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Newsletter Wolf November / 10
1
Lausitzer Wölfe (Stand November 2010)
Im November 2010 sind in der Lausitz sechs Wolfsfamilien (Daubitzer-, Nochtener-,
Milkeler-, Daubaner-, Seenland- und Welzower-Rudel) und zwei Wolfspaare ohne
Welpen (Zschornoer- und Spremberger Wolfspaar) nachgewiesen. Davon leben fünf
Rudel im sächsischen Teil der Lausitz. Ein Rudel (Welzower Rudel) und eines der
welpenlosen Wolfspaare (Zschornoer Wolfspaar) leben im brandenburgischen Teil der
Lausitz, das zweite Paar (Spremberger Wolfspaar) hat sein Territorium sowohl auf
brandenburgischem als auch sächsischem Gebiet.
Insgesamt wurden im Sommer 2010 in den Rudeln 26 Welpen gezählt.
Im Daubitzer Rudel wurden mindestens 3 Welpen über Spuren bestätigt. In den
anderen Rudeln gelang der Welpennachweis mit Fotofallen und Filmaufnahmen. Im
Nochtener Rudel wurden 4 Welpen, im Milkeler Rudel 5 Welpen, im Daubaner Rudel
mind. 5 Welpen und im Seenland-Rudel 3 Welpen nachgewiesen. Das Welzower
Rudel im brandenburgischen Teil der Lausitz zieht 6 Welpen auf.
Östlich von Spremberg, im Grenzbereich zwischen Sachsen und Brandenburg, hat
sich in diesem Jahr ein neues Wolfspaar etabliert (Spremberger Wolfspaar). Hierbei
handelt es sich um den besenderten Rüden „Karl“ (ein Nachkomme aus dem
Nochtener Rudel) und einer unbekannten jungen Wölfin. Das Paar zieht noch keine
Welpen auf. Auch aus dem Territorium des Zschornoer Wolfspaares gibt es keine
Hinweise auf Welpen.
Kontaktbüro Wolfsregion Lausitz
Am Erlichthof 15 . 02956 Rietschen
Tel.: 035772 46762 . Fax: - 46771
E-Mail: kontaktbuero@wolfsregion-lausitz.de
Internet:
www.wolfsregion-lausitz.de
Aktuelles

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Newsletter Wolf November / 10
2
Rüde des Welzower Rudels überfahren
Am 29.10.2010 wurde ein dreibeiniger Wolf auf der B 97
kurz vor Groß Oßnig (südlich von Cottbus/ Südbranden-
burg) überfahren. Bei dem toten Wolf handelt es sich
vermutlich um den Rüden des Welzower Rudels.
Im Jahr 2007 wurde der Wolf, im Alter von mindestens
einem Jahr, erstmals vom Wildbiologischen Büro
LUPUS im Gebiet des Daubitzer Rudels gefährtet und
später auch gefilmt. Dort konnte er bis April 2008 nach-
gewiesen werden. Im August 2009 wurde ein dreibein-
iger Wolf zusammen mit sechs Welpen im Gebiet
des Welzower-Rudels durch Sebastian Koerner gefilmt,
wobei es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um denselben
Wolf handelte.
Besenderte Wölfe
Im Frühjahr 2009 und 2010 wurden im Rahmen der BfN Studie „Pilotprojekt zur
Abwanderung und zur Ausbreitung von Wölfen in Deutschland“ durch das
Wildbiologische LUPUS jeweils drei Wölfe mit GPS-Halsbandsendern versehen. Von
den drei im Jahr 2009 besenderten männlichen Wölfen halten sich noch zwei in der
Lausitz auf. Das ist der Altwolf des Milkeler Rudels (Rolf), dessen GPS-Sender im
Januar 2010 ausfiel und der in diesem Jahr fünf Welpen aufzieht, sowie Jungwolf
„Karl“. Karl wurde 2008 im Nochtener Rudel geboren. Im Herbst und Winter 2009 /
2010 begann er das Wolfsgebiet großräumig zu durchstreifen, kehrte jedoch immer
wieder in sein Elternterritorium zurück. Im März / April 2010 besetzte er schließlich ein
eigenes Revier östlich von Spremberg. Dort lebt er zusammen mit einer jungen Wölfin.
Sein Bruder Alan, der ebenfalls aus dem Nochtener Rudel stammt und im März 2009
besendert wurde, ist bis in das Grenzgebiet zwischen Litauen und Weißrussland
abgewandert. Im Oktober 2009 fiel sein Sender aus.
Die drei im Jahr 2010 besenderten Wölfinnen, das sind eine Jährlingsfähe aus dem
Seenland-Rudel (Mona), eine Jährlingsfähe aus dem Nochtener Rudel (Lisa) sowie
deren Mutter (Nochtener Wölfin), halten sich nach wie vor in der Lausitz auf.
Die bereits neun oder zehn Jahre alte Nochtener Wölfin zog dieses Jahr zum sechsten
Mal Welpen auf. Nachdem die Fähe 2005 zum ersten Mal gefilmt wurde, erhielt sie
von den Forschern den Namen „Einauge“. Der Wölfin fehlt seit einer Verletzung das
rechte Auge und sie humpelt. Vier Jungtiere konnten dieses Jahr in der Nochtener
Wolfsfamilie bestätigt werden. Die Lokationen ihrer Tochter Lisa verrieten, dass auch
sie sich häufig am Rendezvous-Platz bei den diesjährigen Welpen aufhielt.
Auch Mona, die Jährlingsfähe aus dem Seenland-Rudel, hält sich noch immer in ihrem
Elternterritorium auf. Ihre Mutter, die Seenland-Wölfin, ist die ehemalige Neustädter
Wölfin und inzwischen ebenfalls neun oder zehn Jahre alt.
Die Nochtener Wölfin „Einauge“ im Sommer 2010, © LUPUS.
Der Welzower Rüde im Juni
2010, © LUPUS.

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Newsletter Wolf November / 10
3
Aktuelle Wolfsnachweise außerhalb der Lausitz
Sachsen:
In der Region Dahlener Heide bei Belgern im Landkreis Nordsachsen gibt es einen
bestätigten Wolfshinweis in Form eines Losungsfundes. Die Losung stammt mit hoher
Wahrscheinlichkeit
von
einem
Wolf.
Über
das
Monitoring
wird
versucht
herauszufinden, ob es weitere Wolfshinweise/ -nachweise in der Region gibt.
Brandenburg:
Nach
Auskunft
des
Landesumweltamtes
für
Umwelt,
Gesundheit
und
Verbraucherschutz Brandenburg (LUGV) sind aktuell außerhalb der Lausitz in vier
Gebieten
Wolfsnachweise
bekannt.
Im
Bereich
des
ehemaligen
Truppenübungsplatzes Lieberose werden seit Dezember 2009 zwei Wölfe mehrfach
über Fotofallen bestätigt. Auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Jüterbog südlich
von Berlin konnte ein Wolfspaar bestätigt werden. Nordwestlich davon, auf dem
ehemaligen Truppenübungsplatz Lenin, wurden ebenfalls zwei Wölfe nachgewiesen.
Im Norden Brandenburgs an der Grenze zu Mecklenburg Vorpommern in der Kyritz-
Ruppiner Heide, gibt es Nachweise von einem einzelnen Wolf.
Reproduktion konnte bisher in keinem dieser Gebiete bestätigt werden.
Ansprechpartner zum Thema Wolf in Brandenburg ist Steffen Butzeck vom LUGV:
Steffen.Butzeck@LUGV.Brandenburg.de
Tel: 0355 4991 1343
Mobil: 0174 1790316
Mecklenburg-Vorpommern:
Seit mindestens zwei Jahren ist sowohl in der Ueckermünder Heide, ganz im Osten,
als auch in der Lübtheener Heide im Westen des Landes, jeweils ein einzelner Wolf
nachgewiesen. Aus beiden Gebieten liegen Fotofallennachweise vor. Der Wolf in der
Kyritz-Ruppiner Heide in Brandenburg scheint Mecklenburg nur selten einen Besuch
abzustatten. Ansprechpartner zum Thema Wolf in Mecklenburg Vorpommern sind
Kristin
Zscheile
vom
Landesamt
für
Umwelt
Naturschutz
und
Geologie:
kristin.zscheile@lung.mv-regierung.de
Tel. 03843-777 215
und Norman Stier von der TU Dresden - Forstzoologie, AG Wildtierforschung:
stier@forst.tu-dresden.de
Tel: 035203 3831-371
Mobil: 0171 4859789
Sachsen-Anhalt:
Im Grenzgebiet zwischen Sachsen-Anhalt und Brandenburg lebt ein Wolfsrudel mit
acht Welpen. Der Vater der Welpen wanderte im Herbst 2009 zu und verpaarte sich
mit der Wölfin, nachdem im Juni 2009 der ursprünglicher Rüde ca. 10 km Luftlinie vom
Territoriumszentrum bei Tuchheim illegal von einem Jäger getötet wurde.
In der Annaburger Heide, an der Grenze zu Brandenburg und Sachsen, ist ein
einzelner Wolf über Losungs-, Spurenfunde und ein Foto bestätigt worden.
Ansprechpartner zum Thema Wolf in Sachsen-Anhalt ist Andreas Berbig von der
Referenzstelle Wolf (Landesverwaltungsamt):
andreas.berbig@lvwa.sachsen-anhalt.de
Tel: 039321-51832
Mobil: 0173-8221752

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Newsletter Wolf November / 10
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Drei von den acht Welpen des Wolfsrudels bei Altengrabow / Sachsen-Anhalt im
August 2010, © Sebastian Koerner.
Hessen / Nordrhein-Westphalen / Niedersachsen:
Im Dreiländereck Hessen / Nordrhein-Westphalen / Niedersachsen im Großraum des
Reinhardswaldes hält sich seit mindestens zwei Jahren ein einzelner Wolf auf. Die
genetische Untersuchung von Kot- und Haarproben, die das Senckenberg-Institut in
Gelnhausen im Auftrag der zuständigen Behörden vornahm, ergab, dass es sich um
einen männlichen Wolf handelt der aus dem Lausitzer oder westpolnischen
Wolfvorkommen stammt.
Bayern:
Im Bereich Bayrischzell in Oberbayern ist ein Wolf durch Speichelproben an
Nutztierrissen bestätigt worden. Die genetische Analyse der Speichelproben ergab,
dass es sich um einen Rüden handelt, der vermutlich aus dem südlichen Alpenraum
zugewandert ist.
Ansprechpartner zum Thema Wolf in Bayern ist Manfred Wölfl vom Bayerischen
Landesamt für Umwelt:
manfred.woelfl@lfu.bayern.de
Tel: 0899214 2585

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Newsletter Wolf November / 10
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Newsletter Wolf November / 10
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Managementplan für den Wolf in Sachsen
Seitdem im Jahr 2000, nach langer Abwesenheit, erstmals wieder wildlebende Wölfe
in Deutschland, genauer der sächsischen Lausitz, Nachwuchs aufzogen, entwickelt
sich in Sachsen langsam aber stetig ein Wolfsvorkommen. Die Rückkehr dieses
streng geschützten Großraubtieres wird vom Freistaat Sachsen begrüßt, stellt aber
zugleich eine große Herausforderung dar, insbesondere was die Förderung eines
weitestgehend konfliktfreien Nebeneinanders von Mensch und Wolf betrifft.
Vor diesem Hintergrund erarbeitete das Sächsische Staatsministerium für Umwelt
und Landwirtschaft (SMUL) vor eineinhalb Jahren einen „Managementplan für den
Wolf in Sachsen“, der am 27.05.2009 der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Der
Managementplan entstand in einem partizipativen Prozess während vier Beratungen
mit circa 60 Vertretern von Vereinen und Verbänden aus Landwirtschaft, Naturschutz
und Jagd sowie Kommunalpolitik, Wissenschaft und Behörden. Erstmals waren alle
betroffenen Interessengruppen zum Austausch von teilweise sehr konträren
Meinungen an einem Tisch vereint. Ziel dieses Prozesses war es, ein auf möglichst
breitem Konsens basierendes Grundsatzpapier mit allgemeinverbindlichen Leitlinien
zur Minimierung möglicher Konflikte zu erarbeiten, um allen Beteiligten den Umgang
mit der wieder in Sachsen heimisch gewordenen Tierart Wolf zu erleichtern. Die
Tatsache, dass neben einer Ablehnung und vier Zustimmungen unter Vorbehalt alle
übrigen Beteiligten der Verabschiedung des Managementplanes am 11.05.09
zustimmten, verdeutlicht, dass zwar nicht alle Mitwirkenden mit dem Endergebnis
völlig zufrieden waren, zeigt aber auch, dass ein gangbarer Kompromiss gefunden
worden ist. Als sehr positiv wurde die Streitkultur während der vier Beratungen
bewertet. Trotz teilweise sehr unterschiedlicher Auffassungen zur Reetablierung der
Wölfe in Sachsen, konnte die Diskussion auf sachlicher Basis geführt werden.
Die Herausgabe des Managementplanes markiert nicht etwa den Abschluss der
Diskussion
über
den
Umgang
mit
Wölfen
in
Sachsen,
sondern
der
Diskussionsprozess
wird
unter
Berücksichtigung
neuer
Situationen
oder
Erkenntnisse in verschiedenen Gremien wie dem Plenum, Fachbeirat und
Arbeitsgruppen fortgesetzt.
Ziel
Ziel des sächsischen Wolfsmanagements ist es, das nationale und europarechtliche
Schutzanliegen
zur
Erhaltung
bzw.
Wiederherstellung
lebensfähiger
Wolfspopulationen als integralen Teil der europäischen Landschaft, in Einklang mit
der hiesigen Bevölkerung und insbesondere den betroffenen Interessensgruppen, zu
realisieren. Der Managementplan selbst soll Handlungsleitfaden für alle betroffenen
Gruppen, vor allem aber für behördliches Handeln sein.
Inhalt
Der Managementplan enthält für alle Beteiligten klare Handlungsgrundlagen und -
anleitungen zu Schutz und Erforschung des Wolfsvorkommens in Sachsen sowie zur
Reduzierung von Konflikten. Er bildet die Handlungsgrundlage für die Beteiligten von
der ersten Bewertung von Hinweisen auf die Anwesenheit von Wölfen über
Öffentlichkeitsarbeit, die Beratung von Nutztierhaltern, die Begutachtung und
Regulierung von Schäden, die durch Wölfe verursacht werden, bis hin zu
Regelungen für den Umgang mit gegebenenfalls verhaltensauffälligen Wölfen. Als
Info

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Newsletter Wolf November / 10
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Konfliktpotentiale werden unter anderem die Themenfelder Nutztierhaltung, Jagd,
auffällige
Wölfe
und
Hybriden
benannt.
Hierzu
sind
Maßnahmen
zur
Schadensbegrenzung und Konfliktbewältigung erarbeitet worden.
Akteure und Zuständigkeiten
Durch die im August 2008 in Sachsen in Kraft getretene Landkreis- und
Strukturreform sind viele staatlichen Aufgaben im Bereich Natur- und Artenschutz auf
die Landkreise übergegangen, so auch die nötigen Maßnahmen im Zusammenhang
mit dem Wolfsmanagement. Die Koordinierung des Managements der streng
geschützten Tierart Wolf obliegt jedoch nach wie vor dem Sächsischen
Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL).
Die
Landratsämter und
kreisfreien
Städte
sichern
die
Realisierung
des
Wolfsmanagements durch ihre geschulten Mitarbeiter in den Kreisgebieten ab. Sie
sind unter anderem für die Aufnahme von Hinweisen zu Wölfen aus der Bevölkerung,
die Begutachtung von durch Wölfe getötete Nutztiere und die Öffentlichkeitsarbeit
zum Wolf zuständig. Dabei arbeiten sie mit der Kernkompetenz in Sachen Wolf (dem
Senckenberg Museum Görlitz, dem
Wildbiologischen Büro LUPUS, dem
Wolfsbeauftragten des Landes sowie dem Kontaktbüro „Wolfsregion Lausitz“)
zusammen.
Abbildung 1: Struktur des Wolfsmanagements in Sachsen
(SMUL= Sächsisches Ministerium für Umwelt und Landwirtschaft; LRA= Landratsamt; NMG= Senckenberg Museum für
Naturkunde Görlitz; LUPUS= Wildbiologisches Büro LUPUS; LfULG= Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie;
SBS= Staatsbetrieb Sachsenforst; Wolfsbeauftragter= A. Klingenberger; LD= Landesdirektion)

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Newsletter Wolf November / 10
8
Der Managementplan steht als PDF zum Download auf der Internetseite
www.wolfsregion-lausitz.de
unter dem Link „Infomaterial“ zur Verfügung.
Die Druckschrift kann kostenlos bezogen werden bei:
Zentraler Broschürenversand der sächsischen Staatsregierung
Hammerweg 30
01127 Dresden
Tel. 0351 / 2103672
Fax 0351 / 2103681
Email:
publikationen@sachsen.de
www.publikationen.sachsen.de
Das Kontaktbüro Wolfsregion Lausitz
Das „Kontaktbüro Wolfsregion Lausitz“ mit Sitz in Rietschen ist seit sechs Jahren die
zentrale Einrichtung für Öffentlichkeitsarbeit zum Thema Wolf in Sachsen. Seither
sind Veränderungen der Trägerschaft, Förderung, personellen Ausstattung,
strukturellen Einbindung und Zielstellung erfolgt, über die im Nachfolgenden
informiert wird.
Trägerschaft und Finanzierung
Das Kontaktbüro „Wolfsregion Lausitz“ wurde im September 2004 vom
Niederschlesischen Oberlausitzkreis und dem Sächsischen Staatsministerium für
Umwelt und Landwirtschaft eingerichtet. Träger des Kontaktbüros wurde der
Zweckverband „Naturschutzregion Neiße“ mit dessen Vorsitzendem Landrat Bernd
Lange. Die Finanzierung der mit einer Personalstelle ausgestatteten Einrichtung
Entgegennahme von Wolfshinweisen (Sichtungen, Spuren, Kot,…)
Landratsamt des betreffenden Landkreises oder
Wildbiologisches Büro LUPUS
Tel. 035727 / 57762
Frau Kluth / Frau Reinhardt
E-Mail:
gesakluth@online.de
Dorfstraße 16
E-Mail:
ilkareinhardt@online.de
02979 Spreewitz
Öffentlichkeitsarbeit
Auskünfte zum Thema Wolf, Herdenschutz, Vortragsterminen:
Kontaktbüro „Wolfsregion Lausitz“
Tel. 035772 / 46762
Am Erlichthof 15
Fax: 035772 / 46771
02956 Rietschen
E-Mail:
kontaktbuero@wolfsregion-lausitz.de
Auskünfte zu Mindeststandards bei der Nutztierhaltung und deren Fördermöglichkeiten:
André Klingenberger
Staatsbetrieb Sachsenforst
Tel. 035932 / 36531
Biosphärenreservat Oberlausitzer
Mobil: 0172 / 3757602
Heide- und Teichlandschaft
E-Mail:
andre.klingenberger@smul.sachsen.de
Dorfstraße 29
02694 Guttau OT Wartha

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Newsletter Wolf November / 10
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erfolgte zu 100 % über Fördermittel nach der „Richtlinie für die Förderung von
Initiativen zur Entwicklung der Land- und Forstwirtschaft sowie des Umwelt und
Naturschutzes, der Ernährungsberatung, -erziehung und Verbraucheraufklärung im
Freistaat Sachsen“.
Am 10.10.2006 beschloss der Kreistag des Niederschlesischen Oberlausitzkreises
die Trägerschaft des Landkreises für das Kontaktbüro „Wolfsregion Lausitz“ zu
übernehmen. Das Kontaktbüro wurde daraufhin an die Verwaltung der Unteren
Naturschutzbehörde angebunden. In Folge der Kreisreform ist seit dem 01.08.2008
die Trägerschaft auf den Landkreis Görlitz übergegangen.
Seit dem 01.01.2010 wird die Einrichtung über Fördermittel gemäß der Richtlinie
„Natürliches Erbe“ und Direktmitteln des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt
und Landwirtschaft finanziert.
Die Gesamtkosten betrugen in den Jahren 2005 bis 2009 rund 50.000 Euro / Jahr.
Personelle Ausstattung
Mit der Leitung des Kontaktbüros ist seit dessen Eröffnung die Diplomforstwirtin Jana
Endel (ehemals Schellenberg) beauftragt. Zudem wurden von 2004 bis 2009 drei
Honorarkräfte mit der Durchführung von Vortrags- und Exkursionsveranstaltungen,
die über die Kontaktbüroleiterin nicht selbst abgedeckt werden konnten, beschäftigt.
Seit 2010 ist nur noch eine Honorarkraft für das Kontaktbüro tätig. Die
Einschränkung basiert auf der Einbeziehung von geschulten Landkreis-Mitarbeitern
in die Öffentlichkeitsarbeit.
Seit dem 05.07.10 wird das Kontaktbüro durch eine halbe Stelle, welche von der
Diplombiologin Vanessa Ludwig besetzt ist, personell verstärkt.
Rolle im Sächsischen Wolfsmanagement
Das Kontaktbüro „Wolfsregion Lausitz" ist für die Öffentlichkeitsarbeit zum Thema
Wolf
zuständig.
Dieser
Aufgabe
kommt
im
Rahmen
des
Sächsischen
Wolfsmanagements eine zentrale Stellung zu. Es ist vom SMUL beauftragt alle
aktuellen Informationen über das Thema Wolf zu bündeln und der Öffentlichkeit in
geeigneter Weise zugänglich zu machen bzw. aktiv bekannt zu geben. Dafür steht
das Kontaktbüro im engen Austausch mit dem für die Wolfsforschung zuständigen
Einrichtungen (Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz, Wildbiologisches Büro
LUPUS), sowie mit dem Wolfsbeauftragten des Landes.
Seitdem die Landkreise und kreisfreien Städte per Erlass des SMUL zur Realisierung
des Wolfsmanagements durch ihre geschulten Mitarbeiter in den Kreisgebieten
angehalten sind, leitet das Kontaktbüro die Landratsämter in Fragen der
Öffentlichkeitsarbeit an und unterstützt sie dabei.
Schwerpunkte der Öffentlichkeitsarbeit des Kontaktbüros
Seit Einrichtung des Kontaktbüros werden hier regelmäßig interessierte Besucher
empfangen und zahlreiche Anfragen von Bürgern werden per Telefon, Post und E-
Mail beantwortet. Sichtungen und sonstige Hinweise auf Wölfe werden
aufgenommen und an das Wildbiologische Büro LUPUS weitergeleitet. Von
regionalen und überregionalen Medien wird das Kontaktbüro als Informationsstelle
für Interviews in Tageszeitungen, Magazinen, Fernseh- und Radiosendern
kontaktiert.
Darüber hinaus werden zu aktuellen Themen Presseinformationen an die Medien
herausgegeben. Die Medienberichte werden (soweit erhältlich) im Kontaktbüro
archiviert.

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Newsletter Wolf November / 10
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Von 2004 bis 2009 fanden 902 zielgruppenorientierte Wolfvorträge für mehr als
24.300 Personen statt. Die Anzahl der durchgeführten Informationsveranstaltungen
stieg jährlich an (Abb. 2).
In den Jahren 2009 und 2010 fiel
jeweils die Hälfte der Vorträge in
den
Umweltbildungsbereich,
an
denen
u.a.
Vorschul-
und
Schulkinder
sowie
Studenten
teilnahmen.
Rund ein Drittel der Vorträge wurden
für
interessierte
Bürger
und
Touristen gehalten. Für Interessierte
aus den Bereichen Forst, Jagd und
Landwirtschaft wurden 8 % der
Vorträge im Jahr 2009 und 4 % im
Jahr 2010 gehalten. An 7% der
Vorträge
nahmen
sonstige
thematisch
berührte
Interessens-
gruppen teil (z.B. Naturschutz, Bundeswehr, Tagebau) (Abb. 3 und 4).
Die Vortragspräsentationen werden ständig inhaltlich an neue Situationen und
Erkenntnisse angepasst.
Bei einigen Terminen findet im Anschluss an den Vortrag eine Spurenexkursion statt.
Bei den Exkursionen erhalten die Teilnehmer vor allem umfassende Einblicke in den
Lebensraum der Wölfe sowie praktische Informationen zur Erkennung und
Dokumentation von Wolfsspuren (Fährten, Losung).
Umweltbildungsveranstaltungen stellen mit ca. 50 % den größten Anteil der
Veranstaltungen dar. Im Jahr 2009 bzw. 2010 (Stand 31.10.2010) wurden 122 bzw.
118 Umweltbildungsveranstaltungen durchgeführt. Diese beinhalten altersklassen-
gerechte Vorträge, Spiele und Exkursionen. Die Erzieher, Lehrer und Pädagogen
werden
zudem
durch
die
Bereitstellung
von
Arbeitsblättern,
Vorlagen,
Ausstellungstafeln und Anschauungsstücke unterstützt. Mit einigen Schulen und
Kindertageseinrichtungen aus der Region hat sich eine ständige Zusammenarbeit
etabliert – so finden z.B.
im Gymnasium Weißwasser, Gymnasium Bühlau,
Waldschulheim Stannewisch, Schullandheim Reichwalde, Weißeritzgymnasium
Freital, Station Junger Naturforscher und Techniker Weißwasser, und im
Kindererholungszentrum Weißwasser regelmäßig Wolfsprojekttage statt.
Abbildung 2: Anzahl der Vorträge in den Jahren
2004 bis 2009.
Abbildung 3: Zielgruppen der Vorträge 2009
Abbildung 4: Zielgruppen der Vorträge 2010

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Newsletter Wolf November / 10
11
In
Zusammenarbeit
mit
dem
Landau
Gymnasium
Weißwasser
wurden
Arbeitsmaterialien für den fächerverbindenden Unterricht der Klasse 5 entwickelt.
Am 15.12.05, 05.07.2007 und 22.04.10 wurden Lehrer in Fortbildungs-
veranstaltungen
zum
Thema
Wolf
innerhalb
des
staatlichen
Lehrerfortbildungsprogramms der Sächsischen Bildungsagentur geschult.
Seit 2004 betreut und finanziert das Kontaktbüro das Umweltbildungsprojekt „Der
Wolf und sein Lebensraum Wald“. Das Projekt findet in verschiedenen
Kindertageseinrichtungen
im
Wolfsgebiet
statt.
Dabei
vermittelt
eine
Umweltpädagogin kindgerecht Erkenntnisse über die heimische Tier- und
Pflanzenwelt, insbesondere über die Lebensweise des Wolfes und seine Bedeutung
für die Natur.
Im Sommer 2005 fand erstmals der Wolfstag im Erlichthof Rietschen statt. Das
Programm der ganztägigen Veranstaltung beinhaltet sowohl Fachvorträge für
besonders Interessierte als auch Präsentationen, Aktionen und Filmvorführungen für
Familien mit Kindern. Weitere Wolfstage folgten in den Jahren 2006, 2007 und 2009.
An den Wolfstagen nahmen jeweils mehrere hundert Besucher teil. Der nächste
Wolfstag findet am 23.07.2011 statt.
In den Jahren 2005-2009 wurden an 59 Terminen Informationsstände zum Thema
Wolf im Rahmen von öffentlichen Veranstaltungen (z.B. Messen, Tag der offenen
Tür,
Volksfesten,
etc.)
aufgebaut
und
betreut.
Mit
Anschauungs-
und
Informationsmaterial wurden dabei tausenden Besuchern aktuelle Erkenntnisse aus
der Wolfsforschung vermittelt.
Zu den vom Kontaktbüro herausgegeben Informationsmaterialien zählt das vom
Wildbiologischen Büro LUPUS erstellte Faltblatt „Wölfe vor unserer Haustür“, die
Broschüre „Mit Wölfen leben“ von (Kluth, G., Reinhardt, I. & S. Koerner 2009) und die
Broschüre „Wölfe und Jagd in der Oberlausitz“ von U. Wotschikowski, die
gemeinsam mit dem Freundeskreis freilebender Wölfe e.V. herausgegeben wurde.
Zudem wurde inhaltliche Zuarbeit für die SMUL Broschüre „Wölfe“ und für das
Begleitheft zur Wolfsausstellung im Erlichthof in Rietschen „Wölfe in der Lausitz“
geleistet.
Als zentrale Informationsquelle zum Thema „Wölfe in Sachsen“ betreibt das
Kontaktbüro die Internetseite
www.wolfsregion-lausitz.de
.
Im Jahr 2006 und 2007 wurde vom Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz und
dem Kontaktbüro „Wolfsregion Lausitz“ eine multimediale Wolfsausstellung in
Rietschen erstellt. Die Finanzierung der Ausstellung erfolgte über Interreg III A-
Förderung sowie NABU-Spenden. Seit der Eröffnung im Oktober 2007 wird die
Ausstellung vom Kontaktbüro betrieben. Sie wird als Veranstaltungsraum für
Vorträge genutzt und ist ein Anziehungspunkt für Bürger und Touristen.
Hintergründe zum Konfliktfeld Wölfe und Rinder
Anfang Mai 2010 wurde in Süd-Brandenburg im Revier des Welzower Wolfsrudels
ein neugeborenes Kalb außerhalb der Koppel tot aufgefunden. Laut Landeslabor
Berlin Brandenburg ergab die Sektion, dass Wölfe als Verursacher nicht
ausgeschlossen werden können.
Thema

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Newsletter Wolf November / 10
12
Dies war der erste Schadensfall an Rindern in der Lausitz seit der Rückkehr der
Wölfe im Jahr 2000. Die Meldung löste auch bei sächsischen Rinderhaltern
erhebliche Sorge aus.
In Sachsen ist seit dem 10-jährigen Vorkommen von Wölfen bislang noch kein
Schaden an Rinderherden durch Wölfe vorgekommen. Auch nach Erfahrungen aus
anderen Wolfsgebieten in Europa, vor allem Ländern, in denen Nutztiere nicht zur
Hauptbeute zählen, sind Verluste an Rindern selten. Erwachsene Rinder sind von
Natur aus recht wehrhaft und haben oft ein ausgeprägtes Herdenverhalten. Jungtiere
sind dagegen eine vergleichsweise leichte Beute. Aus Frankreich, Nord-Italien, der
Schweiz und Schweden ist bekannt, dass wenn es zu Angriffen auf Rinder kommt, in
erster Linie junge Kälber betroffen sind.
Kälber, die sich in der Herde befinden, sind in der Regel durch die Wehrhaftigkeit der
erwachsenen Rinder gut geschützt. Übergriffe geschehen meist nur, wenn sich das
Kalb aus der Koppel entfernt und somit nicht mehr durch die Mutterkuhherde
geschützt ist. Rinderkoppeln sollten daher so aufgebaut sein, dass Kälber die
Umzäunung nicht verlassen können.
Erwachsene Rinder sind in der Regel nur dann gefährdet, wenn sie in ihrer
Wehrhaftigkeit eingeschränkt sind. In Polen wurden von 2000 bis 2004 jährlich ca.
150 Rinder, die über Nacht auf einer Weide angebunden waren, von Wölfen getötet
(S. Nowak, pers. Mittlg.). Übergriffe auf Rinder, die sich in der Herde befinden und
frei in der Koppel bewegen können, sind auch hier ungewöhnlich.
Aufgrund der Seltenheit von Wolfsübergriffen auf Rinder gibt es anders als für
Schafe und Ziegen in keinem West- und Mitteleuropäischen Land spezielle
Schutzmaßnahmen, die vorbeugend für Rinderherden eingesetzt werden. In
Frankreich und der Schweiz wurde allerdings damit begonnen, Herdenschutzhunde
auf Rinder zu prägen, um diese in Rinderherden einsetzen zu können.
Fazit
Entsprechend den internationalen Erfahrungen und vor dem Hintergrund, dass die
natürliche Beute, das Schalenwild, in Deutschland vielerorts in hohen Dichten
vorkommt, ist zu erwarten, dass Übergriffe von Wölfen auf Rinder auch zukünftig im
Vergleich zu Übergriffen auf Schafe und Ziegen seltene Ereignisse sein werden. Sie
sind aber nicht ausgeschlossen.
Um Übergriffen von Wölfen vorzubeugen, sollten Nutztiere generell nicht über Nacht
auf der Weide angepflockt werden. Dies gilt nicht nur für Schafe und Ziegen, sondern
auch für Rinder.
Kälber, die jünger als sechs Monate sind, sollten nicht alleine, sondern zusammen
mit erwachsenen Rindern auf der Weide gehalten werden. Die Koppel sollte so
beschaffen sein, dass die Tiere innerhalb der Einzäunung bleiben, also ein
Durchschlüpfen der Kälber durch den Zaun verhindert wird.
(Quellen: Wildbiologisches Büro LUPUS; Ilka Reinhardt, Jörg Rauer, Gesa Kluth, Petra
Kaczensky, Felix Knauer & Ulrich Wotschikowsky. 2010. Synopse und Bewertung
existierender Präventions- und Kompensationsmodelle. 55 Seiten. Kapitel 3 aus:
Projektteam Rahmenplan Wolf. 2010. Grundlagen für Managementkonzepte für die
Rückkehr von Großraubtieren – Rahmenplan Wolf. Endbericht. 355 Seiten)

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Newsletter Wolf November / 10
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