftung entnommen oder scheiden aus methodischen
Gründen (Sichtbarkeit der Krone, soziale Stellung im Bestand) aus. Streng
systematisch wird in diesen Fällen ein Ersatzbaum ausgewählt. In diesem
Jahr wurden 126 Bäume (über 60 Jahre) aus folgenden Gründen ersetzt:
108 Bäume wurden im Rahmen regulärer forstlicher Eingriffe ent-
nommen.
Neun Bäume erfüllten nicht mehr die Anforderungen an einen Stich-
probenbaum, i. d. R. gehörten sie nicht mehr zur herrschenden Be-
standesschicht. Die Krone war damit von Nachbarbäumen überwach-
sen und somit nicht mehr bonitierbar.
Acht Bäume wurden außerplanmäßig infolge von Insektenbefall und
Sturmschäden aus forstsanitären Gründen entnommen.
Ein Baum war aus unbekannten Gründen nicht mehr vorhanden.
Der Ersatz von Stichprobenbäumen umfasste in diesem Jahr 3,3 % des
Kollektivs und lag damit merklich über der durchschnittlichen Dynamik
der Stichprobe.
8
7
6
5
4
3
2
1
0
Anteil [%]
1993
1994
1995
1996
1997
1998
1999
2000
2001
2002
2003
2004
2005
2006
2007
2008
2009
2010
2011
2012 Jahr
Sonstige
Insekten, Pilze
Sturm, Schnee/Eis, Immissionen
Ersatzquote aller Bäume über 60 Jahre

image
26 |
Regionale Ausprägung des Kronenzustandes
Aussagen zur regionalen Ausprägung des Kronenzustandes erfolgen auf
der Basis der forstlichen Wuchsgebiete (WG). Kleine Wuchsgebiete werden
zu sinnvollen Gruppen zusammengefasst, um zu vergleichbaren statisti-
schen Genauigkeiten zu gelangen. Für die Wuchsgebiete Sachsen-Anhal-
tinische-Löß-Ebenen (WG 23), Leipziger-Sandlöß-Ebene (WG 24) und
Erzgebirgsvorland (WG 26) ist der Stichprobenumfang infolge des gerin-
gen Waldanteiles für eine sinnvolle Auswertung allerdings zu gering. Bei
Wuchsgebieten, die über die Landesfläche Sachsens hinausgehen, bezie-
hen sich die Angaben ausschließlich auf den sächsischen Teil.
Die Ergebnisse der Wuchsgebietsauswertung sind in Abb. 10 sowie Tab. 6
(Anhang) veranschaulicht. Die Diagramme in Abb. 10 zeigen die Entwick-
lungstrends der Schäden in den Wuchsgebieten. Zu berücksichtigen ist,
dass die Ergebnisse für die Wuchsgebiete neben den vorherrschenden
Boden- und Klimatypen vor allem von der dort jeweils vorherrschenden
Baumarten- und Altersklassenverteilung geprägt werden (vgl. Tab. 5,
Anhang).
Im Vergleich zum Vorjahr traten 2012 wieder deutlichere regionale Un-
terschiede im Kronenzustand auf. Bei den Häufigkeiten deutlich geschä-
Abb. 10: Anteil deutlicher Schäden 2012 und Veränderung der mittleren Kronenverlichtung von 1991 bis 2012 in den Wuchsgebieten (WG)
digter Bäume blieb das Tiefland (Mittleres nordostdeutsches Altmoränen-
land / Düben-Niederlausitzer Altmoränenland) mit geringen Anteilen
unverändert. Die östlichen Gebirge (Elbsandsteingebirge / Oberlausitzer
Bergland / Zittauer Gebirge) und das östliche Hügelland (Westlausitzer
Platte und Elbtalzone / Lausitzer Löß-Hügelland) wiesen geringere Anteile
deutlicher Kronenverlichtungen auf. Ein Anstieg von 20 auf 24 % klassi-
fiziert nunmehr das westliche Hügelland als Wuchsgebiet mit dem höch-
sten Anteil von Bäumen mit einem ungünstigen Kronenzustand. Vogtland
(WG 44) und Erzgebirge (WG 45) blieben weitgehend unverändert.
Die regionale Ausprägung des Kronenzustandes unterstreicht die in den
vergangenen 21 Jahren eingetretene Veränderung der Belastungssitua-
tion und gibt die in den Wuchsgebieten vorhandenen Baumartenunter-
schiede wieder.
Die vor allem in den höheren Lagen des Erzgebirges aufgetretenen hohen
Belastungen durch atmosphärische Stoffeinträge nahmen aufgrund der
restriktiven Luftreinhaltepolitik und den anhaltenden Anstrengungen bei
der Sanierung der stark versauerten Waldböden ab. In dem waldreichsten
Wuchsgebiet Sachsens wurden noch bis 1999 überdurchschnittlich
hohe Kronenverlichtungen und/oder Verfärbungen registriert. Auch der
Leipzig
23/24
Chemnitz
26
Dresden
14/15
25
27/28
44
45
46/47/48
25
20
15
10
5
0
1991 bis 2012
[%] Mittlere Kronenverlichtung
Sachsen
Wuchsgebiet
5,1–10
10,1–15
15,1–20
20,1–25
keine Angaben
Anteil deutlich
geschädigter Bäume [%]
WG 14 – Mittleres nordostdeutsches Altmoränenland/
WG 15 – Düben-Niederlausitzer Altmoränenland
WG 23 – Sachsen-Anhaltinische-Löß-Ebenen
WG 24 – Leipziger-Sandlöß-Ebene
WG 25 – Sächsisch-Thüringisches Löß-Hügelland
WG 26 – Erzgebirgsvorland
WG 27 – Westlausitzer Platte und Elbtalzone/
WG 28 – Lausitzer Löß-Hügelland
WG 44 – Vogtland
WG 45 – Erzgebirge
WG 46 – Elbsandsteingebirge/
WG 47 – Oberlausitzer Bergland/
WG 48 – Zittauer Gebirge

| 27
Abb. 11: Schadstufenverteilung und mittlere Kronenverlichtung (KV) der Fichte von 1991 bis 2012 (in %)
in diesem Jahr zu verzeichnende leichte Anstieg um zwei Prozentpunkte
hebt die deutlich sichtbaren Verbesserungen der letzten Jahre nicht auf.
Im ebenfalls fichtendominierten Vogtland und den östlichen Gebirgen
(Elbsandsteingebirge / Oberlausitzer Bergland / Zittauer Gebirge) lagen
die deutlichen Schäden auf vergleichbarem Niveau. Die mittleren Kronen-
verlichtungen stiegen hier nach dem Trockenjahr 2003 spürbar an. Im
Vogtland lagen die vorher unterdurchschnittlichen Werte in den letzten
Jahren im Bereich des sächsischen Durchschnittes. In den östlichen Ge-
birgen wird dieser seither überschritten. In beiden Regionen herrschen
Böden vor, die gegenüber dem Erzgebirge geringere Wasserspeicherka-
pazitäten aufweisen. Dies trägt dazu bei, dass sich hier der zunehmende
Einfluss trocken-warmer Witterungsperioden stärker auswirkt.
Die Kiefer ist die dominierende Baumart im sächsischen Tiefland (WG 14/15)
und den Wuchsgebieten Westlausitzer Platte und Elbtalzone / Lausitzer
Löß-Hügelland (WG 27/28). Diese Baumart besitzt hohe Toleranzen gegen-
über Trockenphasen. Die Kronenverlichtungen lagen 2012 mit wenigen
Ausnahmejahren im Bereich des Landesdurchschnittes oder darunter.
Im von Eichen und anderen Laubbaumarten dominierten Sächsisch-
Thüringischem Löß-Hügelland (WG 25) erreichte die mittlere Kronenver-
lichtung wieder höhere Werte. Die überdurchschnittlichen Kronenverlich-
tungen blieben aber noch unter den Maximalwerten von 1991 und 1999.
Überwiegend bewirkten biotische Einflussfaktoren (Insekten- und Pilzbe-
fall) und Phasen starker Fruktifikation die Blattverluste.
Kronenzustand der Nadelbäume
Nadelbäume dominieren mit einem Anteil von insgesamt 69 % die
Baumartenverteilung der sächsischen Wälder. Mit 35 % ist die Gemeine
Fichte die häufigste Baumart und prägt vor allem in den Mittelgebirgen
das Bild des Waldes. Die Gemeine Kiefer ist mit 30 % Anteil an der Wald-
fläche die zweithäufigste Baumart in Sachsen. Sie tritt vor allem in den
Wäldern des Tief- und Hügellandes prägend auf.
Sonstige Nadelbäume besitzen in Sachsen Waldflächenanteile von 5 %.
Die zu dieser Baumartengruppe zählenden Arten sind hier meist nicht
autochthon und wurden erst im Zuge der Umsetzung spezieller waldbau-
licher Konzepte, wie z. B. der Aufforstung des Erzgebirgskammes nach
dem flächigen Absterben der Fichte in den 1980er Jahren, angepflanzt.
Folglich sind etwa 3/4 der begutachteten sonstigen Nadelbäume jünger
als 40 Jahre, wobei die Europäische Lärche mit etwa 50 % die häufigste
Baumart in dieser Gruppe ist.
Mit Ausnahme der Lärche verbleiben bei diesen Baumarten die Nadeln
mehrere Jahre an den Zweigen, bevor diese sich verfärben, absterben und
abfallen. Dieser natürliche Alterungsprozess vollzieht sich weitgehend
unbemerkt an den inneren Zweigen. In der Folge von Stressbelastungen
werden bevorzugt ältere, photosynthetisch weniger aktive Nadeln abge-
worfen. Im Extremfall können nur noch die im laufenden Jahr gebildeten
Triebe benadelt sein. Während derart hohe Nadelverluste unmittelbar
registriert werden, ist die Regeneration nur schrittweise durch die jähr-
lichen Neuaustriebe möglich. Dies führt dazu, dass der Regenerations-
prozess bei Baumarten mit einer hohen Anzahl von Nadeljahrgängen,
beispielsweise Fichten und Tannenarten, langsamer erfolgt, als bei Kiefern,
die nur drei oder vier Nadeljahrgänge aufweisen.
Fichte
Die aktuelle Waldzustandserhebung weist für die Fichte einen mittleren
Nadelverlust von 16 % auf. In die Gruppe mit deutlichen Nadelverlusten
und/oder Verfärbungen fielen 15 % der Bäume. Ausgehend vom Minimum
der mittleren Kronenverlichtung (14,7 %) im Jahr 2006 und dem vergleich-
bar günstigen Zustand in den letzten beiden Jahren (15,3 bzw. 14,9 %)
wurde wieder das Niveau der Jahre 2003 bis 2005 erreicht. (vgl. Abb. 11).
0 20
40
60 80
100
1991
1992
1993
1994
1995
1996
1997
1998
1999
2000
2001
2002
2003
2004
2005
2006
2007
2008
2009
2010
2011
2012
deutlich geschädigt
schwach geschädigt
ungeschädigt
KV (bis 60 Jahre)
KV (alle Alter)
KV (> 60 Jahre)

image
28 |
Die weit über ihr natürliches Verbreitungsgebiet hinaus angebaute Fichte
tritt auf 61 % der Stichprobenpunkte der Kronenzustandserhebung auf.
Diese reichen von den kühl-feuchten höheren Lagen der Gebirge, die zu-
letzt im Winter 1995/96 unter hohen Immissionen litten, bis in die deut-
lich wärmeren und trockeneren Unteren Berglagen und das Hügelland.
Die positive Entwicklung im Verlauf der Zeitreihe basiert vor allem auf der
kontinuierlichen Verbesserung des Kronenzustandes älterer Fichten, vor
allem in den oberen Lagen der Gebirge. So nahmen die mittleren Nadel-
verluste bei den über 60-jährigen Fichten in den höheren Berglagen von
36,2 % im Jahr 1996 auf nunmehr 18,2 % ab (vgl. Abb. 12). In den Unteren
Berglagen, die 1994 mit 27,6 % ihr Maximum in der Zeitreihe aufweisen,
ist dieser Trend deutlich schwächer.
Während in den 1990er Jahren mit zunehmender Höhenlage auch höhere
Nadelverluste einhergingen, kehrte sich dieses Verhältnis mit einem Wen-
depunkt im Jahrhundertsommer 2003 um. Auch in diesem Jahr weisen
die Fichten in den Unteren und Mittleren Berglagen vergleichsweise höhere
Nadelverluste auf.
Der Behang der Fichten mit Zapfen ist 2012 sehr gering ausgeprägt. Mit
79 % weist der überwiegende Teil der Fichten keine Zapfen auf, an nur
14 % der Fichten wurde ein geringer Zapfenbehang registriert. Lediglich
7 % aller älteren Fichten haben mittleren bis starken Zapfenbehang (vgl.
Tab. 4, Anhang).
Die letzten Borkenkäferjahre waren durch geringe und tendenziell abneh-
mende Stehendbefallsholzmengen gekennzeichnet (siehe Abb. 13). 2011
erreichte die registrierte Befallsholzmenge mit ca. 5.300 Festmetern
Abb. 12: Mittlere Kronenverlichtung (KV) der Fichte von 1992 bis 2012 in Abhängigkeit von der forstlichen Klimastufe
wieder das sehr geringe Niveau der Jahre vor 2003. In Verbindung mit
einem relativ geringen Anfall von Wurf- und Bruchholz im Winter 2011/12
waren günstige Voraussetzungen dafür gegeben, dass der bisherige Be-
fallstrend auch 2012 anhält.
Der warme und trockene Spätsommer und Herbstbeginn 2011 hatte sehr
wahrscheinlich dazu geführt, dass die Überwinterung von Buchdrucker
und Kupferstecher vorrangig als fertig entwickelte Käfer erfolgte. In die-
sem Entwicklungsstadium konnten auch die vielerorts sehr niedrigen
Temperaturen in der Frostperiode im Januar/Februar keine erhöhte Mor-
talität unter den überwinternden Käfer hervorrufen. Ein sachsenweit sehr
deutlicher Witterungsumschwung Ende April von einer kühlen Periode
mit Temperaturen unter dem für den Schwarmflug notwendigen Schwel-
lenwert von 16,5 °C zu einer fast sommerlichen Witterung führte zu einem
landesweit nahezu synchronen Schwarmbeginn des Buchdruckers. Diese
Entwicklung wurde anhand einer sehr intensiven Käferaktivität in Form
hoher Käferfangzahlen in pheromonbeköderten Fallen an vielen Monito-
ringstandorten in der ersten Maiwoche deutlich.
Die überdurchschnittlichen Niederschläge im Juni und Juli trugen zur Er-
höhung der Vitalität und damit Widerstandsfähigkeit der Fichten gegenüber
einem Borkenkäferbefall bei. Dies zeigt sich durch geringe Stehendbefalls-
mengen bis Ende August. Die an einigen Monitoringstandorten im Laufe
der Sommermonate im Vergleich zum Frühjahr weiter angestiegene Kä-
feraktivität ist jedoch ein Indiz dafür, dass sich lokal eine Trendwende in
der Befallsdynamik abzeichnet. In welchem Maße sich das im kommenden
Jahr vollzieht, hängt wesentlich vom weiteren Witterungsverlauf ab.
Chemnitz
Leipzig
Dresden
0
5
10
15
20
25
30
35
40
mittlere Kronenverlichtung [%]
‘92 ‘93 ‘94 ‘95 ‘96 ‘97 ‘98 ‘99 ‘00 ‘01 ‘02 ‘03 ‘04 ‘05 ‘06 ‘07 ‘08 ‘09 ‘10‘11 ‘12 Jahr
Forstliche Klimastufen
Hoch- und Kammlagen
Mittlere Berglagen
Untere Berglagen und Hügelland

| 29
Abb. 13: Durch Buchdrucker zum Teil in Kombination mit Kupferstecher befallene Holzmenge von 1989–2012 (*Angaben für 2012 auflaufender Stand bis Monat September)
Kiefer
Die Schätzungen des Nadelverlustes bei der Kiefer betragen in diesem
Jahr im Mittel 14,1 %. Damit setzt sich der seit 2008 begonnene Verbes-
serungstrend, der lediglich im letzten Jahr (15,3 %) unterbrochen wurde,
weiter fort und erreicht den niedrigsten Wert seit dem Jahr 2000.
Nachdem zu Beginn der 1990er Jahre eine beachtenswerte Verbesserung
des Kronenzustandes mit einer Zunahme der als vollständig benadelt an-
gesehenen Bäume von 31 % (1991) auf 58 % (1996) konstatiert werden
konnte, nahmen die Nadelverluste bis zum Jahr 2007 wieder zu. Nach
einem positiven Trend in den letzten drei Jahren ist der Anteil deutlich
geschädigter Kiefern 2012 mit sieben Prozent auf dem Niveau von 2010
und 2011 geblieben. Eine positive Verschiebung gab es dagegen im Bereich
von schwach geschädigten Kronen (derzeit 46 %) zu ungeschädigten
(derzeit 47 %). Das Gesamtbild des Kronenzustandes der Kiefer ist aller-
dings seit 2009 relativ konstant (vgl. Abb. 14).
Zwar ist auch bei der Kiefer der Kronenzustand zwischen den Altersbe-
reichen differenziert, anders als bei der Baumart Fichte finden die Verän-
derungen im Kronenzustand jedoch in gleichem Maße bei älteren und
jüngeren Kiefern statt. Der Trend der letzten Jahre mit einer gut fruktifi-
zierenden Kiefer setzt sich 2012 in ähnlichem Maß fort. An über der Hälf-
te aller Kiefern wurde geringer und an 24 % wurde kein Zapfenbehang
registriert. Eine mittlere bis starke Anzahl an Zapfen wiesen 23 % der
älteren Bäume auf (vgl. Tab. 4, Anhang).
Abb. 14: Schadstufenverteilung und mittlere Kronenverlichtung (KV) der Kiefer von 1991 bis 2012 (in %)
20.000
40.000
60.000
80.000
100.000
120.000
140.000
0
1989 1990 1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012
Jahr
Befallsholz [m³]
registriert Juni – Dezember im Befallsjahr
registriert Januar – Mai im Folgejahr
0 20
40
60 80
100
1991
1992
1993
1994
1995
1996
1997
1998
1999
2000
2001
2002
2003
2004
2005
2006
2007
2008
2009
2010
2011
2012
deutlich geschädigt
schwach geschädigt
ungeschädigt
KV (bis 60 Jahre)
KV (alle Alter)
KV (> 60 Jahre)

image
image
image
image
image
30 |
Im sächsischen Tiefland traten in den zurücklie-
genden Jahren insbesondere an der Kiefer wie-
derholt Massenvermehrungen forstlich rele-
vanter Schädlinge auf. Deren Populationsdichten
werden deshalb im Rahmen des Forstschutz-
meldewesens kontinuierlich überwacht. Im Rah-
men des speziellen Schaderregermonitorings,
der Winterbodensuche 2011/12, zeichnete sich
vor allem in den nördlichen Teilen der Landkreise
Bautzen und Görlitz ein Anstieg der Populati-
onsdichten von nadelfressenden Kiefernschad-
insekten, insbesondere der Forleule ab.
Die Puppenbelagsdichten dieser Art erreichten
bzw. überschreiten mit Maximalwerten von zwei
Puppen pro Quadratmeter die kritischen Werte.
Auf Grund der daraus abgeleiteten Gefährdung
hinsichtlich des Auftretens bestandesbedro-
hender (Kahl-)Fraßschäden in Kiefernwäldern
durch die folgende Generation im Frühjahr wur-
den weitere Überwachungsmaßnahmen durch-
geführt und Gegenmaßnahmen in Form von
Pflanzenschutzmittelanwendungen vorbereitet.
Insgesamt waren davon 2.700 ha, verteilt auf
mehrere 80 bis 900 ha große Waldgebiete, be-
troffen. Da es sich dabei fast ausschließlich
(2.600 ha) um Privatwald handelte, erfolgten
diese Maßnahmen durch die zuständigen Forst-
behörden der Landkreise und kreisfreien Städte.
Bis Ende April wurden in diesen Gebieten nur
sehr geringe Eidichten der Forleule festgestellt,
so dass keine Gegenmaßnahmen erforderlich
waren.
Abb. 15: Eigelege (frisch abgelegt), Eigelege (Schlupf), Raupe (L5-Stadium), Puppe und Falter der Forleule
(von oben nach unten)

| 31
Sonstige Nadelbäume
Basierend auf den Fangergebnissen in Pheromonfallen deutete sich in den
letzten Jahren ein Populationsanstieg der ebenfalls nadelfressenden
Schmetterlingsart Nonne an. Dieser Trend setzte sich offensichtlich in
diesem Jahr nicht fort. So gingen im Vergleich zu den Vorjahren die Phe-
romonfallenfänge tendenziell zurück und auch auffällige Sichtbeobach-
tungen in der Hauptschwärmzeit waren deutlich seltener.
Die mittlere Kronenverlichtung der sonstigen Nadelbäume fällt mit 15,6
% im Vergleich zu 2011 höher aus. Der im Jahr 2006 begonnene negative
Trend setzt sich nach der Unterbrechung im letzten Jahr (14,8 %) wieder
Abb. 16: Schadstufenverteilung und mittlere Kronenverlichtung (KV) der sonstigen Nadelbäume von 1991 bis 2012 (in %)
Abb. 17: Befallsfläche von Lärchenbeständen durch Lärchenminiermotte von 1989 bis 2012
500
1.000
1.500
2.000
2.500
3.000
3.500
0
1989 1990 1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012
Jahr
Befallsfläche [ha]
Befallsfläche von Lärchenbeständen
fort. Vergleicht man die sonstigen Nadelbäume mit der Fichte (16 %), so
ist der Unterschied minimal. Innerhalb der Klassen gab es jedoch leicht
positive Verschiebungen. Diese werden durch die Abnahme des Anteils
der Bäume mit deutlich negativen Kronenstrukturen von 18 % auf 12 %
als auch der Zunahme des Anteils von Bäumen mit vitaler Kronenstruktur
von 52 % auf 54 % deutlich.
Der in den vergangenen Jahren sehr augenscheinliche Befall von Lärchen-
beständen durch die Lärchenminiermotte ging in diesem Jahr deutlich
zurück (siehe Abb. 17).
0 20
40
60 80
100
1991
1992
1993
1994
1995
1996
1997
1998
1999
2000
2001
2002
2003
2004
2005
2006
2007
2008
2009
2010
2011
2012
deutlich geschädigt
schwach geschädigt
ungeschädigt
KV (alle Alter)

32 |
Kronenzustand der Laubbäume
Laubbaumarten, von denen die Birke die häufigste ist, nehmen lediglich
30 % der Waldfläche ein. Der Flächenanteil der natürlicherweise vorkom-
menden Hauptbaumarten Eiche und Buche beträgt zusammen sogar nur
elf Prozent.
Der jährliche Laubfall bedingt einen gegenüber den Nadelbäumen anders-
artigen Stoffhaushalt. Die daraus resultierende intensivere Photosynthe-
se ermöglicht eine rasche Kompensation der für den Laubaustrieb benö-
tigten Stoffwechselprodukte. Darüber hinaus müssen Laubbäume jedoch
auch genügend Reservestoffe für die Aufrechterhaltung der Lebensfunk-
tionen im Winter bilden. Diese werden in den lebenden Zellen im Holz und
der Rinde gespeichert. In der Regel reicht dieser Vorrat an Reservestoffen
sogar für einen wiederholten Laubaustrieb nach partiellem bis vollstän-
digem Blattverlust durch Insektenfraß oder Frostschäden aus, wird jedoch
auch bei der Fruchtbildung in Anspruch genommen.
Ohne aufwändige biochemische Untersuchungen kann der Vorrat an Spei-
cherstoffen jedoch nicht eingeschätzt werden. Für die Beurteilung des
Kronenzustandes bedeutet dies, dass hohe Blattverluste nicht zwangs-
läufig mit einer verminderten Vitalität gleichgesetzt werden dürfen.
Abb. 18: Schadstufenverteilung und mittlere Kronenverlichtung (KV) der Eiche von 1991 bis 2012 (in %)
Eiche
Ein Blick auf die Anteile der Eichen mit deutlichem Blattverlust und/oder
Verfärbungen zeigt erneut die hohe Varianz in der Belaubung dieser
Baumart, die durch z. T. vom Baum selbst ausgelöste rasche Entlaubung
(Zweigabsprünge) und eine ausgeprägte Regenerationsfähigkeit gekenn-
zeichnet ist. Nachdem der Anteil der Bäume mit einem ungünstigen
Kronenzustand im Jahr 1999 68 % betrug, besserte sich die Situation mit
einigen Schwankungen bis zum Jahr 2006 auf einen Anteil von 29 %. Die
seitdem beobachteten erheblichen jährlichen Schwankungen blieben die-
ses Jahr aus. Der Anteil der deutlich geschädigten Eichen erreicht mit
43 % den gleichen Wert wie im letzten Jahr.
Der mittlere Blattverlust erhöhte sich leicht auf 27,5 %. Als vornehmliche
Ursache für die Belaubungsdefizite kommen Insektenfraß (Frostspanner-
arten, Grüner Eichenwickler, Schwammspinner) und Frostschäden
(Embolien in den Leitgefäßen, Knospenschäden) durch den sehr kalten
Winter in Betracht.
020
40
60 80
100
1991
1992
1993
1994
1995
1996
1997
1998
1999
2000
2001
2002
2003
2004
2005
2006
2007
2008
2009
2010
2011
2012
deutlich geschädigt
schwach geschädigt
ungeschädigt
KV (alle Alter)

image
| 33
Die Fruchtbildung spielt demgegenüber eine untergeordnete Rolle, da 69 %
der untersuchten Eichen keine und nur 20 % eine leichte Fruchtbildung
aufwiesen. Gerade einmal elf Prozent der Eichen tragen deutliche bis starke
Mast. Es kann aber davon ausgegangen werden, dass die Fruktifikation
im Rahmen der Waldzustandserhebung eher unterschätzt wird, weil die
Früchte noch verhältnismäßig klein und schlecht erkennbar sind.
Der sich bereits im Vorjahr abzeichnende Trend einer Zunahme der Fläche
mit Schäden durch die Eichenfraßgesellschaft setzte sich 2012 verstärkt
fort. Die Frostspannerarten, hauptsächlich der Gemeine Frostspanner,
verursachten in diesem Jahr ca. 3.300 ha Befalls- bzw. Fraßfläche (davon
ca. 60 % merklicher und 40 % starker Fraß) in Wäldern aller Eigentums-
arten. Das ist das Maximum für die Jahre ab 1990. Davon waren neben
der Eiche auch andere Laubbaumarten betroffen. Die Fraßschäden durch
Eichenwickler sind mit ca. 1.700 ha merklichem (ca. 74 %) und starkem
(ca. 26 %) Fraß nur geringfügig höher als im Vorjahr und machen nur in
wenigen Beständen den Hauptschadanteil aus. Die aufgetretenen fraß-
bedingten Blattverluste waren regional differenziert verteilt. Besonders
betroffen war der westliche Landesteil, südlich von Leipzig bis zum Erz-
gebirgsvorland (siehe Abb. 19).
Abb. 19: Verteilung der Befallsfläche (Fraß) durch Frostspannerarten 2012 (für alle Waldeigentumsarten nach Landkreisrevieren)
keine Meldung
0
bis 50
ab 50
ab 100
ab 300
Fläche [ha]

image
image
34 |
Diese Blattverluste wurden ab Ende Juni/Anfang
Juli, begünstigt durch die Witterung, durch
Johannistriebbildung regeneriert. Es ist aber
auch wahrscheinlich, dass sich der Verbrauch
an Reservestoffen für den erneuten Austrieb der
Bäume mittel- bis langfristig, auch in Verbin-
dung mit der danach aufgetretenen Trockenheit,
auf die Vitalität der fraßgeschädigten Bestände
auswirkt.
Abb. 20: Bestand im Wermsdorfer Wald mit inhomogenem Fraß durch die Eichenfraßgesellschaft (links)
und Larve des Gemeinen Frostspanners beim Fraß (rechts ).
Abb. 21 a, b: Befallsflächen [ha] durch Eichenwickler (oben) und Frostspanner (unten) 1989 bis 2012
1.000
2.000
3.000
4.000
5.000
6.000
7.000
0
1989 1990 1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012
Jahr
Befallsfläche [ha]
merklich befressen
stark befressen
500
1.000
1.500
2.000
2.500
3.000
3.500
0
1989 1990 1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012
Jahr
Befallsfläche [ha]
merklich befressen
stark befressen

image
image
image
| 35
Ende Juni wurde am nördlichen Stadtrand von Dresden und der angren-
zenden Dresdner Heide ein Auftreten des Eichenprozessionsspinners (EPS)
festgestellt.
Bisher wurden im Landeswald und im Stadtbereich je drei Befallsstellen
lokalisiert. Überprägt von den diesjährigen Fraßschäden durch die Eichen-
fraßgesellschaft war der Befall nur anhand der typischen Gespinste an
den Eichenstämmen erkennbar (siehe Abb. 22). Die Gespinste wurden in
geeigneter Weise umgehend mechanisch entfernt. Die weitere Befallsent-
wicklung wird intensiv beobachtet, um notwendige Maßnahmen im kom-
menden Jahr rechtzeitig vorbereiten zu können. Im Landkreis Nordsachsen
deuten erhöhte Fangzahlen in Pheromonfallen im Rahmen eines speziellen
Monitorings auf einen Anstieg der Populationsdichten im Vergleich zum
Vorjahr hin. Gespinste bzw. Raupen wurden in dieser Region an der Grenze
zu Sachsen-Anhalt jedoch nicht festgestellt.
Abb. 22: Gespinste (rechts oben und unten) und Raupen (links) des Eichen-Prozessionsspinners an einer Eiche in der Dresdner Heide.

36 |
Buche
Mit zunehmendem Alter verschiebt sich bei Bäumen die Relation von
produzierender Biomasse (grüne Blätter) zu Gunsten der verbrauchenden
Biomasse (Holzmasse in Stamm und Zweigen), womit gewisse Vitalitäts-
einbußen und aufwändigere Reaktionsmechanismen verbunden sind.
Die Rotbuche hat im Vergleich zu den anderen Baumarten das höchste
Durchschnittsalter in der Stichprobe. In Verbindung mit den relativ hohen
Bestandesaltern und aufgrund fehlender artspezifischer Anpassungs-
mechanismen reagierte die Buche besonders stark auf das extreme
Trockenjahr 2003. Im darauf folgenden Jahr 2004 erreichte die mittlere
Kronenverlichtung ihr bisheriges Maximum. Seit dieser Zeit setzte eine
Abb. 23: Schadstufenverteilung und mittlere Kronenverlichtung (KV) der Buche von 1991 bis 2012 (in %)
gewisse Erholung ein. In den Jahren 2009 und 2011, in denen fast alle
Buchen intensiv mit Bucheckern behangen waren, stiegen die Blattverluste
jeweils stark an.
In diesem Jahr ist nun wieder eine starke Abnahme der mittleren Blatt-
verluste als auch des Anteils deutlich geschädigter Bäume festzustellen
(vgl. Abb. 23). Die Kronenverlichtung sinkt um fünf Prozent auf 24 % und
der Anteil der Bäume mit ungünstigem Kronenzustand nimmt um 20 %
auf 36 % ab. Als Grund kommt der in diesem Jahr überaus geringe Frucht-
behang in Betracht. Lediglich sechs Prozent der älteren Buchen wiesen
geringen bis mittleren Fruchtbehang auf. An 94 % der Bäume wurden
keine Früchte registriert.
Abb. 24: Fruktifikation der älteren (über 60-jährigen) Buchen von 1991 bis 2012
20
40
60
80
100
120
0
1991
1992
1993
1994
1995
1996
1997
1998
1999
2000
2001
2002
2003
2004
2005
2006
2007
2008
2009
2010
2011
2012
Jahr
[%]
gering
mittel
stark
020
40
60 80
100
1991
1992
1993
1994
1995
1996
1997
1998
1999
2000
2001
2002
2003
2004
2005
2006
2007
2008
2009
2010
2011
2012
deutlich geschädigt
schwach geschädigt
ungeschädigt
KV (alle Alter)

image
| 37
Abb. 25: Schadstufenverteilung und mittlere Kronenverlichtung (KV) der sonstigen Laubbäume von 1991 bis 2012 (in %)
Sonstige Laubbäume
Die Gruppe der Sonstigen Laubbäume wird mit einem Anteil von mehr als
50 % von der Birke dominiert. Daneben treten Spitz- und Bergahorn,
Gemeine Esche, Hainbuche, Winterlinde, Roteiche, Roterle, Eberesche,
Pappel und Aspe in der Stichprobe häufiger auf.
Der Schädigungsgrad der Baumartengruppe weist mit einer relativ hohen
Variabilität über den gesamten Zeitraum eine leicht steigende Tendenz der
mittleren Kronenverlichtung auf.
Seit dem Jahr 2004 sterben zudem überdurchschnittlich viele der son-
stigen Laubbäume ab. Als kurzlebige Baumarten haben die in dieser
Baumartengruppe dominierenden Birken und Aspen ihr physiologisches
Optimum bereits überschritten. So ist es nur allzu natürlich, dass selbst
Bäume mit einer hohen Standortstoleranz mit zunehmendem Alter auf
die sommerlichen Trockenphasen kaum noch reagieren können. Eine Fä-
higkeit, die insbesondere in den von wiederholten Trockenperioden ge-
kennzeichneten Wuchsgebieten im sächsischen Tief- und Hügelland, wo
mehr als drei Viertel der sonstigen Laubbäume stocken, gefragt ist.
Im Vergleich zum Vorjahr stieg der mittlere Blattverlust leicht um
1,1 Prozentpunkte auf 18,7 %. Gleichzeitig bleibt die Gruppe der Bäume
mit leichten Schäden bei 40 %. Die Bäume mit deutlicher Kronenverlich-
tung haben zulasten der Bäume ohne sichtbare Kronenverlichtungen um
drei Prozent zugenommen (vgl. Abb. 25).
Nach der im Herbst 2010/Frühjahr 2011 durchgeführten systematischen
Untersuchung von jungen Eschenbeständen (bis Alter 20 Jahre) hinsicht-
lich des Auftretens der Symptome des Eschentriebsterbens wurden 2012
keine speziellen Erhebungen durchgeführt. Der Kenntnisstand zu dieser
Krankheit hat sich durch die Beobachtung von analogen Absterbeerschei-
nungen an älteren Eschen, der witterungs- sowie standortsabhängigen
Regenerationsfähigkeit geschädigter Bäume und von z. T. erheblichen
individuellen Befallsunterschieden benachbarter Bäume erweitert. Auf-
fällig ist ein zunehmendes Auftreten des Eschenbastkäfers an erkrankten
Abb. 26: Brutbild des Eschenbastkäfers
Bäumen. Der Befall dieses Folgeschädlings führt zum Absterben von den
durch das Eschentriebsterben bereits geschwächten Bäumen (Abb. 26).
Die weitere Entwicklung der Krankheit wird auf mehreren Dauerbeobach-
tungsflächen untersucht. Wirksame Gegenmaßnahmen sind derzeit nicht
bekannt. Auf den Anbau der Esche wird vorerst im Landeswald weitgehend
verzichtet.
Auf Grund des geringen Flächenanteils dieser Baumart wird das Gesamt-
ergebnis der Waldzustandserhebung dabei jedoch kaum beeinflusst.
0 20
40
60 80
100
1991
1992
1993
1994
1995
1996
1997
1998
1999
2000
2001
2002
2003
2004
2005
2006
2007
2008
2009
2010
2011
2012
deutlich geschädigt
schwach geschädigt
ungeschädigt
KV (alle Alter)

image
image
38 |
Abb. 27: Schadsymptome des Eschentriebsterbens an einer jungen Pflanze (links) sowie Kronenverlichtung an Alteschen (rechts)
Die im Frühjahr 2012 festgestellte Fläche mit Fraßschäden durch Kurz-
schwanzmäuse war deutlich geringer als im Vorjahr (siehe Abb. 28).
Erhöhte Mausdichten auf wenigen aber kontinuierlich untersuchten
Monitoringflächen deuten auf einen erneuten Befallsanstieg im kommen-
den Winter hin.
Abb. 28: Schäden durch forstschädliche Kurzschwanzmäuse 1986 bis 2012
200
400
600
800
1.000
1.200
1.400
0
1989 1990 1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012
Jahr
Befallsfläche [ha]
Nageschäden Winter
Nageschäden Sommer
1986 1987 1988

image
| 39
Tabellarische Übersichten
Kronen-
verlichtung [%]
Anteil vergilbter Nadeln/Blätter [%]
0–10
11–25
26–60
61–100
0–10
0
0
1
2
11–25
1
1
2
2
26–60
2
2
3
3
61–99
3
3
3
3
100
4
-
-
-
Tab. 1: Herleitung der kombinierten Schadstufe aus Kronenverlichtung (KV)
und Vergilbung
0 = ohne Schadmerkmale
1 = schwach geschädigt
2 = mittelstark geschädigt
3 = stark geschädigt
deutlich geschädigt
4 = abgestorben
Baumart/
Baumartengruppe
Aktuelle
Verteilung*
Stich-
probe
Altersklasse
bis 20
21-40 41-60
61-80 80-100 >100
Buche
3,4
3
12
1
12
21
11
43
Eiche
7,4
6
0
7
20
17
10
46
Fichte
34,6
42
1
17
20
16
22
24
Kiefer
30,0
31
1
17
30
19
15
18
sonstige Laubbäume
19,1
14
9
23
21
31
9
7
sonstige Nadelbäume
3,6
4
1
55
22
11
5
6
alle Baumarten
(98,1+1,9 Blößen)
100
2
19
23
19
16
21
*BWI²
Tab. 2: Baumarten- und Altersklassenverteilung der Stichprobenbäume im 4x4-km-Raster
(entspricht 284 Stichprobenpunkten bzw. 6.816 Bäumen; Angaben in %)

40 |
Baumart/
Baumartengruppe
Schadstufe
0
1
2
3 und 4
2-4
ohne
Schad merkmale
schwach
geschädigt
mittelstark
geschädigt
stark
geschädigt/
abgestorben
deutlich
geschädigt
Fichte
45
40
14
1
15
bis 60 Jahre
72
23
5
0
5
über 60 Jahre
27
51
20
2
22
Kiefer
47
46
7
0
7
bis 60 Jahre
60
35
5
0
5
über 60 Jahre
34
56
10
0
10
Sonstige Nadelbäume
*1
54
34
5
7
12
Nadelbäume
47
41
11
1
12
Buche
*1
22
42
34
2
36
Eiche
*1
16
41
38
5
43
Sonstige Laubbäume
39
40
19
2
21
Laubbäume
33
37
27
3
30
Alle Baumarten
43
41
15
1
16
bis 60 Jahre
63
30
6
1
7
über 60 Jahre
27
50
22
1
23
*1 keine gesicherte Aussage
Tab. 3: Schadstufenverteilung nach Baumarten/Baumartengruppen (Angaben in %)
Baumart/
Baumartengruppe
Anteil vergilbter
Nadeln/Blätter
Insektenbefall/
Pilzbefall
Blüte bzw. Fruktifikation
alle Alter/über 60 Jahre
11-25 % 26-60 % >60 % gering mittel
stark
gering mittel
stark
Fichte
1
1
0
0/0
0/0
0/0
14/14
6/7
0/0
Kiefer
0
0
0
1/0
1/0
0/0
46/53
16/22
1/1
Sonstige Nadelbäume
0
4
3
3/0
0/1
0/1
12/14
4/2
0/0
Buche
1
2
0
7/1
0/0
0/0
4/5
0/1
0/0
Eiche
1
2
1
33/8
12/0
1/0
19/20
9/10
2/1
Sonstige Laubbäume
0
0
0
16/2
1/0
0/0
20/26
10/15
5/10
Alle Baumarten
1
1
0
5/1
1/0
0/0
25/27
10/12
1/2
Tab. 4: Häufigkeit (%) des Auftretens von Nadel-/Blattvergilbungen nach Intensitäts-
stufen, Insekten- und Pilzbefall nach Intensitätsstufen und Blüte/Fruktifikation nach
Intensitätsstufen

| 41
Wuchsgebiet
Ges.
bis 60
>60
Fichte
Kiefer
Sonstige
Nadel-
bäume
Buche
Eiche
Sonstige
Laub-
bäume
14*
15*
Mittleres nordostdeutsches Altmoränenland
Düben-Niederlausitzer Altmoränenland
29
49
51
3
82
0
0
3
12
23*
24*
Sachsen-Anhaltinische Löß-Ebenen
Leipziger Sandlöß-Ebene
2
33
67
0
0
0
0
29
73
25* Sächsisch-Thüringisches Löß-Hügelland
6
31
69
16
18
4
2
19
41
26* Erzgebirgsvorland
2
68
32
67
1
10
1
14
7
27
28
Westlausitzer Platte und Elbtalzone
Lausitzer Löß-Hügelland
10
54
46
21
31
0
7
16
25
44* Vogtland
5
41
59
69
10
5
2
5
9
45
Erzgebirge
34
41
59
82
2
5
4
1
6
46
47
48
Elbsandsteingebirge
Oberlausitzer Bergland
Zittauer Gebirge
11
44
56
49
19
16
6
1
9
Sachsen
100
45
55
42
31
4
3
6
14
* Wuchsgebiet erstreckt sich über mehrere Bundesländer; betrachtet wird der sächsische Teil
Tab. 5: Baumartenverteilung der Stichprobe in den Wuchsgebieten (Angaben in %)
Schadstufen
Wuchsgebiet
Baumart/Alter
0
1
2 bis 4
14* Mittleres nordostdeutsches Altmoränenland
Alle
37
56
7
15* Düben-Niederlausitzer Altmoränenland
Kiefer
36
58
5
23*
24*
Sachsen-Anhaltinische Löß-Ebenen
Leipziger Sandlöß-Ebene
keine Aussage möglich
25* Sächsisch-Thüringisches Löß-Hügelland
Alle
45
35
20
26* Erzgebirgsvorland
keine Aussage möglich
27
28
Westlausitzer Platte und Elbtalzone
Lausitzer Löß-Hügelland
Alle
39
41
20
44* Vogtland
Alle
54
29
17
Fichte
55
27
19
45 Erzgebirge
Alle
52
30
19
bis 60 Jahre
85
11
4
über 60 Jahre
36
41
23
Fichte
54
30
16
bis 60 Jahre
85
11
4
über 60 Jahre
36
41
23
46
47
48
Elbsandsteingebirge
Oberlausitzer Bergland
Zittauer Gebirge
Alle
28
51
22
Fichte
24
54
22
Sachsen
43
41
16
* Wuchsgebiet erstreckt sich über mehrere Bundesländer; hier sächsischer Teil
Tab. 6: Schadstufenverteilung in den Wuchsgebieten (Angaben in %)

42 |
Glossar
Abiotische Schäden
Schäden, welche durch unbelebte Umweltfaktoren (z. B. Schnee, Sturm,
Sonne) hervorgerufen werden
Altmoräne
Unsortierte Lockergesteinsdecken, welche während der Elster- und der
Saalekaltzeit durch das Gletschereis abgesetzt und in der folgenden Weich-
selkaltzeit durch Erosion und Frostbewegungen stark überformt wurden
Biotische Schäden
Schäden, die durch belebte Umweltfaktoren (z. B. Menschen, Wild, Insek-
ten, Pilze) hervorgerufen werden
Bruchholz
Holz, welches durch den Bruch des Schaftes bzw. des Stammes eines
Baumes, z. B. infolge eines Schadereignisses wie Sturm oder Naßschnee,
angefallen ist
Critical Load
Kritische Belastungsgrenze eines Ökosystems gegenüber Stoffeintrag, bei
deren Überschreitung schädliche Veränderungen auftreten können
Denitrifikation
Reduktion von Nitrat im Boden zu gasförmigen Stickstoffverbindungen
(Lachgas, Stickstoffdioxid) oder molekularen Stickstoff und das anschlie-
ßende Entweichen dieser Moleküle in die Atmosphäre
Deposition
Ablagerung bzw. Absetzen von gelösten, staubförmigen oder gasförmigen
Luftinhaltsstoffen in ein Ökosystem
Emission
Freisetzung bzw. Austrag von gelösten, staubförmigen oder gasförmigen
Stoffen
Feldkapazität
Bodenwassergehalt [Vol. %], der sich ein einem zunächst wassergesät-
tigten Boden nach drei bis vier Tagen einstellt
Flachgründigkeit
Durchwurzelbarkeit eines Bodens von weniger als 30 cm Tiefe
Heide
Ursprünglich „unkultiviertes Land“, „Waldgegend“ bedeutend, steht der
Begriff heute für einen nutzungsbedingten zwerg- und kleinstrauchrei-
chen Landschaftsttyp, der sich jedoch in seiner früheren Bedeutung als
Name vieler Waldgebiete erhalten hat
Immission
Eintrag von gelösten, staubförmigen oder gasförmigen Luftinhaltsstoffen
in ein Ökosystem
Johannistrieb
Zweiter Blattaustrieb innerhalb eines Jahres bis Ende Juni (Johannistag),
der unter bestimmten Witterungsbedingungen bei einigen Laubbäumen
wie Eiche, Buche oder Ahorn vorkommt und insbesondere für die Kom-
pensation von Blattschäden durch Insektenfraß oder Pilzbefall bedeutsam
ist
Klimatische Wasserbilanz
Differenz aus realem Niederschlag und potenzieller Verdunstung, ist sie
negativ, können Wasserdefizite im Boden auftreten, ist sie positiv, kann
Versickerung und Abfluss stattfinden
Kronenverlichtung
Gutachterlich eingeschätzter Nadel- oder Blattverlust eines Baumes in
Prozent, im Vergleich zu einem vollbenadelten bzw. -belaubten Referenz-
baum
Kurzschwanzmäuse
Zur Unterfamilie der Wühler gehörig, die synonym auch als Wühlmäuse
bezeichnet werden und einen Schwanz besitzen, der maximal ¼ der
Körperlänge aufweist, forstlich relevant sind dabei Erd-, Feld-, Rötel- und
Schermaus
Lebensraumtyp
Zusammenfassung bedrohter, besonderer oder typischer natürlicher
Lebensräume, welche auf Grundlage der Richtlinie 92/43/EWG zu erhalten
oder wiederherzustellen sind
Löß
Kaltzeitliches, windverfrachtetes Sedimentlockergestein, welches zur
Familie der Tongesteine gehört
Monitoring
Dauerhafte, systematische Überwachung von Erscheinungen und Abläufen
in der Natur
Natura 2000
Zusammenhängendes europäisches Netz von Schutzgebieten zum Zwecke
des Schutzes von Lebensraumtypen, Arten und deren Habitaten
Nutzbare Feldkapazität
Anteil des Bodenwassers, welches für die Pflanze nutzbar ist, was der
Differenz aus Wasserspeicherkapazität des Bodens, Totwassergehalt und
Feldkapazität entspricht
Phänologischer Garten
Garten mit typischen Zeigerpflanzen zur Beobachtung und zum Vergleich
des exakten Zeitpunktes der im Jahresverlauf auftretenden Entwicklungs-
erscheinungen der Natur, wie z. B. Blattaustrieb, Blüte, Fruchtreife, Blatt-
fall

| 43
Pheromonfallen
Fallen spezieller Bauweise, welche innerartlichen Botenstoffen nachemp-
fundene Locksubstanzen zum Anziehen von Schadinsekten nutzen, be-
kanntestes Beispiel sind sternförmig verbundene Schlitzfallen für Borken-
käfer
Stickstoffimmobilisierung
Aufnahme von, bei der Stickstoffmineralisierung entstandener, Ammoni-
umionen durch Mikroorganismen
Stickstoffmineralisierung
Abbau organischer, stickstoffhaltiger Verbindungen durch heterotrophe
Organismen, z. B. Bakterien und Pilze, zu anorganischen Verbindungen,
insbesondere Ammoniumionen
Totwassergehalt
Anteil des Wassers [Vol. %], das in den Feinporen des Bodens so stark
durch Kapillarkräfte gebunden ist, dass es durch die Pflanze nicht aufge-
nommen werden kann.
Varianz
Streuungsmaß, welches den Umfang eines Datenkollektives mit berück-
sichtigt
Wasserspeicherkapazität
Wassergehalt des maximal wassergesättigten Bodens [Vol. %], der theo-
retisch dem Gesamtporenvolumen des Bodens entspricht
Winterbodensuche
Verfahren, bei dem repräsentative Flächen in Kiefernwäldern systematisch
nach überwinternden Insektenstadien von Forleule, Kiefernspanner, Kie-
fernspinner und Kiefernbuschhornblattwespen abgesucht werden, fest-
gestellte Belagsdichten geben dabei Auskunft über das potenzielle Ge-
fährdungsrisiko durch Insekten in der folgenden Vegetationsperiode
Wuchsgebiet
Gebiet mit ähnlichen Wuchsbedingungen für Pflanzen aufgrund vergleich-
barer geologischer, klimatischer und reliefbedingter Ausgangsbedin-
gungen, es entspricht dem geographischen Naturraum und vereinigt
verschiedene Wuchsbezirke bzw. Großlandschaften miteinander
Wurfholz
Holz, welches durch den Fall eines gesamten Baumes, einschließlich Wurzel,
z. B. infolge eines Schadereignisses wie Sturm oder Wasser, angefallen ist

image
Herausgeber:
Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL)
Postfach 10 05 10, 01076 Dresden
Telefon: +49 351 564-6814
Telefax: +49 351 564-2059
E-Mail: info@smul.sachsen.de
www.smul.sachsen.de
Redaktion:
Staatsbetrieb Sachsenforst
Referat Bodenmonitoring/Standortserkundung/Labor, Referat Waldbau/Waldschutz,
Büro der Geschäftsleitung
Bonnewitzer Straße 34
01796 Pirna, Graupa
Telefon: +49 3501 542-0
Telefax: +49 3501 542-213
E-Mail: poststelle.sbs@smul.sachsen.de
www.sachsenforst.de
Fotos:
Staatsbetrieb Sachsenforst, Abb. 7: K. Stetzka
Gestaltung, Satz:
Blaurock und Nuglisch Agentur für Markenführung, Dresden
Redaktionsschluss:
Oktober 2012
Bezug:
Es können keine gedruckten Exemplare bezogen werden.
Der Waldzustandsbericht kann unter
www.sachsenforst.de
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