image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
Förderankäufe
der Kulturstiftung des
Freistaates Sachsen
David Adam (*1970)
Heimatschutz – mein Land muss
gerecht werden,
ganztägige Aktion
als Dada Vadim im Innenhof des
Dresdener
Zwingers,
12. 9. 2020,
Performance / 3
Pigmentdrucke
auf Barytpapier, je
49
×
69 cm
Foto: Thomas Alexander Leikauf
Nevin Aladag (*1972)
Top view,
2012, HD Video, Farbe,
Ton, Loop, 2:48 min
Juana Anzellini (*1985)
Und alles was du nicht siehst,
2019, 7 Linol- / Prägedrucke auf
Bütten, je ca. 41
×
31 cm
Foto: Stephanie Recsko
Sabrina Asche (
*1981)
Pattern, global 1954,
2019,
Installation, 2 Siebdrucke auf
Seidenpapier, je 576,5
×
100 cm
Foto: Walther Le Kon
Garment and garment workers,
2015 – 17,
6 Pigmentdrucke auf
Baumwollpapier auf Alu-Dibond,
je ca. 67 x 51 cm
Silke Berg (*1989)
Soft and safety shirt,
2019,
tragbares Kleidungsobjekt /
Kopfbedeckung / Kleiderpuppe,
Gesamtmaß variabel,
ca. 78
×
118
×
15 / 31
×
35 cm /
186
×
50
×
50 cm
Elise Beutner (*1991)
Silence mayday,
2019,
6 Siebdrucke auf Seekarten,
versch. Maße je ca.
70
×
100 cm
Foto: Nora Mesaros
Jan Brokof (
*1977)
Kannibalische Metaphysiken,
2020, Papiercollage auf Farbholz-
schnitt-Tapete (feat. 44flavours),
69
×
98,5 cm
Foto: Herbert Boswank
Annedore Dietze (
*1972)
Gum,
2016, Öl / Gewebe,
180
×
150,5
×
2 cm
Foto: Fritz Walter Huste
Susan Donath (
*1979)
Cruci fixus,
2012, Silikon, Holz,
230
×
159
×
9,5 cm
Felicitas Fäßler (*1989)
Bänder,
2019, Glas, 2-teilig,
3,5
×
146
×
3 cm / 3,5
×
135,5
×
3 cm
Font,
2019, 8 C-Prints auf
Alu-Dibond, je
28,8
×
19 cm
Thomas Fißler (*1971)
Interieur,
2020, Stereoskopie,
Installation aus 2 Pigmentdrucken /
Alu Dibond, je
157
×
105 cm,
und einem Stativ mit Optik
Tony Franz (*1985)
AMERICA IN DENIAL /
VIRGIN RAMPAGE,
2019, aus
der Serie ”AMERICA IN
DENIAL“,
2019, Bleistift auf
Papier,
49
×
39 cm / 59
×
49 cm
Martin Groß (
*1984)
Night in June,
2019, Ölkreide auf
Papier,
184
×
153 cm
Foto: Peter Otto © Galerie
EIGEN+ART, Leipzig / Berlin
Ulf Langheinrich (*1960)
NOLANDX-01-2,
2019, Fotografie/
Videostill auf Alu Dibond, 2-teilig,
je 80
×
200 cm
Rasmus Roos Lindquist
(*1982)
Mr. Marble,
2020, Siebdruck auf
Carrara Marmor,
74,5
×
100
×
2 cm
Foto: Walther Le Kon
Laura Link (*1987)
You can’t touch this,
2016,
Öl / Gewebe, 3-teilig,
240× 540 cm
Foto: Herbert Boswank
Johannes
Listewnik
(
*1988)
Rework 18-19-8,
2019 / 20, Öl,
Acryl, Digitaldruck auf Papier auf
Baumwolle kaschiert,
135,5
×
101 cm
Stephanie Lüning (*1978)
Schauminsel,
Version IX, Mixed
Media, Schaumperformance
(2 Aufführungen), hier
1. Termin:
20. 6. 2020,
Baumwollspinnerei Leipzig
Foto: Walther Le Kon
Jürgen Matschie (*1953)
Gut Geisendorf,
2006 – 20,
12 Pigmentdrucke / Satin Baryt
Papier, je
33
×
48,4 cm
Bea Meyer (*1969)
RB 13#2,
2013, Pikee, Seide über
Baumwollgewebe, Baumwollgarn,
gestickt,
87
×
85 cm
Foto: Herbert Boswank
Foto: Herbert Boswank
Anne Neukamp (*1976)
Pile,
2020, Öl, Eitempera, Acryl
auf Leinwand,
85
×
65
×
3 cm
Grit Ruhland (*1979)
Kit: Zufallsgestützte Land schafts-
beobachtung (Revier Königstein),
2014 – 2020, Pigmentdruck auf
Buchbindeleinen,
2 Stofffutterale
mit
31 Haselnüssen, 12 be-
schrifteten Astscheiben und
Würfel,
109,5 × 79,2
×
ca. 3 cm (Karte)
Foto: Stephanie Recsko
Carsten Saeger (*1988)
Exercises for a monument,
2018,
1-Kanal Video,
HD, Farbe, ohne
Ton, Loop,
9:58 min
Josefine Schulz (*1993)
Girls with cats,
2015/ 16, Öl /
Gewebe, 2-teilig,
180
×
310,5 cm
Foto: Theresa Rothe
Maya Schweizer (*1976)
Regarde par ici,… Und dort die
Puschkinallee,
2018, 2-Kanal
Video-Installation, HD, Ton,
Farbe,
25:52 min
Su-Ran Sichling (*1978)
Gelehrtenstein 4 (1970),
2015,
Waschbeton, Mahagoni, Edel-
stahlsockel,
174
×
45
×
45 cm
Adéla Soucˇkova´ (*1985)
On earth awakening from
a restless dream,
2018,
Raum- und Klanginstallation
(Gamelanmusik / Gesang),
10 Textilbahnen (Indigo gefärbt /
bedruckt), Messingdraht,
Perlen, keimende Kartoffeln,
Aluminiumstangen,
ca. H
190 cm
×
Ø 6 – 10 m
Foto: Walther Le Kon
Maximilian Stühlen
(
*1991)
Crates in space,
2018, Installa-
tion, 5 Objekte / 3 Videoloops,
MDF, Lack, TFT-Diplays, Gesamt-
maß ca.
100
×
200
×
300 cm
Foto: Walter Le Kon
Elize Vossgätter (*1988)
Against all forces,
2019,
Bienenwachs, Pigment / Nessel,
200
×
200 cm
Foto: Herbert Boswank
Sebastijan Zupancic
(
*1993)
OHNE TITEL
(Reliefs), 2019 / 20,
Collagen / Pigmenttusche /
Papier, 11-teilig, 29,5
×
21 cm
© 2021 bei den SKD sowie
den Künstler*innen und
Fotograf*innen, wenn nicht
anders angegeben. Ausstellungs-
ansichten
WIN/WIN 2020,
Leipzig, Baumwollspinnerei,
Halle
14: Walther Le Kon
©
VG Bildkunst, Bonn 2021 für
Walter Le Kon
© VG Bildkunst, Bonn
2021 für
Nevin Aladag, Annedore Dietze,
Susann Donath, Stephanie
Lüning, Nora Mesaros,
Grit Ruhland, Maya Schweizer
und Su-Ran Sichling
Die Sammlung des Kunstfonds ist
auch im Internet unter
http:/
/skd-online-collection.skd.
museum zugänglich.
KUNSTFONDS
Staatliche Kunstsammlungen
Dresden
Postfach
120 551, 01006 Dresden
kunstfonds@skd.museum
www.skd.museum
Redaktion und
Herausgeber:
Silke Wagler
©Staatliche Kunstsammlungen
Dresden
Gestaltung: Maria Meyer
Neuzugänge
zeit-
g
e
n
ös
s
is
ch
er
Kunst im
Kunstfonds
2020

image
image
Erforschung historisch-kultureller Zusammen-
hänge steht auch hinter der zunächst traditionell
erscheinenden Plastik, dem in Material und
Technik jedoch zeitgenössischen „Gelehrtenstein“
aus Waschbeton von
Su-Ran Sichling.
Sie debattiert den Zusammenhang und die
Bedeutung von Inhalt und Form in der westlichen
und in der fernöstlichen Kunst. Als Motiv
historisch verankert ist das von blutroten
katalanischen Nacktschnecken aus Silikon
komplett überdeckte „Cruci fixus“ von
Susan Donath.
Diese Wegschnecken haben sich in
den vergangenen Jahrzehnten von Spanien
aus in ganz Mitteleuropa verbreitet. Hier belagern
sie das nicht nur im christlichen Glauben
symbolbeladene Kreuz, ein Kunstgriff, der viele
Lesarten zulässt.
Rasmus Roos Lindquist
bezieht
seine Werkvorbilder aus Renaissancevorlagen,
die er verfremdet, interpretiert und überarbeitet,
so auch in „Mr. Marbel“. Fest auf dem Boden
der Kunstgeschichte steht auch
Laura Link.
Ihr monumentales Gemälde kombiniert barocke
Fülle mit neusachlicher Klarheit in der Ausführung
und der symbolischen Aufladung im opulenten
Bildinhalt. Auf andere Art opulent ist die
kraftvoll-intensive Malerei von
Annedore Dietze,
in der sich die Formen in Farbe auflösen.
Ihr explosiver Kolorismus gepaart mit der dennoch
dem Gegenstand verpflichtet bleibenden
abstrahierenden Malerei ist durch die Dresdner
Schule geprägt. Einen anderen Schwerpunkt setzt
die ebenfalls in Dresden studierte
Anne Neukamp,
die mit ihrer stark reduzierten, fast grafischen
und von der Form verbreiteter Bildbotschaften
hergeleiteten Bildsprache die Möglichkeiten
sowohl der Abstraktion als auch der Malerei im
digitalen Zeitalter auslotet. Verspielter wirken
die „Girls with Cats“ von
Josefine Schulz.
Die reduzierte pastellige Palette und die teils
vage bleibende malerische Ausführung sowie die
Flächigkeit der Motive verleihen dem Gemälde
seinen naiv wirkenden Ausdruck und seine
Spannung. Gepaart mit nachlässig wirkenden
Pentimenti werden Erwartungshaltungen an die
Malerei unterlaufen.
Elize Vossgätter
bedient
sich der Technik der Enkaustik; aus Bienenwachs
und Pigmenten lässt sie monochrome, teils
pastose und impressionistisch erscheinende
Bilder entstehen, wobei die Motive in die Ober-
fläche modelliert werden. Zwischen Malerei und
Druckgrafik arbeitet
Johannes Listewnik.
Er ver-
steht Malerei als performativen Kommunikations-
vorgang und seine Bilder als Informationsfelder.
Informativ-naturwissenschaftlichen Charakter
haben auch die von
Elise Beutner
benutzten
Seekarten für ihren Themenkomplex „Silence
mayday“, die sie im Siebdruckverfahren mit
überlieferten Mayday-Meldungen berüchtigter
Seenotfälle ergänzt. Damit stellt sie die präzise
Organisation des internationalen Seerechts
den emotionalen Faktoren der Seenotrettung
gegenüber.
Tony Franz
bleibt sich treu in der
künstlerischen Adaption gedruckter Zeitungs-
meldungen, die er in aufwendig erarbeitete
Zeichnungen und Unikate zurückübersetzt.
Die wie eine psychedelische Momentaufnahme
erscheinende Ölkreidezeichnung von
Martin Groß
– eine Großstadtreflexion seines
Chinaaufenthaltes – zeugt von der Aktualität
dieses klassischen Mediums. Mit der Collage von
Jan Brokof
sowie einer Linol- und Prägedruckserie
von
Juana Anzellini
wurden weitere Papierarbeiten
eher klassischer Natur erworben. Brokof lässt
in seinen Bildcollagen die Betrachter * innen
teilhaben an seinen Überlegungen zur Darstellung
des Fremden in der „Alten“ und der „Neuen“ Welt
und der direkten wie gedanklichen Aneignung
durch Einverleibung der einen durch die andere.
Juana Anzellini
wiederum interessiert sich für
physische wie psychische Dimensionen des
Menschen und seiner Grenzen; ihre Arbeit kreist
um das Thema Blindheit und (Un-) Sichtbarkeit
und findet Ausdruck in verschiedensten medialen
Formen, in diesem Fall sind es farbstarke
Linolschnitte.
Sebastjian Zupancic
interessiert
sich vor allem für die Möglichkeiten des Papiers
und der Zeichnung. Seine minimalistischen Werke
oszillieren auf höchst abwechslungsreiche Weise
zwischen Zeichnung und Relief. Stark reduziert
wirken auch das Glasobjektpaar und die Fotoserie
prominent vergrößerter technoider Motive von
Felicitas Fäßler,
die durch ihre konzeptuelle
Klarheit bestechen. Für
Thomas Fißlers
Stereoskopien ist das doppelte Bild program-
matisch, womit er die Grenze von Zwei- zu
Dreidimensionalität erlebbar und die Überset-
zungsleistung beim Sehen sichtbar macht.
Ungewöhnlich ist die Rauminstallation von
Adéla Součková.
Auf mit Indigo eingefärbten
Textilbahnen werden mithilfe einer Art Kartoffel-
druck die Umrisse weiblicher Erdgottheiten
sichtbar, die durch angehängte keimende
Kartoffeln beschwert und geerdet werden.
Untermalt wird die Installation durch einen
eindringlichen Soundtrack der von Indonesien
inspirierten Gamelan-Musik.
In diesem Jahr spiegelt sich die internationale
Anziehungskraft der sächsischen Kunstlandschaft
als Ausbildungsort nicht nur in der Internatio-
nalität der Künstler*innen, oft Absolvent*innen
der Kunsthochschulen in Sachsen, wider, sondern
auch in der Breite der Themen, die Sachverhalte
von globaler Relevanz reflektieren.
Im Rahmen der jährlichen Förderankäufe
zeitgenössischer Kunst erwarb die Kulturstiftung
des Freistaates Sachsen
2020 auf Empfehlung
ihres Beirats
Werke von dreißig Künstler*innen
im Wert von rund
165.000 Euro für den
Kunstfonds.
Ein Neuzugang reflektiert eindrucksvoll die
aktuelle Situation: Die Objekt-Medien-Installation
von
Maximilian Stühlen
„Crates in Space“
thematisiert pointiert die Mobilität der Kunst und
den Handlungsspielraum der Kunstwelt, wie sie
selbstverständlich waren und im Frühjahr
2020
ein abruptes Ende erlebten. Die andauernden
Einschränkungen führten jedoch auch zu einem
Virtualisierungsschub des Kunstbetriebes.
Das Werk spiegelt diese Ausnahmesituation, die
zum Zeitpunkt der Entstehung jedoch noch nicht
absehbar war. Eine besondere Würdigung erfährt
Ulf Langheinrich,
der, von Malerei und Fotografie
kommend, seit vielen Jahren im Bereich der
Medienkunst und elektronischen Musik
international erfolgreich ist und von
2016 bis 2020
die
CYNETart in Dresden leitete. Die beiden
erworbenen Werke sind Kondensate seines
multimedialen Wirkens; aus dem Bildfluss der
Arbeit „
NOLAND X / ARS ELECTRONICA 2019“
synthetisierte Stills, mit denen das komplexe,
deutlich über die Grenzen klassischer bildender
Kunst herausreichende Schaffen des Künstlers
nun in einer öffentlichen Sammlung verankert ist.
Von ähnlicher Bedeutung ist der Ankauf einer
Fotoserie von
Jürgen Matschie
als Anerkennung
seines beständigen fotografischen Schaffens und
der künstlerischen Dokumentation der
lausitzischen Kulturlandschaft. Der Ankauf
verstärkt die Sammlungsbestände von Fotografien
innerhalb der
SKD, die Transformationsprozesse
der letzten Jahrzehnte – hier am Beispiel von
„Gut Geisendorf“ am Rande des Tagebaus Welzow
– beschreiben. Auch zwei Werke mit perfor-
mativem Charakter konnten erworben werden:
Die Mixed Media Aktion „Schauminsel“ von
Stefanie Lüning
(aufgeführt am 20. Juni 2020 in
der Leipziger Baumwollspinnerei) sowie die Aktion
„Heimatschutz – Mein Land muß gerecht werden“
von
David Adam,
bei der am 12. September 2020
ganztägig die rote Splitfläche im Innenhof des
Dresdner Zwingers gerecht wurde. Da die
Besucher*innen ständig neue Spuren hinterließen,
blieb das Bemühen, die Gesamtfläche und
damit „das Land mit einer gerechten Oberfläche
erscheinen zu lassen“, ein andauerndes.
Carsten Saeger
hinterfragt in seinen Installationen,
Inszenierungen und Performances das individuelle
und kollektive Erinnern anhand von
vorgefundenen Narrativen und Settings sowie
der mit ihnen verbundenen Rituale der Nutzung,
so auch in „Exercises for a Monument“ an drei
Denkmälern zur Völkerschlacht im Umland von
Leipzig.
Maya Schweizer
agiert dagegen mit einem
stärker dokumentarischen Gestus. Sie erforscht
das Aufeinandertreffen historischer Momente,
Handlungs- und Alltagsräume. Eigene Aufnahmen
und Found Footage – in „Regarde par ici, … Und
dort die Puschkinallee“ aus dem geschichts-
trächtigen Berlin – werden zu neuen Geschichten
verschmolzen, die von gesellschaftlicher Ordnung,
Machtverhältnissen, von Ausgrenzungen und
Übergängen erzählen. Bemerkenswert ist auch
Sabrina Asches
Ausschnitt aus dem Themen-
komplex „Woman in the Garment Industry”, der
den Arbeiterinnen in den Textilbetrieben der
Billiglohnländer Myanmar, Kambodscha und
Bangladesch gewidmet ist: Prekäre Arbeitsbe-
dingungen erleben eine historische Wiederholung,
aber außerhalb der Sichtweite der Konsument*
innen in der westlichen Welt. Asche macht das
sichtbar und bindet auch die Protagonist*innen
ein, etwa durch Porträts, auf denen die Textil -
arbeiterinnen die von ihnen hergestellte Kleidung
über ihrer traditionellen tragen. Diese Aufnahmen
kombiniert sie mit großformatigen Siebdrucken,
die auf die Architektur des Sitzes des 1954
gegründeten Verbands der Baumwollspinner
(„
ATMA“, Ahmedabad Textile Mill Owners
Association) reflektieren, der sich für die
Förderung der Textilindustrie Indiens einsetzt.
Auch
Nevin Adalag
liest Stoffe und Körper als Orte,
in denen Herkunft und Identität ebenso wie
(Um-)Raum und Gesellschaft eingeschrieben sind,
und hinterfragt Klischees und vorgeformtes
Wissen. Körpersprache und Tanz spielen in ihrer
künstlerischen Arbeit – wie auch im partizipativen
Projekt „Top View“, für das sie Passanten in
München tanzen ließ – eine große Rolle, da sie
Ausdrucksformen sind, die auch ohne
gesprochene Sprache überall funktionieren.
Das Verhältnis von Körper zu Umraum spiegelt
sich gleichfalls im Kleidungsobjekt von
Silke Berg.
Durch das Tragen des Polsterkleides wird es in
immer neue Beziehungen zum umgebenden Raum
gesetzt. In einer ausgefallenen, aber für das
Schaffen von
Bea Meyer
ganz charakteristischen
textilen Arbeit werden wie durch einen Seis-
mografen registrierte Muster ihrer Bewegung – bei
der Autofahrt aufgezeichnete Vibrationen von
Fortbewegung – in der Übertragung der unruhigen
Linie durch Seidenstickerei auf Stoff verewigt und
entschleunigt. Im Werk von
Grit Ruhland
nähern
sich Kunst und Wissenschaft an. Ihre künstlerische
Recherche fasst sie in eine Versuchsanordnung,
bei der man sich mittels „Zufallsgestützter
Landschaftsbeobachtung“ dem problematischen
Thema der Radioaktivität am Beispiel des
ehemaligen Uranbergbaus der Wismut im „Revier
Königstein“ nähern kann. Die künstlerische
Silke Wagler