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Schutz des öffentlichen Raumes
Überfahr-, Durchfahrschutz

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| 6. November 2020 | Zentralstelle für polizeiliche Prävention |
Kriminalhauptkommissarin Cornelia Dick
Überfahr-, Durchfahrschutz
Fahrzeugsperren
Übersicht der folgenden Themenbereiche:
Ausgangslage
Checkliste Zufahrtsschutz
Gefährdungsanalyse
Schwachstellenanalyse
Schutzkonzept
Internationale und nationale Normen und Standards
Einsatz von Zufahrtssperren
Ausblick
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| 6. November 2020 | Zentralstelle für polizeiliche Prävention |
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Überfahr-, Durchfahrschutz
Ausgangslage
Gewalttaten gegen Einzelne oder Menschengruppen und Anschläge auf öffentliche Einrichtungen aus politischer, religiöser
und/oder persönlicher Motivation sind immer wieder zu verzeichnen.
Bei der Umsetzung der Angriffe kamen verschiedene Tatmittel zur Anwendung (z. B. Sprengsätze, Schusswaffen, aber
auch Alltagsgegenstände wie Messer, Beil, Hammer oder Kettensäge - sog. „Low-Tech“-Anschläge, sowie Fahrzeuge von
PKW bis LKW).
Bedrohungslagen ergeben sich nicht nur durch Terroristen und militante Extremisten, sondern auch durch radikale
Gruppierungen sowie sonstige Täter wie Amokläufer, Sympathisanten, nicht rational denkende Einzeltäter oder „Trittbrett-
fahrer“.
All jene suchen i. d. R. die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit, weshalb Menschenansammlungen bzw. symbolträchtige sowie
stark frequentierte Orte als Ziel interessant werden. Die Täter streben an, möglichst viele Personen zu schädigen bzw. zu töten
und/oder große Sachschäden bzw. Auswirkungen hervorzurufen.
Das BKA geht derzeit nicht von einer konkreten Gefährdung aus, jedoch stellt der internationale Terrorismus nach wie vor
eine große Bedrohung für die Freiheit und Sicherheit der Bürger(innen) in Deutschland dar, wie dies auch durch das Bun-
desministerium des Innern für Bau und Heimat bestätigt wird.
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| 6. November 2020 | Zentralstelle für polizeiliche Prävention |
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Überfahr-, Durchfahrschutz
Ausgangslage
Bisher wurde das Thema Überfahrschutz nur anlassbezogen durch jede Kommune selbst bearbeitet und Schutz-
maßnahmen lageabhängig durch die örtlich zuständigen Sicherheits- und Ordnungsbehörden vorgenommen.
Sicherheit im öffentlichen Raum muss jedoch ganzheitlich und fachübergreifend betrachtet werden.
Auch in dem Wissen, dass jederzeit an jedem Ort eine Überfahrtat verwirklicht werden kann, sollen besonders gefährdete Orte
priorisiert und mit einem Zufahrtskonzept geschützt werden.
Die Innenministerkonferenz (IMK) beauftragte die Bundesministerkonferenz (BMK) unter Einbindung der Verkehrs-
ministerkonferenz (VMK) sowie der Arbeitskreise (AK) II (Innere Sicherheit), AK III (Kommunale Angelegenheiten) und
AK V (Feuerwehr, Rettungswesen, Katastrophenschutz und zivile Verteidigung), Vertreter in eine Bund-Länder-
Arbeitsgruppe (BLAG) zu entsenden.
Der Auftrag der IMK an die BLAG lautet, auch unter Einbeziehung kommunaler
Spitzenverbände Leitlinien, Handlungsoptionen und Empfehlungen zum Erreichen hoher gemeinsamer Standards
und einer effektiven Erhöhung der öffentlichen Sicherheit zu erarbeiten.
Ziel der städtebaulichen Kriminalprävention
soll nicht die Verpollerung sein oder den Platz zu einer Festung umzubauen,
sondern vielmehr,
die Sicherheit durch stadtbildverträgliche Lösungen zu erreichen
(z. B. durch ein entsprechendes
Städtebaukonzept einschließlich durchfahrhemmender Stadtmöblierung).
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| 6. November 2020 | Zentralstelle für polizeiliche Prävention |
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Überfahr-, Durchfahrschutz
Ausgangslage
Fazit:
Ziel muss sein, die offene Stadt als Lebensraum für eine freie Gesellschaft zu bewahren.
Schutzmaßnahmen sollen daher so in das Stadtbild eingebettet werden, dass zusätzliche
Barrieren den Stadtraum nicht eingrenzen und neue Probleme entstehen.
Bild 1: Terroranschlag auf Weihnachtsmarkt in Berlin, Breitscheid-
Bild 2: Amokfahrt (erweiterter Suizid) in Münster am
scheidplatz am 19. Dezember 2016
7. April 2018
Quellen:
Bild 1:
https://www.rtl.de/cms/neues-video-vom-terror-anschlag-am-breitscheidplatz-hatte-amri-doch-helfer-4392534.html
(Foto: dpa, Michael Kappeler, mkx pil)
Bild 2:
https://www.tz.de/welt/amokfahrt-von-muenster-polizei-bestaetigt-kein-rechtsextremer-hintergrund-zr-9759649.html
(Foto: Stephan R. c Stephan R.)
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Überfahr-, Durchfahrschutz
Fahrzeugsperren
Übersicht der folgenden Themenbereiche:
Ausgangslage
Checkliste Zufahrtsschutz
Gefährdungsanalyse
Schwachstellenanalyse
Schutzkonzept
Internationale und nationale Normen und Standards
Einsatz von Zufahrtssperren
Ausblick
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| 6. November 2020 | Zentralstelle für polizeiliche Prävention |
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Überfahr-, Durchfahrschutz
Checkliste Zufahrtsschutz
Vorbereiten des Zufahrtskonzeptes
Von Beginn an Einbinden aller Sicherheitsverantwortlichen für den/das zu schützende(n) Objekt/Raum
Zufahrtsschutz nicht als Alibihandlung, sondern mit tatsächlicher Schutzwirkung
Gefährdungsanalyse
Ermitteln der tatsächlichen Bedrohungs-/Gefahrenlage (Sicherheitsbehörden mit einbeziehen)
Erstellen einer Rankingliste der gefährdeten Plätze und Gebäude
Sicherheitsanalyse
Ermitteln der Schwachpunkte (alle Zufahrtsmöglichkeiten)
Errechnen möglicher Anprallenergien (Anfahrtswege/-geschwindigkeit)
Festlegen des Sicherheitsbereiches (und Freihalten dessen)
Zufahrtskonzept
Ausgestalten/Verändern der Anfahrtswege und Reduzieren der Anfahrts-/Anprallgeschwindigkeit
Verwenden zertifizierter und den örtlichen Gegebenheiten angepasster stationärer oder mobiler Fahrzeugsperren
Beachten der Eindringtiefe des Fahrzeuges des Trümmerfluges und des Splitterfeldes
Eindringtiefe = in welcher Entfernung kommt das Tatfahrzeug nach der Sperre zum Stehen
Trümmerflug = wie weit dringt das weiteste Fahrzeug- bzw. Ladungsteil >100 kg in den Bereich hinter der Sperre ein
Splitterfeld = Entfernung der von der Sperre am weitesten entfernten Fahrzeug- und Ladungsteile >2 kg
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Checkliste Zufahrtsschutz
Fazit:
Ziel ist es, Tatgelegenheiten grundsätzlich zu verhindern bzw. die Geschwindigkeit des
Täterfahrzeugs bereits auf dem Anfahrtsweg durch bauliche Gegebenheiten (und/oder
auch Hindernisse, die ggf. zunächst überwunden werden können) so weit zu reduzieren,
dass die Anprallgeschwindigkeit am gefährdeten Ort/Objekt niedrig und somit der
Anspruch an die Fahrzeugsperre gering sind.
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Überfahr-, Durchfahrschutz
Fahrzeugsperren
Übersicht der folgenden Themenbereiche:
Ausgangslage
Checkliste Zufahrtsschutz
Gefährdungsanalyse
Schwachstellenanalyse
Schutzkonzept
Internationale und nationale Normen und Standards
Einsatz von Zufahrtssperren
Ausblick
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Überfahr-, Durchfahrschutz
Gefährdungsanalyse
Besonders gefährdete Orte sind:
solche, an denen sich viele Menschen aufhalten
symbolträchtige Orte (hohe geschichtliche, politische oder für die Kommune symbolische Bedeutung)
solche, deren Beschädigung ein empfindliches Übel für die Menschen darstellen
Sie werden für die Tat speziell ausgewählt, um die Verletzlichkeit der Gesellschaft besonders deutlich zu machen.
Beispiele:
Konzerthallen, -plätze, -säle, (Groß-)Diskotheken, Stadien, Großstadtplätze mit wiederkehrenden Veranstaltungen, Märkte (im Freien), stark frequentierte Fußgängerzonen in Innenstädten,
Verkehrsknotenpunkte, Einkaufszentren, Kulturstätten, Sehenswürdigkeiten, Flughäfen, Bahnhöfe usw.
Beurteilung der Gefährdungslage:
Welche Bedrohung besteht tatsächlich?
Mit welchen Tathandlungen ist zu rechnen?
Wie groß ist die Gefahr einer Überfahr-, Durchfahrtstat?
Wie hoch ist das zu erwartende Schadensausmaß bzw. welche Bedeutung hat der Schaden für die Bevölkerung?
Veranstaltungen:
welchen Anlass, welches Thema (z. B. politische und oder öffentliche Bedeutung)
Anzahl, Herkunft und Zusammensetzung der Teilnehmer und der auftretenden Gäste
Beschaffenheit und Lage der Örtlichkeit
Veranstaltungsgegner
Öffentlichkeitsinteresse (z. B. Aktivitäten in sozialen Medien)
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Gefährdungsanalyse
Kulturstätten und Sehenswürdigkeiten:
Bedeutung des Kulturgutes (z. B. geschichtsträchtig, symbolträchtig)
Lage und Beschaffenheit des Objektes/Ortes (z. B. Verletzbarkeit)
Kritische Infrastruktur (z. B. Versorgungsträger, Flughäfen, Bundeswehrobjekte):
Verletzbarkeit
Auswirkungen auf die Bevölkerung (z. B. verseuchtes Trinkwasser, Stromausfall, Manipulation im Bereich IT)
konkrete Gefahrenbeseitigung (z. B. Brandbekämpfung, Explosionsgefahr, IT-Sicherheit)
Fazit:
Mit den Ergebnissen der Gefährdungsanalyse sollen das Schutzziel für die jeweiligen
Plätze und Gebäude klar definiert werden. Anschließend erfolgen eine Priorisierung der
zu schützenden Plätze bzw. Objekte, sowie die Durchführung der Schwachstellen-
analyse.
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| 6. November 2020 | Zentralstelle für polizeiliche Prävention |
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Überfahr-, Durchfahrschutz
Fahrzeugsperren
Übersicht der folgenden Themenbereiche:
Ausgangslage
Checkliste Zufahrtsschutz
Gefährdungsanalyse
Schwachstellenanalyse
Schutzkonzept
Internationale und nationale Normen und Standards
Einsatz von Zufahrtssperren
Ausblick
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| 6. November 2020 | Zentralstelle für polizeiliche Prävention |
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Überfahr-, Durchfahrschutz
Schwachstellenanalyse
Ermittlung sämtlicher Zufahrtsmöglichkeiten:
Analyse des festgelegten Schutzbereiches
Identifizierung aller Zufahrtswege (auch Wirtschafts-, Rad-, Rettungswege, Feuerwehrzufahrten, „Trampelpfade“)
Ermittlung der möglichen Auf-/Anprallergie von Fahrzeugen:
Errechnung der kinetischen Energie aus Aufprallgeschwindigkeit und Gewicht des Fahrzeuges
Bestimmung der späteren Sperrtechnik anhand der errechneten kinetischen Energie, der die Sperre später stand-
halten muss
E
kin
=
mv
2
kinetische Energie E
kin
in kJ
(Bewegungs- bzw. Aufprallenergie)
Geschwindigkeit v in
(Aufprallgeschwindigkeit des Fahrzeuges)
Gewicht m in kg
(Leergewicht des Fahrzeug
Auf das Gewicht des Tatfahrzeuges besteht kein Einfluss. Deshalb muss die Anfahrtsgeschwindigkeit reduziert werden.
Fazit:
Je geringer die Aufprallenergie (Aufprallgeschwindigkeit), desto geringer der nötige
Widerstandswert des Zufahrtschutzes und damit die zu erbringende bauliche Maßnahme.
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| 6. November 2020 | Zentralstelle für polizeiliche Prävention |
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Überfahr-, Durchfahrschutz
Schwachstellanalyse
Der festzulegende Sicherheitsbereich ergibt
sich zusammenfassend aus:
- Anprallenergie (Geschwindigkeit u. Masse)
- Restanprallenergie
- Eindringtiefe des Fahrzeugs
- Weite des Trümmerflugs
- Ausbreitung des Splitterfeldes
innerhalb dieses Bereiches besteht die
Gefahr,
dass Personen
geschädigt
werden
der Bereich ist somit von Personen und
und Aufbauten freizuhalten
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| 6. November 2020 | Zentralstelle für polizeiliche Prävention |
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Überfahr-, Durchfahrschutz
Fahrzeugsperren
Übersicht der folgenden Themenbereiche:
Ausgangslage
Checkliste Zufahrtsschutz
Gefährdungsanalyse
Schwachstellenanalyse
Schutzkonzept
Internationale und nationale Normen und Standards
Einsatz von Zufahrtssperren
Ausblick
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| 6. November 2020 | Zentralstelle für polizeiliche Prävention |
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Überfahr-, Durchfahrschutz
Schutzkonzept
bei der Umsetzung des Zufahrtsschutzes ist zu beachten:
Verhindern der Einfahrt bzw. kontrolliertes Einfahren
Einhalten von Normen bezüglich der Flucht- und Rettungswege
Unfallverhütungspflicht
barrierefreie Durchfahrt (z. B. Rollstühle, Kinderwagen)
polizeiliche Belange (Interventionskorridor, Sofortlagen)
Berücksichtigen städteplanerischer und landschaftsgestalterischer Maßnahmen
Anliegerbedürfnisse (z. B. Händler, Geschäfte, Hotels, Gaststätten)
Sichtfreiheit
Berücksichtigen von Sammelpunkten bzw. Verletztensammelstellen
Ggf. erforderliche Zufahrt besonderer Institutionen bzw. Berufsgruppen (z. B. Justiz, Ver-/Entsorger, Dienstleister)
Reduzieren der Anfahrtsgeschwindigkeit
Errichten hochfrequentierter (Haupt-)Eingänge zu gefährdeten Bereichen möglichst abseits von Zufahrtsstraßen
Bau der Zufahrtsstraßen im rechten Winkel
Einbau von Schikanen auf den Zufahrten (z. B. Bremsschwellen, Schranken, Poller, Aufpflasterungen, Versätze/
Verschwenkungen wie Blumenkübel oder Bauminseln, Einbau eines Kreisverkehrs mit Sicherung der Mitte,
Querschnittseinengung, Einbau von Mittelinseln, Reduzierung der Kurvenradien, Tore, Schranken, Einlass-/
Durchlass-/ Kontrollstellen mit Sicherheitsdienst oder personalisierter Einfahrgenehmigung oder mechatronischen
Einlasssystemen usw.)
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| 6. November 2020 | Zentralstelle für polizeiliche Prävention |
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Überfahr-, Durchfahrschutz
Schutzkonzept
Fahrzeugsperren als Zufahrtsschutz
stationäre Fahrzeugsperren (permanente Sperren primär im Städtebau zur Sicherung von Innenstädten meist in
Form von festen oder versenkbaren Pollern)
mobile Fahrzeugsperren (praktikabel für das Veranstaltungsgewerbe, insbesondere zur Gewährleistung der
Zufahrten für Rettungskräfte und Polizei)
Beachte:
Derzeit praktizierte Lösungen wie Betonklötze oder „Sperr-Fahrzeuge“ (Transpor-ter, LKWs, Müllfahrzeuge etc.) wurden und
werden vom Großteil der Experten abgelehnt, da sie in ungünstigen Situationen eine weitere Gefahrenquelle darstellen.
Absplitternde Betonteile können zu tödlichen Geschossen werden. „Sperr-Fahrzeuge“ können, wie Crashtests bewiesen haben,
oftmals die Anprallenergie nicht ausreichend abfangen und stellen zudem eine Sichtbehinderung der Flucht- und Rettungswege
für die Besucher dar.
Beispiele für stationäre und mobile Sperren:
(Sicherheits-)Poller (Ein-/ausfahrend, (halb-)automatisch, manuell)
Wedge-Barrier (Keilsperre) bzw. Roadblocker (Ein-,ausklappbar)
Reifenkiller („Tyre Killer“, manuell und automatisch
Modulare Sperrelemente (mobile Sperren)
Hubbalken
Anpralltore (z. B. Schnellfalttor mit Anpralllast)
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| 6. November 2020 | Zentralstelle für polizeiliche Prävention |
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Überfahr-, Durchfahrschutz
Schutzkonzept - mobil
Beispiele für mobile Lösungen zur Verringerung der Anfahrtsgeschwindigkeit:
Bild 1: mobiler Poller
Bild 2: ausfahrbarer Roadblocker
Bild 3: modulares mobiles Barrieresystem
Bild 4: Reifenkiller
Quellen:
Bild 1:
https://www.hoermann.de/industrie-gewerbe-oeffentliche-hand/zufahrtskontrollsysteme/mobile-fahrzeugsperren/
Bild 2:
https://www.electro-automation.de/news/newsdetails/news/weltweit-erste-mobile-m30-fahrzeugsperre-erfolgreich-zertifiziert/
Bild 3
:
https://www.bonowi.com
Bild 4:
https://www.hoermann.de/industrie-gewerbe-oeffentliche-hand/zufahrtskontrollsysteme/hochsicherheitssperren/
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| 6. November 2020 | Zentralstelle für polizeiliche Prävention |
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Überfahr-, Durchfahrschutz
Schutzkonzept – stationär (städtebaulich)
Beispiele für stationäre Lösungen innerhalb eines städtebaulichen Konzeptes:
(Quelle: Internetdokumentation des Deutschen Präventionstages, Hannover 2018, Vortrag Detlev Schürmann, M.A. – Stiftung „Deutsches Forum für Kriminalprävention (DFK)“ –
www.praeventionstag.de/dokumentation.cms/4139
)
Bild 1: Planungsunterlage des Sicherungsbereiches
Bild 2: Planungsunterlage mit möglichen Sicherheitsmaßnahmen
Bild 4: Bänke
Bild 5: Fahrradständer
Bild 6: Grünanlagen (Rabatten)
Bild 7: Blumenkübel
Bilder-Quelle:
Internetdokumentation des Deutschen Präventionstages, Hannover 2018, Vortrag Detlev Schürmann, M.A. – Stiftung „Deutsches Forum für Kriminalprävention (DFK)“ –
www.praeventionstag.de/dokumentation.cms/4139
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| 6. November 2020 | Zentralstelle für polizeiliche Prävention |
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Überfahr-, Durchfahrschutz
Schutzkonzept – stationär (städtebaulich)
Stadtmöblierung
Kombination Stadtmöblierung mit Fahrzeugsperre (z. B. Sicherheitspoller mit Edelstahlummantelung als Fahrrad-
ständer, Fahnenmasten oder Blumenkästen)
bereits bei der Bauplanung die Sicherheitsaspekte beachten und möglichst frühzeitig bei gefährdeten Gebäuden/
Plätzen das zuständige Landeskriminalamt (LKA) einbeziehen
weitere Anforderungen an die Produkte (z., B. Transport, Nachhaltigkeit, Witterungsbeständigkeit, Lagerung) sind
u. a. beispielhaft in der technischen Richtlinie mobile Fahrzeugsperren (TR) enthalten
Bild 1: kombinierte Stadtmöblierung
Bild 2: Sicherheitsbereich ohne und mit kombinierter Stadtmöblierung (d. h. rechtes Bild Sicherheitspoller integriert
(verschiedene Varianten)
in das Stadtbild)
Quelle:
Bild 1
:
https://cms.esi.info/Media/productImages/crop/550092_1448470261998_PF.jpg
Bild 2
:
www.marshalls.co.uk/commercial/street-furniture
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Überfahr-, Durchfahrschutz
Schutzkonzept – stationär (dynamisch)
Beispiele für stationäre Lösungen zur Verringerung der Anfahrtsgeschwindigkeit bzw. zum Stoppen von Fahrzeugen:
Bild 1: Poller (gibt es als feststehende, abklapp- bzw.
Bild 2: Wedges-Barriere (Keilsperre bzw. Roadblocker
Bild 3: Hubbalken (alternativ Anpralltore nutzbar)
herausnehmbare, halb- und vollautomatische
bzw. Dreiarm Drehsperre; ein-/ausklappbar)
Modelle)
Quellen:
Bild 1:
https://www.hoermann.de/industrie-gewerbe-oeffentliche-hand/zufahrtskontrollsysteme/mobile-fahrzeugsperren/
Bild 2:
https://www.hoermann.de/industrie-gewerbe-oeffentliche-hand/zufahrtskontrollsysteme/hochsicherheitssperren/
Bild 3
:
https://www.perimeterprotection.net/de/sicherheitsprodukte/hubbalken/
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Fahrzeugsperren
Übersicht der folgenden Themenbereiche:
Ausgangslage
Checkliste Zufahrtsschutz
Gefährdungsanalyse
Schwachstellenanalyse
Schutzkonzept
Internationale und nationale Normen und Standards
Einsatz von Zufahrtssperren
Ausblick
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| 6. November 2020 | Zentralstelle für polizeiliche Prävention |
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Überfahr-, Durchfahrschutz
Internationale und nationale Normen und Standards
Bisher gibt es zum Thema „Fahrzeugsperren“ bzw. „Zufahrtsschutz“ in Deutschland noch keine nationale Norm. Als Orientierung
galten in der Vergangenheit die Normierungen ISO IWA 14-1 und ISO-IWA 14-2 als internationale Standards. Eine weitere
angewandte Norm ist die englische Prüfnorm PAS 68. Durch das Polizeitechnische Institut an der Deutschen Hochschule der
Polizei wurde 2018 als einzige behördliche Richtlinie die „Technische Richtlinie mobile Fahrzeugsperren“ entwickelt und
veröffentlicht.
ISO IWA 14-1 und ISO –IWA 14-2
ISO = International Standard Organisation, IWA = International Workshop Agreement
derzeit werden diese in ISO 14-1 und 14-2 umgewandelt
ISO 14-1 ist eine reine Testnorm, die die Mindestanforderungen an die Sperre vorgibt (geprüft und zertifiziert)
ISO 14-2 zeigt die Inhalte auf, die ein Zufahrtsschutzkonzept berücksichtigen müsste
das Beachten beider Normen ergibt einen normgerechten Zufahrtsschutz
PAS 68
englische Norm
(stadtbildverträgliche) Zufahrtsschutzprodukte wurden in der Vergangenheit oftmals nach dieser Norm getestet und
zertifiziert
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Überfahr-, Durchfahrschutz
Internationale und nationale Normen und Standards
Technische Richtlinie mobile Fahrzeugsperren (TR mobile Fahrzeugsperren)
enthält gemeinsame und einheitliche Mindeststandards sowie Leistungsparameter (Schutzklasseneinteilung)
soll Kommunen als Entscheidungshilfe und Grundlage für die Planung und Produktauswahl im Rahmen eines
Zufahrtskonzeptes dienen
soll Belangen der Polizei und der Rettungskräfte im Rahmen von Sofortlagen entsprechen (gibt Voraussetzungen
wie Zertifizierung, Auswahl und Beschaffung von mobilen Fahrzeugsperren als polizeiliches Einsatzmittel vor)
trägt zur effektiven Erhöhung der öffentlichen Sicherheit bei
Entwicklung durch eine Arbeitsgruppe (AG) im Polizeitechnischen Institut in Münster (PIT) an der Deutschen
Hochschule der Polizei (DHPol)
Inkrafttreten im August 2018
Norm geht über die international gültigen Vorschriften in mehreren Bereichen hinaus
für eine Zertifizierung nach der TR mobile Fahrzeugsperren muss der Nachweis von zwei bestandenen Praxistests
(Chrashtest bei 90
o
und 45
o
) bei einem akkreditierten Prüfinstitut erbracht werden
DIN-SPEC 91414
ist die Vorstufe einer DIN-Norm, die auf der TR mobile Fahrzeugsperren sowie der IWA 14-1. 14-2 und PAS 68
basiert
an der Erarbeitung sind Vertreter von Herstellern, Kommunen, Hochschulen und Prüfinstituten sowie Fachleute
unterschiedlichster Gebiete beteiligt
initiiert von der Stiftung „Deutsches Forum für Kriminalprävention“ (DFK); gefördert durch das Bundesministerium
des Innern, für Bau und Heimat (BMI); moderiert von der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-
Senftenberg (BTU)
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Fahrzeugsperren
Übersicht der folgenden Themenbereiche:
Ausgangslage
Checkliste Zufahrtsschutz
Gefährdungsanalyse
Schwachstellenanalyse
Schutzkonzept
Internationale und nationale Normen und Standards
Einsatz von Zufahrtssperren
Ausblick
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Einsatz von Zufahrtssperren
Zertifizierte Produkte
bei der Entwicklung eines Zufahrtkonzepts sollen bei der Auswahl der Fahrzeugsperren nur Produkte zum Einsatz
kommen, welche von akkreditierten Prüfinstituten normgerecht getestet und zertifiziert wurden.
Sperren erfüllen nur dann ihren Zweck, wenn ihr Einsatz dem Prüfverfahren entspricht
(z. B. Zertifikat eines
getesteten modularen Systems mit 6 Elementen würde durch Reduzierung von Modulen aufgehoben, da Zweck/
Anforderungen nicht mehr erfüllt werden)
Aufbau der Fahrzeugsperren
fachgerechter Aufbau mobiler Sperren entsprechend der mitgelieferten Handlungsanleitung
Auf- und Einbau stationärer Sperren durch darauf spezialisierte Fachfirmen entsprechend den Herstellerangaben
neben einer korrekten Montage der Sperre ist auf eine entsprechende Befestigung im Erdreich zu achten (sonst
ggf. Herabsetzen der Wirksamkeit des Produktes und Erlöschen des Zertifikats)
Fazit:
Schutzwirkung wird durch zertifizierte mobile bzw. stationäre Zufahrtssperren erreicht.
Voraussetzung ist, dass diese entsprechend dem Prüfverfahren angewendet sowie
fachgerecht unter Beachtung der Befestigungsbedingungen aufgestellt werden.
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Fahrzeugsperren
Übersicht der folgenden Themenbereiche:
Ausgangslage
Checkliste Zufahrtsschutz
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Schwachstellenanalyse
Schutzkonzept
Internationale und nationale Normen und Standards
Einsatz von Zufahrtssperren
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Ausblick
Entwicklung einer DIN-Norm
Kick-off-Veranstaltung zum DIN-SPEC-Verfahren fand im 4. Quartal 2019 statt.
Bis zur Fertigstellung und Veröffentlichung der DIN-SPEC kann mit einer Bearbeitungszeit von bis zu einem Jahr
gerechnet werden.
Herausgabe einer Handreichung/Checkliste für Kommunen
Die BLAG „Schutz öffentlicher Räume vor Überfahrtaten“ (einschließlich der Projektgruppe „Einbruchschutz und
Städtebau“) ist damit befasst, Leitlinien, Handlungsoptionen und Empfehlungen zu erarbeiten und verschriftet den
Kommunen zur Verfügung zu stellen (Handreichung ist derzeit noch in Bearbeitung).
Errichten einer Informationsplattform im Internet
Bereitstellen einer Liste von städtebaulich umgesetzten Lösungen („Best Practics“) zwecks Austauschs zwischen
den Kommunen bzw. Verantwortungsträgern bei der Planung sicherheitsrelevanter Maßnahmen (in Planung)
Schaffen und zur Verfügung stellen einer Austauschplattform im Bereich der Kriminalprävention mit aktuellen
Möglichkeiten, technischen Entwicklungen und Planungshilfen (in Planung)
Aus- und Fortbildung
derzeit Mangel an erfahrenen Fachkräften zur Erarbeitung von Zufahrtskonzepten
Entwicklung einer zertifizierten Aus- und Fortbildung mit persönlichen und fachlichen Zugangsvoraussetzungen mit
dem Ziel, eine hohe fachliche Kompetenz sowie die erforderliche Vertraulichkeit in der Handhabung der sensiblen
Thematik zu gewährleisten
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Ausblick
Förderung:
Mit der Erarbeitung von Mindeststandards soll auch eine Grundlage für ein mögliches Förderprogramm, ähnlich
bzw. anlehnend an das des Einbruchschutzes, geschaffen werden.
Fazit:
Mit der Erkenntnis, dass etwas passieren kann, beginnt Prävention.
Auch wenn das BKA derzeit nicht von einer konkreten Gefährdung durch den
internationalen Terrorismus ausgeht, stellt dieser nach wie vor eine große Bedeutung für
die Freiheit und Sicherheit der Bürger(innen) in Deutschland dar. Weiterhin nutzen auch
andere Tätergruppen Überfahrtaten, um ihre Ziele zu erreichen.
Ziel muss es deshalb sein, so viel Schutz wie möglich mit so viel (angemessenen)
Maßnahmen wie nötig zu schaffen.
Die Maßnahmen sollen sich in das städtebauliche Bild einfügen.
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Überfahr-, Durchfahrschutz
Ausblick
Durch das LKA Sachsen wurde eine Handreichung zum Thema Fahrzeugsperren erarbeitet, um die Kommunen und
Verantwortungsträger von (städtebaulichen) Sicherheits- bzw. Schutzkonzepten zu unterstützen. In der Broschüre werden die in
der Präsentation angeschnittenen Themen etwas ausführlicher dargestellt. Sie gibt Hinweise, ist aber nicht abschließend und
kann jederzeit entsprechend der aktuellen Lage angepasst werden.
Die Handreichung in Form einer Broschüre kann über das LKA Sachsen, Zentralstelle für Polizeiliche Prävention, angefordert
werden:
LKA Sachsen
Zentralstelle für polizeiliche Prävention
Neuländer Str. 60
01129 Dresden
Tel.: 0351/855-2309
E-Mail:
praevention.lka@polizei.sachsen.de
Für weitere Fragen stehen als Ansprechpartner jederzeit zur Verfügung:
Herr Tim Fechner
Frau Cornelia Dick
Kriminalhauptkommissar
Kriminalhauptkommissarin
Tel.: 0351/855-2211
Tel.: 0351/855-2218
E-Mail:
tim.fechner@polizei.sachsen.de
E-Mail:
cornelia.dick@polizei.sachsen.de
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